Natur

  • Maikäfer fressen Bäume kahl

    Maikäfer fressen Bäume kahl

    Wer dieser Tage in den Wäldern Südhessens unterwegs ist, der kann dort was erleben: Die Maikäfer sind los! Und zwar so viele, dass man vor lauter Käfern den Wald kaum noch sieht. Während ein Maikäfer ja noch ganz putzig sein mag, sind Abermillionen Maikäfer ein Problem für den Wald. Vor allem die Larven der Käfer, die so genannten Engerlinge, richten enormen Schaden an. Wohin man im Mönchbruch südlich des Frankfurter Flughafens auch schaut: Überall das große Krabbeln – man hört die Maikäfer förmlich schmatzen. Bis zu 1 Milliarde der Insekten sind es nach Schätzung von Experten alleine hier im Rhein-Main-Gebiet. Kein Baum, kein Blatt ohne Maikäfer. Die hungrigen Sechsbeiner schwärmen vor allem für Eichen. Sind die erstmal kahlgefressen, sind Buchen und andere Laubbäume an der Reihe. Zur Not knabbern sie aber einfach alles, was auf den Tisch kommt. Klaus Velbecker, Leiter Forstamt Groß-Gerau: „Sogar Nadelhölzer werden von den Maikäfern gefressen.“ Eine  Belastung für den Wald – aber nicht das Todesurteil für die Bäume: Sie bilden einfach neue Triebe, wenn die große Käferflugshow in ein paar Wochen vorbei ist. Das eigentliche Problem steckt im Waldboden: Denn schon bald nach der Paarung legen die Maikäfer dort ihre Eier ab, wo die Engerlinge dann in den kommenden 4 Jahren heranwachsen. Und dann tun sie das, was dem Wald ganz besonders schadet: Sie fressen und fressen und fressen – zunächst Graswurzeln, dann auch Baumwurzeln. Klaus Velbecker, Leiter Forstamt Groß-Gerau: „Wir haben hier so einen Baum. Das ist ne Buche, die ist jetzt 10 Jahre alt. Die kann man mit einem Ruck aus dem Boden ziehen. Hier sieht man schön, wie hier unten überall alle Feinwurzeln weg sind. Das heißt, der Engerling hat hier alle Feinwurzeln, die der Baum braucht, um Wasser und Nährsalze aufzunehmen, gefressen. Der Baum konnte sich nicht mehr mit Wasser und […]

  • Demonstration im Ahrtal

    Demonstration im Ahrtal

    Die Jahrhundert-Flutkatastrophe im letzten Sommer – sie hat viele Menschenleben gefordert und tausende Häuser zerstört. Die Anwohner kämpfen seitdem mit den Folgen und versuchen den Wiederaufbau zu stemmen. Doch der schreite viel zu langsam voran. Rund zehn Monate nach der Katastrophe regt sich Unmut im Ahrtal. Stefan Kurth und Doris Hein stehen auf ihrem Grundstück in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Dort wo sie einst Gäste in ihrer Straußwirtschaft im Garten bewirtet haben steht nichts mehr. Alles wurde von der Flut mitgerissen. Und auch das Privathaus der Familie stand zwei Meter hoch unter Wasser. Noch immer leben die beiden in einem Provisorium. Aus eigener Kraft haben sie schon viel gestemmt – doch auf die versprochenen finanziellen Hilfen zum Wiederaufbau ihres Hauses müssen sie mehr als vier Monate warten. Doris Hein, Flutbetroffene aus Bad-Neuenahr Ahrweiler: „Also letzte Woche haben wir die erste Abschlagszahlung bekommen. Und das ist schön, dass die gekommen ist. Aber zwischendurch hat uns das schon sehr sehr mürbe gemacht, weil es einfach so lange gedauert hat. Wir konnten uns einfach nicht erklären, woran das liegt. Wir haben versucht da anzurufen, ne Email zu schreiben und eigentlich hat man da auch keinen erreicht.“ Längst sei noch kein Alltag eingekehrt im Ahrtal und doch würden beispielsweise Versorgungszelte, die kostenlos ein warmes Essen bieten, jetzt geschlossen. Für die Anwohner eine Katastrophe. Stefan Kurth, Flutbetroffener aus Bad-Neuenahr Ahrweiler: „„Diese Treffpunkte sind wichtig, dass sich die Leute halt versorgen können, weil viele auch nicht die Zeit haben einkaufen zugehen. Und zumal, wenn keine Küche und kein Kühlschrank vorhanden ist, wo sollen wir das zubereiten? Wo sollen wir es lagern? Und das ist halt so bei den Meisten noch der Fall.“ Mit den Problemen steht die Familie nicht alleine da. Rund 250 Betroffene haben sich deshalb gestern Abend zu einer Demonstration zusammengefunden, zum ersten Mal überhaupt im […]

