Rheinland-Pfalz

  • Tarifverhandlungen der Metall- und Elektroindustrie

    Tarifverhandlungen der Metall- und Elektroindustrie

    Fünf Prozent mehr Lohn – so die Forderung – mitten in einer Phase, in der viele Betriebe der Metall- und Elektroindustrie um Aufträge, Investitionen und Arbeitsplätze kämpfen. Die Arbeitgeber warnen deshalb heute vor einem Tarifabschluss, der den Standort zusätzlich verteuert. Zum Start der Verhandlungen für die rund 360.000 Beschäftigte in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland prallen damit zwei Interessen hart aufeinander: mehr Geld für die Mitarbeiter – und die Frage, was sich die Unternehmen überhaupt noch leisten können. Heute geht es um die Wurst. Vor dem Tarifrundenauftakt demonstrieren 600 Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie vor dem Verhandlungshotel in Frankfurt. Ihre Botschaft: Die Lebenskosten sind zu hoch, der Lohn ist zu knapp und die Angst um den Arbeitsplatz wächst. Thomas Lutz „Sparen geht in gewisser Weise aber irgendwann komme ich nicht mehr voran. Das berühmte Sprichwort: Am Ende des Monats ist kein mehr übrig.“ Tugce Ilydayagiz „Vor allem als Azubi. Man ist ja auch nicht mehr so jung und man kommt einfach nicht mehr hinterher.“ Frauke Kuntz „Wir kommen irgendwann an einen Punkt, wo das nicht mehr funktioniert. Wo die Leute nicht mehr ihr Leben bezahlen können und ich glaube so weit sind wir davon nicht mehr entfernt, deswegen muss jetzt was passieren.“ Anusch Cascorbi „Die Lohnkosten waren nie das Problem. Also es werden seit Jahren, in denen wir die Krise haben, Milliarden an Dividende ausgeschüttet. Die Frage ist nur wie wir das umverteilen. Das Geld ist da.“ Die Industriegewerkschaft Metall hält höhere Löhne für gerecht. Sie machen im Vergleich zu Material und Energie nur einen kleinen Teil aus. Konkret fordert sie fünf Prozent mehr Lohn für zwölf Monate, eine Sicherung von Standorten und Beschäftigung, eine tarifliche Gewinnbeteiligung in erfolgreichen Unternehmen und eine soziale Komponente zugunsten von Beschäftigten mit niedrigen Einkommen. Jörg Köhlinger, IG Metall „Und fünf Prozent sind eine realistische Größe, zumindest im […]

  • Tafeln in Rheinland-Pfalz dürfen abgelaufene Ware verteilen

    Tafeln in Rheinland-Pfalz dürfen abgelaufene Ware verteilen

    Immer mehr Menschen sind auf die Lebensmittel-Tafeln angewiesen – doch dort wird das Angebot knapp. Supermärkte planen heute effizienter und haben dadurch weniger übrig, was sie dann spenden können. Und trotzdem landet noch immer viel im Müll, nur weil das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist. Viele Händler scheuen die Weitergabe aus Sorge vor Haftungsfragen. Eine Supermarktkette in Rheinland-Pfalz, das Umweltministerium und die Tafeln im Land wollen genau dafür jetzt eine Lösung gefunden haben. Anlieferung bei der Tafel in Wörth. Zweimal in der Woche können Bedürftige hier für zwei Euro einkaufen, so viel sie brauchen. Neuerdings auch Lebensmittel, die bereits über das Mindesthaltbarkeitsdatum drüber sind. Dieser Obstquark ist seit ein paar Tagen abgelaufen, dieser Schinken seit einer Woche und dieses Gewürz bereits seit März. Alles noch genießbar. Adelheid, Tafel-Kundin „Mindesthaltbar heißt ja nicht gleich, dass es kaputt ist am nächsten Tag. Manche Leute, die sagen auch den nächsten Tag esse ich es nicht mehr. Das stimmt ja gar nicht.“ Willi, Tafel-Kunde „Wenn der Deckel hier hoch stehen würde, würde ich es nicht nehmen. Aber hier ist noch Luft drin. Also ohne Probleme.“ Trotzdem wären diese Lebensmittel bis vor kurzem noch in der Tonne gelandet, statt bei der Tafel. Denn: Der Supermarkt trägt das Haftungsrisiko. Doch in Rheinland-Pfalz hat man eine Lösung gefunden, die sich seit mehreren Monaten etabliert hat. Uschi Bisanz, Vorsitzende Tafel Wörth „Am letzten Tag des MHDs abends werden die Waren aus den Regalen genommen und kommen in ein spezielles Behältnis für die Tafeln in einen speziellen Raum, da wird ganz deutlich das Schild Tafel angebracht, sodass es dann im Eigentum der Tafel ist. Die Tafelmitarbeiter holen die Waren dann ab, müssen es aber nicht am gleichen Tag abholen, wir haben die Genehmigung, dass wir die Ware dort auch einlagern können.“ Das gibts so bundesweit nur bei den Tafeln in Rheinland-Pfalz. So bekommen sie nicht […]

