Vor dem neuen Schuljahr in Hessen
Genauer hingeschaut wird im Matheunterricht an 60 Pilotschulen. Dort soll in ausgewählten Klassenstufen mit fünf statt bisher zwei standardisierten Tests der Lernstand der Schüler ermittelt werden. Die Daten sollen helfen, die Unterrichtsqualität zu verbessern. Armin Schwarz (CDU), Bildungsminister Hessen „Sodass Kinder dort ganz persönlich individuell bei ihrem Lerntempo beispielsweise oder auch bei der jeweiligen Herausforderung, die sie individuell haben, unterstützt und gefördert werden.“ Dafür wird auch das im Mai eingeführte intelligente Online-Lernsystem „bettermarks“ ausgeweitet. Dieses passt Mathe-Aufgaben an die Kompetenzen der Schüler an und ermöglicht jetzt auch Lernstandserhebungen. Das Lesen soll Grundschülern mit einer festen Lesezeit von bis zu 25 Minuten täglich nähergebracht werden. Zunächst den Dritt- und Viertklässlern an 100 Grundschulen. Eine weitere Neuerung ist der seit 1. August geltende Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung von Erstklässlern. Für die Umsetzung sieht der Minister die Schulen gut gerüstet. Armin Schwarz (CDU), Bildungsminister Hessen „Wir stellen zum neuen Schuljahr 370 weitere Stellen zur Verfügung, sodass wir in Summe auf 5.750 Stellen kommen, nur für den Ganztag. […] Wir wissen, dass 97 Prozent der Grundschulen jetzt schon ein Ganztagsangebot haben. Und wir sind zutiefst davon überzeugt, dass es gelingt.“ Insgesamt sei man mit rund 67.000 Lehrern stabil aufgestellt. Das Fach „Digitale Welt“ wird nun allen weiterführenden Schulen angeboten – freiwillig im Ganztag. Opposition und Bildungsverbänden dürfte das nicht weit genug gehen. Sie hatten mehr Medienbildung verpflichtend im Unterricht gefordert. Redebedarf gibt es offenbar auch noch bei der Landesregierung – das angekündigte Bildungspaket lässt weiter auf sich warten.


