Gesellschaft

  • Dritter Jahrestag des Hamas-Massakers vom 07. Oktober

    Dritter Jahrestag des Hamas-Massakers vom 07. Oktober

    Heute der Angriff der islamistischen Terror-Organisation Hamas auf Israel drei Jahre her. Rund 1.200 Menschen wurden getötet. Hunderte als Geiseln verschleppt. Nach diesem Massaker der Hamas und der militärischen Antwort Israels im Gazastreifen sind auch Juden in Deutschland immer mehr Anfeindungen ausgesetzt. Auch hier bei uns in Rheinland-Pfalz und Hessen. Die Zahl der antisemitischen Straftaten ist dramatisch gestiegen. Was muss getan werden, damit sich Juden hier wieder sicher fühlen können? Wir treffen Daniel Wasner an der Synagoge in der Mainzer Innenstadt. Der 24-Jährige studiert Englisch und Geschichte auf Lehramt an der Mainzer Uni. Er sagt uns, sein Leben habe sich nach dem 7. Oktober 2023 merklich verändert. Auch sein Alltag als Student. Daniel Wasner, Student aus Mainz „Antisemitische Vorfälle gab es an der Uni von Schmierereien bis hin zu auch teilweise Übergriffen. Man fühlt sich eingeschränkter, man schaut sich um. Ich schaue mir teilweise an, was haben meine Kommilitonen an, ob sie irgendwelche Symbole tragen. Ich habe auch schon Kurse tatsächlich verlassen, weil ich mich unwohl gefühlt habe. Weil ich wusste, okay, ich bin hier nicht sicher, wenn die mitbekommen, dass ich Jude bin, dann könnte ich hier Probleme bekommen in diesem Kurs.“ Nicht nur an der Uni erlebt Daniel Wasner Antisemitismus. Hier im Goethepark wurde er schon gemeinsam mit anderen jüdischen Studenten von mehreren Jugendlichen verfolgt, beschimpft und beleidigt. Daniel Wasner, Student aus Mainz „Beängstigend. Weil auch viele Leute das einfach nur unkommentiert zugelassen haben, keiner sich da irgendwie eingemischt hat. Teilweise gab es auch, so wie ich das wahrgenommen habe, unterstützend Pfiffe. Deswegen ja, es war schon einschüchternd.“ Einschüchternd ist die Lage in Deutschland in diesen Zeiten für viele Juden. In Sachsen-Anhalt könnte es bald die erste AfD-geführte Landesregierung geben. In einem Bundesland, in dem die Partei als gesichert rechtsextrem eingestuft ist. Und in Berlin könnte bald die […]

  • Gespräch mit Monika Fuhr, Beauftragte für jüdisches Leben und Antisemitismusfragen des Landes Rheinland-Pfalz

    Gespräch mit Monika Fuhr, Beauftragte für jüdisches Leben und Antisemitismusfragen des Landes Rheinland-Pfalz

    Markus Appelmann spricht mit Monika Fuhr, der Beauftragten für Jüdisches Leben und Antisemitismusfragen des Landes Rheinland-Pfalz. Markus Appelmann, Moderator: Guten Abend, Frau Fuhr. Monika Fuhr, Beauftragte für Jüdisches Leben und Antisemitismusfragen des Landes Rheinland-Pfalz: Guten Abend Herr Appelmann. Appelmann: Der junge Mann aus dem Beitrag trägt keine Kippa mehr und er sagt: „Immer mehr Juden verstecken ihr Jüdischsein.“ Wenn Sie so etwas als Beauftragte für jüdisches Leben in Rheinland-Pfalz hören, fühlen Sie sich da machtlos? Fuhr: Machtlos fühle ich mich nicht, aber ich bin sehr betroffen und bin auch traurig darüber. Weil Juden und Jüdinnen damit auch ein Teil ihrer Identität verstecken, wenn sie ihre Kippa nicht mehr offen tragen können. Und das ist leider sehr häufig der Fall. Das erzählen mir auch junge Leute und ältere Leute, die ich im Land treffe. Dass sie ihre Kippa verstecken oder dass sie ihre ihren Davidstern unter einen T-Shirt tragen und verstecken, weil sie Angst haben vor Angriffen und als Juden erkannt zu werden. Appelmann: Wenn sich Juden in Deutschland unsicher fühlen, muss das auch ein Auftrag an die Politik sein. Was muss also konkret passieren, dass die antisemitischen Straftaten wieder heruntergehen? An was wollen Sie gemessen werden? Fuhr: Wir müssen Rahmenbedingungen schaffen. Wir müssen auf der einen Seite aus dem politischen Bereich her die Sicherheit für Juden und Jüdinnen in unserem Land gewährleisten. Wir müssen durch Bildung und durch Begegnung dazu beitragen, dass man sich gegenseitig kennenlernt. Und man muss auch mehr über den Nahostkonflikt erfahren und muss Unwissen aufarbeiten und durch Wissen ersetzen. Appelmann: Aktuell steht die Berliner Linke wegen Antisemitismusvorwürfen stark in der Kritik. Die Linke, die bei der Berlin-Wahl stärkste Kraft geworden ist und nun mit SPD und Grünen Gespräche führt, eine Regierung zu bilden. Wenn Teile der politischen Linken noch immer Schwierigkeiten haben, Hamas-Terror klar zu benennen, […]

