Gesundheit

  • RS-Virus sorgt für überfüllte Kinderarztpraxen

    RS-Virus sorgt für überfüllte Kinderarztpraxen

    Kinderärzte in Rheinland-Pfalz und Hessen schlagen Alarm. Die Fälle des RS-Virus häufen sich bei Kindern. Teilweise gehen in den Intensivstationen schon die Betten aus. Hinter dem RS-Virus steckt eine eigentlich harmlose Atemwegserkrankung. Die kann aber besonders für kleine Kinder gefährlich werden. Und die Lage ist gerade so angespannt, dass Kliniken und Ärzte wieder am Limit sind. Der kleine Benjamin ist gerade aus der Klinik entlassen worden. Seine Mutter ist besorgt, denn der zwei Monate alte Säugling hatte sich mit dem RS-Virus infiziert. Glücklicherweise nur eine leichte Erkrankung durch das Respiratorische-Synzytial-Virus, sodass er jetzt nur noch zur Nachuntersuchung vom Kinderarzt muss. Sabrina Jerger, Mutter von Benjamin „Wir waren jetzt nur zwei Nächte, andere Kinder zehn Tage, elf Tage in der Klinik. Und man möchte sie ja nicht von allem abschirmen. So Alltag möchte man trotzdem ihnen was zeigen, ihnen was bieten. Und dann jetzt noch mal mehr aufpassen zu müssen – es ist, ja, schwierig.“ Eine schwierige Situation für Eltern aber auch für Kinderärzte. Lothar Maurer behandelt in seiner Praxis in Frankenthal aktuell 180 Patienten pro Tag. Ein Viertel davon hat das RS-Virus. Im Sekundentakt klingelt das Telefon und das Wartezimmer ist überfüllt. Sogar vor der Praxis müssen Patienten warten. Viele von Ihnen kommen sogar aus dem weiteren Umkreis hierher, denn viele Kinderärzte sind so überlastet, dass sie keine Patienten mehr aufnehmen. Lothar Maurer, Kinderarzt in Frankenthal „Die aktuelle Lage ist natürlich im Moment eine Katastrophe. Man arbeitet am Limit. Mittagspause gibt es im Großen und Ganzen nicht. Die Abendsprechstunde ist verlängert bis 19 Uhr, 19:30 bis die Patienten eben alle versorgt sind. Und das ist ein Zustand der auf Dauer so nicht geht.“ Die aktuelle Krankheitswelle ist laut dem Kinderarzt ein Nachholeffekt, da es kaum noch Corona-Schutzmaßnahmen gibt. Diese hätten Kinder in den letzten Jahren nicht nur vor Corona, sondern […]

  • Fachkräftemangel in der Pflege

    Fachkräftemangel in der Pflege

    Zu Beginn der Corona-Pandemie haben Menschen sie weltweit beklatscht – Pflegekräfte. Die haben dann zum Ausdruck gebracht, dass Klatschen allein ihnen nicht hilft. Überlastung, Schichtdienst – das gehört zum Alltag. Die Branche läuft auf dem Zahnfleisch – und braucht dringend Nachwuchs. Zum ersten Mal seit Beginn der Corona-Pandemie hat diese Woche in Mainz wieder der rheinland-pfälzische Pflegetag stattgefunden. Im Fokus vor allem eins: der Fachkräftemangel.

