Unglück

  • Innenministerium veröffentlicht Polizeivideos

    Innenministerium veröffentlicht Polizeivideos

    Diese Bilder hat ein Hubschrauber der Polizei am späten Abend des 14. Juli 2021 im Ahrtal aufgenommen. Sie zeigen ein Hochwasser, durch das später 134 Menschen sterben. Doch genau diese Aufnahmen sollen das rheinland-pfälzische Innenministerium während der Katastrophen-Nacht nicht erreicht haben. Sie blieben durch einen internen Dokumentationsfehler der Polizei mehr als 14 Monate lang unter Verschluss. Innenminister Roger Lewentz sagt, er habe die Videos zum ersten Mal vor zwei Wochen im Untersuchungsausschuss des Landtages gesehen. Inzwischen werden die Rufe nach seinem Rücktritt immer lauter. Die Videoaufnahmen hat der Polizeihubschrauber am 14. Juli 2021 zwischen 22 Uhr 14 und 22 Uhr 43 im Ahrtal zwischen den Orten Mayschoß und Schuld gemacht. Sie zeigen, wie Wasser gegen die oberen Stockwerke von Häusern schwappt und in die Innenräume eindringt. Inmitten der Wassermassen: Menschen, die mit Taschenlampen auf sich aufmerksam machen. Ein Mensch – hier unkenntlich gemacht– steht auf seiner Garage und winkt Richtung Hubschrauber – doch der Helikopter kann das Unglück nur filmen und muss später abdrehen. Die Aufnahmen erreichen den rheinland-pfälzischen Innenminister Roger Lewentz in dieser Nacht nicht. Er erhält nur Fotos und mündliche Informationen der Polizei. Auf dieser Grundlage geht der Innenminister von einem Hochwasser aus, dass der Katastrophenschutz vor Ort bewältigen kann. Doch wie kam es zu dieser Fehleinschätzung? Mit dieser Frage beschäftigt sich seit Oktober 2021 ein Untersuchungsausschuss des rheinland-pfälzischen Landtages. Dort hat Roger Lewentz bislang betont: Eine Flutkatastrophe sei nicht abzusehen gewesen – selbst wenn die Videos das Innenministerium erreicht hätten. Bei dieser Argumentation bleibt der Minister auch gestern nach der Vorstellung der Videos. Roger Lewentz, SPD, Innenminister Rheinland-Pfalz „Auf diesem Film sind keine eingestürzten Häuser, nicht die weggerissenen Brücken, nicht die zerstörte Bahnlinie, ein schwimmendes Auto und ein Tank zu sehen – also nicht das, was wir dann im Hellen an schrecklicher Verwüstung im Tal feststellen mussten.“ […]

  • Weitere Nachrichten im Überblick

    Weitere Nachrichten im Überblick

    Mehr Geld für bezahlbaren Wohnraum — RMV stellt neue App vor — Rekordzahl an Waldbränden Mehr Geld für bezahlbaren Wohnraum Der hessische Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir hat heute die Schwerpunkte seines Ressorts für den Doppelhaushalt 2023/24 erläutert. Insgesamt sollen in den beiden kommenden Jahren eine Milliarde Euro in Förderprogramme für den Bau von Wohnungen für Menschen mit geringem oder mittlerem Einkommen fließen. Rund 170 Millionen Euro sind 2024 für den Landestraßenbau vorgesehen. Dabei soll die Sanierung der Straßen Vorrang vor dem Neubau der Strecken haben. Für den Bau neuer Radwege sind ab 2024 17 Millionen Euro veranschlagt. Der hessische Landtag berät nächste Woche über den Landesetat. RMV stellt neue App vor Der Rhein-Main-Verkehrsverbund RMV hat heute die neue App RMVgo präsentiert. Sie soll die Nutzung von Bus und Bahn erleichtern, künftig aber auch für E-Scooter und Leihfahrräder gelten. Knut Ringat, RMV-Geschäftsführer „Sie soll informieren, buchen, bezahlen, fahren aus einer Hand über die App bieten im gesamten RMV, sodass sie nicht in Frankfurt eine andere App brauchen als in Wiesbaden, als in Wetzlar oder wo auch immer.“ Die neue App kann ab dem 17. Oktober heruntergeladen werden. Ihre Funktionen sollen schrittweise ausgebaut werden. Die bisherige App soll nur noch bis Jahresende funktionieren. Rekordzahl an Waldbränden In den hessischen Wäldern hat es in diesem Jahr rund 260 Mal gebrannt. Nach Angaben der Landesbehörde HessenForst waren das deutlich mehr Waldbrände als in den vergangenen Jahren. Grund für die Zunahme sei die Trockenheit im Sommer gewesen. Die genaue Ursache für die Feuer könne in vielen Fällen nicht ermittelt werden, weil Zeugen oder Beweise fehlten. Insgesamt hätten die Brände eine Fläche von etwa 130 Hektar geschädigt. In Rheinland-Pfalz gab es bis Ende August rund 60 Brände mit einer Gesamtfläche von etwa 30 Hektar.

