Wirtschaft

  • Landwirte klagen über Trockenheit - Hessischer Bauernverband zieht Erntebilanz

    Landwirte klagen über Trockenheit – Hessischer Bauernverband zieht Erntebilanz

    Die große Hitze Ende Juni und die anhaltende Trockenheit macht auch den hessischen Landwirten zu schaffen. In einigen Regionen fällt die Getreideernte in diesem Jahr deutlich geringer aus als sonst. Und auch die Qualität von Weizen und Gerste bleibt hinter den Erwartungen zurück. „Das wird nix Dolles dieses Jahr“ – so Hessens Bauernpräsident Karsten Schmal heute bei einer ersten Ernte-Bilanz. In Südhessen, so wie hier bei Groß-Bieberau im Kreis Darmstadt-Dieburg, ist die Ernte der Wintergerste für dieses Jahr schon so gut wie abgeschlossen. Eher selten für Anfang/Mitte Juli – doch Hitze und Trockenheit der vergangenen Wochen haben die Landwirte zu diesem außergewöhnlichen Schritt gezwungen. Karsten Schmal, Präsident Hessischer Bauernverband: „Die Entwicklung im Frühjahr der Bestände war zunächst gut. Und dann fehlte vor allem in Mittel- und Südhessen natürlich der Niederschlag. Das sieht in Nordhessen ein bisschen anders aus. Und die Hitzewelle hat dem Wachstum ein Ende bereitet. Gerade beim Getreide, den spät reif werdenden Getreiden, Weizen, werden wir doch erhebliche Ertragseinbußen haben.“ Mehr als 40 Grad und praktisch kein Niederschlag – das hat nicht nur Auswirkungen auf den Winterweizen. Auch Mais, Zuckerrüben und Kartoffeln zeigen bereits erste Hitzeschäden – können sich bei günstigen Witterungsbedingungen aber durchaus noch erholen. Neben Hitze und Trockenheit haben die Bauern in Hessen seit ein paar Jahren noch einen anderen Gegner: Die Schilf-Glasflügelzikade, die vor allem Kartoffeln und Rüben befällt und inzwischen auch nördlich der Alpen ganze Ernten zerstört. Karsten Schmal, Präsident Hessischer Bauernverband: „Die Schilf-Glasflügelzikade überträgt ein Virus, der dann dafür sorgt, dass die Pflanzen krank und nicht mehr lagerfähig sind. Und das ist ja erheblich. Bis zu 100 % Ertragsausfall. Also Totalschaden auf manchen Flächen. Das ist für die Landwirte auch ein hohes wirtschaftliches Risiko. Das muss man ganz klar sagen.“ Weiteres wirtschaftliches Risiko für hessische Landwirte: Die schwierige geopolitische Lage. So seien etwa die Preise […]

  • Arbeitsplatzverlust? Große Aufregung bei VW-Werk in Baunatal

    Arbeitsplatzverlust? Große Aufregung bei VW-Werk in Baunatal

    Es geht ums Ganze bei VW. Der Aufsichtsrat von Volkswagen berät seit heute Nachmittag in Wolfsburg über die künftige Strategie des Autokonzerns – es droht ein beispielloser Kahlschlag. Um Kosten zu sparen, könnten laut Medienberichten weltweit bis zu 120.000 Stellen wegfallen und Werke geschlossen werden. Am nordhessischen Standort Baunatal gab es deshalb heute deshalb massive Proteste. Die VW-Mitarbeiter in Baunatal sind sauer. 15.000 Beschäftigte produzieren hier Bauteile für die verschiedenen Marken des Konzerns. Eine Werksschließung scheint unwahrscheinlich. Aber nach Medienberichten denken Vorstand und Aufsichtsrat darüber nach, Komponentenwerke wie in Baunatal aus dem Konzern herauszulösen und in eine eigene Gesellschaft zu verlagern. Betriebsrat und Gewerkschaft fürchten, dass sich dadurch die Arbeitsbedingungen für tausende Beschäftigte verschlechtern könnten. Wenn die Konzernführung die Volkswagen AG zerschlagen wolle, müsse sie mit erbittertem Widerstand rechnen. Carsten Büchling, Betriebsratsvorsitzender „Zusammen mit uns als Belegschaft kann der Vorstand viel erreichen. Aber gegen uns kann er gar nichts erreichen.“ Die Arbeitnehmervertreter kritisieren außerdem, dass der Vorstand sie kaum über die aktuelle Entwicklung und die zukünftigen Pläne informiere. An allen VW-Standorten seien die Beschäftigten wütend und zutiefst beunruhigt. Carsten Büchling, Betriebsratsvorsitzender „Weil es ja ein Kommunikationsdesaster ist seit Wochen, dass dieser Konzernvorstand keine ordentliche Information an die Belegschaften macht, sondern alles über Medien weiter lanciert wird und dann wird weder dementiert, noch bestätigt und das löst  höchste Verunsicherung aus.“ Doch selbst wenn Vorstand und Aufsichtsrat ihre Kommunikation verändern sollten. Es führt kein Weg an der Erkenntnis vorbei, dass sie den VW-Konzern in eine schwere Krise gesteuert haben und jetzt drastisch sparen müssen. Vorstand, Betriebsräten und Gewerkschaft stehen monatelange, harte Verhandlungen bevor.