  • Der Kaltwassergeysir in Andernach

    Der Kaltwassergeysir in Andernach

    Und jetzt kommen wir zu einem erfrischenden Thema an diesen sommerlich warmen Tagen: der Kaltwassergeysir in Andernach konnte wegen Corona in den vergangenen zwei Jahren nur eingeschränkt besucht werden. Das Geysirmuseum in Andernach war ganz geschlossen. Aber jetzt ist alles wieder offen: Auf zum höchsten Kaltwassergeysir der Welt – das beweist der Eintrag im Guinness Buch der Rekorde. Es sprudelt, erst ganz wenig und dann nach ca. 30 Sekunden bricht der Geysir aus. Sozusagen ein 20 Grad kalter Wasservulkan. Das ganze sprudelnde Spektakel dauert insgesamt nicht länger als acht Minuten. Hildegard Wasmuth „Ich fand es sehr, sehr beeindruckend. Aus so einem Häufchen Steine, dass auf einmal eine Fontäne so hoch geht und Wahnsinn.“ Bevor der Wahnsinn losgeht, alles noch mal auf Anfang! Denn erst mal wollen wir wissen, warum es in Andernach so sprudelt. Das liegt erstmal daran, dass der Geysir in einem Vulkangebiet liegt. Tief unter der Erde gibt es Magma und das enthält Kohlendioxid. Torsten Lamberz, Geologe Geysir Andernach „Klar, der Geysir Andernach als Kaltwassergeysir funktioniert über CO2 – oder auch Kohlensäure, Stichwort: geschüttelte Sprudelwasserflasche. Und wenn sich CO2 und Wasser verbinden, wenn der Druck so hoch ist, der Wasserdruck so hoch ist, dann löst sich halt das Gas CO2 sehr gut in dem Wasser, so ähnlich wie eben in einer Champagnerflasche oder Sprudelwasserflasche und das ist dann auch wichtig für unseren Geysir. Je mehr CO2 umso besserer für den Geysir-Ausbruch.“ Für den Sprudelwassereffekt musste ein 350 Meter tiefer Brunnen gebohrt werden. Kaltwassergeysire entstehen nicht natürlich! Torsten Lamberz, Geologe Geysir Andernach „Vor knapp 120 Jahren hat man an diesem Geysirgelände nach Mineralwasser gebohrt, nach CO2 gebohrt, hat es auch gefunden und das war so ergibig diese Bohrung, dass man aus Versehen Geysirausbrüche erzeugt hatte, die man damals gar nicht haben wollte. Und die heutige Bohrung, der heutige Geysir […]

  • Touristen kehren ins Ahrtal zurück

    Touristen kehren ins Ahrtal zurück

    Die Flut im Ahrtal hat einen immensen Schaden angerichtet. Neben Wohnhäusern hat das Wasser auch Gasthäuser, Restaurants und Weingüter getroffen. Und somit den Tourismus als einen der wichtigsten Wirtschaftszweige in der Region. Nun soll der Tourismus im Ahrtal wiederbelebt werden. Zum Beispiel mit der Aktionen „Wandern für den Wiederaufbau!“. Wein trinken, essen und wandern. Im Ahrtal sind endlich wieder Touristen unterwegs. Zwischen den Rebstöcken oberhalb der Ahr, schenken Winzer wieder aus. Entlang des Rotweinwanderwegs zwischen Dernau und Altenahr. So zieht die Aktion „Wandern für den Wiederaufbau“ seit Ende April tausende Touristen ins Ahrtal. Reiner Dahm „Wir lieben die Ahr und möchten damit bekunden, ein bisschen Geld hier lassen, dass wir auch zum Wiederaufbau, dass das wieder wird wie es früher war.“ Iris Bogusch „Ich freue mich auch richtig, dass zahlreiche Gäste kommen und dass das Ahrtal eigentlich auch wieder mit Leben gefüllt wird.“ Christian Jungbluth „Die Menschen hatten es hier ja schwer genug in der letzten Zeit und für einen guten Zweck trinken wir ja gern das ein oder andere Glas Wein.“ Doch nicht nur der Wein füllt die leeren Kassen der Winzer. Touristen können auch Armbänder und Gläser kaufen. Das Geld fließt in den Wiederaufbau des Tourismus. Damit sollen Dorfplätze wieder hergerichtet oder neue Bänke an der Ahr aufgestellt werden. Ingrid Näkel-Surges vom Verkehrsverein Dernau hat die Aktion schon letzten Herbst mitorganisiert. Schon da war sie ein Erfolg. Ingrid Näkel-Surges, Vorsitzende Verkehrsverein Dernau „Im Dorf ist alles zerstört, es gibt keine Restauration mehr es gibt keine Hotels mehr, wir müssen in die unzerstörte Natur am Rotweinwanderweg gehen und da können wir uns auch präsentieren. Und vor allem müssen wir im Gespräch bleiben, wir müssen unseren Gästen, die häufig kommen die Angst nehmen, dass sie Katastrophentouristen sind.“ Aber nicht nur oben in den Hängen, sondern auch unten im Tal geht’s […]

