Unglück

  • Jahres-Gedenken an die Opfer der Amokfahrt Trier

    Jahres-Gedenken an die Opfer der Amokfahrt Trier

    Genau ein Jahr ist es her, als ein Mann mit 80 Stundenkilometern durch die Trierer Fußgängerzone gerast ist und für unsägliches Leid sorgte. Es sterben sechs Menschen, Dutzende werden verletzt. Unter den Todesopfern ist auch ein Baby. Heute steht in Trier das Gedenken im Vordergrund. Ein gemeinsames Gedenken an die Opfer einer Tragödie, die sich niemand hätte vorstellen können. Es sind viereinhalb Minuten, in denen ganz Trier heute inne hält. Denn es waren viereinhalb Minuten die die Stadt für immer verändert haben. Heute ist die Erinnerung an den Tag wieder ganz präsent. Hildegard Düro-Johannes „Es ist jeden Tag da, es betrifft mich jeden Tag. Und ich denke jeden Tag an die Opfer und an die Angehörigen. Und das wird sicher noch ganz ganz lange bleiben.“ Fabio Krieglstein „Man wird irgendwie unterbewusst viel vorsichtiger. Und das ist gar nicht mehr … Es wirkt gar nicht mehr so unwahrscheinlich, dass so etwas passieren kann. Man rechnet viel eher mit sowas, wenn man weiß: Okay, es ist hier auch passiert.“ Roger Döring „Abschließen kann man nicht so, weil es ist halt … ich war live dabei und das ist halt Scheiße dann auf Deutsch gesagt.“ Zentraler Gedenkort ist heute der Trierer Dom. Opfer, Hinterbliebene, Vertreter der Einsatzkräfte und Politiker kommen um 13:46 zu einem ökumenischen Gottesdienst zusammen, der Zeitpunkt an dem die Tragödie begann. Sie wollen gemeinsam erinnern, das Leid teilen und zusammenhalten. Malu Dreyer, SPD, Ministerpräsidentin Rheinland-Pfalz „Es ist natürlich ein großer Trost, dass die Menschen hier sofort hilfsbereit waren und solidarisch Zusammengehalten haben. Auch jetzt in der Folge der schrecklichen Amokfahrt. Und trotzdem, wenn man sich an die Bilder erinnert, ist es einfach erschütternd bis zum heutigen Tag.“ Eine Erschütterung, die auch durch Tonfiguren von Saarburger Schülern ausgedrückt wird. Sie sollen an einen Gedenkort im Trierer Dom stehen. An der Porta […]

  • „Es war doch nur Regen!?“ – ein Buch über die Flutkatastrophe

    „Es war doch nur Regen!?“ – ein Buch über die Flutkatastrophe

    „Es war doch nur Regen!?“ hat es in die Spiegel-Bestsellerliste geschafft hat. Die fünfte Auflage ist vergriffen, eine sechste erscheint jetzt. Ein Taschenbuch über die Hochwasserkatastrophe im Ahrtal vor gut vier Monaten, geschrieben von einem BKA-Beamten, der mittendrin war in der Katastrophe, deren Folgen die rund 100.000 Bewohner des Ahrtals noch Jahrzehnte beschäftigen wird. Das Ahrtal kurz nach der Flut. Eine Zerstörung, deren Ausmaß immer noch unfassbar ist. Die Nacht zum 15. Juli 2021 macht Tausende Obdachlos. 134 Menschen sterben, mehr als die Hälfte stammen aus Bad-Neuenahr-Ahrweiler. Andy Neumann, BKA-Beamter „Am Morgen nach der Flut war das ein totales Chaos. Das kann man sich ganz gut vorstellen. Da waren knapp zweo Meter oder über zwei Meter Wasser und da schwamm alles Mögliche drin. Das lag am nächsten Morgen überall – auf der Straße, auf den Gehwegen, alles war voller Schlamm. Die Straßenlaternen lagen auf der Straße und waren im Weg. Das war schon Kriegsszenario Andy Neumann lebt in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Irgendwo im Stadtteil Ahrweiler. Wo genau sein Haus steht, sollen wir nicht verraten. Der BKA-Beamte war viele Jahre als Ermittler im Terrorismusbereich tätig. Als Mitte Juli das Wasser kommt, ist er mit seiner Frau und seinen Kindern im ersten Stock. Alle überleben. Andy Neumann, Buchautor „Ich habe das Buch ja nicht schreiben wollen, sondern wollte Protokolle auf Facebook schreiben. Also, um mich selbst damit ein Stück weit zu therapieren und um das, was ich erlebt hatte, einfach niederzuschreiben. Das haben sehr viele Menschen gelesen. Und dann kam mir die Idee, ich könnte ein Buch draus machen. Das habe ich meinem Verlag dann vorgeschlagen, und der Verlag ist sofort mitgegangen, auch bei meiner Idee daraus ein karitatives Projekt zu machen. Und dann habe ich mir die Zeit einfach genommen, um das zu schreiben.“ Aus einem Protokoll auf Facebook wird ein Buch. […]

