Gesundheit

  • Schweinepest in Trebur

    Schweinepest in Trebur

    Die afrikanische Schweinepest weitet sich immer weiter aus. Hotspot ist der Landkreis Groß-Gerau mit über 20 infizierten Fällen bei rund 90 gefundenen Kadavern. Mittlerweile ist auch Rheinland-Pfalz betroffen. Die sogenannte Restriktionszone rund um die Funde erstreckt sich von Wiesbaden bis fast nach Worms. Die Behörden sind mit Drohnen und Suchhunden unterwegs und es gelten besondere Regeln für Anwohner und Landwirte. Ein Problem, vor allem für Schweinebauern. Im Schweinestall von Thomas Paul in Trebur wird es langsam ganz schön eng. Normalerweise leben hier rund 1500 Schweine, mittlerweile sind es fast 2000. Der Grund: Der Landwirt darf die Tiere wegen der afrikanischen Schweinepest nicht schlachten. Trebur liegt in der Kernzone rund um die Fundstellen, an denen das Virus nachgewiesen wurde. Hier darf kein Schwein rein oder raus. Für die Tiere bedeutet das Stress im engen Stall, für den Landwirt einen großen finanziellen Schaden. Denn mehr und größere Schweine brauchen mehr Futter. Thomas Paul, Schweinebauer aus Trebur: „Also wenn wir durch sind gehe ich fast von 100.000 Euro aus. Also ich weiß nicht, wie ich das stemmen kann und ich hab auch Probleme mit der Bank dann und es  wird für mich existenzbedrohend werden.“ Durch die Tierseuchenversicherung bekäme er nur einen Ausgleich, wenn seine Schweine infiziert seien und gekeult werden müssten. Ob er für die restlichen Mehrkosten eine Entschädigung bekommt, weiß er nicht. Vor und nach dem Betreten seines Betriebs und beim Wechsel von einem Stall in den nächsten muss Thomas Paul sich jedes Mal umziehen, seine Schuhe und sogar das Auto desinfizieren. Thomas Paul, Schweinebauer: „Für gewisse Maßnahmen hab ich Verständnis, weil die fachlich orientiert sind, aber vieles ist definitiv auch Schikane, weil wenn ich da fünf Waschbecken montieren muss, das hat eigentlich nichts mehr mit Schweinepest zu tun und da nochmal und des nochmal. Also es ist viel an den Haaren […]

  • Pinguin-Nachwuchs im Landauer Zoo

    Pinguin-Nachwuchs im Landauer Zoo

    Bei den Pinguinen im Landauer Zoo gab es gleich sieben Mal süßen Nachwuchs. Vom Küken zum prächtigen Profitaucher geht es bei den Kleinen nun ganz schnell. Elf Wochen ist sie alt, bereits eine begeisterte Schwimmerin und Taucherin. Einen Namen hat die Kleine aber noch nicht. Noch hält sie sich gern an Mama Spring, doch auch ihr Papa Flöte hier rechts hat seine Tochter sehr beeinflusst. Doreen Balzereit, Tierpflegerin Zoo Landau „Sie kommt so ein bisschen nach Flöte, also sie ist auch sehr gesprächig. Wenn man in die Höhle guckt, wird man sofort angemöpt. Da sind wir schon am überlegen, ob’s vielleicht irgendwie eine ‚Pfeife‘ oder sowas wird.“ Dann nennen wir sie doch einfach Pfeife. Bei der Fütterung hält sie sich wie alle Jungtiere noch abseits. Pfeife verlässt sich ganz darauf, von ihren Eltern etwas abzubekommen. Erst in ein paar Wochen wird sie sich ihr Futter selbst holen. Als junges Küken war ihr Federkleid noch grau, vor einer Woche hat sie ihr jugendliches Aussehen angenommen. Zum Erwachsenwerden fehlt ihr jetzt noch der dunkle Querstreifen auf der Brust, der wächst ihr aber erst in einem Jahr. Eine kleine Fangemeinde hat Pfeife schon jetzt, manche sind extra aus England gekommen. Lesslie und Terry Armstrong, aus Northhampton „Sie sind lustig anzusehen, überbringen aber auch eine wichtige Botschaft: Dass wir unsere Umwelt schützen müssen.“ Der Humboldt-Pinguin ist vom Aussterben bedroht, der Zoo Landau unterstützt Schutzprojekte und Zuchtprogramme. Für Biologin Christina Schubert ist es spannend, jede Entwicklungsstufe der kleinen Pfeife mitzuerleben. Dr. Christina Schubert, Biologin Zoo Landau „Jetzt dieses Betteln zu beobachten, einfach auch mitzukriegen, wie sie sich entwickeln. Wie sich auch die Charaktere entwickeln, wie die Tierpfleger zu den Namen kommen. Das ist jedes Jahr aufs Neue wieder schön.“ Mit dem Nachwuchs leben nun über 30 Pinguine in Landau. Für Pfeife heißt das: viele Spielgefährten […]

