Kultur

  • Riding Santas – Harte Jungs mit ganz weichen Herzen

    Riding Santas – Harte Jungs mit ganz weichen Herzen

    In der Pfalz kommt nicht nur ein, sondern gleich 38 Nikoläuse. Die „Riding Santas“ heizen seit sechs Jahren immer am Nikolaustag durch die Weinberge und stimmen die ganze Region auf die Weihnachtszeit ein. Hier ist unser Adventskalendertürchen Nummer 7. Die Kinder an der Grundschule in Hördt staunen nicht schlecht, als 25 Santa-Mobile auf zwei Rädern ihren Schulhof kurzerhand in eine Weihnachtswelt verwandeln. Ein Weihnachts-Rap von den Viertklässlern mit Tanzeinlage, ein Gedicht von den Erstklässlern und dann sind die Nikoläuse dran. Lisa, Vierte Klasse „Ich fand’s richtig cool, wie die hier reingefahren sind und richtig spannend.“ Sophia, Erste Klasse „Die Motorräder, die sind schon gut geschmückt geworden.“ Maximilian, Vierte Klasse „Ich fand’s echt sau cool, wie sie das alles gemacht haben. Und diesen letzten Song, den fand ich besonders gut.“ Zum Abschluss gibt’s noch einen Sack mit kleinen Geschenken und dann geht’s schon weiter. Rund 160 Kilometer touren die Santas durchs südliche Rheinland-Pfalz, immer mit dem Ziel, den Menschen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Winnie, Santa Bikerin „Es ist einfach schön, wenn man die Leute am Straßenrand sieht, wenn man winken kann. Ich habe heute schon mehrere Tränen vergossen.“ Gernot, Santa Biker „Für mich ist es das erste Mal. Ich habe Gänsehaut von unten bis oben, die ganze Zeit. Also es gibt nichts Schöneres.“ Vor allem weil es um den guten Zweck geht. Denn die Biker wollen nicht nur gute Laune verbreiten, sondern sammeln auch Spenden für das Kinderhospiz Sterntaler in Dudenhofen. Bisher sind mehr als 22.000 Euro zusammengekommen, die Spendenaktion läuft aber noch bis Anfang Januar. Außerdem gehe es darum, einfach mal Danke zu sagen, an Lehrer, Erzieher, Pfleger und alle anderen, die in unserem Alltag so wichtig sind. Patrick Kuntz, Ober-Nikolaus „Heute ein kleines Sahnebonbon ist: Die Polizeidirektion in Neustadt will uns als Gäste empfangen bei sich. Das […]

  • Weihnachtspakete für das Ahrtal

    Weihnachtspakete für das Ahrtal

    Weihnachten, das ist die Zeit für Besinnlichkeit, Frieden und Gemeinschaft. Doch für einige Menschen ist es auch eine besonders schwere Zeit – zeigt unser „17:30 SAT.1 LIVE Adventskalender“ heute. Wir sind bei den Betroffenen der Flutkatastrophe im Ahrtal. Dank vieler engagierter Helfer müssen sie trotzdem nicht auf Weihnachtsstimmung verzichten. Der Nikolaus ist da! Für den Weihnachtsmarkt in Mayschoß haben seine Helfer Geschenke im Gepäck. Rund 1.000 gespendete Präsente sind zusammengekommen, gesammelt von mehreren Hilfsorganisationen. Eine davon ist die Obdachlosenhilfe von Markus Machens aus Gießen. Markus Machens, „Markus und seine Freunde auf der Straße“ „Ich stehe hier mit Kulleraugen, aber die Menschen, die brauchen alle Kraft. Viele haben alles verloren und sind mit 70, 80 total nervlich am Ende, die haben keine Kinder mehr, es gibt ältere Menschen, die haben ihre Frau verloren oder ihren Mann verloren. Die brauchen jetzt zu Weihnachten hier die geile Dekoration oder brauchen mal wieder eine Freude, dass es wieder aufwärts geht.“ Die Hilfsorganisation „Wir Hessen helfen“ hat den Weihnachtsmarkt aufgebaut. Ina Lotz, Hilfsorganisation „Wir Hessen helfen“: „Es ist schon so teilweise so, dass viele, ja, sich vielleicht sich noch so ein bisschen schämen, also die Hilfe auch nicht so annehmen. Sie zögern immer noch so ein bisschen, aber die nimmt man dann an die Hand, ja, oder die Nachbarn sind halt auch da und sagen: Komm, wir gehen wir mal da hin, ja, trinken mal einen Glühwein und dann ist alles schön.“ Vergangenen Freitag in Gießen. Hier betreibt Markus Machens ein Möbelgeschäft. Das Büro quillt vor Geschenken fast über. Und noch immer kommen Lieferungen. Zwei Grundschullehrerinnen haben mit ihren Klassen über 80 Päckchen gepackt. Franziska Caysa und Rosa Maria Garcia Garcia, Grundschule Annerod in Fernwald „Wir haben das auch in der Klasse natürlich besprochen, dass es auch Leute gibt, denen es an Weihnachten nicht ganz […]

