Gesundheit

  • Woche der Plasma-Spende

    Woche der Plasma-Spende

    Haben Sie schon mal Blut gespendet? Bestimmt. Und Blutplasma? Wohl eher nicht. Dabei kann genau diese Spende für andere über Leben und Tod entscheiden. Denn in Deutschland sind rund 20.000 Menschen dauerhaft auf Medikamente angewiesen, die nur aus Blutplasma hergestellt werden können. Genau darauf will die Aktionswoche aufmerksam machen. Hannah Malsey hat einen angeborenen Immundefekt. Das heißt: Ihr Körper bildet zu wenig Antikörper, um sich gegen Viren und Bakterien zu schützen. Dadurch wird sie schneller und heftiger krank und ist oft erschöpft. Hannah Malsey, Patientin mit Variablem Immundefektsyndrom „Ich habe lange gar kein wirkliches Privatleben gehabt, weil ich gar nicht wusste, wenn ich damals aus der Schule komme, habe ich überhaupt noch Energie zur Verfügung. Meistens war ich schon ab mittags zu nichts mehr in der Lage und habe mich durch die Schule gequält und war zuhause einfach nur noch schlapp.“ Mit 15 bekommt sie ihre Diagnose. Seitdem erhält die heute 30-Jährige Infusionen mit Antikörpern. Hergestellt werden die aus Blutplasma. Das ist der Teil des Blutes, der Nährstoffe, Vitamine und Antikörper transportiert. Blutplasma lässt sich nicht künstlich herstellen, es muss gespendet werden. Das Problem: Don Sears Debus, Plasmaspendezentrum Mainz „Dass der Bekanntheitsgrad der Plasmaspende sehr klein ist. Natürlich tun wir sehr viel dafür und versuchen überall Menschen anzusprechen und auf die Plasmaspende aufmerksam zu machen, weil nur so Patienten mit lebenswichtigen Medikamenten versorgt werden können.“ Blutplasma spenden kann im Prinzip Jeder. Der Prozess dauert circa eine Stunde und anders als bei der klassischen Blutspende, wird nur das Plasma entnommen, das restliche Blut fließt wieder zurück in den Körper. Deshalb kann man deutlich häufiger spenden: bis zu 60-mal im Jahr. Die Spender in Mainz kommen aus ganz unterschiedlichen Gründen. Adam Krzak „Du verbringst hier mal dreißig, vierzig Minuten und am Ende des Tages weißt du einfach, dass du Menschen geholfen hast.“ Phil Winter […]

  • Vollzeit-Enkelin gibt Job für die Oma auf

    Vollzeit-Enkelin gibt Job für die Oma auf

    Mehr als sieben Millionen Menschen in Deutschland pflegen einen Angehörigen zu Hause – oft bis an die eigene Belastungsgrenze. Eine von ihnen ist Katharina aus Wiesbaden. Als die 30-Jährige mitansehen musste, wie ihre Oma Erika im Pflegeheim immer weiter abbaute, traf sie eine folgenschwere Entscheidung: Sie holte sie zu sich nach Hause. Ein Schritt aus Liebe – und eine Aufgabe, die sie jeden Tag viel Kraft kostet  – auch heute am europäischen Tag der pflegenden Angehörigen. Ankleiden, Windeln wechseln, waschen: Die Pflege ihrer Großmutter Erika gehört seit diesem Jahr zu Katharinas Alltag. Eigentlich kümmert sich Katharinas Vater um Erika. Doch dann erkrankt er selbst schwer. Katharina schaut sich nach einem Platz im Pflegeheim um. Katharina „Man denkt, das ist so das Gängige, was man macht. Irgendwann kommen dann die Großeltern, Eltern ins Pflegeheim. Dann hab ich auch einen Pflegeheimplatz gefunden und sie dann dorthin gebracht, hab dann aber schnell gemerkt: Ich hab kein gutes Gefühl dabei.“ Ihr Bauchgefühl täuscht sie nicht. Erika baut im Heim schnell ab, dabei zuzusehen bricht Katharina das Herz. Sie merkt, dass sie eine Entscheidung treffen muss. Katharina „Dann hab ich angefangen zu überlegen: Einmal finanziell, dann; Was bringt das alles mit sich? (…). Und hab dann meinen ganzen Mut zusammen genommen, weil so eine Entscheidung dann zu treffen für jemanden anderen, für einen selber – Ich glaube ich hatte noch nie so Angst vor einer Entscheidung.“ Für ihre Oma gibt Katharina ihr bisheriges Leben und vorerst die Karriere auf. In Zürich kündigt sie ihren Job in der Tourismusbranche und zieht zurück nach Wiesbaden. Heute sind es oft die kleinen Momente im Alltag, die ihr zeigen, warum sie so entschieden hat. Katharina „Es ist dieses Gefühl von Dankbarkeit. Dass man da eigentlich nur eine Kleinigkeit macht, oder denkt, das ist doch selbstverständlich. Dass ich ihr jetzt die […]

