Kriminalität

  • Urteil wegen Raserfahrt mit drei Toten

    Urteil wegen Raserfahrt mit drei Toten

    Ein Mann fährt mit 145 Kilometern pro Stunde durch die Offenbacher Innenstadt. Doch dann verliert er die Kontrolle über seinen Wagen und stößt mit einem Auto auf der Gegenfahrbahn zusammen. Die drei Insassinnen kommen ums Leben. Heute ist in Darmstadt das Urteil gegen den mutmaßlichen Unfallverursacher gefallen. Der 31.November vergangenen Jahres. Die Mühlheimer Straße in Offenbach gleicht einem Trümmerfeld. Mit hoher Geschwindigkeit war der schwarze VW in den Gegenverkehr geraten und mit immer noch über 100 Stundenkilometern mit diesem Audi zusammengestoßen. Dessen Insassinnen, zwei Frauen im Alter von 66 und 88 Jahren sowie ein neunjähriges Mädchen, erliegen ihren schweren Verletzungen. Damals am Steuer des VW: Edin D. Gegen den 32-jährigen Serben ergeht heute das Urteil: sieben Jahre Haft wegen eines illegalen Kraftfahrzeugrennens und vorsätzlicher Gefährdung des Straßenverkehrs. Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor eine Verurteilung wegen Mordes gefordert, weil sie sagt, der Angeklagte habe mit seinem Verhalten den Tod anderer billigend in Kauf genommen. Carolin Abahuni, Staatsanwaltschaft Darmstadt „Die Straße war gut befahren. Die Sichtverhältnisse für den Angeklagten waren nicht einsehbar, nicht überschaubar. Es hätte jeden Moment ein Fußgänger oder ein Auto aus den Seitenstraßen herauskommen können und da hätte es zu einer Kollision kommen können.“ Die Richter betonen in ihrer Urteilsbegründung, einen Vorsatz habe man nicht feststellen können. Außerdem hätte der Angeklagte noch versucht, mit einem Ausweichmanöver die Kollision zu verhindern. Damit folgt das Gericht in weiten Teilen dem Plädoyer des Verteidigers. Christian Heinemann, Verteidiger von Edin. D. „Im ersten Moment ist man natürlich zufrieden. Man ist den Mord los, so muss man es ganz platt sagen. Mord war angeklagt, man wird nicht verurteilt wegen Mord. Klar, das Ergebnis an der Stelle stimmt. Es ist die Frage: kann man mit den sieben Jahren leben, ist das in Ordnung oder eben nicht in Ordnung? Muss man es dem BGH vorlegen? Überprüfen lassen?“ […]

  • Immer mehr Antisemitismus

    Immer mehr Antisemitismus

    In Darmstadt sind gerade die Jüdischen Kulturwochen gestartet. Die Sicherheitsvorkehrungen sind hoch. Und das ist bitter nötig. Denn die Zahl antisemitischer Straftaten ist in den letzten Jahren auch in Hessen dramatisch angestiegen. Die Landesregierung hat jetzt unter anderem die finanzielle Förderung für Jüdischen Gemeinden erhöht. Wir haben einen jüdischen Gastronom in Frankfurt getroffen, der in den vergangenen Jahren massiv angefeindet worden ist. „Juden töten sollte normalisiert werden.“ Nur einer von unzähligen Hasskommentaren, die Nir Rosenfeld in den vergangenen Jahren erhalten hat. Festgehalten auf Screenshots in seinem Handy. Der 56-jährige betreibt unter anderem mehrere vegane Restaurants in Frankfurt. Auch das Life Deli im Jüdischen Museum. Nir Rosenfeld, Gastronom aus Frankfurt „Ich habe so viele Beweise von Menschen, die so schlimme Sachen geschrieben haben in Social Media, Mails. Oder die rufen uns an permanent und sagen: Hitler sollte euch alle umgebracht haben. Schade, dass ihr noch am Leben seid! Kocht ihr mit Gas? Und so weiter …“ Geboren ist Nir Rosenfeld in Tel Aviv. Dort lernt er auch seine Frau Sigal kennen, eine gebürtige Frankfurterin. Seit 23 Jahren lebt das Ehepaar in der Mainmetropole. Nir Rosenfeld sagt, er erlebe seit dem 7. Oktober 2023 einen „Tsunami des Antisemitismus“. Privat geht er kaum noch aus dem Haus. Wenn seine Mutter ihn in der Öffentlichkeit anruft, überlegt er sich zweimal, ob er das Gespräch annimmt. Ob es gerade sicher ist, Hebräisch zu sprechen. Nir Rosenfeld, Gastronom aus Frankfurt „Seit dem 7. Oktober mir – wie allen Juden – geht es nicht gut, also ganz schlimm. Wir fühlen uns nicht sicher. Wir fühlen uns nicht wohl. Es kommt von rechts, es kommt von links, es kommt aus dem islamistischen Milieu.“ RIAS, die Meldestelle für antisemitische Straftaten, hat im vergangenen Jahr in Hessen rund 1.100 Vorfälle registriert. Zum Vergleich: 2022 waren es rund 180. Das Land Hessen hat jetzt […]