  • Totes Kind bei Hausbrand

    Totes Kind bei Hausbrand

    Wohnhausbrand gestern Abend in Griesheim bei Darmstadt: Die Feuerwehr rückte schnell mit einem Großaufgebot aus und konnte doch vor Ort diese dramatischen Bilder nicht verhindern. Nach bisherigen Erkenntnissen soll dabei auch ein 13-jähriges Mädchen ums Leben gekommen sein. Weitere Personen wurden teilweise schwer verletzt. Rauchschwaden steigen in den Himmel. In der Wohnung brennt es lichterloh. Es ist 17:40 Uhr als gestern der Notruf „Wohnungsbrand mit Menschenrettung“ bei der Feuerwehr in Griesheim eingeht. Beim Eintreffen des Löschzugs steht die Wohnung bereits in Vollbrand. Eine Person wird vor dem Familienhaus gefunden – ein Mann mit schwersten Brandverletzungen, der sich offenbar durch einen Sprung vom Balkon vor den Flammen retten wollte. Er wird sofort in eine Spezialklinik für Brandopfer gebracht. Im Haus finden die Feuerwehrleute einen Leichnam. Christiane Hansmann, Polizeipräsidium Südhessen „Wir haben in dem Haus acht Personen, die dort leben. Nach dem derzeitigen Stand ist es so, dass die Feuerwehr nach dem Löschen oder währenddessen eine leblose Person bergen konnte. Nach den bisherigen Erkenntnissen könnte es sich dabei um ein 13-jähriges Mädchen handeln.“ Mehrere Notfallseelsorger sind im Einsatz. Warum der Brand sich so schnell ausbreiten konnte, ist derzeit noch nicht klar. Erste Hinweise deuten auf eine Fehlbedienung beim Umgang mit einer Gasflasche und somit auf einen tragischen Unglücksfall hin. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

  • Schwerer Verkehrsunfall bei Windhagen

    Schwerer Verkehrsunfall bei Windhagen

    Zu einem schweren Unfall ist es gestern an einer Landstraße in Windhagen im Kreis Neuwied gekommen. Der Fahrer konnte von der Feuerwehr nur noch tot geborgen werden. Es sind heftige Bilder, auf denen man deutlich erkennen kann, mit welcher Wucht das Auto gegen die Bäume geprallt sein muss. Gegen 22 Uhr gestern Abend überholt ein 42-jähriger Mann auf der L272 bei Windhagen einen anderen PKW. Dabei kommt er von der Fahrbahn ab und kollidiert mit mehreren Bäumen am Fahrbahnrand. Sein Auto landet im Graben. Die Feuerwehr wird alarmiert. Tim Wessel, Sprecher Feuerwehr Verbandsgemeinde Asbach „Grundsätzlich ein Stichwort ‚PKW-Unfall mit eingeklemmter Person‘ – da geht der Puls erst mal höher, weil da geht es letztendlich auch um Leben und Tod in diesem Moment. Das heißt, da sind die Einsatzkräfte sehr angespannt. Als wir dann hier vor Ort waren und vom Rettungsdienst schon die Meldung bekommen haben, dass der Fahrer eben verstorben, da kann man etwas entschleunigen, aber die Anspannung ist natürlich immer da.“ Die Feuerwehr kann den toten Mann nur noch aus dem völlig zerstörten Fahrzeug bergen. Warum der Fahrer die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren hat, ist im Moment noch unklar – die Ermittlungen laufen.