  • Gespräch mit Tafel-Chefin Sabine Altmeyer-Baumann

    Gespräch mit Tafel-Chefin Sabine Altmeyer-Baumann

    Mehr Lebensmitteln für die Tafeln, da jetzt auch abgelaufene Ware an die Tafeln weitergegeben werden darf. Markus Appelmann, Moderator: Darüber sprechen wir jetzt mit Sabine Altmeyer-Baumann, die Vorsitzende der rheinland-pfälzischen Tafeln. Guten Abend. Sabine Altmeyer-Baumann, Vorsitzende Tafeln RLP: Guten Abend. Appelmann: Bevor wir zu dem bundesweit einmaligen Projekt kommen, die ganz generelle Frage: Wie ist denn die Lage der Tafeln derzeit? Altmeyer-Baumann: Die Lage der Tafeln ist angespannt, ist aber schon seit vielen Jahren angespannt. Das liegt sicherlich daran, dass wir inflationäre Entwicklungen in der in den Lebensmittelpreisen haben, aber auch an sozialpolitischen Entwicklungen. Und das spüren wir in den Tafeln mit steigender Nachfragen. Appelmann: Jetzt haben Sie gesagt, wir wollen nicht bei der Politik betteln, wir wollen selbst etwas tun mit einem bundesweit einmaligen Projekt – wir haben es im Beitrag gesehen – auch abgelaufene Ware an die Tafeln weitergegeben werden. Welche Erfahrung machen die beteiligten Tafeln – und lässt sich schon sagen, wie viel mehr Ware dadurch tatsächlich bei den Tafeln ankommt? Altmeyer-Baumann: Es kommt mehr Ware bei den Tafeln an, wir haben dieses Projekt ja bis April ausprobiert. Seit Mai wird es umgesetzt von den Tafeln. Und wir machen schon jetzt die Erfahrung, dass wir Lebensmittel vom Vortag jetzt bekommen können mit abgelaufenem MHD, was vorher in der Tonne gelandet ist. Appelmann: Momentan macht ja nur eine Supermarkt-Kette mit. Wie gehts jetzt weiter? Holen Sie bald auch weitere Supermärkte an Bord, so dass bald überall im Land abgelaufene Ware, die noch frisch ist, weiter verteilt werden kann? Altmeyer-Baumann: Das war das Ziel, der Zielpunkt, auch mit dem Ministerium für alle Einzelhändler in Rheinland-Pfalz diese Möglichkeit zu eröffnen. Und mit diesem Einzelhändler haben wir es jetzt als Blaupause sozusagen durchgespielt und können jetzt, und gehen jetzt auch an die weiteren Einzelhändler, um genau mit dieser Blaupause auch an […]

  • Buchpreisgewinnerin Shida Bazyar aus Hermeskeil

    Buchpreisgewinnerin Shida Bazyar aus Hermeskeil

    Shida Bazyar ist die neue Trägerin des Deutschen Buchpreises. Ein großer literarischer Erfolg – und einer, der in diesem Jahr auch ein Stück weit nach Rheinland-Pfalz geht. Genauer gesagt: nach Hermeskeil. Denn hier wurde die Schriftstellerin vor 38 Jahren geboren, hier ist sie aufgewachsen – und auch in ihrem preisgekrönten Roman „Die Lücke“ spielt ihre Heimat eine ganz besondere Rolle. Ein Stück Erinnerung– so sieht Shida Bazyar ihren Roman. Denn Schweigen und unterschiedliche Geschichtsschreibung haben Lücken gelassen. Lücken in der fiktiven Stadt Heimesbach im Hunsrück. Und auch Lücken in der Stadt, die als Vorbild diente – Hermeskeil. Diese Lücken werden auf den rund 500 Seiten aufgefüllt. Die Verbindung zwischen Fiktion und Dokumentation überzeugt die Fachjury. Trotz der Freude – der ernste Hintergrund bleibt präsent. Shida Bazyar, Gewinnerin Deutscher Buchpreis 2026 „Ich finde es sehr schwierig dann einfach vollkommen unverblümt da Freude zu empfinden. Dafür bietet sich das Thema nicht an und der historische Kontext und auch die Gegenwart nicht. Auch wenn ich natürlich extrem dankbar dafür bin, dass ich den Preis bekommen habe.“ „Wenn wir es gewusst hätten, was hätte es geändert?“ Eine verstorbene Ich-Erzählerin reist durch die Zeit an den Ort des Geschehens und begegnet dort verschiedenen Personen – darunter Jüdische Familien, Nationalsozialisten, und Geflüchtete. Auf die Idee kommt sie, als sie das Buch „Juden im Gaumusterdorf – Auf den Spuren ehemaliger jüdischer Nachbarn in Hermeskeil“ von Heinz Ganz-Ohlig liest. Shida Bazyar, Autorin „Die Lücken“ „Das hat in mir so viel bewirkt. Einmal, dass ich mit diesem Wissen anders durch den Ort gegangen bin. Aber auch, dass ich so entsetzt war über mich selbst, dass ich drauf reingefallen bin auf dieses Narrativ, dass die Täter immer die anderen, die Bösen, die woanders leben, vor allem in den Großstädten waren und das waren sie natürlich nicht. Das waren ganz normale Menschen an […]

