Wirtschaft

  • Hessische Kommunen müssen sparen

    Hessische Kommunen müssen sparen

    Nicht nur Unternehmen und wir Bürger leiden unter den derzeitigen Krisen, sondern auch die Kommunen. Immer mehr Städte, Kreise und Gemeinden könnten in finanzielle Schieflage geraten, warnt der hessische Rechnungshof. Schon jetzt sehen die Rechnungsprüfer etwa bei Lebensrettern vor Ort große Probleme. Wenn es ernst wird, muss die Feuerwehr binnen zehn Minuten vor Ort sein können. Doch diese Hilfsfrist können immer weniger Feuerwachen wirklich einhalten – das geht aus dem aktuellen Kommunalbericht hervor. Besonders Freiwillige Feuerwehren in kleineren Orten hätten demnach wachsende Probleme. Immer mehr ehrenamtliche Helfer scheiden aus Altersgründen aus, es fehlt an Nachwuchs. Zudem gäbe es gerade auf dem Land zu viele Pendler unter den Lebensrettern. Walter Wallmann, Präsident Landesrechnungshof Hessen „Dann führt das im Ergebnis dazu, dass eben diese Einsatzkräfte, die eben pendeln, vielleicht gar nicht vor Ort sind. Und in dem Moment, wo sie eben in einer entlegenen Stadt arbeiten, gar nicht einsatzbereit sind. Das ist schon ein Problem.“ Jedes Jahr analysiert der Landesrechnungshof Entwicklungen und Finanzen in den hessischen Städten und Gemeinden und zeichnet diesmal angesichts der Energiekrise und steigenden Inflation ein düsteres Zukunftsbild. Bereits jetzt schreiben ein Drittel der Kommunen rote Zahlen, Schlusslicht ist Darmstadt mit einem Minus von 95 Millionen Euro. Walter Wallmann, Präsident Landesrechnungshof Hessen „Wenn ich insgesamt die wirtschaftliche Entwicklung sehe in dem Land – Rezession ist angesagt, das alles ist nicht gut. Das bedeutet: Gewerbesteuern werden sinken, Einnahmen werden insgesamt sinken.“ Nachwuchsprobleme gibt es neben den Feuerwehrleuten auch bei den Mitarbeitern der Kommunen. Fast die Hälfte von ihnen ist über 50 Jahre alt und wird in den kommenden 15 Jahren in den Ruhestand gehen. Zudem hinken die Kommunen bei der Digitalisierung stark hinterher. Bis Ende des Jahres sollten viele Behördengänge für die Bürger auch online möglich sein – bei den wenigsten ist das aber bislang der Fall. Ulrich Keilmann, Direktor […]

  • Kommunen kritisieren neuen Finanzausgleich

    Kommunen kritisieren neuen Finanzausgleich

    „Ein finanzieller Neustart – vor allem für die besonders belasteten Kommunen“. So nannte die rheinland-pfälzische Finanzministerin Doris Ahnen im August die Entscheidung der Landesregierung, einen Großteil der Schulden ihrer gebeutelten Städte und Landkreise zu übernehmen. Denn das Land hat den kommunalen Finanzausgleich, der die Städte und Gemeinden finanziell entlasten soll, neu aufgestellt. Doch dieser Neustart scheint jetzt gerade für diejenigen, die ihn am dringendsten brauchen, zum Fehlstart zu werden. Der „Wunschbaum“ in der Innenstadt von Kusel. Hier hängen Kinder ihre Wunschzettel auf, deren Eltern sich keine Weihnachtsgeschenke leisten können. Der Landkreis Kusel gilt als äußerst Strukturschwach – deutschlandweit gibt es hier die höchste Verschuldung pro Einwohner. Auch deshalb hatte sich Landrat Otto Rubly auf das neue Entschuldungsprogramm der Landesregierung gefreut wie auf ein Weihnachtsgeschenk. Nach dem Auspacken allerdings herrscht jetzt Ernüchterung. Denn sein Landkreis könne an dem Entschuldungsprogramm gar nicht teilnehmen, sagt der Landrat. Unter den aktuellen Bedingungen müsste sein Landkreis einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen und das sei momentan einfach nicht darstellbar. Otto Rubly, CDU, Landrat Kreis Kusel: „Sicherlich ist es ein Stück Enttäuschung, das ist klar. Weil man ja jahrelang erzählt bekommen hat, nach draußen auch immer noch erzählt wird und suggeriert wird, da ist ein Haushalt, da ist eine Entschuldung. Man redet ja nur von der Entschuldung, man redet ja nicht von den Konditionen, die man vielleicht nicht erfüllen kann.“ Für einen ausgeglichenen Haushalt wäre es nach Ansicht des Landrats nötig, dass die Kommunen die Grund- und Gewerbesteuern stark anheben und eine höhere Kreisumlage zahlen – also die Abgaben der Ortsgemeinden an die Kreisverwaltung. Der Präsident des Landesrechnungshofs Jörg Berres widerspricht dem Landrat: Eine Teilnahme an dem Entschuldungsprogramm sei auch dann möglich, wenn die Bedingungen dafür nicht erfüllt werden könnten. Jörg Berres, Präsident Landesrechnungshof Rheinland-Pfalz: „Auch wenn Kommunen unabweisbare Haushaltsdefizite haben, können sie am Entschuldungsprogramm teilnehmen. Das bedeutet, […]

