Wirtschaft

  • Zollstreit mit den USA

    Zollstreit mit den USA

    Es sind keine guten Nachrichten für die Unternehmen hier bei uns in Hessen und Rheinland-Pfalz. Im Streit um Grönland will Donald Trump die EU mit neuen Zöllen zum Einlenken bewegen. Am Wochenende hat der amerikanische Präsident angekündigt, Deutschland und sieben weitere Staaten ab Februar mit neuen Zöllen zu belegen. Damit liegt auch das eigentlich mit den USA vereinbarte Zoll-Abkommen auf Eis. Und das heißt: Die Hängepartie geht weiter. Auch für die Unternehmen hier bei uns. Die USA sind für Hessen der wichtigste Exportpartner – weit vor Frankreich und Polen. Von Januar bis Oktober 2025 wurden Waren im Wert von rund 9,5 Milliarden Euro von Hessen aus in die USA exportiert. Und auch für die rheinland-pfälzischen Unternehmen spielen die USA eine große Rolle. Die Vereinigten Staaten sind der zweitgrößte Exportpartner von Rheinland-Pfalz – knapp hinter Frankreich. Die Unternehmen hier exportierten in den ersten zehn Monaten des vergangenen Jahres Waren im Wert von rund 4,1 Milliarden Euro in die USA.

  • Wirtschaftsministerin Schmitt zum Zollstreit

    Wirtschaftsministerin Schmitt zum Zollstreit

    Die USA sind der wichtigste außereuropäische Handelspartner für Rheinland-Pfalz. Über die neuen US-Zollpläne spricht Markus Appelmann mit der Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt. Markus Appelmann, Moderator: Hallo. Daniela Schmitt (FDP), Wirtschaftsministerin RLP: Hallo Herr Appelmann. Appelmann: Frau Schmitt, der Außenhandel ist Ihr Thema im Ministerium. Wenn diese Strafzölle nun kommen, wie sehr würde das die rheinland-pfälzischen Unternehmen treffen? Schmitt: Das trifft unsere rheinland-pfälzische Wirtschaft ganz besonders. Wir sind ein exportstarkes Bundesland. Unsere Unternehmen, egal ob Maschinenbau, ob die chemische, die pharmazeutische Industrie, viele Mittelständler liefern in die USA. Und wenn diese Zölle jetzt erneut kommen zu dem Zollsatz, der sowieso schon im Raum steht, trifft es die Wirtschaft enorm in einer Zeit, wo wir in einer Rezession sind und der Außenhandel von enormer Bedeutung. Appelmann: Noch ist vieles unklar. Was aber klar ist: Die Unternehmer in Rheinland-Pfalz sind verunsichert. Was raten Sie ihnen? Schmitt: Zunächst mal glaube ich, dass es Teil der Trumps Politik ist, die Unternehmer weiter zu verunsichern, zu zermürben. Und deswegen ist es wichtig, dass wir jetzt mit den Unternehmen schauen: Wie kann man sich darauf einstellen? Mein Appell ist, sich möglichst breit aufzustellen, sowohl bei den Absatzmärkten als auch im Einkauf zu schauen, möglichst viele Länder in den Blick zu nehmen. Und genau hier unterstützen wir die rheinland-pfälzischen Unternehmen ganz konkret mit unserem Außenwirtschaftsprogramm. Appelmann: Die Europäische Union will sich nun mit Gegenzöllen wehren. Das ist gerade Thema in Brüssel. Droht da nicht der Handelsstreit zu eskalieren? Schmitt: Zölle und Gegenzölle schaden allen. Und vor allen Dingen beobachten wir, wenn politische Themen mit wirtschaftlichem Druck scheinbar beantwortet werden sollen, dass die Wirtschaft, die Unternehmen und letztendlich die Verbraucher darunter leiden. Und deswegen muss jetzt Frau von der Leyen klar verhandeln. Sie muss klar auch zeigen, was wir zu bieten haben, und Donald Trump hier die Stirn bieten. Appelmann: […]

