Unglück

  • Unwetter über Hessen

    Unwetter über Hessen

    Zerstörte Gebäude, verschlammte Autobahnen, blockierte Straßen durch umgeknickte Bäume: Ein kurzes, aber schweres Unwetter hat am Abend und in der Nacht vor allem Osthessen getroffen. Schwerpunkt war der Landkreis Hersfeld-Rotenburg.   Besonders stark sind die Schäden im Bad Hersfelder Stadtteil Sorga. Hier hat der Sturm das komplette Dach einer Grundschule abgedeckt. Eine Straßenlaterne wurde durch die herumfliegenden Teile getroffen und abgeknickt. Die restlichen Teile landeten in den umliegenden Vorgärten. Auch das Haus von Markus Tilmann wurde beschädigt. Er beschreibt den kurzen Schrecken so: Markus Tilmann, Anwohner: „Es hat angefangen zu regnen ganz normal wie immer und dann ist es halt windig geworden da dachte man ja es ist wie immer und auf einmal kam innerhalb von Sekunden wahnsinnige Hagel runter und sehr, sehr starker Wind. Dann hat es einen lauten Krach getan, dann sind wir ganz oben auf den Dachboden gelaufen und haben auf dem Dachboden rausgeschaut und haben hier das ganze Ausmaß gesehen innerhalb von 4 Minuten war alles geschehen.“ Die Trümmerteile sind im gesamten Wohngebiet verteilt. Das Grundschuldach beschädigte zudem mehrere parkende Autos. Weitere Hinterlassenschaften des Unwetters – Hagelkörner beinahe golfballgroß. Allein die Feuerwehr Bad Hersfeld war am Abend mit 60 Kräften im Einsatz, mit zusätzlicher Unterstützung des THW. Christian Seelig, Einsatzleiter der Feuerwehr: „Ja wir haben innerhalb weniger Minuten hat es angefangen leicht zu regnen, dann innerhalb von Sekunden gab es schweren Sturm und auf einmal war es wie eine weiße Wand, starke Niederschläge mit Hagel und sehr starke Windböen. // Es sind natürlich nicht alle Schäden gemeldet worden, man hat aber beim Hierherfahren viele Leute gesehen, die mit der Leiter an ihren Häusern repariert haben oder die Ziegel aus ihren Dachrinnen geholt haben – Die Dachdecker werden hier viel Arbeit haben.“ Umgestürzte Bäume nicht nur innerorts, sondern auch auf der Fahrbahn der A7 bei Kirchheim. Die […]

  • Wiederaufbau in Kordel geht langsam voran

    Wiederaufbau in Kordel geht langsam voran

    Mehr als ein Jahr ist es schon her, da hat ein Jahrhunderthochwasser weite Teile von Rheinland-Pfalz erfasst. Betroffen war nicht nur das Ahrtal, sondern auch viele kleinere Flusstäler in der Eifel. So auch das Kylltal und der Ort Kordel im Kreis Trier-Saarburg. Schon mehrfach haben wir das 2200-Einwohner-Dorf im vergangenen Jahr besucht. So auch zum Jahrestag der Katastrophe. Noch sieht es nicht danach aus, aber schon in einer Woche sollen hier wieder Haare geschnitten werden. Etwas mehr als ein Jahr nach der verheerenden Flutkatastrophe zieht Friseurmeisterin Meike Weinand-Paczulla gemeinsam mit ihrem Team dann in den neuen Salon, direkt in der Ortsmitte. Ihr alter Laden wurde von den Wassermassen komplett zerstört. Als Übergangslösung hat sie einen Container angemietet; der hat aber so langsam ausgedient. Meike Weinand-Paczulla, Friseurmeisterin aus Kordel: „Ich habe mich eigentlich nicht mehr hier in Kordel gesehen. Ich dachte, ich habe hier keine Zukunft mehr, hatte mich auch anderweitig umgeguckt. Und dann kam der erlösende Anruf von unserem Bürgermeister und er sagte: Meike, ich habe hier noch eine Telefonnummer, melde dich mal da, vielleicht ist hier noch ein Ladenlokal für dich. Das war natürlich mega!“  … und alles andere als selbstverständlich. Denn mehr als 220 Häuser wurden von den Wassermassen vor einem Jahr erfasst – die Infrastruktur komplett zerstört. Der Pegel der Kyll war zeitweise von 70 Zentimetern auf über sechs Meter gestiegen. Gestorben ist in dem Eifel-Dorf dank eines gelungenen Krisenmanagements niemand. Von den Schuttbergen in den Straßen ist heute nichts mehr zu sehen, wohl aber von den Schäden, die die Flut hinterlassen hat. Medard Roth (FWG), Bürgermeister Kordel: „Es ist noch mehr zu tun, als man sich jetzt überhaupt vorstellen kann. Ich glaubte damals auch, ein Jahr ist sehr lange und sehr viel Zeit. Aber es sind noch ganze viele Familien nicht in ihren Häusern und die […]