  • Pop-Up Stores im Ahrtal

    Pop-Up Stores im Ahrtal

    Erst setzten monatelange Corona-Lockdowns dem Einzelhandel im Bad Neuenahr-Ahrweiler zu, dann kam die Flutkatastrophe im Juli mit katastrophalen wirtschaftlichen Folgen. Viele Läden wurden vollkommen zerstört. Einfach einkaufen war plötzlich gar nicht mehr so einfach. Nun kehrt endlich wieder etwas Normalität zurück in den Einzelhandel der Stadt, wenn auch in Containern und Zelten. Die Flut im Ahrtal hat Volker Danko nie in Lebensgefahr gebracht – aber sie hat einen Teil seines Lebens hat zerstört. Hier hatte er seine wirtschaftliche Existenz, hier war sein Weinladen. Bilder aus besseren Zeiten. Die Wassermassen rissen alles fort. Volker Danko, Einzelhändler „Und hier sieht man auch, wo das Weinregal stand, auf dieser Seite sieht man auch, wie hoch das Wasser war, ungefähr 2,5 Meter hoch.“ Volker Danko ist nur einer von vielen. Nach Angaben der Industrie- und Handelskammer sind mehr als 800 Betriebe im Ahrtal betroffen. Gastronomie, Einzelhandel, Dienstleister, der Tourismusbereich. Aus Schlamm und Dreck kämpfen sich jetzt viele Händler zurück: Zwei Pop-Up-Malls machen das möglich – provisorisch in Containern und Zelten. In anderen Städten dienen sie Start-Ups, um ihre Geschäftsideen zu testen – in Ahrweiler um nach der Flut ein Stück Normalität zurückzubringen. Heute wurde dort die zweite Pop-Up-Mall eröffnet. Kevin Hengsberg, City-Manager „Wir haben an beiden Standorten klassische Textileinzelhändler, wir haben Gastronomen, wir haben Dienstleister. Also, wir haben tatsächlich, Gott sei Dank, von allem ein bisschen, sozusagen das typische Innenstadtangebot finden wir hier an ungewohntem Ort.“ Rund 50 Geschäfte bieten hier ihre Waren und Dienstleistungen an; die meisten in einem doppelstöckigen Einkaufszentrum aus Containern. Hier verkauft auch Volker Danko wieder – auf 35 Quadratmeter betreibt er seinen Wein- und Feinkostladen. Volker Danko, Einzelhändler „ Es macht wieder Freude mit Kunden Kontakt zu haben, mal ein kleines Schwätzchen zu halten, da ist auch das Bedürfnis bei den Kunden auch groß, aber auch bei uns, einfach […]

