Verkehr

  • Baumrodung bringt Anwohner auf die Palme

    Baumrodung bringt Anwohner auf die Palme

    Großer Anwohner-Ärger im Frankfurter Stadtteil Niederrad! Hier sollen Dutzende gesunde Bäume gefällt, ein ganzes Areal gerodet werden. Grund: Eine Baustelle der Deutschen Bahn. Die Strecke vom Hauptbahnhof Richtung Stadion wird künftig auf sechs Gleise erweitert. Auch eine riesige Schutzwand wird dazu errichtet. Steht die bald direkt am Gartenzaun? – so die Angst der Anwohner. Axel Dielmann ist besorgt. Die Gartenidylle hinter seinem Haus könnte bald vorbei sein. Fast hundert Jahre alt sind die Bäume hier an der Grundstücksgrenze. Doch bald kommen die Bagger – für eine sechs Meter hohe Schutzwand. Die Wut auf die Deutsche Bahn steigt. Axel Dielmann, Anwohner: „Ist ja eigentlich gut, wenn die Bahn ausbaut und wir mehr vom Auto weg kommen und so weiter, ist ja alles schön. Aber jetzt haben sie, ohne dass sie das mit uns kommuniziert hätten, einfach gesagt, sie verlegen diese Schallschutzmauer nach vorne, also zu uns hin, sägen die Bäume ab und direkt an der Grundstücksgrenze soll dann diese Schallschutzmauer sein.“ Denn hier hinter dem alten Bahnhof Niederrad legt die Bahn bald eine große, abgetrennte Baustellenfläche an. Die Grundstücke in der denkmalgeschützten Ernst-May-Siedlung – dann regelrecht eingemauert. Auch Peter Dick wohnt hier. Er sorgt sich vor allem um das Wohl der Kinder. Auf dem nahen Spielplatz werde man sich wohl bald so fühlen wie im Innenhof des bekannten Frankfurter Gefängnisses: Peter Dick, Anwohner: „Sie müssen sich vorstellen, dass an diesen Spielplatz jetzt direkt so eine Sechs-Meter-Wand hinkommt. Das ist ja wie Preungesheim! Fehlt nur noch der Stacheldraht.“ Die Deutsche Bahn signalisiert nach Interview-Anfrage von 17:30 SAT.1 LIVE den Anwohnern ein Entgegenkommen. Schriftlich teilt man uns dazu mit: Pressestelle Deutsche Bahn: „Zur Fällung sind deutlich weniger Bäume vorgesehen, als es uns im Planfeststellungsbeschluss genehmigt wurde. Wir haben hier noch einmal optimiert und den Umfang der Rodungen deutlich verringert.“ Auch dem Umweltschutz werde […]

  • Sanierte Salierbrücke wieder für den Verkehr frei

    Sanierte Salierbrücke wieder für den Verkehr frei

    Wenn es in den letzten Jahren in Hessen und Rheinland-Pfalz zu einem längeren Verkehrschaos gekommen ist, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass eine marode Brücke mit im Spiel ist. Gerade erst musste in Wiesbaden die Salzbachtalbrücke gesprengt werden und die Schiersteiner Brücke ist eine Dauerbaustelle. Andere Region, gleiches Problem. Die Salierbrücke in Speyer wurde über Jahre saniert. Jetzt endlich ist die wichtigste Verkehrsachse zwischen Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg wieder freigegeben. Und so rollen am späten Nachmittag wieder Autos über die Salierbrücke. Zwei Jahre und zehn Monate lang durften hier nur Fußgänger, öffentlicher Nahverkehr und Rettungsdienste von Speyer nach Hockenheim und zurück fahren. Vor allem für die Speyerer Bürger geht so eine lange Leidenszeit endlich vorbei. Joachim Fischer, Rentner „Es ist natürlich wieder ein Zurück zu alten Gewohnheiten. Und es ist ganz klar eine Verbesserung. Ein Gewinn. Aber es hat halt einfach vielm viel zu lange gedauert.“ Karl Bellinghausen, Standbetreiber Weihnachtsmarkt „Es kommen sehr viele Kunden von der anderen Rheinseite aus Baden Württemberg und die müssen sonst so 30 Kilometer Umweg fahren. Und auch in den vergangenen zwei – drei Jahren wo die Brücke zu war, hat der Einzelhandel das hier massiv gespürt.“ Auch Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler ist erleichtert. Denn die 600 Meter lange Brücke ist einer der wichtigsten Verkehrsadern der Region. Stefanie Seiler, SPD, Oberbürgermeisterin Speyer „Also, sie ist für unsere Stadt essenziell wichtig, weil wir viele Pendlerinnen und Pendler haben, also interkommunal sehr, sehr stark zusammenarbeiten. Ob das die Wirtschaftszweige sind wie Gastronomie und Handel, aber eben auch im Gesundheitswesen, wir haben Schülerinnen und Schüler in unserer Stadt. Also von großer Bedeutung.“ Grund für die Sanierung war die hohe Belastung durch den Verkehr. Denn für 25.000 Autos pro Tag war die 1956 eröffnete Brücke nicht ausgelegt. Ursprünglich sollten nur die Pfeiler mit Eisen verstärkt werden. Doch der Plan ging nicht […]

