Unglück

  • Demonstration im Ahrtal

    Demonstration im Ahrtal

    Die Jahrhundert-Flutkatastrophe im letzten Sommer – sie hat viele Menschenleben gefordert und tausende Häuser zerstört. Die Anwohner kämpfen seitdem mit den Folgen und versuchen den Wiederaufbau zu stemmen. Doch der schreite viel zu langsam voran. Rund zehn Monate nach der Katastrophe regt sich Unmut im Ahrtal. Stefan Kurth und Doris Hein stehen auf ihrem Grundstück in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Dort wo sie einst Gäste in ihrer Straußwirtschaft im Garten bewirtet haben steht nichts mehr. Alles wurde von der Flut mitgerissen. Und auch das Privathaus der Familie stand zwei Meter hoch unter Wasser. Noch immer leben die beiden in einem Provisorium. Aus eigener Kraft haben sie schon viel gestemmt – doch auf die versprochenen finanziellen Hilfen zum Wiederaufbau ihres Hauses müssen sie mehr als vier Monate warten. Doris Hein, Flutbetroffene aus Bad-Neuenahr Ahrweiler: „Also letzte Woche haben wir die erste Abschlagszahlung bekommen. Und das ist schön, dass die gekommen ist. Aber zwischendurch hat uns das schon sehr sehr mürbe gemacht, weil es einfach so lange gedauert hat. Wir konnten uns einfach nicht erklären, woran das liegt. Wir haben versucht da anzurufen, ne Email zu schreiben und eigentlich hat man da auch keinen erreicht.“ Längst sei noch kein Alltag eingekehrt im Ahrtal und doch würden beispielsweise Versorgungszelte, die kostenlos ein warmes Essen bieten, jetzt geschlossen. Für die Anwohner eine Katastrophe. Stefan Kurth, Flutbetroffener aus Bad-Neuenahr Ahrweiler: „„Diese Treffpunkte sind wichtig, dass sich die Leute halt versorgen können, weil viele auch nicht die Zeit haben einkaufen zugehen. Und zumal, wenn keine Küche und kein Kühlschrank vorhanden ist, wo sollen wir das zubereiten? Wo sollen wir es lagern? Und das ist halt so bei den Meisten noch der Fall.“ Mit den Problemen steht die Familie nicht alleine da. Rund 250 Betroffene haben sich deshalb gestern Abend zu einer Demonstration zusammengefunden, zum ersten Mal überhaupt im […]

  • Panzerausbildung: Artillerieschule in Idar-Oberstein soll ukrainische Soldaten ausbilden

    Panzerausbildung: Artillerieschule in Idar-Oberstein soll ukrainische Soldaten ausbilden

    Seit zweieinhalb Monaten führt Russland Krieg gegen die Ukraine. Seitdem hat sich viel verändert. Auch die deutsche Position, keine schweren Waffen an die Ukraine zu liefern, gehört der Vergangenheit an. Deutschland liefert nun auch die Panzerhaubitze 2000 und wird auch ukrainische Soldaten an der Artillerieschule in Idar-Oberstein daran ausbilden. Vor Ort ist man darüber geteilter Meinung. Die Artillerieschule in Idar-Oberstein. Sie gilt als einer der weltweit besten Ausbildungsorte für schwere Kriegsgeschütze wie die Panzerhaubitze 2000. Diese Aufnahmen zeigen, wie vor einigen Jahren litauische Soldaten an dem Artilleriegeschütz ausgebildet wurden. In dieser Woche sollen auch Soldaten aus der Ukraine ihre Ausbildung hier beginnen. Viele Menschen in Idar-Oberstein finden das richtig. Dieter Hahn, Leiter einer Diamantschleiferei „Wenn man bereit ist, die Panzerhaubitzen zu liefern, machts ja keinen Sinn, die zu liefern und die Leute können sie nicht bedienen. Und da wir nun einmal die Artillerieschule in Idar-Oberstein haben, ist das zwangsläufig.“ Claudia Christ, Leiterin eines Parfumladens „Ich bin dafür, dass die ukrainischen Soldaten ausgebildet werden militärisch und alles bekommen, was sie brauchen, um Putin plattzumachen.“ Gut sechs Wochen lang sollen rund 20 ukrainische Soldaten mit Vorkenntnissen an der Panzerhaubitze ausgebildet werden. Sieben Haubitzen will die Bundeswehr an die Ukraine liefern, doch über den Nutzen sind sich Militärexperten uneins. Der ehemalige Oberst Ralph Thiele aus Nickenich sagt, die Lieferung der Haubitzen alleine reiche nicht aus. Ralph Thiele, Präsident EuroDefense „Wo es mangeln wird, ist das Taktische. Dazu braucht man ein Feuerleitsystem, Adler heißt das in dem Fall, mit dem man das macht – und genau das gibt es nicht mit. Das heißt also, das, was man eigentlich machen würde, die Exzellenz der Ausbildung, nämlich mit dem Feuerleitsystem im Verbund mit anderen, das alles perfekt machen, damit man schneller, besser ist und das gemeinsam wirken kann, dieser Teil wird eher kurz kommen.“ Unklar sei […]