  • Wasserbüffel als Landschaftspfleger unterwegs

    Wasserbüffel als Landschaftspfleger unterwegs

    Auf den Wiesen an der Lahn werden ab sofort tierische Landschaftspfleger eingesetzt: nämlich diese sieben Wasserbüffel. Hier, im Marburger Stadtteil Gisselberg, helfen die Tiere das Gras kurz zu halten und die Auenlandschaften zu erhalten. Für die Büffel ist das eine ziemlich schmackhafte Aufgabe, die sie wohl nur zu gerne übernehmen. Nadine Bernshausen (Bündnis 90 / Die Grünen) Bürgermeisterin Marburg: „Würde man dieses Gebiet jetzt einfach sich selbst überlassen, dann würde das verbuschen, es würden Bäume wachsen und dann wäre es vorbei mit der Auenlandschaft. Deswegen haben wir uns gefragt: Bewirtschaften wir das jetzt selbst, also fahren raus, graben und sorgen dafür, dass es eben nicht verbuscht oder wählen wir die Wasserbüffel. Und wir haben uns für die Wasserbüffel entschieden, das ist die natürlichste Art. Mit ihrem Gehörn schaffen sie selber Kuhlen, in denen sie sich dann suhlen und das ist wunderbar für eine besonders geschützte Tierart, die wir hier dann wieder ansiedeln können, nämlich die Kreuzkröte. Die findet dann hier in diesen Suhlen auch eine Heimat.“ Mampfen und suhlen für die Artenvielfalt – das klingt doch nach einem fairen Deal. Frei lebende Wasserbüffel gelten übrigens als stark gefährdet. An den Wiesen der Lahn beziehen sie jetzt ein idyllisches und sicheres Quartier.

  • Fuchswelpen genießen den Frühling

    Fuchswelpen genießen den Frühling

    Frühlingszeit ist Tierbaby-Zeit. Jetzt gerade gibt es besonders viel Nachwuchs bei den Wildtieren. Und dazu gehören auch diese Fuchswelpen, die jetzt eigentlich mit ihrer Mama durch die Wälder streifen sollten. Doch dann kam alles ganz anders. Ein wildes Getümmel ist das hier im provisorischen Fuchsbau in Maintal-Dörnigheim. Rund acht Wochen alt sind die kleinen Racker und putzmunter. Neugierig erkunden die Fuchswelpen ihre Umgebung und lassen sich die Sonne auf den Pelz scheinen. Gar nicht selbstverständlich – die Kleinen hatten riesiges Glück. Ihre Fuchsmama ist gestorben. Nun kümmert sich Sonja Niebergall-Fischer von den Wildtierfreunden Maintal um die Welpen. Sonja Niebergall-Fischer, Wildtierfreunde Maintal „Zwei Fuchswelpen kamen aus Mannheim. Da war ein schweres Unwetter gewesen, da hat es sehr stark geregnet und da war der Bau unterspült worden. Die Mutter lag dann tot da und war ertrunken gewesen und noch drei andere Welpen. Und zwei Stück, die wurden geborgen, die kamen dann zu uns. Die waren sehr unterkühlt gewesen und halt erkältet. Waren also gerade dem Tod näher gewesen wie eigentlich dem Leben.“ Sonja Niebergall-Fischer schafft es, die beiden Kleinen wieder aufzupäppeln. Und auch eine Fähe, also ein Weibchen, das alleine auf der Straße gefunden wurde, ist inzwischen wieder bei Kräften. Für die Welpen Rettung in letzter Minute. Doch nicht alle zutraulichen Fuchsbabys brauchen die Hilfe des Menschen – also bitte nicht einfach mitnehmen, warnt die Wildtierexpertin. Sonja Niebergall-Fischer, Wildtierfreunde Maintal „Dann sollte man erstmal sich etwas zurückhalten und von der Ferne aus beobachten, wo das hingeht. Ob da noch andere Fuchswelpen sind. Wie sich das verhält; ob sich das irgendwie krank verhält, nicht laufen kann oder sonstwie. Das soll man erstmal beobachten.“ Und im Zweifel die Wildtierstation benachrichtigen. Ein Fuchsbaby aufzuziehen ist nämlich ein Fulltime-Job. Füttern, sauber machen und immer wieder Freigang unter Aufsicht. Und die Fuchskinder sind nicht die einzigen, die […]

