Hessen

  • Meinungsfreiheit in Krisenzeiten – Interview mit LPR-Direktor Joachim Becker

    Meinungsfreiheit in Krisenzeiten – Interview mit LPR-Direktor Joachim Becker

    Die Welt von gestern – sie scheint nicht mehr zu existieren: Wohin man blickt, welche Nachrichten man schaut: Überall herrscht Krisenstimmung. Was macht das mit uns – und wie müssen freie Gesellschaften darauf reagieren? Darüber spreche ich gleich mit Joachim Becker, dem Direktor der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien. Doch wir starten mit einem Blick auf die Lage. Massive Krisen reißen Deutschland spätestens seit 2015 mit dem Aufkommen der gewaltigen Flüchtlingsbewegung aus seinem Dornröschenschlaf.  2020 startete das Coronavirus seinen Lauf um die Welt – die Pandemie stellte das gewohnte Leben von uns allen auf den Kopf. Die Maske war das sichtbare Zeichen dieser Virusherrschaft – doch viel massiver wirkten die gewaltigen Lockdowns mit Schulschließungen und scharfen Ausgangssperren. Corona legt wie stets im Frühling eine kleine Pause ein – doch zum Atemholen kommen die westlichen Gesellschaften nicht: Am 24. Februar startet Putins Russland die Invasion in die Ukraine – mit unbeschreiblichem Terror und lange nicht mehr gekannter Gewalt. Ob sie das Zeug zum dritten Weltkrieg hat – wer weiß. Und der gefürchtete Klimawandel ist medial wie tatsächlich weiterhin präsent und bedroht alte Modelle, wie wir leben und wirtschaften. Fest steht: Die geballte Ansammlung von Krisen kann unübersehbare Folgen haben. In ihrem Gefolge drohen Demokratien instabil zu werden. Denn: Krisen bringen verengte Weltbilder hervor. Meinungen werden radikaler und lassen Gegenmeinungen nicht mehr zu. Hier kommen vor allem auf die Medien wichtige Aufgaben zu, wie ein Forum der LPR unlängst in Frankfurt konstatierte. Prof. Viktor Mayer-Schönberger, Internet Governance and Regulation, University of Oxford: „Als Journalist oder als Journalistin kann ich den anderen die Bühne geben für ihre Meinungen. Für ihre Informationen. Aber das erlaubt mir auch, danach zu sagen, was ich davon halte.“ Auch Hessens Justizministerin Eva Kühne-Hörmann, CDU,  ist es sehr wichtig, dass die Presse vor allem in der […]

  • Weitere Nachrichten im Überblick

    Weitere Nachrichten im Überblick

    +++ 9-Euro-Tickets können kommen +++ Kirchturm ausgebrannt +++ Rheinland-Pfalz-Tag gestartet +++ 9-Euro-Tickets können kommen: Der Bundesrat hat heute dem vom Bundestag beschlossenen Finanzierungsgesetz für den verbilligten Nahverkehr zugestimmt. Die Sondertickets sollen ab dem 1. Juni für drei Monate gelten. In dieser Zeit kosten auch in Hessen und Rheinland-Pfalz Fahrten im Nah- und Regionalverkehr nur 9 Euro im Monat. Der bundesweite Ticket-Verkauf soll ab Montag beginnen. Der Bund stellt den Ländern unter anderem 2,5 Milliarden Euro bereit, um die Einnahmeausfälle der Verkehrsanbieter auszugleichen. Kirchturm ausgebrannt: Im pfälzischen Nordhofen ist gestern am späten Nachmittag ein Feuer im Turm der evangelischen Kirche ausgebrochen. Die Feuerwehr konnte ein Übergreifen der Flammen verhindern und den Brand rasch unter Kontrolle bringen. Dabei nutzte sie ein Gerüst an dem Turm für Renovierungsarbeiten, die erst gestern abgeschlossen wurden. Die Ursache für den Brand und die Schadenshöhe müssen noch geklärt werden. Rheinland-Pfalz-Tag gestartet: In Mainz hat heute das dreitägige Landesfest begonnen. Das Bundesland feiert in diesem Jahr sein 75jähriges Bestehen. Die Veranstalter rechnen mit insgesamt rund 300.000 Besuchern. Malu Dreyer (SPD), Ministerpräsidentin Rheinland-Pfalz: „ Die Menschen freuen sich auf die Begegnungen nach zwei Jahren Pandemie und ganz viel tolles Bühnenprogramm, interessante Stände, bei denen man sich kundig machen kann über die Stadt, die Regionen. Über ganz Rheinland-Pfalz. Ja, und einfach Begegnungen, gutes Essen, gutes Trinken – das gehört alles dazu.“ Höhepunkt der Feierlichkeiten wird der große Festumzug am Sonntag sein. Das gesamte Programm ist online zu sehen, auf der Seite rlp-tag.de.

