Gesundheit

  • Erster Tag für mobile Arztpraxis in Dreis

    Erster Tag für mobile Arztpraxis in Dreis

    Gerade jetzt in der Erkältungszeit sind Hausärzte besonders gefragt. Doch gerade auf dem Land gibt es immer weniger. Und die, die da sind, sind völlig überfüllt. Ein kleiner Lichtblick ist die Mobile Arztpraxis. Sie kommt da hin, wo die Not besonders groß ist. Gestern gab es den ersten Einsatz in dem kleinen Ort Dreis bei Wittlich. Doch mit einem derartigen Ansturm hatte keiner gerechnet. Ob mit oder ohne Termin: Wer heute hierherkommt, muss Zeit mitbringen. Bis zu zweieinhalb Stunden warten die Patienten, um in der Mobilen Arztpraxis behandelt zu werden. Die meisten haben Verständnis. Diana Hares „Die Situation ist für uns hier auf jeden Fall angespannt. Da wir unseren Hausarzt verloren haben und dann nimmt man halt auch einiges in Kauf. Also das ist absolut in Ordnung. Also ich bin zurzeit auch nicht am Arbeiten, deswegen, Wartezeit ist mit eingeplant.“ Andreas Jerzen „Ich brauche meine Medikamente. Ich habe COPD. Und ohne meine Spritze geht es ganz schlecht. Und dass die heute hier sind, das ist praktisch.“ Marga Junk „Das ist eine Übergangslösung. Aber wir wollen hoffen, dass sich das besser einspielt. Und sie vielleicht zwei Mal pro Woche da wären. Das wäre schon eine Erleichterung.“ Die Mobile Arztpraxis kann alles, was ein niedergelassener Hausarzt auch kann. Rezepte und Krankschreibungen ausstellen. Blutdruck messen oder Symptome einordnen. Ortsbürgermeister Christoph Thieltges ist erleichtert, dass die fahrende Praxis jetzt hier ist. Im vergangenen Oktober hat es beim örtlichen Hausarzt gebrannt, die Praxis ist seitdem geschlossen. Christoph Thieltges (CDU), Ortsbürgermeister Dreis „Es ist eine Katastrophe für den Ort Dreis. Für die Patienten, die hier beim Doktor Patienten waren. Aber nicht nur für Dreis. Für die umliegenden Dörfer und für die Stadt Wittlich, die ja auch eine Arztpraxis jetzt weniger hat seit Januar. Es   ist eine Katastrophe, das muss man einfach so sagen.“ Zwei Mobile […]

  • Studie zu den Gefahren von E-Zigaretten

    Studie zu den Gefahren von E-Zigaretten

    Na, haben Sie auch gute Vorsätze gefasst? Mehr Sport, weniger Essen oder mit dem Rauchen aufhören etwa? Wäre auf jeden Fall gut für die Gesundheit, sagt Thomas Münzel. Er ist Mediziner und hat an einer Studie zu vermeintlich sicherem Nikotin mitgeschrieben. Der Mainzer Forscher warnt eindringlich vor den gesundheitlichen Gefahren von E-Zigarette & Co – und vor einer der größten Nikotinsuchtwellen seit den 1950er Jahren. Süßer Geschmack, buntes Design – so kommen viele E-Zigaretten daher. Während der Konsum von Tabak seit Jahren rückläufig ist, nimmt der von E-Zigaretten stetig zu. Schätzungen gehen von mittlerweile über vier Millionen Konsumenten deutschlandweit aus, etwa jeder vierte Jugendliche ist schon damit in Berührung gekommen. Das Problem: Auch beim Verdampfen werden giftige Stoffe wie Nikotin freigesetzt. Prof. Thomas Münzel, Kardiologe Universitätsmedizin Mainz „Wir wissen, dass zum Beispiel E-Zigaretten Bluthochdruck machen. Dass die Entzündungsmarker im Blut hochgehen. Dass die Gefäße steifer werden. Was im Endeffekt auch erklärt, warum wir Blutdrucksteigerungen sehen. Und diese Entwicklung ist unserer Meinung nach eine Art Zeitbombe.“ Auch Alternativen wie Tabakerhitzer und Nikotinbeutel könnten bereits bei einmaligem Gebrauch Gefäßschäden verursachen. Langfristig steige das Risiko für Gefäßverkalkungen, Herzerkrankungen und Zellschädigungen im Gehirn. Das alles führen Thomas Münzel und seine Studienkollegen auf das Nervengift Nikotin zurück, das zudem stark süchtig mache. Prof. Thomas Münzel, Kardiologe Universitätsmedizin Mainz „Das Suchtpotenzial von Nikotin wird verglichen mit Heroin und Kokain. Also, wir haben hier ein Produkt, was extrem süchtig macht. Und das Interessante ist ja: Die E-Zigarette zum Beispiel wurde entwickelt, damit die Raucher auf E-Zigaretten umsteigen und dann mit dem Rauchen aufhören. Und das schaffen die Raucher nur in ungefähr zehn Prozent.“ Vielmehr würden E-Zigaretten, die oft mehr Nikotin enthalten als Tabakzigaretten, zusätzlich konsumiert und seien insbesondere für Jugendliche eine zunehmend beliebte Einstiegsdroge. Prof. Thomas Münzel, Kardiologe Universitätsmedizin Mainz „Das ist jetzt eine Entwicklung, die meiner […]

