Kultur

  • Kiwi-Ernte in der Pfalz

    Kiwi-Ernte in der Pfalz

    Die Natur beschenkt uns gerade jetzt im Herbst reichlich mit Äpfel, Birnen und vielem mehr… Die Pfalz bietet für zahlreiche Obstsorten ideale Bedingungen zum Wachsen. Doch neben den Obstklassikern, sind auch einige exotische Früchte zu finden. An der südlichen Weinstraße werden jetzt zum ersten Mal Kiwis geerntet. Rund, grün und pelzig. Noch sind die Sträucher recht klein, doch schon jetzt hängen die meisten von Ihnen voll mit Kiwis. Gerd Pfaffmann pflanzt vor vier Jahren 1.200 Setzlinge. In diesem Jahr tragen sie zum ersten Mal Früchte. Ganz zur Freude des Obstbauern. Denn mit dem Anbau der Südfrüchte ging er ein ziemliches Risiko ein. Gerd Pfaffmann, Obstbauer aus Impflingen „Kiwis haben gewisse Eigenschaften, die sehr gut sind. Das ist, dass sie keine pilzlichen und tierischen Schädlinge haben. Deswegen brauchen wir keinen Pflanzenschutz. Das schlechte daran ist, dass sie zu einem Zeitpunkt blühen, wo wir oft Spätfröste haben. Das heißt, durch den Frost können wir die Ernte verlieren. Das ist ein Nachteil. Und sie vertragen nicht Trockenheit über lange Zeit. Deswegen haben wir alle Reihen mit einer Tröpfchenberegnung ausgestattet.“ Durch die Änderung des Klimas in den vergangenen Jahren ist dieses Experiment überhaupt erst möglich. Als Kiwi-Pionier in der Pfalz musste sich Pfaffmann sein Wissen selbst aneignen. Gerd Pfaffmann, Obstbauer aus Impflingen „Da haben wir eine männliche Pflanze, die trägt überhaupt nichts. Die ist nur dafür da, um die weiblichen Pflanzen zu befruchten. Es sind immer neun weibliche und eine männliche und die trägt halt leider Gottes natürlich auch nix. Aber ohne die hätten wir gar keinen Ertrag.“ Der Ertrag liegt in diesem Jahr bei etwa 3 Tonnen. In den nächsten Jahren rechnet der Obstbauer damit, dass dieser sich verzehnfacht. Gerd Pfaffmann, Obstbauer aus Impflingen „Nächstes Jahr rechnen wir mit der ersten Vollernte auf den Reihen. Und langfristig wollen wir aber alles hier in […]

  • Frankfurter Buchmesse wird eröffnet

    Frankfurter Buchmesse wird eröffnet

    Herbstzeit ist Lesezeit und Zeit für die größte Buchmesse der Welt. Zur Stunde wird feierlich die Frankfurter Buchmesse eröffnet. Bis Sonntag lädt sie Besucher zum Stöbern, Schmökern und Entdecken ein – zum Beispiel von Literatur und Kultur der Philippinen. Der diesjährige Ehrengast aus Südostasien ist mit über 100 Autoren und Künstlern nach Frankfurt gereist. Als begehbare Inselgruppe. Stolze 7.641 Inseln zählen die Philippinen, der fünftgrößte Inselstaat der Welt. Traditionelle Materialien wie Bambus und Ananasfasern treffen hier auf zeitgenössische Kunst. Zusammenkommen und Teilen sind fester Bestandteil der Landeskultur, auch das will die Architektur zeigen. Patrick Flores, Kurator Ehrengast-Pavillon „Bücher lesen kann man auch in einer Bibliothek. Aber auf dieser Buchmesse geht es genauso um Gespräche. Deshalb haben wir hier Orte der Zusammenkunft geschaffen. Und zwar so, wie man auf den Philippinen zusammenkommt.“ Kolonialzeit, Marcos-Diktatur oder Rodrigo Dutertes brutaler Krieg gegen die Drogen – die bewegte Vergangenheit ist Teil der vielfältigen Landesliteratur, die sich oft um soziale Gerechtigkeit dreht. Dass die hierzulande weitgehend unbekannt ist, sieht man als Chance, das zu ändern: Karina A. Bolasco, Kuratorin Literaturprogramm „Weil alles neu, alles aufregend ist. Ich glaube an die Kraft des Geschichtenerzählens. Ich bin seit 40 Jahren Publizistin. Daran sieht man: Ich glaube an die Literatur. Und ich weiß: Geschichten haben die Macht, die Wahrheit ans Licht zu bringen und zu bezeugen – und vielleicht sogar eine Art des sozialen Wandels zu bewirken.“ In Zeiten globaler Kriege, Krisen und antidemokratischer Tendenzen versteht sich die diesjährige Buchmesse einmal mehr als Plattform für politische Debatten und Meinungsaustausch. Karin Schmidt-Friderichs, Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels „Gute Lösungen entstehen vielleicht auch im Schleifen von Ideen. Indem Sie was anders sehen als ich und wir beide darum kämpfen, aber in einem respektvollen Weg. Und das findet hier auf der Buchmesse statt. Auf den Podien, aber auch an den […]

