Kultur

  • Weltrekord im Lok-Ziehen

    Weltrekord im Lok-Ziehen

    Zeit für einen außergewöhnlichen Weltrekordversuch. Seit vielen Jahren gehört das traditionell zum Speyerer Brezelfest. Nach einem Tanzweltrekord wurde es an diesem Wochenende im wahrsten Sinne des Wortes gewichtiger. Auf dem Gelände des Speyerer Technik Museums hieß es: „Anpacken!“ Im Mittelpunkt: eine ganz besondere Zahl. Eine Lok mit 111 Tonnen Gewicht. 111 Menschen. Und genau 111 Meter bis zum Weltrekord. Insgesamt haben sich 19 Teams für den Kraftakt angemeldet. Mit dabei sind Sport- und Freizeitvereine, Unternehmen und Freundesgruppen. Die Motivation ist groß. „Auf geht’s AC, MAINZAAA MAINZAAA, Brezel HU Brezel HU, Altportelhupser immer voll dabei!“ Seit 116 Jahren richtet der Verkehrsverein Speyer das Brezelfest aus. Mit der Aktion startet er bereits den vierten Anlauf auf einen Weltrekord. Uwe Wöhlert, Vorsitzender Verkehrsverein Speyer „Zum einen glaube ich geht’s nicht um schiere Kraft, sondern es geht zunächst mal um einen gleichförmigen Rhythmus zu finden, Technik ist ganz wichtig, wir haben jemand, der sich professionell mit dem Tauziehen beschäftigt hat, der auch die Kommandos gibt von „Hebt an“ und dann das ‚Ziehen‘ und das muss gut und gleichförmig funktionieren, dass nicht nur Physik, sondern auch dieser Gemeinschaftsgeist ein tolles Ergebnis erreichen kann.“ Doch wie bereitet man sich auf so einen Kraftakt vor? „Wir haben die S-Bahn gezogen, von Limburger Hof bis Mannheim.“ „Ganz viel Strategie, Kopf, Visualisierung, das muss reichen für heute.“ „Hartes Training, Weinschorle, und gestern auf dem Brezelfest natürlich.“ Damit bei der Aktion nichts schiefgeht, wurde die Sicherheit monatelang vorbereitet. Statik, Seile und Befestigungen – alles ist genau geplant und geprüft. Einmal kurz aufwärmen und dehnen, dann gibt’s das Startkommando. Der Zug rollt los, überraschenderweise ganz ohne große Mühe – die Weinschorle scheint also geholfen zu haben. Mit vereinten Kräften ziehen die Mannschaften die Lok vor den Zuschauern über die Gleise. Und dann geht alles ganz schnell. Nach nicht einmal zwei Minuten […]

  • Steillagenweinbau an der Mosel: Immer mehr Winzer geben auf

    Steillagenweinbau an der Mosel: Immer mehr Winzer geben auf

    Die Mosel ist berühmt für ihre Weinberge. Was jährlich Millionen von Touristen in die Region lockt, sichert die Existenz einer ganzen Branche. Doch immer mehr Flächen drohen verloren zu gehen, zu mühsam ist die Bewirtschaftung der steilen Hänge für die Winzer. Vor Ort war heute die rheinland-pfälzische Weinbauministerin Christine Schneider – zu Gesprächen darüber, wie dem Strukturwandel begegnet werden kann. Die Mosel und der Wein, das gehört zusammen. Seit Generationen ist die Kulturlandschaft geprägt von den Steillagen. Doch immer mehr Anbauflächen werden aufgegeben und drohen zu verwildern. Rund 1000 Hektar sind in Gefahr, schätzt Walter Clüsserath, der Präsident des Weinbauverbands Mosel. Die Gründe: Walter Clüsserath, Präsident Weinbauverband Mosel „Einmal der Mindestlohn, dass das immer teurer wurde, die Bewirtschaftung. Dann haben wir im Moment, zumindest was im Fasswein- respektive im Traubenverkauf ist, zum Teil unterirdische Preise. … Auch viele Winzer in ein dementsprechendes Alter hinein kamen, wo sie‘s selbst nicht mehr machen können. Und wie gesagt, wenn Sie dann auf einmal die Hilfe brauchen ganzjährig über, für die verschiedensten Arbeiten, nicht mehr nur zur Traubenlese, geht es aufgrund der Situation, lässt es sich einfach nicht mehr rechnen.“ Dazu sinken die Absatzzahlen seit Jahren, weil der Weinkonsum zurückgeht. Die Herausforderungen sind groß, weiß auch die rheinland-pfälzische Weinbauministerin Christine Schneider. Sie will die Moselwinzer mit verschiedenen Maßnahmen unterstützen. Christine Schneider (CDU),  Weinbauministerin RLP „Es ist zum einen die Rotationsprämie, dass wir sagen, diejenigen, die jetzt Flächen stilllegen wollen, haben die Möglichkeit, behalten aber ihre Pflanzrechte und können den Markt beobachten. Das Zweite ist das Rodungsprogramm von der europäischen Ebene, das wir auch umsetzen wollen. Das heißt, Flächen insgesamt aus der Nutzung rauszunehmen.“ Profitieren sollen Winzer etwa von Prämien für ökologische Ausgleichsflächen in Randlagen und von einer seit Ende vergangenen Jahres bestehenden Flächentauschbörse. Hier wünscht man sich mehr Beteiligung, um gute Kernlagen langfristig zu […]

