Natur

  • Unterwegs mit der Wasserschutzpolizei

    Unterwegs mit der Wasserschutzpolizei

    Wie Flüsse die Landschaft prägen, so prägen sie auch die Menschen, die an ihnen leben und arbeiten. Die Mosel zum Beispiel fließt über 200 Kilometer durch Rheinland-Pfalz und ist Weinbaugebiet, Tourismusregion und Wirtschaftsweg zugleich. Damit auf dem Fluss auch alles nach Recht und Ordnung läuft, gibt es die Wasserschutzpolizei. Und wie für die Polizisten der Alltag auf dem Wasser aussieht, zeigt ein weiterer Teil unserer Serie „Einflüsse: Wie Main und Mosel die Region prägen“. Patrick Schneider, Dienstgruppenleiter Wasserschutzpolizei Koblenz „Die Mosel ist für mich Heimat, hier bin ich groß geworden. Ich habe als Kind schon Interesse an Schiffen gehabt und es ist für mich mit der schönste Arbeitsplatz.“ 8:00 Uhr, Dienstbeginn für Christopher Bröde und Patrick Schneider im Koblenzer Hafen. Die beiden Wasserschutzpolizisten bereiten gerade den Einsatz vor. Streife fahren auf dem Fluss. Seit 30 Jahren ist Patrick Schneider schon Polizist. Erst auf der Straße, seit über 20 Jahren auf dem Wasser. Ein Wechsel, den er nie bereut hat. Patrick Schneider, Dienstgruppenleiter Wasserschutzpolizei Koblenz „Das Schiff ist mit eines der schönsten Einsatzmittel, was die Polizei zu bieten hat aus meiner Sicht. Der Kontakt zu den Schiffsleuten, der Austausch ist ein komplett anderer wie auf der Straße.“ Denn die Mosel ist zwar ein wichtiger Wirtschaftsweg aber auch Ausflugziel für Stand-up Paddler, Kajakfahrer oder Sportboote. Genau so eins ist heute das erste Einsatzziel. Patrick Schneider: Dienstgruppenleiter Wasserschutzpolizei Koblenz „Schönen guten Tag. Ich würde gerne eine kleine Sportbootkontrolle machen. Würde gerne mal ihren Sportbootführerschein sehen und die Zulassung.“ Ein kurzer Blick auf Papiere und Deck. Alles in Ordnung, das Sportboot darf weiter fahren. Schiffskontrollen wie diese, sind für die Wasserschutzpolizei Alltag. Häufiger überprüfen sie aber große Frachter, tagsüber von Koblenz bis Traben-Trabach. Ladung, Personal, Schiff, alles wird kontrolliert. Und das während der Fahrt. Denn so ein Einsatz kostet Zeit. Und Zeit bedeutet für […]

  • Keine Licht- und Wassershow wegen Wasserknappheit

    Keine Licht- und Wassershow wegen Wasserknappheit

    Schon zwei Mal wurde das für 2020 geplante Event „Elementaro“ coronabedingt verschoben. Und jetzt die erneute Absage der Licht- und Wassershow durch die Stadt Bad Nauheim. Als Gründe nennt der Bürgermeister die angespannte Situation auf dem Energiemarkt und die regionale Trinkwasserknappheit. So hätte sie aussehen sollen, die Licht- und Wassershow „Elementaro“, die vom 9. bis 11. September in Bad Nauheim stattfinden sollte. Dafür waren die Veranstalter Eric Friedrich und Eike Kuschmierz bereits seit drei Jahren mit der Stadt in Kontakt. Die beiden Jungunternehmer sprudelten nur so vor Ideen, wie man die Show möglichst energieeffizient über die Bühne bringen könnte. All das war nicht genug. Fünf Wochen vor Beginn hat die Stadt Bad Nauheim die Veranstaltung jetzt abgesagt. Klaus Kreß,parteilos, Bürgermeister Bad Nauheim „Die Show, das Konzept lebt von Energie und wir sind alle gemeinsam gefordert Maßnahmen zu ergreifen, die Energie einsparen helfen. Außerdem haben wir eine Wasserknappheit. Die Ressource Wasser ist sehr, sehr wertvoll. Es geht soweit, dass auch die Feuerwehren keine Löschübungen durchführen dürfen aufgrund dieser Wasserknappheit. Also Energiekrise und Wasserknappheit lässt eine Show in dieser Form zurzeit nicht zu.“ Für die beiden Geschäftsführer von Elementaro ist dieses Argument nicht nachvollziehbar. Sie sehen ihre Veranstaltung als Vorzeigeprojekt in Sachen Wasser- und Energiesparen. Eike Kuschmierz, Geschäftsführer Elementaro GmbH „Aus unserer Sicht ist es ein völlig falsches Zeichen in dieser Zeit eine Veranstaltung abzusagen, die sich bereits seit drei Jahren mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigt. Wir haben eine Möglichkeit gefunden, Brauchwasser aus Schwimmbädern zu nutzen. Hier nehmen wir das Wasser aus dem umliegenden Schwimmbad, leihen es uns aus und nutzen es für unsere Show in einem Kreislauf, wie hinter mir zu sehen, in dem Brunnen und führen es hinterher wieder gereinigt in einen der Flüsse zurück.“ Zudem läge der Energieverbrauch von einer der insgesamt drei Vorführungen bei nur rund 350 Kilowattstunden […]