  • Letzter Kühlturm in Biblis wird abgerissen

    Letzter Kühlturm in Biblis wird abgerissen

    2017 hat der Rückbau des ehemaligen Atomkraftwerks in Biblis begonnen – und das ist ein langer Prozess. 2023 ist der erste der vier Kühltürme gefallen – heute Mittag der letzte. Vorab gab es Protest: Eine Petition mehrerer Naturschutzverbände mit über 10.000 Unterschriften wollte den Abriss des Turms stoppen. Mit einem lauten Krachen fällt der 80 Meter hohe Turm in sich zusammen. Siebeneinhalb Tonnen Beton. Statt einer Sprengung wurde dem Turm von innen heraus nach und nach die Stabilität genommen. Ralf Stüwe, Rückbau-Leiter „Letzten Endes endete es darin, dass unten einige Stützen weggenommen werden, in diesem Fall waren es knapp 5 und bei der 5. ist der Kühlturm dann in sich kollabiert. Der ganze Bereich ist abgesperrt, das ist weiträumig isoliert, da ist niemand vor Ort, da ist ein ferngesteuertes Gerät, ein ferngesteuerter Bagger, der diese Stützen demontiert.“ Dass der Turm nun Geschichte ist, gefällt nicht allen. Tierschützer bemängeln, dass sich unter den Kühltürmen Mehlschwalben angesiedelt hätten, die nun ihr Habitat verlieren. Aktuell sind die Zugvögel zum Überwintern in Afrika. Wenn sie im März zurückkommen, und ihre Nester nicht mehr finden, befürchtet der Verein Wildtierschutz Deutschland, wird die gesamte Population zusammen brechen. RWE weiß von den Vögeln und hat als Ausweichmöglichkeit bereits solche Schwalbentürme aufgestellt. Diese seien aber ungeeignet, so die Tierschützer. Florinde Stürmer, Wildtierschutz Deutschland e.V. „Sie sind positioniert in der Nähe von Bäumen und sie sind deutlich niedriger als das bisherige Habitat an dem 80 Meter hohen Kühlturm, deswegen sind wir hier und möchten gerne, dass RWE auch tatsächlich wirksame CEF-Maßnahmen für die Umsiedlung dieser Mehlschwalben vorstellt und umsetzt.“ RWE beruft sich darauf, dass man die vom Landkreis vorgeschriebenen Maßnahmen umgesetzt habe. Die Petition sei diese Woche dann zu spät gekommen – der Abriss sei bereits im Gange gewesen und nicht mehr zu unterbrechen. Im Gegensatz zu den vorherigen […]

  • Was bewirkt der neue Industriestrompreis?

    Was bewirkt der neue Industriestrompreis?

    Viele Unternehmen ächzen unter dem Druck hoher Energiekosten. Vor allem der Strompreis für die Industrie ist in Deutschland deutlich höher als in vielen anderen Ländern. Das soll sich ändern: Die Bundesregierung plant, den Industriestrom-Preis auf 5 Cent zu drücken. Was erst mal gut klingt, birgt jedoch viele Einschränkungen und Auflagen. Wir haben zwei Unternehmen besucht, die sagen: Wirkliche Entlastung sieht anders aus. In der Eisengießerei DIHAG Gienanth im pfälzischen Eisenberg laufen die Öfen. Damit das Eisen schmilzt, muss es auf etwa 1500 Grad erhitzt werden. Dafür ist viel Energie nötig, der Stromverbrauch des Unternehmens liegt bei 160 Gigawattstunden pro Jahr, was dem von rund 50.000 Haushalten entspricht. Die Kosten dafür machen mehr als ein Drittel der Produktionskosten aus. Ein klarer Wettbewerbsnachteil. Faruk Akar, Werksleiter Eisengießerei DIHAG Gienanth Eisenberg „International sehr schwierig. Wenn man mal überlegt, dass China mit 30 Prozent oder Türkei, die ja quasi vor der Haustür Europas steht, sehr kurze Wege zu uns hat, auch nur 30 Prozent der Industriestromkosten hat, was wir hier in Deutschland haben. Auch gegenüber anderen EU-Ländern stehen wir in Deutschland schon extrem unter Druck.“ Aktuelle Zahlen belegen: Im Jahr 2024 war der Strompreis für deutsche Unternehmen mit rund 17 Cent pro Kilowattstunde deutlich höher als bei den europäischen Nachbarn und mehr als doppelt so hoch wie in den USA und China. Das liegt vor allem an höheren staatlichen Abgaben und Netzkosten. Entlastung soll ein neuer Industriestrompreis bringen, mit 5 Cent pro Kilowattstunde – der allerdings nur für die Hälfte des Verbrauchs gilt. Befristet auf drei Jahre, außerdem muss die Hälfte der Fördersumme in umweltfreundliche Technologien reinvestiert werden. Eine komplette Umstellung von Kohle- auf solche Elektroöfen würde die Eisengießerei allerdings hohe Millionensummen kosten. Faruk Akar, Werksleiter Eisengießerei DIHAG Gienanth Eisenberg „Da brauchen wir einfach wegweisende Impulse von der Regierung, von der Politik, die uns […]

  • Schaltgespräch mit Arne Rössel von der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz

    Schaltgespräch mit Arne Rössel von der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz

