Wissenschaft

  • ESA-Satellit Sentinel-1D startet ins All

    ESA-Satellit Sentinel-1D startet ins All

    Das Tor zum Weltall steht in Hessen: Gemeint ist das Satellitenkontrollzentrum Darmstadt – da wurde es am späten Abend mal wieder spannend. Die ESA hat einen weiteren Erdbeobachtungssatelliten ins All geschickt, der uns wichtige Daten liefern soll. Doch trotz exakter Planungen bis ins kleinste Detail kann bei einem Raketenstart immer etwas schief gehen. Daher haben gestern in Darmstadt alle mitgefiebert – auf das entscheidende Signal nach dem Start. Weltraumbahnhof Kourou, Französisch-Guayana. Um 22:02 Uhr unserer Zeit macht sich Sentinel 1D auf den Weg ins All, um von dort aus Daten über die Erde zu sammeln. Dann der entscheidende Moment, der Satellit koppelt sich von der Rakete ab. Jetzt ist er auf sich alleine gestellt. „Wir haben ein Übernahme-Signal“ Rolf Densing, Leiter europäisches Raumfahrtkontrollzentrum ESOC „Wenn man das erste Signal hat, dann kann man sprechen mit dem Satelliten und jetzt können wir ihn manipulieren, jetzt werden wir als nächstes die Solarpaneele ausfalten.“ Sentinel 1D ist Teil des Erdüberwachungsprogramms Copernicus, ein Gemeinschaftsprojekt der ESA und der europäischen Kommission. Copernicus ist in 6 Missionen aufgeteilt, deren Satelliten unterschiedliche Technik an Bord haben. Ihre Aufgabe ist es, Daten über die Atmosphäre, Landflächen und die Meere zu sammeln. Sentinel 1 zum Beispiel kann Ölverschmutzung auf dem Meer, Überschwemmungen an Land oder Bodenbewegungen aufzeichnen. Daraus können wir Menschen dann Strategien zur Bewirtschaftung unserer Umwelt oder Reaktionen auf den Klimawandel ableiten. Für einen besseren Rundum-Blick besteht Sentinel 1 aus zwei identischen Satelliten, die im selben Orbit fliegen. Weil 1A langsam in die Jahre gekommen ist, soll 1D nun seinen Platz übernehmen. Obwohl mittlerweile mehr möglich wäre, hat der neue Satellit dieselbe Technik wie sein Vorgänger. Nicolaus Hanowski, Missionsmanagement Erdbeobachtungsprogramm „Die Technologie ist nach wie vor extrem gut, die hier zum Einsatz kommt, die Qualität der Daten ist extrem hoch und gleichzeitig wollen wir aber die Daten nicht […]

  • Immer weniger Maschinenbaustudenten

    Immer weniger Maschinenbaustudenten

    Maschinenbau – früher war das so etwas wie der König der Studiengänge. Wer Maschinenbau studieren wollte musste ein sehr gutes Abitur vorweisen und teilweise lange auf einen Studienplatz warten. Doch diese Zeiten sind vorbei. In den letzten 10 Jahren hat sich die Zahl der Maschinenbaustudenten an Deutschlands Universitäten fast halbiert. Wir haben uns gefragt warum das so ist und haben uns an der Technischen Universität in Kaiserslautern mal auf die Suche nach Antworten begeben. Ein Seminar zum Jet-Loop-Reaktor. Inzwischen reicht hierfür ein relativ kleiner Raum, denn auch an der RPTU in Kaiserslautern hat die Zahl der Erstsemester im Maschinenbau stark abgenommen. Vor  zehn Jahren waren es noch  fast 300, zum Start des diesjährigen  Wintersemesters sind es gerade einmal 125 neue Gesichter. Prof. Werner Thiel, Vizepräsident Rheinland-Pfälzische Technische Universität „Das ist sehr schade, finde ich, denn Maschinenbau ist ein sehr wichtiges Fach. Wir werden unsere Zukunftsprobleme nicht ohne den Maschinenbau und die Expertinnen und Experten im Maschinenbau lösen können. Denken Sie an Nachhaltigkeit, denken Sie an die Energieproblematik, an Mobilität. Auch unsere Sicherheitsfragen. Und das werden wir nicht ohne unsere Expertinnen und Experten, die wir hier an der Uni ausbilden, lösen können.“ Und von denen wird es in den kommenden Jahren spürbar weniger geben. Ein Rückgang der Anmeldezahlen um mehr als die Hälfte  in nur zehn Jahren – auf die Frage nach dem Warum hat jeder Dozent seine eigene Theorie. Ferdinand Breit, Professor für Fluid-Verfahrenstechnik „Die Studierendenschaft hat sich diversifiziert aber auch das Angebot der Universitäten und Hochschulen hat sich diversifiziert. Also einfach viel, viel mehr Studiengänge und ich glaube, deswegen verteilt sich unter Umständen eine ähnliche Menge an Studierenden jetzt eben auf mehr Studiengänge und da findet eine gewisse Wanderschaft von Maschinenbau und Verfahrenstechnik zu anderen Studiengängen im Bereich der Informatik oder eben der Data-Science statt.“ Oliver Koch, Professor für […]

