Wirtschaft

  • Viele Jobs in der Automobilindustrie auf der Kippe

    Viele Jobs in der Automobilindustrie auf der Kippe

    Es geht um 225.000 Jobs in der Automobilindustrie. So viele Arbeitsplätze sind in Deutschland laut einer aktuellen Studie massiv gefährdet. Immer neue Hiobsbotschaften kommen zum Beispiel aus Hessen – mit Opel in Rüsselsheim und VW in Baunatal. Die Automobilkrise trifft Hessen schwer. Rund 42.000 Menschen arbeiten im Bundesland direkt in der Fahrzeug- und Zuliefererindustrie. Hohe Energiekosten, die schwache Nachfrage nach deutschen E-Autos und günstigere Konkurrenz aus China setzen die Autokonzerne massiv unter Druck. In Rüsselsheim treibt Stellantis den Stellenabbau am Opel-Stammsitz weiter voran. Im April wurde verkündet, dass 650 weitere Ingenieursstellen im Entwicklungszentrum gestrichen werden. VW plant ganze Werke zu schließen. Im Werk Kassel-Baunatal lösen die erneuten Sparpläne des Volkswagen-Vorstands Besorgnis, Wut und Proteste aus. Carsten Büchling, Betriebsratsvorsitzender VW Baunatal, am 09.07.2026 „Die Lage ist bedauerlicherweise sehr ernst. Wir haben eine sehr große Unsicherheit in allen Belegschaften, an allen Standorten. Dass gehandelt werden muss, das stellen wir außer Frage, das ist in der ganzen deutschen Autoindustrie so. Aber es darf nicht gehandelt werden im Sinne von; Standorte werden kaputtgemacht, Arbeitsplätze werden in enormer Zahl vernichtet, die alle nie wieder zurückkehren werden.“ Und auch Zulieferer sind betroffen. Wegen der schwierigen Marktlage muss beispielsweise der Steckverbindungshersteller Erich Jaeger in Friedberg im Frühjahr Insolvenz anmelden. Und auch der Batteriehersteller BorgWarner Akasol in Darmstadt entlässt fast ein Viertel seiner Mitarbeiter am Standort. Laut des Auto-Branchenverbands VDA droht deutschlandweit der Verlust von weiteren 125.000 Arbeitsplätzen bis 2035. Gegenüber dem Jahr 2019 fällt dann ein Viertel aller Arbeitsplätze in der deutschen Autoindustrie weg. Hintergrund seien nicht mehr wettbewerbsfähige Standortbedingungen, insbesondere hohe Energiekosten, hohe Lohnkosten und hohe Steuern. Dazu viele Unsicherheiten beim Umstieg auf die E-Mobilität. Das EU-Verbrenneraus und die neuen CO2-Grenzwerte hätten die Industrie in eine Transformation gezwungen, für die sie nicht bereit gewesen sei.

  • Zu Gast im Studio: Hessens Wirtschaftsminister Kaweeh Mansoori (SPD)

    Zu Gast im Studio: Hessens Wirtschaftsminister Kaweeh Mansoori (SPD)

    Markus Appelmann spricht mit ihm über die Probleme der Autoindustrie und den Schwierigkeiten beim Wohnungsbau. Markus Appelmann, Moderator: Keine guten Nachrichten aus der Automobilindustrie. Darüber sprechen wir jetzt mit dem hessischen Wirtschaftsminister, mit Kaweh Mansoori. Guten Abend. Kaweh Mansoori (SPD), Wirtschaftsminister Hessen: Ich grüße Sie! Appelmann: Hallo Herr Mansoori,. warum schafft es die Politik in Bund und Land nicht, die Rahmenbedingungen zu verbessern, damit nicht Zehntausende Jobs in der Industrie wegfallen? Mansoori: Man muss erst mal festhalten Hessen ist ein Autoland. In Rüsselsheim, in Baunatal und in Kassel bauen die Leute seit Jahrzehnten tolle Autos bzw. Komponenten dafür. An denen liegt es jedenfalls nicht. Aber bislang waren die Autos im internationalen Vergleich sehr viel besser als die, die andere gebaut haben. Und da hat Deutschland ein Stück weit den Anschluss an Innovation in der Welt verloren. Das heißt, es muss jetzt darum gehen, was sind eigentlich die Technologien der Zukunft, was sind die neuen Ideen? Das wollen wir unterstützen. Beispielsweise indem wir den Transfer von den Hochschulen in Unternehmen fördern, indem wir Start-ups fördern, indem wir vor allem offen sind für neue Ideen. Ich mache das vor mit unserer Energiepolitik, mit Förderung verrückter Ideen, die aber am Ende dazu führen sollen, dass günstiger heimischer Strom und Energie zur Verfügung steht. Appelmann: Das ist übrigens ein Stichwort, das Sie gerade genannt haben. Die Standortkosten sind zu hoch, die Energiekosten, die Lohnkosten, die bürokratischen Hürden sind zu viel. Wann drehen Sie denn mal daran? Mansoori: Genau daran arbeiten wir ja gemeinsam mit den Beschäftigten und mit den Unternehmen. Ich werde selbst am Montag auch in Baunatal beim Betriebsrat von Volkswagen sein. Man muss aber trotzdem festhalten: Deutschland war ja schon immer ein Hochlohnland. Die Kosten hier am Standort waren immer höher. Aber die Autos, die produziert worden sind, die waren auch um […]

