Gesellschaft

  • Interview mit Gesundheitsminister Clemens Hoch zur aktuellen Corona-Lage

    Interview mit Gesundheitsminister Clemens Hoch zur aktuellen Corona-Lage

    Die Corona-Zahlen steigen Tag für Tag und daher werden die Fragen, die die Politik zu beantworten hat, täglich mehr. Warum haben wir nicht genug PCR-Testkapazitäten im zweiten Corona-Winter? Warum wurde der Genesenenstatus von heute auf morgen von sechs auf drei Monate runtergeschraubt? Kommt die Impflicht für alle? Fragen, die wir gleich dem rheinland-pfälzischen Gesundheitsminister stellen können, der bei uns im Studio ist. Corona und kein Ende in Sicht. So mag es dem ein oder anderen gerade vorkommen. Zu täglichen Rekordzahlen kommt aktuell die Verwirrung über den Status nach einer Corona-Infektion. Denn das Robert-Koch-Institut hatte kürzlich mitgeteilt, dass sich der Genesenenstatus ab sofort auf drei Monate verkürzt, während der Nachweis einer vollständigen Impfung neun Monate lang gültig bleibt. Warum aber eine Person, die sich mit der Omikron-Variante infiziert hat, schon nach drei Monaten ihren Genesenenstatus verlieren soll, verstehen auch viele Virologen nicht. Martin Stürmer, Virologe Universität Frankfurt „Eigentlich sollte man tatsächlich davon ausgehen, dass jemand, der die Omikron-Infektion jetzt aktuell durchmacht, natürlich gegenüber Omikron einen optimalen Schutz hat, auch über die drei Monate hinaus.“ Eine Person, die nur gegen frühere Virus-Varianten geimpft worden ist, sei hingegen weniger gut vor einer Infektion mit Omikron geschützt. Deren Impfnachweis ist aber neun Monate gültig. Wie ist das den Menschen zu vermitteln? Kai Klose, Bündnis 90 / Die Grünen, Gesundheitsminister Hessen „Na ja, das obliegt ja der wissenschaftlichen Beurteilung des Robert-Koch-Instituts, das ist dazu auch befugt, insofern haben wir uns dem zu unterwerfen. Der Bund hat das auch abschließend so geregelt.“ Seit Samstag gelten außerdem bundesweit rund 3 Millionen Menschen, die sich für den Einmal-Impfstoff von Johnson & Johnson entschieden haben, von jetzt auf gleich nicht mehr als vollständig geimpft. Sie brauchen eine zweite Impfung mit einem mRNA-Impfstoff, um wieder als vollständig geimpft zu gelten. Erst nach einer dritten Impfung gelten sie als geboostert. Aus […]

  • Das Ahrtal wählt einen neuen Landrat

    Das Ahrtal wählt einen neuen Landrat

    Selten hat eine Landratswahl in Deutschland für so viel Aufmerksamkeit gesorgt wie die am Sonntag im Ahrtal. Der ehemalige Landrat war zurückgetreten, weil direkt nach der Flutkatastrophe Kritik am Krisenmanagement laut wurde. Jetzt am Sonntag – ein halbes Jahr später – steht die Wahl eines neuen Landrats an. Als Favorit gilt vielen der erste Kreisbeigeordnete Horst Gies, der den ehemaligen Landrat bereits seit August in seinen Aufgaben vertritt. Gies ist hier geboren und nicht nur im Ahrtal gut vernetzt. Bereits seit 2011 repräsentiert er den Kreis auch im Rheinland-Pfälzischen Landtag. Horst Gies, CDU, Erster Kreisbeigeordneter Landkreis Ahrweiler „Ich habe immer gesagt, das ist meine Heimat, das ist unser kleines Paradies. Und das ist eben am 14. 07. zerstört worden. Und ich sehe darin jetzt wirklich die Verpflichtung und wirklich die Aufgabe und den Antrieb vom innersten her, das jetzt wieder aufzubauen, was unsere Vorfahren, unsere Eltern und Großeltern nach dem Krieg wieder aufgebaut haben. Und jetzt ist es unsere Aufgabe wieder aufzubauen, für die nach uns kommenden Generationen.“ Auch Cornelia Weigand will ihr Augenmerk auf den Wiederaufbau legen. Die 50-Jährige, die seit 2019 parteilose Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Altenahr ist, beklagt vor allem die langsame Auszahlung der Hilfsgelder und die mangelnde Koordination der wichtigsten Aufgaben. Doch sie stellt sich auch zur Wahl, um die Region für die Zukunft fit zu machen. Cornelia Weigand, parteilos, Bürgermeisterin Verbandsgemeinde Altenahr „Wir werden auf dem Land auch immer weiter Probleme bekommen in der medizinischen Versorgung, da werden wir weitere Konzepte brauchen. Und natürlich ist auch nach der Katastrophe das Thema Nachhaltigkeit ein ganz wichtiges: Wie sieht bei uns tatsächlich die Energiewende aus, wie können wir es schaffen, auch die dazugehörige Mobilitätswende hinzubekommen? Ganz viele verschiedene Themen; einige sind vielen Landkreisen bekannt, andere sind eine Besonderheit aufgrund der Tatsache, dass wir hier auch heilen müssen und […]

