Wirtschaft

  • Lage der Wirtschaft

    Lage der Wirtschaft

    Drei Hauptfaktoren machen der Wirtschaft hierzulande zu schaffen: hohe Energiekosten, überbordende Bürokratie sowie hohe Steuern und Abgaben. Eine Firma, die mit all dem zu kämpfen hat, ist die Sattler Kunststoffwerk GmbH – ein inhabergeführtes Unternehmen aus Mühlheim am Main. Ein korallrotes Kunststoffgranulat rieselt hier in der Produktionshalle des Sattler Kunstoffwerks in eine Tüte. Eine Probe, ob der Kunststoff auch exakt DIE Farbe hat, die sich der Kunde wünscht. Der braucht das hier produzierte Farbgranulat, um daraus beispielsweise Lichtschalter oder Kugelschreiber herzustellen. Doch dem eigentlichen Kerngeschäft des Unternehmens – Produktion, Qualitätssicherung und Kundenbetreuung – kann sich Chef Michael Trapp, schon fast nicht mehr widmen. Vielmehr ist er damit beschäftigt sich neue EU-Verordnungen durchzulesen und Formulare auszufüllen. Michael Trapp, Geschäftsführer Sattler Kunststoffwerk Mühlheim „Es bedeutet, dass wir einen immer größeren Teil unserer Arbeitszeit, aber besonders schlimm auch einen immer größeren Teil unserer Aufmerksamkeit neuen gesetzlichen Regelungen zuwenden müssen. Das heißt, das lähmt uns, das raubt uns Energie, die wir für die Weiterentwicklung der Unternehmen nicht mehr einsetzen können. Und das ist eine Langfristfolge, die sehr, sehr schädlich ist.“ Energieeffizienzgesetz, Lieferkettengesetz, Verpackungsverordnung – ständig kommt etwas Neues hinzu, sagt er. Statt Bürokratieabbau gebe es einen Regulationswahnsinn. Die neueste Auflage sei die „Verordnung zur Vermeidung der Freisetzung von Kunststoffgranulat zur Verringerung der Umweltverschmutzung durch Mikroplastik.“ Michael Trapp, Inhaber & Geschäftsführer Sattler Kunststoffwerk „Wir müssen wir das gesamte Betriebsgelände erfassen. Wir müssen jeden einzelnen Ort, an dem Granulate, die in unserem Fall drei Millimeter dick sind, untersuchen, wo können die freigesetzt werden. Und wo können die möglicherweise unser Betriebsgelände verlassen? Das alles in einem Plan zusammenfassen und dann eben auch noch an die entsprechende Behörde schicken?“ Alle sechs Monate muss zudem jede einzelne Granulatrezeptur überprüft werden, so sieht es das Chemikalienrecht vor. Berichte an Statistikämter, Berufsgenossenschaften und und und. Von 27 Mitarbeitern sei eine Kraft […]

  • Lage der Wirtschaft -  Wolf Matthias Mang im Gespräch

    Lage der Wirtschaft – Wolf Matthias Mang im Gespräch

    Maike Dickhaus spricht mit dem Präsidenten der Vereinigung hessischer Unternehmerverbände. Maike Dickhaus, Moderatorin: Und bei mir zu Gast im Studio ist jetzt Wolf Matthias Mang, der Präsident der Vereinigung hessischer Unternehmerverbände. Und mit ihm wollen wir die Lage jetzt noch genauer erörtern. Guten Abend. Wolf Matthias Mang, Präsident der Vereinigung hessischer Unternehmerverbände Guten Abend. Dickhaus: Michael Trapp, den wir eben im Beitrag gesehen haben, der sagt, dass vor allem Familienunternehmer ihren Nachwuchs nicht mehr empfehlen, den Betrieb weiterzuführen, weil sich das einfach nicht mehr lohnt. Und zudem haben wir ein 2-Jahres-Hoch von den Firmenpleiten in Hessen. Wie soll das also weitergehen? Mang: Na ja, also ich glaube, ganz so negativ, dass man das nicht zu einer nächsten Generation weitergeben kann, sehe ich das nicht. Das haben wir bei uns im Unternehmen gemacht und meine Tochter und unser Schwiegersohn sind bei uns im Unternehmen. Wir machen gemeinsam die Geschäftsführung. Und natürlich sind die Herausforderungen groß. Und wenn Sie Unternehmer fragen, auch in Hessen, was die größten Hemmnisse sind, dann werden die unisono sagen: “Die größten Hemmnisse ist die Bürokratie. ” Und das ist, hat er zurecht gesagt, also das ist das, was wirklich beschäftigt. Aber ich würde deshalb noch nicht so wenig Zuversicht verbreiten möchten, dass die nächste Generation dann keine Chance mehr hat in Deutschland. Die nächste Generation muss Lösungen dafür finden. Aber die Politik muss insbesondere Lösungen finden, den Bürokratieabbau zu beschleunigen. Denn das ist das, was wirklich die Unternehmer Zeit heute am meisten beansprucht, ist das, wie er so schön gesagt hat, das Ausfüllen der Formulare, das Nachhalten des Lieferkettengesetzes. Das hat schon Olaf Scholz versprochen, das sei weg, wenn er … Also er war dann weg in dem Frühjahr. Nichts. Wir haben das nicht nachgebessert. Und wir sind natürlich in Deutschland auch das Land, was dann am […]

