Rheinland-Pfalz

  • Zentrum für künstliche Intelligenz eröffnet

    Zentrum für künstliche Intelligenz eröffnet

    Bereits 1988 wurde in Kaiserslautern das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz – kurz DFKI – gegründet, das mit inzwischen neun Standorten im gesamten Bundesgebiet und 1600 Angestellten zu einer der wichtigsten KI-Forschungseinrichtungen der Welt zählt. Wenig verwunderlich also, dass das DFKI aktuell weiter wächst, schließlich ist die Nachfrage nach KI-Anwendungen so hoch wie noch nie.   Wer momentan einen Termin beim Hautarzt braucht, der kann sich auf Wartezeiten von mehreren Monaten einstellen. Der Kreis der Fachärzte ist überschaubar und viele Patienten kommen nur, um meist harmlose Hautleiden abklären zu lassen. Am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz wollen sie Abhilfe schaffen. Die hier entwickelte „SkinDoc-App“ zum Beispiel vergleicht Fotos von Leberflecken in Sekundenschnelle mit einer gigantischen Datenbank und gibt eine erste Einschätzung. Freistehend: „Das muss erstmal nichts heißen, dass bedeutet aber das der Leberfleck erstmal auffälliger aussieht und sich gegebenenfalls einmal angesehen werden sollte von einer Ärztin oder einem Arzt.“ Über solche und ähnliche Anwendungen kann man sich ab heute am ersten Deutschen KI-Zentrum informieren lassen, das der Bundesdigitalminister heute einweihen darf. 3,5 Millionen Euro hat der Bund sich das Zentrum im Rahmen seiner „Mission KI“ kosten lassen. Damit gibt es am DFKI jetzt eine Anlaufstelle für Start-Ups und Unternehmen, die vertrauenswürdige KI-Anwendungen für ihre Geschäftsbereiche suchen. Volker Wissing, FDP, Bundesdigitalminister: „Künstliche Intelligenz hilft uns auf der einen Seite, Dinge viel schneller umzusetzen und auch Digitalisierung schneller anzuwenden. Gleichzeitig müssen wir aber sicherstellen, dass unsere Werte geachtet werden, unsere Datenschutzvorschriften eingehalten werden oder auch unsere Werte wie Neutralität geachtet werden. Wir müssen sicher sein können, dass künstliche Intelligenz uns neutral unterstützt und nicht täuscht.“ Für Wirtschaftsbetriebe jeder Größe wird Unterstützung durch KI immer wichtiger, weswegen sich auch die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin über die neue Anlaufstelle freut. Daniela Schmitt, FPD, Wirtschaftsministerin Rheinland-Pfalz: „Damit Mittelständler, Handwerker hier her kommen können, ihre Ideen vorstellen können […]

  • „Essbare Stadt“ in Andernach

    „Essbare Stadt“ in Andernach

     „Urban gardening“, also Gärtnern in der Stadt, ist ein weltweiter Trend. Die Stadt Andernach pflanzt schon seit einigen Jahren zwischen Blumenbeeten rund um die Stadtmauer Gemüse und Obst an. „Essbare Stadt“ heißt das Projekt. Neben vielen nationalen Auszeichnungen ist die Stadt am Mittelrhein auch Preisträgerin des von den Vereinten Nationen ausgeschriebenen Wettbewerbs „Soziale Natur“. Viel Grün, viel Natur, viel Abwechslung mitten in der Altstadt. Das alte Schloss ist hier nicht die Hauptattraktion. Sondern die ganz spezielle Bepflanzung der Grünflächen. In Andernach wachsen neben Blumen Lauch, Rote Beete, Kohlrabi und ganz viel mehr Obst und Gemüse. Rund um die alte Stadtmauer ist Andernach  die „essbare Stadt“. Lara Lindermann, Projektleiterin der „essbaren Stadt“ Das Hautmotto ist eigentlich pflücken erlaubt, statt betreten verboten. Also das Hauptziel ist es, dass die Andernacher oder auch die Besucher der Stadt kommen und sagen, hier können wir zum einen was lernen und ein bisschen was abgucken, aber vor allem auch ernten. Für die Bepflanzung ist in erster Linie die Stadt zuständig, aber auch Langzeitarbeitslose und Schulen kümmern sich um die Gestaltung der essbaren Beete. Ob Zucchini oder Birnen, noch ist vieles nicht erntereif. Aber das Projekt soll  vor allem  auch aufzeigen, dass städtische Grünflächen erlebbar gestaltet werden können. Umfrage: Weil das wichtig ist für die Menschen/ Ich finde die Idee super, gegessen habe ich ehrlich gesagt noch nichts aus der essbaren Stadt/sehr viel Obst und Gemüse bei uns, es fängt an von Gurken, Kräutern und so weiter. Ob Granatäpfel, Artischocken oder Bitterorangen. Obst und Gemüse, für das es bisher zu kalt in Deutschland war. Doch die immer heißeren Sommer fordern Anbaualternativen. Auch darauf will die Stadt Andernach mit dem Projekt „essbare Stadt“ aufmerksam machen. Bisher auf einer Fläche von insgesamt rund 3000 Quadratmetern. Lara Lindermann, Projektleiterin der „essbaren Stadt“ Ja, also das ist ein Langzeitprojekt ohne Ende […]