  • Corona-Lage spitzt sich immer weiter zu

    Corona-Lage spitzt sich immer weiter zu

    Wir blicken auf die aktuelle Corona-Lage: Täglich erreicht die Zahl der Corona-Neuinfektionen in der aktuellen Omikron-Welle einen neuen Rekord. Der Weg raus aus der Pandemie – da sind sich alle Experten einig – heißt: Boostern. Impfen, Impfen, impfen heißt es auch hier in der Mainzer Innenstadt für Christian Zagar und sein Team. Diese Räumlichkeiten hat der Mediziner, der eigentlich in einer Praxis für Anästhesie arbeitet, extra angemietet, um einen Beitrag zur Impfkampagne zu leisten. Doch langsam nimmt die Nachfrage ab. Lange wird sich der Aufwand hier nicht mehr lohnen. Dr. Christian Zagar, Anästhesist Mainz „Seit Weihnachten wird es im Prinzip wöchentlich weniger, ungefähr 10 – 20% jede Woche. Wir sind aktuell noch bei einem Drittel der Impfungen pro Tag, die wir vor Weihnachten hatten.“ Andere private Initiativen, wie beispielsweise das Impfzentrum des Arbeitsmediziners Mathias Umlauf in Mainz-Hechtsheim, haben den Betrieb schon wieder eingestellt. Lange Schlangen wie einst vor den Impfbussen, sieht man kaum noch. Für Landesimpfkoordinator Daniel Stich ist das ein Indiz, dass die Booster-Kampagne bislang erfolgreich war. Daniel Stich, SPD, Landesimpfkoordinator Rheinland-Pfalz „Mit Blick auf die Allgemeinheit, also auf die Bevölkerung insgesamt, sind 50% der Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer bereits geboostert. Wenn wir uns genauer anschauen, die Gruppe, die wirklich jetzt auch in Betracht kommt, sprich nach drei Monaten, ist die Zahl bei ungefähr 80%.“ Man setze nun weiter volle Kraft auf den Dialog mit denjenigen, die sich noch gar nicht haben impfen lassen. Seit Freitag gelten allerdings bundesweit auch rund 3 Millionen Menschen, die sich für den Einmal-Impfstoff von Johnson & Johnson entschieden haben, von jetzt auf gleich nicht mehr als vollständig geimpft. Sie brauchen eine zweite Impfung mit einem mRNA-Impfstoff, um wieder als vollständig geimpft zu gelten. Erst nach einer dritten Impfung gelten sie als geboostert. Gleichzeitig hatte das Robert-Koch-Institut mitgeteilt, dass sich der Genesenen-Status ab sofort auf […]