  • Neues Buch über Ahrtalkatastrophe

    Neues Buch über Ahrtalkatastrophe

     Andy Neumann wohnt in Ahrweiler. Er hat die Nacht zum 15. Juli vergangenen Jahres mit seiner Familie im eigenen Haus erlebt und überlebt. Darüber hat er einen Bestseller geschrieben. 50 000 Mal verkauft, der Erlös: 40 000 Euro. Spendengelder für die Opfer der Flutkatastrophe. Nach es  „Es war doch nur Regen“ hat der BKA-Beamte jetzt ein neues Buch veröffentlicht.  “Denn machen wir uns nichts vor. Wenn in einem Land, in dem erkennbar nichts lähmender ist als die Bürokratie, hochrangigen Politikern nichts schlaueres einfällt, als den Menschen in ihrem Leid zu erklären, man werde ihnen schnell und unbürokratisch helfen, dann sollten sich diese bereits deswegen fragen, ob sie in ihrem Amt richtig sind. Gar nichts geht schnell und unbürokratisch in Deutschland und jeder Mensch weiß das. Es ist uns in die Wiege gelegt, das zu wissen. „ Es sind schärfere Töne, als im ersten Buch. Andy Neumann erzählt als Betroffener, als Opfer der Flutkatastrophe und als Sprecher für eine ganze Region, für die Bewohner des Ahrtals. Andy Neumann, Autor In ersten Linie habe ich mich in dem neuen, in dem zweiten Buch damit auseinandergesetzt, was so die großen Themen waren, die uns hier an der Ahr und mich persönlich auch bewegt haben. Also Katastrophenschutz, die Klimafrage, Helferstrukturen, und alles was da so mit dran hängt. Das erste Buch entsteht aus einem persönlichen Protokoll auf Facebook. Der BKA-Beamte beschreibt die Nacht und die ersten Monate nach der Flut. Mittlerweile ist das Haus der Familie wieder aufgebaut und bewohnbar.  In „Vergiss mal nicht“ geht es um die Aufarbeitung der Katastrophe. Die für den Autor auf sich warten lässt. Trotzt Untersuchungsausschuss im rheinland-pfälzischen Landtag, trotz zahlreicher Besuche der Landesregierung im Ahrtal. Andy Neumann, Autor Die Forderung nach einer Entschuldigung steht bis heute ungehört im Raum. Wo nach meiner Sicht die Landesmutter, Frau Dreyer durchaus […]

  • Verletzte bei Gasexplosion in  Speyer

    Verletzte bei Gasexplosion in Speyer

    Dieser Knall war weit über Speyer hinaus zu hören. In der Innenstadt von Speyer hat es am Abend eine große Explosion gegeben. Mehrere Menschen wurden dabei verletzt. Noch ist nicht alles klar, da die Ermittler erst frühestens nächste Woche in das Gebäude dürfen. Die komplette Schaufensterscheibe des Geschäfts zerstört – der Boden voller Scherben. Zum Zeitpunkt der Explosion befanden sich zwei Menschen im Inneren des Gebäudes. Diese erlitten schwere Verletzungen. Ebenso eine 21-jährige Fußgängerin, die von Glassplittern getroffen wurde. Eine 15-jährige Radfahrerin wurde leicht verletzt. Nach ersten Erkenntnissen könnte austretendes Gas zu einer Verpuffung geführt haben. Die genaue Ursache sowie die Höhe des Schadens sind aber noch unklar. Ghislaine Wymar, Polizeipräsidium Rheinpfalz „Dazu können wir leider noch gar nichts sagen, weil wir noch gar nicht in dem Objekt drin waren. Die Feuerwehr war zwar schon drin gewesen, nach unserer Kenntnis haben in dem Haus Arbeiten stattgefunden, die könnten mit der Explosion in Zusammenhang stehen.“ Einsturzgefahr besteht laut Feuerwehr und Technischem Hilfswerk nicht. Dennoch wurde das Haus in der Wormser Straße sicherheitshalber abgestützt, da durch die Explosion auch die Kellerdecke eingestürzt ist. Brandermittler der Kriminalpolizei und ein Sachverständiger können frühestens erst nächste Woche in das Gebäude, um es genauer zu untersuchen. Ghislaine Wymar, Polizeipräsidium Rheinpfalz „Wir müssen einfach prüfen, ob jemand Drittes für die Explosion verantwortlich ist und dann strafrechtliche Ermittlungen gegebenenfalls einleiten.“ Nachbarhäuser wurden nicht beschädigt. Insgesamt waren am Abend 70 Einsatzkräfte vor Ort. Die Staatsanwaltschaft Frankenthal und die Kriminalpolizei Ludwigshafen haben nun die Ermittlungen aufgenommen.

