Kultur

  • Preisgekrönte Cartoonistin Ruth Hebler

    Preisgekrönte Cartoonistin Ruth Hebler

    „Wir sind die Punks unter den Zeichnern“, so beschreibt Cartoonistin Ruth Hebler sich und ihre Kollegen. Beim Deutschen Cartoon-Preis hat die Wittlicherin den dritten Platz erreicht und sich dabei gegen über 3.000 andere Cartoons durchgesetzt. Wir haben sie beim Besuch der Loriot-Ausstellung im Frankfurter Caricatura-Museum getroffen. Hier ein Strich, dort ein Strich und innerhalb weniger Sekunden ist die Kamera fertig. Cartoons, wie der hier über unsere Drehsituation, zeichnet Ruth Hebler aus dem Stegreif. Die Cartoonistin hat ihr Hobby zum Beruf gemacht. Jetzt hat sie schon zum zweiten Mal das Treppchen beim Deutschen Cartoonpreis erreicht – einer der wichtigsten Zeichenpreise in Deutschland. 20 Cartoons hat sie eingeschickt, einer davon hat es auf Platz drei geschafft. Cartoonbeschreibung: „Warum bist du eigentlich noch Single?“ – „Fachkräftemangel …“ Ruth Hebler, Drittplatzierte beim Deutschen Cartoonpreis „Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet, das war eine riesen, riesen, riesen Überraschung, dass ich den Preis dann nochmal gewonnen habe, weil ich ja vor zwei Jahren schonmal da einen Preis gewonnen habe. Das ist natürlich, also ich habe mich riesig gefreut. Super Sache, toller Preis. Man fühlt sich dann vielleicht mit der komischen Kunst auch ein bisschen ernster genommen.“ Das merkt sie auch in ihrem privaten Umfeld. Die Diplompädagogin zeichnet schon ihr Leben lang, inzwischen verdient sie damit Geld. Ruth Hebler, Cartoonistin „Ich habe schon in der Grundschule gezeichnet, immer gerne als Kind und hatte auch schon Comics in der Schülerzeitung. Und hab dann wieder angefangen zu zeichnen, als mein zweites Kind geboren wurde. Wenn der Mittagsschlaf gehalten hat, dann hab ich mich hingesetzt und habe meine ersten Cartoons gezeichnet. Cartoons fand ich schon immer toll und irgendwann hatte ich dann immer mehr Bilder im Kopf, die dann irgendwann auch raus wollten.“ Ruth Hebler zeichnet entweder auf Papier oder mit dem Tablet. Meist braucht sie nur wenige Stunden – […]

  • Tödliche Fallen aus der Römerzeit

    Tödliche Fallen aus der Römerzeit

    Im ersten Jahrhundert nach Christus haben die Römer bei Bad Ems zwei Militärlager errichtet. Und die haben sie gut abgesichert, mit tödlichen Holzfallen. Es ist eine Sensation, dass einige Teile dieser Fallen bis heute erhalten sind. Nach ihrer Restaurierung sind sie jetzt im Mainzer ‚Leibniz-Zentrum für Archäologie‘ vorgestellt worden. Sie sind spitz, römisch und aus Holz. Eine Art Waffe. Rund 2000 Jahre alt. Nahezu unbeschadet erhalten. Holzpfähle, die die Römer aufstellten, um Feinde zu vertreiben. Ein Sensationsfund. So stellen sich die Forscher die antike Holzfalle vor. Zum ersten Mal überhaupt werden echte Teile dieser tödlichen Verteidigungsanlage öffentlich gezeigt. Dr. Peter Henrich, Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz „Wir haben hier sozusagen eine Art römischer Stacheldraht aus dem ersten Jahrhundert nach Christus. Und die Wahrscheinlichkeit sowas zu finden, ist noch unwahrscheinlicher als ein Sechser im Lotto, denn hier mussten viele Faktoren mitspielen. Feuchtigkeit, Luftabschluss und natürlich erst mal, dass die Sachen überhaupt im Boden waren. Wir haben die superseltene Möglichkeit, nach mehr als 400 Jahren archäologischer Forschung weltweit zum ersten Mal solche Objekte zu präsentieren.“ Objekte, die Archäologen der Frankfurter Goethe-Universität zwischen 2017 und 2019 ausgraben. In Bad Ems. Ein Landwirt hat die Archäologen durch römische Funde auf die Spur von zwei Militäranlagen gebracht. Um das Jahr 47 nach Christus waren hier ungefähr 3000 Soldaten in Zelten untergebracht. Mit den Holzpflöcken sicherten die Römer ihre Lager ab. Prof. Dr. Markus Scholz, Archäologe, Goethe-Universität Frankfurt „Also egal, wie man in den Graben hineingerutscht wäre, als potenzieller Angreifer, man hätte sich unweigerlich aufgespießt. Dieser besondere Schutz dieser Anlage erklärt sich dadurch, dass die Römer versucht haben, dort Silbererz zu schürfen und zu gewinnen. Die Ausbeute war offensichtlich geringer als erwartet. Aber natürlich, wo es um Edelmetalle geht, gibt es natürlich Neider und potenzielle Räuber.“ Die tödlichen Holzfallen konnten die Archäologen so gut erhalten ausgraben, weil […]

