Gesellschaft

  • Eltern demonstrieren gegen Busfahrerstreiks

    Eltern demonstrieren gegen Busfahrerstreiks

    Heute morgen gab es für viele Pendler wieder eine böse Überraschung an der Bushaltestelle. Zum wiederholten Mal streiken die Busfahrer der privaten Busunternehmen in Rheinland-Pfalz unangekündigt. Seit 8 Uhr fahren vielerorts keine Busse mehr und das soll laut der Gewerkschaft ver.di auch bis Sonntagabend so bleiben. Die wiederholten Busstreiks ärgern aber vor allem Eltern die spontan schauen müssen, wie ihre Kinder zur Schule kommen. In Alzey hat deshalb heute eine Demo stattgefunden. Die Eltern sind genervt. Auf dem Alzeyer Roßmarkt treffen sie sich heute um gemeinsam vor die Kreisverwaltung zu ziehen und ihrem Unmut Luft zu machen. Seit Monaten leiden sie unter den oft unangekündigten Busstreiks. Oft kommen sie zu spät zur Arbeit, weil sie ihre Kinder in die Schule bringen müssen. Maria Hartmann (aus Offenheim): „An manchen Tagen wie zum Beispiel heute wurde kurzfristig angekündigt bis acht Uhr fahren die Busse und danach nicht. Keiner weiß welche Linien wirklich betroffen sind. Kommt mein Kind nach Hause? Kommt es nicht nach Hause?“ Verene Arm (aus Offenheim): „Du schickst dein Kind zum Bus, denkst es fährt in die Schule, es kommt kein Bus, du bist vielleicht schon auf der Arbeit, was ist mit deinem Kind? Wer passt auf dein Kind auf?“ Petra Neuberg (aus Sulzheim): „Das betrifft viele und ich stehe hier auch für mehrere Eltern die heute arbeiten müssen und nicht kommen können.“ Seit Monaten streiten sich Gewerkschaft und Arbeitgeberverbände über eine bessere Bezahlung für das Buspersonal. Insgesamt vierzig Tage lang haben die Busfahrer in diesem Jahr schon gestreikt. Eine Einigung zwischen den Parteien ist nicht in Sicht. Die Eltern fordern, dass der Schulverkehr in Zukunft von den Streiks ausgenommen werden soll. Reiner Schladweiler (Landeselternbeirat Rheinland-Pfalz): „Es ist nun mal das Streikrecht. Das ist ein Grundrecht. Genau wie das Grundrecht auf Bildung. Man muss parallel damit umgehen und wir sehen […]

  • Weitere Nachrichten im Überblick

    Weitere Nachrichten im Überblick

    Weitere Nachrichten aus Rheinland-Pfalz und Hessen im Überblick. Ergebnisse der Bund-Länder-Konferenz: Bundeskanzler Olaf Scholz hat den Ministerpräsidenten der Länder zugesagt, bis Dezember zu prüfen, ob Asylverfahren in Drittstaaten außerhalb der EU verlagert werden können. Bei der geplanten Bezahlkarte für Asylbewerber sprach sich die Mehrheit der Regierungschefs dafür aus, die Auszahlung von Bargeld auf 50 Euro pro Monat zu begrenzen. Keine Einigung gab es beim Thema Pflichtversicherung gegen Überschwemmungen. Der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz, der hessische Regierungschef Boris Rhein, hält eine solche Versicherung aber weiterhin für erforderlich. Sonst müssten immer wieder alle Steuerzahler für Flut- und Hochwasserschäden aufkommen. Sanierungsstau befürchtet: Die Hessische Bauindustrie sieht noch großen Nachholbedarf bei der energetischen Sanierung älterer Gebäude, damit die Klimaziele erreicht werden können. Zurzeit herrsche große Unsicherheit, weil die Förderprogramme unübersichtlich und mit zu wenige Geld ausgestattet seien. Hier müsse die Politik verlässliche Rahmenbedingungen schafften. Erschwert werde die Lage zudem durch den Fachkräftemangel. Laut einer Studie könne unter den derzeitigen Bedingungen das Ziel der Bundesregierung nicht erreicht werden, im Gebäudesektor bis 2045 klimaneutral zu sein. Pilzbefall bei Kartoffeln: Die Kartoffelbauern in Hessen sorgen sich um ihre Ernte. Seit Mai breitet sich die sogenannte Kraut- und Knollenfäule auf den Äckern rasant aus. Nach Angaben des Bauernverbandes zerstört der Pilz die Krautblätter und befällt die Knollen. Kartoffelbauern müssten mit geringeren Erträgen bis hin zum Ernteausfall rechnen. Besonders hart trifft es die Biobauern, weil sie die herkömmlichen Pflanzenschutzmittel gegen den Pilzbefall nicht einsetzen dürfen.