  • Woche der Plasma-Spende

    Woche der Plasma-Spende

    Haben Sie schon mal Blut gespendet? Bestimmt. Und Blutplasma? Wohl eher nicht. Dabei kann genau diese Spende für andere über Leben und Tod entscheiden. Denn in Deutschland sind rund 20.000 Menschen dauerhaft auf Medikamente angewiesen, die nur aus Blutplasma hergestellt werden können. Genau darauf will die Aktionswoche aufmerksam machen. Hannah Malsey hat einen angeborenen Immundefekt. Das heißt: Ihr Körper bildet zu wenig Antikörper, um sich gegen Viren und Bakterien zu schützen. Dadurch wird sie schneller und heftiger krank und ist oft erschöpft. Hannah Malsey, Patientin mit Variablem Immundefektsyndrom „Ich habe lange gar kein wirkliches Privatleben gehabt, weil ich gar nicht wusste, wenn ich damals aus der Schule komme, habe ich überhaupt noch Energie zur Verfügung. Meistens war ich schon ab mittags zu nichts mehr in der Lage und habe mich durch die Schule gequält und war zuhause einfach nur noch schlapp.“ Mit 15 bekommt sie ihre Diagnose. Seitdem erhält die heute 30-Jährige Infusionen mit Antikörpern. Hergestellt werden die aus Blutplasma. Das ist der Teil des Blutes, der Nährstoffe, Vitamine und Antikörper transportiert. Blutplasma lässt sich nicht künstlich herstellen, es muss gespendet werden. Das Problem: Don Sears Debus, Plasmaspendezentrum Mainz „Dass der Bekanntheitsgrad der Plasmaspende sehr klein ist. Natürlich tun wir sehr viel dafür und versuchen überall Menschen anzusprechen und auf die Plasmaspende aufmerksam zu machen, weil nur so Patienten mit lebenswichtigen Medikamenten versorgt werden können.“ Blutplasma spenden kann im Prinzip Jeder. Der Prozess dauert circa eine Stunde und anders als bei der klassischen Blutspende, wird nur das Plasma entnommen, das restliche Blut fließt wieder zurück in den Körper. Deshalb kann man deutlich häufiger spenden: bis zu 60-mal im Jahr. Die Spender in Mainz kommen aus ganz unterschiedlichen Gründen. Adam Krzak „Du verbringst hier mal dreißig, vierzig Minuten und am Ende des Tages weißt du einfach, dass du Menschen geholfen hast.“ Phil Winter […]

  • Der Sporttalk mit Julian Beimel

    Der Sporttalk mit Julian Beimel

    Die XXL-Länderspielpause und damit fast drei Wochen ohne Fußballbundesliga sind vorbei. Der fünfte Spieltag steht an. Markus Appelmann, Moderator: nd deshalb begrüße ich jetzt hier im Studio unseren Sportreporter Julian Beimel. Hallo Julian! Die Eintracht muss auswärts bei RB Leipzig ran und einige Frankfurter bringen frischen Wind vom DFB mit. 18 Julian Beimel, Sportreporter: Richtig, Younes Ebnoutalib und Jonny Burkhardt ja beide unter dem neuen Bundestrainer Jürgen Klopp bei der Nationalmannschaft zum Einsatz gekommen. Burkhardt sogar fast mit seinem Premierentor. Der Ball war drin, aber hat am Ende leider nicht gezählt. Aber mit seiner Eintracht braucht es gegen Leipzig vor allem gute Abwehrarbeit. Denn die Frankfurter fangen gerade viele Tore direkt nach der Halbzeit. Und deshalb hat sich Eintracht-Coach Adi Hütter mal einen ganz cleveren Ansatz vom Kult-Trainer aus dem Ruhrgebiet, von Peter Neuerurer angehört. Adi Hütter, Trainer Eintracht Frankfurt „Peter Neururer, der hat gesagt, ich weiß nicht ob ihr das gehört habt. Der dann gesagt hat, es ist ihm auch mal passiert, dass sie glaub ich nach der Pause zehn Tore bekommen haben. Und er sich dann entschieden hat, die Mannschaft gar nicht mehr in die Halbzeit zu lassen, sondern gleich draußen zu lassen. Und haben dann aber erst in der 75. Minute das Tor bekommen. Das habe ich sehr, sehr lustig empfunden.“ Beimel: Also, so weit wird Adi Hütter nicht gehen. Der Österreicher sagt: Das sind individuelle Fehler, Unkonzentriertheiten und die will er mit seiner Mannschaft so schnell es geht abstellen. Appelmann: Mainz 05 und sein Gegner Bayer Leverkusen direkte Tabellennachbarn. Was erwartest Du da für ein Spiel? Beimel: Ja, da trifft der Tabellensechste Mainz auf den Tabellenfünften Leverkusen.  Individuell Leverkusen sicherlich stärker besetzt. Aber: Nach so langer Pause, da kann es auf beiden Seiten hier und da spielerisch auch nochmal haken. Und was Mainz-Trainer Urs Fischer will […]

