Kultur

  • Evangelische Kirche in Hessen und Nassau bereitet Jugendkirchentag vor

    Evangelische Kirche in Hessen und Nassau bereitet Jugendkirchentag vor

    Erstmals seit Pandemie-Beginn soll an Fronleichnam wieder der Jugendkirchentag der Evangelischen Kirche Hessen Nassau stattfinden. Im südhessischen Gernsheim werden vom 16. bis 19. Juni bis zu 4.000 Jugendliche erwartet. 230 Programmpunkte stehen auf dem Plan, u.a. Konzerte, Workshops und Jugendgottesdienste. Heute haben sich die Organisatoren in Gernsheim schon mal eingestimmt. Dieser Flashmob soll ein zentrales Element des Festivals werden. Volker Jung, Präsident Evangelische Kirche Hessen Nassau „Das ist jetzt natürlich ganz wunderbar, dass wir einen Jugendkirchentag wieder erleben können, wo wir zusammenkommen. Vor zwei Jahren gab’s den Versuch, einen digitalen Jugendkirchentag zu veranstalten. Das war eine Brücke. Aber es ist natürlich nicht das, was man erlebt, wenn man sich begegnet. Menschen kennenzulernen, zusammenzukommen und viel miteinander zu reden. Auch miteinander zu feiern.“ Und erstmals können die Jugendlichen neben zwei Schulen auch in einem Zeltcamp übernachten. Das klingt tatsächlich nach Festivalfeeling.

  • Schiefer als der schiefe Turm von Pisa

    Schiefer als der schiefe Turm von Pisa

    Jeden Tag um 18 Uhr läuten die Glocken des Gemeindeturms im rheinhessischen Gau-Weinheim. Für die Bauern und Winzer hieß das früher: Ab in den Feierabend! Heute ist das „Bürgerliche Läuten“ nur noch dafür da, die Tradition zu erhalten. Das wirklich Besondere an dem alten Turm aber ist etwas anderes – und bald vielleicht schon im Guinnessbuch der Rekorde. Ein kleines Experiment zeigt: Hier ist was schief. Sehr schief sogar. Der Gemeindeturm von Gau-Weinheim ist der wohl schiefste Turm der Welt. Erwin Gottschlich, Ortschronist von Gau-Weinheim: „Das Besondere ist, dass er unterschiedlich schief ist. Alle seine Ecken sind unterschiedlich schief. Und die eine Ecke, die sieht man jetzt von vorn, das ist die linke Ecke, die ist am schiefsten, die hat 5,38 Grad.“ … und ist damit schiefer als jeder andere Turm. Auch der berühmte Schiefe Turm von Pisa kommt mit seiner Neigung von 3,97 Grad bei Weitem nicht an den Gau-Weinheimer Turm heran. Warum das so ist – ob er schon so gebaut wurde oder der Boden sich im Laufe der Jahrhunderte gesenkt hat – ist nicht bekannt. Und auch aus historischen Daten nicht abzuleiten. Erwin Gottschlich, Ortschronist von Gau-Weinheim: „Unser Archiv ist bei einem Bombenangriff verloren gegangen in Darmstadt, es wurde zerbombt, also gab es nichts von Gau-Weinheim. Dann habe ich mich auf die Suche gemacht nach alten Dokumenten, in Fachbüchern, Chroniken, Festbüchern und habe versucht dann wieder die Chronik herzustellen.“ Das Ergebnis: 400 Seiten Gau-Weinheimer Geschichte. Über den Gemeindeturm konnte Erwin Gottschlich herausfinden, dass er aus dem Mittelalter stammt und früher einmal als Wehrturm gedient hat. 1749 wurde er zum Glockenturm umgebaut. Heute steht er unter Denkmalschutz und ist das Wahrzeichen der 600-Einwohner-Gemeinde. Gottschlich wollte der Chronik des Turms ein weiteres Kapitel hinzuzufügen: Den Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde. Aber das ist richtig teuer. Erwin Gottschlich, Ortschronist von […]