  • Dino-Ausstellung im Senckenberg Museum

    Dino-Ausstellung im Senckenberg Museum

    Wie sah die Welt aus, bevor ein Meteorit das Zeitalter der Dinosaurier beendete? Einblicke in das Leben der Dinos gibt eine neue Ausstellung im Frankfurter Senckenberg Naturmuseum. Im Mittelpunkt steht ein ganz besonderes Exemplar namens Edmond. Es gibt auf der Welt nur ganz wenige Dinosaurierknochen, die so gut erhalten sind, wie die des in Wyoming gefundenen Edmontosaurus. Ein bis zu 15 Meter langer und 4 Tonnen schwerer Pflanzenfresser. Er geht zu der letzten Dinosaurierart vor dem Massenaussterben vor rund 66 Millionen Jahren. Dr. Eva Roßmanith, kommissarische Leiterin des Senckenberg Naturmuseums „Das ist unser absolutes Highlight. Das ist eine Mumie von einem Edmontosaurier. Das heißt, wir haben nicht nur die Knochen gefunden, sondern auch Abdrücke der Haut. Wir können eben sehen, wie die Haut aussah. Der ist gut erhalten, weil die Haut von Edmontosauriern sich relativ schlecht zersetzt und er eben sehr schnell ausgetrocknet ist. Dadurch wurde er dann mit Sediment bedeckt und die Haut konnte sich erhalten.“ Acht Jahre arbeiten die Paläontologen des Senckenberg Naturmuseums an der Zusammensetzung von Edmond. Wie die Puzzlearbeit der Wissenschaftler funktioniert, ist ein Teil der Ausstellung in Frankfurt. Es geht auch um die Lebenswelt vor über 66 Millionen Jahren. Durch den Fund eines Gesteinsblocks mit Knochen- und Pflanzenresten konnten die Forscher eine Flusslandschaft der Urzeit rekonstruieren und herausfinden, an welchen Krankheiten die Dinosaurier litten. Dr. Omar Rafael Regalado Fernández, Kurator der Ausstellung „Wir konnten gesunde und kranke Knochen vergleichen und haben Beweise dafür gefunden, dass Dinosaurier an chronischen Krankheiten litten. Zum Beispiel an Arthritis. Wir haben aber auch Indizien für Infektionskrankheiten gefunden.“ Ausgestorben sind die Dinosaurier aber durch den Einschlag eines Meteoriten, so groß wie der heutige Mount Everest. Es entsteht eine Kettenreaktion, die das Ökosystem zerstört und damit das  Ende der meisten Lebewesen bedeutet. Auch das von Edmond. Einen Einblick in seine letzten Tage […]

  • Impressionismus: Berühmte Maler im Frankfurter Städel Museum

    Impressionismus: Berühmte Maler im Frankfurter Städel Museum

    Bilder, die schnell mal zweistellige Millionenbeträge in Auktionen erzielen, wenn Namen wie Claude Monet, Paul Cezanne oder Carl Schuch draufstehen. Letzterer ist ein Geheimtipp unter den großen Impressionisten. Im Frankfurter Städel wird er jetzt neu entdeckt. „Carl Schuch und Frankreich“ heißt die aktuelle Ausstellung. Keine andere Jahreszeit hat dieses ganz besondere Licht. Für viele ist der Herbst, die schönste Jahreszeit überhaupt. Die Zeit für lange Spaziergänge in der Natur. Vom Zauber des Herbstes fasziniert ist im 19. Jahrhundert auch der österreichische Maler Carl Schuch. Der wohl bekannteste unbekannte Künstler seiner Zeit. Philipp Demandt, Direktor Städel Museum Frankfurt „Carl Schuch gehört zu den faszinierendsten Künstlerpersönlichkeiten des 19. Jahrhunderts. Aber gleichzeitig ist er unbekannt. Er war von Haus aus begütert, er musste nicht ausstellen, er musste nicht verkaufen. Er konnte sich sein ganzes Leben der Malerei widmen, und jetzt ist es an der Zeit, diesen Künstler, der nach seinem Tod dann wiederentdeckt, dann wieder vergessen wurde, neu zu entdecken.“ Es gibt noch mehr zu entdecken. Carl Schuch schätzt die heute weltberühmten Kollegen seiner Zeit. Er lebt lange in Paris. 50 Werke von Paul Cézanne, Claude Monet oder auch Édouard Manet werden zusammen mit den Gemälden des Wieners ausgestellt, auch um Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu zeigen. Philipp Demandt, Direktor Städel Museum Frankfurt „Carl Schuch lässt sich nicht einordnen. Er schaut sich die Bilder der Kollegen an und macht was ganz Eigenes daraus. Und das macht diese Person auch so faszinierend für uns als Kunsthistoriker.“ Wie entsteht so ein Stillleben? Röntgenaufnahmen machen es sichtbar. Der Maler Carl Schuch hat so einiges verändert, bis er zufrieden war. Juliane Betz, Kuratorin der Ausstellung „Er hat auch gelegentlich einzelne Gegenstände ersetzt, um die Farbzusammenstellung harmonischer oder kontrastreicher zu machen, um die Mischung aus Oberflächen und Materialien und Formen für seine Bedürfnisse noch besser darzustellen.“ Noch ein Fun […]

