Allgemein

  • Tod nach Streit um Handyvertrag – Urteil am Landgericht Kassel

    Tod nach Streit um Handyvertrag – Urteil am Landgericht Kassel

    Ein scheinbar harmloser Streit zwischen zwei Männern, angeblich geht es dabei um Handyverträge und einen Laptop. Am Ende ist einer der Männer tot. Seit Mai dieses Jahres muss sich Valentino K. vor dem Landgericht Kassel verantworten, die Staatsanwaltschaft wirft ihm Mord vor. Heute haben die Richter das Urteil gesprochen. Schon im Mai waren die Beweise erdrückend, dass Valentino K. seinen Bekannten Wolf-Dieter P. im Sommer 2019 getötet hatte. Seither beschäftigte sich das Gericht mit der Frage: War es Mord oder Totschlag? Seit heute steht fest: Die Richter verurteilen den 28-Jährigen wegen Totschlags und Betruges und folgen damit der Forderung der Verteidigung. Der Angeklagte muss für zehn Jahre ins Gefängnis und anschließend in eine Entzugsanstalt. Bernd Pfläging, Verteidigung Valentino K. „Für ihn war halt wichtig, dass diese Unterbringung in der Entziehungsanstalt angeordnet wird, was die Kammer getan hat. Die Höhe der Strafe ist natürlich, wenn man in der Situation ist, zehn Jahre ist eine hohe Strafe. Das muss man sagen. Aber ich denke, er wird die Entscheidung akzeptieren.“ Die Staatsanwaltschaft hatte eine Verurteilung wegen Mordes gefordert. Valentino K. habe den 55-Jährigen Wolf-Dieter P. in dessen Wohnung in Bad Sooden-Allendorf umgebracht, um ihn von einer Anzeige bei der Polizei abzuhalten. Zuvor hatte der Angeklagte auf den Namen seines Bekannten mehrere Handyverträge abgeschlossen und einen Laptop gekauft, ohne dessen Erlaubnis zu haben. Nach einem Streit schlug er dann das Opfer, vermutlich mit einem Hammer, bewusstlos und erwürgte es dann. Angela Kleine-Kraneburg, Staatsanwältin „Aus Sicht der Staatsanwaltschaft ist die Tat als Verdeckungsmord zu werten. Und basierend auf der Einschätzung des Sachverständigen gab es auch keine erhebliche Beeinträchtigung der Steuerungsfähigkeit, sodass da auch unter dem Gesichtspunkt eine volle Verantwortlichkeit für diesen – aus unserer Sicht – Mord, da ist.“ Doch nach Ansicht der Richter ist der Vertuschungsversuch nicht zu beweisen. Außerdem sei der Angeklagte bei […]

  • Pendler brauchen Geduld: Spontaner Busfahrer-Streik in Rheinland-Pfalz

    Pendler brauchen Geduld: Spontaner Busfahrer-Streik in Rheinland-Pfalz

    Heute ist bei Pendlern in Rheinland-Pfalz vor allem wieder eines gefragt: Geduld. Die Gewerkschaft ver.di hat Busfahrer privater Busbetriebe zum Streik aufgerufen. Schon seit zwei Jahren gibt es in der Busbranche immer wieder Streiks und eigentlich hatten sich beide Seiten auch auf bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne geeinigt. Doch entgegen der Abmachung ist das Geld noch nicht bei den Fahrern angekommen. Deshalb blieben die Busse heute in weiten Teilen von Rheinland-Pfalz in den Depots. Laut Anzeige fahren hier mehrere Busse ab, doch die Realität sieht anders aus. Die Fahrer vieler privater Busgewerbe haben heute ihre Arbeit niedergelegt – und zwar unangekündigt. Viele Fahrgäste werden deshalb vom Streik überrascht und warten – wie hier in Bad Kreuznach – vergeblich auf den Bus. Manfred Schrauth, Rentner „Ich habe für spontane Reaktionen kein Verständnis. Dann sollen sie das acht Tage vorher ankündigen, dann kann man das einrichten und sich dann umstellen.“ Ilse Schnorrnberger, Rentnerin „Wenn man jetzt bräuchte und man weiß es nicht und dann steht man an der Haltestelle und kann nicht fahren.“ Tatjana Aveleira „Dass man dann streikt, weil man… weil das Gehalt nicht gut genug ist, weil man kaum Zeit für die Familie hat, ist schon verständlich, auf jeden Fall.“ Eigentlich waren Lohnerhöhungen ab dem 1. September vereinbart. Das Land Rheinland-Pfalz hat finanzielle Unterstützung dafür bereitgestellt. Trotzdem ist noch kein Geld bei den Busfahrern angekommen. Schuld sei die Vereinigung der Arbeitgeberverbände Verkehrsgewerbe, sagt die Gewerkschaft. Marko Bärschneider, Verhandlungsführer ver.di „Die Kolleginnen und Kollegen rechnen fest mit dem Geld. Das Geld ist auch vom Land unterwegs, aber die Arbeitgeber unterschreiben den Traifvertrag nicht. Deswegen bleibt uns nichts anderes übrig, als hier nochmal jetzt weiterhin unangekündigte Streikmaßnahmen durchzuführen, um die Arbeitgeberseite letztlich zur Vernunft zu bewegen.“ Und so stehen viele Stadtbusse heute im Depot, statt auf der Straße zu fahren. Und die […]

