Kultur

  • Keltisches Fürstengrab entdeckt

    Keltisches Fürstengrab entdeckt

    Die A3 bei Bad Camberg ist eigentlich mehr für ihre zahlreichen Staus bekannt. Ab jetzt aber auch für einen Sensationsfund: das Grab eines Keltenfürsten. Ganz zufällig sind bei Bauarbeiten für einen Solarpark die etwa 2500 Jahre alten Kostbarkeiten entdeckt worden. Für Archäologen ein unglaublich spektakulärer Fund! Ein Halsring aus massivem Gold. Wunderbar erhalten. Das Schmuckstück stammt wohl aus dem 400  Jahre vor Christus. Ein Sensationsfund! Zusammen mit mehreren Goldringen und noch viel mehr, ist er ganz zufällig  bei Bauarbeiten  an der A3 bei Bad Camberg entdeckt worden. Grabbeigaben eines Keltenfürsten. Funde von unschätzbarem Wert. Dr. Axel G. Posluschny, Leiter Forschungszentrum Keltenwelt am Glauberg „Es ist halt einfach schlicht und einfach ein unglaublich herausragendes Grab. Was wir sagen können, ist, dass es die absolute Ausstattungselite eines Grabes ist. Es gibt wenige Gräber, die noch besser ausgestattet sind. Das kriegt man an maximal drei Händen abgezählt, was in Europa da von der gleichen Qualität da ist, wahrscheinlich sogar weniger.“ Auch eine Speerspitze aus Metall stammt aus dem Keltengrab im Taunus. Genauso wie ein weiteres Schmuckstück. Die Funde sind jetzt in Wiesbaden vorgestellt worden. Für die Experten sind sie genauso wichtig, wie die Entdeckung eines keltischen Grabhügels vor 30 Jahren in der Wetterau. Die Statue des „Keltenfürsten vom Glauberg“ ist weltberühmt. Hessen hat jetzt zwei archäologische „Schätze“ aus der Eisenzeit. Christoph Degen (SPD), Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft und Forschung Hessen „Einfach eine tolle Fundstelle. Es ist großartig hier, noch mehr Zeitzeugnisse einfach zu haben auf unserem hessischen Boden. Wir sind sehr gespannt. Es war sicherlich eine hochgestellte Persönlichkeit, mit tollen Funden, und wir sind gespannt, was sich da jetzt alles noch ergibt.“ Die Grabstätte ist in mehreren Erdblöcken geborgen worden. Dass sich in der Erde Sensationelles befindet, haben die Wissenschaftler durch Röntgen- und CT-Aufnahmen herausgefunden. Dafür konnten die Archäologen einen gigantischen Computertomografen […]

  • Festival Nippon Connection in Frankfurt

    Festival Nippon Connection in Frankfurt

    Die Nippon Connection in Frankfurt ist das weltweit größte japanische Filmfestival. Dort gibt es jede Menge Kultur zu entdecken – auch abseits der vielen Filme. Einmal gegen einen waschechten Sumo-Ringer antreten. Oder alte Videospiele aus den Achtzigern zocken. Viel japanisches Essen und fast 100 Workshops und Vorträge. Über 20.000 Besucher strömen in den Mousonturm und zwölf weitere Veranstaltungsorte, wenn es in Frankfurt wieder heißt: „Nippon Connection“ Ob Erstbesucher oder Wiederholungstäter, hier gibt es für jeden was zu entdecken. Maike, aus Eltville „Die Atmosphäre ist cool. Es sind andere Filme, als man sonst im Fernsehen oder Kino findet. Einfach eine andere Kultur.“ Chi, aus Wiesbaden „Wir treffen uns hier, sitzen zusammen, genießen das japanische Essen, trinken zusammen. Auch am Abend und die ganzen Programmpunkte. Es gibt supergute Filme.“ Alfonso, aus Frankfurt „Ich hatte das eigentlich zufällig im Internet gesehen und ich hatte es auch letztes Jahr schon gesehen. Und ich dachte mir: Komm, mal interessanterweise angucken.“ Ob Realstreifen oder der japanische Zeichentrick Anime: Über 100 Filme stehen auf dem Programm, das gibt es so konzentriert nicht mal in Japan selbst. Hinzu gesellen sich über 200 japanische Filmschaffende und Künstler, darunter auch Taichi Kimura. Der Regisseur besucht Deutschland zum ersten Mal und zeigt dem Publikum sein neues Familiendrama. Taichi Kimura, japanischer Filmregisseur „Es gibt sehr viele Gemeinsamkeiten zwischen der deutschen und der japanischen Mentalität. Das man sehr ernsthaft ist und Dinge ziemlich sorgfältig angeht. Ich freue mich drauf, das in vielen Gesprächen und Begegnungen zu erleben.“ Vor 26 Jahren von Studenten gegründet, wird das Festival bis heute überwiegend ehrenamtlich organisiert. Nicolo Dresp ist seit 2009 als Gästebetreuer dabei, inzwischen koordiniert er die Kollegen. Der Dolmetscher lebt mittlerweile selbst in Japan und kennt die Kultur aus erster Hand. Wieviel davon erleben wir denn auf der Nippon Connection? Nicolo Dresp, Gästekoordination Nippon Connection „Ich […]

