Kultur

  • Der Mainzer Domschatz

    Der Mainzer Domschatz

    Durch die Zusammenlegung der Pfarreien, die durch den Priestermangel notwendig geworden sind, befürchtet das Bistum Mainz, dass die kostbaren Gegenstände, die Priester für religiöse Zeremonien benötigen, in Zukunft einfach eingeschmolzen werden. Dabei sind es handwerkliche Kunstwerke, die erhalten werden sollen. Um auf die Schönheit der Liturgischen Gegenstände aufmerksam zu machen, öffnet das Dommuseum seit heute die Türen seiner Schatzkammer. Es sind religiöse Kunstwerke. Sie haben etwas Mystisches. Die ältesten sind über 1.000 Jahre alt. Jahrhunderte lang gilt der Mainzer Domschatz als einer der kostbarsten des Abendlandes. Winfried Wilhelmy, Direktor des Mainzer Dom Museums „Den Domschatz gibt es eigentlich seitdem es den Mainzer Dom gibt, also seit ungefähr 1.500 Jahren. Über die Anfänge wissen wir nichts, aber seit dem 11. Jahrhundert haben wir insgesamt zehn Inventare erhalten, die den Domschatz in seiner ganzen Pracht beschreiben. Und damals, also Mitte des 15. Jahrhunderts, hat er weit über 1.000 Objekte umfasst.“ Anno 1803 lässt der letzte Mainzer Erzbischof große Teile des Schatzes einschmelzen. Er hat Angst davor, dass Napoleon Anspruch auf die religiösen Kostbarkeiten erhebt. Nur 400 Objekte bleiben erhalten. Hildegard Lütkenhaus, Kunsthistorikerin „Es sind alle Meister ihrer Faches, die diese Stücke geschaffen haben und sie bieten aus der jeweiligen Epoche Meisterleistungen ihrer eigenen Zeit, von allerhöchstem Niveau.“ Einige dieser Meisterwerke sind heute noch in Gebrauch. Diesen prunkvollen Stab eines Bischofs aus dem 19. Jahrhundert, nutzt auch der heutige Mainzer Bischof Peter Kohlgraf für besondere Anlässe, wie die Weihnachts- oder Ostermesse. Dieser Chormantel wird ursprünglich nicht für einen Mann der Kirche geschneidert. Das Messgewand ist eine prominente Kleiderspende. Einst eine prunkvolle kaiserliche Robe, getragen von Joséphine Bonapartes, der Gemahlin Napoleons. Ein sehr spendabler Kaiser. Winfried Wilhelmy, Direktor des Mainzer Dom Museums „Eines der schönsten Stücke das wir haben ist die sogenannte Napoleons-Garnitur. Eine Messgarnitur, die Kaiser Napoleon dem damals französischen Mainzer Bischof Joseph […]

  • „Alles verschwindet“ – Frankfurt im 19. Jahrhundert

    „Alles verschwindet“ – Frankfurt im 19. Jahrhundert

    Von Rheinhessen nach Hessen. Eigentlich gibt es in Frankfurt keinen besseren Ort für die Ausstellung „Alles verschwindet“ als den Frankfurter Saalhof, heute Standort des Historischen Museums. Teile des Saalhofs standen nämlich schon im Mittelalter in der Frankfurter Altstadt, doch viel ist zerstört worden. Wie diese Bilder der neuen Ausstellung im Historischen Museum zeigen. „Man muss sich beeilen, um Frankfurt zu sehen“, so ein Schweizer Journalist im Jahr 1875. Diese Zeichnungen zeigen die Stadt Mitte des 19. Jahrhunderts, so wie sie jahrhundertelang aussieht, bevor Stadtplaner sie verändern. Rund 2.000 Zeichnungen des alten Frankfurts skizziert Carl Theodor Reiffenstein. Er wird 1820 in der Altstadt geboren. Aude-Line Schamschula, Kuratorin der Ausstellung „Reiffenstein war eigentlich beruflich Landschaftsmaler, aber wenn man ihm glauben darf, dann ist es nur in seinen freien Stunden, also sozusagen als Hobby, wenn er sich den Zeichnungen und Darstellungen seiner Heimatstadt Frankfurt gewidmet hat.“ Zeichnungen, die zum Beispiel den Frankfurter Dom zeigen. Und den Abriss vieler Häuser, damit das Gotteshaus einen Vorplatz bekommt. Heute, knapp 200 Jahre später, ist der Dom wieder eingebaut, – integriert in die ab 2012 neu rekonstruierte Frankfurter Altstadt. Größtenteils neu ist auch der Ort der Ausstellung mit Werken von Carl Theodor Reiffenstein. So richtig die Zeit überlebt, hat nur der Turm des Historischen Museums. All seine Skizzen, Aquarelle und Aufzeichnung hat der Chronist einer Stadt, die verschwindet, dem Historischen Museum vermacht. Jan Gerchow, Direktor Historisches Museum Frankfurt „Mit seiner Dokumentation betrauert er etwas, was verschwindet, und er will für die Nachwelt, will er eine Art Dokumentation anlegen, die es ermöglicht, das verschwundene zu betrachten, zu erforschen, genauer kennenzulernen. Er ist ein früher Denkmalpfleger.“ Die Skizzen und Aquarelle sind detailgetreu, fast wie Fotografien. Das Frankfurt der Kindheit von Carl Theodor Reiffenstein verschwindet, weil bereits im 19. Jahrhundert der Wohnraum knapp ist und neue Gebäude gebraucht werden. Bis […]