  • Studiogespräch mit Gisela Rohmann - Pflegeexpertin der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz

    Studiogespräch mit Gisela Rohmann – Pflegeexpertin der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz

    Markus Appelmann spricht mit ihr über mögliche Unterstützung und Beratung für Menschen, die sich plötzlich um einen Angehörigen kümmern müssen. Markus Appelmann, Moderator: Pflege, kommt oft plötzlich und dann beginnt der Dschungel aus Anträgen und Zuständigkeiten. Darüber sprechen wir jetzt mit Gisela Rohmann von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Guten Abend. Gisela Rohmann, Verbraucherzentrale RLP: Hallo. Guten Abend. Appelmann: Frau Rohmann, die meistgestellte Frage ist: Welche Unterstützung bekomme ich denn eigentlich in Sachen Pflege? Wie ist Ihre Antwort? Rohmann: Ja, da gibt es ganz verschiedene Leistungen, die man als Unterstützung bekommt, je nachdem, welcher Pflegegrad vorliegt und je nachdem, wie die Pflege sichergestellt wird, also ob jemand von einem Pflegedienst gepflegt wird oder ob die Pflege in der Familie oder in der Nachbarschaft selbst organisiert wird. Appelmann: Viele Angehörige versuchen sehr lange, alles selbst zu stemmen. Wann ist denn der Moment erreicht, wo sie sagen: Da braucht es jetzt wirklich fremde Unterstützung? Rohmann: Auch das ist natürlich sehr individuell. “Die Pflege” gibt es ja in der Form nicht. Wir haben ja jetzt im Beispiel gesehen, wo die Großmutter sehr viel Unterstützung braucht. Das fängt ja aber oft schon mit Kleinigkeiten an, dass jemand vielleicht Hilfe beim Einkaufen benötigt oder dass er seinen Haushalt nicht mehr gut führen kann oder dass er Hilfe beim Duschen oder Baden braucht. Oft beginnt das ja eher schleichend. Oft kann es dann in der Familie geleistet werden. Wenn aber jemand feststellt, das klappt jetzt so nicht mehr, man muss auch an die eigenen Kräfte denken. Dann gibt es verschiedene Möglichkeiten, dass man Unterstützung bekommt, insbesondere eben auch durch ambulante Pflege oder Betreuungsdienste. Appelmann: Die vorbeikommen und dann unterstützend tätig sind. Jetzt wird in diesen Tagen ja sehr viel über die Pflegereform gesprochen. Sie wollen die nicht politisch bewerten. Das verstehen wir. Was verändert sich denn aber für […]

  • Immer mehr Angriffe auf Klinikpersonal und Sanitäter

    Immer mehr Angriffe auf Klinikpersonal und Sanitäter

    Sie helfen, retten, schützen – und werden dabei immer öfter selbst angegriffen. Gewalt gegen Rettungskräfte und Polizei gehört für viele inzwischen zum Einsatzalltag. Wie können Betroffene besser geschützt und nach solchen Erfahrungen gestärkt werden? Darum geht es heute bei einer Fachtagung in Mainz. „Brutale Angriffe auf Pflegepersonal in der Notaufnahme der Mainzer Unimedizin“ „Rettungssanitäter bei Einsatz angegriffen und verletzt“ „Tödlicher Angriff auf Polizisten“ Alles längst keine Einzelfälle mehr, sondern ein alarmierender Trend. Die Gewalt gegen diejenigen, die anderen helfen, nimmt zu. Auch Philipp Köhler beobachtet diese Entwicklung. Er ist Rettungssanitäter im Kreis Rheinhessen-Nahe und schildert seine Erfahrungen auf der Fachtagung in Mainz. Philipp Köhler, Rettungssanitäter Kreis Rheinhessen-Nahe „Wir mussten uns in den vergangenen Jahren schon an eine rauere Umgebung gewöhnen, das fängt an von Menschen, die unbedingt ihren Willen durchsetzen wollen, dass wir in ein bestimmtes Krankenhaus fahren, das die Behandlungen in einer bestimmten Art und Weise ablaufen sollen, wo man dann letztendlich verbal angegangen wird. Es kommt auch mal zu Schubsereien. Ich glaube es steigert sich vor allem auf der verbalen Ebene, schwere Gewaltdelitike sind bei und Gott sein Dank wirklich selten.“ Im Polizeialltag sind körperliche Gewalttaten traurige Realität – allein 2025 zählte Rheinland-Pfalz rund 1.658 Delikte gegen Polizeibeamte. Das Problem trifft das gesamte System: Wer Einsatzkräfte attackiert, beschädigt staatliche Institutionen und die Grundlagen unseres Zusammenlebens. Genau hier setzt die Tagung an: Diskutiert werden konkrete Lösungsansätze – von einer sicheren Ausstattung des Arbeitsumfelds bis hin zu Deeskalationstrainings. Rückenwind für härteres Durchgreifen kommt dazu heute aus Berlin: Bundesjustizministerin Stefanie Hubig hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, wonach Angriffe auf Rettungs- und Pflegekräfte im Strafrecht künftig ähnlich streng geahndet werden sollen wie Attacken auf Polizisten. Doch Gesetze allein ändern die Haltung auf der Straße nicht, betont das Mainzer Innenministerium. Dirk Herber (CDU), Staatssekretär Innenministerium RLP „Ich glaube es ist ein gesamtgesellschaftliches Problem, da […]

  • Wie geht es weiter mit der Psychotherapie-Ausbildung?