  • Tarifabschluss für den öffentlichen Dienst

    Tarifabschluss für den öffentlichen Dienst

    In Hessen wurde in den vergangenen Tagen im Öffentlichen Dienst gestreikt. Das hat heute ein Ende – die Gewerkschaften und das Land haben sich in der zweiten Verhandlungsrunde geeinigt. So sollen die Gehälter der rund 45.000 Landesbeschäftigten stufenweise um vier Prozent steigen, dazu kommen Sonderzahlungen von insgesamt 1.000 Euro. Der neu ausgehandelte Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 28 Monaten. Peter Beuth, CDU, Innenminister Hessen „Das waren harte, wirklich schwierige Verhandlungen, die wir geführt haben, bis spät in die Nacht. Aber am Ende haben wir ein gutes Ergebnis für die Beschäftigten des Landes und für das Land Hessen erreicht. Es war ein fairer Kompromiss, den wir nach lange Ringen erreichen konnten.“ Christine Behle, Verhandlungsführerin ver.di Auch wenn das Ergebnis nicht in jedem Punkt unseren Vorstellungen entspricht, was insbesondere die Laufzeit angeht. Wir hätten uns an der einen oder anderen Stelle nochmal materiell ein bisschen mehr erwünscht, aber wenn man die Gesamtgemengelage sieht, ist es, glaube ich, ein ordentliches Ergebnis. Für beide Seiten ein echter, fairer Ausgleich, der uns da gelungen ist.

  • Die Preise steigen

    Die Preise steigen

    Einkaufen, Tanken, Heizen wird immer mehr zur Qual: Die Preise steigen so schnell wie seit knapp 30 Jahren nicht. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden diese Woche mitteilte, ist die Inflationsrate im September auf 4,1 Prozent gestiegen. Aber wie kommt es eigentlich, dass unser Geld immer weniger wert ist? Und werden die Preise in Zukunft noch weiter steigen? Wenn am Ende des Geldes plötzlich immer mehr Monat übrig ist, dann liegt das auch bei uns in Hessen und Rheinland-Pfalz in erster Linie am Preistreiber Nummer 1: Den Energiekosten. Besonders deutlich sichtbar wird das an der Zapfsäule: So kostet 1 Liter Super im Schnitt zurzeit etwa 1,77 Euro – und damit gut 35 % mehr als noch vor einem Jahr. Hauptgründe: Die steigenden Rohölpreise und die staatliche CO2-Bepreisung. Doch nicht nur Autofahrer bekommen die Inflation zu spüren: Weil auch die Preise für Heizöl, Erdgas und Strom innerhalb eines Jahres sprunghaft angestiegen sind, sprechen Experten schon vom teuersten Winter aller Zeiten – wenn man denn nicht frieren will. Auch Lebensmittel und Konsumgüter werden teurer – ist das im Alltag der Menschen bereits spürbar? Bianca Benning, zahnmedizinische Fachangestellte „Es wird alles ein wenig teurer, das merkt man schon.“ Leonard Schrimpf, Chemielaborant „Ich merke nur, dass der Döner bei uns im Ort zum Beispiel teurer wurde.“ Bianca Mulalic, Kauffrau für Büromanagement „Ob jetzt bei den Lebensmitteln oder im Einzelhandel, das merkt man mittlerweile wirklich überall. Strom sowieso. Begeistert bin ich davon überhaupt nicht. Weil – man muss wirklich jeden Cent umdrehen mittlerweile.“ Maximilian Kucera, Medizinstudent „Ich finde, das spürt man auf jeden Fall. Gerade, wenn man zum Supermarkt geht. Oder wenn man im Restaurant ist und was isst. Ich komme gerade selbst vom Restaurant. Das finde ich schon, ehrlich gesagt, sehr sehr kritisch. Weil – im gleichen Atemzug steigen halt auch einfach nicht die […]