  • Hessens Kultusminister Armin Schwarz (CDU) live im Studio

    Hessens Kultusminister Armin Schwarz (CDU) live im Studio

    Deutschland ist bei PISA so schlecht wie noch nie. Wie groß ist das Bildungsproblem aus seiner Sicht in Hessen? Markus Appelmann, Moderator: Und darüber wollen wir jetzt live im Studio sprechen, mit dem hessischen Bildungsminister, mit Armin Schwarz. Guten Abend. Armin Schwarz (CDU), Bildungsminister Hessen: Schönen guten Abend. Appelmann: Herr Schwarz, mal beginnend mit einer Zeugnisnote, welche Note würden Sie der Bildungspolitik in Hessen geben? Schwarz: Die Bildungspolitik ist gut. Wir setzen die Schwerpunkte, die über die PISA-Studie eingefordert werden, nämlich Lesen, Schreiben, Rechnen und digitale Bildung, in den Vordergrund zu stellen. Genau das machen wir. Deswegen setzen wir die richtigen Akzente. Appelmann: Sie sagen jetzt gerade ist es eine Zwei. Wenn wir uns momentan die PISA-Studie anschauen, sieht es ein bisschen schlechter aus. Deutschland ist so schlecht wie noch nie bei PISA. Was ist in Hessen momentan bildungspolitisch los? Wo hängt es in Hessen? Schwarz: Wir investieren in Hessen so viel Geld wie noch nie, auch in so viele Lehrkräfte wie noch nie. Vor allen Dingen setzen wir Schwerpunkte in durchaus wirtschaftlich herausfordernden Zeiten. Und wir haben jetzt ganz aktuell ein neues Bildungschancen-Paket auf den Weg gebracht für alle mit mehr Deutschunterricht. Wir werden noch in dieser Legislaturperiode ein e zusätzliche Stunde Deutsch für die ersten Klassen auf den Weg bringen. Wir bringen mehr Lesezeit in die hessischen Schulen, verpflichtende Lesezeit in den dritten und vierten Klassen, mehr Mathematik durch auch ein adaptives Lernsystem, das individuell geförderte Projekte dann reinbringt. Appelmann: Also Sie gehen die Themen an, 50 Millionen € wollen Sie da reingeben. Reicht das angesichts dieser Mammutaufgabe, die wir gerade bei PISA sehen? Reicht das aus? Schwarz: Auf einen Rekordhaushalt setzen wir in dieser Legislaturperiode noch mal 50 Millionen € obendrauf. Das sind in Summe neue und damit zusätzliche 680 Lehrerstellen. Und wir konzentrieren die auf Schlüsselkompetenzen Lesen, Schreiben, […]

  • Konferenz zur aktuellen Situation des Rheins

    Konferenz zur aktuellen Situation des Rheins

    Ja, die niedrigen Pegelstände waren heute natürlich auch Hauptthema in der achten „Länderkonferenz Rhein“ in Wiesbaden. Dort haben sich die Verkehrsminister aus allen vier Ländern, durch die der Rhein fließt, zusammengesetzt und über die aktuellen Herausforderungen beraten.   Um die 140 cm zeigt der Pegelstand heute in Mainz. Nach einer kurzer Erholung Ende August ist der Wasserstand nun wieder sehr niedrig. An anderen Orten am Rhein sieht es noch schlimmer aus: der Engpass in Kaub hatte zwischenzeitlich ein Rekordtief von unter 20 Zentimetern. Während der Niedrigwasserperiode konnten nur 13 Schiffe den Rhein durchgängig befahren. Hessen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg – Die vier Bundesländer, die am Rhein liegen, fordern heute vom Bund mehr Geld für die Binnenschifffahrt. Das System Wasserstraße habe einen jährlichen Bedarf von 2,5 Milliarden Euro verteilt auf ganz Deutschland. Kaweh Mansoori (SPD), Verkehrsminister Hessen: Es wird vor allem um die Schifffahrtsstraßen gehen, auch um die Hafeninfrastrukturen. Das alles muss ertüchtigt werden. Und gleichzeitig treten wir ja auch mit dem Bund in das Gespräch ein zur Modernisierung veralteter Flotten. Themen wie Niedrigwasser werden aufgrund des Klimawandels künftig häufiger vorkommen. Und gerade moderne Schiffe kommen mit solchen Niedrigwassern besser zurecht. Die Ausfälle in der Binnenschiffahrt haben große wirtschaftliche Schäden zur Folge, die momentan noch nicht berechenbar seien. Achim Schwickert (CDU), Verkehrsminister Rheinland-Pfalz: Eine solche Niedrigwasserphase hat natürlich die Auswirkung auf alle die Güter, die in dieser Zeit über die Schiffe transportiert worden wären. Das sind insbesondere Güter, die sehr schwer sind und die in großen Mengen auf Schiffen verlagert werden. Das erspart eine Menge an LKW-Verkehr. Es geht aber auch um Güter, die eine Größenordnung haben, die Sie auf dem Schiff ganz gut transportieren können. Der Rhein habe eine besonders hohe Kapazität für den Gütertransport. Die Binnenschifffahrt habe bislang aber zu wenig politische Beachtung bei der Planung von Infrastruktur bekommen, […]

