Wirtschaft

  • Kasseler Firma setzt auf Vier-Tage-Woche

    Kasseler Firma setzt auf Vier-Tage-Woche

    Immer mehr Unternehmen in Hessen und Rheinland-Pfalz haben Probleme, genügend Fachkräfte zu finden. Einige von ihnen versuchen deshalb mit neuen Arbeitszeit-Modellen attraktiver zu werden. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Vier-Tage-Woche – bei gleicher Bezahlung? Wir haben uns in Kassel und Wiesbaden angeschaut, wie das funktionieren kann. Donnerstagvormittag in Kassel. Die Anlagenmechaniker haben das Wochenende heute schon fest im Blick. Denn in ihrer Firma gilt die Vier-Tage-Woche. Roy Benmachiche, Anlagenmechaniker „Du gehst halt abends, donnerstags schon mit einem anderen Gefühl ins Bett, dass du ohne Wecker aufstehen kannst und hast halt auch mal drei Tage frei. Du kannst halt, wenn du sagst, du willst übers Wochenende weg, donnerstagabends schon los. Und du merkst es auch körperlich und vom Kopf her. Du bist entspannter, wenn du montags wieder an die Arbeit gehst, kannst Wege erledigen, die du sonst abends machen müsstest, irgendwelche Termine und dafür ist das perfekt.“ Die Idee kam von den Mitarbeitern selbst. Früher haben sie an fünf Tagen in der Woche insgesamt 37 Stunden gearbeitet. Jetzt wurden die Arbeitsstunden vom Freitag auf die ersten vier Tage der Woche verteilt. Das heißt, von Montag bis Donnerstag arbeiten die Angestellten nun jeweils rund eine Stunden länger. Ihr Chef Stephan Rech hat die Arbeitsverträge seiner 40 Angestellten angepasst. Stephan Rech, Geschäftsführer Reuse Haustechnik Kassel „Wir mussten natürlich erst mal den Mut aufbringen, diese Entscheidung zu fällen, ein anderes Arbeitszeitmodell einzugehen. Was hat sich verändert? Für uns ist die Lage der Arbeitszeit anders geworden, die Arbeitsabläufe haben sich halt an den Tagen verlängert, sprich, wir haben mehr Zeit für unsere Kunden. Für die Belegschaft war das kein Problem, die haben dafür den freien Freitag gewonnen, können sich mehr erholen und in Summe ist das rund für uns.“ Nicht nur das Handwerk geht mit der Vier-Tage-Woche neue Wege. Auch bei der Wiesbadener […]

  • 25 Jahre Internationales Postzentrum

    25 Jahre Internationales Postzentrum

    Hier geht die Post ab. Im wahrsten Sinne des Wortes. Das Internationale Postzentrum am Frankfurter Flughafen ist gerade 25 Jahre alt geworden. Vom klassischen Brief bis zur E-Commerce-Sendung wird hier rund um die Uhr der Großteil der internationalen Post abgefertigt – in Summe mehr als eine Millionen Sendungen pro Tag! Die Förderbänder im Internationalen Postzentrum, kurz IPZ, sie gleichen einer Rennbahn. Bis zu 13.000 Sendungen pro Stunde flitzen hier vorbei. Allen voran in Tüten verpackte E-Commerce-Sendungen – also Waren, die übers Internet im Ausland bestellt werden. Eine logistische Meisterleistung, ermöglicht durch den sogenannten „Sorter“. Martin Wolf, Niederlassungsleiter IPZ Frankfurt „Einen E-Commerce-Strom von fünf- bis sechshunderttausend Sendungen pro Tag manuell zu bewältigen ist mit Sicherheit keine gute Idee auf Dauer. Und die Antwort ist der Sorter. Wir geben die Sendungen auf den Sorter drauf, der Sorter liest automatisch die Anschriften und sortiert dann automatisch eben auf die ersten beiden Stellen der Postleitzahl die Sendung in das Ziel.“ Seit drei Jahren nun stehen die Bänder der Anlage nicht mehr still. Angeschafft für elf Millionen Euro. Unverzichtbar sind aber auch die 1.500 Mitarbeiter des Unternehmens. Denn trotz High-Tech-Ausstattung muss an vielen Stellen noch immer Hand angelegt werden. Heike Schubert, Teamkoordinatorin IPZ „Die Arbeit, die die Damen hier machen, ist, die Sendungen vereinzeln. Was vom Format her nicht auf den Sorter passt, weil es rollt zum Beispiel, das hat ja alles seine Geschwindigkeit, das sortieren die Damen aus.“ Anschließend werden diese Sendungen einen Stock tiefer erneut von Hand sortiert, für die Zustellung in die nationalen Briefzentren. Für die nötige Sicherheit sorgt die Leitwarte. Hier wird der komplette Abfertigungsprozess überwacht. Bei Störungen oder Notfällen kann sofort eingegriffen werden. Fürs Flugzeug bestimmte Export-Sendungen werden zudem besonders genau unter die Lupe genommen. Ralf Willsch, Sachgebietsleiter Luftsicherheit „Jeder Beutel, wo mehrere Sendungen drin sind, wird hier mit Röntgentechnik […]

