Kriminalität

  • Frau in Darmstadt getötet

    Frau in Darmstadt getötet

    Wir starten mit einer Bluttat in Darmstadt: In einer Wohnung im Johannesviertel ist gestern eine junge Frau erstochen worden. Dringend tatverdächtig: Ein 25-jähriger Mann, den die Polizei noch am Abend in der Nähe des Tatorts festnehmen konnte. Gestern Abend im Darmstädter Johannesviertel: Ermittler der Polizei transportieren die Leiche einer 30-jährigen Frau ab. Was zuvor genau in diesem Haus geschehen ist, ist noch unklar. Fest steht: Die junge Frau wurde Opfer eines Messerangriffs. Robert Hartmann, Staatsanwaltschaft Darmstadt „Unseren Erkenntnissen nach ist ein Anruf vom Bruder der Geschädigten eingegangen, woraufhin die Polizei vor Ort eingetroffen ist und dann noch feststellen konnte, dass die Frau schwer verletzt am Boden der Wohnung lag. Die Reanimation war aber leider nicht mehr erfolgreich.“ Der Bruder der getöteten Deutschen sei wohl kein Augenzeuge der Tat gewesen, sondern erst später in der Wohnung der jungen Frau eingetroffen. Am Tatort sei ein Messer gefunden worden, das als Tatwaffe in Betracht komme. Die Ermittler gehen derzeit von einer Beziehungstat aus. Der mutmaßliche Täter, ein 25-jähriger Afghane, sitzt bereits in Untersuchungshaft. Robert Hartmann, Staatsanwaltschaft Darmstadt „Wir haben aufgrund der Nahbereichsfahndung den Beschuldigten zeitnah festnehmen können und aufgrund von Spuren, die wir feststellen konnten, ist er für uns dringend tatverdächtig, die Frau umgebracht zu haben.“ Während der polizeilichen Maßnahmen war der Martin-Luther-King-Ring zeitweise voll gesperrt. Die Staatsanwaltschaft hat eine Obduktion der Leiche angeordnet. Die Ermittlungen zu den genauen Hintergründen und Umständen der Tat dauern noch an.

  • Mehrere Geldautomaten in Rheinland-Pfalz gesprengt

    Mehrere Geldautomaten in Rheinland-Pfalz gesprengt

    Gestern Nacht sprengen unbekannte Täter gleich zwei Geldautomaten im nördlichen Rheinland-Pfalz. Insgesamt sind es jetzt bereits vier dieser Taten innerhalb weniger Tage rund um Koblenz. Die Polizei fahndet mit Hochdruck nach den Tätern. Tatort Hundsangen im Westerwald. Das Ziel: Die einzige Selbstbedienungsbank des Ortes. Um kurz nach halb vier in der Nacht auf Donnerstag explodiert ein Sprengsatz, rund 20 Minuten später knallt es auch in Kirchberg. Ein weiterer Bankautomat wird gesprengt. Da zwischen beiden Tatorten über eine Stunde Fahrtzeit liegt, können es zwar nicht dieselben Täter gewesen sein – gleich zwei Automatensprengungen in derselben Nacht klingen aber verdächtig. Die zuständige Polizei Koblenz schließt nicht aus, dass es die gleiche Bande war. Jürgen Fachinger, Sprecher Polizeipräsidium Koblenz „In der Regel handelt es sich um gut organisierte Tätergruppen, die auch längere Anfahrtswege oder auch Flucht in Kauf nehmen. Und stellen immer wieder fest, dass die Täter mit hochmotorisierten Fahrzeugen unterwegs sind.“ Eine Nacht zuvor im Koblenzer Stadtteil Karthause. Diese privaten Handyaufnahmen sollen zeigen, wie mehrere Täter taschenweise Geld aus einem gesprengten Automaten davontragen. Wie groß die Beute ausfällt – auch dazu will sich die Polizei Koblenz nicht äußern. Sie hat Fahndung gegen unbekannt eingeleitet, zumindest wurde bei der Explosion niemand verletzt. Die Nacht auf Dienstag in Kaifenheim im Kreis Cochem-Zell: Eine Automatensprengung misslingt. Ein Bankkunde entdeckt frühmorgens ein verdächtiges Kabel und alarmiert die Polizei. Die evakuiert die angrenzenden Wohnhäuser, das Bombenkommando kann den Sprengsatz bergen. Ob die Täter gestört wurden oder die Sprengung aus anderen Gründen nicht funktioniert hat, ist bislang unbekannt. Trotz der Sprengserie will die Polizei aber keine Panik schüren. Jürgen Fachinger, Sprecher Polizeipräsidium Koblenz „Also grundsätzlich – und das ist uns auch wichtig – möchten wir klarstellen, dass Abheben bei einem Geldautomaten ungefährlich ist. Aber nichtsdestotrotz bitten wir die Bankkunden, entsprechend vorsichtig zu sein und sobald sie irgendwelche verdächtigen […]