    Viel Verwirrung um den Industriestrompreis. Eva Dieterle, Moderatorin: Darüber spreche ich jetzt mit Arne Rössel, er ist der Hauptgeschäftsführer der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz. Guten Tag, Herr Rössel. Arne Rössel, Hauptgeschäftsführer der IHK-Arbeitsgemeinschaft RLP: Guten Tag aus Koblenz. Dieterle: Der Industriestrompreis startete ja Anfang des Jahres und doch wissen die Unternehmen noch recht wenig Konkretes. Können Sie Licht ins Dunkel bringen? Rössel: Es ist eine Förderung, die ich als Unternehmen in Anspruch nehmen kann. Unter gewissen Bedingungen. Ich kriege das aber nur für die Hälfte des Strombedarfs. Es sind dann wahrscheinlich 5 Cent, die ich pro Kilowatt nur noch bezahlen muss. Das ist halbwegs wettbewerbsfähig. Ich kaufe mir dann aber auch noch aufgrund der 13-seitigen Förderrichtlinie Bedingungen ein, die ich mir gut überlegen sollte. Weil der Staat greift in mein unternehmerisches Handeln ein und schreibt mir Dinge vor, die ich freiwillig wahrscheinlich nicht tun würden. Dieterle: Eine Auflage für den Industriestrompreis lautet ja: „Investitionen in umweltfreundliche Technologien“. Was sagen Sie dazu? Haben Sie die Befürchtung, dass das am Ende wieder Mehr Bürokratie bedeutet, statt weniger? Rössel: Also dieser Industriestrompreis ist ein klassisches Beispiel aus IHK-Sicht, wie man es nicht machen soll. Er betrifft nur knapp 10  % der Industriebetriebe, in Rheinland-Pfalz reden wir vielleicht über 100, und er hat einen riesigen bürokratischen Rattenschwanz, den er mit sich zieht, wenn ich dort einsteige. Und der Staat sollte sich aus den Investitionsvorhaben und Abwägung der Unternehmen bitte tunlichst raushalten. Dieterle: Sie haben es gesagt: Der Industriestrompreis gilt nur für energieintensive Unternehmen. Das bedeutet also, dass diese Entlastung an den meisten Betrieben – den kleinen Firmen, den Mittelständlern und den Handwerksbetrieben – vorbeigeht? Rössel: Rheinland-Pfalz hat halt eine eigene Wirtschaftsstruktur mit einigen Großunternehmen in sehr problematischen energieintensiven Branchen, die sehr stark unter dieser Strukturkrise leiden. Es sind auch die Automobilzulieferer, die jetzt Beschäftigung abbauen und […]

  • Viele Sorgen bei Winzern

    Viele Sorgen bei Winzern

    Zölle auf Exporte, steigende Produktionskosten, sinkender Konsum – nur einige Gründe, warum die Weinbrache aktuell in der Krise steckt. Ein großes Thema auch bei Pfälzer Weinbautagen, die derzeit an der Weinstraße stattfindenden. Doch zunächst begleiten wir einen Winzer in Billigheim-Ingenheim. Kälte und Nieselregen – für Ingo Pfalzgraf  keine Gründe, die Arbeit im Weinberg warten zu lassen. Der Rebschnitt steht an. Der ist wichtig, damit hier bald wieder gute Trauben reifen können. Ingo Pfalzgraf ist Winzer in vierter Generation, baut mit seiner Familie auf 43 Hektar Wein an – 70 Prozent Weißwein und 30 Prozent Rotwein. Alkoholfreie Varianten produziert er noch nicht, obwohl die immer mehr im Trend liegen. Ingo Pfalzgraf, Winzer in Billigheim-Ingenheim „Im Moment ist noch die Problematik, dass man noch abwartet, bis gute Verfahren da sind. Die Entalkoholisierung vom Wein ist auch problematischer als beim Bier zum Beispiel, weil man ja den dreifachen Alkohol rausholen muss.“ Das ist nicht nur aufwendig, sondern auch teuer. Die Kosten müsste er an die Kunden weitergeben. Der Winzer merkt, dass viele Menschen bewusster und weniger Wein trinken. Im Weihnachtsgeschäft hat er fünf Prozent weniger Umsatz gemacht als in den vergangenen Jahren. Eine Entwicklung, die nicht nur Ingo Pfalzgraf zu schaffen macht. Bei den Pfälzer Weinbautagen in Neustadt an der Weinstraße beklagen die Winzer Strafzölle im wichtigen US-Markt und die hohe  Inflation in Deutschland. Günstiger produzierte Weine aus dem Ausland erhöhen den Druck. Klaus Schneider, Präsident Deutscher Weinbauverband „Natürlich wissen wir von Betrieben, die wirtschaftliche Probleme haben. Die zum Teil ihre Rechnungen nicht bezahlen können oder nur mit großen Anstrengungen bezahlen können. Keine Gewinne erwirtschaften oder sogar Minus machen.“ Auch die Politik sei gefordert. Zwei Drittel des deutschen Weins werden in Rheinland-Pfalz produziert, ein wichtiger Wirtschaftsfaktor also für das Bundesland. Weinbauministerin Daniela Schmitt will die Bürokratie für Winzer abbauen, verweist aber auf die […]

