Gesundheit

  • Corona-Impfung mit neuem BA 5-Impfstoff

    Corona-Impfung mit neuem BA 5-Impfstoff

    B.1.1.7, BA.1, BA.5 – mittlerweile gibt es zahllose Mutationen des Corona-Virus. Lange Zeit mutierte das Virus den Impfstoffen geradezu davon. Jetzt gibt es zum erste Mal seit Beginn der Pandemie einen Impfstoff, der an die Mutation angepasst ist, die gerade in Deutschland dominiert: Die Omikron-Subvariante BA.5. Wir waren heute Morgen im Impfzentrum Alzey dabei und haben geschaut, wie gut die Menschen den neuen Impfstoff annehmen.   Kleiner Picks, große Wirkung – zumindest gegen die Omikron-Variante BA.5 des Corona-Virus. Der angepasste Impfstoff wird jetzt im Impfzentrum Alzey verwendet. Für Ernst Mann aus Albig war deshalb klar: Ernst Mann (71): „Ich wollte mich impfen lassen mit dem neuen Impfstoff, um mich freier bewegen zu können. Da ich Vorerkrankungen haben, wollte ich Vorkehrungen treffen, dass ich auf keinen Fall das Virus kriege und ins Krankenhaus muss.“ Für Ernst Mann ist es die 4. Impfung – oder anders gesagt: die zweite Booster-Impfung. Die Ständige Impfkommission empfiehlt die zweite Booster-Impfung mit den angepassten Impfstoffen nur für über 60-Jährige oder medizinisches Personal – in Ausnahme-Fällen für jüngere Menschen. Jörg Adam (43), Lohnbuchhalter: „Ich bin vorerkrankt (…) und jetzt verspreche ich mir von der 2. Auffrischungsimpfung noch mehr Schutz für mich.“ Mehr als 400 Menschen haben hier in den vergangenen drei Tagen ihre vierte Impfung erhalten – mehr als 100 täglich. Im Sommer waren es meistens nur 20 Impfungen am Tag. Den ersten angepassten Impfstoff gegen die Omikron-Subvariante BA.1 gibt es seit Anfang September: Der sei aber kaum nachgefragt worden, erzählt uns der Leiter des Impfzentrums. Norbert Günther, Impfzentrumskoordinator Alzey-Worms: „Wir haben das hier gemerkt an den Anmeldezahlen, die Leute haben sich erst für BA.1 angemeldet, sich dann aber gleich wieder umgemeldet auf den neuen Impfstoff… Der Andrang ist verhältnismäßig groß, darauf haben die Leute gewartet und jetzt kommen sie in Massen.“ Auch heute werden rund 100 […]

  • Kliniken mit dem Rücken zur Wand

    Kliniken mit dem Rücken zur Wand

    Geschlossene Notaufnahmen, gesperrte Intensivbetten, noch nie dagewesene Krankenstände beim Personal. Viele Kliniken stehen aktuell mit dem Rücken zur Wand. Nachdem sie sich gerade von der Corona-Pandemie ein wenig erholt haben, führen jetzt Inflation und steigende Energiepreise zu großen Problemen. Die Krankenhausgesellschaften warnen: Wenn die Politik nicht sofort handelt, seien Insolvenzen unvermeidbar. Die Station 5 des DRK-Krankenhauses in Alzey ist verwaist. Der Grund: das Personal fehlt, daher musste der Betrieb seit März eingeschränkt werden. Eines von vielen Problemen, mit denen das Klinikum derzeit zu kämpfen hat. Die Energiekosten werden sich voraussichtlich vervierfachen, die Inflation macht alles teurer. Allein für die Wäscherei bezahlt es bereits knapp 24% mehr. Michael Nordhoff, Kaufmännischer Direktor DRK-Krankenhaus Alzey „Die Energiekosten müssen Sie zahlen, müssen wir zahlen, wie jeder andere daheim auch. Wir müssen Gehälter zahlen und wir hoffen, dass wir das weiter tun können, das ist ganz entscheidend. Und wenn wir das nicht mehr tun können, dann sind wir irgendwann an einem Punkt, an dem wir sagen müssen, wir befinden uns auf der Kippe, wir befinden uns im Bereich der roten Zahlen.“ Rund 60% der Krankenhäuser machen aktuell Verluste. Geht es so weiter, könnten es im nächsten Jahr 80% sein, damit rechnen zumindest die 16 Krankenhausgesellschaften des Landes. Zusammen haben sie eine Petition gestartet, in der sie die Politik dazu aufrufen, die Kliniken zu retten. Hartmut Münzel, Vorstandsvorsitzender Krankenhausgesellschaft Rheinland-Pfalz „Ich weiß, dass Krankenhäuser oft schon in schwieriger Situation waren und immer hieß es: Jetzt ist es soweit. Aber ich bin seit vielen Jahren im Krankenhausgeschäft tätig und ich denke, so ernst wie in diesem Jahr war die Situation noch nie.“ Allein bei den Sachkosten klaffe in Rheinland-Pfalz eine finanzielle Lücke von 87 Millionen Euro. Der Zusammenschluss fordert einen Inflationsausgleich für alle deutschen Kliniken, um die Folgen abzumildern. Um Energie und Kosten zu sparen, haben sie […]