  • Trier feiert UNESCO-Welterbe

    Trier feiert UNESCO-Welterbe

    Jetzt am Sonntag ist Welterbetag! Die Porta Nigra in Trier ist ein UNESCO-Weltkulturerbe und das Wahrzeichen von Deutschlands ältester Stadt. Aber Trier hat noch viele weitere römische Welterbe-Monumente. Und das bereits seit 40 Jahren. Alle können am Welterbetag kostenlos besichtigt werden. Es geht unter die Erde. Bereits 300 nach Christus beginnen die Römer mit dem Bau gigantischer und ultramoderner Thermen. Hier sind  damals Bedienstete und Sklaven unterwegs, um die Fußbodenheizung für die Wasserbecken und die anderen Gebäude auf dem Gelände zu befeuern und zu warten. Trier heißt damals Augusta Treverorum. Die Kaiserthermen sind eine der größten römischen Badeanlagen nördlich der Alpen. Dr. Karl-Uwe Mahler, Leiter Stabsstelle Römerbauten/UNESCO Trier „Sie dienten natürlich für die Bevölkerung aber sicherlich auch für die hohen kaiserlichen Beamten dazu,  sich zu reinigen, aber die Thermen sind mehr als ein reiner Ort der Hygiene, sondern sie sind ein Treffpunkt, an dem man sich austauscht, vielleicht auch Geschäfte abschließt, sich vergnügt. Es gab verschiedene Möglichkeiten, auch kleine Snacks zu sich zu nehmen, oder Ballspiele zu betreiben. Es ist eine Multifunktionsanlage, die nicht nur der reinen Hygiene dient.“ Die imposanten Überreste der römischen Multifunktionsanlage werden schon in der Antike zu einer Reiteranlage umgebaut. Die Thermen gehören zum UNESCO-Welterbe. Und das bereits seit 40 Jahren. Dr. Karl-Uwe Mahler, Leiter Stabsstelle Römerbauten/UNESCO Trier „Zuerst hatte man eigentlich auch nur geplant, die Porta Nigra, als UNESCO-Welterbe eintragen zu lassen, aber es regte sich schnell dann auch der Wunsch, auch andere Gebäude mit einzubeziehen. Wir gehören mit dem Eintragungsdatum 1986 zu den ganz frühen Welterbestätten in Deutschland selbst. An 7. Stelle von heute 55 Welterbestätten.“ Diese monumentale römische Welterbestätte ist heute eine evangelische Kirche. 67 Meter lang und 33 Meter hoch. Ein imposantes Gebäude, doch in der Antike einfach nur eine kaiserliche Vorhalle. Dr. Karl-Uwe Mahler, Leiter Stabsstelle Römerbauten/UNESCO Trier „Am Ende des […]

  • Rock am Ring startet

    Rock am Ring startet

    Das Kult-Rockfestival Rock am Ring startet. Seit Mittwoch campen bereits Zehntausende Rockfans in der Eifel rund um den Nürburgring um sich angemessen auf drei Tage Rockfestival vorzubereiten. Die Anreise war teilweise ziemlich regnerisch und matschig. Also erschwerte Bedingungen mit Gefahr zum Ausrutschen. Eva Dieterle, Moderatorin: Unser Reporter Moritz Huhn ist vor Ort. Moritz, Du lässt dir vom Wetter aber nicht die Stimmung verderben, oder? Moritz Huhn, Reporter bei Rock am Ring: Ja, Eva, natürlich nicht. Die Rock-am-Ring-Fans sind das ja gewohnt von den letzten Jahren und dementsprechend bestens ausgestattet mit Gummistiefeln und Co. Wir waren vorhin mal auf dem Campingplatz unterwegs. Ich habe mit einigen Festivalbesuchern gesprochen., wie deren Stimmung ist. „War einfach phänomenal. Ich. Ich bin nur durch Zufall hier und es ist einfach das Beste, was mir im Leben je passieren konnte.“ „Wir sind immer gut drauf. Das Bier ist leider leer, deswegen müssen wir gleich ein neues Bier holen, weil dann ist die Stimmung auch besser.“ „Geil. Einfach geile Leute, viel Bier. Das Wetter ist auch scheißegal, man hat immer Bock.“ “ Jetzt ist gerade die Musika aus, aber sonst auf jeden Fall die Musik, die Leute, einfach das ganze Drumherum. Neue Leute kennenlernen.“ Huhn: Also die Fans sind heiß, das Wetter lässt noch ein bisschen zu wünschen übrig. Es soll die kommenden Tage weiterhin stürmisch und regnerisch werden. Jetzt ist gerade mal ein bisschen die Sonne rausgekommen. Und die gute Nachricht: Bis Sonntag soll es kontinuierlich besser werden. Also einem guten Rockwochenende steht eigentlich nichts mehr im Wege. Dieterle: Wir drücken die Daumen. Auf was können sich die Rockfans denn in diesem Jahr freuen? Huhn: Ja, allen voran natürlich Linkin Park. Da gab es großen Jubel, als die letztes Jahr als erste Band für 2026 angekündigt wurden. Und im Anschluss waren die 90.000 Tickets so schnell […]