  • AI Week in Frankfurt: Eine der größten Plattformen für KI in Europa

    AI Week in Frankfurt: Eine der größten Plattformen für KI in Europa

    Experten sagen: Die Erfindung Künstlicher Intelligenz ist so wichtig, wie die Erfindung des Internets. Schon heute vertrauen Millionen Menschen in Deutschland einer KI. Allein den Dienst ChatGPT nutzen weltweit 800 Millionen Menschen täglich. Über die sich rasend schnell entwickelnde Technologie wird in dieser Woche in Frankfurt intensiv gesprochen – auf der AI Week. So kann der Einsatz von Künstlicher Intelligenz aussehen: Diese beiden Messebesucher posieren für ein Foto. Die KI nimmt das echte Bild und wandelt die beiden in Vampire um, passend zum heutigen Halloween. Die Technik dafür ist schon über zwei Jahre alt. Heute können – mit KI produzierte – Videos schon so aussehen. Diese Aufnahmen sind teils echt, teils fiktiv. Fürs bloße Auge, nicht mehr zu unterscheiden. Für Werbeagenturen Chance und Problem zugleich. Jan C. Portz, Werbeagentur  Shift Agency „Das sind Inhalte, wo man vielleicht im ersten Moment nicht sieht, dass sie durch AI generiert sind aber man merkt, dass die Inhalte künstlich generiert werden, weil die Geschichten, die dort drin erzählt werden, nicht unbedingt real sind. Und das ist auf einmal ein großes Thema, weil, wenn ich einen AI-Avatar habe, der ein Getränk vermarktet, der hat literally keinen Geschmack. Wie soll ich ihm vertrauen, dass dieses Produkt wirklich gut schmeckt?“ Statt auf reine KI-Inhalte, konzentriert sich diese Werbeagentur auf KI ergänzende Inhalte. Denn: Künstliche Intelligenz soll Menschen ergänzen, nicht komplett ersetzen. Das ist der Konsens hier auf der AI Week in Frankfurt. Die ganze Woche lang treffen sich mehr als 2.000 Unternehmen aus der Rhein-Main Region und der ganzen Welt. Für sie ist klar: Künstliche Intelligenz ist nicht nur die Zukunft, sondern schon die Gegenwart. Das sieht auch Bundesdigitalminister Karsten Wildberger so. Karsten Wildberger (CDU), Bundesdigitalminister „Nicht teilzunehmen bei KI, das nicht zu tun gefährdet viel mehr Arbeitsplätze als teilzunehmen. Mit KI können wir Wachstum kreieren, auch […]

  • Hessen schneidet bei Bildungsstudie schlecht ab

    Hessen schneidet bei Bildungsstudie schlecht ab

    In Berlin sind heute die Bildungsminister der Länder zusammengekommen, um den neuen Bildungstrend der Humboldt-Universität Berlin vorzustellen. Und so viel muss man an dieser Stelle schon mal sagen – es gibt schlechte Nachrichten von der Bildungsfront. Wieder mal! Insbesondere in Hessen. Es ist ein alarmierender Trend. Schüler schneiden in Tests immer schlechter ab, sind lustloser und abgelenkter als je zuvor. Immer mehr verfehlen die Mindestanforderungen in den Fächern Mathe, Bio, Physik und Chemie, sagt die Studie. Konkret erreichen 9 Prozent aller Neuntklässler in Mathematik nicht den Mindeststandard für einen Hauptschulabschluss. Und rund ein Drittel verfehlen die Anforderungen für die Mittlere Reife. Besonders schlecht sieht es in Hessen aus. Hier bleiben die Schüler in allen Fächern noch unter dem Bundesschnitt zurück. In Rheinland-Pfalz hapert es vor allem in den Fächern Mathematik und Physik. Ein Grund könnten laut Forscher die Nachwirkungen der Corona-Jahre 2020 bis 2022 sein. Homeschooling, Unterrichtsausfall, fehlende Sozialkontakte und ein zunehmender Konsum von Sozialen Medien spielten bis heute eine Rolle bei den Schulproblemen. Ein weiterer Grund: Schüler, die als Geflüchtete nach Deutschland gekommen sind, haben insgesamt ein niedrigeres Kompetenzniveau als ihre Mitschüler ohne Zuwanderungsgeschichte. Das hessische Kultusministerium erklärt das schlechte Abschneiden unter anderem mit der besonders hohen Migrationsquote. Sie liege  höher als in anderen Bundesländern: Kultusministerium Hessen „In Hessen hat mittlerweile mehr als jeder zweite Neuntklässler einen Zuwanderungshintergrund, jeder sechste ist nicht in Deutschland geboren und jeder zwanzigste ist Geflüchteter, während parallel der Gebrauch von Deutsch als Familiensprache unabhängig vom Zuwanderungshintergrund deutlich zurückgeht.“ Hessen investiere deshalb vor allem auch in die Sprachförderung, so Bildungsminister Armin Schwarz. Insgesamt dürften die Ergebnisse der Studie aber kaum überraschen. Seit Jahren zeichnet sich das sinkende Bildungsniveau in Deutschland ab. Der Bildungstrend 2024 – ein weiteres Alarmsignal für die Schulpolitik der Länder.