    Wie geht es weiter mit der Psychotherapie-Ausbildung?

    Seit Jahren geben die gesetzlichen Krankenkassen mehr aus, als sie einnehmen. Um das Defizit auszugleichen, will die Bundesregierung sparen – auch bei der Psychotherapie. Mit Auswirkungen auf Therapeuten und Patienten. Gestern haben wir auf die niedergelassenen Psychotherapeuten geblickt, heute schauen wir auf die, die diese Praxen einmal übernehmen sollen.   Gulia Santangelo hat neun Monate auf einen Therapieplatz gewartet. Die 23-Jährige hat ADHS und immer wieder depressive Phasen. Giulia Santangelo  „Sobald mich irgendwas noch zusätzlich emotional belastet hat, habe ich gar nichts mehr hinbekommen, sodass ich eigentlich ein ganzes Semester ausgefallen bin, weil ich nicht mehr aus dem Bett gekommen bin.“   Fünf Monate muss man in Deutschland im Schnitt auf einen Therapieplatz warten. Und in Zukunft könnte es noch länger dauern. Denn die Reform der gesetzlichen Krankenkassen bedeutet auch Einsparungen bei der Psychotherapie. Heike Winter bildet an der Uni Frankfurt angehende Psychotherapeuten aus. Sie befürchtet langfristige Folgen der Reform. Heike Winter – Psychotherapeutin Universität in Frankfurt „Die Sorge, die wir als Berufsstand haben ist, dass wir junge Kolleginnen und Kollegen verlieren, weil die sich umentscheiden, nicht mehr in die Niederlassung gehen wollen. Und das uns sowas blüht, wie im Hausarztbereich, dass es einfach niemanden gibt, der das noch macht.“ Die Ausbildung kostet viel Geld. 20.000 Euro hat Alina Herrmann bislang bezahlt. Die 28-Jährige ist im letzten Jahr der vierjährigen Ausbildung. Sie sorgt sich, nach dem Abschluss keinen Job zu finden. Alina Herrmann – Angehende Psychotherapeutin   „Die niedergelassenen Therapeuten, wo man vielleicht auch arbeiten könnte, die haben Existenzängste und fürchten um ihre Grundlage, da ist natürlich die Frage, ob die Anstellungen bei denen nicht einfach wegfallen.“ Weniger Stellen für Nachwuchs-Therapeuten, mehr Praxen vor dem Aus und als Folge noch längere Wartezeiten für Patienten – so die Sorge der Psychotherapeuten. Grafik – Koalitionsvertrag Dabei verspricht die Bundesregierung im Koalitionsvertrag eine […]

  • Patienten und Therapeuten in Sorge wegen Kürzungen bei Psychotherapien

    Patienten und Therapeuten in Sorge wegen Kürzungen bei Psychotherapien

    Psychische Erkrankungen nehmen in Deutschland deutlich zu – besonders bei jungen Menschen. Doch wer Hilfe sucht, muss oft monatelang warten. Und diese Wartezeit könnte noch länger werden: Die Bundesregierung plant Einsparungen bei der Psychotherapie, um das Defizit der Krankenkassen auszugleichen. Patienten und Therapeuten warnen vor den Folgen.   Giulia Santangelo hat ADHS. Ihren Alltag zu organisieren, fällt ihr schwer. In der Uni kommt sie immer schlechter mit. Aus Scham bleibt sie zuhause – ein halbes Jahr lang verlässt sie kaum ihr Bett. Die heute 23-Jährige sucht professionelle Hilfe und trägt sich auf Wartelisten ein. Doch bis sie in Mainz einen Therapieplatz findet, dauert es neun Monate. Giulia Santangelo „Ich habe mich ein bisschen so gefühlt, als würde es mir nicht schon schlecht genug gehen, dass ich Hilfe in Anspruch nehmen kann. Ich habe oft darüber fantasiert, wie ich Hilfe bekomme, dass ich wirklich gedacht habe: Ich tue mir jetzt etwas an und dann muss jemand schauen.“ Wie Giulia geht es vielen Menschen in Deutschland. Fünf Monate muss man hier im Schnitt auf einen Therapieplatz warten. Und in Zukunft könnte es noch länger dauern, befürchten Psychotherapeuten. Grafik – GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz & Budgetierung psychotherapeutischer Leistungen Denn die Reform der gesetzlichen Krankenkassen bedeutet auch Einsparungen bei der Psychotherapie. Jeder Psychotherapeut, der gesetzlich Versicherte behandeln will, braucht einen sogenannten Kassensitz. Der legt fest, wie viele Therapiestunden er bei den Krankenkassen abrechnen darf. Weil der Bedarf so hoch ist, durften Psychotherapeuten bislang zusätzliche Therapiestunden anbieten und abrechnen. Das soll sich ab 2027 ändern. Meike Eisele führt eine Praxis in Wiesbaden. Schon jetzt nimmt sie kaum noch neue Patienten auf. Meike Eisele – Psychotherapeutin aus Wiesbaden „Die Situation ist jetzt schon wahnsinnig angespannt. Wir haben Wartelisten, die bei weiten Teilen der Kollegen geschlossen sind. Die Budgetierung wird dazu führen, dass die Wartelisten weiter länger werden, dass Kollegen […]