  • Hausärztemangel in Worms

    Hausärztemangel in Worms

    Der Landarztmangel – über dieses Thema haben wir schon oft hier berichtet. Doch mittlerweile fehlen die Ärzte auch schon in Städten. Beispiel: Worms. Dort haben jetzt schon Tausende Patienten keinen festen Hausarzt mehr. Ein Problem, das immer größer wird, denn in den kommenden Jahren werden noch weitere Mediziner in den Ruhestand gehen. Eine Behandlung beim Hausarzt sollte für jeden selbstverständlich sein. In Worms ist das für viele Menschen aber nicht der Fall, denn hier fehlen Hausärzte. Mehr als zehn Stellen sind aktuell unbesetzt. Birgit Sattler, Wormser Gesundheitsnetz „Die hausärztliche Versorgung in Worms sehen wir als kritisch an. Wir haben zurzeit rund 10.000 Patienten, die auf der Suche nach einem Hausarzt sind. Es haben mehrere Praxen in den letzten Monaten und wenigen Jahren geschlossen. Da sind immernoch Patienten dabei, die zum Teil bis heute keinen Hausarzt gefunden haben.“ Diese Patienten kommen dann zum Beispiel zur Gemeinschaftspraxis von Klaus Uderstadt. Doch auch er kann aktuell keine neuen Patienten mehr aufnehmen. Klaus Uderstadt, Arzt für Allgemeinmedizin „Momentan müssen wir den Leuten sagen: Es ist wie es ist. Es ist ein Problem. Akute Erkrankungen gerne, aber eine Dauerbehandlung können wir dann nicht auch noch durchführen.“ Klaus Uderstadt arbeitet seit 25 Jahren in der Wormser Gemeinschaftspraxis. In zwei Jahren möchte auch er in den Ruhestand gehen. Um einen Nachfolger muss er sich aber keine Sorgen machen. Seine Patienten werden von den anderen Medizinern in der Praxis übernommen. Hausärzte mit einer eigenen Praxis haben diese Möglichkeit nicht. Mit jedem Arzt, der in den Ruhestand geht, stehen etwa 1.000 Patienten plötzlich ohne Behandlung da. Klaus Uderstadt, Arzt für Allgemeinmedizin „Es ist so, dass hier Kollegen weitergearbeitet haben, vor allem in Einzelpraxen, die schon längst eigentlich nicht mehr konnten und selbst krank waren, aber ihre Patienten halt nicht im Stich lassen wollten, die auch jahrelang nach Nachfolgern gesucht […]

  • Omikron-Impfungen starten

    Omikron-Impfungen starten

    Seit heute werden in Rheinland-Pfalz zwei neue Corona-Impfstoffe verimpft. Hessen zieht am kommenden Montag nach. Die Vakzine von BioNTech/Pfizer und Moderna sind an die Omikron-Variante BA.1 des Corona-Virus angepasst. Nach der Zulassung durch die Europäische Arzneimittel-Behörde EMA am vergangenen Donnerstag können sich nun Personen ab 12 Jahren mit Grund-Immunisierung boostern lassen. Da ist er – der neue, an Omikron angepasste Impfstoff. Im Mainzer Impfzentrum will heute Christine Barzen die erstbeste Gelegenheit nutzen, ihren Schutz gegen das Coronavirus aufzufrischen. Denn die 47-Jährige rechnet mit einer weiteren Coronawelle im Herbst und Winter. Ihre dritte Impfung liegt bereits zehn Monate zurück. Christine Barzen, Erzieherin aus Mainz „Also, mir ist es ganz wichtig, mich impfen zu lassen. Weil wir auch im Freundeskreis auch schon sehr schwere Fälle hatten und ich auch gerne möchte, dass ich mich schützen möchte. Und weil ich im Kindergartenbereich arbeite und nicht die Möglichkeit habe, mich auch überall zu schützen.“ Aber auch ihr Umfeld möchte Christine Barzen mit der Auffrischungsimpfung schützen. Ihre Hoffnung, vor Ort nicht lange warten zu müssen, wird heute erfüllt. Das Interesse am neuen Impfstoff hält sich in Grenzen. Zugelassen sind die an die Omikron-Variante BA.1 angepassten Vakzine lediglich für Auffrischungen. Zuvor müssen mindestens zwei Impfungen mit den herkömmlichen Wirkstoffen erfolgen. Die ersten von insgesamt 3420 Biontech- und 750 Moderna-Dosen sind heute in Mainz eingetroffen. David Malcharczyk, Koordinator Impfzentrum Mainz „Mit dem aktuellen Impfstoff und dem aktuellen Personalstand sind 250, 300 Impfungen am Tag auf jeden Fall möglich. Und bei Bedarf werden wir selbstverständlich da auch noch nachlegen.“ Allgemein wird eine zweite Auffrischung allen Über-60-Jährigen und vorerkrankten Personen empfohlen. Frühestens sechs Monate nach der letzten Impfung oder Infektion. Allerdings dominiert aktuell die Omikron-Variante BA.5. Ein daran angepasster Impfstoff dürfte noch einige Wochen auf sich warten lassen. Somit stellt sich die Frage, ob eine Auffrischung jetzt schon sinnvoll […]