  • Start-Up hilft Unternehmen bei Optimierung des Energieverbrauchs

    Start-Up hilft Unternehmen bei Optimierung des Energieverbrauchs

    Energiekrise in Deutschland – das heisst: Strom sparen und damit Kosten senken. Und das ist nicht nur in Privathaushalten angesagt, sondern vor allem bei Unternehmen mit hohem Energiebedarf. Sie müssen ihren Energieverbrauch langfristig optimieren. Das Start-Up aimpera aus Trier hat eine KI entwickelt, die Firmen genau dabei hilft. Das Solarkraft-Unternehmen Schönergie aus Föhren nutzt die Software bereits. Oben produzieren die PV-Anlagen Strom, unten verbraucht der Fuhrpark von Schönergie ihn wieder. Wenn das Unternehmen seine Stromerzeugung und den Verbrauch zeitlich perfekt abstimmt, dann spart es Kosten. Dabei hilft ihm die KI von aimpera. Felix Theusch, Gründer von aimpera „Wir nutzen sehr stark Daten, die in so einem Kontext wie hier anfallen. Eine PV-Anlage generiert verschiedene Datenströme, die wir nutzen. Das heißt, ich kann in den Daten ablesen, wie stark reagiert eine Anlage beispielsweise auf die solare Einstrahlung. Und genau diese Daten, die auch beispielsweise im Kontext der E-Mobilität anfallen. Das heißt, wir erkennen, wann wird an diesem Standort wie viel Energie verbrauchsseitig beispielsweise in Wärmepumpen, in Ladeinfrastruktur, aber auch in PC-Systemen etc benötigt. Und das nutzen wir dann, um Prognosen in die Zukunft zu machen.“ Normalerweise werden E-Autos morgens voll geladen, wenn sie an die Ladesäule gesteckt werden. Eigentlich sei es aber besser, sie erst mittags zu laden, wenn die PV-Anlagen den meisten Strom erzeugen. Mit den Prognosen von Aimpera weiß Schönergie genau, wann der günstigste Zeitpunkt zum Laden ist. Damit so wenig externer Strom wie möglich zugekauft werden muss. Volker Schöller, CTO Schönergie „Sodass wir von aimpera Fahrpläne bekommen, mit denen wir wissen, wie zum Beispiel morgen die Wetterlage sein wird und wie morgen die Stromerzeugung auf meinem Standort aber auch im kompletten deutschen Netz erfolgen wird. Und wenn ich dann nachher hingehen kann und sagen, hey, ich warte jetzt mit meinem Einkauf von Energie bis der Strom günstig genug ist, weil […]

  • Innovation: Recyclebare Weinflaschen mit Glaskern

    Innovation: Recyclebare Weinflaschen mit Glaskern

    Die Weinindustrie in Deutschland steckt seit Jahren in der Krise. Die Deutschen kaufen immer weniger Wein und auch der Export leidet unter den hohen Zöllen der USA. Die Winzer müssen also sparen und genau an dieser Stelle will ein Start-up aus Rheinland-Pfalz die entscheidende Rolle spielen. Janina und Jörg Krick haben alle Hände voll zu tun. Ihre neuartigen Weinflaschen sind begehrt und müssen für die Auslieferung vorbereitet werden. Janina Krick, Gründerin „Wir haben eine neue Weinflasche entwickelt, und zwar eine Weinflasche aus 100% recyceltem Material. Die kann in jedem Pfandautomaten zurückgegeben werden und wir arbeiten hier mit Winzern zusammen. Die Flasche wird auch wieder zu 100% in den Kreislauf zurückgeführt und im Inneren tragen wir durch ein Hightech-Verfahren innen eine Glasbarriere auf. Diese Glasbarriere ist eine Barriere und die schützt den Wein vor äußeren Einflüssen und bewahrt die Qualität und somit bleibt der Wein genauso lange haltbar wie in einer normalen Glasweinflasche.“ Mit ihrer „Kunststofflasche mit Glaskern“ wollen die Gründer die heimischen Winzer unterstützen, die seit geraumer Zeit unter sinkenden Absatzzahlen leiden. Ihre Flasche ist nicht nur günstiger in der Produktion und recyclebar, sie hat auch eine deutlich bessere Co2-Bilanz als Glasflaschen. Auch Winzer Kristof Laubenstein aus Grolsheim hat sich dafür entschieden, einen Teil seines Weines zukünftig in den Flaschen der Gründer abzufüllen. Besonders angetan ist er vom Gewicht und der Bruchsicherheit der Flaschen. Kristof Laubenstein, Winzer aus Grolsheim: „Wir fahren sehr viel mit dem LKW weg. Das heißt, wir transportieren sehr viele Flaschen durch ganz Deutschland zu Privatkunden und ein geringeres Gewicht bedeutet einen geringeren Spritverbrauch und letztendlich durch das ganze Fahren und Hubbeln auf der Autobahn oder Landstraße gehen auch öfter mal Flaschen kaputt und das wäre damit gelöst.“ Ob sich die neuartige Flasche in einer doch eher konservativen Weinbranche durchsetzen wird, darauf ist auch der Winzer gespannt. Kristof […]