  • Gottesdienst für Gehörlose

    Gottesdienst für Gehörlose

    Für unser heutiges Adventskalender-Türchen waren wir zu Besuch in Deutschlands einziger Gehörlosenpfarrei in Trier und haben einen ungewöhnlichen katholischen Gottesdienst besucht – mit wenig Lautstärke, aber ganz viel Herz. Letzte Vorbereitungen, letzte Absprachen, dann geht es los. In der Herz-Jesu-Kirche in Trier ist Gehörlosengottesdienst. Pfarrer Ralf Schmitz begrüßt die Kirchgänger. „ Im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen. Der Herr sei mit euch. Ja, hier an diesem Nachmittag in der Herz-Jesu-Kirche, herzlich willkommen.“ Schmitz spricht simultan mit seiner Stimme und seinen Händen und die Gemeinde antwortet, ohne ein Geräusch. Sie gehören zu einer besonderen Kirchengemeinde: Der einzigen selbstorganisierten Pfarrei für gehörlose Menschen in Deutschland. Ralf Schmitz, Pfarrer „Das hier war, als ich hier hingekommen bin im Jahr 2003 ein sterbender Ort. Der hatte sicher mal eine große Vergangenheit, aber davon war nichts mehr übrig, und als die Gehörlosengemeinde kam und ihre Lebendigkeit mitgebracht hat, ihre Gebärden, ihre Farben – bei uns gibt es ganz viel Visuelles -, da haben die Übriggebliebenen aus der alten Gemeinde gesagt: Das ist wirklich schön bei denen, da gehen wir gerne wieder hin.“ Und so gibt es mehrmals im Monat Gebärdensprachen-Messen, aber auch inklusive Gottesdienste, bei denen Hörende und Gehörlose gemeinsam singen und beten. Besonders während den Phasen der Pandemie, in denen lautes Singen untersagt war, haben viele Hörende in seiner Kirche Freude am Ausdruck mit Gebärden gefunden, erzählt Pfarrer Schmitz. Ralf Schmitz, Pfarrer „Der entscheidende Begriff ist für mich Inklusion. Und zwar Inklusion nicht in irgendeinem, ich sag mal, sozialarbeiterischen Sinn, sondern mehr Inklusion als der Tanz der Kulturen. Also als das Miteinander von Menschen mit ganz unterschiedlichen Begabungen, Möglichkeiten, Grenzen, Charismen. Wenn die zusammenkommen, dann entsteht etwas ganz Neues, was jeder Einzelne für sich niemals erlebt hätte. Und das finde ich ist etwas ganz großartiges.“ Zur Gemeinde gehören alle […]

  • Korbach probt für das Christkindwiegen

    Korbach probt für das Christkindwiegen

    Weihnachten ist ja ein Fest mit vielen Traditionen. In Korbach gibt es den Brauch des „Christkindchenwiegens“. Immer an Heiligabend warten die Korbacher am Turm der Kilianskirche darauf, dass die Lichter dem Christkind den Weg weisen. Mann betritt Kirche und grüßt Kollegen: „Frohe Weihnachten, Frohe Weihnachten, Hallo frohe Weihnachten….“ Nein, heute ist noch nicht Weihnachten. Aber: Die Vereinigung der Weihnachtsfreunde aus Korbach trifft sich zur Generalprobe für das Christkindwiegen, das an Heiligabend auf dem Kirchturm stattfinden wird. Und da soll alles so sein, wie am 24. Dezember. Für diese Tradition braucht es vor allem: starke Beine und eine kräftige Lunge. Denn erst mal geht es 90 Meter den Turm der Kilian-Kirche hoch. Dann gibt es eine Gesangsprobe. Probe: „Dies ist der Tag den Gott gemacht, sein wird in aller Welt gedacht.“ Den Korbacher Brauch gibt es seit 1534. Damals wütete eine Seuche – vermutlich die Pest – in der Stadt, die Kirche war voller Kranker, eine christliche Weihnachtsfeier unmöglich. Stephan Rückert, Dirigent „Und um der gläubigen Bevölkerung eine Alternative zu bieten, sind Jungs und Männer auf die Kirche gegangen und die Legende besagt, dass nach diesem besagten Abend die Stadt nur Genesene gesehen hat.“ Und deshalb haben die Korbacher die Tradition am Leben gehalten. Auch letztes Jahr gab es das Christkindwiegen, auch wenn eine andere Seuche Einschränkungen mit sich brachte. Thomas Kuhnhenn, Sprecher „Weihnachtsfreunde „Da haben wir natürlich alle Möglichkeiten überlegt mit dem Gesundheitsamt, mit der Kirche. Jeder hat seine Ideen eingebracht und hinterher konnten wir dann mit drei Weihnachtsfreunden hier oben und ungefähr 60 Weihnachtsfreunden das Christkindwiegen auch feiern.“ Dieses Jahr sollen es wieder deutlich mehr Teilnehmer sein. Wie bei der Probe, werden die Weihnachtsfreunde dann singen, ihre Laternen schwenken und das in jeder Himmelsrichtung wiederholen. Die wiegenden Laternen sollen das Christkind symbolisieren. Probe Die Anwohner sind von der Gesangsprobe […]