  • Möbelbranche in der Krise - Büromöbelhersteller aus Karben schlittert in die Insolvenz

    Möbelbranche in der Krise – Büromöbelhersteller aus Karben schlittert in die Insolvenz

    Viele Unternehmen kämpfen mit steigenden Kosten, schwacher Nachfrage und einem harten Wettbewerb – die Folge: immer mehr Insolvenzen. Davon betroffen ist auch ein Büromöbelhersteller in Karben in der Wetterau. Seit 100 Jahren werden hier auf 130.000 Quadratmetern Büromöbel hergestellt. König + Neurath  ist eines der größten Industrieunternehmen im Wetteraukreis. Im vergangenen November dann der Schock: Die Traditionsfirma muss Insolvenz anmelden. Für den Vorstandsvorsitzenden Patrick Heinen eine harte Entscheidung. Patrick Heinen, Vorstandsvorsitzender König + Neurath  AG „Also den größten Druck, den wir haben, ist der Rückgang der Nachfrage, das heißt wir sind ein Großkundeneinrichter, ein Objekteinrichter und wir haben seit vielen Jahren in Deutschland keine neuen Gebäude mehr, die gebaut werden für Büroarbeitsplätze. Das war für uns natürlich ein riesengroßes Problem, weil genau das ja unsere Stärke ist.“ Auch aggressiver Preisdruck – vor allem durch asiatische Wettbewerber – setzt König + Neurath zu. Doch auch andere Hersteller kämpfen mit den Folgen der angespannten geopolitischen Lage, zurückhaltendem Konsumverhalten und gestiegenen Kosten. Seit dem Ende des Corona-Booms steckt der Markt in einer anhaltenden Krise. Die deutsche Möbelindustrie hat 2025 rund 15,8 Milliarden Euro umgesetzt, ein Minus von 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit verzeichnete die Branche im dritten Jahr in Folge einen Umsatzrückgang. In Hessen wurden im Jahr 2025 Möbel im Wert von 1 Mrd. Euro umgesetzt, in Rheinland-Pfalz waren es 230 Millionen Euro. Für König + Neurath hat die Sanierung auch personelle Konsequenzen. Patrick Heinen, Vorstandsvorsitzender König + Neurath  AG „Das war schwierig, das ist ein Schritt halt, der niemanden leichtfällt. Wir haben dort hat 150 Mitarbeitende jetzt entlassen müssen. Und das war für uns alle sehr emotional, wir haben viele Familien, die halt in zwei oder dritter Generation bei uns arbeiten.“ Nach sechs Monaten ist das Insolvenzverfahren abgeschlossen. Seit Anfang Juni läuft der Betrieb wieder normal. In den kommenden vier Jahren wird umstrukturiert.  […]

  • Schlag für Mitarbeiter - Pharmakonzern BioNTech schließt Standort in Idar-Oberstein

    Schlag für Mitarbeiter – Pharmakonzern BioNTech schließt Standort in Idar-Oberstein

    Für viele BioNTech-Mitarbeiter war es ein Schock: Das Mainzer Pharmaunternehmen will mehrere Standorte in Hessen und Rheinland-Pfalz schließen. Noch haben die Mitarbeiter die Hoffnung aber nicht aufgegeben. Jacob arbeitet seit knapp sechs Jahren bei BioNTech in Idar-Oberstein, als Fachkraft für industrielle Medikamente. Ursprünglich aus der Nähe von Bad Kreuznach, engagiert er sich zudem seit über drei Jahren im Betriebsrat und kümmert sich um die Auszubildenden. Mit der Hiobsbotschaft, den Standort komplett zu schließen, hätte er nicht gerechnet. Jacob, Pharmakant BioNTech Idar-Oberstein „Ich bin wirklich hierher, direkt nach der Ausbildung und habe gedacht: Wow, was für eine Chance habe ich bekommen, hier in diesem Laden Fuß zu fassen. Es war immer stetige Veränderung, es gab immer Projekte, die mal dazu kamen oder mal abgingen. Aber dass so ein Schritt von der obersten Geschäftsführung getroffen wird, hätte ich nicht kommen sehen. Und viele anderen auch nicht. Das ist ein kleiner Stich ins Herz, auf jeden Fall.“ BioNTech will sein Kerngeschäft, die mRNA-Impfstoffe aus Corona-Zeiten, stark zurückfahren. Gleich drei Standorte sollen bis Ende 2027 geschlossen werden, darunter neben Idar-Oberstein auch der im hessischen Marburg. Insgesamt sind fast 1.900 Mitarbeiter betroffen. Zudem haben die BioNTech-Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci angekündigt, sich bis Ende des Jahres aus dem Konzern zurückziehen. Aus Gewerkschaftssicht eine schwerwiegende Entscheidung. Christian Trapp, Industriegewerkschaft IGBCE „Dass einfach nur noch eine leere Hülse dableibt. Weil auch gerade die Forschung und Entwicklung der vielen Produkte, die am Anfangsstadium sind – das wird jetzt aufgegeben. Wir stellen uns die Frage, was bleibt denn noch für die Zukunft übrig? Für die Menschen, für die Beschäftigten, aber auch für den Technologiestandort Mainz und Rheinland-Pfalz?“ Idar-Oberstein würde mit dem BioNTech-Aus einer seiner wichtigsten Arbeitgeber abhandenkommen. Und auch für die Lebensplanung von Jacob und seiner Lebensgefährtin wäre die Standort-Aufgabe ein tiefgreifender Einschnitt. Jacob, Pharmakant BioNTech Idar-Oberstein „Eine […]