  • Prof. Stephan zum Welt-Aids-Tag: „Wichtig einen Test zu machen“

    Prof. Stephan zum Welt-Aids-Tag: „Wichtig einen Test zu machen“

    Heute ist Donnerstag der 1. Dezember. Ein wichtiger Tag, denn heute ist Welt-AIDS-Tag. Vor 40 Jahren ist die AIDS-Epidemie auch in Deutschland zur bitteren Realität geworden. Viele Menschen sind damals an einer AIDS-Erkrankung gestorben. Doch es war nicht nur der Kampf ums eigene Leben, es war auch ein Kampf gegen Diskriminierung und Ausgrenzung. Eva Dieterle, Moderatorin: 40 Jahre später ist HIV zwar noch nicht heilbar, aber behandelbar – und das mit großen Erfolgen – wie hier in der Ambulanz an der Universitätsklinik in Frankfurt täglich bewiesen wird. Die geschätzte Zahl der  HIV-Neuinfektionen  in Deutschland stagniert. Für 2021 schätzt das Robert Koch-Institut etwa 1.800 Neuinfektionen. Etwa so viele wie im Jahr zuvor. Die Zahl der Neuinfektionen liege dabei aber so niedrig wie zuletzt vor zwei Jahrzehnten. So viel zu den Zahlen – und jetzt möchte ich dem Oberarzt im HIV-Center der Uniklinik in Frankfurt sprechen, mit Prof. Christoph Stephan, Guten Tag. Prof. Christoph Stephan, HIV-CENTER Universitätsklinikum Frankfurt: Einen schönen guten Tag. Dieterle: Herr Stephan, wie war das vor 40 Jahren an der Frankfurter Universitätsklinik? Da brach doch für die Menschen, die die Diagnose „HIV-infiziert“ erhalten haben, eine Welt zusammen. In vielen Fällen war das früher oder später ein Todesurteil, oder? Stephan: Ja, tatsächlich war in den 1980er Jahren die Diagnose “HIV positiv” oder AIDS dann gleichzusetzen mit einem baldigen Todesurteil tatsächlich. Die Menschen sind ohne Therapien, die es damals einfach noch nicht gab, die sich gegen HIV gerichtet haben, oft kurz nach Diagnosestellung auch verstorben. Dieterle: Seither hat sich glücklicherweise sehr viel getan. Was können Sie aber auch die HIV-infizierten Menschen jetzt dafür tun, dass eine AIDS-Erkrankung gar nicht erst ausbricht? Stephan: Wenn HIV diagnostiziert wurde, dann wird unseren Patientinnen und Patienten sehr bald eine HIV-Therapie angeboten. Das bedeutet, Medikamente werden geschluckt, die die HIV-Infektion nicht heilen können, aber das Fortschreiten […]

  • Kosten für Tierarztbehandlung steigen

    Kosten für Tierarztbehandlung steigen

    Und jetzt geht es um was, auf das sich wohl kein Tier und kein Tierhalter freut – und zwar auf den Tierarztbesuch, egal ob Zahnreinigung, Impfung oder ein verdorbener Magen. Doch wer sein Haustier zum Doktor bringt, muss sich jetzt auf höhere Kosten einstellen. Seit Dienstag gilt die neue Gebührenordnung für Tierärzte. Wie Ärzte und Tierhalter darauf reagieren, haben wir uns in Mayen angeschaut. Gerry ist im Stress. Der Kater muss zum Tierarzt und weiß, dass es hier häufiger unangenehm piksen und drücken kann. Bevor er gleich Zahnstein entfernt bekommt, untersucht ihn Tierärztin Marion Zimmer-Püsch noch genau. Da so eine allgemeine Untersuchung statt 9 Euro jetzt 24 Euro kostet, ist auch sein Frauchen gestresst. Jenna Becker, Frauchen von Gary „Man muss heute wirklich gucken, wo man auch selbst bleibt. Und jetzt dann das Doppelte oder Dreifache direkt aufzuschlagen ist natürlich schon sehr viel. Aber ich denke immer noch, es muss ein Tierarzt geben, die müssen natürlich auch auf ihren Nenner kommen. Und wenn ich ein Tier habe, ist mir bewusst, dass Kosten auf mich zukommen.“ Doch nicht jede Behandlung wird durch die neue Gebührenordnung teurer. Die Kastration einer Hündin kostet statt 160 nur knapp 130 Euro. Insgesamt steigen die Preise durchschnittlich aber um 20 Prozent. Die erste Änderung der Gebührenordnung seit 1999. Seitdem habe sich die Behandlung deutlich verbessert, so die Tierärztin. Auch neue Methoden wie eine Computertomographie oder Röntgen seien dazugekommen. Ohne die steigenden Preise, könnte sie die Praxis kaum wirtschaftlich betreiben. Dr. Marion Zimmer-Püsch, Tierärztin in Mayen „Der Preise für Verbrauchsmaterialien sind explodiert seit Corona. Masken zum Teil ums zehnfache gestiegen, Handschuhe auch viel teurer, das ganze Verbrauchsmaterial deutlich teurer geworden auch bei Medikamenten, das wird alles ständig teurer, da kommt man gar nicht mehr mit.“ Auch die Landestierärztekammer Rheinland-Pfalz begrüßt die Veränderungen durch die Bundesregierung. Es sei […]