  • Green Campus von Opel eröffnet

    Green Campus von Opel eröffnet

    Die Autoindustrie steckt mitten im Wandel – und auch bei Opel läuft längst nicht mehr alles rund. Zwischen Kostendruck, Stellenabbau und dem Umstieg auf Elektromobilität sind die Herausforderungen groß. Jetzt legt der Auto-Konzern Standort in Rüsselsheim einen wichtigen Grundstein für die Zukunft. Es wird ordentlich gewerkelt auf dem Opel-Gelände in Rüsselsheim. Hier entsteht der sogenannte Green Campus. Ein riesiger Komplex auf rund 100.000 Quadratmetern, bestehend aus Verwaltungsgebäude, Designzentrum sowie Forschungs– und Entwicklungsgebäuden. Eines der größten Erdwärmesysteme Deutschlands und jede Menge Solarpanele stellen die Energieversorgung sicher: Der Fokus liegt auf Nachhaltigkeit. Ein Millionenprojekt mit Signalwirkung am Standort Rüsselsheim. Waren die vergangenen Jahre doch von jeder Menge Höhen und Tiefen geprägt. Noch Anfang des Jahres verkündete der Autobauer, rund 650 Stellen im Entwicklungszentrum zu streichen. Im Juni dann wieder gute Nachrichten: Die neue Generation des Opel Astra soll im Rüsselsheimer Stammwerk produziert werden. Patrick Burghardt (CDU), Oberbürgermeister Rüsselsheim „Wir hatten ja die Meldung, dass durchaus auch Arbeitsplätze abgebaut werden. Das ist in einem Konzern wie Stellantis – die sich so zentral aufstellen wollen – auch nichts Ungewöhnliches. Natürlich ist das immer schmerzhaft – auch für einen Standort selbst. Aber die Entscheidung jetzt auch die Produktion zukünftig hier zu haben und diese Entscheidung den Standort und die Hauptzentrale in Rüsselsheim weiterhin zu haben, sind natürlich für uns enorme Entscheidungen und ganz wichtige Entscheidungen.“ (20 Sek) Deshalb heute: gute Stimmung beim Richtfest des neuen Green Campus. Ein belgisches Bauunternehmen hat das Gebäudekonzept entwickelt. Ziel ist es aber, den Industriestandort Rüsselsheim wieder zu stärken. Jan Van Geet, Geschäftsführer VGP Group „Der Green Campus macht eigentlich nur einen kleinen Teil aus in einem viel größeren Plan, um über 70 Hektar die wir hier haben zu reindustrialisieren in der Zukunft. Die Zusammenarbeit mit Opel hat uns das möglich gemacht und wir freuen uns sehr darauf das hier weiter zu gestalten.“  Schon […]

  • Schaltgespräch mit Opel-Chef Florian Huettl

    Schaltgespräch mit Opel-Chef Florian Huettl

    Das Richtfest des GreenCampus ist ein wichtiger Tag für Rüsselsheim und für Opel – und am Rande der Veranstaltung habe ich die Gelegenheit zu einem Gespräch mit Opel-Chef Florian Huettl. Eva Dieterle: Guten Tag. Florian Huettl, Geschäftsführer Opel: Guten Tag, Frau Dieterle. Grüße nach Mainz. Eva Dieterle: Herr Huettl, ist so ein modernes Verwaltungsgebäude auch wirklich ein langfristiges Versprechen für die Zukunft des Standorts Rüsselsheim? Florian Huettl, Geschäftsführer Opel: Definitiv. Wir feiern hier heute das Richtfest unseres Green Campus hier in Rüsselsheim. Auf dem historischen Grund, auf dem Opel seit 127 Jahren arbeitet. Dieses Gebäude, das wir heute mit dem Richtfest feiern, ist der erste Teil der gesamten Green Campus Entwicklung. Das Risiko, dass es ein klares Bekenntnis heute zum Standort Rüsselsheim und zum Standort Deutschland. Denn hier entsteht die Architektur, die Infrastruktur, die Opel und Stellantis in Zukunft braucht, um entsprechend hier aus Rüsselsheim heraus in Deutschland wieder arbeiten zu können. Also ein großes Investment, eine große Investition, ein klares Zeichen, dass wir hier Zukunft schaffen für Opel, für Stellantis, für Rüsselsheim, für Deutschland. Eva Dieterle: Ursprünglich haben mal über 40.000 Menschen am Standort in Rüsselsheim gearbeitet, jetzt sind es noch rund 7.000. Können Sie denn heute sagen, dass zumindest diese Stellen am Standort auch in den kommenden Jahren sicher sind? Florian Huettl, Geschäftsführer Opel: Wir haben in den letzten Jahren hier Opel ja so aufgestellt, wie es für die Zukunft aufgestellt sein muss. Opel als Teil eines weltweiten Konzerns oder auch eines weltweiten Entwicklungsnetzwerks. Und es ist uns hier gelungen, in den letzten Jahren eine klare Strategie zu entwickeln, was hier in Rüsselsheim entstehen muss, was unser Entwicklungszentrum leisten muss. Dafür haben wir uns aufgestellt. Dafür schaffen wir hier die Bedingungen mit einem neuen Entwicklungszentrum, mit einem neuen Design im Rahmen des Green Campus und mit diesem Aufbau, […]

