Hessen

  • Dritter Jahrestag des Hamas-Massakers vom 07. Oktober

    Dritter Jahrestag des Hamas-Massakers vom 07. Oktober

    Heute der Angriff der islamistischen Terror-Organisation Hamas auf Israel drei Jahre her. Rund 1.200 Menschen wurden getötet. Hunderte als Geiseln verschleppt. Nach diesem Massaker der Hamas und der militärischen Antwort Israels im Gazastreifen sind auch Juden in Deutschland immer mehr Anfeindungen ausgesetzt. Auch hier bei uns in Rheinland-Pfalz und Hessen. Die Zahl der antisemitischen Straftaten ist dramatisch gestiegen. Was muss getan werden, damit sich Juden hier wieder sicher fühlen können? Wir treffen Daniel Wasner an der Synagoge in der Mainzer Innenstadt. Der 24-Jährige studiert Englisch und Geschichte auf Lehramt an der Mainzer Uni. Er sagt uns, sein Leben habe sich nach dem 7. Oktober 2023 merklich verändert. Auch sein Alltag als Student. Daniel Wasner, Student aus Mainz „Antisemitische Vorfälle gab es an der Uni von Schmierereien bis hin zu auch teilweise Übergriffen. Man fühlt sich eingeschränkter, man schaut sich um. Ich schaue mir teilweise an, was haben meine Kommilitonen an, ob sie irgendwelche Symbole tragen. Ich habe auch schon Kurse tatsächlich verlassen, weil ich mich unwohl gefühlt habe. Weil ich wusste, okay, ich bin hier nicht sicher, wenn die mitbekommen, dass ich Jude bin, dann könnte ich hier Probleme bekommen in diesem Kurs.“ Nicht nur an der Uni erlebt Daniel Wasner Antisemitismus. Hier im Goethepark wurde er schon gemeinsam mit anderen jüdischen Studenten von mehreren Jugendlichen verfolgt, beschimpft und beleidigt. Daniel Wasner, Student aus Mainz „Beängstigend. Weil auch viele Leute das einfach nur unkommentiert zugelassen haben, keiner sich da irgendwie eingemischt hat. Teilweise gab es auch, so wie ich das wahrgenommen habe, unterstützend Pfiffe. Deswegen ja, es war schon einschüchternd.“ Einschüchternd ist die Lage in Deutschland in diesen Zeiten für viele Juden. In Sachsen-Anhalt könnte es bald die erste AfD-geführte Landesregierung geben. In einem Bundesland, in dem die Partei als gesichert rechtsextrem eingestuft ist. Und in Berlin könnte bald die […]

  • Aktion Kindeswohl präsentiert Forderungskatalog

    Aktion Kindeswohl präsentiert Forderungskatalog

    Immer mehr Kinder in Hessen brauchen dringend Hilfe – doch ausgerechnet die Stellen, die sie schützen sollen, arbeiten längst am Limit. Die Zahl der Kindeswohlgefährdungen erreicht Jahr für Jahr neue Höchststände. Rund 95.000 Minderjährige in Hessen sind derzeit auf Hilfen zur Erziehung angewiesen. Gleichzeitig fehlt es an Personal, Plätzen und Zeit. Jetzt schlägt ein Aktionsbündnis Alarm. In der Wohngruppe Moosburg in Wiesbaden leben Jugendliche im Alter zwischen 13 und 17 Jahren. Sie alle kommen aus schwierigen familiären Verhältnissen und sind hier auf pädagogische Hilfe durch eine rund um die Uhr Betreuung angewiesen. Celine Wüst ist die Teamleiterin der Wohngruppe. Sie begleitet die Jugendlichen zu Therapieterminen, unterstützt sie in Krisen und gestaltet mit ihnen den Alltag. Celine Wüst, Teamleiterin Wohngruppe Moosburg „Die größte Problematik in unserem Alltag ist irgendwie die Zeit. Im Regelfall sind wir alleine und wir haben 8 Jugendliche hier in der Wohngruppe. Das heißt ist jemand in Krise möchte ich eigentlich die Zeit in Krise verbringen und sagen ich unterstütze dich adäquat darin. Gleichzeitig muss ich aber dran denken jetzt sind hier sieben andere Kinder die wuseln hier rum und was passiert hier gerade.“ Sie wünscht sich daher dringend eine Doppelbesetzung mit zwei pädagogischen Fachkräften. Das Aktionsbündnis Kindeswohl sucht den Austausch mit der Politik und fordert neben mehr Personal auch verbindliche Qualitätsstandards. Klaus Friedrich, Sprecher des Aktionsbündnisses Kindeswohl Hessen „Aus unserer Sicht könnte das Land dafür sorgen dass es auf Landesebene grundsätzlichere Rahmenbedingungen gibt, dass es ein stärkeres Landesjugendamt gibt, was wir in der Art in Hessen so nicht haben, sodass bestimmte Standards von dort eben vorgegeben sind.“ Das Land Hessen verweist hingegen auf den Bund. Heike Hofmann (SPD), Sozialministerin Hessen „Wir setzen uns als Land dafür ein, dass in diesem Zusammenhang Lösungen gefunden werden, die das Jugendhilfesystem zukunftsfest aufstellen. Dazu gehört auch eine auskömmliche finanzielle Beteiligung des Bundes an den Kosten, die sich aus bundesgesetzlicher […]

