Kultur

  • Probenstart bei den Bad Hersfelder Festspielen

    Probenstart bei den Bad Hersfelder Festspielen

    Hochkarätiges Theater unter freiem Himmel vor beeindruckender Kulisse: Dafür stehen die Bad Hersfelder Festspiele. Jahr für Jahr locken sie Tausende Besucher in die Region und gelten als ein echtes Aushängeschild für die Stadt. In diesem Jahr feiern die Festspiele 75-jähriges Jubiläum. Heute haben offiziell die Proben begonnen. Die mittelalterliche Stiftsruine in Bad Hersfeld ist seit 1951 Austragungsort der Festspiele. Zum Jubiläum steht eine Neuinterpretation eines wahren Klassikers auf dem Programm: „Parzival oder Die Suche nach dem Heiligen Gral“ – ein Stück wie geschaffen für die ritterliche Atmosphäre. „Wir sind Ritter!“ – „Ritter?“ – „Weißt du nicht was Ritter sind?“ – „Nein, weiß ich nicht. Aber ich will einer sein und so aussehen wie ihr.“ – „Dann musst du an den Hof von König Artus. Er hat schon viele Menschen zum Ritter gemacht, wenn sie es wert waren.“ Parzival wächst abgeschieden von der höfischen Welt auf. Als er eines Tages eine Gruppe Ritter trifft, wächst in ihm der Wunsch selbst einer zu werden. Es beginnt eine Reise in der der junge Parzival auch seine eigene Identität und Reife sucht. Thiess Brammer, spielt Parzival „Der menschelt sehr und ich finde es faszinierend den zu beobachten und ich finde es sehr spannend diese Naivität – ich finde Naivität ist etwas ganz Erfrischendes und Schönes. Da freue ich mich sehr drauf. Es ist ja auch immer eine Brille durch die man die Welt sieht, so eine Rolle. Und ich bin sehr gespannt auf die Brille von ihm.“ Regisseur Michael Schachermaier freut sich besonders auf den Charme der jahrhundertealten Stiftsruine. Michael Schachermaier, Regisseur „Diese Bühne hat eine ganz ganz einzigartige Atmosphäre. Ich kenne keinen Theaterraum, der dem ansatzweise ähnlich ist. Es sind über 1.800qm Bühnenfläche bei 1.300 Sitzplätzen. Es ist wirklich ein Circus Maximus, wenn ich das so sagen darf. Und der verlangt nach ganz […]

  • Nibelungen-Festspiele präsentieren Ensemble

    Nibelungen-Festspiele präsentieren Ensemble

    Großer Bahnhof heute in Worms. Auf einer großen Pressekonferenz haben die Macher der diesjährigen Nibelungenfestspiele das Ensemble vorgestellt. Ab dem 17.7. steht die „Hunnenkönigin“ auf dem Programm. Und diesmal wird das Drama vor dem Dom international und auch musikalisch. Alice Merton ist ein Superstar. Die in Frankfurt geborene Deutsch-Britin hat zusammen mit Alexander Wolfe die Songs und den Soundtrack für „Die Hunnenkönigin“ komponiert. Beide werden im Sommer live auf der Bühne vor dem Wormser Kaiserdom performen. Heute haben sie schon mal eine kleine musikalische Kostprobe davon geliefert, was die Zuschauer erwarten können. . . Alice Merton, Singer–Songwriterin Ich freue mich, weil es ein Abenteuer ist, es ist was Neues. Und ich wollte schon immer mal Musik für Theater schreiben, ich mag einfach Herausforderungen, und ich finde es immer schön, wenn jemand mich fragt: Hey, ich möchte dich für etwas haben, ich glaube, du wärst gut geeignet dafür. Die Nibelungensage gilt als „Game of Thrones“ des Mittelalters. Rund um den Helden Siegfried wird gemordet, geliebt und gekämpft. Und das seit 2002 in Worms. Festspielintendant Nico Hofmann verspricht diesmal eine Mischung aus Musical, Puppentheater und echtem Drama. Nico Hofmann, Intendant der Wormser Nibelungenfestspiele In diesem Jahr wird es, glaube ich, eine ganz besondere Mischung, mit der Musik zusammen. Mit dem Tanz, mit der Choreografie, mit dem Puppenspiel . Ob es ein Genre-Mix ist, würde ich nicht sagen, es ist eine eigene Form, die da entsteht. Aber im Fokus ist ganz klar die Sage. So soll es im Sommer vor dem Dom aussehen. In „Die Hunnenkönigin“ steht die Burgunderprinzessin Kriemhild im Mittelpunkt. Das Stück stammt von dem britischen Autor Oliver Lansley. Zusammen mit James Seager führt er auch Regie. Beide kommen von der Londoner Theatercompagnie Les Enfants Terribles. Oliver Lansley, Autor und Regisseur von „Die Hunnenkönigin“ Das Nibelungenlied und die Edda sind die […]