  • Schulfach Weinbau

    Schulfach Weinbau

    Mathe, Sport oder Deutsch. Das Sortiment an Schulfächern ist in Deutschland eigentlich immer gleich. Es geht ja schließlich um Basiskompetenzen. Doch an der Mosel ist das anders. Wie der Fluss ist auch der Wein essenzieller Teil der Region. So können Schüler in Bernkastel-Kues zwischen Fremdsprachen und Gedichtsinterpretationen auch alles über Weinbau lernen. Und das ganz praktisch im eigenen Wingert. Die neunte Klasse der Freiherr-vom-Stein Schule hat heute ein ganz besondere Aufgabe. Sie lernen Weinreben aufzubinden. Der Lehrer für Weinbau, David Moog, erklärt ihnen, auf was sie achten müssen und welche Hilfsmittel sie benötigen. Wichtige Arbeit, damit die 200 Reben der Realschule Plus in Bernkastel-Kues besser vor Pilzbefall geschützt sind. Seit vier Jahren ist Weinbau ein eigenes Wahl-Pflicht-Fach. David Moog, Lehrer für Weinbau: Ich denke, dass es langfristig einfach wichtig ist das Interesse für das Produkt und für die Herstellung des Produkts natürlich hochzuhalten und den Schülern Perspektiven zu zeigen was sie auch beruflich dann auch machen können, nach der Schule in dem Bereich. Denn alles an der Mosel hängt irgendwie mit dem Weinbau zusammen. In Rheinland-Pfalz ist das einzigartig. Obwohl nicht immer jeder Handgriff direkt sitzt, sind die Schüler begeistert mit dabei. Ab der achten Klasse können sie zwischen Weinbau, Handel und Gestaltung wählen. Maurice Bahr, 9a Freiherr-vom-Stein Schule: Also ich finde die Ausflüge, die wir machen immer sehr spannend. Also wir waren schon bei der Weinlese, jetzt letztens in Geisenheim bei der Abfüllung im DLR. Lara Junglen, 9b Freiherr-vom-Stein Schule: Am liebsten gefällt mir die Arbeit im Weinberg hier draußen, also wenn wir das praktisch machen können und generell interessiere ich mich einfach dafür, weil ich in der Familie auch Leute habe, die im Weinbau tätig sind. Eron Alicku, 9a Freiherr-vom-Stein Schule: Ich habe es gewählt, weil ich das Thema ganz interessant fand. Was ich ganz spannend finde ist […]

  • 75 Jahre Berliner Luftbrücke

    75 Jahre Berliner Luftbrücke

    Und auch am Wochenende war in der Wiesbadener Clay-Kaserne am Flughafen in Erbenheim schon ne Menge los: Denn es gab etwas zu Feiern. Vor genau 75 Jahren endete die Berliner Luftbrücke. Nachdem die Sowjetunion die Stadt 1948 abgeriegelt hatte, versorgte die US-Armee die Menschen in West-Berlin monatelang aus der Luft. Viele der so genannten „Rosinenbomber“ starteten damals von Frankfurt oder eben von Wiesbaden-Erbenheim aus in Richtung geteilter Hauptstadt. Moment mal, das Geräusch kenne ich doch… werden sich ganz alte Wiesbadener am Wochenende vielleicht gedacht haben: Es ist das Brummen der US-Militärflugzeuge der Typen DC3 und C47, die kurz nach dem Krieg in Dauerschleife zwischen Wiesbaden und Berlin hin- und herflogen, um die Menschen in der eingeschlossenen Stadt mit dem Nötigsten zu versorgen. Neben hochrangigen Militärs bei den Feierlichkeiten in Erbenheim mit dabei: Lucius D. Clay der Dritte. Sein Großvater General Lucius D. Clay war nach dem Krieg Oberbefehlshaber der US-Armee in Europa – und Hauptinitiator der Berliner Luftbrücke. Lucius D. Clay III, Enkel von Lucius D. Clay: „Für ihn war Berlin von Anfang an ein Symbol für den amerikanischen Einsatz für Deutschland, für ein geeinigtes Deutschland. Und er war davon überzeugt, dass es extrem wichtig war, Berlin nicht aufzugeben. Auch aus strategischen Gründen für die kommenden Jahrzehnte. Und ich glaube, er hat damit recht behalten.“ Fest steht: Die Berliner Luftbrücke hat sich tief ins kollektive Gedächtnis der Deutschen gebrannt. Bis heute steht sie symbolisch für die deutsch-amerikanische Wiederannäherung nach dem Zweiten Weltkrieg. Dabei sticht ein US-Luftbrücken-Pilot besonders hervor: Gail Halvorsen, der so genannte „Candy Bomber“, von den Trümmerkindern in Berlin liebevoll „Onkel Wackelflügel“ genannt. Er kam auf die Idee, den Berliner Kindern eine Freude zu bereiten, indem er kleine Fallschirme mit Süßigkeiten über der Stadt abwarf. Vera Mitschrich, Zeitzeugin: „Wir hatten ganz wenig. Und das was war, kam von oben […]

