Rheinland-Pfalz

  • Pendler brauchen Geduld: Spontaner Busfahrer-Streik in Rheinland-Pfalz

    Pendler brauchen Geduld: Spontaner Busfahrer-Streik in Rheinland-Pfalz

    Heute ist bei Pendlern in Rheinland-Pfalz vor allem wieder eines gefragt: Geduld. Die Gewerkschaft ver.di hat Busfahrer privater Busbetriebe zum Streik aufgerufen. Schon seit zwei Jahren gibt es in der Busbranche immer wieder Streiks und eigentlich hatten sich beide Seiten auch auf bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne geeinigt. Doch entgegen der Abmachung ist das Geld noch nicht bei den Fahrern angekommen. Deshalb blieben die Busse heute in weiten Teilen von Rheinland-Pfalz in den Depots. Laut Anzeige fahren hier mehrere Busse ab, doch die Realität sieht anders aus. Die Fahrer vieler privater Busgewerbe haben heute ihre Arbeit niedergelegt – und zwar unangekündigt. Viele Fahrgäste werden deshalb vom Streik überrascht und warten – wie hier in Bad Kreuznach – vergeblich auf den Bus. Manfred Schrauth, Rentner „Ich habe für spontane Reaktionen kein Verständnis. Dann sollen sie das acht Tage vorher ankündigen, dann kann man das einrichten und sich dann umstellen.“ Ilse Schnorrnberger, Rentnerin „Wenn man jetzt bräuchte und man weiß es nicht und dann steht man an der Haltestelle und kann nicht fahren.“ Tatjana Aveleira „Dass man dann streikt, weil man… weil das Gehalt nicht gut genug ist, weil man kaum Zeit für die Familie hat, ist schon verständlich, auf jeden Fall.“ Eigentlich waren Lohnerhöhungen ab dem 1. September vereinbart. Das Land Rheinland-Pfalz hat finanzielle Unterstützung dafür bereitgestellt. Trotzdem ist noch kein Geld bei den Busfahrern angekommen. Schuld sei die Vereinigung der Arbeitgeberverbände Verkehrsgewerbe, sagt die Gewerkschaft. Marko Bärschneider, Verhandlungsführer ver.di „Die Kolleginnen und Kollegen rechnen fest mit dem Geld. Das Geld ist auch vom Land unterwegs, aber die Arbeitgeber unterschreiben den Traifvertrag nicht. Deswegen bleibt uns nichts anderes übrig, als hier nochmal jetzt weiterhin unangekündigte Streikmaßnahmen durchzuführen, um die Arbeitgeberseite letztlich zur Vernunft zu bewegen.“ Und so stehen viele Stadtbusse heute im Depot, statt auf der Straße zu fahren. Und die […]

  • Der 17:30-Sporttalk

    Der 17:30-Sporttalk

    Nach der Länderspielpause mit zwei Siegen für unsere deutsche Fußballnationalmannschaft geht’s jetzt in der Bundesliga wieder zur Sache. Markus Appelmann, Moderator: Und deswegen habe ich mir wie immer freitags Verstärkung ins Studio geholt mit Thorsten Arnold aus der Sportredaktion. Thorsten, schwierige Aufgabe für unsere heimischen Clubs, die jetzt wieder Vollgas geben müssen. Thorsten Arnold, Sportreporter: Ja, so kann man sagen. Und viele schauen dann morgen zum Beispiel nach Frankfurt. Da ist ja die Hertha aus Berlin zu Gast. Und das ist ein echt richtungsweisendes Spiel. Die Hertha, die hatte sich ja viel vorgenommen diese Saison, kam aber noch nicht so richtig in die Gänge bislang. Und da wird Wiedersehen gefeiert. Also zum Beispiel mit Fredi Bobic, dem ehemaligen Sportvorstand der Eintracht. Der zieht ja jetzt in Berlin die Fäden. Und auch hier mit Kevin-Prince Boateng – Kultfigur bei der Eintracht nach dem legendären Pokalsieg 2018. Und der Prinz hat schon gesagt: „Ja, ich freue mich, wieder nach Frankfurt zu kommen.Aber Umarmungen gibt’s während der 90 Minuten nicht, da gibt es anderen Körperkontakt und der wird ziemlich wehtun.“ Also da sagt er schon mal den richtigen Kampf voraus und einfach den Oliver Glasner, der kümmert sich erst ums Taktische beim Gegner. Oliver Glasner, Trainer Eintracht Frankfurt „Sie haben zuletzt in einer sehr sehr kompakten Defensive agiert, ist die Mannschaft, die mit den wenigsten Ballbesitz in der Liga hat und dann auf ihre Umschaltemomente gewartet. Ob sie es wieder so angehen, weiß ich nicht. Aber wie gesagt, ist es eine Mannschaft, die mit den Namen ihrer Spieler eine sehr sehr gute Bundesliga-Mannschaft darstellt.“ Arnold: Ja, 40.000 Zuschauer darf die Eintracht reinlassen. Knapp über 30.000 Tickets sind schon verkauft – und nicht nur an Genesene und Geimpfte, sondern auch ein gewisser Prozentsatz an negativ Getesteten. Der soll immer noch weiter ins Stadion gehen […]

