Rheinland-Pfalz

  • Zu viele Förderprogramme für Kommunen?

    Zu viele Förderprogramme für Kommunen?

    Immer mehr Kommunen sind pleite – sie sind so verschuldet, dass sie keinen Gestaltungsspielraum mehr haben. Und das obwohl der Bund Rekordsteuereinnahmen hat von über 1 Billion Euro. Die Frage ist nur, warum so wenig bei den Kommunen ankommt? Die CDU in Rheinland-Pfalz sagt: Weg mit dem undurchsichtigen Förderprogramm-Dschungel – mehr direktes Geld für den kommunalen Haushalt. Die Fleckenmauer in Flörsheim-Dalsheim. Das bekannteste Denkmal der Gemeinde soll saniert werden. Kosten: Rund eine Million Euro. Die Gemeinde wurde vom rheinland-pfälzischen Innenministerium als sogenannte „Schwerpunktgemeinde“ ausgezeichnet, im Rahmen des Dorferneuerungsprogramms. Ihr steht damit jetzt acht Jahre lang eine Förderung des Landes zu. Ob die Sanierung der Mauer, der Umbau des Bürgerhauses oder die Neugestaltung von öffentlichen Plätzen – um die Kosten dafür überhaupt stemmen zu können, ist Flörsheim-Dalsheim auf die Fördermittel des Landes angewiesen. Und so geht es vielen Kommunen in Rheinland-Pfalz. Das muss sich ändern, sagt Gordon Schnieder, der Landesvorsitzende der rheinland-pfälzischen CDU und Spitzenkandidat seiner Partei für die Landtagswahl. Gordon Schnieder (CDU), Landesvorsitzender Rheinland-Pfalz „Wir haben allein in Rheinland-Pfalz – nicht in Brüssel, nicht in Berlin, sondern hier in Rheinland-Pfalz – rund 430 Förderprogramme, wo das Land verschiedene Maßnahmen fördert. Allein für die Kommunen 330. Ich sage: Vertraut doch unseren Kommunen, vertraut den Gemeinderäten! Nicht immer aus Mainz glauben, dass man mit der Förderpraxis das richtige trifft, sondern nehmt das Geld raus, die Förderprogramme bereinigen. Gebt das den Kommunen mit allgemeinen Zuweisungen – die wissen, was vor Ort ist, die entscheiden das dann auch selbst.“ Fakt ist: Unter vielen kommunalen Haushalten in Deutschland steht ein dickes Minus. Das Defizit liegt bei rund 30 Milliarden Euro. Rund 40 Prozent der Gemeinden in Rheinland-Pfalz konnten 2024 ihre Kasse nicht ausgleichen. Das liegt vor allem an ihren Pflichtaufgaben, besonders an den hohen Sozialkosten. Handlungsspielraum bleibt da kaum noch. Deshalb oft der Griff nach […]

  • Schaltgespräch mit Innenminister Ebling zu Förderprogrammen

    Schaltgespräch mit Innenminister Ebling zu Förderprogrammen

    Die CDU kritisiert die kommunalen Förderprogramme des Innenministeriums. Markus Appelmann, Moderator: Und darüber sprechen wir jetzt mit dem rheinland-pfälzischen Innenminister Michael Ebling von der SPD. Guten Tag. Michael Ebling (SPD), Innenminister RLP: Hallo Herr Appelmann. Appelmann: Herr Ebling, wir haben gerade sowohl die CDU als auch den rheinland-pfälzischen Landkreistag im Beitrag gehört. Beide sprechen von einem wahren Förderprogramm-Dschungel hier in Rheinland-Pfalz. Wie hat es dazu kommen können? Ebling: Also, Dschungel lingt sehr unübersichtlich. Ich würde sagen, da ist Struktur drin. Und in der Tat, Förderprogramme gibt es wirklich Programme, wird es immer geben, weil sie natürlich auch Sinn machen. Mit Förderprogrammen kann man unterstreichen, was ein Schwerpunkt ist, und man kann Anreize setzen, dass es umgesetzt wird. Wenn wir über Sportförderung bei mir im Innenministerium sprechen, dann heißt das, dass wir Mittel dafür auch reservieren und dass die Mittel dann auch für den Sport eingesetzt werden. Wenn daraus eine allgemeine Zuweisung würde, dann weiß ich nicht so genau, was aus den Mitteln würde. Appelmann: Jetzt gibt es Förderprogramme von der EU, vom Bund, vom Land. Da blickt ja kaum noch jemand durch. Wäre es da nicht angebracht, dass das Land mit gutem Beispiel vorangeht und etwas mehr Licht in dieses Förder-Dickicht bringt? Ebling: Also wenn es darum geht, mit gutem Beispiel voranzugehen – wir haben zum Beispiel in meiner Verantwortung wie im Bereich der Feuerwehrförderung insofern geändert, als dass wir ein pauschaliert haben. Das heißt: Ja, es gibt Mittel, die speziell für den Brandschutz eingesetzt werden können bei den Kommunen und diese Mittel kommen nun unbürokratisch als jährliche Pauschale. Natürlich sind wir auch offen immer wieder für neue Wege und für vereinfachte Wege. Das passt auch in die Zeit, die Dinge zu vereinfachen. Aber gleichzeitig grundsätzlich macht es schon Sinn, wenn man etwas Bestimmtes auch politisch erreichen will. Wenn wir […]