  • Geplante Hängeseilbrücke stößt auf Widerstand

    Geplante Hängeseilbrücke stößt auf Widerstand

    Ein Investor plant in Boppard eine Hängeseilbrücke zu bauen, um den Tourismus um eine Attraktion reicher zu machen. Doch gegen den Eingriff in die Natur gibt es auch Widerspruch. Wir haben mit den Menschen vor Ort gesprochen. Gut 300 Meter lang soll sie werden und sich mit Stahlseilen hier übers Ewigbachtal bei Boppard erstrecken. Die geplante Hängebrücke – von der laut dem Projektleiter das gesamte Mittelrheintal profitieren soll. Roland Haag Projektleiter Hängeseilbrücke „Ja, bringen soll’s einfach Touristen in die Region und eine Attraktion für Menschen, die sonst nur im Hochgebirge so eine Hängebrücke erleben können. Der Vorteil ist einfach, dass die Menschen diese Region wieder schätzen, den Rhein diese Region und dass hier Wertschöpfung da ist.“ Wertschöpfung schafft die Firma Eberhardt aus Baden-Württemberg, die hinter dem Projekt steckt, normalerweise im Stahlbau. Touristische Hängebrücken sind ein weiterer Geschäftszweig, so wie hier im Schwarzwald. Boppard wäre bereits die vierte Brücke des Unternehmens. Doch kein Großprojekt ohne Gegenwind. Christoph Winkler, direkter Anwohner und Restauranteigentümer hat Bedenken. Von der Hängebrücke würde aus seiner Sicht für Boppard selbst nicht viel hängen bleiben. Christoph Winkler, Anwohner und Restauranteigentümer „Die Folgekosten, die aber dann kommen für die Stadt eben Parkraum zu schaffen. Verkehrsplanung und und und. Was passiert hier oben? Müllbeseitigung, Toilettenanlagen, ist alles nicht geregelt, Wasser ist nicht hier. Dieser Massentourismus, der dann zumindest mal in der Saison entsteht, der wird Boppard grundlegend verändern.“ Winkler rechnet mit dreimal so vielen Besuchern als die Brückenplaner selbst. Diese hoffen auf 100.000 Touristen jährlich, die etwa 10 Euro Eintritt zahlen sollen. Die Geierlaybrücke im Hunsrück dagegen verzeichnet weit mehr Besucher bei kostenlosem Eintritt. Roland Haag Projektleiter Hängeseilbrücke „Die Geierlay wurde von EU-Mitteln finanziert, wir sind Privatunternehmen, wir finanzieren das komplett aus unserem Geldbeutel.“ Rund sechs Millionen Euro will die Eberhardt-Gruppe in Boppard investieren. Auch die Stadt hofft auf mehr Gäste. Hans […]

  • Schaltgespräch zu den wirtschaftlichen Auswirkungen des Niedrigwassers

    Schaltgespräch zu den wirtschaftlichen Auswirkungen des Niedrigwassers

    Eva Dieterle spricht darüber mit dem Geschäftsführer der IHK Koblenz, Fabian Göttlich. Eva Dieterle, Moderatorin: Guten Tag. Fabian Göttlich, Geschäftsführer der IHK Koblenz: Guten Tag, Frau Dieterle. Dieterle: Herr Göttlich, das Niedrigwasser auf dem Rhein ist kein neues Phänomen mehr, sondern aus Sicht der Wirtschaft bittere Routine im Sommer. Wie dramatisch stellt sich die Situation aktuell dar? Göttlich: Also aktuell ist die Lage schon sehr angespannt. Zum einen haben wir es noch relativ früh im Jahr und im Sommer. Es ist ja erst Ende August. Das letzte historische Tiefwasser fand ja erst im Oktober statt und aktuell fehlt so ungefähr 80 % der Ladekapazität auf dem Rhein. Das ist schon eine Menge. Dieterle: Welche Schlüssel-Industrien in unserer Region trifft das im Moment am härtesten, und drohen den Verbrauchern dadurch bereits Engpässe oder Preiserhöhungen? Göttlich: Ob es die Verbraucher trifft, das lässt sich jetzt noch nicht absehen. Auch weil auf dem Rhein wenig Endprodukte verschifft werden, sondern viel Rohstoffe, Grundstoffe, Baustoffe. Für die ist das Schiff häufig die einzige sinnvolle, kostengünstige Transportmöglichkeit. Das schmerzt natürlich sehr, dass diese Option jetzt so eingeschränkt ist. Gleiches gilt natürlich für den Containerverkehr. Ein durchschnittliches Schiff mit 500 Containern kann jetzt bei dem niedrigen Wasserstand vielleicht noch 100 Container transportieren. Das wird die Lieferketten schon sicherlich treffen und etwas durcheinander bringen. Dieterle: Die Wirtschaft fordert seit Jahren eine schnelle Vertiefung des Mittelrheins, doch passiert ist bislang nichts. Wie sehr ärgert Sie das? Göttlich: Sicherlich ist das ärgerlich. Passiert ist schon was. Die Planfeststellungsverfahren schreiten voran. Es ist natürlich auch ein wirkliches Megaprojekt. Wir reden hier über fast 50 Rheinkilometer, die um 20 Zentimeter vertieft werden sollen. Etwa 200 Millionen Projekt. Aktuell rechnet man mit einer Fertigstellung Mitte der dreißiger Jahre. Wir hoffen, dass es zügig vorangeht. Wir brauchen die Mittelrheinvertiefung. 20 Zentimeter bedeuten so viel, wie […]