  • Rheinland-Pfalz schafft Corona-Isolationspflicht ab

    Rheinland-Pfalz schafft Corona-Isolationspflicht ab

    „Stay at home, flatten the curve“ – bleiben Sie zu Hause, flachen Sie die Corona-Kurve ab. Bald drei Jahre ist es her, als man damit zu Beginn der Pandemie das Coronavirus eindämmen wollte. „Stay at home“, das wird bald in Rheinland-Pfalz und Hessen Geschichte sein – auch für Menschen, die gerade Corona haben. In Hessen entfällt die Isolationspflicht ab morgen, in Rheinland-Pfalz ab Samstag. Der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Clemens Hoch hat heute die neuen Regeln vorgestellt, die dann für Corona-positiv-Getestete gelten. Sinkende Temperaturen, steigende Corona-Zahlen – diesen Herbst gilt das bislang nicht: in Rheinland-Pfalz und deutschlandweit ist die Inzidenz in den letzten Wochen stark gesunken und auch Kliniken drohen nicht mehr mit Corona-Patienten vollzulaufen. Die Folge: Corona-positiv-Getestete müssen in Rheinland-Pfalz ab Samstag nicht mehr in häusliche Isolation. Für Gesundheitsminister Clemens Hoch ist das vertretbar. Clemens Hoch, SPD, Gesundheitsminister Rheinland-Pfalz „Wir sehen, dass die Herbstwelle in Rheinland-Pfalz, wie auch in ganz Deutschland, von alleine abgeebbt ist, wir brauchen keine weiteren Maßnahmen. Wir sehen auch, dass viele Menschen sehr verantwortungsvoll mit der Erkrankungslage umgehen. Je mehr Infektionen es gibt, desto mehr Menschen tragen freiwillig Maske und lassen sie dann wieder weg. Und diese Eigenverantwortung und die niedrigen Zahlen vor allem in unseren Krankenhäusern lassen jetzt im Moment den Schluss zu, dass wir uns das im zu trauen können.“ Für Positiv-Getestete gilt außerhalb der eigenen Wohnung eine Maskenpflicht. Sie können ab Samstag also theoretisch draußen spazieren oder einkaufen gehen; einen Besuch im Restaurant schließt die Maskenpflicht aus. Für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen gilt: positiv-getestete Arbeitskräfte können arbeiten gehen, sofern Arbeitgeber und Arbeitnehmer eine entsprechende Regelung selbst treffen. Das sei schlecht für Patienten und Arbeitnehmer, kritisiert die Deutsche Stiftung Patientenschutz. Eugen Brysch, Vorstand Deutsche Stiftung Patientenschutz „Wenn sich ein Corona-Infizierter isoliert, kann er keinen anderen anstecken. Die Isolationspflicht verhindert somit die ungehinderte Ausbreitung des Virus. So […]

  • Streik am Universitätsklinikum Gießen-Marburg

    Streik am Universitätsklinikum Gießen-Marburg

    Wieder Streik am Uniklinikum in Marburg: Mit Beginn der Frühschicht haben dort heute Pflegekräfte und andere nichtärztliche Beschäftigte ihre Arbeit niedergelegt. Hintergrund des Streiks ist die Dauerkrise am privatisierten Uniklinikum Gießen Marburg. Die Mitarbeiter sprechen von immer schlechteren Arbeitsbedingungen – und fürchten um ihre Zukunft. Heute Morgen am Uniklinikum in Marburg: Das Personal streikt – zwei Drittel aller geplanten Operationen und Behandlungen fallen aus. Lediglich eine Notfallversorgung ist gewährleistet. Denn für die Mitarbeiter steht fest: Unter den derzeitigen Arbeitsbedingungen ist die Klinik selbst ein Notfall. Kira Hartmann, Auszubildende zur Krankenschwester „Es sind katastrophale Zustände. Es werden Patienten willentlich gefährdet, weil einfach nicht genug Personal da ist. Und das nimmt das Klinikum willentlich in Kauf.“ Vanessa Wolter, Mitarbeiterin Intensivstation „So kann das hier nicht weitergehen. Ich will die Patienten mit gutem Gewissen betreuen. Ich will nach Hause gehen und will mich gut fühlen. Und nicht nur denken: Oh, ich habe es heute nur mit Ach und Krach wieder geschafft.“ Tobias Imhof, Logopäde „Ich war wochenlang alleine als einziger Logopäde im ganzen Klinikum für die Patienten zuständig. Und bei so viel Bedarf ist es überhaupt nicht möglich, die Patienten adäquat zu versorgen. Und das muss einfach besser werden, damit die Patienten ordentlich versorgt werden können.“ Seit Monaten streiten sich das Land Hessen und der Klinikbetreiber Rhön AG über die Finanzierung der Unikliniken in Gießen und Marburg. Während sich die Klinik-Mitarbeiter bereits jetzt am Limit sehen, plant die Rhön AG, die wiederum zum Asklepios-Konzern gehört, offenbar weiteren Personalabbau. Höchste Zeit für das Land Hessen, endlich die Reißleine zu ziehen – findet Marburgs Oberbürgermeister Thomas Spies. Thomas Spies, SPD, Oberbürgermeister Marburg „Ich glaube, dass das Universitätsklinikum niemals in private Hände gehört hätte und dass das Land die Kontrolle zurückgewinnen muss.“ Die Stadt Marburg hat sich inzwischen dazu bereit erklärt, das Land Hessen finanziell zu unterstützen, […]