  • Frau ermordet und einbetoniert?

    Frau ermordet und einbetoniert?

    Anna K. aus Bad Neuenahr-Ahrweiler verschwindet im Juli 2025 spurlos. Zwei Tage suchen ihre Freunde nach der Frau. Kurz darauf wird ihr Noch-Ehemann, mit dem sie einen vierjährigen Sohn hat, verhaftet. Der Verdacht: Er hat die Frau getötet. Der 32-jährige Deutsche steht seit heute in Koblenz vor Gericht. Und dabei sind auch weitere schockierende Details der Tat ans Licht gekommen. Matthias K. wirkt heute ausgesprochen gefasst, als er mit Aktenordnern beladen den Saal des Koblenzer Landgerichts betritt. Dabei liest sich die Anklageschrift wie ein Krimi. Am 17. Juli 2025 soll der Angeklagte seine getrennt von ihm lebende Ehefrau Anna K. unter einem Vorwand in sein Haus in Bad Neuenahr-Ahrweiler gelockt haben. Im Flur soll er sie angegriffen und mit mehreren Messerstichen in Hals, Kopf und Körper getötet haben. Anna K. wird nur 31 Jahre alt. Maike Dickhaus, Reporterin am Koblenzer Landgericht „Nach dem Mord soll Matthias K. versucht haben, die Leiche von Anna zu zerstückeln. Das sei ihm aber nicht gelungen. Er habe dann ihre Leiche in eine Grube gelegt, die er zuvor in seinem Haus ausgehoben haben soll. Matthias K. soll die Grube dann mit Schnellbeton verschlossen und im Beisein seines kleinen Sohnes fachgerecht verfliest haben. Er wollte, dass die Leiche von Anna niemals gefunden wird. Was mich heute als Prozessbeobachter überrascht hat, ist, dass Matthias K. während der Verlesung der Anklage komplett emotionslos ist.“ Es soll eine von langer Hand geplante Tat gewesen sein. Gleich drei Mordmerkmale sieht die Anklage verwirklicht: Heimtücke, Habgier und niedrige Beweggründe. Anna K. war erst einige Monate zuvor aus dem gemeinsamen Haus im Ortsteil Gimmigen ausgezogen. Die Scheidung lief, doch es soll Streit ums Geld und die Umgangsregelung für den gemeinsamen vierjährigen Sohn gegeben haben. Obwohl Matthias K. bereits eine neue Freundin hatte, soll er Anna immer wieder kontaktiert und der Beziehung nachgetrauert […]

  • Streit über Erbschaftssteuer

    Streit über Erbschaftssteuer

    Das neue Jahr ist erst drei Wochen alt und schon gibt es wieder Streit in der schwarz-roten Bundesregierung. Diesmal geht es um die Erbschaftssteuer. Denn die muss aus Sicht der SPD dringend grundlegend reformiert werden. Sie sei unfair, Reiche würden begünstigt. Vergangene Woche haben die Sozialdemokraten ihre Pläne vorgestellt. Von Ökonomen, Wirtschaftsverbänden und aus der Union hagelt es deftige Kritik. Die Pläne würden für viele Unternehmen das Aus bedeuten. Es sei eine falsche Debatte zur falschen Zeit. Doch worum geht’s genau? Ob Häuser, Wohnungen, Bargeld oder Unternehmen – in Deutschland wird viel vererbt. Für die SPD steht fest: Die aktuellen Erbschaftssteuerregeln sind ungerecht. Matthias Miersch (SPD), Fraktionsvorsitzender Bundestag, am 13.1.2026 „Es geht um ‚fair erben‘. Und wir sehen augenblicklich, dass das Erbschaftssteuerrecht, wie wir es augenblicklich haben nicht fair ist, nicht gerecht ist. Weil wir gerade bei sehr hohen Erbschaften eben Umgehungsmöglichkeiten haben.“ Die Vorschläge der SPD sehen unter anderem einen „Lebensfreibetrag“ von 1 Million Euro vor. Erbschaften bis zu dieser Summe wären also steuerfrei. Außerdem will die SPD einen Freibetrag für Unternehmen. Er soll bei 5 Millionen Euro liegen. So solle sichergestellt werden, dass kleine Betriebe an die nächste Generation weitergegeben werden können, ohne dass Erbschaftsteuern anfallen. Wiebke Esdar (SPD), stellvertretende Fraktionsvorsitzende Bundestag, am 13.1.2026 „Indem wir einen Ein-Million-Freibetrag und einen Fünf-Millionen-Freibetrag für Unternehmen vorsehen, machen wir es gerechter, dass wir unten für die allermeisten Erbschaften, die es gibt, eine Entlastung vorsehen.“ Alle weiteren bisherigen Ausnahmen für Betriebserben sollen wegfallen. Das würde für größere Betriebe eine deutliche Steuererhöhung bedeuten. WIE die Steuersätze konkret aussehen könnten, das lässt die SPD bislang offen. Für die Union steht fest: Die Ideen der SPD sind wirtschaftsfeindlich. Auch der rheinland-pfälzische CDU-Landesvorsitzende Gordon Schnieder übt in unserem Interview scharfe Kritik. Die Diskussion käme zur Unzeit. Gordon Schnieder (CDU), Landesvorsitzender RLP „Wir erleben gerade unsere Wirtschaft […]