  • Interview mit dem Frankfurter Virologen Martin Stürmer

    Interview mit dem Frankfurter Virologen Martin Stürmer

    Gensenenstatus von neun auf drei Monate verkürzt und womöglich eine vierte Impfung? Markus Appelmann hat viele Fragen an Dr. Martin Stürmer. Markus Appelmann, Moderator: Vieles was wir jetzt vertiefen können – daher schalten wir nun zum Frankfurter Virologen Dr. Martin Stürmer. Guten Tag. Dr. Martin Stürmer, Virologe IMD Labor Frankfurt : Schönen Tag, ich grüße Sie! Appelmann: Herr Stürmer, so viele Corona-Neuinfektionen an einem Tag wie noch nie in Deutschland – 133.000 neue Fälle wurden gemeldet. Auf was müssen wir uns in den nächsten Wochen einstellen? Stürmer: Ja, es ist zu befürchten, dass das noch nicht das Ende der Fahnenstange ist. Ich rechne mit weiter steigenden Zahlen. Wir müssen nur in die Nachbarländer schauen, die früher die Omikronwelle abbekommen haben, was dort an Infektionen möglich gewesen ist. Und dementsprechend müssen wir davon ausgehen, dass das auch an uns nicht komplett spurlos vorbeigeht, sondern dass die Zahlen weiter steigen. Wir haben halt Omikron gegenüber zwar die Boosterung und wir haben die Kontaktbeschränkungen, aber wir sehen, dass eben beides nicht im gleichen Maße wirksam ist wie gegenüber der Delta-Variante. Insofern, wenn man nicht noch weitere Rekordzahlen hinterher haben möchten, müssen wir vielleicht überlegen, noch ein bisschen gegensteuern zu müssen. Appelmann: Das wird Thema auf der Ministerpräsidentenkonferenz am Montag sein, genau wie auch weitere Impfungen. Sollte es bald eine vierte Impfung für alle geben? Stürmer: Die vierte Impfung ist ein wichtiges Thema, aber ich glaube nicht, dass wir sie für die breite Masse mit dem alten Impfstoff anvisieren sollten. Es gibt sicherlich Menschen, gerade Risikopatienten, bei denen die Boosterung schon so lange zurückliegt, dass man da über einen Zwischenschritt, eine Zwischenimpfung nachdenken sollte, bis tatsächlich der Omikron angepasste Impfstoff auf dem Markt ist. Für das Gros der Bevölkerung, denke ich, ist es sinnvoll, auf diesen Impfstoff zu warten und mit diesem Impfstoff die […]

  • Gender-Debatte im Mainzer Landtag

    Gender-Debatte im Mainzer Landtag

    „Sehr geehrte Damen und Herren“ – einer der größten Arbeitgeber Hessens, die Lufthansa, hat schon im Sommer diese Begrüßungsformel abgeschafft. Seitdem wird „geschlechterneutral“ begrüßt, wie es die Airline sagt. Kürzlich hat auch die rheinland-pfälzische Landesregierung angekündigt, zu gendern. Jetzt wird ein Gender-Leitfaden zusammen mit der Landtagsverwaltung entwickelt. Doppelpunkt, Sternchen oder gar nicht gendern? Darum ging es gestern zu vorgerückter Stunde im rheinland-pfälzischen Landtag. Schon bei der Begrüßung der Redner wird klar: Es gibt unterschiedliche Ansichten zum Thema geschlechtergerechte Sprache: Martin Louis Schmidt, AfD, Abgeordneter Landtag Rheinland-Pfalz „Sehr geehrter Präsident, liebe Kollegen.“ Marion Schneid, CDU, Abgeordnete Landtag Rheinland-Pfalz „Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen.“ Pia Schellhammer, B‘90 / Die Grünen, Abgeordnete Landtag Rheinland-Pfalz „Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Kolleg:innen.“ Demonstrativ verwendet Pia Schellhammer, die bei der Debatte gestern Abend stellvertretend für die Fraktionen von SPD, Grünen und FDP spricht, die Gender-Pause: Nach dem Wortstamm kurz innehalten, um zu symbolisieren, dass alle Menschen gemeint sind – männliche, weibliche und diejenigen, die sich keinem der beiden Geschlechter zugehörig fühlen. Pia Schellhammer, B‘90 / Die Grünen, Abgeordnete Landtag Rheinland-Pfalz „Diese Menschen sind von sehr, sehr viel Diskriminierung in ihrem Leben betroffen. Und wenn wir doch die Möglichkeit haben, mit unserer Sprache diese Menschen in unserer Mitte willkommen zu heißen, dann sollten wir diese Möglichkeit doch auch nutzen.“ Dem widerspricht die AfD. Man müsse die deutsche Sprache nicht noch komplizierter machen, als sie sowieso schon sei. Vor allem in den Schulen bestehe die Gefahr, dass die Kinder den Eindruck erhielten, dass es egal sei, wie man schreibt. Die Schüler müssten nach den amtlich gültigen Rechtschreibregeln unterrichtet werden, und die beinhalteten eben weder Gender-Stern, noch Unterstrich oder Binnen-I. Martin Louis Schmidt, AfD, Abgeordneter Landtag Rheinland-Pfalz „Keine Ideologie auf Kosten unserer Kinder. Denn auch und gerade für den Unterricht gilt, dass Gender-Sprache gar nicht […]