  • Forschung im Ahrtal: Mit Drohnen gegen Katastrophen

    Forschung im Ahrtal: Mit Drohnen gegen Katastrophen

    In der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021 stürzte bei der schrecklichen Flutkatastrophe nicht nur Wasser durch das Ahrtal. Geröll, Bäume und Autos erhöhten die Wucht der Flutwelle noch deutlich. Insgesamt starben dabei damals 134 Menschen. Jetzt soll ein digitales Geländemodell dabei helfen, sogenannte Massenbewegungen vorherzusagen und letztlich zu verhindern. Die Rekonstruktion der Flutnacht und ihre geologischen Ursachen, aber auch die Vorhersage neuer Ereignisse: Diese Ziele verfolgt das Forschungsprojekt des Instituts für Geowissenschaften der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Dabei besonders im Fokus: Sogenannte Massenbewegungen. Prof. Frieder Enzmann, Institut für Geowissenschaften Universität Mainz „Also nicht nur das Wasser ist für das Schadenspotential entscheidend, sondern was ist auch in dem Wasser drin oder was wird in dem Wasser bewegt. Das können Baumstämme, Autos – man hat es gesehen in den Aufnahmen, was da passiert ist – und auch der Boden, der von den Hängen mit rein reingespült wird in die Ahr, all das erhöht die Energie des Wassers und führt dann auch zu größeren Schäden. Vor allem an besonderen Stellen im Uferbereich, den sogenannten Prallhängen, kann es eben zu massiven Erosionen, Unterspülungen führen, die dann die Schäden deutlich erhöhen.“ Diese Vorgänge früher erkennen: Dabei hilft das vor drei Jahren gegründete Start-up-Unternehmen aeroDCS, das mit hochentwickelten Drohnen und Kamerasystemen arbeitet. Unter der Leitung von Hans-Peter Thamm, Geograph und Professor für Fernerkundung, hat das Unternehmen aus Koblenz mit 6.500 Einzelaufnahmen ein digitales Geländemodell von der besonders stark betroffenen Gemeinde Schuld erstellt. Hans-Peter Thamm, Technischer Leiter aeroDCS GmbH „Auf der einen Seite können wir die Topographie, also das Gelände, sehr genau 3D aufnehmen. Dann können wir die Hangneigung ableiten. Die Exposition, also ob es nach Süden / Norden, das ist auch für die Erosion nicht unwichtig. Und wir sehen halt auch die Kluftstrukturen. Also gerade das Ahrtal ist geologisch überprägt, also da gibt es sehr […]