  • Das Warten hat ein Ende: Auftakt zur Heim-EM

    Das Warten hat ein Ende: Auftakt zur Heim-EM

    Heute startet sie: Die Fußball-Europameisterschaft 2024! Und auch in Rheinland-Pfalz und Hessen stecken die Vorbereitungen fürs Public Viewing in den letzten Zügen. Und während deutschlandweit wieder Wangen mit den Deutschlandfarben bemalt werden, ist eine Familie aus Rheinland-Pfalz noch einen Schritt weiter gegangen. Fußballfieber bei Familie Feuerpeil und Co.! Ihr Haus in Mülheim-Kärlich erstrahlt in Schwarz. Rot. Gold. Und das fast auf den Monat genau seit 10 Jahren. Guido Feuerpeil: „Also das kam 2014 bei der Fußball-Weltmeisterschaft. Da haben wir hier in einer geselligen Runde gestanden. Und dann habe ich gesagt: Falls wir die WM gewinnen, dann streichen wir das Haus schwarz-rot-gold. Ja, gesagt, getan!“ Und so wurde das Haus kurzerhand, nur einen Tag nach dem Finaltriumph der Deutschen Nationalelf gegen Argentinien gestrichen. 3 Eimer Farbe und 8 Stunden später war das Deutschland-Haus – inklusive der Sterne – fertig. Wenige Kilometer weiter finden im Biergarten am Deutschen Eck die letzten Handgriffe für das anstehende Public Viewing statt. 4500 Personen finden hier Platz und die ersten legen schon zur Mittagszeit los! Geht es nach dem tierischen Orakel und Pinselohrschwein Abby aus dem Zoo Frankfurt, wird die Deusche Nationalmannschaft beim Auftaktspiel der Heim-EM gegen Schottland heute Abend einen Sieg einfahren. Aber wie sieht man das in Koblenz? 36   Uschi Valbert, aus Gummersbach: „Es geht gut aus für Deutschland. 2 zu 1 gegen Schottland.“ Peter Blaas, aus Wetzlar: „Die letzten zwei Spiele waren eigentlich nicht unbedingt so, dass man sagt wir sind fähig Europameister zu werden. Warten wir mal ab.“ Janett Niedecker, aus Waldbröl: „Ich glaub 1 zu 1. Würde mir natürlich für Deutschland einen Sieg wünschen, aber ich glaube eher 1 zu 1.“ Felix R., aus Münster: „Ich tippe auf ein optimistisches, solides 2 zu 0 für Deutschland. (…) Sommermärchen 2.0. Ich bin optimistisch. Das wird.“ Wie in Koblenz sind auch die […]

  • Rotes Kreuz ist bereit für die EM

    Rotes Kreuz ist bereit für die EM

    Natürlich wünschen sich alle eine fröhliche EM ohne größere Zwischenfälle. Bei derart großen Menschenmassen etwa im Stadion oder auf der Fan-Meile am Frankfurter Mainufer, kommt es natürlich immer wieder mal zu medizinischen Notfällen. Genau darauf hat sich das Team des Deutschen Roten Kreuzes in den vergangenen Monaten intensiv vorbereitet. Für Zehra Harizanova kann die Fußball-Europameisterschaft jetzt gerne losgehen: Eigentlich ist sie zahnmedizinische Fachangestellte. Setzt sich aber ehrenamtlich für das Deutsche Rote Kreuz ein. Vor allem bei Großevents wie Konzerten oder Fußballspielen – und nun eben bei der EM. Zehra Harizanova, ehrenamtliche Mitarbeiterin DRK: „Ich möchte mich engagieren. Beziehungsweise der Gesellschaft etwas Gutes tun. Und ich weiß ganz genau, dass viele Veranstaltungen ohne das Ehrenamt nicht funktionieren.“ Zehra Harizanova ist eine von insgesamt rund 1000 hessischen DRK-Kräften, die in den kommenden Wochen in den Stadien in Frankfurt und Dortmund sowie an den Fanmeilen zum Einsatz kommen. Marco Schmitz ist für die Koordinierung der Hilfskräfte im Frankfurter Stadion zuständig. Marco Schmitz, Kreisbereitschaftsleiter DRK Frankfurt: „Das Stadion ist sehr engmaschig mit Sanitätern besetzt. Das heißt, im besten Fall sieht eigentlich jeder Besucher irgendwo einen Sanitäter stehen. Innerhalb von zwei Minuten maximal ist ein Notarzt da. Also, ein UEFA-Delegate hat mal gesagt: Wenn man krank wird, dann bitte in diesem Stadion. Weil da sind alle schnell vor Ort.“ Schwerere Verletzungen oder gar lebensbedrohliche Situationen wie Herzinfarkte seien aber zum Glück eher die Ausnahme – meistens kämen die Sanitäter bei kleinerer Blessuren wie Schnittverletzungen, Kreislaufproblemen oder bei zu viel Alkohol zum Einsatz. Doch sie machen es gerne – gerade bei einem so besonderen Event wie der Fußball-Europameisterschaft im eigenen Land. Zehra Harizanova, ehrenamtliche Mitarbeiterin DRK: „Ich bin zwar noch jung und hoffe, dass ich das nochmal erleben darf. Aber man freut sich auf jeden Fall darauf.“ Vielleicht auch, weil das Rote Kreuz bei der Fußball-Europameisterschaft […]