  • Vor-Tour der Hoffnung gestartet

    Vor-Tour der Hoffnung gestartet

    An diesem Wochenende wird wieder fleißig in die Pedale getreten und das für den guten Zweck. Die 27. Vor-Tour der Hoffnung ist unterwegs, eine über die Jahre immer größer gewordene Spenden-Radtour, an der Prominente aus Politik, Wirtschaft, Sport und Fernsehen teilnehmen. Zum Auftakt ging es heute Richtung Mosel.   Strampeln, strahlen, spenden – 120 Sportbegeisterte haben sich aufgemacht, um Geld für krebskranke und hilfsbedürftige Kinder zu sammeln. Rund 270 Kilometer legen sie an drei Tagen zurück. Manch einer wechselt für die Vor-Tour sogar die Sportart. Markus Merk, ehemaliger Fußball-Schiedsrichter: „Wenn man nicht so der Radfahrer ist, ich bin der Ultra-Trail-Läufer, mit Langdistanzen weit über 100 Kilometer – und wenn man dann nur selten Rad fährt, dann gibt’s bestimmte Körperteile, die dann schon strapaziert sind.“ Norbert Schramm, ehemaliger Eiskunstläufer: „Ich versuch natürlich auch ne gute Figur hier abzugeben und ich glaub das steht mir auch ganz gut hier, dieses Trikot.“ In diesem Jahr führt die Tour durch den Hunsrück. Nach dem Start heute Morgen in Simmern ist Zell an der Mosel der erste Zwischenhalt für die Radler. An allen Stopps gibt es ein buntes Unterhaltungsprogramm und, das Wichtigste, Spendenübergaben. Im vergangenen Jahr kamen über 600.000 Euro zusammen und das ist auch dieses Jahr das Ziel. Nach dem Zwischenhalt in Zell sind schon wieder rund 130.000 Euro zusammengekommen. Geld, das die Familien krebskranker Kinder gut gebrauchen können. Bernhard Sommer, 1. Vorsitzender „Vor-Tour der Hoffnung“: „Wenn die Kinder, die krebserkrankten Kinder im Krankenhaus sind, dann müssen die Eltern irgendwo wohnen. Die müssen psychisch betreut werden teilweise. Da sind Geschwisterkinder, die sagen: ‚Ja, warum haben meine Eltern mich nicht mehr lieb? Warum kümmern die sich nur noch um mein Geschwisterkind, das erkrankte Kind?‘ Die verstehen das nicht immer. Und da gibt es ganz viele Einrichtungen, die da Hilfe leisten und genau das unterstützen wir.“ […]

  • Boris Pistorius besucht Luftwaffe in Büchel

    Boris Pistorius besucht Luftwaffe in Büchel

    100 Milliarden Euro. So viel Geld soll die Bundeswehr für Rüstungsprojekte erhalten. Finanziert mit einem Sondervermögen. Der größte Teil davon fließt in neue Kampfjets, sogenannte F-35. Ab 2027 sollen sie am Fliegerhorst im rheinland-pfälzischen Büchel stationiert werden. Grund genug für Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius der zukünftigen Heimat der Jets einen Besuch abzustatten.   Ganz genau blickt Verteidigungsminister Boris Pistorius heute auf das Milliardenprojekt der Bundeswehr in Büchel. Der Fliegerhorst wird für die neuen F-35 Jets hergerichtet. Sie gelten als die modernsten Kampfflugzeuge der Welt und sollen hier bis 2030 die in die Jahre gekommenen Tornados ersetzen. Dafür müssen mehrere neue Hangars gebaut werden. Die Start- und Landebahn wird erneuert. Die Bundeswehr spricht von der größten Einzelbaustelle in Rheinland-Pfalz. Boris Pistorius (SPD), Bundesverteidigungsminister: Was man hier erleben kann ist, wie wir die Zeitenwende in den vergangenen eineinhalb Jahren gestaltet haben. Die schnellstmögliche Beschaffung in kürzester Zeit und die Einführung eines Marktverfügbaren und zugleich hochmodernen Waffensystems mit der F-35. Und natürlich Infrastrukturvorhaben von gigantischem Ausmaß. Die Umfangreichsten aktuell für die Bundeswehr. Doch den Minister plagen Geldsorgen. Die Modernisierung des Luftwaffenstützpunktes könnte doppelt so teuer werden wie geplant – im schlimmsten Fall 1,7 Milliarden Euro. Schlechtes Timing für steigende Kosten. Denn nach den Haushaltsverhandlungen der Bundesregierung bekommt das Verteidigungsministerium im nächsten Jahr statt der geforderten 6,7 Milliarden lediglich 1,25 Milliarden Euro mehr. Büchel sei davon aber nicht betroffen. Boris Pistorius (SPD), Bundesverteidigungsminister: Weil diese Vorhaben durchfinanziert sind. Bis zum Ende durchfinanziert sein werden und deswegen hat das überhaupt keinen Einfluss darauf. Die 35 neuen Jets sollen 8,3 Milliarden Euro kosten. Geliefert aus den USA samt Munition und Ersatzteilen. Wenn sie am Fliegerhorst Büchel stationiert sind, könnten sie auch die Atomwaffen transportieren, die die US-Amerikaner hier angeblich gelagert haben. Offiziell bestätigt wird das allerdings nicht. Doch die Bundeswehr bekommt nicht nur neue Flugzeuge, sondern auch […]

