Wirtschaft

  • Benzinpreise wegen des Iran-Krieges kräftig erhöht

    Benzinpreise wegen des Iran-Krieges kräftig erhöht

    Wenige Tage nach Beginn des Irankriegs sind die Folgen auch hier bei uns in Rheinland-Pfalz und Hessen zu spüren. Wegen des eingeschränkten Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus steigt der Rohölpreis. Und das macht sich jetzt schon an der Tanksäule bemerkbar. Die Preise für Benzin und Diesel sind massiv gestiegen. Super für 2,08 Euro, Diesel 2,02 Euro. Damit liegen die Kraftstoffpreise heute flächendeckend über der Zwei-Euro-Marke. Die spürbaren Folgen des Kriegs im Iran treffen auch die Autofahrer in Hessen. Agnes Rakoczy, Versicherungsangestellte „Beängstigend ist das natürlich schon. Vor allen Dingen vermute ich, dass die Preise noch höher steigen. Tanken muss ich. Ich muss zur Arbeit kommen, ich muss einkaufen fahren. Ich bin auf das Auto angewiesen.“ Christian Immel, Unternehmer „Der Diesel liegt wahrscheinlich hier schon länger im Keller und kommt nicht frisch erst. Deshalb finde ich das schon ein bisschen Verarsche. Aber gut, was will man machen.“ Sigrid Knippel, Rentnerin „Zum Teil kann ich es nachvollziehen, aber zum anderen Teil habe ich auch manchmal das Gefühl, dass gerade die Treibstoffindustrie gewisse Anlässe als Grund nimmt die Treibstoffpreise hochzutreiben.“ Ben Nasser, Catering Facharbeiter „Volltanken kostet bei mir mit diesem Preis 200€. Volltanken ist 100L Tank. Deswegen ist es voll teuer.“ Verbraucher könnten die Eskalation im Nahen Osten jedoch in nächster Zeit nicht nur beim Tanken oder beim Heizöl spüren. Vor allem die Blockade der wichtigen Meerenge von Hormus  könnte erhebliche gesamtwirtschaftliche Folgen haben, so die Einschätzung vom Chefvolkswirt der Commerzbank Jörg Krämer. Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank „Das kann man kurzfristig aushalten, weil es viele Lagerbestände weltweit gibt. Aber wenn der Krieg wider  Erwarten  lange dauern würde, wenn  die Straße von Hormus zwei, drei, vier Monate dicht wäre, dann würde der Ölpreis weiter steigen und dann würde die Inflation nach oben gehen und dann wäre das eine deutliche Einbuße in der […]

  • Stadt Karben will Continental-Gelände kaufen

    Stadt Karben will Continental-Gelände kaufen

    Das Aus für das geplante Batteriezellwerk in Kaiserslautern ist ein Schock für die ganze Region. Noch immer diskutieren Politik und Beteiligte darüber, wie das Projekt vielleicht doch noch kommen kann. Wenn das nicht klappt, soll es in Kaiserslautern Turbo-Gewerbeflächen geben. Eine ähnliche Idee hat man in Hessen bereits umgesetzt: Nach dem Aus für das Continentalwerk in Karben will die Stadt das Gelände in Eigenregie vermarkten. Die Schranken bleiben nicht dauerhaft geschlossen auf dem Continental -Gelände in Karben, nur wenige Autominuten nördlich von Frankfurt. Einen zweistelligen Millionenbetrag legt die Stadt für die zwölf Hektar hin, über die genaue Summe  haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart. Ein durchaus gewagter Schritt. Für den Karbener Bürgermeister  aber genau der richtige. Guido Rahn (CDU), Bürgermeister Karben „Bevor ich einen Leerstand, eine Industrie-Brache habe und auf der anderen Seite auf dem grünen Acker im Prinzip neue Gewerbegebiete erschließen muss – dann kaufe ich doch lieber so was und kann aktiv gestalten. Ich kann den Branchenmix hier reinbringen. Ein bisschen Industrielastigkeit beseitigen, was wir bisher hatten. Und kann mitbestimmen, wer hier reinkommt.“ Vor sechs Jahren ging es heiß her in Karben: Über 1.000 Continental-Mitarbeiter demonstrieren gegen die damals angekündigte Schließung des Werks. Für die Stadt in der Wetterau ein Desaster -mitten in der Corona-Krise. Guido Rahn (CDU), Bürgermeister Karben, am 13. April 2021 „Es wäre ein schwerer Schlag für die Stadt Karben, weil zehn Prozent unserer Arbeitsplätze bei der Conti sind. Wobei nicht alle Arbeitnehmer aus Karben kommen. Aber für die Region ist es natürlich ganz wichtig, dass so ein Werk erhalten bleibt. Beziehungsweise eine Lösung gefunden wird dafür.“ Nach langen Verhandlungen gibt es einen Kompromiss: Die Continental-Tochter Aumovio bleibt mit 200 Mitarbeitern in Karben und behält knapp ein Drittel des Werkgeländes. Die restliche Fläche will die Stadt vermieten. Wo einst Autoschläuche hergestellt wurden, könnten nun Karbener Firmen […]