  • Wohngemeinschaft für Demenz-Kranke

    Wohngemeinschaft für Demenz-Kranke

    Die meisten sind im Alter auf Hilfe angewiesen – gerade bei Demenzkranken führt oft kein Weg an einem Altenheim vorbei. Die Rheinhessen-Fachklinik in Alzey geht andere Wege: mit einer WG für Demenzkranke. Johanna Strack ist die Älteste der zwölf Mitbewohner. Mit ihren 98 Jahren lebt sie  am längsten hier in der WG. Bei der täglichen Morgengymnastik kann sie trotz ihrer fortschreitenden Demenz gut mithalten. Bevor Johanna Strack vor sieben Jahren in die Wohn-Pflege-Gemeinschaft eingezogen ist, hat sie alleine gewohnt. Johanna Strack, 98 Jahre „Da bin ich ganz froh drum, dass ich nimmer alleine bin. Man kann sich unterhalten, daheim hat man da alleine gesessen und hat keine Abwechslung. Und hier ist immer ein bisschen, wir tun mal kegeln, wir machen Gymnastik, wir machen mal, es kommt das Museum hierher. Und es ist immer ein bisschen was geboten hier.“ Freizeitaktivitäten gibt es in der WG viele. Darum  müssen sich auch  die Angehörigen der Bewohner kümmern, die hier generell viel eingebunden sind. Im Gegensatz zu vollstationären Pflegeheimen stehe in der Demenz-WG  die Selbstbestimmung der Mitbewohner im Vordergrund, sagt Bettina Koch, die die WG koordiniert. Bettina Koch, Koordinatorin Wohn-Pflege-Gemeinschaft „Wir richten uns nach dem Lebensrhythmus der Bewohner. Der eine steht gern um sieben Uhr auf, möchte eine Tasse Kaffee und ein Marmeladenbrot. Der nächste kommt um halb neun. Der möchte vielleicht noch was anderes. Es gibt ne grobe Struktur, aber wir passen uns so den individuellen Gewohnheiten der Bewohner an.“ So entscheiden immer alle gemeinsam, was es zu Essen gibt. Und auch beim Kochen dürfen sich die WG-Bewohner einbringen – müssen es aber nicht. So wie Margot Lehrbach, die stattdessen lieber an der frischen Luft ist. Margot Lehrbach, 86 Jahre „Ich kann weggehen, wenn ich will. Also ich bin nicht gezwungen, an Zeiten festzuhalten. Das ist mir sehr wichtig. Damit ich frei mich […]

  • Teil 2 unseres 17:30-Jahresrückblicks

    Teil 2 unseres 17:30-Jahresrückblicks

    Auch in der zweiten Jahreshälfte 2025 gab es zahlreiche Ereignisse, die die Menschen in Hessen und Rheinland-Pfalz bewegt haben. Wir haben sie kurz und kompakt nochmal für Sie zusammengefasst. JULI Hitzerekord in Rheinland-Pfalz. Am 2. Juli werden in Andernach 39,3 Grad gemessen. Und im Mainzer Landtag wird an diesem Tag über ein heiß diskutiertes Gesetz abgestimmt. Das Landesklimaschutzgesetz. Das Ziel der Landesregierung: Rheinland-Pfalz soll bis 2040 klimaneutral werden. Also fünf Jahre früher als der Bund und zehn Jahre früher als die EU. Es hagelt Kritik von Unternehmen und Wirtschaftsverbänden. Karsten Tacke, Landesvereinigung Unternehmerverbände RLP, am 23.6.2025 „Unternehmen mit mehreren Standorten werden verlagern. Das Klima hat keinen Vorteil, aber wir haben den Nachteil. Das Gesetz ist nicht durchdacht.“ Arne Rössel, IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz, am 23.6.2025 „Diese Planungsunsicherheit ist Gift. Und es ist so unnötig wie ein Kropf dieses Gesetz.“ Jetzt ist es mit den Stimmen der Ampel-Koalition also beschlossen, auf Druck der Wirtschaft aber in leicht abgeschwächter Form. Trotzdem: EINES hat das Landesklimaschutzgesetz auf jeden Fall bewirkt: Das Klima zwischen Landesregierung und Wirtschaft hat sich weiter verschlechtert. Ob sich die Beziehung von Christina und Sascha schlagartig verschlechtert, wenn sie DIESE Bilder sehen, das können wir nicht sagen. Aber klar ist, ihrem gemeinsamen Liebesschloss am Eisernen Steg in Frankfurt geht es Ende Juli an den Kragen. Die Beleuchtung an der Brücke muss erneuert werden und da sind viele Schlösser eben einfach im Weg. Fazit: Alte Liebe rostet nicht, alte Liebesschlösser dagegen schon! AUGUST Ja, er ist es. Die DNA-Analyse bestätigt, bei der Leiche, die Anfang August in der Nähe von Weitefeld gefunden wird, handelt es sich um Alexander M. Er soll im April ein Ehepaar und deren 16-jährigen Sohn in ihrem Haus in Weitefeld ermordet haben. Vier Monate lang wurde nach Alexander M. gefahndet. Hunderte Polizisten durchforsteten immer wieder die Umgebung. Doch ohne […]