  • Ab heute gilt das "Recht auf Reparatur"

    Ab heute gilt das „Recht auf Reparatur“

    Wie alt ist eigentlich der Bildschirm, auf dem Sie uns gerade zuschauen? Im Schnitt nutzen wir einen Fernseher sieben Jahre lang, bis er entsorgt wird und wir uns einen neuen kaufen. Dabei wäre er in vielen Fällen noch leicht zu reparieren. Ab heute soll eine neue EU-Richtlinie für mehr Nachhaltigkeit sorgen – mit dem Recht auf Reparatur. Viel los bei der Blitzblume in Ingelheim. Seit über 30 Jahren hat man sich hier auf die Reparatur von Elektrogeräten spezialisiert. Doch die Hersteller machen es den Tüftlern oft schwer. So auch bei diesem Toaster: Eine Heizplatte ist gerissen. Der Hersteller stellt aber nur das gesamte Heizsystem als Ersatzteil zur Verfügung. Preis: 130 Euro. Reparieren lohnt sich da nicht mehr. Oliver Stens, Elektriker und Tüftler „Wenn man die einzelnen vier Heizplatten vereinzelt konstruiert hätte, dann wäre das für einen Preis von 15 bis 20 Euro im Einkauf noch eine wirtschaftliche Reparatur gewesen.“ So landet der Toaster auf dem Müll, obwohl er repariert werden könnte. Genau das will die EU künftig verhindern – mit dem Recht auf Reparatur. Es gilt vor allem für große Haushaltsgeräte: Kühlschränke und Waschmaschinen. Geräte mit Display, wie Handys und Fernseher. Aber auch für E-Scooter und E-Bikes und ein paar weitere Produkte. Die Hersteller werden verpflichtet, eine Reparatur anzubieten – und die zu einem angemessenen Preis. Bislang waren Reparaturen bei vielen Herstellern gar nicht erst vorgesehen. Nach der Reparatur verlängert sich die Gewährleistung um weitere zwölf Monate. Ersatzteile müssen länger bereitgestellt werden. Und: Hersteller dürfen keine Software nutzen, die eine Reparatur durch Dritte oder die Nutzung anderer Ersatzteile blockiert. Für die Verbraucherzentrale ein Schritt in die richtige Richtung. Aber: Ruth Preywisch,Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz „Es wird nicht definiert, was genau ein angemessener Preis für Reparaturen ist. Es müssen auch nicht für alle Geräte Ersatzteile vorrätig gehalten werden und die Verbraucher sind nach einem Jahr immer noch in […]

  • Kampf gegen überhöhte Ticketpreise

    Kampf gegen überhöhte Ticketpreise

    Bundesjustizministerin Stefanie Hubig in diesen Tagen bei Mainz 05Station gemacht. Aber nicht etwa, um sich ein Fußballspiel anzuschauen, sondern um dort über die Pläne der Bundesregierung zu informieren, den Weiterverkauf von Tickets zu überhöhten Preisen einzudämmen. Wer in letzter Zeit versucht hat, Tickets für große Konzerte oder Sportveranstaltungen zu kaufen, kennt das Problem: Die Nachfrage ist hoch, die Preise ebenso – und das nicht nur auf den offiziellen Seiten- Auf Internet-Plattformen werden Tickets systematisch weiterverkauft, teils zum Drei- oder Vierfachen des Originalpreises. Dagegen will die Bundesjustizministerin jetzt vorgehen. Noch in diesem Jahr will Stefanie Hubig einen Gesetzentwurf vorlegen. Stefanie Hubig (SPD), Bundesjustizministerin „Wir arbeiten gerade an einer gesetzlichen Regelung und wollen bei dieser gesetzlichen Regelung einerseits eine Obergrenze für den Weiterverkauf – also den Zuschlag beim Weiterverkauf – einführen. Und zweitens wollen wir weiterhin allen ermöglichen, dass sie Tickets – wenn sie z.B. nicht ins Konzert gehen können, weil sie krank sind – weitergeben können. Auch gegen Entgeld.“ Denn Hubig hat vor allem kommerzielle Händler im Visier, die mit digitalen Bots massenhaft Tickets kaufen und sie über Online-Plattformen zu überhöhten Preisen weiterverkaufen. Stefanie Hubig (SPD), Bundesjustizministerin „Das schadet natürlich zum einen den Veranstaltern, den Künstlern, den Sportlern, die natürlich ihre Fans mit in ihrer Arena dabei haben wollen. Aber es schadet vor allem auch den Fans, den Verbrauchern, die viel mehr Geld für eine Konzertkarte, für eine Fußballkarte zahlen müssen, als angemessen ist.“ Der von Hubig geplante Gesetzentwurf könnte auch Maßnahmen gegen überhöhte Ticketpreise enthalten, die sich in anderen Staaten bewährt haben. So ist der gewerbliche Weiterverkauf von Tickets in Frankreich zum Beispiel nur mit der Genehmigung des Veranstalters erlaubt. Beim Erstligisten Mainz 05 sind überhöhte Ticketpreise hingegen kein großes Problem. Ein Weiterverkauf ist nur über eine eigene Online-Plattform möglich. Wer diese zu umgehen versucht, muss mit rechtlichen Konsequenzen rechnen.