  • Schaltgespräch mit Condor-Chef Peter Gerber

    Schaltgespräch mit Condor-Chef Peter Gerber

    Und über die mehr als angespannte Lage der deutschen Luftfahrt spreche ich jetzt mit Condor-Chef Peter Gerber Eva Dieterle: Guten Abend. Peter Gerber, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Fluggesellschaften: Guten Abend, Frau Dieterle. Eva Dieterle: Herr Gerber, Sie sind auch Präsident des Bundesverbands der Deutschen Fluggesellschaften – was sehen Sie derzeit als drängendste Herausforderung? Peter Gerber, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Fluggesellschaften: Die drängendste Herausforderung ist der Tat, dass wir unsere Standortkosten in Deutschland wettbewerbsfähig gestalten. Sie sind in den vergangenen fünf Jahren um mehr als 100 % gestiegen. Die staatlichen Standortkosten. Das können wir ganz einfach korrigieren. Wenn wir das tun, wäre dem Luftverkehr hier sehr geholfen. Eva Dieterle: Die EU will den Luftverkehr bis 2050 klimaneutral machen – die Vorgaben dafür treffen vor allem die deutschen Airlines besonders hart, die jetzt schon europäisches Schlusslicht beim Wachstum sind. Lässt sich Nachhaltigkeit aus Ihrer Sicht OHNE Standortnachteile überhaupt umsetzen? Peter Gerber, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Fluggesellschaften: Wir glauben ja, bis 2050 ist auch unser Plan, das zu schaffen. Wichtig ist allerdings, dass es global mit den gleichen Spielregeln zugeht. Dafür gibt es mit Corsair ein weltweites System, das erste weltweite System, was das regeln soll. Wenn wir dieses System implementieren, wenn wir dieses System anwenden, dann wird das funktionieren. Bei uns auch ganz ohne Standortnachteile. Das ist ein System, das für Emissionen, die im Luftverkehr verursacht werden, entweder eine Kompensation zu bezahlen ist oder diese Emissionen vermieden werden. Und dann sollte das auch bis 2050 klappen. Eva Dieterle: Aber bedeuten mehr Auflagen für die Flughäfen und Airlines am Ende nicht unweigerlich auch langfristig für die Passagiere noch höhere Ticketpreise? Peter Gerber, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Fluggesellschaften: Das kann passieren. Allerdings wenn es global angewendet wird und moderne Technologien weltweit implementiert werden, dann werden die Preise für diese Technologien, […]

