Gesellschaft

  • Missbrauchsopfer wollen gegen Bistum klagen

    Missbrauchsopfer wollen gegen Bistum klagen

    Es war ein richtungsweisendes Urteil und ein Meilenstein für die von sexueller Gewalt in der Kirche Betroffenen. Vor gut einem halben Jahr hatte erstmals ein deutsches Gericht einem Kirchenmissbrauchsopfer in Köln einen Anspruch auf Schmerzensgeld zugesprochen. Auch die Summe, die die katholische Kirche zahlen musste, war beispiellos: 300.000 Euro. Das Urteil ist nun Vorbild für die Betroffenen im Bistum Trier, die heute eigene Klagen angekündigt haben. Die Musik gibt Thomas Kiessling Kraft mit den Erlebnissen umzugehen. Als Kind wird er von einem Priester vergewaltigt. Als Opernsänger steht Kiessling heute auf großen Bühnen. 2019 hat er entschieden, auch mit seinen Missbrauchserfahrungen an die Öffentlichkeit zu gehen. Nun will er das Bistum Trier verklagen. Thomas Kiessling, Missbrauchsopfer „Für mich ist ganz wichtig, dass ich diesen Schritt gehe, nach vielen, vielen Jahren des Verhandelns mit dem Bistum und der Pfarrei St. Mathias, wo die Vergewaltigungen über Jahre stattgefunden haben, kriegen wir außergerichtlich keine Lösung und es geht mir hauptsächlich nicht um Geld sondern um Aufklärung.“ Allein er kenne vier weitere Opfer des Priesters. Ursprünglich hatte die Betroffenenorganisation MissBiT dem Bistum eine gemeinsame Kommission vorgeschlagen, in der die Einzelfälle außergerichtlich aufgearbeitet werden sollten. Jutta Lehnert, Betroffeneninitiative MissBiT e.V. „Die dann einen gemeinsamen Vorschlag gemacht hätten, wie eine angemessene Entschädigungszahlung hätte aussehen können. Dann hätte man sich außergerichtlich einigen können. Das hat das Bistum aber abgelehnt, eine offizielle eine gemeinsame Aufarbeitung, und deswegen bleibt ja kein anderer Weg als die ersten Klagen zu führen, so sieht es jedenfalls zurzeit aus.“ Das Bistum Trier teilt mit, dass man sich nicht auf eine exklusive Zusammenarbeit mit dem Verein MissBiT beschränken wolle. Die Möglichkeit zur Aufarbeitung müsse allen Betroffenen offenstehen. Den angekündigten Klagen werde man sich grundsätzlich stellen. Die Klageschriften von Thomas Kiessling und einem weiteren anonymen Mitstreiter werden laut Verein vorbereitet, zehn weitere Missbrauchsopfer seien klagewillig. Rudolf […]

  • Vierter Jahrestag des Anschlags von Hanau

    Vierter Jahrestag des Anschlags von Hanau

    Es ist eine Tat, die ganz Deutschland erschüttert hat – heute vor vier Jahren erschießt ein Mann in Hanau neun Menschen mit Migrationshintergrund. Anschließend tötet er seine Mutter und sich selbst. Vier Jahre nach dem mutmasslich rassistisch motivierten Attentat haben mehrere tausend Menschen am Wochenende in Hanau den Opfern gedacht. Sie standen im Fokus der heutigen Gedenkfeier. Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtovic, Vili-Viorel Paun, Faith Saracoglu, Ferhat Unvar, Kaloyan Velkow – auf grausame Weise verbindet sie alle ein Datum: Am 19. Februar 2020 starben sie beim Anschlag von Hanau. Auch vier Jahre danach sitzt der Schmerz tief, ist der 19. Februar 2020 wieder nah. Nah ist heute aber auch die aktuelle Debatte über Fremdenfeindlichkeit – der Imam ruft zur Geschlossenheit auf. Imam Macit Bozkurt, Islamischer Verein Hanau „Sind es nicht wir, die dieselben Straßen teilen, gemeinsam zur Schule oder auf die Arbeit gehen, Tür an Tür wohnen, Nachbarn sind mit aller Verschiedenartigkeit unserer Herkunft, Hautfarbe und Konfession – genau das macht uns aus in Hanau.“ Die Angehörigen trauern heute – keiner will sich vor der Kamera äußern. Noch immer werfen sie der Polizei und der Politik vor, in der Tatnacht und danach versagt zu haben. Und so gibt es nicht nur versöhnliche Töne an den Gräbern. Imam Macit Bozkurt, Islamischer Verein Hanau „Verloren haben diejenigen die nicht dafür sorgen konnten dass ihr Kinder beschützt und gerettet werden konnten. Verloren haben diejenigen, die die politische Verantwortung der lückenlose Aufklärung nicht tragen konnten.“ Aufklärung etwa darüber, warum der Notausgang an einem der Tatorte verschlossen gewesen war. Der Untersuchungsausschuss zu Hanau im Hessischen Landtag hat viele Fragen beantwortet – Konsequenzen auf politischer Ebene gab es keine. Und so wünschen sich die Angehörigen heute explizit keine politischen Reden bei der Trauerfeier. Nach einer Kranzniederlegung drückt Bundesinnenministerin Nancy Faeser […]