  • So will Hessen die Krankenhausreform umsetzen

    So will Hessen die Krankenhausreform umsetzen

    Die Krankenhausreform wird die Krankenhauslandschaft in Hessen und Rheinland-Pfalz verändern. Künftig ist genau festgelegt, welches Krankenhaus welche Leistungen anbieten darf. Aktuell können sich die Kliniken auf verschiedene Leistungen bewerben. Ob sie diese auch bekommen, entscheiden letztlich die Gesundheitsministerien der Länder. Die Grundlage dafür ist ein guter Plan. Und genau den hat Hessen als eines der ersten Bundesländer jetzt vorgelegt. Das ist der Plan. Auf 263 Seiten zeichnet Gesundheitsministerin Diana Stolz ihre Vision einer zukunftsorientierten Krankenhauslandschaft in Hessen. Er skizziert, was wo in welchem Umfang gebraucht wird, um die Menschen im Land bestmöglich zu versorgen. Diana Stolz (CDU), Gesundheitsministerin Hessen: „Und für uns bedeutet das, dass man im Notfall – egal, ob auf dem Land oder in der Stadt – schnell medizinische Versorgung erhält. Aber dass es, wenn es zum Beispiel um planbare Eingriffe geht, dass man dann bei den Spezialisten ist.“ Aus Sicht der hessischen Krankenhausgesellschaft ist der neue Krankenhausplan erstmals ein wirklicher Plan. Bislang habe das Land lediglich den Ist-Zustand beschrieben. Prof. Christian Höftberger, Präsident Hessische Krankenhausgesellschaft: „Und jetzt haben wir zum ersten Mal – und ich glaube, das ist die gute Botschaft – tatsächlich eine Planung, die auf den Füßen steht einer nachhaltigen Überprüfung einer demographischen Entwicklung, die regionale Besonderheiten berücksichtigt und die den Fortschritt der Medizin – Stichwort Ambulantisierung – berücksichtigt. Das ist zum ersten Mal eine nach vorne gerichtete und im Übrigen auch – wie Sie gehört haben – auch dynamisch angelegte Planung.“ Dynamisch heißt, dass der Krankenhausplan jederzeit angepasst werden kann. Sei es aufgrund von Änderungen am Bundesgesetz oder weil sich Bedarfe vor Ort verändern. Dynamisch sei aber auch die Krankenhauslandschaft, sagt Christian Höftberger. Denn 80 Prozent der Kliniken in Deutschland schreiben aktuell rote Zahlen. Prof. Christian Höftberger, Präsident Hessische Krankenhausgesellschaft: „Krankenhäuser sind nicht naturgesetzlich, gottgegeben, insolvenzfest. Wir sind Wirtschaftsbetriebe, wir zahlen genauso Strompreise wie […]