  • Kommentar von 17:30-Chefredakteur Philipp Stelzner

    Kommentar von 17:30-Chefredakteur Philipp Stelzner

    Zum Thema Erbschaftssteuer hat sicherlich jeder eine Meinung – auch unser Chefredakteur. Das Bundesverfassungsgericht wird dieses Jahr über die Erbschaftssteuer urteilen. Da wäre es vernünftig, wenn sich die Regierungsparteien gedulden würden und dann aus der Entscheidung die richtigen Konsequenzen zögen. Doch solange will die SPD nicht warten. Um endlich aus ihrem Umfragetief zu kommen, fordert sie schon jetzt höhere Erbschaftssteuern. Doch ihre Argumentation steht auf wackligen Beinen. Denn erstens ist die Erbschaftssteuer nicht so selbstverständlich wie viele denken. Hier wird versteuertes Geld, für das Menschen hart gearbeitet haben, noch einmal versteuert. Das finde ich leistungsfeindlich und ungerecht. Zweitens haben Bund, Länder und Kommunen im vergangenen Jahr über 1000 Milliarden Euro eingenommen – mehr als je zuvor. Als Steuerzahler erwarte ich, dass die Regierungsparteien mit diesem Geld auskommen, statt ständig höhere Einnahmen zu fordern. Und drittens scheint es mir besonders unklug, höhere Steuern für Unternehmen zu verlangen, die vererbt werden. Denn dadurch werden sie in der längsten Wirtschaftskrise der Bundesrepublik Deutschland noch stärker belastet. Die Unternehmen bezahlen Jahr für Jahr Körperschaftssteuer, Gewerbesteuer und ihre Geschäftsführer Einkommenssteuer. Je mehr Steuern die Erben zahlen müssen, desto weniger Geld können sie in Forschung und Entwicklung investieren. Desto eher geraten Arbeitsplätze in Gefahr. Desto mehr mittelständische familiengeführte Unternehmen müssen dicht gemacht oder an Investoren verkauft werden, denen es nur um maximale Gewinne geht. Aus all diesen Gründen haben Österreich, Norwegen, Schweden und die Slowakei die Erbschaftssteuer abgeschafft. Estland und Lettland haben sie nie erhoben. Wenn deutsche Unternehmer jetzt dorthin ziehen, gehen auch in Hessen und Rheinland-Pfalz Wirtschaftswachstum, Arbeitsplätze und Steuereinnahmen verloren.

