Natur

  • Wald bei Münster erholt sich nach dem Brand

    Wald bei Münster erholt sich nach dem Brand

    Immer wieder haben wir in den Sommermonaten Bilder von lodernden Flammen und verkohlten Bäumen gezeigt, immer wieder hat es in den Wäldern von Hessen und Rheinland-Pfalz gebrannt. In den letzten fünf Jahren hat sich die Anzahl der Waldbrände in beiden Bundesländern etwa verfünffacht. Es sind die hohen Temperaturen und die langen regenfreien Perioden, die das Feuer begünstigen. Wie auch im hessischen Münster vor rund einem Monat. Hier haben 34 Hektar Wald in Flammen gestanden, also etwa 48 Fußballfelder. Und wie geht es dort weiter, wenn die Flammen erloschen sind? Wir haben es uns angeschaut. So oder so ähnlich muss es wohl auf dem Mond aussehen. Aus dem gesunden, grünen Mischwald ist eine karge Landschaft geworden. Mitte August hat es hier mehr als eine Woche lang gebrannt. Rund 4.500 Feuerwehrleute waren im Einsatz, um die Flammen zu bekämpfen und die Glutnester zu löschen. Sebastian Vocilka, Forstamtsleiter Dieburg „Die Folgen sind natürlich zunächst einmal eine enorme Hitzeentwicklung. Das heißt, die Rinde wird geschädigt, die ja den Baum so ein bisschen schützt, auch die Gewebe darunter werden geschädigt. Und das ist eine enorme Belastung und das bringt Bäume natürlich reihenweise zum Absterben.“ Was bleibt, sind Blätter und Nadeln, die von den toten Bäumen fallen, und verkohlte Baumreste. Das Bild vermittelt den Eindruck, das Feuer habe dem Wald das Leben genommen. Doch der erste Blick täuscht. Sebastian Vocilka, Forstamtsleiter Dieburg „Tiere sieht man auch hier, wenn man über die Fläche geht. Ob das Insekten sind oder Amphibien – die kommen relativ schnell wieder zurück. Das erste Grün hat noch nicht mal gewartet bis die Feuerwehr die Schläuche aufgeräumt hatte. Also während die Beregner noch liefen, um Glutnester auszumachen und ein bisschen die Bodentemperatur zu kühlen, da kamen auch schon die ersten Gräser. Und wir sehen sogar hier und da, dass sogar manche Bäume es […]

  • Bilanz der Weinlese

    Bilanz der Weinlese

    Der Weinjahrgang 2022 geht in den Schlussspurt. Und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn nach dem extrem trockenen Sommer, kam im September der große Regen. Die Winzer müssen sich beeilen, damit die Trauben nicht faul werden. Und das bedeutet: früh aufstehen. Seit halb sechs am Morgen ist der Vollernter unterwegs. Die Winzer haben bei der Ernte den Turbo eingeschaltet. Auch hier im rheinhessischen Zornheim werden die Trauben im Akkord von den Reben geschüttelt. 45 Hektar Rebfläche bewirtschaften Julia Schittler und ihre Familie. Seit dem 2. September dreht sich hier alles um die Weinlese. Julia Schittler, Winzerin „Es lief auch wirklich die letzten zehn – 14 Tage sehr gut. Nur dann kam auf einmal der Regen, wir mussten dann auch eine Lesepause machen und somit haben wir gemerkt, dass es doch jetzt nicht so einfach der Jahrgang ist.“ Trotz extremer Trockenheit, Regen und sogar Hagel: Hier am Zornheimer Berg sehen die Chardonnay-Trauben sehr gut aus. Und auch der Zuckergehalt stimmt. Julia Schittler, Winzerin „Oh, Wahnsinn, 95 Grad Oechsle!“ Noch süßer sollten die Trauben nicht werden, deshalb wird jetzt schnell gelesen. Auch ein paar Weinberge weiter sind die Erntehelfer bei der Chardonnay-Ernte. Hier allerdings mit der Hand. Diesen Reben hat das Wetter mehr zu schaffen gemacht. Es muss selektiert werden. Julia Schittler, Winzerin „Da sieht man schon, dass die Träubchen sich langsam durch den Regen die letzte Zeit abdrücken und Fäulnis bekommen. Deshalb sind wir heute hier am Chardonnay-Weinberg am rauslesen mit der Hand und gucken halt wirklich, das zu 100 Prozent nur gesundes Lesegut nachhause kommt. Deswegen schneiden wir jetzt alle faulen Träubchen raus.“ Die kühlen Nächte in dieser Woche bremsen die Fäulnis. Mehr als 60 Prozent der Weinberge sind hier in Zornheim abgeerntet. Nicht nur in Rheinhessen, auch in den anderen Weinbaugebieten, ist die Ernte schon weit fortgeschritten. Ernst […]