  • Vorbereitung auf den Corona-Herbst: Chef der Staatskanzlei im Studio

    Vorbereitung auf den Corona-Herbst: Chef der Staatskanzlei im Studio

    Corona und der Herbst – was da auf uns zukommt, darüber sind sich Experten nicht einig. Genauso wenig ist man sich auf Bundesebene einig. Da kämpft „Team Vorsicht“ gegen „Team Freiheit“ – und so gibt es rund um den Entwurf des neuen Infektionsschutzgesetzes noch viele Fragen. Das Bundeskabinett hat gestern den Entwurf beschlossen – einige Länder, wie zum Beispiel Hessen, sind aber noch wenig überzeugt. Darüber sprechen wir mit dem Corona-Koordinator des Landes Hessen, Axel Wintermeyer. Die Sommerwelle, sie ist gebrochen. Nachdem die stark ansteckende Omikron-Variante die Corona-Fallzahlen in den letzten Monaten in die Höhe getrieben hatte, ebben sie nun immer weiter ab. Doch wie heißt es so schön: Nach der Ebbe kommt die Flut. Und so rechnet Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach auch für den Herbst mit einer erheblichen Krankheits-Welle. Die Bundesregierung hat deshalb gestern ein neues Infektionsschutzgesetz auf den Weg gebracht, das wieder schärfere Corona-Schutzmaßnahmen vorsieht. Karl Lauterbach, SPD, Bundesgesundheitsminister „Bundesweit soll daher ab dem 01.10 gelten, dass also im Fern-und Flugverkehr FFP2-Masken getragen werden müssen, dass in Krankenhäusern und in Pflegeeinrichtungen die Schutzniveaus erhöht werden. Dass dort die FFP2-Maskenpflicht gilt und darüber hinaus getestet wird. Also im Vergleich zum letzten Jahr erhöhen wird dort die Schutzmaßnahmen noch einmal.“ Zusätzlich können die Länder ebenfalls ab dem 01. Oktober eine Maskenpflicht in Innenräumen anordnen. Wenn sie das tun, müssen sie frisch getestete Personen von der Maskenpflicht ausnehmen. Auch Menschen, die innerhalb der letzten drei Monate geimpft wurden oder genesen sind, können von der Maskenpflicht im Innenraum befreit werden. Eine umstrittene Option. Christian Sommerbrodt, Allgemeinmediziner aus Wiesbaden „Medizinisch betrachtet ist es tatsächlich so, dass wir drei Monate eine etwas verringerte Ansteckungsfähigkeit haben, aber ob das die Pandemie maßgeblich beeinflusst, das muss man tatsächlich in Frage stellen.“ Allgemein das Tragen von FFP2-Masken vorzuschreiben, ist ebenfalls nicht unumstritten. Denn wegen der schlechten Datenlage in […]