  • Nibelungen-Festspiele erschreckend aktuell

    Nibelungen-Festspiele erschreckend aktuell

    Nachdem es im vergangenen Jahr vor dem Wormser Kaiserdom mal nicht um die Nibelungen, sondern um Luther ging, ist dieses Jahr wieder alles beim Alten. Diesmal sind die Königinnen die Hauptfiguren. Premiere der Festspiele ist zwar erst am 15. Juli – heute gab es aber schon mal erste Details. Noch lässt sich der Wormser Kaiserdom trockenen Fußes erreichen. Bald wird es hier aber ziemlich nass werden! Eine riesige Wasserlandschaft soll vor dem Dom entstehen. Dazu viele Lichteffekte. Die Bühne: mal ziemlich großer Swimmingpool, mal verzauberter Wald mit Spiegeleffekt! Roger Vontobel, Regisseur von „hildensaga.“ „Diese beiden Aggregatszustände des Wassers, die haben uns sehr interessiert, weil es in dem Stück auch oft um Wahrnehmung, Wirklichkeit und die Sicht auf eine Wirklichkeit porträtiert wird und daraus sozusagen Handlungsaspekte entstehen.“ Roger Vontobel hat schon 2018 „Siegfrieds Erben“ inszeniert. Damals waren die Männer die Hauptakteure, diesmal geht es um die Königinnen. Autor Ferdinand Schmalz legt den Fokus auf die Frauen. Ferdinand Schmalz, Autor von „hildensaga.“ „Ja, ich hatte das Gefühl, das ist eigentlich das, was den Stoff von anderen mittelalterlichen Stoffen unterscheidet, dass die Frauen eben handlungsendscheidende Rollen haben. Diese Fokussiering auf die männlichen Helden, dass ist eher dann in den nationalistischen Lesweisen in den Vordergrund gekommen.“ Die Frauen sind Genija Rykova und Gina Haller. Als Brünhild und Kriemhild sollen sie die Frage beantworten, ob die Welt von Frauen gelenkt, eine bessere wäre. Genija Rykova, spielt Brünhild „Es ist mir schon bewusst, dass dieses Jahr das Augenmerk so auf die Frauen gelegt ist und uns da sehr viel Verantwortung übergeben wird, aber das ist die Verantwortung des gesamten Teams, auch der Männer, diese Geschichte neu zu erzählen.“ Einer dieser Männer wird von Werner Wölbern gespielt, Schauspieler und Professor an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt. Er freut sich darauf, in diesem Jahr […]

  • Internationale Tage in Ingelheim

    Internationale Tage in Ingelheim

    Jedes Jahr werden auf dem Internationale Tagen in Ingelheim Werke von herausragenden, weltberühmten Künstlern vorgestellt. In diesem Jahr geht es um dem Vorreiter der Moderne schlechthin. Bis zum 10. Juli sind Im Kunstforum Altes Rathaus Grafiken des norwegischen Malers Edvard Munch zu sehen. Ein Mensch der schreit. Ein Motiv das wohl wirklich fast jeder auf der Welt kennt. „Der Schrei“ – verewigt in vier Gemälden und einer Grafik. Der Beginn des Expressionismus. Dargestellt hat Edvard Munch sich selbst. Auf einem abendlichen Spaziergang erleidet der Maler eine Angstattacke. Dr. Ulrich Luckhardt, Leiter Internationale Tage Ingelheim „Die Bildkomposition ‚Der Schrei‘ ist die Ikone schlechthin von Edvard Munch. Wie kein anderes Motiv zeigt ‚Der Schrei‘ den menschlichen Seelenausdruck, den Ausbruch von Angst, von Schrecken, und es gib eigentlich kaum ein Bild der Kunstgeschichte in dem dieser Schrecken, diese Angst so deutlich für jedermann auch erkennbar dargestellt ist.“ Oft schauen die Menschen, die Edvard Munch darstellt, einen an, frontal, so als ob sie den Betrachter mit ihren Blicken verfolgen. Seine erste Ausstellung in Deutschland 1892: ein Skandal. Die Kunst sei eine Schweinerei, eine Gemeinheit. Edvard Munch war seiner Zeit voraus. Dr. Ulrich Luckhardt, Leiter Internationale Tage Ingelheim „In der Zeit, in der Munch seinen eigenen Stil entwickelt, wird auch in Europa die Psychoanalyse zum Beispiel entwickelt. Sigmund Freund spielt da die entscheidende Rolle. Und Munch hat in seiner Kunst, wie er es selber mal gesagt hat, das moderne Seelenleben wiedergespiegelt.“ Vor allem auch sein eigenes Seelenleben. Edvard Munchs Mutter und Schwester sterben früh. Nach einem Streit mit einer seiner Lebensgefährtinnen schießt er sich betrunken den halben Finger ab. Zur Erholung reist der Maler zur Kur, auch nach Wiesbaden. Dort entsteht 1920 diese Zeichnung eines Kurkonzerts. Dass der große Norweger in Ingelheim ausgestellt wird, war so nicht geplant. Ein anderes Thema – welches will Ulrich […]