  • Zeuge belastet Peter Feldmann

    Zeuge belastet Peter Feldmann

    Der Korruptionsprozess gegen den abgewählten Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann ging heute in die nächste Runde. An Tag sechs waren eine ganze Reihe von Zeugen geladen, darunter Führungspersonal der Arbeiterwohlfahrt Frankfurt. Auch heute erscheint Peter Feldmann dem Anschein nach gelassen im Gerichtssaal. Nachdem ihn vergangene Woche die frühere AWO-Vorsitzende Hannelore Richter vor Gericht entlastet hat, geht es heute um die Einstellung von Peter Feldmanns Ehefrau Zübeyde Feldmann als Kitaleiterin im Jahr 2015. Als Zeuge vernommen wurde dazu Wolfgang J., der 24 Jahre als AWO-Personalleiter tätig war und so einige unverständliche Vorgänge miterlebt hat. Julian Beimel, Reporter „’Es gab nicht unbedingt für alles nachvollziehbare Regeln, die ich mir gewünscht hätte. Die Geschäftsführung hat oft einfach nach Bauchgefühl entschieden, ohne Rücksprache mit den Vorstandsmitgliedern‘, so der damalige Personalleiter der AWO Frankfurt heute vor Gericht. Welcher Mitarbeiter einen Dienstwagen erhält, habe die Geschäftsführung, also Jürgen und Hannelore Richter, entschieden. Und auch bei Personalentscheidungen hätten die Richters stets das letzte Wort gehabt.“ Als Wolfgang J. die Bewerbung von Zübeyde Feldmann erhielt, habe er sie als für die Stelle ungeeignet gehalten. Er ordnet sie in der Entwicklungsstufe 3 mit einem Bruttogehalt von rund 3.400 Euro ein. Hannelore Richters soll Frau Feldmann jedoch in Entwicklungstufe 6 eingeordnet haben. Heißt: circa 4.300 Euro Gehalt plus Dienstwagen. Als sie diesen für die Zeit ihres Mutterschutzes abgeben soll, habe Wolfgang J. eine unerwartete Rückmeldung der AWO-Geschäftsführung erhalten. Julian Beimel, Reporter „Wolfgang J. berichtet von einem Anruf von Jürgen Richter: Nachdem Zübeyde Feldmann im Juni 2016 aufgefordert worden sei, ihren Dienstwagen abzugeben, habe Peter Feldmann ihn, Jürgen Richter, angerufen und sich darüber beschwert, dass seine Frau den Dienstwagen abgeben müsse. Das Ergebnis: Zübeyde Feldmann habe den Dienstwagen behalten dürfen, trotz ihres schwangerschaftsbedingten Berufsverbots.“ Für den Prozess sind vorerst vier weitere Verhandlungstage bis Ende Dezember angesetzt. Am 30. November ist erneut die […]