  • Ausstellung zu Hate Speech

    Ausstellung zu Hate Speech

    Heute schon geflucht? Bestimmt! Wahrscheinlich auf dem Weg zur Arbeit oder am Computer oder… – naja es gibt genug Möglichkeiten. Im Frankfurter Museum für Kommunikation dreht sich alles um Flüche und Beschimpfungen. In der Ausstellung „Potz! Blitz!“ darf auch der Museumsbesucher fluchen und er erfährt vieles über Kraftausdrücke und ihre Geschichte. Rolf-Bernhard Essig, Kurator der Ausstellung „Wachsen sollst du wie eine Zwiebel, mit dem Kopf in der Erde. Vittu, Cazzo, Dorritti, Merde.“ Lassen sie sich vom Kurator der Ausstellung mal so richtig beschimpfen, oder literarisch wertvoll vom großen Frankfurter Dichterfürsten Johann Wolfgang von Goethe. Flüche können aus Liebe entstehen und sie haben eine Jahrtausendalte Tradition. Rolf-Bernard Essig, Kurator der Ausstellung „Aus dem Glauben, dass man mit Wörtern etwas tun kann, was die Gegenwart, was die Welt verändern kann. Man verwünscht im Märchen, aber auch in den Religionen. Beispielsweise wird Frau Lot in eine Salzsäule verwandelt, auch das ist ein göttlicher Fluch. Diese ganze magische religiöse Sphäre, die macht klar: Man glaubte wirklich, Wörter können die Welt verändern.“ Wörter und Symbole. Das magische Auge schützt seit 3.000 Jahren vor dem Bösen. Mit schwarzer Magie, mit Voodoo soll das Böse herbei beschworen werden, soll jemand verflucht werden. Das funktioniert auch heutzutage. „ Hate Speech“ der Fluch der Moderne. Er trifft besonders Prominente, Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, ob sympathisch oder nicht. Rolf-Bernhard Essig, Kurator der Ausstellung „Heutzutage ist das entscheidende Element, dass die Verbreitung viel schneller und viel weiter reicht als in alten Zeiten.“ Wie flucht die Welt? Welcher Fluch stammt aus welchem Land? Eine gar nicht so einfache Station zum Mitmachen. Der Ausstellungsbesucher wird so zum internationalen Fluchexperten. Diese leicht veränderten Autokennzeichen führen schon auf die richtige Fährte zur Fluch-Hochburg. Rolf-Bernhard Essig, Kurator der Ausstellung „Ich glaube, am liebsten Flucht man im Verkehr. Im Straßenverkehr gibt es, glaube ich, kaum […]

  • Strategie für den Corona-Herbst

    Strategie für den Corona-Herbst

    Zwei neue und trotzdem altbekannte Begriffe bereichern fortan die Corona-Debatte: Winterreifen und Schneeketten. Das Bild einer verschneiten Landschaft soll uns nun auf die Corona-Maßnahmen im Herbst und Winter vorbereiten. Winterreifen stehen dabei für die allgemeine Vorsorge des Bundes, Schneeketten für die möglichen Schutzmaßnahmen der Länder. Heute hat der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Clemens Hoch seine neue Corona-Strategie vorgestellt. O bis O – von Oktober bis Ostern. Diese Faustformel beherzigen viele, wenn es darum geht, am Auto die Winterreifen aufzuziehen. Jetzt wird sie auch maßgebend für die Corona-Strategie. Von Oktober bis Ostern sollen wieder strengere Corona-Schutzmaßnahmen gelten. So steht es im Entwurf für das neue Infektionsschutzgesetz. Aber: Marco Buschmann, FDP, Bundesjustizminister am 04.08.2022 „Alle diese Dinge, die man unter dem Begriff Lockdown versteht, Ausgangssperren, Betriebsschließungen, Schulschließungen. All diese Dinge halten wir nicht mehr für angemessen, sondern wir möchten in den Herbst gehen, wenn Sie so wollen auch in einer Zwei-Stufen-Logik – ‚Winterreifen, Schneeketten‘ metaphorisch genannt. Also man könnte auch sagen, einer allgemeinen Vorsorge und dann besonderer Maßnahmen, wenn es die Lage erfordert.“ Für die besonderen Maßnahmen, die Schneeketten, sind die Länder verantwortlich. Dazu erklärt der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Clemens Hoch heute in Mainz, dass Kitas und Schulen künftig nicht mehr geschlossen werden sollen. Zu weiteren Schutzmaßnahmen, wie zum Beispiel einer Maskenpflicht in Innenräumen, äußert er sich heute aber nicht. Denn die Rechtsgrundlage dafür – das neue Infektionsschutzgesetz – wird erst am Mittwoch im Bundeskabinett beschlossen. Clemens Hoch, SPD, Gesundheitsminister Rheinland-Pfalz „Was die Ermächtigungen der Länder angeht im Detail und vor allem die Klarheit und Nachvollziehbarkeit der Maßnahmen, hat mein Staatssekretär Denis Alt ja schon berichtet, dass wir noch etwas Nachsteuerungsbedarf sehen. Natürlich haben wir den bei der Bundesregierung schon hinterlassen. Trotzdem scheint es jetzt so, dass die Bundesregierung erstmal den Weg für das parlamentarische Verfahren und die Bundesratsbefassung für dieses Gesetz frei macht und […]