  • Rebkrankheiten per App erkennen

    Rebkrankheiten per App erkennen

    Eine Reise ins Silicon Valley, nach San Francisco und L.A. ist der Preis für die Gewinner des Bundeswettbewerbs „Jugend gründet“. Dabei geht es um innovative Geschäftsideen. Zehn Schülerteams kamen ins Finale, durchsetzen konnten sich zwei Abiturienten vom Leibniz-Gymnasium in Neustadt an der Weinstraße. Ihre Idee: eine App, die Rebkrankheiten erkennen kann. Mit dem bloßen Auge nur sehr schwer zu erkennen. Diese Rebe ist krank. Sie leidet an Erysiphaceae, umgangssprachlich bekannt als echter Mehltau. Die App erkennt die Krankheit, wie viele andere, schon im frühen Stadium. Wichtig für Winzer; sie könnten so Pestizide gezielt und reduziert einsetzen. Erfunden und programmiert haben die App Maria Theresa Licka und Mario Schweikert aus Neustadt an der Weinstraße. Maria Theresa Licka, Preisträgerin „Jugend gründet“ „Unser Ziel war es auch, da wir die App am Ende im Weinberg nutzen wollen, das Modell so zu programmieren, dass es lokal auf dem Handy läuft, also ohne Internet-Verbindung möglich ist zu nutzen. Und für das Training der Künstlichen Intelligenz ist auch ganz wichtig, einen guten Datensatz zu erstellen und bei diesem Projekt konnten wir den Datensatz selbst erstellen.“ Das heißt: Tausende Fotos in den Weinbergen von Blättern machen, die irgendwie krank aussehen. Auf die App-Idee kamen die beiden 19-jährigen beim Wandern. Mario Schweikert, Preisträger „Jugend gründet“ „Wir haben die Blattkrankheiten bei Streifzügen in den Weinbergen gesehen und uns gefragt: ‚Was sind denn das für Krankheiten?‘. Es gibt ganz viele verschiedene Verfärbungen. Und deshalb sind wir einfach in den Austausch gegangen mit Winzern, mit den Experten von den Dienstleistungszentren und haben erfahren was für eine riesen Problematik in der Erkennung und in der Behandlung darstellt.“ Im rheinhessischen Bechtheim präsentieren die „Jugend gründet“-Preisträger ihre App dem Winzer Sebastian Erbeldinger und der deutschen Weinkönigin Sina Erdrich. Tipps von Weinbauexperten sind den Jungunternehmern wichtig. Sebastian Erbeldinger, Winzer „Wo es für mich interessant ist, […]

  • Ein heißer Tag mit Rekordtemperaturen

    Ein heißer Tag mit Rekordtemperaturen

    An die Hitze werden wir uns wohl langsam gewöhnen müssen. Bei Temperaturen jenseits der 35 Grad suchen die Menschen bei uns in Hessen und Rheinland-Pfalz Abkühlung auf allen erdenklichen Wegen. Genug zu Trinken und sich regelmäßig abzukühlen, das ist das wichtigste an einem Hitze-Tag wie heute. Während dieser Mainzer Gastronom kostenloses Wasser für Obdachlose vor seinem Geschäft bereitgestellt hat, hat sich auch Heike Tannrath vom Mainzer Marienhaus-Klinikum etwas überlegt, um ihre Kollegen abzukühlen. Heike Tannrath, Pflegedienstleiterin Marienhaus Klinikum Mainz „Unsere Mitarbeiter sind ja nun wirklich bei diesen Temperaturen auch körperlich im Einsatz und in der Pflege und in der Medizin unterwegs und wir wollen ihnen einfach auch einen kleinen Moment der Abkühlung verschaffen und vielleicht einen Moment, in dem man einfach mal durchatmen kann, mal ein Eis essen und auch mal eine kurze Pause, beziehungsweise auch eine Trinkpause machen dann.“ Viel getrunken wird heute auch am hessischen Riedsee. Hier kommt die flüssige Abkühlung von innen und von außen. Daniel Tencer „Gegen die Hitze? Einfach im Wasser sein, so lange wie möglich.“ Wolf Iffland „Also natürlich ganz wichtig: viel Wasser trinken und auch ein Eis ist immer schön zu essen.“ Der See hat angenehme 25 Grad, da lässt es sich aushalten. Wem aber auch das noch zu heiß ist, sucht nur wenige Kilometer vom See entfernt sein Heil in der Dunkelheit. Denn im Oppenheimer Kellerlabyrinth ist es nicht nur schummrig, sondern auch angenehm kühl. Heute ist die Führung natürlich restlos ausverkauft. Thomas Ehlke, Tourführer „Natürlich im Sommer, muss man ganz ehrlich sagen, macht es besonders viel Spaß. Weil wenn man oben 35, 36 Grad hat und man kann hier so eintauchen in 20 Grad weniger, dass ist quasi so wie ein Speiseeis für die Seele.“ Dirk Koch, Besucher „Ich wohne seit 30 Jahren hier in der Gegend und war noch nie […]