  • Möglicher Tornado deckt Dächer ab

    Möglicher Tornado deckt Dächer ab

    Sonne, Regen, Sturm. Es ist Mitte September, doch draußen herrscht eher typisches Aprilwetter. Mancherorts kommt es sogar zu Extremwetterereignissen, wie gestern Abend im rheinland-pfälzischen Büchenbeuren. Nach starkem Regen fängt es dort heftig zu stürmen an. Mehrere Anwohner berichten sogar von einem Tornado. Dimitri Conrad, Anwohner „Es war eigentlich ein friedlicher Abend und dann habe ich nur gemerkt, dass es stärker angefangen hat zu regnen. In dem Moment, als wir die Fenster zugemacht haben, ist vor unseren Augen der Tornado durchgefegt. Ich habe nur gesehen, dass das Dach vom Gartenhäuschen weggeflogen ist und alles vor meinen Augen. Ich habe auch die Dachziegel runterfliegen gesehen.“ Mit Hilfe einer Drehleiter verschafft sich die Feuerwehr einen Überblick über den Schaden am Wohnhaus. Hier hat der Sturm ein großes Loch in das Dach gerissen und die Ziegel quer um das Gebäude verteilt. Es ist etwa 18 Uhr, als die Anwohner von dem Unwetter überrascht werden. Die heftigen Sturmböen knicken mehrere Bäume um und schleudern Äste umher, Heuballen auf dem Feld werden auseinandergerissen. Ein besonders großer Schaden entsteht an einer Scheune. Glücklicherweise sind die Anwohner während des Sturms im Haus, sodass hier niemand verletzt wird. Helmut Krämer, Anwohner „Also, das Auto ist mal halb kaputt, wie man ja sehen kann. Das Dach ist halb kaputt und da das Dach. Und hinten ist auch noch Zeug hingeflogen auf die andere Seite. Das hat eine Minute gedauert oder zwanzig Sekunden, dann war es wieder rum.“ Bis in die Nacht hinein sind die Einsatzkräfte damit beschäftigt, die Schäden des Unwetters zu beseitigen. Ob es tatsächlich ein Tornado war, der sich seinen Weg durch Büchenbeuren im Rhein-Hunsrück-Kreis gebahnt hat, konnte offiziell zwar noch nicht bestätigt werden. Eins ist jedoch klar: Die Anwohner des kleinen Örtchens haben eine äußerst stürmische Nacht hinter sich.

  • Intelligentes Giessen in Mainz

    Intelligentes Giessen in Mainz

    Auch wenn die ganz große Trockenheit vorbei ist, die Folgen sind immer noch zu spüren. Bestimmt haben auch Sie schon überall vertrocknetes Laub entdeckt. Das hat nicht nur damit zu tun, dass der Herbst anklopft, sondern auch, weil es den Bäumen diesen Sommer schlichtweg zu heiß war. Ein Pilot-Projekt aus Mainz testet deshalb, wie man mithilfe von Sensoren Bäume intelligenter gießen kann. Na dann, Wasser marsch! Durstlöscher für Laub- und Nadel-Riesen. Wann welcher Baum Wasser benötigt, messen in Mainz nun diese Sensoren an zehn Jungbäumen. Denn gerade diese müssen häufig gegossen werden, weil ihre Wurzeln noch nicht so tief im Boden stecken. Daniel Stölzle, Innovationsmanager Mainzer Stadtwerke „Der Sensor misst kontinuierlich die Werte, sodass am Ende des Tages eine Kurve auch entsteht. Und das ist ganz wichtig, weil, wenn der Baum schon durstig ist und man dann zwei Tage später erst kommt, um zu gießen, dann ist es meistens zu spät. Das heißt, die Kunst hintendran ist, kontinuierlich zu messen, und an der kontinuierlich entstehenden Kurve rechtzeitig zu identifizieren, wann der Baum gegossen werden muss.“ Dafür werden Schrauben wenige Millimeter in die Rinde bis zu den sogenannten wasserführenden Schichten gebohrt. Denn hier fließt das Wasser von den Wurzeln hoch in die Baumkrone. Die Schrauben messen den Widerstand in den Schichten. Ist viel Wasser drin, ist auch der Widerstand gering. Wird der Widerstand höher, wird der Baum langsam durstig. Ein Baum kann da Indikator für viele sein. Daniel Stölzle, Innovationsmanager Mainzer Stadtwerke „Wenn dieser Baum mehrfach an einer Stelle vorkommt und die klimatischen Bedingungen ähnlich sind, dann kann man mit einem Sensor auch zehn, fünfzehn Bäume eben sensieren. Und dann muss man nicht für jeden Baum einen einzelnen Sensor ausbringen.“ In Mainz kooperieren dafür die Stadtwerke mit der Wohnungsbaugesellschaft, auf deren Gelände die Test-Bäume stehen. Die Idee und Technik dahinter stellt […]