  • Selters im Taunus setzt Waschbär-Kopfgeldprämie aus

    Selters im Taunus setzt Waschbär-Kopfgeldprämie aus

    Sie plündern Mülltonnen, verwüsten Vorgärten und machen selbst vor geschützten Tierarten nicht halt: Waschbären werden in weiten Teilen Hessens zunehmend zum Problem. Auch rund um Selters im Taunus richten die ursprünglich aus Nordamerika stammenden Raubtiere erhebliche Schäden an. Die Gemeinde greift deshalb jetzt zu einer drastischen Maßnahme: Für jeden erlegten Waschbären bekommen Jäger künftig 25 Euro Prämie. Bürgermeister Benjamin Zabel begleitet Jagdpächter Christoph Bethke in ein Feucht-Biotop bei Niederselters. Der Jäger ist gekommen, um Lebendfallen für Waschbären aufzustellen – denn gerade hier im Vogel- und Amphibienschutzgebiet sind die kleinen, hungrigen Raubtiere besonders aktiv. Benjamin Zabel (CDU), Bürgermeister Selters „Das sorgt natürlich dafür, dass die Vögel zum einen vergrämt werden, aber auch die Gelege ausgenommen werden. Wir stellen auch immer wieder fest, dass gerade in der Laichzeit Amphibienlaich herausgezogen wird, gefressen wird. Und auch die Kröten bzw. die Frösche verschwinden.“ Dabei sind Waschbären nicht nur eine Bedrohung für die heimische Tier- und Pflanzenwelt: Sie richten auch enorme Schäden an. Etwa an den Dämmmaterialien auf Dachböden. Wer die nachtaktiven Tiere einmal im Haus hatte, findet sie danach meistens nicht mehr so putzig. Auch in Selters werden Waschbären deshalb schon seit geraumer Zeit bejagt. Doch die Jagd ist aufwändig – und bislang ausschließlich ehrenamtlich. Christoph Bethke, Jagdpächter in Selters-Münster „Derjenige, der jetzt sich die Arbeit macht, Waschbären zu fangen, der macht das natürlich eigentlich ohne jeden eigenen Vorteil. Das ist eine reine Unterstützung des Ökosystems. Also, man muss ein bisschen Enthusiasmus mitbringen. Die 25 Euro sind sicher schon mal gut dafür. Weil: Man muss Köder kaufen, Fallen kaufen …“ Waschbären, die in die Falle gehen, werden getötet – ab dem kommenden Jahr gibt es dafür pro Kopf 25 Euro. Das ruft wiederum Naturschützer auf den Plan. Statt die Waschbären zu töten, sollten besser Schutzzäune und Anti-Kletter-Vorrichtungen zum Einsatz kommen – zumal eine flächendeckende Bejagung […]