  • Begehbare Drachenskulptur in Frankfurt

    Begehbare Drachenskulptur in Frankfurt

    In Frankfurt ist soeben ein spanischer Drache erwacht. Und der soll ab sofort Besucher in die Mainmetropole locken – ganz ohne Feuer zu speien.   Und so sieht er aus: Eine 150 Quadratmeter große begehbare Skulptur, gefertigt in modularer Leichtbauweise aus Keramik, Holz und Textilien. „DRAC Gaudí“, so der Name. „Drac“ ist Katalanisch für Drache, „Gaudí“ meint den weltberühmten spanischen Architekten Antoni Gaudí. Die Installation ist eine Hommage an die organische Formensprache seiner Bauten, anlässlich seines 100. Todestages in diesem Jahr. Und sie ist Teil der World Design Capital Frankfurt – diesen Titel, den schon Metropolen von Seoul bis Mexiko verliehen bekommen haben, ist 2026 ans Rhein-Main Gebiet gegangen – ganz viele Kunst- und Kulturevents werden in diesem Jahr unter diesem Motto stattfinden. Wie auch die zentrale Bühne im Design-Pavillon, im Garten des spanischen Kulturzentrums Instituto Cervantes.

  • English Theatre Frankfurt feiert Wiedereröffnung

    English Theatre Frankfurt feiert Wiedereröffnung

    Es ist auf dem europäischen Festland das größte englischsprachige Theater – und das mitten in Frankfurt: Das English Theatre. Seit 23 ist es im gleichen Gebäude im Bankenviertel beheimatet. Doch nach einem Eigentümerwechsel drohte dem Theater das Aus. Nach zwei Jahren ist es jetzt aber an seiner gewohnten Spielstätte zurück – und hat am Wochenende groß Premiere gefeiert. Moskau, 1942. Während der zweite Weltkrieg tobt, treffen sich der britische Premierminister Winston Churchill und der sowjetische Parteichef Josef Stalin. Unterschiedlicher könnten die beiden Männer nicht sein, doch: „We must understand each other. The lifes of hundereds of Millions do depend upon it. History holds it’s breath for us.“ Churchill in Moscow. Das Stück feiert an diesem Abend Premiere in Frankfurt. Und begeistert die Zuschauer nicht nur mit seinem Witz und seinem Hang zur Absurdität. Rolf Trittmann: „Sehr gut. Ich finde die Charaktere sind ganz wunderbar. Und passen auch einfach sehr gut.“  Alexandra Rösch: „Mein Herz freut sich sehr. Ich bin nämlich selber Engländerin und für mich ist das English Theatre sehr, sehr wichtig. Auch für mein kulturelles Erlebnis und mein Wohlbefinden hier in Frankfurt.“ Denn dass das Theater wieder hier an seiner gewohnten Stätte mitten im Bankenviertel spielen kann, ist nicht selbstverständlich. Vor einigen Jahren wurde das Gebäude an einen Investor aus Singapur verkauft. Und der will das Theater nicht in seinem Keller haben. Daraus entsteht ein jahrelanges Hin und Her zwischen dem alten und dem neuen Eigentümer sowie dem English Theatre. Die Regisseure Tom Little rund Rosie Tricks ziehen Parallelen zu ihrem Stück Churchill in Moscow. Tom Littler und Rosie Tricks, Regisseure: „In the world of negotiation and trying to speak each others language. You know, in the play you gonna see an imperialist empire building British Prime Minister trying to talk to a Sowiet Premier who would like to […]

  • Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz stellt Programm vor

    Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz stellt Programm vor

    Vor über 100 Jahren ist die Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz gegründet worden. Sie ist das größte und bedeutendste Orchester des Landes und ist im In- und Ausland erfolgreich unterwegs. Die kommende Saison ist die erste gemeinsam geplante Spielzeit des neuen Intendanten mit Chefdirigent Michael Francis. Michael Francis probt die Wesendonck-Lieder von Richard Wagner im Ludwigshafener Pfalzbau. Seit sieben Jahren ist er Chefdirigent der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz. Er hat mit dem London Symphony Orchestra gearbeitet, ist Direktor des Florida Orchestra und gerät ins Schwärmen, wenn er über seine Ludwigshafener Musiker spricht. Michael Francis, Chefdirigent Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz „Ich liebe es, mit diesen wunderbaren Musikern der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz zu arbeiten. Sie sind enthusiastisch, neugierig, leidenschaftlich und sie lieben das rheinland-pfälzische Publikum. Ich kann mich mit ihnen, auf die Suche nach der Wahrheit der Musik begeben und sie sind offen.“ Offen für Neues ist die Staatsphilharmonie auch in der kommenden Saison. Es wird 174 Konzerte an 43 Spielorten im In- und Ausland geben. Zum Beispiel in Wien. Michael Gassmann ist der neue Intendant des Orchesters. Dr. Michael Gassmann, Intendant Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz „Das Orchester ist auf einem künstlerischen Niveau, wie nie zuvor. Das höre ich von allen. Mein Ziel ist es vor allem, die Verwurzelung in unserer Heimatregion weiter zu stärken, und andererseits das Orchester auch überregional und national stärker zu positionieren, als das, was es ist, nämlich ein wirklich erstklassiger Klangkörper.“ Konzerte in der Hamburger Elbphilharmonie, aber auch in Wörth und Speyer sind geplant. Die Musiker werden in Schulen auftreten und in Krankenhäusern musizieren. Dr. Michael Gassmann, Intendant Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz „Wir gehen zum Beispiel in Kooperation mit den Klinik-Clowns, in Heime, in Altenheime und Krankenhäuser mit unseren Musikern und schaffen dort für Menschen, die sonst keine Musik hören können, einfach eine Stunde Auszeit, eine Stunde von Freude und Nähe.“ Heute Abend spielt die Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz Wagners […]

  • Bücherbasar in Wiesbaden

    Bücherbasar in Wiesbaden

    Heute ist Welttag des Buchs – ein Tag also, an dem das Lesen von spannenden, lustigen, traurigen oder schrägen Geschichten mal so richtig gefeiert werden kann. Und ein Ort, an dem Sie auf jeden Fall jede Menge solcher Geschichten finden, ist der Bücherbasar in Wiesbaden. Treten Sie ein in ein Buchgeschäft der etwas anderen Art. Von B wie Belletristik, über R wie Regionale Krimis bis S wie Science-Fiction. Wer den Bücherbasar Wiesbaden besucht, sollte ausreichend Zeit mitbringen. Und: jede Menge Lust am Wühlen und Stöbern. Denn hier warten jede Menge gebrauchte Bücher auf ein neues Zuhause. Nathalia Hinz „Ich bin begeistert, wie viel es hier gibt. Und ich bin mir sicher, dass wir nicht mir leeren Händen nach Hause kommen.“ Helmut Wehling „Meine Frau hat schon Bücher hier abgegeben. Und jetzt wollten wir unbedingt mal sehen, was wir entdecken.“ Jana Schmidt „Man muss für ein Buch nicht Unmengen von Geld ausgeben, man liest es einmal und hat es dann nur im Schrank. Und dann kann man es weitergeben, andere haben Freude. Viele Leute wollen oder können es sich nicht leisten und ich finde das toll.“ Denn hier wird ausschließlich mit gespendeten Büchern gearbeitet. Und von denen gibt es reichlich. Pro Woche werden rund 5.000 Bücher vorbeigebracht. Nicht immer sind die für den Weiterverkauf geeignet. Aber oft genug verstecken sich hinter den Spenden kleine Schätze. Stefan Lutterbüse, Bücherbasar Wiesbaden „Wir kriegen ja auch sehr viele Leben gespiegelt hier. Es gibt ja viele Kunden, die lösen die Wohnung ihrer Eltern auf zum Beispiel und dann kommen hier 30, 40 Jahre Lebensgeschichte hier an. Und manchmal sind in diesen Büchern auch Sachen drin, die Sie gar nicht erwarten. Fotos, Urkunden, ich habe auch mal einen Pass gefunden von jemandem. Der war 30 Jahre alt. Der Kunde war aber auch da und dann habe […]