  • Hochwasservorsorge wird neu aufgestellt

    Hochwasservorsorge wird neu aufgestellt

    135 Menschen sind bei der Jahrhundertflut in Rheinland-Pfalz ums Leben gekommen, dutzende Orte wurden von den Wassermassen zerstört. Um Katastrophen in diesem Ausmaß in Zukunft zu vermeiden, will die rheinland-pfälzische Landesregierung ihr Krisenmanagement überarbeiten. Fast vierzehn Monate ist die Flutkatastrophe im Ahrtal und in der Eifel her. Unzählige Helfer haben damals über Wochen hinweg geholfen, Menschenleben zu retten, Keller leer zu pumpen, Schutt wegzuschaffen. Um ihnen zu danken, haben Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Innenminister Roger Lewentz einigen von ihnen heute die rheinland-pfälzische Fluthilfemedaille übergeben – stellvertretend für die rund 50.000 Einsatzkräfte von Feuerwehren, Rettungsdiensten und anderen Hilfsorganisationen aus der Blaulichtfamilie. 135 Menschen sind bei der Jahrhundertflut in Rheinland-Pfalz ums Leben gekommen, dutzende Orte wurden von den Wassermassen zerstört. Um Katastrophen in diesem Ausmaß in Zukunft zu vermeiden, will die rheinland-pfälzische Landesregierung ihr Krisenmanagement überarbeiten. Bad Neuenahr-Ahrweiler in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021. Das Wasser bahnt sich seinen Weg durch die Straßen, Anwohner versuchen, sich in letzter Sekunde in Sicherheit zu bringen. Keiner hier hat auch nur im Ansatz erahnt, was da auf ihn zukommt. „Wenn man nicht irgendwie über Facebook oder Instagram aktiv war, was ja auch nicht alle Leute haben, dann hatte man gar keine Information.“ „Es wäre halt schön gewesen – ob die Regierung das ist oder irgendwelche Organisationen – dass die gesagt hätten, hier, wir müssen euch vorwarnen, packt eure Sachen, verschwindet!“ Und genau das soll sich ändern. Um die Risikokommunikation zu optimieren, soll für die Bürger ein verbessertes digitales Informationsangebot geschaffen und zusätzliche Frühwarnstufen erarbeitet werden. Gemeinsam mit Experten will der Hochwassermeldedienst neue, unmissverständliche Warntexte entwerfen. Außerdem soll die Zusammenarbeit zwischen Deutschem Wetterdienst und der Hochwasservorhersagezentrale intensiviert werden. Die Optimierung der Risikokommunikation ist Teil des Plans zur Verbesserung der Hochwasservorsorge, den die rheinland-pfälzische Umweltministerin heute vorgestellt hat. Genau wie die Weiterentwicklung der […]

  • Mysteriöse Zeichen auf Romroder Wiese

    Mysteriöse Zeichen auf Romroder Wiese

    Seltsame Zeichen auf dem Boden, die wie aus dem Nichts aufgetaucht sind. Eine Wiese bei Romrod im Vogelsberg ist aktuell Anziehungspunkt für Hobbyforscher und Mystiker. Die rechtwinkligen Linien sorgen vor allem aus der Vogelperspektive für einiges Staunen. Was dahintersteckt? Wir sind der Sache – im wahrsten Sinne des Wortes – auf den Grund gegangen. Eine versunkene Stadt? Umrandungen antiker Spielfelder? Oder gar Landemarkierungen für Außerirdische? Was ist hier los, im Jägertal bei Romrod im Vogelsberg? Idyllisch liegt es zwischen Buchenwäldern und klaren Bächen. Die Wiese hier gehört Landwirtschaftsmeister Julian Rühl. Und der begibt sich für uns auf Spurensuche – im Untergrund. Tief kann er die Eisenstange nicht in den Boden treiben, denn Julian Rühl stößt auf alte Stein-Fundamente. Julian Rühl, Landwirtschaftsmeister „Auf den Fundamenten – wir haben es ja eben durch das Klopfen schon gesehen – haben wir maximal zwischen 20 und 25 cm Erdauflage. Und gerade durch die Trockenheit geht das Wasser dann weg, das verschwindet. Und das Gras kann nicht wachsen, dem fehlt’s Wasser. Durch die geringe Erdauflage schimmern die Fundamente von unten durch, weil’s Gras oben drauf vertrocknet. Die Deutlichkeit, wie sie jetzt zum Vorschein kommen, das ist auch für uns neu.“ Die lang anhaltende Trockenheit in den vergangenen Wochen sorgt also für dieses außergewöhnliche Phänomen. Doch was standen hier für Gebäude? Weiterhelfen kann Heimatforscher Gerhard Bing. Gerhard Bing, Heimatforscher „Also ich sehe das auch hier in dieser Dimension das erste Mal richtig. Das war das ehemalige Jagdlager des Landgrafen Ludwig VIII., der es auf Drängen seines Vaters Ernst-Ludwig hat bauen lassen in den Jahren 1721/22.“ Wer genau hinschaut, kann jedes Gebäude auf der historischen Zeichnung den wieder aufgetauchten Grundrissen zuordnen. Die kleine Brücke rechts im Vordergrund – sie existiert noch heute. Als das Geld Ende des 18. Jahrhunderts immer knapper wird, folgt die Auflösung des Jagdlagers. […]