  • WM-Heimspiel für Profi-Boxer Luca „Rocky“ Cinqueoncie

    WM-Heimspiel für Profi-Boxer Luca „Rocky“ Cinqueoncie

    Und wir bleiben noch kurz beim Sport: Morgen steigt in Offenbach eine große Box-Gala mit elf Kämpfen. Zum Hauptkampf steigt der vierfache Junioren-Boxweltmeister Luca „Rocky“ Cinqueoncie aus Offenbach in den Ring. Der Kampf wird hier im Stadion auf dem Bieberer Berg ausgetragen. Auch die Mannschaft von Kickers Offenbach will den 20-Jährigen im Stadion anfeuern, wenn der im Halbschwergewicht gegen den Bosnier Leon „Hitman“ Martic antritt. Dann geht es für den Lokalmatador um alle sechs WM-Gürtel der großen Box-Weltverbände. Die konnten selbst seine Vorbilder Henry Maske oder die Klitschko-Brüder nie alle gleichzeitig vereinen. Natürlich ist der ungeschlagenen Profi-Boxer heiß auf dieses WM-Heimspiel. Luca Cinqueoncie, Junioren-Boxweltmeister: „Riesig! Es ist für mich eine riesige Ehre und ich kann’s immer noch nicht realisieren. Das dauert eine Weile, bis man das realisiert hat: Die ganzen Leute, die kommen, um einen zu unterstützen, um anzufeuern. Und es ist wirklich eine Ehre, in meiner Heimatstadt boxen zu dürfen. Ich hoffe, dass es auf jeden Fall gut geht. Ich habe hart trainiert, um meine Fans und meine Stadt nicht zu enttäuschen. Und ich bin guter Dinge!“ Und wir drücken unserem Junioren-Weltmeister auf dem Weg zu seinem sechsten WM-Titel natürlich ganz fest die Daumen!

  • Wetteraussichten für Rheinland-Pfalz und Hessen

    Wetteraussichten für Rheinland-Pfalz und Hessen

    Nach teilweise heftige Wetterturbulenzen wird das Wochenende wieder ruhiger. In der Nacht ziehen die Schauer und Gewitter des Abends nach Osten und Süden ab. Dahinter lockern die Wolken auf, teilweise wird es sogar sternenklar. Da Luftmassen damit komplett ausgetauscht sind, wird die Nacht entsprechend kühl mit 14 bis 9 Grad! Tagsüber setzt sich bei uns eine Mischung aus Sonnenschein und lockeren Wolken durch. In Hessen und im Norden von Rheinland-Pfalz überwiegen zeitweise die Wolken, es bleibt aber trocken. Maximal werden angenehme Werte zwischen 19 und 24 Grad gemessen. Der Sonntag bringt ähnlich freundliches Sommerwetter und Spitzenwerte bis 27 Grad. Am Montag kommen die nächsten Schauer und Gewitter auf, die auch Unwettergefahr bringen. Danach geht’s ruhiger und wieder mit mehr Sonne weiter.

