Viele Jobs in der Automobilindustrie auf der Kippe
Es geht um 225.000 Jobs in der Automobilindustrie. So viele Arbeitsplätze sind in Deutschland laut einer aktuellen Studie massiv gefährdet. Immer neue Hiobsbotschaften kommen zum Beispiel aus Hessen – mit Opel in Rüsselsheim und VW in Baunatal. Die Automobilkrise trifft Hessen schwer. Rund 42.000 Menschen arbeiten im Bundesland direkt in der Fahrzeug- und Zuliefererindustrie. Hohe Energiekosten, die schwache Nachfrage nach deutschen E-Autos und günstigere Konkurrenz aus China setzen die Autokonzerne massiv unter Druck. In Rüsselsheim treibt Stellantis den Stellenabbau am Opel-Stammsitz weiter voran. Im April wurde verkündet, dass 650 weitere Ingenieursstellen im Entwicklungszentrum gestrichen werden. VW plant ganze Werke zu schließen. Im Werk Kassel-Baunatal lösen die erneuten Sparpläne des Volkswagen-Vorstands Besorgnis, Wut und Proteste aus. Carsten Büchling, Betriebsratsvorsitzender VW Baunatal, am 09.07.2026 „Die Lage ist bedauerlicherweise sehr ernst. Wir haben eine sehr große Unsicherheit in allen Belegschaften, an allen Standorten. Dass gehandelt werden muss, das stellen wir außer Frage, das ist in der ganzen deutschen Autoindustrie so. Aber es darf nicht gehandelt werden im Sinne von; Standorte werden kaputtgemacht, Arbeitsplätze werden in enormer Zahl vernichtet, die alle nie wieder zurückkehren werden.“ Und auch Zulieferer sind betroffen. Wegen der schwierigen Marktlage muss beispielsweise der Steckverbindungshersteller Erich Jaeger in Friedberg im Frühjahr Insolvenz anmelden. Und auch der Batteriehersteller BorgWarner Akasol in Darmstadt entlässt fast ein Viertel seiner Mitarbeiter am Standort. Laut des Auto-Branchenverbands VDA droht deutschlandweit der Verlust von weiteren 125.000 Arbeitsplätzen bis 2035. Gegenüber dem Jahr 2019 fällt dann ein Viertel aller Arbeitsplätze in der deutschen Autoindustrie weg. Hintergrund seien nicht mehr wettbewerbsfähige Standortbedingungen, insbesondere hohe Energiekosten, hohe Lohnkosten und hohe Steuern. Dazu viele Unsicherheiten beim Umstieg auf die E-Mobilität. Das EU-Verbrenneraus und die neuen CO2-Grenzwerte hätten die Industrie in eine Transformation gezwungen, für die sie nicht bereit gewesen sei.