  • In Frankfurt fehlen Busfahrer

    In Frankfurt fehlen Busfahrer

    Stellen Sie sich vor, Sie sind auf einen Bus angewiesen, doch der kommt nicht. Eine ärgerliche Situation. Leider kann das in Zukunft immer häufiger passieren, denn immer weniger junge Menschen in Hessen wollen als Busfahrer arbeiten. Die Folge: Es fehlt der Nachwuchs. Vlado Santic hat vor elf Jahren seinen Führerschein zum Busfahrer gemacht. Vlado Santic, Busfahrer in Frankfurt „Bei mir war es eigentlich immer klar, dass ich halt im Verkehr unterwegs sein will. Früher habe ich LKW gefahren und dann bin ich umgestiegen auf Bus. Weil da hat man mehr Menschenkontakt.“ Heute wollen aber immer weniger Menschen die Ausbildung zum Busfahrer machen. Vlado Santic, Busfahrer in Frankfurt „Die Bildung hat sich einfach verändert im Gegensatz zu früher. Also viele Menschen wollen jetzt studieren und schöne Jobs im Büro haben und das ist halt die heutige Zeit.“ Mittlerweile fehlen rund 800 Busfahrer in Hessen. Das bedeutet für Vlado Santic auch weniger Kollegen, mehr Überstunden, mehr spontanes Einspringen – mehr Arbeit. Deswegen schlägt Stephanie Schramm von der In-der-City-Bus-GmbH, die 50 Prozent der Busverbindungen in Frankfurt stellt, jetzt Alarm: Stephanie Schramm, Geschäftsführerin In-der-City-Bus GmbH „Im Prinzip ist das so, dass wir das versuchen abzufedern. Und der Bürger merkt das nicht, weil, wenn die 75 in Fünf-Minuten-Rhythmus fährt, dann fällt einmal ein Bus aus und der nächste Bus kommt dann in zehn Minuten.“ Momentan sei die Personallage auf Kante genäht. Nachwuchs komme nur schleppend, das liegt auch an der teuren Ausbildung zum Busfahrer: Stephanie Schramm, Geschäftsführerin In-der-City-Bus GmbH „Tja, wenn Sie bei uns beginnen wollen, müssen Sie in der Tat einen Führerschein mitbringen, der Sie 10.000 Euro kostet. Hier in Deutschland sind rund 300 Fahrstunden erforderlich, um diesen Führerschein zu erlangen.“ Deswegen fordert der Landesverband Hessischer Omnibusunternehmen: Die Kosten und Pflichtstunden für einen Bus-Führerschein müssen runter. Volker Tuchan sieht aber noch ein anders Problem: […]