  • Viele Friseure sind sauer – der Bund fordert Corona-Hilfen zurück

    Viele Friseure sind sauer – der Bund fordert Corona-Hilfen zurück

    Durch das temporäre Quasi-Berufsverbot sahen sich viele Friseure während der Corona-Pandemie in ihrer Existenz gefährdet. Die Politik reagierte mit finanziellen Soforthilfen. Doch nun fordert der Bund die Hilfen zurück – für viele Friseure kommt das völlig unerwartet.   Bei Guido Wirtz sitzt der Schock noch tief. Vor kurzem flatterte dem Friseur aus Körperich bei Bitburg ein Bescheid der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz ins Haus. Darin wird er unmissverständlich aufgefordert, 15000 Euro zurückzuzahlen – also genau die Summe, die er im Frühjahr 2020 vom Bund als Soforthilfe zur Sicherung seiner Existenz erhalten hatte. Von einer Rückzahlung sei damals allerdings keine Rede gewesen. Guido Wirtz, Friseur: „Weil der Staat auch zu mir gesagt hat, ich muss meinen Laden zu machen, habe ich das als Unterstützung angesehen. Aber niemals daran gedacht, dass ich alles zurückbezahlen müsste.“ Als Chef der Landesfriseur- und kosmetikinnung Rheinland vertritt Guido Wirtz auch die Interessen seiner Berufskollegen. Ihn wundert es nicht, dass viele Friseure gerade einen riesen Fön haben – nicht wenige bangten nach Corona nun ein zweites Mal um ihre Existenz. Hintergrund: Anders als vorher angekündigt, will das Bundeswirtschaftsministerium nun genau wissen, ob die ausgezahlten Soforthilfen auch den tatsächlichen Einnahmeverlusten der Friseure entsprechen – und da wird es kompliziert. Guido Wirtz, Vorsitzender Verband Friseure & Kosmetik Rheinland: „Ich musste damals in eine Glaskugel schauen. Wusste nicht, wie lange die Schließungsphase dauert. Musste denn sagen: Ok, meine vermutbaren Kosten sind X. Für einen Zeitraum, den ich gar nicht wusste.“ Weil das Portal zur Beantragung der Soforthilfe erst Ende März freigeschaltet worden und zunächst ständig überlastet gewesen sei, hätten die meisten Friseure die finanzielle Unterstützung erst Mitte bis Ende April beantragt – also kurz vor Ende des Lockdowns. Vor allem im Mai und im Juni habe das Geschäft bei den Friseuren wegen des Nachholbedarfs der Menschen dann gebrummt wie nie […]