  • Zwischenbilanz der Kita-Fachkräftekampagne

    Zwischenbilanz der Kita-Fachkräftekampagne

    Ob Pflegekräfte, Handwerker, Busfahrer – der Fachkräftemangel trifft fast jede Branche. Auch in Kindertagesstätten arbeiten zu wenig Erzieher. Daher hat die rheinland-pfälzische Bildungsministerin vor einem Jahr eine Fachkräftekampagne gestartet. Aber kommt die Werbung an? Schließlich ist der Fachlkräftemangel immer noch riesig. Die Bildungsministerin hat uns heute in Bad Kreuznach dazu eine Antwort gegeben. „Werde Erzieherin oder Erzieher.“ Mit diesem Spruch wirbt die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig für mehr Fachkräfte in Kitas, denn dort sind sechs Prozent der Stellen unbesetzt. Das sorgt beim bestehenden Personal für viel Stress und Frust. Ein Jahr nach dem Start der Werbeaktionen auf der Straße und im Netz zieht die Bildungsministerin ein positives Fazit. Stefanie Hubig (SPD), Bildungsministerin Rheinland-Pfalz „Weil wir einfach sehen, dass wir ganz viele Menschen damit erreichen können. Und es ist natürlich auch so, dass sich die Menschen nicht von jetzt auf gleich entscheiden und sagen: ‚Das mache ich jetzt‘, aber das Thema, der Beruf, auch die Wertschätzung und das Bild der Erzieherinnen und Erzieher, die Bedeutung für die Gesellschaft, das können wir auch alles mit der Kampagne klar machen.“ So konnten die Kitas in den letzten 12 Monaten 1.500 pädagogische Fachkräfte gewinnen. Auch die Zahl der Auszubildenden steigt leicht. Ein Kinospot soll die Reichweite nun nochmal erweitern. Stefanie Hubig (SPD), Bildungsministerin Rheinland-Pfalz „In der etwas kälteren Jahreszeit sehen wir, dass die Menschen trotz Streamingdiensten immer noch gerne ins Kino gehen. Und Kino ist ein Ort, an dem man sich konzentriert, in dem man auch so ein bisschen Unerwartetes erlebt und da sehen wir, dass wir da nochmal viele Menschen erreichen können.“ 1.5 Millionen Euro kosten die Werbemaßnahmen. Die CDU Opposition befürwortet diese zwar generell, aber: Thomas Barth (CDU), Abgeordneter Landtag Rheinland-Pfalz „Man hätte sie eigentlich vor dem Gesetz mach müssen, denn durch das Gesetz alleine wurden ja 1.600 neue Stellen geschaffen. Wenn […]

  • Maria 2.0 feiert Segnungsgottesdienst

    Maria 2.0 feiert Segnungsgottesdienst

    Die Deutschen Bischöfe tagen diese Woche. Zuvor haben sie bereits Post aus Rom bekommen. Eine geplante Abstimmung über weitere Reformen müssen sie daher von der Tagesordnung streichen. Ja, mit Reformen tut sich die katholische Kirche schwer. Das wissen auch die Vertreterinnen der Initiative Maria 2.0, die seit Jahren für mehr Rechte für Frauen in der Kirche kämpfen. Nach vielen Demonstrationen geht man nun in Nieder-Olm ganz neue Wege. Andrea Keber ist nervös. Sie ist Mitglied der Initiative Maria 2.0 Nieder-Olm. Die Reformbewegung hat zu einem Segnungsgottesdienst eingeladen. Doch es ist unklar, wie viele Gläubige die Kirche St. Georg besuchen werden. Fünf Jahre lang haben die Mitglieder von Maria 2.0 demonstriert. Für die Öffnung des Priesteramts für Frauen und die Gleichstellung von Männern und Frauen in der katholischen Kirche. Doch die Zeit der Demonstrationen ist für Maria 2.0 in Nieder-Olm jetzt Geschichte. Andrea Keber, Maria 2.0 Nieder-Olm „Genau, wir wollen nicht mehr demonstrieren, weil das sowieso nichts bringt. Es interessiert auch immer weniger Menschen, weil die eben schon ihren inneren Rückzug angetreten haben aus dieser Kirche, aus dieser Amtskirche, sondern mit Gottesdiensten, mit Gesprächsabenden, mit Pilgerweg, also alles, was Leben und Glauben ausmacht, das wollen wir jetzt teilen.“ Es sind viele Gläubige, die den Gottesdienst in St. Georg besuchen. Es ist keine heilige Messe. Die zu zelebrieren, ist Frauen untersagt. Doch segnen, also Gutes über jemanden sprechen, das dürfen in der katholischen Kirche auch Laien. Der Gottesdienst der Frauen von Maria 2.0 ist eine Art Grauzone, die Pfarrer Hubert Hilsbos unterstützt. Er kritisiert den Reformunwillen der Amtskirche. Hubert Hilsbos, Pfarrer Nieder-Olm „Es wird sehr stark auf Struktur reduziert, wie die Struktur der Zukunft ist, aber inhaltlich, wie diese Kirche sich menschlicher zeigen kann, das geschieht in meinen Augen zu wenig.“ Viele Gläubige, die den katholischen Gottesdienst in Nieder-Olm besuchen, sind aus […]

