Natur

  • „Es war doch nur Regen!?“ – ein Buch über die Flutkatastrophe

    „Es war doch nur Regen!?“ – ein Buch über die Flutkatastrophe

    „Es war doch nur Regen!?“ hat es in die Spiegel-Bestsellerliste geschafft hat. Die fünfte Auflage ist vergriffen, eine sechste erscheint jetzt. Ein Taschenbuch über die Hochwasserkatastrophe im Ahrtal vor gut vier Monaten, geschrieben von einem BKA-Beamten, der mittendrin war in der Katastrophe, deren Folgen die rund 100.000 Bewohner des Ahrtals noch Jahrzehnte beschäftigen wird. Das Ahrtal kurz nach der Flut. Eine Zerstörung, deren Ausmaß immer noch unfassbar ist. Die Nacht zum 15. Juli 2021 macht Tausende Obdachlos. 134 Menschen sterben, mehr als die Hälfte stammen aus Bad-Neuenahr-Ahrweiler. Andy Neumann, BKA-Beamter „Am Morgen nach der Flut war das ein totales Chaos. Das kann man sich ganz gut vorstellen. Da waren knapp zweo Meter oder über zwei Meter Wasser und da schwamm alles Mögliche drin. Das lag am nächsten Morgen überall – auf der Straße, auf den Gehwegen, alles war voller Schlamm. Die Straßenlaternen lagen auf der Straße und waren im Weg. Das war schon Kriegsszenario Andy Neumann lebt in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Irgendwo im Stadtteil Ahrweiler. Wo genau sein Haus steht, sollen wir nicht verraten. Der BKA-Beamte war viele Jahre als Ermittler im Terrorismusbereich tätig. Als Mitte Juli das Wasser kommt, ist er mit seiner Frau und seinen Kindern im ersten Stock. Alle überleben. Andy Neumann, Buchautor „Ich habe das Buch ja nicht schreiben wollen, sondern wollte Protokolle auf Facebook schreiben. Also, um mich selbst damit ein Stück weit zu therapieren und um das, was ich erlebt hatte, einfach niederzuschreiben. Das haben sehr viele Menschen gelesen. Und dann kam mir die Idee, ich könnte ein Buch draus machen. Das habe ich meinem Verlag dann vorgeschlagen, und der Verlag ist sofort mitgegangen, auch bei meiner Idee daraus ein karitatives Projekt zu machen. Und dann habe ich mir die Zeit einfach genommen, um das zu schreiben.“ Aus einem Protokoll auf Facebook wird ein Buch. […]

  • Hilfe für Igel in Kirchwald

    Hilfe für Igel in Kirchwald

    Wildtiere haben es hierzulande oft nicht leicht. Wachsende Städte, Steingärten und gründlich gemähter Rasen nehmen ihnen den Lebensraum. Vor allem Igel finden oft nicht genug zu fressen. Hinzu kommen noch Gefahren wie Autos und Rasenmäher. Auf Pflegestationen sind sie quasi Dauergäste, vor allem jetzt im Herbst. Doch auch Privatleute können viel tun, um die stacheligen Tiere zu unterstützen. So langsam wird es eng für kleine Igel. Nach ihrer Geburt im Sommer haben sie nur wenig Zeit, sich genug Winterspeck anzufressen. Diese Patienten auf der Igelstation in Kirchwald in der Eifel werden über die kalten Monate wohl hier bleiben müssen. Sie haben Untergewicht, sind von Parasiten befallen oder verletzt. So wie diese Igeldame. Deniz Efe, Fachkraft für Wildtierrehabilitation: „Die war in einer Praxis, mit der wir zusammenarbeiten, weil die einen Unfall hatte. Und die hatte Wunden am Fuß. Und die waren aber so schlimm und das Gelenk war kaputt, deswegen mussten die das Füßchen amputieren. Und deswegen ist die jetzt hier. Das funktioniert meistens ganz gut mit den Hinterbeinen von den Igeln aber wir haben die jetzt über den Winter erst mal zur Beobachtung da, ob die sich die wund läuft, den Stumpen hinten, oder ob das ganz gut funktioniert und dann kann sie wahrscheinlich im Frühjahr ausgewildert werden.“ In Hochzeiten kümmert sich das Team schon mal um bis zu 50 Igel gleichzeitig. Auch jetzt gegen Ende der Saison kommen noch täglich Anrufe wegen gefundener Tiere. Doch nicht alle muss die Station auch aufnehmen. Generell gilt: Wer einen Igel findet, sollte ihn erst einmal beobachten. Lässt er sich einfangen, zu allererst wiegen. Mindestens 500 Gramm muss das Tier haben, um über den Winter zu kommen. Deniz Efe, Wildvogel-Pflegestation Kirchwald: „Was so Anzeichen sind, dass ein Igel nicht okay ist, ist, dass die im Kreis laufen – also dann haben die meistens […]