  • Kommentar zur Gender-Debatte

    Kommentar zur Gender-Debatte

    Die Debatte um Gendersternchen und Co. nimmt immer mehr an Fahrt auf. Unser Chefredakteur Richard Kremershof hat dazu eine ganz klare Meinung. Der 17:30 Kommentar. Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer. Und nein, nicht liebe Zuschauer*innen! Immer penetranter überfallen Politiker und Behörden, aber auch so manche Medien, die Bürger mit einer Sprache, die wie von einem anderen Stern zu kommen scheint: die Gendersprache, umständlich zu lesen und zu sprechen, schwer zu verstehen, vor allem für Menschen, die bei uns erst noch Deutsch lernen müssen. Das soll Integration sein? Diese neue Kunstsprache soll den verschiedenen Geschlechtern Respekt erweisen. Ich sage dazu: Respekt ist eine gute Sache. aber dieser Respekt darf nicht politisch von oben angeordnet werden. Respekt muss gelebt werden. An ihren Taten sollt ihr sie erkennen. Dies wusste schon der Apostel Johannes. Alles andere sind nur moralisch aufgeladene Eitelkeiten. Die überwiegende Mehrheit der Menschen lehnt das Gendern ab, weil sie so nicht reden und nicht reden wollen. Wäre es zu viel verlangt, wenn die Politik das einfach respektieren könnte? Der permanente Eingriff von oben in die Sprache ist unserer freiheitlichen Gesellschaft unwürdig und sollte anderen Systemen überlassen bleiben. Systemen, in denen wir nicht leben wollen.

  • Wird der „Betze“ zum Bürokomplex?

    Wird der „Betze“ zum Bürokomplex?

    Der 1. FC Kaiserslautern und sein Stadion – eine Endlos-Story. Seit Jahren kann sich der klamme Drittligist die jährliche Miete von mehr als drei Millionen Euro nicht mal ansatzweise leisten. Diese Lücke muss von der Stadt geschlossen werden, doch Kaiserslautern ist selbst finanziell nicht auf Rosen gebettet. Seit langem sind Vermietungen von Büroflächen im Gespräch, um die Mietausfälle zu kompensieren. Lange passierte nichts. Doch jetzt scheint Bewegung in die Sache zu kommen. Das Fritz-Walter-Stadion. Hoch über der Stadt. Dem Rathaus so nah. Dort rauchen die Köpfe. Denn die Stadt braucht: Geld fürs Stadion. Klaus Weichel, SPD, Oberbürgermeister Kaiserslautern „Wir haben Einnahmeverluste natürlich zu verkraften, weil der FCK seit Jahren nicht mehr in der Lage ist, den vollen Pachtzins zu entrichten. Und da liegt es nah, Flächen, die im Stadion zur Verfügung stehen und die nicht spielbetriebsrelevant sind – d.h. wenn wir vermarkten, den Spielbetrieb nicht stören, dass wir diese Flächen angehen und einer Nutzung zuführen, die eben Geld einbringt.“ Das Objekt der Begierde: ein paar Tausend Quadratmeter Bürofläche. Pläne, diese zu vermieten gibt es schon lange. Nur: Bisher suchte die Stadt einen Käufer für das gesamte Stadion. Doch ein Investor, der auch die Flächen ums Stadion herum entwickelt, ist nicht in Sicht. Deshalb will die Stadt den aktuellen Bedarf nach Büroflächen vergolden und nur die freien Räume im Stadion vermieten. Es gebe sogar schon interessierte Firmen, die einziehen wollen. Klaus Weichel, SPD, Oberbürgermeister Kaiserslautern „Der Flächenbedarf in Kaiserslautern ist da. Noch brauchen wir alle Büroflächen. Auch für Coworking-Spaces und ähnliches. Der Trend ist noch nicht gebrochen. Die Stadt wächst in dieser Richtung immer noch.“ Der Verein 1.FC Kaiserslautern hat mit den Plänen der Stadt kein Problem. Stefan Roßkopf, Pressesprecher 1.FC Kaiserslautern „Ich glaube, man muss natürlich klarstellen, hier geht’s jetzt natürlich um Räumlichkeiten, die mit dem Fußballtagesgeschäft nichts zu tun […]