  • Lesestart am Versuchsweinberg Geisenheim

    Lesestart am Versuchsweinberg Geisenheim

    Sie könnten den Weinbau nachhaltiger machen – Solar-Module, die direkt über die Weinreben installiert werden. Im Rheingau testet die Hochschule Geisenheim, wie Photovoltaik-Anlagen die Reben schützen und die Erträge der Weinernte sichern können. Oben grüner Strom – unten weißer Riesling. Die Photovoltaik-Module bedecken in diesem Weinberg in Geisenheim etwa 1700 Quadratmeter und liefern so den Strom für etwa 35 Haushalte. Daneben: Nochmal die gleiche Fläche mit nicht überdachten Weinreben für den wissenschaftlichen Vergleich. Die vorläufigen Erkenntnisse: Die Solarmodule kühlen die Temperatur der Weinreben runter, regulieren so deren Wasserhaushalt und schützen die Trauben zugleich vor Starkregen, Hagel und Hitzeschäden in Form von Sonnenbrand.  Manfred Stoll Instituts- und Projektleiter Hochschule Geisenheim „Sonnenbrand verändert sowohl die Qualität der Traubenbeere. Das heißt, als Schutz baut die Beere dann mehr phenolische Substanzen letztendlich ein. Und für den Winzer heißt Sonnenbrand auch ein großer Ertragsverlust, der 25 bis 35 Prozent betragen kann.“  Der Nachteil dieser Module: Sie lassen nur die Hälfte des Lichtes durch, wodurch der Reifeprozess der Trauben verlangsamt wird. Zudem rechnet sich diese für Forschungszwecke ausgelegte Anlage, so wie sie hier zu sehen ist, für Winzer in der Praxis schlichtweg noch nicht.  Timon Gremmels (SPD) Minister für Wissenschaft und Forschung Hessen „Insofern muss es am Ende des Tages auch wirtschaftlich darstellbar sein. Aber das ist das Schöne an der Universität Geisenheim. Dass hier auch die Frage von Weinbau-Ökonomie gelehrt wird. Und auch genau das auch die Zukunftsfragen sind. Wie kriegt man das zukünftig auch für die Winzerinnen und Winzer finanzierbar und machbar? Und genau mit diesen Fragen beschäftigt sich auch hier die Hochschule.“  Der erzeugte Strom wird hier gleich mehrfach genutzt: Zum Betrieb dieses autonomen Ernteroboters und für Heizdrähte, die die Trauben ganz automatisiert vor Frost schützen.    Manfred Stoll Instituts- und Projektleiter Hochschule Geisenheim „Wenn morgens um 2 Uhr die Temperatur um die 0,4 Grad […]

  • Betriebsversammlung im VW-Werk Kassel

    Betriebsversammlung im VW-Werk Kassel

    VW steckt mitten in der Automobilkrise, vier Werke könnten schließen, 50.000 Stellen abgebaut werden. Die VW Spitze ist momentan in einer heißen Phase von Betriebsversammlungen, bei denen sie ihrer Belegschaft Rede und Antwort zu den Zukunftsplänen stehen wollen. Sicherheit kann der Vorstand der Belegschaft in Baunatal heute aber nicht geben. Es ist einer von vielen Terminen in den letzten Tagen, bei dem der VW-Vorstand seinen Mitarbeitern direkt gegenübertritt. 15.000 Beschäftigte produzieren hier in Baunatal Bauteile für die verschiedenen Marken des Konzerns. 6000 haben heute an der Betriebsversammlung teilgenommen. Und die wollen wissen, wie es für sie weitergeht. Neue Erkenntnisse gibt es aber auch heute nicht. Thorsten Donnermeier, Prüfer bei VW: Es ist nichts für uns rübergekommen, es ist nichts Handfestes rübergekommen. Aber es ist schon klar, was die wollen. Die wollen massiv nochmal Personal wegrasieren und eben nochmal uns eben ans Geld ran, die Kosten eben nach unten treiben.  VW-Konzernchef Oliver Blume wirbt für einen massiven Sparkurs. Eine Werkschließung in Baunatal scheint zwar unwahrscheinlich. Aber nach Medienberichten denken Vorstand und Aufsichtsrat darüber nach, Komponentenwerke wie in Baunatal aus dem Konzern herauszulösen und in eine eigene Gesellschaft zu verlagern. Die Beschäftigten fürchten, dass sich dadurch ihre Arbeitsbedingungen verschlechtern könnten. Katja Cholibois, Mitarbeiterin VW: Dann würden wir natürlich nicht mehr unter dem Manteltarifvertrag fallen und der ganze Schutz würde wegfallen. Natürlich macht das Angst, aber das ist jetzt genau der Punkt, ich bin nicht schlauer als vorher, ich bin immer noch in dieser Ungewissheit.  Hessens Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori Mansoori hat heute ebenfalls an der Betriebsversammlung teilgenommen und stellt Unterstützung vom Land in Aussicht. Kaweh Mansoori Mansoori (SPD), Wirtschaftsminister Hessen: Aber das setzt erstmal voraus, dass es seitens der Konzernführung auch eine Zukunftsvision gibt und diese Vision ist größer als nur den Abbau von Arbeitsplätzen und Werkschließungen zu diskutieren. Es muss eine Idee […]

  • Wie klappt die Eindämmung der Schweinepest?

    Wie klappt die Eindämmung der Schweinepest?