  • Touristen kehren ins Ahrtal zurück

    Touristen kehren ins Ahrtal zurück

    Die Flut im Ahrtal hat einen immensen Schaden angerichtet. Neben Wohnhäusern hat das Wasser auch Gasthäuser, Restaurants und Weingüter getroffen. Und somit den Tourismus als einen der wichtigsten Wirtschaftszweige in der Region. Nun soll der Tourismus im Ahrtal wiederbelebt werden. Zum Beispiel mit der Aktionen „Wandern für den Wiederaufbau!“. Wein trinken, essen und wandern. Im Ahrtal sind endlich wieder Touristen unterwegs. Zwischen den Rebstöcken oberhalb der Ahr, schenken Winzer wieder aus. Entlang des Rotweinwanderwegs zwischen Dernau und Altenahr. So zieht die Aktion „Wandern für den Wiederaufbau“ seit Ende April tausende Touristen ins Ahrtal. Reiner Dahm „Wir lieben die Ahr und möchten damit bekunden, ein bisschen Geld hier lassen, dass wir auch zum Wiederaufbau, dass das wieder wird wie es früher war.“ Iris Bogusch „Ich freue mich auch richtig, dass zahlreiche Gäste kommen und dass das Ahrtal eigentlich auch wieder mit Leben gefüllt wird.“ Christian Jungbluth „Die Menschen hatten es hier ja schwer genug in der letzten Zeit und für einen guten Zweck trinken wir ja gern das ein oder andere Glas Wein.“ Doch nicht nur der Wein füllt die leeren Kassen der Winzer. Touristen können auch Armbänder und Gläser kaufen. Das Geld fließt in den Wiederaufbau des Tourismus. Damit sollen Dorfplätze wieder hergerichtet oder neue Bänke an der Ahr aufgestellt werden. Ingrid Näkel-Surges vom Verkehrsverein Dernau hat die Aktion schon letzten Herbst mitorganisiert. Schon da war sie ein Erfolg. Ingrid Näkel-Surges, Vorsitzende Verkehrsverein Dernau „Im Dorf ist alles zerstört, es gibt keine Restauration mehr es gibt keine Hotels mehr, wir müssen in die unzerstörte Natur am Rotweinwanderweg gehen und da können wir uns auch präsentieren. Und vor allem müssen wir im Gespräch bleiben, wir müssen unseren Gästen, die häufig kommen die Angst nehmen, dass sie Katastrophentouristen sind.“ Aber nicht nur oben in den Hängen, sondern auch unten im Tal geht’s […]

  • LKW rast in Haus

    LKW rast in Haus

    Gestern Abend ist im rheinland-pfälzischen Windhagen in LKW, der mit einem Schwertransport beladen war, aus bisher ungeklärten Gründen in einen Hauseingang gekracht. Schrecksekunden in der etwa 4.300 Einwohner starken Ortsgemeinde Windhagen im Norden von Rheinland-Pfalz. Gestern Abend gegen 18:00 Uhr kommt ein aus Richtung Hohn fahrender LKW von der Fahrbahn ab und fährt anschließend in den Eingangsbereich eines Wohnhauses. Tim Wessel, Pressesprecher Verbandsgemeinde Asbach „Um den Fahrer aus dem Fahrerhaus befreien zu können, musste eine Rettungsplattform aufgebaut worden, also eine Art Gerüst, dass wir auf die Höhe des LKW drankamen. Das ist uns sehr schnell gelungen, weil hier parallel auch ein Rüstwagen mit im Einsatz war. Der Fahrer wurde dann über ein Rettungsbrett nach draußen gebracht und sofort hat dann der Rettungsdienst mit der Feuerwehr gemeinsam die Reanimationsmaßnahmen eingeleitet.“ Die Reanimationsversuche bleiben erfolglos, der Fahrer verstirbt noch am Unfallort. Die Bewohner des Hauses bleiben hingegen unversehrt. 25 Einsatzkräfte der Feuerwehren Windhagen und Asbach sind auch damit beschäftigt, größere Mengen an ausgelaufenem Kraftstoff und Öl zu beseitigen. Wegen des Unfalls wird noch am Abend eine weiträumige Umleitung eingerichtet. Wie es zu dem Unfall gekommen ist, das steht zurzeit noch nicht fest. Daher bittet die Polizei, dass sich Zeugen bei der nächsten Polizeidienstelle melden.