  • Kleine Welt – Miniaturfotografin Anja Schinnen

    Kleine Welt – Miniaturfotografin Anja Schinnen

    Bei uns wirds jetzt ganz klein. Mini-klein sogar! Wir haben in Hochheim in Südhessen eine Fotografin besucht, die winzige Figuren in Szene setzt – und so die Größenverhältnisse auf den Kopf stellt. Heraus kommen dabei amüsante Fotografien. Anja Schinnen arbeitet normalerweise als Buchhalterin. Ihr kleines Hobby hat sie im ersten Corona-Lockdown für sich entdeckt. Anja Schinnen, Miniaturfotografin „Da sitzt du halt viel zuhause rum. Du konntest nirgendwo hin. Dann durchforstest du das Internet und stolperst irgendwann über ähnliche Bilder. So, und dann war der Anfang gemacht. Dann hab ich mir die ersten Figuren gekauft, gebraucht. Und wenn du damit einmal angefangen hast, kommst du aus der Nummer nicht mehr raus, weil es gibt so unendlich viele Möglichkeiten.“ Heraus kommen die witzigen Fotos, die auch auf ihrem Instagram-Kanal schinnis_minis hunderte Menschen begeistern. Hier muss beim Missgeschick die Putzkolonne anrücken – da arbeitet sich der Bergarbeiter durch die Luftpolsterfolie. Wie lange es dauert um ein Motiv aufzubauen und zu shooten ist unterschiedlich. Manchmal sind es nur zehn Minuten, manchmal aber auch eine Stunde. Dann ist Geduld gefragt. „So komm. Schon wieder Absturz …da dauert’s halt manchmal bisschen länger.“ Anja Schinnen, Miniaturfotografin „Wenn du mehrere Personen oder Figuren aufbaust, kann es dir passieren, dass die ersten drei stehen und bis du die letzten drei aufgestellt hast, die dann schon wieder umgefallen sind, weil das sehr filigran ist, weil der Tisch mal wackelt oder oder. Also das ist wirklich ein bisschen Gefummel.“ Die Figuren sind ungefähr so groß wie ein Fingernagel, Maßstab 1:87. Erst durch sie werden die Größenunterschiede auf den Fotos erkennbar. Lebensmittel oder andere banale Alltagsgegenstände betrachtet Anja Schinnen jetzt mit ganz anderen Augen. Da wird der Schaumkuss zur Kletterwand, Tackernadeln bilden die Frankfurter Skyline und Eierschalen werden zum Brennofen umfunktioniert. Anja Schinnen, Miniaturfotografin „Du kannst dich so austoben. Du kannst verrückte […]

  • Ausstellung beschäftigt sich mit dem Sammeln

    Ausstellung beschäftigt sich mit dem Sammeln

    Das Frankfurter Museum Angewandte Kunst hat mehr als 50 Designer aus dem Rhein-Main-Gebiet gefragt: Was sammelt ihr denn? Jetzt gibt eine Ausstellung Antwort. Spülschwämme der unterschiedlichsten Art, Bananenaufkleber, Pilzmodelle oder auch weiße Porzellanvasen. Die Designer aus dem Rhein-Main-Gebiet sammeln alles Mögliche. Volker Albus steht auf Plakatives, Leuchtendes. Der Frankfurter sammelt Leuchtreklame. Immer, wenn in Deutschland Schilder abgebaut und angeboten werden, ist er zur Stelle. Volker Albus, Sammler von Leuchtreklame „Ich bin ein Kind dieser Bundesrepublik. 75 Jahre alt, genau wie die Republik. Und dann wächst man auch damit. Also, ich identifiziere mich. Also, es ist auch ein Prozess der Identifikation. Und ja, so ist das gekommen, mehr oder weniger. Ich versammle das sozusagen um mich herum. Wie andere Leute sich einrichten, so richte ich mich mit Designmöbeln oder eben diesen Werbezeichen.“ Manche Sammelleidenschaften sind durchaus nachvollziehbar. Mountainbikes oder Hocker. Andere wirken doch sehr skurril. Ob Schälchen aller Art oder Fotografien der Rückseite von Schildern. Für die Macher der Ausstellung, war es nicht immer einfach, herauszufinden, ob der angefragte Designer ein Sammler ist. David Beikirch, Kurator der Ausstellung „Aber dieses ‚Ich sammle eigentlich nicht‘, fand ich viel interessanter, um der Frage näherzukommen, was Sammeln bedeutet. Wann sagen wir, da ist was außer Kontrolle geraten, da hebt jemand alles auf. Oder wo sagen wir, das ist total spannend, dass jemand sammelt, oder ist es gut, dass jemand sammelt, etwas aufbewahrt und vielleicht auch davor schützt, dass es diese Dinge sonst gar nicht mehr irgendwann gäbe.“ So wie diese alten, aber doch wunderschönen Staubsauger. Zu jeder Sammlung gibt es eine schriftliche Erklärung des Besitzers, warum ihn gerade diese Dinge faszinieren. Zum Beispiel aus Leidenschaft für Pilze. Volker Albus, hat sich sehr darüber gefreut, dass er angefragt wurde und seine Leuchtschilder präsentieren kann. Volker Albus, Sammler von Leuchtreklame „Es hat mir sehr viel Freude […]