  • Probenstart für Nibelungenfestspiele

    Probenstart für Nibelungenfestspiele

    Im Juli gibt es in Worms wieder ganz großes Theater. Dann starten die Nibelungenfestspiele. Bevor es raus auf die Freilichtbühne vor dem Kaiserdom geht, wird erstmal drei Wochen lang im Theater geprobt. „Die Hunnenkönigin“ heißt die diesjährige Inszenierung.   „Du warst ein kränklicher Junge, der immer an meinem Rockzipfel hing. Mit wenig Interesse an der Kunst des Krieges. Ja, es ist eine Kunst. Eine, die dein Vater mit großer Macht beherrschte.“ Jeanette Hain spielt Ute. Die Königin-Mutter von Burgund. Es ist die erste Leseprobe. Die große Film-, Theater- und Fernsehschauspielerin freut sich auf den Start von zwei Monaten intensiver Arbeit mit einem großen Ensemble in Worms. Jeanette Hain, spielt Königin-Mutter Ute So, sich anzunähern, sie kennenzulernen. Sozusagen, sich so einzustimmen. Es ist wunderschön, erstmal auch zu lesen und diese Schwingungen herzustellen. Aber ja. Jede Station, glaube ich, birgt ihren eigenen Zauber, ihre eigene Herausforderung. Auch Popstar Alice Merton sitzt bei der ersten Probe mit am Tisch. Die in Frankfurt geborene Deutsch-Britin hat zusammen mit Alexander Wolfe (englisch ausgesprochen: Wolfi) die Songs und den Soundtrack für „Die Hunnenkönigin“ komponiert. Auf der Pressekonferenz im April gab es davon schon mal einen kleinen Eindruck. Freistehend Musik Die diesjährige Inszenierung ist eine Art Musical. Alice Merton, Songwriterin und Sängerin Ich würde sagen, die Musik spielt eine sehr wichtige Rolle. Es ist ja so wie beim Film. Wenn du keine Musik hast, wirkt das komplett anders. Ich glaube, die Musik soll einfach, die Emotionen und das, was man mit den Augen sieht, einfach unterstützen. Also man soll es nicht nur sehen, sondern auch spüren. Und ich glaube, dass kann man mit Musik sehr gut erreichen. Der imposante Wormser Dom ist immer der heimliche Star der Nibelungenfestspiele. Ihn richtig in Szene zu setzten: dafür ist dieses Jahr der Brite Sean Turner zuständig. Sean Turner; Bühnenbildner Du […]

  • Bad Nauheimer Windmühle dreht sich wieder

    Bad Nauheimer Windmühle dreht sich wieder

    Für die Bad Nauheimer war das gestern ein großer Tag: Nach mehr als 200 Jahren hat der alte Mühlenturm am Gradierwerk „Lange Wand“ seine Flügel zurück. Die waren bei einem Orkan im Jahr 1824 zerstört und dann einfach nicht wieder angebracht worden – bis sich ein Bad Nauheimer Förderverein nun der Sache annahm.   Auf diesen Moment mussten die Menschen in Bad Nauheim genau 202 Jahre lang warten: Am alten Salinen-Windmühlenturm drehen sich endlich wieder die Flügel. Wenn auch nicht im Wind: Weil hier heute praktisch kein Lüftchen geht, müssen ein paar Anschieber von innen ein bisschen nachhelfen. Macht aber nichts – die Freude bei den Bad Nauheimern ist trotzdem groß. Monika Gröninger: „Ich bin begeistert. Oder wir sind begeistert. Einfach toll! Schön anzusehen. So was gibt’s ja ganz selten überhaupt noch. Und insofern: Man sieht’s ja an den Menschen, die hier sind. Die sind alle begeistert. Und bei so nem Wetter: Es gibt nix Schöneres.“  Daniel Herrlein: „Die Bad Nauheimer Bürger sind sehr froh, dass jetzt hier ein weiterer Meilenstein, eine weitere Attraktion und ein wichtiges Ereignis, ein wichtiger Bau stattgefunden hat.“  Jörg Reuter: „Wir finden das fantastisch. Und es wird wahrscheinlich auch das neue Stadtbild von Bad Nauheim prägen. Wir fühlen uns wohl. Darf ruhig noch 100 Jahre stehen.“  Dabei hatten die Bad Nauheimer im Laufe der Jahrhunderte fast schon vergessen, was es mit dem Turm am Gradierwerk mal auf sich hatte: Er diente ursprünglich dazu, das Salzwasser über die Salinen zu pumpen um gesunde salzhaltige Luft für die Kurgäste zu produzieren. Thomas Schwab, Wind- und Wasserkunst Bad Nauheim e.V.: „Wenn man die Besucher gefragt hat, selbst die Schüler die haben gesagt: Das war ein Wachturm der Römer. Und die abenteuerlichsten Dinge haben die erzählt. Aber dass das mal eine Windmühle war, um Pumpen zu bewegen, das war […]