  • Apotheken beklagen Medikamentenmangel

    Apotheken beklagen Medikamentenmangel

    Erst Öl und Gas – und jetzt auch noch Medikamente: Die werden in den Apotheken langsam zur Mangelware. Viele gängige Schmerzmittel oder Hustensäfte sind schlichtweg nicht mehr zu bekommen. Der Grund: Es gibt Schwierigkeiten in den internationalen Lieferketten. Nun schlagen die hessischen Apotheker Alarm. Der skeptische Blick in die Vorratsliste. Dem Frankfurter Apotheker Holger Seyfarth gehen die Medikamente zur Neige. Diesen Fiebersaft für Kinder etwa hat er gerade noch zwei Mal auf Lager. Nachbestellen kann er ihn derzeit nicht, ganz gleich bei welchem Anbieter. Sehr zum Unmut seiner Kunden. Holger Seyfarth, Apotheker „Wenn die Mutter mit ihrem Säugling, der eine Mittelohrentzündung hat, in der Apotheke steht und keinen Fiebersaft bekommt – dann ist schon viel Geduld und auch Überredungskunst gefragt, damit die Situation nicht irgendwie eskaliert.“ Auch bestimmte Nasensprays, Paracetamol, Ibuprofen oder Elektrolytpulver für Durchfallerkrankungen stehen immer seltener in den Regalen. Alternativen sind oft nicht erhältlich. Das bekommen auch Mütter immer öfter zu spüren. Charlotte Stieda, Marketingmanagerin in Elternzeit „Ich habe vom Kinderarzt ein neues Rezept bekommen für Paracetamol-Zäpfchen und wollte die in der Apotheke holen, dann waren sie ausverkauft. Und es hieß auch, dass ich zu jeder anderen Apotheke gehen könnte, die hätten aber auch keine. Dass die momentan nicht verfügbar wären.“ Ines Metzger, Mutter eines Sohnes „Man fragt sich halt, wieso so etwas nicht auf Vorrat da ist. Da wird man ja dann auch ein bisschen allein gelassen. Da kann man dann zum Arzt rennen oder zur Notaufnahme und gucken, dass man das noch bekommt. Und eigentlich sollte es selbstverständlich sein, dass es vorrätig ist.“ Margret Lisker, Rentnerin „Ich find’s schon schlimm, man hätte das eigentlich zeitig erkennen müssen. Und alles eigentlich mehr über die einheimische Industrie machen müssen, als dass man alles auslagert. Das ist das Problem.“ Viele Medikamente für den deutschen Markt werden in großen Werken […]

  • Bilanz der Lebensmittelüberwachung

    Bilanz der Lebensmittelüberwachung

    Lebensmittelkontrollen sind wichtig, um die Qualität unserer Nahrung sicherzustellen. Während Hessen zuletzt immer wieder mit Lebensmittelskandalen rund um Wilke-Wurst oder den Gemüsebetrieb Maus Schlagzeilen machte, wurden in Rheinland-Pfalz im vergangenen Jahr nur wenige gesundheitsschädliche Verstöße festgestellt. Steine im Studentenfutter, Metalldrähte in Aufbackbrötchen oder Kunststoffspäne im Käsekuchen. Das möchte wohl niemand in seinem Essen finden. Gefunden haben diese und weitere Verunreinigungen aber Lebensmittelkontrolleure des Landesuntersuchungsamts Rheinland-Pfalz. Thomas Bonk, Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz „Wir haben Fliegenlarven in Tütensuppen gefunden. Wir haben auch undefinierbare Fasern, die man eigentlich gar nicht sehen möchte, in Fleisch gefunden. Aber auch verunreinigte Proben von Fleischsalat.“ In weiteren Proben konnten Salmonellen, Listerien, E.coli-Bakterien oder ein zu hoher Histamingehalt nachgewiesen werden. Einzelfälle – ganze Chargen waren nicht betroffen. Von den mehr als 18.000 untersuchten Proben waren lediglich 25 gesundheitsschädlich. Insgesamt wurde, wie in den Vorjahren, gut jede zehnte Probe beanstandet. Thomas Bonk, Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz „Es wurden auf Mineralwasserflaschen Kennzeichnungsfehler entdeckt. Es wurden in Ledergürteln höhere Chromgehalte als erlaubt entdeckt. Das kann sogar soweit gehen, dass Schriftgrößen beanstandet werden, weil in einzelnen Fällen auch Schriftgrößen gesetzlich vorgeschrieben sind. Das hat auf die Gesundheit des Verbrauchers dann keine Auswirkungen mehr.“ Wegen coronabedingten Betriebsschließungen oder Personalengpässen hat das Landesuntersuchungsamt zwar rund 10.000 Kontrollen weniger durchgeführt als 2019. Mit der heute vorgestellten Bilanz ist Umweltstaatssekretär Erwin Manz dennoch zufrieden. Erwin Manz, B’90 / Die Grünen, Umweltstaatssekretär Rheinland-Pfalz „Dieses positive Ergebnis, das wir haben mit den geringen Beanstandungen, ist ein Resultat, dass wir immer und jährlich eben all diese Kontrollen durchführen. Jeder Betrieb weiß, dass eine unangemeldete Kontrolle kommen kann. Und er muss eben sauber und ordentlich arbeiten.“ Im vergangenen Jahr wurden auch 34 Obst- und Gemüseproben beanstandet – wegen Rückständen von Pflanzenschutzmitteln. Erwin Manz, B’90 / Die Grünen, Umweltstaatssekretär Rheinland-Pfalz „Da fällt auf, dass gerade heimische Produkte, insbesondere aus Deutschland produzierte, relativ geringere Beanstandungen haben. […]