  • Rheinland-pfälzische Delegation beendet USA-Reise

    Rheinland-pfälzische Delegation beendet USA-Reise

    Es war keine einfache Reise, die der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer mit seiner Delegation vor knapp einer Woche angetreten hat. Das Verhältnis zwischen Deutschland und den USA ist aktuell angespannt, das wurde in Washington in vielen Gesprächen deutlich. Jetzt ist die Delegation zurückgekehrt – im Gepäck die Hoffnung, die deutsch-amerikanischen Beziehungen zumindest etwas verbessert zu haben – und außerdem auch noch viele Bilder, die Alexander Schweitzer im Landtagswahlkampf helfen dürften. Schöne Bilder vor dem Washington Monument, schöne Bilder vor dem Weißen Haus, schöne Bilder vor dem Kapitol. Sechs Monate vor der Landtagswahl kann der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer mit seinem USA-Besuch zufrieden sein. Mit einem Gesprächsmarathon haben er und seine Delegation die deutsch-amerikanischen Beziehungen gestärkt. Die nächsten Treffen sind bereits vereinbart. Heike Raab (SPD), Bevollmächtigte des Landes RLP „Wir müssen den Dialog intensivieren. Wir haben jetzt auch schon eine Einladung ausgesprochen. Beispielsweise an einen Vertreter der Think Tanks. Wir wollen dort im Frühjahr des nächsten Jahres einen politisches Austauschs auch pflegen, wie die transatlantischen Beziehungen intensiviert werden mit der Atlantischen Akademie. Aber wir haben auch Senatoren getroffen und sie explizit nach Rheinland-Pfalz eingeladen, um den Dialog zu intensivieren.“ Schweitzer besucht in Washington auch die renommierte Georgetown-Universität. Dort unterschreibt er eine Erklärung der Freundschaft. Diese Geste der Solidarität ändert allerdings nichts an den Sorgen, die sich die Mitarbeiter von Hochschulen und Museen machen, weil US-Präsident Donald Trump sie unter Druck setzt. Bei den Gesprächen wird deutlich: Je mehr amerikanische Bildungs-, Forschungs- und Kultureinrichtungen auf öffentliche Zuschüsse angewiesen sind, desto eher ändern sie ihre inhaltliche Arbeit. Katharina Binz (Bündnis 90 / Die Grünen), Kulturministerin Rheinland-Pfalz „Da merkt man schon, da hat sich hier einfach der Wind gedreht. Da sind auch viele kulturellen Institutionen gerade sehr unsicher. Sehr, sehr vorsichtig, mit welchen Themen sie sich beschäftigen in ihrer Arbeit. Und da gibt es […]

  • 100 Jahre "neues Frankfurt"