  • Hessens Einzelhandel bangt um Weihnachtsgeschäft

    Hessens Einzelhandel bangt um Weihnachtsgeschäft

    Nach den vergangenen beiden Jahren mit starken Corona-Beeinträchtigungen, hat auch 2022 seine Krisen für den Einzelhandel mit sich gebracht. Die Inflation, die steigenden Energiepreise und der Fachkräftemangel treiben den hessischen Händlern die Sorgenfalten auf die Stirn. Volker Gießner betreibt auf dem Frankfurter Römerberg das Teddyparadies. Seine Bären sind international gefragt. Sogar Queen Elisabeth besaß einen Teddy aus dem kleinen Lädchen. Doch die aktuelle Krise macht auch vor traditionsreichen Unternehmen kein Halt. Volker Gießner, Inhaber Teddyparadies Frankfurt „Wir machen uns große, große Sorgen. Es wird selektiver gekauft. Ich höre oft den Satz: ‚Liebes Kind du hast schon so viele Kuscheltiere, spiel doch lieber mit denen, wir kaufen jetzt nichts Neues‘. Das ist auch nachvollziehbar. Das kann ich verstehen. Vor allem wenn man dann die Etiketten umdreht und feststellt, dass die Artikel deutlich teurer geworden sind.“ Der hessische Handelsverband blickt heute auf das bisherige Jahr zurück und wirft einen Blick auf das anstehende Weihnachtsgeschäft. Die Bilanz fällt verhalten aus. Zwar rechnet der Verband in diesem Jahr mit einem höheren Gesamtumsatz von rund 55 Milliarden Euro, doch wegen der hohen Inflation gibt es kein reales Wachstum im Vergleich zum Vorjahr. Das gilt auch für das Weihnachtsgeschäft. Jochen Ruths, Präsident Handelsverband Hessen e.V. „Natürlich haben wir schwierige Voraussetzungen. Natürlich sind manche Geldbeutel enger. Aber den Leuten trotzdem klarzumachen: Du kannst was schenken. Und ob ich nachher jetzt im Handel auf den einzelnen runtergebrochen fünf Prozent Plus oder fünf Prozent Minus mache, das kann momentan keiner sagen. Aber die Chancen sind nach wie vor da.“ Der Handelsverband rechnet mit einem Umsatzplus von 5,4% im Vergleich zum Vorjahr. Nach zwei Corona-Jahren ohne echtem Weihnachtsgeschäft, erreichen Teile der Branche aber noch nicht das Vorkrisenniveau. Vor allem die steigenden Energiepreise machen dem Einzelhandel zu schaffen. 35% der Händler sehen sich in ihrer Existenz bedroht. Jochen Ruths, Präsident Handelsverband […]

  • Platzt der Hahn-Verkauf?

    Platzt der Hahn-Verkauf?

    Am Hunsrück-Flughafen Hahn sind die Verantwortlichen gestern wohl länger im Büro geblieben, denn mit Spannung war erwartet worden, ob der Investor des insolventen Flughafens die Zahlungsfrist einhält. SWIFT Conjoy aus Frankfurt, der potentielle Käufer, sollte bis Mitternacht überweisen. Doch alles Warten nützte offenbar nichts. Das Geld ist immer noch nicht da und es stellt sich abermals die Frage, wie es nun mit dem größten rheinland-pfälzischen Flughafen weitergeht. Die Hängepartie um den Hahn – sie geht weiter. Erneut hat der Käufer des insolventen Flughafens, die SWIFT Conjoy GmbH, die Zahlungsfrist verstreichen lassen. Das teilt der Insolvenzverwalter des Flughafens, Jan Markus Plathner heute schriftlich mit. „Der Vollzug des Kaufvertrags verzögert sich leider nochmals. Ich stehe weiterhin mit der Käuferin in Kontakt, um den Vollzug zu realisieren. Gleichzeitig prüfe ich aber weitere Maßnahmen, um schnell Klarheit für den Flughafen Frankfurt-Hahn zu schaffen. Der Flughafenbetrieb wird in vollem Umfang weitergeführt.“ Ende Juni gab Plathner bekannt, dass SWIFT Conjoy den Flughafen kaufen wolle. Doch der Kauf wird erst dann abgewickelt, wenn die vereinbarte, der Öffentlichkeit nicht bekannte Kaufsumme auch überwiesen ist. Erst dann erteilt der Landesbetrieb Mobilität dem Käufer eine Betriebserlaubnis. Dass SWIFT noch immer nicht gezahlt hat, sorgt für Unmut. So auch beim Betriebsratsanwalt der Flughafen-Gesellschaft. Geplatzt sei der Deal mit dem heutigen Tag aber noch nicht. Georg Wohlleben, Betriebsratsanwalt Flughafen Frankfurt-Hahn „Es besteht immer noch die Möglichkeit, dass der Insolvenzverwalter den Kauf noch zu Ende bringt mit dem Käufer, setzt aber natürlich voraus, dass der Käufer überhaupt in der Lage ist, den Kaufpreis zu zahlen und willens ist, das Geschäft überhaupt noch durchzuführen und daran habe ich eben meine erheblichen Zweifel.“ Nachfrage Reporterin: „Warum haben Sie die?“ Wohlleben: „Die habe ich einfach deswegen, weil nach dem Kaufvertragsschluss Ende Juni diesen Jahres nach außen hin keine wesentlichen Tätigkeiten aus meiner Sicht mehr feststellbar waren […]