    Wenn in Rheinland-Pfalz eine Tier-Seuche ausbricht, ist das Landes-Untersuchungsamt in Koblenz dafür zuständig, einen Überblick über das Infektions-Geschehen zu behalten – und die Landkreise hinsichtlich der zu ergreifenden Maßnahmen zu beraten. Und das war in den vergangenen Jahren eine Menge Arbeit, denn immer neue Infektions-Ausbrüche haben gerade bei den Tierhaltern zu finanziellen Einbußen geführt. Vor mehr als zwei Jahren brach in Hessen und Rheinland-Pfalz die Afrikanische Schweinpest aus und hielt die Veterinärämter, Landwirte und Jäger in Atem. Dazu kamen in den letzten zwei Jahren Ausbrüche der Vogelgrippe, der Blauzungenkrankheit und der Maul- und Klauenseuche. Befallene Tiere werden von Jägern oder Landwirten eingesammelt und hier im Landesuntersuchungsamt in Koblenz abgegeben. Dr. Markus Böhl, Präsident Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz „So kommen wir auch zu den ersten Befunden letztendlich. Das heißt, wenn sich jemand meldet, der einen kranken Bestand hat und einfach die Krankheit nicht zuordnen kann, dann beginnt bei uns, mit den ganzen Partnern die Suche.“ Heute hat sich Landwirtschaftsministerin Christine Schneider ein Bild der Arbeit des Landesuntersuchungsamtes gemacht. Besonders die Vogelgrippe war im vergangenen Jahr ein großes Problem in Rheinland-Pfalz. Mehr als 100-mal wurde sie bei Wildvögeln nachgewiesen, besonders bei Zugvögeln. Viele Tierhalter wurden deshalb von den Landkreisen angewiesen, ihre Tiere im Stall zu belassen. Die Afrikanische Schweinepest hingegen konnte durch Maßnahmen wie Zäune und Kadaverspürhunde erfolgreich auf gerade einmal 17 Fälle und damit ein Drittel der Fälle des Vorjahres eingedämmt werden. Christine Schneider (CDU), Landwirtschaftsministerin Rheinland-Pfalz „Wenn Zahlen rückläufig sind werden immer die Fragen gestellt: brauchen wir die Maßnahmen noch? Aber ich glaube gerade die Zahlen bestätigen uns, dass wir dort, wo wir Virusvorkommen haben auch entsprechend vorgehen müssen. Und die Prävention oder die Eindämmung dann auch nicht zu schnell nachlässt.“ Durch den Klimawandel kommen auf das Landesuntersuchungsamt allerdings bereits neue Herausforderungen zu, denn eingeschleppte Mücken übertragen auch bei Tieren Krankheiten, auf die man […]

  • Südwestdeutsche Wohnungswirtschaft zieht Bilanz

    Südwestdeutsche Wohnungswirtschaft zieht Bilanz

    Der Wohnungsbau steckt weiter in der Krise. In Hessen müssten bis 2030 jährlich über 26.000 Wohnungen gebaut werden, um den Bedarf an Wohnraum zu decken. In Rheinland-Pfalz sind es über 15.000 pro Jahr. Doch davon ist man weit entfernt. Positive Beispiele muss man quasi mit der Lupe suche. In Rüsselsheim entsteht derzeit auf 6.000 Quadratmetern eine komplett neue Wohnanlage. Vier Häuser mit über 100 Wohnungen. Gesamtkosten: 33 Millionen Euro, das Land Hessen übernimmt 28 Millionen. Denn der Großteil des Neubaus ist geförderter Wohnraum. Petra Löhr, Gewobau Rüsselsheim „Wir haben in Rüsselsheim natürlich auch einen hohen Wohnungsbedarf. Wir sitzen hier mitten im Rheinmain-Gebiet, quasi im Zentrum. Mit guten Anschlüssen in alle Richtungen. Für Familien, für Einzelpersonen, für Paare, verschiedene Zielgruppen, die wir haben. Die Nachfrage ist unverändert groß.“ Die Fördermittel für den Wohnungsbau werden aber immer weniger. Der Bund will hier über eine Milliarde Euro streichen, Hessen fördert künftig keine energetische Sanierungen mehr. Der Verband der Wohnungswirtschaft VdW Südwest fordert künftig wieder mehr Fördermittel, sagt aber auch: Axel Tausendpfund, Vorstand VdW Südwest „Grundsätzlich möchten wir natürlich auch ohne Fördermittel bauen können. Tatsächlich sind die Baukosten aber so hoch, das heute Mieten zwischen 18 und 22 Euro verlangt werden müssen, um überhaupt als Bauherr auf eine schwarze Null zu kommen. Dieser Betrag ist natürlich viel zu hoch, das können sich die wenigsten Menschen leisten.“ Angesichts der weltweiten Krisen hätten die Baukosten seit 2019 um mehr als 50 Prozent zugelegt – mehr als doppelt soviel wie bei den allgemeinen Preissteigerungen. Zudem würden zu wenige Bauprojekte genehmigt: (Grafik) In Hessen sind es im ersten Halbjahr 2026 zwar knapp 4 Prozent mehr als im Vorjahr; in Rheinland-Pfalz sind es aber 1,5 Prozent weniger. Zum Vergleich: Auf Bundesebene gab es über 15 Prozent mehr Baugenehmigungen. Axel Tausendpfund, Vorstand VdW Südwest „Bei, weitem nicht das, was wir […]