  • Schwere Brände in Hessen

    Schwere Brände in Hessen

    Noch nie hat es in Hessens Wäldern so oft gebrannt wie in diesem Jahr. Das hat das hessische Innenministerium vergangene Woche mitgeteilt. Rund 180 Brände verzeichnet die Behörde bis Mitte August. Jetzt ist ein weiterer dazugekommen. Meterhohe Flammen bahnen sich gestern Nachmittag den Weg durch dieses Waldstück bei Raunheim im Kreis Groß-Gerau. Begünstigt durch den immer wieder auffrischenden Wind und das trockene Gestrüpp breitet sich das Feuer schnell aus. Innerhalb kürzester Zeit sind rund einhundert Einsatzkräfte aus den umliegenden Gebieten vor Ort. Das Problem aber ist die Löschwasserversorgung. Jan Christopher Gräf, Einsatzleiter Feuerwehr Raunheim: „Wir befinden uns hier einer Stichstraße der Wohnbebauung, wo es nur eine Stichleitung als Hydrantenanschluss gibt, mit sehr geringer Leistung, sodass wir uns mit Tanklöschfahrzeugen behelfen mussten, um beide Einsatzabschnitte, einmal von Süden, einmal von Norden, mit ausreichend Löschwasser versorgen zu können.“ Ein Hubschrauber der Polizei unterstützt die Feuerwehr dabei. Bis heute Morgen sind die Einsatzkräfte mit Nachlöscharbeiten beschäftigt, mittlerweile brennt es hier nicht mehr. Allerdings ist die Feuerwehr noch vor Ort, um zu verhindern, dass es nicht doch wieder irgendwo aufflammt. Wodurch das Feuer entstanden ist, ist noch nicht klar. Die Polizei schließt Brandstiftung aber nicht aus. Auch bei diesem Brand in Florstadt in der Wetterau ist die Ursache noch nicht geklärt. Hier hat am späten Dienstagnachmittag eine Lagerhalle eines Werkzeugherstellers Feuer gefangen. Markus Albus, Stadtbrandinspektor Feuerwehr Florstadt: „Die Besonderheit war, dass wir im ersten Moment in das Gebäude, oder in die Lagerhalle, nicht mehr vordringen konnten, weil die Lagerhalle schon im Dachbereich eingestürzt war. Und in dieser Lagerhalle lagerten so Gaskartuschen. Und die sind durch die Hitzeentwicklung natürlich in Brand geraten.“ Dank entsprechender Ausrüstung werden aber keine Einsatzkräfte verletzt. Und auch die Mitarbeiter können sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Wie durch ein Wunder bleiben die umliegenden Gebäude unbeschädigt. Und trotzdem: Der Sachschaden geht in […]