  • Hessische Kommunen stecken auch 2026 in Finanznöten

    2026 geht es genauso weiter wie im letzten Jahr – das drängendste Problem der Kommunen: es fehlt an Geld. 2024 war das Defizit aller Kommunen bei 24 Milliarden, 2025 laut vorläufigen Zahlen sogar bei 32 Milliarden. Das Problem: Die Aufgaben wachsen, das Geld nicht. Und daran werden die schuldenfinanzierten Milliarden für die Infrastruktur nichts ändern. Der hessische Städtetag hat heute noch einmal den Finger in die Wunde gelegt. Vier von fünf Krankenhäuser bundesweit – und damit auch in Hessen – schreiben rote Zahlen. Oft müssen Städte oder Landkreise finanziell aushelfen. Und das bei ohnehin schon knappen Kassen, beklagt der Hessische Städtetag. Heiko Wingenfeld (CDU), Vizepräsident Hessischer Städtetag „Der Grundsatz der Krankenhausfinanzierung, der ist in der Theorie ganz klar. Der Bund ist für den laufenden Betrieb zuständig über das gesetzliche System der Krankenkassen und die Länder für die Investitionen. Die Kommunen sind an sich nicht für die Finanzierung zuständig, nur die Realität ist eine ganz andere. Kommunen tragen vielfach die Lasten der medizinischen Versorgung.“ Die Krankenhausreform wird sehnlichst erwartet – doch noch herrscht viel Unsicherheit, was diese konkret bedeuten wird. Der Hessische Städtetag macht klar: Die Kommunen wollen nicht länger den Kopf für finanzielle Fehlplanung von Land und Bund hinhalten. Bauchschmerzen bereitet den Städten und Gemeinden dieses Jahr auch der in Kraft tretende Anspruch auf Ganztagsbetreuung. Er gilt ab August für alle Erstklässler. Die Umsetzung liegt aber nicht bei den Schulen und die Kosten somit beim Land, sondern bei der Jugendhilfe und die ist Aufgabe der Kommunen. Gerda Weigel-Greilich (Bündnis 90 / Die Grünen), Vizepräsidentin Hessischer Städtetag „Das Land Nordrhein-Westfalen klagt jetzt dagegen und wir prüfen hier in Hessen, inwieweit wir uns gegebenenfalls dieser Klage anschließen.“ Auch bei der Dauerbaustelle Bürokratie wünscht sich der Hessische Städtetag Entlastung. Gert-Uwe Mende (SPD), Präsident des Hessischen Städtetags „Wir haben relativ hohe bürokratische Anforderungen, wenn […]

  • Rheinland-Pfalz hinkt bei Glasfaserausbau hinterher

    Rheinland-Pfalz hinkt bei Glasfaserausbau hinterher

    Haben Sie schnelles Internet zu Hause? Laut Bundesnetzagentur ist Hessen im Ländervergleich auf Platz 11, Rheinland-Pfalz auf dem vorletzten Platz. Mitten im Pirmasenser Vorort Fehrbach: Eine eingeschneite Glasfaser-Baustelle. In fünf Stadtteilen und Ortsbezirken stehen die Arbeiten am schnellen Internet nun still. Zwar wurde seit Frühjahr über 20 Kilometer Glasfaserkabel verlegt, angeschlossen an die Haushalte wird es aber erst mal nicht. Zu unrentabel sagt das Unternehmen „Deutsche Glasfaser“. In Pirmasens ist man genervt. Michael Maas (CDU), Bürgermeister der Stadt Pirmasens „Nachdem diese Ausbauversprechen gebrochen wurden, bin ich natürlich der erste Ansprechpartner für meine Bürgerschaft, um zu sagen: Wie geht’s denn jetzt weiter? Sag uns,  wie’s weitergeht. Und diese Antworten heute zu geben, ist recht komplex und sehr schwierig. Vor allem, wenn dieses Geschäftsumfeld mit den Kommunikationsanbietern so unzuverlässig ist, wie es sich in der letzten Vergangenheit dargestellt hat.“ Das schnelle Internet, es kommt nur langsam. Nur  25 Prozent der rheinland-pfälzischen Haushalte haben Zugang zu Glasfaser, damit belegt das Bundesland im Ländervergleich den vorletzten Platz. Der Bundesschnitt ist mit über 50 Prozent doppelt so hoch. In Rheinland-Pfalz liegt der Kreis Kusel mit 70 Prozent Anbindung an der Spitze, Pirmasens belegt mit geschätzten 38 Prozent einen Mittelfeldplatz. Schlusslicht ist Worms mit 6 Prozent. (Grafik) Als vor zwei Jahren der damalige Digitalisierungsminister Alexander Schweitzer die sogenannte Gigabit-Charta vorstellt, verspricht er: Bis 2030 sollen alle rheinland-pfälzischen Regionen mit Glasfaser versorgt sein. Davon ist man noch weit entfernt, kritisiert auch der Gemeinde- und Städtebund. Moritz Petry, Geschäftsführer Gemeinde- und Städtebund RLP „Ich glaube, wir haben uns zu viel vorgenommen. Dass zu viel gleichzeitig passieren muss. Dann werden die Ressourcen knapp, dann verabschiedet sich das eine oder andere Unternehmen vom Glasfaserausbau und lässt die Gemeinde stehen.“ In Pirmasens argumentiert die Deutsche Glasfaser, die Baukosten hätten sich durch gestiegene Materialpreise von ursprünglich kalkulierten 11 Millionen Euro auf 22 […]