  • Neue Pestizidrichtlinie – Winzer in Existenzsorgen

    Neue Pestizidrichtlinie – Winzer in Existenzsorgen

    Arbeiten, wo andere Urlaub machen. So erleben in Rheinland-Pfalz viele Winzer ihren Alltag. Inmitten traumhafter Landschaften bewirtschaften sie teilweise seit Jahrhunderten ihre Weinberge. Doch jetzt bedroht eine neue EU-Richtlinie ihre Existenz. Ortstermin im größten Weinanbaugebiet Deutschlands. Der Rote Hang in Nierstein. Er ist eine der renommiertesten Weinlagen Deutschlands, bekannt durch den namensgebenden roten Tonsandstein. Konstantin Guntrum, Winzer am Roten Hang „Keiner verkauft einen Rebstock am Roten Hang, weil er so stolz drauf ist, dort etwas zu haben. Mir und meinen Kollegen fällt das immer wieder auf, wenn man im Urlaub oder geschäftlich weg war und kommt nach Hause und schaut sich hier um, sagt man: ‚Bbleibt zuhause, schaut euch hier um, es ist so unbeschreiblich wunderschön‘.“ Der Rote Hang ist ein Landschaftsschutzgebiet. Eine Auszeichnung, die ihm und vor allem den Winzern, die hier leben und arbeiten nun zum Verhängnis werden könnte. Denn die EU will die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln in Landschaftsschutzgebieten bis 2030 komplett verbieten. Konstantin Guntrum, Weingut Louis Guntrum „Kurz zusammengefasst bedeuten die Pläne der EU das Ende der Kulturlandschaft Roter Hang, sie bedeuten das Ende des Weinbaus in Deutschland, weil 80% der Weinbaufläche in Deutschland betroffen sind. Die Pläne bedeuten unseren Ruin.“ Denn selbst die widerstandsfähigsten Rebsorten kommen aktuell nicht ohne Pflanzenschutzmittel aus, sagt auch Winzerin Ursula Müller, deren Familie in Nierstein in neunter Generation Wein anbaut. Ursula Müller, Weingut Schneider-Müller „Wir kennen ganz gut die Böden, wir kennen ganz gut die Gegebenheiten. Wir sind jetzt dran. Wir sind die Generation, die jetzt hier das Glück hat, hier arbeiten zu dürfen und wir wollen das möglichst gut an unsere Kinder und Enkelkinder und wer auch immer noch alles kommt weitergeben.“ Neben dem Pestizidverbot in Landschaftsschutzgebieten will die EU in den übrigen Anbaugebieten pauschal 50% weniger Pflanzenschutzmittel anordnen. So ließe sich kaum ein Betrieb noch wirtschaftlich führen, befürchtet die […]

  • Fiebersäfte sind Mangelware

    Fiebersäfte sind Mangelware

    Husten, Schnupfen, Fieber – wir sind mittendrin in der ersten Erkältungswelle. Das Problem: Einige Medikamente gegen Erkältung werden knapp. Auch in diesem Bereich sind die internationalen Lieferketten ins Stocken geraten. 93 Prozent der Apotheker sagen: „Wir haben mit Lieferengpässen zu kämpfen „. Ein Problem jetzt gerade in der Erkältungszeit: Es gibt kaum noch Fiebersäfte für Kinder. Ein Blick in das Regal der Schlossapotheke in Koblenz. Eine große Lücke bei den Medikamenten gegen Atemwegserkrankungen, also Erkältungen. Apothekerin Annette Eichele füllt die Lücke bei den Fiebersäften mit Nasensprays auf. Annette Eichele, Apothekerin aus Koblenz „Im Moment ist es tatsächlich so, dass Ibuprofen- und Paracetamol-Säfte, also die Säfte für die Kinder, die Fieber oder Schmerzen haben, nicht lieferbar sind. Es kommen immer wieder ein, zwei Flaschen, aber mehr ist im Moment nicht vorhanden.“ Die Lieferengpässe betreffen nicht nur die Koblenzer Schlossapotheke. Sie sind ein deutschlandweites Problem. Ob Antibiotika, Blutdruckmittel oder Arzneimittel gegen Herzerkrankungen. Die Liste des Bundesinstituts für Arzneimittel ist lange. Viele Menschen sind von der Mangellage betroffen. „Wo er krank war, war ich in der Apotheke, in zwei verschiedenen und hab ich nachgefragt. Dann hab ich noch Freunde befragt, ob die was haben oder so. Weil ich muss ja meinem Kind was geben, wenn es krank ist. Aber war halt nichts zu holen. Also konnte man halt nirgendwo was holen. Musste ich halt so dadurch. Ist halt echt traurig eigentlich.“ „Es geht konkret um Blutdrucksenker. Das Produkt, was ich seit Jahren gewohnt bin zu bekommen, ist nicht verfügbar und ich muss auf ein Alternativprodukt ausweichen.“ „Bei zwei Präparaten hatte ich schon, da musste irgendwo, wer weiß wo, dass der Großhändler die beibringt, da muss man dann die Apotheke wechseln; manche haben es dann doch.“ Auf Bestellung werden die Fiebersäfte für Kinder in der Schlossapotheke selbst hergestellt. Das Mischverhältnis zwischen Ibuprofen und Glucose […]