  • Futternotstand in der Landwirtschaft wegen Trockenheit

    Futternotstand in der Landwirtschaft wegen Trockenheit

    Die Bauern sehnen sich nach Regen. Die Trockenheit der vergangenen Monate bringt Landwirte in arge Bedrängnis. Die Wiesen sind so trocken, dass Bauern das Heu für ihre Tiere sogar schon zukaufen müssen. Im Odenwaldkreis in Südhessen könnte es beim Futter bald zu Engpässen kommen. Verdorrtes Gras, soweit das Auge reicht. Steppe im Odenwald. Landwirt Hans Trumpfheller aus Bad König hat sich mit seinen 100 Hektar Grünland auf Tierfutter spezialisiert. Doch hier wächst kaum noch etwas Grünes. Schon seit Ende Mai hat es nicht mehr genug geregnet. Nach bereits drei trockenen Sommern in den vergangenen Jahren sieht der Landwirt schwarz für den Odenwald. Hans Trumpfheller, Kreislandwirt Odenwald „Wir werden 40, 50 Prozent der Erträge nicht einfahren können, die wir brauchen. Es wird im Spätjahr zu Futtermangel kommen. Es wird schwierig werden.“ Bewässern kann Hans Trumpfheller sein Grünland ohne eigenen Grundwasserzugang nicht, er ist auf natürlichen Regen angewiesen. Zudem hat der Landwirt immer mehr Schäden durch Wildtiere zu beklagen. Denn Wildschweine und Mäuse wühlen in trockener Erde umso lieber. Seine eigenen Tiere finden auf den Weiden kaum noch etwas zu fressen, immer öfter muss der 61-Jährige zufüttern. Normalerweise produziert sein Hof jährlich neun Tonnen Heu, nun ist nach der Hälfte Schluss für dieses Jahr. Das reicht gerade für den Eigenbedarf, anderen Landwirten geht das Tierfutter bereits aus. Hans Trumpfheller, Landwirt aus Bad König „Es wird für den einen oder anderen Betrieb existenzbedrohend oder existenziell sein, weil der ein oder andere vielleicht sagt: Das ist jetzt das vierte von fünf Jahren, wo ich Futter zukaufen musste. Wo mir mein Futter nicht reicht.“ Nicht nur, dass einige Landwirte bereits Heu zukaufen müssen – es wird auch noch deutlich teuer. Der Preis pro Tonne ist hierzulande zuletzt im Schnitt um sieben Prozent auf 136 Euro geklettert. In manchen Regionen sogar auf satte 195 Euro. Für […]

  • Einer der letzten Fischer auf dem Main

    Einer der letzten Fischer auf dem Main

    Wie Flüsse die Landschaft prägen, so prägen sie auch die Menschen die an ihnen leben und arbeiten. Der Main zum Beispiel fließt 77 Kilometer durch Hessen und ist Naherholungsgebiet, Wirtschaftsweg und Lebensraum. Neben großen Binnenschiffen sind auch noch Fischerboote auf dem Main unterwegs. Aber leider immer weniger. Einer der letzten Mainfischer ist Olaf Adam. Ein weiterer Teil unserer Serie „Einflüsse. Leben und arbeiten auf dem Main“. Olaf Adam, Fischer „Neben der Familie ist der Main einfach Rückzugsort. Ein Ort der Erholung ein Ort der Entspannung ein Ort in dem ich mich einbringen kann. Das ist der Main für mich.“ Der Fischer und sein Fluss. Olaf Adam ist seit 53 Jahren auf dem Main unterwegs und fischt für sein Leben gern. Weißfisch, Barsch und am häufigsten Aale. Ein Handwerk, das ihm in die Wiege gelegt wurde und eins mit Tradition. Schon 600 Jahre darf die Fischerzunft Steinheim im Main fischen. Damals hat der Mainzer Bischof noch die Fischereirechte verteilt. Heute ist Olaf Adam zweiter Vorsitzender der Zunft und einer der letzten Nachkommen einer Fischerfamilie. Olaf Adam, Fischer „Es ist eine Leidenschaft, es ist eine Leidenschaft für die Natur, es ist eine Leidenschaft fürs Fischen. Ich bin zum ersten Mal aufs Wasser gefahren, da war ich drei Jahre alt, mit meinem Vater in so einem Fischernachen, da konnte ich noch nicht mal schwimmen und es hat damals nie einen interessiert. Und ich bin mit der Fischerei aufgewachsen. Es ist einfach ein Handwerk, ein altes Handwerk was leider gerade im Bereich der Binnenfischerei fast am Aussterben oder fast ausgestorben ist.“ Denn viel Geld verdienen Fischer schon lange nicht mehr. Olaf Adams Großvater war der letzte Berufsfischer in der Familie. Damals waren die Fischernetze noch gut gefüllt. Heute gibt es weniger und auch weniger Arten. Wasserkraftwerke, Schleusen und die Schifffahrt – alles Gründe warum […]