  • Touristik in Rheinland-Pfalz boomt

    Touristik in Rheinland-Pfalz boomt

    Warum eigentlich weit weg fliegen, wenn das Gute so nah liegt? Das scheinen sich gerade ziemlich viele Urlauber zu denken. Rheinland-Pfalz ist als Reiseziel so beliebt wie nie – die Gästezahlen liegen sogar über dem Vor-Corona-Niveau. Viele Hotels sind in der Hauptsaison durchgehend ausgebucht. Wo es besonders gut läuft, haben wir uns angeschaut. Ein Glas Riesling in den Weinbergen oder eine Fahrradtour durch das Mittelrheintal – offenbar genau das, worauf viele gerade Lust haben. Mehr als vier Millionen Gäste kamen allein im ersten Halbjahr ins Land. Und sie blieben insgesamt mehr als zehn Millionen Nächte. Damit ist das Niveau von vor Corona nicht nur wieder erreicht – es wird sogar übertroffen. Vor allem die Natur zieht Touristen in die Region. Stefan Zindler von der Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH sieht aber auch das veränderte Klima der letzten Jahre als Faktor. Stefan Zindler, Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH „Da merken wir auch eine Verschiebung der Reiseströme, dass man gar nicht mehr in den heißen Süden vielleicht unbedingt im Sommer reisen muss, sondern Urlaub in Deutschland – in Rheinland-Pfalz – sich sehr guter Nachfrage erfreut. Das liegt auch daran, dass es hier vielleicht dann doch nicht ganz so heiß ist, als jetzt in den klassischen südlichen Mittelmeerländern.“ Besonders erfreulich ist die Entwicklung im Ahrtal. Dort steigen die Übernachtungszahlen in den vergangenen Jahren kontinuierlich. Im Hotel Rodderhof in Ahrweiler sind die Zimmer über die Hälfte des Jahres ausgebucht – das sind sogar mehr Buchungen als vor der Flut. Daniel Hempen, Geschäftsführer Hotel Rodderhof „Es ist besser geworden, muss ich ganz klar sagen, weil die Attraktivität des Ahrtals an oberster Stelle steht und gewonnen hat. Wir haben sehr viele neue Gäste gewinnen können, die Buchungszahlen sind sehr gut, wir sind sehr zufrieden und wir freuen uns auch auf die Zukunft, denn ich denke es geht weiter bergauf.“ Viele Hotels wurden […]

  • Winzer in Sorge wegen höherer Schaumweinsteuer

    Winzer in Sorge wegen höherer Schaumweinsteuer

    Sekt ist traditionell ist immer dabei, wenn es etwas zu feiern gibt. Doch der Genuss könnte schon bald deutlich teurer werden. Die Bundesregierung plant, die Schaumweinsteuer um 20 Prozent anzuheben. Vor allem kleinere, handwerklich arbeitende Sektmacher sehen die Pläne kritisch – und warnen vor den Folgen für die ohnehin schon gebeutelten Winzer. Spritzig und perlig – so kennen wir Sekt. Doch bis er ins Glas kommt, steckt viel Handarbeit dahinter. Bei Winzer Stefan Braunewell in Essenheim stehen die Flaschen derzeit auf den Rüttelpulten. Wochenlang dreht er jede einzelne von Hand. Eine Tradition, die sich für ihn auszahlt: Inzwischen macht Schaumwein rund ein Viertel seines Umsatzes aus. Stefan Braunewell, Winzer & Sektmacher „Für die Weingüter und die kleinen handwerklichen betriebe läuft Schaumwein die letzten Jahre extrem gut das ist auch ein extrem wachsendes Segment. Insofern sind wir da natürlich auch bedacht drauf zu schauen, dass es auch so weiterlaufen kann. Und da wird die Schauweinsteuererhöhung jetzt so ein richtiger Nackenschlag.“ Die Bundesregierung plant, die Schaumweinsteuer zum 1. Januar 2027 um 20 Prozent zu erhöhen. Für eine Flasche Sekt, Champagner oder Prosecco steigt die Steuer damit von 1,02 Euro auf rund 1,22 Euro. Inklusive Mehrwertsteuer bedeutet das einen Aufschlag von etwa 24 Cent pro Flasche. Die zusätzlichen Einnahmen sollen helfen, Lücken im Bundeshaushalt zu schließen. Auf Anfrage teilte das Bundesfinanzministerium außerdem mit: Bundesfinanzministerium „Die Gesetzesänderung erfolgt auch aus gesundheitspolitischen Erwägungen. Ungeachtet dessen ist sich die Bundesregierung der schwierigen Situation des deutschen Weinbaus sehr bewusst und unterstützt die Branche mit zahlreichen Maßnahmen. So wird auf Wein auch weiterhin keine Verbrauchsteuer erhoben.“ Für Braunewell greift das zu kurz. Zwar macht Wein den weitaus größeren Teil seiner Produktion aus. Die traditionelle Sektbereitung ist für sein Weingut trotzdem ein wichtiges Standbein. Er fordert deshalb, einen anderen Umgang mit der Steuer. Stefan Braunewell, Winzer & Sektmacher „Es […]