  • Aktion Kindeswohl präsentiert Forderungskatalog

    Aktion Kindeswohl präsentiert Forderungskatalog

    Immer mehr Kinder in Hessen brauchen dringend Hilfe – doch ausgerechnet die Stellen, die sie schützen sollen, arbeiten längst am Limit. Die Zahl der Kindeswohlgefährdungen erreicht Jahr für Jahr neue Höchststände. Rund 95.000 Minderjährige in Hessen sind derzeit auf Hilfen zur Erziehung angewiesen. Gleichzeitig fehlt es an Personal, Plätzen und Zeit. Jetzt schlägt ein Aktionsbündnis Alarm. In der Wohngruppe Moosburg in Wiesbaden leben Jugendliche im Alter zwischen 13 und 17 Jahren. Sie alle kommen aus schwierigen familiären Verhältnissen und sind hier auf pädagogische Hilfe durch eine rund um die Uhr Betreuung angewiesen. Celine Wüst ist die Teamleiterin der Wohngruppe. Sie begleitet die Jugendlichen zu Therapieterminen, unterstützt sie in Krisen und gestaltet mit ihnen den Alltag. Celine Wüst, Teamleiterin Wohngruppe Moosburg „Die größte Problematik in unserem Alltag ist irgendwie die Zeit. Im Regelfall sind wir alleine und wir haben 8 Jugendliche hier in der Wohngruppe. Das heißt ist jemand in Krise möchte ich eigentlich die Zeit in Krise verbringen und sagen ich unterstütze dich adäquat darin. Gleichzeitig muss ich aber dran denken jetzt sind hier sieben andere Kinder die wuseln hier rum und was passiert hier gerade.“ Sie wünscht sich daher dringend eine Doppelbesetzung mit zwei pädagogischen Fachkräften. Das Aktionsbündnis Kindeswohl sucht den Austausch mit der Politik und fordert neben mehr Personal auch verbindliche Qualitätsstandards. Klaus Friedrich, Sprecher des Aktionsbündnisses Kindeswohl Hessen „Aus unserer Sicht könnte das Land dafür sorgen dass es auf Landesebene grundsätzlichere Rahmenbedingungen gibt, dass es ein stärkeres Landesjugendamt gibt, was wir in der Art in Hessen so nicht haben, sodass bestimmte Standards von dort eben vorgegeben sind.“ Das Land Hessen verweist hingegen auf den Bund. Heike Hofmann (SPD), Sozialministerin Hessen „Wir setzen uns als Land dafür ein, dass in diesem Zusammenhang Lösungen gefunden werden, die das Jugendhilfesystem zukunftsfest aufstellen. Dazu gehört auch eine auskömmliche finanzielle Beteiligung des Bundes an den Kosten, die sich aus bundesgesetzlicher […]

  • Wirbel um Mainzer Oktoberfest-Aus

    Wirbel um Mainzer Oktoberfest-Aus

    Das Mainzer Oktoberfest ist abgesagt – eigentlich. Denn Veranstalter und Hotel- und Gaststättenverband wollen die Entscheidung nicht hinnehmen. Die Stadt hatte das Festzelt wegen fehlender Gutachten gesperrt, auch das Verwaltungsgericht sah es so. Doch der Veranstalter sagt: Alle Gutachten liegen vor, das Fest könnte ab morgen sicher stattfinden. Der Streit geht also weiter.