  • 17:30-Adventskalender: Das Lichterhaus im Westerwald

    17:30-Adventskalender: Das Lichterhaus im Westerwald

    Haben Sie heute schon ihr erstes Türchen am Adventskalender geöffnet? Wenn nicht, tun wir das jetzt für Sie – mit unserem „17:30 SAT1 Live Adventskalender“. Und der hält heute einen begeisterten Weihnachtsfan für Sie bereit, der sein Haus jedes Jahr in das „Dach der 1.000 Lichter verwandelt“. Weihnachtsstimmung: an! Das Haus von Andy Heeß in Nordhofen, eingetaucht in ein Lichtermeer. Eine Weihnachtswelt im Westerwald. Unzählige Lämpchen, aufblasbare Weihnachtsmänner und Rentiere auf dem Dach – Hauptsache, es funkelt. Andreas Heeß, Herr der Lichter „Es ist mein Hobby, es ist das einzige Hobby was ich habe. Während andere in die Kneipe gehen oder ins Stadion, so dekoriere ich das Haus halt. Das ganze Jahr über wird schon geplant und gemacht. Weil ich das Licht in der Dunkelheit einfach so schön finde. Wenn alles, wenn das Haus angeht, alles erstrahlt, wenn es wieder hell ist, einfach diese Gemütlichkeit, die das Licht auch hervorruft.“ Und was sagt die Nachbarschaft dazu? Kinder „Schön!“ Bei den Kindern kommt vor allem der antike Holzschlitten gut an. Jeder in der Nachbarschaft kennt Andy und sein Weihnachtshaus. Hier trifft man sich zum Quatschen, Spielen und Staunen. William „Also, ich finde das irgendwie total verrückt, dass man so viele Lichter alle an ein Haus kriegt.“ Daniela Gasser „Es wurde ja jedes Jahr etwas mehr und mittlerweile weiß man gar nicht mehr, wie man das noch toppen soll.“ Noel: „Also, ich treffe hier auch ganz oft meine Freunde, wenn hier zum ersten Mal das Anleuchten ist.“ Jörg und Monika Linz „Wir können also vom Schlafzimmerfenster aus direkt auf das Weihnachtshaus schauen und das ist eine tolle weihnachtliche Atmosphäre, das, was man eigentlich die letzten beiden Jahre ja vermisst hat, bedingt durch die Situation, die hier entstanden ist durch Corona.“ Damit das Kunstwerk jedes Jahr pünktlich zum ersten Advent fertig ist, beginnt […]

  • Synode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau

    Synode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau

    Momentan tagt die Herbstsynode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Und es stehen wichtige Themen und Entscheidungen auf der Tagesordnung. Die Synode wählte zum Beispiel die Offenbacher Pfarrerin Henriette Crüwell an die Spitze der Gebiete in Rheinland-Pfalz. Doch vor allem wird über die Zukunft diskutiert. Denn die evangelische Kirche befindet sich mitten in einem Reformprozess. So wie die Gemeinde im rheinhessischen Partenheim. Hier ist Pfarrer Harald Esders-Winterberg auf dem Weg von der Kirche ins Gemeindehaus. Doch der Weg ist weit. Fast einen halben Kilometer trennen Kirche und das alte Gemeindehaus. Das ist schon seit längerem sanierungsbedürftig. Ein Sinnbild für die Situation der evangelischen Kirche. Harald Esders-Winterberg, Pfarrer Evangelische Kirchengemeinde Partenheim „Über die Jahre hat sich das einfach so entwickelt, dass dieses Haus eher eine Barriere zum Kontakt bildet als eine Hilfe. Das hat etwas mit den räumlichen Dingen zu tun, mit den baulichen Dingen – habe ich ja gesagt, mit Schwellen und Stufen. Hat aber auch was damit zu tun, dass sich das einfach verändert hat mit den Menschen. Wir hatten am Anfang der Jahre, die wir hier waren, fast nur persönlichen Kontakt etwa bei Trauerfällen. Das hat sich komplett gewandelt.“ In den letzten 20 Jahren ist die evangelische Gemeinde in Partenheim um 30% geschrumpft. Denn es ist schwer, jüngere Menschen für die Kirche zu begeistern. Dazu kommen hohe Kosten durch große, alte Gebäude wie das Gemeindehaus. Partenheim ist aber kein Einzelfall. Die Probleme treten flächendeckend auf. Die Synode der Evangelischen Kirche Hessen Nassau rechnet daher bis 2030 mit mehr Kirchenaustritten und somit weniger Geld. Daher sollen die Ausgaben bis dahin um 30% gesenkt werden. Ein Reformprozess, der verhandelt werden muss. Wegen der Corona-Pandemie per Videokonferenz. Volker Jung, Präsident Evangelische Kirche Hessen Nassau „Wir stellen uns darauf ein, dass wir reduzieren müssen. Wir werden weniger Pfarrerinnen und Pfarrer haben, […]