  • Bensheimer hilft im ukrainischen Kriegsgebiet

    Bensheimer hilft im ukrainischen Kriegsgebiet

    Fast genau zwei Jahre ist es jetzt her, dass der Krieg in der Ukraine ausgebrochen ist. Am 24. Februar 2022 marschiert die russische Armee in der Ukraine ein. Seitdem kommt es zu Bombardierungen, Belagerungen, Massakern und Kriegsverbrechen. Und inmitten dieses Chaos: ein Südhesse. Er ist als Zivilist in die Ukraine gegangen, um zu helfen. Wir haben ihn bei einem kurzen Heimaturlaub getroffen. Lars auf Heimatbesuch. Der gebürtige Bensheimer läuft zum ersten Mal seit langer Zeit ohne schusssichere Weste durch die Straßen – ein ungewohntes Gefühl von Sicherheit. Denn seit über 1 ½ Jahren verbringt Lars sein Leben in der Ukraine – als freiwilliger Helfer. Seinen Nachnamen will der 30-Jährige aus Sicherheitsgründen nicht nennen. Als der Krieg in der Ukraine ausbricht, arbeitet Lars als Beleuchter am Marburger Landestheater und verfolgt die Bilder vor dem Fernseher. Lars, gebürtiger Bensheimer „Dass da ein Krieg keine Tagesreise von uns entfernt passiert, innerhalb Europa, zwischen zwei souveränen Staaten – dass das im 21. Jahrhundert überhaupt noch passiert, ist ein Schock, durchaus. Und das hat bei mir dieses Bedürfnis ausgelöst, da irgendwas zu tun, statt nur untätig Zuhause aus der Entfernung die Bilder anzugucken.“ Lars bietet sich deshalb bei einem der ersten Hilfstransporte als Fahrer an, nimmt Urlaub und fährt mit Hilfsgütern an die rumänisch-ukrainische Grenze. Auf dem Weg zurück nimmt er ukrainische Flüchtlinge mit und bringt sie in Deutschland in Sicherheit. Lars, leistet als Zivilist humanitäre Hilfe „Wir hatten im Auto noch eine Mutter mit zwei Kindern. Und die waren in der damaligen Wohnung des Theaters untergebracht. Und als die ankamen und diese Wohnung gesehen haben, die Tür aufgemacht haben und da kam nur ein ‚Oooooh‘. Und dieser kleine Moment, dass diese Leute angekommen sind – die kamen aus Sumy, nach sechs oder sieben Tagen waren die unterwegs uns inkludiert. Der Moment war so ein […]

  • Fastnachtsumzug Klaa Paris in Frankfurt

    Fastnachtsumzug Klaa Paris in Frankfurt

    Nach fünf Tagen Straßenfastnacht mit großen Umzügen in Frankfurt, Mainz und Koblenz, rollen heute die letzten närrischen Wagen durch Hessen und Rheinland-Pfalz. In Montabaur, Dieburg und „Klaa Paris“. Am Nachmittag ist der älteste Fastnachtsumzug Hessens in Frankfurt Heddernheim gestartet.   „Helau“ Tolles Wetter, tolle Kostüme und tolle Stimmung. Für den Fastnachtsumzug Klaa Paris strömen heute zehntausende Narren nach Frankfurt. Pünktlich um 14:31 startet der Umzug traditionell mit 111 Zugnummern. Und der verbreitet mit Kamelle, Musik und bunten Farben ordentlich Fastnachtslaune. Dani: Klaa Paris ist ein Knaller schon seit Jahren. Und als richtige Frankfurter muss man hierher kommen. Christina: Meine Oma war schon hier, meine Oma hat schon immer von Klaa Paris erzählt. Nico: Man kann einfach sein Inneres ausleben, seine Kindheitsträume. Das ist das Schöne an Klaa Paris. Aber warum Klaa Paris? Diese Bezeichnung für Frankfurt-Heddernheim ist im 19. Jahrhundert entstanden. Es ist eine Anspielung darauf, dass in Heddernheim ein lustiges Völkchen lebt. Wie in Paris. So findet der Umzug schon seit 1839 regelmäßig statt. Daher auch das diesjährige Motto „Es spielt verrückt die ganze Welt, doch Klaa Paris das Brauchtum hält“. Doch das wird immer schwieriger. Vor allem die Kosten für die Sicherheitsauflagen bringen die Veranstalter in die Bredouille. Ulrich Fergenbauer, (1. Vorsitzender Zuggemeinschaft Klaa Paris): Wir müssen anstatt den ehemaligen bekannten Betonklötzen zertifizierte Sperrsysteme benutzen. Und müssen die bei einem Lieferanten einkaufen also ausleihen. Und das kostet entsprechend Geld. Zertifizierung kostet Geld und deswegen sind die dieses Jahr sehr viel teurer als die Betonklötze von letztem Jahr und die Jahre davor. Deshalb sind die Veranstalter auch auf Spenden angewiesen. Diese können die Kosten von 170.000 Euro aber nicht decken. Und die Stadt hat noch nicht entschieden, ob sie den Umzug unterstützt. So steht dieser für nächstes Jahr noch auf der Kippe. Trotzdem feiern die Heddernheimer heute ordentlich. Hoffentlich […]