  • Weitere Nachrichten im Überblick

    Weitere Nachrichten im Überblick

    Weitere Nachrichten aus Rheinland-Pfalz und Hessen im Überblick. Warnstreik bei Banken Mitarbeiter privater und öffentlicher Banken in Hessen haben sich heute in Wiesbaden zu einer Kundgebung versammelt, um für ihre Forderungen in den bundesweiten Tarifverhandlungen zu demonstrieren. Die Gewerkschaft ver.di hatte die Beschäftigten beider Bankengruppen zu dem Warnstreik aufgerufen. Sie will eine Gehaltserhöhung von 4,5 Prozent und flexiblere Arbeitsbedingungen durchsetzen. Nach Ansicht der Gewerkschaft würden die Angebote der Arbeitergeber angesichts der steigenden Teuerungsraten zu Einkommensverlusten führen. Evakuierungsflüge bald beendet Voraussichtlich an diesem Wochenende werden die letzten Flüchtlinge aus Afghanistan von der US-Air Base Ramstein bei Kaiserslautern in die USA ausgeflogen. Das hat die Air Force heute mitgeteilt. Wegen einiger Masernfälle bei den Flüchtlingen hatte die amerikanische Gesundheitsbehörde die Flüge zwischenzeitlich gestoppt. Sie wurden am vergangenen Wochenende wieder aufgenommen, nachdem die Menschen gegen Masern und Corona geimpft waren. Zeitweise hatte das US-Militär in Ramstein und in Kaiserslautern mehr als 30.000 Flüchtlinge aus Afghanistan untergebracht. Mehr als 100 von ihnen haben Asyl in Deutschland beantragt. Fraport reduziert Sportsponsoring Der Frankfurter Flughafenbetreiber wird seine Unterstützung als langjähriger Hauptsponsor des Basketball-Bundesligisten Fraport Skyliners zurückfahren. Nach Angaben von Fraport-Chef Stefan Schulte müsse er wegen der Coronakrise die Kosten weiter reduzieren. Deshalb werde der Flughafenbetreiber die Namensrechte der Fraport Arena aufgeben. In der Arena haben die Skyliners bisher ihre Heimspiele ausgetragen.