  • Chagall-Ausstellung in Frankfurter Schirn

    Chagall-Ausstellung in Frankfurter Schirn

    Es gibt tatsächlich den Begriff „Chagall-Blau“. Gemeint sind die unverwechselbaren Blautöne, so wie hier die Fenster der Mainzer St. Stephanskirche. Die hat der Künstler mit über 90 Jahren Ende der 1970er Jahre entworfen. Glasfenster für eine katholische Kirche – für den Juden Marc Chagall ein Zeichen der Versöhnung. Er musste Anfang der 40er Jahre vor den Nazis fliehen. Chagalls Kunst aus dieser Zeit ist jetzt Thema einer Ausstellung in der Frankfurter Kunsthalle Schirn. Kunst als Zustand der Seele. „Egal was ich male, es geht um Liebe und unser Schicksal“. So beschreibt Marc Chagall sein Werk. Das manchmal auch etwas Düsteres hat. „Welt in Aufruhr“ heißt die Ausstellung in der Frankfurter Kunsthalle Schirn. Gezeigt wird eine bisher weniger bekannte Seite des Meisters der Farben. Ilka Voermann, Kuratorin der Ausstellung „Bei Chagall sind die 30er, die 40er extrem spannend, weil sie uns noch mal so einen anderen Chagall zeigen können. Einen, dessen Werke wirklich tief Verwurzelt sind in der Lebensrealität eines jüdischen Künstlers, aber auch ganz stark reagieren auf tagespolitische Entwicklungen und auf die Massenvernichtung europäischer Jüdinnen und Juden.“ Marc Chagall zeigt das Grauen in seiner ganz eigenen Bildsprache. Er ist Jude, wird 1887 im heutigen Belarus geboren. Er lebt lange in Frankreich, immer wieder ist seine Existenz bedroht. Für die Nazis sind seine Bilder „entartete Kunst“. In den 1940er Jahren flieht Marc Chagall in die USA. Sebastian Baden, Direktor Kunsthalle Schirn Frankfurt „Marc Chagall war ein jüdischer Künstler, er hat das Judentum auch verkörpert mit seiner Arbeit und es war für ihn wichtig, hier die Thora, die jüdische Bevölkerung, die Musik in seiner Kunst zu zeigen. Und er hat es geschafft, es mit dem Christentum zu verbinden und zum Beispiel die Figur des gekreuzigten Jesus in die Bilder zu integrieren und damit einen Zusammenhang zu schaffen.“ In New York arbeitet Marc […]