  • Europawahl – warum gerade viele junge Menschen die AfD gewählt haben

    Europawahl – warum gerade viele junge Menschen die AfD gewählt haben

    Erfolg für die Union und die AfD, ein herber Schlag für SPD und Grüne. Überraschend war das Ergebnis vor allem in der jungen Wählergruppe. Erstmals durften auch Jugendliche ab 16 Jahren ihre Stimme abgeben. Warum jetzt mehr junge Menschen Parteien aus dem konserativen und dem Rechts-Außen-Spektrum wählen, das haben wir uns angeschaut. Bei den einen überwiegt der Frust, bei den anderen die Freude über das Ergebnis. Verunsicherung und Unzufriedenheit mit der aktuellen Bundesregierung – davon profitieren bei der Wahl besonders CDU und AfD. Letztere kommt in Rheinland-Pfalz bei den unter 25 Jährigen auf 17 Prozent. Damit ist die AfD hier stärkste Partei bei den Jungwählern. Ein Grund ist aus Sicht von Politikwissenschaftler Uwe Jun die Aktivität in sozialen Netzwerken. Prof. Uwe Jun, Politikwissenschaftler Universität Trier: „Der eine Unterschied liegt darin, dass die AfD wesentlich länger schon und recht erfolgreich in sozialen Netzwerken unterwegs ist und dort versucht viele Wählerinnen und Wähler zu rekrutieren. Und dort auch mit zum Teil eben sehr originellen Videobotschaften zu überzeugen.“ Diese Videos verbreitet die Partei vor allem auf der Plattform TikTok, die besonders bei Jugendlichen sehr beliebt ist. Celeste und Andre von der Integrierten Gesamtschule Auguste Cornelius in Mainz Hechtsheim haben in diesem Jahr das erste Mal gewählt. Überrascht hat sie das Ergebnis nicht. Celeste Gotszalk, Schülerin IGS Auguste Cornelius: „Aber ich fand es halt erschreckend, weil ich der Meinung war, dass man aus der Geschichte gelernt hat einfach und, dass vor allem wir jüngeren Menschen einfach auch die Möglichkeit haben aufs Internet zuzugreifen und uns selber zu informieren.“ Die Ampelparteien, besonders die Grünen und die SPD, stehen nach der Wahl als die großen Verlierer da. Gerade bei den Jungwählern konnten sie nicht überzeugen. Und das obwohl das linke Parteienspektrum in dieser Wählergruppe eigentlich bisher gut abgeschnitten hat. Roger Lewentz, SPD: „Ich glaube wir haben […]

  • Weitere Nachrichten im Überblick

    Weitere Nachrichten im Überblick

    Weitere Nachrichten aus Rheinland-Pfalz und Hessen im Überblick.   Rhein fordert Verhandlungen mit Taliban: Nach der tödlichen Messerattacke eines Afghanen auf einen Polizisten vor rund zwei Wochen in Mannheim fordert der hessische Ministerpräsident Boris Rhein, dass Schwerstkriminelle künftig nach Afghanistan abgeschoben werden können. Wer die Werte des Rechtsstaats verletze, müsse Deutschland verlassen. Rhein forderte Bundeskanzler Olaf Scholz auf,  Verhandlungen mit den in Afghanistan herrschenden Taliban aufzunehmen. Sie müssten zusagen, dass sie ihre Bürger zurücknehmen.  Damit ein Rückführungsabkommen zustande kommt, müsse auch Geld an die Taliban gezahlt werden. Organspende neu regeln: Acht Bundesländer, darunter Hessen und Rheinland-Pfalz, haben heute eine gemeinsame Initiative zur Änderung des Transplantationsgesetzes in den Bundesrat eingebracht. Künftig soll jeder Bürger automatisch als Organspender gelten,  wenn er nicht zu Lebzeiten ausdrücklich widersprochen hat. Die Zahl der Organspenden stagniere seit mehr als zehn Jahren auf niedrigem Niveau. Ziel des Gesetzantrages sei es, dass mehr kranke Menschen die für sie lebenswichtigen Organe bekommen. Der Bundesrat hat den Antrag zur Beratung an den Gesundheitsausschuss überwiesen. Streit über Cannabis-Kontrollen: Nach dem Willen der rheinland-pfälzischen Landesregierung sollen die Kommunen die Einhaltung der Cannabis-Regeln kontrollieren. Die Landesverordnung soll spätestens zum 1. Juli erlassen werden. Der rheinland-pfälzische Städtetag kritisiert, dass die Regeln zu komplex und nicht praktikabel seien. Es sei zum Bespiel schwer zu kontrollieren, ob Cannabis-Konsumenten den vorgeschrieben Abstand zu Schulen, Sportstätten und Kitas einhalten würden. Außerdem würden den Kommunen durch die Kontrollen deutlich mehr Kosten entstehen.