  • Hilfe für totkranke Kinder

    Hilfe für totkranke Kinder

    Es ist ein Alptraum, wenn frischgebackene Eltern gesagt bekommen, dass ihr Kind unheilbar krank ist. Marina Zolotashko aus der Ukraine hat genau diese schlimme Botschaft bekommen. Die Flucht mit ihrem unheilbar kranken Kind führte die junge Mutter nach Frankfurt, wo im Kinderhospiz Löwenzahn ganz viel Unterstützung bekommen hat. Und wo Kinder niemals aufgegeben werden. Es hieß, er würde niemals laufen – aber er läuft, wenn er in die Arme seiner ehrenamtlichen Begleitung Monika will. Als er geboren wurde, hieß es: Er würde niemals essen oder trinken können – doch seine Mutter Maryna gab ihn nicht auf. Niemand hat das erwartet – denn Dimitri wurde mit vielen Fehlbildungen geboren worden. Maryna Zolotashko „Als ich das Kind gesehen habe, war sein Brustkorb noch offen, das Händchen war deformiert und er konnte noch nicht richtig atmen. Die Ärzte haben gesagt, das Kind hat sehr viele schlechte Diagnosen und ich soll mich darauf gefasst machen: Das Kind wird sterben.“ Doch Dimitri lebt viel länger als das eine Jahr, das die Ärzte ihm geben – er ist schon sieben als im Februar der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine beginnt. Die alleinerziehende Mutter von zwei Jungen setzt ihr schwerbehindertes Kind auf ein Skateboard, um ihn zu bewegen und um vor den Bomben aus Kiew zu fliehen. An Ostern kommen sie in Frankfurt an, leben mittlerweile im Airporthotel. Seitdem betreut der ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst Löwenzahn die Familie – einmal in der Woche kümmert sich Monika Barabasi um Dimitri. Monika Barabasi, Ehrenamtliche Helferin „Das Schöne ist, dass wir, obwohl wir nicht verbal miteinander kommunizieren können, trotzdem auf der Gefühlsebene ganz viel zurückkommt. Das war schon am ersten Tag so, dass ich hier war und er meine Hand gegriffen hat und sie auch festgehalten hat. Das gibt einem ein sehr gutes Gefühl.“ Maryna Zolotashko „Es gibt so viele […]

  • Fiebersäfte sind Mangelware

    Fiebersäfte sind Mangelware

    Husten, Schnupfen, Fieber – wir sind mittendrin in der ersten Erkältungswelle. Das Problem: Einige Medikamente gegen Erkältung werden knapp. Auch in diesem Bereich sind die internationalen Lieferketten ins Stocken geraten. 93 Prozent der Apotheker sagen: „Wir haben mit Lieferengpässen zu kämpfen „. Ein Problem jetzt gerade in der Erkältungszeit: Es gibt kaum noch Fiebersäfte für Kinder. Ein Blick in das Regal der Schlossapotheke in Koblenz. Eine große Lücke bei den Medikamenten gegen Atemwegserkrankungen, also Erkältungen. Apothekerin Annette Eichele füllt die Lücke bei den Fiebersäften mit Nasensprays auf. Annette Eichele, Apothekerin aus Koblenz „Im Moment ist es tatsächlich so, dass Ibuprofen- und Paracetamol-Säfte, also die Säfte für die Kinder, die Fieber oder Schmerzen haben, nicht lieferbar sind. Es kommen immer wieder ein, zwei Flaschen, aber mehr ist im Moment nicht vorhanden.“ Die Lieferengpässe betreffen nicht nur die Koblenzer Schlossapotheke. Sie sind ein deutschlandweites Problem. Ob Antibiotika, Blutdruckmittel oder Arzneimittel gegen Herzerkrankungen. Die Liste des Bundesinstituts für Arzneimittel ist lange. Viele Menschen sind von der Mangellage betroffen. „Wo er krank war, war ich in der Apotheke, in zwei verschiedenen und hab ich nachgefragt. Dann hab ich noch Freunde befragt, ob die was haben oder so. Weil ich muss ja meinem Kind was geben, wenn es krank ist. Aber war halt nichts zu holen. Also konnte man halt nirgendwo was holen. Musste ich halt so dadurch. Ist halt echt traurig eigentlich.“ „Es geht konkret um Blutdrucksenker. Das Produkt, was ich seit Jahren gewohnt bin zu bekommen, ist nicht verfügbar und ich muss auf ein Alternativprodukt ausweichen.“ „Bei zwei Präparaten hatte ich schon, da musste irgendwo, wer weiß wo, dass der Großhändler die beibringt, da muss man dann die Apotheke wechseln; manche haben es dann doch.“ Auf Bestellung werden die Fiebersäfte für Kinder in der Schlossapotheke selbst hergestellt. Das Mischverhältnis zwischen Ibuprofen und Glucose […]