  • Eintracht holt den Pokal nach Frankfurt

    Eintracht holt den Pokal nach Frankfurt

    Wir starten heute direkt mit Stimmung pur! Guten Abend zu 17:30 Sat.1 Live. Wenn man das beschreiben möchte, was gestern Abend im andalusischen Sevilla geschehen ist, dann bleibt eigentlich nur ein Wort: Wahnsinn. Die Eintracht hat es tatsächlich geschafft. Ein Sieg im Finale der Europa-League gegen die Glasgow-Rangers. Bis dahin mussten die Fans lange zittern. Mit einem 1:1 ging es zunächst in die Verlängerung und schließlich ins Elfmeterschießen. Raphael Borre machte den Sack dann endlich zu. Für tausende Eintracht-Fans wurde damit ein absoluter Traum wahr: Ausnahmezustand deshalb nicht nur in den Straße von Sevilla, sondern auch in ganz Frankfurt. 42 Jahre nach dem Gewinn des UEFA-Pokals können sich die Hessen mit dem zweiten internationalen Titel in der Vereinsgeschichte.  Da ist das Ding! Lange hatten die Eintracht-Fans auf einen solchen Sieg gewartet – und ihre Mannschaft hat abgeliefert. Vor dem großen Jubel müssen die Fans allerdings Minuten der Ungewissheit durchstehen. Hier beim Public Viewing im und vor dem Deutsche Bank Park und in der ganzen Frankfurter Innenstadt kann man die Anspannung förmlich greifen. Tausende Fans zittern bis zur letzten Sekunde. Am Ende fällt die Entscheidung nach 120 Minuten im Elfmeterschießen. Raphael Borré setzt den entscheidenden Treffer oben ins linke Eck – und führt seine Mannschaft nach 42 Jahren zu einem historischen Europa-Cup-Sieg. Für die tausenden SGE Fans gibt es kein Halten mehr. Völlige Extase, in ganz Frankfurt herrscht absoluter Ausnahmezustand. Die Stadt verwandelt sich zur Fan-Meile. Eintracht-Fans: „Die Jungs haben alles richtig gemacht, die haben Herz gezeigt, für die Stadt, für den Verein und für alle!“ „Kevin Trapp macht das Unmögliche möglich!“ „Bei den Elfern konnte ich nicht mehr. Ich konnte wirklich nicht mehr hingucken, das war so krass.“ „Unvergesslich. Beim Elfmeterschießen Spannung pur. So einen Moment wird’s nie wieder geben. Nie wieder.“ Auf der großen Party bleiben die Fans weitgehend […]

  • Schalte zu den Eintracht-Fans auf den Frankfurter Römerberg

    Schalte zu den Eintracht-Fans auf den Frankfurter Römerberg

    Mehrere tausend Fans von Eintracht Frankfurt warten vor dem Frankfurter Rathaus auf die Ankunft der Sieger von Sevilla. Auch unser Reporter Carsten Praeg ist vor Ort. Eva Dieterle, Moderatorin: „Und der nächste Höhepunkt ist natürlich die Heimkehr der Adler Träger, wenn sie dann auf dem Balkon des Frankfurter Römers den Pokal in die Luft strecken. Tausende Fans warten schon auf dem Römerberg. Und mein Kollege Karsten Prag ist auch vor Ort. Karsten, wie ist denn die Stimmung.“ Carsten Praeg, Sportreporter: „Ja, die Stimmung hier ist wirklich Wahnsinn. Der Römerberg ist brechend voll. Die Fans, die singen sich hier schon seit Stunden warm. Und sie mussten auch schon rechtzeitig hier sein. Denn der Römerberg ist nahezu hermetisch abgeriegelt. Ganze Straßenzüge im Umkreis sind gesperrt, Hunderte von Securitys kontrollieren hier den Zugang und lassen mittlerweile wahrscheinlich gar keinen mehr auf den Römerberg drauf. Was wir jetzt noch hoffen, ist, dass das Wetter hält. Denn ein Gewitter soll im Anmarsch sein. Dann wäre die ganze Party hier schlagartig vorbei. Hoffen wir mal, dass es so weit kommt.“ Eva Dieterle: „Ja, wir drücken natürlich auch die Daumen. Was steht denn jetzt noch auf dem Programm?“ Carsten Praeg: „Ja, in diesen Minuten landet die Mannschaft am Frankfurter Flughafen. Dann geht’s mit dem Autokorso durch die Stadt hier in Richtung Frankfurter Römer. Ja, das kann sich dann natürlich noch ein bisschen ziehen, bis die Mannschaft, sagen wir so ungefähr in einer Stunde hier erwartet wird. Dann geht’s aber erst mal in den Kaisersaal. Dort werden dann erst einmal Reden geschwungen. Das heißt, bis wir wirklich die Mannschaft hier auf dem Balkon mit dem Pokal in den Händen sehen. Ich denke mal, vor halb acht wird das nix.“ Eva Dieterle: „Carsten Vielen Dank. Nach Frankfurt und viel Spaß.“