  • Neue Herausforderung: Integration ukrainischer Schüler in rheinland-pfälzischen Schulen

    Neue Herausforderung: Integration ukrainischer Schüler in rheinland-pfälzischen Schulen

    Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine sind schon hunderttausende Kriegsflüchtlinge nach Deutschland gekommen. Vor allem Frauen und Kinder. Mittlerweile dürfen letztere auch zur Schule gehen. In Rheinland-Pfalz sind bereits 5.500 Schüler aus der Ukraine aufgenommen worden. Doch der Neustart ist schwierig. Um ihre Integration zu erleichtern, hat sich eine Schule aus Mainz ein ganz besonderes Konzept überlegt. Gerade mal zwei Monate ist es her, dass Hermann und Oleg nach Deutschland gekommen sind. Hermann kommt eigentlich aus Kiew. Als der Krieg begonnen hat, ist er zusammen mit seinem Bruder und seiner Mutter im Auto geflohen. Er hatte nur ein paar Minuten um seine Sachen zu packen. Jetzt besucht er das Mainzer Schlossgymnasium. Hier hat die Schule das sogenannte Schlosspatenprojekt organisiert. Hermann, Schüler aus Kiew: „Wir haben tolle Lehrer und ein super Programm. Wir haben Partner bekommen, also Paten, die uns helfen können Kontakte zu knüpfen. Und wir können mit denen alles unternehmen was wir wollen, weil sie wie Freunde sind. Wir können in den Park gehen, Basketball spielen, was auch immer. Es ist echt toll.“ Schon bei der letzten Flüchtlingswelle 2015 gab es an der Schule ein Paten Programm. Jetzt hat die Schülersprecherin das Projekt wiederbelebt. Schnell haben sich Schüler bereit erklärt den 22 Geflüchteten zu helfen und sie kennenzulernen. Für Siri Prüßner eine interessante Erfahrung. Einerseits selbst die Fluchtgeschichten zu hören: Siri Prüßner, Organisatorin Projekt Schlosspaten: „Andererseits finde ich es ihnen auch super denen zu helfen sich hier zu integrieren und viele haben auch super viele Interessen und sind super motiviert neue Sachen zu lernen. Das macht dann einfach total viel Spaß mit denen zusammen Projekte zu machen.“ Neben den Freizeitaktivitäten lernen Hermann und Oleg noch vier Stunden pro Tag Deutsch. Jedoch sind die Bedürfnisse der Kinder unterschiedlich. Manche machen nur den Sprachkurs, andere können an Laptops noch online […]

  • Auf Deutschlandtour: Kyiv Symphonie Orchestra in Wiesbaden

    Auf Deutschlandtour: Kyiv Symphonie Orchestra in Wiesbaden

    Das „Kyiv Symphonie Orchestra“ ist auf Tournee in Deutschland. Eine Tournee, die auf einen Hilferuf des Orchesters entstanden ist. Verschiedene deutsche Konzertveranstalter haben daraufhin die Musiker eingeladen, die männlichen Musiker hätten sonst in der Ukraine an der Front kämpfen müssen. Das Kiew Symphonie Orchester hätte nach 40 Jahren aufgelöst werden müssen. Gestern fand ein Konzert im Wiesbadener Kurhaus statt.   Das Kiew Symphonie Orchester ist auf Tournee in Deutschland. Eine Tournee, die auf einen Hilferuf des Orchesters entstanden ist. Verschiedene deutsche Konzertveranstalter haben daraufhin die Musiker eingeladen, die männlichen Musiker hätten sonst in der Ukraine an der Front  kämpfen müssen. Das Kiew Symphonie Orchester hätte nach 40 Jahren aufgelöst werden müssen. Gestern fand ein Konzert im Wiesbadener Kurhaus statt. Luigi Gaggero, Dirigent Kyiv Symphony Orchestra: „Ich denke, dieser Alptraum macht irgendwie unser Spielen mehr wahr, also mehr wahrhaftig irgendwie. Und ich hoffe, man kann das in unseren Klängen spüren. Also diese Wahrheit, diese menschliche Präsenz. Wir durften in Warschau proben, da sind wir 10 Tage geblieben. Aber schon bei dem allerersten Ton gab es so eine Intensität, die ich kaum in meinem Leben gehört habe.“ Viele Wochen konnten die Musiker nicht zusammen spielen. Erst als klar war, die Deutschland-Tournee klappt, durften alle nach Polen ausreisen und endlich wieder proben.  Das Konzert im Wiesbaden ist das vierte in Deutschland. Der Erlös geht an junge ukrainische Nachwuchsmusiker. Den Auftritt im Kurhaus haben die Macher des Rheingau Musik Festivals arrangiert. Marsilius Graf von Ingelheim, Geschäftsführer Rheingau Musik Festival: „Das Orchester hat eine vierzig Jährige Tradition. Und ich denke, gerade in dieser ganz schwierigen Zeit, ist es wichtig, dass die ukrainische Kultur weiter erhalten bleibt und so ein Klangkörper, der ja schon sehr bemerkenswert auf dem Maidan Platz in Kiew gespielt hat vor kurzem, ist glaube ich ein Aushängeschild für diese Kultur Tradition in […]