  • Serie "Jenseits der Klassiker - Ungewöhnliche Museen": Ofenmuseum in Reichenbach

    Serie „Jenseits der Klassiker – Ungewöhnliche Museen“: Ofenmuseum in Reichenbach

    Das Städel in Frankfurt, das Technik Museum in Speyer oder die Landesmuseen – die kennen wir alle. Dabei gibt es bei uns in Hessen und Rheinland-Pfalz viel mehr: Museen, da würden Sie nie draufkommen, dass es so was gibt. Um Ihnen genau die vorzustellen, dafür ist unsere Sommerserie „Jenseits der Klassiker“ da. Heute nehmen wir Sie mit auf einen Ausflug nach Reichenbach bei Idar-Oberstein: Ins Ofenmuseum. Faszination Ofen. Hauptsache alt und ausgefallen. In 40 Jahren Sammlerleidenschaft hat Wolfgang Lengler mittlerweile um die 100 gusseiserne Öfen gesammelt. Rund die Hälfte davon stellen er und seine Frau Maria in ihrem Ofenmuseum in Reichenbach aus. Alles fing an mit einem Ofen in einem alten Bauernhaus, das ausgeräumt und abgerissen werden sollte. Wolfgang Lengler, Ofen-Sammler „Arbeitskollege hat mir davon erzählt, dann sind wir hin, gucken gegangen und da stand der ganz versteckt als wenn er zu mir sagen wollte nimm mich mit. So ungefähr. Und der ging mir nicht aus dem Kopf. Und nach langem hin und her konnte man ihn dann doch kaufen.“ Die Leidenschaft war entfacht. Ob schlicht, mit aufwendigen Verzierungen oder bemalt. Auch eine Warmwasserdusche aus dem Jugendstil gehört zur Sammlung. Wolfgang Lengler, Ofenmuseum Reichenbach „Wenn man seltene Öfen kaufen konnte und hatte so einen Kerl dann greifbar nah, man war in Besitz von dem, das gibt eigentlich dem Sammler das Glücksgefühl, so was dann zu besitzen, was man in Büchern manchmal sieht, in anderen Museen. Da ging die Jagd los.“ Hier im Hunsrück gab es früher mehrere Hüttenwerke zur Gewinnung von Metall aus Erz. Viele der Sammlerstücke stammen aus der Gegend. Das älteste Exemplar ist von 1700. Bis dahin waren noch offene Feuerstellen in der Küche üblich. Wolfgang Lenglers Lieblingsofen ist dieses Schmuckstück mit Preußischem Adler, Wappen und Porträts von Kaiser Wilhelm, Bismarck und Moltke. Wolfgang Lengler, Ofen-Sammler „Der erzählt […]

  • DFB: Nagelsmann zurückgetreten - kommt Klopp?

    DFB: Nagelsmann zurückgetreten – kommt Klopp?