  • Plädoyers im Polizistenmordprozess

    Plädoyers im Polizistenmordprozess

    Seit Juni läuft der Mordprozess um die beiden in Kusel getöteten Polizisten vor dem Landgericht Kaiserslautern. Jetzt neigt er sich dem Ende entgegen. Bevor kommende Woche das Urteil fallen soll, haben Staatsanwaltschaft und Verteidigung heute ihre Plädoyers gehalten. Er sei ein waffenvernarrter Meisterschütze mit einem übersteigerten Selbstwertgefühl, der keine Skrupel habe zu töten. So beschreibt Oberstaatsanwalt Stefan Orten den Hauptangeklagten Andreas S. in seinem Plädoyer. Florian V., der ein paar Plätze neben Andreas S. sitzt, sei ein seit Jahren von Hartz IV lebender Kiffer, der noch nie einem Tier etwas zuleide getan habe. Ja, es gebe keine Augenzeugen von dem, was sich am 31. Januar auf der Landstraße zwischen Ulmet und Mayweilerhof ereignet hat, aber die Beweislage, kombiniert mit den Charakterzügen der beiden Angeklagten, schaffe ein eindeutiges Bild: Für die Hinrichtung der beiden Polizeibeamten, so der Oberstaatsanwalt, sei allein Andreas S. verantwortlich. Zweifacher Mord in Tateinheit mit tätlichem Angriff auf Vollstreckungsbeamte und ein besonders schwerer Fall von Jagdwilderei – dafür fordert er eine lebenslange Freiheitsstrafe und die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld. Als Mordmerkmale führt er die Verdeckung mehrerer Straftaten sowie Habgier auf. Florian V. sei ausschließlich wegen der Beihilfe zur gewerbsmäßigen Jagdwilderei zu verurteilen. Allerdings plädiert der Oberstaatsanwalt dafür, bei ihm von einer Strafe abzusehen, da er als Kronzeuge maßgeblich zur Aufklärung des Falls beigetragen habe. Dem Antrag, auf eine Strafe zu verzichten, schließen sich die Verteidiger von Florian V. an. Die Anwälte der Nebenklage dagegen fordern eine zweijährige Bewährungsstrafe für den Mitangeklagten wegen der Beihilfe zur Jagdwilderei. Beim Strafmaß für Andreas S. schließen sie sich weitgehend den Forderungen der Staatsanwaltschaft an. Zusätzlich fordern sie die Berücksichtigung der Heimtücke und der niedrigen Beweggründe als Mordmerkmale. Anderer Meinung sind die Verteidiger von Andreas S. Sie holen in ihren Schlussreden zu einem Rundumschlag gegen Staatsanwaltschaft, Presse und den Mitangeklagten aus. […]

  • Haftstrafe für „NSU 2.0“-Drohschreiben

    Haftstrafe für „NSU 2.0“-Drohschreiben

    Über 80 Drohschreiben hat ein Mann an Politiker, Anwälte und Prominente verschickt – unterschrieben mit „NSU 2.0“ und „Heil Hitler“, da ist sich der Richter am Frankfurter Landgericht sicher. Nach langen 30 Prozesstagen ist heute das Urteil gefallen. Fünf Jahre und zehn Monate Haft für den 54-jährigen Angeklagten. Wegen Volksverhetzung, Gewaltandrohung und dem Verbreiten verfassungsfeindlicher Symbole. Das Gericht ist überzeugt, dass Alexander M. die Drohmails verschickt hat. Das hätten Daten auf seinem Rechner bewiesen. Wie der Verurteilte allerdings an die Daten kam, ist weiterhin nicht ganz geklärt. Deshalb zeigt sich die Frankfurter Anwältin Seda Başay-Yıldız, die das erste Drohschreiben erhielt, mit dem Ausgang des Verfahrens nicht ganz zufrieden. Seda Başay-Yıldız, Rechtsanwältin „Mein Kind ist bedroht worden. Und nach wie vor steht im Raum, dass Polizeibeamte darin verwickelt sein können. Weil: Es gibt keinen dienstlichen Anlass, eine Zweijährige abzufragen und diese Daten zu verteilen.“ Die Staatsanwaltschaft sieht es zumindest als erwiesen, dass das erste Drohschreiben nicht aus dem ersten Polizeirevier Frankfurt verschickt wurde. Sie hatte siebeneinhalb Jahre Haft gefordert, ist mit dem Urteil aber zufrieden. Sinan Akdogan. Oberstaatsanwalt „Für die Staatsanwaltschaft war es wichtig, insbesondere im Hinblick auf das erste Drohfax, das vom 2. August 2018, eine Verurteilung zu erreichen. Das ist uns gelungen und das finden wir gut.“ Während der Urteilsverkündung Demonstrationen vor dem Gerichtsgebäude. Ein Bündnis aus Opfern der Drohschreiben und der Linkspartei will nicht an die Einzeltätertheorie glauben. Janine Wissler, Die Linke, Bundesvorsitzende „Dass es rechte Chatgruppen in der hessischen Polizei gibt, das haben ja die polizeilichen Ermittlungen ergeben. Also das ist ja ein Fakt. Und deswegen finde ich, es ist doch ein Wunschdenken und Realitätsverweigerung, einfach zu sagen: ‚Nein, es gibt keine rechten Netzwerke in der Polizei‘.“ Seda Başay-Yıldız geht weiter davon aus, ein Drohfax sei aus einem Polizeirevier verschickt worden. Die Gewerkschaft der Polizei hat die […]