  • Römischer Holzkeller in Frankfurt entdeckt

    Römischer Holzkeller in Frankfurt entdeckt

    Frankfurt ist heute DIE Metropole im Rhein-Main-Gebiet – und sie war es bereits vor knapp 2000 Jahren. Zu Römer-Zeiten lag im Gebiet des heutigen Stadtteils Heddernheim Nieda. Nieda war der Verwaltungsstandort einer römischen Siedlung, die bis in die Wetterau reichte. Im 20. Jahrhundert ist Nieda beim Bau der Frankfurter Nordwest-Stadt fast vollständig zerstört worden. Deshalb ist es eine echte Sensation, dass jetzt der komplette Holzkeller eines römischen Wohnhauses geborgen werden konnte. Der Boden eines Kellers, 12 Quadratmeter groß. Auch die Treppe, der Aufgang zum Wohnhaus, existiert noch. Gebaut im ersten Jahrhundert nach Christus. Die Überreste eines römischen Fachwerkhauses. Der Fund der Frankfurter Archäologen ist eine Sensation. Dr. Wolfgang David, Direktor Archäologisches Museum Frankfurt Er war aus Holz konstruiert und durch ein Brandereignis, ein Schadensfeuer, hat sich das Holz zu Holzkohle verwandelt und das hat sich erhalten. Weil normalerweise in unseren Breiten ja Holz vermodert, und dann ist es spurlos weg, vielleicht eine gewisse Verfärbung im Boden. Aber dadurch, dass es einen Brand gegeben hat, ist der gesamte Keller samt Treppe, bei der Ausgrabung erfasst worden, freigelegt worden. Hier in Frankfurt-Heddernheim errichten die Römer im Jahre 69 nach Christus Nida. Hauptort der Civitas Taunesium, der heutigen Wetterau. Durch Baumaßnahmen im 20. Jahrhundert wird eine der bedeutendsten Römersiedlungen Hessens fast vollständig zerstört. Nur an wenigen Stellen graben die Archäologen auch heute noch. Fundstücke aus Nida werden im Depot des Archäologischen Museums wissenschaftlich untersucht. Dr. Wolfgang David, Direktor Archäologisches Museum Frankfurt Die Blütezeit ist mit Sicherheit die 2. Hälfte des 2. Jahrhunderts und in das dritte Jahrhundert hinein. Mit großen Steinbauten. Thermenanlagen. Heiligtümern, Tempeln. Das Ende ist um 270/275, als die Römer dann den rechts des Rheins gelegenen Teile der Provinz Obergermanien räumen und nur noch linksrheinisch, beispielsweise in Mainz ansässig sind. Der Holzkeller wird bei Grabungen des Denkmalamts der Stadt Frankfurt im […]