  • Bundespolizei gibt Schülern Einblick in den Alltag

    Bundespolizei gibt Schülern Einblick in den Alltag

    Sie gilt als das härteste Schülerpraktikum der Welt: die Panther-Challenge der Bundespolizei. An drei Tagen dürfen 99 Schüler aus ganz Deutschland ihr Können im rheinland-pfälzischen Bad Bergzabern unter Beweis stellen. Im Team stellen sie sich kniffligen Aufgaben, testen ihre Fitness und bekommen Einblicke in den Beruf des Polizisten. So manch einer kommt da an seine Grenzen – und sogar darüber hinaus. Gewaltbereite Demonstranten und brennende Barrikaden: Jetzt heißt es, trotz Stress die Nerven behalten und im Team zusammenarbeiten. Ein Szenario, das einem Polizisten der Bundespolizei so durchaus begegnen kann. Heute bleibt es bei einem inszenierten Szenario, es handelt sich nur um eine Übung. Von dieser Einsatzlage ahnen die Teilnehmer der Panther-Challenge am frühen Morgen noch nichts. Seit 6 Uhr sind sie auf den Beinen. 9 Stationen mit verschiedenen Aufgaben verlangen den Schülern so einiges ab. Auch Caro und ihrem Team. Vom Schüler-Camp erhofft sie sich, zu erfahren, ob sie dem Beruf Polizistin gewachsen ist. Caro, Teilnehmerin Panther Challenge 2022: „Dass man einfach noch mehr weiß, was passiert bei der Bundespolizei, dass man nicht nur immer das sieht, was in den Medien gezeigt wird, sondern noch mehr Bereiche kennenlernt. Morgen haben wir zum Beispiel noch einen Einstellungstest, beziehungsweise können wir dafür üben und werden noch mal angeleitet und dass das dann auch noch mal weiterhilft.“ Auf dem „Weg des Vertrauens“ müssen sich die Teilnehmer gegenseitig helfen, um Hindernisse zu überwinden. Und das auf Zeit, denn am Ende der Panther Challenge wird das beste Team zum Sieger gekürt. Gefragt sind nicht nur Teamgeist und Vertrauen, sondern auch Kraft und Durchhaltevermögen. Michael Sziele, Abteilungsführer Bundespolizei Bad Bergzabern: „Wir wollen, neben diesen ganzen Skills, die wir da auch testen, dann auch ein Bild Richtung möglichem späteren Job vermitteln. Der Polizeiberuf hat viele Facetten und das versuchen wir heute spielerisch in einer Art zu vermitteln, […]

  • Freibad in Prüm öffnet nach der Flut wieder

    Freibad in Prüm öffnet nach der Flut wieder

    Morgen jährt sich die Flutkatastrophe in Rheinland Pfalz zum ersten Mal. Stück für Stück geht der Wiederaufbau voran, zum Beispiel in Prüm in der Eifel. Dort wurde jetzt das Waldfreibad wiedereröffnet, ein Jahr nachdem die Flut das Gelände verwüstet und die komplette Technik zerstört hat. Schwimm-Spaß im Freibad. Abkühlung pünktlich zur aufziehenden Hitzewelle. Freibadleiter Rainer Raskopp ist froh, dass der Betrieb wieder läuft. Doch die Bilder vom Tag nach der Flut beschäftigen ihn immer noch. Rainer Raskopp, Betriebsleiter Waldfreibad Prüm „Es sah aus, das kennt man eigentlich nur aus dem Fernsehen. Das war ganz furchtbar. Die Zäune, der Zaun war kaputt. Nigelnagelneuer Zaun, der lag am Boden. Hier war alles braun. Das Becken hinter mir, was jetzt so schön blau schimmert, das war braun. Braune Brühe. Die Wiese, die jetzt schön grün ist, war braun.“ Dann packten die Mitarbeiter gemeinsam an, um das Freibad wieder herzurichten. Die Badegäste wissen die unzähligen Arbeitsstunden zu schätzen. Christa Müllen „Ich finde das unheimlich toll, dass sie hier so zusammenhalten. Und dass sie hier wieder Sachen zum Leben erwecken, das vorher so fast gar nicht mehr möglich war.“ Conny Keil „Es ist herrlich. Es ist ein wunderbares Gefühl und ich genieße es. Es ist wie ein Stück Urlaub.“ Damit die nächste Flut nicht wieder alles zerstört: Die neue Pumptechnik ist jetzt Überflutungs-Sicher. Aber immer noch außer Betrieb ist das Hallenbad In Prüm. Auch hier wurde die Technik durch die Wassermassen zerstört. Rainer Raskopp, Betriebsleiter Waldfreibad Prüm „Dieser Raum hier der jetzt leer ist, der ist sonst voll mit Lüftungsanlage. Auch hier in der Ecke sieht man noch wie hoch das Wasser stand. Und jetzt sind noch ein paar Teile der Lüftungsanlage sind noch hier zur Demontage und in den nächsten Tagen beginnt dann der Rückbau.“ Schaden: Mehr als eine Million Euro. Die Arbeiten am […]