  • Forschung im Ahrtal: Mit Drohnen gegen Katastrophen

    Forschung im Ahrtal: Mit Drohnen gegen Katastrophen

    In der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021 stürzte bei der schrecklichen Flutkatastrophe nicht nur Wasser durch das Ahrtal. Geröll, Bäume und Autos erhöhten die Wucht der Flutwelle noch deutlich. Insgesamt starben dabei damals 134 Menschen. Jetzt soll ein digitales Geländemodell dabei helfen, sogenannte Massenbewegungen vorherzusagen und letztlich zu verhindern. Die Rekonstruktion der Flutnacht und ihre geologischen Ursachen, aber auch die Vorhersage neuer Ereignisse: Diese Ziele verfolgt das Forschungsprojekt des Instituts für Geowissenschaften der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Dabei besonders im Fokus: Sogenannte Massenbewegungen. Prof. Frieder Enzmann, Institut für Geowissenschaften Universität Mainz „Also nicht nur das Wasser ist für das Schadenspotential entscheidend, sondern was ist auch in dem Wasser drin oder was wird in dem Wasser bewegt. Das können Baumstämme, Autos – man hat es gesehen in den Aufnahmen, was da passiert ist – und auch der Boden, der von den Hängen mit rein reingespült wird in die Ahr, all das erhöht die Energie des Wassers und führt dann auch zu größeren Schäden. Vor allem an besonderen Stellen im Uferbereich, den sogenannten Prallhängen, kann es eben zu massiven Erosionen, Unterspülungen führen, die dann die Schäden deutlich erhöhen.“ Diese Vorgänge früher erkennen: Dabei hilft das vor drei Jahren gegründete Start-up-Unternehmen aeroDCS, das mit hochentwickelten Drohnen und Kamerasystemen arbeitet. Unter der Leitung von Hans-Peter Thamm, Geograph und Professor für Fernerkundung, hat das Unternehmen aus Koblenz mit 6.500 Einzelaufnahmen ein digitales Geländemodell von der besonders stark betroffenen Gemeinde Schuld erstellt. Hans-Peter Thamm, Technischer Leiter aeroDCS GmbH „Auf der einen Seite können wir die Topographie, also das Gelände, sehr genau 3D aufnehmen. Dann können wir die Hangneigung ableiten. Die Exposition, also ob es nach Süden / Norden, das ist auch für die Erosion nicht unwichtig. Und wir sehen halt auch die Kluftstrukturen. Also gerade das Ahrtal ist geologisch überprägt, also da gibt es sehr […]