    Die Meldung des Tages erreicht uns heute direkt aus der Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes in Frankfurt: Julian Nagelsmann ist nicht länger Bundestrainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft! Nachdem ihm gestern die DFB-Spitze nach einer langen Sitzung den Rücktritt nahegelegt hatte, war es dann heute soweit. Um den Posten des Bundestrainers neu zu besetzen, will der DFB nun mit Jürgen Klopp Gespräche führen und ihn aus seinem laufenden Vertrag als weltweiter Fußball-Chef von Red Bull herauskaufen. Jener Jürgen Klopp also, der hier in Mainz erst als Spieler von Mainz 05 die Knochen hinhielt und dann als Trainer Weltkarriere machte. Und – der hier bei uns in der Sportredaktion von 17:30 SAT.1 LIVE tatsächlich als Praktikant seine ersten Gehversuche im Fernsehen startete. Er und wir erinnern uns noch gerne. Unser Kloppo –  möglicher Bundestrainer. Wir haben heute die Mainzer gefragt, wie sich das für ihre Ohren anhört. Max Truppe: „Ja, es ist auf jeden Fall Bombe. So als Mainzer, gutes Gefühl.“ Iga Rakowski: „Vor allem bringt er glaube ich auch sehr viel Erfahrung mit sich. Und dann ist ist auf jeden Fall ein guter Kandidat dafür. Und als Mainzer ist es natürlich schon echt cool.“ Jürgen Wehming: „Es ist eine Bürde. Und Zutrauen? Ja, klar, trau ichs ihm zu.“ Mustafa Lala: „Er kennt ja einige dieser Spieler. Er hat sie ja auch sehr persönlich trainiert. Jürgen Klopp das ist der beste Trainer eigentlich für mich und kann die deutsche Nationalmannschaft nur nach vorne bringen.“ Johanna Mattu: „Also ich hab wirklich keine Ahnung. Aber das, was ich hab, finde ich, ist es doch egal, ob es ein Nagelsmann oder Klopp ist. Warum ist der jetzt wieder der Beste auf einmal? Der kann sowieso nichts mehr retten. Was will der retten? Das ist vorbei. Fertig! Müssen wir uns mit abfinden!“ Anna Weyer: „Mainz kennt er, Mainz liebt er. Mainz hat er gut vorangebracht.“ – „Und meinen Sie, dann gibt […]

  • Nibelungenfestspiele mit innovativer Bühnenkulisse

    Nibelungenfestspiele mit innovativer Bühnenkulisse

    Am 17. Juli ist Premiere von „Die Hunnenkönigin“. Die diesjährige Inszenierung der Nibelungenfestspiele soll eine Mischung aus Theater, Musical und Puppentheater werden. Seit vergangener Woche probt das Ensemble draußen vor dem Wormser Dom, wir durften jetzt schon einen Blick auf das Bühnenbild werfen. Wer vor einem Dom steht, in dem Könige gekrönt wurden, fühlt sich vielleicht selbst wie ein König. Sean Turner stammt auf jeden Fall aus einem Königreich. Der Brite ist berühmt für seine Freiluftsettings. Er ist in diesem Jahr für das Bühnenbild der Wormser Nibelungeninszenierung zuständig. Sean Turner, Bühnenbildner „Das Design steht seit November letzten Jahres. Aber es ist gleichzeitig auch ein neues Stück und das entwickelt sich während der Proben weiter. Ich habe eine Plattform geschaffen, auf der das Team weiterhin Ideen einbringen kann, ohne sich einschränken zu müssen. Sie musste offen genug sein, damit sie ihre Ideen in den Proben weiterentwickeln konnten.“ Die Inszenierungen sind jedes Jahr anders. Oft sind besonders die Lichteffekte spektakulär. Diesmal sitzen die Zuschauer nicht nur vor der Bühne. Nach 24 Jahren Nibelungenfestspielen gibt es etwas Neues. Sebastian Bolz, Technischer Leiter Bühne „Dass man sich Plätze auf der Bühne kaufen kann, irgendwie mitten in der Szenerie steckt. Dabei sogar einen Blick auf die große Tribüne werfen kann und gucken kann, wie es den 1400, die davor sitzen, eigentlich gefällt.“ Seit gut einer Woche probt das Ensemble draußen. Schatten gibt es kaum auf der Freilichtbühne. Normalerweise wird tagsüber geprobt. Doch weil es so heiß war, ist alles in den Abend verlegt worden. Petra Simon, Geschäftsführerin Nibelungenfestspiele Worms „Wir haben natürlich entsprechend unsere Kühlpacks. Das Kostüm bringt immer die Kühlpacks mit. Wir haben dann auch einen Wasserschlauch, um mal schnell den Kopf herunterzuhalten. Wir arbeiten dann mit anderen Probekostümen, die sehr viel leichter sind. Und so geht das dann. Wir kennen das schon ein wenig.“ […]