  • Veranstaltungsbranche will wieder durchstarten

    Veranstaltungsbranche will wieder durchstarten

    Keine Konzerte, Messen oder Feste – zwei Jahre lang hat die Corona-Pandemie die gesamte Veranstaltungsbranche nahezu lahmgelegt. Durch die Lockerungen will nun ein ganzer Wirtschaftszweig endlich wieder durchstarten. Beim ersten großen Branchentreff, der „Prolight + Sound“-Messe in Frankfurt, werden aber auch Probleme deutlich. Endlich wieder Action auf der Bühne. Mit noch spektakuläreren Lichteffekten, aufwendigeren Bühnen und vor allem Publikum will die Event-Familie wieder durchstarten. Nach zwei Jahren fast durchgängigem Veranstaltungs-Lockdown gibt es beim Neustart allerdings gemischte Gefühle. Nicole Behr, Vorstand Interessengemeinschaft Veranstaltungswirtschaft „Wir wissen, was diese Saison bringen kann. Man weiß es noch nicht so hundertprozentig, aber man hat ein gutes Gefühl. Aber man muss das alles jetzt auch erst wieder ausgleichen und auch wieder an den Markt bringen.“ Vor der Pandemie setzte die Veranstaltungsbranche in Deutschland 130 Milliarden Euro im Jahr um, dann brachen die Umsätze um 80 Prozent ein. Das ging auch an den rund 14.000 Firmen in Hessen und Rheinland-Pfalz nicht spurlos vorbei. Noch lässt sich gar nicht genau abschätzen, wie viel Personal die Branche verlassen und sich andere Jobs gesucht hat. Nicole Behr, Vorstand Interessengemeinschaft Veranstaltungswirtschaft „Wir haben unfassbaren Fachkräftemangel. Aber wir haben auch einen ganz großen Mangel an Helfern, die bei großen Festivals und Open Airs aufbauen oder Catering machen. Die Leute sind einfach nicht mehr da und das wird der große Gamechanger werden dieses Jahr.“ Wir treffen Christian Sommer auf der Messe. Seine Kasseler Firma für Veranstaltungstechnik hatte vor Corona 350 Angestellte, inzwischen sind es 100 weniger. Die Auftragsbücher sind voll, Mitarbeiter aber rar. Nach den Erfahrungen der vergangenen beiden Jahre hat Christian Sommer eine klare Forderung: Auch über diesen Sommer hinaus keinen weiteren Lockdown. Christian Sommer, Geschäftsführer Ambion GmbH „Wenn man jetzt in den Herbst guckt – wir haben eine unklare Pandemiesituation –, dann ist die Aufgabe der Politik, eine Perspektive zu schaffen, […]