  • Schüsse auf Wohnhaus und Auto in Lampertheim

    Schüsse auf Wohnhaus und Auto in Lampertheim

    Und wir starten in die Sendung mit einem ordentlichen Schreckmoment und einer aufregenden Nacht im südhessischen Lampertheim! Dort wird eine Hausbewohnerin durch Schüsse auf das Gebäude geweckt. Auf die Fassade werfen bislang unbekannte Täter einen Brandsatz. Die Polizei rückt zu einem Großeinsatz aus. Gegen 00:40 Uhr geht der Notruf bei der Polizei ein. Eine Bewohnerin der Wormser Straße meldet Schüsse vor ihrem Haus. Einsatzkräfte entdecken anschließend Einschusslöcher an der Fassade und einem geparkten Auto. Etwa sechs bis sieben mal sollen die noch unbekannten Täter abgedrückt haben, nach denen nun gefahndet wird. Bernd Hochstädter Polizeipräsidium Südhessen „Wir haben zumindest die Hinweise, dass zwei Täter in einem dunklen Fahrzeug geflüchtet sind. Im Rahmen der anschließenden Fahndungsmaßnahmen, an denen auch ein Polizeihubschrauber beteiligt war, konnten wir in einer Kleingartenanlage in der Nähe einen dunklen Mercedes feststellen. Derzeit laufen die Ermittlungen, ob es sich dabei um das Fahrzeug gehandelt hat.“ Zum Glück wird hier niemand verletzt. Denn an die Hauswand werfen die Unbekannten zudem einen Brandsatz. Brisant auch, dass es nicht nicht die ersten Schüsse sind, die auf dieses Haus fallen. Die Ermittler prüfen ob es einen Zusammenhang mit einem ähnlichen Vorfall aus der Vergangenheit gibt. Brandsätze, Schüsse und Verwüstungen gab es zuletzt außerdem auf eine Bäckerei im Ort. Die Täter: ebenfalls noch nicht gefasst.  Bernd Hochstädter Polizeipräsidium Südhessen „Wir haben zu der Tat in der Bäckerei in Lampertheim in der vergangenen Woche keinerlei Hinweise, dass es in irgendeinem Zusammenhang steht mit der Tat heute Nacht.“ Nun werden Zeugen gebeten sich bei der Kriminalpolizei in Darmstadt zu melden.  

  • Nach Irrfahrt mit Verletzten - Gerichtsverhandlung in Gießen

    Nach Irrfahrt mit Verletzten – Gerichtsverhandlung in Gießen

    Mehrere Menschen wurden verletzt und Autos beschädigt. Die Irrfahrt eines Mannes in Gießen hat im vergangenen Jahr kurz vor Weihnachten die Menschen schockiert. Jetzt steht er vor dem Gießener Landgericht. Heute hat das Sicherungsverfahren begonnen. Eine akute Psychose soll die Irrfahrt des heute 33 Jahre alten Beschuldigten ausgelöst haben. Am Abend des 22. Dezember soll er in der Südanlage in der Gießener Innenstadt mit dem Auto unterwegs gewesen und gezielt in andere Autos gefahren sein. Sein Wagen soll ins Schleudern gekommen sein und eine 64 Jahre alte Passantin erfasst haben, die schwere Verletzungen davontrug. Anschließend soll der Mann auf dem Gehweg weitergefahren sein, dort zwei weitere Menschen gefährdet haben. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann aus Aserbaidschan versuchten Mord, gefährliche Körperverletzung und gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr vor. Tom Bayer, Staatsanwaltschaft Gießen: Es handelt sich hier um eine Antragsschrift in einem Sicherungsverfahren, das bedeutet, wir gehen davon aus aufgrund eines Sachverständigengutachtens, dass der Beschuldigte zur Tatzeit schuldunfähig war. Grundlage ist hier eine Psychose und aufgrund der darauf aufbauenden Gefährlichkeit für die Allgemeinheit ist das Ziel der Antragsschrift die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus. 20 Der Mann sei schizophren und höre Stimmen. Deshalb sei es wahrscheinlich, dass der Beschuldigte wiederholt straffällig werden könnte. Der Beschuldigte hat sich direkt am ersten Verhandlungstag selbst umfassend eingelassen. Er habe am Tattag einen Herzinfarkt erlitten und wollte deshalb ins Krankenhaus fahren. An die Tat könne er sich nicht erinnern. Michael Heide, Reporter in Gießen: Insgesamt macht er einen recht verwirrten Eindruck. Er schilderte auch, dass er selbst Staatsanwalt sei, dass sein Vater ihn in seiner Jugend am offenen Herzen operiert habe und andere Dinge, auf die man sich erstmal keinen Reim machen kann. Aber vielleicht ist es auch Zeichen dieses Krankheitsbildes der Psychose. Was er auf jeden Fall gesagt hat, ist, dass ihm das alles furchtbar […]