  • Salzbachtalbrücke: Nach der Sprengung laufen die Aufräumarbeiten

    Salzbachtalbrücke: Nach der Sprengung laufen die Aufräumarbeiten

    Innerhalb weniger Sekunden war sie Geschichte: die Salzbachtalbrücke in Wiesbaden. Zweimal rumst es ganz laut, und dann fallen 15.000 Tonnen Beton und Stahl in sich zusammen. Direkt im Anschluss ging’s schon los mit dem Aufräumen. Und wie geht’s so voran? Gestern war erste Baustellen-Besichtigung, und wir durften dabei sein. Anflug auf einen, man möchte fast meinen: gigantischen Männerspielplatz. Unmengen von Beton, Stahl und Sand werden hier mit großen Maschinen bewegt. Dinosaurier aus Metall beißen sich durch stählernes Gestrüpp. Überdimensionale Kipplaster transportieren den ganzen Schutt weg. Eine ganze Menge davon kann recycelt und für aktuelle Bauprojekte verwendet werden. Von hier oben, gewissermaßen vom Feldherrenhügel, schauen die Verantwortlichen der Autobahn GmbH zuversichtlich auf den Fortschritt der Aufräumarbeiten. Matthias Achauer, Autobahn GmbH „Wir sind sehr gut vorangekommen. Das lag auch durchaus daran, dass die Brücke sehr günstig gefallen ist, sodass die Bagger auch eine optimale Arbeitshöhe hatten. Sodass das weitere Zertrümmern und Zerlegen der Brücke hier schnell vorangeht.“ Bereits so gut wie freigeräumt ist die unterbrochene Bahntrasse. Spätestens am 4. Dezember soll das Baufeld der Deutschen Bahn wieder übergeben werden. Noch vor Weihnachten – dieses Jahres, wohlgemerkt – sollen hier wieder Züge fahren, der Wiesbadener Hauptbahnhof nicht mehr von der Außenwelt abgeschnitten sein. Auch auf der unterbrochenen Bundesstraße sollen noch dieses Jahr wieder Autos fahren. Die Kollateralschäden durch die Sprengung haben sich sehr in Grenzen gehalten. Ein paar gesplitterte Fenster im Klärwerk nebenan, keine Beschwerden von den Anwohnern. Ob entdeckte Risse im direkt angrenzenden Hofgut Hammermühle neu oder alt sind, wird ein Gutachten Ende November klären. Apropos Gutachten: Vor der Sprengung kam man ja noch nicht an die mutmaßlich defekten Rollenlager heran, die direkt über dem Pfeiler eingeklemmt waren. Matthias Achauer, Autobahn GmbH „Jetzt haben wir beide Rollen von dem Pfeiler ‚Achse E‘ gefunden. Und die wollen wir jetzt den Professoren übergeben, so […]

  • Opel-Werke werden doch nicht ausgegliedert

    Opel-Werke werden doch nicht ausgegliedert

    Eine erfreuliche Meldung für die Opel-Mitarbeiter: Nach heftigen Protesten ist der Plan des Autokonzerns Stellantis, die Produktionswerke der deutschen Tochter Opel auszugliedern, nun vom Tisch. Das Unternehmen und die IG Metall haben heute bekannt gegeben, dass sie sich tariflich darauf geeinigt haben, den Stammsitz in Rüsselsheim und das Werk Eisenach innerhalb der deutschen Opel Automobile GmbH weiterzuführen. Für die Beschäftigten des Autobauers Opel ist das ein Erfolg. Uwe Baum, Gesamtbetriebsratsvorsitzender Opel „Das Herz von so einem Automobilhersteller ist natürlich die Herstellung von Autos. Und wäre so eine wichtige Einheit, wie beispielsweise die Produktionswerke, aus dem Verbund herausgelöst worden – was ja jetzt verhindert wurde und was jetzt nicht gemacht wird -, dann wäre das tatsächlich eine Zerschlagung von Opel gleichgekommen. Wir wären eben kein Hersteller gewesen, sondern wir wären nur noch eine Marke gewesen