  • Steillagenweinbau an der Mosel: Immer mehr Winzer geben auf

    Steillagenweinbau an der Mosel: Immer mehr Winzer geben auf

    Die Mosel ist berühmt für ihre Weinberge. Was jährlich Millionen von Touristen in die Region lockt, sichert die Existenz einer ganzen Branche. Doch immer mehr Flächen drohen verloren zu gehen, zu mühsam ist die Bewirtschaftung der steilen Hänge für die Winzer. Vor Ort war heute die rheinland-pfälzische Weinbauministerin Christine Schneider – zu Gesprächen darüber, wie dem Strukturwandel begegnet werden kann. Die Mosel und der Wein, das gehört zusammen. Seit Generationen ist die Kulturlandschaft geprägt von den Steillagen. Doch immer mehr Anbauflächen werden aufgegeben und drohen zu verwildern. Rund 1000 Hektar sind in Gefahr, schätzt Walter Clüsserath, der Präsident des Weinbauverbands Mosel. Die Gründe: Walter Clüsserath, Präsident Weinbauverband Mosel „Einmal der Mindestlohn, dass das immer teurer wurde, die Bewirtschaftung. Dann haben wir im Moment, zumindest was im Fasswein- respektive im Traubenverkauf ist, zum Teil unterirdische Preise. … Auch viele Winzer in ein dementsprechendes Alter hinein kamen, wo sie‘s selbst nicht mehr machen können. Und wie gesagt, wenn Sie dann auf einmal die Hilfe brauchen ganzjährig über, für die verschiedensten Arbeiten, nicht mehr nur zur Traubenlese, geht es aufgrund der Situation, lässt es sich einfach nicht mehr rechnen.“ Dazu sinken die Absatzzahlen seit Jahren, weil der Weinkonsum zurückgeht. Die Herausforderungen sind groß, weiß auch die rheinland-pfälzische Weinbauministerin Christine Schneider. Sie will die Moselwinzer mit verschiedenen Maßnahmen unterstützen. Christine Schneider (CDU),  Weinbauministerin RLP „Es ist zum einen die Rotationsprämie, dass wir sagen, diejenigen, die jetzt Flächen stilllegen wollen, haben die Möglichkeit, behalten aber ihre Pflanzrechte und können den Markt beobachten. Das Zweite ist das Rodungsprogramm von der europäischen Ebene, das wir auch umsetzen wollen. Das heißt, Flächen insgesamt aus der Nutzung rauszunehmen.“ Profitieren sollen Winzer etwa von Prämien für ökologische Ausgleichsflächen in Randlagen und von einer seit Ende vergangenen Jahres bestehenden Flächentauschbörse. Hier wünscht man sich mehr Beteiligung, um gute Kernlagen langfristig zu […]

  • Frustrierte Bäcker: Änderung der Sonntagsregeln sorgt für Diskussion in Backstuben

    Frustrierte Bäcker: Änderung der Sonntagsregeln sorgt für Diskussion in Backstuben

    Rund 94 Prozent der Bundesbürger essen jeden Tag Brot und Brötchen. Auch am Sonntag gehört das für uns also dazu. Kaufen können wir die Backwaren an Sonn- und Feiertagen aber nur ein paar Stunden. Die Bundesregierung hat in ihrem Reformpapier jetzt eine Verlängerung der Sonntagsöffnungszeiten und auch der Arbeitszeiten für Bäcker ins Spiel gebracht. Doch die Reaktionen auf diesen Vorschlag gehen in der Branche weit auseinander. Der Sonntag ist für Bäckereien einer der wichtigsten Verkaufstage. Trotzdem ist nach wenigen Stunden oft schon wieder geschlossen. Genau das will die Bundesregierung jetzt ändern. Künftig sollen die Öffnungszeiten für Bäckereien und Konditoreien an Sonntagen auf maximal acht Stunden verlängert werden. Die Bundesregierung erhofft sich einen Aufschwung fürs Handwerk. Bäckermeister Ralf Andrae aus Waldböckelheim sieht darin aber vor allem für ländliche Betriebe keinen Vorteil. Ralf  Andrae, Bäckermeister „Wir denken, dass wir dadurch nur eine Verlagerung der Öffnungszeiten und der Umsätze in der Zeit haben, mit einem weitaus höheren Personalaufwand. Wir haben sehr viele engagierte und motivierte Schüler und Studenten und natürlich auch unsere Fachkräfte, die wir aber die Woche schon über einsetzen müssen und haben immens Personalprobleme in allen Bereichen, sowohl Produktion als auch Verkauf und daher, denke ich, wäre eine Ausweitung für uns ein echtes Problem.“ Ein paar Dörfer weiter in Martinstein sieht Bäckermeister Jens Fickinger schon eher einen Nutzen. Er beliefert auch an Sonntagen Krankenhäuser und Altersheime in der Region. Durch eine Verlängerung der Arbeitszeit könne er so mit weniger Stress produzieren. Jens Fickinger, Bäckermeister „Ich bin halt der Meinung, der Markt wird es regeln und so sieht es wahrscheinlich auch die CDU- geführte Bundesregierung, dass es da mehr Freiheiten gibt. Ob das jetzt letztendlich für eine Bäckerei relevant ist, muss man. denke ich. nach Standort entscheiden und jeder Bäcker, jeder Unternehmer für sich.“ Bäckereien mit einem angeschlossenen Café wären von der neuen Regelung […]