  • LPR-Forum Medienzukunft

    LPR-Forum Medienzukunft

    Eine starke Demokratie braucht unabhängigen Journalismus. Ohne freie Presse bleibt nur Propaganda – wie man zurzeit am Beispiel Russland deutlich sehen kann. Doch auch bei uns haben es Journalisten schwer: etwa, wenn sie von Corona-Leugnern und anderen als „Lügenpresse“ beschimpft werden. Umso wichtiger, Lügen, Desinformation und Hetze etwas entgegenzusetzen – durch klaren, aufrichtigen Journalismus. Aber wie kann das in Zeiten der Krise am besten gelingen? Was muss guter Journalismus leisten, um nicht nur wahr-, sondern auch ernst genommen zu werden? Diese und andere Fragen standen beim „Forum Medienzukunft“ der hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien in Frankfurt im Mittelpunkt. Für die Journalistin Alexandra Borchardt steht fest: Um sich im Sturm gegen Lügen, Fake-News und Anfeindungen zu behaupten, brauche guter Journalismus vor allem eines – und zwar Haltung. Prof. Alexandra Borchardt, TUM School of Management München „Wir müssen ja mit beiden Beinen fest auf dem Boden der Demokratie stehen. Und das alleine ist schon die Haltung, die Erdung, die wir brauchen. Denn wenn wir nicht die Demokratie vertreten, dann sägen wir ja auch den Ast ab, auf dem wir sitzen, auf dem unsere ganze Mission beruht, unser ganzes Geschäftsmodell. Wir brauchen eine Haltung gegenüber Menschenrechten. Das ist einfach unsere Aufgabe, auch die Stimmen von denen hörbar zu machen, die sonst nicht so oft gehört werden.“ Viele Menschen suchen sich ihre Wahrheiten in oft dubiosen Internetforen und nicht mehr in den klassischen Medien. Deshalb müsse sich guter Journalismus umso mehr auf seine Kernkompetenzen konzentrieren: gründliche Recherche, die saubere Trennung von Fakten und Meinung – und vor allem die Verpflichtung zur Wahrheit ohne Wenn und Aber. Joachim Becker, Direktor der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien „Wenn das eingehalten wird, dann ist eigentlich im Wesentlichen der Kern der journalistischen Arbeit schon erfüllt. Es gibt allerdings auch viele Dinge, auf […]

  • Flößerei soll Weltkulturerbe werden

    Flößerei soll Weltkulturerbe werden

    Schönes Wetter gab es heute auch am Rhein. Dort ist übrigens seit letztem Freitag ein Floß unterwegs. Mit ihrem selbstgebauten Floß schippern die Schiltacher Flößer von Rastatt bis nach Leverkusen. Und legen so 360 Kilometer zurück. Unterwegs halten sie auch in Rheinland-Pfalz und Hessen. So wie heute in Koblenz. Mit der Aktion wollen die Flößer den internationalen Antrag auf Anerkennung der Flößerei als immaterielles Kulturerbe der Menschheit unterstützen. Thomas Kipp, Floßmeister Schiltacher Flößer e.V.: „Da geht’s drum, das Wissen und die Praktiken um die Flößerei zu erhalten und vor allem auch an die nächsten Generationen weiterzugeben. Dieses Floßprojekt ist hier ein sehr gutes Beispiel. Weil man hier sehr viel Handwerkliches beitragen muss. Zum einen. Und zum anderen ist die Flößerei, also der Holztransport auf dem Rhein, ja über Jahrhunderte nachgewiesen.“ Ja, und war einst sogar von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Auch für die Entwicklung der Städte entlang des Rheins. Ende diesen Jahres will die Pariser UNESCO-Kommission über den Welterbe-Antrag entscheiden. Wenn alles nach Plan läuft, erreichen die Schiltacher Flößer ihr Ziel in der Nähe von Leverkusen diesen Freitag.

  • Klangwelle wird Dankwelle

    Klangwelle wird Dankwelle

    Bad Neuenahr-Ahrweiler – eine Stadt, in der seit der Hochwasserkatastrophe im letzten Sommer nichts mehr ist, wie es war. Und dennoch versucht man hier, positive Signal zu senden; wie jetzt mit der ersten Großveranstaltung nach der Flut.. Die „Klangwelle“ ist eine Show aus Wasser, Feuer, Lasern und Licht. Ein Event, das es seit acht Jahren gibt, und das nun für dieses Jahr mit einem neuen Namen zurückkommt. Die Klangwelle wird zur Dankwelle. Denn die Veranstaltung dreht sich in diesem Jahr vor allem um die Flutnacht und die vielen Menschen, die danach beim Wiederaufbau geholfen haben. Guido Orthen, CDU, Bürgermeister Bad Neuenahr-Ahrweiler „Wir wollen Danke sagen, erinnern an das, was geschehen ist, aber auch erinnern an die großartige Hilfe, die uns zuteilwurde, die Welle der Hilfsbereitschaft. Und wir wollen heute die Welle des Dankes machen.“ An insgesamt acht Abenden wird den Helfern Danke gesagt. Mit der Veranstaltung im Herzen der Stadt will man einen Schritt in Richtung Normalität gehen. Christian Senk, Veranstalter „Das wichtigste heute ist, glaube ich, Spaß zu haben, uns hier ein Stück weit so kennenzulernen wie wir das vor der Flut gewohnt waren und wie wir es hoffentlich auch irgendwann wieder erleben dürfen. Das wird ein harter Weg bis dahin, aber er braucht Veranstaltungen wie diese, damit der Weg leichter wird.“ Im Kurpark ist am Eröffnungsabend von der Flut kaum noch etwas zu sehen. Doch in der Stadt haben die Einwohner mit den Folgen immer noch zu kämpfen. Der Wiederaufbau ist im vollen Gange. Veranstalter Christian Senk ist sich sicher: Die Dankwelle ist für die Region von großer Bedeutung. Christian Senk, Veranstalter „Ich will nicht sagen: ‚ Wir sind wieder da‘. Das wird dauern. Aber wir sind da und ich glaube, wenn man sich heute Abend hier umguckt, dann ist das einfach zwar ein kleiner Punkt, in dem […]