  • Hessen startet Bewegungscheck für Schüler

    Hessen startet Bewegungscheck für Schüler

    Erst vor zwei Wochen haben die schlechten Ergebnisse der jüngsten PISA-Studie gezeigt, dass Deutschlands Schüler einiges nachzuholen haben. Doch nicht nur im Kopf muss was passieren, auch in den Muskeln, denn immer mehr Lehrkräfte und Gesundheitsexperten sehen bei Schulanfängern auch fehlende Fitness und Bewegungsmangel. Das Land Hessen startet jetzt ein neues Programm um die körperlichen Fähigkeiten von Schulkindern zu testen. Los gings heute in Hofheim am Taunus.   Die Liegestütze machen Emma schon mal sichtlich Spaß, ganze 11 Stück schafft sie heute. Was außerdem getestet wird: Emma, 8 Jahre: „Also rückwärts balancieren, diese Liegestütze, Sit–ups, Weitsprung…“ Hüpfen… Springen… Sprinten… Insgesamt besteht der neue hessische Bewegungscheck aus acht freiwilligen Übungen, in denen die Motorik der Zweitklässler überprüft wird. Sportskanone Pheline hat ein paar klare Lieblingsdisziplinen. Pheline, 7 Jahre: „Also beim Rennen kann man sich einfach austoben, hinrennen und beim Hin- und Herspringen ist es wie ein Hüpfspiel und ich mag Hüpfspiele.“ Alle Ergebnisse werden genau notiert, sportwissenschaftlich ausgewertet und später den Eltern mitgeteilt. Die fittesten Schüler werden anschließend zu regionalen Talenttagen eingeladen. Für Kinder, die sich dagegen dringend mehr bewegen sollten, habe die Landes-Sportjugend ein Förderprogramm entwickelt, welches mindestens 100 Grundschulen kostenlos angeboten werden könne und vor allem ganztags stattfinden soll. Diana Stolz, CDU, Sportministerin Hessen „Ich bin zuständig für die Schuleingangsuntersuchung und was wir da sehen ist, dass es einfach immer mehr Kinder gibt die übergewichtig sind, die Probleme in der Fein- und Grobmotorik haben und letztendlich müssen wir bei all diesen Problemen ansetzen und wir wollen vor allem Begeisterung für Bewegung schaffen“ Stefanie Merkator, Lehrerin Wilhelm-Busch-Schule Hofheim „Also das ist schon zu erkennen, dass die Kinder nicht immer mit den Voraussetzungen kommen, wie wir es ursprünglich mal kannten. Manche sind sehr fit und manche brauchen aber noch Unterstützung.“ Pheline, 7 Jahre: „Wir feuern die dann an, sagen du schaffst das, du kriegst das hin und dann wird das immer besser.“ Immer besser und vielleicht irgendwann SO gut wie bei diesen […]