  • Maria Magdalena-Ausstellung im Frankfurter Städel

    Maria Magdalena-Ausstellung im Frankfurter Städel

    Sie war eine der spannendsten Frauen der Bibel – und ihr Image könnte unterschiedlicher kaum sein: Heilige, Sünderin, starke Frau. Seit Jahrhunderten inspiriert Maria Magdalena Künstler auf der ganzen Welt. Jetzt zeigt das Frankfurter Städel Museum, wie sich ihr Bild über 500 Jahre verändert hat – von alten Meistern bis zu modernen Interpretationen. Kim Kardashian als Maria Magdalena. Inszeniert 2018, vom amerikanischen Star-Fotografen David LaChapelle. Fast vierhundert Jahre früher entsteht das als eindringlichstes Magdalenen-Bild gefeierte Gemälde von Georges de La Tour. Philipp Demandt, Direktor Städel Museum Frankfurt „Maria Magdalena ist eine der faszinierendsten Figuren in der Bibel. Sie schwankt zwischen einer Heiligen und einer Sünderin. Zwischen Himmel und Hölle. Sie wird über tausend Jahre Kunstgeschichte so häufig dargestellt, wie fast keine biblische Figur überhaupt.“ Mal traurig angelehnt ans Kreuz Jesu, oder von Engeln umringt in den Himmel aufsteigend. Gemalt von allen großen Meistern. Ob Albrecht Dürer, Correggio, El Greco, Tizian oder Max Beckmann. Lotte Laserstein ist eine der Künstlerinnen, die in der Ausstellung die weibliche Sicht auf Maria Magdalena repräsentieren. Bastian Eclercy, Kurator der Ausstellung „Künstlerinnen, die sich mit ihr beschäftigt haben, wie Lavinia Fontana, Elisabetta Sirani, Luisa Roldán, sozusagen, die Creme de la Creme der alten Meisterinnen. Die sind nicht so zahlreich, weil es einfach nicht so viele Künstlerinnen, aus gesellschaftlichen Gründen, in der Zeit gegeben hat. Aber alle Großen haben sich auf eine sehr produktive Weise mit ihr beschäftigt. Einige der schönsten Werke können wir hier zeigen.“ Maria Magdalena ist eine Figur aus der Heiligen Schrift. Doch im Laufe der Jahrtausende wird sie zu einem Mythos. Sie wird zur Heiligen, Sünderin, Prostituierten, oder Geliebten Jesu. Legenden, an deren Verbreiten die Kirche sich ganz bewusst beteiligt hat. Stefan Roller, Kurator der Ausstellung „Wenn die Kirche sagt, du sollst dein Leben bereuen und du sollst im Sinne christlicher Ideale leben, […]

  • Pfefferspray im ICE versprüht

    Pfefferspray im ICE versprüht

    Großeinsatz gestern Abend am Bahnhof in Fulda: In einem ICE-Zug klagen plötzlich rund 15 Menschen über Atembeschwerden. Rettungskräfte und Bundespolizei rücken an, der Zug muss stoppen. Zeitweise steht sogar ein sogenannter Massenanfall an Verletzten im Raum. Gegen 22.15 Uhr geht bei der Rettungsleitstelle der Alarm los. In einem ICE klagen mehrere Personen über Atembeschwerden und Augenreizungen. Der Zug legt einen Halt in Fulda ein. Wagen 7 wird sofort evakuiert. Für die medizinische Versorgung rücken mehrere Rettungswagen sowie ein Notarzt an. Eine Person muss wegen Augenreizungen vor Ort behandelt werden, unter anderem mit einer Augenspülung. Die Einsatzkräfte gehen an Bord, um die Ursache zu ermitteln. Schnell stellt sich heraus, dass es sich bei der reizenden Substanz um Pfefferspray handelt. Dieses soll sich im Rucksack eines Mitarbeiters eines privaten Sicherheitsdienstes befunden haben. Die Sprühdose ist wohl defekt, Reizgas entweicht und löst die Beschwerden bei den Reisenden aus. Abgesehen von den Augenreizungen wird kein Passagier ernsthaft verletzt. Die Bundespolizei ermittelt nun die genauen Umstände des Vorfalls. Das Mitführen von Pfefferspray ist in Deutschland grundsätzlich erlaubt, sofern es als Tierabwehrspray gekennzeichnet ist. Nachdem der betroffene Wagen ausreichend gelüftet wurde, konnte der ICE seine Fahrt Richtung Nürnberg gegen 23 Uhr fortsetzen.

  • Vor Beginn der Frankfurter Buchmesse

    Vor Beginn der Frankfurter Buchmesse

    Mehr als 200.000 Menschen kommen jedes Jahr nach Frankfurt – aus Liebe zu Büchern, Geschichten und neuen Ideen. Die Frankfurter Buchmesse ist der größte Branchentreff der Welt. Doch die Branche steckt mitten im Wandel: Die Absätze gehen zurück, gleichzeitig drängen immer mehr KI-generierte Bücher auf den Markt. Und damit verändert sich nicht nur das Geschäft mit dem Buch – sondern auch die Buchmesse selbst. Letzte Handgriffe noch, bevor die Frankfurter Buchmesse morgen ihre Tore öffnet. Nur im Pavillon, in dem sich das diesjährige Gastland Tschechien präsentiert, ist schon alles bereit. Der Vorsitzende des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels – der die Messe bereits seit 1949 veranstaltet – sieht sorgenvoll in die Zukunft. Schließlich ist der Absatz im deutschen Buchhandel im vergangenen Jahr um rund drei Prozent zurückgegangen, weil vor allem jüngere Menschen immer weniger lesen. Sebastian Guggolz, Vorsteher Börsenverein des deutschen Buchhandels „Zudem haben die Zahlen zum Buchmarkt 2025 zum Kaufverhalten offenbart, dass vor allem die jüngeren, die Altersgruppe von 10-15 Jahren, massive Einrbüche in der Zahl der gekauften Bücher zu verzeichnen haben. 30,6 % weniger verkaufte Bücher in dieser Altersgruppe.“ Den Grund dafür sehen viele in der schwindenden Lesekompetenz. Laut der neuen PISA-Studie kann in Deutschland ein Drittel aller 15-Jährigen nicht ausreichend Lesen und Schreiben. Sebastian Guggolz, Vorsteher Börsenverein des deutschen Buchhandels „Die mangelnde Lesekompetenz wird dadurch, dass uns leicht konsumierbare Antworten, Ergebnisse statistischer Abfragen, geliefert werden, sogar noch befeuert. Wer nicht mehr sinnentnehmend lesen kann, kann eine KI-Antwort gar nicht mehr überprüfen. Ihm oder ihr bleibt nur noch, diese vorgefertigte Antwort zu glauben.“ Auch deshalb versucht die Buchbranche auf der Frankfurter Messe die Angebote für junge Leser weiter nach vorne zu stellen. So wird der Bereich für Comics und Mangas in diesem Jahr ausgebaut. Auch die Verlage, die sich auf Literatur für Heranwachsende, in der Branche „Young Adult“ genannt, die […]