  • Galloway-Rinder im Weinberg

    Galloway-Rinder im Weinberg

    Wenn Sie auf dem Binger Rochusberg zwischen den Weinbergen entlangschlendern, staunen Sie nicht schlecht. Denn: Mitten in der bekannten Weinlage – zwischen den Reben – grasen Galloway-Rinder. Was schottische Rinder in Bingen zu suchen haben, das verrät Ihnen der Mann, der hinter dem Pilotprojekt steht. Heute steht für die Galloway-Rinder von Felix Prinz zu Salm-Salm ein Umzug an. Die schottischen Nutztiere ziehen von dieser Weide in einen Weinberg. Prinz Felix und sein Mitarbeiter treffen die letzten Vorbereitungen. Dann kann es losgehen. Die sieben Rinder müssen nur einige Hundert Meter zu ihrem neuen Futterplatz zurücklegen. Doch am Wegesrand gibt es so einige Ablenkungen. Am Zielort wartet auf die Galloways schon ein reichhaltiges Buffet. Prinz Felix hat sich die Tiere vor sechs Wochen zugelegt. Seitdem streifen sie durch seine Weinberge. Felix Prinz zu Salm-Salm, Winzer und Galloway-Halter „Es geht hier grundsätzlich um das Thema ´regenerative Landwirtschaft´ und das ist an sich ein relativ neues in Deutschland. Es geht darum: Wie können wir den Boden, der uns anvertraut ist, bewirtschaften, um ihn möglichst besser, lebendiger, fruchtbarer in die nächste Generation auch weiterzubringen. Und Tiere spielen bei der regenerativen Landwirtschaft eine große Rolle.“ Denn: Wer viel futtert, düngt auch viel. Und der Dung, den die Rinder produzieren, bietet beste Voraussetzungen für eine Verbesserung des Bodens. Felix Prinz zu Salm-Salm, Winzer und Galloway-Halter „Das ist, wo wir uns einfach lebendigere Böden erhoffen, Stickstoff- und Kohlenstoffeintrag, weil der Stickstoff und letztlich Kohlenstoff eben gebunden werden im Gras – in dem, was die Kuh frisst – und dadurch eben den Boden belebt.“ Je belebter der Boden, desto ertragreicher die Traubenlese. Doch die wolligen Tiere haben noch einige andere Effekte, die die Technische Hochschule Bingen aktuell erforscht. Durch den Kot werden jede Menge Insekten angelockt, die sich dann vermehren. Felix Prinz zu Salm-Salm, Winzer und Galloway-Halter „Ein Dunghaufen […]

  • Vier Monate nach der Flutkatastrophe – im Ahrtal fahren wieder Züge

    Vier Monate nach der Flutkatastrophe – im Ahrtal fahren wieder Züge

    Durch das Hochwasser sind nicht nur Häuser und Straßen schwer beschädigt worden, auch zahlreiche Bahnstrecken wurden zerstört. Nun startet der Zugverkehr im Ahrtal wieder – zumindest auf einer Strecke. Sie rollt wieder – die Ahrtalbahn. Seit dem frühen Morgen sind die Züge wieder auf der Schiene. Zweimal pro Stunde von Remagen bis Ahrweiler und zurück. Die Neueröffnung der Strecke wird heute mit einer feierlichen Zugfahrt eingeweiht. Mit an Bord der Regiobahn 39 sind unter anderem die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Bahnvorstand Ronald Pofalla sowie Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer. Am Bahnhof von Ahrweiler heißt es dann allerdings: Endstation, bitte alle aussteigen. Der Rest der Bahnstrecke bis nach Ahrbrück ist noch immer zerstört. Bei der Flutkatastrophe am 14. Juli wurden mehrere Eisenbahnbrücken von den Wassermassen mitgerissen, 20 Kilometer Schienen weggespült. Umso größer ist heute die Erleichterung, dass man zumindest den Streckenabschnitt von Remagen bis nach Ahrweiler wieder freigeben kann – vier Wochen früher als gedacht. Malu Dreyer, SPD, Ministerpräsidentin Rheinland-Pfalz „Viele sind ja hier Pendler, sie sind mobil unterwegs, sie gehen zur Arbeit, zur Schule, was auch immer. Und es ist einfach jetzt so, dass nicht mehr Ersatzschienenverkehre fahren müssen und sie nur mit den Bussen unterwegs sein müssen, sondern, dass sie die Bahn wieder nutzen können, so wie in alten Zeiten. Und das ist einfach ein wichtiges Signal; auch wenn wir alle wissen, dass wir noch eine große Strecke vor uns haben.“ Ab Mitte Dezember sollen die Züge laut Bahn dann auch wieder bis Walporzheim fahren. Für den Rest der insgesamt 30 Kilometer langen Strecke bis Ahrbrück ist laut Bahn noch keine Prognose möglich. Ronald Pofalla, Vorstand Deutsche Bahn „Für das letzte Teilstück bis Ahrbrück können wir deshalb keine Aussage machen, weil dort fast zehn Brücken und viele Bahnübergänge komplett erneuert werden müssen. Und insbesondere bei den Bahnbrücken brauchen wir technische Klärungen, […]