  • Lebenslang für Mord an Amy Lopez

    Lebenslang für Mord an Amy Lopez

    Jahrzehnte lang war es ein Cold Case – ein ungelöster Kriminalfall: 1994 finden spielende Kinder die Leiche der US-Amerikanischen Touristin Amy Lopez, halbnackt und brutal ermordet. Vom Täter: Keine Spur. Jetzt ist der Mord um Amy Lopez gelöst: Heute hat das Landgericht Koblenz sein Urteil verkündet.    Mehr als 30 Jahre hat es gedauert: Jetzt ist der 81-jährige Hans Joachim S. zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt. Sein Mord an Amy Lopez – laut Gericht: Heimtückisch und zur Befriedigung des Geschlechtstriebes. Kathrin Kienle, Anwältin der Familie von Amy Lopez   „Das Urteil kann selbstverständlich nicht die Tat nicht ungeschehen mache, es kann auch Amy nicht mehr zurückbringen aber der Vater und der Bruder von Amy haben mir mitgeteilt, dass sie eigentlich über die ganze Zeit hinweg eigentlich nie den inneren Frieden finden konnten, solange wie der Täter nicht gefasst war.“ Das Gericht sieht auch die besondere Schwere der Schuld, weil sich Hans Joachim S. mit Handschellen und Messer regelrecht auf die Jagd nach einer Frau begeben hat.  Rückblick: Im September 1994 war die US-Amerikanerin auf Europa-Reise – hat den Trip von ihrem Vater zum College-Abschluss geschenkt bekommen. Auch in Koblenz macht sie Halt. Besucht die Festung Ehrenbreitstein. Hier trifft sie zufällig auf den damals 49 Jahre alten Hans Joachim S. Mit dem Vorwand eine Abkürzung zu kennen, führt er sie ins abseits gelegene General-von-Aster-Zimmer. Hier fesselt er sein Zufallsopfer mit Handschellen, sticht ihr neun Mal in die Brust und schlägt sie mit einem Stein mehrmals auf den Kopf. Amy Lopez verblutet innerlich. Vor und nach ihrem Tod vergewaltigt er sie. Die Fahndung – auch nach ihren gestohlenen Gegenständen – verläuft erfolglos. Erst durch neue DNA-Analysemethoden konnte Hans Joachim S. jetzt als Täter identifiziert werden. Andrea Maier, Staatsanwaltschaft Koblenz  „Ich muss sagen, wir sind heilfroh gewesen, als wir die Tat nach so vielen Jahren […]

  • Schaltgespräch zu unserem Reporter am Landgericht Koblenz

    Schaltgespräch zu unserem Reporter am Landgericht Koblenz

    Unser Reporter Marcel Gassan war heute bei der Urteilsverkündung dabei. Eva Dieterle: Marcel, wie hast du den letzten Prozesstag heute wahrgenommen? Marcel Gassan, Reporter in Koblenz: Es war hoch emotional heute im Gerichtssaal. Wir haben es ja auch gerade im Beitrag gehört. Amy Lopez‘ Vater und Bruder sind heute zum ersten Mal erschienen und für sie ist die heutige Urteilsverkündung natürlich ein immens wichtiger Tag. Über die 32 Jahre hinweg kamen immer wieder neue Nachrichten mit neuen Hinweisen zu dem Tod von Amy Lopez. Und sie mussten diesen Tod immer wieder neu durchleben und konnten damit nie so richtig abschließen. Aber heute zur Urteilsverkündung, besteht eben die Möglichkeit, endlich damit abschließen zu können. Und nicht nur für sie, für die Hinterbliebenen. Es ist heute ein wichtiger Tag, auch für die Menschen hier in Koblenz. Der Andrang war heute wieder mal enorm groß, der Zuschauerraum war komplett voll und ich habe mit einigen sprechen können. Und sie haben mir erzählt, dass sie erleichtert sind, dass dieser Täter, dieser Mörder, endlich gefasst wurde und jetzt hinter Gittern sitzt. Eva Dieterle: Du hast fast alle Prozesstage im Landgericht Koblenz begleitet: Welchen Eindruck hast du über diese Zeit von dem Angeklagten gewonnen? Marcel Gassan, Reporter in Koblenz: Ich glaube auch, er will endlich damit abschließen. Ich konnte heute noch mal mit dem Anwalt, mit seinem Anwalt sprechen, mit dem Verteidiger und auch er hat mir das gesagt. Und dafür sprechen auch einige Dinge dafür. Der Mann ist 81 Jahre alt, gesundheitlich angeschlagen, kam zu jedem Prozesstag mit einem Rollator in den Gerichtssaal rein, konnte eden Tag nur maximal zwei Stunden teilnehmen und dann noch eine Pause haben und dann vielleicht noch wieder zwei Stunden am Prozess teilnehmen. Aber er hat die Arbeit hier trotzdem erleichtert. Er hat die Tat nämlich direkt zu Beginn komplett […]