    100 Jahre „neues Frankfurt“

    1925 ist die Mainmetropole zu Deutschlands moderner Vorzeigestadt geworden. „Das neue Frankfurt“ war ein riesiges Stadtplanungs-Projekt. In nur fünf Jahren entstanden über 20 Siedlungen mit rund 12.000 Wohnungen. Verantwortlich dafür war der Stadtplaner Ernst May. Innovative, zweckmäßige Flachdachbauten. Sie gehören vor 100 Jahren zu den modernsten Häusern, die es in Deutschland gibt. Viele sind auch heute noch bewohnt. Eines ist ein Musterhaus, das besichtigt werden kann. Benannt nach Ernst May. Dem Architekten und Stadtplaner des neuen Frankfurt. Dr. Christina Treutlein, Geschäftsführerin der Ernst-May-Gesellschaft „Das neue Frankfurt, das ist ein Städtebauprojekt, aber eigentlich viel mehr. Es ging darum, in einer neuen Zeit, ein neues Leben für die Menschen zu ermöglichen. Da hat Frankfurt, initiiert vom Oberbürgermeister Ludwig Landmann, ein großes Programm aufgesetzt, um Frankfurt zu einer der modernsten Metropolen im Südwesten des Landes zu entwickeln.“ Dazu gehören Badezimmer mit fließend Kalt und Warm Wasser in jeder Wohnung. In den 1920er Jahren noch eine Seltenheit. Genauso wie Steckdosen in jedem Raum und ganz berühmt: die Frankfurter Küche. Dr. Christina Treutlein, Geschäftsführerin der Ernst-May-Gesellschaft „Das Tolle an der Frankfurter Küche ist, dass sie auf kleinem Grundriss, ja die Arbeitsabläufe in der Küche ganz logisch angeordnet sind, sodass man nicht viel Platz braucht nicht viel Zeit und Energie aufwenden muss.“ Weltweit eine der ersten Einbauküchen. Im Ernst May Haus steht noch ein 100jähriges Original. Dr. Christina Treutlein, Geschäftsführerin der Ernst-May-Gesellschaft „An der Frankfurter Küche ist auch ein Bügelbrett an der Wand montiert. Weil ganz viele Leute noch ein schweres gusseisernes Bügeleisen hatten. Da ist man froh, wenn man das nicht durch die ganze Wohnung tragen muss, sondern an Ort und Stelle hat, nämlich hier am Herd, wo es aufgewärmt wurde, deswegen wurde in der Küche gebügelt. Dazu klappte man hier das Bügelbrett runter, zog hier die Teleskopstange aus, hat das hier drauf abgelegt.“ Zu […]

  • 17:30@night mit Abor und Tynna

    17:30@night mit Abor und Tynna

    Kennen Sie die beiden Musiker Attila und Tünde? Nein? Viel bekannter sind sie unter ihrem Künstler-Namen Abor & Tynna. Das Geschwister-Duo hat Deutschland in diesem Jahr beim Eurovision-Song-Contest vertreten und mit ihrem Song „Baller“ die oberen Chart-Plätze gestürmt. Jetzt sind die beiden das erste Mal auf großer Tour durch Europa. Ihr erster Stopp: Frankfurt. Nina Seeh hat die beiden vor ihrem Auftritt im Kulturzentrum Batschkapp getroffen. Abor und Tynna  aus Wien. Wie ist es so, mit Familie auf der Bühne zu stehen? Tynna „Mittlerweile sind wir auf jeden Fall ein eingespieltes Team: Am Anfang gab es vielleicht noch ein bisschen so Missverständnisse oder so wer was jetzt macht, aber das hat sich relativ schnell eingespielt.“ Wer was macht, ist klar: Abor ist verantwortlich für die Produktion und das musikalische Arrangement, Tynna singt, schreibt die Texte und gibt die emotionalen Impulse. Viele ihrer Texte drehen sich um reale Erfahrungen und sind deshalb besonders persönlich und emotional. Liebesbeziehungen, Trennungen, Gefühlschaos – die Songs schreiben sie selbst. Abor & Tynna „Und da habe ich auch das erste Mal gemerkt, wie therapeutisch so was sein kann. Wir arbeiten auch sehr viel mit Bildern. Also ich denke, wir sind jetzt nicht die Künstler, die die meisten Themen erfinden. Man erfindet die Verpackung neu. Genau, ich denke dass wir viel Wert darauf legen eine besondere visuelle Welt darum aufzubauen.“ Und in diese visuelle Welt nehmen die beiden das Publikum mit. Mal lauter mit schnellen Beats, mal leise und gefühlvoll. Aber immer in Verbindung mit den Fans. Tynna „Ich freue mich darauf, dass die Leute vielleicht den Text können und dann mitsingen. Für mich ist das eins der krassesten Momente, wenn man auf der Bühne steht.“ Durch ihre Teilnahme am Eurovision Song Contest  und der schnell wachsenden Popularität  mussten sich beide schon früh in ihrer Karriere mit […]

