Kriminalität

  • Dritter Jahrestag des Hamas-Massakers vom 07. Oktober

    Dritter Jahrestag des Hamas-Massakers vom 07. Oktober

    Heute der Angriff der islamistischen Terror-Organisation Hamas auf Israel drei Jahre her. Rund 1.200 Menschen wurden getötet. Hunderte als Geiseln verschleppt. Nach diesem Massaker der Hamas und der militärischen Antwort Israels im Gazastreifen sind auch Juden in Deutschland immer mehr Anfeindungen ausgesetzt. Auch hier bei uns in Rheinland-Pfalz und Hessen. Die Zahl der antisemitischen Straftaten ist dramatisch gestiegen. Was muss getan werden, damit sich Juden hier wieder sicher fühlen können? Wir treffen Daniel Wasner an der Synagoge in der Mainzer Innenstadt. Der 24-Jährige studiert Englisch und Geschichte auf Lehramt an der Mainzer Uni. Er sagt uns, sein Leben habe sich nach dem 7. Oktober 2023 merklich verändert. Auch sein Alltag als Student. Daniel Wasner, Student aus Mainz „Antisemitische Vorfälle gab es an der Uni von Schmierereien bis hin zu auch teilweise Übergriffen. Man fühlt sich eingeschränkter, man schaut sich um. Ich schaue mir teilweise an, was haben meine Kommilitonen an, ob sie irgendwelche Symbole tragen. Ich habe auch schon Kurse tatsächlich verlassen, weil ich mich unwohl gefühlt habe. Weil ich wusste, okay, ich bin hier nicht sicher, wenn die mitbekommen, dass ich Jude bin, dann könnte ich hier Probleme bekommen in diesem Kurs.“ Nicht nur an der Uni erlebt Daniel Wasner Antisemitismus. Hier im Goethepark wurde er schon gemeinsam mit anderen jüdischen Studenten von mehreren Jugendlichen verfolgt, beschimpft und beleidigt. Daniel Wasner, Student aus Mainz „Beängstigend. Weil auch viele Leute das einfach nur unkommentiert zugelassen haben, keiner sich da irgendwie eingemischt hat. Teilweise gab es auch, so wie ich das wahrgenommen habe, unterstützend Pfiffe. Deswegen ja, es war schon einschüchternd.“ Einschüchternd ist die Lage in Deutschland in diesen Zeiten für viele Juden. In Sachsen-Anhalt könnte es bald die erste AfD-geführte Landesregierung geben. In einem Bundesland, in dem die Partei als gesichert rechtsextrem eingestuft ist. Und in Berlin könnte bald die […]

  • Gespräch mit Monika Fuhr, Beauftragte für jüdisches Leben und Antisemitismusfragen des Landes Rheinland-Pfalz

    Gespräch mit Monika Fuhr, Beauftragte für jüdisches Leben und Antisemitismusfragen des Landes Rheinland-Pfalz

    Markus Appelmann spricht mit Monika Fuhr, der Beauftragten für Jüdisches Leben und Antisemitismusfragen des Landes Rheinland-Pfalz. Markus Appelmann, Moderator: Guten Abend, Frau Fuhr. Monika Fuhr, Beauftragte für Jüdisches Leben und Antisemitismusfragen des Landes Rheinland-Pfalz: Guten Abend Herr Appelmann. Appelmann: Der junge Mann aus dem Beitrag trägt keine Kippa mehr und er sagt: „Immer mehr Juden verstecken ihr Jüdischsein.“ Wenn Sie so etwas als Beauftragte für jüdisches Leben in Rheinland-Pfalz hören, fühlen Sie sich da machtlos? Fuhr: Machtlos fühle ich mich nicht, aber ich bin sehr betroffen und bin auch traurig darüber. Weil Juden und Jüdinnen damit auch ein Teil ihrer Identität verstecken, wenn sie ihre Kippa nicht mehr offen tragen können. Und das ist leider sehr häufig der Fall. Das erzählen mir auch junge Leute und ältere Leute, die ich im Land treffe. Dass sie ihre Kippa verstecken oder dass sie ihre ihren Davidstern unter einen T-Shirt tragen und verstecken, weil sie Angst haben vor Angriffen und als Juden erkannt zu werden. Appelmann: Wenn sich Juden in Deutschland unsicher fühlen, muss das auch ein Auftrag an die Politik sein. Was muss also konkret passieren, dass die antisemitischen Straftaten wieder heruntergehen? An was wollen Sie gemessen werden? Fuhr: Wir müssen Rahmenbedingungen schaffen. Wir müssen auf der einen Seite aus dem politischen Bereich her die Sicherheit für Juden und Jüdinnen in unserem Land gewährleisten. Wir müssen durch Bildung und durch Begegnung dazu beitragen, dass man sich gegenseitig kennenlernt. Und man muss auch mehr über den Nahostkonflikt erfahren und muss Unwissen aufarbeiten und durch Wissen ersetzen. Appelmann: Aktuell steht die Berliner Linke wegen Antisemitismusvorwürfen stark in der Kritik. Die Linke, die bei der Berlin-Wahl stärkste Kraft geworden ist und nun mit SPD und Grünen Gespräche führt, eine Regierung zu bilden. Wenn Teile der politischen Linken noch immer Schwierigkeiten haben, Hamas-Terror klar zu benennen, […]