  • Neue Gorillas im Frankfurter Zoo

    Neue Gorillas im Frankfurter Zoo

    Gorillas gehören im Zoo zu den beliebtesten Tieren bei den Besuchern. Sie sollen aber nicht nur bestaunt werden, sondern auch wichtige Botschafter für den Schutz des afrikanischen Regenwalds sein. Denn ihr natürlicher Lebensraum ist durch die Besiedelung und Rodung der Urwälder stark bedroht. Im Frankfurter Zoo sind jetzt drei neue Gorillas ins Menschen-Affenhaus eingezogen. Ihr Blick: noch leicht skeptisch. Die 31-jährige Aya ist erst vor sieben Wochen aus den Niederlanden nach Frankfurt gezogen. Zusammen mit ihrem 4-jährigen Sohn Ayabu und der Teenager-Tochter Ayba. Die drei westafrikanischen Gorillas befinden sich in der Eingewöhnungsphase. Sie haben ihr bisheriges Leben zusammen im Rotterdamer Zoo verbracht. Petra Pfeil, Revierleiterin im Menschenaffenhaus Borgori-Wald Also, das ist auf Empfehlung des europäischen Zoo-Erhaltungsprogramms passiert. In Rotterdam musste einiges umgebaut werden und die sollen eine neue Gruppe bekommen, und deshalb waren diese drei Affen, ich sag’ mal so, in Anführungszeichen übrig, und weil wir hier in Frankfurt die Möglichkeit haben, mit zwei Innenanlagen und auch zwei Außenanlagen, können wir die Integration ganz behutsam und langsam gestalten. Integration mit ihm. Dem Silberrücken Viatu. Der relaxte Anführer der Gorillagruppe lebt mit seinen Kindern und seinen Frauen noch in einem anderen Gehege. Der kleine Ayabu wartet schon sehnsüchtig darauf, mit den anderen Gorilla-Jungs zu spielen. Doch bis die drei Neuankömmlinge umziehen dürfen, dauert es noch eine Weile. Petra Pfeil, Revierleiterin im Menschenaffenhaus Borgori-Wald Die erwachsene Tochter Ayba ist natürlich auch total interessiert, weil die langsam natürlich auch als erwachsene Tochter nicht unbedingt Lust hat, mit ihrer Mama und dem kleinen Bruder zusammen zu sein. Die möchte gerne jemanden neuen kennenlernen und hat auch schon ein Auge auf unseren Viatu, unseren Silberrücken, geworfen. Der faule Pascha Viatu und seine Familie sind Flachland-Gorillas. Sie sind vorm Aussterben bedroht, weil in ihrer afrikanischen Heimat ihr Lebensraum immer weiter schrumpft. Petra Pfeil, Revierleiterin im Menschenaffenhaus Borgori-Wald Und […]