  • Filmfestival goEast in Wiesbaden

    Filmfestival goEast in Wiesbaden

    Das Filmfestival goEast in Wiesbaden blickt einmal im Jahr nach Osten und zeigt Produktionen aus Mittel- und Osteuropa. Klar, dass der russische Angriff auf die Ukraine im Fokus steht. Das Thema – auch im gestern Abend gezeigten Spielfilm „Klondike“. Filmausschnitt „Klondike“: „Tolik, wohin bringst du mich?“ „Zieh dich an.“ „Wohin?“ „Dorthin, wo es keinen Krieg gibt.“ Es ist das Jahr 2014. Der Krieg reißt ein großes Loch in das Haus von Irka und Tolik. Die beiden führen ein einfaches, bäuerliches Leben in einem ostukrainischen Dorf an der Grenze zu Russland. Fortan kämpfen sie um ihr Leben und um ihre Heimat. Der russische Abschuss des Passagierflugzeugs MH17 – ein trauriger Schlüsselmoment. Auch für Regisseurin und Drehbuchautorin Maryna Er Gorbach. Nach dem gewaltsamen Tod von fast 300 Zivilisten beschließt die Ukrainerin, einen Film zu machen. Gegen das Vergessen. Maryna Er Gorbach, Regisseurin von „Klondike“ „Wenn wir Kriminelle nicht benennen, die Zivilisten töten, wenn wir unsere Augen davor verschließen, dann bedeutet das, dass sie es wieder und wieder tun werden und dass das Ausmaß dieser Verbrechen größer und größer sein wird. So ist der Spielfilm aktueller denn je. Doch durch den russischen Angriff auf die Ukraine sieht Produzent Mehmet Bahadir Er die ukrainische Filmkultur in Gefahr. Mehmet Bahadir Er, Produzent von „Klondike“ „Der Krieg ist sehr teuer. Nicht nur finanziell, sondern auch menschlich. Die Künstler sind gerade im Krieg. Wenn es keine finanzielle Unterstützung gibt, Unterkünfte, psychologische Hilfen, dann kann dieses Land die nächsten fünf Jahre seine Kunst und Kultur verlieren.“ Das Filmfestival goEast unterstützt den Austausch mit Kulturschaffenden aus Osteuropa seit 22 Jahren. Besucher erwarten in diesem Jahr 87 Filme aus 43 Ländern, darunter sieben ukrainische Beiträge und fünf russische. Weniger als ursprünglich geplant. Heleen Gerritsen, Leiterin goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films „Wir haben nach dem 24. Februar uns […]

  • Weggeworfener Müll und plattgetrampelte Wege: Besucher-Andrang am Felsenmeer in Südhessen

    Weggeworfener Müll und plattgetrampelte Wege: Besucher-Andrang am Felsenmeer in Südhessen

    Um die Entstehung des Felsenmeeres im Odenwald rankt sich eine Sage. Auf dem Berg oberhalb von Lautertal sollen zwei Riesen gehaust haben, die irgendwann in Streit gerieten und sich mit großen Steinen bewarfen. Bis zu 500 Millionen Jahre sind diese Felsen alt, die ein regelrechter Besuchermagnet sind. Und genau das ist das Problem: Immer mehr Besucher bedeutet immer mehr Müll. Bis zu 200.000 Besucher pro Jahr. Das Felsenmeer oberhalb von Lautertal-Reichenbach im Odenwald ist besonders an sonnigen Tagen ein beliebtes Ausflugsziel. Und seit Beginn der Corona-Pandemie hat der Andrang noch zugenommen. Um von Besuchern verursachte Naturschäden einzudämmen, hat die Gemeinde Lautertal für die neue Saison einige Vorkehrungen getroffen. Andreas Heun, SPD. Bürgermeister Lautertal „Die bessere Anbindung über den ÖPNV, die Erweiterung der Parkplatzmöglichkeiten, dann direkt hier am Felsenmeer-Informationszentrum oder auch im Felsenmeer direkt, was die Mülleimer sind, was die Besucherlenkung ist – wir haben 15 Hinweistafeln hier hingestellt.“ Die Tafeln weisen Besucher unter anderem auf die korrekte Entsorgung ihres Mülls und die Nutzung der Wanderwege hin. Viele missachten aber die Regeln und darunter leidet die Natur. Dirk Dins,Forstamt Lampertheim „Das hat letzten Endes zur Folge, dass die Menschen quer durch den Wald laufen. Immer dort, wo Abkürzungen genommen werden oder eben wie hier die Wege verbreitert werden, weil vielleicht einfach zu viele Menschen da waren. Das führt letzten Endes zu einer Bodenverdichtung und letzten Endes dann auch zu eine Erosion, weil kein Laub liegen bleiben kann, Äste werden von der Fläche getreten, sodass der Boden roh ist, offen ist, und bei jedem Regen abgewaschen wird. Weiterhin kommt es auch zu Wurzelschäden – das sieht man hier recht deutlich – und führt letzten Endes dazu, dass Bäume zum Teil auch absterben.“ Der Respekt vor der Natur habe über die Jahre merklich nachgelassen, sagt Dirk Dins, der auf 31 Jahre Berufserfahrung als […]