  • Flugverkehr und Klimaschutz

    Flugverkehr und Klimaschutz

    Am Frankfurter Flughafen werden jedes Jahr viele Millionen Tonnen Kerosin für startende und landende Flugzeuge gebraucht. Das Flugbenzin wird – bis jetzt – aus Öl hergestellt. Das schadet der Umwelt und das Öl muss importiert werden. Kerosin soll nun in Zukunft synthetisch hergestellt werden. Das hilft der Umwelt und befreit uns auch ein Stück aus der Abhängigkeit vom Rohstoff Öl.   Touri-Bomber und Frachtflugzeuge als Emissionstreiber. Das in Frankfurt getankte Kerosin macht ein Viertel des gesamten hessischen Energieverbrauchs aus. Und verschmutzt die Luft. Da alternative Antriebsmöglichkeiten für Flugzeuge zu schwer oder nicht leistungsfähig genug sind, heißt das Zauberwort künftig: Power-to-Liquid. Das ist künstlich hergestellter Kraftstoff. Tarek Al-Wazir, (Bündnis 90 / Die Grünen) Verkehrsminister Hessen: „Wir müssen den Luftverkehr klimaneutral machen. Und das wird auf absehbare Zeit nicht mit der Batterie funktionieren können. Auch nicht mit der Brennstoffzelle. Deswegen geht es in Richtung synthetisches Kerosin.“ In Karlsruhe gibt es bereits eine Pilotanlage, um so einen Kraftstoff herzustellen. Nun soll in der Nähe des Frankfurter Flughafens im Industriepark Höchst die weltweit größte Anlage entstehen. Baustart ist noch dieses Jahr, ab Herbst 2023 soll das klimaneutrale Kerosin fließen. Und so funktioniert’s: Aus CO², Ökostrom und Wasserstoff erzeugt der Reaktor ein Gas, dass dann zu synthetischem Kraftstoff weiterverarbeitet werden kann. Für Flugzeuge ebenso wie für Autos und andere Transportmittel. Aber auch Häuser könnten damit beheizt werden statt mit herkömmlichen Öl. Philipp Engelkamp, Geschäftsführer Ineratec GmbH: „Mit dem synthetischen Verfahren ist es möglich, statt der fossilen Kohlenstoffquelle Rohöl eben eine erneuerbare Quelle, nämlich CO² zu verwenden. Und damit den Kraftstoff CO²-neutral zu gestalten.“ 30 Millionen Euro lässt sich die Karlsruher Firma den Bau kosten, das Land Hessen schießt aus Steuergeldern knapp 2 Millionen dazu. 3.500 Tonnen synthetisches Kerosin könnten jährlich in Frankfurt produziert werden. Da der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport zu Hochzeiten aber fast fünf Millionen […]

  • Meteorologen erwarten weiteren Saharastaub in Deutschland

    Meteorologen erwarten weiteren Saharastaub in Deutschland

    Anfang der Woche gab noch gab es viel Regen und  sogar einen kleinen Tornado. In Kandel in der Südpfalz ist er über die Spargelfelder geweht. Während eines Gewitters ist es zu diesem ausgeprägten Bodenwirbel gekommen. Bei uns ein eher seltenes Phänomen.   Und seit gestern dann strahlender Sonnenschein, wie hier im Biebricher Schlosspark am Rhein. Die Schauer haben der Natur gut getan, alles grünt und blüht. Der Frühling gibt gerade so richtig Gas. Bis zu 18 Grad waren heute drin. Und diese Woche geht wetter-technisch spannend weiter. Wie, das erklärt uns jetzt Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wiesbadener Wetterdienst Qmet. Dominik Jung, Diplom-Meteorologe Wetterdienst Qmet: „Zum Freitag kommen neue Staubpartikel bis zu uns nach Rheinland-Pfalz und Hessen gezogen. Also die kommen direkt aus der Sahara. Hier gab es starke Sand- und Staubstürme. Das heißt auf der einen Seite wird hier die Sonne ein bisschen milchig sein, ein bisschen getrübt sein, durch den Sahara-Sand, durch den Sahara-Staub. Aber wir bekommen auch schöne Auf- und Untergänge bei der Sonne, denn die Partikel brechen und streuen das Sonnenlicht. Zum Samstag kann es dann einzelne Schauer geben und dann wird der Staub aus der Atmosphäre ausgewaschen und dann sprechen wir auch vom sogenannten Blutregen, weil eben diese bräunlichen Partikel im Regen auftauchen und uns dann wahrscheinlich mal wieder die Autos verschmutzen.“