  • Visionen für die Stadt der Zukunft

    Visionen für die Stadt der Zukunft

    Wie soll die Stadt der Zukunft aussehen? Diese Frage stand gestern Abend bei einem Treffen von Stadtentwicklern, Architekten und Bauunternehmern in Frankfurt im Mittelpunkt. In einer Sache sind sich die Experten einig: Es wird die Menschen auch in kommenden Jahren weiterhin in die Metropolregionen ziehen. Das stellt die Städte vor große Herausforderungen, bietet aber gleichzeitig viele Chancen. Frankfurt ist die Stadt der Pendler. Rund 350000 Menschen kommen Tag für Tag in die Mainmetropole, nur um hier zu arbeiten. Viele von ihnen würden gerne in Frankfurt wohnen. Doch Wohnraum ist knapp, viel zu teuer – und oft schlichtweg unattraktiv, sagt der Frankfurter Architekt Stefan Forster. Und nennt als Beispiel für die Fehlentwicklung der vergangenen Jahre Wohnhochhäuser wie dieses, in denen selbst eine kleine 2-Zimmer-Wohnung kaum unter einer Million Euro zu haben ist. Stefan Forster, Architekt: „Man hat es eigentlich in den letzten Jahren versäumt, sich um den Lebensraum zu kümmern. Etwas für die Menschen, die hier wohnen, zu tun. Es waren eigentlich nur Großbauten, wo Leute sehr sehr viel Geld verdienen. Aber den normalen Bewohner hat man völlig außer Acht gelassen.“ Was also tun? Möglichst viel neu bauen? Ehemalige Bürogebäude in Wohnraum verwandeln? Die Innenstädte nachverdichten? Oder das Augenmerk lieber gleich auf ganz neue Quartiere am Stadtrand richten? Roland Stöcklin, SEG Stadtentwicklungsgesellschaft Wiesbaden: „Dieses ganze Thema der Innenverdichtung wird noch die nächsten hundert Jahre passieren. Und ist auch notwendig, müssen wir angehen. Aber für den Druck, den wir heute haben, müssen wir auch in den Außenbereich gehen. Außenbereich heißt jetzt nicht, Trabantenstädte schaffen, sondern lebenswerte Quartiere, die alles beinhalten. Also in sich auch wieder funktionieren. Die die Infrastruktur, aber auch die Arbeitsplätze haben.“ Leben und arbeiten am gleichen Ort: Dass das geht und bei den Bewohnern besonders beliebt ist, könne man in Frankfurt an Stadtteilen wie Bockenheim oder Sachsenhausen sehen. Dabei […]

  • Bilanz der Weinlese

    Bilanz der Weinlese

    Der Weinjahrgang 2022 geht in den Schlussspurt. Und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn nach dem extrem trockenen Sommer, kam im September der große Regen. Die Winzer müssen sich beeilen, damit die Trauben nicht faul werden. Und das bedeutet: früh aufstehen. Seit halb sechs am Morgen ist der Vollernter unterwegs. Die Winzer haben bei der Ernte den Turbo eingeschaltet. Auch hier im rheinhessischen Zornheim werden die Trauben im Akkord von den Reben geschüttelt. 45 Hektar Rebfläche bewirtschaften Julia Schittler und ihre Familie. Seit dem 2. September dreht sich hier alles um die Weinlese. Julia Schittler, Winzerin „Es lief auch wirklich die letzten zehn – 14 Tage sehr gut. Nur dann kam auf einmal der Regen, wir mussten dann auch eine Lesepause machen und somit haben wir gemerkt, dass es doch jetzt nicht so einfach der Jahrgang ist.“ Trotz extremer Trockenheit, Regen und sogar Hagel: Hier am Zornheimer Berg sehen die Chardonnay-Trauben sehr gut aus. Und auch der Zuckergehalt stimmt. Julia Schittler, Winzerin „Oh, Wahnsinn, 95 Grad Oechsle!“ Noch süßer sollten die Trauben nicht werden, deshalb wird jetzt schnell gelesen. Auch ein paar Weinberge weiter sind die Erntehelfer bei der Chardonnay-Ernte. Hier allerdings mit der Hand. Diesen Reben hat das Wetter mehr zu schaffen gemacht. Es muss selektiert werden. Julia Schittler, Winzerin „Da sieht man schon, dass die Träubchen sich langsam durch den Regen die letzte Zeit abdrücken und Fäulnis bekommen. Deshalb sind wir heute hier am Chardonnay-Weinberg am rauslesen mit der Hand und gucken halt wirklich, das zu 100 Prozent nur gesundes Lesegut nachhause kommt. Deswegen schneiden wir jetzt alle faulen Träubchen raus.“ Die kühlen Nächte in dieser Woche bremsen die Fäulnis. Mehr als 60 Prozent der Weinberge sind hier in Zornheim abgeerntet. Nicht nur in Rheinhessen, auch in den anderen Weinbaugebieten, ist die Ernte schon weit fortgeschritten. Ernst […]