  • Rosenmontagszug in Mainz

    Rosenmontagszug in Mainz

    Helau, heißt es heute in ganz Hessen und Rheinland-Pfalz. Denn heute ist der Höhepunkt der Fastnachtszeit. Rosenmontag. Überall ziehen Fastnachtsumzüge durch die Städte und verbreiten gute Laune. Wie in Marburg, Fulda, Seligenstadt, Koblenz und Trier strömten Hunderttausende vor allem nach Mainz. Zu einem der größten Umzüge im ganzen Land.   Kostüme, Kamelle und jede Menge Spaß. Mainz steht heute ganz im Zeichen der Fastnacht. Über eine halbe Million Närrinnen und Narren zieht es heute in die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt. Mehr als doppelt so viele wie hier leben. Um zu feiern, zu schunkeln und sich auch mal ein Wein zu gönnen. Frei nach dem diesjährigen Motto: Zur Fassenacht lädt Mainz am Rhein die ganze Welt zum Schoppen ein. Und die lässt es sich nicht nehmen, heute nach Mainz zu reisen. Alex: Weil es super in Mainz ist. Aliam: Ich komme aus Kanada, ich verstehe nicht aber ich habe sehr süß, ja Banane. Corinne: Das besondere ist einfach, diese tollen viele Leute, die hier langlaufen und alle total begeistert dabei sind, finde ich so toll. Kai: Wir sind hier aufgewachsen und für die Kleinen ist es das Größte. Das sind Kindheitserinnerungen, die gibt man gerne an die Kinder weiter. Marie: Dass alle Leute Spaß haben, dass sie das Leben feiern. Das ist der Wahnsinn. Pünktlich um 11:11 starten 155 Fastnachts-Wagen ihren über sieben Kilometer langen Weg durch Mainz. Hauptattraktion natürlich die Motivwagen des Mainzer Carneval Vereins. Wegen Geldsorgen können dieses Jahr jedoch nur neun statt zehn Fahrzeuge gebaut werden. Doch die nehmen ordentlich die Politik aufs Korn. So sitzen Alice Weidel und Sahra Wagenknecht als Barbies zusammen im Auto. Das lenkt allerdings Russlands Präsident Wladimir Putin. „Die Barbies es nicht interessiert, dass ein Verbrecher sie chauffiert, reimen die Narren dazu. Auch dabei eine Friedenstaube, die in einem Käfig aus Hass und Intoleranz festgehalten […]