  • Unterricht auf dem Bauernhof

    Unterricht auf dem Bauernhof

    Wie kommt das Ei auf den Tisch? Solche und ähnliche Fragen werden auf den Schulbauernhöfen beantwortet – von denen es nur wenige in Deutschland gibt. Einer ist im südpfälzischen Annweiler. Kinder durchlaufen dort einen ganzen Kreislauf – von der Nahrungsmittelherstellung bis zum Supermarkt. Hier wird verkauft – hier wird gebacken – das gibt Kräuterteemischungen – Apfelringe sind auch im Angebot. Wir sind auf Gut Hohenberg, einem Schulbauernhof, den die Annweiler Montessori Schule vor eineinhalb Jahren übernommen hat. Kerstin Wallinda, Projektleiterin Gut Hohenberg „Die Schüler, die kommen regelmäßig über drei Monate einmal in der Woche hierher, einen ganzen Tag, und die überlegen dann auch mit, zum Beispiel einmal, was kann es für Produkte für den Hofladen geben? Wir schauen dann im Garten, was wächst gerade, was gibt es gerade auf dem Feld?“ Jetzt im Winter ist die Auswahl auf dem Feld eher übersichtlich. Nicht nur Montessori-Schüler, alle Schulen aus ganz Deutschland können hier ihre Klassenfahrten verbringen. Erst mal darf sich jeder einen Bereich aussuchen, den er heute gerne machen würde. Jule und Mia mahlen Mehl. Selbstverständlich vom hofeigenen Getreide. Jakob und Luc haben sich für die Backstube entschieden. Schoko- und Nerven- und Energiekekse wollen die 13-Jährigen zubereiten. Auch sie benutzen viele Zutaten vom Hofgut. Natürlich werden die Schüler nicht alleine gelassen. Jede Station wird durch eine Lehrkraft betreut. „Macht euch eine Rolle und dann könnt ihr die einfach mit der Teigplatte so runterstechen.“ Joshua, Max und Jan-Lucca brauchen musikalische Unterstützung beim Arbeiten. Sie bereiten aus übriggebliebenen Lageräpfeln Apfelringe zu. Jan-Lucca, Schüler „Es ist halt was anderes wie Schule. In der Schule sitzt man am Tisch und lernt was. Und das ist einfach mal eine Abwechslung zu haben.“ Die getrockneten Apfelringe sollen später im Hofladen verkauft werden. Für die entsprechende Verpackung sind Konstantin und Marvin zuständig. Jeder Schüler ist so an den […]

  • Corona-Spaziergänge – im Studio Innenminister Roger Lewentz

    Corona-Spaziergänge – im Studio Innenminister Roger Lewentz

    Montag für Montag gehen sie spazieren. Sie wollen damit sagen: Wir sind gegen die Corona-Schutzmaßnahmen und wir sind gegen eine mögliche Impfpflicht. Über 25.000 Menschen in unserem Sendegebiet sind auch gestern wieder auf die Straße gegangen, um ihren Unmut kundzutun. Darüber sprechen wir gleich mit dem rheinland-pfälzischen Innenminister Roger Lewentz. Warum tritt die Politik nicht mehr in den Dialog mit den Bürgern, die demonstrieren? Die Stadt Worms am Wochenende: Etwa 150 Menschen gehen hier „spazieren“, wie sie sagen. Ihre Protestaktion ist rechtlich zulässig. Die Polizei begleitet den Aufzug quer durch die Stadt. Die meisten dieser Spaziergänger wollen ein Zeichen gegen die Impfpflicht setzen. Spaziergänger: „Ich möchte zeigen, dass ich für die Freiheit bin und für die Menschenrechte, dass die bleiben in der ganzen Welt und dass die Menschen frei über ihre eigene Gesundheit entscheiden können.“ „Ich sehe meine Freiheit stark eingeschränkt und die gesellschaftliche Freiheit auch sehr bedroht.“ „Und ich denke, das wollen alle, die an so einem Spaziergang teilnehmen. Die wollen einfach ihr Leben zurück.“ „Ich finde dieses Gegeneinander furchtbar. Und dass jeder immer sagt: ‚Das sind die Rechten‘. Das ist Quatsch.“ Laut Deutscher Polizeigewerkschaft seien vereinzelt auch Rechtsextreme und Reichsbürger auf den Spaziergängen anzutreffen. Eine Unterwanderung durch diese Gruppierungen sehen sie allerdings nicht. Patrick Müller, Deutsche Polizeigewerlschaft Rheinland-Pfalz „Der Großteil, unserer Einschätzung nach, sind normale Bürgerinnen und Bürger, die irgendwelche Sorgen haben. Sei es Angst vor der Impfung, sei es Existenzangst, weil ihre Arbeit bedroht ist. Das sind ganz verschiedene Leute drunter. Teilweise würde ich auch sagen, wo man eher denkt, die sind ins linke Lager einzuordnen, so Esoteriker, die mehr so ans Ökologische glauben. Auch die sind teilweise darunter.“ Bei der Protestaktion gelten die Maskenpflicht und das Abstandsgebot. Sechs Ordnungswidrigkeiten registriert die Polizei an diesem Tag, ansonsten bleibt es friedlich. Mancherorts kommt es hingegen zur direkten Auseinandersetzung […]