  • Feine Nase im Dienst der Bahn

    Feine Nase im Dienst der Bahn

    Feldhamster, Juchtenkäfer, Ziesel – es gibt so einige Tierarten, die schon große Bauprojekte verhindert oder zumindest verzögert haben. Denn: Wer in Deutschland bauen will, muss zuerst klären, ob sich nicht vor Ort eine schützenswerte Tierart niedergelassen hat. Daher hat sich die Deutsche Bahn jetzt für neue Bauprojekte Unterstützung ins Frankfurter Team geholt. Ein tierischer Helfer, der schon mal Fährte aufnimmt. Hündin Fenna auf der Spur von Zauneidechse, Gelbbauchunke und Fledermaus. Oder besser gesagt: den Gerüchen, die sie hinterlassen. Die Labradordame ist einer von sechs neuen Artenspürhunden der Deutschen Bahn. Die Vierbeiner werden ausgebildet, bestimmte schützenswerte Tierarten aufzuspüren. Und zwar dort, wo gebaut werden soll. Jens Bergmann, Vorstand DB Netz AG „Die Hunde können uns zunächst mal sagen oder ganz klar feststellen, gibt es solch eine Art dort oder gibt es sie nicht. Wenn es sie nicht gibt, dann ist das schon mal ein erstes wichtiges Ergebnis. Wenn es sie gibt, können die Hunde die Artenkartierer ganz spezifisch dorthin führen, wo die Art lebt – also zu den Bauten beispielsweise – und damit kann man viel schneller die Ergebnisse erreichen, wetterunabhängiger und jahreszeitunabhängiger.“ Entdecken die Hunde eine schützenswerte Tierart, muss die Bahn diese vor dem Bau umsiedeln. Bislang haben Menschen die Baustellen nach Zauneidechse und Co. abgesucht. Das konnte schon mal ein ganzes Jahr dauern. Die Hunde brauchen nur eine einzige Schnüffeltour. Doch dafür braucht es Übung, zum Beispiel mit solchen sogenannten Geruchsmaschinen. Nur wenn Golden Retriever Whisper seine Nase lange genug in das richtige Loch hält, bekommt er sein Leckerli. Robert Schnell, Hundetrainer „Grundsätzlich ist es dem Hund natürlich egal, ob das eine geschützte Art ist oder nicht. Und die Hunde sind auch grundsätzlich nicht daran interessiert, Eidechsen zu finden. Wir geben im Training diesem Geruch von Eidechsen oder anderen Tieren eine Bedeutung, indem wir es konditionieren, indem wir an […]

  • Hohe Brandgefahr – Feuerwehr Bad Homburg baut „Löschanzug“ für E-Autos

    Hohe Brandgefahr – Feuerwehr Bad Homburg baut „Löschanzug“ für E-Autos

    Rund eine Million E-Autos und Hybridwagen fahren bereits durch Deutschland. Doch was viele nicht wissen: Bei einem Unfall können die Elektrogefährte schnell in Brand geraten und zur tödlichen Falle werden. Und das Löschen ist eine extrem schwierige Aufgabe. Eine Erfindung aus Hessen soll es den Feuerwehrmännern künftig einfacher machen.   Ein schwerer Unfall kurz vor einem Autobahntunnel. Die Feuerwehr kann den Brand zwar schnell löschen – doch die Akkus des E-Autos entzünden sich immer wieder aufs Neue. Ganze fünf Stunden dauert es, bis die Feuerwehrleute den Brand endlich im Griff haben. Harald Samoiski, Hauptbrandmeister Flughafen Frankfurt: „Ein Hochvoltblock brennt heißer, als es bisher Benzin getan hat. Das heißt, ich habe eine höhere Reaktionstemperatur im ersten Schritt, die natürlich eine höhere Rauchentwicklung hat. Und natürlich auch das Elektrolyt als Kühlmittel darin, was hochgiftig ist.“ Ein hochriskanter Einsatz für die Brandbekämpfer. Und selbst wenn das Feuer gelöscht scheint, ist die Gefahr noch lange nicht gebannt. Denn in den folgenden zwei Tagen kann sich der überhitzte Akku immer wieder entzünden. Harald Samoiski, Hauptbrandmeister Flughafen Frankfurt: „Wir laden das auf einen Abschleppwagen und schicken den jetzt einfach weg. Dann könnte es passieren, das auf dem Weg zum Abschleppunternehmen das Auto wieder anfängt zu brennen.“ Um das zu verhindern, muss das Wrack dauerhaft unter 80 Grad gekühlt werden. Nicht selten benutzen Feuerwehren mit Wasser gefüllte Spezialtanks. Zum Weitertransport aber denkbar ungeeignet. Und hier kommt eine Erfindung aus dem hessischen Bad Homburg ins Spiel: Eine Kunststoffplane, die mit Gurten schnell rund ums E-Auto fixiert wird. Nun wird der große Sack mit Wasser gefüllt. Der Wagen kühlt runter und kann abtransportiert werden. Der Hochtaunuskreis führt mit diesem neuen Bergungssystem erstmals in Hessen ein einheitliches Löschkonzept für E-Autos ein, das Schule machen könnte. Carsten Lauer, Kreisbrandinspektor Hochtaunuskreis: „Wir haben hier ein relativ einfaches System. Das kann sehr schnell […]