  • Selters im Taunus setzt Waschbär-Kopfgeldprämie aus

    Selters im Taunus setzt Waschbär-Kopfgeldprämie aus

    Sie plündern Mülltonnen, verwüsten Vorgärten und machen selbst vor geschützten Tierarten nicht halt: Waschbären werden in weiten Teilen Hessens zunehmend zum Problem. Auch rund um Selters im Taunus richten die ursprünglich aus Nordamerika stammenden Raubtiere erhebliche Schäden an. Die Gemeinde greift deshalb jetzt zu einer drastischen Maßnahme: Für jeden erlegten Waschbären bekommen Jäger künftig 25 Euro Prämie. Bürgermeister Benjamin Zabel begleitet Jagdpächter Christoph Bethke in ein Feucht-Biotop bei Niederselters. Der Jäger ist gekommen, um Lebendfallen für Waschbären aufzustellen – denn gerade hier im Vogel- und Amphibienschutzgebiet sind die kleinen, hungrigen Raubtiere besonders aktiv. Benjamin Zabel (CDU), Bürgermeister Selters „Das sorgt natürlich dafür, dass die Vögel zum einen vergrämt werden, aber auch die Gelege ausgenommen werden. Wir stellen auch immer wieder fest, dass gerade in der Laichzeit Amphibienlaich herausgezogen wird, gefressen wird. Und auch die Kröten bzw. die Frösche verschwinden.“ Dabei sind Waschbären nicht nur eine Bedrohung für die heimische Tier- und Pflanzenwelt: Sie richten auch enorme Schäden an. Etwa an den Dämmmaterialien auf Dachböden. Wer die nachtaktiven Tiere einmal im Haus hatte, findet sie danach meistens nicht mehr so putzig. Auch in Selters werden Waschbären deshalb schon seit geraumer Zeit bejagt. Doch die Jagd ist aufwändig – und bislang ausschließlich ehrenamtlich. Christoph Bethke, Jagdpächter in Selters-Münster „Derjenige, der jetzt sich die Arbeit macht, Waschbären zu fangen, der macht das natürlich eigentlich ohne jeden eigenen Vorteil. Das ist eine reine Unterstützung des Ökosystems. Also, man muss ein bisschen Enthusiasmus mitbringen. Die 25 Euro sind sicher schon mal gut dafür. Weil: Man muss Köder kaufen, Fallen kaufen …“ Waschbären, die in die Falle gehen, werden getötet – ab dem kommenden Jahr gibt es dafür pro Kopf 25 Euro. Das ruft wiederum Naturschützer auf den Plan. Statt die Waschbären zu töten, sollten besser Schutzzäune und Anti-Kletter-Vorrichtungen zum Einsatz kommen – zumal eine flächendeckende Bejagung […]

  • Vor Beginn der Frankfurter Buchmesse

    Vor Beginn der Frankfurter Buchmesse

    Mehr als 200.000 Menschen kommen jedes Jahr nach Frankfurt – aus Liebe zu Büchern, Geschichten und neuen Ideen. Die Frankfurter Buchmesse ist der größte Branchentreff der Welt. Doch die Branche steckt mitten im Wandel: Die Absätze gehen zurück, gleichzeitig drängen immer mehr KI-generierte Bücher auf den Markt. Und damit verändert sich nicht nur das Geschäft mit dem Buch – sondern auch die Buchmesse selbst. Letzte Handgriffe noch, bevor die Frankfurter Buchmesse morgen ihre Tore öffnet. Nur im Pavillon, in dem sich das diesjährige Gastland Tschechien präsentiert, ist schon alles bereit. Der Vorsitzende des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels – der die Messe bereits seit 1949 veranstaltet – sieht sorgenvoll in die Zukunft. Schließlich ist der Absatz im deutschen Buchhandel im vergangenen Jahr um rund drei Prozent zurückgegangen, weil vor allem jüngere Menschen immer weniger lesen. Sebastian Guggolz, Vorsteher Börsenverein des deutschen Buchhandels „Zudem haben die Zahlen zum Buchmarkt 2025 zum Kaufverhalten offenbart, dass vor allem die jüngeren, die Altersgruppe von 10-15 Jahren, massive Einrbüche in der Zahl der gekauften Bücher zu verzeichnen haben. 30,6 % weniger verkaufte Bücher in dieser Altersgruppe.“ Den Grund dafür sehen viele in der schwindenden Lesekompetenz. Laut der neuen PISA-Studie kann in Deutschland ein Drittel aller 15-Jährigen nicht ausreichend Lesen und Schreiben. Sebastian Guggolz, Vorsteher Börsenverein des deutschen Buchhandels „Die mangelnde Lesekompetenz wird dadurch, dass uns leicht konsumierbare Antworten, Ergebnisse statistischer Abfragen, geliefert werden, sogar noch befeuert. Wer nicht mehr sinnentnehmend lesen kann, kann eine KI-Antwort gar nicht mehr überprüfen. Ihm oder ihr bleibt nur noch, diese vorgefertigte Antwort zu glauben.“ Auch deshalb versucht die Buchbranche auf der Frankfurter Messe die Angebote für junge Leser weiter nach vorne zu stellen. So wird der Bereich für Comics und Mangas in diesem Jahr ausgebaut. Auch die Verlage, die sich auf Literatur für Heranwachsende, in der Branche „Young Adult“ genannt, die […]