  • Vollzeit-Enkelin gibt Job für die Oma auf

    Vollzeit-Enkelin gibt Job für die Oma auf

    Mehr als sieben Millionen Menschen in Deutschland pflegen einen Angehörigen zu Hause – oft bis an die eigene Belastungsgrenze. Eine von ihnen ist Katharina aus Wiesbaden. Als die 30-Jährige mitansehen musste, wie ihre Oma Erika im Pflegeheim immer weiter abbaute, traf sie eine folgenschwere Entscheidung: Sie holte sie zu sich nach Hause. Ein Schritt aus Liebe – und eine Aufgabe, die sie jeden Tag viel Kraft kostet  – auch heute am europäischen Tag der pflegenden Angehörigen. Ankleiden, Windeln wechseln, waschen: Die Pflege ihrer Großmutter Erika gehört seit diesem Jahr zu Katharinas Alltag. Eigentlich kümmert sich Katharinas Vater um Erika. Doch dann erkrankt er selbst schwer. Katharina schaut sich nach einem Platz im Pflegeheim um. Katharina „Man denkt, das ist so das Gängige, was man macht. Irgendwann kommen dann die Großeltern, Eltern ins Pflegeheim. Dann hab ich auch einen Pflegeheimplatz gefunden und sie dann dorthin gebracht, hab dann aber schnell gemerkt: Ich hab kein gutes Gefühl dabei.“ Ihr Bauchgefühl täuscht sie nicht. Erika baut im Heim schnell ab, dabei zuzusehen bricht Katharina das Herz. Sie merkt, dass sie eine Entscheidung treffen muss. Katharina „Dann hab ich angefangen zu überlegen: Einmal finanziell, dann; Was bringt das alles mit sich? (…). Und hab dann meinen ganzen Mut zusammen genommen, weil so eine Entscheidung dann zu treffen für jemanden anderen, für einen selber – Ich glaube ich hatte noch nie so Angst vor einer Entscheidung.“ Für ihre Oma gibt Katharina ihr bisheriges Leben und vorerst die Karriere auf. In Zürich kündigt sie ihren Job in der Tourismusbranche und zieht zurück nach Wiesbaden. Heute sind es oft die kleinen Momente im Alltag, die ihr zeigen, warum sie so entschieden hat. Katharina „Es ist dieses Gefühl von Dankbarkeit. Dass man da eigentlich nur eine Kleinigkeit macht, oder denkt, das ist doch selbstverständlich. Dass ich ihr jetzt die […]