  • Kleine Piloten und große Emotionen beim Aktionstag „Engel können fliegen“

    Kleine Piloten und große Emotionen beim Aktionstag „Engel können fliegen“

    In Frankfurt-Egelsbach werden Träume wahr: Dort fliegen Piloten Kinder und Jugendliche mit Einschränkungen über Hessen: Der Aktionstag „Engel können Fliegen“ will das Gefühl vom Fliegen für jeden zugänglich machen. Für die Kinder ein ganz besonderes Erlebnis. Ein ganz großer Tag für Maja. Das ist der zweite Flug ihres Lebens. Sie liebt es zu fliegen. Doch bevor es in die Luft geht, muss die Maschine erst mal vorbereitet werden: Am Boden ein kurzer Check. Die Vorfreude bei Maja ist groß. Maja Coppik „Voll aufgeregt, voll aufgeregt. Es wird ein komisches Gefühl im Bauch geben. So ein Kribbeln im Bauch.“ Neben Maja dürfen heute rund 120 Kinder und junge Erwachsene mit Behinderung mitfliegen. Dafür starten über 60 Flüge. Majas Lehrerin Heidi Bierwirth begleitet sie. Heidi Bierwirth, Lehrerin Christoph-Graupner-Schule Darmstadt „Ich glaube, das ist so aufregend für sie. Einfach etwas Besonderes zu tun, mal was ganz anderes zu tun als alle anderen. Und Fliegen scheint ihr zu gefallen, von daher freut sie sich einfach.“ Die letzten Anweisungen – und dann ist es so weit: Maja Coppik: „Jaa!“ – Felix Walluf, Pilot: „Super, sehr schön. Dann machen wir uns mal auf den Weg oder?“ – Maja Coppik: „Jaa!“ – Lachen zusammen. Das Flugzeug hebt ab. Die Welt von oben sehen. Ein Highlight für Maja als Lilienfan: Klar, das Stadion von Darmstadt 98. Felix Walluf, Pilot: „So hier rechts seht ihr das Stadion.“ – Maja Coppik: „Wo? Wo?“ – Felix Walluf: „Hier, da, guck.“ – Maja Coppik: „Stadion! Cool!“ Knapp eine halbe Stunde ist Maja in der Luft. Sie hat Glück: Die Flugroute führt sie direkt über ihr Zuhause. Felix Walluf, Pilot: „Also das hier ist jetzt Darmstadt. Da vorne kommt Weiterstadt. Und das hier, das müsste Wixhausen sein glaube ich.“- Maja Coppik: „Jaa! Da wohne ich! Da wohne ich!“ Für den Flug gibt’s von […]

  • Künstliche Intelligenz in der Pflege

    Künstliche Intelligenz in der Pflege

    Einer Erhebung des hessischen Pflegemonitors nach werden hierzulande bis zum Jahr 2030 mehr als 20.000 neue Vollzeitkräfte in der Pflege benötigt. Doch momentan schaffen es viele Einrichtungen nicht einmal, ihre aktuell offenen Stellen zu besetzen. Im Rahmen unserer 17:30 Sat.1 live – KI-Serie haben wir uns einmal im hessischen Mörfelden-Walldorf angeschaut, wie dort ein kleiner Helfer mit künstlicher Intelligenz im Alltag mithilft. Ein Beispiel dafür, welche Rolle die KI zukünftig in der Pflege spielen kann – und wo sie auch an ihre Grenzen stößt. „Bitte kommen Sie zur Medikamentenausgabe in das Büro.“ Temi dreht seine Runde, in der Wohngruppe. Hier in Mörfelden-Waldorf wohnen 24 Menschen mit psychischen Behinderungen, wie Elena und Nooryar. Temi soll sie nicht nur an ihre täglichen Termine erinnern, sondern auch in allen anderen Lebenssituationen unterstützen. Elena, leidet unter einer Angststörung „Der kann mich sehr ablenken. Also wenn ich jetzt Angstzustände habe oder so, dann schafft der das immer wieder mir zu helfen und ich beschäftige mich auch sehr gerne mit ihm auf Youtube oder Gedächtnistraining oder so. Der hat ja sehr viele Funktionen.“ Ob Kochrezepte oder Fitnessprogramm: Temi bietet einige Interaktionsmöglichkeiten, lässt sich per Sprachbefehl oder Touchsteuerung bedienen und findet sich auch in der Wohngruppe selbstständig zurecht. Valentin Schwind ist Professor für Mensch-Computer-Interaktion in Frankfurt und Experte für KI. Die größten Hürden für den Einsatz neuer Technologien in der Pflege sieht er vor allem in der Akzeptanz der Patienten und in rechtlichen Bedenken. Valentin Schwind, Professor für Mensch-Computer-Interaktion „Bilderkennung zum Beispiel, wird ja durch KI sehr erleichtert. Aber wenn wir uns überlegen, wir nehmen jetzt diese Kameras, zum Beispiel um Stürze zu erkennen, dann sieht es schon wieder anders aus, weil wir die täglich laufen lassen müssen. Da muss die Kamera uns quasi ja täglich beobachten und schon sind die kritischen Stimmen wieder da, die sagen: […]