  • Film-Oldtimer aus Hessen

    Film-Oldtimer aus Hessen

    Wenn Sie in Spielfilmen alte deutsche Polizeiautos sehen, dann kommen die höchstwahrscheinlich aus Marburg. Denn der Polizei-Motorsport-Club Marburg hat eine Sammlung von über 100 historischen Polizeifahrzeugen, die sie regelmäßig an nationale und internationale Filmproduktionen verleihen. Wir haben uns diese einmalige Sammlung für sie angeschaut. Dieses Polizeiauto ist schon seit Jahren nicht mehr im Einsatz. Zumindest nicht im aktiven Polizeidienst. Der BMW 501 ist nur eines von vielen Fahrzeugen in der Sammlung des Marburger Polizei-Motorsport-Clubs. In mehreren Hallen stehen hier Schätze aus den letzten sechs Jahrzehnten. Eberhard Dersch, Vorsitzender PMC Marburg e.V. „Die Fahrzeuge sind halt eigentlich mobiles Kulturgut. Wir sind zum einen bei Oldtimer-Veranstaltungen im Einsatz, bei größeren Veranstaltungen, und so kamen wir auch immer mehr und mehr zu Filmeinsätzen. Es fing vor über 20 Jahren an und da kamen nach und nach immer mehr Filmanfragen.“ Seitdem waren die Polizeiautos in zahlreichen deutschen Filmen, wie zum Beispiel dem Drama „Der Baader Meinhof Komplex“, zu sehen. Aber auch in internationalen Produktionen wie dem Hollywood-Film „Spencer“, sind Fahrzeuge aus Marburg zum Einsatz gekommen. Bei den Filmaufnahmen werden die Autos meistens von den Mitgliedern des Clubs gefahren. In einigen Fällen müssen aber auch die Schauspieler ans Steuer der Oldtimer. Eberhard Dersch, Vorsitzender PMC Marburg e.V. „Hier haben wir ein ganz besonderes Fahrzeug. Einen VW T1. Baujahr 1964. Der war auch schon mehrfach im Filmeinsatz gewesen. Wie zum Beispiel im Werner-Film ‚Werner: Eiskalt‘. Da war der VW T1 im Einsatz. Da hat ihn der Brösel auch selbst gefahren. Und das war nicht so ohne, wie der gefahren ist. Da hatten wir uns schon Gedanken gemacht, dass irgendwas kaputtgeht. Aber es ist glücklicherweise nicht geschehen.“ Sollte doch einmal etwas kaputtgehen, kann sich der Club selbst um die Reparaturen kümmern. Die Mitglieder des PMC sind entweder ehemalige Polizisten oder KFZ-Mechaniker. Die Autos in der Sammlung wurden […]

  • Frankfurter Ausstellung widmet sich Klimawandel

    Frankfurter Ausstellung widmet sich Klimawandel

    Wir kennen doch alle die Last der guten Vorsätze, wir wollen weniger Fleisch essen, öfter mal das Rad nehmen statt das Auto. Oft wissen wir, was gut für uns und die Umwelt wäre, doch die Umsetzung fällt uns schwer. Warum das so ist? Die Ausstellung Klima X im Frankfurter Museum für Kommunikation versucht aufzuklären.   Willkommen im Jahr 2045. Ein Blick in die Sterne, oder genauer ein Anruf aus der Zukunft. „Sie wollen wissen, wie es im Jahr 2045 ist? Meine Mutter hat mir neulich von früher erzählt. Wenn man sich als sie noch jung war einen Milchkaffee bestellt hat, dann war der mit Hafermilch teurer als Kuhmilch. Krass was.“ Ein Blick in die Gegenwart. Das Ausreden-Glücksrad. Ausreden, die uns davon abhalten etwas zu tun. –  Der Museumsbesucher soll sie entlarven und sich selbst hinterfragen. Was sind meine aktuellen Gefühle zur Klimakrise? Und wie fühlen sich die anderen. Klima X: Eine Ausstellung oder ein psychologischer Workshop? Helmut Gold, Direktor Museum für Kommunikation Frankfurt: „Wir wollen Anstöße geben. Weil es auch gar nicht nötig ist, es gibt immer wieder Umfragen die zeigen, dass ein Großteil der Bevölkerung weiß, dass Klimaveränderungen bedrohlich sind und ein großer Teil der Bevölkerung  bereit ist, dafür etwas zu tun. Die Schwierigkeit ist nur, wie kommt man von diesem Wissen dann auch wirklich ins konkrete Handeln.“ Dabei soll ein Blick in die Vergangenheit helfen. Aids-Aufklärung in den 1980er Jahren.  Der Kampf der Frauen für das Recht zu wählen, kurz nach dem ersten Weltkrieg. Sebastian Mall, Kurator der Ausstellung: „Wir zeigen Beispiele aus der Geschichte der Menschheit, um zu zeigen: Wandel ist möglich. Und da kann die Frauenbewegung und das Erlangen des Frauenwahlrechts als Beispiel, genauso wie das Rauchen, beziehungsweise die Nichtraucherschutzgesetze zeigen, dass von einem Moment wo wir vorher dachten, das geht doch gar nicht, hin zu […]