  • Konjunkturprognose von Bundeswirtschaftsministerin Reiche

    Konjunkturprognose von Bundeswirtschaftsministerin Reiche

    Leichte Erholung ja, nachhaltige Trendwende nein! Mit dieser Botschaft ist Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche heute vor die Presse getreten. Die Bundesregierung erwartet für dieses Jahr ein Wachstum von 1,3 Prozent. Damit blickt sie deutlich optimistischer auf die wirtschaftliche Entwicklung als noch im Frühjahr. Da war sie noch von nur 0,5 Prozent Wachstum ausgegangen. Katherina Reiche (CDU), Bundeswirtschaftsministerin „Die deutsche Wirtschaft hat sich im ersten Halbjahr 2026 robuster erwiesen als noch im Frühjahr projiziert. Trotz geopolitischer Unsicherheiten, trotz eines globalen Energiepreisschocks, trotz der Schließung der Straße von Hormus und trotz Zöllen konnte die Wirtschaft in den ersten sechs Monaten auf Erholungskurs gehen. Und das schlägt sich auch wieder in den Wachstumswerten für das gesamte Jahr.“ Als Grund für das Wachstum nennt Reiche vor allem Exporte sowie staatliche Investitionen. Die Ministerin betonte heute aber auch: Deutschland werde von den vielen internationalen Krisen weiter stark belastet. Das Wachstum steht also noch auf wackeligen Beinen.

  • Gespräch zur Konjunkturprognose mit Karina Szwede, IHK für Rheinhessen

    Gespräch zur Konjunkturprognose mit Karina Szwede, IHK für Rheinhessen

    Markus Appelmann spricht mit ihr über die neuesten Zahlen. Markus Appelmann, Moderator: Darüber sprechen wir jetzt mit Karina Szwede, Hauptgeschäftsführerin der IHK für Rheinhessen. Guten Abend. Karina Szwede, Hauptgeschäftsführerin der IHK für Rheinhessen: Guten Abend, Herr Appelmann. Appelmann: Frau Szwede, ein Mini-Wachstum hat die Bundeswirtschaftsministerin heute vorgestellt. Wäre das ohne das XXL-Schuldenpaket überhaupt möglich gewesen? Szwede: Also es ist natürlich die richtige Richtung und trägt vielleicht auch dazu bei, dass sich die Stimmung etwas aufhält. Aber in der Tat sehen wir das auch so, dass es sich hauptsächlich speist aus den Exportergebnissen und auch aus dem MIT mit schuldenfinanzierten Sondervermögen. Appelmann: Die Wirtschaftsministerin fordert jetzt erneut Strukturreformen. Die Wirtschaft fordert Bürokratieabbau, niedrigere Abgaben und schnellere Genehmigungen allerdings seit Jahren. Was müsste die Bundesregierung ganz konkret in den nächsten sechs Monaten tun, damit Sie sagen: Jetzt hat sich tatsächlich etwas verändert? Szwede: Also das eine ist auf jeden Fall konsequent den Reformkurs beibehalten und die großen Themen wie Entbürokratisierung, Digitalisierung von Verfahren wirklich konsequent umsetzen und natürlich aber auch das große Thema der Energiekosten angehen. Denn die Unternehmen spiegeln uns immer weiter immer noch zu, dass es eben daran hapert. Es sind hohe Kosten im Energiebereich, hohe Arbeitskosten und auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die noch nicht so sind, dass wir wirklich sagen können jetzt haben wir wirklich ein starkes, gutes Wirtschaftswachstum. Appelmann: Sie sprechen von schlechten Rahmenbedingungen als Wachstumsbremse. Aber wie viel der Krise ist tatsächlich Politik – und wie viel liegt bei den Unternehmen selbst: zu wenig Innovation, zu langsame Digitalisierung, Geschäftsmodelle, die international nicht mehr wettbewerbsfähig sind? Szwede: Ja, ich glaube, es geht nicht darum zu sagen, wer ist jetzt wie am meisten schuld. Ich glaube, es ist eine insgesamt schwierige Lage. Es ist eine schwierige Lage für die Politik. Es ist eine schwierige Lage für die Wirtschaft. Die […]