  • Hanau sucht dringend ehrenamtliche Baumpaten

    Hanau sucht dringend ehrenamtliche Baumpaten

    Das Wetter bei uns bleibt heiß und trocken. Zu heiß und zu trocken für viele Bäume. Im hessischen Hanau etwa müssen dieses Jahr so viele abgestorbene Bäume gefällt werden, wie noch nie. Die Stadt sucht nun händeringend nach Bürgern, die beim Gießen helfen. Ausgetrockneter Stamm, Äste ohne Blätter und von einem Pilz befallen. Die anhaltende Hitze war für diese Birke am Hanauer Weihergraben schlichtweg zu viel. Sie ist abgestorben und muss nun gefällt werden. Nach mehreren trockenen Sommern hat es hier dieses Jahr schon seit Februar nicht mehr genug für die Bäume geregnet. Annerose Lösche, Hanau Infrastruktur Service „Klimakrise macht auch vor Hanau nicht Halt. Trockenheit mindestens das fünfte Jahr in Folge. Und zusehends – von Jahr zu Jahr werden es mehr – ausgewachsene Bäume, die vital sein sollten, aber nicht genug Grundwasser erhalten.“ Mussten in Hanau 2011 noch 20 Bäume im Jahr gefällt werden, sind es in diesem Sommer über 200. Die Stadt hat zwar bereits 100 neue Bäume gepflanzt, doch die benötigen jeweils rund 120 Liter Wasser pro Woche. Da die Stadt mit dem Bewässern nicht hinterher kommt, sucht sie Gießpaten wie Reinhold Schreiber. Im Stadtteil Kesselstadt kümmert er sich um zwei Bäume an seiner Straße. Reinhold Schreiber, Gießpate „Wenn man sich die Bäume hier anschaut: Seit Mitte Juli liegen da schon die Blätter, was sonst im Herbst, September, Oktober, der Fall war. Das macht einen schon ein bisschen nachdenklich. Also da ist auch schon ein bisserl bürgerschaftliches Engagement gefragt.“ Der Rentner will nun weitere potenzielle Gießpaten überzeugen, denn bislang haben sich in Hanau nur wenige Dutzend Freiwillige gemeldet. Um ihnen die Arbeit zu erleichtern, stellt die Stadt nicht nur Gießkannen, sondern auch sogenannte Gießsäcke. Die können einfach um den Stamm geschlungen und mit 85 Litern Wasser gefüllt werden. Dann bewässern sich die Bäume langsam und kontinuierlich selbst. […]