  • Landesregierung stellt Wasserstoffstudie vor

    Landesregierung stellt Wasserstoffstudie vor

    Bald ist es soweit: Dann rollt die weltweit größte Flotte von emissionsfreien Wasserstoffzügen durch Hessen. Den Startschuss für das Projekt hat Volker Wissing gestern gegeben – der Bundesverkehrsminister spricht schon von einem „Wasserstoff-Zeitalter“. Doch Moment. Soweit sind wir dann doch noch nicht. Aber immerhin ist das Projekt ein erster Schritt in Sachen emissionsfreier Öffentlicher Personen-Nahverkehr. Ab Dezember rollen die Züge vom Rhein-Main-Gebiet in den Taunus. Jetzt kommt das Aber. Wasserstoff zu gewinnen ist aufwändig und teuer. Deswegen muss ganz genau überlegt werden, wofür man ihn sinnvoll einsetzen kann. Die rheinland-pfälzische Landesregierung hat dafür eine Studie in Auftrag gegeben und heute die Ergebnisse in der Mainzer Staatskanzlei vorgestellt. Doch wir beginnen den Beitrag an einem deutlich heißeren Ort. Und zwar an einem Schmelzofen des Mainzer Glas-Giganten Schott. Der Guss erreicht hierbei eine Temperatur von bis zu 1.700 Grad. Ein energetischer Kraftakt. Und besonders in energieintensiven Unternehmen wie diesem, könnte Wasserstoff in Zukunft sinnvoll zum Einsatz kommen, um den Co2 Ausstoß zu verringern. Das ist auch ein Ergebnis der Wasserstoffstudie, die die Ausgangslage in Rheinland-Pfalz analysieren und mögliche Strategien aufzeigen soll. Die Landesregierung stellt für die Erforschung und den Ausbau der Wasserstofftechnologien in den Bereichen Industrie, Unternehmen und Kommunen rund 184 Millionen Euro bereit. 500.000 Euro davon, flossen in die Studie. Malu Dreyer, SPD, Ministerpräsidentin Rheinland-Pfalz „Das erste Wichtige ist, dass die Studie uns wirklich bescheinigt, dass Rheinland-Pfalz wirklich auf einem sehr guten Weg ist, was den Ausbau der Wasserstoffstrategie betrifft und zum Zweiten hat es uns eigentlich noch mal bestätigt in der Annahme, dass wenn wir unser Industrieland in die Zukunft führen wollen, dass wir da viel tun müssen, dass Wasserstoff sowohl importiert werden kann, als auch hier entsteht und da haben wir jetzt noch mal sehr sehr gute Hinweise, was in den nächsten Schritten zu tun ist. Die Studie ist […]

  • Weitere Nachrichten im Überblick

    Weitere Nachrichten im Überblick

    Frankfurt: Bahnstrecke der U7 noch länger gesperrt — Rückkauf des Uniklinikums Gießen Marburg gefordert — Sorgen ums Weihnachtsgeschäft Bahnstrecke noch länger gesperrt Wegen umfangreicher Reparaturarbeiten nach einem Unfall ist eine Teilstrecke der U-Bahn-Linie 7 in Frankfurt in beide Richtungen noch bis in die Nacht nicht befahrbar. Betroffen sind die Stationen von der Eissporthalle / Festplatz bis Enkheim. Gestern Abend gegen 23.00 Uhr hatte ein Autofahrer eine oberirdisch fahrende U-Bahn übersehen und war mit ihr zusammengestoßen. Zwei Männer wurden verletzt, der Fahrer der U-Bahn erlitt einen Schock. An dem Auto entstand Totalschaden. Rückkauf gefordert Der Marburger Oberbürgermeister Thomas Spies will dem Land Hessen 100 Millionen Euro für den Rückkauf des Uniklinikums Gießen Marburg zur Verfügung stellen. Die Privatisierung des Uniklinikums sei falsch gewesen. Es müsse wieder zurück zum Land. Die Belastungen seien für die Mitarbeiter schwer erträglich. Die Verhandlungen über eine neue Finanzierungsvereinbarung zwischen dem Land Hessen und der Rhön-Klinikum AG als Eigentümerin hätte noch immer kein Ergebnis gebracht. Der geltende Zukunftsvertrag läuft im Dezember aus. Sorgen ums Weihnachtsgeschäft Trotz des Wegfalls der Corona-Beschränkungen läuft das Weihnachtsgeschäft für das rheinland-pfälzische Gastgewerbe in diesem Jahr bis jetzt schlechter als erwartet. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des Branchenverbandes Dehoga hervor. Mehr als 60 Prozent der Betriebe bezeichneten den Stand der Buchungen und Reservierungen für Weihnachtsfeiern als schlecht oder sehr schlecht. Grund für die bislang geringe Nachfrage sei unter anderem die Inflation. Das Gastgewerbe hoffe jetzt auf Spätentschlossene. In unsicheren Zeiten werde oft kurzfristig gebucht.