  • Lieferprobleme: Ausbau der Windenergie gerät ins Stocken

    Lieferprobleme: Ausbau der Windenergie gerät ins Stocken

    Deutschland ist abhängig von Erdgas. Und weil Russland uns nach und nach das Gas abgedreht hat, müssen wir jetzt sparen. Zudem wird Gas aus anderen Ländern importiert, die Kohlekraft wird wieder hochgefahren und und und. Man sollte meinen, dass die aktuelle Energiekrise den Ausbau der Erneuerbaren Energie geradezu beflügelt. Doch genau das Gegenteil ist der Fall. Der Windpark in Wörrstadt südlich von Mainz bekommt Zuwachs. Ein neues Windrad entsteht, das saubere Energie erzeugen soll. Doch weit und breit ist hier die einzige Baustelle. Gestörte Lieferketten und hohe Materialpreise verlangsamen den Bau von Windkraftanlagen. Stahl, Kupfer und Aluminium – üll steigen die Preise. So kostet ein Windrad bis zu 30% mehr als vor einem Jahr. Da ein Windrad über 20 Jahre lang finanziert wird, herrscht bei Unternehmen wie Juwi große Unsicherheit. Christian Arnold, Geschäftsführer Juwi „In der aktuellen Situation durch die hohen Beschaffungskosten und vor allem durch die hohen Zinsen für die Fremdkapitalfinanzierung, ist es bei einigen Projekten wirklich schwierig. Und von daher gucken wir uns immer ganz genau an, ob wir uns einen Zuschlag für ein Windprojekt holen oder nicht. Konkret haben wir vier Genehmigungen für Projekte und uns wirklich nur entschieden, ein Projekt in die Ausschreibung zu bringen, bei den andere warten wir ab.“ Laut Bundesverband Windenergie lässt sich der Trend auf ganz Rheinland-Pfalz übertragen. Zwar verdienen Unternehmen durch die hohen Strompreise gerade mehr, dadurch ließen sich aktuell die Preissteigerungen noch ausgleichen. Wenn der Strompreis wieder sinkt, nicht mehr. Dazu kommen noch altbekannte Probleme wie langjährige Genehmigungsverfahren und zu wenige Flächen. Ciro Capricano, Bundesverband Windenergie Rheinland-Pfalz „Wenn man die heutigen Bedingungen zugrunde legt, wird sicherlich nicht allzu viel mehr gebaut. Dann wird zwar etwas ausgebaut, aber nicht in dem Maßstab, wie es notwendig wäre. Der Ausbau wird dann stocken. Es würde zu einem sehr verlangsamten Ausbau kommen. Auf jeden […]

  • Mittelstand leidet unter Energiekrise

    Mittelstand leidet unter Energiekrise

    Energiepreisschock und Inflation treffen uns Verbraucher hart. Aber auch die Wirtschaft. Die Zahl der Insolvenzen steigt. Aktuellstes Beispiel aus unserer Region: Die Bäckereikette Thilmann Brot aus Wolken bei Koblenz. Wegen der hohen Energiepreise ist das mittelständische Unternehmen zahlungsunfähig. Nicht nur bei Thilmann Brot wächst die Wut auf die Politik. Viele mittelständische Unternehmen fühlen sich angesichts von existenzbedrohenden Strom- und Gasrechnungen vergessen. Max Metzmacher hat Sorgen. Obwohl die beiden Apfelweinlokale, die er zusammen mit seinem Vater betreibt, gut laufen plagen ihn mit Blick auf den kommenden Winter finanzielle Sorgen. Max Metzmacher, „Zum lahmen Esel“ Niederursel „Wir hatten die ganze Zeit über einen Strompreis von 28 ct/kWh. Wir verbrauchen ungefähr 110.000 kw im Jahr. Aktuell liegt der Preis pro kWh bei 80 Cent, wo wir dann am Ende des Jahres mit einer Rechnung von 88.000 Euro rechnen müssen, wenn es nicht noch mehr steigt. Das ist ein Plus von ungefähr 60.000 Euro.“ Summen, die gerade mittelständische Betriebe, die nach der Corona-Pandemie kaum noch Rücklagen haben, in ihrer Existenz bedrohen. Doch die explodierenden Strompreise sind nicht das einzige Problem. Inflation, Materialkosten und teurere Kredite durch die Zinserhöhung der EZB fügen sich zu einem „toxischen Mix“ zusammen, wie es Klaus Radtke vom Verband der mittelständischen Wirtschaft in Hessen nennt. Im Entlastungspaket der Bundesregierung fehlen ihm vor allem schnell wirkende Maßnahmen. Klaus Radtke, Bundesverband mittelständische Wirtschaft Hessen „Man kann beispielsweise hergehen und sagen: Wir reduzieren die Energiepreise, wir geben Zuschüsse, wir verzichten im Moment, oder schieben das auf, die Steuervorauszahlungen. Es gibt eine Menge von Maßnahmen, die man kurzfristig umsetzen kann und die Betonung liegt auf „‚kurzfristig‘, weil die Mittelständler haben nichts davon, wenn sie in einem halben Jahr entlastet werden. Dann sind die meisten schon hinüber.“ Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck war nach der Ankündigung des dritten Entlastungspaketes massiv kritisiert worden. In der vergangenen Woche kündigte […]