  • Hessische Städte bieten Cannabis-Tests an

    Hessische Städte bieten Cannabis-Tests an

    „Wir müssen Drogen staatlich checken“ – das war eine der ersten Forderungen des neuen Drogenbeauftragten der Bundesregierung. Diese Maßnahme könne die Zahl von Drogentoten senken. In Frankfurt und Wiesbaden ist das tatsächlich schon möglich. Wirklich rechtssicher ist das „Drug checking“ aber nicht, eine einheitliche Verordnung lässt auch in Hessen weiter auf sich warten. Ein kleines Labor im Frankfurter Südosten. Hier kann man seine  Cannabis-Produkte anonym einschicken und testen lassen. Seit 30 Jahren bietet der hier ansässige Drogenhilfeverein Beratungen an, die Tests sind ein weiterer Schritt. Karsten Tögel-Lins, Drogenhilfeverein Basis „Besonders schädlich ist es, wenn ich eine Substanz kaufen oder konsumieren möchte und vielleicht eine ganz andere bekomme. Von der ich gar nicht weiß, dass sie das ist. Und das führt dann natürlich zu besonderen Gefährdungspotenzialen. Und da wollen wir ein bisschen entgegenwirken.“ Seit der Cannabis-Legalisierung kann man die Produkte beispielsweise in Hanf-Shops  und an Automaten kaufen. Das Problem: Immer öfter werden neue psychoaktive Substanzen beigemischt, von denen die Konsumenten ebenso wenig ahnen wie die Shop-Betreiber selbst. Im Labor können zweifelhafte Produkte einem genauen Test unterzogen werden. Henrik Schöfer, Chemiker „Die Person, die das in einem Laden gekauft hat, hat nach dem Konsum starke psychische Veränderungen erlebt. Und konnte sich die natürlich nicht erklären, da sie eigentlich ein Produkt kaufen wollte, das keine Wirkung hervorruft. Wir waren dann mit unseren Methoden in der Lage, diese synthetischen Cannabinoide, die tatsächlich hier zugesetzt sind, zu identifizieren.“ Noch bewegen sich die Tests allerdings in einer rechtlichen Grauzone. Zwar hat der Bund die Grundlage für Drogen-Check-Modellversuche geschaffen, die Länder konnten sich bislang aber nicht auf eine gemeinsame Verordnung einigen. Das hessische Gesundheitsministerium sagt auf Nachfrage nur, eine eigene Verordnung würde noch abgestimmt. Die Frankfurter Drogenhilfe warnt: Karsten Tögel-Lins, Drogenhilfeverein „Basis“ „Mit jedem Tag, wo diese Verordnung nicht erscheint, haben wir es damit zu tun, dass […]

  • Forschungszentrum Globaler Islam schließt

    Forschungszentrum Globaler Islam schließt

    Die Islamwissenschaftlerin Susanne Schröter polarisiert. Sie scheut sich nicht, öffentlich vor Gefahren wie ungesteuerter Migration, zunehmender islamistischer Radikalisierung und dem Einfluss erzkonservativer Religionsgemeinschaften hierzulande zu warnen. An der Uni Frankfurt hat sie über zehn Jahre lang das Forschungszentrum Globaler Islam aufgebaut und geleitet. Jetzt wirft sie das Handtuch. Susanne Schröters Bücherregal ist gut gefüllt – mit Publikationen, auch eigenen, zu den Veränderungen in der islamischen Welt, zwischen liberalen und extremistischen Strömungen. Seit 2008 war sie hier an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt als Professorin für Ethnologie tätig. 2014 hat sie das Forschungszentrum Globaler Islam gegründet. Nun heißt es für sie: Kisten packen, Büro räumen. In wenigen Tagen endet ihre Forschungsprofessur – und damit auch ihr Forschungszentrum. Susanne Schröter, Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam „Natürlich hängt viel Herzblut dran. Und ich habe hier viel gearbeitet, habe viele junge Menschen aus allen Ländern zur Promotion geführt, erfolgreich. Und wir haben hier tolle Forschung gemacht. Eine irrsinnig gute Außenwirkung erzielt. Aber mit der Zeit bin ich immer mehr unter den Beschuss von Personen, also, sowohl Kollegen, als auch Studenten, als auch Aktivisten gekommen, die aus dem, ich sage mal, woke-linken Spektrum kommen. Denen es nicht gefallen hat, dass ich über Islamismus arbeite, dass ich auch migrationskritisch bin.“ Es sind ihre wiederholt kritischen Äußerungen etwa zu den Übergriffen in der Kölner Silvesternacht, zum Tragen des Kopftuchs, zur Migrationspolitik, die ihr den Vorwurf des Rassismus, Anfeindungen und regelrechte Rufmordkampagnen einbringen. Diesem Klima wolle sie weder sich selbst noch ihre Mitarbeiter länger aussetzen, zumal ihre Forschungsarbeit deutlich erschwert worden sei. Kritische Islamforschung, so ihr Eindruck, sei nicht länger gewünscht. Susanne Schröter, Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam „Wir haben Tabuthemen an Universitäten in Deutschland, haben wir auch in anderen europäischen Ländern, das hatten wir auch in den USA. Und das ist fatal. Das ist fatal, A, weil Wissenschaft die […]