  • „Kalte Nahwärme“ in Bad Nauheim

    „Kalte Nahwärme“ in Bad Nauheim

    In Neubauten löst die Wärmepumpe Gas- und Öl-Heizungen immer mehr ab. Auch Energiekonzepte wie die Fernwärme sind im Kommen. Bisher noch nicht weit verbreitet ist ein Modell, auf das die Stadt Bad Nauheim für ihre Neubaugebiete setzt: Die „kalte Nahwärme“. Ob Winter oder Sommer, Hausschuhe braucht Familie Michael das ganze Jahr nicht. Beim Bau ihres Hauses im Neubaugebiet Bad Nauheim Süd entschied sie sich für das Energiekonzept „kalte Nahwärme“. Erzeugt wird die nur wenige hundert Meter entfernt. Im Boden unter den Erdbeeren liegt eine Art überdimensionierte Fußbodenheizung, insgesamt 22.000 Quadratmeter Fläche auf zwei Schichten verteilt. Die Rohre sind mit Sole, also einer Salzlösung gefüllt, die die natürliche Wärme des Bodens aufnimmt und in die Häuser leitet. Insgesamt 400 Wohneinheiten werden so versorgt. Das Energiekonzept mit dem etwas widersprüchlichen Namen ist ein Pilotprojekt der Stadtwerke Bad Nauheim. Sebastian Böck, Stadtwerke Bad Nauheim: „Kalte Nahwärme ist erst mal ein Widerspruch, das stimmt. Es soll aber so ein bisschen verglichen werden mit der klassischen Fernwärme. Wir transportieren hier keine erzeugte Wärme durch den Boden, sondern die Umgebungstemperatur aus dem Erdreich, haben somit keinerlei Wärmeverluste, im Gegenteil, hier haben wir Wärmegewinne, was das ganze so effizient macht.“ Und so funktioniert‘s: Die Sole in den Rohren erwärmt sich durch die Bodentemperatur – im Jahresdurchschnitt – auf etwa 10 Grad. Deshalb spricht man von kalter Nahwärme. Weil das nicht warm genug ist zum Heizen, ist jedes Haus mit einer Wärmepumpe ausgestattet. Diese nutzt nicht wie viele andere die Außenluft und erwärmt sie, sondern komprimiert die in der Sole enthaltene Wärme. Das ist vor allem im Winter energieeffizienter. Denn der Boden, der die Sole erwärmt, kühlt nicht so stark ab wie die Luft. Für Familie Michael heißt das: warmes Wasser zum Händewaschen und eine angenehme Raumtemperatur über die Fußbodenheizung. Für die Anschaffung der Wärmepumpe gab es einen […]

  • Walter Wagner ist der älteste Regattaruderer der Welt

    Walter Wagner ist der älteste Regattaruderer der Welt

    Wenn man in seiner Sportart keine Gegner mehr hat, dann kann es dafür zwei Gründe geben: Entweder man hat schon alle besiegt hat oder man ist der einzige in seiner Altersklasse. So geht es Walter Wagner – mit  97 Jahren ist der Frankfurter der älteste Regattaruderer der Welt. Acht Meter lang und stromlinienförmig – ein Balanceakt für Walter Wagner. Der Regattaruderer trägt sein Ruderboot ganz alleine aus dem Bootshaus des Griesheimer Ruderclubs. Schließlich wird er es auch gleich alleine rudern – mit 97 Jahren. Drei bis vier Mal trainiert Walter Wagner pro Woche auf dem Main. Walter Wagner, Regattaruderer: „Das Rudern, man ist alleine auf dem Wasser. Im Einer. Man kann tun und vor allem, wenn man die Technik beherrscht, ist das schon was Schönes. Das Boot läuft unter einem weg, wenn man zieht. Es ist wunderschön. Also das war für mich immer eine Erholung.“ Seit 80 Jahren rudert Walter Wagner. Beim Fußballspielen als Jugendlicher hat er den Ruderclub zufällig entdeckt und sich in den Sport verliebt. Seitdem gewinnt er einen Titel nach dem anderen, auch die ganz großen. Walter Wagner, Regattaruderer: „Die meisten Medaillen habe ich natürlich bei Weltmeisterschaften geholt, weil ich nachher gar nicht mehr so wild war, woanders mitzufahren. Ich war in der deutschen Mannschaft drin und ich bin Einer gefahren, bin Zweier gefahren, also Doppelzweier, Riemenzweier, Doppelvierer, Riemenvierer, Achter gefahren. Ich bin überall drin gewesen.“ Und das gilt für den Ruderer auch heute noch. Denn an Wettkämpfen nimmt er immer noch teil. Im Juli steht die Euro Masters Regatta in München an. Dafür trainiert der 97-Jährige gerade. Walter Wagner, Regattaruderer: „Chancen, also im Einer, ich habe keine Gegner im Einer. Ja, das muss ich sagen. Ich muss also gegen wesentlich Jüngere fahren. Und selbst da gewinne ich. Also ich werde immer älter, aber die anderen, die […]