  • Erdgasspeicher gut gefüllt

    Erdgasspeicher gut gefüllt

    Es scheint als würde unser Energiesparen fruchten. Die Erdgasspeicher in Deutschland sind jetzt schon zu über 85 Prozent gefüllt. Seit Russland uns nach und nach das Gas abgedreht hat, wissen wir, wie wichtig ein gut gefüllter Gasspeicher ist. In Rheinland-Pfalz ist unser Erdgasspeicher bereits jetzt schon zu 100 Prozent voll. Wir waren vor Ort. Der einzige Erdgasspeicher in Rheinland-Pfalz liegt im pfälzischen Frankenthal. Seit über 40 Jahren wird hier über den Sommer hinweg Erdgas gespeichert und im Winter – zur Hochlastzeit – wieder Gas abgegeben. Markus Bastian, Betreiber Erdgasspeicher Frankenthal „Also, physikalisch kommt das auf jeden Fall bei Ihnen im Gasherd an. Da kann man sagen, dass von dem, was Sie zu Hause verbrennen durchaus das ein oder andere Molekül bei uns im Speicher war.“ Nachdem Russland in der Ukraine einmarschiert ist und dem Westen den Gashahn zugedreht hat, kommt das Gas jetzt aus Norwegen und den Niederlanden. Gespeichert werden kann es unterirdisch aufgrund der besonderen Gesteinsschichten hier in Frankenthal. Markus Kuhn, Betriebsführer „Diese Speicherstruktur untertägig kann man sich so vorstellen, wie diese Kieselsteine. Hier sind deutliche Hohlräume zu erkennen. Und der Speichersand ist so ausgestattet wie diese Hohlräume.“ Konkret funktioniert das so: Das Erdgas kommt durch die Pipeline in Frankenthal an. Hier wird es unter hohen Druck zusammengepresst und 600 – 1.000 Meter nach unten ins Erdreich gepumpt. Da befindet sich Kies, zwischen dessen Hohlräumen Wasser lagert. Dieses Wasser wird durch das Gas weggedrückt, sodass nun in den Hohlräumen statt Wasser Erdgas liegt. Wird das Erdgas jetzt wieder gebraucht, dann wird es wieder mit dem Sand hochgepumpt. Ein Filter trennt das Erdgas vom Sand auf dem Weg nach oben. Das Erdgas ist durch das Wasser aber feucht geworden. Bevor es ins Gasnetz eingespeist werden kann, muss es deswegen davor noch getrocknet werden. In ganz Deutschland werden über 220 Terrawattstunden […]

  • Dieselzusatz AdBlue wird knapp

    Dieselzusatz AdBlue wird knapp

    Erst die wieder stark angestiegenen Spritpreise und jetzt droht die nächste Hiobsbotschaft! Der Diesel-Zusatzstoff AdBlue könnte knapp werden und ohne ihn, könnten schon bald Millionen Autofahrer, Lastwagen und Busse zum Stehen kommen. Den Tankstellen und Supermärkten drohen leere Regale. Der allerletzte Kanister im Regal dieser Tankstelle in Frankfurt. Und bald schon könnte er vielerorts knapp werden, der Dieselzusatzstoff AdBlue. Die Harnstoff-Mischung lässt den Ausstoß von Stickoxiden bei Dieselmotoren deutlich sinken. Das Problem: Ohne AdBlue können viele Dieselautos erst garnicht starten. Oliver Reidegeld, ADAC Hessen-Thüringen „Also die mit einer Euro 6-Norm, die AdBlue tatsächlich zur Abgasreinigung benötigen. Der wird dann letztendlich nicht mehr anspringen, wenn kein AdBlue mehr im Tank vorhanden ist. Aber ich kriege als Autofahrer ja rechtzeitig eine Warnung vom Bordcomputer, dass ich dann mal nachfüllen muss.“ Auf Deutschlands Straßen sind rund 15 Millionen Diesel-PKW unterwegs. Davon sind etwa 10 Prozent auf den Zusatzstoff angewiesen. Die Produktion des AdBlues braucht viel Gas und ist daher aktuell sehr teuer. Deshalb hat SKW Piesteritz, einer der bundesweit größten AdBlue-Hersteller, die Produktion des Dieselzusatzes vor kurzem eingestellt. Schon im vergangenen Jahr hatte sich der Preis für AdBlue mindestens verdreifacht. Oliver Reidegeld, ADAC Hessen-Thüringen „Wir hatten Ende letzten Jahres schon mal das Thema gehabt, dass AdBlue eben knapp werden könnte und dementsprechend dann auch teurer geworden ist. Wir müssen ein bisschen unterscheiden zwischen dem AdBlue, das der LKW an der Zapfsäule tanken kann und dem, was der Endverbraucher letztlich als Gebinde, 5-Liter-, 10-Liter-Kanister bekommt. Da gibt’s schon eklatante Preisunterschiede. Deswegen, wer da ein Fuchs sein möchte, der sollte mal die Preise vergleichen und gucken, ob er nicht auch anderweitig über die Zapfsäule an AdBlue kommt.“ Laut ADAC reicht die Preisspanne von 1,50 bis 4 Euro je Liter. Ein Liter reicht einem PKW im Durchschnitt für 750 Kilometer. Der ADAC rät Dieselfahrern, beim nächsten […]