  • Digitalisierungsministerin Schall: Kommunen helfen, in denen der Glasfaserausbau noch hakt

    Digitalisierungsministerin Schall: Kommunen helfen, in denen der Glasfaserausbau noch hakt

    Der Glasfaserausbau in Pirmasens ist ins Stocken geraten – wie insgesamt im Land. Darüber spricht Markus Appelmann mit der Frau, die das beschleunigen kann, Markus Appelmann, Moderator: Guten Abend. Dörte Schall (SPD), Digitalisierungministerin RLP: Guten Abend, Herr Appelmann. Appelmann: Frau Schall, wir haben eben in unserem Beitrag gesehen, wie schlecht der Glasfaser-Ausbau in Pirmasens läuft. Warum hinkt der Ausbau in vielen Regionen des Landes hinterher? Schall: Wir haben sehr unterschiedliche Ausbaugeschwindigkeiten beim Thema Glasfaser, gerade in Rheinland-Pfalz. Und uns geht es darum, die besten Möglichkeiten herauszufiltern, wie es gut gelingen kann. Deswegen haben wir in unserer Strategie aufgelegt, wie es gut funktioniert und nehmen die positiven Beispiele, um den Kommunen und Städten zu helfen, die noch nicht so weit sind. Appelmann: Zur Gigabit-Strategie 2030 kommen wir gleich noch, schauen wir erst mal auf die Daten des Breitbandatlas, die die Bundesnetzagentur erhoben hat. Diese Daten sprechen eine andere Sprache: da landet Rheinland-Pfalz nämlich im Ländervergleich nur auf dem vorletzten Platz! Das läuft doch alles andere als gut? Schall: Die Zahl, die Sie herausgegriffen haben, ist die Zahl der angeschlossenen Häuser, wo wirklich die Menschen zu Hause das Glasfaser haben. Das ist tatsächlich sehr herausfordernd, weil die Eigentümer nicht immer bereit sind, Glasfaser zu legen. Bei dem Legen von Glasfaser in der Kommune in der Straße sind wir allerdings besser aufgestellt. Da sind wir auf Platz 6 bis 7, je nach Berechnung der Bundesländer. Appelmann: Aber auch bei der Position ist noch Luft nach oben. Mit der Gigabit-Strategie, die sie als Landesregierung ausgerufen haben, wollen Sie erreichen, dass in vier Jahren alle rheinland-pfälzischen Haushalte und Unternehmen Zugang zu Glasfaser erhalten sollen. Welche Maßnahmen wollen Sie als Landesregierung ergreifen, damit der Glasfaserausbau beschleunigt wird? Schall: Wir haben uns da sehr viel vorgenommen. Aber wer sich nicht viel vornimmt, der kann auch nicht viel […]