  • Weitere Nachrichten im Überblick

    Weitere Nachrichten im Überblick

    Prozess in Frankfurt: Unterbringung in Psychiatrie gefordert — Fresenius Medical Care will Stellen abbauen — Brand in Breitenbach am Herzberg Unterbringung in Psychiatrie gefordert Nach einem schweren Verkehrsunfall mit zwei Todesopfern in Frankfurt soll ein 39-jähriger Autofahrer dauerhaft in der Psychiatrie untergebracht werden. Das hat heute die Staatsanwaltschaft vor dem Landgericht Frankfurt gefordert. Laut einem Gutachten fehlt dem Angeklagten die Steuerungsfähigkeit. Er ist eine Gefahr für die Allgemeinheit. Der 39-Jährige war im Februar dieses Jahres durch Frankfurt gerast. In Sachsenhausen erfasste er zwei Passanten auf einem Fußgängerüberweg und verletzte sie tödlich. Bei seiner Festnahme sprach der Angeklagte von inneren Stimmen, die ihm das Rasen befohlen hätten. Massive Stellenstreichungen geplant Der Dialysekonzern Fresenius Medical Care will bis zu 750 der insgesamt rund 7.400 Arbeitsplätze an seinen deutschen Standorten abbauen. Dabei sind auch alle Bereiche am Hauptsitz des Unternehmens in Bad Homburg betroffen. Weltweit sollen 5.000 Stellen wegfallen. Die Fresenius-Tochter muss ihre Kosten senken. Anfang November hatte sie ein Sparprogramm angekündigt, um die jährlichen Ausgaben bis 2025 um 500 Millionen Euro zu verringern. Fresenius Medical Care betreibt weltweit rund 4.100 Dialysezentren für Nierenkranke. Vereinsheim in Flammen Der Brand des einstöckigen Gebäude im osthessischen Breitenbach am Herzberg hat gestern am späten Abend einen Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei ausgelöst. Als die Einsatzkräfte eintrafen, brannte das Vereinsheim von Wanderfreunden bereits lichterloh. Zwei Männer, die sich beim Ausbruch des Feuers in dem Gebäude aufhielten, konnten sich retten. Einer von ihnen erlitt leichte Brandverletzungen. Der Sachschaden liegt bei mindestens 100.000 Euro. Die Brandursache ist noch unklar.

  • Frankfurter Filmmuseum zeigt Ausstellung über Katastrophen

    Frankfurter Filmmuseum zeigt Ausstellung über Katastrophen

    Eine aktuelle Katastrophe hat dazu geführt, dass die Ausstellung „Katastrophe“ im Frankfurter Filmmuseum um ein Jahr verschoben werden musste: die Corona-Pandemie. Doch jetzt ist die Ausstellung im Frankfurter Filmmuseum zu sehen. Sie entstand in Zusammenarbeit mit dem Senckenberg Naturmuseum in Frankfurt. Im Mittelpunkt stehen Katastrophen-Filme und ihr Bezug zur Realität. Katastrophen sind Realität. Ihre Folgen sind verheerend. In den vergangenen Jahrzehnten sind es oft Klimakatastrophen. Das Wetter, die Umwelt ändern sich. Das Ausmaß wird sichtbarer, sorgt immer öfter für Schlagzeilen. Brigitte Franzen, Direktorin Senckenberg Naturmuseum Frankfurt „Wir müssen uns wappnen, denn wenn unser Klima sich soweit ändert, das die Temperatur weiter ansteigt um 1 bis 2 Grad, dann bedeutet das einfach eine Anhebung des Meeresspiegels und dann wird es bestimmte Orte auf dieser Welt nicht mehr geben. Und es gibt auch schon Vorbereitungen in diese Richtung Orte zu evakuieren.“ Naturgewalten und ihre Folgen – auch in Katastrophenfilmen kommen sie vor. Dazu ein oder mehrere Helden, die die Welt retten – Action, Special Effects, Blockbusterkino. Katastrophenfilme sind meist Kassenknüller. Anspruchslose Fiktion, oder Kino mit Bezug zur Realität? Stefanie Plappert, Kuratorin der Ausstellung „Katastrophenfilme sind für mich immer aktuell, weil sie grundsätzlich die größten Ängste ihrer Zeit verarbeiten. Das, was sie letztlich auf der Handlungsebene beschreiben, das ist manchmal aktuell. Also oft vergeht ein bisschen Zeit, ehe eine tatsächliche Handlung umgesetzt wird in einen Spielfilm.“ Anfang des 20. Jahrhunderts startet die Faszination für die Katastrophe. Der Untergang der Titanic. Bilder für die Laterna Magica. Die Abfolge der Bilder erzählt eine Geschichte. Ob ganz frühes Kino oder Filme der Gegenwart. Die Handlung ist in allen Katastrophenfilmen fast immer ähnlich aufgebaut. Stefanie Plappert, Kuratorin der Ausstellung „Es ist immer der Beginn mit der Idylle, das sich Verdichten der ersten Warnzeichen, das Eintreten der Katastrophe, meistens relativ früh im Film und im Anschluss der Versuch, […]