  • Omikron hat Kitas fest im Griff

    Omikron hat Kitas fest im Griff

    Die Corona-Infektionszahlen in Schulen und Kitas steigen aktuell massiv an. In der ersten Woche nach den Weihnachtsferien gab es an Hessens Schulen dreimal so viele Corona-Fälle wie in der Woche vor den Ferien. Und auch in Kitas schlägt die Omikron-Variante voll zu. Spiel, Spaß und Nähe und das trotz Pandemie so sicher wie möglich – für Sabine Vongerichten und ihr Team von der Kita Faustina in Rheinzabern ist das derzeit eine tägliche Herausforderung. Die Kindertagesstätten sollen nach dem Wunsch der Landesregierung wie die Schulen geöffnet bleiben. Sabine Vongerichten, Leiterin Kita Faustina Rheinzabern „Für mich ist das auch ganz wichtig. Ich finde, die Kinder brauchen die Kita. Aber wir sollten das trotzdem mit gesundem Menschenverstand machen. Das Geschehen wäre nicht so diffus, wenn es kontrolliert wäre. Weil man würde das Kind sofort erkennen, das eventuell einen positiven Fall mit sich bringt.“ Das rheinland-pfälzische Bildungsministerium hält heute auf Anfrage aber weiter daran fest, eine Testpflicht für Kita-Kinder auszuschließen. Und das obwohl sich die Lage an rheinland-pfälzischen Kitas nun dramatisch verschärft. Nach Angaben des Bildungsministeriums ist die Zahl der Corona-Infektionen bei Kindern von 91 auf 590 und beim Kitapersonal von 60 auf 291 angestiegen. Eine solche Dynamik gefährde aus Sicht des Kita-Fachkräfteverbands eine verlässliche Kinderbetreuung in den nächsten Wochen. Claudia Theobald, Vorsitzende Kitafachkräfteverband Rheinland-Pfalz „Man könnte etwas tun, dass es nicht ganz so schlimm kommt, aber wenn diese Linie weiter gefahren wird, dann rauschen wir halt ohne Schutz in und durch diese Omikron-Welle.“ Neben verpflichtenden Tests fordert Claudia Theobald Luftfilter und Kontaktreduzierung durch kleinere Gruppen, auch wenn das verkürzte Öffnungszeiten bedeutet. Claudia Theobald, Vorsitzende Kitafachkräfteverband Rheinland-Pfalz „Es wäre vielleicht das kleinere Übel, wie dann überhaupt keine verlässlichen Betreuungszeiten mehr zu haben, weil Kinder und Erzieher in Quarantäne oder erkrankt sind.“ Sabine Vongerichten und ihr Team rüsten sich für Personalengpässe so gut es geht. […]

  • A45: Auto rast in Tankstelle

    A45: Auto rast in Tankstelle

    Dramatische Bildern von der Autobahn-raststätte an der A45 bei Hammersbach im Main-Kinzig-Kreis. Hier ist es heute gegen Mittag zu einer Explosion gekommen. Die Einsatzkräfte haben bei den Löscharbeiten zwei Tote in den Trümmern entdeckt. Eine verwüstete Tankstelle. Zwei ausgebrannte PkW. Viele Einsatzkräfte und ein Leichenwagen. Eine Szenerie, die darauf schließen lässt, dass hier heute Mittag dramatische Szenen stattgefunden haben müssen. Wie sich das Unglück genau zugetragen hat, das ist bis in die frühen Abendstunden hinein noch unklar. Felix Geis, Polizei Südosthessen „Was feststeht ist, dass zwei Personen ums Leben gekommen sind. Kurz nach 12 Uhr meldete ein Zeuge eine Explosion in der Nähe der Zapfsäulen. Zwei Personenwagen, die sich in der Nähe befunden haben, sind kurz darauf auch vollständig ausgebrannt. Auch das Restaurant der Tankstelle wurde in Mitleidenschaft gezogen. Das Feuer konnte dann von der hinzugerufenen Feuerwehr zeitnah gelöscht werden.“ Eine tote Person wurde in einem der ausgebrannten Wagen gefunden. Die zweite tote Person in der Nähe. Vor Ort haben Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft die Ermittlungen aufgenommen. Gemeinsam mit einem Gutachter müssen nun die Ereignisse rekonstruiert werden. Dabei gilt es zunächst, die Personalien der beiden Verstorbenen, sowie den genauen Hergang und mögliche Hintergründe des Vorfalls zu ermitteln. Mit Hilfe eines Hubschraubers und einer Drohne haben sich die Beamten an der Raststätte an der A45 bei Hammersbach im Main-Kinzig-Kreis heute zunächst einen ersten Überblick verschafft.