  • Suche nach alkoholfreien Wein-Alternativen

    Suche nach alkoholfreien Wein-Alternativen

    In keinem anderen Bundesland wird so viel Wein angebaut, wie in Rheinland-Pfalz. Die Reben bestimmen die Landschaft, der Weingenuss gehört zur Kultur. Aber seit ein paar Jahren wird immer weniger Alkohol getrunken, viele Weingüter müssen aufgeben. Einige Winzer setzen nun auf den neuen Trend, auf den Wein ohne Schwips. In der Garage von Sven Leiner in Ilbesheim lagert seit vergangenem Herbst etwas Neues. Um die Null Grad ist es hier. Wärmer darf es nicht werden, denn der mit allerlei natürlichen Zusätzen angereicherte Bio-Traubensaft soll nicht gären. Der Winzer experimentiert hier mit einer alkoholfreien Weinalternative. Sven Leiner nennt sie Infusion. Sven Leiner, Winzer aus Ilbesheim „Wir sind ja jetzt hier mit den fermentierten Sachen relativ kurz am Markt. Wenn das so weiterläuft, ist es ein knappes Drittel der Produktion, die wir jetzt sozusagen in alkoholfreien Varianten auf Traubensaftbasis anbieten.“ Auf 17 Hektar stehen die Reben des Familienweinguts. Alles Bio. Viel Riesling, Weißburgunder und Spätburgunder. Schon seit einiger Zeit setzt der Südpfälzer Winzer neben dem ganz normalen Wein, auch auf alkoholfreie Alternativen. Sven Leiner, Winzer aus Ilbesheim „Wir haben vor etwas über zehn Jahren angefangen, mit einem Traubensaftsecco, das heißt, ähnlich wie so ein Perlwein, einen Traubensaft mit Kohlensäure auf die Flasche zu füllen, und haben dann aber relativ bald, diesem Traubensaft einen Kräutertee zugefügt.“ Ganz neu sind Mischungen mit Zitronenthymian, roter oder weißer Beete. Ein Kombucha-Pilz sorgt für eine Art Gärung, bei der kein Alkohol entsteht. Dazu nimmt der sogenannte SCOBY dem Traubensaft die Süße. Sven Leiner, Winzer aus Ilbesheim „Wir arbeiten sehr stark mit Gastronomiepartnern zusammen, und da ist es natürlich schon so, dass wir die Rückmeldung bekommen: Es wird weniger, oder anders Alkohol getrunken und es werden zum Teil auch Alternativen verlangt. Ich setzte das ein wie Wein. Mein Anspruch ist schon, dass es so die gleichen Sinne anspricht, darum […]

  • Wirtschaft fordert: Bürokratie muss endlich abgebaut werden

    Wirtschaft fordert: Bürokratie muss endlich abgebaut werden

    Die Wirtschaft in Rheinland-Pfalz schlägt kurz vor der Landtagswahl in zweieinhalb Wochen Alarm. Viele Unternehmen klagen über zu viel Bürokratie und immer neue Dokumentationspflichten. Das kostet Zeit und vor allem Geld. Wir haben eine Baustelle in der Pfalz besucht und die Frage gestellt: Wie stark belastet die Bürokratie die Betriebe? Hier wird gespachtelt, gestrichen und verputzt. Während auf dieser Baustelle im pfälzischen Kandel Wände gestaltet werden, müssen die Mitarbeiter im Büro dokumentieren, welche Materialien verwendet wurden und woher sie stammen. Für Geschäftsführerin Claudia Sturm ist das ein wachsendes Problem. Sie sagt: An vielen Baustellen entstehe ein enormer Dokumentationsaufwand. Claudia Sturm, Geschäftsführerin C&U Sturm GmbH „Manchmal bei einem großen Bauvorhaben sind das sechs, sieben Ordner, die dann zum Kunden geschickt werden. Der muss sie dann archivieren. Und vielleicht braucht er irgendwann eine Seite daraus. Also, wir könnten das viel effizienter machen, indem man einfach ein DIN A4-Blatt mit den Produkten einfach runterschreibt und nicht immer ein Produktdatenblatt zu allem.“ Acht der 90 Mitarbeiter des Betriebs arbeiten in der Verwaltung. Zu den ganzen Datenblättern, Prüfvermerken und Nachweisen gesellen sich immer neue Vorschriften aus Brüssel, Berlin und Mainz, so die Chefin. Schritt zu halten werde da immer schwieriger. Claudia Sturm, Geschäftsführerin C&U Sturm GmbH „Die ganzen Pflichten auch immer mitzubekommen und sich einzulesen, dass man keinen Fehler macht und keine hohen Strafen hat, da haben wir einen Mitarbeiter, der nur … und der stöhnt immer ziemlich viel, weil er einfach sagt: ‚Ich kann gar nicht alles richtig machen. Es ist zu viel. Ich ersticke in diesen ganzen Richtlinien.‘“ Mitarbeiter, die sich nur um Dokumentation und Papierkram kümmern. Keine Seltenheit mehr in vielen Betrieben. Auch die Industrie- und Handelskammern sehen für die künftige Landesregierung Handlungsbedarf. Karina Szwede, Hauptgeschäftsführerin IHK für Rheinhessen „Also auf jeden Fall Fokus auf Wirtschaftswachstum setzen. Wettbewerbsfähigkeit stärken. Und verstehen, dass […]