  • Cannabis-Clubs vor dem Start

    Cannabis-Clubs vor dem Start

    Bei der vieldiskutierten Freigabe für Cannabis ist heute ein besonderer Stichtag: Nun können spezielle Vereine eine Lizenz zum legalen Anbau beantragen. Wer aber denkt, er könne von jetzt auf gleich loslegen, hat sich getäuscht. Denn die behördlichen Auflagen sind groß, wie unser Beispiel aus Wiesbaden zeigt. Ein Altbau mitten in der hessischen Landeshauptstadt, Vorstandstreffen des „Cannabis Social Club Wiesbaden“. Gegründet hat sich der Verein schon vor über einem Jahr, ihren offiziellen Lizenzantrag schicken die Vorsitzenden heute aber noch nicht ab. Denn viele Angaben sind nötig: Steuernummer des Vereins, ein polizeiliches Führungszeugnis, ein genaues Jugendschutzkonzept. Und dann soll die Bearbeitung laut Behörden ohnehin bis zu drei Monaten dauern. Christopher Kalkhof, Cannabis Social Club Wiesbaden „Jeder hat ja gedacht: ‚Klasse, jetzt sind wir alle als Verein in der Lage, los geht’s!‘ – Nein! Wir nutzen diesen Tag heute – es ist ja online geschaltet, wir sehen zum ersten Mal heute exakt, was man alles erfüllen muss, um an eine Anbaulizenz zu kommen.“ Nur eingetragene Vereine dürfen eine Lizenz beantragen, keine Unternehmen. Bis zu 500 Mitglieder pro Club dürfen Cannabis nichtkommerziell anbauen und nur eine bestimmte Jahresmenge. Nur die Mitglieder selbst dürfen Pflanzen anbauen, keine bezahlten Beschäftigten. Der Anbau soll ausschließlich durch Mitgliedsbeiträge finanziert werden, Verkauf und Werbung sind tabu. Kein Konsum vor Ort, keine Wohngebäude als Anbaustätte. Zu Schulen müssen 200 Meter Abstand eingehalten werden. Es dürfen sich nicht mehrere Clubs ein Gebäude teilen. Der Wiesbadener Verein hat sich noch gar nicht für eine konkrete Immobilie entschieden. Fynn von Kutschenbach, Cannabis Social Club Wiesbaden „Weil wir gesagt haben: Erst wenn die Antragsstelle öffentlich ist und wir ganz genau sehen, was benötigen wir, um den Antrag zu stellen, werden wir einen Pacht- oder Mietvertrag unterzeichnen. Weil am Ende heißt es: Das Grundstück ist nicht das korrekte und wir müssen den Vertrag widerrufen. Das […]