  • Weitere Nachrichten im Überblick

    Weitere Nachrichten im Überblick

    Ball des Sports kommt nach Frankfurt +++ Grünen-Politiker Braun bleibt im Flut-Ausschuss +++ AWO fordert Millionensumme von Ex-Chef     Ball des Sports kommt nach Frankfurt: Die Stadt Frankfurt wird ab 2023 neuer Gastgeber des „Ball des Sports“. Die Veranstaltung der Stiftung Deutsche Sporthilfe soll demnach bis 2027 in der Mainmetropole gastieren. Das Event war von 2002 bis 2006 schon einmal in Frankfurt beheimatet gewesen, zuletzt hatte es 14-mal nacheinander in Wiesbaden stattgefunden. Da die hessische Landeshauptstadt aber eine weitere Bezuschussung der Sportgala abgelehnt hatte, hatten sich mehrere Städte als neuer Gastgeber beworben. Wann genau der Ball des Sports im kommenden Jahr in Frankfurt steigt steht noch nicht fest. Am 16. Juli findet er zum letzten Mal im Wiesbadener RheinMain CongressCenter statt. Grünen-Politiker Braun bleibt im Flut-Ausschuss: Der Untersuchungsausschuss „Flutkatastrophe“ im rheinland-pfälzischen Landtag hat heute beschlossen, dass der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Bernhard Braun, weiterhin als Mitglied an den Sitzungen teilnehmen darf. Die Oppositionsparteien hatten zuvor Brauns Ausschluss aus dem U-Ausschuss beantragt. CDU, AfD und Freie Wähler hatten Braun vorgeworfen, er habe am Abend der Flutkatastrophe mit der damaligen Umweltministerin Anne Spiegel in engem Kontakt gestanden. Er sei daher nicht neutral und müsse den Ausschuss verlassen. Die Regierungsfraktionen aus SPD, Grünen und FDP stellten heute klar, Braun sei an den Vorgängen in der Flutnacht nicht beteiligt gewesen und werde deshalb nicht ausgeschlossen. Der U-Ausschuss hat heute außerdem beschlossen den ehemaligen Landrat des Kreises Ahrweiler, Jürgen Pföhler, als Zeuge zu befragen. Ihm werden schwere Versäumnisse in der Flutnacht zur Last gelegt. Auch die Staatsanwaltschaft ermittelt. AWO fordert Millionensumme von Ex-Chef: Die Frankfurter Arbeiterwohlfahrt AWO hat ihren ehemaligen Geschäftsführer Jürgen Richter auf Schadenersatz in Höhe von 1,2 Millionen Euro verklagt. Das Frankfurter Arbeitsgericht hat den Eingang der Klage heute bestätigt. Auch gegen Richters Ehefrau Hannelore sei Klage eingereicht worden. Sie hatte den AWO-Kreisverband […]

  • Weitere Nachrichten im Überblick

    Weitere Nachrichten im Überblick

    Ukraine-Krieg führt zu Milliardenverlust +++ Landesweite Bus- und Kitastreiks +++ Aufnahme von Flüchtlingen wird schwieriger   Ukraine-Krieg führt zu Milliardenverlust: Der Kasseler Öl- und Gaskonzern Wintershall DEA hat für das erste Quartal einen Nettoverlust von 1 Milliarde Euro gemeldet. Hauptgrund ist, dass der Konzern seine Beteiligung an Nordstream 2 abschreiben musste. Die Gas-Pipeline hatte wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine keine Genehmigung erhalten. Vorstandschef Mario Mehren stellte heute klar, dass Wintershall DEA keine neuen Energieprojekte mit Russland beginnen werde. Mario Mehren, Hauptgeschäftsführer Wintershall Dea: „Wintershall Dea ist jetzt seit über 30 Jahren in Russland aktiv. Aber auch für langjährige wirtschaftliche Partnerschaften gibt es rote Linien. Russland hat die rote Linie mit diesem Angriffskrieg überschritten.“ Der Konzern, der zu 70 Prozent der BASF in Ludwigshafen gehört, werde sich aber nicht vollständig vom russischen Markt zurückziehen. Sonst bestehe die Gefahr, dass Vermögenswerte in Milliardenhöhe an den russischen Staat fallen. Landesweite Bus- und Kitastreiks: Wegen eines Streiks im privaten Busgewerbe haben heute viele Berufspendler und Schüler in Rheinland-Pfalz vergeblich auf einen Bus gewartet. Mit der Arbeitsniederlegung will die Gewerkschaft verdi in den festgefahrenen Tarifverhandlungen höhere Löhne durchsetzen. Der Streik soll morgen fortgesetzt werden. Dann soll es auch eine Demonstration vor dem Ministerium für Umwelt und Mobilität in Mainz geben. Darüber hinaus bleiben heute und morgen auch viele kommunale Kitas dicht. Auch hier fordert die Gewerkschaft verdi höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen. Aufnahme von Flüchtlingen wird schwieriger: Nach Ansicht des Gemeinden-und Städtebundes Rheinland-Pfalz wird es zunehmend schwieriger, Flüchtlinge unterzubringen. Zwar komme ein Großteil der Geflüchteten aus der Ukraine zurzeit vor allem bei Privatpersonen unter, das sei aber keine langfristige Lösung. Neben Ukrainern suchten weiterhin auch Flüchtlinge aus anderen Ländern wie Syrien nach Wohnungen. Der Kommunalverband sieht bei der Aufnahme von Flüchtlingen aktuell vor allem die Städte stark belastet und fordert deshalb finanzielle Unterstützungen […]