  • Unwetter geht über Rüsselsheim nieder

    Unwetter geht über Rüsselsheim nieder

    Das Wetter macht uns diesen Sommer extrem zu schaffen. Lange Zeit ist es heiß und viel zu trocken, und wenn es dann regnet, dann schlagartig viel zu viel. So wie in Rüsselsheim gestern Nacht: Dort war die Feuerwehr bei einem Unwetter die ganze Nacht im Dauereinsatz. Gestern Abend im südhessischen Rüsselsheim: Autos kommen kaum noch durch die überfluteten Straßen. Mehr als 70 Keller laufen voll, auch Geschäfte werden überschwemmt. Mehrere Unterführungen müssen gesperrt werden. Über 50 Einsatzkräfte sind bis spät in die Nacht im Einsatz, um die vollgelaufenen Keller auszupumpen und sich vor dort lauernden Gefahren zu schützen. Florian Kämpfer, Einsatzleitdienst Feuerwehr Rüsselsheim „Sind zum Beispiel Keller vollgelaufen, hat das Wasser irgendwie Berührung bekommen mit irgendwelchen spannungsführenden Teilen? Kann ich dort erstmal sicher tätig werden, bevor ich anfange, meine Einsatzkräfte loszuschicken?“ Verletzt wird zum Glück niemand. Bis zu 30 Liter kommen pro Quadratmeter runter, obendrein verschlimmert Hagel die Situation: Hagelkörner verstopfen Gullys und bringen das Wasser zum Überlaufen. Für viele Anwohner ein Schock. Erwin Fleischmann, Anwohner „Das ist wie ein Sturzbach in den Keller rein, durch die Tür. Ich musste schleunigst raus. Kühlschrank, Waschmaschine, alle ist umgefallen und hochgeschwommen. Es ist alles kaputt und steht alles unter Wasser.“ Während der entstandene Sachschaden noch nicht abgeschätzt werden kann, gibt es bereits die nächsten Unwetterwarnungen. Die Rüsselsheimer Feuerwehr sieht sich aber gewappnet. Florian Kämpfer, Einsatzleitdienst Feuerwehr Rüsselsheim „Also, wir sind da sehr gut vorbereitet, wir haben Zugriff auf die Daten des Deutschen Wetterdienstes. Wir gehen im Vorfeld dazu über, dass wir irgendwann sagen: Okay, wir wissen jetzt, es kommt ein Unwetter. Wir stellen dann unsere Feuerwehreinsatzzentrale dahingehend um, dass wir den Unwettermodus fahren. Das heißt, die Einsatzzentrale wird personell verstärkt.“ In Rüsselsheim wären dann mehr als 50 Feuerwehrleute permanent in Alarmbereitschaft. Am Tag nach der Katastrophennacht können die Autos wieder ungehindert durch […]