  • Weltneuheit bei Forschungsbetrieb Bioscientia in Ingelheim

    Weltneuheit bei Forschungsbetrieb Bioscientia in Ingelheim

    Das Land Rheinland-Pfalz präsentiert sich gerne als Biotechnologie und Pharmastandort: Unternehmen wie Biontech oder Boehringer Ingelheim haben hier ihren Sitz. Ein neues Gerät stellt ein Labor in Ingelheim jetzt an die Weltspitze: Mit der weltweit ersten vollautomatisierten Massenspektrometrie im Dauerbetrieb:   Zugegeben: Dieses Gerät sieht zwar unscheinbar aus, könnte aber Leben retten. Dieser sogenannte Massenspektrometer misst Proben in ihre kleinsten Bestandteile aus und liefert so wichtige Patientendaten.    Dr. Oliver Harzer, Geschäftsführer Bioscentia „Wenn Sie einen Patienten vor sich haben in einer Notfallsituation (…) und Sie wollen das richtige Medikament finden, die richtige Dosierung finden, dann brauchen Sie natürlich auch schnell ein Feedback. Weil da entscheiden ja wirklich Minuten und Stunden darüber – einer Therapieanpassung oder überhaupt einer Therapieeinleitung – ob Sie Leben retten können oder nicht.“ Der Vorteil: Jetzt kann die Massenspektrometrie rund um die Uhr betrieben werden. Das Gerät wertet die Proben vollautomatisiert, nahezu autonom aus. Ergebnisse sind jetzt zwölf bis 48 Stunden früher da. So können Medikamente individuell dosiert werden. Dr. Oliver Harzer, Geschäftsführer Bioscentia „Bei bestimmten Medikamenten ist es so, dass die Dosis oder dass der Bereich, in dem ein Medikament hilft – der Dosisbereich ist relativ schmal. Wenn Sie zu niedrig sind wirkt’s nicht, wenn Sie zu hoch sind, bringt nicht der Keim oder die Erkrankung den Menschen um, sondern das Medikament.“ Das Labor des Unternehmens Bioscentia – hier in Ingelheim – ist damit weltweit führend und gehört zu einem der größten Standorte in ganz Deutschland. Rund 25.000 Patienten werden hier mit Laborergebnissen versorgt. Über ein Drittel aller Proben kommen von Krankenhäusern, wie zum Beispiel der Uni Medizin Mainz. Für den rheinland-pfälzischen Gesundheitsminister – Clemens Hoch – eine willkommene Investition. Clemens Hoch (SPD), Gesundheitsminister Rheinland-Pfalz „Rheinland-Pfalz ist Biotechnologieland und Pharmaland, das sind auch unsere Schwerpunkte in der politik rund um Alexander Schweitzer als Ministerpräsident und […]

  • Zu viele Kinder gehen nur unregelmäßig zum Zahnarzt

    Zu viele Kinder gehen nur unregelmäßig zum Zahnarzt

    Obwohl es in Rheinland-Pfalz und Hessen einen zahnärztlichen Kinderpass gibt, der Eltern unter anderem an die anstehenden Untersuchungs-Termine erinnern soll, gehen laut Zahnreport der Krankenkasse BARMER in Rheinland-Pfalz und Hessen Kinder viel zu selten zum Zahnarzt. Dabei ist besonders ein gesundes Milchzahngebiss auch wichtig für die Zahngesundheit im Erwachsenenalter. Dr. Sandra Goedecke begrüßt Familie Michel. Die speziell ausgebildete Kinderzahnärztin kennt Constantin und seine Mutter Nicole schon seit Jahren. Der 12-Jährige hört zur Ablenkung Musik, während die Medizinerin den Zustand seiner Zähne checkt. Nicole Michel ist immer dabei, wenn eine Vorsorgeuntersuchung in der Mainzer Kinderzahnpraxis ansteht. Nicole Michel, Mutter von Constantin „Wir gehen mit dem Constantin alle drei bis vier Monate zum Zahnarzt, also so drei bis viermal im Jahr. Ich finde es wichtig, dass die Kinder auch merken, dass die Vorsorge einfach wichtig ist, um sich gut zu fühlen, dass die Zähne gesund bleiben und dass das auch im Erwachsenenalter beibehalten wird.“ Constantin hat noch einige Milchzähne. Dass bei ihnen Karies kein Problem ist, weil sie sowieso ausfallen, sei ein gefährlicher Mythos, sagt die Kinderzahnärztin. „Unten bildet sich ein gelber Rand, das sind Bakterien, die sind über 48 Stunden alt, die hat deine Zahnbürste einfach nicht erwischt.“ Constantin wird genau erklärt und gezeigt, warum  seine Zahnbürste, die Bakterien nicht erwischt hat. Karies von Milchzähnen kann sich auf noch nicht durchgebrochene bleibende Zähne übertragen. Ohne Behandlung sieht das Gebiss dann so aus. Dr. Sandra Goedecke, Kinderzahnärztin „Es ist super wichtig, ab dem ersten Zahn zur Vorsorge zu gehen, besonders, wenn man als Mami das erste Kind zur Welt gebracht hat, um sich Informationen zu holen, wie man die Zähne gesund erhalten kann. Zähne sind einfach super wichtig, für die Entwicklung, für die Lautbildung, für die Sprache, damit auch gesunde Sachen gegessen werden können, damit wir gut harte Dinge kauen können.“ Die […]