  • Cannabis-Prävention an Schulen

    Cannabis-Prävention an Schulen

    Seit dem 01. April dürfen volljährige Menschen in Deutschland legal Cannabis besitzen und konsumieren. Doch Ärzte und Wissenschaftler weisen bereits seit Langem auf die Gefahren hin, die der Konsum von Cannabis gerade für junge Menschen hat. Deshalb startet an der Frankfurter Wöhler-Schule ein Pilotprojekt, das über die Risiken informiert. Armin Schwarz ist nicht glücklich, das merkt man dem Hessischen Bildungsminister bei der Vorstellung der neuen Suchtpräventionskampagne an. Vor Journalisten und Schülern der Frankfurter Wöhlerschule betont der Minister, wie sehr es ihn nervt, dass seine CDU in Hessen ein Gesetz umsetzen muss, hinter dem sie in keiner Weise steht: das Gesetz zu Teillegalisierung von Cannabis. Armin Schwarz (CDU), Bildungsminister Hessen: „Da stellen sich ganz viele juristische Fragen im Detail. Wir wollen das so restriktiv wie möglich umsetzen. Weswegen? Um unsere Schülerinnen und unsere Schüler zu schützen.“ Deshalb war Schwarz zur Vorstellung der Kampagne „Kiffen bis der Arzt kommt“ erschienen, die die Hessische Landesärztekammer auf die Beine gestellt hat. Dabei sollen Jugendliche in 90-minütigen Unterrichtseinheiten für die Gefahren von Cannabis sensibilisiert werden, denn – so betont es die Kinder- und Jugendpsychologin Jeanette Weber – die Droge kann fatale Auswirkungen auf Gehirne haben, die sich noch in der Entwicklung befinden und Psychosen auslösen. Jeanette Weber, Kinder- und Jugendpsychologin „Gerade vor ein paar Wochen habe ich eine junge Frau gehabt, die gesagt hat, wenn sie gewusst hätte, wie gravierend diese Nebenwirkungen sind und dass eine Psychose ausgelöst werden kann, dann hätte sie ihr Konsumverhalten sehr überdacht.“ Aufklärung ist also das große Ziel von „Kiffen bis der Arzt kommt“. Dabei setzt die Psychologin auch auf eine sogenannte „Suchtbrille“, die die Effekte des Cannabis-Konsums simulieren soll. Vor allem aber versucht sie mit den Schülerinnen und Schülern in den Dialog zu treten. Bei der 9c des Frankfurter Gymnasiums sorgt der Vortrag auf jeden Fall für Diskussionsstoff. Daniel, […]

  • Weitere Nachrichten im Überblick

    Weitere Nachrichten im Überblick

    Weitere Nachrichten aus Rheinland-Pfalz und Hessen im Überblick. Apotheker streiken erneut: Am Donnerstag und Freitag werden viele Apotheken in Hessen geschlossen bleiben. Der Hessische Apothekerverband hat zu dem zweitätigen Streik aufgerufen, um gegen die Reformpläne von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach zu protestieren. Der Verband bezeichnete sie als – so wörtlich – Todesstoß für den Berufsstand. Unter anderem wolle Lauterbach Pseudo-Apotheken schaffen, in denen keine Apotheker mehr zur Beratung in Präsenz bereitstünden. Das schränke die Versorgung der Bürger ein und gehe zu Lasten der Arzneimittelsicherheit. Notdienstapotheken seien an den beiden Streiktagen geöffnet. Mehr Anträge auf Einbürgerung erwartet: Hessen und Rheinland-Pfalz rechnen damit, dass die Zahl der Anträge zur Einbürgerung durch das neue Gesetz zur Staatsangehörigkeit in die Höhe schnellen wird. Ab Donnerstag besteht bereits nach fünf Jahren ein Anspruch auf Einbürgerung, bisher waren es acht Jahre. Außerdem sind grundsätzlich zwei oder mehr Staatsangehörigkeiten zugelassen. In Hessen wurden im vergangenen Jahr rund 15.100 Menschen eingebürgert, in Rheinland-Pfalz waren es rund 10.800. Spargelsaison endet: Zum traditionellen Ende der Spargelsaison haben die Landwirte in Hessen und Rheinland-Pfalz heute eine durchwachsene Bilanz gezogen. Nach Angaben des Hessischen Bauernverbandes  lagen der Ertrag und der Verkauf wegen des regnerischen Wetters etwas unter dem langjährigen Durchschnitt. Die Witterung hat auch den Spargelbauern in Rheinland-Pfalz eine geringere Ernte beschert. Wie der Bauern- und Winzerverband des Landes mitteilte, seien die Verkaufszahlen aber stabil geblieben.