  • Kleine Flüsse leiden unter Trockenheit

    Kleine Flüsse leiden unter Trockenheit

    Der Sommer 2022 – er geht in die Geschichte ein als der sonnenreichste Sommer seit der Wetteraufzeichnung. Wir hatten 40 Prozent weniger Regen als im Durchschnittssommer. Die Auswirkungen können wir alle sehen. Durch die anhaltende Dürre ist die Schifffahrt im Rhein schon seit Wochen nur noch eingeschränkt möglich, aber auch kleinere Flüsse und Bäche sind von der Dürre betroffen. Wir sind heute in der Region Trier, wo Bäche nur noch Rinnsale sind – mit weitreichenden Folgen für die Natur. Die Enz. Eigentlich ein lebendiger, kleiner Fluss in der Nähe von Bitburg. Doch seit zwei Monaten fließt hier kaum noch Wasser. Monika Kauth wohnt seit 36 Jahren direkt am Fluss. Niedrigwasser kennt sie zwar, doch so eine lange Dürreperiode hat sie noch nie erlebt. Monika Kauth, wohnt an der Enz: „Das kann man sich nicht vorstellen, dass da jetzt so ein bisschen Rinnsal nur ist. Aber es ist schon traurig das zu sehen, weil es ist ja schön, an so einem Bach und einem Fluss zu leben. Das vermissen wir schon.“ Vor allem die Artenvielfalt geht durch das Niedrigwasser verloren. Fische, die sie früher angeln konnte, sind jetzt verschwunden. Monika Kauth, wohnt an der Enz: „Da waren vor allen Dingen Äschen, das ist ein sehr wertvoller Fisch, der nur in gesunden, kühlen und richtigem Wasser sich aufhalten kann. Dann hatten wir hier Aale, wir hatten sogar Neunaugen.“ Jetzt sind nur noch ganz kleine Fische in der Enz. Ein paar Meter Flussaufwärts macht sich Agnes Tillmann-Steinbuß vom Bund für Umwelt und Naturschutz Rheinland-Pfalz regelmäßig ein Bild von dem Fluss. Der Wasserstand sei nochmal niedriger als vor zwei Wochen. Mit weitreichenden Folgen. Agnes Tillmann-Steinbuß, BUND Rheinland-Pfalz „Insgesamt gesehen ist das eine Katastrophe für die Artenvielfalt, die sich hier ja über lange Zeit hinweg behutsam entwickelt hat, wo das eine Lebewesen auf das andere […]

  • Apfelernte unter Solardach

    Apfelernte unter Solardach

    Zurzeit ist die Apfelernte in vollem Gang. Auch hier haben die Landwirte mit der Trockenheit, der Hitze, aber auch mit Hagel und Starkregen zu kämpfen – also mit dem Klimawandel. Ein Forschungsprojekt vom Land Rheinland-Pfalz und der Bundesregierung soll helfen, mit den Folgen des Klimawandels fertigzuwerden und dabei auch noch Strom erzeugen. So eine Anlage ist deutschlandweit einmalig. Es ist heiß und sonnig in Gelsdorf im Landkreis Ahrweiler. Für Obstbauern ist der Sommer 2022 mittlerweile ein Graus, doch hier auf der Agri-Photovoltaik. kurz Agri-PV-Anlage, beklagt sich darüber niemand. Auf Deutschlands erster Apfelplantage unter einem Solardach werden gerade Äpfel der Sorte Delba geerntet. Jürgen Zimmer, Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinpfalz „Eine Agri-PV-Anlage geht im Unterschied zu einer Freiflächen-PV-Anlage das Land nicht landwirtschaftlich verloren, sondern hat eine Aufständerung und kann oben Strom erzeugen und unten können wir noch eine ganz normale landwirtschaftliche Produktion betreiben.“ Ganz normal läuft die Ernte allerdings nicht. Die Mitarbeiter des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum zählen die Äpfel, die geerntet werden, und wiegen sie. Hier wird seit zwei Jahren für die Landwirtschaft der Zukunft geforscht. Die Menge und das Gewicht werden später mit den Ernteergebnissen von Äpfeln, die nicht unter einem Solardach wachsen, verglichen. „212.“ Andere Mitarbeiter des Forschungsprojekts messen die Höhe der Apfelbäume. Alle Daten sind wichtig, denn die Wissenschaftler wollen herausfinden, ob es Ertragseinbußen gibt, wenn die Apfelbäume von oben geschützt wachsen. Jürgen Zimmer, Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinpfalz „Um zu sehen, ob wir durch die Agri-PV höhere Lichteinbußen haben, weil das macht sich bemerkbar in einem stärkeren Baumwachstum.“ Wenn der Baum höher wächst, könnte der Ertrag geringer sein. Das muss jetzt herausgefunden werden. Die Forscher vergleichen Apfelbäume, die unter Solarzellen wachsen, mit Bäumen die unter Folie und unter Hagelnetzen stehen. Jürgen Zimmer, Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinpfalz „Hagelschutz oder Kulturschutz ist in der Landwirtschaft, gerade im Gartenbau und im Obstbau, […]