  • Weitere Nachrichten im Überblick

    Weitere Nachrichten im Überblick

    Busfahrer und Kita-Kräfte streiken wieder — Zehntausende Impfdosen verfallen — Deutsche Bank macht mehr Gewinn — Mehr US-Soldaten für Baumholder — Bouffier pflanzt Baum des Jahres Busfahrer und Kita-Kräfte streiken wieder Die Gewerkschaft ver.di hat die rund 3.000 Fahrer im privaten Busgewerbe in Rheinland-Pfalz ab heute Nacht um 3.00 Uhr zu einem Streik aufgerufen. Er soll vorläufig bis zum Schichtende am Freitag dauern. Nach Angaben der Gewerkschaft seien weite Teile des Landes betroffen, darunter auch der Schulbusverkehr. Grund für den Streik sei, dass die Arbeitgeberseite den neuen Manteltarifvertrag bislang nicht unterschrieben habe. Außerdem hat ver.di die Beschäftigen im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst des Landes für morgen und übermorgen zu Warnstreiks aufgerufen. Morgen liegt der Schwerpunkt der Ausstände in der Pfalz, am Freitag im Raum Mainz. Die Gewerkschaft fordert in den laufenden Tarifverhandlungen mehr Gehalt und bessere Arbeitsbedingungen. Zehntausende Impfdosen verfallen Seit Beginn der Corona-Impfungen im Dezember 2020 konnten in den Impfzentren in Rheinland-Pfalz rund 50.000 Dosen nicht rechtzeitig vor dem Verfallsdatum verimpft werden. Das hat das Gesundheitsministerium mitgeteilt. Wie viele Impfdosen bei Ärzten, Krankenhäusern und mobilen Impfteams verfallen sind, sei unbekannt. Insgesamt habe es bis jetzt mehr als 8,5 Millionen Impfungen im Land gegeben. Die Impfbereitschaft sei zuletzt deutlich zurückgegangen. Für Hessen liegen die Zahlen noch nicht vor. Deutsche Bank macht mehr Gewinn Die Deutsche Bank in Frankfurt hat im ersten Quartal dieses Jahres einen Gewinn von fast 1,1 Milliarden Euro erzielt. Das waren rund 20 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres und der höchste Quartalsgewinn seit neun Jahren. Wie Deutschlands größtes Geldhaus heute mitteilte, hätten alle Geschäftsbereiche zu dem guten Ergebnis beigetragen. Mehr Soldaten für Baumholder Ab dem Sommer wollen die USA an ihrem Stützpunkt im rheinland-pfälzischen Baumholder etwa 500 weitere Soldaten stationieren. Das hat das US-Kommando Sondereinsatzkräfte Europa mitgeteilt. Danach solle noch mehr Personal folgen. Zudem […]

  • Weggeworfener Müll und plattgetrampelte Wege: Besucher-Andrang am Felsenmeer in Südhessen

    Weggeworfener Müll und plattgetrampelte Wege: Besucher-Andrang am Felsenmeer in Südhessen

    Um die Entstehung des Felsenmeeres im Odenwald rankt sich eine Sage. Auf dem Berg oberhalb von Lautertal sollen zwei Riesen gehaust haben, die irgendwann in Streit gerieten und sich mit großen Steinen bewarfen. Bis zu 500 Millionen Jahre sind diese Felsen alt, die ein regelrechter Besuchermagnet sind. Und genau das ist das Problem: Immer mehr Besucher bedeutet immer mehr Müll. Bis zu 200.000 Besucher pro Jahr. Das Felsenmeer oberhalb von Lautertal-Reichenbach im Odenwald ist besonders an sonnigen Tagen ein beliebtes Ausflugsziel. Und seit Beginn der Corona-Pandemie hat der Andrang noch zugenommen. Um von Besuchern verursachte Naturschäden einzudämmen, hat die Gemeinde Lautertal für die neue Saison einige Vorkehrungen getroffen. Andreas Heun, SPD. Bürgermeister Lautertal „Die bessere Anbindung über den ÖPNV, die Erweiterung der Parkplatzmöglichkeiten, dann direkt hier am Felsenmeer-Informationszentrum oder auch im Felsenmeer direkt, was die Mülleimer sind, was die Besucherlenkung ist – wir haben 15 Hinweistafeln hier hingestellt.“ Die Tafeln weisen Besucher unter anderem auf die korrekte Entsorgung ihres Mülls und die Nutzung der Wanderwege hin. Viele missachten aber die Regeln und darunter leidet die Natur. Dirk Dins,Forstamt Lampertheim „Das hat letzten Endes zur Folge, dass die Menschen quer durch den Wald laufen. Immer dort, wo Abkürzungen genommen werden oder eben wie hier die Wege verbreitert werden, weil vielleicht einfach zu viele Menschen da waren. Das führt letzten Endes zu einer Bodenverdichtung und letzten Endes dann auch zu eine Erosion, weil kein Laub liegen bleiben kann, Äste werden von der Fläche getreten, sodass der Boden roh ist, offen ist, und bei jedem Regen abgewaschen wird. Weiterhin kommt es auch zu Wurzelschäden – das sieht man hier recht deutlich – und führt letzten Endes dazu, dass Bäume zum Teil auch absterben.“ Der Respekt vor der Natur habe über die Jahre merklich nachgelassen, sagt Dirk Dins, der auf 31 Jahre Berufserfahrung als […]