  • Frankfurt feiert den Wäldchestag

    Frankfurt feiert den Wäldchestag

    Wäldchestag ist in Frankfurt der Name des Dienstags nach Pfingsten. Dann findet im Stadtwald traditionell in Volksfest statt. Wir sprechen mit unser Reporterin Luca Engel über die Stimmung vor Ort und was den Besuchern geboten wird. Eva Dieterle, Moderatorin: Ja, den Gorillas dürften die sommerlichen Temperaturen heute gefallen, heute ist es an vielen Orten sogar noch einen Tick heißer als die letzten Tage. Und deshalb bin ich richtig neidisch auf meine Kollegin Luca Engel. Die hat sich ein kühles Plätzchen im Wald gesucht, nämlich auf dem Wäldchestag in Frankfurt. Luca, lässt sich’s da gut aushalten? Luca Engel, Reporterin in Frankfurt: Ja, Eva, hier lässt es sich auf jeden Fall aushalten. Ich stehe hier auf dem Rummel mitten im Wald. Ja, und die Stimmung, die ist hier auch super. Ich habe gerade eben mal mit ein paar Frankfurter gesprochen, wie es ihnen heute so geht, und da schauen wir jetzt erst mal rein. Doris, Besucherin: Das ist ja ein traditionelles Fest hier in Frankfurt und ich bin mit einer Freundin hier und es macht einfach Spaß und ist natürlich Luxus, wenn man sich die Zeit rausnehmen kann, am Dienstagmittag hier hinzukommen. Lori, Besucherin: Wir gehen jetzt hier um Wäldchestag bin ich schon mein Leben lang eigentlich immer hin gegangen Und jetzt seit den Kindern gehen wir jetzt auch mittags immer hin und es ist immer fest eingeplant. Dienstagmittag ist ja Familienzeit. Kai, Besucher: Die Stimmung ist doch gut. Also ich meine, es gab schon was Gutes zu essen, Gutes zu trinken und noch was zu trinken. Und jetzt gucken wir noch, was es hier sonst so gibt und dann gucken wir mal, was noch so auf uns heute hier wartet. Luca Engel, Reporterin in Frankfurt: Ja, Eva, wie du merkst die Stimmung hier, die ist echt super. Und so langsam füllt […]

  • Skulpturen Triennale in Bingen

    Skulpturen Triennale in Bingen

    Und jetzt geht’s bei uns um Kunst. Bei diesem Wetter gehen wir nicht ins Museum, sondern auf eine XXL-Freiluftschau in Bingen. Die Skulpturen Triennale.  24 besondere Werke sind entlang des Rheinufers aufgebaut. Kunstwerke unter freiem Himmel, bei freiem Eintritt, für jedermann zugänglich.   Fragile Kunstwerke, die durch ihre Umgebung – durch den Einfluss von Sonne und Wind zum Leben erweckt werden. Und stabile Kunstwerke, die zu einem Ort der Begegnung werden. So, wie die Installation „The talk of the town“ von Lena Marie Emrich.  Lena Marie Emrich, Künstlerin: „Durch das digitale Zeitalter sind wir viel am Phone und verschwinden auch so ein bisschen ins Digitale. Und manchmal ist es schön eine Öffnung zu geben durch ein physisches Zusammenkommen. (…) Und das Schöne an der Skulptur ist, dass sie erst funktioniert, wenn man Platz nimmt. Also der Besucher aktiviert die Skulptur.“ Passend zum Leitspruch der Ausstellung – Verbindung und Zusammenhalt – wird die Frage gestellt: Wie können wir es schaffen, dass ein „WIR“ wieder gelingt? Zum Beispiel, indem Michael Sailstorfer diesen Treibstoff-Tank eines Kampfjets in einen riesigen Holzofen umfunktioniert.  Michael Sailstorfer, Künstler: „Eigentlich geht es darum das Objekt zu entwaffnen. Es kann nicht mehr benutzt werden zur Kriegsführung. (…) Und die Bürger sind aufgefordert das Teil zu benutzen, sich zu treffen, einzuheizen. Das Ding spendet Wärme, was Positives. Und es wird eigentlich eine Art Versammlungsort.“  Diese beiden Brückenteile, die an ein bekanntes schwedisches Holzspielzeug angelehnt sind, sollen eine neue Sitzgelegengeit entlang des Ufers schaffen. Die Brücke – eigentlich ja das Symbol für Verbindung und Verständigung.   Max Brück, Künstler: „Aber man muss natürlich auch dazu sagen, dass die Brückenteile jetzt gerade nicht funktionieren. Diese Brücke gerade nicht geschlagen wird. Sondern das eine Element umgekippt ist. Das andere liegt darauf. Also da ist eine Verbindung, die aber gerade nicht stattfinden kann. Und das […]