  • Schott legt Jahreszahlen vor

    Schott legt Jahreszahlen vor

    Der Spezialglashersteller Schott, der in Mainz rund 3.000 Mitarbeiter beschäftigt, hat zu kämpfen: mit hohen Energiepreisen, geringer Kauflaune und US-Zöllen, die jetzt nochmal steigen. Das alles trübt auch die Bilanz des letzten Geschäftsjahres. Trotzdem ist der Ausblick der Verantwortlichen positiv – und das ist durchaus wörtlich zu nehmen. Der Blick in die Zukunft – so könnte er aussehen. Diese Augmented-Reality-Brille hat ein eingebautes Computer-Display im Glas. Auf diesem kann sich der Brillenträger zum Beispiel Texte in fremder Sprache übersetzen lassen. Schott produziert die Gläser dieser Brillen – über ein Dutzend Arbeitsschritte sind dafür nötig. Der Konzernchef erwartet dank dieser Innovation eine Revolution unseres Alltags. Torsten Derr, Vorstandsvorsitzender Schott AG „In Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz bieten diese Augmented-Reality- oder Display-Brillen ungeahnte Möglichkeiten. Und viele unserer Kunden sagen: Diese Brillen werden in ca. zehn Jahren das Handy disruptieren, also ersetzen.“ Die Nachfrage nach den Brillen sei enorm, deshalb will Schott die Produktion in diesem Jahr verdoppeln. So viel Zukunftsmusik kann die triste Gegenwart jedoch nur zum Teil überlagern. Im abgelaufenen Geschäftsjahr stagnierte der Umsatz des Konzerns. Der Gewinn brach  fast um die Hälfte ein, auf 165 Millionen Euro. Zu altbekannten Problemen wie dem Fachkräftemangel und hohen Energiekosten in Deutschland gesellen sich immer mehr globale Krisen – wie zuletzt die Ankündigung noch höherer Zölle durch US-Präsident Donald Trump. Torsten Derr, Vorstandsvorsitzender Schott AG „Sollte es zu einer weiteren Erhöhung kommen, um 10 Prozent oder um 25 Prozent: Da ist kein Fett mehr am Knochen, was wir da noch opfern können. Das wäre ne Katastrophe. Nicht nur für Schott, sondern für viele deutsche Unternehmen. Und das würde nicht nur deutsche Unternehmen, sondern europäische Unternehmen oder amerikanische Unternehmen stark schädigen.“ Um im internationalen Wettbewerb mitzuhalten, setzt Schott auf Innovationen, zum Beispiel in der Halbleiter-Industrie oder der Raumfahrt. Traditionelle Geschäftsfelder wie Haushaltsgeräte spielen aktuell eine untergeordnete […]

  • Praxistag für Schüler

    Praxistag für Schüler

    Die Zahl der Schulabbrecher in Rheinland-Pfalz steigt seit vielen Jahren – auf der anderen Seite klagen immer mehr Unternehmen über ungeeignete Bewerbungen: der Fachkräftemangel wird größer. Das stellt Politik, Wirtschaft und Bildungssystem vor immer größere Herausforderungen. Einen Lösungsansatz bietet der Praxistag. Bundesweit einmalig ermöglicht Rheinland-Pfalz Schülern ab der 8. Klasse, einen Tag pro Woche in den Berufsalltag hineinzuschnuppern. Ob im Lager, in der Beratung oder im Verkauf. Es gibt viel zu tun in diesem  Baumarkt  in Alzey.  Gut, dass es genug Helfer  gibt, wie Hope und Ben. Die beiden Schüler arbeiten jeden Dienstag als Praktikanten im Betrieb. Hope Scholten, Praktikantin „Also man kann sehr gut in das Arbeitsleben reingucken. Meine Eltern zum Beispiel finden ihre Arbeit sehr stressig und jetzt könnte ich selbst mal gucken, ob ich sowas stressig finde oder nicht.“ Ben Hessinger, Praktikant „Ja, das würde ich genau so sagen. Man kann sich erst mal einen Überblick verschaffen und man ist jetzt nicht die ganze Woche hier. So ein Tag in der Woche finde ich eine gute Aufteilung und dann noch die Schule. Das passt.“ Betrieb und Schulen  sind eng verzahnt.  Zwischen 20 und 40 Schüler absolvieren hier ihr wöchentliches Praktikum. Andreas Christiansen-Rieger, Marktleiter „Es ist einfach der große Vorteil, wir lernen die jungen Menschen kennen und können dadurch unsere Auszubildenden bekommen und das ist das wichtigste für uns. Wir brauchen keine externen Bewerber, weil wir haben sie alle schon im Haus.“ Gewinnung von Fachkräften. Genau das ist das Ziel des Programms. Bundesweit einmalig fördern das Land Rheinland-Pfalz und die Bundesagentur für Arbeit mit 17,4 Millionen Euro den sogenannten Praxistag. Landesweit nehmen in diesem Jahr rund 8.000 Schüler  teil. Sven Teuer (SPD), Bildungsminister RLP „Fachkräftemangel alleine wird dadurch noch nicht behoben, wenn wir nicht auch noch mehr Jugendliche bekommen, die zu uns einwandern und dann auch schnell integriert […]