  • Dreyer erkundigt sich in Belgien über Flüssiggas

    Dreyer erkundigt sich in Belgien über Flüssiggas

    Die explodierenden Energiepreise stellen die deutsche Wirtschaft vor nie gekannte Herausforderungen. Vor allem die chemische Industrie sucht händeringend nach neuen Gaslieferanten – wissend, dass dieser Stoff wohl nie mehr so billig sein wird wie damals, als er noch in rauen Mengen aus Russland zu uns strömte. Doch Chemie-Giganten wie die BASF können ohne Gas quasi einpacken! Zu einem bedeutenden Lieferanten von sogenanntem Flüssiggas entwickelt sich in diesen Monaten auch Belgien. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer sorgt sich um den Chemiestandort Rheinland-Pfalz und eilte nun ins Nachbarland, um sich anzuschauen, was dort möglich ist. Was von oben wie eine einfache Industrieanlage aussieht, ist einer der wichtigsten Knotenpunkte für die Deutsche Gasversorgung: Zeebrugge an der Nordsee. Von hier wird Gas aus Norwegen oder Großbritannien direkt nach Deutschland geleitet. Seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine kommt hier auch immer mehr Flüssiggas an. Das Unternehmen Fluxys transportiert das Gas dann weiter. Remy Laurent, Pressesprecher Fluxys „Um Ihnen eine Größenordnung zu nennen: In den letzten drei Monaten haben Gaslieferanten unsere Netzwerke so stark ausgelastet, dass vier Mal so viel Gas nach Deutschland und den Niederlanden geliefert wurde als ganz Belgien verbraucht. Über Pipelines fließt das Gas von hier aus zunächst nach Aachen. Von dort wird es nach Rheinland-Pfalz und weiter nach Baden-Württemberg geleitet.“ Da Belgien schon jetzt einer der wichtigsten Handelspartner für Deutschland und Rheinland-Pfalz ist, informiert sich die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin, welche Flüssiggaskapazitäten Belgien noch hat, denn in Zukunft wird auch Rheinland-Pfalz stärker von Flüssiggaslieferungen über Belgien angewiesen sein. Besonders weil die geplanten deutschen Flüssiggasterminals an der Nordsee weit weg von Rheinland-Pfalz sind. Malu Dreyer, SPD, Ministerpräsidentin Rheinland-Pfalz „Da sind wir auch in Gesprächen mit der Bundesnetzagentur – was ist erforderlich, damit noch mehr Gas transportiert werden kann, das ist das eine und das andere ist natürlich, dass bei dem anderen bestehenden Netz tatsächlich […]

  • Fällt die Vorkasse bei Flügen weg?

    Fällt die Vorkasse bei Flügen weg?