  • Kommunen beraten in Speyer zur Verkehrswende

    Kommunen beraten in Speyer zur Verkehrswende

    Bis 2040 will Rheinland-Pfalz klimaneutral sein – fünf Jahre früher als der Bund und zehn Jahre vor der Europäischen Union. Ein ambitioniertes und auch viel diskutiertes Ziel. Denn es kommt vor allem auf die finanziell klammen Kommunen an. Beim Kommunaltag in Speyer war die Verkehrswende das große Thema. Der rheinland-pfälzische Verkehrsminister Achim Schwickert ist heute eigens nach Speyer gekommen, um den Gemeinden und Kreisstädten zu erklären: Wie werden sie beim Ausbau des Nahverkehrs, bei Radwegen oder beim Thema E-Autos unterstützt. Auch der Veranstalter der Kommunaltage, die Deutsche Universität Speyer, hat Erwartungen, Stichwort: Ausbau der Infrastruktur. Prof. Christian Theobald, Deutsche Universität Speyer „Mir nutzt ein Elektrobus nichts, wenn die Straße nicht befahrbar ist. Gleiches gilt für den Schienenverkehr. Da sind eben auch die Länder gefragt, neben dem Bund für die Schienenpersonennahverkehr dafür zu sorgen, dass da die Infrastruktur funktioniert.“ Allerdings wurden die rheinland-pfälzischen Klimaziele von der Vorgängerregierung definiert, die neue, CDU-geführte Landesregierung sieht die eher kritisch. Der neue Verkehrsminister macht klar, dass er die Uhren zwar nicht zurückdrehen will, aber: Achim Schwickert (CDU), Verkehrsminister RLP „Wir versuchen all die Dinge, die günstig sind für unser Klima, in die Umsetzung zu bringen. Wichtig ist aber auch die Finanzierbarkeit. Am Ende werden wir für Mobilität aufkommen müssen. Und da ist im Prinzip ein gewisser Anteil, den auch der Nutzer zahlt, durchaus gerechtfertigt. Weil er ihn ja verursacht.“ Im Klartext: Ausbau des Schienenverkehrs nur mit höheren Fahrpreisen. Das sorgt vor Ort bei einigen Vertretern aus den Kommunen für Unverständnis. Zumal die Gemeinden sich auch in anderen Bereichen der Verkehrswende mehr Initiative vom Land erhoffen. Lukas Hartmann (Bündnis 90 / Die Grünen), Bürgermeister Landau „Dass es deutlich mehr Unterstützung gibt bei der Förderung von Radverkehren, das wird leider unterbelichtet. Und bei der Reaktivierung der Bahn. Wir haben in Rheinland-Pfalz sehr viele Bahnstrecken, die mal wichtige Städte […]

  • Dritter Jahrestag des Hamas-Massakers vom 07. Oktober

    Dritter Jahrestag des Hamas-Massakers vom 07. Oktober

    Heute der Angriff der islamistischen Terror-Organisation Hamas auf Israel drei Jahre her. Rund 1.200 Menschen wurden getötet. Hunderte als Geiseln verschleppt. Nach diesem Massaker der Hamas und der militärischen Antwort Israels im Gazastreifen sind auch Juden in Deutschland immer mehr Anfeindungen ausgesetzt. Auch hier bei uns in Rheinland-Pfalz und Hessen. Die Zahl der antisemitischen Straftaten ist dramatisch gestiegen. Was muss getan werden, damit sich Juden hier wieder sicher fühlen können? Wir treffen Daniel Wasner an der Synagoge in der Mainzer Innenstadt. Der 24-Jährige studiert Englisch und Geschichte auf Lehramt an der Mainzer Uni. Er sagt uns, sein Leben habe sich nach dem 7. Oktober 2023 merklich verändert. Auch sein Alltag als Student. Daniel Wasner, Student aus Mainz „Antisemitische Vorfälle gab es an der Uni von Schmierereien bis hin zu auch teilweise Übergriffen. Man fühlt sich eingeschränkter, man schaut sich um. Ich schaue mir teilweise an, was haben meine Kommilitonen an, ob sie irgendwelche Symbole tragen. Ich habe auch schon Kurse tatsächlich verlassen, weil ich mich unwohl gefühlt habe. Weil ich wusste, okay, ich bin hier nicht sicher, wenn die mitbekommen, dass ich Jude bin, dann könnte ich hier Probleme bekommen in diesem Kurs.“ Nicht nur an der Uni erlebt Daniel Wasner Antisemitismus. Hier im Goethepark wurde er schon gemeinsam mit anderen jüdischen Studenten von mehreren Jugendlichen verfolgt, beschimpft und beleidigt. Daniel Wasner, Student aus Mainz „Beängstigend. Weil auch viele Leute das einfach nur unkommentiert zugelassen haben, keiner sich da irgendwie eingemischt hat. Teilweise gab es auch, so wie ich das wahrgenommen habe, unterstützend Pfiffe. Deswegen ja, es war schon einschüchternd.“ Einschüchternd ist die Lage in Deutschland in diesen Zeiten für viele Juden. In Sachsen-Anhalt könnte es bald die erste AfD-geführte Landesregierung geben. In einem Bundesland, in dem die Partei als gesichert rechtsextrem eingestuft ist. Und in Berlin könnte bald die […]