  • Vollzeit-Enkelin gibt Job für die Oma auf

    Vollzeit-Enkelin gibt Job für die Oma auf

    Mehr als sieben Millionen Menschen in Deutschland pflegen einen Angehörigen zu Hause – oft bis an die eigene Belastungsgrenze. Eine von ihnen ist Katharina aus Wiesbaden. Als die 30-Jährige mitansehen musste, wie ihre Oma Erika im Pflegeheim immer weiter abbaute, traf sie eine folgenschwere Entscheidung: Sie holte sie zu sich nach Hause. Ein Schritt aus Liebe – und eine Aufgabe, die sie jeden Tag viel Kraft kostet  – auch heute am europäischen Tag der pflegenden Angehörigen. Ankleiden, Windeln wechseln, waschen: Die Pflege ihrer Großmutter Erika gehört seit diesem Jahr zu Katharinas Alltag. Eigentlich kümmert sich Katharinas Vater um Erika. Doch dann erkrankt er selbst schwer. Katharina schaut sich nach einem Platz im Pflegeheim um. Katharina „Man denkt, das ist so das Gängige, was man macht. Irgendwann kommen dann die Großeltern, Eltern ins Pflegeheim. Dann hab ich auch einen Pflegeheimplatz gefunden und sie dann dorthin gebracht, hab dann aber schnell gemerkt: Ich hab kein gutes Gefühl dabei.“ Ihr Bauchgefühl täuscht sie nicht. Erika baut im Heim schnell ab, dabei zuzusehen bricht Katharina das Herz. Sie merkt, dass sie eine Entscheidung treffen muss. Katharina „Dann hab ich angefangen zu überlegen: Einmal finanziell, dann; Was bringt das alles mit sich? (…). Und hab dann meinen ganzen Mut zusammen genommen, weil so eine Entscheidung dann zu treffen für jemanden anderen, für einen selber – Ich glaube ich hatte noch nie so Angst vor einer Entscheidung.“ Für ihre Oma gibt Katharina ihr bisheriges Leben und vorerst die Karriere auf. In Zürich kündigt sie ihren Job in der Tourismusbranche und zieht zurück nach Wiesbaden. Heute sind es oft die kleinen Momente im Alltag, die ihr zeigen, warum sie so entschieden hat. Katharina „Es ist dieses Gefühl von Dankbarkeit. Dass man da eigentlich nur eine Kleinigkeit macht, oder denkt, das ist doch selbstverständlich. Dass ich ihr jetzt die […]

  • Studiogespräch mit Gisela Rohmann - Pflegeexpertin der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz

    Studiogespräch mit Gisela Rohmann – Pflegeexpertin der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz

    Markus Appelmann spricht mit ihr über mögliche Unterstützung und Beratung für Menschen, die sich plötzlich um einen Angehörigen kümmern müssen. Markus Appelmann, Moderator: Pflege, kommt oft plötzlich und dann beginnt der Dschungel aus Anträgen und Zuständigkeiten. Darüber sprechen wir jetzt mit Gisela Rohmann von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Guten Abend. Gisela Rohmann, Verbraucherzentrale RLP: Hallo. Guten Abend. Appelmann: Frau Rohmann, die meistgestellte Frage ist: Welche Unterstützung bekomme ich denn eigentlich in Sachen Pflege? Wie ist Ihre Antwort? Rohmann: Ja, da gibt es ganz verschiedene Leistungen, die man als Unterstützung bekommt, je nachdem, welcher Pflegegrad vorliegt und je nachdem, wie die Pflege sichergestellt wird, also ob jemand von einem Pflegedienst gepflegt wird oder ob die Pflege in der Familie oder in der Nachbarschaft selbst organisiert wird. Appelmann: Viele Angehörige versuchen sehr lange, alles selbst zu stemmen. Wann ist denn der Moment erreicht, wo sie sagen: Da braucht es jetzt wirklich fremde Unterstützung? Rohmann: Auch das ist natürlich sehr individuell. “Die Pflege” gibt es ja in der Form nicht. Wir haben ja jetzt im Beispiel gesehen, wo die Großmutter sehr viel Unterstützung braucht. Das fängt ja aber oft schon mit Kleinigkeiten an, dass jemand vielleicht Hilfe beim Einkaufen benötigt oder dass er seinen Haushalt nicht mehr gut führen kann oder dass er Hilfe beim Duschen oder Baden braucht. Oft beginnt das ja eher schleichend. Oft kann es dann in der Familie geleistet werden. Wenn aber jemand feststellt, das klappt jetzt so nicht mehr, man muss auch an die eigenen Kräfte denken. Dann gibt es verschiedene Möglichkeiten, dass man Unterstützung bekommt, insbesondere eben auch durch ambulante Pflege oder Betreuungsdienste. Appelmann: Die vorbeikommen und dann unterstützend tätig sind. Jetzt wird in diesen Tagen ja sehr viel über die Pflegereform gesprochen. Sie wollen die nicht politisch bewerten. Das verstehen wir. Was verändert sich denn aber für […]