  • Neue EU-Regelung: Moselwinzer fürchten um "Piesporter Goldtröpfchen"

    Neue EU-Regelung: Moselwinzer fürchten um „Piesporter Goldtröpfchen“

    Der traditionsreiche Weinname „Piesporter Goldtröpfchen“ steht derzeit auf dem Prüfstand. Grund ist ein neues EU-Gesetz, das sich um Weinbezeichnungsrecht kümmert. Jetzt kämpfen die Moselwinzer um den guten Namen eines Premium-Weinbergs. Steile Hänge, Schieferböden und ein Name, der weltweit für Mosel-Riesling steht: das Piesporter Goldtröpfchen. Doch die Zukunft dieser renommierten Weinmarke ist ungewiss. Denn ein Teil der Weinlage liegt offiziell auf der Gemarkung des Nachbarortes Neumagen-Dhron. Das betrifft die Weinberge von rund einem Dutzend Winzern. Darunter  die  von  Johannes Haart. Johannes Haart, Winzer „Dort vorne, 10 Meter von uns würde die Grenze laufen, sodass wir jetzt schon auf der Neumagen-Dhroner Gemarkung stehen. Ab hier wäre sozusagen alles in diese Richtung Dhroner Goldtröpfchen. Für mich persönlich wäre es jetzt ein Viertel meiner Produktion, die wegfallen würde, weil ich nicht wirklich eine Alternative sehen würde das anders zu kompensieren.“ Für das Weingut  Haart bedeutet das konkret: 6.000 Flaschen weniger unter dem Namen Piesporter Goldtröpfchen. Seit 1337 besitzt die älteste Winzerfamilie Piesports  ihre Weinberge hier. Johannes Haart, Winzer „Es würde ein neuer Name entstehen, das Dhroner Goldtröpfchen. Und das, würde ich sagen, würde zu sehr großer Verwirrung  führen. Konsumenten wären verwirrt: ist das ein neuer Weinberg? Hat das noch was zu tun mit dem eigentlichen Goldtröpfchen? Und das ist etwas, was wir uns nicht leisten können als Piesporter Winzer.“ Um den traditionsreichen Namen zu erhalten, liegt nun ein ungewöhnlicher Vorschlag auf dem Tisch: ein Flächentausch. Die Gemeinde Neumagen-Dhron soll die betroffenen Weinberge im Moselbogen an Piesport abtreten. Im Gegenzug würde sie einige Hektar am „Dhroner Hofberger“ erhalten – einer Lage, die teilweise auf Piesporter Gemarkung liegt. Dieter Heintz (FBL), Ortsbürgermeister von Neumagen-Dhron „Mein Amtskollege Eward Meuren und ich waren dann schon erstmal überrascht. Wir haben uns dann mit unserer Winzerschaft im Ort zusammengesetzt, haben erörtert, wie sie die Lage sehen, die aber alle zu dem […]

  • Was passiert nach dem Aus für das Batteriewerk in Kaiserslautern?

    Was passiert nach dem Aus für das Batteriewerk in Kaiserslautern?

    Es war ein Schock! Nicht nur für die gesamte Region, sondern für ganz Rheinland-Pfalz: Vor drei Wochen verkündet der Batteriehersteller ACC das Aus für sein geplantes Werk in Kaiserslautern.Gefördert mit hunderten Millionen Steuergeld, sollten hier rund 2.000 Arbeitsplätze entstehen. Ein Vorzeigeprojekt der europäischen Elektromobilität – gescheitert. Heute wurde in Mainz darüber verhandelt, wie es in Kaiserslautern weitergehen soll. Ernste Gesichter heute in der Mainzer Staatskanzlei. Die Nachricht vom Aus der Batteriefabrik in Kaiserslautern: Sie war ein Schlag für die gesamte Westpfalz. Doch einfach hinnehmen will man den Rückzieher des Batterieherstellers ACC und damit dem  Entfallen von tausenden Arbeitsplätzen nicht. Florian Krapf, Betriebsratsvorsitzender ACC Kaiserslautern „Es gilt die Leute jetzt hier zu überzeugen, dass es enorm wichtig ist nicht nur für das Land Rheinland-Pfalz und Kaiserslautern, sondern für Deutschland und Europa eine weitere Batteriezellenfertigung aufzubauen.“ Und sie gilt es zu überzeugen: Die Chefs von ACC. 2020 haben Sie den Start des Projekts – das mit rund 440 Millionen Euro Steuergeld gefördert werden sollte – noch groß gefeiert. Doch 2024 wurden die Bau-Pläne für Kaiserslautern bereits auf Eis gelegt. Anfang Februar dann die endgültige Absage nachdem der Opel-Mutterkonzern Stellantis – der zusammen mit Mercedes Benz und Total Energies ACC betreibt – angekündigt hatte, die Entwicklung von Elektrofahrzeugen deutlich zurückzufahren, was zu einem historischen Kursabsturz an den Aktienmärkten führte. Heute nun der Versuch der rheinland-pfälzischen Landesregierung, noch einmal gegenzusteuern. Auf Einladung von Ministerpräsident Schweitzer wird darüber beraten, wie ACC doch noch zum Bau bewegt werden kann und welche Alternativen es für den Standort Kaiserslautern gibt. Alexander Schweitzer (SPD), Ministerpräsident RLP „Die Batterieproduktion hat eine strategische Schlüsselrolle, wenn es darum geht Mobilität, aber womöglich auch Wirtschaft und Leben insgesamt in den nächsten Jahren und Jahrzehnten in Europa und Deutschland zu organisieren. Es kann nicht die Aufgaben sein, dass wir nach vielen Jahren der Vorbereitung […]