  • Pfefferspray im ICE versprüht

    Pfefferspray im ICE versprüht

    Großeinsatz gestern Abend am Bahnhof in Fulda: In einem ICE-Zug klagen plötzlich rund 15 Menschen über Atembeschwerden. Rettungskräfte und Bundespolizei rücken an, der Zug muss stoppen. Zeitweise steht sogar ein sogenannter Massenanfall an Verletzten im Raum. Gegen 22.15 Uhr geht bei der Rettungsleitstelle der Alarm los. In einem ICE klagen mehrere Personen über Atembeschwerden und Augenreizungen. Der Zug legt einen Halt in Fulda ein. Wagen 7 wird sofort evakuiert. Für die medizinische Versorgung rücken mehrere Rettungswagen sowie ein Notarzt an. Eine Person muss wegen Augenreizungen vor Ort behandelt werden, unter anderem mit einer Augenspülung. Die Einsatzkräfte gehen an Bord, um die Ursache zu ermitteln. Schnell stellt sich heraus, dass es sich bei der reizenden Substanz um Pfefferspray handelt. Dieses soll sich im Rucksack eines Mitarbeiters eines privaten Sicherheitsdienstes befunden haben. Die Sprühdose ist wohl defekt, Reizgas entweicht und löst die Beschwerden bei den Reisenden aus. Abgesehen von den Augenreizungen wird kein Passagier ernsthaft verletzt. Die Bundespolizei ermittelt nun die genauen Umstände des Vorfalls. Das Mitführen von Pfefferspray ist in Deutschland grundsätzlich erlaubt, sofern es als Tierabwehrspray gekennzeichnet ist. Nachdem der betroffene Wagen ausreichend gelüftet wurde, konnte der ICE seine Fahrt Richtung Nürnberg gegen 23 Uhr fortsetzen.

  • Der Mensch hinter der Uniform

    Der Mensch hinter der Uniform

    An Deutschlands größten Flughafen in Frankfurt befindet sich auch Deutschlands größte Polizeidienststelle. Dort macht jetzt die Ausstellung „Der Mensch Dahinter“ auf Gewalt gegen Menschen in Uniformen – wie zum Beispiel Polizisten und Rettungssanitäter – aufmerksam. Denn die Zahl der Angriffe steigt bundesweit. Andreas Bachmann ist Bundespolizist am Frankfurter Flughafen. Seit vier Jahren sorgt er hier fast täglich für Sicherheit. Doch vor einem Jahr eskaliert ein Einsatz, als einem betrunkenen Passagier der Flug verweigert wurde. Andreas Bachmann, Bundespolizist am Frankfurter Flughafen „Die Person wollte trotzdem nicht gehen, deswegen mussten wir die Person fesseln und im Rahmen des Gefechts auf dem Boden ist es dann zu den Bissen in den Armen des Kollegen gekommen, genauso wie zur Platzwunde. Bei mir war in dem Fall nichts Schlimmes, da war nur das Handgelenk einmal verdreht, also nur eine Prellung, aber das sind so Situationen, das ist auch kurz vor Dienstschluss. Und ja man kommt zum Dienst, man möchte dann auch heile zu Hause ankommen und das sind dann so Situationen, die einem dann durch den Kopf gehen, auch nach dem Dienstende zu Hause.“ Seine Erlebnisse sind jetzt Teil einer Ausstellung hier am Frankfurter Flughafen: „Der Mensch Dahinter“ erzählt Geschichten von Angriffen auf Menschen in Uniform. Die Zahl steigt bundesweit, beklagt Bianca Oehlmann von der Deutschen Polizeigewerkschaft. Sie spricht nach 33 Dienstjahren aus Erfahrung: Bianca Oehlmann, Deutsche Polizeigewerkschaft „Wir werden Opfer von Straftaten: 300 am Tag und statistisch gesehen steigt das. Polizisten werden nicht nur mit A.C.A.B. betitelt. Da kommen: Bullenschweine, Schweine, Wichser, Fotze, Hure – da wird alles dementsprechend den Polizisten entgegengeworfen und das macht was mit den Menschen.“ Um diese Erlebnisse öffentlich zu machen, haben die Initiatoren über 160 Interviews etwa mit Polizisten, Feuerwehrleuten und Notärzten geführt. Alles ehrenamtlich, durch den Verein „Initiative für Respekt und Toleranz“. Sie haben die Fotos und Geschichten […]