  • Junger Tischler tritt bei Handwerker-WM an

    Junger Tischler tritt bei Handwerker-WM an

    Gerade sind alle Augen auf die Fußball-Weltmeisterschaft gerichtet. Auch er hier ist Teil der deutschen Nationalmannschaft, tritt aber bei einer ganz anderen WM an: Der World Skills, der Weltmeisterschaft für Handwerker. Die findet im September in Shanghai statt. Wir haben Finn bei seinem Trainingslager im hessischen Battenberg besucht. Er ist Hessens bester Tischler und fragt sich: Bin ich auch der Beste der Welt? Um das herauszufinden, tritt Finn Gücker im September bei der Handwerks-Weltmeisterschaft, den World Skills in Shanghai an. Aktuell trainiert der 22-Jährige in seinem Ausbildungsbetrieb im hessischen Battenberg und baut Werkstück für Werkstück. Finn Gücker – Tischlermeister „Die Werkstücke sind meistens so konzipiert, dass man die in der vorgegebenen Zeit nicht wirklich schaffen kann. Und dann muss man schauen, wo drauf setzt man Prioritäten, was macht man als Erstes und wie kommt man auch mit dem Druck klar.“ Was bei den World Skills verlangt wird, geht weit über den Berufsalltag eines Tischlers hinaus. Im Keller hat Finn die Wettbewerbssituation nachgebaut: fünfzehn Quadratmeter, seine Maschinen, alles wie in Shanghai. Hier wird angezeichnet, gefräst und zugeschnitten. 22 Stunden hat er für sein Stück Zeit. Geachtet wird vor allem auf Präzision. Schon weniger als ein Millimeter Unterschied zur Vorlage gibt Punktabzug. Finn Gücker – Tischlermeister  „Hier geht’s um handwerkliche Präzision und nicht um ein schönes Stück. Die Werkstücke sind auch Geschmackssache, ob die jetzt jedem gefallen, die sind einfach vollgepackt mit handwerklichen Schwierigkeiten.“ Für seinen Traum vom Weltmeistertitel trainiert Finn aktuell fast jeden Tag. Von seiner Arbeit als Treppenbauer ist er freigestellt. Thorsten Schmitt – Finns Chef bei Treppenbau Schmitt & Marburger „Wir haben als Firma früh eigentlich schon das Potenzial gesehen und ihn dann schon für Trainingslager freigestellt. Auch mal ein paar Sondersachen zum Arbeiten gegeben, um sich bestmöglich zu entwickeln. Also es war von Anfang an schon ersichtlich: Das […]