  • Mainz leuchtet

    Mainz leuchtet

    Der Mainzer Dom ist schon an sich ein imposantes Bauwerk und momentan erstrahlt er auch noch spektakulär. „Mainz leuchtet“ heißt das Projekt und findet in diesem Jahr bereits zum dritten Mal statt. Neben dem Dom werden noch zehn weitere Gebäude in der Mainzer Innenstadt angestrahlt. Ein Event, das Tausende Besucher anzieht. Am Schillerplatz, in der Augustinergasse oder am Dom. Überall in der Mainzer Innenstadt werden Fassaden zur Leinwand und Gebäude zu Kunstwerken. Das Festival „Mainz leuchtet“ lässt bekannte Bauwerke im wahrsten Sinne des Wortes in einem neuen Licht erstrahlen. Entwickelt wurden die Projektionen von Studenten der Mainzer Hochschule. Mit viel Technik und aufwendigen Messungen bringen sie ihre Visionen an die Mainzer Häuserwände. Emmelie Weber, Studentin „Zeitbasierte Medien“ an der Hochschule Mainz „Die Spezialeffekte sind entstanden mit einem 3D-Scan des Gebäudes. Da macht man ganz viele Fotos von dem Gebäude. Das setzt sich dann mithilfe einer Software zusammen und hat dann ein 3D-Modell von dem Gebäude. So kann man dann praktisch mit den korrekten Lichtverhältnissen die Effekte erschaffen.“ An einzelnen Stationen werden die Projektionen mit Musik kombiniert. Die Songs wurden extra für das Lichtfestival von Komponisten von der Mainzer Hochschule geschrieben. Malte Kropp, Student „Zeitbasierte Medien“ an der Hochschule Mainz „Wie man vielleicht im Hintergrund hört: Sehr dramatische Orgel betonte Musik. Ich habe dann quasi erst in Zusammenarbeit mit ihm überlegt, was könnte denn jetzt zu dieser Dramaturgie auf dem Dom visuell passieren. Und da kam uns dann diese Lichtidee, dass man dieses Gefühl der Orgel dann auch visuell widerspiegeln kann.“ Manche Projektionen lassen sich von den Besuchern sogar selbst steuern. Und trotz des strömenden Regens am Eröffnungstag: Die Mainzer Innenstadt ist voll. Mhamed Ikan „Als Mainzer musst du das mitmachen und egal bei welchem Wetter“ Anne Müller „Es ist beeindruckend. Und zwar jedes Jahr wieder. Man könnte meinen es wird […]

  • Ausstellung "Als Großmutter modern war"

    Ausstellung „Als Großmutter modern war“

    Im Wohnzimmer ist ein Saugroboter mit Künstlicher Intelligenz zu Gange, während die Küchenmaschine automatisch die Suppe kocht. So läuft das heute – ganz anders war das noch vor einhundert Jahren. Die Ausstellung „Als Großmutter modern war“ im Landesmuseum Birkenfeld nimmt uns mit auf eine Zeitreise in das Leben von damals. Und wirft das ein oder andere Rätsel auf. Zwei lange Greifarme, in der Mitte ein Halbkreis. Was könnte das nur sein? Einfacher ist es da schon bei diesem Gegenstand hier: eine Saftpresse. „Ich kann mich erinnern, dass meine Mutter die auch noch verwendet hat. Und dann kam doch da hinten die Strünke raus. Oder vorne, ganz vorne.“ In Erinnerungen schwelgen, den Kindern und Enkeln vom Leben „früher“ erzählen. Genau dafür ist die Ausstellung von Kurator Ricardo Rodrigues de Sousa  gedacht. Aber auch, um zu zeigen, wie einfach Vieles heute ist. Ricardo Rodrigues de Sousa, Kurator „Es war ein Prozess, um an den Kaffee zu kommen. Und das war auch alles mit Zeitaufwand verbunden. Und darüber denkt man heute nicht mehr nach. Man hat seinen Kaffee und ist glücklich. Und früher musste man den Kaffee mühlen. Also zuerst musste man den Kaffee rösten. Dann musste man den Kaffee mühlen. Dann musste man den Kaffee kochen. Heute kann ich einfach nur einen Knopf drücken und habe einen Kaffee zu Hause.“ Die Ausstellungsstücke hat der Verein für Heimatkunde im Laufe vieler Jahre gesammelt. Schätze wie diese Schreibmaschine. Hisso von Selle, Verein für Heimatkunde Birkenfeld „Bekommen haben wir diese Schreibmaschine von dem Vor-, Vorgänger als Museumsleiter hier. Ein alter Schulmeister. Der war Jahrgang 1928 und hat nach dem zweiten Weltkrieg seine Examensarbeit noch mit dieser Maschine geschrieben.“ Mit einem Stift muss man an den Buchstaben andocken und dann die Taste der Schreibmaschine drücken. Hisso von Selle, Verein für Heimatkunde Birkenfeld „Der Zeitaufwand. Im Vergleich […]