  • Ab ins Freibad – Hessen trotzen der Kälte

    Ab ins Freibad – Hessen trotzen der Kälte

    Ein schöner, herbstlicher Tag Anfang November. Was könnte es da Schöneres geben als ins Freibad zu gehen! Ja, Sie haben richtig gehört: Das Wiesenbad in Eschborn hat nämlich tatsächlich immer noch geöffnet – als letztes Freibad in Hessen. Und es ist erstaunlich gut besucht. Was vielleicht auch an der angenehmen Wassertemperatur von 28 Grad liegt. Ein bisschen wie Badewanne also. Bei 8 Grad Außentemperatur wird beim Schwimmen also bestenfalls der Kopf ein bisschen kalt. Etwas ungemütlich wird’s hier wohl nur beim Gang in die Umkleidekabine – also lieber gleich so lange wie möglich im Wasser bleiben. Peter Schäfer, Rentner: „Sehr schön! Es ist vor allem so, dass das Wasser ja warm ist. Wäre ja anders, wenn das nicht so warm wäre. Da lässt es sich gut hier aushalten.“ Uschi Schäfer, Rentnerin: „Wir wollen uns einfach im Winter auch bewegen. Und nicht nur im Freien, sondern auch im Wasser.“ Uschi Kneisel, Rentnerin: „Ich gehe jeden Tag hier schwimmen. Zwischen 9 und 10 Uhr. Und es macht mir Riesenspaß. Heute ist es halt mal so, dass ich ein bisschen mehr Laub sammele als ich schwimme.“ Ralph Neuberger, Privatier: „Das Wasser ist warm, und insofern kann man auch bei… letzte Woche hat es 3 Grad am Montag gehabt. Heute ist ja warm. Also alles gut.“ Ans Schließen denkt das Wiesenbad übrigens noch lange nicht: Das Freibad in Eschborn soll so lange geöffnet bleiben, bis keine Badegäste mehr kommen.

  • Neue Gashochdruckleitung im Ahrtal

    Neue Gashochdruckleitung im Ahrtal

    Dreieinhalb Monate ist die Flutkatastrophe im Ahrtal jetzt her. Für viele Menschen vor Ort bedeutet das auch dreieinhalb Monate voller Arbeit und großer Entbehrungen. In Bad Neuenahr-Ahrweiler kehrt mit dem heutigen Tag nun aber ein Stück Normalität zurück. Denn dort ist heute eine neue Gashochdruckleitung in Betrieb genommen worden. Kurz vor dem Winter ein ganz wichtiges Signal für die von der Flut betroffenen Menschen. Es ist ein lang ersehnter Tag für Brigitte Schmitz aus Bad Neuenahr-Ahrweiler und ihre Freundin. Wenn alles klappt, sollen sie heute endlich wieder ans Gasnetz angeschlossen werden. Monteur: „Mein Kollege, den ich dabei hab, nimmt eure Heizung wieder in Betrieb. Und das war’s eigentlich schon.“ Frau: „Das wird aber noch dauern ein paar Tage.“ Monteur: „Nee, ich denke, so eine halbe Stunde.“ Frau: „Halbe Stunde nur? Ja, super!“ Die beiden können ihr Glück kaum fassen. Brigitte Schmitz, Anwohnerin Bad Neuenahr-Ahrweiler „Ah, super, super! Einfach erleichtert jetzt, dass es warmes Wasser wieder gibt. Und die Heizung natürlich. Weil die letzten Tage hat man jedes Grad gemerkt, wo es runter ging.“ Dass Brigitte Schmitz nun endlich nach dreieinhalb Monaten wieder heizen kann, hängt mit dieser wichtigen Gasleitung zusammen. Die Hochdruckleitung, die viele Haushalte in Bad Neuenahr-Ahrweiler versorgt, ist wie vieles bei der Flutkatastrophe komplett zerstört worden. Nach weniger als 100 Tagen kann die Ministerpräsidentin heute eine neue Hochdruckleitung in Betrieb nehmen. Malu Dreyer, SPD, Ministerpräsidentin Rheinland-Pfalz „Man muss sich vorstellen, für uns alle ist es so selbstverständlich, dass wir den Wasserhahn aufdrehen und Wasser raus kommt, dass wir die Steckdose nutzen und Strom raus kommt und dass wir die Heizung aufdrehen und Wärme raus kommt. Und im Ahrtal ist seit dieser schrecklichen Naturkatastrophe der Alltag eben nicht mehr selbstverständlich und deshalb ist die Grundversorgung, jetzt wo der Winter da ist, tatsächlich etwas ganz ganz Wesentliches um den Menschen […]

