Umwelt

  • Die neue rheinland-pfälzischen Landwirtschafts- und Umweltministerin Christine Schneider (CDU)

    Die neue rheinland-pfälzischen Landwirtschafts- und Umweltministerin Christine Schneider (CDU)

    Christine Schneider ist die neue Ministerin für Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt und Forsten. Mit Erfahrung, neuen Ideen und vielen Themen im Gepäck will sie dem Ministerium ihren Stempel aufdrücken. Fast 30 Jahre Landespolitik, sieben Jahre Europa-Parlament – jetzt ist Christine Schneider zurück in Rheinland-Pfalz. Die Entscheidung, das Amt der Landwirtschafts- und Umweltministerin anzunehmen, fiel ihr nicht leicht. Nach ein paar Tagen Bedenkzeit sagt sie dann aber zu. Christine Schneider (CDU), Landwirtschafts- und Umweltministerin RLP „Es ist so, dass ich mir das erstmal gründlich überlegt habe. Zum einen, weil mir das Mandat in Europa ziemlich viel Freude bereitet hat und weil man da auch sehr viel für Landwirtschaft, Weinbau und für den Naturschutz erreichen kann. Und dann habe ich gedacht, es ist glaube ich Zeit wieder nach Hause zu kommen.“ Zuhause ist Christine Schneider in der Südpfalz, wo sie mit ihrer Familie lebt. Bevor sie in die Politik geht, lernt sie den Beruf der Tischlerin. Ihre politische Laufbahn beginnt als Stadträtin in Edenkoben. 1996 zieht die heute 54-Jährige für die CDU in den rheinland-pfälzischen Landtag ein. Fast 25 Jahre lang gestaltet sie dort die Landespolitik mit, unter anderem als Vorsitzende der Ausschüsse für Landwirtschaft und Weinbau und als stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU. 2019 wechselt Christine Schneider nach Brüssel und sitzt bis zu ihrem Wechsel ins Ministeramt im Europäischen Parlament. Ihre Nähe zu Weinbau und Landwirtschaft kommt nicht von ungefähr: Ihr Großvater, selbst Winzer, Metzger und Gastronom, prägt früh ihre Verbundenheit mit diesen Themen. Christine Schneider (CDU), Landwirtschafts- und Umweltministerin RLP „Und hab von ihm früh gelernt, was es bedeuten landwirtschaftliche Fläche zu pflegen. Und das nur funktioniert, wenn man das gemeinsam im Spiel mit der Natur betreibt. Und ich glaube da kam die Leidenschaft und wurde dann sicherlich noch verstärkt in der Zeit als Weinhoheit.“ Für Christine Schneider ist es ein Glücksfall, ihr […]

  • Landwirtschafts- und Umweltministerin Schneider äußert sich zu Landesjagdgesetz und Waldbränden

    Landwirtschafts- und Umweltministerin Schneider äußert sich zu Landesjagdgesetz und Waldbränden

    Christine Schneider zu Gast im Studio. Markus Appelmann, Moderator: Und jetzt ist sie bei uns, die neue Landwirtschafts- und Umweltministerin von Rheinland Pfalz, Christine Schneider. Christine Schneider (CDU), Umwelt- und Landwirtschaftsministerin RLP: Ich grüße Sie. Appelmann: Hallo Frau Schneider. Sie waren schon im Sondierungsteam nach der Wahl. Sie waren dann direkt bei den Koalitionsverhandlungen dabei. Haben Sie sich da ein Ministerium getischlert, was sozusagen ganz zu Ihren politischen Schwerpunkten passt? Schneider: Nein, das war nicht mein Ziel in den Koalitionsverhandlungen. Aber natürlich ist das Ministerium jetzt … sind meine Schwerpunktsetzung und das hat mir sicherlich die Entscheidung auch etwas leichter gemacht, zu sagen, ich komme von Brüssel zurück nach Hause. Appelmann: Sind Sie jetzt schon angekommen zu Hause? Schneider: Ja, definitiv. Ich würde jetzt nicht behaupten, dass ich den letzten Winkel des Ministeriums kenne. Wir sind immer noch in den Runden, in den Abteilungen, wo wir versuchen, ein Gefühl für die Themen zu bekommen, für die Herausforderungen der nächsten fünf Jahre. Aber zurück auf jeden Fall in der Heimat und es fühlt sich gut an! Appelmann: Sie haben gerade eben gesagt, ein Gefühl für die Themen zu bekommen. Jetzt ist ein großes Thema für die Landwirte und Winzer das Thema Bürokratie, was ja ganz viel auch im fernen Brüssel auf europäischer Ebene spielt. Sie waren Mitglied des Europäischen Parlaments. Werden Sie gegen diese Regulierungswut vorgehen? Schneider: Ich möchte, glaube ich, ein Bild ein Stück weit klarstellen Wir sind hervorragend darin, in Deutschland europäische Regelungen falsch zu interpretieren oder Dinge reinzuinterpretieren, die gar nicht drinstehen. Und ich habe mir zum Ziel gesetzt, genau hinzuschauen Was hat denn das Europäische Parlament, was hat die Kommission, der Rat verabschiedet und dann zu schauen, wie wir in die Umsetzung gehen. Und ich glaube, dass wir da in der Vergangenheit das berühmte Goldplating auf allen […]