  • Hessischer Tierschutzpreis für die Kellerranch in Weiterstadt

    Hessischer Tierschutzpreis für die Kellerranch in Weiterstadt

    Jedes Jahr verleiht das Hessische Umweltministerium den Tierschutzpreis. Mit diesem wird das Engagement von Bürgern oder Organisationen gewürdigt, die sich für den Tierschutz einsetzen. Im wahrsten Sinne des Wortes preiswürdig ist die Kellerranch in Weiterstadt. Eine Raubkatze, die als Haustier gehalten wurde, ein Esel den niemand mehr wollte. Die Kellerranch in Weiterstadt ist eine in ganz Deutschland bekannte Aufnahmestation für Tiere, die von Privatleuten, oder auch von Zirkussen nicht artgerecht gehalten werden. Karl-Heinz Keller versucht so viele wie möglich auf seiner Ranch unter zu bringen. Karl-Heinz Keller, Leiter der Keller-Ranch „Wir haben immer so zwischen 300 und 350 Tiere. Ich mache es, weil man ein bisschen verrückt ist, muss man dazu sagen. Sonst wird man es nicht machen. Ich hatte einen sehr guten Job, ich habe gut Geld verdient, ich hatte zwei Häuser. Die haben wir alle verkauft, alles schon hier reingesteckt, den Job habe ich aufgehört, um hier das zu machen. Ein bisschen verrückt muss man schon sein, sonst kann man das nicht machen.“ Früher stand hier der Hof von Karl-Heinz Kellers Eltern. Seit 1995 leitet der Hundenarr die Ranch. Asyl gewährt er nicht nur eher exotischen Tieren, auch das Tierheim von Weiterstadt ist auf dem 10.000 Hektar großen Grundstück untergebracht. Gerade warten vier Hunde aus der Ukraine auf ein neues Herrchen oder Frauchen. Sebastian, Tierpfleger „Genau, die haben wir halt, sind ja Straßenhunde, die sind gefunden worden, die sind dann zu uns nach Deutschland gekommen, halt dann von Tierheim zu Tierheim weitergegeben worden.“ Manche Tiere verbringen hier ihren Lebensabend, andere sind beschlagnahmt worden. Die Kellerranch arbeitet eng mit den Behörden zusammen. Fünf Tierpfleger sind fest angestellt, es gibt Auszubildende und ehrenamtliche Mitarbeiter. Das Futter für die Tiere besteht hauptsächlich aus ausgemusterten Lebensmitteln von Supermärkten. Sigrun sortiert gerade Gemüse. Sie arbeitet ehrenamtlich, zweimal die Woche. Sigrun, ehrenamtliche Mitarbeiterin „Toilettenwagen […]

  • Knochenjob Wanderschäfer

    Knochenjob Wanderschäfer

    Und jetzt schalten wir einen Gang zurück: Die Ruhe genießen, draußen in der Natur sein und den Schafen beim Grasen zusehen. Das Leben eines Wanderschäfers stellt man sich sehr romantisch und schön vor. Doch der Alltag sieht anders aus. Da der Job sehr anstrengend ist, gibt es auch hier einen Fachkräftemangel. Wir haben einen der letzten Wanderschäfer getroffen, der kurz davor ist, aufzugeben. Finn Ole Stephan, Wanderschäfer „Platz. Brav.“ Mit kuren Kommandos dirigiert Finn Ole Stephan seine Hunde, die die Schafe im Zaum halten. Franz und Rex flitzen um die Herde und treiben sie zusammen. Mit insgesamt 500 Schafen und ein paar Ziegen zieht der Wanderschäfer durch den Kreis Mainz-Bingen. Das ganze Jahr sind sie unterwegs, bei jedem Wetter. Dabei geht es nicht nur darum, dass die Schafe satt werden, sondern um Naturschutz. Finn Ole Stephan, Wanderschäfer „Wir haben zum einen die Schafe, die ihren Kot hinterlassen, wo unheimlich interessant ist für die Insektenwelt. Die Insekten sind dann wieder interessant für die Vögel und das ist einfach so ein Kreislauf. Dann haben wir zum anderen die Wolle, wo sich die Samen von den Pflanzen reinhängen können. Samentaxi werden ja auch die Schafe genannt, weil sie die Samen von A nach B bringen.“ Acht Jahre ist Finn Ole Stephan schon mit den Schafen unterwegs. Ein steiniger Weg, denn die Arbeit ist hart und schlecht bezahlt. Nach täglich 10 Stunden auf der Weide verdiene er weniger als ein Empfänger von Arbeitslosengeld , so der Schäfer. Das sei normal, doch seit ein paar Monaten spitzt sich die Situation zu. Denn auch für den Schäfer steigen die Preise. Diesel, Zäune oder Medikamente, alles wird teurer. Daher fordert Finn Ole Stephan mehr Geld für die Beweidung. Zuständig dafür ist die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd. Die hat zwar schon angekündigt die Mehrkosten zu übernehmen, nach fast […]