  • Hamsterkäufe sorgen für verteuertes Rapsöl

    Hamsterkäufe sorgen für verteuertes Rapsöl

    Sind Sie auch schon an den leeren Supermarktregalen vorbeigegangen – zum Beispiel beim Mehl oder beim Öl. Rapsöl zum Beispiel ist momentan Mangelware. Der Grund: Hamsterkäufe, die wir schon seit dem ersten Lockdown kennen. Das müsste eigentlich gar nicht sein – hat uns heute der hessische Bauernverband gesagt. Zwar stammten bislang rund 10 bis 15 Prozent des Rapses in der EU aus der Ukraine – doch bei normaler Ernte können die deutschen Landwirte die Ausfälle aus der Ukraine problemlos ausgleichen Karsten Schmal, Präsident Hessischer Bauernverband „Also für das laufende Jahr 2022 sehe ich keine Versorgungsengpässe. Natürlich hat sich die Produktion deutlich verteuert, das ist ganz klar, das wird sich dann auch in den Speiseölpreisen, in den Lebensmittelpreisen im Regal auswirken. Für das Jahr 2023 bin ich im Moment nicht in der Lage irgendeine Prognose zu wagen, also das wird es ganz entscheidend darauf ankommen, wie sich auch das Kriegsgeschehen in der Ukraine entwickelt, wie sich die anderen Betriebsmittelkosten auf den landwirtschaftlichen Betrieben entwickeln.“ Ja, alles wird teurer. Das gilt auch hier. Bei der letzten Ernte lag der Rapspreis noch bei rund 400 Euro pro Tonne, momentan ist er fast doppelt so hoch. Das bedeutet: Das Rapsöl im Supermarkt bleibt wahrscheinlich erst einmal teuer.

  • Unterwegs mit Christina Geiger: Was will die neue Zoo-Direktorin in Frankfurt verändern?

    Unterwegs mit Christina Geiger: Was will die neue Zoo-Direktorin in Frankfurt verändern?

    Der Frankfurter Zoo gehört seit Jahrzehnten zu den beliebtesten Ausflugszielen der Stadt, vielleicht ist er sogar das beliebteste. Damit das auch so bleibt, soll der Tierpark nun runderneuert werden. Eine große Aufgabe für die neue Zoodirektorin Christina Geiger. Seit zwei Monaten ist sie im Amt und sie hat viel vor. Solche Begegnungen sind selten geworden. Seit Christina Geiger den Direktorenposten im Frankfurter Zoo übernommen hat, sieht sie ihre Tiere weniger als vorher. Für die 42-Jährige war schon immer klar: Ihr Beruf muss etwas mit Tieren zu tun haben. Christina Geiger, Direktorin Zoo Frankfurt „Mich haben schon immer die Tiere grundsätzlich fasziniert, Natur hat mich fasziniert. Ich komme aus einer sehr naturwissenschaftlich interessierten und orientierten Familie und ganz besonders haben mich auch die Exoten schon immer interessiert und da habe ich gedacht, wie könnte ich mir am ehesten die Arbeit mit Exoten vorstellen und das mit einem Beruf verknüpfen und da fiel mir dann eben Tiermedizin ein.“ Von der Zootierärztin ist sie auf den Chefsessel gewechselt und der bedeutet das Bohren dicker Bretter. Manch Tierhaus und manches Gehege ist in die Jahre gekommen, doch nicht nur optisch nagt der Zahn der Zeit. Dass Tierarten einzeln präsentiert werden, ist nicht mehr zeitgemäß, sagt Christina Geiger. In Zukunft soll es größere Gehege mit mehreren Tierarten geben, denn in der Natur leben die Tiere schließlich auch zusammen. Christina Geiger, Direktorin Zoo Frankfurt „Wie ist das, wenn Tiergemeinschaften zusammenleben, wie sieht das in der natürlichen Landschaft aus, wo hat jeder seine Nische? Die einen leben vielleicht erdbodennah, die anderen wohnen in der Baumkrone, jeder hat so seinen Bereich aber trägt einen wichtigen Beitrag zum Funktionieren des Ökosystems bei. Und ganz abgesehen davon ist natürlich, wenn wir Tiere in Gemeinschaften halten, ist immer was los, es ist viel interessanter, es ist für die Tiere immer ein […]