  • Plädoyers im Mordfall Amy Lopez

    Plädoyers im Mordfall Amy Lopez

    Dieser Fall hat 1994 ganz Deutschland erschüttert: Spielende Kinder finden die Leiche der US-amerikanischen Touristin Amy Lopez in Koblenz, halbnackt und brutal getötet. Erst über 30 Jahre später steht jetzt der dringend Tatverdächtige vor Gericht – ein 81-jähriger Rentner aus Koblenz. Erst vor einer Woche hat der Prozess angefangen, heute haben Staatsanwaltschaft, Nebenklage und Verteidigung schon ihre hochemotionalen Schluss-Vorträge gehalten. Es ist der voraussichtlich vorletzte Prozesstag für den 81-Jährigen Deutschen Hans Joachim S. Selten sind sich Anwälte so einig wie heute: Alle plädieren auf Mord – selbst der Verteidiger des Angeklagten. Volker Klein, Verteidiger des Angeklagten „Ich habe mich dem Antrag der Staatsanwaltschaft angeschlossen. Der Staatsanwalt hat heute beantragt ihn zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe zu verurteilen und die besondere Schwere der Schuld festzustellen.“ Der Mord: aus Heimtücke und zur Befriedigung des Geschlechtstriebes. Nur die Anwälte des Hinterbliebenen Vaters gehen noch einen Schritt weiter und sehen zudem auch einen Mord aus niedrigen Beweggründen: Denn der Angeklagte habe sich morgens mit Handschellen und Messer regelrecht auf die Jagd begeben. Rückblick: Im September 1994 war die US-Amerikanerin auf Europa-Reise – hat den Trip von ihrem Vater zum College-Abschluss geschenkt bekommen. Auch in Koblenz macht sie Halt. Hier an der Festung Ehrenbreitstein soll sie vom damals 49 Jahre alten Hans Joachim S. angesprochen worden sein. Im abseits gelegenen General-von-Aster-Zimmer fesselt er die Ahnungslose mit Handschellen, sticht ihr neun Mal in die Brust und schlägt sie mit einem Stein mehrmals auf den Kopf – so die Staatsanwaltschaft. Amy Lopez verblutet innerlich. Vor und nach ihrem Tod soll er sich sexuell an ihr vergangen haben. Der schon mehrfach verurteilte Angeklagte gesteht vollumfänglich. Entschuldigt sich heute aber nicht. Volker Klein, Verteidiger des Angeklagten „Ich kann mich dafür entschuldigen, wenn ich eine einfache Körperverletzung begehe oder jemanden beleidige. Dann kann ich durchaus sagen es tut mir Leid, es kommt nicht mehr […]