  • Einzelhändler blicken skeptisch auf Radwegeausbau

    Einzelhändler blicken skeptisch auf Radwegeausbau

    Die Innenstädte sollen grüner werden. In immer mehr großen Städten bei uns gewinnt man den Eindruck, das Auto in der City ist für die Politik ein Auslaufmodell. Viele Frankfurter Einzelhändler machen sich daher Sorgen um ihre Zukunft. Zur Inflation, Energiekrise und zur Flaute im Handel gesellt sich nun noch ein weiteres Problem für sie: die Umbaupläne der Stadt. Denn Frankfurt soll deutlich fahrradfreundlicher werden. Wir schwingen uns erst mal aufs Rad und hören uns die Argumente der Fahrradfahrer an.

  • Weinroboter erschnüffelt Aromen

    Weinroboter erschnüffelt Aromen

    Das ist eine Sensation: In Rheinland-Pfalz entwickeln Forscher momentan einen Roboter, der riechen kann. Der soll zukünftig eine Berufsgruppe unterstützen, die sich täglich voll und ganz auf ihre Nase verlassen können muss: Weinexperten. So sieht er aus, der „Schnüffler“, der hier am Weincampus in Neustadt gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut entwickelt wurde. Mit seinem „Rüssel“ soll er die Gase, die ein Wein ausstößt wahrnehmen und dokumentieren. Damit er allerdings weiß, welche Merkmale im Wein welchen Geruch erzeugen braucht er Daten und mit denen füttern ihn Deutschlands beste Spürnasen: Weinexperten, Kellermeister und Winzer. Dominik Durner, Projektleiter PINOT „Also am heutigen Tag geht es darum, mit Experten Weinverkostungsdaten zu generieren, die für die Kalibrierung und das ‚Teaching‘, sagt man, der Messsensoren für das Weinaroma dann dienen sollen. Es geht nur darum, dass man bestimmte Geruchsmerkmale, bestimmte Geruchsgruppen, bestimmte Kategorien mit dem Gerät erfassen kann und dann einfach als Hilfestellung, als Unterstützung soll das Ganze dann im Arbeitsprozess eines Kellermeisters oder eines Sommeliers eingesetzt werden.“ Dafür bekommen die Experten in mehreren Sitzungen unterschiedliche Weine vorgesetzt, die sie anhand einer vorgegebenen Skala auf bestimmte Aromen untersuchen. Außerdem können Sie dem Wein in ihren eigenen Worten Attribute zuschreiben. Dann bekommt der Roboter die Weine und die entsprechenden Bewertungen der Weinkenner vorgesetzt. Dadurch lernt er, welche Gase welche Gerüche erzeugen. Thomas Keßler, Experte für künstliche Intelligenz „Es ist halt nicht ein Gas, sondern es sind eher mehrere Tausend, die halt auch in unterschiedlichsten Kombinationen unterschiedliche Wirkungen hervorrufen. Das heißt zum einen kann ein Gasgemisch wunderbar nach Rose riechen – wenn sich die Mengenverhältnisse leicht ändern riecht das eher nach Katze, um es mal so zu formulieren. Das heißt, die Sensorsysteme am Anfang müssen schon sehr genau sein und eben auch die verschiedenen Gase, die relevant sind auch sehr präzise messen.“ Für wen aber ist der „Schnüffel-Roboter“ am […]

