Immer mehr Lkw-Ladungen geklaut
Es sind schwere Zeiten für Logistikunternehmer: Immer häufiger kommt es vor, dass komplette LKW-Ladungen geklaut werden. Bei den Dieben handelt es sich um sogenannte Phantomfrachtführer: angebliche Subunternehmer, die Transportfahrten für Logistikunternehmen durchführen. Sie holen die Ware zwar ab, doch die kommt nie am Ziel an. Bis zu 100 LKW fahren täglich zum Ein- und Ausladen über den Hof bei Intertrans in Bobenheim–Roxheim. Das Speditionsunternehmen organisiert Transporte aller möglicher Waren innerhalb von Deutschland und ins Ausland. Die Fahrten selbst führt das Unternehmen von Michael Peters nicht aus. Das machen Transportfirmen. Zu etwa 90 Prozent arbeitet er dafür mit festen Partnern zusammen. Die restlichen Fahrten stellt er in einer Frachtenbörse online. Transporteure können dort Telefonnummer und E-Mail-Adresse abgreifen und sich melden, wenn sie einen Auftrag übernehmen wollen. Doch in letzter Zeit sind darunter immer öfter Fakeunternehmer, die darauf aus sind, die Ware zu klauen. Michael Peters, Speditionsunternehmer: „Wir haben eine Ladung von Mannheim nach Hamburg und dann laden die die direkt in Mannheim bei unserem Kunden, fahren sie angeblich dann zu dessen Kunden in Hamburg, aber dort tauchen sie halt nie auf. Und dann am nächsten Tag erst meldet sich der Empfänger und sagt ‚wo bleibt der LKW, ich warte auf die Ware.‘“ Vor einigen Jahren ist Michael Peters selbst auf einen Phantomfrachtführer hereingefallen. Damals waren solche Fälle eher selten. Mittlerweile bemerken seine Disponenten mehrmals pro Monat Betrugsversuche. Die Scammer klauen die Identität echter Transportunternehmer. Um den Fake zu bemerken, muss man schon ganz genau hinschauen. Oft sind es nur minimale Änderungen in der E-Mail-Adresse. Papiere wie Fahrerlizenz und Versicherungsgenehmigung sind entweder geklaute Originale oder täuschend echt aussehende Fälschungen. Michael Peters, Geschäftsführer Intertrans GmbH: „Das Problem ist, Fälschungen an Papieren heutzutage durch die Digitalisierung sind nicht mehr erkennbar. Und es kommt auf die winzigen Details drauf an, die die Disponenten prüfen müssen.“ Laut […]