  • Fotos aus dem Ahrtal auf den Wiesbadener Fototagen

    Fotos aus dem Ahrtal auf den Wiesbadener Fototagen

    Ein Ensemble bizarrer Skulpturen. Wie mahnende, stille Zeugen stehen sie inmitten einer geschundenen Landschaft. Es ist das, was die Flut zurückgelassen hat. Während der Aufräumarbeiten entstehen im Ahrtal abstruse Gebilde, die Kunst-Installationen gleichen. Durch ungeheure Kraft herausgerissene und bizarr verformte Eisenbahnschienen. Eckart Bartnik hat sie damals, kurz nach der Flut, fotografiert. So sieht es exakt an dieser Stelle heute aus – und hier treffen wir den Fotografen. Und stellen die Frage: Darf man eine Katastrophe ästhetisch darstellen? Eckart Bartnik, Fotograf: „Die Ästhetik des Schreckens – eine Frage, die in der Kunst oft schon behandelt wurde. Der britische Fotograf Simon Norfolk sagte: Erst mit Schönheit bekommt man eine gewisse Klarheit und sieht die Dinge so, wie sie wirklich sind. Dass möglichst viele Leute es genau auch so sehen, wie es eben nun mal passiert ist. Wir haben diesen Umbruch im Klima und je mehr Leute das realisieren, umso besser.“ Umbruch und Unsicherheit. Es sind: Unruhige Zeiten. Der Titel der 12. Wiesbadener Fototage. Neben den Flut-Bildern von Eckart Bartnik werden – wie hier am Schloss Biebrich – an insgesamt acht Orten in Wiesbaden Werke von 35 internationalen Fotografen ausgestellt. Die Themen: Von der Waffen-Flut in den USA bis hin zum Ukraine-Krieg. Jürgen Strasser, Kurator und Organisator 12. Wiesbadener Fototage: „Als ich mir dieses Thema ausgedacht habe, waren die Zeiten unruhig. Mittlerweile muss man ja sagen: Sie sind nicht mehr unruhig, sie sind unglaublich beunruhigend. Wir haben den Matthew Abbott – da sind wir ganz stolz darauf, dass der sich bei uns beworben hat – der die verheerenden Buschfeuer in Australien fotografiert hat. Das sind Bilder, die man jetzt fast täglich auch bei uns im Fernsehen sieht. Dass das so eine Dynamik annimmt und das das Thema jetzt so auf den Punkt ist – das konnte man vor zwei Jahren so eigentlich nicht […]

  • Ein Jahr nach der Flut: Kitas im Ahrtal leiden immer noch

    Ein Jahr nach der Flut: Kitas im Ahrtal leiden immer noch

    Über ein Jahr nach der verheerenden Flut im Ahrtal sind viele Kita-Kinder immer noch in provisorischen Einrichtungen untergebracht. So auch die Schützlinge der Katholischen Kita St. Mauritius in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Wir haben uns heute vor Ort angeschaut, wie gut der Kita-Alltag im Containerbau funktioniert. Unbeschwert spielen, toben und lachen. Für die 80 Kinder der Kita St. Mauritius ist das endlich wieder möglich. Gut einen Kilometer vom alten Standort entfernt, denn dieser wurde durch die Flut total zerstört. Jetzt bietet das neue provisorische Umfeld auch neue Möglichkeiten. Mehr Platz für Kinder und Personal, einen eigenen Speisesaal für warme Mahlzeiten und Materialien zum Forschen und Experimentieren. Sabine Sausen, Leiterin Katholische Kindertagesstätte St. Mauritius Bad Neuenahr-Ahrweiler „Wir haben’s hier richtig gut getroffen. Also, wir sind wieder im Ort, wo wir früher waren. hier im Ortsteil Heimersheim. Dieses Glück haben nicht alle Kitas, die halt ausgelagert werden mussten. Und da sind wir wirklich ganz froh.“ Möglich wurden die vielen Angebote erst durch Spenden – über 200.000 Euro sind zusammengekommen. Die Containeranlage wurde von einer Baufirma gestellt, die Rutsche von einem Verein. Weitere Spielgeräte sollen im Herbst folgen. Bezahlt vom Förderverein. Auch Schallschutz, Musikinstrumente und Lichtinstallationen fehlen noch. Mehr als 50 Jahre lang war die Kita hier untergebracht, unweit der Ahr. Dann wurde das Erdgeschoss 1,50 Meter hoch überflutet. Nur ein paar Kinderbetten konnten gerettet werden. Das Gebäude, aktuell von Helfern als Elektro-Werkstatt genutzt, muss wohl abgerissen werden. Dahinter will die Stadt bis Anfang 2024 einen Neubau für die Kita errichten. Eine Herausforderung, bei zehn von zwölf flutgeschädigten Kitas im Stadtgebiet und aufwändigen Förderanträgen. Guido Orthen, CDU, Bürgermeister Bad Neuenahr-Ahrweiler „Die Antragsverfahren müssen deutlich unbürokratischer werden. Wenn wir einen Antrag stellen, bekommen wir 20 Rückfragen. Wir müssen Dinge erklären, die auf der flachen Hand liegen, und das macht uns und die Mitarbeitenden mürbe. Und das […]