  • Prozess nach Körperverletzung mit heißem Öl

    Prozess nach Körperverletzung mit heißem Öl

    Ein Mann vermutet, seine Lebensgefährtin habe eine Affäre. Deshalb soll er sie im Schlaf mit heißem Öl übergossen und damit schwer verletzt haben. Dafür hatte ihn das Landgericht Frankfurt in erster Instanz zu 4 Jahren und 10 Monaten Haft verurteilt. Doch dieses Urteil wurde vom Bundesgerichtshof in Teilen aufgehoben. Der Fall musste deshalb heute neu verhandelt werden. Siegfried K. muss sich heute erneut vor dem Landgericht Frankfurt verantworten. An seiner Schuld hatte der Bundesgerichtshof keinen Zweifel. Heute geht es nur darum, beim neuen Urteil ausreichend zu berücksichtigen, dass Siegfried K. während der Tat betrunken war. Bereits nach zwei Stunden fällt ein neues Urteil: Jasmin Waltinger, Staatsanwaltschaft Frankfurt „Im Rahmen dieser Verhandlung ist jetzt eben dieses Strafmaß neu bestimmt worden und eben noch einmal diese einzelnen Strafzumessungsgesichtspunkte gegeneinander abgewogen worden, so dass es jetzt zu einer Verurteilung von vier Jahren und sieben Monaten gekommen ist.“ Der Angeklagte hatte stets behauptet, dass er sich an die Tat selbst nicht erinnern könne. Daniela Palme vertritt die Ex-Partnerin von K., die von dem heißen Öl Verbrennungen auf 18 Prozent ihrer Körperoberfläche davongetragen hat, immer noch berufsunfähig ist und mit einer posttraumatischen Belastungsstörung kämpft. Daniela Palme, Vertreterin der Nebenklage „Da gibt es Narbenbildung, sie kann nicht mehr richtig hören, sie ist Musikerin, und vor allen Dingen ist das natürlich eine Tat, mit der man sein Leben lang begleitet ist. Es ist fast wie eine Markierung, die er da gemacht hat. Sie wird ihn nicht so schnell vergessen.“ Zweimal musste das Opfer nach der Tat operiert werden, blieb einen Monat lang im Krankenhaus. Vor der Urteilsverkündung verliest Siegfried K. heute eine selbstverfasste Entschuldigung, spricht davon, er sei betrunken und übernächtigt gewesen, habe neben sich gestanden. Olivia Ulbrich, Verteidigerin „Ich habe ihn kennengelernt, ich würde mal sagen, ‚unter Schockstarre‘ stehend. Das lag eben daran, dass er mit der Tatausführung und dem, was […]

  • Weitere Nachrichten im Überblick

    Weitere Nachrichten im Überblick

    Rhein fordert anderen Umgang mit der AfD – DB Regio testet Bodycams mit Ton – Streckenführerschein für Azubis Anmoderation: Der hessische Imker-Verband schlägt Alarm: Seit Anfang Juli seien in Nordhessen rund 80 Bienen-Völker verendet. Der Tod der rund vier Millionen Tiere sei möglicherweise auf ein Unkrautvernichtungsmittel zurückzuführen, dass seit einem Jahr nicht mehr zugelassen sei. Das Institut für Bienenschutz in Braunschweig teilte allerdings mit, dass seine Ermittlungen noch nicht abgeschlossen seien. Das Massensterben könne auch eine andere Ursache haben. Und wir schauen auf die weiteren Meldungen von heute – und starten mit einer Forderung des hessischen Ministerpräsidenten. Rhein fordert anderen Umgang mit der AfD In einem Interview mit dem Magazin „Stern“ hat der hessische Ministerpräsident Boris Rhein die Bundestagsabgeordneten von CDU und CSU aufgefordert, AfD-Kandidaten bei der Wahl von Ausschussvorsitzenden zu unterstützen. Seine Begründung: Die AfD sei von den Wählern gewählt worden. Deshalb müsse sie auch im Bundestag entsprechend eingebunden werden. Gleichzeitig betonte der hessische CDU-Landesvorsitzende, dass sich die Union klar von der AfD abgrenze. Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion wies die Forderung von Boris Rhein zurück, die AfD begrüßt sie hingegen. DB Regio testet Bodycams mit Ton Bei der Deutschen Bahn wird ab heute eine neue Funktion der Bodycams getestet. In der Rhein-Neckar-Pfalz-Region können 25 Zugbegleiter künftig auch die Tonfunktion ihrer Kameras nutzen – etwa, wenn sie von Fahrgästen massiv beschimpft werden. Der zweimonatige Test von DB Regio soll dabei helfen, Mitarbeiter besser vor Übergriffen zu schützen. Hintergrund sind besonders viele Angriffe auf Zugbegleiter in der Region in diesem Jahr. Läuft die Testphase gut, könnten die Bodycams mit Tonfunktion ab Dezember bundesweit eingesetzt werden. Streckenführerschein für Azubis In Hessen können Auszubildende künftig schon mit 17 Jahren allein zur Berufsschule oder zum Ausbildungsbetrieb fahren. Das hessische Wirtschaftsministerium hat die Regeln für den sogenannten Streckenführerschein angepasst. Er kann genehmigt werden, wenn es keine verlässliche Verbindung zum Ausbildungsbetrieb mit Bus und Bahn gibt oder die Fahrt täglich länger als […]