  • Über 25.000 Punkte: DAX feiert neuen Rekord

    Über 25.000 Punkte: DAX feiert neuen Rekord

    Wenn Sie Aktien oder Fonds haben, uns das haben immer mehr Menschen in Deutschland, dann dürfte Sie der nächste Beitrag besonders interessieren. Denn der Deutsche Aktien Index startet mit einem Rekord ins neue Jahr – und überwindet erstmals in seiner Geschichte die 25.000 Punkte Marke. Trotz Wirtschaftsflaute in Deutschland ist der deutsche Leitindex auf Rekordjagd, wie kann das sein? An der Frankfurter Börse herrscht heute Vormittag Feierlaune: Obwohl die USA den Staatschef von Venezuela Nicolás Maduro gefangen genommen haben, der Krieg in der Ukraine anhält und die deutsche Wirtschaft seit drei Jahren stagniert, steigt der DAX über die Marke von 25000 Punkten. Einen solchen Aufwärtstrend melden auch viele andere Börsen weltweit. Denn der gegenwärtige Umbau der Weltwirtschaft setzt enorme Investitionen in Gang – insbesondere in den Bereich der Künstlichen Intelligenz. In vielen Ländern wird die Konjunktur durch staatliche Investitionsprogramme angekurbelt. Außerdem dürften die Leitzinsen im Euroraum stabil bleiben und in den USA sogar sinken. Doch manchen Anlegern werden die immer neuen DAX-Rekorde langsam unheimlich – muss nach dem jahrelangen Börsenboom nicht irgendwann der Absturz kommen?

  • Börsenexperte Oliver Roth zum neuen DAX-Rekord

    Börsenexperte Oliver Roth zum neuen DAX-Rekord

    Die Börse im Rausch – der Deutsche Aktienindex ist erstmals über die 25.000 Punkte Marke gestiegen. Markus Appelmann, Moderator: Darüber sprechen wir jetzt mit dem Kapitalmarktexperte Oliver Roth, der uns von der Frankfurter Börse zugeschaltet ist. Guten Tag, Herr Roth. Oliver Roth, Kapitalmarktexperte in Frankfurt Einen wunderschönen guten Tag. Appelmann: Jetzt sind wir mittendrin in der größten Wirtschaftskrise der Bundesrepublik und der Deutsche Aktienindex eilt von einem Hoch zum nächsten. Wie passt das zusammen? Roth: Ja, das passt dahingehend zusammen, dass die großen Titel im DAX, das sind 40 große Unternehmen, international aufgestellt sind, auch internationale Eigentümer haben und letztendlich weltweit agieren. Da ist also das Fieberthermometer an der Stelle eben nicht so sehr auf den deutschen Heimatmarkt begründet, sondern man schaut hier, wie die Geschäfte weltweit laufen und da laufen die Geschäfte eben für den DAX gut. Das ist der eine Grund und der andere ist, dass aktuell aufgrund der unsicheren Politik von Donald Trump, gerade auch was das Schuldenmachen in den USA angeht, sehr, sehr viel internationales Geld aus dem Dollar in den Euro gewechselt wird aktuell und dort werden auch investiert und einer der größten Märkte dort der Aktienmärkte ist eben auch der deutsche Aktienmarkt. Und das ist ein weiterer Grund, warum der DAX aktuell viel besser performt, als es der deutschen Wirtschaft geht. Appelmann: Die gute Börsenstimmung beruht zu einem großen Teil auf den Hoffnungen, die sich mit der Künstlichen Intelligenz verbinden. Die Unternehmen investieren riesige Milliardensummen. Die zentrale Frage daher: Ist es möglich, dass diese KI-Blase bald platzt? Roth: Also diese Übertreibungen, die wir in den letzten zwei, drei Jahren gesehen haben, die waren natürlich schon so stark ausgeprägt, dass man von einer Blase sprechen kann. Es waren also wirkliche Hunderte von Milliarden, die weltweit in Künstliche Intelligenz investiert wurden. Und wir haben gerade auch […]