  • Juden und Muslime besuchen gemeinsam ehemaliges KZ

    Juden und Muslime besuchen gemeinsam ehemaliges KZ

    Das Konzentrationslager Hinzert liegt im Kreis Trier-Saarburg, ein Sonderlager der SS. Hier sind Männer aus bis zu 20 Nationen inhaftiert worden. Ein Durchgangslager vor allem für Luxemburger und Franzosen. Heute ein Mahnmal deutscher Grausamkeit im Zweiten Weltkrieg. Jüdische und muslimische Jugendliche haben jetzt die Gedenkstätte zusammen besucht – ein Projekt, das es so in Rheinland-Pfalz bisher noch nicht gegeben hat. Grabsteine, die Symbolkraft haben. Hier sind alle in Massengräbern gefundenen Leichen bestatten worden. Männer, die nicht identifiziert werden konnten. Heute besuchen Juden und Muslime gemeinsam die Gedenkstätte, die die französische Militärregierung 1946 errichtet hat. Wie viele Menschen im KZ Hinzert ermordet wurden, kann nur geschätzt werden. Belegbar sind 321 Tote, wahrscheinlich sind es mehr als doppelt so viele. Ein Ort unfassbarer Grausamkeit, als Begegnungsstätte der Religionen. Akif Ünal, Vorsitzender Landesverband der Muslime Rheinland-Pfalz „Wir haben gesagt, es ist wirklich Zeit, dass wir gemeinsam Haltung zeigen, Solidarität zeigen gegen jegliche Unmenschlichkeit, gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, Antisemitismus, aber auch Islamfeindlichkeit. Deswegen sind wir heute hier.“ Avadsilav Avadiev, Vorsitzender des Landesverbands der Jüdischen Gemeinden Rheinland-Pfalz „Um mehr Verständigung, mehr Toleranz, mehr Liebe auf der Straße und in den Familien und in Herzen von Menschen zu bringen.“ Im SS-Sonderlager Hinzert waren vor allem politische Gefangene inhaftiert. Männer unterschiedlichen Glaubens. Nichts ist heute mehr vom einstigen Arbeitslager vorhanden. Bis zu 1.500 Nazi-Gegner schufteten hier auf den Feldern – viele sogenannte „Nacht-und-Nebel-Gefangene“, die von den Deutschen einfach von der Straße weg verhaftet wurden. Hinzert war kein Vernichtungslager. Aber auch hier fanden Hinrichtungen statt. Dieter Burgard, SPD, Beauftragter für jüdisches Leben Rheinland-Pfalz „Beispielsweise wurden 1941 70 sowjetische Kriegsgefangene hier zu Tode gespritzt. Es gab Erschießungen im Wald von Luxemburgern die zum Streik aufgerufen haben.“ Verbrechen, die niemals vergessen werden sollen. Was in Hinzert geschehen ist, ist vielen nicht bekannt. Die Führung durch die Gedenkstätte des SS-Sonderlagers dauert zwei Stunden. […]

  • Städel zeigt seine neueste Schenkung

    Städel zeigt seine neueste Schenkung

    Es ist eine Jahrhundertschenkung, die das Frankfurter Städelmuseum aus dem Nachlass der Fotografin Ulrike Crespo erhalten hat. Über 90 herausragende Gemälde und Arbeiten auf Papier der Klassischen Moderne. Eine echte Sensation! Zum Gedenken an die Stifterin zeigt das Museum jetzt eine Sonderausstellung mit den großartigen Neuzugängen. „Die Bauhaustreppe“. Ein Aquarell von Oskar Schlemmer, gemalt 1931. Ein Highlight der großzügigen Schenkung von Ulrike Crespo. Ein ähnliches Gemälde des Künstlers hängt im New Yorker Museum of Modern Art. Noch ein Hochkaräter der Bauhauskunst: Lionel Feininger, auch ganz umsonst, gleich mehrfach. Ein Aquarell von Otto Dix lässt das Museumsdirektorenherz höher schlagen. Alle Neuzugänge können sich sehen lassen! Philipp Demandt, Direktor Städelmuseum Frankfurt „In der Zeitung stand, ein zweistelliger Millionenbetrag. Das würde ich nicht dementieren.“ Ihr hat das Städel die millionenschwere Kunst zu verdanken: Ulrike Crespo. Frankfurter Mäzenin, Fotografin und Psychotherapeutin. Sie erbt die große Sammlung ihres Großvaters, dem Wella-Produzenten Karl Ströher. Große Meisterwerke von Kandinsky und Jawlensky. Ulrike Crespo gründet eine Stiftung, erweitert ihre Kunstsammlung. Sie stirbt 2019. Christiane Riedel, Vorständin Crespo Foundation „Ihre Überzeugung war auch, dass man durch Kunst und den Zugang zur Kunst Menschen stark machen kann. Das hat sie sehr authentisch und mit großem persönlichem Engagement betrieben.“ Moderne Kunst, auch experimentell. Internationale Werke von 1905 bis 1965. Der große Max Ernst ist dabei. Franz Marcs „Pferdestudie“. All das Weltberühmte gehört jetzt dem Frankfurter Städelmuseum. Das Geschenk einer Frau, die Kunst allen Menschen zugänglich machen wollte. Philipp Demandt, Direktor Städelmuseum Frankfurt „Das Städel ist ja ein Bürgermuseum, vor über 200 Jahren von Herrn Städel gegründet. Das heißt, wir stammen selber aus einem solchen Vermächtnis. Und Ulrike Crespo hat sich auf ganz wunderbare Weise jetzt in diese Frankfurter Bürgertradition eingeschrieben.“ Eine Jahrhundertschenkung! „ Zeichen der Freundschaft“ heißt die Ausstellung mit den Werken aus dem Vermächtnis von Ulrike Crespo. Bis zum 6. […]