  • 17:30 Adventskalender: Singen für krebskranke Kinder

    17:30 Adventskalender: Singen für krebskranke Kinder

    Jahr für Jahr kommen in der B-Ebene der Frankfurter Hauptwache bis zu 20 Schüler des Heinrich-von-Gagern-Gymnasiums zusammen, um gemeinsam zu musizieren und Spenden für einen guten Zweck zu sammeln – und das in diesem Jahr erstmals mit professioneller Unterstützung. Zum ersten Mal überhaupt und aus einer spontanen Idee heraus, haben sich unter die Schüler in diesem Jahr professionelle Chorsänger der Alten Oper gemischt. Um den Schulchor des Gagern-Gymnasiums stimmgewaltig zu unterstützen. Thomas Schobert, Opernsänger „Ich persönlich finde, das kann man gar nicht hoch genug einschätzen.  Jetzt gerade auch in der Zeit, wo immer an Geld gespart wird. Und natürlich wird dann oft zuerst an der Kultur, an der Musik, an Sport und solchen Dingen gespart. Und Musik ist einfach was internationales, was weltumspannendes, was ein verbindendes Element hat. Und was uns alle sehr gut zusammenbringt.“ 1985 fing alles an. Ein Lehrer des Gagern-Gymnasiums verstirbt an Krebs. Daraus entsteht die Idee der Schüler, künftig mit dem Musizieren Spenden für die Krebsstation der Uniklinik Frankfurt zu sammeln. Seitdem lädt der Schulchor jedes Jahr aufs Neue zum Verweilen und Mitsingen ein. So wie Margarete Suppinger, die von Anfang an – also seit sage und schreibe 40 Jahren!!! – immer wieder mit dabei ist. Margarete Suppinger „Ich bin dann jedes Jahr da und ich bin immer die ganze Adventszeit mindestens drei, vier mal, fünf mal, sechs mal dagewesen. Ich finde das halt einfach toll, dass Kinder heute noch musizieren. Und dass die sich dann auch in ihrer Freizeit da hinstellen. Das finde ich einfach toll.“ Eine halbe Millionen Euro an Spenden haben sie in den letzten 40 Jahren bereits gesammelt. Für die Kinderkrebsstation der Uniklinik Frankfurt wird mit dem Geld zum Beispiel neues Spielzeug gekauft. Gerade in der Weihnachtszeit kranken Kindern ein Lächeln schenken – genau das der Antrieb für Schülerin Franziska Schwamm. Die […]

  • Rheinland-Pfalz: Telenotarzt flächendeckend rund um die Uhr im Einsatz

    Rheinland-Pfalz: Telenotarzt flächendeckend rund um die Uhr im Einsatz

    Rheinland-Pfalz stärkt seinen Rettungsdienst mit sogenannten Telenotärzten. Das sind Notärzte, die bei Bedarf in Sekundenschnelle digital zugeschaltet werden können. Ab sofort landesweit und rund um die Uhr. Wie das System funktioniert und welche Vorteile es bietet, das wurde heute in Mainz vorgestellt. Dieser Patient klagt über Beschwerden in der Brust, die nicht nachlassen. Für die hinzugerufenen Notfallsanitäter ist schnell klar: Hier braucht es ärztlichen Rat. Über die Leitstelle fordern sie umgehend einen Telenotarzt an. Eva Meinhardt, Notfallsanitäterin DRK Vorderpfalz „Ich habe dich gerufen, weil er schon eine Brustenge und Thoraxschmerzen angibt und, dass wir einmal zusammen das EKG befunden und schauen, wie wir weiter verfahren.“ Via Smartphone-App sind die Sanitäter über Video mit der zuständigen Telenotärztin in Ludwigshafen verbunden, auch Vitalwerte wie Puls und Blutdruck werden übertragen. Von der richtigen Medikation bis zum Weitertransport – die wichtigsten Fragen sind schnell geklärt. Ein Übungsszenario, das künftig gängige Praxis sein soll. Für den landesweiten 24/7-Betrieb wurden alle Rettungswagen aufgerüstet, Sanitäter geschult und an vier Standorten Telenotarzt-Zentren eingerichtet. Dr. Thomas Luiz, Ärztlicher Leiter Deutsches Zentrum für Notfallmedizin und Informationstechnologie „Wir haben insgesamt 70 Telenotärztinnen und Telenotärzte in diesen vier Zentren ausgebildet. Und der Dienstplan sieht eben so vor, im rollierenden System sind tagsüber immer zwei Zentralen gleichzeitig ansprechbar. Nachts um 19 Uhr wechselt das dann auf eine. Telenotarztzentralen können auch prinzipiell, wenn’s nicht zu komplexe Fälle sind, auch mehr als einen Einsatz leisten.“ Das schafft Flexibilität, spart Zeit und bietet schnellere ärztliche Versorgung, besonders für Patienten in ländlichen Regionen. Auch Notärzte sollen entlastet werden und sich um wirkliche Notfälle kümmern können, so Michael Ebling, der als Innenminister die oberste Rettungsdienstbehörde verantwortet. Michael Ebling (SPD), Innenminister RLP „Es ersetzt nicht den Notarzt, es ergänzt den Notarzt. Das ist uns auch wichtig. Aber klar ist, in dem Moment, wo der Telenotarzt zugeschaltet schon erkennt, dass […]