  • Feiern bis die Stechuhr ruft! Pre-Work-Party in Darmstadt

    Feiern bis die Stechuhr ruft! Pre-Work-Party in Darmstadt

    In Darmstadt wurde heute schon vor dem Feierabend ordentlich gefeiert. Und zwar früh morgens. Um 7 Uhr haben sich die Feierwütigen bei der Pre–Work-Party in der Centralstation warmgetanzt für den Tag. 7 Uhr morgens, der DJ dreht die Musik auf, die Diskolichter blinken über der tanzenden Menge. Denn hier, bei der sogenannten „Frühschicht“ findet die Party schon am Morgen statt. An der Bar gibt es Kaffee und Croissants, von Bier und Wodka nehmen die Partygäste so früh am Morgen lieber Abstand. Denn die meisten gehen anschließend noch ganz normal zur Arbeit. Feiern zum Wachwerden sozusagen. Ann–julie, 33 Jahre:  Ich tanz einfach voll gerne und abends ist es oft einfach, keine Zeit, man kriegts nicht hin. Und ich finds voll cool, vor der Arbeit sowas aktives zu machen und bisschen Spaß zu haben, bevor man sich an den Schreibtisch setzt. Johannes Feldmann, 35 Jahre: Ungewöhnliche Zeit tatsächlich, aber ja, kann man machen. Christin Sauerteig, 43 Jahre: Dass es sehr angenehm ist von der Stimmung, die Leute sind gut drauf und sehr nettes Ambiente. Ela, 58 Jahre: Ich bin der totale Morgenmensch und ne Freundin von mir hat das erzählt und ich bin total begeistert. Also ich finds toll. Es wird zwar ungewohnt, nachher wieder ins Büro zu gehen. Aber ich bin gespannt. Das erste Mal, dass ich sowas morgens mache. Aber ich finds toll.  Zum dritten Mal veranstaltet die Centralstatation ihre Pre–Workparty, jedes Mal kommen mehr Leute. Meike Heinigk, Geschäftsführerin Centralstation Darmstadt: Ich glaube, es ist einfach was Besonderes, ganz früh am Morgen statt ins Fitnessstudio zu gehen, zu sagen, ich geh mal in ne Bar. Ich hör mir meine Lieblingsmusik an oder irgendwie Tanzmusik und beweg mich dazu und schau mal, was es mit mir macht. Also das ist so ein bisschen, für viele glaub ich schon so, dass sie […]

  • Mit Sandalen & Kriegsausrüstung: Mann will 750 Limes-Kilometer wandern

    Mit Sandalen & Kriegsausrüstung: Mann will 750 Limes-Kilometer wandern

    550 Kilometer lang erstreckt sich der Limes – der frühere römische Grenzwall – auch durch Rheinland-Pfalz und Hessen. Auf dem Limes-Wanderweg ist gerade Finnian Garvey unterwegs. In germanischer Stammesausrüstung. So will er einen Weltrekord aufstellen. Speer, 10-Kilo-Jutebeutel, ein Arbeits- und Kampfmesser, Ledertaschen und ein germanischer Sechskantschild. Das ist alles, was Finnian Garvey dabei hat. Dazu noch die historisch belegte germanische Kleidung. Knapp 130 Kilometer Limeswanderweg hat er so schon geschafft, ca 600 liegen noch vor ihm. Finnian Garvey rechnet mit 32 Tagen, die er für die Strecke braucht, dann würde er den Weltrekord aufstellen, als schnellster Wanderer auf dem Limesweg in historischer Kriegsausrüstung. Moderne Hilfsmittel darf er nicht verwenden, schlafen darf er nur draußen. Finnian Garvey, Content Creator „Es ist jetzt schon härter, als ich dachte. Es ist viel kälter nachts. Ich habe damit nicht gerechnet. Und die Tage sind viel schneller kürzer geworden. Mittlerweile ist es um kurz vor sieben noch dunkel und damit habe ich halt nicht gerechnet. Ich dachte mir: Okay, wenn ich jetzt eine Etappe irgendwie nicht schaffe, laufe ich einfach am nächsten Tag früher los. Aber im Dunkeln, vor allem mit der Nässe jetzt überall auszurutschen, das ist mir zu gefährlich. Es ist anspruchsvoller geworden, es gibt Hürden zu überwinden, aber ich bin sehr optimistisch.“ Manchmal schläft Finnian Garvey auf dem Boden, letzte Nacht hat er Glück. Hier bei Taunusstein lernt er die Verwalter des nachgebauten Limes-Wachturms kennen und darf auf der Außengalerie schlafen. Eingehüllt in seinen Mantel wie jede Nacht. Finnian Garvey, Content Creator „An sich mag ich es sowieso gerne, einfach draußen zu sein. Das ist irgendwie so … das gibt mir irgendwie was. Aber auch diese Begegnungen, die man mit Menschen hat, das ist irgendwie das Besondere. Die Gespräche mit Menschen auf der Straße, wo man sich gegenseitig irgendwie inspirieren darf, die […]