  • Stillleben mit Gemüse im Städel

    Stillleben mit Gemüse im Städel

    Elmgreen & Dragset ist ein weltberühmtes Künstlerduo. Ausstellungen des dänisch/norwegischen Duos sind auf der ganzen Welt zu sehen. Im traditionsreichen Frankfurter Städel Museum zeigen die beiden zeitgenössischen Künstler ihre Werke mal nicht in einer Einzelausstellung. Die Skulpturen und Installationen sind im ganzen Haus verteilt zu sehen, praktisch integriert in die verschiedenen Sammlungsbereiche. Eine Frau sitzt ganz allein im Restaurant. Das scheint ihr nichts auszumachen. Sie ist beschäftigt mit einem Facetime-Anruf. Ihre Umgebung nimmt sie gar nicht wahr. Ein alltägliches Bild. Cloud heißt die Installation von Ingar Dragset und Michael Elmgreen. Eine Kritik an der übermächtigen Rolle, die Social-Media in unserem Alltag spielt. Elmgreen & Dragset, Künstlerduo Unsere sehr realistischen Silikon-Figuren, wie die Lady im Hintergrund lösen verschiedene Reaktionen beim Publikum aus. Weil man denken könnte, dass sie reale Personen sind. Hier im Treppenhaus des Musems hängt unser Artist, den man auch von außen sehen kann. Einige Leute haben schon bei der Polizei angerufen, damit ihm geholfen wird. Das ist wundervoll. Weil man sehen kann, es gibt noch Empathie in Frankfurt. Die Leute kümmern sich um ihre Mitmenschen. In der Abteilung „Kunst der Moderne“ liegt ein Säugling auf dem Boden. Ein vergessenes Baby, direkt unter der Pietà des Münchner Malerfürsten Franz von Stuck. Museumsbesucher Ezra hat die Puppe entdeckt. Ezra, Museumsbesucher Finde ich super. Besonders hier in diesem Bereich, wo es sonst etwas klassischer, traditioneller hergeht. Ich finde es gut, wenn sowas auch mal ein klein bisschen durchbricht. Finde ich lustig, stört auf eine angenehme Weise. Auf den ersten Blick wenig beachtet, wird der Junge, der eine Skizze von Frankfurts berühmtesten Sohn Johann Wolfgang von Goethe malt. Er hockt vor Tischbeins berühmten Werk und wird als ganz alltäglich wahrgenommen. Anneliese, Museumsbesucherin Ich habe im ersten Moment gedacht, es sei lebendig. Aber wirklich, ich finde es sehr gut. Manche Skulpturen von Elmgreen & […]

  • Große Rembrandt-Ausstellung in Kassel

    Große Rembrandt-Ausstellung in Kassel

    Hier dreht sich jetzt allerdings alles nur um ein einziges Jahr im Lebens des berühmten Malers. Die Gemäldegalerie im Kasseler Schloss Wilhelmshöhe zeigt die Ausstellung „Rembrandt 1632 – Entstehung einer Marke“. Rund 50 hochkarätige Leihgaben – unter anderem aus London, Mailand und Japan – beleuchten den Moment, in dem aus dem jungen niederländischen Künstler plötzlich ein Name wird, den heute jeder kennt. 1632 zieht der damals 26-jährige Rembrandt Harmenszoon van Rijn nach Amsterdam. Die Stadt boomt, wohlhabende Bürger wollen sich porträtieren lassen — und Rembrandt nutzt genau diese Chance. Indem er vor allem sich selbst malt. Nicht aus Selbstverliebtheit, sondern aus Strategie Justus Lange, Kurator „Rembrandt 1632 – Entstehung einer Marke“ „Wie er sich als wohlhabender Amsterdamer Bürger zeigt, mit Hut, weißem Kragen und schwarzer Tracht. Miniaturhaft zeigt er hier, so könnten auch sie aussehen, wenn sie bei mir ein Porträt in Auftrag geben.“ Doch um den Durchbruch zu schaffen, muss der Müllerssohn auf dem Amsterdamer Kunstmarkt irgendwie herausstechen und experimentierfreudig sein. Marina Heß, Kuratorin „Rembrandt 1632 – Entstehung einer Marke“ „Und das macht er, indem er unglaublich innovativ arbeitet. Das kann man besonders schön, bei der Auferweckung des Lazarus sehen. Nie wurde Christus von hinten gezeigt, das ist was vollkommen Neues, was man so überhaupt nicht kannte. Und offensichtlich ist er damit unglaublich erfolgreich, die Menschen finden das ganz fantastisch.“ Neben seinem Talent hat er auch ein Gespür fürs Marketing. Angelehnt an großen Meistern wie Michelangelo, signiert er seine Bilder ab 1632 fast schon frech nur noch mit Vornamen: die Marke „Rembrandt“ ist geboren. Die fasziniert damals wie heute auf die gleiche Art: Alles wirkt lebendig. Justus Lange, Kurator „Rembrandt 1632 – Entstehung einer Marke „Die Personen stehen nicht einfach da wie Zinnsoldaten oder ganz starr, sondern eine kleine Bewegung wird angedeutet. Bei dem Mann, der die Feder schneidet […]