  • Mehrwertsteuer in der Gastronomie sinkt auf 7 Prozent

    Mehrwertsteuer in der Gastronomie sinkt auf 7 Prozent

    Das neue Jahr bringt für Gastronomen eine lang erwartete Entlastung. Die Mehrwertsteuer auf Speisen ist jetzt dauerhaft gesenkt – von 19 auf 7 Prozent. Laut dem Deutschen Hotel- und Gaststätten-Verband, kurz DEHOGA, ein längst überfälliger Schritt. Kritiker stellen jedoch die langfristige Wirkung in Frage. Was bedeutet die Senkung der Mehrwertsteuer konkret für Restaurants und was merkt der Gast davon? Ein Blick in die Speisekarte zeigt: fast alles beim alten. Im Brauwerk Bad Kreuznach haben sich die Preise trotz der Senkung der Mehrwertsteuer nur bei einigen  Suppen und Salaten verringert. Inhaber Andreas Röth kann die Einsparung der Steuer nicht komplett an seine Kunden weitergeben. Andreas Röth, Inhaber „Ich gebe nur ein kleines Beispiel: Heute Morgen hat unsere Putzfirma schon angerufen und hat gesagt, dass der Mindestlohn erhöht ist. Die gehen schon mal hoch mit dem Preis. Der Bäcker ist mit dem Preis hochgegangen, der Metzger hat fünf Prozent erhöht. Also es ist irgendwo ein Kreislauf. Wahrscheinlich wären wir auch im Januar teurer geworden. So gehen wir etwas mit Sachen runter.“ Nur durch die Senkung der Mehrwertsteuer muss er die Preise im neuen Jahr nicht anheben. Durch die weiterhin steigenden Lebensmittelpreise kann er die meisten Hauptgerichte nicht günstiger anbieten. Nur bei wenigen Speisen sinken die Preise um etwa fünf Prozent. Für Getränke gilt die Mehrwertsteuersenkung nicht. Noch immer haben die Gastronomen mit den Folgen der Corona-Pandemie zu kämpfen. Auch Andreas Röth muss noch einen Kredit zurückzahlen. Dazu machen vor allem die gestiegenen Energiekosten günstigere Speisen unmöglich. Die Gäste zeigen sich verständnisvoll. Im Brauwerk bleiben die Kunden nicht aus. Birgit Röhrig „Ich denke das kann man woanders ein bisschen einsparen. Man möchte sich ja auch was gönnen und wir gehen nach wie vor essen.“ Helga Könings „Es ist schon alles viel teurer geworden. Vor ein paar Jahren konnte man noch für die Hälfte […]

  • Gesunkene Mehrwertsteuer - Im Gespräch mit DEHOGA-Präsident Gereon Haumann

    Gesunkene Mehrwertsteuer – Im Gespräch mit DEHOGA-Präsident Gereon Haumann

    Hat die Senkung eine Auswirkung auf den Preis? Dazu der Vertreter des Hotel- und Gaststättenverbandes bei Eva Dieterle. Eva Dieterle, Moderatorin: Ein Thema, das natürlich auch den DEHOGA-Präsidenten beschäftigt. Den begrüße ich jetzt bei mir im Studio. Gereon Haumann – schön, dass Sie da sind. Guten Abend. Gereon Haumann, Präsident DEHOGA RLP: Guten Abend. Dieterle: Wir haben es gerade gehört, Sie haben lange dafür gekämpft, für die Senkung der Mehrwertsteuer. Jetzt ist sie da. Was macht das bei Ihnen? Aufatmen? Haumann: Vor allen Dingen Erleichterung, weil wir in den vergangenen beiden Jahren jeweils 500 Betriebe in Rheinland-Pfalz im Gastgewerbe verloren haben. Oder 15.000 Arbeitsstellen. Und die Senkung, die dauerhafte Senkung der Mehrwertsteuer führt jetzt dazu, dass wir wirklich durchatmen können. Dass wir uns einen Neuanfang, einen Neustart erlauben können, dass wir vernünftig kalkulieren, um genau das zu erreichen, was einer der Gäste eben gesagt hat: ein gutes Preis-Leistungsverhältnis mit guter Qualität aus Küche, Keller und Service. Dieterle: Sie haben die Gäste gerade angesprochen. Natürlich haben die Menschen, die ins Restaurant gehen, jetzt auch die Erwartung ja, dass das wieder günstiger wird. Wir haben es gerade im Beitrag schon gehört, so richtig die Hoffnung darauf können Sie nicht machen. Warum ist das so? Haumann: Ja, weil ganz, ganz viele Kosten in den letzten Jahren und auch zu Beginn dieses Jahres in die Höhe geschnellt sind. Wenn Sie an die Energiekosten denken, wenn Sie an die Lebensmittelhaltungskosten denken, wenn Sie an den Mindestlohn denken, der um 10 % gestiegen ist. Aber die Gäste profitieren trotzdem, denn das Lokal bleibt erhalten als wichtige Begegnungsstätte, als Treffpunkt für ein soziales Miteinander. Ich glaube das ganz, ganz wichtig. Lebendige Innenstädte und eine attraktive ländlich Region brauchen Gastronomie wie Menschen die Luft zum Atmen. Und das bleibt erhalten als ein ganz, ganz wichtiger Beitrag, den die Bundespolitik […]