  • Rheingau Musikfestival stellt Programm vor

    Rheingau Musikfestival stellt Programm vor

    Das Rheingau Musik Festival zählt zu den größten Kulturveranstaltungen Europas. Auch für dieses Jahr versprechen die Veranstalter einen Sommer voller Musik. Mit weltbekannten Künstlern und großen Talenten wie der Cellistin Anastasia Kobekina. Alte Geschichten von Bach bis Paganini. Anastasia Kobekina will sie dem Publikum des Rheingau Musik Festivals erzählen. Über ihr Cello. Schon das zweite Mal tritt sie hier auf und freut sich auf ihre fünf Konzerte. Anastasia Kobekina, Cellistin „Man kommt im Sommer, fährt rein in diese Region, die so viel zu bieten hat, und die Spielorte sind immer so inspirierend und so mit der Natur verbunden.“ Denn beim Rheingau Musik Festival verwandeln sich das Kloster Eberbach oder Schloss Johannisberg bei Wiesbaden in Spielstätten der besonderen Art. Dass Anastasia Kobekina hier mit dem Cello auftritt, verdankt sie ihrer Familie. Anastasia Kobekina, Cellistin „Meine Eltern sind beide Pianisten. Eine dritte Pianistin zu Hause wird ein bisschen zu viel. Und so habe ich mit Cello angefangen und für mich war das erst mal so ein Spielzeug. Ich habe Lieder gesungen und die Seiten gezupft, um mich zu begleiten. Und habe meine Plüsch-Teddybären hingesetzt, um für mein Publikum zu spielen und so hat es angefangen.“ Neben Anastasia Kobekina veranstaltete das Rheingau Musik Festival 150 weitere Konzerte mit über 3000 Künstlern aus der ganzen Welt. Schon zum 37. Mal. Marsilius Graf von Ingelheim, Geschäftsführer Rheingau Musik Festival „Eine Sache, die ich besonders finde in diesem Programm, dass wir vor allem im Kurpark Wiesbaden eine ganze Woche sind und die Besucherinnen und Besucher nicht nur die klassische Musik mit Topstars wie Lang Lang und Jonas Kaufmann erleben können, sondern es geht weiter Richtung Filmmusik und Richtung große Popkonzerte.“ So treten bei dem Festival auch Max Giesinger, Alvaro Soler und Max Mutzke auf. Ein breites Konzertangebot, das immer beliebter wird. Schon einen Tag nach offiziellem […]

  • Ismail aus Nastätten wird zum Internet-Star

    Ismail aus Nastätten wird zum Internet-Star

    Ein erfolgreicher Sänger werden – davon träumen viele Jugendliche. Auch Ismail Candan aus dem rheinland-pfälzischen Nastätten hatte diesen Traum. Und plötzlich wird er tatsächlich wahr. Mit 20 Jahren schafft er von heute auf morgen den Durchbruch und wird zum gefeierten Internetstar. Eine Geschichte, wie aus dem Märchen…     Es ist ein Song, der um die Welt geht; der sein Leben verändert hat. Vor gut zwei Jahren veröffentlicht Ismail seine Debutsingle „Closed Doors“ und taucht damit ein in die Welt der Musik. Hinter dem Song steht eine ernste Geschichte. Mit 18 Jahren steckt Ismail in einer psychischen Krise. Er verlässt die Schule und bewirbt sich auf verschiedene Stellen – ohne Erfolg. Ismail, Sänger aus Nastätten: „Ich konnte zu der Zeit noch nicht von der Musik leben und war halt immer noch angewiesen auf eine Ausbildung oder auf einen stabilen sicheren Job, der auch irgendwie eine Zukunft bietet. Und es kam irgendwie nie dazu. Und irgendwie hat sich das so angefühlt, wie als ob die Türen für mich so geschlossen waren.“ Also beschließt er sein eigenes Ding zu machen. Er schreibt einen Song und lädt die Demo Version auf der Social Media Plattform TikTok hoch. Ismail, TikTok-Star: „Dann hat dann quasi jemand meinen Song benutzt und ich so, okay, voll cool eigentlich. Und dann hab ich halt aktualisiert und dann waren das wirklich so 50 Videos in einer halben Stunde. Und dann war ich so, okay, was geht jetzt irgendwie ab, hab mein Handy kurz weggelegt und bin halt ins Fitnessstudio gegangen. Und auf einmal waren es an dem gleichen Tag irgendwie 200. Und dann hat das so seinen Lauf genommen. Und am nächsten Tag waren es 2000, dann in der gleichen Woche 10.000. Das war so crazy.“ Die Klickzahlen steigen und steigen. Vor allem in Indonesien, Malaysia und Frankreich wird […]