  • Olympiateilnehmer Jonas Wiesen

    Olympiateilnehmer Jonas Wiesen

    Die Olympischen Spiele: Dabei zu sein und eine Medaille zu gewinnen, das ist der große Traum vieler Sportler. Vor drei Jahren in Tokio haben sich die Ruderer im Deutschland-Achter diesen Traum erfüllt: Silber in der Königsklasse. Seitdem hat sich viel getan in der Mannschaft. Fünf von acht Ruderern sind neu dabei. Und auch der Steuermann ist ein anderer als damals: Jonas Wiesen aus dem rheinland-pfälzischen Treis-Karden. Und den stellen wir Ihnen in unserer Olympia-Serie jetzt mal etwas genauer vor. Jonas Wiesen – 27 Jahre – Treis-Karden. Er hat die Lenkseile fest im Griff. Der Rheinland-Pfälzer sitzt ganz hinten im Boot, aber als einziger mit dem Blick nach vorn. Als Steuermann gibt er die Renntaktik vor – und ist damit Kopf, Steuer und Sprachrohr seiner Mannschaft. Jonas Wiesen, Steuermann Deutschland-Achter: „Meine größte Aufgabe ist es, dass ich eben mit der Mannschaft kommuniziere. Ich habe ein Mikrofon, wo ich mit dem Team sprechen kann, es sind Lautsprecher im Bott verbaut, sodass die Jungs mich auch alle hören können. und meine Aufgabe ist es, der Mannschaft dabei zu helfen, das Boot möglichst schnell zu machen. Sowohl im Rennen als auch im Training daran zu arbeiten, dass wir die besten Grundvoraussetzungen fürs Rennen haben.“ Und die braucht das neunköpfige Team für den sportlichen Höhepunkt des Jahres. Sechs der neun Sportler sind zum ersten Mal bei Olympischen Spielen dabei. Für sie ist die noch intensivere Vorbereitung, der noch größere Medienrummel und der Druck eine olympische Medaille mit nach Hause zu bringen komplettes Neuland. Jonas Wiesen, Steuermann Deutschland-Achter: „Natürlich sind die Olympischen Spiele was absolut Besonderes. Das ist der sportliche Höhepunkt, auf den wir hinarbeiten. Dieses Mal sind es drei und keine vier Jahre, das macht die Zeit für uns knapper. Aber es ist eine Olympiade, die nicht weit vor der eigenen Haustür stattfindet. Das ist […]