  • Windräder bedrohen Biosphärenreservat

    Windräder bedrohen Biosphärenreservat

    Zwischen 2035 und 2040 will Rheinland-Pfalz klimaneutral sein, so steht es zumindest im Koalitionsvertrag der Ampelregierung. Um dieses Ziel zu erreichen, muss das Land auch die Windenergie ausbauen. Aber wohin mit den neuen Anlagen? Noch letztes Jahr im August hat die Landesregierung den Pfälzerwald als Standort ausgeschlossen. Mittlerweile tut sie das nicht mehr – und riskiert damit den Status als Biosphärenreservat der UNESCO. Der Herbst lässt grüßen. Die Natur bereitet sich so langsam auf die kalte Jahreszeit vor. Hier am Langerkopf, mitten im Pfälzerwald, könnte es aber bald schon vorbei sein mit der Idylle. Denn der ehemalige US-Militärstützpunkt wird als möglicher Standort für neue Windkraftanlagen gehandelt. Peter Bernhard ist Ortsvorsteher des angrenzenden Örtchens Hofstätten und spricht sich klar dagegen aus. Peter Bernhard, parteilos, Ortsvorsteher Hofstätten „Im Pfälzerwald haben Windräder nichts verloren. Hier auf dieser Fläche, wo wir jetzt stehen, da gehören Bäume hin. Die Befürchtung: Wenn dann die Windräder stehen, ist der Blick, ist die Natur verschandelt.“ Sein Ort lebe vom Wander- und Mountainbike-Tourismus. Und der, so fürchtet Bernhard, könnte dann ausbleiben. Statt der Windräder schlägt er vor, mehr Solaranlagen zu installieren und die Wasserkraft zu nutzen. Sein Wunsch könnte in Erfüllung gehen. Denn: Berichten der Zeitung „Rheinpfalz“ zufolge habe sich das Deutsche Nationalkomitee der UNESCO gegen Windräder im Pfälzerwald ausgesprochen. Um die Anerkennung als Biosphärenreservat nicht zu gefährden, solle das Land Abstand nehmen von diesen Plänen, so das Komitee in einem Schreiben ans Umweltministerium, das in Rheinland-Pfalz auch für das Ressort Energie zuständig ist. Diese Mahnung dürfte die Landesregierung zum Nachdenken bringen. Denn auch der Titel „Biosphärenreservat“ sei von zentraler Bedeutung. Erwin Manz, Bündnis 90 / Die Grünen, Staatssekretär Umweltministerium Rheinland-Pfalz „Unser Bestreben ist, zu sehen, ob man beides miteinander vereinbaren kann: einen sehr moderaten Ausbau erneuerbarer Energiequellen und die Erhaltung des Titels ‚Biosphärenreservat‘. Der Titel darf auf keinen […]