  • Grimm-Festspiele Hanau starten mit Weltpremiere

    Grimm-Festspiele Hanau starten mit Weltpremiere

    „Es war einmal ein Schneider, der hatte drei Söhne und eine Ziege.“ So beginnt das bekannte Märchen „Tischlein deck dich“ Heute Abend feiert auf den 42. Grimm-Festspielen in Hanau eine moderne Neuinszenierung Weltpremiere. Vorhang auf für: „Tischlein deck dich – Das Musical“. So hat man „Tischlein deck dich“ noch nicht gesehen: modern, politisch und überraschend aktuell. Die Macher der Brüder-Grimm-Festspiele stellen jedes Jahr ein Leitthema in den Fokus und wählen dazu passende Märchen aus. Jeroen Coppens, Dramaturgie Brüder Grimm Festspiele „Das Thema in diesem Jahr ist Eitelkeit, weil es leider Gottes ein sehr aktuelles Thema ist. Die meisten Märchen sind zwischen drei und fünf Seiten lang. Und daraus dann eine Theatervorstellung zu machen, die den ganzen Abend füllt, bedeutet, dass man ganz viel Möglichkeit hat für kreative Interpretationen.“ Und genau diese Freiheit nutzt die Inszenierung: Aus dem Märchen wird eine neue Geschichte. Statt eines Schneiders steht hier Björn Schneider im Mittelpunkt – der beliebte Bürgermeister von Grimweiler. Durch seinen hinterlistigen Rivalen Alfons Knickel und eine bösartige Zauberin gerät er in große Gefahr. In Gestalt einer Ziege verwirrt die Zauberin seine Familie, sodass die drei Kinder aufbrechen müssen, um mit magischen Gegenständen das Schicksal der Stadt zu retten. Tristan Braun, Regisseur „Tischlein deck dich“ „Uraufführungen sind immer was unglaublich Spannendes, weil man ein Stück auf die Bühne bringt, was vorher noch nie gespielt wurde. Das heißt es geht auch viel darum gemeinsam mit einem Ensemble auf ein Ensemble etwas zuschneiden zu können. Das Ensemble ist in diesem Jahr hochkarätig besetzt: Der mehrfach ausgezeichnete Musicalstar Andreas Bieber übernimmt die Rolle des Bürgermeisters. Andreas Bieber, Hauptdarsteller „Dieser Bürgermeister ist so ein bisschen ein Gutmensch. Es ist halt der, bei dem alles super läuft. So. Das erst mal ist als Schauspieler eine glatte Sache. Wo man sagt ‚aber wo sind denn die Ecken und […]

  • Internationale Tage Ingelheim

    Internationale Tage Ingelheim

    Jedes Jahr, wenn in Ingelheim die „Internationalen Tage“ stattfinden, dann verwandelt sich die rheinhessische Stadt in eine Kunstmetropole. In diesem Jahr gibts ein internationales Crossover. Im Kunstforum trifft englische Kunst aus dem 19. Jahrhundert auf zeitgenössische Kunst aus Japan. Die Schnitte im Papier zeigen, wo das 19. Jahrhundert auf die Gegenwart trifft. Die Radierung „Battersea in der Morgendämmerung“ steckt in der Fotografie von Hiroyuki Masuyama. Die Radierung ist 1863 entstanden. Vom damals weltberühmten britischen Künstler James NcNeill Whistler. Sein japanischer Kollege fotografiert über 150 Jahre später die gleichen Orte in London und schafft so neue Kunstwerke. Das ist das Markenzeichen von Hiroyuki Masuyama. Die Macher der „Internationalen Tage Ingelheim“ haben den 57-Jährigen extra für die Ausstellung auf Reisen geschickt. Dr. Katharina Henkel, Leiterin Internationale Tage Ingelheim „Weil der sich seit über 30 Jahren mit Künstlern des 19. Jahrhunderts insbesondere befasst. Normalerweise arbeitet er viel mit farbigen Werken, also seine Referenz sind dann Gemälde. Und ich habe ihn gefragt, ob er sich vorstellen könnte, auch mit Schwarz/Weiß-Grafik neue Werke zu schaffen, und nach einer kurzen Bedenkzeit hat er zugestimmt.“ Hiroyuki Masuyama reist auch nach Venedig. Dort hat sich im Laufe der Jahrhunderte nicht viel verändert. Der Künstler, der 1879 mit seinen Druckplatten und Radiernadeln in der Lagunenstadt unterwegs ist, feiert gerade ein großes Comeback. James McNeill Whistler wird in London mit einer Einzelausstellung gewürdigt und in Ingelheim mit diesen ganz besonderen neuen Arbeiten. Dr. Katharina Henkel, Leiterin Internationale Tage Ingelheim „Die Vergangenheit liegt unterhalb der Gegenwart, also wie eine Schichtung in der Zeitgeschichte, wie in der Archäologie. Nur auf die Topografie der Städte bezogen und nicht in der Horizontalen, sondern in der Vertikalen.“ Bei Hiroyuki Masuyama geht es immer um Raum, Zeit und Veränderung. In seine große Holzkugel kann der Ausstellungsbesucher hinein krabbeln. Wird die Luke geschlossen, dann leuchten ganz viele […]