  • Azubi-Projekt: Nachhaltiger Wiederaufbau im Ahrtal

    Azubi-Projekt: Nachhaltiger Wiederaufbau im Ahrtal

    Übermorgen ist es genau ein Jahr her, dass die verheerende Flut große Teile des rheinland-pfälzischen Ahrtals verwüstet hat. Neben unzähligen zerstörten Häusern, befindet sich auch die Infrastruktur immer noch im Wiederaufbau. Seit Ende letzten Jahres packen auch über 100 Auszubildende der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes mit an. Ihr Ziel: Das Ufer der Ahr für die nächste Flut wappnen. Hendrik Weißflog, Wasserbauer „Die Bilder von der Flut waren wirklich schrecklich. Als ich hierhin kam, war es noch nicht so schön grün, wie es jetzt ist. Es war kahl, überall lag Müll, es war alles verdreckt. Die Ahr war nicht wiederzuerkennen von einem Google-Maps-Bild; ich war ja nie hier. Kaum auszudenken, was die Leute hier mitgemacht haben.“ Als ihn sein Ausbildungsbetrieb Ende letzten Jahres ins Ahrtal schicken will, um dort den praktischen Teil seiner Lehre zum Wasserbauer zu machen, muss Hendrik Weißflog aus Wincheringen nicht lange überlegen. Auch er hatte die Bilder aus der Flutnacht gesehen. Das Ausmaß der Zerstörung konnte er vorher nur erahnen. Sein Fachwissen und das der anderen rund 100 Lehrlinge wurde hier dringend gebraucht. Denn als zukünftige Wasserbauer lernen sie, wie sie Flussufer aufbauen und absichern können. Sie verwenden eine spezielle Methode, die hier in der Region bisher noch nie angewendet wurde: die sogenannte „Lebendbauweise“. Dabei bauen sie eine Art „natürlichen Zaun“ mit Hölzern und Pflanzen, die Wurzeln schlagen und mit dem Boden verwachsen. Hendrik Weißflog, Wasserbauer „Also, man möchte, dass das Ufer nicht bei einem nächsten Hochwasser wieder weggeschwemmt wird durch die Strömung, durch die Erosion, sondern man möchte, dass es bestehen bleibt. Und so hat man eben diese naturnahen Bauweisen hier ausgewählt.“ Für die Menschen in der Ahr-Region sei die Arbeit der Azubis ein echter Mutmacher, sagt der Bürgermeister der Stadt. Weniger ermutigend seien hingegen die enormen bürokratischen Hürden für den Wiederaufbau. Guido Orthen, CDU, […]

  • Regierungserklärung zum Wiederaufbau im Ahrtal

    Regierungserklärung zum Wiederaufbau im Ahrtal

    Die Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021 veränderte für viele Menschen im Ahrtal alles. Das war die Nacht der Jahrhundertflut, bei der 135 Menschen ums Leben kamen. Nächste Woche jährt sich die Katastrophe. Was ist seitdem passiert? Wie ist der Wiederaufbau vorangeschritten? Heute hat sich die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin in einer Regierungserklärung zur Flutkatastrophe geäußert. Für einige Betroffene ist in Sachen Wiederaufbau Sand im Getriebe. Gegen das Vergessen protestieren die Betroffenen der Flutkatastrophe aus dem Ahrtal am vergangenen Samstag in Mainz. Sie fühlen sich von der Politik allein gelassen. Hilfsgelder kämen zu langsam oder gar nicht an, gleichzeitig erhielten freiwillige Helfer keine Unterstützung mehr vom Landkreis. Ursula aus Bad Neuenahr „Bei uns im Haus ist noch gar nichts passiert. Seit zehn Monaten. Man kommt dann da rein und sieht sich die verschmutzten Wände an und das ist kein Zustand.“ Katharina aus Bad Neuenahr-Ahrweiler „Wichtig ist natürlich, die Anträge für die Landesbank, für den Kredit von der Landesbank leichter zu machen, leichter zu genehmigen und nicht nur 20 Prozent, sondern direkt 40 Prozent, damit die Menschen, die jetzt noch im Hintertreffen sind, die noch im Container sind, dass die weiterkommen,dass die ihre Häuser aufbauen können.“ Iris aus Ahrweiler „Manche gehen dann … wohnen bei ihren Kindern oder Eltern, umgekehrt. Die sind immer noch nicht zuhause, die sind noch immer nicht, können die sich selbst versorgen. Wie kann man die Versorgungszelte schließen?“ Die Flutkatastrophe im Ahrtal ist heute auch Thema im rheinlandpfälzischen Landtag. Mit einer Schweigeminute gedenken die Abgeordneten der Opfer. In ihrer Regierungserklärung zieht Ministerpräsidentin Malu Dreyer Bilanz zum Wiederaufbau und lobt das Engagement der vielen Helfer. Malu Dreyer, SPD, Ministerpräsidentin Rheinland-Pfalz „Es zeigt sich in der Stunde der Not: Die Menschen halten zusammen. Und dafür sage ich auch heute nochmals aus ganzem Herzen: Vielen Dank!“ Die Opposition hatte die […]