  • Bombenentschärfung in Petersberg

    Bombenentschärfung in Petersberg

    Ausnahmezustand im osthessischen Petersberg bei Fulda: Nachdem am Dienstag gleich zwei Weltkriegsbomben gefunden wurden, mussten heute Anwohner evakuiert und die Bomben schnellstmöglich entschärft werden. Denn der Kampfmittelräumdienst meldete: Gefahr im Verzug! Heute Morgen, kurz nach neun: Die ersten von rund 350 Anwohnern, die evakuiert werden müssen, kommen in einer Notunterkunft an. Die Polizei ist mit einer Hundertschaft im Einsatz, sperrt alle Zufahrtsstraßen, eine Kindertagesstätte bleibt geschlossen. Quads und die Pferdestaffel durchkämmen das unwegsame Waldgebiet rund um den Rauschenberg, um letzte Personen im Sperrgebiet zu finden – wobei der Nebel die Suche erschwert. Ein Umkreis von 600 Metern rund um den Rauschenberg muss geräumt werden, die A7 wird nahe Petersberg zwischen den Ausfahrten Fulda Nord und Mitte für mehrere Stunden komplett gesperrt. Der Verkehr staut sich über mehrere Kilometer. Um 11 Uhr meldet die Polizei: Gelände vollständig geräumt. Die Entschärfung der beiden rund 125 Kilo schweren Fliegerbomben aus dem zweiten Weltkrieg war ursprünglich für Anfang Dezember geplant. Doch dann stellt der Kampfmittelräumdienst fest, dass beide Bomben in einem instabilen Zustand sind und sofort entschärft werden müssen. Am Nachmittag steigt die Spannung. Sebastian Kircher, Pressesprecher Gemeinde Petersberg „Von den zwei am Rauschenberg gefundenen Fliegerbomben konnte eine erfolgreich entschärft werden. Die zweite muss leider vor Ort kontrolliert gesprengt werden.“ Bis Einbruch der Dunkelheit bleibt das Gebiet gesperrt. Die Anwohner sollen aber heute Abend in ihre Wohnungen zurückkehren können.

  • Sirenenwarnnetz in Koblenz wird ausgebaut

    Sirenenwarnnetz in Koblenz wird ausgebaut

    Die Hochwasserkatastrophe im Ahrtal ist nun vier Monate her. Sie hat auf dramatische Art und Weise gezeigt, dass Warn-Apps auf dem Handy nichts bringen, wenn die Sendemasten weggespült werden. Daher setzen viele Regionen jetzt wieder auf ein altbewährtes Mittel: die Sirene. Ganz vorne mit dabei: die Stadt Koblenz. Sie will als erste Stadt in Rheinland-Pfalz ein flächendeckendes Sirenenwarnnetz installieren. Dieses Mal ist es kein Ernstfall: Heute vormittag um elf Uhr probt Koblenz den Alarm für den Notfall. Denn wenn es in der Stadt an Mosel und Rhein so aussieht, müssen die Menschen schnell gewarnt werden. Das neue Sirenenwarnnetz in Koblenz sollte eigentlich erst in acht Jahren fertig sein – aber plötzlich ging alles viel schneller. David Langner, SPD, Oberbürgermeister Koblenz „Es gibt aufgrund der Ereignisse im Ahrtal und der geänderten politischen Positionen seitens der Landesregierung Fördermittel, die es uns möglich machen, das zeitnah umsetzen und es ist im Sinne der Bürger dass wir das auch zeitnah machen, um warnen zu können.“ Die Kosten des Warnsystems: 850.000 Euro. Erst nach der Hochwasserkatastrophe im Ahrtal beteiligte sich daran auch der Bund. Die Sirenen sollen die Bürger jederzeit warnen können: Meik Maxeiner, Amt für Brand- und Katastrophenschutz „Das bedeutet also, jeder Alarm soll die Bevölkerung auffordern, gewisse Verhaltensregeln einzuhalten, sei es Fenster und Türen zu schließen, sei es das Gebäude zu verlassen.“ Doch viele Menschen wissen heute gar nicht mehr, was sie tun sollen, wenn sie eine Sirene hören. Auch Durchsagen der Feuerwehr, die heute die Warntöne ergänzten, halfen den Koblenzern heute nicht. Eva Maria Henning „Also, den Alarm haben wir gehört, sind auch erst stehengeblieben, weil wir nicht wussten, was hat das zu bedeuten, und danach kam die Durchsage, da haben wir aber nichts verstanden.“ Petra „Ich war in der Eltzerhofstraße, das ist hier ganz in der Nähe, aber ich habe es […]