  • Der Mensch hinter der Uniform

    Der Mensch hinter der Uniform

    An Deutschlands größten Flughafen in Frankfurt befindet sich auch Deutschlands größte Polizeidienststelle. Dort macht jetzt die Ausstellung „Der Mensch Dahinter“ auf Gewalt gegen Menschen in Uniformen – wie zum Beispiel Polizisten und Rettungssanitäter – aufmerksam. Denn die Zahl der Angriffe steigt bundesweit. Andreas Bachmann ist Bundespolizist am Frankfurter Flughafen. Seit vier Jahren sorgt er hier fast täglich für Sicherheit. Doch vor einem Jahr eskaliert ein Einsatz, als einem betrunkenen Passagier der Flug verweigert wurde. Andreas Bachmann, Bundespolizist am Frankfurter Flughafen „Die Person wollte trotzdem nicht gehen, deswegen mussten wir die Person fesseln und im Rahmen des Gefechts auf dem Boden ist es dann zu den Bissen in den Armen des Kollegen gekommen, genauso wie zur Platzwunde. Bei mir war in dem Fall nichts Schlimmes, da war nur das Handgelenk einmal verdreht, also nur eine Prellung, aber das sind so Situationen, das ist auch kurz vor Dienstschluss. Und ja man kommt zum Dienst, man möchte dann auch heile zu Hause ankommen und das sind dann so Situationen, die einem dann durch den Kopf gehen, auch nach dem Dienstende zu Hause.“ Seine Erlebnisse sind jetzt Teil einer Ausstellung hier am Frankfurter Flughafen: „Der Mensch Dahinter“ erzählt Geschichten von Angriffen auf Menschen in Uniform. Die Zahl steigt bundesweit, beklagt Bianca Oehlmann von der Deutschen Polizeigewerkschaft. Sie spricht nach 33 Dienstjahren aus Erfahrung: Bianca Oehlmann, Deutsche Polizeigewerkschaft „Wir werden Opfer von Straftaten: 300 am Tag und statistisch gesehen steigt das. Polizisten werden nicht nur mit A.C.A.B. betitelt. Da kommen: Bullenschweine, Schweine, Wichser, Fotze, Hure – da wird alles dementsprechend den Polizisten entgegengeworfen und das macht was mit den Menschen.“ Um diese Erlebnisse öffentlich zu machen, haben die Initiatoren über 160 Interviews etwa mit Polizisten, Feuerwehrleuten und Notärzten geführt. Alles ehrenamtlich, durch den Verein „Initiative für Respekt und Toleranz“. Sie haben die Fotos und Geschichten […]