  • Angespannte Situation in rheinland-pfälzischen Notaufnahmen

    Angespannte Situation in rheinland-pfälzischen Notaufnahmen

    Unser Gesundheitssystem gerät immer öfter an seine Grenzen – und das ist noch milde ausgedrückt. Wie wir jetzt wieder sehen. Notaufnahmen sind – wie der Name schon sagt – für Notfälle da. Eigentlich ganz logisch. Doch aktuell sind die Notaufnahmen vieler rheinland-pfälzischer Krankenhäuser voll mit Patienten, die keine Notfälle sind. Die Krankenhausgesellschaft Rheinland-Pfalz schlägt Alarm. Herzinfarkt, Schlaganfall, schwere Verletzungen. Solche Patienten sind ein Fall für die Notaufnahme. Doch zurzeit kommen immer häufiger Menschen, die hier aus Sicht von Andreas Wermter nichts zu suchen haben. Andreas Wermter, Geschäftsführer Krankenhausgesellschaft Rheinland-Pfalz „Es sind viele Patienten jetzt vermehrt, die zu den Notaufnahmen kommen, die eben nicht mehr einer akuten Behandlung bedürfen, sondern vielleicht ein Rezept haben wollen oder eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Das sind Patienten, die aus unserer Sicht in die ärztliche Bereitschaftsdienstpraxis gehören und nicht in die Notaufnahme.“ Doch die ärztlichen Bereitschaftspraxen in Rheinland-Pfalz haben ihre Öffnungszeiten seit Anfang des Jahres drastisch reduziert. Montags, dienstags, donnerstags und in der Nacht bleiben die Praxen neuerdings zu. An den übrigen Tagen gelten reduzierte Öffnungszeiten. Andreas Wermter will das so nicht hinnehmen. Denn: Andreas Wermter, Geschäftsführer Krankenhausgesellschaft Rheinland-Pfalz „Für die Krankenhäuser ist das so, dass sie wieder einmal ein Lückenbüßer sein müssen für die Defizite in anderen Bereichen. Und wir erwarten schon auch von der Politik, dass sie hier eine Lösung herbeiführt, damit diese Belastung eben nicht noch weiter zunimmt.“ Das rheinland-pfälzische Gesundheitsministerium  teilt heute mit, man bedauere die Entwicklung. Verantwortlich sei allerdings die Kassenärztliche Vereinigung. Clemens Hoch (SPD), Gesundheitsminister Rheinland-Pfalz „Dass die Notaufnahmen über eine Mehrbelastung klagen, ist verständlich und nachvollziehbar. Unverändert gilt aber auch, dass die KV in der Pflicht ist, die ärztliche Versorgung im Bereitschaftsdienst sicherzustellen.“ Die Kassenärztliche Vereinigung stellt in einer Pressemitteilung allerdings klar, den niedergelassenen Ärzten keine Bereitschaftsdienste aufzwingen zu können. Viele würden sich gerade deshalb für die Arbeit in einer Praxis […]

  • Mainz macht Flüchtlinge zu Busfahrern

    Mainz macht Flüchtlinge zu Busfahrern

    Oft sprechen wir hier in der Sendung über Probleme bei der Integration von Flüchtlingen. Doch es gibt auch positive Beispiele, wo Integration innerhalb kürzester Zeit gelungen ist. Wie so oft helfen zwei Dinge: die Sprache und der Job. Wir sind jetzt bei der Mainzer Mobilität, wo Flüchtlinge zumindest etwas den Fachkräftemangel lindern. Sitz nach vorne, Lenkrad einstellen, noch einmal den Spiegel checken. Seit einem halben Jahr ist Hassan Marwan Busfahrer in Mainz. Im Jahr 2016 ist er von Syrien nach Deutschland geflohen. Hasan Marwan, Busfahrer aus Syrien „Das ist mein Lieblingsjob eigentlich. Weil in meinem Heimatland war ich LKW-Fahrer und ich mag den Job. Denn ich mag fahren und so. Ja, das macht mir Spaß.“ Er und sein Kollege Ata Ul Manann Ghumman sind die ersten, die bei dem neuen Ausbildungsprogramm mitgemacht haben. Rund ein Jahr bekommen sie Sprachunterricht, können ihren Führerschein machen, lernen aber auch, wie man sich bei einem Unfall verhalten muss oder was man tun kann, wenn Fahrgäste pöbeln. Eben alles, was es als Busfahrer braucht. Ihre größten Hürden bisher: Ata Ul Manan Ghumman, Busfahrer aus Pakistan „Die deutsche Sprache ist nicht meine Muttersprache. Alle vier Teile waren schwer. Aber nein, ich habe es trotzdem geschafft.“ Hasan Marwan, Busfahrer aus Syrien „Es war schwer, die Linie kennenzulernen. Aber das kommt mit der Zeit. Und Gott sei Dank habe ich das geschafft.“ Rund 120.000 Euro haben das Land Rheinland-Pfalz und das Jobcenter dafür bisher in die Hand genommen. Von dem Geld wurden zehn neue Busfahrer ausgebildet, die jetzt in Mainz unterwegs sind. Alexander Schweitzer (SPD), Arbeitsminister Rheinland-Pfalz „Wenn wir das jetzt machen, werden die Menschen unabhängig von sozialen Leistungen, können sich selbst auch das Leben finanzieren, organisieren, können eine Familie gründen. All das, was wichtig ist zur Integration. Und daher ist es eine gute Investition, weil es die […]