  • Geschenk für das Städel Museum

    Geschenk für das Städel Museum

    Das berühmte Frankfurter Städel Museum ist als gemeinnützige bürgerliche Stiftung gegründet worden. Eine Stiftung von Bürgern für Bürger. Seit 125 Jahren gibt es den Städelschen Museumsverein, zum Jubiläum wird eine Ausstellung mit Werken des größten französischen Zeichners Honoré Daumier gezeigt. Sie gehören zu einer Privatsammlung, die jetzt dem Museumsverein geschenkt wurde. Nur noch Haut und Knochen! Die französische Monarchie ist am Ende und versucht doch noch den aufrechten Bürger zu verführen. Politiker: Ein betrunkener, fauler Haufen. Karikaturen als politische Statements. Zeichnungen und Zeitdokumente von Honoré Daumier. Astrid Reuter, Kuratorin der Ausstellung Honoré Daumier gehört zu den großen französischen Künstlern des 19. Jahrhunderts. Seine Werke zeichnen sich aus durch eine Charakterisierungskunst, die ganz schlagend ist. Er ist sehr treffsicher in der Ausdruckskraft seiner Figuren. Es ist ein Künstler, der die Perspektiven wendet, der uns ungewöhnliche Ansichten zeigt. Die Gesellschaftskritik des Honoré Daumier: Gefürchtet und geliebt. Ein populärer Künstler, das soziale Gewissen einer Epoche im Umbruch. Typisch französisch ist der Stil des liberalen Beobachters. Hans-Jürgen Hellwig besitzt über 4000 Grafiken, Bronzen und Gemälde von Daumier. Hans-Jürgen Hellwig, Frankfurter Kunstsammler Ja, durch jahrzehntelange Sammeltätigkeit. Ich habe sie dem Städelschen Museumsverein geschenkt, da bin ich seit über 30 Jahren im Vorstand und der gibt die Sammlung dann weiter an das Städel-Museum. Der bewahrt sie, der pflegt sie, und der erforscht sie. Ein Teil der Sammlung wird ausgestellt. Es ist ein großes Geschenk des Frankfurter Kunstsammlers für das Museum und die Stiftung, die in diesem Jahr ihr 125-jähriges Jubiläum feiert. Philipp Demandt, Direktor Städel-Museum Frankfurt Das ist ein Zusammenschluss von Bürgerinnen und Bürgern, inzwischen 10 000 Mitglieder an der Zahl, die uns bei großen Erwerbungen und vor allem bei Ausstellungsprojekten, aber auch bei Restaurierungsprojekten, bei allem, was das Städel macht, begleitet und unterstützt. Das ist eine großartige Aufgabe, und für diesen Erfolg sind wir sehr […]

  • Fastnachts-Nachwuchstalent Lea Kuhn aus Frankfurt

    Fastnachts-Nachwuchstalent Lea Kuhn aus Frankfurt

    Einige haben sicher gedacht: Haben die Fastnacht vergessen? Natürlich nicht. Noch genau vier Tage wird gefeiert und das bedeutet für die Aktiven teils mehrere Auftritte am Tag. Wir stellen Ihnen jetzt eines der wenigen Nachwuchstalente der Fassenacht vor: Lea Kuhn aus Frankfurt. Sie ist mit ihren 19 Jahren ein richtiger Profi auf der Fastnachtsbühne. Seit zehn Jahren steht die gebürtige Frankfurterin Lea Kuhn von der Bornheimer Karnevalsgesellschaft von 1901 schon in der Bütt. Die Nachfrage nach der jungen Rednerin ist groß. Mehrere Auftritte an einem Abend sind da keine Seltenheit. Der Spaß steht für sie in der fünften Jahreszeit an erster Stelle. Lea Kuhn, Büttenrednerin „Ich fühle mich frei, sicher, lebendig. Ich genieße es. Es ist ein tolles Gefühl auf der Bühne zu stehen und es macht einfach nur Spaß.“ Als „Kind der Fassenacht“ fängt Lea zunächst mit Gardetanz an. Mit neun Jahren wechselt sie zur Büttenrede. Ihr Vorbild: Mama Corinna, ebenfalls seit mehreren Jahrzehnten auf der Bühne aktiv. Vor einer Kampagne überlegt sich das Mutter-Tochter-Duo zunächst ein Thema und tauscht Ideen aus. Inspiriert werden die Geschichten meist vom gemeinsamen Familienleben, so kann sich Lea auch leichter mit ihren Rollen identifizieren. Die Nervosität vor ihren Auftritten verliert sie, sobald sie die Bühne betritt und in ihre Rolle schlüpft. Corinna Kuhn, Mutter von Lea „Dass die unglaublich nervös war hinter der Bühne, rumgezappelt hat, auf die Bühne geht, ein Lächeln aufsetzt, das ist bis heute so und eine Rampensau schlechthin ist. Die braucht Bühne, die braucht Leute, die braucht Scheinwerferlicht und dann ist die da.“ Als junge Frau ist sie eine echte Rarität unter den Narren, denn die Fastnachtsvereine finden kaum noch Nachwuchs, der sich auf die Bühne traut. Lea Kuhn, Büttenrednerin „Also gerade was Vortrag angeht, finde ich es sehr schade, dass es das kaum noch gibt. Dass sich keine […]