  • Studiotalk mit Justizminister Helmut Martin über Gefahren im Internet

    Studiotalk mit Justizminister Helmut Martin über Gefahren im Internet

    Helmut Martin ist auch für den Verbraucherschutz zuständig. Maike Dickhaus spricht mit ihm über die neuen Herausforderungen durch betrügerischen Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Ein Telefonat, generiert mit künstlicher Intelligenz. Per Telefon soll Manfred Staub aus Dirmstein ein kostenpflichtiges Abo für eine Zeitschrift abgeschlossen haben. Das Gespräch hat es aber nie gegeben – der 80-Jährige Rentner ist Opfer von Telefon-Abzocke geworden. Er wendet sich an die rheinland-pfälzische Verbraucherzentrale. Noch nie hatte die so viel zu tun, wie im vergangenen Jahr. 130.000 Anfragen, davon gut 25.000 Beschwerden. Eine Zunahme von 20 Prozent. In mehr als der Hälfte der Fälle ging es um Online-Einkäufe und digitale Dienste. Heike Troue, Vorständin Verbraucherzentrale RLP „Dazu gehören im letzten Jahr wieder sehr stark untergeschobene Abo-Verträge, Zeitschriften, Schwierigkeiten beim Kauf von Haushaltsgegenständen, Möbeln und so weiter. Da geht’s dann auch oft darum, wenn die Sachen nicht passen und zurückgeschickt werden, dass man sein Geld zurückbekommt.“ KI-Chatbots statt Kundenservice – daran würden zunehmend Versuche von Verbrauchern scheitern, ihre Anliegen selbst zu klären. Dem setzt die Verbraucherzentrale Informations- und Beratungsangebote, digitale Musterbriefe, Fakeshopfinder und juristischen Beistand entgegen. Nach zuletzt 29 Abmahnungen und 19 von 20 erfolgreichen Gerichtsverfahren rüstet man sich aktuell für künftige Sammelklagen. Vor allem bei Anwendungen mit künstlicher Intelligenz sei ein noch stärkerer Verbraucherschutz nötig. ———- Maike Dickhaus, Moderatorin: Die Künstliche Intelligenz entwickelt sich rasend schnell. Braucht es denn da jetzt auch schnell neue Gesetze, um den damit verbundenen Gefahren habhaft zu werden? Helmut Martin (CDU), Minister der Justiz und für Verbraucherschutz RLP: Also auf jeden Fall zeigt ja auch Ihr kurzer Bericht schon, dass es ein drängendes Problem gibt. Zum Glück sind die Verbraucherzentralen da sehr aktiv, auch mit Unterstützung des zuständigen Ministeriums, also meines Hauses jetzt. Und wir werden das auch weiter ausbauen. Diese Unterstützung gerade im digitalen Bereich, um die Kundinnen und Kunden da zu stärken, […]