  • Einmaliger OP-Roboter an der Universitätsmedizin Mainz

    Einmaliger OP-Roboter an der Universitätsmedizin Mainz

    Die Mainzer Universitätsmedizin hat zuletzt immer wieder für Negativschlagzeilen gesorgt. Es ging um Millionendefizite, Streitigkeiten zwischen Ärzteschaft und Vorstand, Personalmangel. Jetzt geht es endlich mal wieder um positive Nachrichten. Um Hochleistungsmedizin, die europaweit ihresgleichen sucht. Vier Arme, rund eine Tonne schwer, und flexibel beweglich in alle Richtungen. Das ist der OP-Roboter da Vinci SP. Medizintechnik der Extraklasse. SP steht für Single Port, zu Deutsch: Einziger Zugang. Und genau das macht den Roboter so außergewöhnlich. Eine hochauflösende Kamera und drei weitere OP-Werkzeuge gelangen durch einen einzigen Zugang in den Körper. Prof. Peter Grimminger, Oberarzt Allgemeinchirurgie: „Die Vorteile sind, dass wir wie durch eine Art Tunnel operieren können. Das heißt wir brauchen nicht mehrere Zugänge, sondern man operiert eigentlich durch einen einzigen Tunnel direkt zum Zielort. Und es gibt im menschlichen Körper natürlich Stellen, wo wir gar nicht so gut hinkommen, wo dieser Zugang dann Sinn macht.“ Dieser Patient hat einen Tumor weit unten in der Speiseröhre. Um dorthin zu kommen, hätte Chirurg Peter Grimminger mit herkömmlichen Instrumenten durch den Brustkorb operieren und sogar einen Lungenflügel abklemmen müssen. Das wäre für den Patienten deutlich gefährlicher gewesen. Dank da Vinci reicht ein Schnitt am Hals und der Roboter schlängelt sich durch den Brustkorb zum Tumor. Prof. Peter Grimminger, Oberarzt Allgemeinchirurgie: „Ich bin sehr zufrieden, es läuft eigentlich wie geplant. Wir kommen überall hin.“ Peter Grimminger steht für die Operation nicht neben dem Patienten. Er sitzt abseits ganz für sich und steuert die Roboterarme durch Hebel und Fußpedale. Die hochauflösende Kamera mit einem bis zu 40fachen Zoom gibt Orientierung. Der Roboter ist in Europa erst seit kurzem für Operationen im Bereich des Brustkorbs und des Bauches zugelassen. Die europaweit erste Operation hat Peter Grimminger durchgeführt, hier an der Mainzer Universitätsmedizin. Prof. Peter Grimminger, Oberarzt Allgemeinchirurgie: „Das ist natürlich für mich auch eine besondere Ehre, […]

  • Weitere Nachrichten im Überblick

    Weitere Nachrichten im Überblick

    Weitere Nachrichten aus Rheinland-Pfalz und Hessen im Überblick. Tarifeinigung im Gastgewerbe: Die rund  90.000 Beschäftigten in Hotels und Gaststätten in Hessen bekommen mehr Geld.  Wie der Arbeitgeberverband Dehoga heute mitteilte, habe er nach zweimonatigen Verhandlungen  mit der Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten eine Vereinbarung erzielt. Demnach steigen die Löhne ab Juli um 5,7 Prozent, ab März 2025 gibt es weitere 6,4 Prozent mehr für alle Tarifgruppen. Der Dehoga erklärte, der Abschluss sei ein Signal der Wertschätzung für die Mitarbeiter. Zugleich stelle er aber auch eine Herausforderung für die Betriebe dar. Kaufpreise für Immobilien gesunken: In Rheinland-Pfalz sind die Kaufpreise für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen in den Städten und auf dem Land im vergangenen Jahr um bis zu 10 Prozent zurückgegangen. Das geht aus dem aktuellen Preisspiegel des Immobilienverbands Deutschland West hervor. Es sei der erste Rückgang seit mehr als 10 Jahren. Die hohen Bauzinsen und die Diskussion um das Gebäudeenergiegesetz schreckten viele potenzielle Käufer ab. Weil sich weniger Mieter Wohneigentum zulegten, seien die Wohnungsmieten vor allem in den Städten leicht gestiegen. Darmstädter Woog gesperrt: Der Naturbadesee Woog in Darmstadt bleibt wegen möglicher Gesundheitsgefahren bis auf weiteres für Besucher geschlossen. Das hat die Wasserschutzbehörde des Landkreises entschieden. Nach Angaben der Stadt Darmstadt ist bei Mäharbeiten der Unterwasserpflanzen Hydrauliköl ins Wasser geraten. Menschen, die gestern oder vorgestern im Woog geschwommen sind und jetzt über Haut- oder Augenreizungen klagen, sollten einen Arzt aufsuchen.