  • Gedenken an Pogromnacht

    Gedenken an Pogromnacht

    Heute vor 83 Jahren, am 9. November 1938, ereignete sich die Reichspogromnacht. Damals brannten überall im Deutschen Reich Synagogen. Jüdische Geschäfte wurden zerstört und viele Juden von Nazi-Schlägertrupps ermordet. An diese Verbrechen wird heute erinnert, unter anderem in Mainz. Dort betonte der Rabbiner der Jüdischen Gemeinde: Das Erinnern an den Holocaust sei notwendiger als je zuvor. Jan Guggenheim, Rabbiner Jüdische Gemeinde Mainz „Wir sehen, dass der Antisemitismus immer lauter wird. Manche sagen, er hat nie aufgehört. Umso wichtiger ist es, dass wir weitermachen mit dem Gedenken und gar nicht daran denken, aufzuhören.“ Und morgen erinnert auch der rheinland-pfälzische Landtag an die Judenverfolgung durch die Nationalsozialisten. Wir werden dabei sein und darüber berichten.

  • Vier Monate nach der Flutkatastrophe – im Ahrtal fahren wieder Züge

    Vier Monate nach der Flutkatastrophe – im Ahrtal fahren wieder Züge

    Durch das Hochwasser sind nicht nur Häuser und Straßen schwer beschädigt worden, auch zahlreiche Bahnstrecken wurden zerstört. Nun startet der Zugverkehr im Ahrtal wieder – zumindest auf einer Strecke. Sie rollt wieder – die Ahrtalbahn. Seit dem frühen Morgen sind die Züge wieder auf der Schiene. Zweimal pro Stunde von Remagen bis Ahrweiler und zurück. Die Neueröffnung der Strecke wird heute mit einer feierlichen Zugfahrt eingeweiht. Mit an Bord der Regiobahn 39 sind unter anderem die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Bahnvorstand Ronald Pofalla sowie Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer. Am Bahnhof von Ahrweiler heißt es dann allerdings: Endstation, bitte alle aussteigen. Der Rest der Bahnstrecke bis nach Ahrbrück ist noch immer zerstört. Bei der Flutkatastrophe am 14. Juli wurden mehrere Eisenbahnbrücken von den Wassermassen mitgerissen, 20 Kilometer Schienen weggespült. Umso größer ist heute die Erleichterung, dass man zumindest den Streckenabschnitt von Remagen bis nach Ahrweiler wieder freigeben kann – vier Wochen früher als gedacht. Malu Dreyer, SPD, Ministerpräsidentin Rheinland-Pfalz „Viele sind ja hier Pendler, sie sind mobil unterwegs, sie gehen zur Arbeit, zur Schule, was auch immer. Und es ist einfach jetzt so, dass nicht mehr Ersatzschienenverkehre fahren müssen und sie nur mit den Bussen unterwegs sein müssen, sondern, dass sie die Bahn wieder nutzen können, so wie in alten Zeiten. Und das ist einfach ein wichtiges Signal; auch wenn wir alle wissen, dass wir noch eine große Strecke vor uns haben.“ Ab Mitte Dezember sollen die Züge laut Bahn dann auch wieder bis Walporzheim fahren. Für den Rest der insgesamt 30 Kilometer langen Strecke bis Ahrbrück ist laut Bahn noch keine Prognose möglich. Ronald Pofalla, Vorstand Deutsche Bahn „Für das letzte Teilstück bis Ahrbrück können wir deshalb keine Aussage machen, weil dort fast zehn Brücken und viele Bahnübergänge komplett erneuert werden müssen. Und insbesondere bei den Bahnbrücken brauchen wir technische Klärungen, […]

  • Feuerteufel in Burgen an der Mosel?

    Feuerteufel in Burgen an der Mosel?