  • Weitere Nachrichten im Überblick

    Weitere Nachrichten im Überblick

    Weitere Galeria-Filialen vor dem Aus? – Schweitzer kritisiert Bund und Mineralölkonzerne Ende für Frankfurter Obdachlosen-Zeltlager Anmoderation: Geht im Hunsrück ein Feuerteufel um? Das fragt sich die Polizei. Gestern Mittag wurde die Feuerwehr nämlich zu einem Brand von etwa 200 Heuballen in Tiefenbach gerufen. Fast zeitgleich brannten in unmittelbarer Nähe zwei Grünflächen. Ersten Erkenntnissen nach handelt es sich um mutwillige Brandstiftung. Die Polizei in Simmern bittet nun um Hinweise von Zeugen. Weitere Nachrichten von diesem Donnerstag gibt’s jetzt. Weitere Galeria-Filialen vor dem Aus? Die Warenhauskette Galeria prüft zurzeit 33 ihrer Filialen auf deren Rentabilität. Auch der Standort in Mainz steht laut Medienberichten auf der Liste und könnte von einer Schließung betroffen sein. Neben Mainz stehen in Rheinland-Pfalz demnach auch die Standorte in Bad Kreuznach, Koblenz und Speyer auf der Kippe. Die Warenhauskette, die rund 12.000 Menschen beschäftigt, hatte Anfang 2024 zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren Insolvenz angemeldet. Kurz darauf war Galeria von einer US-Investmentgesellschaft sowie einer Beteiligungsfirma übernommen worden. Schweitzer kritisiert Bund und Mineralölkonzerne Der rheinland-pfälzische SPD-Fraktionschef Alexander Schweitzer fordert die Bundesregierung dazu auf, entschlossen gegen hohe Benzinpreise vorzugehen und dafür auch einen Spritpreisdeckel nach dem Vorbild von Luxemburg und Belgien zu prüfen. Die Mineralölkonzerne hätten den steuerlichen Tankrabatt nicht vollständig an die Kunden weitergegeben. Das sei nicht hinnehmbar. Das Kartellamt müsse den Mineralölkonzernen künftig genauer auf die Finger schauen. Ende für Obdachlosen-Zeltlager Die Stadt Frankfurt hat angekündigt, das Obdachlosen-Zeltlager auf einer Grünfläche in der Innenstadt ab August wieder zurückzubauen. Die dort untergebrachten Menschen sollen auf vier bestehende feste Unterkünfte verteilt werden. Die Stadt hatte das provisorische Zeltlager errichtet, weil die bisherige Notunterkunft in der U-Bahn-Station Eschenheimer Tor aus Brandschutzgründen kurzfristig geschlossen werden musste.

  • Bahn untersucht Fischbestände

    Bahn untersucht Fischbestände

    In Frankfurt wird gerade ein milliardenschweres Infrakstrukturprojekt umgesetzt. Die nordmainische S-Bahn soll die Mainmetropole an Hanau anbinden. Die riesige Baustelle wirkt sich auch auf die umgebende Natur aus. Die Deutsche Bahn untersucht deshalb den ökologischen Zustand eines Sees entlang der geplanten Strecke. Ein Motorboot schippert über den großen Weiher im Frankfurter Ostpark. Mit einem Köcher, um Fische für Untersuchungen einzufangen. Das Besondere: Der Köcher kann leicht unter Strom gesetzt werden – Elektrofischen nennt sich das. Klingt etwas martialisch, ist aber eine gängige Methode. Alexander Schmitt, Projektingenieur Deutsche Bahn „Sobald die Fische in Richtung Köcher kommen oder eben andersrum, werden die kurz betäubt. Und können dann mit dem Köcher aufgenommen werden. Diese Betäubung dauert in der Regel wirklich nur wenige Sekunden. Die tragen da keine Beeinträchtigung davon, die verkraften das ziemlich gut.“ Kurz darauf wuseln die Fische im Behälter auch schon wieder umher. Hintergrund des ganzen ist eine geplante Bahnstrecke in der Nähe: Mit der „nordmainischen S-Bahn“ soll die Verbindung zwischen Frankfurt und dem Hanauer Hauptbahnhof in den kommenden Jahren ausgebaut werden. Ein möglicher Knackpunkt: Vom Ostparkweiher 800 Meter entfernt liegt der ehemalige Ostbahnhof. Dort am Danziger Platz wird eine neue S-Bahn-Station gebaut. Damit in den Tiefbau kein Wasser eintritt, muss das Grundwasser abgesenkt werden. Das könnte sich auf den benachbarten Weiher auswirken. Sollte auch hier das Grundwasser sinken, könnte das abgepumpte Wasser von der Baustelle in den Weiher umgeleitet werden. Zuvor muss aber der ökologische Zustand des Gewässers untersucht werden. Alexander Schmitt, Projektingenieur Deutsche Bahn „Eine extrem wichtige Grundlage ist zu wissen: Was für Fische leben hier eigentlich, wie ist die Fischfauna in diesem Weiher aufgebaut? Sind das jetzt Arten, die wirklich hoch angepasst sind hier auf so einen Lebensraum? Oder sind das eher Arten, die überall einfach gut zurecht kommen.“ An diesem Vormittag gehen vor allem Karpfen ins Netz, nichts Ungewöhnliches. […]