  • Ver.di droht mit vierwöchigem Busfahrerstreik noch vor Weihnachten

    Ver.di droht mit vierwöchigem Busfahrerstreik noch vor Weihnachten

    Nach wiederholten Arbeitsniederlegungen in den letzten Wochen und Monaten droht Rheinland-Pfalz nun ein vierwöchiger Mega-Streik im privaten Busgewerbe – und das mitten in der Weihnachtszeit. Im Tarifstreit hat die Gewerkschaft ver.di jetzt den Druck erhöht und der Arbeitgebervereinigung ein letztes Ultimatum gestellt. Noch rollt der gesamte Busverkehr in Rheinland-Pfalz. Doch ab nächster Woche Samstag droht dieses Szenario: verwaiste Bushaltestellen, volle Busdepots. Für die rund 3.000 Fahrer im privaten Busgewerbe fordert ver.di unter anderem eine Erhöhung des Tariflohns auf 17,20 Euro und bezahlte Standzeiten. Doch der längst überfällige Tarifvertrag sei noch immer nicht in Sicht. Trotz Subventionen des Landes. Marko Bärschneider, Verhandlungsführer ver.di „Das Verhalten der Arbeitgeber ist an der Stelle mehr als fragwürdig. Sich immer wieder hinter fehlenden Mehrheiten seiner Unternehmerschaft zu verstecken, die zwischenzeitlich im großen Maße ihre Kassen mit Subventionen des Landes prall gefüllt haben. Und deswegen sehen wir im Moment keinen anderen Ausweg, als dieses Ultimatum zu setzen. Und am 27.11. wird das ablaufen. Und dann werden die Busse stehen in Rheinland-Pfalz.“ So pocht ver.di weiter auf die bereits verabredete Erhöhung des Tariflohns. Den zu finanzieren, sieht sich die Vereinigung der Arbeitgeberverbände Verkehrsgewerbe Rheinland-Pfalz, kurz VAV, gegenwärtig jedoch nicht in der Lage. Es fehle immer noch die Hälfte der Subventionen – der Anteil der Kommunen. Außerdem gebe es noch keine langfristige Förderzusage des Landes. Heiko Nagel, Geschäftsführer VAV „Rechtssicherheit und Finanzierbarkeit muss gewährleistet sein. Das ist aktuell noch nicht der Fall. Wenn wir da neuere Signale haben, sowohl vom Land als auch von den Aufgabenträgern, dann gehen wir den nächsten Schritt. Das weiß ver.di. Wir haben die Hand gereicht letzte Woche mit den in Aussicht gestellten Einmalzahlungen November, Dezember. Diese Hand hat ver.di ausgeschlagen. Wir sehen das für völlig überzogen, hier jetzt diesen Konflikt abermals auf dem Rücken der Fahrgäste, der Schülerinnen und Schüler auszutragen.“ Sollte die […]