  • Flutkatastrophe im Ahrtal – viele Probleme sind auch drei Monate danach noch nicht gelöst

    Flutkatastrophe im Ahrtal – viele Probleme sind auch drei Monate danach noch nicht gelöst

    Genau drei Monate ist es jetzt her, dass sich das Leben vieler Rheinland-Pfälzer über Nacht schlagartig verändert hat. Bei der Hochwasserkatastrophe kamen im Ahrtal und im Raum Trier insgesamt 134 Menschen ums Leben. Viele tausend Menschen verloren ihr Hab und Gut. Nach der Flutwelle folgte eine Welle der Solidarität. Doch die ebbt nun langsam ab. Und die Probleme der Betroffenen sind noch lange nicht gelöst. Erst die Wassermassen, dann die Verwüstung. Und jetzt die Angst vor dem Vergessen werden. Doch Wilhelm Hartmann bringt Hoffnung. Sofort nach der Flutkatastrophe hat der Gartenbau-Unternehmer aus Fulda  im Ahrtal ein Helferlager aufgebaut. Im sogenannten „Wilhelms-hafen“ bekommt man fast alles: Von Werkzeugen über Fenster bis hin zu Zement. Damit hilft Wilhelm Hartmann Betroffenen wie Heinz-Georg Hoffmann. Vor 3 Monaten hat er noch in diesem Fachwerkhaus gelebt. Doch das alte Gebäude wurde vom Wasser massiv beschädigt. Jetzt muss es provisorisch von Balken gestützt werden. Wilhelm Hartmann, Fluthelfer: „Die Feuchtigkeit muss unbedingt jetzt hier raus. Sobald der Frost nämlich kommt… genau, ja, ja genau… sobald der Frost nämlich kommt, dann platzt alles auseinander.“ An einen Wiedereinzug ist noch lange nicht zu denken. Derzeit wohnt der 64-Jährige in einem gespendeten Campinganhänger. Heinz-Georg Hoffmann, Anwohner: „Ich bin hier geboren und aufgewachsen und da möchte ich schon, dass man so soweit noch aufbauen kann. Wegziehen, warum. Das ist doch unsere Heimat.“ Das Schicksal von Heinz-Georg Hoffmann ist nur eines von vielen, die sich hinter der offiziellen Schadensbilanz verbergen. Die Behörden gehen im Ahrtal von rund 42.000 Flutopfern aus. Die Wassermassen haben dort über 3000 Gebäude zerstört, darunter auch viele Krankenhäuser, Schulen und Kindertagesstätten. 180 Kilometer Verkehrswege und 62 Brücken sind beschädigt oder weggerissen. Viele Leitungen für Strom, Wasser und Gas sind kaputt. Bis jetzt haben die Helfer rund 300.000 Tonnen Müll abtransportiert. Aber viele Bewohner wollen für immer aus dem […]

  • 3 Monate nach der Flutkatastrophe im Ahrtal – im Interview: Cornelia Weigand

    3 Monate nach der Flutkatastrophe im Ahrtal – im Interview: Cornelia Weigand

    Über die Situation vor Ort im Ahrtal sprechen wir mit der Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Altenahr, Cornelia Weigand. Eva Dieterle, Moderatorin: Frau Weigand, geben Sie uns zu Beginn bitte einen kurzen Überblick. Wie würden Sie die aktuelle Lage beschreiben? Cornelia Weigand, parteilos, Bürgermeisterin Verbandsgemeinde Altenahr: Aktuell ist es ganz viel geräumt von dem ganzen Schutt, was da war. Die meisten Häuser, die betroffen sind, sind entweder leider abgerissen oder entkernt, je nachdem, wie es da weitergehen kann. Und jetzt beginnt die Phase des Bautrocknens und des Wiederaufbauens. Und da braucht es jetzt auch Gelder. Die Anträge müssen gestellt werden, die Firmen müssen gefunden werden, das Material muss gefunden werden. Und insofern kehrt an manchen Stellen – nicht überall – so ein bisschen Ruhe auf den Straßen ein, weil das eben jetzt, ich sag‘ mal vorsichtig, der Teil mit auch viel Planung dahinter ist. Wir sind froh, dass wir so weit sind, aber für jeden anderen ist es eine unterschiedliche Kraftanstrengung und es liegt einfach noch ganz ganz viel Strecke vor uns. Aber die Privaten und auch die Firmen, die im eigenen, in der eigenen Substanz wieder aufbauen dürfen und auch aufbauen wollen, die sind jetzt auch auf dem Weg und oft auch, glaube ich, auf einem guten Weg. Sie sind viel im direkten Kontakt mit den betroffenen Menschen. Das sind mit Sicherheit Gespräche zwischen Verzweiflung und Hoffnung. Wie gehen Sie damit um? Weigand: Ich glaube, das ist einfach auch gut, dass ich viele verschiedene Stimmen höre. Weil es sind einfach viele tausend Menschen betroffen und damit gibt es ganz viele unterschiedliche Lebenssituationen, in denen die Menschen davon ereilt worden sind und natürlich auch ganz unterschiedliche Mechanismen, damit umzugehen. Und an der einen oder anderen Stelle gibt es dann vielleicht die Möglichkeit, entweder direkt noch eine Unterstützung zu liefern oder einfach auch […]