  • Der Mensch hinter der Uniform

    Der Mensch hinter der Uniform

    An Deutschlands größten Flughafen in Frankfurt befindet sich auch Deutschlands größte Polizeidienststelle. Dort macht jetzt die Ausstellung „Der Mensch Dahinter“ auf Gewalt gegen Menschen in Uniformen – wie zum Beispiel Polizisten und Rettungssanitäter – aufmerksam. Denn die Zahl der Angriffe steigt bundesweit. Andreas Bachmann ist Bundespolizist am Frankfurter Flughafen. Seit vier Jahren sorgt er hier fast täglich für Sicherheit. Doch vor einem Jahr eskaliert ein Einsatz, als einem betrunkenen Passagier der Flug verweigert wurde. Andreas Bachmann, Bundespolizist am Frankfurter Flughafen „Die Person wollte trotzdem nicht gehen, deswegen mussten wir die Person fesseln und im Rahmen des Gefechts auf dem Boden ist es dann zu den Bissen in den Armen des Kollegen gekommen, genauso wie zur Platzwunde. Bei mir war in dem Fall nichts Schlimmes, da war nur das Handgelenk einmal verdreht, also nur eine Prellung, aber das sind so Situationen, das ist auch kurz vor Dienstschluss. Und ja man kommt zum Dienst, man möchte dann auch heile zu Hause ankommen und das sind dann so Situationen, die einem dann durch den Kopf gehen, auch nach dem Dienstende zu Hause.“ Seine Erlebnisse sind jetzt Teil einer Ausstellung hier am Frankfurter Flughafen: „Der Mensch Dahinter“ erzählt Geschichten von Angriffen auf Menschen in Uniform. Die Zahl steigt bundesweit, beklagt Bianca Oehlmann von der Deutschen Polizeigewerkschaft. Sie spricht nach 33 Dienstjahren aus Erfahrung: Bianca Oehlmann, Deutsche Polizeigewerkschaft „Wir werden Opfer von Straftaten: 300 am Tag und statistisch gesehen steigt das. Polizisten werden nicht nur mit A.C.A.B. betitelt. Da kommen: Bullenschweine, Schweine, Wichser, Fotze, Hure – da wird alles dementsprechend den Polizisten entgegengeworfen und das macht was mit den Menschen.“ Um diese Erlebnisse öffentlich zu machen, haben die Initiatoren über 160 Interviews etwa mit Polizisten, Feuerwehrleuten und Notärzten geführt. Alles ehrenamtlich, durch den Verein „Initiative für Respekt und Toleranz“. Sie haben die Fotos und Geschichten […]

  • Kasseler Elisabethkirche bekommt neues Dach

    Kasseler Elisabethkirche bekommt neues Dach

    Vor knapp drei Jahren ist Kassel nur knapp einer Katastrophe entgangen. Am hellichten Tag stürzt mitten in der Innenstadt das Dach der Elisabethkirche in sich zusammen. Verletzt wird zum Glück niemand. Warum das Dach einstürzte, hat ein Gutachten mittlerweile geklärt. Die geklebte Dachkonstruktion hielt nicht mehr. Jetzt beginnen die Arbeiten für das neue Dach. Mit größter Präzision hebt der Kran das ein Tonnen schwere Bauteil an. Insgesamt 16 dieser Holzbalken bilden die neue Dachkonstruktion der Kasseler Elisabethkirche. Ein großer Moment für die Gemeinde. Und auch ein Neuanfang. Marcus Leitschuh, Pfarrei Sankt Elisabeth „Dieser Ort hat gefehlt, die Architektur hat gefehlt, diese Höhe der Kirche, diese Weite der Kirche. Diese Kirche mitten in der Innenstadt. Dass man danach ins Theater gehen konnte oder ins Kino. Also dieser Ort hat den Menschen gefehlt. Auch in der Ausprägung was hier war. Diese Öffnung in die Gesellschaft, die Mischung aus Liturgie und Kultur. Und es waren ja sehr unterschiedliche Gottesdienstformen auch in dieser Kirche möglich. Das fehlt den Leuten.“ Im November 2023 bricht das Dach der Kirche überraschend ein. Verletzt wird niemand. Doch der Schock sitzt tief. Die Planungen über die Zukunft der Kirche dauern lange. Jetzt endlich ist der Wiederaufbau im Endspurt. Dominik Dönicke, Bauleiter „Wir mussten natürlich zuerst das eingestürzte Dach bergen. Beim Einsturz selbst kam es zu Beschädigungen am Gebäude und die mussten behoben werden. Wir mussten Klarheit darüber haben was die Schadensursache war, damit wir bei einer zukünftigen Planung dieses Wissen eben einbringen können.“ Der Grund für den Einsturz des Daches konnte mittlerweile ermittelt werden. Der Kleber in der etwa 60 Jahre alten Dachkonstruktion hatte dem Gewicht nicht mehr standgehalten. Bei dem neuen Kirchendach soll das nicht mehr passieren. Das Bistum Fulda hat bisher eine Million Euro in die Arbeiten investiert. Laut Planung ist das Gebäude bis Ende des Jahres wieder […]