  • Bombenentschärfung in Ludwigshafen

    Bombenentschärfung in Ludwigshafen

    In Ludwigshafen wurde am Montag bei Bauarbeiten eine amerikanische 500-Kilo-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Der Blindgänger soll heute Abend entschärft werden. Aktuell läuft die Evakuierung in einem Umkreis von 500 Metern rund um den Fundort an der Frankenthaler Straße. Fast 7.000 Menschen müssen dafür das Gebiet verlassen. Eva Dieterle, Moderatorin: Und in Ludwigshafen, in der Nähe der Bombe, ist jetzt mein Kollege Patrick Lorenz. Patrick, wie ist die Lage? Patrick Lorenz, Reporter: Eva, das Wichtigste ist: Eine Gefahr für die Öffentlichkeit besteht derzeit nicht. Noch läuft hier auch der Verkehr ganz normal rund um den Fundort, aber nicht mehr lange. Um 18 Uhr wird hier alles weiträumig abgesperrt. Alle Zufahrtsstraßen, auch ein Teil der Hochstraße Nord und eine Zugstrecke. Aber danach, ab 18 Uhr, darf hier wirklich niemand mehr sein in diesem Gebiet. Danach wird es nochmal einen Kontrollgang geben von Polizei und Feuerwehr, wo man an jeder Haustür klingelt und schaut, ob auch wirklich alles menschenleer ist. Und danach darf sich dann, kann sich dann der Kampfmittelräumdienst an die Arbeit machen. Der Truppführer Peter Kappler hat mir von der Bombe erzählt. Ein ganz normales, ein durchschnittliches Modell sei das. „Allzweckbombe“ hat er es genannt. Amerikanisch, 500 Kilo, zwei Aufschlagzünder. Damit kennt man sich gut aus. Und auch der Zustand der Bombe sei gut. Und deswegen ist man beim Kampfmittelräumdienst optimistisch, dass das später, gegen 19:30 Uhr ungefähr, auch alles klappt mit der Entschärfung. Dieterle: Die Experten sind also optimistisch. Wie gehen denn die Anwohner mit dieser ja doch ungewohnten Situation um? Lorenz: Ja, wir haben es gehört, knapp 7.000 Menschen sind von der Evakuierung betroffen. Das ist hier so eine Gegend, halb Wohngebiet, halb Industriegebiet, würde ich sagen. Und die Anwohner, mit denen ich gesprochen habe, die sehen es relativ gelassen. Klar erlebt man das jetzt nicht jeden […]

  • Güterschiff havariert: Mittelrhein gesperrt

    Güterschiff havariert: Mittelrhein gesperrt

    Im Mittelrheintal ist der Schiffsverkehr heute zum Erliegen gekommen. Und das liegt nicht etwa am aktuell extrem niedrigen Pegelstand. Ein Güterschiff ist zwischen St. Goar und Oberwesel havariert und blockiert die Fahrrinne. Die Bergung ist kompliziert, denn das verunfallte Schiff ist groß und besteht aus mehreren Teilen. 190 Meter lang und fast 23 Meter breit ist der Schubverband, der hier ein Durchkommen heute über viele Stunden unmöglich macht. Gegen 1 Uhr 30 in der Nacht bleibt der Container-Riese liegen. Peter Knopp, Wasserschutzpolizei St. Goar „Der Schiffsführer meldete erst mal Maschinenausfall, dass nacheinander beide Maschinen ausgefallen sind. Er vermutet, dass sich etwas in der Schraube festgefangen hat und die dadurch zum Stillstand kam.“ Bei dem havarierten Schiff handelt es sich um einen Schubverband: Ein motorisiertes Schiff schiebt mehrere sogenannte Leichter an. Das sind riesige, schwimmfähige Container ohne eigenen Antrieb. In diesem Fall sind es drei. Problematisch: Die Unfallstelle liegt in einer ausgesprochen engen Kurve. Peter Knopp, Wasserschutzpolizei St. Goar „Das ist eine Stelle, wo normalerweise einem Schubverband schon mal grundsätzlich kein Schiff begegnen darf. Aufgrund der engen Stelle und der starken Kurve und auch der Strömungsverhältnisse brauchen Schubverbände, wenn sie jetzt zu Berg oder zu Tal fahren, die gesamte Fahrrinnenbreite. Und jetzt kam noch dazu, dass wir niedriges Wasser haben und dementsprechend überhaupt kein Platz mehr ist für Berg- oder Talfahrt an dem vorbeizukommen.“ Zwar kann das Schiff am Morgen von zwei anderen Schiffen, die zufällig in der Nähe sind, aus der Kurve geschleppt werden, doch bevor es nach Bingen abtransportiert werden kann, müssen die Leichter voneinander getrennt werden. Ein Spektakel für viele Schaulustige. Mats und Resi Hammes „Mein Mann hatte das, glaube ich, im Radio gehört heute Morgen. Und dann kam der Kleine um 8 Uhr und dann haben wir ihm das erzählt. ‚Oh‘, hat er gesagt, ‚da möchte ich […]