  • Lufthansa kritisiert Klimaschutzpläne der EU

    Lufthansa kritisiert Klimaschutzpläne der EU

    Diese Zahl hat es in sich: 55 Prozent weniger CO2-Emissionen bis zum Jahr 2030 – ein ehrgeiziges Ziel, dass sich die EU-Kommission gesetzt hat. Ihren Anteil dazu soll auch die Luftverkehrsbranche leisten. Doch von Deutschlands größter Airline, Lufthansa, kommt jetzt Gegenwind. Die Pläne wären für das Luftfahrtunternehmen zu teuer und würden massive Wettbewerbsnachteile bringen. 15 bis 20 Milliarden Euro Mehrkosten bis zum Jahr 2035 sollen die Pläne der EU-Kommission kosten. Zumindest rechnet das die Lufthansa aus. Der Konzern hält die Klimaschutzpläne der EU für ein Eigentor, denn die würden letztlich den Flugverkehr verlagern: Carsten Spohr, Vorstandschef Lufthansa „Wenn Tickets in Europa teurer werden und dann die Menschen den Umweg über Istanbul oder Dubai nehmen, steigt der CO2-Ausstoß und der Wirtschaftsstandort Deutschland wird geschwächt.“ Da ist zunächst der Kraftstoff, denn Kerosin ist eines der größten Probleme beim weltweiten CO2-Ausstoss. Daher will die EU die Fluglinien zur Beimischung von nachhaltigen Kraftstoffen verpflichten. Aber nur für Tankvorgänge innerhalb der EU. Das könnte den sogenannten Carbon-Leakage-Effekt fördern, das heiß, getankt würde in Ländern, in denen die Umweltauflagen weniger streng sind. Außerdem plant die EU eine Kerosinsteuer. Wie der Treibstoff für das Auto soll auch der Treibstoff für Flugzeuge in Zukunft beteuert werden. Die Lufthansa hält das für problematisch, weil außereuropäische Fluggesellschaften dann einen Marktvorteil hätten. Und schließlich sorgt die sinkende Zahl von CO2-Zertifikaten für Ungemach. Wenn Zubringerflüge innerhalb der Europäischer Union teurer werden, fördere das Flughäfen außerhalb der EU, wie zum Beispiel in Istanbul. Klar ist: Der Ausgleich von dringend notwendigen Klimaschutzmaßnahmen und global fairem Wettbewerb wird für die EU ein schwieriger Balanceakt.

  • Nasser Frühling vermasselt die Bilanz – Imker klagen über schlechte Honigernte

    Nasser Frühling vermasselt die Bilanz – Imker klagen über schlechte Honigernte

    Imkern liegt im Trend. In Hessen gibt es rund 65.000 Honigbienenvölker, die von Imkerinnen und Imkern betreut werden – Tendenz steigend. In einem normalen Jahr sammeln die fleißigen Tierchen dabei so viel Honig, dass die Imker mehr als 2.000 Tonnen davon ernten können, doch in diesem Jahr fällt die Bilanz ernüchternd aus. Hier herrscht nur noch wenig Flugverkehr. Die Bienenstöcke von Angelika und Klaus Gottschall sind bereits winterfest gemacht. Es ist das Ende eines harten „Bienen-Jahres“. Angelika Gottschall, Imkerin aus Weiterstadt „Also, wir selber haben so knapp die Hälfte des Honigertrages, den wir sonst haben. Bei der Kirschblüte war es zum Beispiel so, dass die Bäume ganz weiß waren voller Blüten und man schon gedacht hat: Wow, das wird ein super Bienenjahr. Da es aber Nachtfrost gab, hatten wir das Problem, dass die Kirschbäume erst ab 19 Grad Nektar produzieren und durch den Nachtfrost gab es dann eben so gut wie keinen Nektar. Teilweise sind sogar Bienenvölker verhungert, wenn sie nicht gefüttert worden sind von den Imkern.“ Kein Nektar bedeutet keinen Honig und kein Honig bedeutet für Biene und Imker eine schwere Zeit. Kälte, Nässe und der Vormarsch der parasitären Varroamilbe haben die Honigernte 2021 zu einer der schlechtesten der letzten 50 Jahre gemacht. Für Hobbyimker, wie Familie Gottschall ist das ärgerlich, für Berufsimker hingegen ist ein solches Jahr fatal. Auch die Imkerei Schießer aus dem Hochtaunuskreis hat dieses Jahr einen Ernteausfall von rund 50% zu beklagen. Patrick Pargolo, Imkerei Schießer „Bei uns ist es ja zum Glück kein Totalausfall, aber wir haben befreundete Imker, die haben komplette Ernteausfälle, die konnten dieses Jahr kein einziges Kilo Honig ernten. Und das schlägt sich natürlich dramatisch auf den Preis durch. Also der Honig wird ein paar Cent, wenn nicht ein paar Euro teurer werden.“ Ein schlechtes Jahr können die Betriebe überstehen. Sollten […]