  • Pfleger muss wegen sexuellem Missbrauch ins Gefängnis

    Pfleger muss wegen sexuellem Missbrauch ins Gefängnis

    Er hat in einer Trierer Klinik als Pfleger gearbeitet und wehrlose Patientinnen sexuell missbraucht. Dafür muss ein 58-Jähriger nun ins Gefängnis. Das Trierer Landgericht hat heute das Urteil gefällt. Zwei Jahre und vier Monate muss Frank J. ins Gefängnis, so hat es die vierte Strafkammer des Trierer Landgerichts heute entschieden. Damit fällt die Strafe verhältnismäßig mild aus- Zum einen, weil die schwerste der drei angeklagten Taten bereits verjährt ist, zum anderen, weil der Angeklagte zu Beginn des Prozesses gestanden hatte. Robert Murmann, Reporter „Frank J. verfolgt fast den gesamten Prozesstag mit geschlossenen Augen, hat die Hände vor dem Gesicht gefaltet. Nur das Urteil nimmt er mit leerem, zum Boden gerichtetem Blick entgegen. Im gesamten Prozess hat der Angeklagte kaum ein Wort gesagt. Doch als der Richter ihm das letzte Wort erteilt, hebt er leicht den Kopf und sagt fast unhörbar leise: ‚Das tut mir alles so leid‘.“ Für den Vertreter der Staatsanwaltschaft ist das zu wenig und kommt zu spät. Er hatte drei Jahre Haft gefordert, auch wegen der fehlenden Reue seitens des Angeklagten. Stephane Parent, Staatsanwaltschaft Trier „Reue zeigt, dass der Angeklagte sich mit der Tat auseinandergesetzt hat, dass er seinen Fehler einsieht und das habe ich hier vermisst bei dem Angeklagten. Das hat ein großes Gewicht, wenn ein Täter Reue zeigt, da es ja auch den Opfern signalisiert, dass sie im Recht waren mit ihrer Anzeige, dass ihnen Unrecht angetan worden ist und es signalisiert auch eine beginnende Resozialisierung des Täters.“ Die Vertreterin der Nebenklage hatte sich in ihrem Plädoyer den Forderungen der Staatsanwaltschaft angeschlossen. Sie monierte vor allem die mit gut fünf Jahren sehr lange Zeit zwischen der Anklage und dem Prozess, die vor allem auf die Überlastung der Justiz zurückzuführen ist. Ruth Streit-Stifano Espósito, Vertreterin der Nebenklage „Selbstverständlich stehen ja auch die Opfer immer in der […]