  • KI unterstützt Ausländerbehörde

    KI unterstützt Ausländerbehörde

    Die Ausländerbehörden in Deutschland sind vielerorts überlastet. Hohe Flüchtlingszahlen, aber vor allem auch ständig wechselnde bürokratische Regeln und fehlende Digitalisierung machen den Beschäftigten die Arbeit schwer. Die Folge: lange Schlangen und Bearbeitungs-Zeiten. Ein Start-up aus Darmstadt will dieses Problem nun lösen. 2014 zieht Gustavo Campa von Mexiko nach Darmstadt, um hier zu studieren. Dafür braucht er einen Aufenthaltstitel und muss den regelmäßig bei der Ausländerbehörde verlängern. Doch die ist überlastet: Immer wieder stellt Gustavo sich schon nachts an, um am nächsten Tag überhaupt einen Termin zu bekommen. Gustavo Campa, Migrant aus Mexiko „Da habe ich mir gedacht: Okay es sind so viele Menschen in der Schlange, das Problem erlebe nicht nur ich, sondern das gibt es auch in anderen Bundesländern und anderen Städten. Und deshalb habe ich mir gedacht: Das muss anders gehen. Es muss eine digitale Lösung dafür gebaut werden.“ Und die entwickelt er gleich selbst: die Plattform OptiMigration. Hier kann man seine Anträge hochladen, eine KI prüft, ob Dokumente fehlen, die Angaben korrekt sind und was korrigiert werden muss. Gustavo Campa, Gründer von OptiMigration „Somit bekommen die Ausländerbehörden oder auch Unternehmen nur vollständige und korrekte Anträge, sodass die nicht mehr manuell korrigiert werden müssen oder es auch keine Kommunikation zwischen den Parteien mehr braucht. Das reduziert die Bearbeitungszeit um 70 Prozent pro Antrag.“ Ein erstes Pilotprojekt mit der Darmstädter Ausländerbehörde gab es bereits. Jetzt entwickelt das Team die Plattform weiter, unter anderem für Firmen, die ausländische Pflegekräfte vermitteln. Gustavo Campa, Gründer von OptiMigration „Meiner Meinung nach hat Deutschland kein Fachkräftemangel, sondern ein Verfahrensproblem, weil alle Anträge manuell bearbeitet werden und es eigentlich gar keine Ressourcen gibt diese Anträge zu bearbeiten.“ Mit OptiMigration sollen Prozesse für Migranten und die Behörden einfacher werden. Programmiert wird die Plattform von Sushmitha und Akarsh. Beide kommen aus Indien und haben in Deutschland studiert. […]

  • Begräbniskirche für 2500 Urnen

    Begräbniskirche für 2500 Urnen

    Wo früher die normale Beerdigung im Sarg der Standard war, ist heute die Urnen-Bestattung allgegenwärtig. Und während man sich in Rheinland-Pfalz inzwischen sogar im Fluss oder im heimischen Garten beisetzen lassen kann, finden in Frankfurt ab jetzt die Ersten ihre letzte Ruhe in einer ehemaligen Pfarrkirche. Die Kirche St. Michael im Frankfurter Nordend. Hier ist im Laufe der vergangenen drei Jahre Hessens erste Begräbniskirche entstanden. Bei der Eröffnung herrscht reges Interesse. Bereits seit fast 20 Jahren ist hier das Fachzentrum für Trauerseelsorge des Bistums Limburg angesiedelt. Leiterin Verena Maria Kitz erinnert sicht, wie die Idee für eine Begräbniskirche zustande kam. Verena Maria Kitz, Leiterin Fachzentrum Trauerseelsorge Bistum Limburg „Die Trauerkultur hat sich sehr verändert. Menschen leben längst nicht mehr da, wo sie aufgewachsen sind, haben gar keine Zeit und wenig Gelegenheit, ein großes Familiengrab zu pflegen und haben auch wenig Berührung mit den Themen von Tod und Sterben. Und da ein gutes Angebot zu machen, für einen guten Ort, aber eben auch für eine Begleitung in der Trauer, das war der Grundgedanke.“ 2500 Urnen finden hier Platz – einzeln oder auch zu zweit. Die ersten Fächer sind bereits besetzt. Das Konzept des Bistums sieht vor, dass immer ein ehrenamtlicher Präsenzdienst auf dem Indoor-Friedhof anwesend ist, der Besucher über die Begräbnismöglichkeiten informieren, aber auch seelsorgerisch unterstützen soll. Reinhold Richter, Ehrenamtlicher Helfer „Es war deutlich erkennbar Interesse einfach, weil die Leute die Kirche kannten, von früher von der Nutzung her, teilweise aus den Stadtteilen hier aus Frankfurt kommen oder hier vorbeifahren und sehen, dass die Kirche endlich jetzt geöffnet ist, oder der Friedhof geöffnet ist. Und insofern da ein großes Interesse da ist, auch zur eigenen Bestattung.“ Das Grundstück, auf dem die Kirche steht, hat das Bistum Limburg von der Frankfurter Pfarrei Sankt-Joseph erhalten. Die Kirche selbst ist aus den fünfziger Jahren. Ihr Umbau zum Begräbnisort – den Großteil der […]