  • Neue Jungfalken an der Greifenwarte Edersee

    Neue Jungfalken an der Greifenwarte Edersee

    Im Wildpark am Edersee wird Freiflug und Beutefang geübt. Denn die Greifenwarte hat Nachwuchs: Zwei junge Luggerfalken sind hier frisch angekommen. Shadow und Light – sie sind die neuen Stars der Greifvogelstation am Edersee. Oder sollen es zumindest noch werden. Gerade einmal 14 Wochen sind sie alt und schon ausgewachsen. In freier Wildbahn müssten sie längst selbst jagen, hier in der Greifvogelstation ist das anders. Jana Zulauf – Falknerin „Wir ziehen die per Hand groß. Das bedeutet die kriegen das Futter über die Pinzette jedes Mal in direktem Kontakt von uns Falknern.“ Und dieser direkte Kontakt ist wichtig: So bauen die Wildvögel Vertrauen auf, denn für sie ist das Falkner Ehepaar Jana und André Elternersatz. Und wie es sich für Kleinkinder gehört, machen Shadow und Light ordentlich Lärm. Jana Zulauf – Falknerin „Das ist der Kontaktlaut. Das kann man übersetzen, wie bei einem Kleinkind, was sagt: Mama, Papa, Mama, Papa. Per Hand großgezogen. Das lässt aber nach, je älter die werden.“ Mama und Papa sind aber nicht nur für die Fütterung zuständig. Sie wollen Shadow und Light auch trainieren, damit die zwei Falken am Flugprogramm des Wildparks teilnehmen können. Doch bevor trainiert wird, muss Jana die Jungfalken wiegen. So kontrolliert sie, ob die Vögel gesund sind. 740 Gramm – das passt. Jetzt dürfen Shadow und Light in den Freiflug starten. Jana Zulauf – Falknerin „Top. Fantastischer Start.“ Dann schnell hinterher: Bis zu 120 km/h schnell können Luggerfalken fliegen. Jana trainiert unterschiedliche Kommandos: Futter im freien Flug fangen, möglichst lange fliegen und landen auf dem Handschuh. Futter dient dabei als Anreiz und Belohnung. Die Falknerin ist zufrieden. Jana Zulauf – Falknerin „Weil die Vögel sich trotz der Wärme sehr viel bewegt haben. Beide, obwohl sie Jungvögel sind, sehr gut in der Luft gefangen haben, das ist ja etwas, was sie noch […]

  • 17:30@night mit Natasha Bedingfield

    17:30@night mit Natasha Bedingfield

    Den großen Karrieresprung im Musikbusiness hat Natasha Bedingfield schon vor über 20 Jahren gemacht. Aktuell ist die Britin auf zahlreichen Festivals in Deutschland unterwegs – vor der Show in Mainz hat Nina Seeh die Ausnahmekünstlerin zum Interview getroffen. Die Hitze spielt heute keine Rolle. Mehr als 4.000 Menschen sind nach Mainz gekommen – für Natasha Bedingfield. Dabei hätte ihre Karriere auch einen ganz anderen Weg nehmen können. Bevor sie als Musikerin international durchstartete, studierte sie Psychologie. Nina Seeh, Reporterin: „Wie sehr hat dieser Background deine Art, Musik zu schreiben beeinflusst?“ Natasha Bedingfield, Sängerin: “Ich denke, es zeigt eher, woran ich interessiert bin, als wirklich wie ich schreibe. Ich weiß, ich rede in meiner Musik davon, positiv zu sein, aber ich bin ziemlich pessimistisch. Ich stelle einfach immer Fragen. Warum machen wir die Dinge auf diese Weise? Die Antwort gibst du im Song eigentlich nicht, du musst nur die Frage stellen.” Genau das liebt sie: Dass jeder ihre Musik ganz unterschiedlich für sich interpretiert. Natasha Bedigfield, Popstar: „Manchmal sagt jemand im Krankenhaus zu mir, ‚Pocketful of sunshine‘ hilft mir einfach, so viel durchzumachen, oder sogar ein Familienmitglied stirbt, ich habe viele Leute sagen hören, dass es sie plötzlich daran denken lässt, ‚bring mich weg an einen besseren Ort‘, weg vom Leiden und Schmerz. Deshalb liebe ich, wie es für verschiedene Leute anders wirken kann, denn manche Leute sagen, dass ‚Pocketful of sunshine‘, sie denken, es geht um Heroin. Eine Tasche voller Sonnenschein..“ Natasha Bedingfield steht seit Jahrzehnten auf der Bühne. Sie hat den Wandel der Musikbranche von CDs über MP3-Player und Downloads bis hin zu Streaming und Social Media miterlebt. Durch TikTok erlebt ihr über 20 Jahre alter Hit „Unwritten“ gerade ein neues Comeback – und begeistert eine jüngere Generation. Doch auch für sie selbst bekommt der Song immer wieder eine […]