  • Beratung im Ahrtal

    Beratung im Ahrtal

    Schon über neun Monate ist die Flut-Katastrophe im Ahrtal her. Dabei haben 134 Menschen ihr Leben verloren, mehr als 9.000 Gebäude wurden zerstört. Seit Monaten geht der Wiederaufbau voran, doch die Hilfen von Bund und Land werden nur schleppend angenommen. Es wurden erst 2.200 Anträge für die Wiederaufbau-Hilfe gestellt. Im Rahmen des Pilot-Projekts „Aufsuchende Beratung“ laufen nun Helfer durch das Ahrtal, um auf die Angebote Aufmerksam zu machen. Wir haben sie dabei in Altenahr begleitet. Rolf Kelzenberg: „Hallo, guten Morgen. Hast du mal ein paar Minuten für uns?“ Zuhören, fragen und helfen. Rolf Kelzenberg und Daniel Jeske beginnen ihre Tour heute bei Stefanie Nelles im Haus Caspari. Bei der Flutkatastrophe letzten Sommer stand das Haus komplett unter Wasser. Sie erzählt, dass sie gerade an einem neuen Konzept für ihr Gasthaus arbeitet. Erst dann kann sie die Hilfsgelder beantragen. Obwohl sie gerade keine Unterstützung von den Helfern braucht, freut sie sich trotzdem über den Besuch. Stefanie Nelles, Inhaberin Haus Caspari: „Man fühlt sich ja schon manchmal so ein bisschen allein gelassen. Jetzt nicht, dass man unbedingt allein gelassen wird aber man steht halt hier vor so einer Mammutaufgabe und das ist so, man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr, weil man nicht mehr weiß. Und wenn dann einer kommt und einen dann so ein bisschen in die richtige Richtung schubst ist dann auch ganz nett.“ Seit einer Woche sind die Berater in Altenahr unterwegs und haben schon hunderte Gespräche geführt. Dabei wollen sie auch erfahren wo es beim Wiederaufbau noch hakt. Missy Motown, Geschäftsführerin Helfer-Stab: „Und so ist die Idee relativ schnell entstanden eigentlich, da mal ganzheitlich auf die Menschen zuzugehen. Was sind eigentlich deren Sorgen, Ängste und Nöte. Und an welchen Bereichen können wir hilfreich sein.“ So drehen sich die Gespräche nicht nur um Anträge und Formulare. Rudi […]

  • Mutter und Tochter sterben bei Zugunglück in Linden

    Mutter und Tochter sterben bei Zugunglück in Linden

    Am Bahnhof im hessischen Großen-Linden gab es gestern Abend einen tödlichen Unfall. Dabei wurden zwei Frauen, eine 55-Jährige und deren 20-jährige Tochter, von einer Regionalbahn erfasst und getötet. Eine weitere Tochter blieb unverletzt, erlitt aber einen Schock. Kerstin Müller, Sprecherin Polizeipräsidium Mittelhessen „Eine 55-Jährige ist nach derzeitigem Ermittlungsstand in das Gleisbett getreten, um den Bahnsteig zu wechseln. Sie hat nicht die vorhandene Unterführung genutzt. Die 20-jährige Tochter, die dabei war, hat offenbar gesehen, dass ein herannahender Zug in der Anfahrt war und hat versucht ihre Mutter aus dem Gleisbett noch zu ziehen. Dabei ist es zu diesem Unglück gekommen und der Zug ist in die zwei Frauen gefahren und hat die tödlich verletzt.“ Der Regionalexpress in Richtung Frankfurt hatte keinen planmäßigen Halt in Linden und war mit   rund 160 Stundenkilometern auf der Durchfahrt. Wie die Polizei bestätigt hatte die 55-Jährige eine Gehbehinderung. Ob das der Grund war, warum sie sich nicht eigenständig in Sicherheit bringen konnte, ist noch unklar. Die Polizei in Gießen hat nun die Ermittlungen zum Unfallhergang aufgenommen und sucht nach Zeugen.