  • Gespräch mit Monika Fuhr, Beauftragte für jüdisches Leben und Antisemitismusfragen des Landes Rheinland-Pfalz

    Gespräch mit Monika Fuhr, Beauftragte für jüdisches Leben und Antisemitismusfragen des Landes Rheinland-Pfalz

    Markus Appelmann spricht mit Monika Fuhr, der Beauftragten für Jüdisches Leben und Antisemitismusfragen des Landes Rheinland-Pfalz. Markus Appelmann, Moderator: Guten Abend, Frau Fuhr. Monika Fuhr, Beauftragte für Jüdisches Leben und Antisemitismusfragen des Landes Rheinland-Pfalz: Guten Abend Herr Appelmann. Appelmann: Der junge Mann aus dem Beitrag trägt keine Kippa mehr und er sagt: „Immer mehr Juden verstecken ihr Jüdischsein.“ Wenn Sie so etwas als Beauftragte für jüdisches Leben in Rheinland-Pfalz hören, fühlen Sie sich da machtlos? Fuhr: Machtlos fühle ich mich nicht, aber ich bin sehr betroffen und bin auch traurig darüber. Weil Juden und Jüdinnen damit auch ein Teil ihrer Identität verstecken, wenn sie ihre Kippa nicht mehr offen tragen können. Und das ist leider sehr häufig der Fall. Das erzählen mir auch junge Leute und ältere Leute, die ich im Land treffe. Dass sie ihre Kippa verstecken oder dass sie ihre ihren Davidstern unter einen T-Shirt tragen und verstecken, weil sie Angst haben vor Angriffen und als Juden erkannt zu werden. Appelmann: Wenn sich Juden in Deutschland unsicher fühlen, muss das auch ein Auftrag an die Politik sein. Was muss also konkret passieren, dass die antisemitischen Straftaten wieder heruntergehen? An was wollen Sie gemessen werden? Fuhr: Wir müssen Rahmenbedingungen schaffen. Wir müssen auf der einen Seite aus dem politischen Bereich her die Sicherheit für Juden und Jüdinnen in unserem Land gewährleisten. Wir müssen durch Bildung und durch Begegnung dazu beitragen, dass man sich gegenseitig kennenlernt. Und man muss auch mehr über den Nahostkonflikt erfahren und muss Unwissen aufarbeiten und durch Wissen ersetzen. Appelmann: Aktuell steht die Berliner Linke wegen Antisemitismusvorwürfen stark in der Kritik. Die Linke, die bei der Berlin-Wahl stärkste Kraft geworden ist und nun mit SPD und Grünen Gespräche führt, eine Regierung zu bilden. Wenn Teile der politischen Linken noch immer Schwierigkeiten haben, Hamas-Terror klar zu benennen, […]