  • Unruhe bei Opel

    Unruhe bei Opel

    Immer wieder Ärger mit Stellantis. Der Mutterkonzern des Autobauers Opel sorgte zuletzt für Unruhe, weil er Stellen von Rüsselsheim nach Marokko verlegen will. Denn die deutschen Mitarbeiter seien schlicht zu teuer. Nun haben sich die Landesregierungen von Hessen, Thüringen und Rheinland-Pfalz eingeschaltet. Denn nicht nur im Stammwerk Rüsselsheim, sondern auch in den Opelwerken Eisenach und Kaiserslautern droht Ärger. Anlass dafür ist eine Überlegung von Stellantis, aus den Werken Rüsselsheim und Eisenach „eigene Rechts- und Produktionsorganisationen“ zu machen. Das heißt konkret: Sie sollen von der Opel abgespalten werden. Stellantis verspricht sich davon finanzielle Vorteile, da künftig flexibler entschieden werden könne, wo welches Modell gebaut werde. Die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten sollen sich nicht ändern, versichert Stellantis, die bestehenden Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen werden weitergelten. Der Betriebsrat von Opel in Rüsselsheim sieht das allerdings skeptisch. Uwe Baum, Betriebsratschef Opel „Die Stimmung bei den Beschäftigten ist sehr besorgt. Also die Angst geht um. Natürlich will jeder für sein Opel, für diesen einen Opel arbeiten und einstehen und nicht für kleine Einheiten, die zersplittert als ein Häufchen sozusagen am Schluss daliegen ohne, dass es eben den großen Verbund gibt. Also da gibt’s eine große Angst und eine große Unruhe. Nur ein geeinter und ein großer und starker Opel kann auch erfolgreich sein für Stellantis“ Der Betriebsrat fürchtet weniger Mitbestimmung und eine weitere Zerschlagung des Autobauers. Auch der Produktionsstopp und angeordnete Kurzarbeit in den Opelstandorten Eisenach und Kaiserslautern lassen die Sorgenfalten tiefer werden. Nun haben sich auch die Landesregierungen von Hessen, Thüringen und Rheinland-Pfalz eingeschaltet, in denen die Opelwerke liegen. In einem gemeinsamen Brief schreiben die Ministerpräsidenten Volker Bouffier, Bodo Ramelow und Malu Dreyer: „Die Beschäftigten, aber auch die betroffenen Regionen insgesamt, brauchen eine belastbare Zukunftsperspektive. Wir erwarten von Stellantis, dass für die Zukunft der Standorte relevante Entscheidungen offen und transparent kommuniziert werden.“ Die Opelstandorte seien […]

  • Was bringt die Luca-App?

    Was bringt die Luca-App?