  • Zollstreit mit den USA

    Zollstreit mit den USA

    Es sind keine guten Nachrichten für die Unternehmen hier bei uns in Hessen und Rheinland-Pfalz. Im Streit um Grönland will Donald Trump die EU mit neuen Zöllen zum Einlenken bewegen. Am Wochenende hat der amerikanische Präsident angekündigt, Deutschland und sieben weitere Staaten ab Februar mit neuen Zöllen zu belegen. Damit liegt auch das eigentlich mit den USA vereinbarte Zoll-Abkommen auf Eis. Und das heißt: Die Hängepartie geht weiter. Auch für die Unternehmen hier bei uns. Die USA sind für Hessen der wichtigste Exportpartner – weit vor Frankreich und Polen. Von Januar bis Oktober 2025 wurden Waren im Wert von rund 9,5 Milliarden Euro von Hessen aus in die USA exportiert. Und auch für die rheinland-pfälzischen Unternehmen spielen die USA eine große Rolle. Die Vereinigten Staaten sind der zweitgrößte Exportpartner von Rheinland-Pfalz – knapp hinter Frankreich. Die Unternehmen hier exportierten in den ersten zehn Monaten des vergangenen Jahres Waren im Wert von rund 4,1 Milliarden Euro in die USA.

  • Wirtschaftsministerin Schmitt zum Zollstreit

    Wirtschaftsministerin Schmitt zum Zollstreit

    Die USA sind der wichtigste außereuropäische Handelspartner für Rheinland-Pfalz. Über die neuen US-Zollpläne spricht Markus Appelmann mit der Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt. Markus Appelmann, Moderator: Hallo. Daniela Schmitt (FDP), Wirtschaftsministerin RLP: Hallo Herr Appelmann. Appelmann: Frau Schmitt, der Außenhandel ist Ihr Thema im Ministerium. Wenn diese Strafzölle nun kommen, wie sehr würde das die rheinland-pfälzischen Unternehmen treffen? Schmitt: Das trifft unsere rheinland-pfälzische Wirtschaft ganz besonders. Wir sind ein exportstarkes Bundesland. Unsere Unternehmen, egal ob Maschinenbau, ob die chemische, die pharmazeutische Industrie, viele Mittelständler liefern in die USA. Und wenn diese Zölle jetzt erneut kommen zu dem Zollsatz, der sowieso schon im Raum steht, trifft es die Wirtschaft enorm in einer Zeit, wo wir in einer Rezession sind und der Außenhandel von enormer Bedeutung. Appelmann: Noch ist vieles unklar. Was aber klar ist: Die Unternehmer in Rheinland-Pfalz sind verunsichert. Was raten Sie ihnen? Schmitt: Zunächst mal glaube ich, dass es Teil der Trumps Politik ist, die Unternehmer weiter zu verunsichern, zu zermürben. Und deswegen ist es wichtig, dass wir jetzt mit den Unternehmen schauen: Wie kann man sich darauf einstellen? Mein Appell ist, sich möglichst breit aufzustellen, sowohl bei den Absatzmärkten als auch im Einkauf zu schauen, möglichst viele Länder in den Blick zu nehmen. Und genau hier unterstützen wir die rheinland-pfälzischen Unternehmen ganz konkret mit unserem Außenwirtschaftsprogramm. Appelmann: Die Europäische Union will sich nun mit Gegenzöllen wehren. Das ist gerade Thema in Brüssel. Droht da nicht der Handelsstreit zu eskalieren? Schmitt: Zölle und Gegenzölle schaden allen. Und vor allen Dingen beobachten wir, wenn politische Themen mit wirtschaftlichem Druck scheinbar beantwortet werden sollen, dass die Wirtschaft, die Unternehmen und letztendlich die Verbraucher darunter leiden. Und deswegen muss jetzt Frau von der Leyen klar verhandeln. Sie muss klar auch zeigen, was wir zu bieten haben, und Donald Trump hier die Stirn bieten. Appelmann: […]