  • Selbsthilfegruppe für Long Covid Patienten

    Selbsthilfegruppe für Long Covid Patienten

    Nach einer Covid-Erkrankung einfach nicht mehr gesund werden. Long Covid ist mittlerweile jedem ein Begriff. Trotzdem ist kaum etwas über die Erkrankung bekannt, für die über 200 Symptome gelistet werden. Auch Therapien gibt es nicht. Für Betroffene ist diese festgefahrene Situation zermürbend. Es fühlt sich an, als hätte jemand in ihrem Leben die Pausentaste gedrückt. Johanna Theobald ist 23 Jahre jung, sportlich und unternehmungslustig. Nach einer Corona-Erkrankung im Dezember 2020 kommt sie aber lange nicht wieder auf die Beine. Johanna Theobald, Long-Covid-Betroffene „Ich habe erstens total viel geschlafen, also bis zu 20 Stunden am Tag und war trotzdem noch müde, also so eine bleierne Schwere im Körper, so eine Erschöpfung. Und zusätzlich, wie gesagt, ich wurde gar nicht mehr richtig fit, ich war überhaupt nicht belastbar. Schon bei den kleinsten täglichen Aufgaben habe ich Atemnot bekommen, war viel zu schlapp dafür. Wie in der Akutphase einer Erkrankung, nur dass es halt einfach nicht besser wurde.“ Die gebürtige Saarländerin studiert in Mainz Medizin, ihre Mutter ist Hausärztin. Als Johanna zwei Monate nach der Erkrankung noch immer nicht gesund ist, sucht sie Rat bei Fachärzten. Johanna Theobald, Long-Covid-Betroffene „Ich hab da absolut Glück gehabt, also allein schon, dass ich durch meine Mutter die Überweisungen schnell bekommen habe. Ich könnte mir auch vorstellen, dass man vielleicht als Medizinstudentin ein bisschen ernster genommen wird. Aber dann war eben auch der Vorteil, dass auch die Auffälligkeiten sichtbar waren.“ Johanna hat Herzstolperer, einen stark erhöhten Puls und eine deutlich eingeschränkte Lungenfunktion. Medikamente lindern die Beschwerden, doch es dauert über ein Jahr bis sie wieder zu Kräften kommt. Kraft, die sie jetzt nutzt, um anderen Betroffenen zu helfen. In Mainz hat sie eine Selbsthilfegruppe ins Leben gerufen. Der Krankheit einen Raum geben, sich zuhören, Erfahrungen austauschen; viele Betroffene kommen hier her, weil sie sonst keine Anlaufstelle finden. […]

  • Rettungsschwimmer trainieren den Ernstfall

    Rettungsschwimmer trainieren den Ernstfall

    Immer weniger Menschen können schwimmen. Bei Kindern ist es besonders drastisch: Über die Hälfte aller Zehn-Jährigen sind keine sicheren Schwimmer, sagt die Wasserrettungsorganisation DLRG. Erst vor einigen Wochen ist ein Kind im Freibad in Nieder-Olm ertrunken. Rettungsschwimmer werden dementsprechend immer häufiger gebraucht. Wir haben uns bei einem Kurs in Nieder-Olm angeschaut, was man dafür lernen muss. Victoria übt hier für den Ernstfall. Sie ist gerade 18 geworden und startet jetzt in den Schulferien ihre erste Saison als Rettungsschwimmerin. Im Training ist es nur eine Puppe, im Arbeitsalltag jedoch ein Mensch. Vergangene Woche erst musste Victoria im Freibad in Nieder-Olm aktiv eingreifen: Victoria Andreev, Rettungsschwimmerin „Das Becken war voll mit Kindern, mit Eltern und dann war da ein kleiner Junge, vielleicht 6, 7 nicht älter, ohne Schwimmflügel, ohne Schwimmweste – stand unten in Nichtschwimmerbecken, Kopf in den Nacken gestreckt, auf Zehenspitzen, hat sich gerade so über Wasser gehalten und ist dann immer tiefer, tiefer ins Wasser gegangen und stand dann letzten Endes Mitten im Becken, Niemand war in der Nähe, kein Elternteil, keine Aufsichtsperson, niemand, war kurz davor abzusaufen. Dann bin ich halt ins Wasser und habe es rausgeholt.“ Gelernt hat das Victoria bei Übungsleiter Malte Senska. Er trainiert die Rettungsschwimmer ehrenamtlich zwei Mal in der Woche. Malte Senska, DLRG Übungsleiter „Das große Problem, das wir in den letzten zwei Jahren hatten, obendrauf auf die sowieso schon prekäre Lage, ist, dass ganz viele Kinder, Jugendliche und zunehmend auch Erwachsene nicht in der Lage sind, sicher zu schwimmen.“ Sicher schwimmen, darunter versteht die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft ausdauernd schwimmen. Entsprechend dem Jugendschwimmabzeichen Bronze heißt das: 400 Meter in 15 Minuten schaffen und zwei Meter tief tauchen. Rettungsschwimmer müssen dabei auch noch jemanden aus dem Wasser ziehen können. Matthias, Rettungsschwimmer „Man müsste es als Erwachsener eigentlich können, aber man merkt, wie viel man vergisst im […]