  • Digitale Nase soll Weinqualität erschnüffeln

    Digitale Nase soll Weinqualität erschnüffeln

    Der Weinbau steckt in einer existenziellen Krise – da sind sich die Experten einig. Was aber muss jetzt passieren, damit es wieder aufwärts geht. Qualität ist EIN Schlüssel sagt der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer. Auf seiner Sommertour hat er sich gestern wissenschaftlich mit dem Thema Wein beschäftigt. Auf dem Weincampus Neustadt beschäftigen sich Wissenschaftler mit den unterschiedlichsten Weinen. Das weiß auch Ministerpräsident Alexander Schweitzer zu schätzen. Denn er freut sich, wenn er einen Wein im Glas hat, den er noch nicht kennt. Alexander Schweitzer (SPD), Ministerpräsident Rheinland-Pfalz „Ach, Ich bin total experimentierfreudig, was Weine angeht. Ich lege Wert darauf, dass es rheinland-pfälzischer Wein ist. Ich trinke inzwischen deutlich mehr Weißweine. Aber ich bin immer auch mal gespannt auf was Neues.“ Die Chancen, in seiner Heimat Weine von bester Qualität zu finden, könnten in Zukunft noch steigen. In Neustadt führen ihm die Forscher einen High–Tech-Koffer vor, der Trauben direkt im Weinberg untersuchen kann. Mit Infrarotstrahlen überprüft er bei der Frucht eine Vielzahl von Qualitätsmerkmalen. So kann er dem Winzer zum Beispiel signalisieren, wann der optimale Zeitpunkt für die Ernte ist  Ein paar Meter weiter präsentieren die Forscher eine sogenannte „künstliche Nase“. Sie sucht im Wein bestimmte Aromastoffe, die erfahrene Kellermeister vor drei Jahren bei aufwändigen Testverfahren bewertet haben. Bei den Verkostungen brachten sie der Künstlichen Intelligenz bei, wie bestimmte Aromen von Menschen empfunden werden. Aus  ihrem digital gespeicherten Wissen kann die Apparatur jetzt errechnen, ob es sich bei einem Traubensaft um einen Spitzenwein handelt – oder um eine Plörre, die die Gäste besser stehen lassen sollten. Diese künstliche Intelligenz – sagen die Forscher – soll künftig Weinbauern eine objektive Entscheidungshilfe geben. Die Gefahr, dass sie Winzer und Sommeliers bald arbeitslos mache, bestehe aber nicht. Prof. Dominik Durner, Weincampus Neustadt „Die Technik ist programmiert auf ganz bestimmte Aromastoffe und unsere Nase ist […]

  • Ministerpräsident Schweitzer besucht Chemiekonzern BASF

    Ministerpräsident Schweitzer besucht Chemiekonzern BASF

    In der Wirtschaft geht EINE große Angst um: Dass Deutschland Schritt für Schritt in die De-Industrialisierung rutscht. Dass es sich also bei uns nicht mehr lohnt, gewisse Produkte herzustellen. Auch wenn das ifo-Institut heute von einem Wirtschaftswachstum in Rheinland-Pfalz von 0,1 Prozent spricht – die Unsicherheit ist auch im dritten Jahr der Wirtschaftskrise groß. Das liegt vor allem an den hohen Energiekosten im Land. Um die kleiner zu bekommen, produziert das energieintensive Unternehmen schlechthin in Rheinland-Pfalz, die BASF in Ludwigshafen, seit einem halben Jahr grünen Wasserstoff. Wie genau und mit welchem Benefit – das haben wir uns heute auf dem Werk des Chemieriesen angeschaut. Hinter diesen Stäben leisten kleine Protonen große Arbeit. Denn: Hier wird sauberes Trinkwasser mithilfe von Elektrizität in Wasserstoff umgewandelt. Protonenaustausch-Membran-Elektrolyse. Ein komplizierter Name für ein kompliziertes Verfahren. Der Vorteil daran: Der eigens gewonnene Wasserstoff fließt zum Großteil direkt in die Produktion bei der BASF. Volker Ehret, Produktionsmanager: „Der große Trick am Gase produzieren ist letztendlich, so zu produzieren wie abgenommen wird. Weil man nur mit einem nennenswerten Effizienzverlust speichern kann. Man muss entweder auf sehr hohe Drücke gehen oder eben verflüssigen, was beides zu einem Wirkungsgradverlust führt, den man nicht haben will. Also wir produzieren so wie abgenommen wird.“ (00:25 für 10s) Und: Wie Strom zur Verfügung steht. Denn damit der Wasserstoff auch grün ist, muss die dafür benötigte Elektrizität aus erneuerbaren Energien stammen. Und da schwanken die Preise stark. Stichwort: Volker Ehret, Produktionsmanager: „Wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Dass Strom nicht zu jeder Zeit, zu jedem Zeitpunkt gleich viel kostet. Und wir dann eben auf strombasierte Produktion zurückgreifen, wenn es besonders attraktiv ist.“ Das erfordert Flexibilität. Läuft aber alles, wird hier eine Tonne Wasserstoff in der Stunde erzeugt. Bis zum Jahr 2050 will der Chemiekonzern CO2-neutral produzieren. Katja Scharpwinkel, Vorstand BASF SE: „Wir pilotieren hier am Standort verschiedene […]