  • Kürbisfiguren im XXL-Format

    Kürbisfiguren im XXL-Format

    Am kommenden Wochenende ist Halloween! Vielleicht schnitzen Sie ja auch schon an ihrem Kürbis. Als kleine Anregung zeigen wir ihnen jetzt die Kürbisausstellung der Gartenschau in Kaiserslautern – denn da gibt’s diese Woche noch ausgefallene Kürbisfiguren im XXL-Format. „Fantasy“ lautet das Motto der Kürbisausstellung. Fabelwesen wie das Einhorn oder eine Elfe – überdimensional, aus Kürbissen. Zauberer Gandalf trägt ein Gewand aus weißen Baby Boos. Der riesige Phönix erstrahlt in den knalligen Farben von Hokkaido und Mandarinkürbissen. Pokemon Pikachu – komplett aus Knuckleheads. Eine wahrlich farbenfrohe Ausstellung. Christine Schweigert, Parkleiterin Gartenschau Kaiserslautern „Also, es ist so eine Zeitreise, würde ich fast sagen, durch die verschiedenen Fabelwesen, die immer auch mal irgendwie ihre Hauptzeit hatten und bekannt waren.“ Und es geht auch gruselig! Ein roter Drache, der grimmig seine Zähne fletscht, und ein paar Schritte weiter: Medusa, die Schlangenfrau aus der griechischen Mythologie, deren Anblick laut Sage jeden zu Stein erstarren lassen soll. Alle Holzelemente sind handgeschnitzt und stammen aus der Schweiz. Die Kürbisse werden in Kaiserslautern an das Gestell gehängt – über 40.000 Stück. Christine Schweigert, Parkleiterin Gartenschau Kaiserslautern „Jeder einzelne Kürbis wird in die Hand genommen, wird mit einem Loch im Stiel versehen. Es wird ein Kabelbinder durchgezogen. .“ Danach immer wieder kontrollieren, damit die Kürbisse nicht auf der faulen Haut liegen. So können Sie sich beim Fotoshooting mit großen und kleinen Besuchern von ihrer schönsten Seite zeigen. Gerlinde Grünewald „Wir kommen jedes Jahr da her im Herbst. Das ist so schön gemacht. Mit so viel Liebe und alles gemacht.“ Ben Joshua Brass „Ich find’s eigentlich immer wieder cool, weil ich war hier jetzt schon ganz oft. Ja, und es ist eigentlich cool, was manche Leute so aus den Kürbissen machen.“ Ulli Eisenbarth „Die Leute haben sich unheimlich viel Mühe gemacht. Ich find’s schön und wenn das jedes Jahr so […]

  • Schifffahrt gesperrt – zwei Schiffe bei Hagenbach havariert

    Schifffahrt gesperrt – zwei Schiffe bei Hagenbach havariert

    Es geht weder vor noch zurück: Seit Sonntag hat sich auf dem Rhein bei Hagenbach im Kreis Germersheim ein Passagierschiff festgefahren. Nun sitzt dort seit heute Nacht auch noch ein zweites Schiff fest. Alle Versuche sie freizuschleppen, sind bisher gescheitert. Der Rhein ist an der Unfallstelle für die Schifffahrt komplett gesperrt. Es ist das abrupte Ende einer Flusskreuzfahrt: Seit Sonntagnacht hat sich das Passagierschiff „Viking Sigrun“ hier festgefahren. Ein erster Versuch, den 235 Meter lange Rheinriesen zu befreien scheitert. Doch der Flussabschnitt bei Hagenbach wird auch einem zweiten Schiff zum Verhängnis: Nur wenige hundert Meter vom Kreuzfahrtschiff entfernt fährt ein Tankschiff heute Morgen auf Grund. Wieso hier gleich zwei Schiffe auf einmal havarieren, darüber kann die Wasserschutzpolizei bislang nur spekulieren. Stephan Hammer, Leiter Wasserschutzpolizei Germersheim „Im Moment sind die Fahrwasserverhältnisse relativ schwierig. Der Rhein hat Niedrigwasser und es war neblig zum Unfallzeitpunkt.“ Die 90 Passagiere werden heute Mittag vom Ausflugschiff evakuiert, alle bleiben unverletzt. Jetzt soll zuerst das Tankschiff befreit werden. Es hat über 1.000 Tonnen Diesel geladen. Zwei weitere Schiffe rücken an, um es aus dem Kies zu ziehen. Die haben zwar ordentlich Motorleistung, doch der Tanker bewegt sich keinen Zentimeter. Als schließlich sogar ein Stahlseil reist, wird die Aktion abgebrochen. Plan B der Einsatzkräfte lautet jetzt: das geladene Öl abpumpen, um das Schiff leichter zu machen. Petra Schneider, Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Oberrhein „Das mit dem Freischleppen war einfach so ein Versuch, hätte klappen können, man probiert ja alles Mögliche aus. Das Glück war jetzt nicht so mit uns, aber ich denke, das mit dem Leichtern klappt auf jeden Fall.“ Und tatsächlich klappt es. Mittlerweile ist der Tanker wieder frei. Anders ist das aber bei dem Passagierschiff. Stephan Hammer, Leiter Wasserschutzpolizei Germersheim „Bei dem Fahrgastschiff ist es das größere Problem. Das kann nicht leer gemacht werden, die Passagiere sind […]