  • Eintracht-Museum erhält Auszeichnung

    Eintracht-Museum erhält Auszeichnung

    Das Eintracht Frankfurt Museum kümmert sich seit Jahren um die Pflege der Vereinsgeschichte. Besonders die Zeit des Nationalsozialismus nimmt eine zentrale Rolle ein. Für diese wichtige Aufklärungsarbeit wurde das Museum jetzt mit dem Julius-Hirsch-Preis vom Deutschen-Fußball-Bundausgezeichnet. Ein berühmter Eintracht-Fan hat seinen eigenen Beitrag dazu geleistet: Helmut Sonneberg. Der heute 90-Jährige wurde als Kind von den Nazis verfolgt und ins Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Helmut Sonneberg, Holocaust-Überlebender „Mit dem Stern da auf der Brust wurden wir sehr angefeindet. Getreten. Geschlagen. Bespuckt. Das kann man ja net begreifen, wenn man in einem Alter ist, wo man sich quasi erst mal entwickelt und die Sprache richtig lernst und dann wirst du damit konfrontiert, dass du das nicht bist und das nicht kannst und das nicht darfst.“ Sonneberg, von allen „Sonny“ genannt, wird 1931 in Frankfurt geboren. Seine Eltern sind Juden. Sie leben getrennt. Sonnebergs Stiefvater ist Katholik und lässt Helmut taufen. Trotzdem gilt der Junge für die Nazis als Jude – wegen der Nürnberger Rassegesetze. Im Februar 1945 wird der 13-jährige Helmut nach Theresienstadt deportiert. Helmut Sonneberg, Holocaust-Überlebender „Es gab morgens Suppe, mittags Suppe, abends Suppe. Graupensuppe. Mal dick, mal dünn, mal süß, mal sauer. Und alle fünf Tage gab es eine Ration: 500 Gramm Brot, 50 Gramm Butter, 50 Gramm Zucker. Da kann man sich vorstellen, wie lange da gehalten hat. Eine halbe Stunde und dann war alles alle.“ Sonny erzählt seine Geschichte. Damit unterstützt er das Eintracht Frankfurt Museum. Mitarbeiter Axel Hoffmann beschäftigt sich ebenfalls damit, die NS-Vergangenheit des Klubs aufzuarbeiten. Ein Name ist da sehr prominent: Rudolf Gramlich. Der war nach dem Krieg Präsident der Eintracht und nach seinem Tod wurde Gramlich Ehrenpräsident. Aber: Es war bekannt, dass er Mitglied der Waffen-SS war. Axel Hoffmann, Mitarbeiter Eintracht Frankfurt Museum „Und daraufhin haben wir ein unabhängiges Institut, das Fritz-Bauer-Institut, mit einer Analyse […]

  • Welche Weihnachtsmärkte finden statt?

    Welche Weihnachtsmärkte finden statt?