  • Reaktionen auf das Reformpaket der Bundesregierung

    Reaktionen auf das Reformpaket der Bundesregierung

    Endlich tut sich mal was – sagen die einen, von einer politischen Mogelpackung sprechen die anderen. Die Bundesregierung hat heute – nach monatelangem Stillstand – ein Reformpaket mit über 30 Maßnahmen auf den Tisch gelegt. Ob das nun der große Wurf ist? Wir schauen auf die wichtigsten Punkte, um die es geht. „Wir wollen Deutschland wieder flott kriegen. Jetzt ist klar, dass das möglich ist“, so sagt es Bundeskanzler Friedrich Merz heute in Berlin: Doch wie soll das gelingen? Die drei wichtigsten Punkte sind: Entlastung der Wirtschaft Verhinderung von Sozialleistungsmissbrauch Einkommenssteuerreform 1 Entlastung der Wirtschaft Unternehmen sollen durch die Abschaffung von Berichts- und Dokumentationspflichten entlastet werden. Der Datenschutz auf ein Mindestmaß gestutzt. Das kommt bei den Unternehmen in Rheinland-Pfalz gut an. Karsten Tacke, Hauptgeschaftsführer LVU Rheinland-Pfalz: „Also Bürokratie ist ein wesentlicher Belastungsfaktor, der uns auch bei der Wettbewerbsfähigkeit weit nach hinten wirft.     Wichtig ist erstmal, dass die Bundesregierung das erkannt hat. Natürlich sind die konkreten Umsetzungsmaßnahmen noch vage aber die Absichtserklärungen sind auf jeden Fall schon     sehr gehaltvoll. Ganz wichtig ist hier auch der Rückbau der Lieferkettenregulierung auf das europäische Maß. Das ist schon ein sehr deutlicher Schritt in die richtige Richtung.“ Zudem sollen Arbeitsverträge künftig doppelt so lange befristet werden dürfen. Vier statt bislang zwei Jahre. Reformen, die bei der rheinland-pfälzischen Arbeitnehmervertretung auf wenig Gegenliebe stoßen. Susanne Wingertszahn, Vorsitzende DGB Rheinland-Pfalz: „Ja, an der Stelle ist man falsch abgebogen, weil eine Verdopplung der Befristung bedeutet vier Jahre Unsicherheit vor allem     für junge Menschen. Und das bedeutet vier Jahre Unsicherheit bei der Lebensplanung. Vor allem aber noch mehr Schwierigkeiten auf dem Wohnungsmarkt, weil es mit einem     befristeten Vertrag noch noch viel schwieriger ist, eine Wohnung zu finden.“ 2 Verhinderung von Sozialleistungsmissbrauch Dazu zählt, dass es keine Sozialleistungen bei unrechtmäßigem Aufenthalt geben soll. Außerdem wird die Möglichkeit zur telefonischen Krankschreibung abgeschafft. […]

  • Ende des Tankrabatts - Sprit wieder deutlich teurer

    Ende des Tankrabatts – Sprit wieder deutlich teurer

    Zwei Monate lang galt ein Tankrabatt in Deutschland, mit dem die Bundesregierung die Autofahrer bei den explodierenden Spritpreisen entlasten wollte. Doch der ist heute ausgelaufen und viele befürchten Preise wie im April, als ein Liter Diesel an der Zapfsäule zeitweise bis zu 2,40 Euro gekostet hatte. Hochbetrieb an dieser Tankstelle im Hessischen Bad Soden. Kurz vor zwölf will hier jeder noch einmal an die Zapfsäule. Und das, obwohl der Preis bereits gestern kräftig auf über zwei Euro den Liter Benzin gestiegen war. Andrea Merz „Es ist zwar schon wieder über zwei Euro, allerdings kann es ja auch wieder auf 2,25, 2,29 steigen. Deswegen dachte ich: okay, zuschlagen!“ Ingrid Marloth „Also ich finde es eigentlich eine Unverschämtheit, weil gestern war der Preis noch bei 1,78. Da hatte ich noch überlegt ob ich tanke, aber da hatte ich dann keine Zeit mehr. Und jetzt sind es heute 20 Cent Unterschied und in den Tanks von den Tankstellen ist noch das gleiche Benzin drin.“ Pünktlich um zwölf Uhr dann auch der erwartete Preisschock: 16 Cent mehr kostet der Liter Benzin und auch der Diesel knackt die Zwei-Euro-Marke. Für Tankstellenexperten Herbert Rabl ist das ein Skandal, schließlich fällt die Steuererleichterung für die Ölkonzerne erst dann weg, wenn ihre Spritreserven aufgebraucht sind. Herbert Rabl, Tankstellen-Interessenverband e.V. „Das Fazit der letzten drei Tage ist: Aufregung, Ärger und ich könnte kotzen, weil die Mineralölkonzerne bereichern sich in den letzten drei Tagen in einer Art und Weise, dass es zum Himmel schreit und eine Unverschämtheit ist. Weil der Sprit, der noch unter den Tankstellen liegt, ist noch mit 17 Cent Steuerrabatt belegt und wird momentan verkauft für deutlich über zwei Euro.“ Armand Zorn sitzt für die SPD im Bundestag und hat den Tankrabatt mit verhandelt. Rückblickend zieht er kein positives Fazit für die Entlastungsmaßnahme. Armand Zorn (SPD), Bundestagsabgeordneter aus Frankfurt […]