  • Pilotprojekt: Informatik in Förderschulen

    Pilotprojekt: Informatik in Förderschulen

    Künstliche Intelligenz und digitale Welt – ab dem kommenden Schuljahr wird das in Hessen ein Pflichtfach. Rheinland-Pfalz ist ein Schuljahr später dran. Ab 2028 steht „Informatik“ auf dem Stundenplan. Einige Schulen testen das Fach schon jetzt – heute erstmals auch eine Förderschule in der Vulkaneifel. „Was war nochmal die Null und die Eins? Der Binärcode, genau. Dann komm mal her.“ Informatikunterricht am Hubertus-Rader-Förderzentrum in Gerolstein. Zwei Lehrkräfte bringen den Schülern spielerisch den Binärcode näher. Der Informatikunterricht hier an der Förderschule findet in dieser Form gerade zum ersten Mal statt: Tim Kellmann, Lehrer Hubertus-Rader-Förderzentrum „Die Schülerinnen und Schüler lernen hier das grundsätzliche Verständnis von Informatik. Wie sind Computer aufgebaut, wie sind Handys aufgebaut. Also so Sachen, die sie im Alltag eigentlich ständig brauchen.“ Der Informatikunterricht hier: Noch ein Pilotprojekt. In zwei Jahren wird dieser Unterricht aber für alle weiterführenden Schulen in Rheinland-Pfalz zur Pflicht: Vier Stunden verteilt auf die Klassenstufen sieben bis zehn. Das Ziel: Digitale Teilhabe. Ute Eiling-Hütig (CDU), Bildungsministerin RLP „Digitale Teilhabe ist, dass wir das System verstehen, was Digitalisierung eigentlich ausmacht. (…) Warum funktioniert das? Warum erscheint am Bildschirm ein G, wenn ich auf die Tastatur drücke. Und das sind alles so Voraussetzungen, die hier beigebracht werden und wenn ich das binäre System verstanden habe und was man damit eigentlich alles machen kann, hat man wirklich grundlegende Dinge verstanden.“ Sanierte Klassenräume, digitale Tafeln: So modern wie hier sieht es nicht in allen Schulen in Rheinland-Pfalz aus. Im Koalitionsvertrag haben sich CDU und SPD für eine 1:1 Ausstattung geeinigt. Jeder Schüler soll mit einem Laptop oder Tablet ausgestattet werden. Ute Eiling-Hütig (CDU), Bildungsministerin RLP „Das jetzt noch nicht in der Vollständigkeit ausgebaut, das ist vollkommen klar, aber wenn ich mich gerade noch zurückversetze in den Schulraum, wir haben die entsprechenden Boards. Das ist in vielen Schulen schon alles ausgestattet, viele sagen auch […]

  • Hochschulen aus Hessen und Rheinland-Pfalz jetzt "Exzellenzuniversitäten"

    Hochschulen aus Hessen und Rheinland-Pfalz jetzt „Exzellenzuniversitäten“

    Exzellenzuniversität. Wer bekommt den Titel – und damit auch mehr Geld und hohes Ansehen? Seit wenigen Minuten steht fest: Auch Hochschulen aus Hessen und Rheinland-Pfalz dürfen sich künftig mit der begehrten Auszeichnung schmücken. Der Hochschulverbund der Unis Darmstadt, Frankfurt und Mainz hat abgeräumt. Die Freude im Rhein-Main-Gebiet ist riesig. Denn die Unis können in den kommenden sieben Jahren mit 22 Millionen Euro pro Jahr rechnen. Tanja Brühl, Präsidentin TU Darmstadt „Wir werden zusätzliche Mittel bekommen, die wir ehrlicherweise auch bitter brauchen, um neue Innovationen anzustoßen. Wir werden neue Kolleginnen und Kollegen gewinnen in diese Region, international Forschungsprojekte anfinanzieren und uns jetzt aufzustellen für die nächsten Wettbewerb in sieben Jahren.“ Timon Gremmels (SPD), Wissenschaftsminister Hessen „Das Rhein-Main-Gebiet hat heute eine Attraktion mehr. Und das bringt uns und die ganze Region in Zukunft voran. Hier wird Forschung auf Spitzenleistung auf tollem hohem Niveau gemacht und da können wir alle stolz drauf sein.“