  • Euro-Skulptur wird gereinigt

    Euro-Skulptur wird gereinigt

    Am 9. Mai, also am kommenden Samstag, ist Europatag. Das ist der Tag, an dem sich die Europäische Union feiert und an den friedlichen Zusammenhalt der Länder Europas nach Ende des zweiten Weltkriegs erinnert. Grund genug, das wohl bekannteste Symbol der europäischen Einheit, die große Euro-Skulptur vor der Frankfurter Skyline, mal wieder auf Hochglanz zu polieren. Frühjahrsputz statt Taubenschmutz: 25 angehende Gebäudereiniger von der Philipp-Holzmann-Berufsschule Frankfurt haben sich für heute was Großes vorgenommen. Mit einer Hebebühne geht es hoch in luftige Höhen. Unter den strengen Augen von Fachlehrerin Aliye Aslandogdu dürfen sich die Auszubildenden an einer der bekanntesten Skulpturen der Welt ausprobieren. Eine besondere Herausforderung: Denn scharfe Reinigungsmittel sind hier absolut tabu. Aliye Aslandogdu, Philipp-Holzmann-Schule „Die Abdeckungen sind aus Plexiglas. Die sind sehr empfindlich. Kratzempfindlich. Deswegen haben wir jetzt hier Leinentücher, Baumwolltücher, mit denen wir sozusagen vorher abspülen im Hintergrund mit dem Hochdruckreiniger. Dass wir den ganzen Grobschmutz entfernen und dann ganz leicht nur mit Wasser abziehen.“ Seit fast 25 Jahren steht die 14 Meter hohe Euro-Skulptur des Sachsenhäuser Künstlers Ottmar Hörl nun schon im Frankfurter Bankenviertel – und hat sich seitdem zu einer echten Attraktion gemausert: Das blau-gelbe Kunstwerk aus Stahl und Akryl gilt inzwischen sogar als das meistfotografierte Motiv der gesamten Mainmetropole. Im Minutentakt bleiben Touristen aus aller Welt für ein Selfie stehen. Dass das Euro-Zeichen vor der Frankfurter Skyline mal dermaßen Karriere machen würde, hätte selbst der Künster nicht erwartet. Ottmar Hörl, Künstler „Also egal wo ich hinkomme auf der Welt, und ich stelle ja irgendwo weltweit aus, da muss ich sagen: Selbst, wenn mich niemand kennt, und ich hole mein Handy raus und zeige das, dann wissen alle: Der Typ muss bedeutend sein!“ Umso erstaunlicher, dass das berühmte Kunstwerk vor Kurzem beinahe für immer verschwunden wäre: Denn die Stadt war nicht mehr dazu bereit, die Unterhalts- […]

  • "Unter die Haut" in Rüsselsheim

    „Unter die Haut“ in Rüsselsheim

    Tattoos sind schon seit langer Zeit salonfähig. Sie gehören zum Alltag. Ob auf dem Körper, in der Werbung, in Sozialen Medien oder auch in der Kunst. In der Ausstellung „Unter die Haut“ in den Rüsselsheimer Opelvillen werden jetzt zum ersten Mal Werke präsentiert, bei denen sich alles um Tinte, Tattoos und Tätowierte dreht. Sie präsentieren sich, oder besser ihre Haut, der Kamera. Menschen aus dem Hamburger Kiez, die in den 1950er und 60er Jahren stolz auf ihre Tattoos sind. Zu einer Zeit, als das noch ziemlich anrüchig war. Fotografien von Herbert Hoffmann. Ein legendärer Tätowierer, der am Anfang einfach nur auf der Suche nach jemandem ist, der ihm ein Tattoo sticht. Dr. Beate Kemfert, Leiterin der Opelvillen Rüsselsheim „In dieser Begeisterung fürs Tätowieren, war es erstmal schwierig, jemanden zu finden, der ihn tätowiert hat. Und so ist er erstmal losgezogen mit seiner Kamera, um zu zeigen: Wo sind diese Menschen, wo sind all diejenigen mit ihren Tattoos? Weil die natürlich in den 50er Jahren unter der Kleidung versteckt waren. Er spürt sie auf, in der Vor-Internet-Zeit eine große Recherche, klingelt einfach, fährt hin und fotografiert sie. Man sieht in der Ausstellung, die entblößen sich, zeigen ihre Rücken, ihre Körper, und teilweise war er dann selbst erstaunt. Weil er so viele tätowierte Menschen vorher noch nicht gesehen hatte.“ Zu sehen sind nicht nur historische Fotografien. Auch zeitgenössische Tattoo-Kunst. Zum Beispiel von David Schiesser. Der gebürtige Frankfurter verwandelt 3-D-Scans von Tätowierungen in Skulpturen und erzählt durch seine Zeichenvorlagen Geschichten. David Schiesser, Tattoo-Künstler „Ich habe Kunst in Offenbach studiert und habe da auch gleichzeitig das Tätowieren so ein bisschen mir selbst beigebracht. Mit der Zeit hat sich das so ein bisschen verselbstständigt. Heute bin ich jemand, der viel zeichnet, ganz viel malt und immer mal wieder diese Zeichnungen auf Leute tätowiert.“ Ein Mann […]