  • Diskussion über Sicherheitskonzept für Kaiserslautern

    Diskussion über Sicherheitskonzept für Kaiserslautern

    Wie sicher fühlen Sie sich in ihrer Stadt? Das wurden die Menschen in Kaiserslautern im Rahmen einer Studie gefragt. Denn die Daten der Kriminalstatistik und das tatsächliche Sicherheitsgefühl der Bürger gehen auseinander. Die Stadt will herausfinden, wo genau die Brennpunkte sind und dort die Sicherheit erhöhen. Erste Ergebnisse der Studie wurden jetzt in einer offenen Sitzung im Rathaus vorgestellt. Vor der Mall und rund um das Rathaus fühlen sich die Kaiserslauterer im Dunkeln besonders unsicher. 78 Prozent der Studienteilnehmer fürchten, sie könnten in der Innenstadt einmal Opfer von Bedrohung oder körperlichen Angriffen werden. Interessierte Bürger konnten sich die Präsentation der Studienergebnisse im Rathaus gestern anhören. Einige von ihnen wurden selbst Zeuge von Gewaltausbrüchen. So wie diese Frau, die unerkannt bleiben möchte. Aus dem Fenster ihres Arbeitsplatzes in der Innenstadt beobachtet sie, wie ein Streit eskaliert und tödlich endet, erzählt sie uns. Vor allem abends fühle sie sich in Kaiserslautern nicht mehr sicher. „Wenn ich zum Beispiel nach der Arbeit auch noch dann irgendwo hin essen gehe und mich mit Freunden treffe und dann den ÖPNV nutze und man ist einfach achtsam, man schaut, gehe ich jetzt diesen Weg entlang oder sehe ich da irgendwelche Gruppierungen oder gehe ich jetzt außen rum.“ Damit ist sie nicht alleine. Auch Vorfälle wie der tödliche Messerangriff am Fackelbrunnen im vergangenen März dürften wesentlich zu den Ergebnissen beigetragen haben. Er fand genau während des Befragungszeitraums statt. Bürgermeister Manfred Schulz versteht die Verunsicherung. Manfred Schulz (CDU), Bürgermeister Kaiserslautern „Wir hatten hier ein Beschäftigter der Stadtverwaltung, der hier zusammengeschlagen und beraubt wurde, also ein Raubüberfall direkt auf dem Rathausvorplatz. Wir alle erinnern uns noch an die Massenschlägerei vor der Mall, wir erinnern uns an die Messerattacke am Fackelbrunnen, das bleibt bei den Menschen im Gedächtnis hängen, das brennt sich da ein und insofern war es für mich keine […]

  • Mord verjährt nie: Prozess um getötete Amy Lopez in Koblenz wird fortgesetzt

    Mord verjährt nie: Prozess um getötete Amy Lopez in Koblenz wird fortgesetzt

    Es ist der zweite Prozesstag im Mordfall Amy Lopez. Der Andrang am Koblenzer Landgericht ist erneut groß. Angeklagt ist ein heute 81-jähriger Mann. Er soll die 24-jährige US-Amerikanerin im September 1994 auf der Festung Ehrenbreitstein vergewaltigt und ermordet haben. Zum Prozessauftakt hat Hans S. die Vorwürfe eingeräumt. 32 Jahre lang blieb eine Frage offen: Wer hat Amy Lopez getötet? Heute geht es vor dem Koblenzer Landgericht um die DNA-Spur, die nach Jahrzehnten zum mutmaßlichen Mörder führt. Harald Süßenbach war damals Chef der Koblenzer Mordkommission und einer der ersten Ermittler am Tatort. Der Fall lässt den heute 82-Jährigen auch nach seiner Pensionierung nicht los. Harald Süßenbach, ehemaliger Chef der Koblenzer Mordkommission „Es versetzt mich im Moment auch in einen Zustand, wo ich glaube, es war gestern erst. Nachdem ich die Zeugen gehört habe, findet sich da vieles wieder, was ich selber schon fast vergessen habe aber wieder da ist.“ Die 1994 von ihm gesicherten Kleidungsstücke werden fast 30 Jahre später zum entscheidenden Beweis. Moderne Analysemethoden machen sichtbar, was damals noch nicht möglich war. Der Abgleich mit einer neuen Speichelprobe von Hans S. ergibt schließlich einen eindeutigen Treffer. Am 23. Februar wird er in einer Seniorenresidenz festgenommen. Volker Klein, Verteidiger des Angeklagten „Er möchte einfach nur, dass dieses Verfahren beendet ist. Er hat freiwillig die Speichelprobe abgegeben und deswegen möchte er endgültig mit diesem Verfahren abschließen und mit dem Fall abschließen.“ Für den ehemaligen Ermittler ist die Ruhe des Angeklagten schwer auszuhalten. Harald Süßenbach, ehemaliger Chef der Koblenzer Mordkommission „Das ist schon gewaltig, was da bewegt wurde und wie kühl und teilnahmslos der Angeklagte da zuhört und die Ruhe hat. Das bringt mich dann so ein bisschen in Wallung, sage ich mal. Da würde ich am liebsten aufstehen und mir ihn nochmal vorknöpfen.“ Zur Beweisaufnahme gehört heute auch das psychologische Gutachten des Angeklagten. Julian […]

  • Wegen sexuellen Handlungen an Patienten: HNO-Arzt aus Frankfurt wird festgenommen

    Wegen sexuellen Handlungen an Patienten: HNO-Arzt aus Frankfurt wird festgenommen

    In Frankfurt hat die Polizei heute einen HNO-Arzt festgenommen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 76 Jahre alten Mediziner besonders schwere sexuelle Nötigung sowie gefährliche Körperverletzung in mindestens 14 Fällen vor. Zwischen 2016 und 2025 soll er sich in seiner Frankfurter Praxis immer wieder an männlichen Patienten vergangen haben. Dominik Mies, Staatsanwaltschaft Frankfurt: „Konkret soll der Tatverdächtige im Rahmen ärztlicher Behandlungen den geschädigten Patienten bewusst erhebliche Schmerzen zugefügt haben und bei diesen Behandlungen sich jeweils auf die Patienten gelegt und sich an diesen gerieben haben, um sich sexuell zu befriedigen. Es ist nicht auszuschließen, dass es noch weitere Geschädigte in diesem Fall oder in diesen Fällen gibt. Und solche Personen rufen wir natürlich auf, sich bei uns zu melden, damit auch weitere Fälle ermittelt werden können.“

  • Nach Tötung von Trierer Student: Wie umgehen mit psychisch kranken Menschen?