    Die Corona-Pandemie hat noch einmal deutlich gemacht: In den Verwaltungen gibt es noch zu viel Zettelwirtschaft. Vor allem die Kontaktnachverfolgung nach einer Corona-Infektion ist für die Gesundheitsämter ein großer Aufwand. Daher setzte die Politik vor knapp einem halben Jahr auf die Luca-App. Sie soll die Nachverfolgung erleichtern. Doch nützt die App den Gesundheitsämtern wirklich? Einchecken, bitte! Im Casa del Caffé Trier müssen Gäste erst mal den QR Code scannen, bevor sie bestellen können. Über die Luca-App werden die Kontaktdaten und die Dauer des Besuchs erfasst. Falls ein Gast infiziert ist, kann das Gesundheitsamt Trier-Saarburg schauen, wer zu der Zeit noch im Café war, um möglicherweise die Nachbarn in Quarantäne zu schicken. Klingt nach einem guten Konzept, doch nach einem halben Jahr Luca-App ist die Bilanz ernüchternd. Erst drei Mal konnte Johannes Reiz Kontakte mit Hilfe der App nachverfolgen. In anderen rheinland-pfälzischen Gesundheitsämtern wurde die App noch gar nicht verwendet. Johannes Reitz, Gesundheitsamt Trier-Saarburg „Das liegt wahrscheinlich daran, dass es keine verpflichtende Nutzung der digitalen Erfassung gibt. Es ist eine Möglichkeit, die die Gastronomie zu Verfügung stellen kann aber auch nicht muss. Es gibt in der Gesetzgebung, in der Verordnung nur die Verpflichtung zur Kontaktdatenerfassung. Entweder digital oder händisch. Und das kann dann dazu führen, dass man dann einen Stapel Zettel bekommt – wie wir den hier haben – und wo dann die Daten einzeln draufstehen.“ Er schätzt, dass nur 60 Prozent der Daten über Apps erfasst werden. Der Rest läuft noch über Zettel. Wenn überhaupt. Viele Menschen checken sich gar nicht mehr in der Gastronomie oder bei Veranstaltungen ein. Johannes Reitz, Gesundheitsamt Trier Saarburg „Sicherlich ist es auch eine Sache, die die Gastronomie forcieren könnte, wenn sie denn die Luca-App nutzt oder eine andere App nutzt. Es gibt ja auch andere Möglichkeiten wie Luca. Uns ist mit der digitalen Erfassung […]

  • Die CDU in der Krise

    Die CDU in der Krise

    Ist das noch Selbstfindung oder schon Selbstzerstörung? Diese Frage von Kritikern in Richtung der Union zeigt den momentanen Zustand zweieinhalb Wochen nach der Bundestagswahl. Seit Montag steht jetzt fest: Die Partei will sich von Grund auf erneuern, Parteivorstand, der Vorsitz – alles soll neu gewählt werden. Dabei soll wieder mehr auf die Parteibasis gehört werden, also auf genau diejenigen, die vor Ort in den Städten und Gemeinden die Partei vertreten und das Ohr an der Bevölkerung haben. Doch wie ist eigentlich die Stimmung an genau jener Basis nach den ganzen Querelen der letzten Wochen? Wir haben uns mal umgehört. Nein, es ist wahrlich kein gutes Jahr für den CDU-Kreisverband Trier-Saarburg. Erst die verloren gegangene Landtagswahl im März, dann geht auch noch das Direktmandat bei der Bundestagswahl an die Konkurrenz von der SPD und erst letzten Sonntag kommt die nächste Niederlage hinzu: Seit 1983 wird der neue Landrat erstmals nicht von der CDU gestellt. Lars Rieger, Kreisvorsitzender CDU Trier-Saarburg „Naja, die Stimmung ist natürlich nicht besonders positiv.“ Man könne die einzelnen Wahlen nicht miteinander vergleichen, sagen sie hier. Die Gründe seien vielschichtig. Aber gegen einen so schlechten Bundestrend könne selbst ein Landkreis, der sonst als CDU-Hochburg gilt, einfach nichts machen, da ist man sich sicher. Lars Rieger,  Kreisvorsitzender CDU Trier-Saarburg „Ganz klar war das aus Sicht der Mitglieder und man hat‘s im Wahlergebnis gesehen, aus Sicht der Bevölkerung, dass die CDU nicht mit dem richtigen Kandidaten unterwegs gewesen ist. Wenn man alleine in der Partei sieht, dass viele große Motivationsprobleme hatten, im Wahlkampf überhaupt Armin Laschet zu plakatieren oder für ihn zu laufen, dann sieht man das.“ Immerhin soll jetzt vieles anders werden. Die Mitglieder an der Basis sollen wieder mehr gehört werden, hieß es am Montag in Berlin. Ein längst überfälliger Schritt, sagen sie im Kreis Trier-Saarburg. Lars Rieger, Kreisvorsitzender […]