  • Protestaktion der Zahnärzte

    Protestaktion der Zahnärzte

    Entgegen der landläufigen Meinung scheint es auch den Zahnärzten in Krisenzeiten nicht gut zu gehen. Steigende Kosten und immer mehr Bürokratie führen zu Unmut. Um auf ihre Lage aufmerksam zu machen, blieben heute viele Praxen in Rheinland-Pfalz geschlossen. Rund 1.000 Zahnärzte und Zahnarzthelfer demonstrieren bei strömenden Regen in Koblenz. Eine ihrer Forderungen: Mehr Geld von den Krankenkassen für geleistete Arbeit. Denn trotz steigender Kosten wurden die Vergütungen zuletzt gekürzt. Laut Zahnärztekammer mit katastrophalen Auswirkungen auf die Patientenversorgung. Robert Schwan, Vorstand Bezirkszahnärztekammer Koblenz: „Es werden immer mehr Praxen zumachen. Es geht los mit den Älteren, die dann nicht mehr weiterarbeiten, sondern sagen: Mir reicht’s, ich sperre jetzt zu. Wir haben jetzt schon die Situation, dass für jede Praxis, die aufmacht, zwei zumachen.“ Um Vergütungen zu erhalten, müssen Zahnärzte zudem viel Zeit der Bürokratie opfern. Der Koblenzer Zahnarzt Nico Menne verbringt laut eigenen Angaben bis zu 70 Stunden pro Woche in seiner Praxis. Einen großen Teil dieser Zeit muss er allerdings ebenso wie seine Angestellten in Verwaltung und Nachweise stecken. Zu Ungunsten seiner rund 4.000 Patienten. Nico Menne, Zahnarzt in Koblenz: „Doppelt und dreifache Arbeit, da ist Personal gebunden, was wir auch durchaus am Stuhl gebrauchen könnten. Und halt dementsprechend in der aktiven Patientenbetreuung und auch Versorgung.“ Inzwischen öffnet er seine Praxis nur noch vier Tage die Woche, den Freitag verbringt er ausschließlich mit Büroarbeit. Während seine Patienten vor verschlossener Tür stehen. Immer weniger potentielle Zahnärzte und Helfer würden sich diesen Verwaltungsaufwand antun wollen, der Branche fehlt es an Nachwuchs. Das macht sich vor allem auf dem Land bemerkbar, wo immer mehr Praxen schließen. Der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Clemens Hoch würde eine Bedarfsplanung wie bei den Allgemeinärzten befürworten, spielt den Ball bei der Vergütung aber zu den Zahnärzten zurück. Clemens Hoch (SPD), Gesundheitsminister Rheinland-Pfalz: „Insofern ist das jetzt eine Frage der Selbstverwaltung, das […]

  • Streit über Corona-Untersuchungsausschuss

    Streit über Corona-Untersuchungsausschuss

    Direkt nach dem Erfolg bei der Landtagswahl im Herbst, hat die AfD angekündigt: Wir wollen die staatlichen Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie unter die Lupe nehmen. Jetzt bekommt Hessen tatsächlich einen Corona-Untersuchungsausschuss, aber nicht so, wie das die AfD Fraktion im Landtag eigentlich wollte. CDU, SPD, Grüne und FDP waren ungewohnt einig und haben den U-Ausschuss auf dem Weg gebracht – vom ursprünglichen Antrag der AfD blieb nicht viel übrig. Dicke Luft im Hauptausschuss des hessischen Landtags: Und das nicht nur, weil der Raum klein und voll und die Luft draußen schwül und stickig ist – sondern vor allem, weil sich die Fronten zwischen der AfD und allen anderen im Landtag vertreten Parteien in Sachen Corona-Untersuchungsausschuss offenbar immer weiter verhärten. Dass der Ausschuss nun wirklich kommen soll, obwohl alle außer der AfD im Prinzip dagegen sind, macht hier heute niemanden glücklich – es geht wohl eher um demokratische Prinzipien. Ingo Schon, CDU, Parlamentarischer Geschäftsführer Landtag Hessen: „Für uns ist zentral: Wir wollen hier niemandem ein Minderheitenrecht nehmen. Klar ist: Es gibt 27 Abgeordnete, die wollen einen Untersuchungsausschuss. Deswegen kommt ein Untersuchungsausschuss. Aber eben nur mit den Fragen, die verfassungsgemäß sind. Und das war die Herausforderung, vor der wir gestanden haben.“ CDU, SPD, FDP und Grüne werfen der AfD vor, an ihrem ursprünglichen Antrag festhalten zu wollen, obwohl dieser nach Aussage mehrerer Rechtsgutachter in mindestens 12 Punkten verfassungswidrig sei. Etwa, weil es darin auch um bundespolitische Fragen gehe – oder weil bestimmte Grundaussagen schon im Ansatz tendenziös seien. Das sieht die AfD anders – auch wegen eines von ihr selbst in Auftrag gegebenen Gutachtens, dass dem AfD-Antrag volle Verfassungsmäßigkeit bescheinigt. Volker Richter, AfD, Stellvertretender Fraktionsvorsitzender Landtag Hessen: „Die Bevölkerung hat ein Recht auf Aufklärung. Was ist richtig, was ist nicht richtig gelaufen? Gab es eventuell sogar strafbare Handlungen? Gab es verfassungswidrige Handlungen? […]