  • Haftstrafe wegen Körperverletzung mit Todesfolge

    Haftstrafe wegen Körperverletzung mit Todesfolge

    Im September 2023 kommt es in Neustadt an der Weinstraße zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen zwei Männern. Der eine schlägt dem anderen mehrfach ins Gesicht. Zwei Tage später ist das Opfer des Angriffs tot. Wegen des Vorwurfs der Körperverletzung mit Todesfolge steht der mutmaßliche Täter seit Mai vor dem Frankenthaler Landgericht. Heute wurde das Urteil über ihn verhängt. 4 Jahre und 8 Monate Haft. So lautet das Urteil gegen den 30-jährigen Besard H. Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass sich der mehrfach vorbestrafte Mann der Körperverletzung mit Todesfolge schuldig gemacht hat. Für das Gericht stellt sich das Geschehen folgendermaßen dar. Hier in der Nähe des Hauptbahnhofes in Neustadt hatte Besard H. das spätere Opfer auf offener Straße angerempelt. Axel A., ein 57-jähriger Jobcenter-Mitarbeiter beschwert sich über die Unachtsamkeit. Daraufhin attackiert der Täter Axel A. unvermittelt, tritt zu und schlägt ihm mindestens zwei Mal ins Gesicht. Dann flüchtet er. Das Tragische: Die Schläge lösen beim Opfer eine Hirnblutung aus. Aufgrund einer bis dahin unentdeckten Leukämie führt die Verletzung zu seinem Tod. Axel A. stirbt zwei Tage nach dem Angriff. Der Verurteilte habe zwar nicht in Tötungsabsicht gehandelt, dennoch müsse er die Konsequenzen für den tragischen Ausgang des Geschehens tragen, urteilt das Gericht. Besard H. hatte die Tat im gesamten Prozess bestritten. „Das Urteil nimmt der Angeklagte heute mit einem Kopfschütteln entgegen. Während die vorsitzende Richterin die Urteilsbegründung verliest, murmelt Besard H. immer wieder vor sich hin. Irgendwann reicht es der Vorsitzenden. ‚Entweder sie sind jetzt still oder sie verlassen den Saal‘, weist sie ihn zurecht. ‚Dann gehe ich lieber‘, sagt Besard H. und fügt noch hinzu; ‚Ihr habt hier alle euren Beruf verfehlt, komplett.‘ Dann verlässt er den Saal. Am Ende muss er nochmal vor die vorsitzende Richterin. ‚Fuck mich nicht ab, ey.‘ Das sind heute seine letzten Worte.“ […]

  • Schwerer Unfall auf der A 1

    Schwerer Unfall auf der A 1

    Glück im Unglück hat ein Autofahrer heute auf der A1 zwischen Wittlich und Trier: Nachdem er offenbar aus Unachtsamkeit in einen vor ihn fahrenden LKW kracht, gehen beide Fahrzeuge in Flammen auf. Ernsthaft verletzt wird bei dem Unfall aber niemand.   Auf den ersten Blick wirkt das ausgebrannte Auto-Wrack nicht so, als ob hier jemand lebend rausgekommen ist: Und doch wird der Fahrer bei dem Unfall nur leicht verletzt. Nach derzeitigen Erkenntnissen der Polizei muss ein Kleinlaster an der Einfahrt in eine Baustelle verkehrsbedingt abbremsen. Das bemerkt der Fahrer dieses Wagens offenbar zu spät und kracht mit hoher Geschwindigkeit in das Heck des Lasters. Durch den heftigen Aufprall wird der LKW auf zwei vor ihm stehende PKW geschoben. Sowohl das Fahrzeug des Unfallverursachers als auch der Kleinlaster geraten bei dem Unfall in Brand. Alle Beteiligten können sich aber rechtzeitig aus ihren Fahrzeugen retten. Insgesamt werden bei den Unfall drei Menschen leicht verletzt. Sie werden in umliegenden Krankenhäusern versorgt. Während der Lösch- und Aufräumarbeiten bleibt die A1 in Richtung Trier stundenlang gesperrt. Es bildet sich ein kilometerlanger Stau. Wie genau es zu dem Unfall kommen konnte, ist noch unklar. Ein Sachverständiger hat die Untersuchung übernommen.    

  • Kein Grabstein für Helmut Kohl

    Kein Grabstein für Helmut Kohl

    Seit Jahren gibt es Streit um das Grab von Helmut Kohl. Ist seine Ruhestätte in Speyer für den Kanzler der deutschen Einheit angemessen? Oder sollte er lieber in das Familiengrab nach Ludwigshafen kommen? Wir haben uns an beiden Orten umgesehen.   Nur ein verwittertes Holzkreuz steht am Grab von Helmut Kohl. Die Ruhestätte liegt fast versteckt im Adenauerpark in Speyer. Kein Grabstein, nebenan eine Sitzbank, die durch ein verschlossenes Tor aber nicht zugänglich ist. Alles umrandet von einem Gitterzaun. Besucher finden das Grab wenig repräsentativ. Michael Lange, aus Speyer „Hier ist er etwas vereinsamt, hier sind zu wenige Leute, die ihn besuchen. Er hat viel mehr verdient als Kanzler. Es wäre besser, wenn er einen würdigeren Platz hätte.“ Sandra Wien, aus Berlin „Für das, was er erreicht hat für uns alle – wo wir heute ja alle von profitieren und schon seit Jahrzehnten – ist es schon so, dass er‘s etwas würdevoller hätte haben müssen als nur so ein hellbeiger Block drum herum um sein Grab.“ Helmut Kohls Sohn Walter findet das Grab schlichtweg unwürdig, schon seit Jahren wollen er und sein Bruder etwas ändern. Dem entgegen steht die zweite Ehefrau des Altkanzlers, Maike Kohl-Richter. Sie hat bei der Grabgestaltung das letzte Wort. Carsten Praeg, Reporter „Schon seit Jahren gilt das Verhältnis zwischen beiden Seiten als zerrüttet. Walter Kohl sagt uns telefonisch, ein Zaun sei unangemessen für einen europäischen Staatsmann, der Grenzen überwunden hat. Maike Kohl-Richter teilt uns über ihren Anwalt mit, sie halte das Grab für würdig. Zudem sei dies noch nicht die endgültige Gestaltung des Grabs.“ Am liebsten wäre es Walter Kohl, sein Vater würde hierhin nach Ludwigshafen verlegt werden: Ins Familiengrab neben Helmut Kohls erste Frau Hannelore. Der letzte Wunsch des Altkanzlers war aber laut Maike Kohl-Richter, in Speyer beerdigt zu werden. Auch die rheinland-pfälzische CDU beschäftigt […]