    Nach Tötung von Trierer Student: Wie umgehen mit psychisch kranken Menschen?

    Wie umgehen mit psychisch-kranken Straftätern? Seit der Trierer Student Marius Dick vor rund einem Monat in Trier erstochen wurde, wird über diese Fragen wieder deutschlandweit diskutiert. Wie können solche Taten verhindern werden? Die CDU-Landtagsfraktion in Rheinland-Pfalz fordert jetzt einen besseren Austausch zwischen Medizinern und Sicherheitsbehörden. Auf dieser Straße in Trier wird Marius Dick erstochen. Es ist der Vormittag des 15. Juli. Marius ist gerade auf dem Rückweg vom Einkaufen, als ein Mann plötzlich aus einer Hecke hervorspringt und mit einem Küchenmesser auf ihn einsticht. Kurz darauf stirbt Marius im Krankenhaus. Seine Eltern, Elke und Thomas, sehen ihren Sohn erst wieder im Beerdigungsinstitut. Elke und Thomas Dick, Eltern von Marius, am 21.07.2026 „Keiner möchte das erleben, sein totes Kind im Sarg zu sehen. Es kann sich auch keiner vorstellen. Die Leute haben ja Mitleid mit einem, aber keiner wo es erlebt hat, wird sich je in die Situation reinversetzen können, wie das ist, in welches Gefühl, das einen versetzt. Wenn es jetzt ein Unfall ist oder natürlicher Tod, weil er einen Herzfehler hat, das kannst du dir noch irgendwie erklären, aber dass jemand abgestochen wird auf offener Straße, kannst du dir so nicht erklären.“ Blickt man in die rheinland-pfälzische Kriminalstatistik, sieht man: Die Zahl der Straftaten, bei denen ein Messer zum Einsatz kommt, steigt in den vergangenen Jahren an. 2025 waren es 561 Fälle. Zehn davon endeten tödlich. Insgesamt rund 48 Prozent der Tatverdächtigen waren keine deutschen Staatsbürger. Wie viele der Tatverdächtigen psychisch-krank waren, das wird in der Statistik nicht erfasst. Der mutmaßliche Mörder von Marius – er soll psychisch krank gewesen ein. Der 22-jährige war 2015 aus Afghanistan geflüchtet. Sein Asylantrag wurde abgelehnt, die Behörden verfügten jedoch ein Abschiebeverbot. Er galt als gut integriert, hat hier seinen Schulabschluss und eine Ausbildung gemacht. 2023 erhielt er eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung. Laut Staatsanwaltschaft […]

  • Nach Tötung von Trierer Student: Im Gespräch mit dem CDU-Fraktionsvorsitzenden Christoph Gensch

    Nach Tötung von Trierer Student: Im Gespräch mit dem CDU-Fraktionsvorsitzenden Christoph Gensch