  • Corona-Untersuchungsausschuss im hessischen Landtag setzt Befragungen fort

    Corona-Untersuchungsausschuss im hessischen Landtag setzt Befragungen fort

    Waren Lockdown, Masken- und Impfflicht während der Corona-Pandemie rechtens? Welche Fehler hat die Landesregierung bei ihrem Umgang mit der Pandemie gemacht? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigt sich seit Anfang des Monats ein Untersuchungsausschuss im Hessischen Landtag. Beantragt hat diesen die AfD-Fraktion. Heute wurden prominente Zeugen gehört. Der Corona-Untersuchungsausschuss im Hessischen Landtag hat Hendrik Streeck vorgeladen. Der Virologe war während der Pandemie Mitglied des Corona-Expertenrates der Bundesregierung und sitzt inzwischen selbst für die CDU im Bundestag. Vor dem Ausschuss fordert er heute, man müsse aus der Pandemie vor allem lernen, wie man es in Zukunft besser machen könne. Die Politik hätte sich beispielsweise viel zu sehr hinter den Einschätzungen der Virologen versteckt. Hendrik Streeck, war Mitglied im Corona-Expertenrat der Bundesregierung „Es wäre der richtige Weg, dass wir ein Expertengremium von Anfang an haben, mit sehr interdisziplinärer Besetzung, die auch diese ganzen Facetten aufzeigt. Weil es kann sein, dass zwei Wahrheiten richtig sind, dass der Virologe sagt: ‚Schulschließung ist der richtige Weg‘ und der Kinderpsychologe sagt: ‚Nein es ist genau der falsche Weg‘. Und diese Abwägung muss die Politik treffen.“ Die AfD verspricht sich von dem Ausschuss vor allem Bestätigung in ihrer Ansicht, dass die Landes- und Bundesregierung in der Pandemie versagt hätten. Volker Richter (AfD), Obmann im Untersuchungsausschuss „Weil da halt Zwangsmaßnahmen und Bürgerrechtseinschränkungen waren, die wirklich sehr drastisch waren und viele Menschen betroffen haben. Wir kommen ja später noch zu den Impfungen und solchen Dingen und zu Leuten, die ihren Job verloren haben, zu Menschen, die als Schwurbler bezeichnet worden sind. Und ich glaube, die haben ein Recht auf Aufklärung.“ Heute ging es auch um die damalige hessische Regelung zu Ausgangssperren, die der Experte aus heutiger Sicht kritisch bewertet. Hendrik Streeck, war Mitglied im Corona-Expertenrat der Bundesregierung „Von 26 Kreisen waren ungefähr die Hälfte geschlossen. Es wurde jetzt aufgearbeitet, […]

  • Schulstunde gegen Cybermobbing

    Schulstunde gegen Cybermobbing

    Die bundesweit größte Online-Schulstunde hat heute stattgefunden – 65.000 Schüler haben daran teilgenommen und haben damit ein Zeichen gegen Cybermobbing gesetzt. „Online gemobbt. Real verletzt“ – so das Motto, das die Medienanstalt Rheinland-Pfalz ausgegeben hat. Eine Nachricht im Chat, ein hochgeladenes Foto oder gezielte Ausgrenzung. Cybermobbing kann unterschiedlich aussehen und auch unterschiedliche Auswirkungen haben. Denn im Internet ist nichts privat. Deborah Woldemichael, Leiterin klicksafe und Medienpädagogin „Was im Kleinen analog beginnt zum Beispiel in der Klasse in der Schule setzt sich dann digital fort und das kann online sehr schnell an Dynamik und Reichweite gewinnen und ja der Unterschied ist auch, dass es nicht aufhört, also es ist nicht, dass man dann einfach das Handy weglegt, sondern es erreicht einen zuhause in seinem privaten Umfeld und man kann gar nicht mehr so richtig abschalten.“ Bei der heutigen Schulstunde von klicksafe wird das Thema aus drei Perspektiven betrachtet: Täter, Betroffene und Zuschauer. Oft werden die Probleme aus Scham, fehlenden Bezugspersonen oder Angst vor Konsequenzen nicht gemeldet. Die anwesenden Schüler haben unterschiedliche Erfahrung mit Mobbing gemacht. Leandro, 8. Klasse IGS Speyer „Ich hab es jetzt noch nie beobachtet und hab auch keinen in meiner Freundesgruppe, der es gemacht hat oder betroffen wurde.“ Svea: 8. Klasse IGS Speyer „Mir wurde schonmal erzählt, das auf einer alten Schule jemand dort bisschen gemobbt wurde, die hat dann glaub ich auch die Schule deswegen gewechselt.“ Thoren, 8. Klasse IGS Speyer „Ich wurde früher auch sehr viel gemobbt. Ich hatte zwischendurch mal keinen Bock mehr, in die Schule zu gehen. Es war schon seit der Grundschule so, es hat sich halt niemand drum gekümmert. Ich hab jetzt zwischendrin dann letztes Jahr die Schule gewechselt.“ Und das Thema Cybermobbing ist nicht nur in Ludwigshafen im Fokus. Heute hat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in Straßburg den „Kids Act“, […]

  • Wie geht Wiederbelebung?

    Wie geht Wiederbelebung?