  • Hoch hinaus: Hagelflieger Marc Umstätter

    Hoch hinaus: Hagelflieger Marc Umstätter

    Es ist einer der ältesten Träume des Menschen: das Fliegen. Über Jahrhunderte tüftelten Wissenschaftler und Ingenieure daran, bis es vor knapp 250 Jahren in einem Ballon endlich gelang. Doch was treibt Menschen an zu fliegen? Für unsere Sommerserie haben wir die besten Piloten in Hessen und Rheinland-Pfalz getroffen. Heute mit Marc Umstätter von der Hagelabwehr in der Pfalz. Kommen Sie mit „Hoch Hinaus“. Marc Umstätter, Hagelabwehr Vorder- und Südpfalz: Fliegen ist für mich im Prinzip wie die Luft zum Atmen. Genauso fühlt es sich an. Also bei mir ist es so, dass die Zeit am Boden, die ist zwar schön und die ist auch da aber tatsächlich in der Fliegerei da werde ich frei und kreativ und das ist genau das, was ich brauche. Marc Umstätter und sein Vater Otto-Wilhelm sind in einer wichtigen Mission unterwegs. Am Flugplatz in Bad Dürkheim sollen sie bereitstehen, um einen großen Hagelschlag zu verhindern. Dafür müssen sie ihr Flugzeug so weit vorbereiten, dass sie direkt starten können. Vor allem benötigen sie genug Silberjodid, das den Hagel „abwehrt“.  Seit sieben Jahren fliegt Marc Umstätter für die Hagelabwehr in der Vorder- und Südpfalz, schon viel länger ist er Pilot. Marc Umstätter, Hagelabwehr Vorder- und Südpfalz: Bin aufgewachsen auf dem Flugplatz, hab viel meiner Freizeit wenn nicht sogar alle Freizeit am Flugplatz verbracht. Hab mit vierzehn angefangen mit dem Segelfliegen und habe auch nach einem Monat meinen ersten Alleinflug gemacht, weil der Druck so groß war, ich wollte endlich fliegen. Hab dann in der Fliegerei sehr schnell laufen gelernt. Heute ist das Fliegen Beruf und Hobby zugleich. Ständig müssen er und sein Vater die Wetterkarte im Auge behalten. Blitzschnell könnten sich problematische Wolken mit Hagel bilden. Doch es sieht ruhig aus. Die Hagelabwehr Vorder- und Südpfalz hat sich nach einem verheerenden Hagelschauer 2010 gegründet. Dieser hat damals […]