  • Spinne nach David Bowie benannt

    Spinne nach David Bowie benannt

    „Spinnen“ – bei diesem Thema scheiden sich ja die Geister. Viele Menschen gruseln sich, andere haben regelrecht Angst. Und dann gibt es auch die Menschen, die von den Tieren mit den acht Beinen hellauf begeistert sind. Peter Jäger gehört definitiv dazu. Seit rund 20 Jahren forscht er in diesem Bereich am Frankfurter Senckenberg-Institut. Peter Jäger ist aber auch großer David-Bowie-Fan und hat jetzt sogar eine ganze Spinnengattung nach seinem Musik-Idol benannt – zu Ehren seines 75. Geburtstags. „She’ll come, she’ll go, she’ll lay belief on you“ Hier krabbelt keine Bowie-, sondern eine Vogelspinne. Die „Heteropoda davidbowie“ sitzt im Terrarium daneben und ist weniger kooperativ – und wenn sie will auch deutlich schneller. Diese Riesenkrabbenspinne hat Arachnologe Peter Jäger bereits im Jahr 2008 entdeckt und nach seinem persönlichen Superstar benannt, der auch an seinem Arbeitsplatz allgegenwärtig ist: David Bowie. Einen Teil seiner Arbeit verbringt Peter Jäger auch in Höhlen oder im Dschungel. Als er kürzlich in Thailand eine ganz neue Gattung der nicht allzu großen grau-braunen Kammspinnen entdeckt hat, wusste er, da schlummert rund um die Musiklegende noch reichlich Namenspotential. Dr. Peter Jäger, Leiter Arachnologie Senckenberg Forschungsinstitut „Da es so viele neue Arten waren, habe ich die Chance genutzt und gesagt: ‚Okay, ich werde die Gattung Bowie nennen – also nach David Bowie natürlich – und dann vom Himalaya bis Papua-Neuguinea die ganzen neuen Arten nach seinem Werk zu beschreiben sozusagen‘- Also es fängt im Himalaya an mit den alten Sachen wie ‚Major Tom‘, ‚Ziggy Stardust‘, ‚Lady Stardust‘, geht dann über, ja, ‚Heroes‘, ‚Let’s Dance‘ und so weiter in Indonesien und Malaysia bis hin zu Papua-Neuguinea, wo ich so seine letzten Werke wie ‚Blackstar‘ und ‚Lazarus‘, ‚The Next Day‘ letztendlich verwendet habe.“ Peter Jäger hat schon viele Spinnen entdeckt und getauft. Außerdem ist er Herr über eine der größten Spinnentier-Sammlungen der […]

  • Weinlese an der Ahr beginnt

    Weinlese an der Ahr beginnt

    Gute Qualität, aber eine überschaubare Menge – so kann man den Weinjahrgang 2022 ganz gut auf den Punkt bringen. Jetzt hat die Hauptlese an der Ahr begonnen – im Jahr eins nach der Flut. Für die Winzer ein Zeichen der Solidarität für die von der Flutkatastrophe heimgesuchte Region. „Super lecker.“ Heike Günther schmecken die Ahr-Trauben. Sie macht zusammen mit Ehemann Bernd praktisch Helfer-Urlaub. Eine Woche bleibt das Paar aus Heidelberg im Ahrtal und hilft bei der Ernte. Heike Günther, Erntehelferin „Weil ich das sinnvoll finde. Wir haben das letztes Jahr in der Ficht gemacht, Urlaub gespendet, habe da auch einen Fluteinsatz in Stollberg gemacht, in Zweifall beim Bäcker und jetzt haben wir gesagt, dieses Jahr gehen wir in die Weinberge.“ In die Steillagen hoch über der Ahr, in diesem Jahr wieder mit einem wundervollen Panoramablick. Anders als im vergangenen Jahr. Damals war Winzer Philip Nelles froh, dass er nicht schon Ende August in den Weinberg musste. Philip Nelles, Winzer aus Heimersheim „Auch bei uns stand der komplette Betrieb im Wasser und gerade was die Gewölbekeller angeht, wo wir die ganzen Barrique-Fässer lagern, haben wir die Hälfte der Ernte verloren. Mit der Ernte waren wir, denke ich, letztes Jahr nochmal drei bis vier Wochen später dran, von daher hatten wir zum Glück noch etwas Zeit uns darauf vorzubereiten.“ Das Weingut ist wieder aufgebaut. Der Gebäudeschaden: rund 1,5 Millionen Euro. In diesem Jahr will der Winzer neu durchstarten und hofft auf einen guten Jahrgang, trotz Hitze, trotz Trockenheit. Philipp Nelles, Winzer aus Heimersheim „Ich denke, wir haben hier einen Jahrgang draußen im Weinberg hängen, der von seiner Qualität sehr gut dasteht. Top Trauben, wie man sich sie wünscht. Das einzige: Die Trauben haben wenig Flüssigkeit aufgenommen, weil der Regen etwas gefehlt hatte, von daher wird es, denke ich, ein schöner Jahrgang für […]