  • Die Eintracht vor dem großen Finale

    Die Eintracht vor dem großen Finale

    Heute ist er gekommen! Der Tag, um Geschichte zu schreiben! Eintracht Frankfurt steht tatsächlich im Finale der Fußball Europa League! Gegner heute Abend in Sevilla sind die Glasgow Rangers aus Schottland. Ob mit oder ohne Eintrittskarte – über hunderttausend  Fans beider Clubs haben ihre Mannschaften nach Andalusien begleitet. Und feiern GEMEINSAM eine riesige Fußball-Party.     Ganz Sevilla tanzt, ganz Sevilla feiert! Eintracht-Fans in weiß zusammen mit Rangers-Fans und blau und orange. Die beiden Clubs, die sich so ähnlich sind – irgendwie im Herzen verbunden. Verbrüderung, mitten in der Nacht, unter den Glocken der Kathedrale von Sevilla. „Das Beste, was ich je mit der Eintracht erlebt habe! Und die schottischen Fans sind absolut fair, absolut tolle Leute! Und es ist einfach nur eine tolle Party in dieser ganzen Stadt.“ „Zwei Fan-Kulturen, die zusammenpassen. Und das macht supergeil Sinn. Und das ist einfach eine Werbung für den Fußball, für den Europapokal.“ „Absolut großartig! Was für eine Atmosphäre! Großartig!“ „Es ist entspannte Atmosphäre. Das war aber im Vorfeld klar, dass zwischen Rangers und Frankfurt nie was passieren wird. Macht Spaß! Einfach nur geil!“ „Wir lieben die! Und die lieben uns! Was für eine Party! Jedem viel Glück, aber die Rangers werden gewinnen! „ Und hier ist heute Abend um 21 Uhr Anpfiff zum großen Finale: im Estadio Ramon Sanchez Pizjuan. Während die Glasgow Rangers hier noch mal ein richtiges Training hinlegen, beschnuppern die Frankfurter, die am Vormittag ja noch zu Hause trainiert hatten, lediglich im Freizeit-Look den Platz. Trainer Oliver Glasner zeigt sich betont locker, gelassener geht’s kaum: Oliver Glasner, Trainer Eintracht Frankfurt: „So eine gute Mischung aus Konzentriertheit, Fokus und Lockerheit. Und deswegen bin ich hier sehr entspannt, mit großer Freude angereist.“ Die Glasgow Rangers, ein schwerer Brocken für die Eintracht. Die Schotten haben Dortmund und Leipzig aus dem Pokal geworfen, […]

  • Unser Reporter Thorsten Arnold in Sevilla

    Unser Reporter Thorsten Arnold in Sevilla

    Eva Dieterle, Moderatorin: „Und in Sevilla steht jetzt unser Sportreporter Thorsten Arnold. Und ausnahmsweise mal nicht vorm Stadion, oder? Thorsten, wo bist du da?“ Thorsten Arnold, Sportreporter: „Na hier, wo die Party abgeht. Hier auf dem Prado de San Sebastian in der Innenstadt, da sammeln sie sich und feiern – die Unmengen von Eintracht-Fans, die hierher nach Sevilla gekommen sind. Und hier wird später das Spiel auch auf einer großen Leinwand gezeigt. Irgendwo müssen sie ja hin, die ganzen Fans, es können längst nicht alle ins Stadion rein. Denn in diesem Jahr, da ist es eben ein vergleichsweise kleines Final-Stadion. Gerade mal 44.000 passen da rein. Da blieben für beide Fanlager, Eintracht und Rangers, tatsächlich offiziell jeweils nur 10.000 Tickets übrig. Aber trotzdem, angesichts dieser extrem stimmgewaltigen Anhänger, die Schotten sind ja auch alles andere als Kinder von Traurigkeit: es wird wieder eine magische Europa League Nacht – definitiv die letzte in dieser Saison aber natürlich die emotionalste.“ Dieterle: „Wir haben‘s im Beitrag gesehen: tolle Vorfreude in der Stadt. Du warst ja bis in die Nacht unterwegs, ist denn alles friedlich geblieben?“ Arnold: „Also ich hab Tausende Eintracht Fans und Rangers Fans gesehen Die friedlich gesungen haben. aber es gab auch eine kleine Gruppe von Frankfurt Anhängern, die waren auf Randale aus. fünf davon wurden festgenommen berichtet die spanische Polizei. Gut so. Bielleicht kann man denen sogar die Tickets wegnehmen. – Wenn sie denn überhaupt welche hatten – und an treue Eintracht Fans weiterreichen, die hier immer noch verzweifelt nach Karten Ausschau halten.“ Dieterle: „Thorsten, lass uns schon mal weiter schauen: Sollte die Eintracht das Finale gewinnen, was passiert dann? Und wie sieht es aus, wenn sie es nicht schaffen?“ Arnold: „Tja, also da ist vieles noch offen aber ich denke mal die Eintracht, wenn sie den Pokal holt, und […]