  • Klangwelle wird Dankwelle

    Klangwelle wird Dankwelle

    Bad Neuenahr-Ahrweiler – eine Stadt, in der seit der Hochwasserkatastrophe im letzten Sommer nichts mehr ist, wie es war. Und dennoch versucht man hier, positive Signal zu senden; wie jetzt mit der ersten Großveranstaltung nach der Flut.. Die „Klangwelle“ ist eine Show aus Wasser, Feuer, Lasern und Licht. Ein Event, das es seit acht Jahren gibt, und das nun für dieses Jahr mit einem neuen Namen zurückkommt. Die Klangwelle wird zur Dankwelle. Denn die Veranstaltung dreht sich in diesem Jahr vor allem um die Flutnacht und die vielen Menschen, die danach beim Wiederaufbau geholfen haben. Guido Orthen, CDU, Bürgermeister Bad Neuenahr-Ahrweiler „Wir wollen Danke sagen, erinnern an das, was geschehen ist, aber auch erinnern an die großartige Hilfe, die uns zuteilwurde, die Welle der Hilfsbereitschaft. Und wir wollen heute die Welle des Dankes machen.“ An insgesamt acht Abenden wird den Helfern Danke gesagt. Mit der Veranstaltung im Herzen der Stadt will man einen Schritt in Richtung Normalität gehen. Christian Senk, Veranstalter „Das wichtigste heute ist, glaube ich, Spaß zu haben, uns hier ein Stück weit so kennenzulernen wie wir das vor der Flut gewohnt waren und wie wir es hoffentlich auch irgendwann wieder erleben dürfen. Das wird ein harter Weg bis dahin, aber er braucht Veranstaltungen wie diese, damit der Weg leichter wird.“ Im Kurpark ist am Eröffnungsabend von der Flut kaum noch etwas zu sehen. Doch in der Stadt haben die Einwohner mit den Folgen immer noch zu kämpfen. Der Wiederaufbau ist im vollen Gange. Veranstalter Christian Senk ist sich sicher: Die Dankwelle ist für die Region von großer Bedeutung. Christian Senk, Veranstalter „Ich will nicht sagen: ‚ Wir sind wieder da‘. Das wird dauern. Aber wir sind da und ich glaube, wenn man sich heute Abend hier umguckt, dann ist das einfach zwar ein kleiner Punkt, in dem […]

  • Gespräch mit Bürgermeister Guido Orthen über Lage im Ahrtal

    Gespräch mit Bürgermeister Guido Orthen über Lage im Ahrtal

    Markus Appelmann spricht mit Bad Neuenahr-Ahrweilers Bürgermeister. Markus Appelmann, Moderator: Ein spektakulärer Showabend war das in Bad Neuenahr Ahrweiler. Und mit dem Bürgermeister der Stadt, wir haben Sie eben gesehen, mit Guido Orthen, bin ich jetzt verbunden. Guten Abend. Guido Orthen, CDU, Bürgermeister Bad Neuenahr-Ahrweiler : Guten Abend, Herr Appelmann. Appelmann: Unmittelbar nach der Flutkatastrophe im Juli letzten Jahres gab es eine riesige Welle der Hilfsbereitschaft von freiwilligen Helfern Und viele davon waren ja auch gestern Abend wieder im Ahrtal vor Ort. Wie sieht es denn jetzt aus, rund neun Monate nach der Flut? Orthen: Also die Hilfsbereitschaft ist immer noch groß. Wir haben immer noch sehr viele Helfer hier unten. Natürlich nicht so wie in den ersten Wochen und Monaten, aber die Helfer sind noch da. Und ich glaube, wenn man bestimmte Kanäle antriggert, dann sind auch wieder schnell welche zu mobilisieren. Allerdings sind die Aufgaben heute vornehmlich auch von Handwerkern zu erledigen. Und das scheint im Augenblick das größere Problem zu sein, an Handwerker und Material zu kommen. Appelmann: Das bremst also den Wiederaufbau. Nach der Katastrophe ist viel finanzielle Hilfe von Bund und Land in Aussicht gestellt worden. Ist dieses Geld denn nun schon überall angekommen oder hapert es bei der Auszahlung? Orthen: In der Strecke für den Hausrat, der ja pauschal finanziert wird, geht es gut. Allerdings bei den Gebäuden und bei den Hilfen für die Unternehmungen, da hakt es. Da haben immer noch viele Probleme mit der Antragstellung, sehr viele Probleme mit nachgeforderten Unterlagen. Das ist sehr bürokratisch und insoweit haben die Menschen genau an dieser Stelle wirklich teilweise große Not, weil sie ohne die finanziellen Mittel, die durch den Staat zur Verfügung gestellt werden, gar nicht wieder aufbauen können. Appelmann: Die lebensnotwendigen Dinge wie Strom, Wasserversorgung oder Mobilfunk sind fast überall wiederhergestellt, auch der […]