  • Feldbrand bei Fulda

    Feldbrand bei Fulda

    Hitze und Trockenheit seit Wochen: Schon oft haben wir in den letzten Tagen über die Brandgefahr berichtet. Jetzt ist es passiert. Gestern kam es zu einem Großbrand im hessischen Burghaun. Dabei brannte ein ganzer Acker ab. Die umliegenden Feuerwehren waren mit einem Großaufgebot vor Ort und bekämpften das Feuer bis in die Abendstunden.   Über 200.000 Quadratmeter Ackerfläche stehen in Flammen als die Feuerwehr eintrifft. Zu diesem Zeitpunkt befinden sich noch Erntemaschinen auf dem Feld. Sie versuchen so viel Gerste vor den Flammen zu retten wie möglich. Trotzdem werden am Ende 4 Hektar Getreide zerstört. Über 90 Feuerwehrleute kämpfen gegen die Rauchschwaden an, die schon aus einigen Kilometern Entfernung zu sehen sind. Die Löscharbeiten gestalten sich schwierig. Tobias Giesick, Feuerwehr Burghaun: „Die Lage war extrem dynamisch weil der Wind sich mehrfach gedreht hat. Es war dann soweit dass wir sogar Fahrzeuge wieder von den Schläuchen abkoppeln mussten und die Stellung verlassen. Das heißt wir haben auch Schläuche verloren.“ Die Brandursache ist bisher noch nicht vollständig ermittelt. Die Polizei geht von einer Selbstentzündung des extrem trockenen Getreides aus. Ein Fremdverschulden – zum Beispiel durch die Erntemaschinen – wird hingegen ausgeschlossen. Durch verbranntes Stroh und Gerste entsteht ein Gesamtschaden von rund 45.000 Euro. Ein Übergreifen des Brandes auf einen angrenzenden Nadelwald kann verhindert werden. Die Nachlöscharbeiten können erst nach mehreren Stunden abgeschlossen werden.

  • Weitere Nachrichten im Überblick

    Weitere Nachrichten im Überblick

    Fahndung nach Automatensprengern +++ Schnellerer Wiederaufbau gefordert +++ Mehr Erzieher gebraucht +++ Mainkai wieder autofrei Fahndung nach Automatensprengern: Unbekannte Täter haben heute Morgen gegen 3.50 Uhr im Mainzer Stadtteil Drais einen Geldautomaten gesprengt. Die Explosion war weithin zu hören. Die Sprengung richtete erheblichen Schaden an. Wie hoch  die  Beute ist, wollte die Polizei nicht mitteilen. Nach ihren Angaben seien die vermutlich drei Täter mit einem dunklen Audi geflüchtet.  Sie hätten  dabei mehrere geparkte Autos beschädigt, bis sie ihr Fluchtfahrzeug im Stadtteil Finthen verlassen hätten. Eine groß angelegte Fahndung war bislang erfolglos. Schnellerer Wiederaufbau gefordert: Knapp ein Jahr nach der verheerenden Flutkatastrophe im Ahrtal sieht der rheinland-pfälzische CDU-Vorsitzende Christian Baldauf große Defizite bei der Behebung der Schäden. Die Landesregierung handle viel zu zögerlich. Obwohl der Wiederaufbaufonds ein Volumen von 15 Milliarden  Euro habe, sei bisher nur die Auszahlung von 500 Millionen Euro bewilligt worden. Die dafür zuständige Investitions- und Strukturbank brauche dringen mehr Personal. Zudem müssten die Abschlagszahlungen für die Baumaßnahmen von privaten Hausbesitzern umgehend  von 20 auf 40 Prozent erhöht werden. Mehr Erzieher gebraucht: In Hessen und Rheinland-Pfalz fehlen jeweils rund 5.000 Erzieher, um allen Grundschülern bis zum Ende des Jahrzehnts eine Ganztagsbetreuung anbieten zu können. Das geht aus einer Studie der Bertelsmann-Stiftung hervor. Derzeit würden in beiden Bundesländern rund 53 Prozent der Grundschulkinder ganztägig betreut. Um den künftigen Bedarf zu decken, sei eine langfristige Fachkräfte-Offensive notwendig. Bund und Länder hatten im vergangenen September beschlossen, dass bis 2030 alle Grundschüler einen Rechtsanspruch auf eine Ganztagsbetreuung haben. Mainkai wieder autofrei: Der nördliche Mainkai in Frankfurt wird vom 11.  Juli bis zum 5. September erneut für den Verkehr gesperrt.  Nach Angaben von Verkehrsdezernent Stefan Majer werde der Verkehr weiträumig umgeleitet. Es werde dabei getrennte Routen für Autos und Lastwagen geben, die umfassend beschildert würden. Damit sollten Staus wie  bei der ersten einjährigen […]