  • Die Lage am Frankfurter Flughafen

    Die Lage am Frankfurter Flughafen

    Ab morgen wird die Luftverkehrssteuer gesenkt. Die große Frage, die Sie interessieren dürfte: Heißt das, dass pünktlich zu den Sommerferien die Ticketpreise günstiger werden? Die Senkung der Luftverkehrssteuer ist ein wichtiges Signal für den Flughafen Frankfurt, sagt der neue Fraport-Aufsichtsratschef Alexander Lorz. Wir sprechen gleich mit ihm – vorher sind wir an Deutschlands größter lokaler Arbeitsstätte. Ferienzeit, Reisezeit: Der Frankfurter Flughafen meldet alleine am ersten Ferienwochenende rund 600000 Fluggäste. Klingt erstmal viel – ist aber immer doch deutlich weniger als vor der Corona-Krise. Im April hat der Flughafen den neuen Terminal 3 eröffnet. Er soll den Airport zukunftssicher machen und für Wachstum sorgen. Im vergangenen Jahr wurden in Frankfurt insgesamt rund 63,2 Millionen Passagiere abgefertigt – und damit rund 10 % weniger als im Rekordjahr 2019. Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender Fraport AG „Wir liegen hier in Deutschland ganz klar abgeschlagen vom restlichen Europa. Da kann Frankfurt, da kann Fraport noch glücklich sein. Wir sind hier in Frankfurt bei 90 %. Das von den großen Flughäfen ein sehr sehr guter Wert. Aber es ist eben nicht das, was international üblich ist, wo man heute bereits bei 105, 110, 115 Prozent des Vor-Krisen-Niveaus wieder angekommen ist.“ Dass es am Frankfurter Flughafen nicht schneller aufwärts geht, liegt aus Sicht des Fraport-Chefs auch an den im internationalen Vergleich viel zu hohen Standortortkosten: Um wieder voll wettbewerbsfähig zu sein, müssten Gebühren und Steuern in Deutschland drastisch gesenkt werden. Ein Lichtblick für die Branche: Die Absenkung der Luftverkehrssteuer, die morgen in Kraft tritt und zumindest ein wenig finanzielle Erleichterung bringen soll. Mit über 31 % ist das Land Hessen der größte Anteilseigner am Frankfurter Flughafen. Traditionell wird der Posten des Aufsichtsratschefs deshalb mit dem Hessischen Finanzminister besetzt. Auf der letzten Fraport-Hauptversammlung Mitte Mai wurde Alexander Lorz als Nachfolger von Michael Boddenberg zum neuen Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt.

  • Sommerabend der Wirtschaft

    Sommerabend der Wirtschaft

    Die Stimmung war gut – trotz all der Herausforderungen: Bei heißen Temperaturen haben mehr als 800 Gäste in Mainz den Sommerabend der Wirtschaft gefeiert und sich dabei natürlich auch über die wirtschaftspolitische Lage ausgetauscht. Eindeutiger Tenor: Es muss sich endlich etwas tun in unserem Land. Hier spielt die Musik: Großer Andrang beim Sommerabend der Wirtschaft, zu dem die Industrie- und Handelskammer für Rheinhessen, die Handwerkskammer Rheinhessen und die Verlagsgruppe Rhein-Main eingeladen haben. Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Medien beim lockeren Gespräch – darunter auch die Geschäftsführer der Firma TV IIIa, die hier im Verlagsgebäude das Regionalmagazin 17:30 Sat.1 live produziert. Dabei kann die Partystimmung nicht ganz darüber hinwegtäuschen, dass in der Wirtschaft vieles zurzeit nicht rund läuft. Marcus Walden, Präsident IHK für Rheinhessen „Sie erleben momentan in der Wirtschaft eine starke Zurückhaltung. Sie erleben eine Investitionszurückhaltung. Die Stimmung ist gedrückt aufgrund der ausbleibenden Reformen. Also es sind alle willig, es stehen alle bereit, endlich loszulegen. Aber wir brauchen jetzt die Impulse von außen. Also ganz dringend kommen muss Bürokratie-Abbau. 95 % unserer Unternehmen sagen, das bremst uns. Wir müssen im Bereich der Digitalisierung, gerade bei der Verwaltung, einen enormen Schritt vorankommen.“ Vor allem in Sachen Bürokratieabbau ist die Botschaft bei der Politik inzwischen offenbar angekommen. Michael Ebling (SPD), Wirtschaftsminister RLP „Wir haben zu viele Regeln. Wir haben fast auch ne Regelungswut. Und letztendlich, mal ganz ehrlich, es sind Sachen dabei, und viele Sachen sogar, denen wir begegnen, wo wir uns doch alle irgendwie fragen: Muss es so sein? Muss es so detailliert sein? Muss es so in die Tiefe gehen?“ Bei einem gemeinsamen Glas Wein darüber reden ist das eine – doch die Wirtschaft erwartet endlich Ergebnisse. Anja Obermann, Hauptgeschäftsführerin Handwerkskammer Rheinhessen „Mittlerweile ist mein Hauptthema: Setzt überhaupt mal was um. Das gilt für die Bundesebene, aber natürlich auch für […]