  • Güterschiff havariert: Mittelrhein gesperrt

    Güterschiff havariert: Mittelrhein gesperrt

    Im Mittelrheintal ist der Schiffsverkehr heute zum Erliegen gekommen. Und das liegt nicht etwa am aktuell extrem niedrigen Pegelstand. Ein Güterschiff ist zwischen St. Goar und Oberwesel havariert und blockiert die Fahrrinne. Die Bergung ist kompliziert, denn das verunfallte Schiff ist groß und besteht aus mehreren Teilen. 190 Meter lang und fast 23 Meter breit ist der Schubverband, der hier ein Durchkommen heute über viele Stunden unmöglich macht. Gegen 1 Uhr 30 in der Nacht bleibt der Container-Riese liegen. Peter Knopp, Wasserschutzpolizei St. Goar „Der Schiffsführer meldete erst mal Maschinenausfall, dass nacheinander beide Maschinen ausgefallen sind. Er vermutet, dass sich etwas in der Schraube festgefangen hat und die dadurch zum Stillstand kam.“ Bei dem havarierten Schiff handelt es sich um einen Schubverband: Ein motorisiertes Schiff schiebt mehrere sogenannte Leichter an. Das sind riesige, schwimmfähige Container ohne eigenen Antrieb. In diesem Fall sind es drei. Problematisch: Die Unfallstelle liegt in einer ausgesprochen engen Kurve. Peter Knopp, Wasserschutzpolizei St. Goar „Das ist eine Stelle, wo normalerweise einem Schubverband schon mal grundsätzlich kein Schiff begegnen darf. Aufgrund der engen Stelle und der starken Kurve und auch der Strömungsverhältnisse brauchen Schubverbände, wenn sie jetzt zu Berg oder zu Tal fahren, die gesamte Fahrrinnenbreite. Und jetzt kam noch dazu, dass wir niedriges Wasser haben und dementsprechend überhaupt kein Platz mehr ist für Berg- oder Talfahrt an dem vorbeizukommen.“ Zwar kann das Schiff am Morgen von zwei anderen Schiffen, die zufällig in der Nähe sind, aus der Kurve geschleppt werden, doch bevor es nach Bingen abtransportiert werden kann, müssen die Leichter voneinander getrennt werden. Ein Spektakel für viele Schaulustige. Mats und Resi Hammes „Mein Mann hatte das, glaube ich, im Radio gehört heute Morgen. Und dann kam der Kleine um 8 Uhr und dann haben wir ihm das erzählt. ‚Oh‘, hat er gesagt, ‚da möchte ich […]

  • Edersee nur zu einem Fünftel gefüllt

    Edersee nur zu einem Fünftel gefüllt

    Der Edersee in Hessen ist einer der wichtigsten Wasserversorger für den Schiffsverkehr im Norden Deutschlands. Zum wiederholten Mal hat Trockenheit den Wasserstand des Stausees wieder deutlich früher und extremer sinken lassen. Mit spürbaren Folgen für die Region. Diese Steinwüste muss überquert werden, bevor man durch tiefen Schlamm ins kühle Nass des Edersees kommt. Es fehlt an Niederschlägen; der drittgrößte Stausee in ganz Deutschland ist nur noch etwa 20 Prozent befüllt. Das Wasser und die Stimmung vor Ort: Auf dem Tiefpunkt! Zum vierten Mal in den letzten fünf Jahren endet hier die Saison vier bis sechs Wochen früher als geplant. Und das hat gravierende Folgen. Thomas Hennig, Segelschule Rehbach-Edersee „Wir haben jetzt Stornierungen. Wir können im September keine Segelkurse mehr durchführen. Segler verkaufen ihre Boote, verlassen den See, weil sie mit der Situation nicht zufrieden sind. Wir haben keine Badegäste mehr. Und schauen Sie sich um in der Gastronomie. Die Biergärten sind verwaist, die Strände sind verwaist. Die Region ist tot.“ Normalerweise lockt dieser Badestrand Mitte August täglich bis zu 1.000 Badegäste an. Ins Wasser möchten hier aktuell aber nur die Wenigsten. Das liegt auch an den Blaualgen, die sich wegen des Wassermangels intensiv ausbreiten. Allein Thomas Hennig rechnet in dieser Saison mit einem Umsatzverlust von bis zu 150.000 Euro. Für die gesamte Region ginge der Schaden in die Millionen. Die wenigen Touristen, die trotzdem gekommen sind, weichen meist auf andere Optionen aus. Familie Goffing „Wir wollten eigentlich schwimmen gehen, aber da unten ist es sehr matschig. Man muss also knöcheltief durch den Matsch laufen, bevor man überhaupt ans Wasser kommt und da gehen wir dann lieber ins Schwimmbad.“ Andreas Müller und Leah Schmidt „Wir haben es uns schon anders vorgestellt glaube ich. Ein bisschen unerwartet am Anfang, als wir gesehen haben wie weit das Wasser hier weg ist. Aber wir […]