  • Endspurt im Weihnachtsgeschäft

    Endspurt im Weihnachtsgeschäft

    Kaufen Sie ihre Weihnachtsgeschenke über das Jahr verteilt oder doch eher auf den letzten Drücker? So oder so – der Einzelhandel zählt auf Sie, denn das Weihnachtsshopping macht bei so manchem Händler gerne mal ein Viertel des Jahresumsatzes aus. Wir haben uns heute mal in den Mainzer Vorweihnachtstrubel gestürzt und wollten wissen: Wie läuft es denn dieses Jahr mit dem Weihnachtsgeschäft – bei den Händlern und den Kunden? „Haben Sie schon alle Weihnachtsgeschenke oder sind Sie noch auf der Suche?“ Ute Mai: „Ich habe schon alle Weihnachtsgeschenke. Schon lange angefangen – ich glaube schon im November. Anfang November.“ Julia Karda: „Ich bin tatsächlich Last-Minute unterwegs. Also zumindest fürs Wichtelgeschenk muss ich noch was besorgen.“ Petra Köster: „Wir machen das eher so, dass wir uns im Jahr was schenken. Dann haben wir mehr Ruhe dafür.“ Angesichts der stetig steigenden Lebenshaltungskosten müssen immer mehr Menschen finanziell kürzer treten. Aber gilt das auch für Geschenke? Julia Karda: „Wir wichteln mal und das hilft ja auch ein bisschen. Man muss nicht mehr 20 Geschenke besorgen sondern vielleicht nur zwei, drei und das kommt natürlich auch dem Portmonee zugute.“ Ute Mai: „Ich glaube das hat sich eher dahin verschoben, dass man wieder eher etwas Praktisches kauft und nicht mehr einfach nur just-for-fun. Sondern das ist etwas, was man gebrauchen kann.“ James Ruppert: „Ich gebe das Geld einfach aus. Ich habe einen kleinen Neffen und eine Nichte und deswegen macht das mit dem Geld nichts. Ich gebe es einfach aus. Dann spare ich dafür im Sommer.“ Zumindest die Händler auf dem Mainzer Weihnachtsmarkt spüren, dass das Geschäft noch nicht wieder das alte Niveau erreicht hat. Kunsthandwerker Wolfgang Ringel hat dafür eine einfache Erklärung. Wolfgang Ringel, Kunsthandwerker aus Beselich: „Die Onlinefirmen rauben uns auch schon einen guten Teil des Geschäfts. Weil viele wollen gar nicht mehr rausgehen. Die bestellen lieber vom Sofa […]

  • Teil 2 unseres 17:30-Jahresrückblicks

    Teil 2 unseres 17:30-Jahresrückblicks

    Auch in der zweiten Jahreshälfte 2025 gab es zahlreiche Ereignisse, die die Menschen in Hessen und Rheinland-Pfalz bewegt haben. Wir haben sie kurz und kompakt nochmal für Sie zusammengefasst. JULI Hitzerekord in Rheinland-Pfalz. Am 2. Juli werden in Andernach 39,3 Grad gemessen. Und im Mainzer Landtag wird an diesem Tag über ein heiß diskutiertes Gesetz abgestimmt. Das Landesklimaschutzgesetz. Das Ziel der Landesregierung: Rheinland-Pfalz soll bis 2040 klimaneutral werden. Also fünf Jahre früher als der Bund und zehn Jahre früher als die EU. Es hagelt Kritik von Unternehmen und Wirtschaftsverbänden. Karsten Tacke, Landesvereinigung Unternehmerverbände RLP, am 23.6.2025 „Unternehmen mit mehreren Standorten werden verlagern. Das Klima hat keinen Vorteil, aber wir haben den Nachteil. Das Gesetz ist nicht durchdacht.“ Arne Rössel, IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz, am 23.6.2025 „Diese Planungsunsicherheit ist Gift. Und es ist so unnötig wie ein Kropf dieses Gesetz.“ Jetzt ist es mit den Stimmen der Ampel-Koalition also beschlossen, auf Druck der Wirtschaft aber in leicht abgeschwächter Form. Trotzdem: EINES hat das Landesklimaschutzgesetz auf jeden Fall bewirkt: Das Klima zwischen Landesregierung und Wirtschaft hat sich weiter verschlechtert. Ob sich die Beziehung von Christina und Sascha schlagartig verschlechtert, wenn sie DIESE Bilder sehen, das können wir nicht sagen. Aber klar ist, ihrem gemeinsamen Liebesschloss am Eisernen Steg in Frankfurt geht es Ende Juli an den Kragen. Die Beleuchtung an der Brücke muss erneuert werden und da sind viele Schlösser eben einfach im Weg. Fazit: Alte Liebe rostet nicht, alte Liebesschlösser dagegen schon! AUGUST Ja, er ist es. Die DNA-Analyse bestätigt, bei der Leiche, die Anfang August in der Nähe von Weitefeld gefunden wird, handelt es sich um Alexander M. Er soll im April ein Ehepaar und deren 16-jährigen Sohn in ihrem Haus in Weitefeld ermordet haben. Vier Monate lang wurde nach Alexander M. gefahndet. Hunderte Polizisten durchforsteten immer wieder die Umgebung. Doch ohne […]