  • Debatte über insolventen Flughafen Hahn

    Debatte über insolventen Flughafen Hahn

    Das Land Rheinland-Pfalz hat zwar seine Anteile am Airport vor vier Jahren endgültig verkaufen können, dennoch steckt das Land bis heute jährlich Millionen in den Flughafen, um ihn am Leben zu halten. Doch mit der nun angemeldeten Insolvenz stellt sich wieder einmal die Frage: wie soll es weiter gehen am Hahn? Über die Perspektiven wurde heute im rheinland-pfälzischen Landtag debattiert. Der Flughafen Hahn und das Land Rheinland-Pfalz – es ist eine komplizierte Beziehung, die beide zueinander haben. Schon oft hat der Flughafen den Landtag beschäftigt, so auch heute wieder. Die Freien Wähler wollen aus ihm den ersten klimaneutralen Frachtflughafen der Welt machen. Mit Windkraft aus dem Hunsrück soll vor Ort Wasserstoff und dann synthetischer Kraftstoff produziert werden, der das Klima nicht belasten soll. Joachim Streit, Freie Wähler, Fraktionsvorsitzender Landtag Rheinland-Pfalz „Der Hahn ist das Herz des Hunsrücks und dieses Herz muss weiter schlagen.“ Dieser Vorschlag wird von fast allen Fraktionen unterstützt. Lediglich die AfD kann dieser Perspektive nichts abgewinnen. Jan Bollinger, AfD, Abgeordneter Landtag Rheinland-Pfalz „Der Hahn soll laut den Freien Wählern der erste klimaneutrale Frachtflughafen der Welt werden. Hierzu sollen Wasserstoff-Projekte am Flughafen angesiedelt werden. Kern soll die synthetische Herstellung Kerosins durch Wassersoff sein, mit dem dann Flugzeuge betankt werden können. Meine Damen und Herren, mit diesem Konzept wird es mindestens die nächsten zwanzig Jahre keine nennenswerte Zahl am Hahn geben.“ Große Teile der Debatte beschäftigen sich jedoch auch diesmal nicht mit der Zukunft, sondern mit der Vergangenheit. Die Opposition wirft der Landesregierung vor, beim Verkauf des Flughafens versagt zu haben. Helmut Martin, CDU, Abgeordneter Landtag Rheinland-Pfalz „Wer einen lahmen Gaul reitet, der verbessert doch die Perspektive auf den Rennsieg nicht dadurch, dass er es immer weiter mit dem armen Tier versucht. Oder meine Damen und meine Herren, mit anderen Worten: Eine Landesregierung, die bei großen Infrastrukturprojekten immer wieder […]

  • Weitere Nachrichten im Überblick

    Weitere Nachrichten im Überblick

    Weitere Nachrichten aus Rheinland-Pfalz und Hessen im Überblick. Beratungen zur Zukunft von Opel Der Chef des Rüsselsheimer Autobauers Opel, Uwe Hochgeschurtz, will sich am 19. November mit den Wirtschaftsministern aus Hessen, Rheinland-Pfalz und Thüringen treffen. Die Zusammenkunft soll das Gespräch der Ministerpräsidenten der drei Länder mit dem Chef der Opel-Mutter Stellantis, Carlos Tavares, vorbereiten. Die Regierungschefs machen sich Sorgen um die Zukunft der Opel-Standorte in Rüsselsheim, Kaiserslautern und Eisenach. Stellantis plant, die Produktionswerke aus dem deutschen Opel-Verband auszugliedern. Fraport mit Monatsrekord Die steigenden Passagierzahlen haben dem Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport im Oktober den stärksten Monat seit Beginn der Corona-Pandemie beschert. Fast 3,4 Millionen Passagiere nutzten Deutschlands größten Flughafen. Das waren fast 30.000 mehr als in der Hauptsaison im August. Allerdings ist das Passagieraufkommen noch immer deutlich geringer als vor der Corona-Krise. Mehr Schutz für Nichtraucher Mit einem landesweiten Rauchverbot auf Kinderspielplätzen will das Land Hessen die Bürger stärker vor den Gefahren des Passivrauchens schützen. Außerdem sollen künftig auch E-Zigaretten vom Nichtraucherschutzgesetz erfasst werden. Das hat der hessische Landtag gestern Abend entschieden. Der Dampf von E-Zigaretten enthalte Giftstoffe, die unter anderem für Asthmatiker und Kinder gefährlich seien.