  • Gesundheitsminister beraten Corona-Maßnahmen

    Gesundheitsminister beraten Corona-Maßnahmen

    Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern befürchten, dass die Zahl der Corona-Neuinfektionen im Herbst stark ansteigen könnte. Es bestehe erneut die Gefahr, dass unser Gesundheitssystem überlastet wird. Die Minister haben deshalb heute Nachmittag in einer Videokonferenz über das neu vorgelegte Schutzkonzept des Bundes beraten. Dieser Entwurf sieht unter anderem vor, dass Flugreisende sowie Fahrgäste im Bus- und Bahnfernverkehr weiterhin dazu verpflichtet sein sollen, Masken zu tragen. Neu ist, dass ab Oktober bundesweit eine Test- und Maskenpflicht in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen gelten soll. Bisher konnten die Länder darüber entscheiden. Was den öffentlichen Raum betrifft, bleibt die Zuständigkeit bei den Ländern. Wenn es das Pandemiegeschehen erfordert, können sie Maskenpflichten in öffentlich zugänglichen Innenräumen verhängen. Ausnahmen gibt es bei Freizeit-, Kultur- und Sportveranstaltungen sowie in der Gastronomie. Laut Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach biete die Maske in diesen Bereichen nur eingeschränkt Schutz vor einer Infektion, da sie beispielsweise beim Essen und Trinken ohnehin abgenommen werde. Karl Lauterbach, SPD, Bundesgesundheitsminister, am 03.08.2022 „Dort würde eine frische Impfung sehr viel mehr helfen oder ein frischer Test. Daher haben wir in diesen Bereichen die Maskenpflicht aufgehoben, wenn stattdessen eine frische Testung oder eine frische Impfung oder ein frischer Genesenenstatus nachgewiesen werden kann.“ Frisch geimpft bedeutet demnach, dass der letzte Piks nicht mehr als drei Monate zurückliegt. Dieser Vorschlag löst sowohl bei Wissenschaftlern als auch bei Vertretern der Länder heftige Kritik aus – und wurde in der heutigen Gesundheitsministerkonferenz eingehend diskutiert.

  • Staatssekretär Alt zu Corona-Maßnahmen

    Staatssekretär Alt zu Corona-Maßnahmen

     Im Anschluss an die Gesundheitsministerkonferenz stellte der rheinland-pfälzische Gesundheitsstaatssekretär Denis Alt klar, dass der Entwurf für das neue Infektionsschutzgesetz noch einmal grundlegend überarbeitet werden muss. Denis Alt, SPD, Staatssekretär Gesundheitsministerium Rheinland-Pfalz „Uns ist es sehr wichtig, dass die Regeln klar sind, dass wir Regeln treffen können, die die Menschen verstehen, denn das ist die Grundlage dafür, dass sie auch eingehalten werden können. Und da muss an diesem Unterwurf des Bundes noch erheblich nachgebessert werden.“ Der Streit um die künftigen Corona-Regel wird also noch weitergehen.