    Es muss was geschehen, sagen die Eltern des getöteten Marius. Welche Lehren muss die Politik aus dem Fall Marius Dick ziehen? Markus Appelmann spricht darüber mit dem Vorsitzenden der CDU-Fraktion im rheinland-pfälzischen Landtag, Christoph Gensch. Markus Appelmann, Moderator: Guten Abend. Christoph Gensch (CDU), Fraktiosnvorsitzender Landtag RLP: Guten Abend! Appelmann: Herr Gensch, Sie haben eine Reform des „Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetzes“ gefordert. Wie soll die aussehen? Gensch: Wir möchten das PsychKHG in Rheinland-Pfalz verbessern. Wir möchten den Informationsaustausch zwischen den beteiligten Behörden stärken und wir möchten verpflichtende Fallkonferenzen einführen, um psychisch kranke Personen mit einem Fremdgefährdungspotential nach der Entlassung aus stationären Einrichtungen besser zu überwachen. Appelmann: Die bessere Überwachung könnte dann so aussehen, dass zum Beispiel ein Sicherheitskonzept erstellt wird. Wenn das nun zu dem Schluss kommt, dass die Person gefährlich ist, müsste dann Ihrer Meinung nach schneller abgeschoben werden? Gensch: Bei ausländischen Fällen müsste aus meiner Sicht sofort dann abgeschoben werden. Sie müssen in einer Prioritätenliste ganz nach vorne rücken und bei einheimischen Patientenpersonen müssen wir uns ein Sicherheits- und Überwachungskonzept überall überlegen bzw dann auch implementieren. Appelmann: Herr Gensch, der sinnlose Tod von Marius soll nicht umsonst gewesen sein – das hat uns seine Mutter gesagt. Wie schnell kann diese Gesetzesverschärfung – die im Übrigen in Hessen bereits umgesetzt ist – denn in Rheinland-Pfalz kommen? Gensch: Also wir möchten recht zügig in dieses Gesetzgebungsverfahren einsteigen und dann sehr zeitnah die entsprechenden Änderungen auch umsetzen. Das setzt noch Beratungen voraus, auch zwischen den beteiligten Ministerien. Aber das ist unser Ziel. Appelmann: Im Beitrag haben wir gerade gesehen, dass die Messerkriminalität in Rheinland-Pfalz zunimmt. Der jetzige Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, ihr Parteikollege, Gordon Schnieder hat im Wahlkampf gesagt: „Das ist keine deutsche Kriminalität, das ist eine zugewanderte Kriminalität.“ Was bedeutet dieser Satz für Ihr jetziges Regierungshandeln? Gensch: Wer zugewandert ist und mit Messerkriminalität auffällig wird, […]

  • Nach Tod einer 4-Jährigen - Narkosearzt erneut in Frankfurt vor Gericht

    Nach Tod einer 4-Jährigen – Narkosearzt erneut in Frankfurt vor Gericht

    Fast fünf Jahre nach dem Tod eines vier Jahre alten Mädchens in einer Zahnarztpraxis in Kronberg muss sich ein Narkosearzt seit heute erneut vor dem Frankfurter Landgericht verantworten. In einem ersten Prozess war der Arzt wegen Totschlags zu zehneinhalb Jahren verurteilt worden. Dieses Urteil hob der Bundesgerichtshof in Karlsruhe Anfang des Jahres auf – jetzt droht dem Angeklagten lebenslang. War es Totschlag – oder doch Mord? Das ist die zentrale Frage im Revisionsprozess gegen den heute 69 Jahre alten Anästhesisten aus Bensheim, dem schwerste Behandlungsfehler vorgeworfen werden. Im September 2021 soll Gerald W. zunächst einer erwachsenen Frau und dann 4 Kindern in einer Zahnarztpraxis in Kronberg das Narkosemittel Propofol verabreicht haben. In zu hohen Dosen. Und noch schlimmer: Immer wieder aus der gleichen Flasche. Das ist aus hygienischen Gründen eindeutig verboten, weil sich in Propofol sehr schnell Keime bilden können. Mit fatalen Folgen. Constanze Jung, Staatsanwaltschaft Frankfurt „Die Kinder haben daraufhin schwerste Infektionen bis hin zu einer Sepsis erlitten. Er soll im Anschluss des unterlassen haben, die Kinder ins Krankenhaus einzuweisen. Ein Kind ist tatsächlich unmittelbar nach der Behandlung auf dem Zahnarztstuhl noch verstorben. Und drei weiter Kinder befanden sich in einem lebensbedrohlichen Zustand.“ Aus Sicht der Staatsanwaltschaft ist das Mord aus Verdeckungsabsicht und niedrigen Beweggründen: Der 69jährige Deutsche soll nur deshalb keinen Rettungswagen gerufen haben, weil er seine fehlerhafte Arbeitsweise vertuschen wollte. In erster Instanz hatte das Landgericht geurteilt, dass der Mann den Tod der Kinder zwar billigend in Kauf genommen, aber nicht beabsichtigt hatte. Dagegen hatte die Staatsanwaltschaft erfolgreich Revision eingelegt: Der Bundesgerichtshof hob das Urteil teilweise auf und wies es zur Neuverhandlung an das Landgericht Frankfurt zurück. Trotz der Belastungen aus dem ersten Prozess werden sowohl die Eltern der geschädigten Kinder als auch viele weitere Zeugen in der neuen Verhandlung noch einmal aussagen müssen. Constanze Jung, Staatsanwaltschaft […]

  • Prozessstart nach über 30 Jahren: 81-Jähriger wegen Mordes an Amy Lopez in Koblenz vor Gericht

    Prozessstart nach über 30 Jahren: 81-Jähriger wegen Mordes an Amy Lopez in Koblenz vor Gericht