  • Weitere Nachrichten im Überblick

    Weitere Nachrichten im Überblick

    Frankfurt: Bahnstrecke der U7 noch länger gesperrt — Rückkauf des Uniklinikums Gießen Marburg gefordert — Sorgen ums Weihnachtsgeschäft Bahnstrecke noch länger gesperrt Wegen umfangreicher Reparaturarbeiten nach einem Unfall ist eine Teilstrecke der U-Bahn-Linie 7 in Frankfurt in beide Richtungen noch bis in die Nacht nicht befahrbar. Betroffen sind die Stationen von der Eissporthalle / Festplatz bis Enkheim. Gestern Abend gegen 23.00 Uhr hatte ein Autofahrer eine oberirdisch fahrende U-Bahn übersehen und war mit ihr zusammengestoßen. Zwei Männer wurden verletzt, der Fahrer der U-Bahn erlitt einen Schock. An dem Auto entstand Totalschaden. Rückkauf gefordert Der Marburger Oberbürgermeister Thomas Spies will dem Land Hessen 100 Millionen Euro für den Rückkauf des Uniklinikums Gießen Marburg zur Verfügung stellen. Die Privatisierung des Uniklinikums sei falsch gewesen. Es müsse wieder zurück zum Land. Die Belastungen seien für die Mitarbeiter schwer erträglich. Die Verhandlungen über eine neue Finanzierungsvereinbarung zwischen dem Land Hessen und der Rhön-Klinikum AG als Eigentümerin hätte noch immer kein Ergebnis gebracht. Der geltende Zukunftsvertrag läuft im Dezember aus. Sorgen ums Weihnachtsgeschäft Trotz des Wegfalls der Corona-Beschränkungen läuft das Weihnachtsgeschäft für das rheinland-pfälzische Gastgewerbe in diesem Jahr bis jetzt schlechter als erwartet. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des Branchenverbandes Dehoga hervor. Mehr als 60 Prozent der Betriebe bezeichneten den Stand der Buchungen und Reservierungen für Weihnachtsfeiern als schlecht oder sehr schlecht. Grund für die bislang geringe Nachfrage sei unter anderem die Inflation. Das Gastgewerbe hoffe jetzt auf Spätentschlossene. In unsicheren Zeiten werde oft kurzfristig gebucht.

  • Rettungskräfte schlagen Alarm

    Rettungskräfte schlagen Alarm

    Die Rettungskräfte schlagen Alarm. Das Deutsche Rote Kreuz sieht seine Rettungswagen an der Überlastungsgrenze. 450 Einsätze allein in Frankfurt jeden Tag. Das Problem: immer mehr Notrufe, die eigentlich gar keine Notfälle sind. Wir haben zwei Rettungssanitäter bei ihrem täglichen Einsatz begleitet. Alarm in der Rettungswache Frankfurt Bergen-Enkheim. Für die Sanitäter Julian Heilmann und Katharina Huck beginnt der Einsatz. Mit dem Krankenwagen geht es zum gemeldeten Einsatzort, erste Details bekommen die beiden digital zugeschickt. Die zentrale Leitstelle gibt ihnen aber schon mit auf den Weg: Der Einsatz ist als „nicht dringlich“ eingestuft. Julian Heilmann, Notfallsanitäter „Okay, also: einmal Atemprobleme. Dann steht da beim Ehemann: mit Covid und bekanntem Asthma. Da bin ich mal gespannt.“ Patient „mit Covid“, das bedeutet für die beiden Notfallsanitäter: neben den FFP2-Masken auch Schutzfolien überziehen. Aus medizinischen Sicherheitsgründen muss unser Kamerateam draußen bleiben. Ein über 80-jähriger Corona-Infizierter klagt über Schwindel beim Treppensteigen, seine Frau hat aus Angst den Notruf gewählt. Doch schon nach wenigen Minuten Entwarnung: Kein Fieber, keine schwerwiegenden Symptome – Fehlalarm. Julian Heilmann, Notfallsanitäter „Aber er hat halt die typischen Sachen wie Erkältungs- und Grippesymptome und fühlt sich nicht so wohl. Er ist jetzt aber ansonsten stabil. Sie hätte theoretisch ihren Hausarzt kontaktieren können. Wir wissen alle, wie die Lage da ist. Die haben auch viel zu tun, die Wartezimmer sind voll. Aber prinzipiell ist das jetzt eine Behandlung, die ein Hausarzt durchführt.“ Für die beiden Sanitäter heißt es nun: Alle Geräte desinfizieren, ein erstes Protokoll schreiben und dem Patienten übergeben – nach einem letztlich unnötigen Einsatz. Dann geht es zurück zur Rettungswache. Bei der zentralen Einsatzstelle in Frankfurt gehen jährlich 130.000 Alarmmeldungen ein, Tendenz steigend. Diesen Sommer waren es 600 Einsätze pro Tag – neuer Rekord. Zu oft sind es keine wirklichen Notfälle, das Rote Kreuz stößt an seine Grenzen, um wirklich lebensbedrohliche Situationen […]