  • Grippewelle droht: Ärzte empfehlen Impfung

    Grippewelle droht: Ärzte empfehlen Impfung

    Gerade erst flacht die Corona-Sommerwelle ab, da steht schon bald der Herbst vor der Tür und damit erfahrungsgemäß wieder steigende Infektions-zahlen. Und jetzt warnen Experten auch noch, dass uns zusätzlich eine schwere Grippewelle bevorstehen könnte. Um das Gesundheitssystem vor Überlastung zu schützen, müsse sich jeder Bürger vorbereiten. Sowohl für die Grippe als auch für Corona gilt: eine Impfung ist der beste Schutz. Den Piks gegen das Coronavirus, es will ihn kaum noch jemand. Zu Hochzeiten wurden im Impfzentrum für die Stadt und den Kreis Kaiserslautern täglich rund 1.300 Menschen geimpft. Jetzt kommen an guten Tagen noch 30 Impfwillige. Das Impfzentrum ist deshalb jetzt umgezogen. Aus einer über 4.000 Quadratmeter großen Halle in weitaus kleinere Räumlichkeiten in der ehemaligen Polizeiinspektion Landstuhl. Doch hat sich dieser Aufwand angesichts der wenigen Impfungen überhaupt gelohnt? Tobias Metzger, Impfkoordinator Kreis Kaiserslautern „Wir können aktuell die Zeit gut nutzen, um uns schon mal an die neuen Räumlichkeiten zu gewöhnen und die Abläufe zu üben, damit wir, wenn jetzt eine höhere Nachfrage wieder kommt – was wir für Herbst und Winter vermuten –, dass das alles reibungslos funktioniert.“ Tobias Metzger und sein Team müssen hier monatlich 10.000 Impfungen durchführen können. So gibt es die Landesregierung vor. Die Infrastruktur dafür wird vorgehalten, auch wenn kaum jemand kommt. Die meisten, die kommen, wollen ihren Impfschutz auffrischen lassen. Für Menschen über 60 Jahre sei es nicht ratsam, auf den auf die Omikron-Variante angepassten Impfstoff zu warten, denn dieser solle nach monatelangem Verzug frühestens im Herbst zugelassen werden. Mediziner empfehlen Menschen über 60 aber dringend, sich in diesem Jahr zusätzlich gegen die Grippe impfen lassen. Prof. Bodo Plachter, Virologe Unimedizin Mainz „Wir haben zwei Jahre, zwei Winter hinweg praktisch keine Grippe gehabt. Das Immunsystem hat keine Grippe gesehen, das heißt, die Basisimmunität ist möglicherweise gesunken, sodass es wichtig ist, im Blick […]

  • Neue Coronaregeln – Diskussion um Impfschutz

    Neue Coronaregeln – Diskussion um Impfschutz

    Wann sind Sie gegen Corona geimpft worden? Im letzten Winter, im Frühling? Dann haben sie ab Herbst bei der Masken- und Testpflicht keine Vorteile mehr gegenüber Ungeimpften. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat diese Woche die neuen Corona-Regelungen vorgestellt und schon werden sie zerpflückt. Die gute Nachricht in Sachen Corona-Maßnahmen zuerst: Ein Lockdown soll im kommenden Winter vermieden werden. Aber Tests sind bald wieder öfter vorgesehen. Und noch mehr. An dieses Bild werden wir uns wieder gewöhnen müssen: Masken sollen ab Herbst wieder in Innenräumen, Freizeiteinrichtungen und Restaurants verpflichtend sein. Während in bisherigen Verordnungen OP-Masken ausgereicht haben, sollen es jetzt FFP2-Masken sein. Doch es gibt Ausnahmen: Wer getestet, frisch genesen oder frisch geimpft ist, darf auf die Maske verzichten. Frisch geimpft heißt, die letzte Dosis darf maximal 3 Monate her sein. Das sorgt für Gegenwind. Denn es würde bedeuten, dass wir uns alle Vierteljahre erneut impfen lassen müssten. Ein medizinischer Fehlanreiz, sagt Virologe Hendrik Streeck. Prof. Hendrik Streeck, Virologe „Im Moment scheint es zumindest für gesunde Erwachsene unter 60 Jahre – da streitet man sich ja ein bisschen über das Alter – keinen Grund dafür zu geben, eine 4. Impfung sich geben zu lassen. Da hat die STIKO ja relativ deutlich gesagt, dass die Evidenz, die bisher vorliegt, zeigt, dass eine 4. Impfung eigentlich erst ab 60 oder 70 Jahre nach der STIKO empfohlen werden sollte.“ Auch die deutsche Krankenhausgesellschaft steht dem Entwurf noch kritisch gegenüber und sieht einige Lücken und Unklarheiten. Prof Henriette Neumeyer, stellv. Vorstandsvorsitzende Deutsche Krankenhausgesellschaft „Uns ist ganz besonders wichtig, dass wir eine Konsistenz und eine Nachvollziehbarkeit haben. Das gilt sowohl für die einrichtungsbezogene Impfpflicht, das gilt aber auch für neue Kategorien für frisch Genesene, frisch Geimpfte etc. Das heißt, die Konsistenz dessen, wie die Gesundheitspolitik handelt, muss auch mit anderen wichtigen Institutionen wie zum Beispiel der STIKO […]