    Weihnachtsmärkte ohne coronabedingte Einschränkungen, das war die Ankündigung vieler Städte in Hessen und Rheinland-Pfalz vor wenigen Wochen. Seitdem hat sich die Gesundheitslage in Deutschland aber drastisch verschlechtert. Heißt das, es gibt ein weiteres Weihnachten ohne Weihnachtsmärkte? Nicht ganz. Wir haben uns einen Überblick verschafft, wie einzelne Kreise und Kommunen mit der Situation umgehen. Endlich wieder über den Weihnachtsmarkt schlendern, Glühwein schlürfen und sich zu den Klängen von Jingle Bells und Co auf die besinnliche Adventszeit einstimmen. Das ist in Trier ab heute wieder möglich. Allerdings nur für Menschen, die sich gegen Covid-19 haben impfen lassen oder von dem Virus genesen sind. Helga Meyer „Die Maßnahmen finde ich absolut in Ordnung. Also, wenn es anders wäre, wenn jetzt alles offen wäre, dass jeder reinkäme, wüsste ich jetzt nicht, ob ich unbedingt hier wäre.“ Eric Böhlert „Wir wurden ja nach dem Impfpass und alles gefragt. Die Maske müssen wir jetzt hier nicht tragen. Wir sind ja auch beide geimpft, also… Es ist nicht so viel los, also sicher fühlt man sich da schon.“ Ulrike Becker „Kontrolle war in Ordnung, die Weite gefällt mir, dass es abgezäunt ist gefällt mir auch. Also ich werde hier auch mit Kindern hingehen, gar kein Thema.“ Auch Weihnachtsmarktchefin Angela Bruch ist froh, den Markt endlich eröffnen zu dürfen. Und trotzdem: Die Angst, dass hier noch irgendetwas schiefgehen könnte, schwingt in diesen Zeiten immer mit. Angela Bruch, Veranstalterin Trierer Weihnachtsmarkt „Das hat mich jetzt schon die ganze Zeit beim Aufbau begleitet und kaum noch schlafen lassen. Und ich denke mal, das wird mich jetzt auch noch ei ganze Weile begleiten, wahrscheinlich bis zum Ende, hoffentlich einem erfolgreichen Ende am 22. Dezember. Weil das zerrt wirklich an den Nerven, dass man hier jeden Tag irgendwelche Entscheidungen abwarten muss, die man selber nicht beeinflussen kann.“ In Darmstadt werden weihnachtliche Leckereien […]

  • Comic über jüdisches Leben

    Comic über jüdisches Leben

    Das Jahr 2021 ist ein Festjahr in Deutschland. Denn seit genau 1.700 Jahren gibt es hier jüdische Kultur und jüdisches Leben. In Hessen und Rheinland-Pfalz gibt es viele Veranstaltungen, die das Jubiläum feiern. In Darmstadt ist jetzt der Comic „Nächstes Jahr in“ entstanden. Mit elf Geschichten über die Vielfalt jüdischen Lebens – zum Beispiel in Darmstadt. Der alte Main-Neckar-Bahnhof in Darmstadt. Zwischen 1947 und 48 war am heutigen Steubenplatz die jüdische Berufsfachschule Masada. Um sie dreht sich die Geschichte der Holocaust überlebenden Ziva, die hier direkt nach dem Zweiten Weltkrieg zur Schule geht. Comic-Szene: „Willkommen an der Masada Schule, Ziva! Ich bin Betty. Ich soll dir alles zeigen. Hier ist unser Zimmer. Unter uns ist noch eine Art Gerichtssaal, in dem Nazis der Prozess gemacht wird. Unheimlich, oder? Noch viel Unheimlicher, wenn man bedenkt, dass sich drüben im Schulgebäude noch bis vor kurzem die NS-Wohlfahrt befand.“ An der Schule lernten Überlebende des Holocausts handwerkliche Berufe, um später einen eigenen Staat aufzubauen. Für den Herausgeber des Comics Jakob Hoffmann, ein Symbol des besiegten nationalsozialistischen Deutschlands. Jakob Hoffmann, Herausgeber „Nächstes Jahr in“ „Der Krieg ist knapp zwei Jahre zu Ende. Kommt eine Überlebende – man muss das ja wirklich sagen, bei der jüdischen Bevölkerung, dass das alle Überlebende sind -, die dem Grauen entkommen sind. an einen Ort, einen ehemaligen Bahnhof, wo zwei Jahre vorher noch Juden deportiert wurden in die Konzentrationslager. Und dass da der Geist der Nazis noch spürbar ist, das kann man auch heute noch einigermaßen gut nachvollziehen.“ Doch das Thema „Nationalsozialismus“ nimmt keine tragende Rolle in den elf Geschichten ein. Vielmehr wollen die Herausgeber zeigen, wie reichhaltig jüdische Kultur ist. Mit Portraits aus der Gegenwart oder über den Darmstädter Heinrich Blumenthal. Er plante das Johannisviertel in Darmstadt. Dass die Geschichten als Comic erzählt werden, war von vornerein klar. […]