  • 50 Jahre ESA

    50 Jahre ESA

    Beim ESOC, dem Satelliten-Kontroll-Zentrum der Europäischen Weltraum-Organisation in Darmstadt. ist ordentlich was los. Es ist Tag der offenen Tür. Mehr als 4.000 Besucher sind gekommen. Sie können heute einen Blick auf die Arbeit der ESA werfen und zum Beispiel einen Mini Mars Rover selber steuern, einen simulierten Raketen-Start erleben oder einen exklusiven Blick hinter die Kulissen des HauptKkontrollraums werfen. Das Ziel: Die Raumfahrt greifbar zu machen. Anlass ist der 50. Geburtstag der ESA. Darüber sprechen wir mit dem Leiter des Satelliten-Kontrollzentrums in Darmstadt, Rolf Densing. Eine Karte unserer Milchstraße. Ein Blick in mehrere Milliarden Lichtjahre Entfernung. Eine Reise zum Jupiter, auf der Suche nach Leben auf seinen Monden. Auf den Spuren von Eis und Wasser auf dem Mars. Oder die Landung auf einem Kometen. Doch die ESA erkundet nicht nur ferne Welten, sondern auch unsere eigene. Mit dem Copernicus-Programm beobachtet die Europäische Weltraumorganisation unseren Heimatplaneten und sammelt kontinuierlich Daten über Ozeane, Landflächen und die Atmosphäre.  Mit „Galileo“ hat Europa ein eigenes weltweites Satellitennavigations- und Ortungssystem. Das erste unter ziviler Kontrolle – im Gegensatz zum GPS der Amerikaner, das einen militärischen Hintergrund hat. Und genau darum geht es: Unabhängigkeit. Vor der Gründung der ESA konkurrierten die USA und die Sowjetunion miteinander im All. Um eigene Satelliten in den Orbit zu schießen, war Europa auf fremde Hilfe angewiesen. Das sollte sich ändern. Zehn europäische Staaten einigten sich darauf, gemeinsam eine eigene Trägerrakete zu entwickeln und gründeten am 30. Mai 1975 die „European Space Agency“, kurz ESA. Vier Jahre später startet die erste europäische Ariane-Rakete erfolgreich ins All. Seitdem gab es über 260 Starts der Ariane-Raketenfamilie, die mehr als 1.100 Satelliten ins All transportiert haben. Sie alle werden aus dem Kontrollzentrum ESOC in Darmstadt gesteuert, Europas Zugang zum All. Etwa die Hälfte aller ESA-Mitarbeiter ist hier beschäftigt. Auch wenn der Grundgedanke die Unabhängigkeit […]