    Es kann jedem, zu jeder Sekunde passieren: Neben Ihnen fällt plötzlich jemand um und läuft blau an. Akuter Herzstillstand! Wüssten Sie jetzt genau, was zu tun ist? Das Deutsche Rote Kreuz hat heute mitten auf dem Gutenbergplatz in Mainz einen „Aktionstag Wiederbelebung“ veranstaltet. Motto: Helfen kann wirklich jeder – und man kann auch nichts falsch machen. „5-6 cm tief, 100-120 mal die Minute drücken. Ruhig tiefer und schneller. Tiefer und schneller! Schneller, schneller, genau. Immer schön entlasten.“ Das sieht doch schon mal ganz gut aus – und wird im Notfall ein Leben retten. Meistens sogar das eines Familienmitglieds, denn die allermeisten Herzstillstände passieren zu Hause. Um dann lebensbedrohlichen Sauerstoffmangel im Gehirn zu verhindern, muss man drei ganz einfache Regeln befolgen: Prof. Dr. Bernd Böttiger, Vorsitzender Deutscher Rat für Wiederbelebung „1.) Prüfen ganz einfach: ist jemand ansprechbar? Reagiert jemand? 2.) Sofort 112 rufen. 3.) Drücken! Je früher man drückt beim Kreislaufstillstand desto besser ist das Überleben. Je fester man drückt desto besser ist das Überleben. Weil man bringt das Blut wieder zum Fließen und so kann das Gehirn nicht sterben.“ Sofortige Herzdruckmassage rettet Leben – die heutige Botschaft des Deutschen Roten Kreuzes in Mainz. Doch – Hand aufs Herz – wer traut sich korrekte Wiederbelebung noch zu? „Ich habe gerade überlegt: ich glaube, ich muss noch mal gucken, ob ich’s noch mal probiere. Also ich wäre mir nicht sicher.“ „Ich kann’s nicht mehr. Gemacht habe ich das mal in ein oder zwei Kursen. Aber wenn Not am Mann ist, wird man’s machen, denke ich. Man kann ja nichts verkehrt machen. „Keiner kann wissen, wann und wo es passiert. Der der da ist, muss einfach ran. Man kann nicht warten, bis jemand anderes kommt.“ Und vor allem: Man kann am Körper des Bewusstlosen nichts entscheidendes kaputt machen. Prof. Dr. Bernd Böttiger, Bundesarzt […]

  • Expertennetzwerk für die Medizin der Zukunft

    Expertennetzwerk für die Medizin der Zukunft

    Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkte und Schlaganfälle zählen zu den häufigsten Todesursachen weltweit. Damit es dazu gar nicht erst kommt und UM die Lebensqualität von Patienten zu verbessern, sucht ein Expertennetzwerk aus der Rhein-Main-Pfalz-Region jetzt nach neuen medizinischen Lösungen – auch mit der Hilfe Künstlicher Intelligenz. Was kommt dabei heraus, wenn digitale Spieleentwickler und Ärzte Hand in Hand arbeiten? In diesem Fall eine App, die im Zusammenspiel mit einer Smart Watch Gesundheitsdaten wie den Puls von Patienten mit einer Herzschwäche erfasst. Prof. Dr. Daniel Dürr, Leiter Kinderherzchirurgie Universitätsmedizin Mainz „Was sich in der Patientenversorgung verbessern würde, wäre, dass die Patienten eben in Echtzeit wissen, wie’s ihnen geht und eben darauf reagieren können. Und eben zum Arzt gehen können, wenn der Bedarf da ist und nicht, wenn der Zeitpunkt im Kalender gekommen ist. Also, die Punktgenauigkeit der Behandlung, wenn die Krankheit fortschreitet.“ Dazu gibt’s von der App spielerische Ernährungstipps und Erinnerungen an regelmäßige Sporteinheiten und Medikamenteneinnahme, vom Arzt individuell an den Patienten angepasst. Intelligente Lösungen wie diese sollen im Rahmen des Netzwerks curATime entwickelt werden, das Experten aus den Bereichen medizinische Forschung, Künstliche Intelligenz und Industrie vereint. Prof. Dr. Wolfram Ruf, Wissenschaftlicher Direktor Centrum für Thrombose und Hämostase Universitätsmedizin Mainz „Die meisten Patienten werden behandelt, sehr gut heutzutage schon. Aber es gibt immer noch, trotz dieser guten Behandlung, immer wieder Herzinfarkte. Wir sind dran interessiert: Was, wenn wir mit dieser normalen Behandlung, den Patienten jetzt sehen, was fehlt denn da? Was kann man noch zusätzlich tun?“ Genau da, wo bisherige Therapien nicht verfangen, setzen Grundlagenforschung und KI-basierte Datenanalysen nun gemeinsam an. Prof. Dr. Andreas Dengel, Geschäftsführender Direktor Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz „Wir haben beispielsweise jetzt aus über tausend Quellen weltweit Daten zusammengebaut in einem großen Wissensgrafen, wo biologische Zusammenhänge zwischen Genen, zwischen RNA und DNA, zwischen Krankheiten und Medikamenten eben dargestellt werden. Und auf diesen […]