  • „Expedition Erde“ – Mitmachausstellung im Historischen Museum der Pfalz

    „Expedition Erde“ – Mitmachausstellung im Historischen Museum der Pfalz

    Zur Zeit sind ja in Rheinland-Pfalz und Hessen Herbstferien. Die ideale Zeit für einen Ausflug. Zum Beispiel nach Speyer ins Historische Museum der Pfalz. Da können Kleine und Große Museumsbesucher eintauchen in das Reich der Maulwürfe und Regenwürmer. In der neuen Mitmach-Ausstellung geht es um die Erde, genauer um eine Expedition unter die Erde. Echte Regenwürmer, so richtig schön viele. Die Erde als magischer Sandhaufen zum drin rumwühlen. Als Käfer oder Insekt durch die Ausstellung krabbeln. All das ist möglich. Denn im Historischen Museum der Pfalz in Speyer geht es darum, die Erde kennenzulernen. Alexander Schubert, Direktor Historisches Museum der Pfalz Speyer „Es ist für uns das erste Mal, dass wir ein naturkundliches Thema beleuchten. Aber gleichzeitig ein sehr wichtiges Thema. Letztendlich steht dahinter die große Problematik ‚Klimawandel‘ und auch ‚Artensterben‘. Aber wir wollen das ganze natürlich mit Begeisterung vermitteln, Entdeckerfreude wecken. Wir haben uns gesagt, wir nehmen uns jetzt so einem Thema mal an, weil das Museum grundsätzlich wichtige Themen aufgreift. Und im Moment gibt es fast kein wichtigeres Thema.“ Die Kids erfahren wie ein Maulwurf so lebt. Mathilde Heimann: „Was soll der Maulwurf mit dem Wurm machen?“ Antonia Heimann: „Essen.“ Welche Früchte wachsen bei uns? Mathilde, Antonia und Simone Heimann suchen sie heraus. Schnecken können 10 Jahre alt werden und sind ziemlich langsam. Viel Spaß mit Lerneffekt! Cathérine Biasini, Kuratorin der Mitmachausstellung „Oft ist es ganz gut, sich diese Zeit des Kindseins noch mal in Erinnerung zu rufen und zu fragen, was hat mich denn damals interessiert, als ich die Welt ganz frisch und neu entdeckt habe?“ Vielleicht, dass 5 Millionen Ameisen in so einem Haufen drin sein können. Oder was für Tiere eigentlich überhaupt unter der Erde so leben. Und wie eine Pimpernelle aussieht. Die 7-jährige Mathilde malt am liebsten und findet Tiere interessanter als Pflanzen. Mathilde […]

  • Urteil im Weilerbach-Prozess

    Urteil im Weilerbach-Prozess

    „Ich war wie eine Tötungsmaschine, wie ein unter Druck stehendes Fass.“ Mit diesen Worten, die Daniel M. durch seinen Verteidiger Ende September verlesen ließ, gestand er die Tötung seiner Mutter und ihres Lebensgefährten. Vor etwa sieben Monaten soll er im rheinland-pfälzischen Weilerbach mit einer Axt auf sie eingeschlagen haben. Seit September läuft der Prozess vor dem Landgericht Kaiserslautern. Die Hauptfrage ist: War es Totschlag oder Mord? Heute haben die Richter die Antwort gegeben. Und sie lautet: Daniel M. wird wegen eines Mordes und eines Totschlags zu lebenslanger Haft verurteilt. Außerdem hat er sich einer Brandstiftung schuldig gemacht. Nach Ansicht der Richter hat der Angeklagte den Lebensgefährten der Mutter heimtückisch im Schlaf ermordet. Bei der Tötung der Mutter habe er hingegen kein Mordmerkmal erfüllt. Sarah Kern, Sprecherin Landgericht Kaiserslautern „Hierbei hat im Vordergrund gestanden, dass der Angeklagte sich von seiner Mutter und auch von deren Lebensgefährten jahrelang gedemütigt gefühlt hat und eine große Wut sich angestaut hatte. Da dies im Vordergrund stand, haben sonstige Beweggründe zurückgestanden.“ Die Mutter soll geplant haben, den Hof zu verkaufen, auf dem auch der Angeklagte mit seiner Familie wohnte. Am frühen Morgen des 8. März stellt Daniel M. sie zur Rede, als sie gerade mit dem Hund Gassi gehen will. Ein Streit entbrennt und eskaliert. Dann tötet er die 60-Jährige mit sechs Axthieben. Danach geht er ins Haus zurück und tötet den schlafenden Lebensgefährten der Mutter. Kurz vor der Bluttat legt er außerdem zwei Brände bei ehemaligen Geschäftspartnern. Sie sollen laut Daniel M. eine Mitschuld haben, dass sein Handwerkerbetrieb vor der Pleite stand. Zwei Tage lang ist er auf der Flucht, bevor er sich der Polizei stellt. Mit ihrem Urteil folgt das Gericht nur teilweise der Forderung der Staatsanwaltschaft. Sie hatte eine Verurteilung wegen zweifachen Mordes verlangt. Die Verteidigung wiederum hatte auf zweifachen Totschlag plädiert. Johannes […]