  • Diagnose ADHS - wenn das Leben überfordert

    Diagnose ADHS – wenn das Leben überfordert

    Über diese Krankheit wird in den letzten Jahren viel gesprochen: das Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätssyndrom, kurz ADHS. Die Zahlen der Kassenärztlichen Vereinigungen Hessen zeigen, dass sich 2024 deshalb mehr als doppelt so viele Menschen haben untersuchen lassen als noch 2014. Das liegt auch an einem regelrechten Hype in den Sozialen Medien. Seriöse Informationen finden sich dort genauso wie unseriöse Selbstdiagnose-Tipps. Wir haben eine Frau getroffen, für die ihr Leben seit der ADHS-Diagnose nicht mehr dasselbe ist. Mails checken, Termine vereinbaren, den Alltag organisieren. Aufgaben, die scheinbar normal sind, überfordern Teresa Metzger aus Wiesbaden  ihr gesamtes Leben. Selbstzweifel begleiten sie, ihre finanziellen Probleme bekommt sie lange Zeit nicht in den Griff. Auch auf der Arbeit ist die 34-Jährige zu abgelenkt. Chaos in jedem Lebensbereich – Für Teresa Metzger vor ihrer Diagnose Normalität. Teresa Metzger „Ich habe verschiedenste Fenster offen, irgendwelche Aufgaben, E-Mails, tausend Dinge, die ich anfange und dann schießt mir irgendein Gedanke rein oder es klingelt das Telefon, es kommt ein Kollege, irgendwer will irgendwas. Und es schießt sofort aus meinem Kopf raus und ich geh sofort auf was anderes. Und das ergibt sich bei mir auf der Arbeit, aber auch im gesamten Leben, vorher zumindest hat es das getan, zum völligen Chaos.“ Unkonzentriert sein, Gedanken impulsiv folgen – typisch für ADHS. Teresa Metzger geht auf Ursachenforschung und lässt sich untersuchen. Vor einem Jahr dann die Diagnose. Wie sich ihr Leben seitdem gewandelt hat: Kaum in Worte zu fassen. Teresa Metzger „Das ist eigentlich sehr leicht zu sagen und trotzdem ist es das nicht. Weil es so groß ist. Und ich auch jetzt noch schnell sehr emotional werde dabei, weil es mich einfach so packt. Es ist eine riesige Veränderung passiert tatsächlich, von der ich nicht gedacht hätte, dass sie möglich gewesen wäre.“ Das passende Medikament hilft ihr jetzt, Struktur in ihr Leben […]

  • Chirurg hilft junger Frau aus der Ukraine

    Chirurg hilft junger Frau aus der Ukraine

    Er schenkt Kindern ein neues Gesicht: Dr. André Borsche ist plastischer Chirurg aus Bad Kreuznach – eigentlich im Ruhestand – aber immer wieder fliegt er mit der Vereinigung Interplast Deutschland in ferne Länder, um Kindern zu helfen. Kindern wie Bogdana aus der Ukraine. Sie hatte ein auffälliges Geschwulst im Gesicht. Erst gestern wurde sie in Bad Kreuznach operiert. Die Gefühle fahren an diesem Mittwochmorgen Achterbahn. In einer Stunde wird Bogdana in den Diakonie Kliniken Bad Kreuznach im Gesicht operiert. Freude und Angst wechseln sich ab. Ganz groß ist aber die Hoffnung der Ukrainerin: Bogdana Trubiuk, Patientin: „Weil ich so einen guten Arzt habe.“  Die Narben an Bogdanas Kinn zeigen, wie lang ihr Leidensweg schon ist. Die heute 18-Jährige wird mit einem Hämangiom geboren, einer Wucherung aus Blutgefäßen im Gesicht.   Dr. André Borsche, Plastischer Chirurg: „Das war eine angeborene Sache. Das fängt ganz winzig an und wird immer größer, immer größer. Und jeder denkt, oh. Als wenn das Krebs wäre. Es ist gutartig, aber es entstellt natürlich die Kinder ganz fürchterlich und da ist man dann natürlich auch extrem beunruhigt.“  Kinn, Unterlippe und Wangen sind so entstellt, dass das Mädchen nicht richtig essen kann. In der Ukraine wissen die Ärzte nicht weiter. Über Umwege gelangt Bogdana an André Borsche. Vor zwölf Jahren operiert er sie zum ersten Mal. Da sie aber in den letzten Jahren gewachsen ist, muss ein neues Hautimplantat eingesetzt werden. Dr. André Borsche, Plastischer Chirurg: „Wir wollen die Vernarbung an der Unterlippe und am Kinn beseitigen. Und sie hat ja die ganze Zeit die nach außen gezogene Lippe. Und die wollen wir so aufrichten, dass sie ihre Spange tragen kann und die Zähne schön bedeckt sind. Und vor allem essen, trinken kann, ohne dass die Spucke runterläuft.“ Dafür entnimmt der Chirurg Haut an Bogdanas Bauch und transplantiert diese […]