  • Bundeskriminalamt tagt in Wiesbaden

    Bundeskriminalamt tagt in Wiesbaden

    Über zwei Milliarden Euro – erstmals ist der finanzielle Schaden durch Organisierte Kriminalität in Deutschland so hoch. Bundesinnenministerin Nancy Faeser sieht das als ihr großes Thema an. Aber wie soll man gegen die Banden vorgehen? Heute wurde auf der Herbsttagung des Bundeskriminalamtes in Wiesbaden ein Strategiepapier vorgelegt, das Antworten liefert. Aber auch der Ukrainekrieg war ein großes Thema. Seit nunmehr 265 Tagen hält der Ukrainekrieg die Welt in Atem. Und die Folgen des russischen Angriffskrieges gehen weit über die ukrainischen Grenzen hinaus. So sorgt sich auch das Bundeskriminalamt um die Auswirkungen des militärischen Konflikts auf die Demokratie in Deutschland. Holger Münch, Präsident Bundeskriminalamt „Dieser Krieg betrifft uns alle. Ob durch mögliche Cyberattacken, Angriffe auf kritische Infrastrukturen, die mit dem Krieg einhergehen, der Energiekrise und deren Folgen für die gesellschaftliche Stabilität. Das BKA erfasst und bewertet hierzu fortlaufend relevante Informationen aus den Bundesländern, den Bundesbehörden und aus dem Ausland.“ In Wiesbaden führt das Bundeskriminalamt seit heute seine alljährliche Herbsttagung durch. Neben dem Krieg in der Ukraine, politischen Extremisten und der zunehmenden Gewalt im Internet ebenfalls Thema: neue Strategien für die Bekämpfung organisierter Kriminalität. Nancy Faeser, SPD, Bundesinnenministerin „Wir müssen uns schmerzhaft bewusst machen, dass es hier bei uns organisierte Kriminalität gibt und das sie eine Bedrohung für unsere Demokratie ist.“ Die Zahl der Ermittlungsverfahren gegen organisierte kriminelle Gruppierungen sei 2021 gegenüber dem Vorjahr um 17 Prozent gestiegen, insgesamt gab es rund 700 eingeleitete Ermittlungsverfahren. Dabei sei ein finanzieller Schaden von 2,2 Milliarden Euro entstanden. In diesem Bereich soll deshalb in Zukunft noch härter durchgegriffen werden. Unter anderem mit einem Konzept, das in Großbritannien bereits angwendet wird. Nancy Faeser, SPD, Bundesinnenministerin „Wenn öffentliche Stellen oder auch der Privatsektor auf verdächtige Vermögenswerte stoßen, müssen sie Auskunft über die Herkunft verlangen können. Wenn diese Auskünfte nicht erteilt werden oder nach Märchen klingen, müssen wir […]

  • Weitere Nachrichten im Überblick

    Weitere Nachrichten im Überblick

    Mutmaßlicher Mörder wieder in Haft — Milliarden für Kommunen — Tafeln brauchen finanzielle Hilfe Mutmaßlicher Mörder wieder in Haft Im Oktober hatte das Oberlandesgericht Zweibrücken einen mutmaßlichen Sexualmörder wegen zu langer Prozessdauer aus der Untersuchungshaft entlassen. Jetzt sitzt der 19jährige Tatverdächtige wieder hinter Gittern. Das hat die Staatsanwaltschaft Frankenthal heute mitgeteilt. Es bestehe die Gefahr, dass der Mann wieder eine ähnliche Tat begehen könnte. Er soll im März 2020 eine 17-Jährige an einem Weiher in Ludwigshafen vergewaltigt und ermordet haben. Seitdem saß er in Untersuchungshaft. Im August hatte das Landgericht Frankenthal ihn zu einer Jugendstrafe von zehn Jahren Haft verurteilt. Allerdings ist das Urteil noch nicht rechtskräftig. Die Freilassung des Mannes war auf breite Kritik gestoßen. Milliarden für Kommunen Der kommunale Finanzausgleich in Hessen erreicht ein neues Rekordniveau. Das hat Finanzminister Michael Boddenberg heute bei Veröffentlichung der Planungsdaten mitgeteilt. 2023 werde das Gesamtvolumen auf knapp 6,9 Milliarden Euro steigen. Das seien 435 Millionen Euro mehr als in diesem Jahr. Bei 28 Städten und Gemeinden liege die Steuerkraft weit über dem Landesdurchschnitt. Sie zahlen seit 2016 eine Solidarumlage an die ärmeren Kommunen. Tafeln brauchen finanzielle Hilfe Die Tafeln in Rheinland-Pfalz fordern mehr Unterstützung vom Land. Die steigenden Preise für Energie und Benzin würden hohe Mehrkosten für sie verursachen. Anfang Oktober hätten sie deshalb das Sozialministerium um finanzielle Hilfe gebeten. Eine Reaktion sei bislang ausgeblieben. Die 55 Tafeln im Land hätten noch nie so vielen bedürftigen Menschen geholfen wie derzeit. Sie trügen damit dazu bei, den sozialen Frieden im Land zu wahren.