  • "Parzival" eröffnet die Bad Hersfelder Festspiele

    „Parzival“ eröffnet die Bad Hersfelder Festspiele

    Auf der Höhe der Zeit sind auch die Bad Hersfelder Festspiele, die in diesem Jahr ihr 75. Jubiläum feiern. Und so wird die mittelalterliche Stiftsruine auch in diesem Jahr wieder zur Theaterbühne unter freiem Himmel. Los geht die diesjährige Saison mit der Premiere von „Parsival oder Die Suche nach dem Heiligen Gral“. Mit der Hauptfiguer Parzival, die sich in einer Welt voller Ritter und Königen erst einmal beweisen muss. „Ich bin nicht dumm. Ich bin Parzival. Und ihr? Wer seid ihr?“ – „Wir sind Ritter.“ – „Ritter?“ – „Weißt Du nicht was Ritter sind?“ – „Nein, das weiß ich nicht. Aber ich will auch ein Ritter sein. Ich will so aussehen wie ihr.“ Parzival wächst bei seiner Mutter im Wald auf, abgeschieden von der großen weiten Welt. Thieß Brammer, Schauspieler „Und der will dann auch raus, will ins Leben. Aber ist halt sehr geprägt von so Statussymbolen, von äußeren Sachen. Einer schönen Rüstung, Ritter sein. Der hat das noch nicht so im Abgleich, dass es vielleicht auch auf innere Werte ankommt.“ Kurz nach seinem Aufbruch muss Parzival schnell lernen: Eine Rüstung allein macht noch keinen Ritter. Und die Ritter der Tafelrunde lassen sich so leicht nicht beeindrucken. Das Werk „Parzival“ von Wolfram von Eschenbach, Anfang des 13. Jahrhunderts entstanden, ein Klassiker der Weltliteratur. Und von Regisseur Michael Schachermaier für die Bad Hersfelder Festspiele in einer neuen Version auf die Bühne gebracht. Michael Schachermaier, Regisseur „Die Geschichte ist zwar über 800 Jahre alt, aber gleichzeitig einfach ein unglaublich heutiger, zeitgenössischer Stoff. Dieser Parzival ist eine wahnsinnige Identifikationsfigur für dieses Publikum hier geworden. Und wir alle können uns in Parzival wiederfinden und wiedererkennen. In seinen Höhen und Tiefen. Genauso wie in seinen Ängsten und Nöten, aber ich glaube auch in seiner Freude. Und am Ende des Tages ist es eine Geschichte über […]

  • 35 Jahre Technik Museum Speyer

    35 Jahre Technik Museum Speyer

    Es ist die Attraktion in Speyer. Eine riesige Ausstellung mit Fahrzeugen und Flugzeugen aus verschiedensten Epochen, die Jahr für Jahr tausende Besucher in die Stadt am Rhein zieht. Schon von weitem erkennt man das Technik Museum Speyer an der Boeing 747 die in 25 Metern Höhe ausgestellt ist. Doch der Jumbo ist nur eines der Highlights in der Ausstellung. In 35 Jahren ist einiges zusammengekommen. Auf dem ehemaligen Gelände einer Flugzeugwerft eröffnet das Technik Museum Speyer 1991 seine Pforten. Seitdem dreht sich alles um Autos, Loks und Flugzeuge. Gregor Flörchinger, Technik Museum Speyer „Das kann man heute gar nicht mehr so greifen, weil da ist noch echte Technik verbaut. Da sieht man noch den einen oder anderen Ölspritzer links und rechts, man sieht noch wie das ganze früher verschraubt wa,r wie die Verschraubungen war, wie massiv das Ganze war, aus wie vielen massiven Blechen was gebaut wurde, wie der Stahl noch eine wichtige Bedeutung hatte. Und das sind wir und das zeigen wir auch und das ist auch ein Teil Technikgeschichte.“ Im Laufe der Jahre vergrößert sich das Museum immer weiter. Mit spektakulären Transporten erregt es immer wieder Aufsehen. So wie im Jahr 1999, als das riesige Frachtflugzeug Antonov 22 auf dem Speyerer Flugplatz landet, aber eben auch vier Jahre später mit dem Transport der Boeing. 2008 folgt dann ein weiterer Meilenstein. Die sowjetisch-russische Raumfähre Buran zieht in das Museum ein. Für Standortleiter Gregor Flörchinger ist aber ein ganz anderes Exponat ein heimlicher Liebling. Das Etagenkarussell aus dem Jahr 1890. Gregor Flörchinger, Technik Museum Speyer „Das Karussell hat einen ganz tollen, regionalen Hintergrund aus der Historie heraus. Es war auf sehr vielen Jahrmärkten, Weinfesten und sonstigen Festen, die es hier bei uns in der Pfalz so gibt, immer im Einsatz und ich stelle immer wieder fest wenn ich vor diesem […]