  • „Die Rache ist mein“ – Ausstellung im Jüdischen Museum in Frankfurt

    „Die Rache ist mein“ – Ausstellung im Jüdischen Museum in Frankfurt

    Rache ist ein niedriger Beweggrund – so steht es in vielen Gerichtsurteilen. „Rache ist süß“ – das steht auf einem Schokoriegel im Jüdischen Museum Frankfurt. „Rache. Geschichte und Fantasie“, so heißt die neue Ausstellung, die nicht nur einen Fokus auf den Zweiten Weltkrieg wirft. Die Rache zieht sich nämlich von den Anfängen bis heute durch die jüdische Geschichte. „Die Rache ist mein“. Im Alten Testament ist Gott rachsüchtig. Es wird viel Blut vergossen, auch durch Personen in den Geschichten. Samson und Judith üben Rache im Namen Gottes. Die ersten fünf Bücher der Bibel sind die jüdische Bibel, die Tora. Auch „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ ist eine Redewendung aus der Tora. Prof. Dr. Mirjam Wenzel, Direktorin des jüdischen Museums Frankfurt „Diese Wendung wurde von Seiten der christlichen Kirche häufig als Beweis für den Primitivismus des sogenannten Alten Testaments interpretiert und es wurde Jüdinnen und Juden unterstellt, sie seien rachsüchtig. ‚Auge um Auge, Zahn um Zahn‘ bedeutet in der jüdischen Tradition stets die Frage nach einem angemessenen Schadensersatz. Es ist dafür eine Formel. Für Schadensersatz.“ Für Schadensersatz sorgen traditionell Phantasiefiguren mit Riesenkräften aus alten Legenden. Der Golem ist seit dem Mittelalter ein jüdischer Rächer. Er kämpft gegen das Böse. Doch manche Schuld lässt sich nicht durch die Rache einer Märchenfigur begleichen. Doron Kiesels Großeltern sind in einem Konzentrationslager umgebracht worden. Als Kind forderte er Vergeltung. Doch trotz Prozesse gegen NS-Kriegsverbrecher kommen viele Täter straffrei davon. Prof. Dr. Doron Kiesel, Mitglied des Zentralrats der Juden in Deutschland „Nicht nur das. Sondern nach ’45, ungefähr bis Mitte der 60er Jahre waren sehr viele Nazis und Nazirichter und Staatsanwälte weiterhin im Justizwesen tätig. Das ist inzwischen vom Bundesjustizministerium sehr ausgiebig erforscht worden. Und insofern liegen heute die Fakten vor und die zeigen, wie braun die ersten Jahrzehnte waren.“ Nakam ist das hebräische Wort […]