  • Student aus Bingen wehrt sich gegen Corona-Testkosten

    Student aus Bingen wehrt sich gegen Corona-Testkosten

    Seit gestern können Studierende in Rheinland-Pfalz wieder in den Präsenzunterricht. Allerdings gilt laut Corona-Verordnung die 3G-Regel – rein darf nur, wer geimpft, genesen oder getestet ist. Und weil – ebenfalls seit gestern – bekanntlich viele Menschen ihre Tests selbst bezahlen müssen, werden auch die ungeimpften Studenten zur Kasse gebeten. Ein Student der Technischen Hochschule Bingen findet das ungerecht. Er hat Klage gegen das Land eingereicht. Stefan Heyne studiert im zweiten Semester und hat in dieser Woche erstmals Präsenzvorlesungen. Doch weil er nicht geimpft ist, braucht der der Informatikstudent dafür jedes Mal einen negativen Schnelltest und muss den künftig selbst bezahlen. Heyne sieht sich benachteiligt. Stefan Heyne, Student Technische Hochschule Bingen „Ich bin der Meinung, dass jeder das eigene Recht darauf hat, frei zu entscheiden, ob er sich impfen lässt oder nicht. Das ist eine Frage, die sehr intim und persönlich ist. Und ich denke, unabhängig davon sollte jeder kostenlosen Zutritt zu Hochschulen und Unis haben dürfen.“ Doch momentan ist es für den 29-jährigen kostspielig, Zutritt zur Vorlesung zu erhalten. Und so könnte es für ihn in den nächsten Monaten weitergehen, Tag für Tag für Tag. Stefan Heyne, Student Technische Hochschule Bingen „Für so einen Test zahle ich 8,50 Euro zur Zeit und das täglich. Und somit habe ich dann im Monat so Kosten von ungefähr 170 bis 190 Euro. Und ja, das ist halt für jemanden, der BAföG bezieht viel. Also es ist nicht finanzierbar ohne Hilfe.“ Anders als etwa in Restaurants oder Kinos sind selbst mitgebrachte und kostengünstigere Schnelltests an rheinland-pfälzischen Hochschulen nicht erlaubt. Das schreibt die Corona-Verordnung des Landes vor. Gegen diese Regelung richtet sich der Eilantrag von Heyne und seiner Anwältin Jessica Hamed. Jessica Hamed, Rechtsanwältin „Denn es ist für uns nicht ersichtlich, warum es überall gehen soll und akzeptiert wird und in der Hochschule nicht. Und […]

  • „Flutwein“-Initiative im Ahrtal sorgt für Spenden in Millionenhöhe

    „Flutwein“-Initiative im Ahrtal sorgt für Spenden in Millionenhöhe

    Während es für die meisten deutschen Winzer mit der Lese jetzt richtig losgeht, gibt es für die Betriebe im Ahrtal weniger Grund zur Freude. Jetzt, in der wichtigsten Zeit des Jahres, haben viele keine Maschinen mehr, um ihre Trauben zu ernten und zu verarbeiten – wenn das Weingut denn überhaupt noch steht. Über das Projekt „Flutwein“ ist dank rund 47.000 Unterstützern eine ordentliche Summe Spenden zusammengekommen. Verschlammte Weinflaschen als Dankeschön für die Spenden. Mit dem sogenannten „Flutwein“ haben Peter Kriechel und Daniel Koller fast 4,5 Millionen Euro gesammelt. Das Geld soll den mehr als 50 betroffenen Weingütern beim Wiederaufbau helfen. Bis zu 80 Prozent der Kosten für den Wiederaufbau will der Staat übernehmen. Peter Kriechel, Initiator „Flutwein“ „Überwältigend. Also wir haben vielleicht mit viel gerechnet, aber mit dem, was da passiert ist, definitiv nicht. Die Zahl der Unterstützer ist für uns sehr sehr wichtig. Das habe ich auch immer wieder kommuniziert: Es gibt Hoffnung, da sind Leute, die denken an uns und wir werden nicht vergessen. Und das ist vielleicht sogar noch viel viel mehr wert als im ersten Augenblick die große Summe Geld, die wir natürlich auch dringend benötigen.“ Bis zu 80 Prozent des Aufbaus will der Staat übernehmen. Darüber hinaus sollen die „Flutwein“-Spenden den Winzern unter die Arme greifen. Doch bei der Auszahlung gibt es Probleme, die die Gemeinnützigkeit kosten könnten. Daniel Koller, Aktion „Flutwein“ „Wenn wir dieses Geld Unternehmen auszahlen wollen, und zwar nicht nur wir, sondern alle NGOs, müssten wir uns eigentlich da durch Grauzonen antasten. Denn der Katastrophenerlass verbietet im Moment, aufgrund der mildtätigen Zwecke, die Ausschüttung dieser Spenden an ein Unternehmen. Wir können im Moment nur an Privatpersonen ausschütten.“ Hinzu kommt: Wenn die Initiatoren die Spenden vor den staatlichen Hilfen an die Betriebe weitergeben, wird das Geld verrechnet. Deshalb zahlen sie erst einmal nur […]