  • Feuerwehr kämpft seit Tagen gegen Waldbrand

    Feuerwehr kämpft seit Tagen gegen Waldbrand

    Im Wald bei Münster in der Nähe von Darmstadt ist die Feuerwehr weiterhin rund um die Uhr im Einsatz. Am Samstag war dort ein Feuer ausgebrochen – rund 10 % des Waldgebiets wurden dabei ein Raub der Flammen. Zwar haben die Einsatzkräfte das Feuer mittlerweile weitgehend unter Kontrolle, doch nach wie vor sorgen zahlreiche Glutnester für Gefahr. Im Wald bei Münster in der Nähe von Darmstadt ist die Feuerwehr weiterhin rund um die Uhr im Einsatz. Am Samstag war dort ein Feuer ausgebrochen – rund 10 % des Waldgebiets wurden dabei ein Raub der Flammen. Zwar haben die Einsatzkräfte das Feuer mittlerweile weitgehend unter Kontrolle, doch nach wie vor sorgen zahlreiche Glutnester für Gefahr. Viel ist von diesem Waldstück bei Münster nicht übrig geblieben: Eine Mondlandschaft mit verkohlten Baumstümpfen. Und das auf rund 25.000 Quadratmetern – eine Fläche so groß wie 35 Fußballfelder. Auch wenn hier momentan keine Flammen mehr lodern, bleibt der rund 300 Grad heiße Waldboden brandgefährlich: Das Feuer kann überall und jederzeit wieder auflodern. Heiko Schecker, Kreisbrandinspektor Darmstadt-Dieburg „Das Feuer ist unter Kontrolle, aber es ist noch nicht aus. Wir können noch kein ‚Feuer aus‘ melden, so dass wir die Einsatzstelle hier verlassen können und alles ok ist. Würden wir die Einsatzstelle zum jetzigen Zeitpunkt verlassen, würden wir in ein paar Stunden wieder da stehen und wir hätten wieder ein größeres Feuer. Das wollen wir umgehen und deshalb müssen wir die Glutnester jetzt bekämpfen. So, dass die Temperatur am Waldboden wirklich nach unten geht.“ Rund 3.000 Feuerwehrleute sind an den Löscharbeiten im Münsterer Wald beteiligt. Unterstützung erhält die Feuerwehr aus Darmstadt-Dieburg dabei von Kollegen aus 14 weiteren hessischen Landkreisen sowie aus Rheinland-Pfalz, Bayern und Baden-Württemberg. Und auch zwei Löschhubschrauber von Polizei und Bundeswehr sind im Einsatz, um aus der Luft zu löschen: Denn das Betreten der verkohlten […]

  • Feuerwehr trainiert Waldbrandbekämpfung

    Feuerwehr trainiert Waldbrandbekämpfung

    Seit Wochen brechen in ganz Deutschland fast täglich Waldbrände aus. Allein in Hessen waren es dieses Jahr bislang mindestens 160. Durch die anhaltende Dürre für die Feuerwehren eine echte Herausforderung. Meteorologen befürchten, dass die Waldbrandgefahr in den nächsten Jahren weiter steigt. Damit Feuerwehrleute besser auf diese Szenarien vorbereitet sind, nehmen sie an speziellen Waldbrand-Seminaren teil. Wir waren bei einer Veranstaltung in der Nähe von Bad Neuenahr-Ahrweiler mit dabei. Es brennt in Grafschaft. Ein Teil eines Ackers steht in Flammen. Das Feuer breitet sich schnell aus. Die Freiwillige Feuerwehr muss den Brand so schnell wie möglich löschen, damit die Flammen nicht auf Büsche und Bäume übergreifen. Zufall ist dieser Brand nicht. Die Feuerwehr hat ihn selbst gelegt, um den Härtefall zu trainieren. Weil in der Grundausbildung das Thema Waldbrände eher Nebensache ist, bringt Christian Schmitt den Feuerwehrleuten bei, wie sie ihre Ausrüstung effizient gegen die Flammen einsetzen. Christian Schmitt, Ausbilder bei Euro Waldbrand „Das geht los über die Ausrüstung bis hin zum Brennen auf dem Acker mit der Mannschaft, mit Gerät über einen ganzen Tag schwitzen in den Klamotten. Was für uns richtig ist, was für uns falsch ist. Das sind Erfahrungswerte. Wenn wir heute Abend nach Hause fahren, werden die feststellen, was sie in den nächsten Tagen schon für sich ändern würden.“ Da Waldbrände häufig schwer zugänglich sind, lernen die Feuerwehrleute heute Brände mit einfachen Mitteln und wenig Wasser zu löschen. Dabei geht es um Löschtechnik … Christian Schmitt, Ausbilder bei Euro Waldbrand „Hallo, ihr steht im Feuer, du stehst im Wind. Immer mit dem Wind.“ ..aber auch um das richtige Material. Christian Schmitt bringt den Einsatzkräften bei, wie sie mit der altbewährten Feuerpatsche und Löschrucksack schnell einen Brand unter Kontrolle bringen. Aber auch ungewöhnliche Hilfsmittel sind mit dabei. Dieter Hilberath, Stellvertretender Feuerwehrleiter Grafschaft „Zum Beispiel der Laubbläser, der eben […]