  • Eduard Kreyssig: Der Stadtbaumeister von Mainz

    Eduard Kreyssig: Der Stadtbaumeister von Mainz

    Die Stadt Mainz hat eine lange und spannende Geschichte. Zu Zeiten der Römer war sie als „goldenes Mainz“ bekannt, im Mittelalter als Sitz der damals mächtigen Mainzer Erzbischöfe. Doch dann passierte bis ins 19. Jahrhundert in Sachen Stadtentwicklung erst mal gar nichts mehr. Die Stadt drohte innerhalb der Mauern aus allen Nähten zu platzen. Bis Eduard Kreyssig um die Ecke kam und Mainz umgekrempelt hat. Lothar Schilling, Gästeführer „Liebe Mainzer, liebe Mainzerinnen! Liebe Zuschauer, Liebe Zuschauerinnen! Links von mir ist ein Denkmal. Gewidmet einem Mann: Eduard Kreyssig. Wenn Sie von ihm noch nicht gehört haben, er ist der Mann, der eine kleine Provinzstadt des 19. Jahrhunderts zu einer modernen Großstadt gemacht hat.“ Eduard Kreyssig, der Stadtbaumeister von Mainz. Er gilt als Vater der Mainzer Neustadt. Lothar Schilling, Gästeführer „Mainz bis dahin, bis in die frühen 1870er eine sehr kleine, eingeschnürte Stadt. Sie dürfen sich das vorstellen, hier wo wir gerade stehen, hier waren acht Meter hohe Festungsbauwerke, davor waren Wassergräben. Von mir aus gesehen zur Rechten war das sogenannte Gartenfeld. Auf gut Meenzerisch „Gaadefeld“. Wiesen, Gärten, wenig Bebauung, auch nicht dauerhafte Bebauung.“ Es ändert sich vieles unter Eduard Kreyssig. Als erstes verschwinden die Festungsmauern und die Kaiserstraße entsteht. Kreyssig lässt sich durch die damalige Trendsetter-Metropole inspirieren: Paris. Lothar Schilling, Gästeführer „Und er lernt dort französische Architektur und Stadtplanung kennen. Großzügige Straßen. Boulevards. Mit breiten Grünstreifen in der Mitte. Und das überträgt er hier nach Mainz.“ Schrittweise, Haus für Haus, entsteht ab den 1870er Jahren die heutige Mainzer Neustadt. Lothar Schilling, Gästeführer „Die Straßen sind breit. Die Wohnungen sind vergleichsweise groß und modern, mit fließend kaltem Wasser zumindest. Es gibt hier Kanalisation, was es in der Altstadt zu dieser Zeit noch nicht gibt.“ Die Neustadt füllt sich mit Leben. Aber bis heute bleibt der Stadtteil an manchen Stellen unvollendet. Lothar Schilling, […]

  • Umgestaltung im Frankfurter Städel

    Umgestaltung im Frankfurter Städel

    So sieht das Frankfurter Städelmuseum derzeit aus. Das Gerüst zeigt, da wird saniert. Gewerkelt wurde im Sommer auch in der Abteilung „Kunst der Moderne“ – die ist aufwendig umgestaltet worden. Ab morgen ist die hochkarätige Sammlung mit einem ganz großen Namen wieder geöffnet. Alles ist vorbereitet für den großen Moment, wenn Frankfurts berühmtester Sohn wieder an die Wand kommt, an eine andere Wand als vorher. „Goethe in der römischen Campagna“ heißt das weltberühmte Ölgemälde von Johann Heinrich Wilhelm Tischbein. Es dauert nur ein paar Minuten, dann hängt der Dichterfürst in seinem neuen Zuhause. Die Sammlung der Moderne des Städel Museums ist fast komplett umgestaltet worden. Alexander Eiling, Sammlungsleiter Kunst der Moderne „Vieles ist neu, nicht alles. Wir haben saniert, wir haben Farben an den Wänden, wir haben eine neue Klimaanlage und haben auch einige Werke restauriert aus dem Depot geholt, um dem Besucher auch immer etwas Spannendes zu präsentieren.“ Pastellfarben statt weißer Wände, mehr weibliche Kunst, zum Beispiel von Milly Steger. Kandinsky, Jawlensky, Max Ernst – Hochkaräter aus dem Vermächtnis der Frankfurter Mäzenin Ulrike Crespo. Die großen Impressionisten sind neu sortiert und auch die Fotokunst hat jetzt einen eigenen Raum. Ganz wichtig: Museen müssen Energie sparen. Dafür sorgen jetzt LED-Lampen. Alexander Eiling, Sammlungsleiter Kunst der Moderne „Wir haben eine eklatante Sparmöglichkeit durch die LED-Beleuchtung, das sind eigentlich ein paar Prozent von dem, was man mit Halogenbeleuchtung an Energie verbrauchen würde.“ Auch mit weniger Energie wirkt Johann Wolfgang von Goethe imposant wie immer. Sein Bildnis ist übrigens der Publikumsliebling des Frankfurter Städelmuseums.