  • Weitere Nachrichten im Überblick

    Weitere Nachrichten im Überblick

    Weitere Nachrichten aus Rheinland-Pfalz und Hessen im Überblick. Nothilfe für Landwirte: Das Land Hessen wird bis zu 2 Millionen Euro für Landwirte zur Verfügung stellen, die vom Hochwasser Anfang Juni betroffen sind. Das hat Landwirtschaftsminister Ingmar Jung mitgeteilt. Das Hochwasser habe dramatische Schäden angerichtet. Bei Getreide, Speisekartoffeln und weiterem Gemüse drohten den Bauern hohe Verluste. Viele der gefluteten Felder könnten in diesem Jahr nicht mehr bewirtschaftet werden. Der hessische Bauernverband bezifferte den Schaden im Ried auf rund 5 Millionen Euro. Strenge Maßnahmen gegen Tierseuche: Nach dem ersten Fall von Afrikanischer Schweinepest bei einem Wildschwein in Hessen wird jetzt ein 7.000 Volt starker Elektrozaun um den Fundort des Tieres bei Rüsselsheim aufgebaut. Er soll die Ausbreitung der Seuche Richtung Süden verhindern. In der Restriktionszone darf nicht gejagt und mit Maschinen geerntet werden, um keine Wildschweine aufzuschrecken. Für Halter von Hausschweinen gelten strenge Hygieneregeln. Die Stadt Mainz und der Landkreis Mainz-Bingen sind nicht mehr Teil der Zone. Die Strömung des Rheins ist derzeit zu stark für Wildschweine. Die Tierseuche verläuft für Schweine fast immer tödlich. Für Menschen ist sie ungefährlich. Mehr Keuchhusten-Fälle: In Rheinland-Pfalz steigt die Zahl der Erkrankungen mit Keuchhusten. Nach Angaben des Landesuntersuchungsamtes wurden bis zum 8. Juni 250 Fälle gemeldet. Im vergangenen Jahr seien es im selben Zeitraum 72 Fälle gewesen. Keuchhusten wird durch Bakterien ausgelöst. Die Krankheit wird durch Tröpfcheninfektion übertragen und löst krampfartige Hustenanfälle aus. Besonders für Säuglinge ist sie gefährlich. Die Stiko empfiehlt eine Impfung gegen Keuchhusten.    

  • Viele Friseure sind sauer – der Bund fordert Corona-Hilfen zurück

    Viele Friseure sind sauer – der Bund fordert Corona-Hilfen zurück

    Durch das temporäre Quasi-Berufsverbot sahen sich viele Friseure während der Corona-Pandemie in ihrer Existenz gefährdet. Die Politik reagierte mit finanziellen Soforthilfen. Doch nun fordert der Bund die Hilfen zurück – für viele Friseure kommt das völlig unerwartet.   Bei Guido Wirtz sitzt der Schock noch tief. Vor kurzem flatterte dem Friseur aus Körperich bei Bitburg ein Bescheid der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz ins Haus. Darin wird er unmissverständlich aufgefordert, 15000 Euro zurückzuzahlen – also genau die Summe, die er im Frühjahr 2020 vom Bund als Soforthilfe zur Sicherung seiner Existenz erhalten hatte. Von einer Rückzahlung sei damals allerdings keine Rede gewesen. Guido Wirtz, Friseur: „Weil der Staat auch zu mir gesagt hat, ich muss meinen Laden zu machen, habe ich das als Unterstützung angesehen. Aber niemals daran gedacht, dass ich alles zurückbezahlen müsste.“ Als Chef der Landesfriseur- und kosmetikinnung Rheinland vertritt Guido Wirtz auch die Interessen seiner Berufskollegen. Ihn wundert es nicht, dass viele Friseure gerade einen riesen Fön haben – nicht wenige bangten nach Corona nun ein zweites Mal um ihre Existenz. Hintergrund: Anders als vorher angekündigt, will das Bundeswirtschaftsministerium nun genau wissen, ob die ausgezahlten Soforthilfen auch den tatsächlichen Einnahmeverlusten der Friseure entsprechen – und da wird es kompliziert. Guido Wirtz, Vorsitzender Verband Friseure & Kosmetik Rheinland: „Ich musste damals in eine Glaskugel schauen. Wusste nicht, wie lange die Schließungsphase dauert. Musste denn sagen: Ok, meine vermutbaren Kosten sind X. Für einen Zeitraum, den ich gar nicht wusste.“ Weil das Portal zur Beantragung der Soforthilfe erst Ende März freigeschaltet worden und zunächst ständig überlastet gewesen sei, hätten die meisten Friseure die finanzielle Unterstützung erst Mitte bis Ende April beantragt – also kurz vor Ende des Lockdowns. Vor allem im Mai und im Juni habe das Geschäft bei den Friseuren wegen des Nachholbedarfs der Menschen dann gebrummt wie nie […]