  • Neues Rechenzentrum an Mainzer Universität

    Neues Rechenzentrum an Mainzer Universität

    Alle Welt spricht von Künstlicher Intelligenz. Dafür benötigen wir immer mehr Rechenleistung. In Mainz ist an der Johannes-Gutenberg-Universität ein neues Rechenzentrum eingeweiht worden. Ein wichtiges Signal, denn Wissenschaft braucht Supercomputer. Hier laufen sie seit heute alle zusammen – sämtliche IT-Systeme und Anwendungen der Universität. Dazu zählt aber nicht nur die digitale Grundversorgung – also die Webserver für die digitale Kommunikation, Bewerbungs- oder Prüfungsverfahren. Prof. Dr. Georg Krausch, Präsident Johannes Gutenberg Universität: „Darüber hinaus, und das braucht die wirklich starken Rechner, sind das unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sogenannte Hochleistungsrechner brauchen. Die also komplexe Klimamodelle rechnen können. Oder die komplexe Materialien simulieren können, bevor man sie dann wirklich herstellt. Das ist heutzutage ‚state of the art‘ in der Wissenschaft. Und wenn man international konkurzenzfähig sein möchte, muss man da mitmachen.“ Das Land Rheinland-Pfalz hat den Bau finanziert und der Universität von Anfang an die Bauherrenfunktion übertragen. Die Kosten: Rund 31 Millionen Euro. Doris Ahnen (SPD), Finanzministerin Rheinland-Pfalz: „Wissenschaft und Forschung sind heute extrem wichtige Standortfaktoren. Nehmen Sie den gesamten Bereich der Digitalisierung. Nehmen Sie den Bereich der künstlichen Intelligenz. Nehmen Sie die wisschenschaftsbasierte Weiterentwicklung in vielen Branchen. Biotechnologie und anderes mehr. Und insofern ist eine solche Investition in die Wissenschaftsinfrastruktur natürlich auch entscheidend dafür, dass der Standort gestärkt wird.“ Der Neubau erfüllt die modernsten Anforderungen in den Bereichen Sicherheit und Umweltschutz.  Wissenschaftsminister Clemens Hoch von der SPD, bezeichnet das neue Rechenzentrum als ‚Meilenstein für die Forschung in diesem Land‘. Clemens Hoch (SPD), Wissenschaftsminister Rheinland-Pfalz: „Wir können sicher davon ausgehen, dass Rechenkapazität in den nächsten Jahren noch viel viel mehr gebraucht wird als heute. Sodass wir die Basisleistungen abbilden können, aber auch Forschungsinfrastruktur haben. Aber nicht nur für die Universität hier, sondern für alle Universitäten und Hochschulen des Landes, weil wir so zusätzliche Rechenkapazität auf einem Niveau schaffen, dass wir an den […]

  • Zähne eines Flugsauriers gefunden

    Zähne eines Flugsauriers gefunden

    Sie sind so klein, dass man sie überhaupt erst durch das Mikroskop erkennt. Kleine Zahnfragmente. Es sind ganz besondere Zähne. Sie sind zirka 210 Millionen Jahre alt und gehörten einem Flugsaurier. Gefunden wurden die Zähne passenderweise im Dinosaurier-Park Teufelsschlucht in der Eifel. Eine richtige Sensation, denn es sind Teile des ältesten Flugsauriers, der bisher in Deutschland gefunden wurde. Sie sorgen im gesamten Park bei den einen für leichten Grusel, andere sind einfach nur fasziniert von den Urzeittieren im Dinosaurierpark in der Südeifel. Doch neben den Attrappen haben die Forscher jetzt die Zähne eines Flugsauriers, eines Eudimorphodons, gefunden. Dr. Lea Numberger-Thuy, Paläontologin „Die Eudimorphodons haben scheinbar schon vor über 210 Millionen Jahren gelebt, wir haben ja den ältesten Fund jetzt gehabt, mit unseren Zähnen. Und das sind zwei verschiedene Großgruppen. Dinosaurier sind eine Großgruppe und Flugsaurier sind eine Großgruppe und sie haben auch gleichzeitig gelebt.“ Wo genau die Forscher die Zähne gefunden haben, dürfen wir nicht verraten. Dr. Lea Numberger-Thuy und ihr Team sind Spezialisten für Mikrofossilien. Das sind ganz kleine Teile, die Reste von Urzeittieren sein können. Dr. Lea Numberger-Thuy, Paläontologin „Wir haben da sogenannte Bonebeds gefunden, das sind Stellen, wo Fossilien und damals lebende Organismen an einer Stelle, meistens durch Wasser, zusammengeschwemmt wurden und die kleinen Teile, hauptsächlich Zähne, Knochenfragmente oder auch Schuppen, erhalten geblieben sind.“ Gefunden haben die Flugsaurierzähne dann eigentlich die Besucher des Dinosaurierparks. Denn die dürfen beim Wissenschaftsprojekt „Triassic Lab“ die zerkleinerten Gesteinsproben ganz genau unter die Lupe nehmen. Alles, was dunkel ist, könnten Kleinstüberreste von Urzeittieren sein. Dr. Lea Numberger-Thuy, Paläontologin „Wir sind ja eigentlich auch auf Dinosaurierjagd, könnte man sagen, Haben wir dann tatsächlich im Rahmen des Projekts, die Besucher in einer der Proben, die drei kleinen Zähnchen gefunden, und wir haben die dann hinterher zur Auswertung bekommen, haben sofort gesehen, dass das was […]