  • Bauern und Winzer informieren über Ernte

    Bauern und Winzer informieren über Ernte

    Normalerweise ziehen die Landwirte in Rheinland-Pfalz ihre Erntebilanz, wenn die Getreideernte noch in vollem Gange ist. Doch dieses Jahr ist sie fast überall im Land schon beendet. Hitze, Trockenheit und Unwetter haben dafür gesorgt, dass die Bauern schon im Juni ihre Ernte in Sicherheit bringen mussten. Jetzt gab es das Fazit. Hier kommt der Weizen im Viertelstundentakt an. Die Raiffeisen Handelsgesellschaft im Rhein-Ahr-Kreis lagert das Getreide der Landwirte aus der Eifel, bevor es weiterverkauft wird. Die gesamte Anlage ist für 9 Millionen Euro erweitert worden. Zwei Silos sind noch im Bau, aber auch in die anderen passt einiges an Getreide hinein. Jürgen Huck, Vertriebsleiter Raiffeisen Rhein-Ahr-Kreis „In diese komplette Siloanlage passen 28.000 Tonnen Getreide rein. Wenn man sich das mal in bisschen vorstellen will, dann sind das relativ genau 1.000 Lkw-Ladungen, die in diese Anlage hineinpassen.“ Die Felder bei Badem in der Eifel sind abgeerntet. Gerade für den eher kühlen Norden von Rheinland-Pfalz ist das ungewöhnlich. Genauso sieht es in Rheinhessen aus. Im Frühjahr lagen die Temperaturen rund 2,7 Grad über dem Durchschnitt. Marco Weber, Präsident Bauern und Winzerverband Rheinland-Nassau „Dann kam im Mai / Juni die erste große Hitzewelle mit über 40 Grad, und gerade in der Phase der Abreife, der Ausbildung der Körner, hat die Hitzewelle zugeschlagen und wir haben in ganz Rheinland-Pfalz mit großen Ertragsschwankungen, mit großen Ertragsdepressionen zu tun, sodass wir unterdurchschnittlich die Ernte einfahren.“ Unterdurchschnittlich bedeutet: 10 bis 20 Prozent weniger Getreide. Schlecht sieht es auch beim Mais aus, viele Pflanzen haben Hitzeschäden. Der Gewinner der Saison ist der Raps. Seine Anbaufläche wuchs um sieben Prozent auf 46.000 Hektar. Trotzdem: Keine gute Stimmung heute bei den Landwirten in Badem. Eberhard Hartelt, Präsident Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd „Zu der schlechten Ernte kommen noch schlechte Preise, aber sehr, sehr hohe Kosten. Im Sonderkulturbereich natürlich der Mindestlohn, der uns […]

  • Weitere Nachrichten im Überblick

    Weitere Nachrichten im Überblick

    Krankenhäuser schlagen Alarm – Hessen bei Abschiebungen auf Spitzenplatz – Point-Alpha-Preis für US-General Anmoderation: Nach dem schweren Unfall durch eine Falschfahrerin auf der A45 am Wochenende ist eines ihrer drei lebensgefährlich verletzten Kinder gestorben. Bei dem Unfall in der Nähe von Florstadt war die 45-jährige Falschfahrerin ums Leben gekommen, ebenso wie der 70-jährige Autofahrer, mit dem sie frontal kollidierte. Ihr Ehemann und die beiden anderen Kinder befinden sich nach Angaben der Polizei immer noch in einem kritischen Zustand. Und damit zu weiteren Nachrichten des Tages. Krankenhäuser schlagen Alarm Krankenhäuser in Rheinland-Pfalz warnen vor den Folgen der Sparpläne der Bundesregierung. Nach Angaben der Krankenhausgesellschaft Rheinland-Pfalz könnten landesweit bis zu 20 Kliniken schließen. Die Häuser hätten kaum noch Möglichkeiten zum Sparen. Dennoch zwinge das Gesetz zu weiteren Kürzungen, vor allem beim Personal. Das könne die Versorgung der Patienten verschlechtern. Die Krankenhausgesellschaft fordert deshalb ein Nothilfeprogramm des Landes. Hessen bei Abschiebungen auf Spitzenplatz Im ersten Halbjahr 2026 hat das Land Hessen insgesamt 921 ausreisepflichtige Personen abgeschoben. Das sind zwar rund 100 Personen weniger als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr, aber mehr als in allen anderen Bundesländern mit Ausnahme des Saarlands. Laut Innenminister Roman Poseck sei das nicht zuletzt auf die Konzentration der Verfahren bei den Regierungspräsidien und in der Abschiebehaftanstalt in Darmstadt-Eberstadt zurückzuführen. Hessen werde ausreisepflichtige Personen weiterhin konsequent abschieben, auch wenn das oft mit menschlichen Härten verbunden sei. Point-Alpha-Preis für US-General Der frühere Oberbefehlshaber der US-Army in Europa, Ben Hodges, wird mit dem Point-Alpha-Preis ausgezeichnet. Er stehe wie kaum ein anderer US-Soldat für die konsequente Stärkung der transatlantischen Partnerschaft, hieß es in der Begründung. Von 2014 bis 2017 war Hodges Oberkommandierender der US-Landstreitkräfte in Europa und in Wiesbaden stationiert. Das Kuratorium Deutsche Einheit verleiht den Point-Alpha-Preis zusammen mit der Point-Alpha-Stiftung für Verdienste um die deutsche und europäische Einheit. Die Preisverleihung im thüringischen Geisa ist für […]

  • Studiogespräch mit dem rheinland-pfälzischen Landesbeauftragten für Datenschutz