    In Burgen an der Mosel hat es heute zum dritten Mal innerhalb weniger Wochen gebrannt. Diesmal brach das Feuer in einem Dachstuhl aus – die Flammen griffen später auf ein benachbartes Gebäude über. Wegen der engen Bebauung konnte die Feuerwehr den Brand nur schwer unter Kontrolle bringen. Während des Löscheinsatzes musste die Ortsdurchfahrt komplett gesperrt werden. Schon Anfang Oktober gerieten drei Wohnhäuser in Brand, in der vergangenen Wochen sprang einen Scheunenbrand auf weitere drei Gebäude über. Die Angst der Bürger wird immer größer. Fritz Martin Bär (FWG), Ortsbürgermeister Burgen: „Das ist nicht mehr normal, also jeder schwört jetzt drauf, dass es sich da um einen Feuerteufel handeln muss, denn ist es nicht mehr normal – innerhalb eines Monats der dritte Brand. Und zwar immer im Mitteldorf. Ich muss sagen, die Leute, die hier wohnen und nicht nur die Leute, die hier wohnen im Mitteldorf, sondern das ganze Dorf ist traumatisiert.“ Der Bürgermeister will jetzt gemeinsam mit der Polizei ein Sicherheitskonzept erarbeiten. Solange der Feuerteufel nicht gefasst sei, sei mit weiteren Bränden zur rechnen.

  • Totraser leidet unter Wahnvorstellungen

    Totraser leidet unter Wahnvorstellungen

    Im Februar kommt es in Frankfurt zu einem schweren Unfall an einer Kreuzung im Stadtteil Sachsenhausen. Zwei Fußgänger sterben. Der beschuldigte Raser muss sich ab heute vor dem Landgericht Frankfurt verantworten. Eine Verurteilung wegen Mordes oder Totschlags droht ihm aber nicht. Thomas R. soll den Tod zweier Menschen billigend in Kauf genommen haben, so heißt es in der nüchternen Sprache der Juristen. Mit über 100 km/h soll er über die Mörfelder Landstraße gerast sein und mehrere rote Ampeln überfahren haben. Dabei erfasst er zwei Fußgänger: Die beiden 31 und 40 Jahre alten Opfer werden bis zu 60 Meter durch die Luft geschleudert und kommen ums Leben. Nach dem schweren Unfall will Thomas R. verletzt flüchten, wird aber von Augenzeugen aufgehalten. Die Staatsanwaltschaft erhebt heute jedoch keine Anklage, sondern beantragt die Unterbringung in einer Psychiatrie. Monique Mugrauer, Staatsanwaltschaft Frankfurt „Der Beschuldigte ist psychisch krank, er leidet an einer paranoiden Schizophrenie. Diese Erkrankung ist mit Stimmenhören verbunden, mit wahnhaften Erleben.“ Im Februar sollen die krankhaften Symptome bei dem 39-Jährigen verstärkt aufgetreten sein. Am Unfalltag sollen ihm Stimmen befohlen haben, schnellstmöglich von seinem Wohnort Darmstadt nach Frankfurt zu fahren. Carsten Praeg, Reporter „Er habe geglaubt, er sei Jesus und Maria Magdalena würde zu ihm sprechen. Nach dem Unfall soll der Beschuldigte angegeben haben, den Zusammenstoß zwar mitbekommen, sich aber wie fremdgesteuert gefühlt zu haben. Im Gerichtssaal macht er heute einen ruhigen und in sich gekehrten Eindruck.“ Seit Februar sitzt Thomas R. bereits in der forensischen Psychiatrie in Gießen. Wegen seiner Schuldunfähigkeit sei laut Staatsanwaltschaft keine Anklage wegen Mord oder Todschlag möglich. Da Thomas R. aber eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellt, soll er dauerhaft in einer Psychiatrie untergebracht werden. Aber: Monique Mugrauer, Staatsanwaltschaft Frankfurt „Dann würde in regelmäßigen Abständen – bedeutet in diesem Fall einmal im Jahr – geprüft, ob die Person noch […]