  • Zu Gast im Studio: der plastische Chirurg Dr. André Borsche

    Zu Gast im Studio: der plastische Chirurg Dr. André Borsche

    Der Mann mit den besonderen Händen, Dr. André Borsche sitzt bei uns im Studio. Guten Abend. Dr. André Borsche: Guten Abend. Markus Appelmann: Herr Borsche. Die wichtigste Frage zuerst. Wie geht es Bogdana heute? Gestern war ja die OP. Dr. André Borsche: Ja, ich war gerade bei ihr vor der Sendung gewesen. Und sie strahlt zwar noch nicht, aber sie hat die beiden Daumen nach oben gezeigt und es geht ihr sehr gut. Sie darf wahrscheinlich morgen schon nach Hause, aber noch nicht ganz in die Heimat. Und wir schauen, dass es dann auch mit den Transplantaten gut angehalten werden wird. Markus Appelmann: Sie sind ja fast das ganze Jahr unterwegs. Sie kommen jetzt gerade am Montag zurück aus einem der ärmsten Länder der Welt, aus Mosambik. Wir schauen uns mal ein Bild an, da sehen wir sie am Flughafen und vor ihnen ganz viel Gepäck. Da sind aber keine Klamotten drin. Dr. André Borsche: Nein, da sind ganz viele Medikamente, Verbandsmaterial, Instrumente. Wir haben wirklich 35 Koffer dabei gehabt, weil es so eine arme Region war, wo die Not so offensichtlich war, dass wir wirklich alles mitbringen müssen, um hochqualifizierte Hilfe leisten zu können. Markus Appelmann: Und das Material lassen sie dann auch vor Ort? Dr. André Borsche: Richtig, nicht? Wir haben davon wirklich 15 Koffer dort lassen können und waren glücklich, dass die sie auch vernünftig verwenden können. Nicht? In den zwei Wochen wollen wir ja nicht nur den Kindern und anderen Menschen helfen, sondern wir wollen ja auch, dass die in unseren Fertigkeiten was mitkriegen. Und dazu brauchen sie natürlich auch das Material. Markus Appelmann: Um mal ein Gefühl für diesen Einsatz in Mosambik zu bekommen, haben Sie uns auch Videomaterial mitgebracht. Ist das hier ein ganz normales Krankenhauszimmer in Mosambik? Dr. André Borsche: Ja, das kann […]

  • Mitarbeiter gekündigt, Patienten entlassen - Krankenhaus in Remagen schließt

    Mitarbeiter gekündigt, Patienten entlassen – Krankenhaus in Remagen schließt

    Monatelang gab es Hoffnung, doch jetzt das Aus. Das insolvente Krankenhaus Maria Stern im Kreis Ahrweiler muss schließen. Die letzte Verhandlungsrunde mit einem Investor war am Montagabend gescheitert. Ein Schock für die Mitarbeiter und die Menschen in der Region. Die Türen des insolventen Krankenhauses Maria Stern in Remagen – sie werden womöglich für immer geschlossen bleiben. Der Betrieb – nach über 130 Jahren eingestellt. Die letzten Patienten wurden vor zwei Tagen entlassen, den verbleibenden 118 Mitarbeitern gekündigt. Nicole Scharfenstein „Keiner wusste genau, was passiert. Trotzdem hat man immer noch die Hoffnung gehabt, wir bleiben. Es wird was, es wird was Neues kommen.“ Bettina Harth „Das Team hier in Remagen ist eine Familie und das gibt‘s nirgendwo. Und das ist das, was uns am meisten wehtut. Dass wir alle auseinander gerissen werden.“ Günter Weber „Wenn heute diese Abschiedsfeier oder Abschiedsparty ist… Ich denke schon mit Grausen dran, wenn heute Abend der erste anfängt zu weinen, dann geht das da reihum.“ Ende März meldet das Verbundkrankenhaus Linz-Remagen Insolvenz an. Für die Klinik in Linz wird Anfang Oktober eine Lösung gefunden. In Remagen ist der Investor nun kurzfristig abgesprungen. Größter Streitpunkt soll eine vom Bonner Investor IGPmed geforderte Mehrheit am Standort Linz gewesen sein. Der Insolvenzverwalter sieht sich in der Folge zur Schließung gezwungen. Illusionen macht sich hier keiner mehr. Thomas Werner, Geschäftsführer Krankenhaus Maria Stern Remagen „Als Krankenhausstandort ist es schwer, wenn jemand käme, um wieder ein Krankenhaus aufzubauen. Weil, er würde mit null Mitarbeitern starten. Wir kennen die Situation der Fachkräfte, auch im Gesundheitswesen, gerade Krankenschwestern. Es ist eine Schande, auf gut Deutsch. Weil hier steht eine komplette Infrastruktur dann leer und wird irgendwie verwertet.“ Gestiegene Energie- und Personalkosten und im Schnitt nur zur Hälfte ausgelastete Betten hatten das Krankenhaus in eine finanzielle Schieflage gebracht. Für die Remagener ist die Schließung […]