  • Dürre im Wald: Förster erproben Wasserrückhaltung im nordpfälzischen Meckenbach

    Dürre im Wald: Förster erproben Wasserrückhaltung im nordpfälzischen Meckenbach

    Die Hitze hat Folgen. Dürre und ausgetrocknete Böden zum Beispiel. Wasser hat da selbst bei Starkregen wenig Chancen, aufgenommen zu werden. Wie das Wasser in der Landschaft gehalten werden kann, wird auch in Rheinland-Pfalz immer wichtiger. Im Nordpfälzer Bergland setzt ein Projekt deshalb auf ganz praktische Maßnahmen im Wald – unterstützt von Wissenschaft, Forst und vielen Freiwilligen. Wasser aufnehmen, bevor es zum Problem wird – genau darum geht es hier im Wald bei Meckenbach. Wo Regen bisher den Hang runterlief und nicht nur einmal das Dorf überschwemmte, soll die Landschaft bald mehr Wasser aufnehmen und Geröllmassen zurückhalten. Mehr als 100 Freiwillige engagieren sich von Juni bis Oktober an verschiedenen Orten in Rheinland-Pfalz für sogenannte Wasserrückhalte-Projekte. Wälder funktionieren wie natürliche Speicher – sie bremsen Wasser, halten Feuchtigkeit länger im Boden und können helfen, Folgen von Starkregen und Trockenperioden abzumildern. Michael Schlarb (parteilos), Ortsbürgermeister Meckenbach „Wenn hier eine Gewitterzelle irgendwo anrückt, dann löst das natürlich schon Ängste aus. Denn die Bevölkerung hat natürlich ja mehrfach erlebt, was das Wasser hier anrichten kann und von daher ist da schon eine gewisse Angst da und die Leute treffen natürlich auch Vorsorge. Jeder hat irgendwo hier am Hang Sandsäcke liegen.“ In Meckenbach soll eine mit Holzkästen aus Eichenstämmen, Erosionsschutz und Wiederbewaldung mehr Wasser in der Fläche gehalten werden und der unterhalb liegende Ort  besser vor Schlamm und Hangrutschen geschützt werden. Getragen wird das Projekt von Landesforsten Rheinland-Pfalz, dem Bergwaldprojekt und jeder Menge ehrenamtlicher Helfer, die für die Projekte ihren Urlaub opfern. Bernd Junge, freiwilliger Helfer „Ich brauche das einfach als Abwechselung. Ich war früher Handwerker und mir fehlt dieses körperliche Kaputtsein abends, am Abend zu sehen, was man geschafft hat, das tue ich leider am Schreibtisch nicht, das sind immer nur Konzepte. Und hier ist es das schöne Gefühl, wenn man dann heim geht: Man […]

  • Alles kahl gefressen - Nutria-Plage bei Landwirt in der Westpfalz

    Alles kahl gefressen – Nutria-Plage bei Landwirt in der Westpfalz

    Zwei Dinge haben Waschbär, Nilgans und Nutria gemeinsam: Alle sind hierzulande immer häufiger zu sehen – doch sie gehören hier eigentlich nicht hin. Alle wurden irgendwann mal durch Menschenhand eingeschleppt. Als sogenannte ‚invasive Arten‘. Wegen der hohen Zahl der Nutrias sorgen sich Landwirte nun um ihre Erträge – zumindest, wenn es mit den Nagetieren vor Ort so weitergeht. Dieses niedliche Nagetier sieht harmlos aus, ist aber ein echter Futterdieb. Denn Nutrias fressen genau das, was Landwirt Tobias Zimmer im pfälzischen Matzenbach eigentlich für seine Milchkühe anbaut. Was für den Laien wie Wiese aussieht, heißt in der Landwirtschaft „Grünland“ und dient seinen Tieren als nährstoffreiches Hochleistungsfutter. Das Problem: Auch die Nutrias lieben es. Und weil es ihnen so gut schmeckt, erwirtschaftet Tobias Zimmer aktuell einen Hektar Grünland weniger pro Jahr. Tobias Zimmer, Landwirt in Matzenbach „Dadurch, dass es ein Vegetarier ist und sich halt auch von meinen Gras ernährt, ist halt für die Mädels, die hier stehen… könnte irgendwann das Futter knapp werden. (…). Wenn die sich halt aber in dem Tempo weitervermehren, wie sie sich jetzt in den letzten zehn Jahren etabliert haben, dann ist es irgendwann nicht ein Hektar, dann sind’s halt irgendwann 20 Hektar und dann sind das schon große finanzielle Schäden, die dann auf uns zukommen.“ Nutrias haben in Deutschland kaum natürliche Fressfeinde. Weil sie sich zusätzlich rasant vermehren, könnten sie in Deutschland bald zur Plage werden. Tobias Zimmer, Landwirt in Matzenbach „Wenn nichts unternommen wird und die sich weiter so vermehren, dann sehen wir irgendwann nicht mehr 20 bis 30 bei schönem Wetter auf der Wiese liegen, sondern 200 bis 300 und wo die sich dann tummeln, da wächst halt gar nichts mehr. Wenn dann halt irgendwann die Dimension sich so weiterentwickelt, oder die Population, dann werden die Schäden halt auch größer.“ Ab dem 1. April […]