  • Frankfurter Theater „Alte Brücke“ bleibt geschlossen

    Frankfurter Theater „Alte Brücke“ bleibt geschlossen

    Die 2G+-Regelung  gilt auch für Theaterbühnen. Die Konsequenz: Viele Plätze im Saal bleiben leer. Und vor allem kleinere Bühnen fangen dann an zu rechnen: Lohnt es sich überhaupt noch, abends eine Vorstellung zu spielen? So eine kleine Bühne ist das Frankfurter Theater „Alte Brücke“. Als die Welt noch in Ordnung war, da hat Alexander Beck gerne jeden Tag die Tür seines Theaters aufgeschlossen. Doch das ist mittlerweile fast zwei Jahre her. Seit März 2020 ist alles anders. Die Scheinwerfer sind aus. Die Bühne ist leer, immer mal wieder geht hier gar nichts. Die letzte Premiere war im November. Ein sehr kurzes Gastspiel. Alexander Beck, Schauspieler und Theaterbesitzer „Wir waren gerade einen Tag auf sozusagen. Ein Theater braucht halt einfach vier bis sechs Wochen um was Neues vorzubereiten. Zum Beispiel man muss den Vorverkauf machen, man muss ein Stück finden, man muss die Schauspieler finden, was schwieriger geworden ist, weil viele Schauspieler in der freien Szene sich umorganisiert haben. Man muss ein Stück einstudieren. Dann muss man Leute finden, die halt Bock drauf haben, sich in einen Raum zu setzten unter den aktuellen Bedingungen. Ja, und als das soweit war und wir die Premiere von ‚Irgendwo auf der Welt‘ gespielt hatten, wurden eine Woche später dann schon wieder die Maßnahmen verschärft.“ Verschärfte Maßnahmen heißt neben 2G+, nur 19 Zuschauer sind erlaubt. Wirtschaftlich ist das nicht tragbar. Das Theater „Alte Brücke“ hat unter normalen Umständen gerade mal Platz für 60 Zuschauer. Das „kleinste Off-Broadway-Theater der Welt“ nennt Alexander Beck seine Bühne. Alexander Beck, Schauspieler und Theaterbesitzer „Eines Tages, so geschah es, bin ich einfach in eine Immobiliensuchmaschine reingegangen und habe dieses Kleinod hier gesehen in meinem Geburtsviertel, und vier Tage später war sowohl der Kredit als auch der Mietvertrag unterschrieben. Und so ging es los im September 2014. Und am ersten April […]

  • Neue Corona-Regeln in Hessen gelten ab heute

    Neue Corona-Regeln in Hessen gelten ab heute

    Derzeit breitet sich die Corona-Variante Omikron rasant aus. Die Inzidenz ist am Wochenende erstmals in Deutschland über 500 geklettert. In Frankfurt übersteigt sie heute sogar erstmals die Tausendergrenze. Und hier beginnt unsere heutige Reise durch „Corona-Land“. Dr. Peter Tinnemann hat alle Hände voll zu tun. Immer schwieriger, noch den Überblick zu behalten. Die neue Rekord-Inzidenzmarke von 1.000 stellt den Leiter des Frankfurter Gesundheitsamts und sein mittlerweile auf 170 Mitstreiter angewachsenes Team vor immer größere Herausforderungen. Längst kann nicht mehr jeder einzelne Fall nachverfolgt werden: Dr. Peter Tinnemann, Leiter Gesundheitsamt Frankfurt „Also, wir sind natürlich immer noch bemüht, möglichst die Personen zu kontaktieren, aber wir fokussieren uns jetzt auf die besonderen vulnerablen Gruppen, beispielsweise Menschen über 60 Jahre, dass wir da noch dran bleiben, wie es denen geht, dass wir die informieren oder die uns noch Fragen stellen können. Generell ist es so, dass alle anderen Personen ja dazu gesetzlich verpflichtet sind, sich in die Isolation zu begeben, wenn ein positiver PCR-Test vorliegt und auch entsprechend ihre eigenen Kontakte schon zu informieren.“ Rasant wachsende Inzidenzzahlen sind das eine – wie sich die hohe Zahl der Neuinfektionen in den Krankenhäusern bemerkbar macht, ist das andere. Zwar ist die Einweisungsrate in die Kliniken aktuell konstant, doch just heute Morgen hat der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft angekündigt, dass wegen der neuen Corona-Infektionswelle erneut anstehende Operationen von Nicht-Corona-Patienten verschoben werden müssen. Die Landeskrankenhausgesellschaften erstellen bereits Notpläne. Prof. Steffen Gramminger, Direktor Hessische Krankenhausgesellschaft „Kleinere Unfälle, wo man dann vielleicht eine Knochenfraktur erst ohne Operation behandeln muss, und diese Operation dann vielleicht erst 14 Tage später stattfinden kann. Absolute Notfälle wie ein Herzinfarkt, wie eine schwere Verletzung, die sofort operativ versorgt werden muss, ein Schlaganfall, das sind natürlich alles Eingriffe, die gewährleistet sein müssen. Und auch aus diesem Grund müssen eben diese anderen Eingriffe eventuell verlegt werden.“ […]