    Studiogespräch mit dem rheinland-pfälzischen Landesbeauftragten für Datenschutz

    Im Reformpaket des Bundes ist ja außerdem vorgesehen, den Datenschutz zu lockern, und zwar für kleinere Unternehmen und für Vereine. Und was da genau geplant ist, das schauen wir uns jetzt an. Die Sportgemeinde Weiterstadt. Die rund 2.500 Mitglieder können hier diverse Sportkurse besuchen, einen Tennisplatz mieten und es gibt ein eigenes Fitnessstudio. Verwaltungstechnisch ist der Verein wie ein kleines Unternehmen. Das heißt: Für ihn gilt das gesamte Spektrum an Pflichten der Datenschutzgrundverordnung – Verfahrensdokumentationen anlegen, einen Datenschutzbeauftragten ernennen und jedes Mal, wenn der Verein Daten der Mitglieder für was auch immer verwenden will, muss er sich eine Bestätigung einholen. Ein Haufen Arbeit, der zum Großteil am Vorstand hängen bleibt. Die Bundesregierung plant jetzt Erleichterungen, die Datenschutzvorschriften und -pflichten sollen gelockert werden. Man wolle dafür alle vorhandenen Spielräume der Datenschutzgrundverordnung nutzen. Nicht-kommerzielle Tätigkeiten, also wie bei Vereinen wie der SG Weiterstadt, aber auch kleine und mittelständische Unternehmen sollen von der DSGVO ausgenommen werden. Alternativ soll es ein Datengesetzbuch geben, das die Regeln festlegt. Michael Gießelbach, 1. Vorsitzender SG Weiterstadt „Wenn die Pläne so durchgehen, dann erhoffen wir uns schon, dass es eine Erleichterung ist.// Das bedeutet ja nicht, dass kein Datenschutz mehr gemacht wird. Also wir sind schon dafür, dass Daten geschützt werden, soweit wir sie überhaupt haben und sie überhaupt kritisch sind. Aber wenn zum Beispiel die ganzen Dokumentationspflichten, die ganzen Berichtspflichten entfallen würden, Verfahrensverzeichnisse, dann wäre uns schon sehr, sehr viel geholfen, weil die administrative Arbeit wäre deutlich weniger, man könnte mit einem Vertrauensvorschuss arbeiten, so ähnlich wie in Entbürokratisierungsprojekten und damit wäre uns stark geholfen.“ Maike Dickhaus, Moderatorin: In Vereinen und kleineren Unternehmen soll der Datenschutz also gelockert werden. Was halten Sie denn davon? Prof. Dieter Kugelmann, Landesbeauftragter für Datenschutz in Rheinland-Pfalz: Grundsätzlich ist das eine gute Idee. Allerdings muss man wirklich sehen, wie man es macht, […]

  • Verteidigungsminister besucht Rüstungskonzern KNDS in Kassel

    Verteidigungsminister besucht Rüstungskonzern KNDS in Kassel

    Der Krieg in der Ukraine, die Eskalation im Nahen Osten und eine zunehmend unsichere Weltlage haben die deutsche Rüstungsindustrie grundlegend verändert. Was viele Jahre als ungeliebte Nischenbranche galt, zählt heute zu den Wachstumsmotoren der Industrie – und soll dabei helfen, die Bundeswehr besser auszustatten und die europäische Souveränität zu stärken. Bundes-Verteidigungsminister Boris Pistorius war deshalb heute zu Besuch beim Rüstungsbauer KNDS in Kassel. Zufrieden sieht der Bundesverteidigungsminister heute auf seinem Rundgang in der Produktion bei KNDS aus. Schließlich ist die Bundesregierung bereit, mehr als 8 Milliarden Euro für 40 Prozent der Anteile des deutsch-französischen Unternehmens zu bezahlen, ebenso, wie die französische Regierung. Boris Pistorius (SPD), Bundesverteidigungsminister „Unser Interesse ist klar: Wir wollen diese deutsche Schlüsseltechnologie im deutschen Zugriff behalten, in Augenhöhe mit den Partnern aus Frankreich. In welcher Form das geschieht, das werden die Gespräche und Entscheidungen der nächsten Wochen zeigen.“ Am Standort Kassel produziert KNDS vor allem Schützen- und Kampfpanzer wie den Leopard 2. Mit mehr als 2.400 Mitarbeitern ist der Rüstungskonzern hier auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Florian Hohenwarter, Geschäftsführer KNDS „Der Kasseler Standort hat für uns eine zentrale Bedeutung. Hier sitzt ein Großteil der Entwicklung, neben München. Hier haben wir die technologischen Produktionsstätten für unsere Türme. Wir werden weiterhin im großen Maße in Kassel investieren.“ Außerdem soll bis zum Ende des Jahrzehnts die Gesamtzahl der Mitarbeiter im Konzern verdoppelt werden. Das allerdings geht nicht nur durch Neueinstellungen, Florian Hohenwarter, Geschäftsführer KNDS „Wir haben dazu im letzten Jahr einen Bahnhersteller, einen Bahnstandort übernommen in Sachsen. Wir haben dieses Jahr kommuniziert, dass wir mit einem Automotive-Lieferanten Dräxlmaier in Bayern kooperieren werden. Und ich habe auch immer gesagt, dass wir noch weitere Standorte benötigen.“ Auch der Minister kann sich gut vorstellen, dass zukünftig weitere Automobilwerke auf Rüstung umgestellt werden. Das sei eine gute Idee, um die Fachkräfte in den Regionen zu behalten, so […]