  • Neue Jungfalken an der Greifenwarte Edersee

    Neue Jungfalken an der Greifenwarte Edersee

    Im Wildpark am Edersee wird Freiflug und Beutefang geübt. Denn die Greifenwarte hat Nachwuchs: Zwei junge Luggerfalken sind hier frisch angekommen. Shadow und Light – sie sind die neuen Stars der Greifvogelstation am Edersee. Oder sollen es zumindest noch werden. Gerade einmal 14 Wochen sind sie alt und schon ausgewachsen. In freier Wildbahn müssten sie längst selbst jagen, hier in der Greifvogelstation ist das anders. Jana Zulauf – Falknerin „Wir ziehen die per Hand groß. Das bedeutet die kriegen das Futter über die Pinzette jedes Mal in direktem Kontakt von uns Falknern.“ Und dieser direkte Kontakt ist wichtig: So bauen die Wildvögel Vertrauen auf, denn für sie ist das Falkner Ehepaar Jana und André Elternersatz. Und wie es sich für Kleinkinder gehört, machen Shadow und Light ordentlich Lärm. Jana Zulauf – Falknerin „Das ist der Kontaktlaut. Das kann man übersetzen, wie bei einem Kleinkind, was sagt: Mama, Papa, Mama, Papa. Per Hand großgezogen. Das lässt aber nach, je älter die werden.“ Mama und Papa sind aber nicht nur für die Fütterung zuständig. Sie wollen Shadow und Light auch trainieren, damit die zwei Falken am Flugprogramm des Wildparks teilnehmen können. Doch bevor trainiert wird, muss Jana die Jungfalken wiegen. So kontrolliert sie, ob die Vögel gesund sind. 740 Gramm – das passt. Jetzt dürfen Shadow und Light in den Freiflug starten. Jana Zulauf – Falknerin „Top. Fantastischer Start.“ Dann schnell hinterher: Bis zu 120 km/h schnell können Luggerfalken fliegen. Jana trainiert unterschiedliche Kommandos: Futter im freien Flug fangen, möglichst lange fliegen und landen auf dem Handschuh. Futter dient dabei als Anreiz und Belohnung. Die Falknerin ist zufrieden. Jana Zulauf – Falknerin „Weil die Vögel sich trotz der Wärme sehr viel bewegt haben. Beide, obwohl sie Jungvögel sind, sehr gut in der Luft gefangen haben, das ist ja etwas, was sie noch […]

  • Weitere Nachrichten im Überblick

    Weitere Nachrichten im Überblick

    Gegen Kürzungen bei Bildung — Pirmasens verklagt Land — Weitere Japankäfer entdeckt Anmoderation: Der Zoll hat in Staudt im Westerwald-Kreis eine illegale Zigaretten-Fabrik ausgehoben. Auf einem ehemaligen Industriegelände seien eine Produktionsanlage und mehr als 16 Tonnen Tabak beschlagnahmt worden. In weiteren Objekten in Nordrhein-Westfalen und Hessen seien fast 20 Millionen unversteuerte Zigaretten gefunden worden. Vier Tatverdächtige mit rumänischer und moldawischer Staatsangehörigkeit befinden sich in Untersuchungshaft. Die in der Fabrik eingesetzten Arbeiter waren offenbar über einen längeren Zeitraum unter fragwürdigen Lebensbedingungen eingeschlossen, um in der Nachbarschaft keine Aufmerksamkeit zu erregen. Und damit kommen wir jetzt zu weiteren kurzen Nachrichten von heute. Gegen Kürzungen bei Bildung Wie hier in Wiesbaden gab es heute in mehreren hessischen Städten Proteste gegen die Sparmaßnahmen der Landesregierung im Bildungsbereich. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft hatte zu dem Aktionstag unter dem Motto „Mehr Geld für Bildung“ aufgerufen. Sie fordert unter anderem, die Stellenstreichungen an Brennpunktschulen und für die individuelle Förderung an Integrierten Gesamtschulen zurückzunehmen. Zudem müsse mehr in Bildung investiert werden. Das Kultusministerium betont, dass der Bildungsetat in diesem Jahr erstmals auf 6,2 Milliarden Euro gestiegen sei. Pirmasens verklagt Land Stellvertretend für alle Städte in Rheinland-Pfalz hat Pirmasens Klage vor dem Verwaltungsgericht Neustadt eingereicht. Sie richtet sich gegen den Finanzausgleich 2025. Die Kommunen häuften immer mehr Schulden an. Einmalige Zahlungen vom Land würden die Probleme nicht lösen. Notwendig sei eine grundlegende Reform des Finanzausgleichs. Das Land müsse die Städte finanziell so ausstatten, dass sie ihre Kosten decken könnten. Weitere Japankäfer entdeckt Nachdem In Südhessen erneut mehrere Exemplare der invasiven Art nachgewiesen wurden, hofft das zuständige Regierungspräsidium Gießen auf die Mithilfe der Bürger. Es sei sehr wichtig, die weitere Ausbreitung des Japankäfers zu verhindern. Die Käfer könnten enorme Schäden anrichten, weil sie die Blätter, Früchte und Blüten von mehr als 400 Pflanzenarten fressen. Die Behörde bittet darum, Funde […]