  • Lord of the Dance in Frankfurt

    Lord of the Dance in Frankfurt

    Der irische Tänzer Michael Flatley schuf mit „Lord of the Dance“ nicht nur die erfolgreichste Tanzproduktion aller Zeiten, sondern verhalf der Kunst des traditionellen irischen Tanzes zu weltweiter Anerkennung. Mehr als 60 Millionen Menschen auf allen Kontinenten begeistert die atemberaubende Show. Auch in Frankfurt sorgt das irische Stepptanz-Spektakel zum 30. Jubiläum für volle Ränge, rhythmisches Klatschen und stehende Ovationen. Meine Kollegin Nina Seeh hat einen Blick hinter die Kulissen geworfen. Die Geschichte folgt einer klassischen Struktur mit einer heldenhaften Reise. Der „Lord of the Dance“ (das Gute) steht dem „Lord of Darkness“ (das Böse) gegenüber. Basierend auf irischer Folklore erzählt die Show die Geschichte ganz ohne Worte. Kilian Sweeney ist Teil des Ensembles und gibt uns einen exklusiven Backstage-Einblick. Kilian Sweeney, Tänzer: „Wir können nichts sagen, oder was das Publikum auf jeden Fall hören würde. Deswegen ist es sehr wichtig für uns die Körpersprache sehr locker zu halten, wenn wir auf der guten Seite sind, oder sehr offen mit den Schultern. Und wenn wir die bösen Leute sind, dann müssen wir sehr streng sein und vielleicht schneller mit der Bewegung.“  Neben der Körperhaltung, helfen aber auch die Kostüme dabei, die richtige Stimmung zu transportieren. Im Backstage steht alles bereit. Und wie auf der Bühne, heißt es auch hier in den kurzen Pausen: Gas geben. Kilian Sweeney: „Wir haben auch ne Nummer jetzt in der Show wo wir was anderes anziehen müssen an den Füßen. Das heißt, wir müssen nicht nur die Kostüme wechseln. Und da würde ich sagen, ne gute Minute vielleicht. Aber das kann man sehr schnell unterschätzen.“  Beim irischen Stepptanz kommt es besonders auf die Haltung an. Charakteristisch ist der aufrechte Oberkörper, die Arme sind angespannt und bleiben unbewegt. So hebt sich die schnelle und präzise Fußarbeit besonders hervor. In Irland gilt der Stepptanz als immaterielles Kulturgut, das durch […]

  • Check für Kirchenglocken

    Check für Kirchenglocken

    Sie sind überall zu hören. Kirchenglocken schlagen zur Stunde, zum Gottesdienst, an Feiertagen, zu ganz besonderen und ganz verschiedenen Anlässen. Damit die Glocken aber auch gut klingen und überhaupt in einem guten und sicheren Zustand sind, müssen sie regelmäßig gewartet werden. Dafür zuständig sind Glockensachverständige. So wie Birgit Müller. Wir haben sie beim Glocken-Check im pfälzischen Haßloch begleitet Birgit Müller, Glockensachverständige „Eine Glocke hat sehr viele Töne. Aber die wichtigsten Töne sind, die Oktave, die Oberoktave, hier ist die Terz, hier haben wir die Quint und ganz oben ist die Prim.“ Ganz oben ist auch der Arbeitsplatz von Birgit Müller. Sie ist amtliche Glockensachverständige und arbeitet für die Bistümer Speyer und Trier, für die evangelische Kirche im Rheinland und in der Pfalz. Das bedeutet insgesamt rund 5000 Kirchen, deren Glocken und Läuteanlagen regelmäßig gewartet werden müssen. Birgit Müller, Glockensachverständige „Ich habe jetzt mal einfach geguckt, ob alles noch festsitzt. Ich habe mal geguckt, ob die Platine soweit noch in Ordnung ist, oder ob es da Veränderungen gibt.“ Ein letzter Schlag der Stunde. Dann schaltet die Pfälzerin die Anlage ab. Aus Sicherheitsgründen, solange wie sie ganz oben im Glockenturm arbeitet. Birgit Müller, Glockensachverständige „Ich will die Glocke bewegen und gucken, ob die Glocke noch schlüssig an den Holzjochen hängt. Wenn eine Glocke locker hängt, dann kann das ganz schön Schäden verursachen, wenn sie runterfällt.“ Dann geht die 60-Jährig rein in Glocke. Birgit Müller, Glockensachverständige „Dass der Klöppel nicht irgendwann mal rausfällt. Dann überprüfe ich hier den Anschlagpunkt des Klöppels, welcher an den Schlagring hier genau geht. Und wenn das alles in Ordnung ist, dann bin ich auch zufrieden.“ Noch ein Blick auf die Ketten der Läuteanlage und der Glocken-Check der Christuskirche ist abgeschlossen. Birgit Müller, Glockensachverständige „Man kommt in Orte, da wäre man eigentlich nie hingefahren und es gibt so großartige […]