  • Schwarzbuch listet Steuerverschwendung auf

    Schwarzbuch listet Steuerverschwendung auf

    Wo versickert eigentlich unser Steuergeld? Eine Antwort gibt es jedes Jahr im Schwarzbuch des Steuerzahlerbundes. Darin sind so einige Fälle, bei denen man sich fragt. Musste das wirklich sein? Das Geld, es wächst bekanntlich nicht auf Bäumen. Auch nicht in Neu-Anspach. Dennoch wurden hier für gerade mal fünf neue Bäume 100.000 Euro ausgegeben. Der Großteil davon, etwa 80.000 Euro wurden vom Bund im Rahmen des Förderprogramms „Natürlicher Klimaschutz in Kommunen“ finanziert. Der Haken: Das Förderprogramm schreibt eine besonders aufwendige und daher teure Neupflanzung der Bäume vor, um den Hochwasserschutz zu verbessern. Für den Bund der Steuerzahler ein klarer Fall für das diesjährige Schwarzbuch, da die Bäume nicht in einem stark versiegelten Stadtgebiet, sondern im Taunus eingepflanzt wurden. Joachim Papendick, Vorsitzender Bund der Steuerzahler Hessen „Wir fragen uns, ob das im Taunus so Sinn macht. In Großtstädten macht das mit Sicherheit Sinn. Im Taunus ist allerdings sehr viel Grün. Und da fallen diese Bäume aus unserer Sicht nicht besonders ins Gewicht. Und da sind aus unserer Sicht 20.000 Euro pro Baum schon eine ziemliche Hausnummer.“ Ein weiterer Fall: In Hadamar. Hier wurde eine kostspielige Toilettenanlage von einem „Stillen Örtchen“ zu einem „Zu stillen Örtchen“. Das WC-Häuschen soll nämlich nur während Veranstaltungen genutzt werden dürfen. Davon gibt es aber nur zwei pro Jahr. 4 Tage Kirmes, 2 Tage Weihnachtsmarkt. Aber um Fördermittel nicht verfallen zu lassen, ging hier plötzlich alles ganz schnell. Das Ergebnis: Kosten von rund 356.000 Euro. Für eine Toilette, die voraussichtlich nur an sechs Tagen im Jahr genutzt werden darf. Christina Lehr, Bund der Steuerzahler Hessen „Der Fall steht in unserem Kapitel ‚Fehlanreize durch Fördermittel‘ und so ist der auch zu bewerten. Man hätte einen Toilettencontainer mieten können, der für sechs Tage im Jahr ausreicht. Das hätte dann aber nur die Kommune zahlen müssen eben an den betreffenden Tagen und […]

  • Mehr Kamera-Überwachung in Wiesbaden

    Mehr Kamera-Überwachung in Wiesbaden

    Mehr Videoüberwachung gegen Kriminalität in Innenstädten – darauf setzen immer mehr Städte. Auch Wiesbaden verstärkt jetzt die Kontrollen an einem zentralen Brennpunkt: Seit heute sind dort drei mobile Kameraanlagen im Einsatz. Sie sollen vor allem Straftaten verhindern. Drei solcher 360-Grad-Kameras, montiert auf mobilen Anhängern, bis zu sechs Meter hoch – ab sofort haben sie den Luisenplatz in der Wiesbadener Innenstadt rund um die Uhr fest im Blick. Denn die Polizei registriert hier immer mehr Fälle von Körperverletzung, Diebstahl und Drogenkriminalität. 73 Straftaten allein im vergangenen Jahr. Viele Wiesbadener fühlen sich hier nicht mehr sicher. „Man wird oft angepöbelt, steht oft Müll rum. Viele müssen hier auch schlafen. Es ist einfach unangenehm, durchzugehen.“ Bernhard Haag „Es geht nicht nur um Alkoholiker, sondern auch Drogenhandel. Und das, finde ich, ist eine Sache, die bekämpft werden muss.“ Einen Kampf, den Stadt und Polizei nun gemeinsam ausweiten. Die mobilen Kameras sollen die Polizeipräsenz rund um den Luisenplatz verstärken. Bereits im vergangenen Jahr habe man damit positive Erfahrungen gemacht. Björn Gutzeit, Präsident Polizeipräsidium Westhessen „Man reduziert Tatgelegenheiten dadurch, dass Taten an diesem Platz dann so nicht mehr stattfinden können oder weniger stattfinden. Und dadurch werden wir mit Sicherheit, das ist der Effekt, den wir oft mit diesen Anlagen verbinden, einen Rückgang der Gesamtkriminalität in diesen Bereichen auch feststellen.“ Die Aufnahmen werden nur bei möglichen Straftaten gespeichert und ausgewertet, ansonsten automatisch wieder gelöscht. Die Anhänger, aktuell von verschiedenen Polizeipräsidien geliehen, könnten künftig durch eine stationäre, dauerhafte Videoüberwachung ersetzt werden. Gert-Uwe Mende (SPD), Oberbürgermeister Wiesbaden „Es ist eine Frage von Kosten und Nutzen. Das muss man gegeneinander abwägen. Und man kann diese Abwägung besser vornehmen, wenn man tatsächlich auf der Basis von Erkenntnissen argumentiert. Und diese Erkenntnisse werden uns die drei mobilen Videoschutzanlagen liefern.“ Die bleiben vorerst bis Ende November stehen. Bis dahin dürfte sich zeigen, ob […]