  • Solarbetriebene Kläranlage soll in Krisengebieten zum Einsatz kommen

    Solarbetriebene Kläranlage soll in Krisengebieten zum Einsatz kommen

    Sauberes Wasser ist in Krisenregionen eines der größten Themen. Für solche Fälle gibt es Notfall-Kläranlagen. Problem nur: die verbrauchen viel Strom und der ist oft im Katastrophengebiet nicht vorhanden. Forscher aus Mittelhessen haben nun mit Partnern aus der Industrie eine Kläranlage entwickelt, die mit Solarstrom läuft. Dieses Wasser hat nichts in einem Fluss zu suchen. Es ist verschmutzt und voller Fäkalien. Hier leben insgesamt 1,1 Millionen Menschen – das Rohingya-Flüchtlingslager in Bangladesch ist das größte der Welt. Diese Notfall-Kläranlage, eine von mehreren, ist schnell aufgebaut und reinigt das Abwasser von rund 4.000 Menschen. Eigentlich bräuchte es mehr davon, doch der Betrieb ist teuer und das Geld vor Ort knapp, weiß Christoph Stein. Sein Unternehmen hat die Anlage für eine Hilfsorganisation vor Ort bereitgestellt. Björn Christoph Stein, Gründer Sygin & Stein Engineering „Tagsüber läuft die Anlage auf Solarstrom, was sehr kostengünstig ist, nachts sind wir noch in der Verlegenheit, dass wir Strom vor Ort lokal mit Diesel herstellen müssen und das ist leider teuer.“ Gemeinsam haben er und ein Team der Technischen Hochschule Mittelhessen in Gießen ein neues System entwickelt, das tagsüber mit Solarstrom läuft und nachts, wenn die Sonne nicht scheint, auch ohne Strom auskommt. Entscheidend sind diese von einem Industriepartner entwickelten Schaumstoffwürfel. In ihnen leben die Mikroorganismen, die das Wasser reinigen – wie in einer normalen Kläranlage auch. Markus Röhricht, Professor für Umweltingenieurwesen THM Gießen „Normalerweise, wenn eine Anlage längere Zeit keinen Zufluss hat, also kein Futter für die Bakterien hat, dann würden die irgendwann absterben und da wir jetzt aber die Bakterien in diesen Würfeln haben, sind sie geschützt, sterben nicht so schnell ab und können eben diese 12 Stunden problemlos überbrücken.“ In der Kläranlage Lollar testen die Forscher ihren Prototypen im größeren Maßstab – in den Laborräumen der THM arbeitet Masterstudent Nicolas Jost noch an den Feinheiten. […]

  • Nach jahrelangem Hin und Her - Granitabbau in Heppenheim nun genehmigt

    Nach jahrelangem Hin und Her – Granitabbau in Heppenheim nun genehmigt

    Zahnpastatuben, Kochplatten und Straßenbelag – sie alle haben eines gemeinsam: In allen ist Granit enthalten. Der Bedarf an diesem Rohstoff wird immer größer. Gleichzeitig wird regional aber immer weniger davon abgebaut. Viele Betriebe klagen über bürokratische Hürden und strenge Umweltauflagen. Im hessischen Heppenheim musste ein Betrieb ganze elf Jahre auf die Genehmigung warten, seinen Steinbruch erweitern zu dürfen. 140 Meter hohe Steilwände ragen in Heppenheim in die Höhe. Riesige Kipplaster transportieren zuvor aus der Erde gesprengtes und anschließend zerkleinertes Gestein. Seit über 60 Jahren wird hier Granit abgebaut. Doch: so langsam ist der Steinbruch erschöpft. Bereits 2014 stößt Geschäftsführer Marco Röhrig deshalb ein Genehmigungsverfahren an, um seinen Steinbruch zu erweitern. Das Verfahren zieht sich über 11 Jahre. Währenddessen wächst der Druck auf das Unternehmen. Marco Röhrig, Geschäftsführer Röhrig Granitabbau „Nur noch ein paar Jahre hätten wir davon leben können und dann hätte man den Betrieb tatsächlich runterfahren müssen. Also das kann man tatsächlich keinem wünschen, was das mit einem macht. Das ist natürlich eine enorme psychische Belastung, wenn man mit dem Rücken an der Wand steht, nicht vernünftig planen kann und es um die Existenz deines Unternehmens geht.“ Ein Grund, warum die Genehmigung so lange dauert: Das Abbaugebiet ist umgeben von Wald. Ein Teil soll für die Erweiterung gerodet werden. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald klagt dagegen. Wolfram Grüneklee, Vorstandsmitglied Schutzgemeinschaft Deutscher Wald „Wir sehen es so, dass wenn noch weiter ausgebaut wird, der gesamte Wald hier oben gefährdet wird. Dieser Wald, den wir hier auf dem Hang haben, dem vorderen Odenwald, dem kommt eine immense Bedeutung für die Kaltluftzufuhr für die Ebene zu. Wenn wir diesen Wald hier verlieren, dann hat das natürlich erhebliche Auswirkungen.“ Außergerichtlich einigt man sich  schließlich auf einen Kompromiss: Von der ursprünglich geplanten Erweiterung um  6,2 Hektar wird nun  ein kleiner aber wichtiger Teil des Waldes […]