  • Der 17:30-Sporttalk

    Der 17:30-Sporttalk

    Nach der Länderspielpause mit zwei Siegen für unsere deutsche Fußballnationalmannschaft geht’s jetzt in der Bundesliga wieder zur Sache. Markus Appelmann, Moderator: Und deswegen habe ich mir wie immer freitags Verstärkung ins Studio geholt mit Thorsten Arnold aus der Sportredaktion. Thorsten, schwierige Aufgabe für unsere heimischen Clubs, die jetzt wieder Vollgas geben müssen. Thorsten Arnold, Sportreporter: Ja, so kann man sagen. Und viele schauen dann morgen zum Beispiel nach Frankfurt. Da ist ja die Hertha aus Berlin zu Gast. Und das ist ein echt richtungsweisendes Spiel. Die Hertha, die hatte sich ja viel vorgenommen diese Saison, kam aber noch nicht so richtig in die Gänge bislang. Und da wird Wiedersehen gefeiert. Also zum Beispiel mit Fredi Bobic, dem ehemaligen Sportvorstand der Eintracht. Der zieht ja jetzt in Berlin die Fäden. Und auch hier mit Kevin-Prince Boateng – Kultfigur bei der Eintracht nach dem legendären Pokalsieg 2018. Und der Prinz hat schon gesagt: „Ja, ich freue mich, wieder nach Frankfurt zu kommen.Aber Umarmungen gibt’s während der 90 Minuten nicht, da gibt es anderen Körperkontakt und der wird ziemlich wehtun.“ Also da sagt er schon mal den richtigen Kampf voraus und einfach den Oliver Glasner, der kümmert sich erst ums Taktische beim Gegner. Oliver Glasner, Trainer Eintracht Frankfurt „Sie haben zuletzt in einer sehr sehr kompakten Defensive agiert, ist die Mannschaft, die mit den wenigsten Ballbesitz in der Liga hat und dann auf ihre Umschaltemomente gewartet. Ob sie es wieder so angehen, weiß ich nicht. Aber wie gesagt, ist es eine Mannschaft, die mit den Namen ihrer Spieler eine sehr sehr gute Bundesliga-Mannschaft darstellt.“ Arnold: Ja, 40.000 Zuschauer darf die Eintracht reinlassen. Knapp über 30.000 Tickets sind schon verkauft – und nicht nur an Genesene und Geimpfte, sondern auch ein gewisser Prozentsatz an negativ Getesteten. Der soll immer noch weiter ins Stadion gehen […]

  • Wetteraussichten für Rheinland-Pfalz und Hessen

    Wetteraussichten für Rheinland-Pfalz und Hessen

    Wetteraussichten für Rheinland-Pfalz und Hessen.

  • Flutkatastrophe im Ahrtal – viele Probleme sind auch drei Monate danach noch nicht gelöst

    Flutkatastrophe im Ahrtal – viele Probleme sind auch drei Monate danach noch nicht gelöst

    Genau drei Monate ist es jetzt her, dass sich das Leben vieler Rheinland-Pfälzer über Nacht schlagartig verändert hat. Bei der Hochwasserkatastrophe kamen im Ahrtal und im Raum Trier insgesamt 134 Menschen ums Leben. Viele tausend Menschen verloren ihr Hab und Gut. Nach der Flutwelle folgte eine Welle der Solidarität. Doch die ebbt nun langsam ab. Und die Probleme der Betroffenen sind noch lange nicht gelöst. Erst die Wassermassen, dann die Verwüstung. Und jetzt die Angst vor dem Vergessen werden. Doch Wilhelm Hartmann bringt Hoffnung. Sofort nach der Flutkatastrophe hat der Gartenbau-Unternehmer aus Fulda  im Ahrtal ein Helferlager aufgebaut. Im sogenannten „Wilhelms-hafen“ bekommt man fast alles: Von Werkzeugen über Fenster bis hin zu Zement. Damit hilft Wilhelm Hartmann Betroffenen wie Heinz-Georg Hoffmann. Vor 3 Monaten hat er noch in diesem Fachwerkhaus gelebt. Doch das alte Gebäude wurde vom Wasser massiv beschädigt. Jetzt muss es provisorisch von Balken gestützt werden. Wilhelm Hartmann, Fluthelfer: „Die Feuchtigkeit muss unbedingt jetzt hier raus. Sobald der Frost nämlich kommt… genau, ja, ja genau… sobald der Frost nämlich kommt, dann platzt alles auseinander.“ An einen Wiedereinzug ist noch lange nicht zu denken. Derzeit wohnt der 64-Jährige in einem gespendeten Campinganhänger. Heinz-Georg Hoffmann, Anwohner: „Ich bin hier geboren und aufgewachsen und da möchte ich schon, dass man so soweit noch aufbauen kann. Wegziehen, warum. Das ist doch unsere Heimat.“ Das Schicksal von Heinz-Georg Hoffmann ist nur eines von vielen, die sich hinter der offiziellen Schadensbilanz verbergen. Die Behörden gehen im Ahrtal von rund 42.000 Flutopfern aus. Die Wassermassen haben dort über 3000 Gebäude zerstört, darunter auch viele Krankenhäuser, Schulen und Kindertagesstätten. 180 Kilometer Verkehrswege und 62 Brücken sind beschädigt oder weggerissen. Viele Leitungen für Strom, Wasser und Gas sind kaputt. Bis jetzt haben die Helfer rund 300.000 Tonnen Müll abtransportiert. Aber viele Bewohner wollen für immer aus dem […]