  • Salafisten-Prediger tritt in Wittlich auf

    Salafisten-Prediger tritt in Wittlich auf

    Er nennt sich Abu Alia und predigt über den Islam. In den sozialen Medien – auf Tiktok, Instagram und Youtube – erreichen seine Videos bis zu 100.000 Aufrufe. Doch Abu Alia gilt als äußerst umstritten, wird vom nordrhein-westfälischen Verfassungsschutz beobachtet. Jetzt ist er Medienberichten zufolge in Rheinland-Pfalz aufgetreten, um für seine radikalen Inhalte zu werben. Islam bedeute nicht Frieden, sondern Ergebung. Frauen sollten stolz darauf sein, sich mit dem traditionellen Hijab, einem Kopftuch oder einer Burka, zu verschleiern. Allah wolle es so, er habe es ausgesucht. Es sind Botschaften wie diese, mit denen Abu Alia – wie er sich selbst nennt – online Zehntausende Menschen erreicht. Oder unterrichtet, wie er sagt. Als „einflussreichen Akteur im extremistischen salafistischen Spektrum“ beschreibt der nordrhein-westfälische Verfassungsschutz den Online-Prediger. Jetzt ist er zweimal im rheinland-pfälzischen Wittlich aufgetreten. Michael Ebling (SPD), Innenminister Rheinland-Pfalz „Wir sehen in ihm einen Salafisten. Salafismus ist von seinem religiösen Gehalt her gegen unsere Werteordnung ausgerichtet, auch gegen unsere Demokratieprinzipien ausgerichtet, insofern beobachten wir solche Predigten und natürlich auch solches Auftreten sehr genau.“ Über Instagram, Tiktok und Youtube würden Inhalte ungefiltert und ohne Einordnung verbreitet und könnten vor allem junge Menschen leicht beeinflussen, warnt der Minister. Der Verfassungsschutzbericht zeige zudem, dass Radikalisierung häufig in den sozialen Netzwerken beginnt und zu politisch motivierten Straftaten führen kann. Doch verbieten ließen sich solche Auftritte nicht so einfach. Michael Ebling (SPD), Innenminister Rheinland-Pfalz „In dem konkreten Fall muss man schon sagen, es wird sehr perfide auch die Möglichkeiten der neuen Medien genutzt und natürlich weiß so jemand auch um die berühmten roten Linien. Also es ist nicht so eindeutig im Sinne von, dass es strafbar wäre.“ Umso wichtiger sei die Aufklärung und der Appell an Plattformbetreiber und Kulturvereine, salafistischen Inhalten keinen Raum zu geben.

  • Bauern und Winzer ziehen Erntebilanz

    Bauern und Winzer ziehen Erntebilanz

    Es ist schon Mitte Juli – aber irgendwie gerät der Sommer in diesem Jahr immer wieder ganz schön ins Stocken. Spätestens nach ein paar Tagen Sonnenschein, heißt es wieder Regen, Gewitter und Sturm: Es bleibt durchwachsen. Und genauso durchwachsen wie das Wetter, fällt in diesem Jahr auch die erste Zwischenbilanz für die Ernte im südlichen Rheinland-Pfalz aus: Denn zu viel Regen bringt den Bauern keinen Segen. So schnell können sich die Dinge ändern: Waren es in den vergangenen Jahren noch große Hitze und Trockenheit, die den Landwirten in der Pfalz und in Rheinhessen das Leben schwer machten, ist es in diesem Jahr der ständige Regen. Vor allem in der Süd- und Südwestpfalz dürfte etwa die Getreideernte wegen der nassen Witterung in diesem Jahr deutlich mickriger ausfallen als erwartet. Eberhard Hartelt, Präsident Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd „Ich befürchte, dass wir im Schnitt für unser Verbandgebiet, also Rheinhessen und Pfalz, eine unterdurchschnittliche Ernte einfahren werden. Rheinhessen reißt es ein bisschen nach oben, aber im Schnitt werden wir den Durchschnitt in diesem Jahr nicht erreichen.“ Sehr viel besser sei die Lage bei Mais, Zuckerrüben und Grünland für die Heuernte: Hier sei der viele Regen eher von Vorteil gewesen. Große Sorgen machen sich die Landwirte momentan wegen der afrikanischen Schweinpest, die vor einigen Tagen erstmals in Rheinhessen nachgewiesen wurde. Hier könne man nur hoffen, dass es den Behörden gelinge, eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Apropos Behörden: Mit denen stehen viele Landwirte immer mehr auf Kriegsfuß – vor allem wegen der vielen bürokratischen Auflagen. Und auch der Politik sind die Bauern nach wie vor nicht grün. Eberhard Hartelt, Präsident Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd „So aufgeheizt, wie die Stimmung im Frühjahr war, so enttäuscht sind wir jetzt. Weil von den vollmundigen Ankündigungen auf den Demonstrationen in Berlin und auch anderswo ist wenig übrig geblieben. […]