  • Mehr Passagiere am Frankfurter Flughafen

    Mehr Passagiere am Frankfurter Flughafen

    Die Fraport AG, Betreiberin von Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt, befindet sich wieder im Aufwind. Dank der Urlaubslust der Deutschen gehen die Zahlen in die richtige Richtung. Und neue alte Destinationen kehren auf die Anzeigetafeln zurück. Endlich wieder in die USA reisen. Seit gestern dürfen geimpfte EU-Bürger wieder in die Vereinigten Staaten, erstmals nach knapp 20 Monaten Einreisestopp. Der Andrang ist groß, die erste Maschine am Frankfurter Flughafen nahezu ausgebucht. Die Vorfreude vor dem Abflug ist groß. Melanie Märklin, reist nach New York „Ich werde nach New York fliegen und meine beste Freundin besuchen. Die habe ich im Januar 2020 hingebracht und jetzt lange nicht gesehen, lange nicht besuchen können. Und freue mich, dass ich sie wiedersehen kann.“ Rainer Stresow, fliegt nach Miami „Wir sind natürlich aufgeregt und sind natürlich gespannt, wie das alles abläuft. Auch vom Flug her.“ Die neuen Reisemöglichkeiten dürften noch mehr Passagiere am Frankfurter Flughafen abheben lassen. Nachdem die Zahlen nach einem Rekordjahr während der Corona-Krise nahezu ins Bodenlose stürzten, rechnet Flughafen-Betreiber Fraport für dieses Jahr immerhin mit bis zu 25 Millionen Fluggästen. Knapp 16 Millionen waren es bereits zwischen Januar und September. Vorstandschef Stefan Schulte sieht für sein Unternehmen zumindest etwas Licht am Horizont. Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender Fraport AG „Wir sind noch voll in der Krise, aber das Glas ist halbvoll. Es geht uns besser. Wir haben gesehen, dass im Sommer und jetzt auch in den Herbstferien die Verkehre deutlich wiedergekommen sind. Die Menschen wollen fliegen.“ Neben den Passagierzahlen hat vor allem der Frachtverkehr zugelegt: Inzwischen werden am Frankfurter Flughafen sogar mehr Güter umgeschlagen als vor der Coronakrise, das füllt den Geldbeutel. Vom hohen Umsatz vor Pandemiebeginn ist die Fraport zwar weit entfernt, sie geht für dieses Jahr aber von über 2 Milliarden Euro aus. Doch der Stellenabbau ist beendet. Nachdem dieses Jahr zunächst 4.000 […]

  • Vor dem großen Knall an der Salzbachtalbrücke

    Vor dem großen Knall an der Salzbachtalbrücke

    Mitte Juni erleben viele Autofahrer auf der A66 bei Wiesbaden einen Schock. Auf der Salzbachtalbrücke ist die Fahrbahn einen halben Meter abgesackt. Es besteht Lebensgefahr für die Menschen auf und unter der Brücke. Die Folge: Eine Vollsperrung der Autobahn und viele lange Staus. Schnell wird klar: Die marode Brücke muss gesprengt werden. Nach monatelanger Vorbereitung wird es morgen ernst. Es ist ein Anblick, der bald Geschichte sein wird. Morgen Mittag um 12 Uhr wird die Wiesbadener Salzbachtalbrücke nach fast 60 Jahren gesprengt. Ein Grund dafür soll ein defektes Lager zur Lastenübertragung sein. Einzelheiten dazu sind aber bis heute nicht bekannt. 220 Kilo Sprengstoff sollen dafür sorgen, dass zunächst am südlichen Teil der Brücke die Pfeiler einknicken und die Brücke senkrecht in sich zusammensackt. Drei Sekunden später sollen dann die Sprengladungen am nördlichen Teil der Brücke zünden. Direkt neben der Brücke liegt das Hauptklärwerk von Wiesbaden. Hier ist man schon auf den großen Tag vorbereitet. Frank Fischer, ELW – Klärwerk Wiesbaden „Wir werden für eine kurze Zeit einfach Pumpen und Klappen, also wo sensible Teile dran sind, abschalten. Das behindert aber nicht die Abwasserreinigung. Dient einfach nur dazu, wenn die Dinge in Ruhe sind, dann ist bei einer Erschütterung weniger die Gefahr, dass irgendwie irgendetwas kaputt geht, als wenn es in Bewegung ist.“ Sprengschutzwände schirmen die Klärbecken vor herumfliegenden Teilen ab. Um die Infrastruktur zu schützen, sollen die Brückenteile auf Sandhügel fallen. Doch das Vertrauen in den Sprengmeister ist groß. Zur Not können Taucher Brückenteile aus den Klärbecken holen. Am Sprengtag werden aber erst mal keine Menschen in der Nähe der Salzbachtalbrücke sein. Auch 140 Anwohner müssen am Morgen ihre Häuser verlassen. Henriette Becker „Ja, wir haben ein bisschen Bammel. Keine Ahnung was uns da so erwartet. Also wir wohnen hier sehr gerne und finden es alles sehr schön hier, aber […]