  • Vermieter lässt Haus in Hadamar vergammeln

    Vermieter lässt Haus in Hadamar vergammeln

    Schimmel, keine Heizung und kein warmes Wasser. Weil der Vermieter die Rechnungen nicht bezahlt, hat der Energieversorger einem Haus im mittelhessischen Hadamar das Gas abgestellt. Ein dubioses Firmengeflecht lässt das Anwesen vergammeln und die Mieter sind dem hilflos ausgeliefert. Decken die heruntergekracht sind, Wasser, das durch die Wände kommt, überall Schimmel und keine funktionierende Heizung. Eine echte Schrottimmobilie! Doch hier leben tatsächlich Menschen. Margot Geipel versucht gerade bei um die 12 Grad Raumtemperatur über die Runden zu kommen. Im September wurde das Gas im ganzen Haus abgestellt seitdem bleibt ihre Wohnung kalt. Margot Geipel, wohnt seit 2002 im Haus „Man zieht sich eben warm an. Sehen Sie ja. Dicke Strickjacke, dicken Pullover drunter, T-Shirt, eine wollene Strumpfhose unter der Jeans. Ja, also wenn’s dann zu kalt wird, dann mach ich dann eben den Heizlüfter an. Okay, das kostet natürlich dann dementsprechend auch Strom.“ Schon lange hat die Rentnerin keinen Besuch mehr von ihren Enkeln bekommen – es ist einfach zu kalt. Und dazu kommt ein ständig mulmiges Gefühl, denn die Hauseingangstür kann nicht mehr abgeschlossen werden und Strom gibt es im Treppenhaus auch keinen mehr. So wie der 69-jährigen Margot geht es noch mehr als 15 weiteren Parteien des Hauses in der Siegener Straße in Hadamar. Und die Mieter sind komplett auf sich alleine gestellt. Der Vermieter: untergetaucht. „Man fühlt irgendwie die Wut. Vor allem Dingen. Es kümmert sich ja auch keiner.“ Recherchen ergeben, dass die Immobilie zuletzt in Besitz der Firma x-Direct GmbH mit Hauptsitz in Frankfurt war. Die Firma ist mittlerweile insolvent, die Büros in Limburg stehen leer. Die Geschäftsführer sind laut der Analysewebsite North Data in ein undurchsichtiges Firmengeflecht verstrickt und nicht erreichbar. Auch unsere Kontaktanfrage auf diversen Plattformen bleibt unbeantwortet. Henrich Wehrhahn vom Mieterbund Nordhessen vermutet eine perfide Masche der Vermieter. Henrich Werhahn, stv. Vorsitzender Mieterbund […]

  • Fastnachts-Nachwuchstalent Lea Kuhn aus Frankfurt

    Fastnachts-Nachwuchstalent Lea Kuhn aus Frankfurt

    Einige haben sicher gedacht: Haben die Fastnacht vergessen? Natürlich nicht. Noch genau vier Tage wird gefeiert und das bedeutet für die Aktiven teils mehrere Auftritte am Tag. Wir stellen Ihnen jetzt eines der wenigen Nachwuchstalente der Fassenacht vor: Lea Kuhn aus Frankfurt. Sie ist mit ihren 19 Jahren ein richtiger Profi auf der Fastnachtsbühne. Seit zehn Jahren steht die gebürtige Frankfurterin Lea Kuhn von der Bornheimer Karnevalsgesellschaft von 1901 schon in der Bütt. Die Nachfrage nach der jungen Rednerin ist groß. Mehrere Auftritte an einem Abend sind da keine Seltenheit. Der Spaß steht für sie in der fünften Jahreszeit an erster Stelle. Lea Kuhn, Büttenrednerin „Ich fühle mich frei, sicher, lebendig. Ich genieße es. Es ist ein tolles Gefühl auf der Bühne zu stehen und es macht einfach nur Spaß.“ Als „Kind der Fassenacht“ fängt Lea zunächst mit Gardetanz an. Mit neun Jahren wechselt sie zur Büttenrede. Ihr Vorbild: Mama Corinna, ebenfalls seit mehreren Jahrzehnten auf der Bühne aktiv. Vor einer Kampagne überlegt sich das Mutter-Tochter-Duo zunächst ein Thema und tauscht Ideen aus. Inspiriert werden die Geschichten meist vom gemeinsamen Familienleben, so kann sich Lea auch leichter mit ihren Rollen identifizieren. Die Nervosität vor ihren Auftritten verliert sie, sobald sie die Bühne betritt und in ihre Rolle schlüpft. Corinna Kuhn, Mutter von Lea „Dass die unglaublich nervös war hinter der Bühne, rumgezappelt hat, auf die Bühne geht, ein Lächeln aufsetzt, das ist bis heute so und eine Rampensau schlechthin ist. Die braucht Bühne, die braucht Leute, die braucht Scheinwerferlicht und dann ist die da.“ Als junge Frau ist sie eine echte Rarität unter den Narren, denn die Fastnachtsvereine finden kaum noch Nachwuchs, der sich auf die Bühne traut. Lea Kuhn, Büttenrednerin „Also gerade was Vortrag angeht, finde ich es sehr schade, dass es das kaum noch gibt. Dass sich keine […]