  • Winzer experimentiert mit Sparkling Tea

    Winzer experimentiert mit Sparkling Tea

    Die Mosel-Region in Rheinland-Pfalz ist vor allem für eines bekannt: ihren Riesling. Doch gerade bei jungen Menschen geht der Weinkonsum immer weiter zurück. Auch aus diesem Grund müssen die Winzer kreativ sein. Ein Beispiel: In den Weinbergen rund um Winningen, wachsen nicht nur Trauben, sondern mittendrin auch frische Kräuter. Und genau damit wird jetzt experimentiert, was man daraus alles Leckeres, Alkoholfreies herstellen kann. Lavendelblüten soweit das Auge reicht. Dazwischen wachsen Bergminze oder Salbei.  Alles Kräuter, die Christian Kloss für seinen sogenannten Sparkling Tea verarbeitet. Bewirtschaftet wird der Wein- und Kräuterberg vom Heimatverein Lehmer Razejunge. Die zwei Männer treffen sich vor einigen Monaten zufällig auf einem Markt. Dieter Möhring, Lehmer Razejunge e.V. „Das war schon sehr verdächtig. Kauft alle möglichen Tees und Kräuter ein. Und zwei Tage später rief er dann an und sagte: ‚Mensch, kannst du Lavendel liefern und Bergminze? Das hätten wir gerne für den Sparkling Tea.’“ Sparkling Tea ist eine Art alkoholfreier Secco auf Tee-Basis. In Deutschland ist Christian Kloss einer der ersten, der sich an das Getränk heranwagt. Seine Vision: möglichst viele Kräuter verwenden, die auch im eigenen Weinberg wachsen können. Bevor die aber vom Lehmer Wingert in den Teekessel wandern, werden sie getrocknet. Christian Kloss, stellt Sparkling Tea her „Wir müssen es leider getrocknet verwenden, weil alle Zutaten, die wir haben, verwenden wir getrocknet. Und ansonsten wäre dort dann die Differenz dann zu groß vom Geschmacklichen her.“ Rosenblätter, Lindenblüten, Holunder. Was die Lehmer Razejunge nicht anbauen, kauft Christian Kloss dazu. Welche Kräuter am besten miteinander harmonieren, hat der gelernte Winzer mit Kollegen und Freunden ausgetüftelt. Christian Kloss, stellt Sparkling Tea her „Wir gehen wirklich hin wie im Labor, wie auch ein Koch das macht. Und man nimmt kleine Zutaten. Und der Vergleich mit dem Koch ist deswegen auch so Passend, weil da macht es ja auch […]

  • Hochschulpakt - Ärger um neue Finanzvereinbarung für Hessens Hochschulen

    Hochschulpakt – Ärger um neue Finanzvereinbarung für Hessens Hochschulen

    Seit mehr als einem Jahr ringen die hessische Landesregierung und die 14 staatlichen Hochschulen im Land um den neuen Hochschulpakt. Der legt Ziele und Finanzierung der Hochschulen bis 2031 fest. Zuletzt waren die Fronten verhärtet: Die Hochschulen befürchten eine Unterfinanzierung im dreistelligen Millionenbereich mit schwerwiegenden Folgen, die Landesregierung verweist auf den allgemeinen Spardruck. Heute haben sich beide Seiten dennoch geeinigt. Es ist eine Einigung, die die eine Seite zufriedener wirken lässt als die andere. Als Thomas Nauss gemeinsam mit den anderen Hochschulpräsidenten den Pakt unterzeichnet, ist ihm bewusst: Es kommen harte Zeiten auf die hessischen Hochschulen zu. Prof. Dr. Thomas Nauss, Präsident Philipps-Universität Marburg „Ich behaupte, dass es an keinem Standort ohne auch deutliche Einsparungen im Personalbereich geht, was eine unmittelbare Auswirkung auf die Leistungsfähigkeit der Hochschulstandorte hat. Man wird auch in Sachmitteln sparen müssen. Und da spreche ich nicht von Papier oder ein paar Heftklammern. Sachmittel sind ja zum Beispiel Laborausstattungen, laufende Verbrauchsmittel in der Wissenschaft.“ Und diese Auswirkungen werde man an den Universitäten, Hochschulen und Kunsthochschulen auch deutlich spüren.  Monatelang haben Hochschulen und Landesregierung um die Finanzierung für die kommenden sechs Jahre gerungen. Jetzt ist klar: Nächstes Jahr gibt’s weniger Geld als bisher, danach soll das Budget wieder langsam steigen. Das reiche aber bei Weitem nicht aus, um die zu erwartenden Personal- und Sachkostensteigerungen zu decken, befürchten die hessischen Hochschulen. Insgesamt rechnen sie bis zum Jahr 2031 mit einem Defizit im hohen dreistelligen Millionenbereich. Der Wissenschaftsminister verweist auf die schwierige wirtschaftliche Lage. Nicht nur im Hochschulbereich müsse das Land in den kommenden Jahren sparen. Timon Gremmels (SPD), Wissenschaftsminister Hessen „Also ich finde, dass wir unter den schwierigen Rahmenbedingungen das Beste gemacht haben. Alle 14 Hochschulen haben am Ende des Tages unterschrieben. Natürlich wünsche auch ich mir bessere wirtschaftliche Voraussetzungen, damit wir dann nochmal einen Nachschlag geben können.“ Denn […]