  • Teil 2 unseres 17:30-Jahresrückblicks

    Teil 2 unseres 17:30-Jahresrückblicks

    Auch in der zweiten Jahreshälfte 2025 gab es zahlreiche Ereignisse, die die Menschen in Hessen und Rheinland-Pfalz bewegt haben. Wir haben sie kurz und kompakt nochmal für Sie zusammengefasst. JULI Hitzerekord in Rheinland-Pfalz. Am 2. Juli werden in Andernach 39,3 Grad gemessen. Und im Mainzer Landtag wird an diesem Tag über ein heiß diskutiertes Gesetz abgestimmt. Das Landesklimaschutzgesetz. Das Ziel der Landesregierung: Rheinland-Pfalz soll bis 2040 klimaneutral werden. Also fünf Jahre früher als der Bund und zehn Jahre früher als die EU. Es hagelt Kritik von Unternehmen und Wirtschaftsverbänden. Karsten Tacke, Landesvereinigung Unternehmerverbände RLP, am 23.6.2025 „Unternehmen mit mehreren Standorten werden verlagern. Das Klima hat keinen Vorteil, aber wir haben den Nachteil. Das Gesetz ist nicht durchdacht.“ Arne Rössel, IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz, am 23.6.2025 „Diese Planungsunsicherheit ist Gift. Und es ist so unnötig wie ein Kropf dieses Gesetz.“ Jetzt ist es mit den Stimmen der Ampel-Koalition also beschlossen, auf Druck der Wirtschaft aber in leicht abgeschwächter Form. Trotzdem: EINES hat das Landesklimaschutzgesetz auf jeden Fall bewirkt: Das Klima zwischen Landesregierung und Wirtschaft hat sich weiter verschlechtert. Ob sich die Beziehung von Christina und Sascha schlagartig verschlechtert, wenn sie DIESE Bilder sehen, das können wir nicht sagen. Aber klar ist, ihrem gemeinsamen Liebesschloss am Eisernen Steg in Frankfurt geht es Ende Juli an den Kragen. Die Beleuchtung an der Brücke muss erneuert werden und da sind viele Schlösser eben einfach im Weg. Fazit: Alte Liebe rostet nicht, alte Liebesschlösser dagegen schon! AUGUST Ja, er ist es. Die DNA-Analyse bestätigt, bei der Leiche, die Anfang August in der Nähe von Weitefeld gefunden wird, handelt es sich um Alexander M. Er soll im April ein Ehepaar und deren 16-jährigen Sohn in ihrem Haus in Weitefeld ermordet haben. Vier Monate lang wurde nach Alexander M. gefahndet. Hunderte Polizisten durchforsteten immer wieder die Umgebung. Doch ohne […]