  • BASF in Ludwigshafen verschärft Sparkurs - bereits 4.800 Stellen gestrichen

    BASF in Ludwigshafen verschärft Sparkurs – bereits 4.800 Stellen gestrichen

    Die deutsche Wirtschaft stagniert. Viele Unternehmen sind in schwieriges Fahrwasser geraten. So auch der Chemie-Riese BASF. Heute hat das größte rheinland-pfälzische Unternehmen an seinem Stammsitz in Ludwigshafen Bilanz gezogen. Der Chemiekonzern BASF blickt auf ein schwieriges Jahr zurück. Der Umsatz sank im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent auf 59,7 Milliarden Euro. Auch der Betriebsgewinn ging zurück um 9,5 Prozent auf knapp 6,6 Milliarden Euro. Gründe sind vor allem hohe Energiepreise, steigende Kosten und eine schwächere Nachfrage. Besonders das Stammwerk in Ludwigshafen ist derzeit nicht voll ausgelastet. Auch auf das laufende Jahr blickt der Finanzchef skeptisch. Dirk Elvermann, Vorstand Finanzen BASF „Die Chemieindustrie ist insgesamt weiterhin in einer schwierigen Situation. Es gibt massive Überkapazitäten im Moment auf dem Markt. Es gibt auch relativ große Unsicherheiten, was die geopolitische Situation angeht. Mit diesen Unsicherheiten müssen wir umgehen. Und auch die Kosten in der Industrie sind momentan relativ hoch, deshalb haben wir hier den Fokus die Kosten dementsprechend zu senken.“ Kosten senken heißt vor allem: Stellen abbauen. In den vergangenen zwei Jahren haben rund 4.800 Beschäftigte das Unternehmen verlassen. Außerdem wurde die Zahl der Führungskräfte um elf Prozent reduziert. Gleichzeitig gibt es eine Zusage: Bis Ende 2028 soll es in Ludwigshafen keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Für Diskussionen sorgt auch ein anderer Schritt: BASF will rund 4.400 Werkswohnungen in Ludwigshafen verkaufen. Markus Kamieth, Vorstandsvorsitzender BASF „Mir ist wichtig zu betonen, dass wir sehr gut nachvollziehen können, dass wir mit dieser Nachricht Leute verunsichert haben. Hier in und um Ludwigshafen. Das ist sehr verständlich. Und wir verstehen auch die Irritation, die wir damit aufgelöst haben, sowohl bei den Verantwortlichen hier für politische Ämter als natürlich auch insbesondere bei den Mietern, die in diesen Wohnungen leben. Das ist uns völlig klar. Wir wollen uns da aus keiner Verantwortung herausziehen aber wir müssen eben auch der […]