  • Künstliche Intelligenz in der Schirn

    Künstliche Intelligenz in der Schirn

    Künstliche Intelligenz kann einen Künstler wie Rembrandt nachahmen und ist damit eine Gefahr – sie kann aber auch einen Mehrwert haben, in dem sie selbst Künstler ist. Und um letzteres kümmert sich die Schirn Kunsthalle in Frankfurt aktuell. Es geht also um die Kunst der Künstlichen Intelligenz. „Mechanical Kurds“ heißt die Installation von Hito Steyerl. Übersetzt: mechanische Kurden. Es geht um kurdische Minijobber, die Künstliche Intelligenz mit Informationen füttern, die zum Training unbemannter Drohnen beitragen. Drohnen, die möglicherweise gegen dieselbe kurdische Bevölkerung eingesetzt werden könnten. In diesem Diagramm geht es um Innovationen, technische Entwicklungen aus 500 Jahrhunderten, die am Ende zum aktuellen Stand der künstlichen Intelligenz führen. Antonio Somaini, Kurator von „The World Through AI“ „In der Ausstellung sind Werke von 30 internationalen Künstlern zu sehen. Die Arbeiten können uns dabei helfen, zu verstehen, was es bedeutet, eine Welt zu erleben, die von Künstlicher Intelligenz geprägt ist. Zu leben, zu handeln, zu denken, in einer Welt, die immer mehr durch unterschiedliche KI-Modelle beeinflusst wird.“ Hier geht es um reale Fotos unterschiedlicher Menschen, die durch KI ein neues Aussehen bekommen. Diese an Mondgestein erinnernde Kunst, ist ganz realer Abfall. Geschmolzene Überreste von aussortierten Computern. Die Historikerin Ania Szczepanska hat einen Film über den heutigen Standort der Frankfurter Schirn gedreht. Eine ehemalige weltbekannte Druckerei. Gegründet von der jüdischen Familie Dondorf. Sie wird im Nationalsozialismus enteignet, verfolgt, deportiert und ermordet. Für ihre Recherche hat die Historikerin auch KI genutzt und ist dadurch auf Fake News, aber auch reale Fakten gestoßen. Ania Szczepanska, Historikerin „Es ist meine Arbeit als Historikerin, die Unterschiede aufzuzeigen. Die Menschen darauf aufmerksam zu machen, bei der Bewertung von vermeintlich historischen Bildern vorsichtig zu sein, ganz genau darüber nachzudenken, was sie sehen.“ In der Ausstellung geht es auch darum, wie viel menschlichen Input KI braucht, um zu funktionieren. – Hier kann […]

  • Mikrofotograf zeigt die Schönheit der kleinsten Objekte

    Mikrofotograf zeigt die Schönheit der kleinsten Objekte

    Wie wunderschön unsere Natur ist, das können wir alle jeden Tag sehen. Doch wie viel wir davon gar nicht wahrnehmen – weil es für unser Auge zu klein ist – das ist uns oft gar nicht bewusst. Und genau das sichtbar zu machen, ist die Leidenschaft von Frank Fox. Wir sind mit dem Mikrofotografen aus Konz im wahrsten Sinne des Wortes ins Detail gegangen. Frank Fox, Mikrofotograf „Das sind kleine Aliens. Wie praktisch Lebewesen aus einer anderen Welt.“ Die Schönheit von Kleinstlebewesen hat Frank Fox‘ Herz erobert. Besonders Kugelalgen, sogenannte Volvox, haben es ihm angetan. Zehntausende Einzelzellen, die kugelförmige Kolonien bilden. Frank Fox, Mikrofotograf „Toll finde ich einfach, dass die miteinander kommunizieren und sich die Alge, diese Kolonie, in eine Richtung bewegt. Und dann natürlich auch die Farben und die gleichmäßige Form“ Objekte für seine Mikrofotografie findet Frank Fox überall. Zum Beispiel im Gartenteich. Die schönsten Mikroben pipettiert er heraus, sie dürfen unter die Linse. Frank Fox, Mikrofotograf „Ich tauche in eine unbekannte Welt ein, das heißt, ich weiß vorher nicht, was mich erwartet. Es kann sein, dass ich eine schlechte Probe hab, da ist nicht viel drin oder es kann sein, dass ich die wunderschönen Volvox sehe und das ist eigentlich so ein Kontrast zu meinem Job. Ich komme abends nach Hause, lege eine schöne Musik auf und fahre in diese Welt hinein mit dem Mikroskop und sehe wirklich tolle Schönheiten der Natur.“ Sein Job, das ist eine Lehrstelle als Laboringenieur an der Hochschule Trier. Naturfotografie ist schon lange das Hobby von Frank Fox. Irgendwann wurden die Objekte immer kleiner. Mikro- und Makrofotografie macht der Konzer seit rund 15 Jahren. Für Mikroskope, Kamera, Objektive und so weiter hat er mittlerweile zwischen 40 und 50.000 Euro ausgegeben. Die finanziert sich Frank Fox mit dem Verkauf der Fotos für Fachzeitschriften und […]