  • Weidetierhalter demonstrieren gegen den Wolf

    Weidetierhalter demonstrieren gegen den Wolf

    In Hessens Wäldern leben immer mehr Wölfe. Mindestens neun der Tiere sind hier inzwischen sesshaft geworden – Tendenz steigend. Vor allem für Weidetierhalter ist das ein riesen Problem. Um ihrem Ärger Luft zu machen haben sie sich heute in Gießen versammelt, um gegen den „Wolfsmanagementplan“ der Landesregierung zu protestieren. Thorsten Schmale macht sich Sorgen. Er ist Tierhalter und Biobauer aus Leidenschaft. Hier im mittelhessischen Bischoffen-Roßbach hält er 150 Schafe, sechs Esel, zehn Ziegen und eine Handvoll Kühe. Die Tiere sind sein ein und alles. Doch immer seltener kann er nachts wirklich beruhigt schlafen. Grund dafür ist der Wolf, der auch in Hessen mehr und mehr sesshaft wird. Thorsten Schmale – Hirte aus Bischoffen-Roßbach „Also, die Vorstellung, ich käme zu meinen Eseln und die Esel sind schwerverletzt oder sogar tot, also das ist eine Vorstellung, das ist ein Albtraum. Und diese Gefahr nimmt stetig zu. Und dieses Märchen, ja, der Wolf geht nicht an Großtiere wie Kühe oder Esel oder Pferde, da kann ich mittlerweile gar nichts mehr dazu sagen, nur noch den Kopf schütteln.“ Bisher hatte Thorsten Schmale Glück. Gerissen hat der Wolf noch keines seiner Tiere. Doch er ist sich sicher, es ist nur noch eine Frage der Zeit. Das will er nicht akzeptieren und hat deshalb zum Protest aufgerufen. Rund 200 Menschen sind ihm heute in Gießen gefolgt. Anlass der Demo ist das heutige Treffen der „AG Wolf“, einem Beratungsgremium des Landes Hessen, das sich um drängende Fragen in Bezug auf den Wolf kümmert. Auch Vertreter der Weidetierhalter gehören dem Gremium an, aber sie fühlen sich nicht ausreichend gehört und unterstützt. Ein Vorwurf, den der Präsident des Hessischen Landesamts für Naturschutz und Umwelt so nicht stehen lassen will. Thomas Schmid – Präsident des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie „Die Weidetierhalter werden durch das Land Hessen sehr […]

  • Sturmtief Hendrik sorgt bei Rettungskräften für Dauereinsatz

    Sturmtief Hendrik sorgt bei Rettungskräften für Dauereinsatz

     Sturmtief Hendrik hat heute Nacht und am Morgen in Hessen und Rheinland-Pfalz gewütet und dabei an vielen Orten Chaos hinterlassen. In Mühltal im Kreis Darmstadt-Dieburg stürzt am Morgen ein Baum auf ein fahrendes Auto. Dabei durchbohrt ein Ast die Frontscheibe und verletzt den 58-jährigen Fahrer schwer am Bein. Egal wo man heute hinschaut, die Bilder ähneln sich. Auch in Griesheim bedecken umgestürzte Bäume, Äste und Laub viele Straßen. Mitten auf der Rheinbrücke bei Speyer bleibt ein LKW mit seinem Anhänger auf der Leitplanke liegen, nachdem er von einer Windböe erfasst wurde. Beide Fahrtrichtungen der A61 sind zwischenzeitlich voll gesperrt. Manfred Bock, Augenzeuge „Der fuhr praktisch zwischen mir und dem Sattelzug da, davor fuhr der Hängerzug und der ist wahrscheinlich leer denk ich und dann hier über die Brücke, wir sind mit 67 ungefähr gefahren und dann kam eine Böe und dann hat der abgehoben der Hänger, dann flog der richtig auf die Leitplanke und den zog er dann hinterher.“ In Hanau verletzt sich ein LKW-Fahrer leicht, nachdem er ebenfalls vermutlich durch Sturmböen die Kontrolle über sein Fahrzeug verliert und von der Bundesstraße abkommt. Chaos auch im Bahnverkehr, wie hier am Frankfurter Hauptbahnhof. Hunderte Reisende sind gestrandet, nachdem die Bahn den Fernverkehr in Nordrhein-Westfalen vorübergehend komplett einstellt. In Frankfurt misst der Deutsche Wetterdienst Windgeschwindigkeiten von bis zu 105 km/h. Auch der Nahverkehr ist hier zeitweise beeinträchtigt. Zumindest in Hessen und Rheinland-Pfalz konnte man aber bis zum Mittag wieder von der Ruhe nach dem Sturm sprechen.