    Eine Nachricht dürfte für Erleichterung sorgen: Ab Herbst gilt in Flugzeugen keine Maskenpflicht mehr. Das hat Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach heute erklärt. Ein anderes Thema sorgt aber immer noch für hitzige Diskussionen: Die langsame Ticket-Rückerstattung bei Flugausfällen. Verbraucherschützer fordern Reformen. Die Fluglinien aber lehnen das strikt ab. Lange Schlangen am Frankfurter Flughafen, zu wenig Bodenpersonal, immer wieder verspätete oder abgesagte Flüge: das Flugchaos 2022. Für tausende Reisende heißt es dann, ihr Geld von der Fluggesellschaft zurückfordern. Allein die Lufthansa als größter deutscher Anbieter musste diesen Sommer in Frankfurt und München bereits 7.000 Flüge streichen. Laut Kranich-Airline würden die Kunden aber nicht auf ihren Flugkosten sitzenbleiben. Lufthansa AG „Trotz der vielen Flugplanänderungen leisten wir die Erstattungen nahezu vollständig in der vorgegeben Frist von nur sieben Tagen.“ So problemlos, wie vom Flugunternehmen dargestellt, laufe es in der Praxis aber nicht, kritisieren Verbraucherschützer schon länger. Michael Dettelbacher, Verbraucherzentrale Hessen „Eine enorme Zunahme von Verbraucheranfragen, Reklamationen, Verbraucherbeschwerden. Und das sind immer diese Wellen, Corona-März 2020 und jetzt wieder. Das zeigt deutlich, dass das System umgepolt werden muss.“ Verbraucherschützer fordern, dass Fluggäste künftig erst beim Check-In oder beim Boarding bezahlen müssen. Die Lufthansa hält dagegen, ohne Vorauszahlungen könnten Frühbucherrabatte künftig nicht mehr angeboten werden. Der Bundesgerichtshof hat zuletzt 2016 geurteilt, Flugreisende seien durch geltende Verordnungen ausreichend geschützt. Allerdings war das noch, bevor etwa Air Berlin oder Thomas Cook pleitegingen und Tausende Kunden nichts von ihrem Geld sahen. Gerade in Corona-Zeiten rückt das Thema „mögliche Insolvenz von Fluganbietern“ wieder stärker in den Fokus. Michael Dettelbacher, Verbraucherzentrale Hessen „Das Insolvenzrisiko trägt im jetzigen System der Verbraucher zu einem sehr großen Teil. Und warum soll sozusagen der Verbraucher hier Kredite geben, Insolvenzgelder nachschießen?“ Mehrere Bundesländer, darunter auch Hessen, fordern nun neue Gesetze zum Flugticketkauf. Das hessische Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz hält die Vorkassen-Praxis für „wirtschaftlich bedenklich“. Mitte September […]

  • Rohstoff für Batterien: Lithiumgewinnung in Rheinland-Pfalz

    Rohstoff für Batterien: Lithiumgewinnung in Rheinland-Pfalz

    Haben Sie gerade ein Handy in der Hand? Dann tragen Sie einen der begehrtesten Rohstoffe dieser Zeit mit sich herum: Lithium. Das Metall ist in modernen Akkus enthalten, zum Beispiel in Smartphones, Solaranlagen oder Autobatterien. Die Nachfrage steigt und steigt. Lithium zu gewinnen ist allerdings alles andere als umweltverträglich und die Transportwege in die Batteriefabriken sind lang. Dabei gibt es das begehrte Metall auch hier bei uns in Hessen und Rheinland-Pfalz – und zwar im Oberrheingraben. Und die Gewinnung ist um einiges umweltfreundlicher. Hier am Geothermiekraftwerk in Insheim werden nicht nur Wärme und Strom erzeugt, sondern auch wichtige Rohstoffe für die Elektroindustrie gewonnen. Denn das Wasser, das die Pumpe hier aus rund 3.000 Metern Tiefe holt, lässt sich gleich doppelt nutzen. Markus Cechovsky, Leiter Geothermiekraftwerk Insheim „Im Thermalwasser, das wir im Rahmen der Energieerzeugung zutage fördern, befinden sich allerlei Elemente, unter anderem auch Lithium. Und dieses Lithium wollen wir zukünftig, bevor das Wasser zurück geleitet wird, herausfiltern.“ Das Lithium in unseren Akkus kommt hauptsächlich aus Australien und Südamerika. Die Gewinnung des Rohstoffs ist hier sehr aufwändig. Entweder über sogenannte Verdunstungsbecken, die viel Wasser verbrauchen oder über den Abbau von Hartgestein. Um das Lithium daraus zu lösen, wird viel CO2 freigesetzt. In Insheim hingegen wird das Metall sozusagen aus einem Abfallprodukt des Geothermie-Kraftwerks gewonnen. Und so funktioniert es: Tief unten in der Erde befindet sich Wasser, aufgeheizt von der Wärme des Erdkerns. Bis dorthin bohrt das Kraftwerk ein Loch und pumpt das rund 165 Grad heiße Thermalwasser nach oben. Dort treibt es eine Dampfturbine an und erzeugt Strom. Das nun abgekühlte Wasser wird normalerweise über eine zweite Bohrung direkt wieder zurück in den Boden geleitet. In Insheim hingegen filtert man vorher noch das Lithium heraus. Für die Lithium-Gewinnung arbeitet das Geothermiekraftwerk mit Geologe Horst Kreuter zusammen. Er hat die Filteranlage entwickelt. […]