  • Rappen als Therapie

    Rappen als Therapie

    Für die Jugendlichen, die wir jetzt in Frankfurt im Jugendclub basement26 treffen, ist Rapmusik so viel mehr als musikalische Berieselung. Es ist eine Art Therapie. Vor eineinhalb Jahren hat Erin Lee Sullivan im Jugendclub ein Tonstudio aufgebaut. Seitdem produzieren die Jugendlichen einen Song nach dem anderen. Freistehend Rap Obay in seinem Element. Schon die erste Aufnahme klappt. „Meistens ist meine Musik eigentlich immer … ist viel one-Take … Ich will seine Zeit nicht verschwenden. Direkt rein und raus.“ Im Jugendzentrum basement26 gehört Obay zu den Stammbesuchern. Durch Leiter Erin Lee Sullivan ist der 20-Jährige zum Rappen gekommen. Ein Angebot des Treffs, das er inzwischen regelmäßig nutzt. Texte zu schreiben und daraus Songs zu produzieren hilft ihm, seine Geschichte zu verarbeiten. Obay und seine Familie mussten aus Syrien fliehen. Auf der Flucht wurde er von seiner Mutter und den Geschwistern getrennt. Dieses Leid und die Angst spiegeln sich in seinen Texten wider. Obay Alhameadi, Jugendlicher aus Frankfurt „Es ist mehr Therapie als irgendwas anderes. Also für mich zumindest. Weil wenn du darüber rapst, indem du Sachen da darauf schreibst, das ist, als hättest du jetzt mit jemandem gesprochen. Aber du hast nur mit deinem Stift eigentlich gesprochen. So sehe ich das persönlich.“ Das basement26 gibt es seit 2015. Träger der Einrichtung ist die Bethanien Diakonissen-Stiftung. Hier spielen Kinder und Jugendliche kostenlos Tischtennis, Basketball, essen gemeinsam oder rappen eben mit Erin. Er unterstützt die Jugendlichen technisch und pädagogisch. Erin Lee Sullivan, Leiter basement26 „Wenn sie das aufschreiben, dann ist das immer nochmal ein bisschen was anderes als wenn sie es jemand so direkt ins Gesicht sagen. Da kann man dann natürlich schauen, je nachdem was die Themen sind, spreche ich das nochmal gezielt an und versuche dann nochmal nachzuhaken, um zu schauen, ob sie denn auch gewillt sind, darüber zu sprechen. Das […]

  • Vorstellung der Motivwagen für den Rosenmontagszug

    Vorstellung der Motivwagen für den Rosenmontagszug

    In sechs Tagen ist es wieder soweit, dann rollt der traditionelle Rosenmontagszug durch Mainz. Mehr als eine halbe Million Besucher erwarten die Veranstalter in diesem Jahr – erstmals wieder so viele Narren wie vor der Corona-Pandemie. Heute hat der Mainzer Carneval-Verein das Geheimnis gelüftet, welche Motivwagen dieses Jahr rollen. Eines vorweg: Die Themen sind so bunt und vielfältig wie die Fastnacht. Friedrich Merz hat es offensichtlich schwer, nicht über das „Brandmäuerchen“ gezogen zu werden, das ihn und seine CDU noch von der AfD und ihrem „braunen Sumpf“ trennt. „Wie wär´s mit uns?“ haben die Narren vom MCV diesen Motivwagen genannt und reimen dazu: „Komm, mein Schätzchen, her zu mir. Ich will koalieren mit dir!“ Auch in diesem Jahr nehmen die Narren wieder das politische Geschehen des vergangenen Jahres auf die Schippe. Robert Habeck fliegt das Heizungsgesetz um die Ohren, Karl Lauterbach fliegt das Gesundheitssystem um die Ohren und der Mainzer Goldesel BioNTech hat Verstopfung. Auch Sahra Wagenknecht und Alice Weidel kriegen ihr Fett weg. Sie sitzen als Barbies zwar scheinbar auf den Fahrersitzen, aber im Hintergrund lenkt Vladimir Putin. Für Michael Apitz, der wie jedes Jahr die Vorlagen für die Wagen gezeichnet hat, das Highlight der insgesamt neun Motive. Michael Apitz, Comiczeichner „Es ist schwer dieses Jahr, aber ich glaube, dass es der Wagen ist mit Alice Weidel und Sahra Wagenknecht und Putin als Barbie. Der ist so skurril und man muss wirklich zweimal hingucken, um zu wissen: Was wollt ihr eigentlich damit? Der hat so einen fiesen, tiefen Unterton und das Lachen bleibt einem im Halse stecken und ich glaube, der gefällt mir deswegen so gut, weil ich da sagen muss, die Umsetzung ist da nochmal zehnmal drüber über meiner Zeichnung. Das ist so realistisch und so schlimm und gleichzeitig schön, dass ich da sage: Der ist mein Favorit […]