  • Rettungskräfte schlagen Alarm

    Rettungskräfte schlagen Alarm

    Die Rettungskräfte schlagen Alarm. Das Deutsche Rote Kreuz sieht seine Rettungswagen an der Überlastungsgrenze. 450 Einsätze allein in Frankfurt jeden Tag. Das Problem: immer mehr Notrufe, die eigentlich gar keine Notfälle sind. Wir haben zwei Rettungssanitäter bei ihrem täglichen Einsatz begleitet. Alarm in der Rettungswache Frankfurt Bergen-Enkheim. Für die Sanitäter Julian Heilmann und Katharina Huck beginnt der Einsatz. Mit dem Krankenwagen geht es zum gemeldeten Einsatzort, erste Details bekommen die beiden digital zugeschickt. Die zentrale Leitstelle gibt ihnen aber schon mit auf den Weg: Der Einsatz ist als „nicht dringlich“ eingestuft. Julian Heilmann, Notfallsanitäter „Okay, also: einmal Atemprobleme. Dann steht da beim Ehemann: mit Covid und bekanntem Asthma. Da bin ich mal gespannt.“ Patient „mit Covid“, das bedeutet für die beiden Notfallsanitäter: neben den FFP2-Masken auch Schutzfolien überziehen. Aus medizinischen Sicherheitsgründen muss unser Kamerateam draußen bleiben. Ein über 80-jähriger Corona-Infizierter klagt über Schwindel beim Treppensteigen, seine Frau hat aus Angst den Notruf gewählt. Doch schon nach wenigen Minuten Entwarnung: Kein Fieber, keine schwerwiegenden Symptome – Fehlalarm. Julian Heilmann, Notfallsanitäter „Aber er hat halt die typischen Sachen wie Erkältungs- und Grippesymptome und fühlt sich nicht so wohl. Er ist jetzt aber ansonsten stabil. Sie hätte theoretisch ihren Hausarzt kontaktieren können. Wir wissen alle, wie die Lage da ist. Die haben auch viel zu tun, die Wartezimmer sind voll. Aber prinzipiell ist das jetzt eine Behandlung, die ein Hausarzt durchführt.“ Für die beiden Sanitäter heißt es nun: Alle Geräte desinfizieren, ein erstes Protokoll schreiben und dem Patienten übergeben – nach einem letztlich unnötigen Einsatz. Dann geht es zurück zur Rettungswache. Bei der zentralen Einsatzstelle in Frankfurt gehen jährlich 130.000 Alarmmeldungen ein, Tendenz steigend. Diesen Sommer waren es 600 Einsätze pro Tag – neuer Rekord. Zu oft sind es keine wirklichen Notfälle, das Rote Kreuz stößt an seine Grenzen, um wirklich lebensbedrohliche Situationen […]

  • Mörder auf freiem Fuß beschäftigt Rechtsausschuss

    Mörder auf freiem Fuß beschäftigt Rechtsausschuss

    Verurteilt wegen Mordes, Vergewaltigung und sexuellen Missbrauchs – und dann wieder auf freien Fuß gesetzt, weil das Gerichtsverfahren zu lange dauerte. Was unfassbar klingt, ist vor gut einem Monat in Rheinland-Pfalz geschehen. Der Fall wirft viele Fragen auf, denen sich Justizminister Herbert Mertin heute im Rechtsausschuss des rheinland-pfälzischen Landtags stellten musste.