  • Kritische Stimme zum Wiederaufbau im Ahrtal

    Kritische Stimme zum Wiederaufbau im Ahrtal

    Mehr als drei Monate ist das verheerende Hochwasser an Ahr und Co. her und noch immer sind die betroffenen Gebiete weit entfernt von Normalität. Viele Gebäude sind weiterhin nicht bewohnbar, einige wurden so stark beschädigt, dass sie abgerissen werden mussten. Fast alle Häuser dürfen aber wieder an selber Stelle aufgebaut werden, das besagt ein Erlass des Landes. Ein hohes Risiko, denn das nächste Hochwasser kommt bestimmt. Der Blick aus der Ferne lässt kaum erahnen, was sich hier in Dernau vor wenigen Monaten abgespielt hat. Das 1700-Seelen-Dorf am Fuße der Weinberge ist einer der am stärksten vom Hochwasser betroffenen Orte im Ahrtal. Fast neunzig Prozent der Gebäude wurden beschädigt. Wegziehen und woanders neu anfangen? Die meisten Dernauer denken gar nicht daran. Alfred Sebastian (CDU), Ortsbürgermeister Dernau: „Neunzig Prozent wollen auf jeden Fall hierbleiben. Es sind einige wenige, die einfach nicht mehr mit der Angst leben können, dass so eine Flut, so ein starkes Hochwasser uns wieder erreicht. Aber das sind die Ausnahmen.“ Die meisten Anwohner wollen ihre Häuser sanieren oder wiederaufbauen – und dürfen das auch. Das hat das Land Rheinland-Pfalz beschlossen. Obwohl ein Großteil der Gebäude im hochwassergefährdeten Gebiet liegt. Ein riskanter Plan, findet Hochwasser-Forscher Thomas Roggenkamp. Thomas Roggenkamp, Hochwasser-Forscher: „Aus Hochwasserrisikosicht ist es natürlich immer besser, dem Fluss möglichst viel Raum einzuräumen und möglichst viel Platz zu geben und der Platz ist einfach nicht mehr vorhanden im Ahrtal. Die meisten Gebiete, gerade im Mittel- und Unterlauf, sind fast vollständig besiedelt und gerade diese dichte Bebauung, die dichte Besiedlung sorgt natürlich auch eine erhöhte Gefahr, gerade was die Wasserstände angeht.“ Je dichter die Fläche besiedelt sei, desto mehr werde der Fluss aufgestaut und desto stärker steige folglich auch der Pegel. Am besten sei deshalb: In dem Gebiet, das immer wieder überschwemmt werde, keine Häuser mehr zu bauen. Doch wenn die […]

  • Lufthansa kritisiert Klimaschutzpläne der EU

    Lufthansa kritisiert Klimaschutzpläne der EU

    Diese Zahl hat es in sich: 55 Prozent weniger CO2-Emissionen bis zum Jahr 2030 – ein ehrgeiziges Ziel, dass sich die EU-Kommission gesetzt hat. Ihren Anteil dazu soll auch die Luftverkehrsbranche leisten. Doch von Deutschlands größter Airline, Lufthansa, kommt jetzt Gegenwind. Die Pläne wären für das Luftfahrtunternehmen zu teuer und würden massive Wettbewerbsnachteile bringen. 15 bis 20 Milliarden Euro Mehrkosten bis zum Jahr 2035 sollen die Pläne der EU-Kommission kosten. Zumindest rechnet das die Lufthansa aus. Der Konzern hält die Klimaschutzpläne der EU für ein Eigentor, denn die würden letztlich den Flugverkehr verlagern: Carsten Spohr, Vorstandschef Lufthansa „Wenn Tickets in Europa teurer werden und dann die Menschen den Umweg über Istanbul oder Dubai nehmen, steigt der CO2-Ausstoß und der Wirtschaftsstandort Deutschland wird geschwächt.“ Da ist zunächst der Kraftstoff, denn Kerosin ist eines der größten Probleme beim weltweiten CO2-Ausstoss. Daher will die EU die Fluglinien zur Beimischung von nachhaltigen Kraftstoffen verpflichten. Aber nur für Tankvorgänge innerhalb der EU. Das könnte den sogenannten Carbon-Leakage-Effekt fördern, das heiß, getankt würde in Ländern, in denen die Umweltauflagen weniger streng sind. Außerdem plant die EU eine Kerosinsteuer. Wie der Treibstoff für das Auto soll auch der Treibstoff für Flugzeuge in Zukunft beteuert werden. Die Lufthansa hält das für problematisch, weil außereuropäische Fluggesellschaften dann einen Marktvorteil hätten. Und schließlich sorgt die sinkende Zahl von CO2-Zertifikaten für Ungemach. Wenn Zubringerflüge innerhalb der Europäischer Union teurer werden, fördere das Flughäfen außerhalb der EU, wie zum Beispiel in Istanbul. Klar ist: Der Ausgleich von dringend notwendigen Klimaschutzmaßnahmen und global fairem Wettbewerb wird für die EU ein schwieriger Balanceakt.