  • Feine Nase im Dienst der Bahn

    Feine Nase im Dienst der Bahn

    Feldhamster, Juchtenkäfer, Ziesel – es gibt so einige Tierarten, die schon große Bauprojekte verhindert oder zumindest verzögert haben. Denn: Wer in Deutschland bauen will, muss zuerst klären, ob sich nicht vor Ort eine schützenswerte Tierart niedergelassen hat. Daher hat sich die Deutsche Bahn jetzt für neue Bauprojekte Unterstützung ins Frankfurter Team geholt. Ein tierischer Helfer, der schon mal Fährte aufnimmt. Hündin Fenna auf der Spur von Zauneidechse, Gelbbauchunke und Fledermaus. Oder besser gesagt: den Gerüchen, die sie hinterlassen. Die Labradordame ist einer von sechs neuen Artenspürhunden der Deutschen Bahn. Die Vierbeiner werden ausgebildet, bestimmte schützenswerte Tierarten aufzuspüren. Und zwar dort, wo gebaut werden soll. Jens Bergmann, Vorstand DB Netz AG „Die Hunde können uns zunächst mal sagen oder ganz klar feststellen, gibt es solch eine Art dort oder gibt es sie nicht. Wenn es sie nicht gibt, dann ist das schon mal ein erstes wichtiges Ergebnis. Wenn es sie gibt, können die Hunde die Artenkartierer ganz spezifisch dorthin führen, wo die Art lebt – also zu den Bauten beispielsweise – und damit kann man viel schneller die Ergebnisse erreichen, wetterunabhängiger und jahreszeitunabhängiger.“ Entdecken die Hunde eine schützenswerte Tierart, muss die Bahn diese vor dem Bau umsiedeln. Bislang haben Menschen die Baustellen nach Zauneidechse und Co. abgesucht. Das konnte schon mal ein ganzes Jahr dauern. Die Hunde brauchen nur eine einzige Schnüffeltour. Doch dafür braucht es Übung, zum Beispiel mit solchen sogenannten Geruchsmaschinen. Nur wenn Golden Retriever Whisper seine Nase lange genug in das richtige Loch hält, bekommt er sein Leckerli. Robert Schnell, Hundetrainer „Grundsätzlich ist es dem Hund natürlich egal, ob das eine geschützte Art ist oder nicht. Und die Hunde sind auch grundsätzlich nicht daran interessiert, Eidechsen zu finden. Wir geben im Training diesem Geruch von Eidechsen oder anderen Tieren eine Bedeutung, indem wir es konditionieren, indem wir an […]

  • Insolvenzverwalter informiert die Belegschaft am Pleite-Airport Hahn

    Insolvenzverwalter informiert die Belegschaft am Pleite-Airport Hahn

    Schon lange sah es am Flughafen Hahn im Hunsrück nicht mehr rosig aus – vor zwei Wochen dann die Insolvenz. Und jetzt? Die wichtigste aktuelle Botschaft: Zunächst geht der Betrieb bis zum Jahresende weiter. Während es also im herbstlichen Hunsrück für Urlauber weiter in die Sonne geht, erscheinen die Aussichten für die Beschäftigten am Hahn eher trübe. Während die Passagiere am Terminal 1 heute nach Italien oder Portugal aufbrechen, informiert Insolvenzverwalter Jan Markus Plathner im ersten Stock darüber, wo die Reise für den Pleite-Flughafen hingehen könnte. Das Wort, an dem sich hier wohl fast alle Hoffnungen aufhängen, heißt: „Investor“. Jan Markus Plathner, Insolvenzverwalter Frankfurt-Hahn GmbH „Ich bin aber auch durchaus ein bisschen optimistisch, weil ich habe ja gesagt, dass es durchaus schon Anfragen gab. Ich habe mit diesen Investoren noch nicht gesprochen, weil wir das schlichtweg in einem geordneten Investoren-Prozess machen werden und allen im Prinzip die gleiche Chancen geben. Aber es zeigt mir, dass es zumindest ein reges Interesse gibt, was einen Flughafen betrifft. Und das stimmt einen schon ein bisschen optimistisch.“ Um potentielle Interessenten ins Boot zu holen, muss Plathner sich erst einmal mit den Schulden des Flughafens auseinandersetzen, die nach der Pleite des letzten Investors HNA zur Insolvenz geführt hatten. Ein Teilerlass der Schulden könnte für eine Rettung nötig sein und auch um weitere Hilfen der Landesregierung, die 2017 ihre Anteile an HNA verkauft hatte, wird man sich wohl bemühen. Fakt ist, dass ein endgültiges Aus am Hahn auch den Wegfall der am Flughafen angesiedelten Arbeitsplätze bedeuten würde. Karl-Heinz Heinrich, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender Flughafen Hahn „Wir haben bis heute von unserer Geschäftsführung noch keinerlei Stellungnahme. Also, die Informationen, die wir am Anfang bekamen, waren rein von den Medien, bis wir uns dann selbst schlau gemacht haben. Wenn Sie in einer Großstadt 2.000 Arbeitsplätze verlieren, dann interessiert das keinen. […]