  • Narkosearzt wegen Mordes verurteilt

    Narkosearzt wegen Mordes verurteilt

    Im neuen Prozess nach dem Tod eines kleinen Mädchens in einer Zahnarztpraxis in Kronberg ist ein Narkosearzt wegen Mordes verurteilt worden – zu dreizehn-einhalb Jahren. Das Frankfurter Landgericht sieht es als erwiesen an, dass die damals vierjährige Emilia noch leben könnte, wenn der Anästhesist nicht versucht hätte, seine Fehler zu vertuschen. War es Totschlag – oder doch Mord? Das war die zentrale Frage im Revisionsprozess gegen den heute 69 Jahre alten Anästhesisten aus Bensheim, dem schwerste Behandlungsfehler vorgeworfen werden. In einem ersten Prozess war der Arzt Ende 2024 wegen Totschlags zu zehneinhalb Jahren verurteilt worden. Dieses Urteil hob der Bundesgerichtshof in Karlsruhe Anfang des Jahres auf – und verwies den Fall zurück ans Landgericht Frankfurt. Das verurteilte den Narkosearzt nun wegen Mordes. Constanze Jung, Staatsanwaltschaft Frankfurt „Das war heute ein richtiges und wichtiges Urteil, das hier gefallen ist in Frankfurt. Vor allen Dingen hat es nach sechs Jahren endlich eine entscheidende Frage beantwortet: Nämlich die, warum der Angeklagte es unterlassen hat, die Kinder rechtzeitig in ein Krankenhaus zu bringen. Die Antwort lautet: Weil er eben seine vorangegangenen Behandlungsfehler verdecken wollte.“ Im September 2021 soll Gerald W. zunächst einer erwachsenen Frau und dann 4 Kindern in einer Zahnarztpraxis in Kronberg das Narkosemittel Propofol verabreicht haben. In zu hohen Dosen. Und noch schlimmer: Immer wieder aus der gleichen Flasche. Das ist aus hygienischen Gründen eindeutig verboten, weil sich in Propofol sehr schnell tödliche Keime bilden können. Die Kinder erlitten eine lebensbedrohliche Sepsis. Emilia verstarb noch in der Zahnarztpraxis. Und das nach Ansicht des Gerichts nur, weil der nun wegen Mordes verurteilte Narkosearzt seine Fehler vertuschen wollte. Constanze Jung, Staatsanwaltschaft Frankfurt „Mord sieht eigentlich eine lebenslange Freiheitsstrafe vor. Wir hatten auch eine Verurteilung zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe beantragt. Man muss aber dazu sagen, dass wir hier von einer Unterlassungsstraftat sprechen.“ Das wertete das Gericht strafmildern […]