  • LKW-Brand auf der A4

    LKW-Brand auf der A4

    Autofahrern rund um Hersfeld-Rotenburg, wurde einiges an Geduld abverlangt. Die A4 in Richtung Kirchheim war stundenlang voll gesperrt. Grund dafür war ein brennender Lkw. Meterhoch schießen die Flammen in den Nachthimmel. Der Sattelauflieger brennt komplett aus. Wie genau es zu diesem Inferno kommen konnte, ist noch unklar. Der LKW-Fahrer erleidet einen Schock. Er vermutet, dass ein geplatzter Reifen zu dem Brand geführt hat. Gerade noch rechtzeitig kann er den brennenden Auflieger von der Zugmaschine abkoppeln und gegen 4.50 Uhr die Feuerwehr alarmieren. Über eine Stunde lang sind Einsatzkräfte aus Wildeck damit beschäftigt, das Feuer an dem schwer zugänglichen Unfallort zwischen Wildeck-Hönebach und Friedewald zu löschen. Patrick Kniest, Leiter Feuerwehr Wildeck „Da ja hier zwischen den Abfahrten viele Kilometer Autobahn sind, müssen wir das Wasser im Pendelverkehr mit Tanklöschfahrzeugen an die Einsatzstelle bringen. Und das dauert nun mal seine Zeit Wir haben jetzt noch das Technische Hilfswerk aus Bad Hersfeld nachgefordert mit einem Radlader, da wir den LKW komplett entladen müssen.“ Beladen ist der LKW mit Holzpaletten, Reifen und weiteren Autoteilen. Davon lassen die Flammen allerdings nur das hier übrig. Die Polizei geht davon aus, dass der Brand einen Schaden in sechsstelliger Höhe verursacht hat. Erst gegen zehn Uhr kann die Polizei die A4 in Fahrtrichtung Westen teilweise wieder freigeben. Zuvor hatte sich ein rund 14 Kilometer langer Stau gebildet.

  • Dreyer muss vor dem U-Ausschuss zur Flutkatastrophe aussagen

    Dreyer muss vor dem U-Ausschuss zur Flutkatastrophe aussagen

    Im Landtag von Rheinland-Pfalz hat der Untersuchungs-Ausschuss zur Flut-Katastrophe, bei der im Ahrtal 134 Menschen gestorben sind, heute weitere Zeugen geladen. Die CDU kritisiert aber, dass Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Innenminister Roger Lewentz erst heute Abend in den Ausschuss kommen sollen, der seit dem Morgen tagt.  Nach so vielen Stunden mache die nachlassende Konzentration eine Befragung schwierig.   Die Opposition will vor allem wissen, warum die Ministerpräsidentin über die Ereignisse in der Flutnacht nur unzureichend informiert gewesen sei und warum weder der Innenminister noch die damalige Umweltministerin Anne Spiegel nicht mehr gegen die tödliche Gefahr unternommen hätten. Stephan Wefelscheid (Freie Wähler), Abgeordneter Landtag Rheinland-Pfalz: „Zunächst mal, erstaunt mich doch sehr, dass in der Flutnacht kein Krisenzentrum, kein Krisenstab bei der Landesregierung eingerichtet wurde, denn Anne Spiegel wusste ja sehr früh über das Landesamt für Umwelt, das sich eine Katastrophe anbahnt.“ Dirk Herber (CDU), Abgeordneter Landtag Rheinland-Pfalz: „Ich glaube, was wir heute herausarbeiten können ist, dass zwischen den Häusern keine Kommunikation stattgefunden hat und was noch dramatischer ist, dass die Ministerpräsidentin das erkannt hat und nicht eingeschritten ist.“ Irgendwie stellt sich schon die Frage, warum diese wichtige Befragung unbedingt in den Abendstunden eines Freitags stattfinden muss; dann, wenn sich normalerweise auch Politiker auf ihr Wochenende freuen sollten. Monate nach der Katastrophe sollte es doch eigentlich keinen Grund geben, warum die Befragung dieser wichtigen Zeugen nicht an einem Vormittag stattfinden kann – dann, wenn Zeugen und Ausschussmitglieder ausgeruht und konzentriert sind. Doch wie spät es auch heute werden wird – wir bleiben für Sie konzentriert dabei.