  • Große Drohnen für den Katastropheneinsatz

    Große Drohnen für den Katastropheneinsatz

    Wenn nach einer Katastrophe Menschen aus Trümmern gerettet werden müssen, dann kommt modernste Technik zum Einsatz. Das Technische Hilfswerk testet zur Zeit extra entwickelte Drohnen, die sehen, hören und riechen können. Mit den Drohnen, die wir aus dem Privatbereich kennen, hat das nur wenig zu tun. Die Fluggeräte messen 1,60 m im Durchmesser. Wir waren bei einer Katastrophenübung in Neustadt an der Weinstraße dabei. Präzisionsarbeit in der Luft. Andreas Wilde vom Technischen Hilfswerk steuert eine 18 kg schwere Spezialdrohne. An ihrer Seilwinde hängt ein Bioradar, das im Ernstfall Menschen orten und Leben retten soll. Um das Radar punktgenau abzusetzen ist höchste Konzentration gefragt. Das neue Fluggefühl, so beschreiben es die Drohnenpiloten, sei, wie von einem Kleinwagen auf einen 40-Tonner umzusteigen. Andreas Wilde, Drohnenpilot THW Hauenstein „Der Unterschied zwischen Golf und einem Bus, das ist halt einfach so. Auch in der Bremswirkung. Wenn ich irgendwo drüber fliege und lasse dann los, dann brauch die natürlich auch eine gewisse Zeit, bis sie richtig steht. Das ist bei einer kleinen natürlich viel einfacher zu handeln.“ Ein Trümmerfeld weiter wirft die Drohne kleine gelbe Roboterattrappen ab. Im echten Leben können die so genannten „Smurfs“ dann nach Verschütteten suchen, indem sie sehen, hören und sogar riechen. Das ganze Training in Rheinland-Pfalz ist Teil des mit rund 7 Millionen Euro geförderten EU-Projekts namens „Cursor“. Tiina Ristmäe, „Cursor“-Projektkoordinatorin „Die Entwicklung läuft zusammen – Einsatzkräfte, Forscher und technische Partner. Und das ist was Neues. Die Einsatzkräfte sehen normalerweise die Endlösungen und dann sagen die, passt oder passt nicht. Wir denken, das ist zu spät. Und wir holen die schon früher ein. Und auch heute, die geben Feedback und sagen dem technischen Partner: ‚Das passt uns, das müssen Sie ändern‘. Also, das ist genau was wir hier machen. “ Weitere Vorteile der Drohnen: Die Einsatzkräfte bekommen aus der Luft […]

  • Witzenhausen: Autofahrer soll absichtlich in Schülergruppe gefahren sein

    Witzenhausen: Autofahrer soll absichtlich in Schülergruppe gefahren sein

    Am Freitag mussten wir hier über einen schweren Unfall in Witzenhausen in Nordhessen berichten. Ein Mann war mit seinem Auto in eine Gruppe von Schulkindern gefahren. Ein Mädchen kam dabei uns Leben. Doch der Unfall war möglicherweise Mord. Der Fahrer des Kleinwagens, der am Freitag vor einer Kita in Witzenhausen-Gertenbach in eine Gruppe von Schülern fuhr, hat möglicherweise sein Auto mit Absicht in Richtung der Kinder gelenkt. Ein achtjähriges Mädchen starb, zwei weitere Mädchen wurden schwer verletzt. Der Fahrer hatte ursprünglich ausgesagt, ihm sei schwarz vor Augen geworden, was auf einen medizinischen Notfall hindeutet. Heute teilt die Staatsanwaltschaft Kassel mit, dass sich ein Zeuge des Geschehens gemeldet habe. Andreas Thöne, Staatsanwaltschaft Kassel: „Diese Beobachtungen und auch die Einschätzung eines Sachverständigen lassen den Schluss zu, dass es eine aktive Lenkbewegung war in Richtung der Mädchen, so dass die Staatsanwaltschaft Kassel jetzt die Ermittlungen wegen Mordes, versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung führt.“ Die Ursache für die Tat könnte nach ersten Erkenntnissen eine schwere psychische Erkrankung sein. Der Mann wurde inzwischen in einer geschlossenen psychiatrischen Einrichtung untergebracht.