  • Westcoast Festival in Frankfurt

    Westcoast Festival in Frankfurt

    Wer am Wochenende noch nicht weiß, wie er die heißen Tage verbringen soll: Wie wäre es mit dem Westcoast Festival in Frankfurt-Griesheim? Noch bis Sonntag wird das Gelände der Frankfurt Westside am Griesheimer Mainufer zum urbanen Sommerort direkt am Fluss. Das Festival hat erst im vergangenen Jahr Premiere gefeiert und geht jetzt in die zweite Runde. Gestern war der Auftakt: Beim ersten Konzert kamen bereits zahlreiche Besucher zusammen und haben die besondere Atmosphäre vor Ort erlebt. Eva Dieterle, Moderatorin: Wir schalten jetzt zu unserer Reporterin Luca Engel zum Westcoast Festival. Luca, worauf können sich die Besucher in den kommenden Tagen noch freuen? Luca Engel, Reporterin in Frankfurt: Ja, das Wochenende hat auf jeden Fall noch einiges zu bieten. Heute Abend verwandelt sich die Festivalfläche direkt hier hinter mir in ein riesen Open-Air-Kino und morgen folgt dann das Highlight. Da gibt es nämlich neben dem Weinmarkt hier und ganz vielen Live Acts auch ein Public Viewing und zwar wird da das Deutschlandspiel gegen die Elfenbeinküste gezeigt. Und am Sonntag ist dann auch schon der letzte Tag hier. Da können Besucher dann ganz entspannt über den Flohmarkt hier schlendern und vielleicht sogar den ein oder anderen Vintageschatz finden. Dieterle: Das hört sich doch nach einem abwechslungsreichen Wochenende an. Was ist denn das Besondere am Westcoast Festival? Engel: Letztendlich ist das Besondere vor allen Dingen hier der Standort, denn ich stehe hier im alten Industriepark von der Frankfurter Westside und mit dem alten Kran hier direkt im Hintergrund von mir und dem Main ist das irgendwie so ein ganz besonderes Feeling, einfach eine Mischung aus Industrie und der Sommerhitze. Das ist schon was ganz Eigenes und macht das Festival auch so besonders. Und warum man sich dazu entschieden hat, genau hier ein Festival zu machen, darüber habe ich gerade eben mit dem Veranstalter […]

  • Musikstar Alice Merton bei den Nibelungenfestspielen in Worms

    Musikstar Alice Merton bei den Nibelungenfestspielen in Worms

    Mit dem Song „No Roots“ hatte Alice Merton ihren großen Durchbruch. Doch die Ausnahmekünstlerin macht noch mehr als klassische Popsongs. Ihre Musik wird bei der Premiere von „Die Hunnenkönigin“ bei der diesjährigen Neuinszenierung der Wormser Nibelungenfestspiele eine ganz zentrale Rolle spielen. Alice Merton ist ein Superstar. Die in Frankfurt geborene Deutsch-Britin hat zusammen mit Alexander Wolfe die Songs und den Soundtrack für „Die Hunnenkönigin“ komponiert. Beide werden ab dem 17. Juli live auf der Bühne vor dem Wormser Kaiserdom performen. Alice Merton, Singer-Songwriterin „Ich freue mich, weil es ein Abenteuer ist, es ist was Neues. Und ich wollte schon immer mal Musik für Theater schreiben, ich mag einfach Herausforderungen, und ich finde es immer schön, wenn jemand mich fragt: Hey, ich möchte dich für etwas haben, ich glaube, du wärst gut geeignet dafür.“ Die Nibelungensage gilt als das „Game of Thrones“ des Mittelalters. Rund um den Helden Siegfried wird gemordet, geliebt und gekämpft. Und das seit 2002 in Worms. Festspielintendant Nico Hofmann verspricht diesmal eine Mischung aus Musical, Puppentheater und echtem Drama. Nico Hofman, Intendant der Wormser Nibelungenfestspiele „In diesem Jahr wird es, glaube ich, eine ganz besondere Mischung, mit der Musik zusammen. Mit dem Tanz, mit der Choreografie, mit dem Puppenspiel . Ob es ein Genre-Mix ist, würde ich nicht sagen, es ist eine eigene Form, die da entsteht.  Aber im Fokus ist ganz klar die Sage.“ So wird es bald vor dem Dom aussehen. In „Die Hunnenkönigin“ steht die Burgunderprinzessin Kriemhild im Mittelpunkt. Das Stück stammt von dem britischen Autor Oliver Lansley. Zusammen mit James Seager führt er auch Regie. Beide kommen von der Londoner Theatercompagnie „Les Enfants Terribles“. Oliver Lansley, Autor und Regisseur von „Die Hunnenkönigin“ „Das Nibelungenlied und die Edda sind die ältesten Sagen, die wir haben. Sie werden über die Jahrhunderte immer wieder erzählt, und […]

  • Studiogespräch mit Musikstar Alice Merton über die Nibelungenfestspielen in Worms

    Studiogespräch mit Musikstar Alice Merton über die Nibelungenfestspielen in Worms