  • Prozess gegen Testzentrumsbetreiber

    Prozess gegen Testzentrumsbetreiber

    Wegen Betrugs in Millionenhöhe muss sich ab heute ein 27-jähriger Mann vor dem Kasseler Landgericht verantworten. Er soll Corona-Testzentren in Kassel, Hannover, Braunschweig und Leipzig manipuliert haben. Gewerbs- und bandenmäßiger Betrug durch fehlerhafte Abrechnung. Das wird einem 27-Jährigen Gesellschafter einer Firma aus Nordrhein-Westfalen vorgeworfen, der sich heute nicht vor den Kameras im Gerichtssaal zeigte. Er hatten in mehreren Städten Corona-Testzentren betrieben – darunter auch dieses hier in Kassel. Für Corona-Abstriche soll der Angeklagten gemeinsam mit vier weiteren Personen 1,8 Millionen Euro bei der Kassenärztlichen Vereinigung abgerechnet haben. Allerdings seien in den Testzentren gar keine Schnelltests gemacht worden oder die Mindeststandards bewusst nicht eingehalten worden, so die Staatsanwaltschaft. Stephan Schwirzer, Staatsanwaltschaft Kassel: „Der Angeklagte hat sich heute objektiv teilweise geständig eingelassen. Eine wissentliche und willentliche Involvierung in Betrugstaten hat er in Abrede gestellt.“ Er habe keinen Einblick in die Struktur der Testzentren gehabt, sagt der Angeklagte heute. Für die Monate April und Mai letzten Jahres sollen allein für das Testzentrum in Kassel Leistungen in Höhe von einer Million Euro abgerechnet worden sein. Ins Rollen gekommen waren die Ermittlungen nach der Meldung einer Bank wegen des Verdachts der Geldwäsche. Alle Testzentren wurden mittlerweile geschlossen. Die Familie des Angeklagten zeigt sich von den Vorwürfen überrascht. Alya Cakar, Schwägerin des Angeklagten: „Er hat das nicht gemacht. Auf jeden Fall nicht. Der hat von sowas gar keine Ahnung, ehrlich. Der kennt sich mit diesem ganzen Papierkram gar nicht aus.“ Bundesweit laufen mehrere Verfahren zum Abrechnungsbetrug in Corona-Teststationen. Wie hoch der Gesamtschaden ist, lässt sich allerdings nicht abschätzen. Zu Beginn der kostenlosen Bürgertests mussten von den Betreibern keinerlei Nachweise für die durchgeführten Abstriche erbracht werden. Die Polizei geht daher von einer großen Dunkelziffer aus. Im Kasseler Fall hat die Staatsanwaltschaft das zu Unrecht erhaltene Geld über Kontopfändungen gesichert. Wegen des Betrugs drohen dem Angeklagten nun zwischen […]

  • Allianz gegen Geldautomatensprengungen

    Allianz gegen Geldautomatensprengungen

    Es ist ein kriminelles Phänomen, das erst in den letzten Jahren so richtig aufgekommen ist – die Sprengung von Geldautomaten. Mittlerweile explodiert in Deutschland fast täglich ein Automat. Auch in Hessen steigt die Zahl der Fälle. 2021 waren es so viele wie noch nie zuvor. Und auch in dieser Woche sind schon zwei Sprengungen gemeldet worden. Um dieses Kriminalitätsfeld einzudämmen, haben sich Polizei und Geldinstitute jetzt zusammengetan und eine Allianz gegründet. „3 – 2 – 1“ Ein lauter Knall – und schon ist der Weg frei zum Geld. Geldautomatensprengungen werden ein immer beliebteres Mittel bei Kriminellen. Wie hier in der Simulation der hessischen Polizei, mit Sicherheitsabstand und unter strenger Beobachtung, läuft das bei einem Überfall aber nicht. Allein in Hessen gab es im letzten Jahr 56 Geldautomatensprengungen. Im Schnitt ist also jede Woche ein Automat explodiert. In Rheinland-Pfalz waren es 23. 2022 sind die beiden Bundesländer mit 16 beziehungsweise 17 Delikten bisher ziemlich gleich auf. In Hessen haben die Diebe in den ersten viereinhalb Monaten dieses Jahres insgesamt 270.000 Euro erbeutet. Hinzu kommen Sachschäden in Höhe von mehr als 2,6 Millionen Euro. Grund für die hohe Schadensumme sind die veränderten Methoden der Kriminellen. Statt Gas setzen sie vermehrt feste Sprengstoffe ein. Das birgt auch eine deutlich höhere Gefahr für Anwohner, Bankkunden oder -Mitarbeiter. Peter Beuth (CDU), Innenminister Hessen: „Das wirkt wie eine Bombe und das hat schon dazu geführt natürlich erhebliche Gebäudeschäden an den Standorten der Geldautomaten dort stattgefunden haben. Wir hatten eine entsprechende Sprengung, wo die einen Obdachlosen in einem solchen Raum nicht gesehen haben, nicht erkannt haben und der nur durchglücklichste Umstände wirklich schadlos geblieben ist.“ (22s) Um solche Schäden zu vermeiden und die Anzahl der Delikte einzudämmen, hat das Landeskriminalamt ein neues Analysetool entwickelt. Das polizeiliche Informationssystem liefert Hinweise auf Personendetails, Methoden, bevorzugte Zielobjekte und mögliche Anfahrtswege […]