  • Wandern entlang der hessischen Grenze

    Wandern entlang der hessischen Grenze

    13.000 Kilometer – das ist eine Strecke von Deutschland nach Südafrika. So viele Kilometer ist Werner Bach aus Darmstadt bereits gewandert. Jetzt hat er gesagt: „Ich will mal meine Region besser kennenlernen“. Deshalb wandert er die nächsten Monate entlang der hessischen Landesgrenze. Ein Mal rund um Hessen – 1.300 Kilometer durch Felder, Wälder und kleine Ortschaften. Um nicht vom Mobilfunk abhängig zu sein, wandert Werner Bach immer mit seinem GPS-Gerät. So weiß er – fast immer – wo es lang geht. Seine jetzige Reise, entlang der hessischen Grenze, soll etwa drei Monate dauern. Mit einem Schnitt von etwa 15 Kilometern am Tag und 15 Kilogramm Gepäck. Neben einer Kamera hat Werner Bach auch immer seinen Laptop dabei. Damit lädt er täglich seine Fotos und Reiseberichte ins Internet hoch. Werner Bach, leidenschaftlicher Wanderer „Angefangen hat es eigentlich damit, dass ich eine Website, mein Tagebuch für die Familie gepflegt habe. Dass sie weiß: Wo bin ich denn? Die Resonanz war dann so enorm, dass ich gesagt habe: Okay, ich mache das auch für andere. Ja, natürlich bedeutet das: Neben einem Wandertag, an dem ich dann fünf, sechs, sieben Stunden unterwegs war, hatte ich immer noch zwei, drei Stunden Nachbearbeitung.“ So sportlich war der Darmstädter Werner Bach nicht immer unterwegs. Etwa 30 Jahre lang zählte für ihn primär sein Job in der Softwareentwicklung. Seine Laufleidenschaft begann 2003, im Alter von 55 Jahren. Werner Bach, wandert entlang der hessischen Grenze „Ich war früher Couchpotatoe und Workaholic und bin durch Zufall über meine Frau zum Walken, zum Lauftreff gekommen. Dann ging es zum Nordic Walking. Und dann fing es mit Tageswanderungen an.“ Dabei sollte es aber nicht bleiben. In den Jahren darauf folgten unter anderem zwei Pilgerreisen durch Japan, der Jakobswegs nach Santiago de Compostela und eine fünf Monate lange Wanderung, zu Fuß quer durch […]

  • Unwetter über Hessen

    Unwetter über Hessen

    Zerstörte Gebäude, verschlammte Autobahnen, blockierte Straßen durch umgeknickte Bäume: Ein kurzes, aber schweres Unwetter hat am Abend und in der Nacht vor allem Osthessen getroffen. Schwerpunkt war der Landkreis Hersfeld-Rotenburg.   Besonders stark sind die Schäden im Bad Hersfelder Stadtteil Sorga. Hier hat der Sturm das komplette Dach einer Grundschule abgedeckt. Eine Straßenlaterne wurde durch die herumfliegenden Teile getroffen und abgeknickt. Die restlichen Teile landeten in den umliegenden Vorgärten. Auch das Haus von Markus Tilmann wurde beschädigt. Er beschreibt den kurzen Schrecken so: Markus Tilmann, Anwohner: „Es hat angefangen zu regnen ganz normal wie immer und dann ist es halt windig geworden da dachte man ja es ist wie immer und auf einmal kam innerhalb von Sekunden wahnsinnige Hagel runter und sehr, sehr starker Wind. Dann hat es einen lauten Krach getan, dann sind wir ganz oben auf den Dachboden gelaufen und haben auf dem Dachboden rausgeschaut und haben hier das ganze Ausmaß gesehen innerhalb von 4 Minuten war alles geschehen.“ Die Trümmerteile sind im gesamten Wohngebiet verteilt. Das Grundschuldach beschädigte zudem mehrere parkende Autos. Weitere Hinterlassenschaften des Unwetters – Hagelkörner beinahe golfballgroß. Allein die Feuerwehr Bad Hersfeld war am Abend mit 60 Kräften im Einsatz, mit zusätzlicher Unterstützung des THW. Christian Seelig, Einsatzleiter der Feuerwehr: „Ja wir haben innerhalb weniger Minuten hat es angefangen leicht zu regnen, dann innerhalb von Sekunden gab es schweren Sturm und auf einmal war es wie eine weiße Wand, starke Niederschläge mit Hagel und sehr starke Windböen. // Es sind natürlich nicht alle Schäden gemeldet worden, man hat aber beim Hierherfahren viele Leute gesehen, die mit der Leiter an ihren Häusern repariert haben oder die Ziegel aus ihren Dachrinnen geholt haben – Die Dachdecker werden hier viel Arbeit haben.“ Umgestürzte Bäume nicht nur innerorts, sondern auch auf der Fahrbahn der A7 bei Kirchheim. Die […]