  • Gesundheitsminister Hoch ruft zur Grippeimpfung auf

    Gesundheitsminister Hoch ruft zur Grippeimpfung auf

    Es wird wieder geniest und gehustet. Die Temperaturen sinken und damit steigt das Risiko krank zu werden. Passend dazu haben die Landesregierung und Landesärztekammer Rheinland-Pfalz heute zur rechtzeitigen Grippeimpfung aufgerufen. In Mainz haben heute einige Mitglieder des Landtags die Mittagspause genutzt, um sich gegen Influenza Viren zu schützen. Laut Robert-Koch-Institut ist eine Grippeimpfung zwischen Oktober und Dezember am sinnvollsten, um zum Höhepunkt der Grippewelle zum Jahreswechsel vorbereitet zu sein. Die Impfung sei die beste Art, sich und andere zu schützen, sagt der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Clemens Hoch. Clemens Hoch, Gesundheitsminister Rheinland-Pfalz „Impfen ist wichtig und Impfen ist die größte Errungenschaft des medizinischen Fortschritts und wir sehen auf der Südhalbkugel, wo die Menschen schon Winter hatten, dass es dieses Jahr eine ganz heftige Grippesaison gab. Deswegen ist es total wichtig, dass man der Impfempfehlung  folgt, vor allem wenn man über 60 ist.“

  • Künstliche Intelligenz hilft bei Gewebe-Untersuchungen

    Künstliche Intelligenz hilft bei Gewebe-Untersuchungen

    Pathologie ist die Lehre von Krankheiten. Viele verwechseln sie mit der Rechtsmedizin. Doch während Gerichtsmediziner nach Todesursachen suchen, arbeiten Pathologen für die Lebenden. Sie untersuchen Zellen und Gewebe auf Krankheiten wie zum Beispiel Krebs und liefern damit die Grundlage vielleicht irgendwann den Krebs zu besiegen. Um Befunde noch schneller liefern zu können, wird die Pathologie an der Universitätsklinik Frankfurt schrittweise digitalisiert – auch mit Künstlicher Intelligenz. Hier ist filigrane Handarbeit gefragt. Im Labor der Pathologie im Uniklinikum Frankfurt werden Gewebeproben von Patienten aufbereitet. Die Proben werden dazu in Wachs gegossen, dann hauchdünn geschnitten und schließlich ganz vorsichtig auf einen Objektträger gelegt. Arbeitsschritte, die man automatisieren könnte. Aber: Prof. Peter Wild, Leiter Pathologie Frankfurt „Wenn Sie bei A Brustkrebs haben und Probe B ist eine Brustbiopsie einer Patientin ohne Krebs. Und bei der diagnostiziert man Krebs und das aber gar nicht echt ist, sondern eine Verschleppung von Material. Und das darf nicht passieren und darum sind Menschen da noch besser.“ Beim nächsten Schritt darf dann die Maschine ran. Die Proben auf den Objektträgern werden eingefärbt, wodurch die Gewebebestandteile sichtbar werden. Jetzt beginnt die Arbeit des Pathologen. Unterm Mikroskop muss er erkennen, ob es veränderte Zellen gibt und was das bedeutet. Und er muss das Verhältnis von kranken zu gesunden Zellen bestimmen. Denn davon hängt ab, ob eine Therapie nötig ist und welche. Bei über einer Million Zellkerne hier im Bild kann Peter Wild nur schätzen. Prof. Peter Wild, Leiter Pathologie Frankfurt „Und ich muss schätzen, sind es zehn Prozent, zwanzig Prozent, dreißig Prozent. Und es gibt für alles Cutoffs, also Grenzwerte. Und wenn ich über diesen Cutoff komme, dann gibt es eine Chemotherapie. Und es gibt – und da gibt es sehr schöne Vergleiche – auch zwischen Pathologen halt leider eine Streuung bei dem, was Menschen schätzen.“ Die KI hingegen kann […]