  • Weitere Nachrichten im Überblick

    Weitere Nachrichten im Überblick

    Weitere Nachrichten aus Rheinland-Pfalz und Hessen im Überblick.   Rhein fordert Verhandlungen mit Taliban: Nach der tödlichen Messerattacke eines Afghanen auf einen Polizisten vor rund zwei Wochen in Mannheim fordert der hessische Ministerpräsident Boris Rhein, dass Schwerstkriminelle künftig nach Afghanistan abgeschoben werden können. Wer die Werte des Rechtsstaats verletze, müsse Deutschland verlassen. Rhein forderte Bundeskanzler Olaf Scholz auf,  Verhandlungen mit den in Afghanistan herrschenden Taliban aufzunehmen. Sie müssten zusagen, dass sie ihre Bürger zurücknehmen.  Damit ein Rückführungsabkommen zustande kommt, müsse auch Geld an die Taliban gezahlt werden. Organspende neu regeln: Acht Bundesländer, darunter Hessen und Rheinland-Pfalz, haben heute eine gemeinsame Initiative zur Änderung des Transplantationsgesetzes in den Bundesrat eingebracht. Künftig soll jeder Bürger automatisch als Organspender gelten,  wenn er nicht zu Lebzeiten ausdrücklich widersprochen hat. Die Zahl der Organspenden stagniere seit mehr als zehn Jahren auf niedrigem Niveau. Ziel des Gesetzantrages sei es, dass mehr kranke Menschen die für sie lebenswichtigen Organe bekommen. Der Bundesrat hat den Antrag zur Beratung an den Gesundheitsausschuss überwiesen. Streit über Cannabis-Kontrollen: Nach dem Willen der rheinland-pfälzischen Landesregierung sollen die Kommunen die Einhaltung der Cannabis-Regeln kontrollieren. Die Landesverordnung soll spätestens zum 1. Juli erlassen werden. Der rheinland-pfälzische Städtetag kritisiert, dass die Regeln zu komplex und nicht praktikabel seien. Es sei zum Bespiel schwer zu kontrollieren, ob Cannabis-Konsumenten den vorgeschrieben Abstand zu Schulen, Sportstätten und Kitas einhalten würden. Außerdem würden den Kommunen durch die Kontrollen deutlich mehr Kosten entstehen.

  • Psychosomatische Klinik Weilmünster

    Psychosomatische Klinik Weilmünster

    Wer einen Ausschlag hat, dem kann der Hautarzt helfen. Bei Kopfschmerzen vielleicht ein Neurologe. Aber nicht immer muss die Ursache für eine Krankheit rein körperlich sein. Manchmal liegen seelische Schmerzen so tief, dass sie der Auslöser sind. Auf diese Patienten ist die Psychosomatische Klinik im hessischen Weilmünster spezialisiert. Wir von 17:30 haben dort einen Tag hinter die Kulissen geblickt und eine Patientin mit einer sehr besonderen Geschichte kennengelernt.   Ursula Gall, ehem. Patientin Psychosomatische Klinik Weilmünster: „Ich habe mein Haus verkauft. Ich wollte jetzt im Mai mein Auto verkaufen. Ich habe nichts mehr zustande gebracht. Ich konnte auch weder reden richtig, noch riechen, oder schmecken. Es war, als wenn von Jahr zu Jahr immer von mir eingeschlafen wäre.“ Alles beginnt mit einem geplatzten Aneurysma im Gehirn. Es folgen Operationen, Reha, Ursula Gall kämpft sich zurück ins Leben. Aber durch eine Krankheit an der Wirbelsäule hat sie ständig Rückenschmerzen. Sie wird wieder operiert und muss starke Opiate nehmen. Doch die Schmerzen gehen nicht weg. Irgendwann schlägt es ihr auf die Stimme: Die ehemalige Leistungsschwimmerin verschluckt sich ständig beim Sprechen, weil ihr Mund zu viel Spucke produziert. Die Ärzte wissen nicht weiter. Sie wird zum Pflegefall. Ursula Gall, ehem. Patientin Psychosomatische Klinik Weilmünster: „Krank ist krank, das kann man nicht wegmachen. Aber wenn du die Gründe erfährst, dass man auch Schicksalsschläge hatte und das mit der Krankheit eigentlich zusammen kam. Das ist dann auch psychisch, das ist nicht nur körperlich.“ Schicksalsschläge, die bei der heute 71-Jährigen weit zurückliegen. Und doch Auslöser sind. Das lernt sie in der Vitos Klinik für Psychosomatik. Wer hier behandelt wird, leidet in aller Regel unter Stressfolgeerkrankungen oder chronischen Schmerzen. Und hat eine lange Krankenakte dabei. Dr. Doris Klinger, Leiterin Vitos Klinik für Psychosomatik Weilmünster: „Wir fordern die Befunde an, auch die körperlichen Befunde. Und versuchen das zu […]