  • Landwirtschaft der Zukunft - Giessener Forscher simulieren Klimawandel

    Landwirtschaft der Zukunft – Giessener Forscher simulieren Klimawandel

    Zum allerersten Mal kooperieren die Vereinten Nationen mit einer deutschen Universität – genauer gesagt mit der Justus-Liebig-Universität in Gießen. Dabei geht es um ein Forschungsprojekt, das es schon seit 35 Jahren gibt. Es soll herausfinden, wie man die Landwirtschaft bei uns – und weltweit – fit für die Herausforderungen der Zukunft machen kann. Eine Wiese in Linden bei Gießen. Durch die Ringe können Biologen in die potenzielle Landwirtschaft der Zukunft schauen. Denn hier wird der Klimawandel nachgestellt. Das heißt, aus großen Rohren wird Grünland mit Kohlenstoffdioxid, also CO2, voll gepustet. Soviel, wie laut wissenschaftlicher Prognosen etwa in 25 Jahren bei uns erreicht wird. Prof. Christoph Müller, Leiter experimentelle Pflanzenökologie, Justus-Liebig-Universität Gießen „Was wir hier machen, ist Grünland. Man sieht ja, hier ist typisches, hessisches Grünland. Und wir stellen hier eine erhöhte CO₂-Konzentration ein und schauen, wie sich das Grünland letztendlich, wie das letztendlich reagiert, auf eine erhöhte CO₂-Konzentration, die wir erwarten werden, so Mitte des Jahrhunderts.“ Mehr CO₂ bedeutet mehr Photosynthese und das bedeutet ein schnelleres Wachstum der Pflanzen. Allerdings verändern sich auch die Prozesse im Boden. Und das bedeutet: Pflanzen sind nicht mehr so nahrhaft. Prof. Christoph Müller, Leiter experimentelle Pflanzenökologie, Justus-Liebig-Universität Gießen „Allerdings müssen wir dann natürlich auch gucken, wie sieht die Qualität der Biomasse aus. Nehmen wir mal an, eine Kuh frisst dieses Gras, dann müsste für dieselbe Milchproduktion die Kuh mehr fressen, von diesem Gras, was unter erhöhtem CO₂ gewachsen ist. Damit einher geht natürlich, die Kuh wird dann mehr Methan ausstoßen. Also was ich damit sagen will, wir haben es eigentlich mit komplexen Systemen zu tun, wo wir vielleicht eine Veränderung haben, die eine ganze Kaskade von verschiedenen Dingen anstößt.“ Auf der Wiese nebenan simulieren die Wissenschaftler zusätzlich den Anstieg der Temperaturen. In die Kreise wird heiße Luft gepustet. Hier geht es nicht um düstere […]

  • ESA eröffnet Zentrum gegen Cyber-Angriffe

    ESA eröffnet Zentrum gegen Cyber-Angriffe

    Der Weltraum wird für unser Leben auf der Erde immer wichtiger: Wettervorhersagen, aber auch Navigation und Kommunikation – das alles funktioniert mithilfe von Satelliten, die die Erde umkreisen. Und daher könnten Satelliten das Ziel von Hackern werden. Das genau versucht die Europäische Weltraumorganisation ESA in Darmstadt zu verhindern und hat heute ein neues Zentrum eingeweiht. Teleskope, die das Rätsel um die dunkle Materie lösen sollen; Sonden auf der Reise zu anderen Planeten unseres Sonnensystems oder Messgeräte, die unsere Erde aus dem All erforschen – insgesamt 28 Satelliten betreibt die europäische Raumfahrtorganisation aktuell. Gesteuert werden sie aus dem Satellitenkontrollzentrum ESOC in Darmstadt. Von hier aus erfolgt die Kommunikationen zu den Bodenstationen und von denen wiederum zu den Satelliten. Datenwege, die potentiellen Hackern einen Angriffspunkt liefern. Markus Rückert, ESA Missions-IT-Betrieb „Man kann sich Szenarien ausmalen, wenn sie vielleicht den Bogen schlagen wollen von Büroumgebungen, da gibt es das Thema Ransomware. Da werden Daten als digitale Geisel gehalten. Sie bekommen keinen Zugriff mehr auf ihre eigenen Geschäftsdaten. Jetzt stellen Sie sich vor, was passiert, wenn das gleiche im Satellitenbetrieb passiert, wenn Sie einen Satelliten im Prinzip unter fremder Kontrolle haben und sie selbst werden ausgeschlossen aus dieser Kontrolle.“ Vorgekommen ist so etwas zum Glück noch nicht, doch die ESA will vorbereitet sein. Im neuen Cyber Safety and Security Operational Centre, kurz CSOC, wird das Thema Cybersicherheit nun besser gebündelt. Jeden Monat verzeichnet die ESA 42 Milliarden Datenpunkte, also Zugriffe auf ihre Systeme. Im CSOC werden diese überwacht und auf Gefahren geprüft, um dann direkt eingreifen und einen Angriff abwehren zu können. Markus Rückert, ESA Missions-IT-Betrieb „Einer unserer Aufträge ist auch die Förderung der europäischen Industrie und die Befähigung der europäischen Industrie, um im internationalen Wettbewerb dann auch Bestand zu haben. Mit der zunehmenden Industrialisierung und Kommerzialisierung des Weltraumbetriebs wird es immer mehr private […]