  • 3 Monate nach der Flutkatastrophe im Ahrtal – im Interview: Cornelia Weigand

    3 Monate nach der Flutkatastrophe im Ahrtal – im Interview: Cornelia Weigand

    Über die Situation vor Ort im Ahrtal sprechen wir mit der Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Altenahr, Cornelia Weigand. Eva Dieterle, Moderatorin: Frau Weigand, geben Sie uns zu Beginn bitte einen kurzen Überblick. Wie würden Sie die aktuelle Lage beschreiben? Cornelia Weigand, parteilos, Bürgermeisterin Verbandsgemeinde Altenahr: Aktuell ist es ganz viel geräumt von dem ganzen Schutt, was da war. Die meisten Häuser, die betroffen sind, sind entweder leider abgerissen oder entkernt, je nachdem, wie es da weitergehen kann. Und jetzt beginnt die Phase des Bautrocknens und des Wiederaufbauens. Und da braucht es jetzt auch Gelder. Die Anträge müssen gestellt werden, die Firmen müssen gefunden werden, das Material muss gefunden werden. Und insofern kehrt an manchen Stellen – nicht überall – so ein bisschen Ruhe auf den Straßen ein, weil das eben jetzt, ich sag‘ mal vorsichtig, der Teil mit auch viel Planung dahinter ist. Wir sind froh, dass wir so weit sind, aber für jeden anderen ist es eine unterschiedliche Kraftanstrengung und es liegt einfach noch ganz ganz viel Strecke vor uns. Aber die Privaten und auch die Firmen, die im eigenen, in der eigenen Substanz wieder aufbauen dürfen und auch aufbauen wollen, die sind jetzt auch auf dem Weg und oft auch, glaube ich, auf einem guten Weg. Sie sind viel im direkten Kontakt mit den betroffenen Menschen. Das sind mit Sicherheit Gespräche zwischen Verzweiflung und Hoffnung. Wie gehen Sie damit um? Weigand: Ich glaube, das ist einfach auch gut, dass ich viele verschiedene Stimmen höre. Weil es sind einfach viele tausend Menschen betroffen und damit gibt es ganz viele unterschiedliche Lebenssituationen, in denen die Menschen davon ereilt worden sind und natürlich auch ganz unterschiedliche Mechanismen, damit umzugehen. Und an der einen oder anderen Stelle gibt es dann vielleicht die Möglichkeit, entweder direkt noch eine Unterstützung zu liefern oder einfach auch […]