  • Mainzer Kirche St. Christoph bekommt neue Spitze

    Mainzer Kirche St. Christoph bekommt neue Spitze

    In der 1330 fertiggestellten Kirche St. Christoph wurde schon der Erfinder des Buchdrucks und berühmte Sohn der Stadt Johannes Gutenberg getauft. Heute erhält die Kirchenruine eine neue Turmspitze, die wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Ein starkes Signal für Erinnerungskultur in Mainz. Über Jahrhunderte war die Kirche St. Christoph ein stolzes Wahrzeichen nördlich des Mainzer Doms – bis sie nach einem Luftangriff 1945 in Trümmern lag. Heute, nach Jahrzehnten des Wiederaufbaus, bekommt der Turm sein Gesicht zurück. Die 19 Meter hohe Turmspitze gleicht der alten. Auch die alte Glocke wurde wieder installiert, läuten wird sie aber nicht. Marianne Grosse, Bau- und Kulturdezernentin Stadt Mainz „Die Glocke ist ja auch symbolisch. Sie soll für den Frieden stehen. Sie steht für einen Neuanfang, wie übrigens die gesamte Turmspitze auch.“ Ein würdevoller Ort des Erinnerns – der soll mit der Rekonstruktion geschaffen werden. Angestoßen wurde die Sanierung in und um die Kirche durch die 2012 gegründete Initiative St. Christoph. Sie hat Spendengelder in Höhe von 300.000 Euro für die Turmspitze eingesammelt. Peter Krawietz, Initiative St. Christoph „Es wird an diesem Denkmal erinnert, dass die Kriegszerstörung stattgefunden hat und wir zeigen auch  warum das so passiert ist. Wir hoffen, dass  der Betrachter dann auch entsprechende Schlussfolgerungen für sich selber zieht, nämlich friedfertig zu sein“ Die Mainzer Skyline hat heute ein Highlight dazugewonnen. 49 Meter thront die Turmspitze jetzt über der Stadt.

  • Frankfurt Art Experience gestartet

    Frankfurt Art Experience gestartet

    Frankfurt will zeigen, dass sie nicht nur eine Bankenmetropole ist – und startet dieses Wochenende in den Kunstherbst. Unter dem Motto „Art Experience“ kann man in über 60 Galerien und an ganz speziellen Orten kostenlos Ausstellungen besuchen – und das in wirtschaftlich für Künstler und Galeristen gar nicht so einfachen Zeiten. Pop Art von Heiner Meyer, dem wohl wichtigsten deutschen Vertreter dieser Kunstrichtung. Kostenpunkt für ein Bild: Schon mal über 50.000 Euro. Zu sehen in dieser Galerie im Frankfurter Westend, seit 30 Jahren stellt Barbara von Stechow hier zeitgenössische Gemälde aus. Und das trotz teils widriger Bedingungen. Barbara von Stechow, Galeristin in Frankfurt „Es ist nicht so ganz einfach in der jetzigen Zeit. Sie wissen selbst, die Wirtschaftslage ist schwierig. Und wenn man dann ein Kunstwerk erwerben möchte, muss man auch das nötige Geld dazu haben.“ Zudem gilt die Mainmetropole im Vergleich zu anderen Städten nicht gerade als Kunsthochburg, das soll sich ändern. Startschuss der Art Experience im Kunstverein Montez direkt am Main. Die Stadt Frankfurt unterstützt das Wochenende dieses Jahr mit 65.000 Euro und sieht sich in Sachen Kunst auf einem guten Weg. Ina Hauck (SPD), Stadträtin Frankfurt „Frankfurt ist einfach auch viel mehr als Finanzmetropole, als Verkehrsknotenpunkt oder als Internetknotenpunkt. Es zeigt: Wir sind im Zentrum, wir sind mutig.“ Neben rund 40 teilnehmenden Galerien gibt es auch über 20 sogenannte Offspaces – leerstehende Flächen, die nun ebenfalls für Ausstellungen genutzt werden. Hier am Goetheplatz platziert der Frankfurter Galerist Camille Hoffmann die Gemälde gemeinsam mit seinem Kollegen Michael Honecker von der Pariser Galerie Éric Mouchet. In ihren Augen sollte es Ausstellungsmöglichkeiten wie diese viel öfter in Frankfurt geben. Camille Hoffmann, Galerist in Frankfurt „Diesen temporären Leerstand, der an vielen Plätzen der Stadt ist, zu aktivieren. So wie hier für temporäre Ausstellungen und Kooperationen, um die gemeinsamen Künstler zeigen zu […]