  • Interview mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter am Hahn

    Interview mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter am Hahn

    Wie geht’s weiter am Flughafen Hahn? Dazu kann der Insolvenzverwalter Jan Markus Plathner mehr sagen. Markus Appelmann, Moderator: Jan Markus Plathner ist mir nun zugeschaltet. Guten Tag! Dr. Jan Markus Plathner, Insolvenzverwalter Frankfurt-Hahn GmbH: Hallo, Herr Appelmann. Appelmann: Sie haben heute über die Lage am Flughafen Hahn informiert, auch mit Mitarbeitern gesprochen. Wie nehmen Sie die Stimmung wahr? Plathner: Na ja, es ist natürlich so, dass in einer solchen Situation die Stimmung nicht so gut ist. Aber es geht jetzt darum, tatsächlich den Mitarbeitern und allen Beteiligten das Gefühl zu geben, dass wir alles versuchen, um hier weiterzumachen. Das ist uns auch gelungen. Das heißt, der Flughafen ist im Betrieb, und das war jetzt die erste Hürde, die wir nehmen mussten. Und das haben wir gemeinsam mit den Mitarbeitern geschafft. Appelmann: Sie haben darüber informiert, dass die Gehälter bis Ende des Jahres garantiert seien. Das ist kein besonders langer Zeitraum. Stehen Sie da nicht unter einem extremen Druck, einen Investor zu finden? Plathner: Ja, das ist richtig. Das ist im Prinzip in Insolvenzverfahren, ganz häufig so, dass man einen gewissen Zeitraum Hilfe bei der Finanzierung der Gehälter bekommt. Der Zeitraum bezieht sich hier auf das Ende des Jahres und dann muss der Flughafen in der Lage sein, aus eigener Kraft die Gehälter zu bezahlen. Und das setzt voraus, dass man an diesem Zeitpunkt dann eben auch schon bei Investorengesprächen weiter ist oder eben eine Lösung in Aussicht hat. Appelmann: Jetzt ist es Ihre Aufgabe, die Braut aufzuhübschen, sprich: den Flughafen möglichen Investoren schmackhaft zu machen. Was spricht denn für den Flughafen? Hat das Geschäftsmodell Regionalflughafen, wie hier am Hahn, überhaupt eine Zukunft? Plathner: Also, in so einer Situation kann ein vorläufiger Insolvenzverwalter natürlich nicht zaubern und auch nichts aufhübschen. Aber man kann das, was man an positiven Dingen hat, natürlich […]

  • Witzenhausen: Autofahrer soll absichtlich in Schülergruppe gefahren sein

    Witzenhausen: Autofahrer soll absichtlich in Schülergruppe gefahren sein

    Am Freitag mussten wir hier über einen schweren Unfall in Witzenhausen in Nordhessen berichten. Ein Mann war mit seinem Auto in eine Gruppe von Schulkindern gefahren. Ein Mädchen kam dabei uns Leben. Doch der Unfall war möglicherweise Mord. Der Fahrer des Kleinwagens, der am Freitag vor einer Kita in Witzenhausen-Gertenbach in eine Gruppe von Schülern fuhr, hat möglicherweise sein Auto mit Absicht in Richtung der Kinder gelenkt. Ein achtjähriges Mädchen starb, zwei weitere Mädchen wurden schwer verletzt. Der Fahrer hatte ursprünglich ausgesagt, ihm sei schwarz vor Augen geworden, was auf einen medizinischen Notfall hindeutet. Heute teilt die Staatsanwaltschaft Kassel mit, dass sich ein Zeuge des Geschehens gemeldet habe. Andreas Thöne, Staatsanwaltschaft Kassel: „Diese Beobachtungen und auch die Einschätzung eines Sachverständigen lassen den Schluss zu, dass es eine aktive Lenkbewegung war in Richtung der Mädchen, so dass die Staatsanwaltschaft Kassel jetzt die Ermittlungen wegen Mordes, versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung führt.“ Die Ursache für die Tat könnte nach ersten Erkenntnissen eine schwere psychische Erkrankung sein. Der Mann wurde inzwischen in einer geschlossenen psychiatrischen Einrichtung untergebracht.