  • Zeugenaussagen im Korruptions-Prozess um Frankfurter OB

    Zeugenaussagen im Korruptions-Prozess um Frankfurter OB

    Seit Sonntag ist klar: Peter Feldmann ist als Oberbürgermeister von Frankfurt abgewählt. Der Gerichtsprozess gegen ihn, in dem ihm unter anderem Vorteilsannahme im Amt vorgeworfen wird, ist dagegen noch in vollem Gange. Heute wurden die ersten Zeugen befragt. Es ging um die Frage, wie Feldmanns damalige Lebensgefährtin zu ihrer Stelle als Leiterin einer Kita der AWO kam. Nach außen hin gut gelaunt und locker betritt Peter Feldmann den Gerichtssaal. Nachdem er am letzten Verhandlungstag alle Korruptionsvorwürfe zurückgewiesen hat, geht es heute weniger um seine Person als vielmehr darum, wie seine damalige Partnerin Zübeyde Temizel zu ihrem Job bei der AWO Frankfurt gekommen ist. Dazu hat das Gericht die verantwortliche Abteilungsleiterin der Kindertagesstätten in Frankfurt befragt. Sie ist seit fast zwanzig Jahren unter anderem für das Personal und das damit zusammenhängende Budget verantwortlich. Mit einer Ausnahme: Zübeyde Temizel habe schon als Leitung für eine neue Kita im Frankfurter Ostend festgestanden, bevor es überhaupt eine Ausschreibung gegeben habe. Darüber habe sie ihre damalige Vorgesetzte Hannelore Richter informiert. Ein ungewöhnlicher Vorgang, wie sie heute mehrfach betont. Zumal Temizel aus Sicht der Zeugin aufgrund von fehlender Berufserfahrung nicht die Richtige für diese anspruchsvolle Position gewesen sei. Mit Rücksicht auf Ausbildung und Berufserfahrung schlägt die Zeugin der Geschäftsführung folgende Konditionen für die neue Kita-Leitung vor: Die Einstufung in die Entgeltgruppe S10, Stufe 2 im Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst, was zum damaligen Zeitpunkt einem Bruttolohn von rund 2850 Euro entspricht. Die Stelle sollte, wie üblich, erst einmal auf ein Jahr befristet werden. Hannelore Richter habe den Vertag dann folgendermaßen verändert: 4.300 Euro brutto und ein unbefristetes Arbeitsverhältnis. Das seien in etwa die Konditionen, die Hannelore Richter Zübeyde Temizel zuvor bei einem gemeinsamen Abendessen in Aussicht gestellt hatte, bei dem auch deren damaliger Partner Peter Feldmann anwesend gewesen sein soll, berichtet die Zeugin weiter. Inwieweit Peter […]

  • Trauerfeier nach Messerattacke in Oggersheim

    Trauerfeier nach Messerattacke in Oggersheim

    Drei Wochen nach der tödlichen Messer-Attacke in Ludwigshafen-Oggersheim fand heute eine Trauerfeier für die beiden getöteten Männer auf dem Hauptfriedhof statt. Die Männer starben am 18. Oktober – mutmaßlich durch einen Messerangriff eines 25-jährigen Somaliers. Ein 27-Jähriger wurde schwer verletzt. Viele Menschen wollten heute ihre Anteilnahme ausdrücken und der beiden Männer gedenken. Auch etwa 100 Angehörige verfolgten die Trauerfeier in der Aussegnungshalle, unter ihnen der Vater von Jonas Sprengart, einem der Opfer. Kurt Sprengart, Vater des Opfers „Viele Freunde und Bekannte waren hier. Ich weiß nicht wie viele Leute hier waren – ein paar Hundert oder was. Jede Familie geht halt anders damit um. Unsere Familie Sprengart, wir mögen das halt, wenn viele Menschen um uns sind und uns hat es sehr gut getan, dass so viele Menschen Abschied nehmen.“

  • Mainzerin nach Giftanschlag vor Gericht

    Mainzerin nach Giftanschlag vor Gericht

    Offenbar fühlte sie sich verfolgt und bedroht – und wollte deshalb ihre vermeintlichen Stalker töten: Nach einem Giftanschlag mit sieben Verletzten an der Technischen Universität in Darmstadt, steht seit heute eine 33-jährige Frau aus Mainz vor Gericht. Die Richter müssen nicht nur viele Zeugen und Sachverständige anhören, sondern auch entscheiden, ob die mutmaßliche Täterin überhaupt schuldfähig ist.