  • Nach jahrelangem Hin und Her - Granitabbau in Heppenheim nun genehmigt

    Nach jahrelangem Hin und Her – Granitabbau in Heppenheim nun genehmigt

    Zahnpastatuben, Kochplatten und Straßenbelag – sie alle haben eines gemeinsam: In allen ist Granit enthalten. Der Bedarf an diesem Rohstoff wird immer größer. Gleichzeitig wird regional aber immer weniger davon abgebaut. Viele Betriebe klagen über bürokratische Hürden und strenge Umweltauflagen. Im hessischen Heppenheim musste ein Betrieb ganze elf Jahre auf die Genehmigung warten, seinen Steinbruch erweitern zu dürfen. 140 Meter hohe Steilwände ragen in Heppenheim in die Höhe. Riesige Kipplaster transportieren zuvor aus der Erde gesprengtes und anschließend zerkleinertes Gestein. Seit über 60 Jahren wird hier Granit abgebaut. Doch: so langsam ist der Steinbruch erschöpft. Bereits 2014 stößt Geschäftsführer Marco Röhrig deshalb ein Genehmigungsverfahren an, um seinen Steinbruch zu erweitern. Das Verfahren zieht sich über 11 Jahre. Währenddessen wächst der Druck auf das Unternehmen. Marco Röhrig, Geschäftsführer Röhrig Granitabbau „Nur noch ein paar Jahre hätten wir davon leben können und dann hätte man den Betrieb tatsächlich runterfahren müssen. Also das kann man tatsächlich keinem wünschen, was das mit einem macht. Das ist natürlich eine enorme psychische Belastung, wenn man mit dem Rücken an der Wand steht, nicht vernünftig planen kann und es um die Existenz deines Unternehmens geht.“ Ein Grund, warum die Genehmigung so lange dauert: Das Abbaugebiet ist umgeben von Wald. Ein Teil soll für die Erweiterung gerodet werden. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald klagt dagegen. Wolfram Grüneklee, Vorstandsmitglied Schutzgemeinschaft Deutscher Wald „Wir sehen es so, dass wenn noch weiter ausgebaut wird, der gesamte Wald hier oben gefährdet wird. Dieser Wald, den wir hier auf dem Hang haben, dem vorderen Odenwald, dem kommt eine immense Bedeutung für die Kaltluftzufuhr für die Ebene zu. Wenn wir diesen Wald hier verlieren, dann hat das natürlich erhebliche Auswirkungen.“ Außergerichtlich einigt man sich  schließlich auf einen Kompromiss: Von der ursprünglich geplanten Erweiterung um  6,2 Hektar wird nun  ein kleiner aber wichtiger Teil des Waldes […]

  • Jahresausblick der IG Metall

    Jahresausblick der IG Metall

    Einmal im Jahr lädt die IG Metall in Frankfurt die Medien ein, um IHRE Sicht der Dinge klarzumachen. Dabei ging es zum Beispiel um das Aus für das Projekt „Batteriezellwerk Kaiserslautern“.  Ohne auf den schwächelnden Absatz von Elektro Autos einzugehen, giftet die Gewerkschaft gegen die Arbeitgeber. Und auch das Thema „Lifestyle Teilzeit“ durfte nicht fehlen. Aus Sicht der Gewerkschaft IG Metall wird der Umgangston rauer. Bezirksleiter Jörg Köhlinger stört sich an Debatten wie zuletzt um die sogenannte „Lifestyle-Teilzeit“. Jörg Köhlinger, Bezirksleiter IG Metall Mitte „Die politischen Ziele, die dahinter stehen. Also wir kommen ja ganz sicher nicht aus der Misere, wenn man dem folgt, was Arbeitgeberverbände und Teile der Politik tun. Nämlich Beschäftigte weiter zu verunsichern und zu beschimpfen. Als zu faul, als welche, die nur in Teilzeit wollen oder früher in Rente.“ Er räumte aber ein, dass Reformen nötig seien, um möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten. Laut IG Metall wurden vergangenes Jahr in Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Thüringen über 20.000 Arbeitsplätze abgebaut oder seien akut gefährdet. Parallel seien nur knapp 3.000 Stellen hinzugekommen. In Kaiserslautern kam es zuletzt nicht dazu: Eigentlich sollten dort bald Batteriezellen hergestellt werden, doch die Betreiber Stellantis, Mercedes Benz und Total Energies erklärten vergangene Woche das Aus für das gemeinsame Projekt. Rund 2.000 Arbeitsplätze hätten dort entstehen sollten. Jörg Köhlinger, Bezirksleiter IG Metall Mitte „Es gibt dort ein Grundstück, es gibt qualifizierte Beschäftigte, genehmigungsrechtlich eigentlich gute Voraussetzungen. Was fehlt, ist der Wille und die Entschlussfreudigkeit, dort auch tatsächlich Batteriezellen zu produzieren.“ Die Betreiber argumentieren mit dem schwachen Absatz von Elektroautos. Der Aktienkurs des Opel-Mutterkonzerns Stellantis ist abgestürzt. Die IG Metall will nun Gespräche mit der Landespolitik und den Anteilseignern führen. Doch dass hier in absehbare Zeit neue Produktionsanlagen entstehen, ist eher unwahrscheinlich.