  • Hanau-Überlebender veröffentlicht Buch

    Hanau-Überlebender veröffentlicht Buch

    In wenigen Tagen jährt sich der grausame Anschlag von Hanau, bei dem neun Menschen mit Migrationshintergrund erschossen wurden, bereits zum vierten Mal. Einer der Hinterbliebenen, der selbst nur knapp überlebte, hat nun ein Buch veröffentlicht, in dem er die Tatnacht und auch die Jahre danach aufarbeitet. Der Abend des 19. Februar. Der mutmaßlich rechtsextreme Täter erschießt in Hanau insgesamt zehn Menschen und sich selbst. Said Etris Hashemi besucht zu dem Zeitpunkt eine Bar, einen der Tatorte. Mehrere Kugeln treffen den damals 23-Jährigen in Hals, Kiefer und Schulter. Er überlebt schwer verletzt, sein jüngerer Bruder Nesar aber wird tödlich getroffen. Nach dem schweren Verlust beginnen für Etris vier Jahre der Aufarbeitung. Said Etris Hashemi, Überlebender Anschlag Hanau „Ich war schon immer ein Mensch, der nach vorne schaut und auch positiv nach vorne schaut. Es war mir wichtig gewesen, das auch vielen anderen Menschen dort draußen zu vermitteln. Nach Hanau war es vor allem so gewesen, dass viele Freunde auch am Boden zerstört waren und sie nicht mehr hochgekommen sind.“ Seine Aufarbeitung mündet in einem Buch, der eindringliche Titel: „Der Tag, an dem ich sterben sollte.“ In ihm beschreibt der Sohn afghanischer Einwanderer die Zeit nach dem Anschlag, als die Hinterbliebenen eine Initiative gründen und für einen Untersuchungsausschuss kämpfen. Und natürlich die Tatnacht selbst. „Es ist mein kleiner Bruder, der da keucht. Dessen Lunge rasselt. Und bevor ich den Wahnsinn begreifen kann, begreifen kann, was hier passiert, bewusst realisieren kann, was wahr ist, gibt mein Bewusstsein auf. Leere.“ Zur Buchvorstellung mischen sich unter die über 200 Gäste auch Hessens Integrationsministerin Heike Hofmann und Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky, um das Engagement des jungen Autors zu würdigen. Heike Hofmann (SPD), Integrationsministerin Hessen „Trotz dieses furchtbaren Schicksalsschlags, wie er sich weiterentwickelt hat. Und wie er sagt ‚Ich kämpfe politisch weiter um Gerechtigkeit. Ich kämpfe um […]

  • Die Kronberger Malerkolonie

    Die Kronberger Malerkolonie

    Ein Städtchen hier bei uns ist im wahrsten Sinne des Wortes „malerisch“. Denn in Kronberg waren im 19. Jahrhundert so viele bekannte Maler aktiv, dass heute noch ein ganzes Viertel mit Straßennamen daran erinnernt. Und nun auch das Museum. Ein Blick auf Kronberg im Taunus anno 2024. Der gleiche Blick, fast 150 Jahre früher. Gemalt von Alfred von Schönberger. Ein Mitglied der Kronberger Künstlerkolonie. Sie entstand um die Mitte des 19. Jahrhunderts. Ingrid Ehrhardt, Künstlerische Leiterin Museum Kronberger Malerkolonie „Die Künstler hatten es leid, nur in den Akademien zu malen, Alte Meister zu kopieren und da auch in Amerika die Tubenfarben erfunden wurden, war es ein leichtes, oder es war erleichtert dadurch, dass man die Farben einpacken konnte, die Staffelei und auch nach draußen gehen konnte.“ Die ländliche Idylle als Motiv. Auch den Schweizer Fritz Wucherer zieht es in den Taunus. Das Museum Kronberger Malerkolonie zeigt seine Werke bis Ende des Monats in einer Sonderausstellung. – Von Basel nach Kronberg und Ende des 19. Jahrhunderts: ab nach Paris! Ingrid Ehrhardt, Künstlerische Leiterin Museum Kronberger Malerkolonie „Er war inspiriert von dieser Stadt, hat französische Kollegen gehabt, hat bei dem Lehrer von Monet gelernt und war mit ihm befreundet, und war wirklich euphorisch, das schreibt er auch in seine Lebenslauf rückblickend, dass es eine aufregende Zeit war, aber dann, mit zwei, drei Monaten oder ein bisschen länger hatte sich die Euphorie schon wieder gelegt.“ Fritz Wucherer kehrt zurück in den Taunus und bleibt bis zu seinem Tod in Kronberg. Er ist ein sehr produktiver, erfolgreicher Maler. Sein Stil ändert sich mit den Jahren, aber immer wieder malt er Ansichten der kleinen Stadt, in der er lebt. Fritz Wucherer stirbt 1948 und das ist auch das Ende der Kronberger Malerkolonie. Ingrid Ehrhardt, Künstlerische Leiterin Museum Kronberger Malerkolonie „Und diese Künstlerkolonie bestand dann knapp […]