  • goEast-Festival bringt Filme aus Osteuropa

    goEast-Festival bringt Filme aus Osteuropa

    Die 26. Ausgabe startet unter neuer Leitung und dem Motto „Revolution“. Was die Besucher in diesem Jahr erwartet, darauf haben die Festivalmacher heute einen Ausblick gegeben. „Better Go Mad In The Wild“ – ein Film so skurril wie seine Charaktere. Zwei Brüder führen ein eigenwilliges Leben auf einem abgeschiedenen Bauernhof im tschechischen Böhmerwald. Poesie und Ruhe der ländlichen Idylle treffen auf Abenteuerlust und politischen Aktivismus. In „A Goodnight Kiss“ erinnert sich die litauische Kulturschaffende und Holocaust-Überlebende Irena an ihre Jugend, geprägt von den Schrecken des Krieges, dem Verlust ihrer Mutter und einem Leben unter sowjetischer Besatzung – und erzählt, wie sie sich dennoch Optimismus, Mitgefühl und Menschlichkeit bewahrte. Nur zwei von insgesamt 76 Filmen aus 40 Ländern, darunter viele Dokus und Premieren, die beim diesjährigen goEast Festival gezeigt werden. Revolution ist DAS verbindende Thema. Rebecca Heiler, Leiterin goEast Filmfestival „Man denkt, ein Wandel ist möglich, man schafft es auch und was passiert dann eigentlich danach? Also, es gibt ja dann auch ein Machtvakuum, wer füllt das eigentlich? Gibt es wirklich einen Wandel? Es ist ja auch ein ambivalentes Thema und ich wollte das gar nicht so romantisch betrachten, sondern wirklich in seiner ganzen Widersprüchlichkeit.“ So will das Festival den Bogen spannen von historischen Revolutionen bis hin zu aktuellem Protest und Widerstand in Mittel- und Osteuropa und im Kaukaskus. In Ländern wie Georgien, wo die jüngsten Proteste gegen die russlandfreundliche Politik der Regierung von eben jener unterdrückt werden. Rebecca Heiler, Leiterin goEast Filmfestival „Das nationale Filmförderzentrum wurde gleichgeschaltet. Das heißt, die Filmschaffenden waren eigentlich die ersten, die das auch betroffen hat. Und die formieren sich halt dagegen. Die haben ein unabhängiges Filminstitut gegründet.“ „Filmische Strategien des Widerstands“ werden beim diesjährigen Symposium diskutiert. Mit über 100 Veranstaltungen und 120 erwarteten Gästen aus der Filmbranche gibt es viel Raum für Austausch und Vernetzung. […]

  • Mainzer Choreograph gewinnt wichtigen Kunstpreis

    Mainzer Choreograph gewinnt wichtigen Kunstpreis

    Der Chanel Next ist einer der wichtigsten und höchstdotierten internationalen Kunstpreise. Alle zwei Jahre wird er verliehen. Zehn Preisträger aus den Bereichen Tanz, Film, Malerei und Musik sind in diesem Jahr ausgezeichnet worden. Einer der Preisträger ist der portugiesische Choreograph Marco da Silva Ferreira, der gerade in Mainz ein neues Stück inszeniert. Er ist einer der angesagten Choreografen der Welt. Marco da Silva Ferreira probt „Sugar Rush“ am Mainzer Staatstheater. Mit 40 Jahren hat der Portugiese schon verschiedene Karrieren hinter sich. Er ist ausgebildeter Physiotherapeut und wollte eigentlich Leistungsschwimmer werden. Die Liebe zum Tanz hat er erst spät entdeckt. Marco da Silva Ferreira, preisgekrönter Choreograf „Ja, ich habe als Teenager mit dem Tanzen angefangen. Ich hatte den Wunsch, mich auf eine sensible Art und Weise auszudrücken und ich wollte mich selbst finden. Ich habe dann das Schwimmtraining durch das Tanzen ersetzt. Ich war auf der Suche nach meiner Kreativität und auch irgendwie nach dem Kind, das noch in mir steckte.“ Marco da Silva Ferreira ist einer von zehn Preisträgern des „Chanel Next“. Ein Preis, den Künstler erhalten, die neue Impulse setzten. 100 000 Euro erhält der Choreograf für eigene Projekte. Für „tanzmainz“ arbeitet da Silva Ferreira jetzt zum zweiten Mal als freier Choreograf. Honne Dohrmann, Direktor „tanzmainz“ „Wir haben uns gefreut, dass Marco den Chanel Next gewonnen hat, einen der größten Preise für zeitgenössische Kunst, hochdotiert, Und die nächste Produktion, nachdem er diesen Preis bekommen hat, ist die Produktion mit uns, mit ‚tanzmainz‘ und natürlich freuen wir uns hier, einen Künstler zu haben, der gerade eine so riesige Internationale Aufmerksamkeit erfährt.“ Ein Choreograf, der in Portugal selbst künstlerischer Leiter einer Gruppe für zeitgenössischen Tanz ist, der für das bedeutendste Tanzfestival in Lyon gearbeitet hat und gerne nach Mainz kommt. Marco da Silva Ferreira, preisgekrönter Choreograf „Es ist eine so großartige […]