  • „EinFlüsse – wie Main & Mosel die Region prägen“: Winzer an der Mosel

    „EinFlüsse – wie Main & Mosel die Region prägen“: Winzer an der Mosel

    Wie Flüsse die Landschaft prägen, so prägen sie auch die Menschen, die an ihnen leben und arbeiten. Die Mosel zum Beispiel fließt über 200 Kilometer durch Rheinland-Pfalz und ist Wirtschaftsweg, Tourismusregion und Weinbaugebiet zugleich. Entlang des Flusses gibt es Steilhänge, die für den besonderen Geschmack des weltweit bekannten Moselweins sorgen. Direkt an der Mosel gibt es nun ein einzigartiges Projekt, um Weinanbau weiterzuentwickeln. Der erste Teil unserer Serie „Ein-Flüsse. Wie Main & Mosel die Region prägen“. Jan-Philipp Bleeke, Moselwinzer: „Die Mosel ist für mich eigentlich perfekter Wein, Freiheit und die Chance etwas Tolles zu produzieren.“ Die Mosel und der Wein. Eng verbunden, wie Geschwister. Eine Million Jahre ist es her, als der Fluss die Terrassen schuf, auf denen jetzt die Weinreben stehen. Heute sorgt der Fluss für das Klima, das den Wein so einzigartig macht. Jan-Philipp Bleeke, Moselwinzer: „Gerade wenn man im Herbst hier ist und man steht früh auf, dann sieht man die Mosel dampfen, weil die Mosel halt noch sehr warm ist, die Nacht kalt war. Man hat kleine Wolken in den Weinbergen. Und das ist halt besonders spannend für Botrytis und für verschiedenste Arten von Weinen, die wir produzieren können hier. Und da ist der Fluss maßgeblich.“ Auch Lichtreflektionen von der Mosel helfen den Weintrauben besser zu reifen. Jan-Philipp Bleeke wollte diese besonderen Bedingungen nutzen, um ein besonderes Projekt zu starten. Die erste solidarische Landwirtschaft an der Mosel. Das heißt: Er ist nicht alleine. Interessierte Bürger finanzieren und bewirtschaften den Weinberg mit dem Winzer zusammen. Die Gemeinschaft teilt sich dann Wein, Risiko und Erfahrung. Jan-Philipp Bleeke, Moselwinzer: „Das schöne ist vielleicht eine Gemeinschaft hinter sich zu haben, dass wir Wein produzieren wollen und das möglichst nachhaltig. Also mit einem ganz geringen Fußabdruck. Und der Druck ist halt da, das zu erfüllen. Und wenn man Druck verspürt kann […]

  • Azubi-Projekt: Nachhaltiger Wiederaufbau im Ahrtal

    Azubi-Projekt: Nachhaltiger Wiederaufbau im Ahrtal

    Übermorgen ist es genau ein Jahr her, dass die verheerende Flut große Teile des rheinland-pfälzischen Ahrtals verwüstet hat. Neben unzähligen zerstörten Häusern, befindet sich auch die Infrastruktur immer noch im Wiederaufbau. Seit Ende letzten Jahres packen auch über 100 Auszubildende der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes mit an. Ihr Ziel: Das Ufer der Ahr für die nächste Flut wappnen. Hendrik Weißflog, Wasserbauer „Die Bilder von der Flut waren wirklich schrecklich. Als ich hierhin kam, war es noch nicht so schön grün, wie es jetzt ist. Es war kahl, überall lag Müll, es war alles verdreckt. Die Ahr war nicht wiederzuerkennen von einem Google-Maps-Bild; ich war ja nie hier. Kaum auszudenken, was die Leute hier mitgemacht haben.“ Als ihn sein Ausbildungsbetrieb Ende letzten Jahres ins Ahrtal schicken will, um dort den praktischen Teil seiner Lehre zum Wasserbauer zu machen, muss Hendrik Weißflog aus Wincheringen nicht lange überlegen. Auch er hatte die Bilder aus der Flutnacht gesehen. Das Ausmaß der Zerstörung konnte er vorher nur erahnen. Sein Fachwissen und das der anderen rund 100 Lehrlinge wurde hier dringend gebraucht. Denn als zukünftige Wasserbauer lernen sie, wie sie Flussufer aufbauen und absichern können. Sie verwenden eine spezielle Methode, die hier in der Region bisher noch nie angewendet wurde: die sogenannte „Lebendbauweise“. Dabei bauen sie eine Art „natürlichen Zaun“ mit Hölzern und Pflanzen, die Wurzeln schlagen und mit dem Boden verwachsen. Hendrik Weißflog, Wasserbauer „Also, man möchte, dass das Ufer nicht bei einem nächsten Hochwasser wieder weggeschwemmt wird durch die Strömung, durch die Erosion, sondern man möchte, dass es bestehen bleibt. Und so hat man eben diese naturnahen Bauweisen hier ausgewählt.“ Für die Menschen in der Ahr-Region sei die Arbeit der Azubis ein echter Mutmacher, sagt der Bürgermeister der Stadt. Weniger ermutigend seien hingegen die enormen bürokratischen Hürden für den Wiederaufbau. Guido Orthen, CDU, […]