  • Kein höherer Schadensersatz für Germanwings-Opfer

    Kein höherer Schadensersatz für Germanwings-Opfer

    Mehr als sieben Jahre ist es her, dass der Co-Pilot eines Germanwings-Flugs die Maschine in den französischen Alpen absichtlich zum Absturz brachte. Andreas L. aus dem rheinland-pfälzischen Montabaur ist verantwortlich für den Tod von 150 Menschen. Seit Jahren wird gestritten, ob der Lufthansa-Konzern, zu dem Germanwings gehörte, zu wenig Schadensersatz gezahlt hat. Heute hat das Landgericht Frankfurt über eine Klage entschieden, die Angehörige der Absturzopfer eingereicht hatten. Es ist der 24. März 2015. Eine Maschine der Lufthansa-Tochter Germanwings stürzt über den französischen Alpen ab. Alle 144 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder kommen ums Leben. Die Ermittlungen ergeben, dass der psychisch kranke Co-Pilot Andreas L. aus dem rheinland-pfälzischen Montabaur die Maschine absichtlich abstürzen ließ, nachdem er sich im Cockpit eingeschlossen hatte. Die Lufthansa zahlte für die einzelnen Opfer Schadensersatz, teilweise über 100.000 Euro. Doch mehrere Angehörige fordern mehr Geld. Sie begründen das unter anderem damit, dass die Lufthansa den Co-Piloten nicht genug untersucht und dadurch seine psychische Erkrankung nicht erkannt habe. Doch diese Ansicht teilt die Reiserechtskammer des Frankfurter Landgerichts heute nicht. Die flugmedizinische Untersuchung von Piloten sei eine hoheitliche Aufgabe des Luftfahrtbundesamtes. Die Sachverständigen arbeiteten im Auftrag des Bundesamtes. Isabel Jahn, Richterin am Landgericht Frankfurt „Und wenn es zu Versäumnissen bei einer medizinischen Untersuchung eines Piloten kommt, dann kann deswegen nur der Staat haften oder seine Körperschaften, nicht aber ein Luftfahrtunternehmen wie hier die Lufthansa. Die Lufthansa hatte auch keine Möglichkeit, die Tätigkeiten der medizinischen Sachverständigen zu überprüfen oder in ihre Tätigkeiten einzugreifen und aus diesem Grund kann der Lufthansa auch kein Organisationsverschulden für dieses tragische Ereignis vorgehalten werden.“ Deshalb könne die Lufthansa nicht der Klagegegner sein. Die Angehörigen der Absturzopfer müssen jetzt entscheiden, ob sie gegen das heutige Urteil in Frankfurt Rechtsmittel einlegen oder ob sie eine Schadensersatzklage gegen den Bund einreichen.