  • Wolfsnachwuchs im Hanauer Wildpark

    Wolfsnachwuchs im Hanauer Wildpark

    Es gibt Nachwuchs im Hanauer Wildpark Alte Fasanerie: Acht kleine Wölfe! Bereits zum dritten Mal hat Wölfin Leyla Babys bekommen, jedes Mal ungeplant und diesmal ist auch völlig unklar, wer der Papa ist. Acht auf einen Streich. Es ist viel los im Hanauer Wolfsgehege. Zuckersüßer Baby-Alarm. Ende April hat Leyla die kleinen Wölfe auf die Welt gebracht, vollkommen unbeobachtet, vollkommen ungeplant und auch vollkommen unerklärlich! Marion Ebel, Wildparkbiologin: „Geplant war nichts, aber trotzdem ist es schön, dass sie da sind. Wir wollten eigentlich schon letztes Jahr keinen Nachwuchs. Der Rüde wurde sterilisiert und trotzdem gab es Nachwuchs, dann wurde der Rüde nochmal schlafen gelegt und es wurde noch mal geguckt, ob alles in Ordnung ist, es waren auch andere Tierärzte, die da geguckt haben und die haben auch gesagt, es ist alles in Ordnung. Trotzdem gab es Nachwuchs. Es war eine riesengroße Überraschung in diesem Jahr.“ Wer ist ihr Papa? Infrage käme der doppelt sterilisierte Romulus, vielleicht ein unerklärlich potenter Prachtbursche, oder auch die Schwerstern Cleo und Hilde, wenn da etwas bei der Geschlechtsbestimmung schiefgelaufen ist und auch Käthe käme infrage, sie oder er lebt seit Ende Februar in einem anderen Tierpark. Außer einem Wunder gibt es sonst eigentlich keine anderen Vaterschafts-Möglichkeiten. Marion Ebel, Wildparkbiologin: „Von daher kann ich Ihnen einfach nicht sagen, wo bei uns der Fehler liegt. Aber es ist so, dass es Nachwuchs gab und der ist auch kerngesund. Egal, wer jetzt der Papa war und wir werden auf alle Fälle in diesem Jahr noch ein größeres Augenmerk darauf legen, dass wir das Geschlecht richtig bestimmen, bei allen Achten.“ Das Mysterium um Vater Wolf. Es wird sich nicht mehr aufklären lassen. Die acht Welpen bleiben erst mal im Hanauer Wolfsrudel. Alle werden sterilisiert. Der weibliche Nachwuchs darf im Wildpark bleiben, der männliche wird wohl an andere interessierte […]

  • Engelsfackel des Kinder-Lebens-Laufs übergeben

    Engelsfackel des Kinder-Lebens-Laufs übergeben

    Stellen Sie sich vor, ihr Kind wird schwer krank geboren. So schwer krank, dass die Ärzte sich weigern, das Kind zu operieren und ihm nur wenige Monate zu leben geben. Bei Jens Jenning war das der Fall: Doch er ist schon neun, strotzt vor Energie und er ist einer der Botschafter beim Kinder-Lebens-Lauf – ein Lauf durch ganz Deutschland, der auf die Arbeit von Kinderhospiz-Diensten aufmerksam machen soll. Eine Arbeit, die viel weniger mit Sterben zu tun hat, als mit Leben: Das hat Jens gestern gezeigt.     Applaus auf der Feuerwache in Mainz-Kastel für einen tapferen Jungen: Jens Jenning. Jens kam mehr als zwei Monate zu früh auf die Welt – die Folge: Blutungen im noch nicht ausgereiften Gehirn. Bis heute bilden sich immer wieder Zysten in seinem Gehirn, die sein Leben bedrohen können. Doch es ist ein Leben voller Humor und Freude. Jens Jenning, Starterkind Kinder-Lebens-Lauf: „Danke für Einladung Leute!“ Die Feuerwehren aus Mainz und Wiesbaden unterstützen den Kinder-Lebens-Lauf: Bei dem Lauf reichen Kinder wie Jens die sogenannte  Engels-Fackel von Hospiz-Einrichtung zu Hospiz-Einrichtung weiter. Als offizielles Starterkind hat Jens die Fackel in Berlin im April den Anfang gemacht: Jens Jenning, Starterkind Kinder-Lebens-Lauf: „Ich finde, das ist Stolz. Ich habe Stolz, ein Starterkind zu sein. Auf jeden Fall: Ich möchte allen zeigen, wie toll die Arbeit im Kinderhospiz ist und dass klappt.“ Der Bundesverband Kinderhospiz veranstaltet den Lauf alle zwei Jahre, um auf die Arbeit von Kinderhospiz-Diensten aufmerksam zu machen. Eine Arbeit wie vom Kinderhospiz Bärenherz in Wiesbaden, das die Familie Jenning unterstützt. Die Familie findet dort Entlastung; Jens und seine Geschwister vor allem Spaß, Krankheit hin oder her. Nataliya Jenning, Mutter von Jens: „Trotz allem möchte er am Leben teilhaben mit seinen Geschwistern und fröhlich sein und Spaß am Leben haben und solange er das kann, machen wir […]