  • Messerangriff in Mainzer Neustadt

    Messerangriff in Mainzer Neustadt

    In der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt kam es gestern Abend zu einer blutigen Auseinandersetzung in einer Sportsbar. Ein Mann wurde mit einem Messer schwer verletzt. Die Hintergründe sind bislang unklar. Es ist kurz vor 21 Uhr gestern Abend als hier in der Mainzer Neustadt ein Streit zwischen zwei Männern eskaliert. In dieser Sportsbar soll ein 39-Jähriger auf einen 31-jährigen Mann mit einem Messer eingestochen haben. Der mutmaßliche Täter flüchtet, das Opfer folgt ihm schwer verletzt. Zeugen berichten von Schussgeräuschen, die es während dieser Verfolgung gegeben haben soll. Matthias Bockius, Sprecher Polizei Mainz „Das konnten wir bisher noch nicht verifizieren, da laufen noch die Ermittlungen. Letztlich konnte der 39-jährige Angreifer bei der Bundespolizei gestellt werden. Der ist vorläufig festgenommen.“ Er war selbst bis zu einer Polizeistation am Bahnhof gelaufen. Der 31-Jährige, der mit dem Messer im Bauchraum schwer verletzt wurde, wurde in ein Krankenhaus gebracht. Er befinde sich zwar nicht mehr in Lebensgefahr, konnte allerdings aufgrund seines gesundheitlichen Zustands noch nicht zu der Tat vernommen werden. Matthias Bockius, Sprecher Polizei Mainz „Da haben wir leider auch noch keine Information, wann denn der Geschädigte auch vernehmungsfähig ist und dann auch seine Sache schildern kann.“ Der Bus- und Bahnverkehr musste während des Einsatzes vorübergehend unterbrochen werden. Die Mainzer Kriminalpolizei hat unter Leitung der Staatsanwaltschaft die Ermittlungen aufgenommen, um die Hintergründe der Tat aufzuklären. —————- Die Polizei hat inzwischen mitgeteilt, dass der 39-Jährige wegen des Verdachts auf versuchten Totschlags in Untersuchungshaft sitzt.

  • Psychiatrisches Gutachten im Polizistenmord-Prozess

    Psychiatrisches Gutachten im Polizistenmord-Prozess

    Der Prozess um die beiden erschossenen Polizeibeamten von Kusel geht in die entscheidende Phase. Nachdem sich die beiden Angeklagten über Monate gegenseitig beschuldigt hatten, ging es heute vor dem Landgericht in Kaiserslautern um die Schuldfähigkeit der beiden. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Hauptangeklagten Andreas S. vor, die beiden Polizisten am 31. Januar dieses Jahr in der Nähe von Kusel erschossen zu haben, um seine Jagdwilderei zu verdecken. Andreas S. wiederum beschuldigt seinen Begleiter Florian V., das Feuer auf die Beamten eröffnet zu haben. Er selbst habe nur in Notwehr gehandelt. Ein psychologischer Sachverständiger hat Andreas S. über die Monate des Prozesses hinweg auf Anweisung des Gerichts beobachtet, um dessen geistigen Zustand einzuschätzen. Robert Murmann, Reporter „Das Urteil des Psychologen: Andreas S. zeige keine Anzeichen einer psychiatrischen Erkrankung oder für eine geminderte Intelligenz und auch eine Persönlichkeitsstörung könne er nicht erkennen. Er attestiert ihm lediglich einen starken Hang zur Selbstüberschätzung und eine auffällige Gemütskälte. Das ändert aber nichts daran, dass der Experte den Angeklagten als voll schuldfähig ansieht.“ Eine Sicherheitsverwahrung nach einer möglichen Haftstrafe will der Experte nicht empfehlen. Andreas S. sei nicht vorbestraft und Hinweise auf einen Hang zu Wiederholungstaten gebe es keine. Auch Florian V. wurde psychologisch untersucht. Der Gutachter malt von ihm das Bild eines gescheiterten, der durch eine schwere Kindheit und einer Drogensucht immer unter seinen Möglichkeiten geblieben sei. Geistig krank sei Florian V. aber nicht. Michael Kessler, Verteidiger von Florian V. „Was unseren Mandanten betrifft, war wenig überraschend, dass die Unterbringung in der Entziehungsanstalt offensichtlich mangels vorliegender Voraussetzungen nicht vom Sachverständigen bejaht wurde. Erstaunlicher fand ich, dass der für Herrn S. zuständige psychiatrische Sachverständige die rechtlich sicher sehr schwierigen, aber sicher doch möglichen Voraussetzungen für eine Unterbringung in der Sicherheitsverwahrung nicht als gegeben ansieht.“ Als nächstes werden die Plädoyers der Verfahrensbeteiligten erwartet. Das Urteil soll dann am […]