  • Immer mehr Angriffe auf Klinikpersonal und Sanitäter

    Immer mehr Angriffe auf Klinikpersonal und Sanitäter

    Sie helfen, retten, schützen – und werden dabei immer öfter selbst angegriffen. Gewalt gegen Rettungskräfte und Polizei gehört für viele inzwischen zum Einsatzalltag. Wie können Betroffene besser geschützt und nach solchen Erfahrungen gestärkt werden? Darum geht es heute bei einer Fachtagung in Mainz. „Brutale Angriffe auf Pflegepersonal in der Notaufnahme der Mainzer Unimedizin“ „Rettungssanitäter bei Einsatz angegriffen und verletzt“ „Tödlicher Angriff auf Polizisten“ Alles längst keine Einzelfälle mehr, sondern ein alarmierender Trend. Die Gewalt gegen diejenigen, die anderen helfen, nimmt zu. Auch Philipp Köhler beobachtet diese Entwicklung. Er ist Rettungssanitäter im Kreis Rheinhessen-Nahe und schildert seine Erfahrungen auf der Fachtagung in Mainz. Philipp Köhler, Rettungssanitäter Kreis Rheinhessen-Nahe „Wir mussten uns in den vergangenen Jahren schon an eine rauere Umgebung gewöhnen, das fängt an von Menschen, die unbedingt ihren Willen durchsetzen wollen, dass wir in ein bestimmtes Krankenhaus fahren, das die Behandlungen in einer bestimmten Art und Weise ablaufen sollen, wo man dann letztendlich verbal angegangen wird. Es kommt auch mal zu Schubsereien. Ich glaube es steigert sich vor allem auf der verbalen Ebene, schwere Gewaltdelitike sind bei und Gott sein Dank wirklich selten.“ Im Polizeialltag sind körperliche Gewalttaten traurige Realität – allein 2025 zählte Rheinland-Pfalz rund 1.658 Delikte gegen Polizeibeamte. Das Problem trifft das gesamte System: Wer Einsatzkräfte attackiert, beschädigt staatliche Institutionen und die Grundlagen unseres Zusammenlebens. Genau hier setzt die Tagung an: Diskutiert werden konkrete Lösungsansätze – von einer sicheren Ausstattung des Arbeitsumfelds bis hin zu Deeskalationstrainings. Rückenwind für härteres Durchgreifen kommt dazu heute aus Berlin: Bundesjustizministerin Stefanie Hubig hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, wonach Angriffe auf Rettungs- und Pflegekräfte im Strafrecht künftig ähnlich streng geahndet werden sollen wie Attacken auf Polizisten. Doch Gesetze allein ändern die Haltung auf der Straße nicht, betont das Mainzer Innenministerium. Dirk Herber (CDU), Staatssekretär Innenministerium RLP „Ich glaube es ist ein gesamtgesellschaftliches Problem, da […]

  • Mehr Kamera-Überwachung in Wiesbaden

    Mehr Kamera-Überwachung in Wiesbaden

    Mehr Videoüberwachung gegen Kriminalität in Innenstädten – darauf setzen immer mehr Städte. Auch Wiesbaden verstärkt jetzt die Kontrollen an einem zentralen Brennpunkt: Seit heute sind dort drei mobile Kameraanlagen im Einsatz. Sie sollen vor allem Straftaten verhindern. Drei solcher 360-Grad-Kameras, montiert auf mobilen Anhängern, bis zu sechs Meter hoch – ab sofort haben sie den Luisenplatz in der Wiesbadener Innenstadt rund um die Uhr fest im Blick. Denn die Polizei registriert hier immer mehr Fälle von Körperverletzung, Diebstahl und Drogenkriminalität. 73 Straftaten allein im vergangenen Jahr. Viele Wiesbadener fühlen sich hier nicht mehr sicher. „Man wird oft angepöbelt, steht oft Müll rum. Viele müssen hier auch schlafen. Es ist einfach unangenehm, durchzugehen.“ Bernhard Haag „Es geht nicht nur um Alkoholiker, sondern auch Drogenhandel. Und das, finde ich, ist eine Sache, die bekämpft werden muss.“ Einen Kampf, den Stadt und Polizei nun gemeinsam ausweiten. Die mobilen Kameras sollen die Polizeipräsenz rund um den Luisenplatz verstärken. Bereits im vergangenen Jahr habe man damit positive Erfahrungen gemacht. Björn Gutzeit, Präsident Polizeipräsidium Westhessen „Man reduziert Tatgelegenheiten dadurch, dass Taten an diesem Platz dann so nicht mehr stattfinden können oder weniger stattfinden. Und dadurch werden wir mit Sicherheit, das ist der Effekt, den wir oft mit diesen Anlagen verbinden, einen Rückgang der Gesamtkriminalität in diesen Bereichen auch feststellen.“ Die Aufnahmen werden nur bei möglichen Straftaten gespeichert und ausgewertet, ansonsten automatisch wieder gelöscht. Die Anhänger, aktuell von verschiedenen Polizeipräsidien geliehen, könnten künftig durch eine stationäre, dauerhafte Videoüberwachung ersetzt werden. Gert-Uwe Mende (SPD), Oberbürgermeister Wiesbaden „Es ist eine Frage von Kosten und Nutzen. Das muss man gegeneinander abwägen. Und man kann diese Abwägung besser vornehmen, wenn man tatsächlich auf der Basis von Erkenntnissen argumentiert. Und diese Erkenntnisse werden uns die drei mobilen Videoschutzanlagen liefern.“ Die bleiben vorerst bis Ende November stehen. Bis dahin dürfte sich zeigen, ob […]