  • Neue Brennstoffzellenbusse in Mainz

    Neue Brennstoffzellenbusse in Mainz

    Wenn Sie in Mainz öfter Mal mit dem Öffentlichen Nahverkehr unterwegs sind, dann fahren Sie bestimmt auch bald mal mit einem dieser Busse hier. Seit Kurzem sind in der Landeshauptstadt nämlich sechs Busse im Einsatz, die mit Wasserstoff betrieben werden. Schauen wir uns mal an, was die so können. Eine Fahrt durch die Mainzer Neustadt mit einem der neuen Brennstoffzellenbusse. Leise ist er auf jeden Fall im Vergleich zu anderen Fahrzeugen. Und laut Mainzer Mobilität fährt er auch nachhaltig. Jochen Erlhof, Geschäftsführer Mainzer Mobilität „Die Stadtwerke betreiben den Energiepark in Mainz-Hechtsheim, in dem aus überschüssigem Windstrom Wasserstoff erzeugt wird. Wichtig: grüner Wasserstoff. Also wirklich regenerativ. Und dieser Wasserstoff wird dann auch in unseren Bussen eingesetzt für die Mobilität vor Ort.“ Und das funktioniert so: Der Bus wird mit Wasserstoff befüllt. Der Wasserstoff trifft auf eine Brennstoffzelle mit elektrischem Antrieb. Dort wandelt sich der Wasserstoff in Strom um und der Elektromotor im Bus kann starten. Im Vergleich zu den schon gängigen E-Bussen haben die Brennstoffzellenbusse einen großen Vorteil. Jochen Erlhof, Geschäftsführer Mainzer Mobilität „Dass sie eine deutlich größere Reichweite haben, weil den Strom in der Batterie zu speichern ist doch noch sehr aufwändig und bringt sehr viel Gewicht mit sich. Also ein Brennstoffzellenbus kommt auf Reichweiten von 450 Kilometer während unsere Elektrobusse so 200 Kilometer weit kommen.“ Ein neuer Brennstoffzellenbus kostet rund 600.000 Euro – das Doppelte eines mit Diesel betriebenen Busses. Die Stadt Mainz hat 2 Millionen Euro in die Brennstoffzellenbusse investiert. Die kommen gebraucht aus Wiesbaden. Aber auch die tägliche Nutzung schlägt spürbar aufs Portemonnaie. Jochen Erlhof, Geschäftsführer Mainzer Mobilität „Momentan muss man einfach sagen, ist der Wasserstoff als Brennstoff durch die Energiepreisverwerfungen nach dem Angriff auf die Ukraine sehr teuer. Etwa doppelt so teuer wie die vergleichbare Menge Diesel, die wir bräuchten, um den Bus zu betreiben.“ Dafür […]

  • Projekt zur Sahara-Begrünung

    Projekt zur Sahara-Begrünung

    Wald und Wüste – klingt erst mal nach einem unvereinbaren Gegensatz. Doch der Umwelt-Campus Birkenfeld möchte diese zwei Gegensätze nun miteinander kombinieren – und Millionen von Bäumen in der mauretanischen Sahara pflanzen. Das sogenannte „Sahara Renaissance Project“, kurz „SAREP“, ist damit das größte Wüstenbepflanzungsprojekt der Welt. Das Birkenfelder Team hat jetzt gemeinsam mit Menschen aus Industrie und Politik in einer internationalen Konferenz über die Details gesprochen. Zwei Millionen Hektar, eine Fläche so groß wie Rheinland-Pfalz, bestehen momentan noch aus purem Sand. Schon im nächsten Jahr soll es hier, in der Sahara in Mauretanien, ganz anders aussehen. Nämlich voll mit Bäumen, die CO2 einspeichern. Umweltökonom Professor Peter Heck arbeitet an dem Projekt schon seit drei Jahren. Peter Heck, Umweltcampus Birkenfeld „Meine Intention ist, dass ich nach 40 Jahren Klimaschutz endlich etwas machen will, das wirklich funktioniert. Ich will, dass vor allen Dingen auch junge Menschen sehen, es gibt ganz effiziente schnelle Möglichkeiten, das Klima zu retten und gleichzeitig auch den Menschen in Afrika, die jetzt ja aus ihrem Land flüchten müssen, weil sie nicht mehr dort leben können, eine neue Zukunft zu bieten. Also Klimaschutz mit ganz vielen anderen positiven Aspekten.“ Funktionieren kann so ein Projekt laut Peter Heck nur im großen Stil. Er plant, im ersten Schritt eine Fläche von 350 Hektar zu bepflanzen. Bewässert werden sollen die Bäume mit Meerwasser. Das muss zuvor mit Hilfe von Wind- und Solaranlagen entsalzt werden. Dafür soll an der mauretanischen Küste ein neues Dorf mit Arbeitsplätzen entstehen, die die Mauretanier wiederum von der Migration abhalten sollen. Peter Heck, Sarep-Projekt „Ich will einen Klimaschutz machen, der quasi Klimaschutz ist, aber auch den Menschen eine Möglichkeit gibt, in Würde zu leben, eine Ausbildung zu haben, Kinder können in den Kindergarten gehen und Schulen gehen und das alles wird bezahlt über Klimaschutz. Das ist meine Vision.“ […]