    Die deutsch-britische Musikerin ist an der diesjährigen Produktion „Die Hunnenkönigin“ beteiligt. In unserem Studio spricht sie über den Unterschied zwischen der Arbeit an einem Popsong und einem Song für die Bühne. Eva Dieterle, Moderatorin: Und jetzt darf ich sie hier bei mir im Studio begrüßen. Alice Merton – schön, dass Sie hier sind. Alice Merton, Singer-Songwriterin: Schön, dass ich hier sein kann. Dieterle: Wir haben gerade schon gehört, die Proben laufen, bis zur Premiere ist noch einiges zu tun. Sie sind ja auch vor Ort. Wie ist der Stand der Dinge? Wie läuft’s? Merton: Es läuft sehr gut. Ja, es macht total viel Spaß. Und die Menschen sind sehr nett. Es ist sehr viel zu tun, wie Sie auch gesagt haben. Es ist nicht nur Theater, es ist auch Tanz, es ist Musik, es ist Puppenspiel. Und das alles muss geprobt werden. Dieterle: Und es ist ein komplett anderes Projekt als das, was Sie ansonsten als Künstlerin tun. Merton: Ja, normalerweise sieht mein Alltag ein bisschen anders aus. Das stimmt. Dieterle: Jetzt möchten wir von Ihnen natürlich wissen: Wo liegen denn die großen Unterschiede? Sie sind weltberühmt geworden mit dem Hit “No Roots”. Das ist ein Popsong. So eine Theaterinszenierung – was ist anders daran, dafür Musik zu komponieren? Merton: Also generell ist es anders, weil normalerweise spreche ich über meine Gefühle und das, was ich erlebe. Und dieses Mal wurde mir gesagt: “Das ist Kriemhild, das ist die Geschichte. Schreib mal, wie sich diese Charaktere fühlen.” Also musste ich dann mit jedem Charakter mich irgendwie identifizieren und versuchen, mich hineinzuversetzen in die Person. Und damit habe ich angefangen. Und ich glaube, bei meinen Songs ist es ja wie gesagt anders. Dieterle: Jetzt spielt bei “Die Hunnenkönigin” Musik eine ganz zentrale Rolle. Wir haben am Anfang des Beitrags schon einen […]

  • Hessentag in Fulda

    Hessentag in Fulda

    Noch bis Sonntag findet in Fulda der Hessentag statt, das größte und älteste Landesfest Deutschlands. Einige Highlights haben wir Ihnen gestern schon präsentiert. Heute blicken wir erneut nach Fulda, denn der Hessentag findet in einem besonderen Jubiläumsjahr statt. Hessen feiert in diesem Jahr seinen 80. Geburtstag – und der Hessentag feiert mit. Im Fuldaer Vonderau Museum zeigt eine Sonderausstellung „Menschen, Momente und Wandel“ und widmet sich der Frage, was das Land geprägt hat und was es heute noch ausmacht. Was sagen die Besucher dazu? Harald Glier, aus Münzenberg „Hessen hat unwahrscheinlich viele schöne kleine Städte. Das gibt’s so woanders nicht so viel wie hier in Hessen. Ob das Marburg ist, oder Limburg.“ Uwe Baltzer, aus Fulda „Entspannt, beschaulich. Also, ich finde, man kann hier sehr gut zur Ruhe kommen.“ Gisela Egner, aus Kaufungen „Verträgliche, immer lustige Leute, die auch ein Ohr für den Nachbarn haben.“ Die ganze Vielfalt Hessens lässt sich auf dem Hessentag erleben. „Der Natur auf der Spur“ sein, dazu lädt diese Ausstellung ein. Hier können Besucher die hessische Flora und Fauna erkunden und sich über ihre Besonderheiten etwa im Biosphärenreservat Rhön informieren. Zahlreiche regionale Produkte lassen sich auf dem Regiomarkt in der Innenstadt entdecken. Vom Hessentag wollen alle etwas haben, auch Gastgeber Fulda. Heiko Wingenfeld (CDU), Oberbürgermeister Fulda „Wir sind hier direkt gegenüber vom Deutschen Feuerwehrmuseum, das wird neu konzipiert. Und das haben wir auch dem Hessentag zu verdanken. Also, es wird einen neuen Schub für Fulda geben, da bin ich mir ganz sicher.“ Rund acht Millionen Euro lässt sich Fulda den Hessentag kosten, das Land unterstützt die Stadt mit rund 25 Millionen Euro. Von der Blaulichtmeile bis zur  KI – Erlebniswelt  – hier wird auch für Jobs und Innovationen geworben. Für alle, die sich über die Arbeit der Landesregierung informieren wollen, und mit politischen Vertretern, wie […]