  • Warnungen vor Islamismus

    Warnungen vor Islamismus

    Hessens Ministerpräsident Boris Rhein will wieder über das Stadtbild sprechen – das hat er am Wochenende angekündigt. Damit rückt auch das Thema „Kriminalität von zugewanderten Menschen“ erneut auf die Tagesordnung. Darüber wollen wir heute mit der Frankfurter Islamwissenschaftlerin Prof. Susanne Schröter im Studiotalk sprechen. Doch es geht nicht nur um islamistische Tendenzen, sondern auch um politische Ränder, die zunehmend an Stärke gewinnen. Jubel bei der AfD in Sachsen-Anhalt, Konfettikanone bei der Linken in Berlin. Linke und AfD – strahlende Wahlsieger. Nach den vergangenen Landtagswahlen wird in Deutschland nun nicht nur darüber diskutiert, warum die politischen Ränder so stark geworden sind, sondern auch über Antisemitismus und Islamismus. Roman Poseck (CDU), Innenminister Hessen „Es gibt aus meiner Sicht gefährliche Querverbindungen zwischen dem Linksextremismus und dem Islamismus und vor allen Dingen auch radikalen Kräften der propalästinensischen Bewegung. Das hat sich sehr, sehr deutlich auch in Berlin gezeigt, als Terrorunterstützer mit den Linken gemeinsam gefeiert haben. Wir haben auch eine Studie des Landesamtes für Verfassungsschutz, die sich mit aktuellen antisemitischen Erscheinungsformen auseinandersetzt. Und dabei wird auch sehr deutlich, dass es genau diese Verbindungen gibt.“ Mit diesen Verbindungen beschäftigt sich auch Professorin Susanne Schröter. Die Islamwissenschaftlerin hat an der Frankfurter Uni das Forschungszentrum Globaler Islam gegründet und geleitet. Hat immer wieder öffentlich vor den Gefahren von ungesteuerter Migration und zunehmender islamistischer Radikalisierung gewarnt. Gegner warfen Schröter Populismus und Rassismus vor, Befürworter sahen in ihren Äußerungen dringend notwendige Kritik am politischen Islam. Im vergangenen Jahr endete dann ihre Forschungsprofessur. Jetzt hat sich Prof. Schröter mit dem neuen privat finanzierten Institut INDEMIS zurückgemeldet. Auf der Homepage heißt es: Der Islamismus werde häufig auf seine gewaltbereite Form reduziert, das Institut wolle aber auch über den sogenannten „legalistischen Islamismus“ aufklären. „Seine charakteristischen Merkmale sind Intoleranz, Ablehnung der individuellen Freiheitsrechte, insbesondere der Rechte von Mädchen und Frauen, Antisemitismus und ein […]

  • Zu Gast im Studio: Islamwissenschaftlerin Prof. Susanne Schröter

    Zu Gast im Studio: Islamwissenschaftlerin Prof. Susanne Schröter

    Markus Appelmann spricht mit der Frankfurter Islamwissenschaftlerin. Markus Appelmann, Moderator: Und darüber sprechen wir jetzt. Im Studium ist der Frankfurter Islamwissenschaftlerin Professorin Susanne Schröter. Ich grüße Sie. Prof. Renate Schröter, Islamwissenschaftlerin: Hallo! Ich freue mich, dass ich hier bin. Appelmann: Sie sagen immer, Der Staat muss konsequenter gegen islamistische Strukturen vorgehen. Wo sind denn ganz aktuell Ihrer Meinung nach blinde Flecken? Schröter: Blinde Flecken liegen im sogenannten legalistischen Islamismus, das heißt, dem politischen Islam, der eigentlich überhaupt nicht im Bewusstsein der Politik ist, auch vieler Fachkräfte aus Ausbildung und Sicherheitsbehörden nicht ist. Man fokussiert sich immer auf den gewaltbereiten Islamismus, auf den Terrorismus im Namen des Islam. Aber wir haben natürlich auch Strukturen, die sozusagen ein bisschen im Untergrund sind. Das sind Strukturen der Muslimbruderschaft, das sind Strukturen von schiitischen Netzwerken, die einen ähnlichen Islam wie im Iran auch bei uns etablieren wollen. Das sind Strukturen, die am türkischen Präsidenten hängen oder von ihm stark gefördert und unterstützt werden. Und das ist für unsere Gesellschaft, weil es antidemokratische Kräfte sind, freiheitsfeindliche Kräfte sind, ist das auch eine Gefahr. Appelmann: Das haben wir ganz aktuell gerade Wahlbilder aus Berlin gesehen. Gibt es denn politische Schnittmengen zwischen Teilen der Linken und zwischen islamistischen Milieus? Schröter: Ja, das gibt es schon sehr lange, auch relativ unbekannt. In Frankreich kennen wir das schon unter dem Begriff Islamofaschismus, aber eben auch in Deutschland. Und in Berlin hat man es ja sehr deutlich gesehen, in welcher Weise islamistische Milieus, antisemitische Milieus bis hin sogar in die organisierte Kriminalität verflochten sind. In der Partei der Linken. Damit will ich nicht sagen, dass die ganze Partei Die Linke jetzt antisemitisch ist oder islamistisch ist. Aber man hat eine große, große Toleranz in solche Milieus hinein. Appelmann: Wenn auf der einen Seite die Linke migrantische Milieus mobilisiert und auf […]