  • Die Zukunft der Landwirtschaft ist digital

    Die Zukunft der Landwirtschaft ist digital

    Satellitengesteuerte und digital vernetzte Traktoren – das wird für die Landwirte bei uns immer mehr Normalität. Doch noch gibt es gerade bei der digitalen Infrastruktur so manche Hürde zu nehmen. Wir haben uns im hessischen Taunus den Ackerbau 4.0 angesehen. Landwirt Torsten Reim ist einer der Pioniere der digitalen Landwirtschaft. Durch Sensoren und GPS-Daten bekommt er in seinem Hightech-Traktor punktgenau angezeigt, welche Stellen seines Ackers im Taunus von Unkraut oder Pilzen befallen sind und kann diese auf seiner einprogrammierten Route zielsicher anfahren. Seit über zehn Jahren nutzt Torsten Reim bereits digitale Technik und spart damit ein Viertel an Düngemittel ein. Das bedeutet für seinen Familienbetrieb mehr Ertrag und weniger Umweltbelastung. Torsten Reim, Landwirt aus Hohenstein „Also, wir haben zum Beispiel durch diesen Einsatz von der modernen Technik keinerlei Probleme mehr, Düngebilanzen einzuhalten, weil wir den Dünger einfach besser verteilen.“ Neben Dünger, der sich seit Kriegsbeginn in der Ukraine ebenfalls verteuert hat, kann Torsten Reim durch das zielgerichtete Verfahren auch Kraftstoff sparen. Die digitale Landwirtschaft könnte in Zeiten von Hamsterkäufen auch leeren Supermarktregalen vorbeugen – zumindest langfristig. Hans-Georg Paulus, Generalsekretär Bauernverband Hessen: „Wir erleben schon eine Zeitenwende, dass wir jetzt viel mehr über Ernährungssicherung sprechen. Da müssen auch wir alles dafür tun, dass wir hier produzieren, um einfach auch die Märkte in Ordnung zu behalten. Damit die Märkte nicht noch mehr verrücktspielen. Und das können wir natürlich mit Digitalisierung und besserer Produktion noch besser, völlig klar.“ Das hat auch das Land Hessen erkannt und will über 5 Millionen Euro in die Digitalisierung der Landwirtschaft investieren. Bei einer Probefahrt mit Torsten Reim muss Digitalministerin Kristina Sinemus eingestehen, dass der Ackerbau 4.0 für sie Neuland ist. Kristina Sinemus, CDU, Digitalministerin Hessen: „Ich bin beeindruckt, wie viel Technik und wie viel Möglichkeiten an Digitalem ich in so einen Traktor schaffen kann. Wobei man auch […]

  • Krimiwanderweg in Essenheim

    Krimiwanderweg in Essenheim

    Rheinhessen ist das Land der 1.000 Hügel. Die Hügel sind vor allem Weinberge, denn schließlich ist Rheinhessen Deutschlands größtes Weinanbaugebiet. Und in dem geht es jetzt mörderisch zu. Bei Essenheim gibt es einen neuen Krimiwanderweg – ein ca. acht Kilometer langer Tatort. „Sie schrie und merkte, das ihr Tränen der Angst über die Wangen liefen“ Die Idylle trügt. Hier bei Essenheim sind Verbrechen an der Tagesordnung. Jedenfalls in den Kriminalromanen von Andreas Wagner. Rheinhessen scheint eine dunkle Seite zu haben. Andreas Wagner, Krimiautor „Nee. Aber das ist ja genau das Spannungsmoment. In einer Region, in der eigentlich alles lieblich und schön ist und weinselig, auch mal das ein oder andere brutale Verbrechen zu legen. Also ein Krimi ohne Mord und Totschlag, das ist schon schwierig.“ „Dann drückte er ab. Schnell zog er sein Gewehr zurück und schloss die Klappe“ Andreas Wagner betreibt zusammen mit seiner Frau und seinen Brüdern ein Weingut. Alle Krimis die er schreibt, haben immer irgendetwas mit Wein und der Region zu tun. Jetzt gibt es einen neuen Tatort, oder besser eine ganze Tatort-Route. Andreas Wagner, Winzer und Krimiautor „Wir laufen hier durch den Teufelspfad, auf einer Strecke, wo man einiges über den Wein erfährt und auch den einen oder anderen Tatort aus meinen Kriminalromanen entdecken kann. Und dann am jeweiligen Tatort sich kurze knappe siebenminütige Lesungen anhören kann.“ Dazu braucht es nur ein Smartphone. QR-Code scannen und schon wird es kriminell! „Krimiwanderung von Tatort zu Tatort“ Auf der rund acht Kilometer langen Strecke gibt es insgesamt sechs Tatorte. Von diesem Hochsitz wird geschossen, nicht nur auf Rehe und Füchse. Andreas Wagner, Winzer und Krimiautor „Und dann kommt wirklich genau die Szene, die hier an dieser Stelle spielt, wo ein etwas rachsüchtiger Winzerkollege mit seiner Schrotflinte auf einen Kollegen anlegt.“ „Er bewegte den Lauf seines Jagdgewehres ein […]