  • Wirbel um Mainzer Oktoberfest-Aus

    Wirbel um Mainzer Oktoberfest-Aus

    Das Mainzer Oktoberfest ist abgesagt – eigentlich. Denn Veranstalter und Hotel- und Gaststättenverband wollen die Entscheidung nicht hinnehmen. Die Stadt hatte das Festzelt wegen fehlender Gutachten gesperrt, auch das Verwaltungsgericht sah es so. Doch der Veranstalter sagt: Alle Gutachten liegen vor, das Fest könnte ab morgen sicher stattfinden. Der Streit geht also weiter. Feierstimmung wie hier, beim Original – dem Münchner Oktoberfest – hätte es ab morgen auch hier auf dem Mainzer Messegelände geben sollen. Grund für die Absage der Stadt am Montag: Es fehlten bis zuletzt die notwendigen Gutachten zum Brandschutz und zur Statik des Festzeltes, zudem gebe es immer noch keinen Bauantrag. Auf einer kurzfristig für heute anberaumten Pressekonferenz hält der Hotel- und Gaststättenverband Rheinland-Pfalz dagegen. Gereon Haumann, Präsident DEHOGA RLP „Wir haben einen ganz neuen Sachverhalt, der neu bewertet werden kann. Wir haben entsprechende Gutachten, sowohl vom TÜV als auch von einem Prüfsachverständigen, dass die Standsicherheit absolut gewährleistet ist. Wir haben ein entsprechendes Testat vorgelegt, dass es sich um einen fliegenden Bau handelt. Wir haben ein Brandschutzgutachten vorgelegt, dass die aktuelle Zeltsituation beurteilt und dabei auch zum Ergebnis kommt, dass keinerlei Bedenken gegen die Durchführung des Oktoberfestes 2026 bestehen.“ Ebenfalls anwesend: Karl Strack, Veranstalter und Geschäftsführer der Messegesellschaft Mainz, der sich heute nicht vor der Kamera äußern möchte. Bleibt die Absage bestehen, befürchtet der Verband einen Schaden im sechs- bis siebenstelligen Bereich. Denn das Mainzer Oktoberfest hätte vom 8. bis 25. Oktober stattfinden sollen, 40.000 Tickets wurden bereits verkauft. Aus Sicht der Stadt stellt sich die Situation anders dar. Das Festzelt, das bis zu 5000 Besucher fassen kann, sei kein „fliegender Bau“, also ein Bau, der für eine Veranstaltung auf- und wieder abgebaut wird, sondern eine Versammlungsstätte. Ludwig Holle (CDU), Baudezernent Stadt Mainz „Weil dieses Zelt seit vielen Jahren in Gebrauch ist. Es wurde regelmäßig genutzt, nicht abgebaut. Ein fliegender Bau dient dazu, ab und zu ein Fest zu […]

  • Weinlesebilanz der rheinhessischen Winzer

    Weinlesebilanz der rheinhessischen Winzer

    „Früh und kurz, schnell und gut“ – so fassen die rheinhessischen Winzer den heißen Sommer zusammen. Doch trotz der frühen Ernte und einer ersten positiven Bilanz steckt die Weinbranche auch in Rheinland-Pfalz immer noch in der Krise. Zudem müssen sich die Weinbauern auf immer neue Herausforderungen einstellen. In Rheinhessen sind die Weinreben längst abgeerntet, bereits seit Ende September. In kühleren Jahren geht die Ernte – so wie an der Weindomäne Oppenheim – schon mal bis in den November. Auch auf dem Staatsgut mit eigener Weinbauschule hat viel Sonne für ordentlich Aroma in den Weintrauben gesorgt. Bernd Wechsler, Staatliche Weindomäne Oppenheim „Am Ende des Tages haben wir ein sehr gutes Weinjahr hinter uns gebracht. Wir sind mit den Qualitäten absolut zufrieden in Rheinhessen. Die Menge ist marktgerecht, muss man sagen. Etwas höher als im letzten Jahr.“ Aber auch 10 Prozent niedriger als der Schnitt der vergangenen Jahre. Zwar blieben die Weinreben dank der Hitze von Pilzbefall und Schädlingen verschont, dafür mussten die Winzer deutlich mehr in die Kühlung investieren. Steigende Kosten bei sinkendem Absatz bringen viele Winzer weiterhin an ihre Grenzen. Jens Göhring, Präsident Weinbauverband Rheinhessen „Es sind viele am Überlegen: Wie mache ich weiter? Mache ich überhaupt weiter? Wo geht die Reise hin? Gehen die Betriebe eher in die Reduktion der Fläche? Oder in die Reduktion der Menge? Oder müssen wir neue Absatzwege erschließen? Aber da haben andere Weinregionen dasselbe Problem.“ Angesichts der zugespitzten Marktlage fordern die rheinhessischen Weinbauverbände mehr Unterstützung aus der Politik. Jens Göhring, Präsident Weinbauverband Rheinhessen „Die Hauptforderung ist ja immer diese Entbürokratisierung. Wird viel drüber gesprochen, haben wir in den letzten Jahren immer wieder angesprochen, demonstriert, man er erinnert sich an die letzten drei Jahre. Aber es passiert halt relativ wenig.“ Die Weindomäne Oppenheim rät Winzern zu mehr Flexibilität auf den Weinbergen. Im zurückliegenden Sommer hieß es, früher […]

  • Studiogespräch mit Gisela Rohmann - Pflegeexpertin der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz

    Studiogespräch mit Gisela Rohmann – Pflegeexpertin der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz

    Markus Appelmann spricht mit ihr über mögliche Unterstützung und Beratung für Menschen, die sich plötzlich um einen Angehörigen kümmern müssen. Markus Appelmann, Moderator: Pflege, kommt oft plötzlich und dann beginnt der Dschungel aus Anträgen und Zuständigkeiten. Darüber sprechen wir jetzt mit Gisela Rohmann von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Guten Abend. Gisela Rohmann, Verbraucherzentrale RLP: Hallo. Guten Abend. Appelmann: Frau Rohmann, die meistgestellte Frage ist: Welche Unterstützung bekomme ich denn eigentlich in Sachen Pflege? Wie ist Ihre Antwort? Rohmann: Ja, da gibt es ganz verschiedene Leistungen, die man als Unterstützung bekommt, je nachdem, welcher Pflegegrad vorliegt und je nachdem, wie die Pflege sichergestellt wird, also ob jemand von einem Pflegedienst gepflegt wird oder ob die Pflege in der Familie oder in der Nachbarschaft selbst organisiert wird. Appelmann: Viele Angehörige versuchen sehr lange, alles selbst zu stemmen. Wann ist denn der Moment erreicht, wo sie sagen: Da braucht es jetzt wirklich fremde Unterstützung? Rohmann: Auch das ist natürlich sehr individuell. “Die Pflege” gibt es ja in der Form nicht. Wir haben ja jetzt im Beispiel gesehen, wo die Großmutter sehr viel Unterstützung braucht. Das fängt ja aber oft schon mit Kleinigkeiten an, dass jemand vielleicht Hilfe beim Einkaufen benötigt oder dass er seinen Haushalt nicht mehr gut führen kann oder dass er Hilfe beim Duschen oder Baden braucht. Oft beginnt das ja eher schleichend. Oft kann es dann in der Familie geleistet werden. Wenn aber jemand feststellt, das klappt jetzt so nicht mehr, man muss auch an die eigenen Kräfte denken. Dann gibt es verschiedene Möglichkeiten, dass man Unterstützung bekommt, insbesondere eben auch durch ambulante Pflege oder Betreuungsdienste. Appelmann: Die vorbeikommen und dann unterstützend tätig sind. Jetzt wird in diesen Tagen ja sehr viel über die Pflegereform gesprochen. Sie wollen die nicht politisch bewerten. Das verstehen wir. Was verändert sich denn aber für […]

  • Schlagkräftige Kickbox-Hoffnungen aus Rheinland-Pfalz

    Schlagkräftige Kickbox-Hoffnungen aus Rheinland-Pfalz

    Kickboxen sieht erst mal brutal aus, ist aber viel technischer und tänzerischer, als man denkt. In Rheinland-Pfalz wächst aktuell eine neue goldene Generation deutscher Kampfsportler heran, die gemeinsam trainieren und international für Furore sorgen. Wir haben die Nachwuchstalente beim Training im pfälzischen Ramstein besucht. Hier trainiert sie, die Zukunft des deutschen Kampfsports. Mehrfache Welt- und Europameister, Weltranglistenerste, Weltrekordhalter und alle vier aus Rheinland-Pfalz. Eine von ihnen: die zwölfjährige Celine. Seit sie vier Jahre alt ist kickboxt sie, hat bei der Junioren-Weltmeisterschaft im September Bronze gewonnen und thront an der Spitze der Weltrangliste. Celine Brzenk, Kickbox-Talent aus Alzey „Ich habe mich sehr gefreut, weil ich war davor Weltranglisten zweite und das war etwas ärgerlich. Ich dachte mir dann so: Okay ich bin jetzt nicht Weltmeisterin geworden, aber ich bin Weltranglisten erste. Das war für mich auf jeden Fall ein Zeichen: Vielleicht schaffe ich es dann beim nächsten Mal Weltmeisterin zu werden.“ Ein ehrgeiziges Ziel und dafür trainiert sie hart. Mindestens vier Mal pro Woche und seit ein paar Monaten zusammen mit ihrem Idol: Theresa Pekrul. Die 19-Jährige gehört bereits zur absoluten Weltspitze und hat im vergangenen Jahr ihre Junioren-Karriere mit dem Europameisterinnentitel gekrönt. Sie will die neue Generation deutscher Kampfsportlerinnen formen. Theresa Pekrul, Kickbox-Europameisterin von 2025 „Vor allem, wenn ich die Fortschritte sehe, die die Kids oder Celine auch im Training machen und sie dann auch zu ihrem Erfolg bringe und dann auch mit ihr zusammen gewinne. Also Celine und ich haben dieses Jahr, obwohl wir uns auch noch nicht so lange kennen, sehr viel gemeinsam gewonnen. Sie dann zu ihrem Ziel zu bringen und zu sehen, wie sie sich freut und wie sie das schaffst, das berührt mich auch und macht mich stolz.“ In ihrem ersten Jahr bei den Erwachsenen hat sie die amtierende Weltmeisterin bereits mehrmals geschlagen. Für Theresa […]