  • Autofahrer stecken auf A 5 stundenlang bei großer Hitze im Stau

    Autofahrer stecken auf A 5 stundenlang bei großer Hitze im Stau

    Wegen eines Staus die Nacht auf der Autobahn verbringen. Keine angenehme Vorstellung. Und doch: Zahlreiche Autofahrer mussten die vergangene Nacht in ihrem Wagen verbringen. Auf der A5 bei Homberg/Ohm war es am Abend zu zwei Auffahrunfällen. Die Autobahn in Fahrtrichtung Kassel war für mehr als zwölf Stunden gesperrt. Stundenlang geht hier nichts mehr. Die Autofahrer sitzen fest. Tobias Klein „Wir kamen hier angefahren, da hat man nur gesehen, wie da so ein paar LKW standen, wir haben erst gedacht, das wären ein paar Blechschäden, weil da die ganzen Leute drumherum standen, dachten, da wäre keiner mehr in den Fahrzeugen unterwegs und dann kamen nach ein paar Minuten die Rettungsdienste um die Ecke.“ Die vielen gestrandeten Autofahrer werden allerdings im Dunkeln gelassen. Manche sind über das Krisenmanagement der Polizei verärgert. Markus Lensing „Wenn hier ein Polizeiwagen durchfährt, dass geschwiegen wird. Ich würde gerne informiert werden. Wie lange es noch dauert. Ich brauch nicht zu wissen, was genau passiert ist, aber ich möchte wissen, mit was wir zu rechnen haben.“ Andere sehen die Situation entspannter. Rolf Nowak „Das ist nunmal so. Es will ja jeder geholfen kriegen. Ist ja, man kann da ja jetzt nichts dran ändern.“ Und das war gestern Abend passiert: Gegen 18 Uhr krachte ein Lastwagen in zwei vor ihm bremsende LKW. Der Fahrer wurde eingeklemmt. Johannes Kaus, Pressesprecher Feuerwehr Mücke „Der LKW war schwer verkeilt, über die Beifahrerseite konnten wir nicht an den Fahrer heran, sodass wir lediglich über die linke Fahrerseite gearbeitet haben. Dazu mussten wir uns mit hydraulischem Rettungsgerät mehr Platz verschaffen, um den Fahrer letztendlich befreien zu können.“ Der Fahrer wurde beim Unfall lebensgefährlich verletzt und kam mit einem Hubschrauber ins Krankenhaus. Kurze Zeit nach dem ersten Unfall gab es am Stau-Ende einen weiteren Auffahr-Unfall. Für die Rettungsdienste hat der Einsatz weitere Tücken. Frank Weber, […]

  • Kreis will Helferwerkstätten im Ahrtal schließen

    Kreis will Helferwerkstätten im Ahrtal schließen

    Seit Sommer letzten Jahres sind im Ahrtal viele freiwillige Helfer vor Ort, die die Menschen, die von der Hochwasserkatastrophe betroffen waren, beim Wiederaufbau unterstützen. Im Laufe der Zeit hat sich so ein Helfer-Netzwerk gebildet. Doch damit soll bis Ende Juli Schluss sein. Der Kreistag im Landkreis Ahrweiler hat beschlossen, dass das Helferzentrum und auch das Spendenverteilzentrum zurückgebaut werden sollen. Seit dem 1. Juni sollen hier – wenn es nach der Kreisverwaltung ginge – keine Sachspenden mehr angenommen werden. Für die Betreiber des Baustoffzeltes in Grafschaft-Ringen ist das unbegreiflich. Deshalb nehmen Sie auch weiterhin jede Spende entgegen. Wilhelm Hartmann, Organisator im Helferzentrum „Die Veröffentlichung des Beschlusses von der Kreisverwaltung war natürlich sehr irritierend für viele Spender. Da muss ich sagen: Das, was wir hier jetzt sehen, das reicht uns für eine Woche. Das haben wir in einer Woche verschenkt. Und es werden nach wie vor Spenden gebraucht. Man braucht sich nur die Häuser von innen anzusehen und dann sieht man, wie viele Baustoffe hier noch im Ahrtal benötigt werden.“ Laut Kreisverwaltung stehen die laufenden Kosten der Spendenverteilzentren aber nicht mehr im Verhältnis zu deren Nutzen. Der Unterhalt der Einrichtungen lief bisher über die Soforthilfeleistungen. Diese Mittel sind mittlerweile aufgebraucht. Auch die für Helfer kostenlose Übernachtungsmöglichkeit „Wilhelmshafen“ soll bis Ende Juli geschlossen werden. Trotzdem wollen die Betreiber ihre Zelte nicht abbauen. Denn freiwillige Hilfe wird weiterhin benötigt. Wilhelm Hartmann, Organisator im Helferzentrum „Es sind teilweise Kleinigkeiten, es sind teilweise eben aber auch Sachen, die keine Fachkräfte erfüllen müssen. Also von daher können eben auch unqualifizierte Helfer nach wie vor hier sinnvolles erbringen.“ Viele Betten der Unterkunft sind schon bis Ende des Jahres belegt. Ein Rückgang der Buchungen ist nicht in Sicht, denn im Flutgebiet gibt es noch jede Menge zu tun. Manche Häuser sind nach wie vor Ruinen. Die Opfer der Flut […]

  • Salzbachtalbrücke – es dauert etwas länger!

    Salzbachtalbrücke – es dauert etwas länger!