  • Frankfurter Filmmuseum zeigt Ausstellung über Katastrophen

    Frankfurter Filmmuseum zeigt Ausstellung über Katastrophen

    Eine aktuelle Katastrophe hat dazu geführt, dass die Ausstellung „Katastrophe“ im Frankfurter Filmmuseum um ein Jahr verschoben werden musste: die Corona-Pandemie. Doch jetzt ist die Ausstellung im Frankfurter Filmmuseum zu sehen. Sie entstand in Zusammenarbeit mit dem Senckenberg Naturmuseum in Frankfurt. Im Mittelpunkt stehen Katastrophen-Filme und ihr Bezug zur Realität. Katastrophen sind Realität. Ihre Folgen sind verheerend. In den vergangenen Jahrzehnten sind es oft Klimakatastrophen. Das Wetter, die Umwelt ändern sich. Das Ausmaß wird sichtbarer, sorgt immer öfter für Schlagzeilen. Brigitte Franzen, Direktorin Senckenberg Naturmuseum Frankfurt „Wir müssen uns wappnen, denn wenn unser Klima sich soweit ändert, das die Temperatur weiter ansteigt um 1 bis 2 Grad, dann bedeutet das einfach eine Anhebung des Meeresspiegels und dann wird es bestimmte Orte auf dieser Welt nicht mehr geben. Und es gibt auch schon Vorbereitungen in diese Richtung Orte zu evakuieren.“ Naturgewalten und ihre Folgen – auch in Katastrophenfilmen kommen sie vor. Dazu ein oder mehrere Helden, die die Welt retten – Action, Special Effects, Blockbusterkino. Katastrophenfilme sind meist Kassenknüller. Anspruchslose Fiktion, oder Kino mit Bezug zur Realität? Stefanie Plappert, Kuratorin der Ausstellung „Katastrophenfilme sind für mich immer aktuell, weil sie grundsätzlich die größten Ängste ihrer Zeit verarbeiten. Das, was sie letztlich auf der Handlungsebene beschreiben, das ist manchmal aktuell. Also oft vergeht ein bisschen Zeit, ehe eine tatsächliche Handlung umgesetzt wird in einen Spielfilm.“ Anfang des 20. Jahrhunderts startet die Faszination für die Katastrophe. Der Untergang der Titanic. Bilder für die Laterna Magica. Die Abfolge der Bilder erzählt eine Geschichte. Ob ganz frühes Kino oder Filme der Gegenwart. Die Handlung ist in allen Katastrophenfilmen fast immer ähnlich aufgebaut. Stefanie Plappert, Kuratorin der Ausstellung „Es ist immer der Beginn mit der Idylle, das sich Verdichten der ersten Warnzeichen, das Eintreten der Katastrophe, meistens relativ früh im Film und im Anschluss der Versuch, […]

  • Rembrandt-Superstar im Städel

    Rembrandt-Superstar im Städel

    Es gibt Namen der Kunstgeschichte, die jeder schon einmal gehört hat. Rembrandt ist so ein Name. Den niederländischen Maler des 17. Jahrhunderts kennt wohl jeder. Er gehört zu den berühmtesten und besten Künstlern überhaupt. Was ihn so bekannt gemacht hat, was ihn auszeichnet, das erfährt man zurzeit in der Ausstellung „Nennt mich Rembrandt!“ im Frankfurter Städel Museum. Weinend, dicklich, recht unansehnlich. Der kleine Ganymed wird von Zeus in Gestalt eines Adlers entführt. Eines der berühmtesten Bilder Rembrandts, gemalt 1635. Dramatische Historienbildert – Portraits, die irgendwie lebendig wirken – Rembrandt ist ein Ausnahmetalent. Auch heute noch ein internationaler Superstar. Jochen Sander, Kurator der Ausstellung „Ganz banal gesagt: aufgrund seiner künstlerischen Fähigkeiten. Rembrandt ist einfach ein unglaublich talentierter Künstler, der mit einem extremen Maß an Natürlichkeit und Lebendigkeit – Das sind die beiden Begriffe, die er selber verwendet für seine Kunst – es schafft auch über den Zeitabgrund von 400 Jahren, eine Person zu zeigen – das ist er ja selbst sogar -, die einfach interessant ist, die lebendig wirkt.“ Es scheint so, als ob die Ölgemälde leuchten. – Rembrandt ist eine Marke. Und war es auch schon zu Lebzeiten. Geboren 1606 als Rembrandt van Rijn. Seine Werke signiert er ganz selbstbewusst nur mit Rembrandt. Und wird auch dadurch zum Trendsetter in Amsterdam. Philipp Demandt, Direktor Städel Museum Frankfurt „Amsterdam ist zu Rembrandt-Zeiten eine Boomtown, eine Stadt die unglaublich wächst, eine Stadt, die voll war, die laut war. Innerhalb kurzer Zeit werden sehr viele Menschen sehr reich und es gibt einen großen Wunsch nach Bildern. Sogar Handwerksmeister statten ihr Zuhause mit Bildern aus. Insofern war das eine sehr fruchtbare Umgebung für einen jungen Künstler wie Rembrandt.“ Der junge Künstler ist fleißig und innovativ. Er hat einen enormen Erfolg und verkauft seine Druckgrafiken, seine Bilder zu horrenden Preisen. Ein wirklich gut verdienender Maler. […]