  • Unruhe bei Opel

    Unruhe bei Opel

    Immer wieder Ärger mit Stellantis. Der Mutterkonzern des Autobauers Opel sorgte zuletzt für Unruhe, weil er Stellen von Rüsselsheim nach Marokko verlegen will. Denn die deutschen Mitarbeiter seien schlicht zu teuer. Nun haben sich die Landesregierungen von Hessen, Thüringen und Rheinland-Pfalz eingeschaltet. Denn nicht nur im Stammwerk Rüsselsheim, sondern auch in den Opelwerken Eisenach und Kaiserslautern droht Ärger. Anlass dafür ist eine Überlegung von Stellantis, aus den Werken Rüsselsheim und Eisenach „eigene Rechts- und Produktionsorganisationen“ zu machen. Das heißt konkret: Sie sollen von der Opel abgespalten werden. Stellantis verspricht sich davon finanzielle Vorteile, da künftig flexibler entschieden werden könne, wo welches Modell gebaut werde. Die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten sollen sich nicht ändern, versichert Stellantis, die bestehenden Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen werden weitergelten. Der Betriebsrat von Opel in Rüsselsheim sieht das allerdings skeptisch. Uwe Baum, Betriebsratschef Opel „Die Stimmung bei den Beschäftigten ist sehr besorgt. Also die Angst geht um. Natürlich will jeder für sein Opel, für diesen einen Opel arbeiten und einstehen und nicht für kleine Einheiten, die zersplittert als ein Häufchen sozusagen am Schluss daliegen ohne, dass es eben den großen Verbund gibt. Also da gibt’s eine große Angst und eine große Unruhe. Nur ein geeinter und ein großer und starker Opel kann auch erfolgreich sein für Stellantis“ Der Betriebsrat fürchtet weniger Mitbestimmung und eine weitere Zerschlagung des Autobauers. Auch der Produktionsstopp und angeordnete Kurzarbeit in den Opelstandorten Eisenach und Kaiserslautern lassen die Sorgenfalten tiefer werden. Nun haben sich auch die Landesregierungen von Hessen, Thüringen und Rheinland-Pfalz eingeschaltet, in denen die Opelwerke liegen. In einem gemeinsamen Brief schreiben die Ministerpräsidenten Volker Bouffier, Bodo Ramelow und Malu Dreyer: „Die Beschäftigten, aber auch die betroffenen Regionen insgesamt, brauchen eine belastbare Zukunftsperspektive. Wir erwarten von Stellantis, dass für die Zukunft der Standorte relevante Entscheidungen offen und transparent kommuniziert werden.“ Die Opelstandorte seien […]

  • Zweite Tarifrunde im Öffentlichen Dienst – Gewerkschaften fordern 5 Prozent mehr Gehalt

    Zweite Tarifrunde im Öffentlichen Dienst – Gewerkschaften fordern 5 Prozent mehr Gehalt

    Die hessischen Landesbeschäftigten haben heute in Dietzenbach noch einmal richtig Lärm gemacht: Vor dem Start der zweiten Verhandlungsrunde im Tarifkonflikt des Öffentlichen Dienstes versammelten sie sich vor dem Tagungshotel. Ihre Kernforderung: 5 Prozent mehr Lohn, mindestens aber 175 Euro mehr im Monat. Der hessische Innenminister Peter Beuth sagte allerdings schon vor Verhandlungsbeginn: Die Forderungen seien viel zu hoch. Peter Beuth, CDU, Innenminister Hessen „Wir müssen einen gerechten Ausgleich finden zwischen den Anliegen der Beschäftigten in unserem Land auf der einen Seite. Auf der anderen Seite müssen wir natürlich die Gesamtlage, die wirtschaftliche Lage, die Haushaltslage des Landes im Blick behalten und einen guten Ausgleich zu finden. Das wird Aufgabe der nächsten Stunden sein. Aber es werden schwierige Verhandlungen werden. Davon kann man schon mal ausgehen.“ Morgen wollen die Tarifparteien weiter verhandeln. Aus Gewerkschaftskreisen ist zu hören, dass es dann bereits zu einer Einigung kommen könnte.