  • Videobotschaft des ukrainischen Präsidenten auf der Buchmesse

    Videobotschaft des ukrainischen Präsidenten auf der Buchmesse

    Es ist wieder Buchmesse in Frankfurt – und dieses Mal, das ist schon bei der Eröffnung angeklungen, könnte die weltgrößte Bücherschau angesichts des Ukrainekrieges so politisch werden wie lange nicht. Das untermauert auch der heutige Gast, der per Video zugeschaltet war: Der ukrainische Präsident Selenskyj. Vor zahlreichen Messegästen unterstrich er die Bedeutung von Information und Wissen im Kampf für Frieden und Freiheit. Wolodymyr Selenskyj, Präsident Ukraine „Schreiben, veröffentlichen und verteilen Sie Bücher über diejenigen, die Europa mit ihren Entscheidungen geschwächt haben. Durch Korruption oder einfach Gleichgültigkeit. Die Menschen sollten diejenigen kennen, die terroristische Staaten gestärkt haben, und diejenigen, die alles Mögliche versuchen, um dem Terror dabei zu helfen, eine starke Reaktion zu vermeiden. Machen Sie alles möglich, um die Geschichte über den Sieg der Freiheit zu verbreiten. Die Menschen sollten sie kennen!“ Am Samstag wird auch Selenskyjs Frau Olena auf der Buchmesse zu Gast sein. Die ukrainische First Lady wird dann allerdings nicht zugeschaltet, sondern kommt persönlich nach Frankfurt.

  • Spanisches Königspaar eröffnet Buchmesse

    Spanisches Königspaar eröffnet Buchmesse

    Seit heute ist Frankfurt wieder der Treffpunkt für Bücherfreunde aus aller Welt. Bis zu 300.000 Besucher werden dort in den kommenden Tagen auf der Buchmesse erwartet. Den ersten Höhepunkt gab es bereits gestern Abend: die feierliche Eröffnung der weltgrößten Bücherschau durch das spanische Königspaar. Mehr Glanz und Glamour geht kaum: Seine Majestät König Felipe VI von Spanien und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit ihren First Ladies Königin Letizia und Elke Büdenbender beim Rundgang durch den spanischen Pavillon. Die 74. Frankfurter Buchmesse ist offiziell eröffnet – der Ehrengast voll des Lobes für den Gastgeber. Felipe VI, König von Spanien „Die Königin und ich sind außerordentlich froh, heute hier zu sein. Deshalb möchten wir uns sehr bedanken für die Ehre und die Gelegenheit, als Gastland hier mit dabei sein zu dürfen, um unsere Literatur und unsere Sprache zu präsentieren. Bei diesem großen europäischen und weltweiten kulturellen und literarischen Schaufenster – der Frankfurter Buchmesse.“ Dabei sind sich die beiden Staatsoberhäupter einig: Gerade in schwierigen Zeiten wie diesen ist die Macht der Bücher und des gedruckten Wortes gar nicht hoch genug einzuschätzen. Frank-Walter Steinmeier, Bundespräsident „Es sind gewiss die Bücher, die uns die Welt beschreiben, die uns die Welt erklären und die uns die Welt verständlich werden lassen. Und es sind die Bücher, die uns die Welt und ihren jeweiligen Zustand kritisch sehen lassen.“ Erstmals sein Beginn der Corona-Pandemie findet die Frankfurter Buchmesse wieder weitgehend als Präsenzveranstaltung statt. Der Austausch von Angesicht zu Angesicht, für viele macht genau das die Buchmesse erst zur Buchmesse. Dabei schlittert die Branche gerade von einer Krise in die nächste: Steigende Produktionskosten und Umsatzeinbrüche infolge der Inflation sowie ein weltweiter Papiermangel machen vielen Verlagen derzeit schwer zu schaffen. Lothar Wekel, Verlagshaus Römerweg Wiesbaden „Wenn wir bisher drei Euro für eine Produktion ausgegeben haben, müssen wir jetzt das Doppelte ausgeben, bekommen […]