  • Rennerod wartet seit 32 Jahren auf Umgehungsstraße

    Rennerod wartet seit 32 Jahren auf Umgehungsstraße

    Über die folgende Geschichte werden sie sicherlich den Kopf schütteln. Denn was sie gleich hören, klingt wie ein Schildbürgerstreich. Seit über 30 Jahren wird in Rennerod in Rheinland-Pfalz eine Umgehungsstraße geplant – doch bislang gibt es sie nicht. Und jetzt kommt der Hammer: Nun wird alles verworfen und nochmal von Null geplant. Und der Grund dafür klingt unfassbar! In den Originalunterlagen sollen im Laufe der Jahre so viele Notizen gemacht worden sein, dass nun niemand mehr etwas lesen kann. So hat es der Landesbetrieb Mobilität, der in Rheinland-Pfalz für die Planung der Straße zuständig ist, dem Bürgermeister mitgeteilt. Gerrit Müller (CDU), Bürgermeister VG Rennerod „Das ist ein Schildbürgerstreich. Das hier jahrelang gearbeitet wird, diese Arbeit in die Tonne gekloppt wird und dann noch mal von vorne begonnen wird. In meiner Grundschulzeit, Anfang der 90er, wurde schon über diese Straße und ihre Planungen geredet. Jetzt bin ich 32 Jahre älter, hab graue Haare und es ist noch nichts geschehen, überhaupt nichts geschehen in dieser Sache.“ Dabei sei die Ortsumgehung dringend notwendig. 16.000 Fahrzeuge fahren jeden Tag durch den Ort. Darunter viele LKW. Das sei eine enorme Belastung, sagen Anwohner. Staus, Lärm und Dreck machen ihnen seit Jahren zu schaffen. Janine Reuscher „Man kann keinen guten Gewissens hier ein Kind alleine laufen lassen. Man fragt sich einfach nur als Bürger, wie viel denn noch passieren muss, wie viele Unfälle noch passieren müssen, damit endlich hier irgendetwas verändert wird.“ Johannes Deller „Es kann nicht sein, dass hier so gearbeitet wird und dies ist für mich sehr schwer nachvollziehbar. Aber auch für viele andere.“ Peter Müller „In 2008 bin ich in Rente gegangen und habe ich gedacht, och, wenn das bald so weit ist, ich habe daheim ein kleines Moped, dann fährst du da unten hin und dann guckst du mal, wie da gebaggert […]

  • Superhelden-Ausstellung in Speyer

    Superhelden-Ausstellung in Speyer

    Spiderman und Co. beweisen in einer aktuellen Ausstellung im Historischen Museum der Pfalz in Speyer ihre Superkräfte. Ob weiblich, lila-grün, männlich oder als Spinne verkleidet. Sie haben alle eines gemeinsam: Es sind mit Superkräften ausgestattete Helden und die Stars im Historischen Museum der Pfalz. Hanna Andres und Hannah Rothaug starten die interaktive Ausstellung. Hannah Rothaug Hanna Andres „Ich habe jetzt mit meinem Armband angefangen, durch die Ausstellung zu gehen, und damit fängt man an: eine Comicsaga, die durch die ganze Ausstellung führt.“ Dabei müssen immer neue Rätsel gelöst werden. Wer will, kann sich aber auch einfach die historischen Comiccover der unterschiedlichen Superhelden anschauen. Superman und Batman gibt es schon seit den 1930er Jahren. Alexander Schubert, Direktor Historisches Museum der Pfalz „Wenn man jetzt an den Zweiten Weltkrieg denkt, an die Weltwirtschaftskrise, den Kalten Krieg, Angst vor Atom, bis hin zu 9/11 oder in der heutigen Zeit das Thema Diversität. All das spiegelt sich auch in den Comics wider und in den Verfilmungen, und damit sind sie auch ein Zeitzeugnis.“ Superheroes haben eine riesige Fangemeinde. In ihren Cosmos kann der Ausstellungsbesucher auf ganz unterschiedliche Weise eintauchen. Es gibt Leseecken und einen Greenscreen. Hier werden die beiden Hannas selbst zu Superheldinnen. Auch seltene japanische Mangafiguren aus den 1950er Jahren sind in Speyer zu sehen. Henrike Serfas, Projektleiterin „Superheroes sind nach wie vor einfach cool. Kinder lieben Superheroes. Aber eben nicht nur Kinder. Uns war es sehr wichtig, dass wir eine Erlebnisausstellung für alle haben. Für Kinder, Jugendliche, aber auch Erwachsene und Großeltern. Dieses Thema verbindet einfach seit über 85 Jahren diese ganzen Generationen und holt alle ab.“ Insgesamt werden über 300 verschiedene Superheldenobjekte ausgestellt. Zum Teil ganze Sammlungen von privaten Actionfigurenfans. Auch körperliche Aktion ist gefragt. Immer wieder gibt es zur Auflockerung Spiele. Natürlich dreht sich auch hier alles um die Superheroes. […]