  • Widerstand gegen Flüchtlingsunterkunft

    Widerstand gegen Flüchtlingsunterkunft

    Eine Unterkunft für 60 Geflüchtete bei 90 Einwohnern – diese Nachricht sorgt im Gerolsteiner Ortsteil Michelbach Anfang des Jahres für einen riesigen Aufschrei. Für die Bewohner ist das völlig unverhältnismäßig, sie fürchten um die Zukunft des Ortes. Nach dem Protest im Winter gab es ein Gesprächsangebot der Politik – und dennoch fühlen sich die Bürger weiterhin im Stich gelassen. Der Protest in Michelbach geht weiter – es ist ein stiller Protest. Ende Januar kochen hier die Emotionen hoch bei einer Informationsveranstaltung von Julia Gieseking, Landrätin des Vulkaneifelkreises. Aus dem ehemaligen Hotel Huschens soll eine Unterkunft für bis zu 60 Geflüchtete werden. Zu viele für ihren kleinen Ort. Es fehlt an Infrastruktur und Integrationsmöglichkeiten, finden die Menschen hier. Mit ihrer neu gegründeten Bürgerinitiative wollen sie sich dafür einsetzen, Geflüchtete im Kreis besser zu FAIRteilen. Volker Heimes, Anwohner Michelbach „Als Anwohner, hier in dem Ort, geht es einfach nicht. Da müssen andere Lösungen her.“ Nadja Jagusch, Anwohnerin Michelbach „Da macht die Politik einfach zu wenig. Also, da muss asylpolitiktechnisch einfach viel mehr kommen. Es kann nicht sein, dass so ein kleines Dorf wie Michelbach das wirklich ausbaden muss.“ Martin Adrian, Anwohner Michelbach „Wir sind nicht grundsätzlich gegen Flüchtlinge. Ganz im Gegenteil. Wir haben auch der Frau Gieseking beziehungsweise der Kreisverwaltung das Angebot gemacht, in unserem Dorf in Privatwohnungen drei Flüchtlingsfamilien unterzubringen.“ Eine sozialverträgliche Lösung, darum geht es den Michelbachern. Stefanie Lorisch, die Vorsitzende der Bürgerinitiative, ist überzeugt: Wenn die Geflüchteten in privaten Wohnungen unterkämen, bräuchte es keine Gemeinschaftsunterkunft. Stefanie Lorisch, Vorsitzende FAIRteilen e.V. Gerolstein-Michelbach „Wir hätten auch ein Team an Ehrenamtlichen, die sich um die Integration dieser Menschen kümmern würde. Allerdings ist natürlich unser Angebot daran gekoppelt, dass der Landkreis auf die Unterbringung in der Gemeinschaftsunterkunft verzichtet. Und deswegen zählt unser Angebot nicht für die Landrätin. Wie gesagt, das Gegenangebot sind 60 […]

  • Tanzender Pfarrer begeistert auf TikTok

    Tanzender Pfarrer begeistert auf TikTok

    Wenn die Kirche in den Nachrichten vorkommt, dann geht es häufig um Skandale und Austritte. Anders ist das bei evangelischen Kreuzkirche in Fulda und ihrem Pfarrer Stefan Bürger. Gegen den allgemeinen Abwärtstrend ist seine Kirchengemeinde in den letzten Jahren gewachsen. Durch Aktionen wie Themengottesdienste und sein soziales Engagement schafft er es, die Menschen in die Kirche zu locken. Um auch die junge Generation zu begeistern, verlässt er auch mal seine Komfortzone. Gottesdienste halten, Konfiunterricht vorbereiten, sich um die Kirche kümmern. Typische Tätigkeiten, denen Pfarrer Stefan Bürger Tag für Tag nachgeht. Aber das ist nicht alles. Der Pfarrer tanzt. Er tanzt für Videos im Sozialen Netzwerk TikTok. Er tanzt, um Jugendlichen über seine Videos eine Zugang zu Gott zu schaffen. Stefan Bürger, Pfarrer Kreuzkirche Fulda: „Ich bin wirklich nicht der Tänzer und habe auch nie eine Tanzschule besucht und habe mich dann einfach ein bisschen anstecken lassen. Und struggle da auch ziemlich rum, dass ich das einigermaßen hinbekomme, aber vielleicht wird es dadurch auch ein bisschen peppiger, dass ich das nicht perfekt mache. Und zeigt eben auch den Jugendlichen, sie können was besser als ich, zum Beispiel tanzen. Deshalb sind es auch die Jugendlichen, die heute das Kommando haben. Die Choreographie haben sie sich von anderen Videos abgeschaut. Jetzt geht es darum, sie dem Pfarrer beizubringen. offen: Also, du musst die Arme strecken und im Takt. Du machst so. Und vielleicht bisschen mehr mit dem Kopf dann auch. Nicht so, sondern so. Ich muss richtig nach oben oder was? Da sind mehrere Anläufe nötig, bis die Jugendlichen ihr Go für das Video geben. Kurzer Check hinterher: Alle Beteiligten sind mit dem Ergebnis zufrieden. Josephine, 12 Jahre: Ich finde das super, weil also das denkt man ja nicht so von Kirche. Und man denkt, also manche Leute denken auch, dass Kirche nicht […]