  • Jüdisches Museum Frankfurt blickt auf das Jahr 2024

    Jüdisches Museum Frankfurt blickt auf das Jahr 2024

    Seit drei Jahren strahlt das Frankfurter Jüdische Museum ganz in weiß in einem großen Neubau. Knapp 100.000 Menschen haben das Museum im vergangenen Jahr besucht. Das ist ein Rekordergebnis. Sorgen machen allerdings die antisemitischen Anfeindungen, die seit dem 7. Oktober auch die Mitarbeiter des jüdischen Museums in Frankfurt erleben. Der Angriff der radikalislamischen Terrororganisation Hamas auf Israel ist hier Thema, auch im neuen Programm. Noch immer befinden sich mehr als 130 Menschen in der Gewalt der Hamas. Ihre Namen sind über Lautsprecher zuhören. „Simon Fernando, 60 Jahre.“ Immer wieder, damit die Geiseln nicht vergessen werden. „Karina Arief, 19 Jahre.“ Seit dem 7. Oktober sind die Sicherheitsmaßnahmen im Jüdischen Museum erhöht worden. Es gab Hakenkreuzschmierereien, antisemitische Anfeindungen. Heute Vormittag stellt Mirjam Wenzel, die Direktorin des Museums, das neue Programm vor. Der islamistische Terrorangriff ist Thema, auch in neuen Ausstellungen. Mirjam Wenzel, Direktorin Jüdisches Museum Frankfurt „Nir Oz ist einer der zerstörten Kibbuzim, die von Hamas angegriffen wurden, und Sharon Lifschitz ist dort aufgewachsen, ihre Eltern waren beide Geiseln und die Filmarbeit, die sie erarbeitet hat, erzählt anhand der Fotos ihrer Mutter, die Geschichte des Kibbuz. Diese Filmarbeit zeigen wir in der Dauerausstellung, solange wie es nötig ist, sie zu zeigen.“ Neben der Installation über den zerstörten Kibbuz, wird es auch in diesem Jahr viele Veranstaltungen gegen Antisemitismus geben. Ab dem 29. Februar eine Ausstellung über die Shoah, darüber, wo sich Juden überall verstecken mussten. Mirjam Wenzel, Direktorin Jüdisches Museum Frankfurt „Diese Versteck-Geschichten sind in Teilen sehr spektakulär. Sie waren nicht bekannt, sie waren nur mündlich überliefert.“ Ein Versteck hat die Künstlerin Natalia Romik zum Beispiel in einer 600 Jahre alten Eiche in den Karpaten entdeckt. Mirjam Wenzel, Direktorin Jüdisches Museum Frankfurt „Sie hat durch ein Astloch eine Wärmebildkamera eingelassen, fand dann auf einmal Spuren, also Sprossen, die deutlich zeigen, dass das […]

  • Tim Silas zaubert sich in den magischen Zirkel

    Tim Silas zaubert sich in den magischen Zirkel

    Wir stellen ihnen einen jungen Mann vor, der es liebt, Menschen zum Staunen zu bringen. Tim Silas Paschke aus Lörzweiler ist 17 Jahre alt und Zauberer. Und das macht er so gut, dass er jetzt sogar in den magischen Zirkel von Deutschland aufgenommen wurde. Popcorn von A nach B zaubern ist nur einer von unzähligen Zaubertricks die Tim Silas beherrscht. Im Scheinwerferlicht fühlt er sich wohl. Neben Zauberei führt er hier auch andere Showeinlagen auf. Das Interesse daran Menschen zu unterhalten wurde bei dem 17- Jährigen schon früh geweckt. Tim Silas Paschke, Zauberer „Ich war mit eineinhalb Jahren das erste Mal im Zirkus und seitdem liebe ich es auf der Bühne zu stehen. Und das mache ich jetzt schon viele Jahre lang. Ob jetzt hier bei der Fastnacht seit vielen Jahren oder mit dem Zirkus war ich auch schon ein bisschen unterwegs. Das verfolgt mich schon mein ganzes Leben.“ Und das soll auch so weitergehen. Denn für Tim Silas steht fest: Die Zauberei soll irgendwann sein Beruf werden. Um das zu erreichen trainiert er jeden Tag nach der Schule für mehrere Stunden. Und der Fleiß lohnt sich: Bei der Deutschen Jugendmeisterschaft der Zauberei belegt Tim Silas den dritten Platz. Dazu musste er einen Trick vor einer Jury von Zauberern präsentieren. Und das ist gar nicht so einfach. Tim Silas Paschke, Zauberer „Vor Zauberern zu zaubern ist immer schwierig, weil die Zauberer genau wissen wo sie hingucken müssen und man lässt sich nicht so einfach täuschen wie das normale Publikum. Wenn ich jetzt sage: Guck hier auf meine Hand, dann gucken Zauberer nicht auf die Hand sondern auf das was die andere Hand macht. Das ist dann schon sehr schwierig, weil man schon die Taktiken kennt die man ja auch selbst benutzt was dann wo passiert.“ Durch die gute Platzierung wurde […]