  • Blauzungenkrankheit sorgt für Sperrzone

    Blauzungenkrankheit sorgt für Sperrzone

    So sieht die Zunge eines gesunden Rindes aus. Doch aktuell geht bei Viehhaltern in der Region die Angst vor der Blauzungenkrankheit um, nachdem sich in Rheinland-Pfalz und Südhessen zuletzt zwei Tiere mit dem neuen Virustyp angesteckt haben. Die deshalb eingerichtete Sperrzone zieht inzwischen immer weitere Kreise und betrifft nun fast ganz Hessen – mit wirtschaftlichen Folgen für Landwirte. Mark Trageser macht sich Sorgen um seine 220 Rinder. Er liegt mit seinem Hof in der ausgeweiteten 150-Kilometer-Sperrzone, nachdem die Blauzungenkrankheit mit einem Ausbruch im Kreis Bergstraße nun erstmals auch Hessen direkt erfasst hat. Mark Trageser, Landwirt aus Linsengericht, Vorsitzender Kreisbauernverband Main-Kinzig „Wir schauen jeden Tag, dass es unsere Tieren gut geht aber wenn dann auf einmal die Mücken durch den Stall fliegen, dann guckt man natürlich schon noch mal besonders und macht sich so seine Gedanken dazu. Ansonsten ist es so: Die Stelle sind offen, die Kühe brauchen viel Luft und Licht, deswegen können wir eigentlich uns gar nicht schützen vor diesen Gnitzen, die das Virus übertragen.“ Den einzigen Schutz bietet die Impfung, zu der auch das Ministerium rät. Denn: Landwirtschaftsministerium Hessen „Die Wahrscheinlichkeit für eine Ausbreitung von BTV8 in Deutschland war aufgrund der Entwicklung der BTV-Seuchensituation hierzulande in den vergangenen Monaten deutlich erhöht. Von einer weiteren Ausbreitung im nächsten Sommerhalbjahr ist auszugehen.“ Doch an den Impfstoff für den neuen Virustyp 8 kommt der Landwirt aktuell gar nicht ran. Mark Trageser, Landwirt aus Linsengericht, Vorsitzender Kreisbauernverband Main-Kinzig „Für BTV 8 liegt derzeit kein passender Impfstoff vor. Hier ist dann die Gefahr, wenn der Impfstoff zu spät im Frühjahr vorliegt, dass wir dann bereits Tiere haben, die ich nenne es mal infiziert  sind und wir dann eben noch einmal mit einer Impfung kommen würden, das würde die Tiere schwächen. Insofern hoffen wir, dass zügig ein Impfstoff verfügbar wird.“ Beim großen Impfstoffhersteller Boehringer […]

  • Lufthansa-Streik sorgt für Flugausfälle in Frankfurt

    Lufthansa-Streik sorgt für Flugausfälle in Frankfurt

    Wer heute vom Frankfurter Flughafen abfliegen wollte, der musste sich vorher gut informieren, ob sein Flieger überhaupt abhebt – denn die Flüge der Lufthansa sind momentan von gleich zwei Streiks gleichzeitig betroffen. Die Piloten und Flugbegleiter der Airline sind heute in der Nacht in einen angekündigten Streik getreten. 450 Flüge waren in Frankfurt betroffen. Abgesagte Flüge wohin man auch schaut auf der Anzeigetafel in Terminal eins. Viele Passagiere mussten heute umbuchen oder sind gar nicht erst angereist. Tobias, aus Oberammergau „Ich wollte heute direkt nach Miami reisen mit der Lufthansa und gestern Mittag, als ich im ICE saß wurde der Flug gecancelt.“ Monika Walker, aus Mayen „Den Streik sehe ich nicht so gut, weil es andere Möglichkeiten gäbe das auszuarbeiten. Es ist für die Lufthansa heute mit Sicherheit ein tragischer Tag, auch für die Passagiere.“ Christoph & Moritz Kohl, aus Koblenz „Vor allem das Kabinenpersonal hat in den letzten Jahren ja Einbußen erlebt, das ganze Outsourcing was die mitgemacht haben, insofern kann ich das natürlich auch verstehen, dass die auf eine Verbesserung ihrer Arbeits- und Einkommensbedingungen hinarbeiten.“ Zum Streik aufgerufen haben die Gewerkschaften Vereinigung Cockpit für die Piloten und die Kabinengewerkschaft Ufo für die Flugbegleiter. Die Piloten streiken für höhere Zuschüsse für ihre Betriebsrente, das Kabinenpersonal fordert einen längeren Kündigungsschutz und eine bessere Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf. Weitere Streiks schließen beide nicht aus, sollte die Lufthansa keine angemessenen Angebote vorlegen. Andreas Pinheiro, Präsident Pilotengewerkschaft Cockpit „Definitiv ist es so, dass wir als Gewerkschaft nicht viele Mittel haben, außer dem Arbeitskampf. Ohne Arbeitskampf, das hat ja auch schon das Bundesarbeitsgericht festgestellt, wäre das kollektives Betteln und das machen wir nicht.“ Von der Lufthansa will sich heute niemand vor der Kamera zu den Streiks äußern. Schriftlich teilt die Airline mit: „Der ganztägige Streik der Gewerkschaften […] trifft unsere Fluggäste extrem hart […]