  • Probenauftakt bei den Bad Hersfelder Festspielen

    Probenauftakt bei den Bad Hersfelder Festspielen

    Und nun gehen wir nach Osthessen, genauer gesagt nach Bad Hersfeld. Ein Name, bei dem das Herz von Theaterfans höher schlägt. Zum 71. Mal finden dort die berühmten Festspiele statt. Heute war Probenbeginn und wieder einmal hat der Intendant bekannte Gesichter in sein Ensemble geholt. Und er bringt wieder einmal ein Stück Weltliteratur auf die Bühne. Die Stimmung ist gut beim Probenauftakt in Bad Hersfeld. Wohl auch deshalb, weil nach zwei Jahren Corona-Einschränkungen endlich wieder normale Festspiele erwartet werden. Intendant Joern Hinkel wird die Stiftsruine zur Kathedrale machen. Er inszeniert Victor Hugos Roman „Der Glöckner von Notre Dame“. Joern Hinkel, Intendant Bad Hersfelder Festspiele: „Es ist vor allem ein Plädoyer gegen jede Art von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Und es ist eine sehr, sehr große Liebesgeschichte. Viele Menschen kennen nur den Film, kennen vielleicht auch eine Theaterfassung, aber der Roman hat viel, viel mehr zu bieten, ist sehr viel vielschichtiger. Deshalb haben wir bestimmt auch an die siebzig Rollen auf der Bühne.“ Die siebzig Rollen werden von gut einem Dutzend Schauspielern dargestellt. Eine der Hauptrollen übernimmt Richy Müller. Er spielt den frommen Geistlichen Claude Frollo, der aus Liebe wahnsinnig wird und eine Kette von Unglücken auslöst. Richy Müller, „Claude Frollo“: Meine Aufgabe ist es eben, ihn nicht nur finster dastehen z lassen. Sondern, dass man auch etwas in ihm erkennt, dass er auch Mensch ist und nicht nur wie so’n Dämon durch’s Stück läuft. Er wird wahrscheinlich die finstere Figur sein, aber ich hoffe mir gelingt es, dass man auch den Mensch dahinter sieht.“ Erstmals ist Fernsehstar Walter Plathe in Bad Hersfeld mit dabei. Wer sechzehn Jahre lang im Fernsehen einen immer freundlichen Landarzt gespielt hat, freut sich auch mal über eine andere Rolle. Walter Plathe, „Ludwig XI.“: „Diese Rolle, also Ludwig der Elfte, ist ja ein kleines Mistvieh. Also, der […]

  • Wie sicher ist unsere Energieversorgung, Herr Al-Wazir?

    Wie sicher ist unsere Energieversorgung, Herr Al-Wazir?