  • Auftakt der Frankfurter Buchmesse

    Auftakt der Frankfurter Buchmesse

    Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann war vor Gericht und konnte somit nicht die Buchmesse eröffnen – die größte Bücherschau weltweit. Vor zwei Jahren gab es aufgrund der Corona-Pandemie nur eine Online-Version, letztes Jahr war die Bücherschau Online und Live – jetzt heißt es endlich wieder ausgiebig: Blättern, stöbern, schmökern. Endlich dreht sich in Frankfurt wieder alles um das Buch. Juergen Boos, Direktor Frankfurter Buchmesse: „Nach zwei Jahren Pandemie das Gefühl wieder zu haben, alle sind da und ich kann alle treffen. Und wenn ich hier über das Messegelände gehe, entdecke ich Dinge ganz anders, die ich vielleicht selbst machen will. Die ich übersetzen will. Autoren, die ich lesen will. Im Digitalen ist das alles zielgerichteter. Hier ist es alles sehr zufällig.  Sich zufällig begegnen – das können Autoren, Verlage und Literaturfans in den kommenden Messetagen bei rund 4.000 Ausstellern. Wichtige Tage für die Buchbranche – aber nicht nur, um Kontakte zu knüpfen. Es wird über sie gesprochen: Denn auch für Verlage sind die aktuellen Preisentwicklungen ein Problem. Karin Schmidt-Friderichs, Vorsteherin Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V.: „Die Papierpreise sind in diesem Jahr schon um 50 Prozent gegenüber früher gestiegen. Die rechnen nochmal mit 30 Prozent im nächsten Jahr. Das puffern sie einfach nicht ab. So viel Mage haben sie nie, nie, nie gehabt.“  Hinzu kommen die eigenen Energiekosten der Verlage. Und: Ein Rückgang der Umsatzzahlen im Buchmarkt. Die liegen zwei Prozent hinter denen vor Corona. Erfreulicher ist da heute schon die Ankunft des spanischen Königspaars in XX, um die Buchmesse in diesen Minuten offiziell zu eröffnen. Spanien ist in diesem Jahr Ehrengast auf der Frankfurter Buchmesse. Und sprachlich besonders reich. Elvira Marco, Projekleiterin Gastauftritt Spanien: „We want to portray that a sepcific moment with histories that are written in spanish of course but also in catalan, in basc, […] because we have […]

  • Habsburger-Ausstellung in Speyer

    Habsburger-Ausstellung in Speyer

    Die Habsburger stellten so viele Regenten, wie kein anderes Adelsgeschlecht in Europa. Das Historische Museum der Pfalz in Speyer widmet der Habsburger-Dynastie jetzt eine große Ausstellung. Es geht um den Aufstieg des Fürsten-Geschlechts, das über 7 Jahrhunderte die Geschichte Europas geprägt hat. Und wer glaubt, die Habsburger, das sind doch alles Österreicher, die haben nichts mit der Pfalz zu tun, der täuscht sich. Wer Macht hat hat Geld und zeigt seinen Reichtum natürlich auch sehr gerne. Die Habsburger machen da keine Ausnahme. Ihr Aufstieg beginnt im 13. Jahrhundert. Mit Rudolf dem ersten. Er gilt als Urvater der Dynastie und kommt aus dem Schwabenland in die Pfalz. Alexander Schubert, Direktor Historisches Museum der Pfalz: Die Habsburger haben eine ganze Menge mit Speyer zu tun. Denn Rudolf der erste, der erste König auf dem Thron hat sich den Dom zu Speyer als Grablegeort ausgesucht. Das tut er nicht von ungefähr, denn hier sind auch die Könige und Kaiser der großen Vorgänger-Dynastien bestattet. Der Staufer und der Salier. Und genau dieses Erbe möchte er anknüpfen. Die Legende sagt, dass er den Tod vor Augen nach Speyer geritten sei, um hier im Dom bestattet zu werden. Deshalb verlassen wir jetzt das Museum und schauen uns den Kaiserdom genauer an. Schon in der Eingangstür ist Rudolf der erste verewigt. Der letzte Ritt nach Speyer. Sein Bildnis und sein Grab befinden sich in der Krypta. 1291 wird er im Dom beerdigt. Der erste Habsburger König. Mit ihm geht es bergauf für die Adligen. Sie gewinnen wichtige Schlachten und betreiben länderübergreifende Familienpolitik. Alexander Schubert, Direktor Historisches Museum der Pfalz: Sie werden immer wieder dafür gerühmt, sehr gute Ehepolitik zu betreiben. Sie hatten sich auch das dynastische Glück, das sie oftmals viele Töchter zur Verfügung hatten. Durch die geschickte Heiratspolitik steigen die Habsburger zur europäischen Großmacht auf. Die […]