  • Tödlicher Unfall auf der A67

    Tödlicher Unfall auf der A67

    Viele Pendler im Rhein-Main-Gebiet mussten heute Morgen Geduld beweisen. Ein schwerer Unfall sorgte auf der A67 bei Rüsselsheim für erhebliche Verkehrs-Behinderungen. Ein LKW prallte gegen eine Schilderbrücke – dabei wurde die Ladung auf die Gegenfahrbahn geschleudert. Es ist ein Bild der Zerstörung: Gegen 2:35 Uhr in der Nacht kommt der LKW auf der A67 zwischen dem Mönchhof-Dreieck und Rüsselsheim-Ost von der Fahrbahn ab und kracht frontal gegen den Pfeiler einer Schilderbrücke. Der 58- jährige Fahrer wird im Führerhaus eingeklemmt – er verstirbt noch an der Unfallstelle. Der Sattelzug hat Stahlrohre geladen. Durch die Wucht des Aufpralls rollen diese auch auf die Gegenfahrbahn. Ein Transporter kann einem der Rohre nicht mehr ausweichen. Die beiden Insassen bleiben zum Glück unverletzt. Warum der LKW von der Fahrbahn abgekommen ist, ist bisher noch nicht geklärt. Die Bergungsarbeiten dauern auch am Nachmittag noch an. Die A67 ist in beide Richtungen gesperrt. Für Autofahrer heißt es, geduldig sein. Mittlerweile wurde die Gegenspur wieder für den Verkehr freigegeben. Die Bergungsarbeiten auf der anderen Spur laufen hingegen immer noch. Der Gesamtschaden wird auf mindestens 100.000 Euro geschätzt.

  • Prozess nach Körperverletzung mit heißem Öl

    Prozess nach Körperverletzung mit heißem Öl

    Ein Mann vermutet, seine Lebensgefährtin habe eine Affäre. Deshalb soll er sie im Schlaf mit heißem Öl übergossen und damit schwer verletzt haben. Dafür hatte ihn das Landgericht Frankfurt in erster Instanz zu 4 Jahren und 10 Monaten Haft verurteilt. Doch dieses Urteil wurde vom Bundesgerichtshof in Teilen aufgehoben. Der Fall musste deshalb heute neu verhandelt werden. Siegfried K. muss sich heute erneut vor dem Landgericht Frankfurt verantworten. An seiner Schuld hatte der Bundesgerichtshof keinen Zweifel. Heute geht es nur darum, beim neuen Urteil ausreichend zu berücksichtigen, dass Siegfried K. während der Tat betrunken war. Bereits nach zwei Stunden fällt ein neues Urteil: Jasmin Waltinger, Staatsanwaltschaft Frankfurt „Im Rahmen dieser Verhandlung ist jetzt eben dieses Strafmaß neu bestimmt worden und eben noch einmal diese einzelnen Strafzumessungsgesichtspunkte gegeneinander abgewogen worden, so dass es jetzt zu einer Verurteilung von vier Jahren und sieben Monaten gekommen ist.“ Der Angeklagte hatte stets behauptet, dass er sich an die Tat selbst nicht erinnern könne. Daniela Palme vertritt die Ex-Partnerin von K., die von dem heißen Öl Verbrennungen auf 18 Prozent ihrer Körperoberfläche davongetragen hat, immer noch berufsunfähig ist und mit einer posttraumatischen Belastungsstörung kämpft. Daniela Palme, Vertreterin der Nebenklage „Da gibt es Narbenbildung, sie kann nicht mehr richtig hören, sie ist Musikerin, und vor allen Dingen ist das natürlich eine Tat, mit der man sein Leben lang begleitet ist. Es ist fast wie eine Markierung, die er da gemacht hat. Sie wird ihn nicht so schnell vergessen.“ Zweimal musste das Opfer nach der Tat operiert werden, blieb einen Monat lang im Krankenhaus. Vor der Urteilsverkündung verliest Siegfried K. heute eine selbstverfasste Entschuldigung, spricht davon, er sei betrunken und übernächtigt gewesen, habe neben sich gestanden. Olivia Ulbrich, Verteidigerin „Ich habe ihn kennengelernt, ich würde mal sagen, ‚unter Schockstarre‘ stehend. Das lag eben daran, dass er mit der Tatausführung und dem, was […]