  • Hessen will Corona-Isolierung aufheben

    Hessen will Corona-Isolierung aufheben

    Lange wurde darüber diskutiert, jetzt ist es beschlossene Sache. Hessen lockert die Quarantäneregeln deutlich, die Isolationspflicht soll aufgehoben werden. Denn im Umgang mit der Pandemie sei jetzt eine neue Phase nötig. Bis jetzt galt die Regel: Wer sich mit Corona infiziert hat, der muss mindestens fünf Tage lang zu Hause bleiben. Diese Isolationspflicht soll jetzt in Hessen, Baden-Württemberg, Bayern und Schleswig-Holstein wegfallen. Für den hessischen Gesundheitsminister Kai Klose ist diese Maßnahme vertretbar, solange das derzeit vorherrschende Omikron-Virus nicht durch eine gefährlichere Variante abgelöst werde. Denn viele Menschen seien mittlerweile geimpft oder hätten eine Infektion durch gemacht. Kai Klose, Bündnis 90 / Die Grünen, Gesundheitsminister Hessen „Wir haben jetzt seit mehreren Monaten ein relatives stabiles Geschehen mit der Omikron-Variante, die zwar erst zu mehr Infektionen geführt hat – die sind ja auch wieder am Abflauen –, aber eben nicht zu schweren Krankheitsverläufen. Das heißt, eine Überlastung des Gesundheistwesen droht nicht. Und das ist die Begründung, wie wir eine solche Einschränkung von Freiheitsrechten wie die Isolationspflicht begründen konnten.“ Die Details müssen jetzt noch ausgearbeitet werden. Möglich ist, dass Menschen, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, ihr Haus nur noch mit FFP2-Maske verlassen sollen und zum Beispiel Kitas oder Pflegeheime gar nicht betreten dürfen. Im Nachbarland Rheinland-Pfalz hatte der dortige Gesundheitsminister Clemens Hoch bereits im Oktober die Isolationspflicht als nicht mehr zeitgemäß bezeichnet – aus dem Ministerium heißt es heute: „Rheinland-Pfalz begrüßt weiterhin, dass hierüber erneut diskutiert werden soll, befürwortet in dieser Frage aber ein möglichst einheitliches Vorgehen.“ Keine Isolationspflicht mehr – wie kommt das bei den Menschen an? Wir haben uns am Nachmittag in der Wiesbadener Innenstadt umgehört. Kevin Küchler, Auszubildender „Da sollte man generell vielleicht einfach ein bisschen sensibilisieren, dass man auch nicht mit einer Grippe arbeiten geht. Man selten einfach generell zuhause bleiben, wenn man krank ist.“ Beate Moritz, […]