  • Streit ums Verbrenner-Aus: Reaktionen aus unserer Region

    Streit ums Verbrenner-Aus: Reaktionen aus unserer Region

    Seit gestern Abend ist klar: Das EU-Verbrenner-Aus wird aufgeweicht. Also dürfen auch nach 2035 Autos mit Verbrennermotor in der Europäischen Union verkauft werden. Was die Europäische Kommission als großen Erfolg verkauft, sehen nicht nur die Automobilproduzenten äußerst kritisch. Die Geschäfte der deutschen Autobauer laufen so schlecht, wie seit der Weltwirtschaftskrise 2009 nicht mehr. Die Kunden sind zurückhaltend bei Autos mit Verbrennermotoren und zudem ist die Nachfrage nach deutschen E-Autos niedrig – die Kunden kaufen lieber preisgünstige Modelle aus Fernost. Nun hat die EU reagiert und das strikte Verbrenner-Aus für 2035 gekippt – zumindest ein Stück weit. Arne Rössel, der die Industrie- und Handelskammern in Rheinland-Pfalz vertritt, bemängelt das Hin-und-Her der Politik, das die Wirtschaft eher verunsichere, anstatt ihr Sicherheit zu geben. Arne Rössel, Hauptgeschäftsführer IHK-Arbeitsgemeinschaft RLP „Auch das ist leider ein Beispiel dafür, wie es der Politik immer wieder gelingt, Planungsunsicherheit zu stärken als für Klarheit zu sorgen. Also hier glaube ich, wissen selbst Experten derzeit nicht, was in Brüssel wirklich gemeint und verhandelt wurde. Also kein starkes Zeichen für die Automobilindustrie. Keine Klarheit.“ Klar scheint nur, dass die neue Regelung Bürokratie auf- statt abbaut. Denn die EU-Kommission plant ein Kompensationsmodell für Auto-Emissionen. Stéphane Séjourné, RE, Vizepräsident Europäische Kommission: „Werfen wir die Klimaziele über Bord? Die Antwort ist nein. Wir wollen die Automobilindustrie bis 2035 klimaneutral bekommen, das ist klar, nur die Modalität der Berechnung ändert sich. Wir wollen mehr Flexibilität gewähren, aber die zusätzlichen Emissionen, die durch diese Flexibilität entstehen, müssen zu 100 Prozent ausgeglichen werden.“ Flexibilität bedeutet dabei, dass Autobauer ab 2035 die Emissionen ihrer Neufahrzeuge nicht wie geplant auf 0%, sondern nur auf 10% reduzieren müssen. Voraussetzung ist, dass der CO2-Ausstoß durch die Verwendung von umweltfreundlichem Stahl oder klimafreundlicheren Kraftstoffen ausgeglichen wird. Konkret bedeutet das, dass so Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor auch nach 2035 noch eine Zulassung erhalten […]

  • Heidesheim: Geplantes Biomasse-Heizkraftwerk sorgt für Ärger

    Heidesheim: Geplantes Biomasse-Heizkraftwerk sorgt für Ärger

    Im Ingelheimer Stadtteil Heidesheim soll eine Pyrolyse-Anlage entstehen – also ein Kraftwerk, in dem aus Bio-Masse Pflanzenkohle hergestellt wird. Die Kohle bindet CO2 und kann zum Düngen genutzt werden. Mit der entstehenden Wärme sollen neue Wohnungen klima-freundlich beheizt werden. Ein echtes Vorzeige-Projekt, sagt die Stadt Ingelheim. Ein Unding, sagen die Heidesheimer. Denn das neue Kraftwerk soll direkt neben einem Wohngebiet entstehen. Seit 20 Jahren wohnt Ralf Reifenberg mit seiner Familie hier in Heidesheim. Besitzt ein Haus mit schönem Garten und schönem Blick ins Grüne – noch. Denn genau hier, keine 60 Meter von seinem Gartenzaun entfernt, soll die Pyrolyse-Anlage entstehen, die Biomasse in Pflanzenkohle umwandelt. Für Ralf Reifenberg nur schwer zu verdauen. Ralf Reifenberg, Anwohner in Heidesheim „Momentan ist es ja sehr grün, wenn man hier hinschaut. Und das ist einfach ein Industriekomplex, der gehört nicht ein Wohngebiet. Diese Bäume werden möglicherweise beim Bau gefällt. Bis neue, kleine Bäume nachgewachsen sind, das dauert sehr lange. Hier ist ein Sportplatz, hier fahren sehr viele Kinder auch mit dem Fahrrad. Wir brauchen nicht zusätzlichen Schwerverkehr. Das Bild ist erst mal, man hat Angst.“ Ralf Reifenberg ärgert, dass das Pyrolyse-Werk für die direkten Anwohner vor allem Belastungen mit sich bringt: Lärm, Geruch, Abwärme, Feinstaub. Von der günstigen Wärme, die die Anlage produzieren soll, werden er und seine Nachbarn aber vorerst nicht profitieren. Ihre  Häuser werden nicht direkt an das Nahwärmenetz angeschlossen, sondern nur die Neubauten, die gerade auf der gegenüberliegenden Straßenseite entstehen. Ingelheims Oberbürgermeister Ralf Claus versteht, dass es Bedenken gibt. Für ihn überwiegen allerdings die Vorteile. Ralf Claus (SPD), Oberbürgermeister Ingelheim „Die Pyrolyse-Anlage besticht einmal durch ihren ökologischen Vorteil, dass bis zu 80% CO2 tatsächlich gebunden werden und über die Biokohle dann auch über viele, viele, möglichst Jahrhunderte dann auch im Boden gebunden werden. Und andererseits, dass wir mit der Produktion dieser […]

  • Es wird kalt: Wie kommen Tiere durch den Winter?

    Es wird kalt: Wie kommen Tiere durch den Winter?