  • Urteil wegen e-Roller-Wurf

    Urteil wegen e-Roller-Wurf

    Zwei hundertstel Sekunden haben über Leben und Tod entschieden: Drei junge Männer hatten in der Silvesternacht 2024 in Frankfurt einen E-Scooter von einer Brücke auf ein fahrendes Polizeiauto geworfen. Sie wurden deshalb für versuchten Mord angeklagt. Heute ist vor dem Frankfurter Landgericht das Urteil gegen die damals 17 und 18-jährigen Jugendlichen gefallen.  Es sind harte Urteile. Der Hauptangeklagte Marcelo K., der den Scooter geworfen hat, erhält 7 Jahre Jugendhaft. Rayan I. bekommt 6 Jahre. Aycan B. wird zu 4 Jahren und 10 Monaten Jugendhaft verurteilt. Die beiden hatten bei der Planung und Durchführung der Tat geholfen. Wie das Gericht heute feststellt, wollten die drei deutschen Angeklagten mit weiteren Jugendlichen in der Silvesternacht gezielt Polizisten angreifen – mit Feuerwerkskörpern, Flaschen und selbstgebauten Molotov-Cocktails. Das Geschehen gipfelt schließlich darin, dass ein 30 Kilogramm schwerer Escooter wie dieser von dieser Brücke am Frankfurter Nordwestzentrum auf einen Polizeieinsatzwagen geworfen wird, der unter der Brücke durchfährt.  Der Roller trifft Dach und Windschutzscheibe. Zwei der fünf Polizisten im Inneren werden leicht verletzt. Ein Riesenglück, denn wäre der Scooter nur Sekundenbruchteile früher eingeschlagen, hätte er die Windschutzscheibe durchbrochen – mit möglicherweise tödlichen Folgen.  Das war versuchter Mord, stellt das Gericht heute fest. Weil zwei der drei Angeklagten bereits mehrfach vorbestraft sind, geht die Kammer in ihren Urteilen sogar deutlich über die Forderungen der Staatsanwaltschaft hinaus. Überführt werden die damals 17 und 18 Jährigen Mitangeklagten mit Überwachungsvideos. Der Hauptangeklagte Marcelo K. kann darauf nicht eindeutig identifiziert werden. Zeugen belasten ihn vor Gericht. Ulrich Endres, Verteidiger von Marcelo K. „Ich sags mal, wie es der Vorsitzende auch gesagt hat. Wir haben keinen einzigen direkten Beweis, sondern wir verlassen uns auf Gerüchte, in denen mitgeteilt wird, der Marcelo wars. Wer das auch immer gesagt hat. Es war auch nicht so, dass das einer gesagt hat, der direkt dabei war etc.“ Marcelo […]

  • Urteil zu E-Scooter-Unfall in Frankfurt mit zwei Toten

    Urteil zu E-Scooter-Unfall in Frankfurt mit zwei Toten

    Im Juli vergangenen Jahres endet eine nächtliche Fahrt auf der Mainzer Landstraße in Frankfurt in einer Katastrophe: Ein Auto gerät auf die Fahrradspur und erfasst mehrere E-Scooter-Fahrer. Zwei junge Männer sterben noch in derselben Nacht, ein weiterer wird schwer verletzt. Heute fällt am Frankfurter Landgericht das Urteil gegen einen 24-Jährigen aus Bad Kreuznach. Es ist eine Nacht, die für drei Familien alles verändert. Im Juli vergangenen Jahres fährt ein junger Mann mit überhöhter Geschwindigkeit durch die Frankfurter Innenstadt. Auf der Mainzer Landstraße gerät sein Auto auf einen Fahrradweg und erfasst mehrere E-Scooter-Fahrer. Zwei 23-jährige Zwillingsbrüder sterben noch in derselben Nacht. Ein weiterer 27-jähriger Mann wird lebensgefährlich verletzt und verliert später ein Bein. Doch der Fahrer hält nicht an. Er fährt fast vier Kilometer weiter, stellt sein Auto ab und kehrt erst rund zwei Stunden später zurück, um sich der Polizei zu stellen. Am Steuer: der damals 23-jährige Mohammad S. Vor der Todesfahrt soll der staatenlose gebürtige Syrer Lachgas konsumiert haben. Das Landgericht Frankfurt verurteilt ihn heute zu 3 Jahren Haft. Im Fall der Zwillinge wegen fahrlässiger Tötung und im Fall des schwer verletzten Mannes wegen versuchten Mordes durch Unterlassen, weil er nach dem Unfall weitergefahren ist, anstatt Hilfe zu leisten. Tabea Laier, Reporterin in Frankfurt „Das Urteil fällt so milde aus, weil das Gericht davon überzeugt ist, dass entscheidend für den Unfall nicht der Drogenkonsum war, dafür war er zu lange her, sondern lediglich ein Fahrfehler. Ein emotionaler Prozess ist heute zu Ende gegangen, bei dem zum ersten Mal das dritte, noch lebende Unfallopfer gesprochen hat. Im Rollstuhl wird er in den Raum geschoben, fängt immer wieder an zu weinen und ist kaum in der Lage zu sprechen. Den Angeklagten möchte er nicht sehen. Noch heute leide er stark unter Schmerzen seines amputierten Beines und seiner Kopfverletzung. Noch schlimmer sei aber der Schmerz über die toten […]