  • Der älteste Weinkeller Deutschlands – in der ältesten Stadt Deutschlands

    Der älteste Weinkeller Deutschlands – in der ältesten Stadt Deutschlands

    Der älteste Weinkeller Deutschlands – es ist nahliegend, dass der sich in der ältesten Stadt Deutschlands befindet, nämlich in Trier. Betrieben von der Stiftung ‚Vereinigte Hospitien‘. Wir sind für Sie hinabgestiegen. Gruselig, magisch, geheimnisvoll und nichts für alle, die Angst vor Spinnen haben. Wir sind hinabgestiegen in die Zeit der alten Römer, in den ehemaligen Weinkeller der Vereinigten Hospitien. Einst kein unterirdisches Gemäuer. Im römischen Reich liegt der Keller noch über der Erde und wird als Speicherhaus genutzt. Joachim Arns, Weingutsleiter Vereinigte Hospitien „Das geht auf das Jahr 330 zurück, nach Christus. Und man sieht römische Getreidespeicher hier. Das war der Ursprung unseres Weinkellers.“ Gebaut wird der Speicher in der Hochzeit der Kaiserstadt Trier. Er wird bis zum Untergang des römischen Reiches genutzt. Aber echte Trinkgelage der Antike gab es hier wohl nie. Ganz professionell Wein ausgebaut wird in den alten römischen Gemäuern erst seit dem 19. Jahrhundert. Trotzdem ist er ganz offiziell der älteste Weinkeller Deutschlands. Joachim Arns, Weingutsleiter Vereinigte Hospitien „Regelmäßig haben wir Gäste aus der ganzen Welt hier. Bis vor 40, 50 Jahren wurde hier sogar noch Wein ausgebaut. Und vor dieser Zeit war in den Kellern hier ein Kloster. Bis zur Säkularisation, bis 1804 als Napoleon kam.“ Schon die Nonnen haben Wein angebaut. Diese Tradition wird auch nach der Auflösung des Klosters fortgeführt – durch die Vereinigten Hospitien. Eine Stiftung, die verschiedene soziale Einrichtungen in Trier betreibt. Der Sekt des Stiftungsweinguts lagert noch im römischen Keller. Der Wein wird hier nur noch verkostet. Joachim Arns, Weingutsleiter Vereinigte Hospitien „Die Gewinne, die wir hier im Weingut erwirtschaften, werden wieder in die Stiftung investiert. Und man kann sagen, mit jedem Schluck, der mit unseren Weinen getätigt wird, macht man eine gute Tat. Das ist das Schöne an unserem Weingut. Wir arbeiten quasi für einen guten Zweck.“ Echtes römisches […]

  • Filmförderung in Hessen

    Filmförderung in Hessen

    Frankfurts Skyline oder hessische Schlösser auf der großen Kinoleinwand – schon seit Jahren lockt die Filmförderung HessenFilm Kino-Produktionen mit Zuschüssen in unsere Region. Doch zuletzt wurden auch coronabedingt immer weniger Filme in Hessen gedreht. Das soll sich nun ändern. Matthias Schweighöfer hat schon öfter in Hessen gedreht. Rick Kavanian stand bereits gemeinsam mit Axel Stein in Marburg und Alsfeld vor der Kamera. Und zuletzt gaben sich gar die britischen Royals in Kronberg die Ehre. Doch die Corona-Pandemie hat auch der Filmszene zugesetzt. Nun will die hessische Filmförderung wieder mehr Produktionen nach Hessen holen. Hessens Kulturministerin Angela Dorn hat eine Vision. Angela Dorn, Bündnis 90 / Die Grünen, Kulturministerin Hessen: „Wir wollen ein attraktiver Filmstandort sein, wo ganz viele wunderbare Filme entstehen. Sodass wir demnächst Frankfurt mit der Skyline in ganz vielen Filmen sehen oder den Kellerwald. Wir haben wunderbare Filmstandorte.“ Nur wurden diese Standorte zuletzt weniger genutzt. Beantragten größere Filmproduktionen im Jahr vor der Pandemie noch über 6 Millionen Euro an Zuschüssen von HessenFilm, waren es im ersten Corona-Jahr nur noch die Hälfte. Doch nicht nur durch den Virus zog es weniger Filmschaffende nach Hessen. Anna Schoeppe, Geschäftsführerin HessenFilm „Die Film- und Medienbranche ist durch die Digitalisierung, durch die Corona-Pandemie, durch die Streamer einfach in einem ganz extremen Veränderungsprozess. Und darauf muss auch eine Förderinstitution auch mit den passgenauen Fördertools eingehen.“ Künftig soll es etwa ein sogenanntes Erfolgsdarlehen geben: Hat ein Filmemacher ein gefördertes Projekt abgeschlossen, kann er die eigentlich zurückzuzahlenden Fördermittel für ein neues Projekt verwenden. Und mussten Filmproduktionen bislang einen bestimmten Teil der Fördersumme in Hessen ausgeben, ist es künftig ein Viertel weniger. Klingt zunächst nach weniger Einnahmen am Drehort, doch dadurch sollen mehr Produktionen nach Hessen gelockt werden. Anna Schoeppe, Geschäftsführerin HessenFilm „Das heißt, dass in Zukunft viele Projekte mit einer relevanten Summe auch Hessen ausgestattet werden […]