  • Weitere Nachrichten im Überblick

    Weitere Nachrichten im Überblick

    Rhein fordert anderen Umgang mit der AfD – DB Regio testet Bodycams mit Ton – Streckenführerschein für Azubis Anmoderation: Der hessische Imker-Verband schlägt Alarm: Seit Anfang Juli seien in Nordhessen rund 80 Bienen-Völker verendet. Der Tod der rund vier Millionen Tiere sei möglicherweise auf ein Unkrautvernichtungsmittel zurückzuführen, dass seit einem Jahr nicht mehr zugelassen sei. Das Institut für Bienenschutz in Braunschweig teilte allerdings mit, dass seine Ermittlungen noch nicht abgeschlossen seien. Das Massensterben könne auch eine andere Ursache haben. Und wir schauen auf die weiteren Meldungen von heute – und starten mit einer Forderung des hessischen Ministerpräsidenten. Rhein fordert anderen Umgang mit der AfD In einem Interview mit dem Magazin „Stern“ hat der hessische Ministerpräsident Boris Rhein die Bundestagsabgeordneten von CDU und CSU aufgefordert, AfD-Kandidaten bei der Wahl von Ausschussvorsitzenden zu unterstützen. Seine Begründung: Die AfD sei von den Wählern gewählt worden. Deshalb müsse sie auch im Bundestag entsprechend eingebunden werden. Gleichzeitig betonte der hessische CDU-Landesvorsitzende, dass sich die Union klar von der AfD abgrenze. Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion wies die Forderung von Boris Rhein zurück, die AfD begrüßt sie hingegen. DB Regio testet Bodycams mit Ton Bei der Deutschen Bahn wird ab heute eine neue Funktion der Bodycams getestet. In der Rhein-Neckar-Pfalz-Region können 25 Zugbegleiter künftig auch die Tonfunktion ihrer Kameras nutzen – etwa, wenn sie von Fahrgästen massiv beschimpft werden. Der zweimonatige Test von DB Regio soll dabei helfen, Mitarbeiter besser vor Übergriffen zu schützen. Hintergrund sind besonders viele Angriffe auf Zugbegleiter in der Region in diesem Jahr. Läuft die Testphase gut, könnten die Bodycams mit Tonfunktion ab Dezember bundesweit eingesetzt werden. Streckenführerschein für Azubis In Hessen können Auszubildende künftig schon mit 17 Jahren allein zur Berufsschule oder zum Ausbildungsbetrieb fahren. Das hessische Wirtschaftsministerium hat die Regeln für den sogenannten Streckenführerschein angepasst. Er kann genehmigt werden, wenn es keine verlässliche Verbindung zum Ausbildungsbetrieb mit Bus und Bahn gibt oder die Fahrt täglich länger als […]

  • KI unterstützt Ausländerbehörde

    KI unterstützt Ausländerbehörde

    Die Ausländerbehörden in Deutschland sind vielerorts überlastet. Hohe Flüchtlingszahlen, aber vor allem auch ständig wechselnde bürokratische Regeln und fehlende Digitalisierung machen den Beschäftigten die Arbeit schwer. Die Folge: lange Schlangen und Bearbeitungs-Zeiten. Ein Start-up aus Darmstadt will dieses Problem nun lösen. 2014 zieht Gustavo Campa von Mexiko nach Darmstadt, um hier zu studieren. Dafür braucht er einen Aufenthaltstitel und muss den regelmäßig bei der Ausländerbehörde verlängern. Doch die ist überlastet: Immer wieder stellt Gustavo sich schon nachts an, um am nächsten Tag überhaupt einen Termin zu bekommen. Gustavo Campa, Migrant aus Mexiko „Da habe ich mir gedacht: Okay es sind so viele Menschen in der Schlange, das Problem erlebe nicht nur ich, sondern das gibt es auch in anderen Bundesländern und anderen Städten. Und deshalb habe ich mir gedacht: Das muss anders gehen. Es muss eine digitale Lösung dafür gebaut werden.“ Und die entwickelt er gleich selbst: die Plattform OptiMigration. Hier kann man seine Anträge hochladen, eine KI prüft, ob Dokumente fehlen, die Angaben korrekt sind und was korrigiert werden muss. Gustavo Campa, Gründer von OptiMigration „Somit bekommen die Ausländerbehörden oder auch Unternehmen nur vollständige und korrekte Anträge, sodass die nicht mehr manuell korrigiert werden müssen oder es auch keine Kommunikation zwischen den Parteien mehr braucht. Das reduziert die Bearbeitungszeit um 70 Prozent pro Antrag.“ Ein erstes Pilotprojekt mit der Darmstädter Ausländerbehörde gab es bereits. Jetzt entwickelt das Team die Plattform weiter, unter anderem für Firmen, die ausländische Pflegekräfte vermitteln. Gustavo Campa, Gründer von OptiMigration „Meiner Meinung nach hat Deutschland kein Fachkräftemangel, sondern ein Verfahrensproblem, weil alle Anträge manuell bearbeitet werden und es eigentlich gar keine Ressourcen gibt diese Anträge zu bearbeiten.“ Mit OptiMigration sollen Prozesse für Migranten und die Behörden einfacher werden. Programmiert wird die Plattform von Sushmitha und Akarsh. Beide kommen aus Indien und haben in Deutschland studiert. […]