  • Feuerwehr kämpft seit Tagen gegen Waldbrand

    Feuerwehr kämpft seit Tagen gegen Waldbrand

    Im Wald bei Münster in der Nähe von Darmstadt ist die Feuerwehr weiterhin rund um die Uhr im Einsatz. Am Samstag war dort ein Feuer ausgebrochen – rund 10 % des Waldgebiets wurden dabei ein Raub der Flammen. Zwar haben die Einsatzkräfte das Feuer mittlerweile weitgehend unter Kontrolle, doch nach wie vor sorgen zahlreiche Glutnester für Gefahr. Im Wald bei Münster in der Nähe von Darmstadt ist die Feuerwehr weiterhin rund um die Uhr im Einsatz. Am Samstag war dort ein Feuer ausgebrochen – rund 10 % des Waldgebiets wurden dabei ein Raub der Flammen. Zwar haben die Einsatzkräfte das Feuer mittlerweile weitgehend unter Kontrolle, doch nach wie vor sorgen zahlreiche Glutnester für Gefahr. Viel ist von diesem Waldstück bei Münster nicht übrig geblieben: Eine Mondlandschaft mit verkohlten Baumstümpfen. Und das auf rund 25.000 Quadratmetern – eine Fläche so groß wie 35 Fußballfelder. Auch wenn hier momentan keine Flammen mehr lodern, bleibt der rund 300 Grad heiße Waldboden brandgefährlich: Das Feuer kann überall und jederzeit wieder auflodern. Heiko Schecker, Kreisbrandinspektor Darmstadt-Dieburg „Das Feuer ist unter Kontrolle, aber es ist noch nicht aus. Wir können noch kein ‚Feuer aus‘ melden, so dass wir die Einsatzstelle hier verlassen können und alles ok ist. Würden wir die Einsatzstelle zum jetzigen Zeitpunkt verlassen, würden wir in ein paar Stunden wieder da stehen und wir hätten wieder ein größeres Feuer. Das wollen wir umgehen und deshalb müssen wir die Glutnester jetzt bekämpfen. So, dass die Temperatur am Waldboden wirklich nach unten geht.“ Rund 3.000 Feuerwehrleute sind an den Löscharbeiten im Münsterer Wald beteiligt. Unterstützung erhält die Feuerwehr aus Darmstadt-Dieburg dabei von Kollegen aus 14 weiteren hessischen Landkreisen sowie aus Rheinland-Pfalz, Bayern und Baden-Württemberg. Und auch zwei Löschhubschrauber von Polizei und Bundeswehr sind im Einsatz, um aus der Luft zu löschen: Denn das Betreten der verkohlten […]

  • Der Schleusentaucher von Kostheim

    Der Schleusentaucher von Kostheim

    Wie Flüsse die Landschaft prägen, so prägen sie auch die Menschen, die an ihnen leben und arbeiten. Der Main zum Beispiel fließt 77 Kilometer durch Hessen und ist Naherholungsgebiet, Lebensraum  und Wirtschaftsweg für die Region. Damit Binnenschiffe überhaupt durch den Main fahren können, gibt es im hessischen Teil sechs Schleusen. Diese müssen auch einwandfrei funktionieren und regelmäßig repariert werden. Wie das funktioniert, zeigen wir in unserer Serie „Einflüsse“. Bernhard Steinkamp, Industrietaucher am Main „Für mich ist der Main Heimat natürlich. Ich bin sehr heimatverbunden als Frankfurter, ja. Einfach wenn ich auf den Main rausgehe oder rausfahre oder auch unter Wasser fühle ich mich schon zu Hause.“ Letzte Einsatzbesprechung auf der Mimir in Kostheim. Christian Scherg geht mit seinem Team nochmal den Ablauf und die Gefahren durch. Denn ein riskanter Einsatz steht bevor. Die Wand der Schleuse muss geschweißt werden, und zwar unter Wasser. Ein Schiff hat die Schleuse gerammt und die empfindliche Wand beschädigt. Die Folge: Der Boden an der Schleuse senkt sich immer weiter ab. Experte dafür ist Bernhard Steinkamp. Er taucht schon seit 17 Jahren im Auftrag des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts Main. Für den Frankfurter ist so ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen. Bernhard Steinkamp, Industrietaucher am Main „Ich bin am Main groß geworden, ja. Und ich war am Anfang nicht tauchen als Jugendlicher oder Kind, aber wir waren immer mit den Füßen drin. Haben Fischchen gefangen. Jetzt ist es halt so, ich habe dann eigentlich quasi mein Hobby zum Beruf gemacht und das ist halt schon ganz cool.“ Jetzt heißt es erst mal: Konzentration an Bord. Bernhard Steinkamp muss in seinen Taucheranzug. Alles muss perfekt sitzen, denn unter Wasser lauern Gefahren von mehreren Seiten. Bernhard Steinkamp, Industrietaucher am Main „Erst mal von Bauteilen, die abstehen könnten oder Schifffahrt, die Wellen schmeißt. Man wird rumgewirbelt. Man hat natürlich das […]