  • Festspiel-Casting: Wer hat das Zeug zum Bühnenstar?

    Festspiel-Casting: Wer hat das Zeug zum Bühnenstar?

    Vor vielen Menschen auf einer Bühne stehen – für viele undenkbar, für andere wiederum ein großer Traum. Bei den Bad Camberger Festspielen haben jedes Jahr Menschen mit und ohne Schauspielerfahrung die Möglichkeit, vor einem großen Publikum Theater zu spielen. Doch dafür mussten sie sich gestern Abend im Casting behaupten. Ein reiselustiges Landei aus Camberg, das in Berlin eine Nervenheilanstand besichtigen möchte. Darum geht es in der Komödie „Pension Schöller“, für das Jörn Kühnel vorspricht. Schon häufiger hat er bei den Bad Camberger Festspielen mitgemacht und auch in diesem Jahr will er wieder eine Rolle ergattern. Jörn Kühnel „Emotionsregungen aus sich selbst herauszuholen, die man irgendwo vergraben hat, die man vielleicht nicht so häufig einsetzt im täglichen Leben und die dann bis zum Exzess sozusagen auf der Bühne darzustellen. Das ist immer wieder schwierig und immer wieder schön.“ Jennie Schreibweis macht heute ihre allererste Theatererfahrung. Schon lange hat sie den Wunsch, Theater zu spielen. Heute traut sie sich endlich zum Casting und bringt das erste Vorsprechen als Amalie souverän hinter sich. Jennie Schreibweis „Besser wie ich dachte. Aber es sitzen halt auch keine 300 Leute dir gegenüber. Ich bin echt mal gespannt, wenn ich wirklich eine Rolle kriegen sollte, wie’s dann wird.“ Heute Abend bewerben sich ausschließlich Laienschauspieler. Wer am Ende welche Rolle bekommt, darüber entscheidet Regisseur Timo Pfanzer. Mit kritischem Blick achtet er darauf, wie die Schauspieler ihre Rolle verkörpern und wie sie miteinander spielen. Einige Kriterien müssen die Bewerber erfüllen. Timo Pfanzer, Regisseur Bad Camberger Festspiele „Spaß am Theater, Spaß an der Kunst, Spaß, andere Leute zu erfreuen, ein gewisses Talent natürlich, sich auf eine Bühne zu stellen und ein Publikum begeistern zu wollen, das ist wichtig. Natürlich Ausstrahlung, Charisma.“ Am Ende des Castings sind so gut wie alle Rollen verteilt. Bis zur Aufführung im August ist aber noch […]