  • Das Gewächshaus der Zukunft

    Das Gewächshaus der Zukunft

    Gemüse regional anbauen auf einer relativ kleinen Fläche und dabei auch noch wenig Energie und Wasser verbrauchen –  so wie die Welt zurzeit aussieht, wäre das ein Traum. Ein Traum der durchaus realistische Chancen hat, wahr zu werden und zwar in Bürstadt an der hessischen Bergstraße. Das Gewächshaus der Zukunft. Statt Glasdach, eine hochtransparente Folie, hagelsicher, lichtdurchlässig. Das komplette Gewächshaus besteht aus recycelbaren Materialien. Es steht auf dem Dach einer ehemaligen Packhalle und könnte so auch zum Beispiel auf jedes Flachdach eines Supermarktes gebaut werden. Franz Schreier, Geschäftsführer „energy biosphere food“ „Mit dem Gewächshaus wollten wir zeigen, dass es möglich ist, auf kleiner Fläche ein sogenanntes Doppelerntesystem zu installieren. Das heißt, wir nutzen die Fläche einerseits für Pflanzenproduktion, andererseits erzeugen wir Strom. Das wird ja auch in der Gesellschaft diskutiert, für was verwenden wir die limitiert vorhandenen Flächen in Deutschland. Produzieren wir darauf Strom oder produzieren wir Lebensmittel?“ Hier im Bürstädter Gewächshaus beides. Die Chilli-Pflanzen blühen, die Folie sorgt für das perfekte Licht. Strom wird durch Sonnenkollektoren erzeugt, die draußen am Haus angebracht sind. Und durch kleine Solarzellen drinnen unter der Folie. Die sind so angebracht, dass sie das Sonnenlicht optimal nutzen und den Pflanzen dabei Schatten spenden können. Noch fehlt die Steuerung, bis Ende des Jahres soll der Prototyp fertig sein. Für sein Versuchsgewächshaus konnte Franz Schreier einen Bio-Gärtner gewinnen. Alexander Hicks, Chilli-Experte „Ja, das Thema Energie ist im Gartenbau natürlich auch immer ein großes. Weil Gartenbau einfach sehr energieintensiv ist und deswegen sind natürlich solche Konzepte, wo man eben auch Energie erzeugt in einem Gewächshaus, natürlich sehr interessant für die Produktion der Zukunft, damit man kostengünstiger produzieren kann.“ Das Bürstädter Gewächshaus ist Teil des EU-Projekts GROOF. Neben Deutschland sind Belgien, Luxemburg, Frankreich und Spanien beteiligt. Es geht um klimafreundliche Gewächshäuser, die so gebaut werden, dass sie die Energie, […]

  • Regierungserklärung zum Wiederaufbau im Ahrtal

    Regierungserklärung zum Wiederaufbau im Ahrtal

    Die Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021 veränderte für viele Menschen im Ahrtal alles. Das war die Nacht der Jahrhundertflut, bei der 135 Menschen ums Leben kamen. Nächste Woche jährt sich die Katastrophe. Was ist seitdem passiert? Wie ist der Wiederaufbau vorangeschritten? Heute hat sich die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin in einer Regierungserklärung zur Flutkatastrophe geäußert. Für einige Betroffene ist in Sachen Wiederaufbau Sand im Getriebe. Gegen das Vergessen protestieren die Betroffenen der Flutkatastrophe aus dem Ahrtal am vergangenen Samstag in Mainz. Sie fühlen sich von der Politik allein gelassen. Hilfsgelder kämen zu langsam oder gar nicht an, gleichzeitig erhielten freiwillige Helfer keine Unterstützung mehr vom Landkreis. Ursula aus Bad Neuenahr „Bei uns im Haus ist noch gar nichts passiert. Seit zehn Monaten. Man kommt dann da rein und sieht sich die verschmutzten Wände an und das ist kein Zustand.“ Katharina aus Bad Neuenahr-Ahrweiler „Wichtig ist natürlich, die Anträge für die Landesbank, für den Kredit von der Landesbank leichter zu machen, leichter zu genehmigen und nicht nur 20 Prozent, sondern direkt 40 Prozent, damit die Menschen, die jetzt noch im Hintertreffen sind, die noch im Container sind, dass die weiterkommen,dass die ihre Häuser aufbauen können.“ Iris aus Ahrweiler „Manche gehen dann … wohnen bei ihren Kindern oder Eltern, umgekehrt. Die sind immer noch nicht zuhause, die sind noch immer nicht, können die sich selbst versorgen. Wie kann man die Versorgungszelte schließen?“ Die Flutkatastrophe im Ahrtal ist heute auch Thema im rheinlandpfälzischen Landtag. Mit einer Schweigeminute gedenken die Abgeordneten der Opfer. In ihrer Regierungserklärung zieht Ministerpräsidentin Malu Dreyer Bilanz zum Wiederaufbau und lobt das Engagement der vielen Helfer. Malu Dreyer, SPD, Ministerpräsidentin Rheinland-Pfalz „Es zeigt sich in der Stunde der Not: Die Menschen halten zusammen. Und dafür sage ich auch heute nochmals aus ganzem Herzen: Vielen Dank!“ Die Opposition hatte die […]