  • Luchse im Pfälzerwald wieder angesiedelt

    Luchse im Pfälzerwald wieder angesiedelt

    Lange gab es keine Luchse mehr bei uns in den Wäldern. Die Großkatzen waren ausgerottet. Doch mittlerweile gibt es in einigen Bundesländern wieder eine Population der Raubtiere mit den auffälligen Ohren. Auch in Rheinland-Pfalz. Im Pfälzerwald startete vor sechs Jahren ein EU-Projekt zur Wiederansiedlung des Luchses. Das Projekt ist jetzt beendet. Wir haben mal nachgefragt, ob es dem Luchs wohl gefällt im Pfälzerwald. Kaja ist die allererste Luchsdame, die Anfang August 2016 in den Wald sprintet. Am selben Tag werden auch Luna und Lucky ausgewildert. Der Luchs gilt als bedrohte Tierart. Durch das EU-Projekt soll die Katze bei uns wieder heimisch werden. Im Pfälzerwald hat sie früher gelebt. Sylvia Idelberger, Leiterin des Luchsprojekts „Wir sind schon zufrieden mit dem Ergebnis des Projekts. Wir hatten schon im ersten Jahr nach den ersten Freilassungen Nachwuchs und dann jedes Jahr wieder. Insgesamt waren es jetzt 18 Jungtiere, die wir nachweisen konnten, mindestens, und die Luchse haben sich ausgebreitet, haben Lebensräume, neue Reviere erschlossen.“ Insgesamt sind 20 Luchse ausgewildert worden. Sie haben sich im gesamten Biosphärenreservat Pfälzerwald verbreitet. Und sie sind noch weiter gezogen. Über die Grenze nach Frankreich. In den Vogesen konnte in diesem Jahr der erste Luchsnachwuchs seit dem 17. Jahrhundert dokumentiert werden. – Es lässt sich relativ gut nachverfolgen, wo sich die Tiere aufhalten. Syliva Idelberger, Stiftung Natur und Umwelt „Wir haben verschiedene Möglichkeiten, das Verhalten der Tiere zu begleiten. Einmal über die GPS-Sendehalsbänder, die sie tragen, wo sie über ein bis zwei Jahre Daten senden. Das haben wir auch auf unserer Homepage veröffentlicht, damit die Leute begleiten können, oder gucken können, wo sich die Tiere aufhalten.“ Alle ausgewilderten Luchse kommen aus den slowakischen Karpaten und der Schweiz. Dort sind sie betäubt und mit einem GPS-Sendehalsband ausgestattet worden. Auch Jäger, Naturschützer und Weidetierhalter sind am Luchsprojekt beteiligt. Wenn eine der Raubkatzen […]

  • Der Rhein und die Kunst

    Der Rhein und die Kunst

    Einer der längsten Flüsse Europas fließt auch durch Rheinland-Pfalz und Hessen und hat Künstler längst vergangener Zeiten beeindruckt. Ganz besonders die Kunst-Epoche der Romantik wurde stark vom Rhein beeinflussen. Der Kulturphilosoph Friedrich Schlegel bezeichnete ihn einst als „ein in sich geschlossenes Gemälde und überlegtes Kunstwerk“. Doch was ist von der Rheinromantik geblieben? Das sehen wir jetzt in einem weiteren Teil unserer Serie „Rheinblicke“. O Ton Klaus Klein, Kunstspektrum Bingen „Der Rhein ist ein Fluss, der Landschaften formt, der Menschen formt. Und er war schon immer ein Strom, der die Kunst intensiv beeinflusst hat.“ Der Rhein und die Kunst. Eng verbunden über die Romantik. Als William Turner und Friedrich Hölderlin im 18. und 19. Jahrhundert durch das Mittelrheintal reisten und mit ihren Berichten und Gemälden eine ganze Epoche prägten. Die Romantik. Aber: Gibt es die Rheinromantik heute noch? Und wenn ja, wie sieht sie aus? Diese Frage stellte sich Klaus Klein, als er den berühmten Mäuseturm bei Bingen malte. Er gilt als ein Symbol des romantischen Mittelrheintals. Schnell wurde ihm aber klar: Klaus Klein, Kunstspektrum Bingen „Ich hab zwar Lust auf Romantik, aber keinen Bock auf Mäuseturm, weil er einfach zu platt ist. Er ist ein großes Symbol aber er ist nicht das, was man sucht, weil, wenn hier schönes Wetter ist und Niedrigwasser ist, dann laufen Hunderte von Menschen in den Mäuseturm rein und dann ist Schluss mit der Romantik.“ Mit diesem Gedanken startete er mit Künstlerkollegen vom „Foto-Club Koblenz“ das Projekt „Rhein!Romantik?“ und setzte ein großes Fragezeichen dahinter. Die Künstler zeigen Bahngleise, Niedrigwasser, Containerschiffe und Massentourismus. Sie gehören zum Alltag des Mittelrheintals. Doch die Romantik Turners spiegeln sie nicht wieder. Das Mittelrheintal hat sich verändert. Klaus Klein, Kunstspektrum Bingen „Das sind die Dinge, wo die Romantik massiv gestört ist. Wo man sie nicht sieht, wo man sie nicht hört, […]