  • SPD startet Wahlkampagne

    SPD startet Wahlkampagne

    So langsam aber sicher rückt er näher, der 22. März – und damit der Tag, an dem in Rheinland-Pfalz ein neuer Landtag gewählt wird. Für die Parteien geht es jetzt in die heiße Wahlkampf-Phase. Nach FDP und AfD hat heute auch die aktuelle Regierungspartei SPD rund um Ministerpräsident Alexander Schweitzer ihre Plakatkampagne der Öffentlichkeit vorgestellt. „Stark. Klar. Schweitzer.“ Er ist im Fokus der Kampagne, der aktuelle und – wenn es nach den Sozialdemokraten geht – auch künftige Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz. Tatkräftig, verlässlich, offen und herzlich wie das Land, so bewirbt sich der 52-jährige gebürtige Pfälzer für das Amt: Als erfahrener und heimatverbundener Politiker. Alexander Schweitzer (SPD), Spitzenkandidat Landtagswahl RLP „Menschen wählen Menschen in Rheinland-Pfalz. Sie wollen wissen, wer steht denn an der Spitze. Hat man Vertrauen dafür, weiß man, dass der das kann. Hat er Erfahrung, kriegt er es hin? Und dafür stehe ich, ganz selbstbewusst. Und sage auch: Ja, ich hab viel Erfahrung in Rheinland-Pfalz. Ich kenne das Land, ich kenne die Leute. Ich liebe das Land.“ „Aus Liebe zum Land“. Unter diesem Motto will sich der Landesvater im Wahlkampf aufmachen, quer durch Rheinland-Pfalz. 40 Stationen umfasst seine Tour, 100.000 Haustüren will er mit seinem Team bis zur Wahl erreichen – und dabei für SEINE Themen werben. Alexander Schweitzer (SPD), Spitzenkandidat Landtagswahl RLP „Wir werden die komplette Lernmittelfreiheit in Rheinland-Pfalz einführen, ab der fünften Klasse. Das Thema Mobilität ist ein ganz wichtiges Thema, auch im ländlichen Raum, indem wir den Führerschein günstiger machen. Aber auch das Thema Treffpunkte für Menschen aller Generationen, indem wir Dorfkneipen wieder eröffnen wollen. Und das sind nur einige von vielen Beispielen.“ Überzeugungsarbeit dürfte gefragt sein, Umfragen zufolge liegt die CDU um  Herausforderer Gordon Schnieder vor  Schweitzers Sozialdemokraten. Doch der Amtsinhaber ist  zuversichtlich, die Wähler von sich überzeugen zu können. Alexander Schweitzer (SPD), Spitzenkandidat Landtagswahl […]

  • Der Sporttalk mit Thorsten Arnold

    Der Sporttalk mit Thorsten Arnold

    Sieg und Niederlage – das ist bislang die Bilanz unserer beiden heimischen Erstligisten in dieser englischen Woche in der Fußball-Bundesliga . Eva Dieterle, Moderatorin: Darüber spreche ich jetzt mit unserem Sportreporter Thorsten Arnold.  Thorsten, ja lass uns mit Eintracht Frankfurt beginnen, nach der Niederlage in Stuttgart: wie groß ist der Druck jetzt für Dino Toppmöller und sein Team vor dem Auswärtsspiel in Bremen? Thorsten Arnold, Sportreporter: Ja der ist doch deutlich spürbar. Individuelle Fehler hinten, Ideenlosigkeit im Spiel nach vorne, da hat der sonst so freundliche und sachliche Dino Toppmöller vor dem richtungsweisenden Spiel heute Abend in Bremen – die kriegen nämlich momentan auch wenig auf die Kette – mal allen ne ordentliche Ansage gemacht. Dino Toppmöller, Trainer Eintracht Frankfurt „Ich glaube, dass es immer auf die Situation ankommt und die war eben jetzt so, dass ich da in Stuttgart auch extrem sauer war und das aufgezeigt habe. Dann geht’s auch nicht immer, dass man jeden mit Samthandschuhen anpackt, sondern wir spielen Profifußball, wir wollen erfolgreich sein. Und dafür sollten wir immer alles tun und dafür muss man das auch mal aushalten. Ich muss auch Kritik aushalten von außerhalb und dann muss ein Spieler auch mal was aushalten, wenn der Trainer mal laut wird.“ Arnold: Und die Eintracht ist auch irgendwie vom Pech verfolgt gerade. Younes Ebnoutalib hatte ja einem prima Einstand in seinem ersten Spiel, jetzt hat er sich schon verletzt – Innenbandriss im rechten Knie, da sehen wir‘s, da fasst er sich genau hin an die Stelle – mindestens vier Wochen Pause. Jetzt ist auch noch Mario Götze krank geworden, fällt zusätzlich aus. Dieterle: Thorsten, wir schauen auf unseren anderen Erstligisten, auf Mainz 05. Die konnten jetzt in der Bundesligatabelle die rote Laterne abgeben. Arnold: Ja, haben sie mit dem Schlusspfiff am Dienstag quasi direkt übergeben an den […]

  • Sind in Rheinland-Pfalz Flüchtlinge verschwunden?

    Sind in Rheinland-Pfalz Flüchtlinge verschwunden?