  • Betriebsversammlung im Volkswagen-Werk Kassel

    Betriebsversammlung im Volkswagen-Werk Kassel

    Es ist noch gar nicht lange her, da waren die Sorgen im Volkswagen Werk Kassel in Baunatal groß: Hat der Standort überhaupt noch eine Zukunft? Inzwischen hat sich die Stimmung sowohl bei der Werksleitung als auch in der Belegschaft wieder deutlich gebessert. Auch aus der heutigen Betriebsversammlung kommen überwiegend positive Stimmen zur Situation in Baunatal. Für die rund 14.500 Beschäftigten im VW-Werk Kassel heißt es erst mal: aufatmen. Im Volkswagen-Konzern wird derzeit oft von einer „angespannten“, gar „existenzbedrohenden“ Lage für VW auf den internationalen Märkten gesprochen. Doch auf Baunatal scheint das kaum durchzuschlagen. Seit Monaten ist das VW-Werk dort voll ausgelastet – teilweise mussten sogar rund 300 Mitarbeiter von anderen Standorten mithelfen, um in Nordhessen Getriebe und Elektromotoren zu produzieren. Ingo Spengler, Werksleiter Volkswagen Kassel „Unsere Abrufe für dieses Jahr sind auf einem guten, hohen Niveau. Und stabil. Das heißt, wir können in Ruhe in das Werk bekommen. Von der Arbeitsweise, vom Schichtmodell her. Mein Eindruck: Wir sind ein Superwerk. Was ist super: Wir haben eine Belegschaft, die sehr viel Erfahrung hat. Die auf Neudeutsch commited ist. Aber auch ein sehr breites Produktportfolio mit einer hohen vertikalen Integration – vom Aluminiumspritzguss über Elektronikbauteile bis hin zu einem fertigen Getriebe, was wir am Standort produzieren.“ Auch nach Ansicht des Betriebsrats ist der Standort Kassel aktuell sehr stabil aufgestellt. Mit einer Kündigungswelle sei nicht zu rechnen. Vor zwei Jahren, also mitten in der letzten großen Krise bei VW, hatte sich der Konzern mit der Gewerkschaft IG Metall auf einen Tarifabschluss samt Perspektiven für das Werk in Baunatal geeinigt. Daran – so der Betriebsrat – dürfe der Vorstand nicht mehr rütteln. Carsten Büchling, Betriebsratsvorsitzender VW Kassel „Wir haben ja beim letzten harten Tarifkampf eine Beschäftigungssicherung bis Ende 2030 verhandelt. Die muss Bestand haben. Und diese verbindliche Aussage, die muss jetzt auch kommen.“ Fest […]

  • Änderungen bei Einspeisevergütung - Lohnt sich eine Solar-Anlage noch?

    Änderungen bei Einspeisevergütung – Lohnt sich eine Solar-Anlage noch?

    Bislang gilt: Wer so eine Solaranlage auf dem Dach hat und Strom ins Netz einspeist, bekommt pro Kilowattstunde Geld vom Staat. Diese Einspeisevergütung will die Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche zum kommenden Jahr aber abschaffen. Längst überfällig, sagen die einen. Kritiker dagegen warnen vor dem Aus der privaten Energiewende. Hier werden gerade noch die letzten Module installiert. Ellen Thomas will sich mit ihrer Solaranlage unabhängiger machen von steigenden Stromkosten. Über 23.000 Euro hat die Rentnerin investiert. Ohne Förderung vom Staat wäre es weniger gewesen. Ellen Thomas, Kundin „Es hätte sich weniger rentiert, ich hätte damit meine Rente nicht aufbessern können. Dann hätte ich es vermutlich gelassen und hätte nur eine kleinere Anlage installiert, dann hätte ich nicht so viel investiert.“ Nur die Hälfte des Stroms, den die Anlage produziert, kann Ellen Thomas selbst verbrauchen. Den Rest speist sie ins Netz ein. Umso wichtiger war es ihr, dass die Anlage noch dieses Jahr installiert wird. Denn ab 2027 soll die Einspeisevergütung für neue kleine Solar-Anlagen wegfallen. Anlagenbauer Henning Lorang  bereitet  das Sorgen. Henning Lorang, Geschäftsführer KLE Energie „Das würde zu einem dramatischen Markteinbruch führen. Wir sprechen davon, dass der Markt um etwa zweidrittel einbricht im Einfamilienhaussegment. Weil es sich für unsere Kunden einfach nicht mehr rechnet. Und wir machen uns natürlich schon große Sorgen, wie wir unsere Mitarbeiter im kommenden Jahr auslasten können.“ Die Begründung des Bundeswirtschaftsministeriums: Kleine Solaranalgen sind in den letzten Jahren immer günstiger geworden und rechnen sich deshalb auch ohne staatliche Förderung. Für Henrik te Heesen, Professor für erneuerbare Energien an der Hochschule Trier, stimmt die Argumentation zwar, doch … Henrik te Heesen, Professor für erneuerbare Energien Hochschule Trier „… das ist aber nur die halbe Wahrheit, denn damit eine Photovoltaikanlage dennoch wirtschaftlich rentabel und attraktiv ist, muss der Strom, der dann ins Stromnetz  eingespeist wird, trotzdem vergütet werden. Im […]