  • Dannenröder Forst: Berufungsprozess gegen „Ella“

    Dannenröder Forst: Berufungsprozess gegen „Ella“

    Im Zusammenhang mit den rechtswidrigen Protesten gegen den Ausbau der A49 im Dannenröder Forst hat heute ein Berufungsverfahren begonnen. Die Angeklagte sitzt seit 14 Monaten in Untersuchungshaft. Sie war unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Dagegen legte sie Berufung ein. Heute wurde der Fall vor dem Landgericht Gießen erneut verhandelt. Auch zum Auftakt des Berufungsprozesses hält die Angeklagte ihre Identität weiterhin geheim. Sie wird deshalb wie schon zuvor als „Unbekannte weibliche Person 1“ geführt und vor Gericht der Einfachheit halber „Ella“ genannt. Weil sie bei der Räumung des Dannenröder Forstes einen Polizisten schwer verletzt und in Lebensgefahr gebracht haben soll, war die Autobahn-Gegnerin im Juni vergangenen Jahres vom Amtsgericht Alsfeld zu zwei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Dagegen hatte sowohl die Verteidigung als auch die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt. Mareen Fischer, Staatsanwaltschaft Gießen „Anlass der Berufung der Staatsanwaltschaft war, grob zusammengefasst, dass nach Auffassung der Staatsanwaltschaft durch das Amtsgericht Alsfeld in der erstinstanzlichen Entscheidung nicht alle Strafzumessungsgesichtspunkte, die nach Auffassung der Staatsanwaltschaft hätten berücksichtigt werden müssen, auch berücksichtigt wurden.“ Waltraud Verleih, Verteidigerin „Das ist mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Selbst wenn die Beweisaufnahme bestätigen würde, dass Schuldfeststellungen zu treffen sind, muss das Strafmaß korrigiert werden.“ Die Staatsanwaltschaft fordert weiterhin zwei Jahre und sechs Monate Haft für Ella – die Verteidigung wird wohl erneut auf Freispruch plädieren. Vor dem Gießener Landgericht wird der Fall noch einmal neu aufgerollt. Denn es sind Videoaufnahmen aufgetaucht, die die Angeklagte entlasten könnten: Danach soll – so die Verteidigung – die Gewalt bei der Räumungsaktion zuerst von den beiden Beamten eines Spezialeinsatzkommandos ausgegangen sein, die grundlos auf die Baumbesetzerin eingeschlagen hätten. Anders als im ersten Prozess hat sich die Angeklagte heute erstmals selbst zu Wort gemeldet. Nachdem die Polizisten ihr Sicherheitsseil gekappt und auf sie eingeschlagen hätten, […]

  • Mutmaßlicher Brandanschlag auf das Gesundheitsamt in Germersheim

    Mutmaßlicher Brandanschlag auf das Gesundheitsamt in Germersheim

    In der Nacht von Freitag auf Samstag hat es einen mutmaßlichen Brandanschlag auf das Gesundheitsamt in Germersheim gegeben. Verletzt wurde niemand. Allerdings wurde bei dem Schwelbrand die Hofeingangstür beschädigt. Der Schaden beläuft sich nach ersten Schätzungen auf mehrere Tausend Euro. Thorsten Mischler, Sprecher Polizeipräsidium Rheinpfalz „Aufgrund der Umstände vor Ort gehen wir derzeit davon aus, dass der Brand vorsätzlich gelegt wurde. Und deshalb hat auch die zentrale Kriminalinspektion Ludwigshafen die Ermittlungen übernommen. Also, wir ermitteln konkret wegen vorsätzlicher Brandstiftung.“ Hinweise und Zeugenaussagen nimmt die Kriminalpolizei in Ludwigshafen entgegen.