Prozess um Tötung von Ex-Frau
In Deutschland sterben laut der Erfassung des Bundeskriminalamtes jährlich über 130 Frauen durch ihren aktuellen oder ihren Ex-Partner. Mehr als 900 versuchte Tötungen kommen jedes Jahr hinzu. Häufig handelt es sich dabei um Taten, bei denen Männer eine Trennung nicht akzeptieren wollen – so wie bei der grausamen Tat, die im vergangenen Jahr Heppenheim erschüttert hat. Der mutmaßliche Täter steht seit heute in Darmstadt vor Gericht. Achtmal sticht Mustapha H. laut Anklage am 31. August letzten Jahres in diesem Mehrfamilienhaus auf seine Ex-Frau ein. Ein Stich trifft sie mitten ins Herz. Die 34jährige Fatima A. stirbt im Rettungswagen. Mustapha H. wird noch am Tatort festgenommen. Bei ihm finden die Beamten vier Messer. Die Staatsanwaltschaft in Darmstadt wirft ihm vor, er habe die Scheidung von seiner Frau und den Umstand, dass sie sich mit anderen Männern traf, nicht akzeptiert und sie deswegen getötet. Robert Murmann, Reporter in Darmstadt „In seiner Aussage sagt Mustapha H. heute unter Tränen, er könne immer noch nicht begreifen, dass seine Frau wirklich tot sei. Er wisse nicht, warum er das getan hätte. Eifersucht sei ihm fremd. Er sagt aus, dass er sich an die eigentliche Tat nicht mehr erinnern könne. Allerdings behauptet er auch, dass Fatima A. ihn provoziert habe“ Staatsanwalt Simon Steiner sieht in den angeblichen Gedächtnislücken des Angeklagten eine reine Schutzbehauptung. Simon Steiner, Staatsanwalt „Für mich war seine Einlassung in vielen Teilen nicht nachvollziehbar, da er sich dahingehend eingelassen hat, sich an bestimmte Vorgänge des Tatgeschehens erinnern zu können, aber an andere dann nicht, was für mich meines Erachtens nicht nachvollziehbar ist.“ Mustapha H. sagt heute, er sei am Tattag nicht er selbst gewesen. Sein Verteidiger betont, dass sich sein Mandant im Vorfeld der Tat in einem psychischen Ausnahmezustand befunden hätte. Horst Beckerle, Verteidiger von Mustapha H.: „Dann hatte er sehr viel Haschisch konsumiert, […]