  • Die Dosis macht das Gift - Ausstellung in Wiesbaden

    Die Dosis macht das Gift – Ausstellung in Wiesbaden

    Komodowarane sind nicht nur die größten Echsen der Welt – sie können auch sehr gefährlich werden, wenn man ihnen zu nahe kommt. Denn beißen sie einmal zu, kommt Gift in die Wunde und die hört dann nicht mehr auf zu bluten. Die Natur hat schon ausgefeilte Formen der Abwehr. Was unterschiedliche Gifte bewirken können, zeigt eindrucksvoll eine große Ausstellung im Museum Wiesbaden. Starke Muskelschmerzen, Bauchkrämpfe, Erbrechen. Ein Biss der schwarzen Witwe ist selten tödlich. Aber schmerzhaft. Die Spinne ist echt. Der Besuch der Ausstellung Gift ist also nicht unbedingt geeignet für Arachnophobiker. Alle anderen mehr oder weniger giftigen Organismen sind ganz ungefährliche Modelle. Ursprünglich bedeutet Gift Gabe. Oft, eine tödliche Gabe. Auch bei Pflanzen und Pilzen. Andreas Henning, Direktor Museum Wiesbaden „Gifte faszinieren uns, weil zu einem wir Menschen durch Gifte bedroht werden, also auch Gifte, die die Natur produziert. Wir haben zum Beispiel die Seewespe hier in der Ausstellung. Eine gigantische Qualle, die in der flachen Küste vor Australien schwimmt und die auch für den Menschen, wirklich gefährlich ist, und dann gehen wir Menschen wirklich auch mit Giften um, indem wir sie einsetzen, um uns gegenseitig umzubringen. Sei es in Kriegen, oder sei es, um Widersacher zu beseitigen. Also diese Spannbreite, an Giftthemen, ich glaube, das ist das, was die Faszination ausmacht.“ Ein Frankfurter Drogist bringt Anfang des 20. Jahrhunderts fast seine ganze Familie mit Digitalis, dem Gift des Fingerhuts, um. Auch Penicillin ist eine Art Gift, es wirkt toxisch auf Bakterien. Viele Medikamente beinhalten Gifte. Allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist. Ein Ausspruch des berühmten Arztes Paracelsus im 16. Jahrhundert. Katriina Ott, Kuratorin der Ausstellung „Gift“ „Man kann nicht sagen, dass Gifte was Schlechtes sind. Sie sind weder gut, noch schlecht. Es kommt immer darauf an, wie sie eingesetzt werden.“ Zum Beispiel als Bestandteil […]

  • Küken schlüpfen im Naturhistorischen Museum Mainz

    Küken schlüpfen im Naturhistorischen Museum Mainz

    Mit etwas Glück können Sie jetzt den Küken beim Schlüpfen zusehen. Seit fast 50 Jahren gehören die Osterküken zum Naturhistorischen Museum in Mainz dazu – eine wahre Tradition. Dem Museum geht es vor allem darum, den Besuchern die Verbindung zwischen lebendigen Tieren und unserem Frühstücksei auf den Tisch näherzubringen. Wenn das Küken die Schale einmal angepickt hat, dann geht es relativ schnell, bis es aus dem Ei geschlüpft ist. Die Küken im Naturhistorischen Museum liegen im warmen Brutkasten und bleiben rund 10 Tage in ihrem Gehege, bis sie zurück zu einem privaten Mainzer Züchter gebracht werden. Wer hier die jungen Hühner beobachtet, der lernt auch viel darüber, wie sie auf die Welt kommen. Das Kükenschlüpfen ist besonders bei Grundschülern beliebt. Luisa, Schülerin aus Bingen „Also, dass ein Ei befruchtet wird und da das Küken drin entsteht.“ Alina, Schülerin aus Bingen „Dass sie zum Schlüpfen 21 Tage brauchen, also drei Wochen.“ Emily, Schülerin aus Bingen „Und wenn die schlüpfen, dann haben die so einen kleinen Zahn, mit dem sie sich durch die Eierschale picken.“ Die Schülerinnen und Schüler der vierten Klasse der Grundschule am Entenbach erfahren nicht nur, wie so ein Küken aus einem Ei schlüpft. Ziel der Museumspädagogen ist es, dass die Kids die Verbindung zwischen lebendigem Tier und unserer Nahrung herstellen können. Die 9 bis 10-Jährigen erfahren auch, woran sie erkennen, wo unsere Frühstückseier herkommen und wie die Hühner gehalten werden. Nicole Fischer, Vize-Direktorin Naturhistorisches Museum Mainz „Haltungsformen thematisieren wir, das ist uns ganz wichtig. Eben auch was zum Thema Mensch und Huhn zu sagen, das Huhn als Nutztier und nicht nur als niedliches Küken. Sondern eben auch diesen Aspekt zu beleuchten und ein Bewusstsein bei unseren Gästen dadurch zu schaffen.“ Dazu gibt es noch viele Modelle von den wilden Verwandten des Huhns. Exotische Vögel und einheimische. Arten die […]