  • European Youth Circus in Wiesbaden

    European Youth Circus in Wiesbaden

    Jetzt wird’s beeindruckend: Solche Auftritte sind in Wiesbaden alle zwei Jahre zu sehen. Nun ist es wieder an der Zeit: Der ‚European Youth Circus‘ steht in der hessischen Landeshauptstadt und lockt Nachwuchs-Artisten aus ganz Europa an: So viele Auftritte auf höchstem Niveau gibt’s in ganz Europa nur hier, in Wiesbaden beim European Youth Circus. 37 Artisten aus 14 Länder messen sich in verschiedenen Disziplinen. Mit dabei ist Johann Prinz. Der gebürtige Hesse hat mit acht Jahren im Turnverein Fulda angefangen: Heute – rund 16 Jahre später – hat er einen seiner wichtigsten Auftritte: Johann Prinz, Luftakrobat „Ja, es ist ein bisschen Druck da, aber auch eine sehr große Vorfreude. Ich will zeigen, was ich jetzt erarbeitet habe in den letzten ganzen Jahren. Und ich bin sehr gespannt und hoffe, dass die ganzen Sachen auch funktionieren, wie ich sie auch plane. Ja, das ist so ein bisschen die Gefühlswelt dahinter.“ Johann ist bei den Strapaten zu finden, eine der anspruchsvollsten Disziplinen beim Zirkus. Hier kommt es vor allem auf die Kraft an aber auch auf das Timing. Bei der Probe hat Johann eine gute Figur gemacht. Jetzt wird’s ernst: die letzten Minuten vor seinem Auftritt. Johann Prinz, Luftakrobat „Diese 15 Minuten, zehn Minuten vor dem Auftritt, die sind immer so ganz intense. Weil dann muss ich immer durchatmen und runterkommen und einfach mich warmhalten und alles. Ich bin sehr im Moment, sehr präsent. Denke immer nur einen Schritt weiter, wie ich das am besten über die Bühne bringe. Das ist alles sehr flüssig gewesen, das hat mir sehr Spaß gemacht. Ich konnte einfach den Moment genießen, so soll’s sein. Und ich musste nicht ganz viel nachdenken – war einfach in meinem Flow. Klar ich würde mich natürlich super, mega freuen, wenn sich daraus was ergibt mit einem Preis und einer Auszeichnung.“ […]

  • Optische Täuschungen im Kloster Eberbach

    Optische Täuschungen im Kloster Eberbach

    Es ist wohl eines der bekanntesten Beispiele für optische Täuschung. Die einen sehen auf den ersten Blick ein Glas oder einen Kelch – andere zwei Gesichter im Profil. Ja, optische Täuschungen können unser Gehirn ganz schön verwirren und austricksen. Eine Ausstellung im Rheingau beschäftigt sich jetzt intensiv mit diesem Thema. Mit diesem Raum stimmt etwas nicht. Er ist irgendwie … schräg. „Das schiefe Zimmer“ ist um 15 Grad geneigt. Gar nicht mehr so einfach dann noch geradeaus zu laufen. Timo Georgi, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Kloster Eberbach „Wie komme ich von einer Ecke zur anderen Ecke hier in diesem Raum, ohne dass ich irgendwie ins Trudeln komme? Und das ist auch das Fantastische hier. Erst wenn man sich ein bisschen ausjustiert hat und weiß, was man hier machen muss, damit man durch den Raum kommt, dann ist man hier sehr sicher. Ist man das nicht, begegnet einem das Schild ‚Seekrankheit‘ zutreffend an der Stelle.“ Manche optische Täuschungen werden von verschiedenen Menschen anders wahrgenommen. Sehen Sie hier ein Gesicht oder liegt eine Frau am Strand? Besonders Groß und Klein nehmen die Exponate unterschiedlich wahr: Timo Georgi, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Kloster Eberbach „Ist es ja eine gewisse Sichtweise, wie Kinder an dieses Thema rangehen und wie Erwachsene an bestimmte Dinge rangehen. Von daher: Ich glaube wir Erwachsene lassen uns vielleicht hier und da dann noch häufiger täuschen als die Kinder.“ Auch unsere Kamera weiß vor lauter Täuschungen nicht mehr wohin. Dabei sind gerade Kameras in der Ausstellung „Vertrickst!“ im Kloster Eberbach besonders wichtig. Eric Thomas, Mitarbeiter Kloster Eberbach „In dieser ganzen Ausstellung erschließen sich ja viele Dinge erst mithilfe der Handykamera. Also erst, wenn man es fotografiert, sieht man den Effekt. Und das ist das Besondere. Das ist auch etwas, was ich so auch noch nicht erlebt habe.“ Die meisten optischen Täuschungen funktionieren […]