  • Deutsche Börse: Rekordergebnis trotz Aktieneinbruch

    Deutsche Börse: Rekordergebnis trotz Aktieneinbruch

    Die Deutsche Börse AG in Frankfurt feiert den Gang ihrer eigenen Aktie an die Börse vor 25 Jahren. Zur Feierlaune passt auch die gute Bilanz, die heute vorgelegt wurde. Doch es gibt im Jubiläumsjahr auch Schatten. Das Positive zuerst: Passend zum Jubiläum liefert die Deutsche Börse das beste Jahresergebnis ihrer Geschichte. 2025 hat der Konzern 2,1 Milliarden Euro Gewinn erwirtschaftet, drei Prozent mehr als im Vorjahr. Zudem gibt die Deutsche Börse heute einen Milliardendeal bekannt: Für über eine Milliarde Euro übernimmt die Gruppe den US-amerikanischen Datenanbieter „ISS Stoxx“ komplett. Es scheint alles rund zu laufen. Stephan Leithner, Vorstandsvorsitzender Deutsche Börse „Vor einer Woche waren wir hier am Parkett, haben mit unseren Mitarbeitern die 25 Jahre gefeiert. Unglaublich zu sehen, wie sich die Deutsche Börse in der Zeit verändert hat. Insofern passt es gut dazu, dass wir ein erneutes Wachstumsjahr und das stärkste Jahr unserer Geschichte hier präsentieren konnten.“ 16.000 Mitarbeiter beschäftigt die Deutsche Börse weltweit. Ihre Rekordzahlen hat sie  auch dank Zukäufen erzielt. So gar nicht ins Bild will da der Absturz der eigenen Aktie passen: Nach einem Rekordhoch im Mai 2025 hat sie 28 Prozent an Wert verloren – der stärkste Einbruch der Börsen-Aktie seit der globalen Finanzkrise 2008. Vor allem die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump hat die internationalen Märkte verunsichert. Investoren scheinen dem mit mehr Risiko entgegenwirken zu wollen. Aber: Stephan Leithner, Vorstandsvorsitzender Deutsche Börse „Erstens wird weniger gesprochen über den starken Anstieg im ersten Quartal 2025. Damals ist sie ja erst vom heutigen Niveau auf diese 290 und seitdem ist sie wieder runtergekommen. Wir liefern unsere Ergebnisse, haben wir wieder gezeigt. Dann wird die Aktie folgen.“ Immerhin hat sich die Börsen-Aktie zuletzt wieder gefangen. In den kommenden Jahren will die Deutsche Börse um je acht Prozent wachsen und ihre Nettoerlöse bis 2028 auf 6,5 Milliarden Euro […]

  • Streit um Rechenzentren in Südhessen

    Streit um Rechenzentren in Südhessen

    Einer der größten Internetknotenpunkte der Welt ist Frankfurt. In der Rhein-Main Region gibt es schon jede Menge Server-Zentren – aber das reicht nicht, um die riesigen Datenmengen zu bewältigen, die wir tagtäglich durchs Internet schicken. Nun sollte ein weiteres Rechenzentrum in Groß-Gerau entstehen. Doch jetzt schmettert der Stadtrat das 2,5 Milliarden Euro Projekt ab: SPD, Grüne, FDP, Freie Wähler und Linke haben vereint dagegen gestimmt. Die Grünen jubeln und sagen: „Milliardendeal glücklich geplatzt“. Die CDU im Stadtrat hat für das Projekt gestimmt und spricht davon, dass nun Zukunft verhindert wird. Ein Fall zum Kopf schütteln und doch kein Einzelfall. Auch in Maintal bäumt man sich gegen den Bau eines Rechenzentrums auf. Hier allerdings gibt’s andere Gründe. Hier im Gewerbegebiet Dörnigheim könnte es bald so aussehen: Ein riesiges Rechenzentrum, eigenes Gaskraftwerk inklusive. Denn der digitale Komplex  soll mit einer Leistung von bis zu 120 Megawatt zu einem der größten im Rhein-Main-Gebiet werden, doch dafür fehlt im kleinen Maintal einfach der Strom. Also will der US-amerikanische Betreiber Edgeconnex auf den  100.000 Quadratmetern ein eigenes Gaskraftwerk mit Dieselersatzmotoren bauen. Das hat im Maintaler Stadtparlament schon für große Diskussionen gesorgt, die Stadtverordneten verlangen mehr Informationen zu dem Vorhaben.  Zu den ausgemachten Kritikern gehört Götz Winter, er sorgt sich vor allem wegen der großen  Dimension des Kraftwerks. Götz Winter (CDU), Stadtverordneter Maintal „Wir haben CO2-Emissionen, Giftstoffe, die aus dem Schornstein rauskommen können. Wir befinden uns hier in unmittelbarer Nähe zu einem Wohngebiet. Und tatsächlich soll ein Kraftwerk hierhin gestellt werden, das ungefähr die Größenordnung hat, um ganz Frankfurt mit Energie zu versorgen.“ Die Kritiker rechnen mit einem Ausstoß von 600.000 Tonnen CO2 pro Jahr. Im Gegenzug  erwartet Götz Winter nur geringe Gewerbesteuereinnahmen, da Rechenzentren mit wenig Personal auskommen. Ein Branchenverband schätzt die jährlichen Zusatzeinnahmen für Maintal auf 2,6 Millionen Euro. Dem Betrag wäre man im […]