  • Olympiateilnehmer Oleg Zernikel

    Olympiateilnehmer Oleg Zernikel

    In eineinhalb Wochen geht‘s los mit den Olympischen Spielen in Paris. Dann trifft sich die Crème de la Crème der Sportwelt, um sich in insgesamt 32 Sportarten zu messen. Eine davon ist die Leichtathletik. Hier werden – mit Abstand – die meisten Medaillen vergeben, denn die Leichtathletik besteht aus vielen verschiedenen Disziplinen. Eine der spektakulärsten ist der Stabhochsprung. Und hier rechnet sich ein Rheinland-Pfälzer durchaus eine Chance auf eine Medaille aus. Oleg Zernikel – 29 Jahre – Landau. Für ihn heißt es: Je höher desto besser. Einziges Hilfsgerät: dieser Stab. Und mit dem schraubt er sich bis auf knapp sechs Meter in die Luft. Der Sportsoldat springt aktuell die erfolgreichste Saison seiner bisherigen Karriere, gewinnt Bronze bei der Europameisterschaft vor wenigen Wochen. Und das nach einer durchaus schwierigen Phase im vergangenen Jahr. Oleg Zernikel, Olympiateilnehmer Stabhochsprung „Es lief natürlich nicht alles immer so reibungsfrei, klar. Aber man steht trotzdem auf und geht ins nächste Training. Und plötzlich klappt da vielleicht irgendwas. Und plötzlich funktionieren Dinge anders und du stehst im EM-Finale und gewinnst Bronze. Und dann denkst du dir so: Okay, was habe ich jetzt eigentlich anders gemacht? Und du weißt es eigentlich nicht. vielleicht hast du einen guten Tag erwischt oder ist es die mentale Arbeit, die du dir da gemacht hast …“ Mentale Stärke ist im Stabhochsprung enorm wichtig. Das eine ist, im Wettkampf die Nerven zu behalten. Aber vor allem gilt es mentale Blockaden zu verhindern. Eine kleine Abweichung im Bewegungsablauf und der Sprung funktioniert nicht. Oleg Zernikel, Olympiateilnehmer Stabhochsprung „Stabhochsprung ist eine Disziplin – wir sind schon sehr stark belastet, verdreht, diagonal vom Körper her, das ist keine geradlinige Belastung in dem Sinne. Und dann tut plötzlich irgendwo was weh.“ In seinem Fall: die Hüfte. Jeder Sprung schmerzt – ein echtes Handicap für die Vorbereitung auf […]

  • Urteil im El-Ghazi-Prozess

    Urteil im El-Ghazi-Prozess

    Im vergangenen November hat Mainz 05 seinem Spieler Anwar El Ghazi fristlos gekündigt. Die Begründung: Der Niederländer mit marokkanischen Wurzeln habe israelfeindliche Posts in den sozialen Medien verbreitet. Es folgte ein Rechtsstreit. Der Spieler klagte gegen die Kündigung, Mainz 05 verklagte El Ghazi wegen Rufschädigung. Sie merken, es wird kompliziert. Heute ist vor dem Mainzer Arbeitsgericht ein Urteil gefallen. Sieg für Anwar El Ghazi. Das Mainzer Arbeitsgericht hebt die fristlose Kündigung des Fußballprofis durch seinen Verein Mainz 05 heute auf. Mainz muss El Ghazi also weiterbeschäftigen. Dem Spieler stehen darüber hinaus sein Gehalt von monatlich 150.000 Euro brutto plus Bonuszahlungen für die abgelaufene Saison zu. Alexander Bergweiler, Anwalt Anwar El Ghazi: „Auf jeden Fall sind wir sehr erleichtert. Insbesondere hing ja noch das Damoklesschwert der Vertragsstrafe über uns und der Rückzahlung des Bonuses. Und da hat das Gericht ganz klar gesagt, das gibt die vertragliche Klausel nicht her. Insofern: Erleichterung steht sehr gerne. Und die ersten Worte von Anwar sagen: Er packt seine Fußballschuhe und freut sich, wieder Fußball zu spielen.“ Ausgangspunkt des Streits zwischen Mainz und dem Stürmer waren Social-Media-Beiträge El Ghazis. Nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober hatte der Spieler in einem später gelöschten Post geschrieben: „Vom Fluss bis zum Meer, Palästina wird frei sein.“ Gemeint ist, dass sich Palästina vom Jordan bis zum Mittelmeer ausdehnen solle. Israel wird damit gewissermaßen das Existenzrecht abgesprochen. Nach einer kurzzeitigen Suspendierung teilt Mainz 05 mit, El Ghazi distanziere sich von den Äußerungen, verurteile den Terror der Hamas und kehre deshalb auch in den Kader zurück. Doch der Niederländer dementiert zwei Tage später: „Ich bereue meinen Standpunkt in keiner Weise. Ich distanziere mich nicht von dem, was ich gesagt habe.“ Das Chaos ist perfekt. Mainz 05 reagiert und kündigt El Ghazi nach diesem Beitrag fristlos. Doch der Bundesligist […]