    Sie kennen das von so vielen Bauprojekten der öffentlichen Hand: Erstens werden sie teurer und zweitens dauert der Bau immer länger. So auch bei der Salzbachtalbrücke im Rhein-Main-Gebiet. Ende 2023 soll der Verkehr teilweise wieder fließen – und damit deutlich später als ursprünglich angekündigt. Die vielen staugeplagten Pendler müssen sich also weiterhin auf längere Fahrtzeiten zur Arbeit einstellen. Vor der Brückensprengung im November 2021 waren die Prognosen noch deutlich optimistischer: Von zwölf bis 14 Monaten Bauzeit für die Südbrücke war damals noch die Rede. Heute, gut ein halbes Jahr später, heißt es: Ende 2023 soll die Südbrücke wieder auf vier Spuren in beide Richtungen befahrbar sein. Weitere Verzögerungen sind aber nicht ausgeschlossen. Ulrich Neuroth, Direktor Niederlassung West Autobahn GmbH „Nachdem wir sehr lange über diese Frage diskutiert haben, auch mit der Baufirma, bin ich schon sehr zuversichtlich, dass das funktioniert. Aber eineinhalb Jahre, das ist noch eine Zeit, da kann noch das ein oder andere noch vorkommen. Ich weiß nicht, was die wirtschaftliche Lage hier bringt oder was uns auch noch die Ukraine-Krise hier servieren wird. Das wissen wir alle nicht. Insofern, im Moment steht der Plan und ich bin zuversichtlich, dass wir das hinbekommen.“ Insgesamt 5.800 Tonnen Stahl werden für den Nord- und Südteil der neuen Salzbachtalbrücke verbaut. Getragen wird das Gewicht von sechs Pfeilern, von denen bisher erst einer steht. Der Grund: Probleme mit den sogenannten Bohrpfählen. Ulrich Neuroth, Direktor Niederlassung West Autobahn GmbH „Bohrpfähle sind Stangen, die in die Erde gebohrt werden, mit Beton gefüllt werden und darauf das Fundament gesetzt wird, was dann die Pfeiler trägt. Wir hatten bei der Herstellung von zweien von über 30 Pfählen an zwei Pfählen eine Unregelmäßigkeit, wo wir nicht genau wussten, wo kommt die her. Und in Zusammenarbeit und Abstimmung mit den Bodengutachtern haben wir uns entschieden eine spezielle Untersuchungsmethode […]

  • DRK-Helfer berichten vom Einsatz im Ukraine-Krieg

    DRK-Helfer berichten vom Einsatz im Ukraine-Krieg

    Nach Angaben der Vereinten Nationen sind im Ukraine-Krieg schon mehr als 4.000 Zivilisten getötet worden, unzählige Menschen wurden verletzt. Umso wichtiger ist die medizinische Hilfe vor Ort. Zur Unterstützung hat auch das Deutsche Rote Kreuz Sanitäter in die umkämpften Gebiete geschickt. Einer von ihnen ist Rouven Höll aus Mainz. Vier Wochen lang war er mit einer Kollegin im Kriegsgebiet, brachte sich selbst in Lebensgefahr, um anderen zu helfen. Menschen in Not zu helfen, seit vielen Jahren gehört das zu ihrem Alltag. Doch dieser Einsatz war alles andere als alltäglich. Noch nie waren sie in einem Kriegsgebiet eingesetzt – jetzt waren sie mittendrin. Bei einem Treffen des DRK-Landesverbandes Rheinland-Pfalz schildern Rouven Höll und Christina Matthias ihre Eindrücke. Im Auftrag des internationalen Kommitees vom Roten Kreuz werden die Notfallsanitäter Mitte April in Odessa und Mekolajiw eingesetzt. Von der Front trennen sie oft nur wenige Kilometer. Rouven Höll, DRK-Ortsverein Mainz-Hechtsheim: „Man ist nachts auch teilweise eingeschlafen, in dem einen Ort zum Beispiel, der relativ nah an der Front war, mit dem Gedanken „Wache ich jetzt vielleicht auf mit einem Gewehrkolben im Gesicht?“ oder „Was passiert?“. Man weiß es einfach nicht.“  Trotz der Anspannung müssen sich die Sanitäter auf ihre Aufgaben konzentrieren: Sie retten alte und kranke Menschen aus ihren Häusern, evakuieren Zivilisten, transportieren Wasser und Medikamente. Außerdem bilden sie Ukrainer aus, wie sie medizinische Hilfe leisten können. Bei der Kommunikation helfen ihnen Kollegen vom israelischen Roten Kreuz, die russisch sprechen. Doch Gefahren lauern überall. Schwer bewaffnete Soldaten und Straßenbarrikaden gehören zum Alltag. Nicht selten müssen die Helfer wegen Raketenangriffe in Schutzbunker fliehen. Einem schwer verletzten Mann, der nur 15 km entfernt ist, können sie nicht helfen – zu gefährlich, heißt es von der Einsatzleitung. Rouven Höll, DRK-Ortsverein Mainz-Hechtsheim: „Den hatten wir am Telefon, der hat um Hilfe geweint. Wir waren bereit, wir hatten […]