  • Bundespräsident Steinmeier besucht das Ahrtal

    Bundespräsident Steinmeier besucht das Ahrtal

    Fast drei Monate nach der verheerenden Flut-Katastrophe im rheinland-pfälzischen Ahrtal hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Sonntag die Region besucht. An seiner Seite waren auch die stellvertretende Ministerpräsidentin des Landes, Anne Spiegel, und Innenminister Roger Lewentz. Zusammen liefen sie durch die Straßen mehrerer Ortschaften, zum Beispiel durch Ahrweiler und Mayschoß, wo bei der Überflutung Mitte Juli auch Menschen ums Leben kamen. In Gesprächen mit Anwohnern erneuerte Steinmeier sein Versprechen, dass der Staat die Menschen nicht im Stich lassen werde. Frank-Walter Steinmeier, Bundespräsident: „Und wenn wir heute an einem sonnigen Tag durch Ahrweiler gehen, ist die Erinnerung an die Flut überhaupt nicht verblasst. Aber es wird deutlich, wie viel Arbeit auch noch vor uns liegt bis zum Wiederaufbau dessen, was zerstört worden ist. Das verlangt nicht nur Geduld, sondern von den Menschen hier vor allen Dingen ganz viel Kraft, die jetzt im Winter, wahrscheinlich viele von ihnen, ihre Häuser gar nicht bewohnen können.“ Derzeit gibt es vielerorts weder funktionierende Heizungen noch warmes Wasser.

  • Schadstoffe in Flüssen und Böden im Ahrtal – Umweltministerium stellt Zwischenergebnisse vor

    Schadstoffe in Flüssen und Böden im Ahrtal – Umweltministerium stellt Zwischenergebnisse vor

    In den vergangenen Wochen wurden immer wieder Gewässer- Boden und Staub-Proben entnommen, um herauszufinden welchen Schaden das Hochwasser im Ahrtal bei Mensch und Umwelt angerichtet hat. Heute konnte die rheinland-pfälzische Umweltministerin erste Ergebnisse vorlegen. Kaum vorstellbar, dass das Ahrtal nach der Flutkatastrophe gerade noch mal an einer zweiten Umweltkatastrophe vorbeigeschrammt ist. Für die Menschen vor Ort hat Umweltministerin Anne Spiegel heute gute Nachrichten im Gepäck. Zwar sind sowohl im Wasser als auch im Boden erhöhte Schadstoffwerte nachgewiesen worden: Anne Spiegel, Bündnis 90 / Die Grünen, Umweltministerin Rheinland-Pfalz „Aber insgesamt gilt es festzustellen, nach allen uns vorliegenden Daten, dass es keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen gibt, keine gravierenden Datenbefunde gibt und auch nicht mit langfristigen Verunreinigungen zu rechnen ist.“ Für die Menschen im Ahrtal sind das auf lange Sicht gesehen zunächst einmal beruhigende Nachrichten. Alles gut ist deshalb aber dennoch nicht. Die zerstörten Kanäle und Kläranlagen bereiten die größten Sorgen. Abwasser fließt teilweise immer noch ungefiltert in die Ahr. Der Appell der Ministerin lautet deshalb: Anne Spiegel, Bündnis 90 / Die Grünen, Umweltministerin Rheinland-Pfalz „Das Wasser der Ahr, damit soll man nicht in Berührung kommen. Man soll nicht ins Wasser rein gehen, man soll auch nicht jetzt irgendwie ans Wasser zum Spielen oder Planschen gehen. Hier gilt nach wie vor das Gebot, sich vom Wasser fernzuhalten, nicht mit der Haut in Berührung zu kommen.“ Ähnlich wie im Wasser sind auch bei Bodenproben Schadstoffe nachgewiesen worden. Die Untersuchungen haben sich dabei auf besonders sensible Bereiche wie Spielplätze konzentriert. Aber auch hier gibt es gute Nachrichten. Anne Spiegel, Bündnis 90 / Die Grünen, Umweltministerin Rheinland-Pfalz „Da ist zunächst mal die Entwarnung, auch wenn wir leicht erhöhte Werte gemessen haben. Das ist deutlich unterhalb der Grenzwerte, die es gibt. Und man muss auch wissen, bei den Spielplätzen wurde der Sand natürlich ausgetauscht. Sodass von unserer Seite […]