  • Neuer Pferde-OP in Gießen

    Neuer Pferde-OP in Gießen

    Wo werden Tierärzte fit gemacht? Eine von fünf Tierkliniken bundesweit ist bei uns – an der Uni Gießen. Neben Meerschweinchen und Co. werden hier auch Großtiere, zum Beispiel Pferde behandelt. Heute wurde das neugebaute Operations- und Diagnosezentrum der Pferdeklinik eingeweiht. Große Türen, hohe Decken, große OP-Liegen. Alles ist so ausgerichtet, dass die Patienten hier problemlos reinpassen und behandelt werden können. Auf rund 1000 Quadratmetern Neubau haben die Pferde und ihre Tierärzte Platz für Untersuchungen und Operationen. Prof. Michael Röcken, Pferdechirurg Uni Gießen „Wir haben jetzt eben Räumlichkeiten, die getrennt sind. Wo wir den modernen Standard der Medizin gewährleisten können. Das heißt wir haben drei OP-Räume, wo wir septische Bereiche von Aseptischen trennen können. Was natürlich die Qualität der Arbeit deutlich erhöht und die Infektionsraten reduziert und die Nachversorgung verbessert.“ 20 Millionen Euro hat das neue Operations- und Diagnosezentrum gekostet. Eine Investition, die hochrangige Tiermediziner nach Gießen locken soll. Die ehemalige Dressurreiterin Ann-Kathrin Linsenhoff hat selbst an der Justus Liebig Universität studiert und Geld für den Neubau gesammelt. Für die Pferdeliebhaberin ein Gebäude, das Gießen internationales Renomee verschaffen soll. Ann-Kathrin Linsenhoff, Olympiasiegerin im Dressurreiten „Das Pferd braucht natürlich auch das Drumherum, das die Exzellenz darstellt. Aber auch der Pferdehalter und die Pferdehalterin braucht natürlich auch die Sicherheit, dass es hier sehr sehr gut betreut ist. Und wir sind hier wieder der Leuchtturm. Und das waren wir früher. Und das sind wir jetzt in der Pferdemedizin wieder.“ Ein Leuchtturmprojekt für die Uni Gießen – und trotzdem besteht hier die Sorge um künftige Bau- und Sanierungsprojekte. Erst kürzlich hat die hessische Regierung verkündet, das Hochschulbauprogramm HEUREKA strecken zu müssen. Fördergelder müssen statt bis 2031 bis 2036 reichen. Timon Gremmels (SPD), Wissenschaftsminister Hessen „Insgesamt haben wir hier am Standort Gießen in den letzten Jahren über 400 Millionen Euro investiert. Das ist ein klares Bekenntnis des […]

  • Pflegeausbildung im mobilen Trainingscenter

    Pflegeausbildung im mobilen Trainingscenter

    Alte oder kranke Menschen pflegen. Wer sich für diesen Beruf entscheiden will, stellt sich nicht selten zunächst die Frage: Kann ich das überhaupt? Ängste und Hürden abbauen und die ersten Handgriffe gefahrlos üben. Die Martin Luther Stiftung in Hanau hat jetzt ein deutschlandweit einzigartiges Projekt vorgestellt: Ein Trainings-Center für Pflegekräfte – das hin zu den Menschen kommt. „Ich würde Ihnen gern mal den Blutdruck messen, weil Sie ja immer mal wieder Probleme haben mit Schwindel am Morgen. Ist das in Ordnung für Sie?“ „Ja, gerne.“ Pflegefachkraft Milena Hot kümmert sich um die ältere Dame, der es heute früh beim Aufstehen etwas schwummrig wurde. Puls fühlen, Blutdruck messen. Das Besondere: Die Dame ist gar nicht aus Fleisch und Blut, sondern von Kopf bis Fuß aus Kunststoff und voller Elektronik. Eine Simulations-Puppe der neuesten Generation, an der Pflegekräfte wichtige Handgriffe üben sollen. Ohne einem echten Menschen zu schaden. Milena Hot, Pflegeausbilderin Skills Lab „Da möchte man eine Injektion nicht dreimal testen oder einen Katheter das zweite Mal legen. Und umso öfter man hier in diesem geschützten Rahmen geübt hat, umso handlungsfähiger ist man dann. Man bekommt auch eine Rückmeldung, man kann sich selbst später nochmal beobachten: Was hab ich wann gemacht? An welchem Punkt habe ich vielleicht was vergessen?“ Für erfahrene Pflegekräfte können auch kritische Notfälle simuliert werden. Solche Trainingsräume gibt es schon viele. Das neue am Hanauer Modell: Das gesamte Übungslabor befindet sich auf einem großen PKW-Anhänger und kann überall hinfahren. Thorsten Hitzel, Martin Luther Stiftung Hanau „Wir haben einen maßgeschneiderten Anhänger gekauft, leer, ohne Ausbau. Das Innovations-Team der Stiftung – da sind IT-ler dabei, Elektriker, aber auch viele Menschen aus der Pflege – haben den Innenausbau komplett an den Bedürfnissen der Menschen in der Pflege erstellt und aufgebaut.“ Ansteuern soll das mobile Trainings-Center künftig Pflegeheime und Altenhilfeeinrichtungen. Jasmin Modis, Projektleiterin […]