  • Waldbrand: Feuerwehr im Großeinsatz

    Waldbrand: Feuerwehr im Großeinsatz

    Die extreme Dürre hat Deutschland weiter fest im Griff. Und während die Wasserspiegel der Flüsse und Seen immer weiter schrumpfen und die Landwirte um ihre Ernte fürchten müssen, steigt das Brandrisiko kontinuierlich an. Kaum ein Tag vergeht, ohne dass die Feuerwehren zu brennenden Feldern und Waldstücken gerufen werden – so auch im rheinland-pfälzischen Breitenbach. Großeinsatz in Breitenbach. Zwischen der 2.000-Einwohner-Gemeinde und dem benachbarten Lautenbach im Saarland brannten gestern laut Feuerwehrangaben zwischenzeitlich bis zu 70 Hektar Acker und Forst. Rund 250 Feuerwehrleute waren im Einsatz. O-Ton Stefan Reichert, Stv. Wehrleiter Verbandsgemeinde Oberes Glantal „Also, ich bin jetzt knapp 45 Jahre bei der aktiven Feuerwehr und eine Fläche dieser Größenordnung hatten wir hier in unserem Raum noch nicht. Kennen wir eigentlich nur, wenn wir in Deutschland bleiben, aus der Brandenburger Kante oder so, in diesem Bereich nicht.“ Anwohner hatten den Brand bemerkt und die Feuerwehr alarmiert, die sofort mit einem Großaufgebot aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland anrückte. Mehrere Stunden kämpften die Einsatzkräfte, dass das Feuer sich möglichst nicht auf den nahegelegenen Wald oder die Wohnhäuser ausbreitet. O-Ton Stefan Reichert, Stv. Wehrleiter Verbandsgemeinde Oberes Glantal „Der Wind war ein ganz großes Problem. Wenn wir es hier im Griff haben, hat der Wind sich gedreht, lief in eine andere Richtung, mehrfach auf den Wald zu. Kleine Flächen am Wald sind auch betroffen; im Großen und Ganzen haben wir es aber mehr mit einem Flächenbrand zu tun und weniger mit einer Waldfläche.“ Personen kamen nicht zu Schaden. Ein unbewohntes Pfandfinderlager im Wald brannte komplett ab; die Feuerwehr konnte die Flammen erst wenige Meter vor dem Ortsrand stoppen. Stefan Marx, Anwohner „Wie ich das zum ersten Mal gesehen habe, ging ich einfach davon aus, weil die Flammen so hoch waren, dass hier die Häuser, dass die alle vernichtet werden durch den Brand. Also ich denke es […]