  • Beginn der Mainzer Straßenfastnacht

    Beginn der Mainzer Straßenfastnacht

    Die Straßenfastnacht steuert auf ihren Höhepunkt zu. Und Mainz gehört nun mal bundesweit zu den Hochburgen. Trotz teils strömenden Regens haben sich Tausende Fastnachtsfans ab 11 Uhr 11 in der Mainzer City getroffen. Die Narren haben die Straße übernommen. Und mittendrin unser Reporter Marcel Gassan – heute auf einer ganz besonderen Mission. Marcel Gassan, Reporter „Zugegeben das Wetter spielt nicht ganz so mit. Meine Verkleidung auch nicht – ich bin noch nicht ganz farbenfroh unterwegs. Das will ich heute aber ändern, ich will heute ganz bunt werden –  so wie es sich an Fassnacht gehört. Deswegen habe hier ein paar Stifte dabei und die Närrinnen und Narren sollen auf meiner Verkleidung drauf schreiben, was sie an Fassnacht eigentlich so toll finden.“ Die ersten Freiwilligen finde ich schnell. „Ich sehe es ja jetzt nicht. Was schreibst du denn drauf?“ „Liebe, Frieden und Saufen.“ Erste Nachahmer habe ich auch ganz schnell gefunden. Marcel Gassan, Reporter „Ich bekomme hier langsam Konkurrenz, ich muss schauen, dass die Stifte nicht leer werden.“ Und dann ist es so weit: Ab jetzt darf auch höchstoffiziell gefeiert werden! Marcel Gassan, Reporter „Das ist der Moment, auf den alle gewartet haben. Um 11:11 beginnt die Altweiberfastnacht, nämlich in: 3..2..1: Helau!“ Für gute Stimmung hier auf dem Schillerplatz sorgt unter anderem Lilli vom Mainzer Karnevalverein – schon ihr Uropa hat Fassnacht gefeiert, erzählt sie mir. Lilli Neger, Mainzer Carneval-Verein „Einfach gute Stimmung, gute Laune unabhängig vom Wetter. Wir haben einfach alle Bock drauf, wir nehmen uns frei dafür. Also das ist einfach so ein ganzes Jahr Vorfreude.“ Gegen Mittag sind hier knapp 7.000 Menschen da, trotz Regen. So Langsam wird der Platz eng: Auf dem Schillerplatz aber auch auf meinem Kostüm. Das wird immer voller und bunter. Marcel Gassan, Reporter „Ich glaube das war echt die beste Idee, die ich […]

  • Landtag debattiert über wehrhafte Demokratie

    Landtag debattiert über wehrhafte Demokratie

    Seit Wochen gehen in ganz Deutschland Hundertausende Menschen auf die Straßen, um für Demokratie zu demonstrieren. Sie reagieren damit auf ein Treffen von AfD-Mitgliedern mit Vertretern rechtsextremer Kreise in Potsdam, bei dem im November über die Ausweisung von Millionen Deutschen mit Migrationshintergrund diskutiert worden sein soll. Jetzt ist der Protest quasi von der Straße zurück ins Parlament geschwappt: In einer hitzigen Debatte im hessischen Landtag haben sich heute alle Parteien mit Ausnahme der AfD zusammengetan, um gemeinsam Flagge zu zeigen. Boris Rhein (CDU), Ministerpräsident Hessen „Wir können stolz darauf sein, dass die Mehrheit der lauten Minderheit jetzt Grenzen aufzeigt. Bis hierher und nicht weiter. Das müssen Sie wissen: Bis hierher und nicht weiter zeigt die Mehrheit jetzt der lauten Minderheit auf. Und ich halte das für exakt die richtige Entscheidung.“ So lebhaft wie heute ging es im Plenum des hessischen Landtags schon lange nicht mehr zu: In einem gemeinsamen Antrag sprechen sich alle Fraktionen mit Ausnahme der AfD dafür aus, allen Anti-Demokraten im Land die rote Karte zu zeigen. Und Sie meinen damit ganz ausdrücklich auch die AfD. Die wiederum sieht sich als Opfer einer Verschwörung. Die Berichte über das Treffen von Potsdam: reichlich übertrieben oder gar frei erfunden. Die Demonstrationen der vergangenen Wochen: eine einzige große Inszenierung der etablierten Parteien, um der Alternative für Deutschland zu schaden. Andreas Lichert (AfD), Landesvorsitzender Hessen „Weil Sie nicht zugeben können, dass damit ganz klar ist, dass die AfD Takt- und Impulsgeber migrationspolitischer Debatten ist. Deswegen wird diese atemberaubende Fake-News-Kampagne durchs Land getrieben.“ Für Mathias Wagner von den Grünen zeigen die vielen Großdemonstrationen der vergangenen Wochen vor allem eines ganz deutlich: Die Stimme der AfD sei eben nicht die Stimme des Volkes, wie die Partei immer wieder behaupte. Mathias Wagner (Bündnis 90 / Grüne), Fraktionsvorsitzender Landtag Hessen „Alle, die behaupten, sie würden diesen […]