  • Zu wenig Ärzte für Schwangerschaftsabbrüche

    Zu wenig Ärzte für Schwangerschaftsabbrüche

    Seit 30 Jahren können ungewollt Schwangere bei pro familia Mainz nach einer Beratung einen Schwangerschaftsabbruch durchführen lassen. Seit drei Wochen hat die medizinische Einrichtung aber geschlossen. Der Grund: Es fehlen schlichtweg Ärzte. Arzthelferin: „Pro familia Mainz, guten Tag.“ Einer von rund 35 Anrufen wöchentlich. Doch Termine können hier vorerst nicht vergeben werden. Arzthelferin: „Wird bei uns ein bisschen schwierig, weil es von der Schwangerschaftsdauer her es einfach schon zu weit ist und bei uns Ärzteausfall ist.“ Normalerweise werden in der medizinischen Einrichtung von pro familia in Mainz an zwei Tagen pro Woche Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt. Da beide Ärztinnen für längere Zeit ausfallen, musste die Einrichtung vorerst schließen. Für schwangere Frauen, die einen Abbruch vornehmen wollen, ein Problem. Gisela Hilgefort, Geschäftsführerin Beratungsstelle pro familia Mainz „Wenn die sich darauf eingestellt haben, dass das hier möglich ist, und sie müssen dann noch einmal woanders hin, dann ist das schon eine zusätzliche Belastung. Vor allen Dingen wenn sie dann auch noch weiter fahren müssen, weil sie hier in der Nähe vielleicht keinen Termin bekommen und schon unter Zeitdruck sind.“ Denn ein Abbruch darf in aller Regel nur in den ersten drei Monaten einer Schwangerschaft erfolgen. Die schwangere Frau muss sich zunächst professionell beraten lassen. Verfestigt sich der Wille, die Schwangerschaft zu beenden, müssen zwischen Beratung und Abbruch drei Tage vergehen. Gisela Hilgefort, Geschäftsführerin Beratungsstelle pro familia Mainz „Wenn sie darüber sprechen, dass sie sich sehr viele Gedanken darüber machen, dass das ja werdendes Leben ist. Und sich auch fragen: ‚Darf ich das? Wie wird’s mir damit hinterher gehen?‘. Also, es ist schon eine Entscheidung, die keine Frau leichtfertig trifft.“ Und manchmal doch treffen muss. In der Mainzer Einrichtung werden jährlich zwischen 700 und 800 Abtreibungen durchgeführt. Das sind ein Viertel aller Abbrüche in ganz Rheinland-Pfalz. Das Angebot ist laut Landesärztekammer Rheinland-Pfalz stark eingeschränkt. Dr. […]

  • Cannabis-Legalisierung: Nicht jeder ist dafür

    Cannabis-Legalisierung: Nicht jeder ist dafür

    Die Bundesregierung hat in dieser Woche die Eckpunkte für die geplante Cannabis-Legalisierung in Deutschland beschlossen. So soll jeder Erwachsene künftig 30 Gramm der Droge kaufen und besitzen und Cannabis sogar selbst anbauen dürfen. Wir haben uns in Hessen und Rheinland-Pfalz umgehört, welche Chancen, aber auch welche Risiken ein solches Gesetz mit sich bringen würde. Haschisch-Zigarette statt Feierabendbier. Klingt irgendwie absurd. Klar, weil es bislang verboten ist. Ein Viertel aller 18- bis 25-Jährigen habe laut Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach im vergangenen Jahr trotzdem Cannabis konsumiert, Tendenz steigend. Ein Versagen der Drogenpolitik, deren Macher jetzt zur Kehrtwende ansetzen. Bis zu 30 Gramm „Genusscannabis“ soll künftig jeder Erwachsene besitzen bzw. kaufen dürfen. Saker Aljanke, Sozialarbeiter „Sobald der Mensch es kontrollieren kann, also alles unter Kontrolle hat, dann soll er machen.“ Bärbel „Es ist nicht so einfach zu sagen, komplett alles frei – das finde ich nicht gut“ Marion del Pozo, Rentnerin „Es wird etwa entkriminalisiert. Und dafür bin ich eigentlich.“ Marcel Töpfer, Schausteller „Dann gibt es diese Bandenkriege nicht mehr, dann gibt es nicht mehr diese illegalen Geschäfte.“ Die meisten Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz werden durch Cannabis-Konsumenten verursacht. Fallen diese Strafanzeigen weg, werde das in erster Linie für die Polizei deutlich spürbar sein. Dirk Peglow, Bundesvorsitzender Bund deutscher Kriminalbeamter „Das heißt, wir werden diese Verfahren gegen Konsumierende nicht mehr führen müssen, die Justiz wird sie nicht mehr führen müssen. Insofern werden Ressourcen frei, die wir aber dann einsetzen müssen bei der Bekämpfung des illegalen Rauschgifthandels, der nach wie vor dann auch noch Bedeutung haben wird. „ Vor allem in einer Großstadt wie Frankfurt, in der Cannabis-Dealer laut Peglow auch weiter ihr Geschäft machen werden. Dirk Peglow, Bundesvorsitzender Bund deutscher Kriminalbeamter „Sie werden natürlich versuchen Material zu verkaufen, was einem höheren THC-Gehalt hat, sie werden versuchen Material zu verkaufen, was billiger ist als in den […]