    Eine Schlange vor dem Landgericht Koblenz, ein Angeklagter mit Rollator – und ein Verbrechen, das ganz Deutschland 1994 geschockt hat: Spielende Kinder finden die Leiche der US-amerikanischen Touristin Amy Lopez an der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz, brutal getötet. Und heute nun hat der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter begonnen. Diesen Mann haben die Ermittler über drei Jahrzehnte lang gesucht. Den deutschen Hans Joachim S. Der heute 81-Jährige muss sich wegen Mordes verantworten: Laut Anklage soll er zur Befriedigung des Geschlechtstriebes und aus niedrigen Beweggründen die 24-Jährige Amy Lopez heimtückisch ermordet haben. Rückblick: Im September 1994 war die US-Amerikanerin auf Europa-Reise – hat den Trip von ihrem Vater zum College-Abschluss geschenkt bekommen. Auch in Koblenz macht sie Halt. Hier an der Festung Ehrenbreitstein soll sie vom damals 49 Jahre alten Hans Joachim S. angesprochen worden sein. Im abseits gelegenen General-von-Aster-Zimmer fesselt er sie mit Handschellen, vergeht sich sexuell an ihr sie und tötet sie mit mehreren Messerstichen – so die Anklage. Der 81-Jährige räumt die Tat heute durch seinen Verteidiger im vollen Umfang ein. Volker Klein, Verteidiger des Angeklagten „Es wird eine Verurteilung wegen Mordes erfolgen. Da brauche ich das Urteil jetzt nicht vorwegzunehmen, da er es ja eingeräumt hat. Ob die besondere Schwere der Schuld festgestellt wird – das kann ich nicht sagen. Es spielt dann aber auch keine Rolle mehr, weil er ist jetzt 81 Jahre alt. Wenn die besondere Schwere der Schuld festgestellt wird, kann er nach 15 Jahren keinen Antrag stellen auf frühzeitige Haftentlassung insofern wäre er dann 96, wenn das in Kraft treten würde. Wenn die besondere Schwere der Schuld festgestellt wird, dann bleibt er eben im Gefängnis und wird da – vermute ich – auch sterben.“ Lange Zeit gilt der Fall als „Cold Case“, also als ungelöster Kriminalfall. Auch Fahndungen nach den Gegenständen, die Amy Lopez bei sich […]

  • Reporterin Franziska Marquardt in Koblenz: Eindrücke vom Prozessauftakt im Fall Amy Lopez

    Reporterin Franziska Marquardt in Koblenz: Eindrücke vom Prozessauftakt im Fall Amy Lopez

    Ein Fall, der viel für Aufsehen gesorgt hat, auch über die Landesgrenzen hinaus. Unsere Reporterin Franziska Marquardt war beim Prozessauftakt heute Morgen vor Ort in Koblenz. Markus Appelmann, Moderator: Franziska, wie sind deine Eindrücke, was ist das für ein Mensch, dieser mutmaßliche Täter? Franziska Marquardt, Reporterin in Koblenz: Da kam ein alter Mann mit Rollator rein, ein ruhiger alter Mann. Er selbst hat sich nämlich heute gar nicht geäußert. Er hat aber im Vorfeld mit einem Gutachter gesprochen und ihm geschildert, wie er sich noch an diesen Tattag erinnert. Und demnach habe Hans Joachim S. ein Kopfkino, wie er es genannt habe, schon länger gehabt, dass er eine Frau vergewaltigen möchte. Er habe aber auch gesagt, dass er sich nie hätte vorstellen können, dass er mal jemanden tötet. Und als er dann zum ersten Mal auf Lopez eingestochen habe, da sei er von sich selbst geschockt gewesen und habe auch einen Filmriss, was die restliche Tat noch angeht. Da muss man aber auch mal die Vergangenheit von Hans Joachim S. schauen. Er war bereits mehrere Jahre im Gefängnis, ist mehrfach verurteilter Sexualstraftäter, unter anderem mehrere versuchte Vergewaltigungen und auch durchgeführte Vergewaltigungen in mehreren Fällen. Eine davon war auch mit einer Entführung. Und ihm wurde unter anderem angeordnet, ein sogenanntes triebdämpfendes Medikament zu nehmen. Appelmann: Nun ist diese ganze Tat ja über 30 Jahre her. Wie sind die Ermittler ihm nach so langer Zeit auf die Schliche gekommen? Marquardt: Die Antwort ist hier: der technologische Fortschritt. Und zwar gab es an der Innenseite am Hosenbund des Opfers eine DNA-Spur des Täters. Die hat man damals aber noch nicht erkannt und die Hose wurde nochmal neu untersucht. Und jetzt wurde eben mit den modernen Technologien diese DNA-Spur gefunden. Jetzt hatte man die DNA-Spur, aber eben noch nicht den dazugehörigen Mensch. Und dafür […]