  • Portraitfotos von Walter Schels in Darmstadt

    Portraitfotos von Walter Schels in Darmstadt

    Seit mehr als 50 Jahren ist er ein Ausnahmefotograf, einer der alle großen Auszeichnungen seines Fachs bekommen hat, einer der ganz großen deutschen Künstler mit der Kamera: Walter Schels, der König des Porträts. Sein Werk ist riesig. Ein Teil davon ist bis zum 8. Januar im Hessischen Landesmuseum in Darmstadt zu sehen. Wir haben uns mit dem 86-jährigen Fotokünstler in seiner Ausstellung getroffen. Walter Schels, Fotograf „Ich knipse. Ich fotografiere nicht, sondern ich knipse. Tack, Tack, Tack. So. Das hier, der Warhol, das ist ein Porträt. Ja. Mit weißem Hintergrund und ohne Bewegung. Ich habe teilweise mit der Großbildkamera gearbeitet. Da kann man sich sowieso nicht so rumdrehen und machen, ja. Das ist ein ganz anderer Stil. Aber bei Warhol hab ich große Bescheidenheit erlebt. Das macht ihn mir nochmal sympathischer.“ Er hat sie alle vor die Linse bekommen. Große Politiker, große Künstler wie Andy Warhol oder Joseph Beuys. Walter Schels wird 1936 geboren, arbeitet erst als Schaufensterdekorateur. Mit 30 Jahren geht er nach New York und wird Fotograf. Kameras interessieren ihn seit seiner Kindheit, besonders die seines Bruders. Walter Schels, Fotograf „Es hat mich sehr fasziniert, mit seiner Kamera durfte ich mal fotografieren und das war eine Sensation für mich. Eine echte Kamera in der Hand und seitdem bin ich Fotograf.“ Ein Meister der Porträts. Weltberühmt sind Walter Schels Tierfotografien. Immer in schwarz-weiß, immer vor einem neutralen Hintergrund. Ganz genauso aufgenommen wie Studioporträts von Menschen. Unterschiedliche Tiere, die ganz selbstverständlich in die Kamera schauen. Das kann nicht so einfach sein. Walter Schels, Fotograf „Die Tiere reagieren sehr viel mehr auf die Stimme, bei Babys genauso, also die Babysprache, und die überträgt sich auch auf Tiere. Das kommt drauf an, ob Löwe oder kleine Katze.“ Auch die große Raubkatze zeigt sich stolz im Porträt. Walter Schels schafft es, das Wesen […]

  • Museen leiden unter Energiekrise

    Museen leiden unter Energiekrise

    Die steigenden Preise für Heizung und Strom, sie treffen auch die Kultureinrichtungen. Durch Klimaanlagen, Beleuchtung und Sicherheitssysteme sind sie besonders energieintensiv. Das Museum in Wiesbaden wird sogar bald die Öffnungszeiten kürzen, um Energie zu sparen. Und damit steht es nicht allein da. Auf eine durchgängige Klimatisierung können Museen allerdings auch ohne Besucher nicht verzichten. Kunst verträgt keinen Energiemangel. Es ist die größte europäische Privatsammlung des Jugendstils. Sie steht im Museum Wiesbaden. Eines von drei hessischen Landesmuseen. Ein prächtiges, ein großes Museum. 7.000 Quadratmeter groß , 6.000 Kunstwerke und über eine Millionen naturwissenschaftliche Exponate. Die Energiekrise trifft das Museum, denn hier ist Gas der Hauptenergieträger. Dr. Andreas Henning, Direktor Museum Wiesbaden „Wir stehen in den Alten Meistern des Museums Wiesbaden, weil diese Werke besonders gefährdet sind in der Energiekriese. Wenn es zu einer Gasmangellage kommen sollte, dann wissen wir nicht, wie wir diese Kulturschätze der Menschheit bewahren können.“ Kunst ist sensibel. Besonders wichtig ist eine hohe Luftfeuchtigkeit. Hier liegt sie immer bei 50 Prozent. Die Leinwände, das Holz, der Schiefer, die Grundierung, die Farben. Alle Materialien regieren, wenn sich die Luftfeuchtigkeit verändert. Dr. Andreas Henning, Direktor Museum Wiesbaden „Das kann dazu führen, dass es zu Substanzverlust kommt. Die Farbe abblättert, Holztafeln reißen, Schiefertafeln kaputtgehen. Irreparable Schäden. Ganz langsame Absenkung zum Beispiel auf 18 Grad, die wir ja im Winter in der Energiekriese sicherlich vornehmen, das können wir machen, wenn es kontrolliert ist. Also wenn wir die Luftfeuchtigkeit, die Temperatur langsam über Tage runterführen, dann machen die Materialien das mit. Ein abrupter Bruch, eine Gasmangellage von jetzt auf gleich und eine enorme Kälteeinwirkung von außen, das wäre verheerend.“ Die Bundesnetzagentur sollte Museen in die Liste der „geschützten Kunden“ aufnehmen, so sieht man es hier in Wiesbaden. In Frankfurt geht schon jetzt das Licht aus. Die Alte Oper wird abends nicht mehr beleuchtet, […]