  • Bad Arolsen unter Schock

    Bad Arolsen unter Schock

    Am Tag nach der mutmaßlichen Amokfahrt in Berlin herrscht  besonders im hessischen Bad Arolsen große Trauer. Eine Lehrerin, die dort lebte, wurde getötet. Insgesamt wurden mindestens 31 Personen verletzt, darunter weitere Schüler und ein Lehrer. Zentraler Ort des Gedenkens war heute die Haupt- und Realschule in der hessischen Kleinstadt. Trauer an der Kaulbachschule in Bad Arolsen. Eine Lehrerin stirbt, nachdem gestern in Berlin ein Auto in eine Menschengruppe gerast war. Die 51-jährige Frau war mit einer zehnten Klasse auf einem Ausflug in der Hauptstadt. Der Bürgermeister berichtet heute vom Mitgefühl der Menschen in Bad Arolsen. Marko Lambion (parteilos), Bürgermeister Bad Arolsen: „Eine Stadt von 16.000 Einwohnern, das sind wir in Bad Arolsen. Wo man sich jeder eben jeden noch kennt. Wo die Betroffenheit tatsächlich sehr groß ist. Aber wie wir eben auch erfahren haben, das Mitgefühl ist sehr groß und auch die Bereitschaft, die Solidarität.“ Die Schule hat heute geöffnet. Psychologen sind vor Ort, um Schüler und Lehrer zu betreuen, sie werden von Polizei und Ordnungsamt abgeschirmt. Noch gestern Abend sind alle unverletzten Schüler wieder in die Heimat zurückgekehrt. Mehrere verletzte Schüler und ein Lehrer befinden sich noch in Berliner Krankenhäusern. Jürgen van der Horst (parteilos), Landrat Kreis Waldeck-Frankenberg: „Wir können aus dem Kontakt vor Ort bestätigen, dass alle Kinder ganz hervorragend in Berlin betreut worden sind. Und das hat eine… uns Mut gemacht, dass tatsächlich auch die Situation jetzt auch in den nächsten Tagen gut wird gelöst werden können.“ Gegen Mittag besuchen Hessens Ministerpräsident Boris Rhein und Kultusminister Alexander Lorz die Schule. Sie sagen den Betroffenen finanzielle Unterstützung aus dem Opferfonds des Landes und darüber hinaus jede erdenkliche Hilfe zu. Boris Rhein (CDU), Ministerpräsident Hessen: „Das ist für uns ein ganz schwerer Tag und wir haben wirklich ganz schwere Herzen. Wenn Sie in die Gesichter der Kolleginnen und Kollegen […]

  • Weitere Nachrichten im Überblick

    Weitere Nachrichten im Überblick

    LKW stürzt Böschung hinab +++ Schnellerer Schutz vor Hochwasser +++ Viele Handy-Sünder aufgefallen   LKW stürzt Böschung hinab: Bei einem Unfall auf der B 51 ist heute Morgen ein LKW-Fahrer schwer verletzt worden. Er  war bei Welschbillig im Landkreis Trier-Saarburg von der Fahrbahn abgekommen. Der LKW durchbrach die Leitplanke und stürzte neben einer Brücke einen Hang hinunter. Rettungskräfte befreiten den Fahrer, er kam in ein Krankenhaus. Die B 51 war während der Bergungsarbeiten stundenlang gesperrt. Die Unfallursache ist noch unklar. Schnellerer Schutz vor Hochwasser: Der Stadtrat von Bad Neuenahr-Ahrweiler fordert, dass die Maßnahmen zum Schutz vor Hochwasser entlang der Ahr schneller umgesetzt werden.  11 Monate nach der verheerenden Flut zeichne sich ab, dass es noch Jahre dauern werde, bis etwas geschehe. Um die Arbeiten zu beschleunigen,  wolle die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler die Hochwasser-Dämme und Überflutungsflächen im Stadtgebiet ab jetzt selbst planen und bauen. Die Kosten dafür sollten Bund und Land übernehmen. Dazu sei jetzt ein Gespräch mit dem rheinland-pfälzischen Umweltministerium geplant. Viele Handy-Sünder aufgefallen: Die Polizei in Trier hat an drei Kontrolltagen 41 Fahrer mit dem Handy am Steuer erwischt. Möglich war das durch den Einsatz einer speziellen Kamera, die derzeit in einem Pilotprojekt getestet wird. Die sogenannte Monocam macht automatisch ein Foto, wenn ein Fahrer gegen das Handy-Verbot verstößt. Speziell geschulte Polizisten werten die Bilder aus. Die betroffenen Fahrer müssen jetzt mit einem Punkt in Flensburg und einem Bußgeld von 100 Euro rechnen.