  • Ende des Tankrabatts: Benzinpreise steigen kräftig

    Ende des Tankrabatts: Benzinpreise steigen kräftig

    Tanken tut weh! Wenn Sie heute schon an der Zapfsäule waren, dann mussten Sie sicher die Zähne zusammenbeißen. Seit gestern Nacht der sogenannte Tankrabatt ausgelaufen ist, sind die Preise an der Tankstelle geradezu explodiert. Autofahrer und Automobilclubs sind sauer. Die Preise auf den Anzeigetafeln wirken heute fast, als hätte es den Tankrabatt nie gegeben. Der Liter Super kostet fast überall über 2 Euro, Diesel an einigen Tankstellen sogar bis zu 2,50 Euro. Manche Tanke, wie hier am Mainzer Lerchenberg, wurde am Vorabend geradezu überrannt, hier gibt es heute gar kein Diesel mehr. Die Autofahrer sind genervt. Angelo Lauria, Elektromeister „Mich betrifft es natürlich, ich habe zuhause noch ein anderes Auto, das fährt mit Benzin. Da tanken Sie mit 1,80 Euro, 1,90 Euro, für 2,45 Euro habe ich auch schon mal getankt.“ Özgür Demir-Kolu, Mutter von zwei Kindern „Wir sind auf das Auto angewiesen. Die Kinder nehmen an verschiedenen Kursen teil, da brauche ich das Auto auch. Man versucht wirklich über die Runden zu kommen und es wird immer schwieriger“ Klaus Wallrabe, aus Frankfurt-Griesheim „Ein Tankrabatt ist genauso ein Beschiss wie alles andere wo sie sagen: ‚Wir helfen euch‘. Das ist eh wieder von unserem Steuergeld. Vorher machen sie Murks und wollen es hinterher wieder mit unserem Geld auskurieren. Das ist eh alles Schwachsinn, was die treiben.“ Nachdem der Benzinpreis mit der Energiesteuersenkung Anfang Juni zunächst runtergegangen war, hatte er bereits in den vergangenen Tagen wieder deutlich zugelegt. Ebenso der Preis für einen Liter Diesel, der steigt heute im Schnitt auf 2,22 Euro. Der Automobilclub ADAC geht davon aus, dass ein Ende der Preisexplosion noch lange nicht erreicht ist. Cornelius Blanke, Pressesprecher ADAC Hessen-Thüringen „Der Kraftstoffpreis wird sich auch in den kommenden Monaten eher nach oben entwickeln als nach unten. Wir können nicht sagen, wie hoch er gehen wird – aber […]

  • Kampf gegen Fachkräftemangel in der Hotelbranche

    Kampf gegen Fachkräftemangel in der Hotelbranche

    Deutschland gehen die Fachkräfte aus! Das ist momentan eines der größten Probleme der Wirtschaft. Und gerade in den Bereichen Handwerk, Kindererziehung und im Gastgewerbe fehlt es ganz besonders an Personal. Die Corona-Pandemie hat den Trend vor allem in der Hotellerie und Gastronomie sogar noch einmal verstärkt. Um diesem entgegenzuwirken, hat sich die Hotelbranche vor einem Jahr zusammengetan. Mit Erfolg? Seitdem rheinland-pfälzische Hotels- und Gaststätten wieder öffnen dürfen, herrscht im Parkhotel Schillerhain in Kirchheimboladen wieder ordentlich Betrieb. Gäste halten hier keinen Abstand mehr zum Urlaubsquartier, Fachkräfte schon. Elena Busch macht hier seit drei Jahren ihre Ausbildung und bekommt den Personalmangel deutlich zu spüren. Elena Busch, Auszubildende Parkhotel Schillerhain „Auf jeden Fall. Also, man hat auf jeden Fall gemerkt durch die Dienstplanänderung, dass ich jetzt beispielsweise vorher in der Veranstaltungsabteilung gewesen, bin dann sozusagen an die Rezeption geholt worden, um da auszuhelfen. Aber das ist jetzt nicht, dass man mehr arbeiten muss oder dass man jetzt übermäßig Überstunden macht.“ Für den Geschäftsführer Alexander Wurster wird es immer schwieriger, Personal zu finden. Allein für die Rezeption hat er ein halbes Jahr lang geeigneten Ersatz gesucht. Denn seit der Pandemie ist Personal vor allem in den Einzelhandel und in die öffentliche Verwaltung abgewandert. Daher musste er den Betrieb vom Restaurant umstellen. Alexander Wurster, Geschäftsführer Parkhotel Schillerhain „Ich sage mal, bei uns zum Beispiel freitags, samstags ist bei uns das Hotel oder eher das Restaurant ausschließlich für unsere Hotelgäste da, dann nehmen wir gar keinen aus der Region leider auf, weil wir es einfach manpowermäßig einfach nicht schaffen.“ Seit 2019 sind im rheinland-pfälzischen Gastgewerbe 30 Prozent der Fachkräfte abgewandert. 30.000 Stellen sind laut Industrie- und Handelskammer unbesetzt. Daher gibt es seit einem Jahr das Projekt „Working Family“, ins Leben gerufen von den IHK und dem Wirtschaftsministerium Rheinland-Pfalz. In dem Projekt haben sich bislang 42 familiengeführte […]