  • Wie sich Koblenz auf einen Blackout vorbereitet

    Wie sich Koblenz auf einen Blackout vorbereitet

    Falls im Winter das Gas so knapp wird, dass viele Menschen ihre elektrischen Heizlüfter anwerfen, könnte das Stromnetz in die Knie gehen. Das Blackout-Szenario ist so real, dass sich immer mehr Regionen ernsthaft darauf vorbereiten. Was, wenn der Strom ausfällt – und das gleich für mehrere Tage und in einer ganzen Region? Koblenz gibt erste Antworten auf die Frage. 96 Stunden ohne Strom überstehen – das ist das Ziel der Stadt Koblenz. Ein spezieller Alarm- und Einsatzplan regelt hier, wer bei einem Blackout was zu tun hat. Die Planungen dazu liefen bereits seit vielen Jahren, nun hat man noch mal aufs Gaspedal getreten. Ulrike Mohrs, CDU, Bürgermeisterin Koblenz „Und dann haben wir halt angefangen dafür zu sorgen, dass unser Sirenensystem bis zum Ende des Jahres flächendeckend in der Stadt steht, dass sicher ist, dass unsere Trinkwasserversorgung funktioniert, dass unsere Krankenhäuser in der Lage sind zu arbeiten mit Notstromaggregaten, dass wir also die Kernleistungen erbringen können, die der Bürger auf jeden Fall braucht. Dafür wurden Notstromaggregate angeschafft.“ Die stehen hier, im Lager der Feuerwehr. 200.000 Euro hat die Stadt in die Geräte investiert. Eine Halle weiter: Feldbetten. Insgesamt 600 Menschen können darauf in Notunterkünften einen Platz finden. Solche mobilen Ölheizungsanlagen würden dann Turnhallen zu so genannten „Wärmeinseln“ machen. Koblenz bunkert auch große Mengen Treibstoff, um die Notstromaggregate, beispielsweise im Wasserwerk, zu betreiben. Die fünf Koblenzer Kliniken besitzen eigene Dieselaggregate, die im Notfall anspringen. In der Zentrale der Berufsfeuerwehr laufen bei einem Blackout alle Fäden zusammen. Hier sitzt der Krisenstab. Die wichtigsten Ansprechpartner haben Satellitentelefone. Kommunikation sei ein kritischer Faktor, wie Olaf Becker bei einem Stromausfall im Westerwald gelernt hat. Olaf Becker, Leiter Bevölkerungsschutz Feuerwehr Koblenz „Es war eine Unsicherheit da, weil heute jeder gewohnt ist sofort über Handy zu erfahren, warum haben wir einen Stromausfall, was ist passiert und wie lange […]

  • „Night of Talents“ wirbt für Berufe in Hotels und Restaurants

    „Night of Talents“ wirbt für Berufe in Hotels und Restaurants

    Es gab mal Zeiten, da war es schwer einen Job oder Ausbildungsplatz zu finden. Das ist lange vorbei. Heute haben es eher die Arbeitgeber schwer, ihre Stellen zu besetzen. Besonders das Gastgewerbe sucht händeringend neues Personal. Um junge Leute für ihre Branche zu gewinnen, öffneten gestern Abend in ganz Rheinland-Pfalz Hotel- und Gastronomiebetriebe ihre Türen – zur „Night of Talents“. Mixen, schnippeln, rätseln – einige der Möglichkeiten die junge Interessierte gestern bei der Night of Talents hatten. Auch hier im Parkhotel Schillerhain in Kirchheimbolanden sucht man mit aller Kraft nach talentierten Bewerbern, den Fachkräften von Morgen. Daniela Wurster, Parkhotel Schillerhain Kirchheimbolanden „Ganz wichtig, dass wir mal unsere Türen öffnen für interessierte junge Menschen, die mal einen Einblick bekommen möchten, wie läuft‘s in einem Hotel ab, was für Ausbildungsberufe bieten wir an und einfach mal hinter die Kulissen schauen dürfen und können an so einem Abend.“ So auch Amelie und Sophia. Die beiden Schülerinnen machen gerade ihr Fachabi. Könnten Sie sich vorstellen nach dem Abschluss im Hotel zu arbeiten? Amelie, 16 Jahre „Das hat mich die ganze Zeit schon so interessiert, aber ich bräuchte auch einen Praktikumsplatz und vielleicht findet sich hier ja was und ich wollte auch gucken, was die Leute hier machen und das hat mich generell interessiert, dieses Hotelmanagement und alles.“ Sophia, 17 Jahre „Man arbeitet mit Menschen, das ist mir wichtig, weil ich bin sehr kontaktfreudig. Und jetzt war’s eigentlich meine Mutter, die gesagt hat: ‚Guck mal, hier ist was‘ und dann war ich so: ‚Ja, okay‘, jetzt bin ich hier.“ Mit dem heutigen Schnupperabend stemmt sich das Gastgewerbe gegen den Personalmangel. In Rheinland-Pfalz haben der Branche seit 2019 rund ein Drittel aller Fachkräfte den Rücken gekehrt. Direkte Gespräche zwischen Schülern und Betrieben waren in der Corona-Krise selten möglich. Die Night of Talents soll nicht nur Bewerber […]