  • Handel hat in Rheinland-Pfalz weiter zu kämpfen

    Handel hat in Rheinland-Pfalz weiter zu kämpfen

    Wie geht es der Industrie und dem Handel in Rheinland-Pfalz? Eine Antwort auf diese Frage liefert regemäßig die Konjunkturumfrage. Heute hat die rheinland-pfälzische IHK-Arbeitsgemeinschaft die aktuellen Zahlen vorgestellt. Das Fazit: Leichte Erholung – ja – nachhaltige Trendwende – nein. Besonders im Handel sieht es immer noch düster aus. Darüber sprechen wir gleich mit der Hauptgeschäftsführerin der IHK für Rheinhessen, vorher haben wir uns die Situation mal genauer angeguckt – bei einem Juwelier in Mainz. Bereits in vierter Generation führt Jan Sebastian den Juwelier Willenberg in der Mainzer Innenstadt. Doch in den vergangenen Jahren sinkt der Umsatz deutlich. Die Menschen seien einfach sparsamer geworden. Jan Sebastian, Inhaber Juwelier Willenberg „Und das ist absolut nachvollziehbar. Wir wissen nicht genau, was die Zukunft bringt. Und ich bezeichne es eben gerne als den Blues, der in den Menschen drin ist. Wenn das Umfeld nicht schön ist, wenn wir Kriege haben, wenn wir einen Donald Trump haben, den man nicht einschätzen kann. Wenn die Zollpolitik irgendwie auch schwierig ist und der Staat auch nicht so richtig in die Puschen kommt, dann sind die Menschen verunsichert. Und das spürt der Einzelhandel, weil gespart wird.“ Das ist auch das Ergebnis der Konjunkturumfrage, die die IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz heute in Mainz vorgestellt hat. In der Industrie verbessert sich die Lage leicht, im Handel dagegen kaum. Insgesamt wurden im Januar rund 1.000 Unternehmen befragt. 22 Prozent beschreiben ihre aktuelle Geschäftslage als „gut“, 51 Prozent als „befriedigend“ und 27 Prozent als „schlecht“. Als Geschäftsrisiken nennen die Unternehmen unter anderem den Fachkräftemangel, die hohen Energiepreise, den stockenden Inlandsabsatz und die hohen Arbeitskosten. Auf Platz 1 der größten Geschäftsrisiken stehen aber weiterhin die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Ein Fakt, der der rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerin nicht gefallen kann. Wir fragen nach bei Daniela Schmitt. Was tut die Landesregierung für ihre Wirtschaft? Daniela Schmitt (FDP), Wirtschaftsministerin Rheinland-Pfalz „Das […]

  • IHK-Hauptgeschäftsführerin Szwede: „Für den Handel keine Aufhellung in Sicht“

    IHK-Hauptgeschäftsführerin Szwede: „Für den Handel keine Aufhellung in Sicht“

    Eva Dieterle spricht mit ihr über die aktuelle IHK-Konjunkturumfrage. Eva Dieterle, Moderatorin: Und über die angespannte Lage spreche ich  jetzt mit der Hauptgeschäftsführerin der IHK für Rheinhessen, mit Karina Schwede. Guten Tag. Karina Szwede, Hauptgeschäftsführerin IHK Rheinhessen: Guten Tag. Dieterle: In Ihrer Umfrage sehen Sie, dass es vor allem für den Handel weiterhin schlecht aussieht – das haben wir ja im Beitrag auch gesehen. Warum profitiert der Handel am wenigsten von dem leichten Aufschwung? Szwede: Ja, das ist in der Tat ein Ergebnis, was wir jetzt in unserer Konjunkturumfrage ermitteln konnten. Aufhellung in der Industrie, aber leider für den Handel weiterhin keine Aufhellung so wirklich in Sicht. Und natürlich ein Grund, die steigenden Arbeitslosigkeitszahlen und damit auch natürlich eine gewisse Kaufzurückhaltung der Konsumentinnen und Konsumenten. Dieterle: Nun vom Handel zur Industrie. Hier ist eine leichte Erholung zu spüren, Sie sagen aber die lang ersehnte Trendwende ist das noch nicht. Warum? Szwede: Ja, zum Glück sehen wir tatsächlich ein bisschen Aufhellung bei der Industrie. Das ist ein sehr schönes Zeichen, aber in der Tat einen dauerhaften Aufschwung jetzt schon ablesen zu können, das ist leider zu früh und wir sehen weiterhin die drei Top-Risiken, die wirtschaftlichen, politischen Rahmenbedingungen, der Inlandsabsatz und aber auch die Arbeitskosten, die genannt werden. Und das zeigt ganz deutlich, dass noch einiges passieren muss, dass wir hoffentlich einen Aufschwung dann kommen. Dieterle: Nur jedes fünfte befragte Unternehmen geht von einem spürbaren Aufschwung aus. Das klingt jetzt nicht nach der großen Wirtschaftswende in diesem Jahr. Wie wird das Jahr? Szwede: Eine gute Frage. Also ich bin von Natur aus Optimistin. Wir sind Anfang des Jahres und ich hoffe doch sehr, dass einiges passieren wird und wir doch in einen größeren Aufschwung kommen. Wenn aber auch was getan wird. Und wir brauchen ganz dringend wirklich wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen, die verlässlich […]