  • Kartoffelbauern klagen über Einnahmeneinbruch

    Kartoffelbauern klagen über Einnahmeneinbruch

    Die Kartoffel ist mit Abstand das beliebteste Gemüse der Deutschen. Was glauben Sie, wie viele Kilo essen Sie davon? Es sind Im Durchschnitt 60 Kilogramm pro Person, pro Jahr. Die Kartoffelernte ist dieses Jahr gut, aber dennoch klagen die Bauern. Sie werfen den Supermärkten vor, den Preis für die Kartoffeln zu drücken. Mit einem einfachen Trick: Es werden günstigere Kartoffeln aus Spanien oder Israel importiert. Die Kartoffelernte läuft. Später als von den Bauern geplant, denn die Supermarkthändler haben die Abnahme lange hinausgezögert. Aber je länger die Kartoffeln nicht verkauft und gelagert werden, umso mehr leidet die Qualität und damit auch der Verkaufspreis für die Bauern. Aktuell sind das rund 30 Prozent weniger Einnahmen. Johannes Zehfuß, Kartoffelbauer aus Böhl-Iggelheim „Die Stimmung darf man tatsächlicherweise als desaströs beschreiben. Wir können mit Trockenheit umgehen, mit kühlen Temperaturen, mit heißen Temperaturen umgehen, dafür hat Landwirt auch Landwirt gelernt. Aber womit wir nicht umgehen können, oder wir uns sehr schwertun, ist, dass wir am langen Arm des Lebensmitteleinzelhandels hingehalten werden.“ Statt regionalen Kartoffeln landet immer mehr Importware in den Regalen. Zu diesem Thema haben wir bei den drei größten Lebensmitteleinzelhändlern nachgefragt, aber keiner war zu einem Statement bereit. Zur vollen Wahrheit gehört aber auch die Seite der Verbraucher. Die gucken gerade wieder verstärkt auf den Preis. Waltraud Fesser, Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz „Wir beobachten eine höhere Preis-Sensibilität bei den Verbrauchern, es wird weniger auf die Herkunft geachtet. Grund natürlich v.a. die steigenden Energiekosten. Also wird stattdessen die billigere Option im Regal gewählt und da kann natürlich der Supermarkt bei den Verbrauchern punkten, der die günstigste Ware anbieten kann. Die Branche ist schließlich hart umkämpft.“ Aber das gilt auch für die Landwirte. Sie haben ebenfalls mit den steigenden Kosten zu kämpfen. Wenn dazu noch die Einnahmen wegbrechen, sollte es nicht wundern, wenn viele Kartoffelbauern am Ende aufgeben müssten.

  • Energiekrise und 9-Euro-Ticket: Wirtschaftsminister Al-Wazir zu Gast im Studio

    Energiekrise und 9-Euro-Ticket: Wirtschaftsminister Al-Wazir zu Gast im Studio

    Fahren Sie noch einmal schnell mit Ihrem Auto auftanken. Heute endet nämlich der Tankrabatt und das ganze dreimonatige Entlastungspaket. Pünktlich dazu hat sich die Bundesregierung in Meseberg zu einer Kabinettsklausur getroffen, um über mögliche neue Entlastungen zu sprechen. Das Ergebnis: Noch keins. Es ist nur klar, dass es weitere Entlastungen geben soll. Mehr nicht. Und das an einem Tag, an dem mal wieder kein russisches Gas nach Deutschland kommt. Seit heute Morgen ist die Ostsee-Pipeline Nord Stream 1 wieder einmal dicht. Drei Tage lang wird hier voraussichtlich kein Gas fließen, wegen angeblicher Wartungsarbeiten auf russischer Seite. Die Situation spitzt sich also weiter zu – Energie bleibt ein knappes Gut, Strom und Gas werden immer teurer. Die Stadtwerke in Deutschland rechnen mit hohen Zahlungsausfällen. Einige gehen davon aus, dass bis zu 15 Prozent ihrer Kunden ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen können, warnt der Verband Kommunaler Unternehmen heute. Die Energiesicherheit und mögliche Entlastungen für Bürger und Wirtschaft war auch zentrales Thema bei der Klausurtagung der Bundesregierung auf Schloss Meseberg, die heute zu Ende gegangen ist. Wer sich von dem Treffen allerdings neue, konkrete Antworten auf die Krise erhofft hat, wurde enttäuscht – zu Themen wie der Frage, wie es mit den drei noch laufenden Atomkraftwerken in Deutschland weitergehen soll, kein Wort in der abschließenden Pressekonferenz. Nur zu einer möglichen Entlastung für Bürger und Unternehmen gab es vorsichtige Ankündigungen. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck will die geplante Gasumlage jetzt anpassen. Diese Zusatzzahlungen der Gaskunden sollen nur noch systemrelevanten Versorgungsunternehmen zugutekommen, die in wirtschaftlichen Schwierigkeiten stecken. So möchte Habeck verhindern, dass Unternehmen davon profitieren, die durch die Krise hohe Gewinne einfahren. In den vergangenen Tagen hatte es viel Kritik an seinen bisherigen Plänen gegeben. Auch die Bürger sollen weiterhin entlastet werden. Christian Lindner, FDP, Bundesfinanzminister „Wir brauchen ein wuchtiges Paket für Entlastungen in der ganzen Breite […]