  • My urban piano - Trierer Innenstadt wird zur Bühne

    My urban piano – Trierer Innenstadt wird zur Bühne

    Klavier-Klänge von überall her – wer in dieser Woche in Trier unterwegs ist, kann sie kaum überhören. Zwölf Pianos stehen in der Innenstadt verteilt – kunstvoll gestaltet von Trierer Vereinen. Wer vorbei kommt, kann sich dransetzen und einfach losspielen. Gemeinschaft schaffen durch Musik – darum geht es bei dem Projekt „My Urban Piano“ in Trier. Hier an der Porta Nigra hat das direkt geklappt. Einfach stehen bleiben, zuhören und genießen. Wie diese beiden Urlauber aus Nordrhein-Westfalen. Elmar Hartmann „Finden wir sehr sehr gut. Also, bereichert ja so `ne  Stadt. Finde ich zumindest. Wir hören da gerne zu.“ Helga Hartmann „Ja, ich hab‘ schon zu meinem Mann gesagt, wenn ich Klavier spielen könnte, dann würde ich mich gerne ran setzen und selber spielen.“ Auch wer noch nie gespielt hat, kann sich ausprobieren und drauflos klimpern. Denn Musik soll zugänglich gemacht werden – für alle Menschen. Ganz nach dem Motto: „Musik verbindet“. Das Kulturkollektiv KulturKarawane stellt das Projekt zum fünften Mal auf die Beine. Charleen Theisen, KulturKarawane „Musik spielt bei uns eine besondere Rolle. Wir benutzen Musik als demokratisches Instrument. Musik versteht jeder. Wir verwenden es als Sprache. Unabhängig von Herkunft oder Muttersprache können wir so eben miteinander kommunizieren. Und das schafft eine ganz besondere Verbindung zwischen den Menschen.“ Die Klaviere können frei genutzt werden. Egal von wem – oder für was. So etwa wird Musikunterricht unter freiem Himmel möglich. Bedeutet: musizieren mit Publikum. Oriol Andreu Torrents, Musiklehrer „Ja, das ist immer noch dieses Kribbeln im Bauch. Aber ich finde solche Herausforderungen toll. Und wie gesagt: Raus aus der Komfortzone.“ Elisa, Musikschülerin „Es ist cool, weil ganz viele Menschen zuschauen. Und davor ist man auch ein bisschen aufgeregt. Es ist halt anders als einfach in einem Raum zu sitzen und Klavier zu spielen. Aber ich mag’s.“ Während die einen also noch üben, […]

  • Spektakuläre Streetart an Koblenzer Brücke

    Spektakuläre Streetart an Koblenzer Brücke

    Der international bekannte Streetart-Künstler Hendrik Beikirch aus Bendorf bei Koblenz, hat schon in vielen Metropolen der Welt Wandbilder mit riesigen Ausmaßen erstellt. Sein neuestes Projekt hat ihn und weitere Künstler zurück in seine Heimat geführt – ein trister grauer Brückenpfeiler in Koblenz wurde bunt. Comic-Ästhetik trifft moderne Malerei. Graffiti-Schriften neben den Hörspiel-Heldinnen Bibi und Tina in Street-Artist-Montur. All diese Motive befinden sich auf dem neuen Wandbild unter der Kurt-Schumacher-Brücke in Koblenz. 13 Künstler haben gemeinschaftlich dazu beigetragen – jeder mit einem ganz individuellen Stil. Hendrik Beikirch, Streetart-Künstler „Die Idee war, dass dann am Ende die Summe von diesen 13 Einzelteilen stärker ist als die einzelnen Teile alleine. Und ich glaube, das hat in der Umsetzung dann ganz gut geklappt. Aber man kann trotzdem die einzelnen Stile erkennen, dass der Betrachter die Möglichkeit hat, zu sehen, wie man mit der Sprühdose als Malmittel letztendlich auch in ganz vielen verschiedenen Art und Weisen umgehen kann.“ „Across Generations“ heißt das Gemälde von Künstlern zwischen Anfang 20 und über 50 Jahren. Die eigenen Ideen mit denen anderer Kreativköpfe zu vereinen – für einige Teilnehmer eine ganz neue Herausforderung. Sebastian „Sker“ Schorr, Streetart-Künstler „In dem Fall war es so, dass das Bild vor und unter meinem Bild gemalt wurde und dann aber auch das Bild, was an mich anschließt und oben drüber ist, auch schon vorher vorskizziert wurde. Und da hab ich mich dann angepasst. Aber so, dass es am Ende harmoniert.“ Dem fertigen Bild vorangegangen sind mehrere Tage Vorbereitung. Erst wurde der Pfeiler gesäubert und grundiert, bevor es auf dem Gerüst an die Feinabstimmung ging. Hendrik Beikirch, Streetart-Künstler „Das sieht von unten dann immer sehr leicht und überschaubar aus. Aber wenn man jetzt hier quasi auch schon wieder auf 4,50 Meter Höhe am Arbeiten ist, brauchen wir ein paar Hilfslinien.“ Mit Rolle, Pinsel und […]