  • Weitere Nachrichten im Überblick

    Weitere Nachrichten im Überblick

    Weitere Nachrichten aus Rheinland-Pfalz und Hessen im Überblick. Warnstreiks bei Banken In dem bundesweiten Tarifkonflikt hat die Gewerkschaft ver.di die Mitarbeiter von öffentlichen und privaten Banken in Hessen aufgerufen, morgen die Arbeit niederzulegen. Von dem Ausstand betroffen sind unter anderem die Frankfurter Sparkasse, die Commerzbank-Zentrale und die Deutsche Bank. Die Gewerkschaft fordert 4,8 Prozent mehr Gehalt und flexiblere Arbeitsbedingungen. Das Angebot der Arbeitgeberseite sei nicht verhandlungsfähig. Lufthansa lehnt EU-Klimapläne ab Der Lufthansa-Konzern rechnet mit zusätzlichen Milliardenkosten, wenn das Klimapaket „Fit for 55“ der EU-Kommission ohne Änderungen umgesetzt würde. Allein für die Lufthansa-Gruppe würden bis 2035 Mehrkosten von 15 bis 20 Milliarden Euro anfallen. Die EU-Pläne würden zu einem enormen Wettbewerbsnachteil für die europäischen Fluggesellschaften führen. Um die Klimaschutzziele zu erreichen, will die EU-Kommission den Emissionshandel verschärfen und eine europäische Kerosinsteuer einführen. Zudem sollen die Fluggesellschaften schrittweise mehr CO2-freien, aber teureren synthetischen Treibstoff einsetzen müssen. Heidel verlängert bei Mainz 05 Fußball-Erstligist Mainz 05 hat den Vertrag mit Sportvorstand Christian Heidel über das bisherige Ende am 30. Juni 2022 hinaus verlängert. Zur Laufzeit machte der Verein keine Angaben. Über seine Ziele sagte Heidel: Christian Heidel, Sportvorstand FSV Mainz 05 „In erster Linie geht es darum, dass dieser Verein ja wieder so ein bisschen mehr zu sich findet. Ich glaube, dass die Mainzer sich wieder mehr mit Mainz 05 identifizieren, da sind wir auf einem ganz guten Weg. Und das zweite ist, dass wir da sportlich einfach in ruhigere Fahrwasser müssen.“ Mainz 05 habe sich in der vergangenen Saison aus einer nahezu ausweglosen sportlichen Situation befreit. Jetzt gehe es darum, die positive Entwicklung weiter anzuschieben.

  • Senckenberg Institut untersucht invasive Arten

    Senckenberg Institut untersucht invasive Arten

    Eingewanderte Tier- und Pflanzenarten, die bei uns ursprünglich nicht heimisch sind, richten jedes Jahr beträchtliche Schäden an. Ein internationales Forscherteam hat nun berechnet, dass sich die Kosten in den vergangenen 60 Jahren in ganz Europa auf über 115 Milliarden Euro belaufen haben. Mitgeforscht haben auch Wissenschaftler vom Frankfurter Senckenberg Institut. Sie zeigen: Invasive Arten sind ein Problem, das direkt vor der Haustür anfängt. Dr. Phillip Haubrock greift im Instituts-Keller ganz tief ins Wasserbecken. Phillip Haubrock, Biologe Senckenberg Institut Gelnhausen „Das hier sind invasive Signalkrebse, eine nordamerikanische Krebsart, die in Deutschland invasiv ist. Die Schäden sind mannigfaltig, wir reden von Schäden in Gewässern und ökologischen Folgeschäden. Die sind gut zu erkennen an den unten rot gefärbten Scheren mit dem leicht bläulichen Touch. Dazu der weiße Fleck auf den Scheren selbst. Sind relativ groß, vergleichbar der Größe zu unserem heimischen Edelkrebs, ind deutlich aggressiver, wachsen schneller und sind sehr sehr reproduktionsfähig.“ Gefunden hat Philipp Haubrock – zusammen mit seinen Töchtern Ilaria und Sophia – den Krebs dort, wo man ihn eigentlich gar nicht finden dürfte: Hier in der Kinzig, die nur wenige Meter hinter der Senckenberg-Außenstelle in Gelnhausen vorbeifließt. Ein invasiver, also ein hierher eingewanderter Krebs – der Probleme verursacht. Phillip Haubrock, Biologe Senckenberg Institut Gelnhausen „Ist der Signalkrebs einmal im Gewässer eingebracht, kann es passieren, dass er Pathogene oder Viren, Krankheitserreger, die er mit sich bringt, in das Gewässer mitnimmt und dort heimische Krebse befallen werden, die dann sterben. Andererseits kommt es natürlich zum Wettkampf zwischen heimischen und nicht heimischen Krebs. Und der nicht heimische Krebs ist oft konkurrenzstärker und verdrängt den heimischen Krebs. Diese Schäden mögen nicht relevant sein für jedermann, aber sie verändern die ganzen Gewässer, die trophischen Veränderungen, die Interaktion zwischen Tieren. Die Nahrungskette wird maßgeblich durch nicht heimische Arten verändert.“ Bleibt noch die Frage: Wie kommen fremde […]