    Am 24. Februar hat Russland den Krieg gegen die Ukraine begonnen. Seitdem sind viele tausend Menschen gestorben, Millionen sind geflüchtet. Auch in Hessen und Rheinland-Pfalz sind die Folgen des Krieges deutlich spürbar. Benzin, Erdgas, Lebensmittel. Fast alles ist in den vergangenen Wochen deutlich teurer geworden. Was die Politik jetzt tun kann, darüber sprechen wir gleich hier im Studio mit dem hessischen Wirtschafts- und Energieminister Tarek Al-Wazir. Doch zunächst blicken wir auf die aktuelle Lage. Der Blick auf die Zapfsäule lässt viele Menschen gerade verzweifeln. Auch in Mainz ist der Preis für einen Liter Benzin deutlich über zwei Euro gestiegen. Das Statistische Bundesamt hat ermittelt, dass Kraftstoffe im März fast 50% teurer waren als vor einem Jahr. Diese hohe Belastung will die Bundesregierung mit dem Entlastungspaket abfedern. So hat der Bundestag letzte Woche beschlossen: Ab Juni soll das Benzin billiger werden und es soll ein Neun-Euro-Monatsticket für den öffentlichen Nahverkehr geben. Drei Monate sollen die Bürger unterstützt werden. Wie lange die Energiepreise wegen des Ukraine-Kriegs so hoch bleiben, ist aber unklar. Das größte Problem: Deutschland ist von russischer Energie abhängig. Der Anteil russischer Gaslieferungen nach Deutschland liegt bei über einem Drittel. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hofft, diesen Anteil in den nächsten zwei Jahren auf 10% senken zu können. Bei Öl aus Russland sieht es besser aus. Die Importe sind in den letzten Wochen stark gesunken. Die EU plant sogar ein Öl-Embargo. Dass Deutschland von russischem Gas und Öl  unabhängig wird, liegt aber noch in weiter Ferne. So ruft Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck heute zum Energiesparen auf. Denn was passiert, wenn Russland den Gashahn irgendwann einfach zudreht? Dann würden die Privathaushalte grundsätzlich bevorzugt. Das hat heute der Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, klargestellt. Bei einem Lieferstopp würde die Gasversorgung der Unternehmen nach bestimmten Kriterien nach und nach abgeschaltet. Auch wenn dann zum Beispiel beim […]

  • Weitere Nachrichten im Überblick

    Weitere Nachrichten im Überblick

    +++ Viele Ermittlungsverfahren wegen Hate Speech +++ Abriss wird deutlich teurer +++ Bettensteuer ist rechtmäßig +++ Kaum Nachfrage nach Spargel +++ Viele Ermittlungsverfahren wegen Hate Speech: Nach den tödlichen Schüssen auf zwei Polizisten im Januar bei Kusel haben die Ermittler des rheinland-pfälzischen Landeskriminalamts bislang Hinweise auf mehr als 1.700 Hasskommentare gegen Polizisten m Internet bearbeitet. Die Zahl der Ermittlungsverfahren bei der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz ist mittlerweile auf 536 gestiegen. Abriss wird deutlich teurer: Der geplante Abriss des Ludwigshafener Rathaus-Centers wird rund 72 Millionen Euro kosten. Das sind 20 Millionen Euro mehr als ursprünglich geplant. Grund dafür sind die hohen Baupreise wegen des Ukraine-Kriegs. Um die Kosten zu verringern, soll der Abrissschutt nicht zur Deponie gefahren, sondern für den Bau der neuen Helmut-Kohl-Allee verwendet werden. Das soll Material sparen und LKW-Fahrten vermeiden. Bettensteuer ist rechtmäßig: Die Stadt Trier und rund 30 weitere Kommunen in Deutschland dürfen von Übernachtungsgästen eine örtliche Abgabe verlangen. Das hat das Bundesverfassungsgericht heute entschieden. Damit waren die Verfassungsbeschwerden von Hoteliers aus Hamburg, Bremen und Freiburg erfolglos. Trier hat die Bettensteuer 2018 eingeführt. Sie beträgt 3,5 Prozent vom Übernachtungspreis. Im vergangenen Jahr hat die Stadt dadurch 560.000 Euro eingenommen. Kaum Nachfrage nach Spargel: Die Spargelbauern in Hessen und Rheinland-Pfalz sind unzufrieden mit der bisherigen Saison. Der Umsatz sei gegenüber dem Vorjahr um bis zu 15 Prozent zurückgegangen. Obwohl der Spargel billiger sei als im vergangenen Frühling, würden sich die Kunden beim Kauf sehr zurückhalten. Einige Bauern würden bereits auf einem Teil ihrer Felder keinen Spargel mehr stechen.