  • Opposition will Braun aus Ausschuss werfen

    Opposition will Braun aus Ausschuss werfen

    134 Menschen starben, Tausende verloren ihr Heim – bei der Flutkatastrophe im Sommer letzten Jahres im Ahrtal. Nun laufen nicht nur die Aufräumarbeiten vor Ort, sondern auch die politische Aufarbeitung ist in vollem Gange. Dabei ist die frühere rheinland-pfälzische Umweltministerin Anne Spiegel von den Grünen bereits kräftig unter Druck geraten. Denn es wurden E-Mails bekannt, bei denen sie sich offenbar eher um ihr Image sorgte als um das Schicksal der Flutopfer. Diesen Vorwurf hat Anne Spiegel vehement zurückgewiesen. Der Fraktionschef der Grünen, Bernhard Braun, ging sogar zum Gegenangriff über und kritisierte die Opposition scharf. Jetzt wollen CDU und Freie Wähler ihn aus dem Untersuchungsausschuss ausschließen. Er soll raus aus dem Untersuchungsausschuss, so wollen es zumindest die Fraktionen von CDU und Freien Wählern. Dem Fraktionschef der Grünen im Landtag Bernhard Braun, werfen die Oppositionsparteien in ihrer Begründung vor allem zwei Punkte vor. Dirk Herber, CDU, Mitglied Untersuchungsausschuss Flutkatastrophe „Er hat sehr viel Zeit mit der Ministerin verbracht in der Flutnacht und hat sehr viel Kontakt zu ihr gehabt. Und aus dem Grund sehen wir, dass er vielleicht auch ihr Handeln beeinflusst haben kann, und im Nachgang hat er in der Haushaltsdebatte und auch in den sozialen Medien sich in einer Art und Weise emotional geäußert, dass er uns nicht mehr tragbar scheint.“ Durch seinen engen Kontakt zu Anne Spiegel habe Braun Einfluss auf das Handeln der Ministerin in jener Nacht gehabt – und deshalb müsse er selbst Gegenstand des Ausschusses sein, so die Argumentation der Antragsteller. Außerdem habe er in seinen Bemerkungen im Landtag mögliche Beweise bewertet, die dem Untersuchungsausschuss noch nicht präsentiert worden seien und sich damit befangen gezeigt. Beides sei nicht mit dem Untersuchungsausschussgesetz zu vereinbaren. Die Grünen im Landtag wollten sich am Nachmittag in einer ersten Stellungnahme noch nicht näher zu den Vorwürfen äußern. Carl Bernhard von Heusinger, […]

  • Jüdische Flüchtlinge in Frankfurt

    Jüdische Flüchtlinge in Frankfurt

    Russlands Präsident Putin rechtfertigt den Angriffskrieg unter anderem damit, dass er die Ukraine „entnazifizieren“ wolle. Eine Behauptung, die man nur als zynisch und verlogen bezeichnen kann. Der ukrainische Präsident selbst ist nämlich Jude. Und viele ukrainische Juden gehören zu den Opfern des Krieges. Tausende konnten immerhin fliehen – auch zu uns nach Frankfurt, wo sie von den jüdischen Gemeinden mit offenen Armen empfangen werden. Deutschkurs für Anfänger in der jüdisch-orthodoxen Chabad-Gemeinde in Frankfurt: Noch vor wenigen Wochen hätte es sich hier wohl niemand träumen lassen, eines Tages ausgerechnet nach Deutschland zu kommen – ins Land der Täter. Doch das spielt jetzt keine Rolle mehr. Marina Gruber aus der Stadt Sumy unweit der russischen Grenze ist froh, erst mal hier und in Sicherheit zu sein. Marina Gruber, Geflüchtete aus Sumy „Meine Stadt wurde bombardiert und dann von russischen Truppen eingenommen. Ich habe es gerade noch rechtzeitig geschafft, zu fliehen. Ich weiß nicht, ob ich jemals zurück kann, ob mein Haus überhaupt noch steht.“ So wie die anderen Teilnehmer des Deutschkurses fühlt sich Marina Gruber in Frankfurt wohl und vor allem auch willkommen. Sie müsse nun erst mal wieder zu sich kommen, sagt die Mathematiklehrerin – ein bisschen Alltagsroutine sei da genau das Richtige. Auch Irina Klimanova aus Odessa ist froh, mit ihren beiden Kindern heil in Frankfurt angekommen zu sein. Auch Sie freut sich, ein wenig Deutsch zu lernen – trotz ungewisser Zukunft. Irina Klimanova, Geflüchtete aus Odessa „Ich kann einfach noch nicht sagen, wie es weitergeht. Ob ich hier in Deutschland bleibe. Mein Mann darf die Ukraine nicht verlassen. Die Familie ist zerrissen. Eigentlich möchte ich so schnell wie möglich wieder nach Hause.“ Die Chabad-Gemeinde unterstützt die Ukraine-Flüchtlinge nicht nur mit kostenlosen Deutschkursen: Es gibt auch eine Kinderbetreuung. Außerdem versorgt die Gemeinde die Menschen mit koscheren Mahlzeiten, Medikamenten und Kleidung […]