    Wie geht’s ihnen gerade so? Sind sie fit? Im Winter kann ja durchaus mal die Winter-Müdigkeit zuschlagen: Übrigens nicht nur bei uns Menschen. Auch für die Tiere ist der Winter eine besondere Jahreszeit. Stichwort: Winterschlaf. Wir haben uns im Opel-Zoo in Kronberg mal angeschaut, welche Strategien die Tiere entwickelt haben, um mit wenig Licht und der Kälte umzugehen. Die Luft ist schwer, die Geräusche gedämpft, die Wege leer. Man könnte meinen, im Opel-Zoo wird’s im Winter ruhiger. Doch gerade jetzt trauen sich viele Tiere erst recht ins Außengehege, sogar einige der afrikanischen Bewohner. Nur diese vier Giraffen halten Abstand zur Kälte und bleiben bei den frischen Temperaturen lieber im Warmen. Und das hat gute Gründe, erklärt Zoo-Biologin Tanja Spengler: Tanja Spengler, Biologin im Opel-Zoo „Also generell ist die Gefahr für die Tiere, wenn man auch an die afrikanischen Tiere denkt, ist im Winter wird es sehr rutschig. Das heißt wenn jetzt Eis und Schnee ist und der Untergrund rutschig wird, dass dann eine große Giraffe nicht ausrutscht. Das wäre so eine Thematik. Da muss man schauen, dass man eine gute Pflege hat oder schaut, dass die Tiere da auf trockenem Untergrund stehen können.“ Andere Zoo-Bewohner sind echte Winterliebhaber und fühlen sich jetzt erst richtig wohl. Wie das Polarfuchspaar Lars und Pilwi. Sie haben längst ihr dichtes Winterfell angelegt und sind damit für Temperaturen bis zu minus 40 Grad gerüstet. Die beiden sind echte Anpassungskünstler. Nicolas Leib, Tierpfleger im Opel-Zoo „Man merkt so den Unterschied zwischen Sommer und Winter, da im Winter die Tiere ein bisschen mehr auf sich selbst achten. Das heißt jeder frisst sein Futter selber und man ist weniger kooperativ. Aber wenn Paarungszeit ist, das sieht man auch bei uns super, dann ist eigentlich das Männchen nur damit beschäftigt Futter zu suchen und dem Weibchen zu bringen. Der […]

  • Ehemaliges Atomkraftwerk in Biblis: Dritter Kühltürm wird abgerissen

    Ehemaliges Atomkraftwerk in Biblis: Dritter Kühltürm wird abgerissen

    Es war einst das größte Atomkraftwerk der Welt – nach und nach wird das Kernkraftwerk im südhessischen Biblis dem Boden gleich gemacht. Heute wurde der dritte von vier Kühltürmen abgerissen. Achtung jetzt wird’s staubig! Ein kurzer Moment – und dann fällt er: der dritte Kühlturm des ehemaligen Atomkraftwerk in Biblis. In nur sieben Sekunden bricht der 80 Meter hohe Turm in sich zusammen. Der Abriss hat auch viele Menschen aus Biblis heute hier hergezogen. Christian Kun, aus Biblis „Ich wohne seit 25 Jahren in Biblis und bin froh wenn’s weg ist.“ Burkhart Herd, hat selbst im ATW gearbeitet „Von daher schon eine emotionale Binde. Der erste Arbeitgeber und wenn ichs noch erlebe, sehe ich hier wieder die grüne Wiese.“ Siegfried Dotzhauer, aus Biblis „Ja der Rückbau ist positiv. Auf jeden Fall, dass es wieder freie Fläche gibt. Aber es geht halt um das Zwischenlager, das das Zwischenlager eventuell mal leergeräumt wird.“ Vor dem Abriss wurden Schlitze in den Beton gemacht, um den Kühlturm zu schwächen. Heute haben ferngesteuerte Bagger dann Stützen aus der Konstruktion genommen, bis der Kühlturm zusammengestürzt ist. Vor 50 Jahren ging das Atomkraftwerk ans Netz – seinerzeit das größte Kernkraftwerk der Welt. Zwei Reaktorblöcke versorgten Millionen Haushalte mit Strom. Seit 2011 stehen beide still. Für die Region sind dadurch 400 Arbeitsplätze weggefallen und Steuereinnahmen in Millionenhöhe. Der neu gewählte Bürgermeister Konstantin Großmann blickt trotzdem positiv in die Zukunft. Konstantin Großmann (CDU), designierter Bürgermeister Biblis „Es geht tatsächlich ein bisschen Geschichte verloren für unsere Gemeinde Biblis. Der Rückbau findet also dementsprechende statt. Wir sind aber positiv und optimistisch gestimmt, dass hier Forschung und Veränderung bzw. eine Energieerzeugung auch stattfinden kann.“ Die 15.000 Tonnen Bauschutt, die durch den Turm angefallen sind, sind laut Betreiber RWE nicht mit radioaktivem Material in Berührung gekommen. Deshalb werden sie recycelt. Der letzte Kühlturm […]

