Tarifverhandlungen der Metall- und Elektroindustrie
Fünf Prozent mehr Lohn – so die Forderung – mitten in einer Phase, in der viele Betriebe der Metall- und Elektroindustrie um Aufträge, Investitionen und Arbeitsplätze kämpfen. Die Arbeitgeber warnen deshalb heute vor einem Tarifabschluss, der den Standort zusätzlich verteuert. Zum Start der Verhandlungen für die rund 360.000 Beschäftigte in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland prallen damit zwei Interessen hart aufeinander: mehr Geld für die Mitarbeiter – und die Frage, was sich die Unternehmen überhaupt noch leisten können. Heute geht es um die Wurst. Vor dem Tarifrundenauftakt demonstrieren 600 Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie vor dem Verhandlungshotel in Frankfurt. Ihre Botschaft: Die Lebenskosten sind zu hoch, der Lohn ist zu knapp und die Angst um den Arbeitsplatz wächst. Thomas Lutz „Sparen geht in gewisser Weise aber irgendwann komme ich nicht mehr voran. Das berühmte Sprichwort: Am Ende des Monats ist kein mehr übrig.“ Tugce Ilydayagiz „Vor allem als Azubi. Man ist ja auch nicht mehr so jung und man kommt einfach nicht mehr hinterher.“ Frauke Kuntz „Wir kommen irgendwann an einen Punkt, wo das nicht mehr funktioniert. Wo die Leute nicht mehr ihr Leben bezahlen können und ich glaube so weit sind wir davon nicht mehr entfernt, deswegen muss jetzt was passieren.“ Anusch Cascorbi „Die Lohnkosten waren nie das Problem. Also es werden seit Jahren, in denen wir die Krise haben, Milliarden an Dividende ausgeschüttet. Die Frage ist nur wie wir das umverteilen. Das Geld ist da.“ Die Industriegewerkschaft Metall hält höhere Löhne für gerecht. Sie machen im Vergleich zu Material und Energie nur einen kleinen Teil aus. Konkret fordert sie fünf Prozent mehr Lohn für zwölf Monate, eine Sicherung von Standorten und Beschäftigung, eine tarifliche Gewinnbeteiligung in erfolgreichen Unternehmen und eine soziale Komponente zugunsten von Beschäftigten mit niedrigen Einkommen. Jörg Köhlinger, IG Metall „Und fünf Prozent sind eine realistische Größe, zumindest im […]