  • Bundeswirtschaftsminister Habeck zu Besuch in Hessen

    Bundeswirtschaftsminister Habeck zu Besuch in Hessen

    Günstige, grüne Energie – in Zeiten hoher Strom-, Gas- und Ölpreise klingt das wie eine Verheißung. Bis die Energiewende geschafft ist, wird es noch lange dauern. Doch sie schafft schon Arbeitsplätze wie bei der Firma ESM im hessischen Heppenheim. Gleich zwei grüne Wirtschaftsminister haben das Maschinenbauunternehmen jetzt besucht. Dieses Schwergewicht kann niemand verschieben – denn hier in den Produktionshallen von ESM entsteht tonnenschwere Technik für Windkraftanlagen. Die Anlagen können durch den Wind und die eigene Rotation in Schwingung geraten – wie dieses Modell zeigt. Durch Schwingung und Vibration verkürzt sich die jedoch Lebensdauer der Anlage. Sogenannte Schwingungstilger sorgen nicht nur für Stabilität, sie reduzieren auch den Lärm, wie Geschäftsführer Julian Saur zeigt. Julian Saur, kaufmännischer Geschäftsführer ESM „ Wir regen hier diese Platte mit 200 Hertz an und tilgen diese Schwingung mit unseren Tilgern. Wenn der Tilger weg ist, hören wir den Ton; platzieren wir an der richtigen Stelle unser Produkt, dann reduzieren wir so den Lärm in Windkraftanlagen“ In der Gondel der Anlagen – hinter den Rotorblättern – pendeln diese Tilger hin und her und kompensieren die Schwingungen. Aus Sicht des grünen Wirtschaftsministers Habeck eine fortschrittliche Technik. Robert Habeck, Bündnis 90 / Die Grünen, Bundeswirtschaftsminister „Wir haben über die Energiepolitik die letzten Monate sehr viel gesprochen. Es ging um Preise und Versorgungssicherheit. Jetzt würde ich gerne mal darauf hinzuweisen, dass das hier Arbeitsplätze, Wertschöpfung und Wohlstand für Deutschland und die Region generiert. Das heißt, wenn wir klug sind, dann schaffen wir es mit dem Ausbau der Windenergie, die Industrie hier im Land zu halten.“ Die Technik des Unternehmens steckt weltweit in 185.000 Anlagen – für die Zukunft wünscht sich der Unternehmensgründer vor allem eines: genug Platz. Franz Mitsch, technischer Geschäftsführer ESM „Viele dieser Teile wären nicht entstanden, wenn wir nicht eigene Standorte hätten, und meine Bitte hier an die […]

  • Frankfurter Flughafen mit positiver Neun-Monats-Bilanz

    Frankfurter Flughafen mit positiver Neun-Monats-Bilanz

    Am Frankfurter Flughafen blickt man heute zufrieden auf die ersten neun Monate des laufenden Jahres zurück. 35,9 Millionen Passagiere zählte der Flughafenbetreiber Fraport – und damit mehr als doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum. Das wirkt sich auch positiv auf die Unternehmensbilanz aus. Wenngleich das Vor-Corona-Niveau noch in der Ferne liegt. So sieht ein zufriedener Flughafenchef aus. Stefan Schulte macht sich locker für die heutige Bilanzpressekonferenz der Fraport. Nach einem verhaltenen Jahresstart durch die Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus geht es ab März steil bergauf mit den Passagierzahlen. Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender Fraport „Wir haben ein sehr starkes Verkehrswachstum gesehen, gerade im Sommer, was aber auch weit in den Herbst hinein gegangen ist. Insbesondere auch an den internationalen, touristischen Flughäfen. Und das hat sich natürlich dann in den Zahlen übersetzt. Jetzt mit einem EBITDA, also einem operativen Ergebnis von 830 Millionen Euro. Das ist schon wieder sehr gut.“ Ein operatives Ergebnis, das in der Sommerreisezeit nur vier Prozent unter dem Niveau von 2019 liegt. Trotzdem bleibt das Konzernergebnis mit 98 Millionen Euro in neun Monaten deutlich hinter dem Vorjahreszeitraum zurück. Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender Fraport „Einerseits durch die Vollabschreibung, die wir auf das Russlandgeschäft vorgenommen haben, aus reinen Vorsichtsgründen. Und andererseits aus Vorjahreseffekten, weil wir dort positive Sondereffekte hatten, durch Kompensationszahlungen wegen Corona, die in diesem Jahr nicht mehr aufgetreten sind.“ Auch das Cargo-Aufkommen am Frankfurter Flughafen sank um rund 13 Prozent. Wegen der weltweit angespannten Wirtschaftslage und des eingeschränkten Luftraums, etwa durch den Ukraine-Krieg. Positiv stimmt die Fraport dagegen der aktuell auf 90 Prozent des Vorkrisenniveaus liegende Winterflugplan. Und die Übernahme der Sicherheitskontrollen von der Bundespolizei zum Jahreswechsel. Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender Fraport „Wir können dann die Sicherheitskontrollen selbst öffnen, schließen, neue zuschalten. Und vor allem, wir können in eigenes Equipment investieren. Also auch in ein Equipment, wo Sie den Computer oder […]