  • Kooperation zur Artenvielfalt

    Kooperation zur Artenvielfalt

    Umweltschutz und Landwirtschaft standen sich oft unversöhnlich gegenüber. Jetzt setzt man auf Kooperation – dazu hat sich die Umweltministerin Katrin Eder von den Grünen und die Landwirtschaftsministerin Daniela Schmitt von der FDP heute getroffen. Bleibt nur die eine Frage: Warum haben das die beiden nicht schon viel früher gemacht, immerhin arbeitet man ja schon viele Jahre in der Ampelregierung in Rheinland-Pfalz zusammen. Streit um Flächen, Düngung und den Schutz von Tieren – den hat es in der Vergangenheit immer wieder gegeben. Nach fast drei Jahren Verhandlungen einigen sich Landespolitik, Naturschützer und Landwirte jetzt auf eine Kooperationsvereinbarung. Ziel ist es die Artenvielfalt zu schützen und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirte zu stärken. Lokale Arbeitsgruppen sollen unter anderem über den Umgang mit gefährdeten Arten – wie dem Biber – beraten. Katrin Eder (Bündnis 90/Die Grünen), Umweltministerin RLP „Das man dann darüber spricht und eben frühzeitig, bevor man dann konfrontativ losgeht aufeinander, sich überlegt wie man hier gemeinsam, wie man gemeinsam zu einem entsprechenden Management kommt. Damit meine ich jetzt gar nicht Tötung oder Vertreibung, sondern eben zu schauen kann man die Landwirte honorieren, kann man ihn weglocken und an anderen Stelle ein Angebot machen. Zum Beispiel Flächen auch aufkaufen.“ Entsprechende Maßnahmen sind freiwillig und werden gefördert mit Geld von Land, Bund und der EU. Damit sich viele Landwirte beteiligen, müssten die Maßnahmen praktikabel sein und sich gut in den Betriebsablauf integrieren lassen. Eberhard Hartelt, Präsident des Bauern- und Winzerverbands Rheinland-Pfalz Süd e. V. „Und am Ende müssen sie finanziell interessant sein, sodass es am Ende egal ist, ob ich auf einer Fläche Land wie groß auch immer Weizen anbaue oder Naturschutzmaßnahmen mache. Wenn ich mit Weizen Geld verdienen kann oder mit Zuckerrüben oder andererseits mit Naturschutzmaßnahmen, warum sollte ich sie dann nicht machen?“ Ungewohnte Einigkeit zwischen Landwirten und Naturschützern. Nun muss sich […]

  • Kippen & Essensreste - Frankfurt erhöht Strafen für Müllsünder drastisch

    Kippen & Essensreste – Frankfurt erhöht Strafen für Müllsünder drastisch

    Frankfurt hat ein ernstes Müllproblem. Laut einer Studie halten die Einwohner fehlende Sauberkeit – neben dem Wohnungsmangel – für das dringlichste Problem. Die Stadt will nun stärker dagegen vorgehen – und erhöht nicht nur die Bußgelder drastisch, sondern will auf den Straßen auch schärfer kontrollieren. Eine Kippe oder Papier auf die Straße werfen: 120 Euro. Hundekot nicht einsammeln: 400 Euro. Sperrmüll unangemeldet abstellen: Mindestens 1.000 Euro. Die Stadt Frankfurt hat die drohenden Strafen nahezu verdreifacht und setzt damit auch auf Abschreckung. Mike Josef (SPD), Oberbürgermeister Frankfurt „Weil wir sehr deutlich machen wollen, dass die Vermüllung des öffentlichen Raums keine Kavaliersdelikt ist oder eine Lappalie. Und dass es eine Gesamtverantwortung ist. Dass wir als Stadt vorangehen müssen, das wissen wir und das tun wir auch.“ Mit einer großangelegten Kampagne will die Stadt auf die neuen Bußgelder aufmerksam machen. Zudem soll die Zahl der Mülleimer erhöht werden, ebenso wie die Kontrollen. Auch durch Zivilbeamte wie hier im Bahnhofsviertel. Die Strafen können nun nicht mehr direkt in bar bezahlt werden, der Bußgeldbescheid kommt mit der Post. Unterwegs mit einer Dienstgruppe des Ordnungsamts, die sucht gezielt nach Sperrmüll und wird in einer Nebenstraße im Gallusviertel fündig. Eine erste Abfrage beim Entsorgungsservice: Der Sperrmüll wurde nicht angemeldet. Nun beginnt die Recherche. Michael Jenisch, Ordnungsamt Frankfurt „Wir überprüfen den Müll tatsächlich und gucken, ob es irgendwie Adressmaterial oder sonstige Hinweise auf den Verursacher gibt. Und wenn es den gibt, dann leiten wir ein Ordnungswidrigkeitsverfahren ein.“ Die neuen Müllstrafen stoßen bei den Bürgern auf unterschiedliche Reaktionen. Lukas Pohl, aus Frankfurt „Wenn man sich die Frankfurter Innenstadt mal anschaut, zweimal am Tag geht der Reinigungsservice von der Stadt hier durch und es ist immer noch teilweise verdreckt. Deswegen: Eine gute Gelegenheit, da mal ein bisschen härter durchzugreifen.“ Mohamed Bousaaidi, aus Frankfurt „Es kann ja auch aus Versehen passieren, […]