Lage der Wirtschaft
Drei Hauptfaktoren machen der Wirtschaft hierzulande zu schaffen: hohe Energiekosten, überbordende Bürokratie sowie hohe Steuern und Abgaben. Eine Firma, die mit all dem zu kämpfen hat, ist die Sattler Kunststoffwerk GmbH – ein inhabergeführtes Unternehmen aus Mühlheim am Main. Ein korallrotes Kunststoffgranulat rieselt hier in der Produktionshalle des Sattler Kunstoffwerks in eine Tüte. Eine Probe, ob der Kunststoff auch exakt DIE Farbe hat, die sich der Kunde wünscht. Der braucht das hier produzierte Farbgranulat, um daraus beispielsweise Lichtschalter oder Kugelschreiber herzustellen. Doch dem eigentlichen Kerngeschäft des Unternehmens – Produktion, Qualitätssicherung und Kundenbetreuung – kann sich Chef Michael Trapp, schon fast nicht mehr widmen. Vielmehr ist er damit beschäftigt sich neue EU-Verordnungen durchzulesen und Formulare auszufüllen. Michael Trapp, Geschäftsführer Sattler Kunststoffwerk Mühlheim „Es bedeutet, dass wir einen immer größeren Teil unserer Arbeitszeit, aber besonders schlimm auch einen immer größeren Teil unserer Aufmerksamkeit neuen gesetzlichen Regelungen zuwenden müssen. Das heißt, das lähmt uns, das raubt uns Energie, die wir für die Weiterentwicklung der Unternehmen nicht mehr einsetzen können. Und das ist eine Langfristfolge, die sehr, sehr schädlich ist.“ Energieeffizienzgesetz, Lieferkettengesetz, Verpackungsverordnung – ständig kommt etwas Neues hinzu, sagt er. Statt Bürokratieabbau gebe es einen Regulationswahnsinn. Die neueste Auflage sei die „Verordnung zur Vermeidung der Freisetzung von Kunststoffgranulat zur Verringerung der Umweltverschmutzung durch Mikroplastik.“ Michael Trapp, Inhaber & Geschäftsführer Sattler Kunststoffwerk „Wir müssen wir das gesamte Betriebsgelände erfassen. Wir müssen jeden einzelnen Ort, an dem Granulate, die in unserem Fall drei Millimeter dick sind, untersuchen, wo können die freigesetzt werden. Und wo können die möglicherweise unser Betriebsgelände verlassen? Das alles in einem Plan zusammenfassen und dann eben auch noch an die entsprechende Behörde schicken?“ Alle sechs Monate muss zudem jede einzelne Granulatrezeptur überprüft werden, so sieht es das Chemikalienrecht vor. Berichte an Statistikämter, Berufsgenossenschaften und und und. Von 27 Mitarbeitern sei eine Kraft […]