  • Mann in Dietzenbach erschossen

    Mann in Dietzenbach erschossen

    In Dietzenbach bei Offenbach ist gestern Abend ein 60 Jahre alter Mann auf offener Straße erschossen worden. Über die Hintergründe zu der Tat ist derzeit noch nichts bekannt. Der oder die Täter sind auf der Flucht. Gestern Abend um kurz nach 22 Uhr: Vor diesem Supermarkt in Dietzenbach fallen Schüsse. Anwohner melden der Polizei Knallgeräusche. Kurz darauf finden Passanten einen auf der Straße liegenden lebensgefährlich verletzten Mann. Rettungskräfte bringen das Opfer in ein nahegelegenes Krankenhaus, wo der 60-Jährige wenig später stirbt. Sofort leitet die Polizei umfangreiche Fahndungsmaßnahmen ein. Die Spurensicherung sperrt den Tatort ab. Auch ein Hubschrauber und ein Spürhund kommen zum Einsatz. Laut Zeugenaussagen soll ein Mann mit schwarzer Jacke kurz nach den Schüssen vom Tatort geflüchtet sein. Ob dieser im Zusammenhang mit der Tat steht, sei jedoch unklar. Mögliche weitere Zeugen werden gebeten, sich bei der Polizei in Dietzenbach oder einer anderen Polizeidienststelle zu melden. ———- Und soeben meldet das Landeskriminalamt, dass die Polizei drei Verdächtige festgenommen hat. Sie sollen morgen dem Haftrichter vorgeführt werden.

  • Explosionen in Frankfurt und Offenbach

    Explosionen in Frankfurt und Offenbach

    Gleich drei Mal hat es in den vergangenen zwei Tagen in Offenbach und in Frankfurt geknallt. Der jüngste Fall heute Morgen im Frankfurter Stadtteil Bockenheim. Ein Gegenstand explodiert vor einem Mehrfamilienhaus, zerstört Fensterscheiben und die Haustür. Verletzt wird in allen drei Fällen glücklicherweise niemand. Die Polizei ermittelt. Sonntagmorgen, kurz vor fünf Uhr. In der Frankfurter Straße in Offenbach zerreißt eine Explosion die morgendliche Ruhe. Die Frontscheiben einer Bar gehen zu Bruch, auch das gegenüberliegende Café wird beschädigt. Menschen werden nicht verletzt. Nur kurze Zeit später der nächste Knall: Vor einem Kiosk in Frankfurt Sachsenhausen explodiert ein Gegenstand, auch hier bleibt es bei Sachschäden. Die Polizei leitet sofort eine Fahndung ein – mit Erfolg. Klemens Hahn, Sprecher Polizei Frankfurt „Nach der Explosion am Sonntagmorgen wurde ein 15-jähriger Tatverdächtiger im Zuge der polizeilichen Fahndungsmaßnahmen festgenommen. Dieser wurde umgehend in die Haftzellen des Polizeipräsidiums Frankfurt eingeliefert und wird am heutigen Tag einem Haftrichter vorgeführt.“ Heute Morgen um sechs Uhr dann erneut eine Explosion vor einem Mehrfamilienhaus im Frankfurter Stadtteil Bockenheim. In dem dicht bewohnten Neubaugebiet leben vor allem Familien. Der Gegenstand explodiert zu einer Zeit, zu der viele bereits zur Arbeit aufbrechen. Klemens Hahn, Sprecher Polizei Frankfurt „Letztendlich wurde der Gegenstand beispielsweise direkt vor dem Eingang des Kiosks oder des Hauses abgelegt. Da besteht schon eine abstrakte Gefahr für Menschen, die unter Umständen das Gebäude verlassen oder betreten wollen.“ Ob die drei Explosionen zusammenhängen, ist aktuell unklar. Mögliche Verbindungen zur Organisierten Kriminalität werden geprüft. Die Ermittlungen der Polizei und des Landeskriminalamtes dauern an.