    Großer Wirbel durch eine fehlgeleitete E-Mail im rheinland-pfälzischen Landtag. Aus einer Asylbewerber-Einrichtung in Bitburg sollen Flüchtlinge „spurlos“ verschwunden sein? Wir sind dem ganzen auf die Spur gegangen. Und darum geht es: Aus dieser Aufnahmeeinrichtungen für Asylbegehrende – der AfA Bitburg sollen 31 Personen abgängig sein. Heißt; sie sind nicht mehr vor Ort und niemand weiß, wo sie sind. Das geht aus einer Mail eines Security-Mitarbeiters vor Ort hervor. Eigentlich sollte diese Zahl nur an die zuständige Behörde gehen. Das Schreiben landete aber – versehentlich oder absichtlich – auch im Postfach vieler Abgeordneter des rheinland-pfälzischen Landtags. Der innenpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Dirk Herber, fordert umgehend eine umfassende Aufklärung. Dirk Herber (CDU), Abgeordneter Landtag RLP „Nun ja, man weiß ja nicht, was die Menschen für eine Vita haben, was sie für einen Hintergrund haben, in welcher Geschichte sie nach Rheinland Pfalz gekommen sind. Und das werden wir gerne erfahren, weil Menschen, die nicht mehr auffindbar sind, können sich zu einem Sicherheitsproblem entwickeln.“ Als abgängig gilt eine Person, wenn sie seit mehr als 72 Stunden nicht in der Unterkunft anzutreffen ist. Bei einem kurzfristig anberaumtes Pressegespräch im Mainzer Integrationsministerium wird heute geschildert, was dann passiert. Janosch Littig (Bündnis 90 / Die Grünen), Staatssekretär Integrationsministerium RLP „Standardmäßig wird sozusagen die Polizei über die Abhängigen informiert, dass auch die zur Aufenthaltsermittlung ausgeschrieben werden, das heißt in den Systemen der Polizei vermerkt sind. Das Bundesamt für Migration und Flucht wird über die Abhängigkeit informiert, weil es Ausländer rechtliche Auswirkungen auf das Asylverfahren an der Stelle haben kann. Die finanziellen Leistungen werden dem Asylbewerber sofort entzogen. Der Staatssekretär kann die Aufregung deshalb nicht verstehen. Janosch Littig (Bündnis 90 / Die Grünen), Staatssekretär Integrationsministerium RLP „Unsere Aufnahmeeinrichtungen sind keine Gefängnisse. Wir dürfen die Menschen dort eben nicht einsperren, sondern sie haben eine Wohnsitz Verpflichtung. Das heißt, sie müssen […]

  • Was bewirkt der neue Industriestrompreis?

    Was bewirkt der neue Industriestrompreis?

    Viele Unternehmen ächzen unter dem Druck hoher Energiekosten. Vor allem der Strompreis für die Industrie ist in Deutschland deutlich höher als in vielen anderen Ländern. Das soll sich ändern: Die Bundesregierung plant, den Industriestrom-Preis auf 5 Cent zu drücken. Was erst mal gut klingt, birgt jedoch viele Einschränkungen und Auflagen. Wir haben zwei Unternehmen besucht, die sagen: Wirkliche Entlastung sieht anders aus. In der Eisengießerei DIHAG Gienanth im pfälzischen Eisenberg laufen die Öfen. Damit das Eisen schmilzt, muss es auf etwa 1500 Grad erhitzt werden. Dafür ist viel Energie nötig, der Stromverbrauch des Unternehmens liegt bei 160 Gigawattstunden pro Jahr, was dem von rund 50.000 Haushalten entspricht. Die Kosten dafür machen mehr als ein Drittel der Produktionskosten aus. Ein klarer Wettbewerbsnachteil. Faruk Akar, Werksleiter Eisengießerei DIHAG Gienanth Eisenberg „International sehr schwierig. Wenn man mal überlegt, dass China mit 30 Prozent oder Türkei, die ja quasi vor der Haustür Europas steht, sehr kurze Wege zu uns hat, auch nur 30 Prozent der Industriestromkosten hat, was wir hier in Deutschland haben. Auch gegenüber anderen EU-Ländern stehen wir in Deutschland schon extrem unter Druck.“ Aktuelle Zahlen belegen: Im Jahr 2024 war der Strompreis für deutsche Unternehmen mit rund 17 Cent pro Kilowattstunde deutlich höher als bei den europäischen Nachbarn und mehr als doppelt so hoch wie in den USA und China. Das liegt vor allem an höheren staatlichen Abgaben und Netzkosten. Entlastung soll ein neuer Industriestrompreis bringen, mit 5 Cent pro Kilowattstunde – der allerdings nur für die Hälfte des Verbrauchs gilt. Befristet auf drei Jahre, außerdem muss die Hälfte der Fördersumme in umweltfreundliche Technologien reinvestiert werden. Eine komplette Umstellung von Kohle- auf solche Elektroöfen würde die Eisengießerei allerdings hohe Millionensummen kosten. Faruk Akar, Werksleiter Eisengießerei DIHAG Gienanth Eisenberg „Da brauchen wir einfach wegweisende Impulse von der Regierung, von der Politik, die uns […]