  • Streit über unwirksame Mietpreisbremse

    Streit über unwirksame Mietpreisbremse

    Der hessische Wirtschafts- und Wohnungsbauminister Kaweh Mansoori steckt offenbar in Schwierigkeiten. „Mal wieder“ könnte man noch hinzufügen. Denn nach der Klage einer Mieterin hat das Amtsgericht Frankfurt die Mietpreisbremse der Stadt für unwirksam erklärt. Der Grund: Das Land habe die Verlängerung der entsprechenden Verordnung nicht ausreichend begründet. Das Urteil des Amtsgerichts ist ein Paukenschlag: Das Land habe die Verordnung zur Mietpreisbremse, die die Erhöhung von Mieten begrenzt, zwar im vergangenen Jahr verlängert. Aber es fehle ein aktuelles Gutachten, in welchen hessischen Kommunen der Wohnungsmarkt angespannt sei. Deshalb sei die Mietpreisbremse in Frankfurt unwirksam. Das ist für Mieter in ganz Hessen ein Schock. Eva-Maria Winckelmann, Deutscher Mieterbund Hessen „Wir sind schon erschrocken. Das ist eine unschöne Situation für die Mieter in Hessen, denn im Moment herrscht da Unsicherheit. Kann man den Zeitraum der Verlängerung tatsächlich einklagen?“ Die Mietpreisbremse teils unwirksam, eigentlich eine gute Nachricht für Vermieter und Eigentümer. Doch auch die sind verunsichert, was denn nun wo gilt. Gregor Weil, Eigentümerverband Haus und Grund „Ein Jubeltag wäre gewesen, wenn die Politik zu der Erkenntnis gekommen wäre: Wir verlängern die Mietpreisbremse überhaupt nicht und zwar schon im November. Das wäre vielleicht ein Jubeltag gewesen. Jetzt ist die Katastrophe da, jetzt sind alle verunsichert und wissen nicht, was sie tun sollen.“ Dabei hatte Wohnungsbauminister Kaweh Mansoori geglaubt, die Verlängerung der Mietpreisbremse sei eine reine Formsache. Vor einem Jahr galt der Wohnungsmarkt in 49 hessischen Kommunen als angespannt. Deshalb konnte man eine Mietpreisbremse anordnen. Nach einem neuen Gutachten des Instituts für Wohnung und Umwelt in Darmstadt  sollte der Wohnungsmarkt aber nur noch in fünf Kommunen angespannt sein. Das erschien dem Ministerium nicht plausibel. In einem nachgebesserten Gutachten war dann von einem angespannten Wohnungsmarkt in mehr als 100 Kommunen die Rede. Das überzeugte das Ministerium ebenfalls nicht. Deshalb verlängerte es die Verordnung mit den alten […]

  • Strassburger Filter klagt über wirtschaftliche Rahmenbedingungen

    Strassburger Filter klagt über wirtschaftliche Rahmenbedingungen

    Die deutsche Wirtschaft schwächelt gewaltig – schwierige Investitions- und Standort-Bedingungen, sowie weltweite Krisen und Handels-Barrieren setzen die Industrie unter Druck. Umfassende Strukturreformen sind bislang ausgeblieben. Die Bundesregierung ringt schon länger um Lösungen – doch noch ist völlig unklar, wie sie aussehen sollen. Auch der Maschinenbauer Strassburger Filter im rheinhessischen Westhofen steht vor großen Herausforderungen. Aktuell produzieren hier 45 Mitarbeiter Filtersysteme und Anlagen zur Fest-Flüssig-Trennung. Ursprünglich für die Anwendung im Weinbau und der Getränkeherstellung, mittlerweile überwiegend für die Chemie- und Pharmaindustrie. Im Bereich der Blutplasmafraktionierung, wichtig für die Arzneimittelproduktion, ist man Weltmarktführer. Doch der internationale Wettbewerb wird rauer, sagt Geschäftsführerin Julia Schnitzler. Wegen Chinas restriktiver Wirtschaftspolitik schwächele der Absatz auf einem der größten Märkte. Zudem seien die Produktionskosten am Standort Deutschland vergleichsweise hoch. Julia Schnitzler, Geschäftsführende Gesellschafterin Strassburger Filter „Hohe Energiekosten, steigende Arbeitskosten durch steigende Lohnnebenkosten insbesondere, machen uns nicht wettbewerbsfähiger im Ausland vor allen Dingen. Da muss dringend etwas passieren. Lohnnebenkosten müssen gesenkt werden.“ Andernfalls drohten die eigenen Produkte immer teurer und weniger nachgefragt zu werden. Gerne würde das Unternehmen wachsen, das voll ausgelastete Verwaltungsgebäude erweitern. Doch hohe Baukosten und komplizierte, langwierige Genehmigungsverfahren hätten das bislang verhindert. Finanzielle Entlastung und Bürokratieabbau, das fordert auch die Industrie- und Handelskammer. 38 Prozent der rheinland-pfälzischen Unternehmen rechnen dem jüngsten Konjunkturbericht zufolge mit einer Verschlechterung ihrer Geschäftslage. Das bremse notwendige Investitionen, die Zeit dränge. Karina Szwede, Hauptgeschäftsführerin IHK Rheinhessen „Es muss jetzt tatschlich etwas passieren. Es ist ja jetzt angekündigt worden auf Bundesebene, dass bis zur Sommerpause etwas kommt, ein Reformpaket. Das hoffen wir sehr. Und auch auf Landesebene erwarten wir einfach auch in den ersten 100 Tagen der Landesregierung, dass es jetzt wirklich sehr klare, verlässliche Signale gibt für die Wirtschaft.“ Trotz der angespannten wirtschaftlichen Lage sucht Strassburger Filter vor allem in den technischen Bereichen Fachkräfte und Auszubildende. Keine leichte Aufgabe, hier wünscht […]