  • Tod im Freizeitpark: Frau stürzt aus Achterbahn

    Tod im Freizeitpark: Frau stürzt aus Achterbahn

    Am Samstagnachmittag ist in Klotten an der Mosel eine Frau in einem Freizeitpark aus einer Achterbahn gestürzt, acht Meter in die Tiefe. Für die 57-Jährige kommt jede Hilfe zu spät. Sie stirbt noch an der Unglücksstelle. Heute – zwei Tage danach – sind noch sehr viele Fragen offen. Es sollte ein vergnügter Tag an diesem Sommer- und Ferienwochenende im Wild- und Freizeitpark Klotten werden. Doch dann kommt alles anders. Aus bisher ungeklärter Ursache soll eine Besucherin am Samstag gegen 16:30 Uhr während einer Achterbahnfahrt in einer Kurve auf ihrem Sitz ins Rutschen gekommen und dann in die Tiefe gestürzt sein. Ein Großaufgebot an Rettungskräften und ein Rettungshubschrauber sind im Einsatz. Doch für die Frau aus dem saarländischen St. Wendel kommt – trotz Wiederbelebungsmaßnahmen – jede Hilfe zu spät. Nina Eisenbeis, Reporterin „Der Freizeitpark hier im Wald in Klotten bei Cochem hat auch heute für Besucher geschlossen. Auf der Internetseite und auch am Eingang hinter mir schreiben die Betreiber, dass der Park die Behörden bei der schnellen Aufklärung des Unfallhergangs unterstützen will. Das ganze Team sei nach wie vor geschockt und fassungslos. Wörtlich heißt es: ‚Wir möchten auf diesem Weg unser tiefempfundenes Mitgefühl der Familie, den Angehörigen und Freunden aussprechen‘.“ Fassungslos sind auch die Menschen in der kleinen Gemeinde Klotten. Seit vielen Jahren ist der Freizeitpark die prägende Attraktion für den knapp 1.400-Seelen-Ort. Anwohner Klotten „Die Menschen hier haben das mit großer Betroffenheit natürlich erfahren. Wir sind mit dem Freizeitpark ja auch verwurzelt und kennen die Betreiber und auch – ja, das Mitgefühl ist natürlich sehr groß, auch für die Angehörigen. So ein Unfall sollte einfach nicht passieren.“ Laut dem Freizeitpark ist die 2004 eröffnete Achterbahn 532 Meter lang und 17,5 Meter hoch. Sie sei kurvenreich mit «maximalem Gefälle und bis zu 60 Stundenkilometer schnell». Wie konnte es zu diesem Unglück […]

  • Weitere Nachrichten im Überblick

    Weitere Nachrichten im Überblick

    Commerzbank verdient überraschend viel — Umdenken bei Corona-Impfungen — Riederwaldtunnel kostet deutlich mehr — Brandursache geklärt Commerzbank verdient überraschend viel Die Commerzbank in Frankfurt hat im zweiten Quartal dieses Jahres einen Gewinn von 470 Millionen Euro erzielt. Das war deutlich mehr als von Analysten erwartet. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres stand unter dem Strich noch ein Verlust fast 530 Millionen Euro. Wie das Geldhaus heute mitteilte, komme der Konzernumbau gut voran. Außerdem habe die Bank von den steigenden Zinsen und dem starken Kundengeschäft profitiert. Umdenken bei Corona-Impfungen Nach Ansicht des Mainzer Virologen Bodo Plachter sind Auffrischungsimpfungen gegen das Corona-Virus im Abstand von drei Monaten keine Strategie für die Zukunft. Er halte es für besser, wie bei der Grippe vorzugehen und jährlich im Herbst zu impfen. Um eine Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen, seien eine Maskenpflicht in bestimmten Bereichen, Abstandsregeln und Einschränkungen bei Veranstaltungen aus medizinischer Sicht sinnvoll. Letztlich müssten wir lernen, mit Corona zu leben. Riederwaldtunnel kostet deutlich mehr Der Lückenschluss zwischen der A66 und der A661 im Frankfurter Osten wird erheblich teurer als vorgesehen. Bis zur geplanten Fertigstellung 2031 könnten die Kosten auf mehr als eine Milliarde Euro steigen. Nach Angaben der Autobahn GmbH haben sich die Baukosten seit der Schätzung 2017 um rund 30 Prozent auf mehr als 600 Millionen Euro erhöht. Außerdem wurde das Projekt in der Zwischenzeit erweitert. Über die A66 soll noch eine Grünbrücke für Wildtiere gebaut werden. Brandursache geklärt Das überhitzte Lager eines Förderbandes hat Mitte Juli das Feuer in einem Sägewerk in Hermeskeil verursacht. Das hat die Polizei heute mitgeteilt. Durch den Großbrand sei ein geschätzter Schaden von 2 Millionen Euro entstanden. Sechs Menschen waren durch das Feuer verletzt worden. Bis zu 400 Einsatzkräfte aus dem Landkreis Trier-Saarburg und dem Saarland waren bei den Löscharbeiten vor Ort.

  • Weltkriegsbombe in Mainz entschärft

    Weltkriegsbombe in Mainz entschärft

    250 Kilo wiegt die Bombe, die heute in Mainz entschärft werden sollte. Sie ist damit eher ein kleines Exemplar und hat trotzdem für jede Menge Aufsehen gesorgt, denn in der Landeshauptstadt, wo alles dicht an dicht wohnt, musste heute ein ganzer Stadtteil evakuiert werden.