  • Letztes Eintracht-Training vor dem großen Auftritt

    Letztes Eintracht-Training vor dem großen Auftritt

    Jetzt wird es langsam richtig spannend: Einen Tag vor dem alles entscheidenden Europa-League-Finale hat sich die Frankfurter Eintracht heute Nachmittag auf den Weg nach Sevilla gemacht. Und mit ihr Tausende Eintracht-Fans, die das Spiel gegen die Glasgow Rangers morgen Abend möglichst hautnah miterleben wollen. Kurz vor dem Abflug nach Spanien hat sich die Mannschaft heute noch einmal zum Abschlusstraining in Frankfurt getroffen. Die beste Nachricht vorweg: Mit Ausnahme von Martin Hinteregger, der nach wie vor an einer Oberschenkelverletzung laboriert, kann Eintracht-Coach Oliver Glasner beim großen Finale in Sevilla morgen aus dem Vollen schöpfen: Alle Mann an Bord, heißt es bei der Eintracht – auch der zuletzt angeschlagene Stürmer Jesper Lindström ist beim Abschlusstraining wieder mit von der Partie. Die Stimmung: Positiv angespannt – nicht nur bei der Mannschaft, sondern auch bei den Fans. Michael Ritz: „Mir geht der Zappe auf Teufel komm raus. So nervös war ich bei meiner Hochzeit noch nicht einmal.“ Muk Diges, 8 Jahre: „Die Freude ist eigentlich ziemlich riesig. Weil – es ist auch dunkel und ich darf trotzdem wach bleiben und darf auch noch gucken. Und wenn die Eintracht morgen gewinnt, bin ich auch richtig fröhlich. Und ich habe auch vor zum Römer zu gehen. Ich hoffe, sie gewinnen.“ Klaus Seidel: „Die Emotionen sind so hochgekocht. Und ich denke, wir rocken auch das Ding. Jetzt sind wir so weit gekommen. Praktisch bis ins Finale. Und ich denke, die Motivation von den Spielern ist SO groß.“ Sevilla, wir kommen – heißt es heute auch für Tausende Eintracht-Fans am Frankfurter Flughafen. Wohl dem, der noch eines der begehrten Flugtickets ergattert hat. Eine Eintrittskarte für’s Finale haben die meisten hier nicht – und doch ist ihnen für ihre Eintracht kein Weg zu weit und zu steinig. Patrick: „Kein Ticket. Leider. Aber vor Ort sein ist das Allerwichtigste. Das […]

  • Mutmaßlicher Kindermörder von Hanau gefasst

    Mutmaßlicher Kindermörder von Hanau gefasst

    Es gibt neues beim Geschwistermord von Hanau. Der tatverdächtige Vater der beiden toten Kinder ist am Wochenende in Frankreich gefasst worden. Er steht unter dringendem Mordverdacht. Letzte Woche Mittwoch soll er zwischen 6 und 8 Uhr unerlaubt in die Wohnung seiner – von ihm getrennt lebenden – Ehefrau eingedrungen sein. Wenig später waren beide Kinder tot. Wo waren die Nachbarn? Wo war das Jugendamt? Wo warst du? Wo war ich? All diese Fragen stellen sich die Hanauer Bürger, die am Tatort innehalten und trauern. Vor fünf Tagen starben hier ein 11-jähriger Junge und seine sieben Jahre alte Schwester. Dem Mädchen wurde die Kehle durchgeschnitten, der Junge starb an den Folgen eines Sturzes von einem dieser Balkone. Hauptverdächtiger ist der Vater der beiden Kinder. Er wurde am Wochenende in Frankreich festgenommen. Lisa Pohlmann, Staatsanwaltschaft Hanau: „Am vergangenen Samstag konnten wir einen Tatverdächtigen festnehmen. Die Festnahmen erfolgte nach dreitägigen Fahndungsmaßnahmen in der Nähe von Paris. Circa zwischen 12:00 und 13:00 Uhr durch die ausländischen Kollegen dort.“ Der 47-jährige Tatverdächtige habe bei der Festnahme keinen Widerstand geleistet. Auch fünf Tage nach dem schrecklichen Ereignis ist die Anteilnahme der Hanauer Bürger groß. Sie hoffen auf eine harte Strafe für den Täter und sind erleichtert, dass er mittlerweile in Untersuchungshaft sitzt. Britta Weber, Hauswirtschafterin: „Es ist gut, dass sie ihn jetzt gefasst haben, dass nichts mehr passiert. Der könnte ja auch noch andere Leute umbringen. (…) Die Kinder waren halt noch so klein. Die haben noch ihr ganzes Leben vor sich gehabt. Es ist so schrecklich.“ Antonietta Zaccagnino, Reinigungskraft: „Der soll in Knast gehen. Die Kinder können nichts dafür. Der hat genau gewusst, wann die Kinder in die Schule gehen. Ich weiß es nicht. Ich weiß es nicht.“ Werner Fuchs, Uhrmacher: „Also ich finde diese Tat…quasi also grauenhaft. Grauenhaft. Und ich bin auch froh, dass […]