  • Bioscientia forscht nach Corona im Abwasser

    Bioscientia forscht nach Corona im Abwasser

    Die aktuellen Corona-Infektionszahlen – man möchte sagen, sie sind so ungenau wie nie. Denn in der Statistik landen nur diejenigen, bei denen Corona mittels eines PCR-Tests nachgewiesen wurde. Wie hoch also die Dunkelziffer ist? Schwer zu sagen. In Rheinland-Pfalz wird deshalb jetzt das Abwasser untersucht. Warum und wie das funktioniert, haben wir uns im medizinischen Labor Bioscientia in Ingelheim angeschaut. Denn hier landen die Wasser-Proben aller rheinland-pfälzischen Kläranlagen. Hier wird im wahrsten Sinne des Wortes im Trüben gefischt. Genauer gesagt, in Abwasser. Denn es lassen sich kaum noch Menschen auf Corona testen. Doch wer Coronaviren im Körper hat, der scheidet sie auch aus. Und genau das machen sich die Wissenschaftler zunutze. Dr. Oliver Harzer, Laborleiter Bioscientia: „Was machen wir da? Wir arbeiten dieses Klärwasser sozusagen dann auf und untersuchen dann mit den gleichen Methoden die ausgeschiedenen Viren in einer bestimmten Menge Klärwasser.“ Die Wasserproben stammen aus fünfzehn verschiedenen Klärwerken in ganz Rheinland-Pfalz. Hier in Ingelheim werden sie untersucht. Dafür werden zuerst verschiedene Lösungen hinzugegeben. Diese bewirken, dass sich die einzelnen Bestandteile im Abwasser nicht immer weiter zersetzen, damit man die Viren noch messen kann. Dann wird das Abwasser gefiltert. Lediglich die Virusbestandteile von Sars-Cov-2 sollen übrig bleiben, damit zu guter Letzt – vereinfacht gesagt – gemessen werden kann, wie viel Virus in der jeweiligen Probe vorliegt. Lässt die Virusmenge im Abwasser in einer Region auf deutlich mehr Infizierte schließen als durch Tests bekannt ist, ist das ein Hinweis auf eine hohe Dunkelziffer. Dr. Oliver Harzer, Laborleiter Bioscientia: „Wir hoffen, dass wir über solche Entwicklungen dann irgendwann mal sagen können, ups in einer Region wird es jetzt doch deutlich stärker und vielleicht müsste man da doch ein paar mehr Maßnahmen treffen. Also in Bezug auf im öffentlichen Raum dann doch wieder mehr Maske tragen oder auch mehr testen.“ Gesammelt, ausgewertet und interpretiert […]

  • Arztpraxen wegen Protestaktion geschlossen

    Arztpraxen wegen Protestaktion geschlossen

    Wenn Sie heute zum Arzt wollten, standen Sie vielleicht vor verschlossenen Türen: Denn deutschlandweit haben heute viele niedergelassene Ärzte gegen die geplanten Sparmaßnahmen der Bundesregierung im Gesundheitsbereich protestiert. Sie sehen nicht nur ihre Existenz, sondern auch die Versorgung der Patienten in Gefahr. Jan Henniger ist Facharzt für Chirurgie und als niedergelassener Arzt in Frankfurt tätig. Er behandelt in seiner Praxis gesetzlich versicherte Patienten. Eingewachsene Zehennägel, Leistenbrüche, kaputte Kniegelenke – all das wird hier heute nicht versorgt. Denn aus Protest gegen eine Entscheidung der Bundesregierung von vergangener Woche bleibt die Praxis heute geschlossen. Konkret geht es dabei um die Streichung der so genannten Neupatientenregelung von 2019, mit der die Regierung finanzielle Anreize für Ärzte geschaffen hatte, neue Patienten aufzunehmen. Auf diese Zusatz-Einnahmen sollen die niedergelassenen Ärzte künftig verzichten, um die Krankenkassen zu entlasten. Jan Henniger, Facharzt für Chirurgie: „Das ist natürlich bei einer Inflation von über zehn Prozent ein Grauen für eine Praxis. Und nicht nur für eine Praxis, sondern für viele Praxen. Wir müssen unsere Mitarbeiter ernähren. Ich als chirurgische Praxis – ich muss ein Röntgen betreiben, wo ich Energiekosten habe. Wir haben steigende Mietkosten.“ So sei alleine die Miete für seine Praxis innerhalb eines einzigen Jahres um mehr als 15 Prozent gestiegen. Das passe nicht mit der Ankündigung der gesetzlichen Krankenkassen zusammen, für die kommenden zwei Jahre eine Nullrunde für ärztliche Honorare festzuschreiben. Denn das sei sowohl für die Arztpraxen als auch für Patienten nicht gut. Jan Henniger, Facharzt für Chirurgie: „Gesetzlich Versicherte müssen ordentlich versorgt werden können. Und die Praxen müssen davon leben können, gesetzlich Versicherte zu behandeln. Das muss doch machbar sein in unserem Land.“ Steigende Kosten und gleichzeitig weniger Einnahmen: Sollten die Bundesregierung und die Krankenkassen bei ihren Entscheidungen bleiben, sieht Jan Henniger für viele ambulante Praxen in Deutschland schwarz. Jan Henniger, Facharzt für Chirurgie: „Wenn […]