Nach jahrelangem Hin und Her – Granitabbau in Heppenheim nun genehmigt
Zahnpastatuben, Kochplatten und Straßenbelag – sie alle haben eines gemeinsam: In allen ist Granit enthalten. Der Bedarf an diesem Rohstoff wird immer größer. Gleichzeitig wird regional aber immer weniger davon abgebaut. Viele Betriebe klagen über bürokratische Hürden und strenge Umweltauflagen. Im hessischen Heppenheim musste ein Betrieb ganze elf Jahre auf die Genehmigung warten, seinen Steinbruch erweitern zu dürfen. 140 Meter hohe Steilwände ragen in Heppenheim in die Höhe. Riesige Kipplaster transportieren zuvor aus der Erde gesprengtes und anschließend zerkleinertes Gestein. Seit über 60 Jahren wird hier Granit abgebaut. Doch: so langsam ist der Steinbruch erschöpft. Bereits 2014 stößt Geschäftsführer Marco Röhrig deshalb ein Genehmigungsverfahren an, um seinen Steinbruch zu erweitern. Das Verfahren zieht sich über 11 Jahre. Währenddessen wächst der Druck auf das Unternehmen. Marco Röhrig, Geschäftsführer Röhrig Granitabbau „Nur noch ein paar Jahre hätten wir davon leben können und dann hätte man den Betrieb tatsächlich runterfahren müssen. Also das kann man tatsächlich keinem wünschen, was das mit einem macht. Das ist natürlich eine enorme psychische Belastung, wenn man mit dem Rücken an der Wand steht, nicht vernünftig planen kann und es um die Existenz deines Unternehmens geht.“ Ein Grund, warum die Genehmigung so lange dauert: Das Abbaugebiet ist umgeben von Wald. Ein Teil soll für die Erweiterung gerodet werden. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald klagt dagegen. Wolfram Grüneklee, Vorstandsmitglied Schutzgemeinschaft Deutscher Wald „Wir sehen es so, dass wenn noch weiter ausgebaut wird, der gesamte Wald hier oben gefährdet wird. Dieser Wald, den wir hier auf dem Hang haben, dem vorderen Odenwald, dem kommt eine immense Bedeutung für die Kaltluftzufuhr für die Ebene zu. Wenn wir diesen Wald hier verlieren, dann hat das natürlich erhebliche Auswirkungen.“ Außergerichtlich einigt man sich schließlich auf einen Kompromiss: Von der ursprünglich geplanten Erweiterung um 6,2 Hektar wird nun ein kleiner aber wichtiger Teil des Waldes […]