  • Blinde fahren auf dem Tandem durchs Land

    Blinde fahren auf dem Tandem durchs Land

    Blind Fahrradfahren? Das geht auf dem Tandem, mit einem sehenden Piloten am Steuer und einem blinden Co-Piloten dahinter. 23 solcher Tandems fahren gerade quer durch Deutschland und wollen damit zeigen, was gemeinsam möglich ist. Wir haben sie auf einem Teil der Strecke begleitet. Mouna Nifer ist blind. Vor vier Jahren entdeckt sie den Radsport für sich, fängt an zu trainieren und gewinnt bei den deutschen Meisterschaften im Parabahnradsport Gold und Silber. Fahrradfahren bedeutet für die 27-jährige Freiheit. Nachgehen kann sie ihrer Leidenschaft nur im Tandem. Für sie kein Nachteil, denn im Team kann sie ihre Umwelt ganz anders wahrnehmen. Mouna Nifer, Radsportlerin „Wir reden darüber, wir sind vorhin in Bonn gewesen und sind an einer Gummibärchenfabrik vorbeigefahren, das hat man gerochen. Oder sind an einer Pommesbude vorbeigefahren. Oft wird auch hier in der Gruppe kommuniziert, das heißt man hört von den anderen was passiert, wenn der eigene Pilot das mal vergisst. Und so merkt man wie viele Kilometer man gemacht hat. Für mich ist das schon einfach ein sehr schönes Gefühl, weil ich es anders erlebe.“ Einen Tandem-Partner zu finden, ist oft nicht leicht. Michael Rathing begleitet seit fünf Jahren Sehbehinderte Sportler. Für die Tour hat er sich spontan eine Woche Urlaub genommen. Michael Rathing, Mounas Pilot „Das ist auch eine Befriedigung, jemanden dazu verhelfen zu können, seinen Sport zu machen. Das kommt einfach von Herzen. Wenn man dann zu zweit unterwegs ist, nicht nur beim Radfahren, sondern auch beim Laufen, dann hat man einfach ein gemeinsames Erlebnis. Und Freude, die man teilen kann, dass ist einfach doppelte Freude.“ Genau um diesen Teamgeist geht es bei der Euro-Tandem-Tour. 23 Tandems fahren in sieben Tagen 720 Kilometer gemeinsam quer durch Deutschland. Zum vierzehnten Mal findet die Aktion statt. Maren Schwerger, Organisatorin der Euro-Tandem-Tour „Mit diesem sportlichen Engagement wollen wir zeigen: es geht […]

  • Hessischer Corona-Untersuchungsausschuss hört erste Sachverständige

    Hessischer Corona-Untersuchungsausschuss hört erste Sachverständige

    Nach jahrelangem Stillstand, Streit über das Verfahren und einer Klage ging es heute los: Der Corona-Untersuchungsausschuss im hessischen Landtag hat seine Arbeit aufgenommen. Fast drei Jahre nachdem die AfD den Ausschuss angekündigt hat, werden heute erstmals Fachleute zum Thema Lockdown befragt.   Waren Schulschließungen und Ausgangssperren wirklich nötig? Wie gefährlich war Corona zum Start – und hat Hessen schnell genug reagiert? Genau das soll  der Corona-Untersuchungsausschuss im hessischen Landtag klären. Im Fokus der ersten Befragungen: die ersten Monate der Pandemie. Vier Experten aus Recht, Medizin und Datenanalyse sagen aus. Für die AfD ein gelungener Start. Volker Richter (Afd), Landtagsabgeordneter „Wir haben die ersten Fragen unterbringen können. Ich glaube wir waren alle ein bisschen aufgeregt, weil es ein relativ großer Untersuchungsausschuss ist, der auch ein sehr komplexes Thema vorbereiten wird, ich glaube das wird sehr gut weitergehen.“ Der Weg hierhin war lang: Die AfD hatte den Untersuchungsausschuss schon 2023 angekündigt, ein Jahr später folgte der Antrag mit 43 Fragen. Doch viele davon waren zu weit gefasst oder betrafen Bundesbehörden und die EU. Deshalb wurden zunächst nur sieben Fragen zugelassen. Die AfD klagte dagegen vor dem Staatsgerichtshof. Erst im Oktober 2025 kam das Urteil – und machte den Weg für die weitere Aufarbeitung frei. Für die Regierungsfraktionen von CDU und SPD bleibt der Untersuchungsausschuss allerdings das falsche Instrument. Sie wollen sich der Aufarbeitung aber nicht verweigern. Jörg Müller (CDU), Landtagsabgeordneter „Ich habe Zweifel, ob der Untersuchungsausschuss noch einmal das richtige Mittel ist. Richtig wäre eine Enquetekommission, das hatten wir vorgeschlagen. Das wollten die Antragssteller nicht und jetzt geht es um die Frage, hat die Landesregierung Fehler begangen und dann werden wir reinschauen, werden wir durchschauen und wenn wir Fehler sehen oder identifizieren, dann wird man daraus Folgerungen schließen, aber letztlich hat die Landesregierung auch schon nach dem pandemiegeschehen überlegt, was machen wir […]