  • Weitere Nachrichten im Überblick

    Weitere Nachrichten im Überblick

    Weitere Nachrichten aus Rheinland-Pfalz und Hessen im Überblick. Noch nicht auf Booster-Impfungen vorbereitet Die Ankündigung des rheinland-pfälzischen Gesundheitsministers Clemens Hoch, dass ab kommender Woche 18 Krankenhäuser im Land Corona-Impfungen durchführen werden, stößt bei den betroffenen Kliniken auf Kritik. Für viele von ihnen kommt das zu schnell. Dietmar Bochert, Leiter Unternehmenskommunikation Marienhaus-Gruppe „Montag ist nicht leistbar, weil einfach zu viel Vorarbeiten gemacht werden müssen. Jedes Haus ist individuell anders. Wir müssen das organisatorisch einrichten, personell einrichten. Wir müssen auch Pläne für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter umarbeiten. Und der Impfstoff musste bestellt werden, der liegt ja bei uns nicht vorrätig, weil wir vorher nicht geimpft haben. Es ist alles angeschoben, alles in der Mache. Aber wir gehen davon aus, dass wir ab dem 23.11. starten können.“ Das Gesundheitsministerium hat inzwischen mitgeteilt, es sei klar gewesen, dass die Klinken erst nach und nach Impfungen anbieten könnten. Außerdem werde es jetzt ermöglichen, dass neun Impfzentren wieder eröffnet werden. Impfpflicht für Gesundheitsberufe Wegen der stark steigenden Zahl der Corona-Infektionen fordert die CDU-Fraktion im rheinland-pfälzischen Landtag eine Impfpflicht für alle Beschäftigten im Medizin- und Pflegebereich. Bei Ungeimpften bestehe ein höheres Risiko, das Virus zu übertragen, als bei Geimpften. Um besonders gefährdete Menschen zu schützen, sei eine Impfpflicht in den Gesundheitsberufen dringend notwendig. Darüber müsse die Bund-Länder-Konferenz zur Corona-Lage in der nächsten Woche beraten. Neue Regelung für LKA-Chef Die künftigen Präsidenten des Hessischen Landeskriminalamts werden politische Beamte sein. Das hat der Landtag in Wiesbaden gestern Abend beschlossen. Laut Innenminister Peter Beuth müsse der oberste Verantwortliche für die Kriminalitätsbekämpfung im Land mit den politischen Zielen der Landesregierung übereinstimmen. Heftige Kritik kam von der Opposition. Die SPD-Fraktion hält das Gesetz für verfassungsrechtlich bedenklich. Der LKA-Präsident wäre durch die neue Regelung in seiner Amtsführung nicht mehr unabhängig von der Politik. Weihnachtsmarkt in Frankfurt Oberbürgermeister Peter Feldmann hat heute das Konzept […]

  • Stadt Raunheim erlaubt Ruf des Muezzin

    Stadt Raunheim erlaubt Ruf des Muezzin

    Wer schon mal in einem arabischen Land war, dem klingt er sicherlich noch in den Ohren: Der Ruf des Muezzins, der zum Gebet aufruft. Doch inzwischen weht auch über vielen deutschen Städten ein Hauch von Orient. Überall dort, wo besonders viele Muslime wohnen, gehört der Gebetsruf inzwischen zum Alltag. Offiziell genehmigt war das bislang aber nur in Köln. Bis gestern – denn jetzt ruft der Muezzin auch im hessischen Raunheim. Lautsprecher: „Allahu akbar!“ Heute Mittag, 12:30 Uhr in Raunheim: Über den Dächern der Stadt ruft der Muezzin die Gläubigen zum Freitagsgebet. Was bislang von der Stadt bloß geduldet wurde, ist seit gestern nun ganz offiziell erlaubt: Fast einstimmig hat die Stadtverordnetenversammlung beschlossen, dass der Muezzin-Ruf in Zukunft zum festen Bestandteil im Leben der Raunheimer werden soll. Thomas Jühe, SPD, Bürgermeister Raunheim „Wir möchten eigentlich, dass alle Glieder dieser Stadtgesellschaft auch die Möglichkeit haben, sich hier tatsächlich gleichberechtigt auch in Glaubensfragen bewegen zu können. Man muss es einfach auch mal in die Zukunft betrachtet sehen: Wir werden in unserer Gesellschaft immer mehr Internationalität erleben. Das wird immer mehr Normalfall. Und ich sage mal: Gott sei Dank.“ Und von hier aus ertönt der Ruf des Muezzins – wenn auch nur vom Tonband: die Assadaka-Moschee, betrieben vom marokkanischen Freundschaftskreis der Stadt Raunheim. Loubna Ouariach, Marokkanischer Freundschaftskreis Raunheim „Was gestern geschehen ist, ist, dass wir den Segen der Stadtgesellschaft abgeholt haben. Wir haben uns öffentliche Akzeptanz erschließen können. Das ist wirklich etwas so Unbeschreibliches. Etwas Emotionales für die Gemeinde und die Mitglieder.“ In Raunheim gibt es deutlich mehr Muslime als Christen. Rund 70% der Menschen haben einen Migrationshintergrund. Und doch ist der Ruf des Muezzins auch hier nicht unumstritten. Kevin Kirchenschläger „Ich bin der Meinung, dass jeder seinen eigenen Glauben haben darf. Und wirklich stören tut mich das nicht. Ich habe damit keine Probleme.“ […]