  • Katastrophenübung in Stadtallendorf

    Katastrophenübung in Stadtallendorf

    Es ist ein Szenario, das hoffentlich nie Realität wird: Zwei Militärhubschrauber kollidieren, zahlreiche Menschen werden verletzt. Für die Einsatzkräfte beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Genau für solche Extremlagen haben rund 350 Kräfte in Stadtallendorf im Rahmen der Übung „Starke Sicherung“ den Ernstfall geprobt – gemeinsam mit der Bundeswehr und den Reservisten. Feuer, Rauch und Chaos. Zwei Militärhubschrauber sind über dem Gelände der Herrenwaldkaserne in Stadtallendorf kollidiert und abgestürzt. Jetzt heißt es schnell reagieren, denn das Leben von 150 Menschen steht auf dem Spiel. Einen der Verwundeten spielt Till. Der Rechtsanwalt ist seit fast einem Jahr als Reservist im Heimatschutz tätig. Till, Hauptgefreiter Heimatschutzregiment 5 „Für mich war der Triggerpunkt der Überfall Russlands auf die Ukraine und ich hab mich dann entschieden was zu tun. Die Kameradschaft ist sehr sehr gut, sehr ausgeprägt, sehr positiv und das ist auch was mich wirklich fasziniert an dieser Tätigkeit und eben ja einen Beitrag zu leisten, dass wir als Land verteidigungsfähig sind.“ Jeder Reservist übernimmt eine bestimmte Rolle innerhalb des Szenarios. Einige stellen sich den Einsatzkräften entgegen, andere sind traumatisiert und desorientiert. Die Übung soll vor allem die Zusammenarbeit zwischen Stadt, Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst mit der Bundeswehr in einer komplexen Gefahrenlage stärken. Ulrich Ott, Brigadegeneral „Sie müssen wissen, wenn wir mal irgendwann als Soldaten ausrücken, irgendwohin, dann ist diese Kaserne leer, die muss geschützt werden. Es ist militärische kritische Infrastruktur würd ich sagen. Und deshalb brauchen wir die Heimatschützer und die machen wirklich einen tollen Job hier.“ Die Übung „Starke Sicherung“ findet jährlich statt. Sowohl auf die interne als auch auf die externe Kommunikation wird hier besonderes Augenmerk gelegt. Ulrich Ott, Brigadegeneral „Wir haben dann auch mal Kräfte von außerhalb, die versuchen in die Kaserne einzudringen, wir haben dann mal Innentäter, dass wir die finden und jetzt haben wir halt eben diese MASCAL-Lage, ‚Mass […]

  • Begräbniskirche für 2500 Urnen

    Begräbniskirche für 2500 Urnen

    Wo früher die normale Beerdigung im Sarg der Standard war, ist heute die Urnen-Bestattung allgegenwärtig. Und während man sich in Rheinland-Pfalz inzwischen sogar im Fluss oder im heimischen Garten beisetzen lassen kann, finden in Frankfurt ab jetzt die Ersten ihre letzte Ruhe in einer ehemaligen Pfarrkirche. Die Kirche St. Michael im Frankfurter Nordend. Hier ist im Laufe der vergangenen drei Jahre Hessens erste Begräbniskirche entstanden. Bei der Eröffnung herrscht reges Interesse. Bereits seit fast 20 Jahren ist hier das Fachzentrum für Trauerseelsorge des Bistums Limburg angesiedelt. Leiterin Verena Maria Kitz erinnert sicht, wie die Idee für eine Begräbniskirche zustande kam. Verena Maria Kitz, Leiterin Fachzentrum Trauerseelsorge Bistum Limburg „Die Trauerkultur hat sich sehr verändert. Menschen leben längst nicht mehr da, wo sie aufgewachsen sind, haben gar keine Zeit und wenig Gelegenheit, ein großes Familiengrab zu pflegen und haben auch wenig Berührung mit den Themen von Tod und Sterben. Und da ein gutes Angebot zu machen, für einen guten Ort, aber eben auch für eine Begleitung in der Trauer, das war der Grundgedanke.“ 2500 Urnen finden hier Platz – einzeln oder auch zu zweit. Die ersten Fächer sind bereits besetzt. Das Konzept des Bistums sieht vor, dass immer ein ehrenamtlicher Präsenzdienst auf dem Indoor-Friedhof anwesend ist, der Besucher über die Begräbnismöglichkeiten informieren, aber auch seelsorgerisch unterstützen soll. Reinhold Richter, Ehrenamtlicher Helfer „Es war deutlich erkennbar Interesse einfach, weil die Leute die Kirche kannten, von früher von der Nutzung her, teilweise aus den Stadtteilen hier aus Frankfurt kommen oder hier vorbeifahren und sehen, dass die Kirche endlich jetzt geöffnet ist, oder der Friedhof geöffnet ist. Und insofern da ein großes Interesse da ist, auch zur eigenen Bestattung.“ Das Grundstück, auf dem die Kirche steht, hat das Bistum Limburg von der Frankfurter Pfarrei Sankt-Joseph erhalten. Die Kirche selbst ist aus den fünfziger Jahren. Ihr Umbau zum Begräbnisort – den Großteil der […]