  • Streit um neue Verpackungsverordnung

    Streit um neue Verpackungsverordnung

    Die Europäische Union hat ein großes Ziel: Bis 2030 sollen Verpackungen in der EU bis auf wenige Ausnahmen recycelbar sein. Gelingen soll das mit der EU-Verordnung über Verpackungen und Verpackungabfälle – kurz „Verpackungsverordnung“. Seit Mitte August gelten damit für Unternehmer neue strenge Regeln und umfangreiche Nachweispflichten. Den Handel kostet das nicht nur Nerven, sondern auch bares Geld. Im Laden von Jost Wiebelhaus in der Frankfurter Innenstadt läuft das Geschäft eigentlich gerade ganz gut: Nach dem heißen Sommer kommen jetzt mit den etwas kühleren Temperaturen besonders viele Kunden in den „Frankfurter Laufshop“, um sich mit dem passenden Schuhwerk für den Herbst zu versorgen. Verpackt wird der Einkauf seit jeher in Tüten mit dem Logo des Ladens. Doch das könnte in Zukunft kompliziert und teuer werden: Laut neuer EU-Verpackungsverordnung muss der Laufshop für seine eigenen Tüten von nun an unaufgefordert selbst nachweisen, dass sie aus unbedenklichen Materialien bestehen – der Laden trägt künftig auch einen Teil der Kosten für das Recycling. Jost Wiebelhaus, Frankfurter Laufshop „Wenn man Blanko-Tüten zum Beispiel kauft, wo kein Logo drauf ist, dann zahlt der, wo man es bestellt, die Abgabe. Ansonsten wenn man sein Logo drauf hat, was wir natürlich wollen, weil wir natürlich auch unser Logo nach außen tragen wollen, dann müssen wir es bezahlen.“ Wie hoch diese Kosten genau sein werden, steht noch nicht fest: Im Moment scheint die EU mit ihrem neu geschaffenen Bürokratie-Monster selbst noch überfordert zu sein. Dabei hat Jost Wiebelhaus sogar noch Glück: Er verkauft seine Sportschuhe fast ausschließlich vor Ort in seinem Laden. Wesentlich härter trifft die neue EU-Verpackungsverordnung all diejenigen, die ihre Waren auch ins europäische Ausland verkaufen. Sie müssen sich künftig in jedem einzelnen Land der EU, in das sie liefern, behördlich registrieren und einen Nachweis über die Unbedenklichkeit und das Recycling ihrer Verpackungen erbringen. Zwingend vorgeschrieben ist auch ein […]

  • Schaltgespräch mit Thomas Rüger, Handelsverband Hessen

    Schaltgespräch mit Thomas Rüger, Handelsverband Hessen

    Die neue Verpackungsverordnung ist komplex. Deshalb spricht Eva Dieterle mit Thomas Rüger vom Handelsverband Hessen. Eva Dieterle, Moderatorin: Guten Abend. Thomas Rüger, Handelsverband Hessen: Guten Abend. Dieterle: Herr Rüger, ja seit kurzem gibt es eine neue Verpackungsverordnung, die strenge Vorgaben beinhaltet. Was halten Sie davon? Rüger: Also grundsätzlich halten wir die Verpackungsverordnung, die neue, die PPWR, wie sie seit dem 12. August heißt, im Kern in der Absicht, für richtig und auch für wichtig. Die neue Verpackungsverordnung stellt quasi die europäische Umsetzung der alten Verpackungsordnung, die wir seit 2019 schon hatten, da und steht daher für eine europäische Angleichung, die wir grundsätzlich begrüßen. Womit wir vielleicht eher ein Thema haben, ist nicht der Grundsatz dieser Regelung, sondern die Verteilung und die Zuordnung der Rollen der Länder, der Materialkomponenten. Das sind alles wahnsinnig viele Anforderungen an den Handel, die der Handel selbst herausfinden muss, sich organisieren muss, darlegen muss, dokumentieren muss, sich Zertifikate holen muss. Das ist die Herausforderung, die der Handel jetzt also stärker hat als vorher. Dieterle: Das bedeutet also schon jetzt deutlich mehr Bürokratie für den Handel vor Ort und online? Rüger: Ja, es ist deutlich mehr Bürokratie. Und wenn wir natürlich an den Onlinehandel denken, der die Waren sicher und gut verpackt zum Kunden bringen möchte, dann haben wir natürlich das Thema, dass verdammt viele Komponenten in so einer Verpackung drin sind. Und die Pflichten gelten für alle Komponenten unterschiedlich. Da reden wir über den Karton. Wir reden über das Klebeband, wir reden über das Versandetikett, was draufgeklebt wird. Und dann haben wir natürlich auch noch die Füllmaterialien, die auch noch da mit reinspielen. Also ein schon starker Aufwand für verdammt viele Dinge. Und dann reden wir über Warenströme, das heißt, wir müssen das auch immer wieder neu alles dokumentieren und organisieren. Dieterle: Ziel der neuen Verpackungs-Verordnung […]