  • Rappen als Therapie

    Rappen als Therapie

    Für die Jugendlichen, die wir jetzt in Frankfurt im Jugendclub basement26 treffen, ist Rapmusik so viel mehr als musikalische Berieselung. Es ist eine Art Therapie. Vor eineinhalb Jahren hat Erin Lee Sullivan im Jugendclub ein Tonstudio aufgebaut. Seitdem produzieren die Jugendlichen einen Song nach dem anderen. Freistehend Rap Obay in seinem Element. Schon die erste Aufnahme klappt. „Meistens ist meine Musik eigentlich immer … ist viel one-Take … Ich will seine Zeit nicht verschwenden. Direkt rein und raus.“ Im Jugendzentrum basement26 gehört Obay zu den Stammbesuchern. Durch Leiter Erin Lee Sullivan ist der 20-Jährige zum Rappen gekommen. Ein Angebot des Treffs, das er inzwischen regelmäßig nutzt. Texte zu schreiben und daraus Songs zu produzieren hilft ihm, seine Geschichte zu verarbeiten. Obay und seine Familie mussten aus Syrien fliehen. Auf der Flucht wurde er von seiner Mutter und den Geschwistern getrennt. Dieses Leid und die Angst spiegeln sich in seinen Texten wider. Obay Alhameadi, Jugendlicher aus Frankfurt „Es ist mehr Therapie als irgendwas anderes. Also für mich zumindest. Weil wenn du darüber rapst, indem du Sachen da darauf schreibst, das ist, als hättest du jetzt mit jemandem gesprochen. Aber du hast nur mit deinem Stift eigentlich gesprochen. So sehe ich das persönlich.“ Das basement26 gibt es seit 2015. Träger der Einrichtung ist die Bethanien Diakonissen-Stiftung. Hier spielen Kinder und Jugendliche kostenlos Tischtennis, Basketball, essen gemeinsam oder rappen eben mit Erin. Er unterstützt die Jugendlichen technisch und pädagogisch. Erin Lee Sullivan, Leiter basement26 „Wenn sie das aufschreiben, dann ist das immer nochmal ein bisschen was anderes als wenn sie es jemand so direkt ins Gesicht sagen. Da kann man dann natürlich schauen, je nachdem was die Themen sind, spreche ich das nochmal gezielt an und versuche dann nochmal nachzuhaken, um zu schauen, ob sie denn auch gewillt sind, darüber zu sprechen. Das […]

  • Ehemalige Thomas-Cook-Zentrale wird Flüchtlingsunterkunft

    Ehemalige Thomas-Cook-Zentrale wird Flüchtlingsunterkunft

    Vor anderthalb Wochen gab es eine Demo in der Vulkaneifel gegen eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Gerolstein. Der Ort fühlte sich von der Politik überrumpelt – die habe die Bürger viel zu spät informiert. Ähnliches passiert gerade in Hessen, wo in Oberursel kurzfristig eine neue Flüchtlingsunterkunft entstehen soll – zu kurzfristig, kritisieren die Menschen vor Ort. Rund 300 Anwohner drängen sich in einen Saal in Oberursel. Sie wollen Antworten. Es geht um die ehemalige Zentrale des insolventen Reiserveranstalters Thomas Cook. Seit knapp fünf Jahren steht das Areal leer, nun sollen in diesem Hintergebäude 400 Flüchtlinge untergebracht werden. Die ersten Ukrainer aus umliegenden Hotels sind bereits eingetroffen. Der Haken: Erst danach veranstalten Kreis und Stadt einen offiziellen Info-Termin für die Bürger. Heike Giebel, Ortsbeirat Oberursel-Stierstadt „Sie hätten uns ja mal miteinbeziehen können, wo eine Unterkunft machbar ist. Wie viele Flüchtlinge, wie die Situation hier vor Ort ist.“ Laut Kreis hätte man wegen Finanzierungsvorgaben und Verhandlungen mit dem Eigentümer Stillschweigen vereinbart, bis alles in trockenen Tüchern ist. Ulrich Krebs (CDU), Landrat Hochtaunuskreis „Am Ende gab es hier seitens des Eigentümers noch Probleme, die geklärt werden mussten. Und wir durften uns erst jetzt, nachdem der Eigentumsübergang stattgefunden hat, entsprechend zu dem Thema äußern.“ Welche Probleme genau bleibt an diesem Abend offen. Nichtöffentliche Vertragsverhandlungen, so das gemeinsame Credo von Eigentümer, Kreis und Stadt. Bisher leben im Hochtaunus knapp 3.000 Geflüchtete in Gemeinschaftsunterkünften und weitere rund 2.700 Ukrainer in Wohnungen und Hotels. Jede Woche kämen 30 neue Flüchtlinge hinzu. Die Rechnung beim Landkreis ist einfach: Die Zahl der zugewiesenen Flüchtlinge richtet sich nach der Bevölkerungsgröße, in Oberursel leben 20 Prozent des Hochtaunus, bisher seien dort aber erst 7 Prozent der Flüchtlinge untergebracht. Also herrsche dort Nachholbedarf. Das wirft bei den Bürgern weitere Fragen auf. „Wie wollen Sie diese Menschen, die hierherkommen, beschäftigen? Was für Zukunftsperspektiven geben […]