  • Unfall in Witzenhausen: Drei Schulkinder werden schwer verletzt

    Unfall in Witzenhausen: Drei Schulkinder werden schwer verletzt

    Dramatische Szenen haben sich heute Morgen in Nordhessen abgespielt. Im Witzenhausen im Werra-Meißner-Kreis ist ein Autofahrer in eine Gruppe von Grundschülern gefahren. Drei Kinder sind bei dem Unfall schwer verletzt worden. Um kurz nach 8.00 Uhr heute Morgen fährt ein Mann mit seinem Kleinwagen vor einer Kita in Witzenhausen-Gertenbach in eine Gruppe von fünf Grundschülern. Die Kinder waren auf dem Weg zur Schule. Drei Mädchen im Alter von sieben bis acht Jahren werden mit schweren, zum Teil lebensbedrohlichen Verletzungen in umliegende Krankenhäuser gebracht. Eines der Mädchen konnte nicht mehr gerettet werden. Alexander Först, stellv. Sprecher Polizeidirektion Werra-Meißner „Wie sich herausstellte ist ein Kleinwagen von der Ortsmitte in Gertenbach zum Ortsausgang gefahren und muss dann unmittelbar vor der Bahnunterführung von seiner Fahrspur abgekommen sein, nach rechts abgekommen sein von der Fahrspur.“ Die Schüler werden auf dem Gehweg von dem Fahrzeug erfasst. Ein Kind wird offenbar auf eine Mauer geschleudert. Zum genauen Gesundheitszustand der beiden überlebenden Mädchen gibt es noch keine Angaben. Auch der 30-jährige Fahrer wird mit schweren Verletzungen in eine Klinik gebracht. In einer ersten Befragung gibt er an, dass ihm schwarz vor Augen geworden sei. Eine Blutprobe soll klären, ob er Alkohol getrunken hat. Den genauen Unfallhergang muss jetzt ein Sachverständiger klären. Die Ermittler suchen Unfallzeugen. Sie sollen sich unter der Nummer 05542/93040 an die Polizei in Witzenhausen wenden.

  • Opel in der Krise

    Opel in der Krise

    Die schlechten Nachrichten über den Rüsselsheimer Autobauer überschlagen sich. Dabei sollte doch 2017 mit der Übernahme durch den PSA-Konzern alles besser werden. Als PSA-Chef Carlos Tavares den Autohersteller Opel vor vier Jahren übernimmt, hat er einen klaren Fahrplan: nach jahrzehntelangen Verlusten will er Opel wieder zurück in die Erfolgsspur lenken. Und sein Plan scheint aufzugehen: ein Jahr nach der Übernahme durch den PSA-Konzern schreibt der Autobauer tatsächlich wieder schwarze Zahlen. Doch unter den Jubel mischen bald auch Sorgen um das Profil des Unternehmens. 2019 verkauft der PSA-Konzern Teile des Opel-Entwicklungszentrums – es gilt als Herzstück des deutschen Autoherstellers. Der harte Sparkurs macht sich auch bei den Arbeitsplätzen bemerkbar: die Traditionsmarke baut massiv Stellen ab – gegen heftigen Widerstand des Betriebsrates. Im Jahr 2017, dem Jahr der Übernahme durch PSA, gibt es noch 19.000 Opelaner. Innerhalb von drei Jahren sinkt die Zahl der Beschäftigten auf 12.000 Mitarbeiter. Und der Trend setzt sich fort. Das ändert sich auch nicht, als sich PSA und Fiat Chrysler Anfang dieses Jahres zum Stellantis-Konzern zusammenschließen. Am Standort Kaiserslautern soll zwar bis Ende 2025 ein Batteriezellenwerk mit 2.000 Arbeitsplätzen entstehen. Doch für die Beschäftigten der anderen Standorte beginnt eine lange Reihe von Hiobsbotschaften. Anfang Oktober wird im Mutterkonzern darüber nachgedacht, die beiden Produktionswerke Rüsselsheim und Eisenach von der Firma Opel abzuspalten. Davon verspricht sich Stellantis finanzielle Vorteile, da so flexibler entschieden werden könne, wo welches Modell gebaut wird. Eine Woche später ist davon die Rede, die Arbeitsplätze von Opel-Entwicklern von Rüsselsheim nach Marokko zu verlagern. Wegen des weltweiten Chipmangels werden die Produktionen in Eisenach und Kaiserslautern zurückgefahren. Seit gestern steht nun fest: in Rüsselsheim werden 260 weitere Opel-Beschäftigte ihren Job verlieren. Die Abteilung für Werkzeugbau wird am Jahresende geschlossen. Betriebsrat und Gewerkschaften klagen, dass sie in die Umbaupläne zu wenig einbezogen würden. Und auch die Ministerpräsidenten von […]