  • Hip-Hop-Weltmeisterinnen aus Neuwied

    Hip-Hop-Weltmeisterinnen aus Neuwied

    Innerhalb eines Jahres haben Miah Bein und Maggie Dückmann aus Neuwied vier Titel in der Hip-Hop-Szene abgeräumt: Westdeutsche Meisterinnen, Deutsche Meisterinnen, Europameisterinnen – und ganz oben auf dem Podest bei der U16-WM. Wir haben die beiden beim Training besucht. Synchronität, Technik und vor allem Teamharmonie – das braucht es beim Hip-Hop-Duo. Miah und Maggie setzen sich am Ende gegen 60 internationale Duos durch. Der WM-Sieg im englischen Blackpool – ein wahrgewordener Traum. Maggie Dückmann und Miah Bein, Hip-Hop Duo Weltmeisterinnen „Das ist einfach unbeschreiblich, ich glaube, man hat auch irgendwie keine Gedanken im Kopf, weil ich mich da auch irgendwie gar nicht mehr richtig dran erinnern kann. Auch diese ganzen Leute, die applaudieren, schreien. Unsere Familie, unser Trainer auch – es war einfach unbeschreiblich. // Ja, ich glaube, in den Monaten, Wochen und Tagen danach kann man das immer noch nicht realisieren. Wir können das jetzt noch nicht realisieren, weil das einfach ein Moment ist, eine Erinnerung, auf die man Jahre hinarbeitet.“ Miah und Maggie trainieren vorab eine Choreografie, die sie beim Wettkampf flexibel einsetzen. Auf der Bühne wissen sie noch nicht, welche Musik gespielt wird. Sobald der Song läuft, passen sie ihre Schritte und Bewegungen an Tempo und Stil der Musik an. Die Jury bewertet ihre Performance nach Punkten. Die beiden tanzen seit fünf Jahren zusammen. Bei ihrer ersten Begegnung haben beide nicht gedacht, dass sie mal eine enge Freundschaft verbindet. Miah Bein, Hip-Hop Duo Weltmeisterin „Und da haben wir uns so begegnet und wir dachten uns so ob das was wird, weil wir fanden uns so bisschen komisch und die Stimmung war bisschen komisch. Aber seit da trainieren wir zusammen und dann wurde das immer besser.“ Ihr Trainer Gabriel erkennt von Anfang an das Potenzial für ein Duo. Besonders erfolgreich sind Miah und Maggie, weil sie sich gegenseitig […]

  • Grabsteinsanierung am Jüdischen Friedhof in Mainz

    Grabsteinsanierung am Jüdischen Friedhof in Mainz

    Seit gut fünf Jahren ist der Jüdische Friedhof in Mainz UNESCO-Weltkulturerbe. Die jahrhundertealten Grabsteine dokumentieren die Geschichte des einstigen Zentrums des Judentums. Doch der Zahn der Zeit nagt an ihnen, ein Großteil muss aufwändig restauriert werden. Ein Langzeitprojekt, für das die Stadt jetzt weitere finanzielle Unterstützung erhält. Der Alte Jüdische Friedhof in Mainz, er gilt als einer der ältesten in ganz Europa. Die hebräischen und deutschen Inschriften bezeugen Leben, Wirken und religiöse Traditionen der jüdischen Gemeinde, vor und nach ihrer Vertreibung im 15. Jahrhundert. Die ältesten Grabsteine stammen aus dem 11. Jahrhundert und haben ebenfalls  eine bewegte Geschichte hinter sich. Aharon Ran Vernikovsky, Rabbiner Jüdische Kultusgemeinde Mainz – Rheinhessen „Dann wurden sie Jahrhunderte später weggetragen, zweckentfremdet, geschändet. Sie dienten als Baumaterial. Und dann wurden sie gefunden, gesichert und durch meinen Vorvorgänger, kann man sagen, Rabbiner Sali Levi, Rabbiner der jüdischen Gemeinde Mainz, in den Zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts, von ihm wurden sie dann wieder hier aufgestellt.“ Insgesamt 1.700 Grabsteine stehen hier, viele sind aus Sandstein und mittlerweile stark verwittert. Damit sie wieder sicher stehen und ihre Inschriften erhalten bleiben, lässt die Stadt Mainz einen Großteil bis 2033  restaurieren. Geschützt unter Hauben, damit sie trocknen und nach fachgerechter Behandlung aushärten können. 150 Steine sind bereits gesichert, weitere 70 sollen in diesem Jahr folgen. Nino Haase (parteilos), Oberbürgermeister Mainz „In Zeiten, wo wir viele Konflikte auf der Welt haben, wo auch Antisemitismus und generell das Thema Ausgrenzung an vielen Stellen hochkocht, ist es wichtig, die gemeinsame kulturelle Herkunft zu betonen. Und das tun wir hier, zusammen mit dem Besucherzentrum, mit der Restaurierung des Friedhofs, ihn mehr in unsere Stadtöffentlichkeit wieder zu ziehen.“ Die spendenfinanzierte Deutsche Stiftung Denkmalschutz fördert die Arbeiten an den Grabsteinen mit 85.000 Euro. Das deckt ein Drittel der Kosten für dieses Jahr, den Rest teilen sich Stadt und […]