Kultur

  • Foto-Inszenierung am Feldberg

    Foto-Inszenierung am Feldberg

    Der Mainzer Moritz Koch ist der Shooting-Star am Fotografen-Himmel – mit gerade mal 25 Jahren schon ein Meister der Inszenierung. Die Vorbereitung für seine Kunstwerke dauert mehrere Monate, das Shooting einen ganzen Tag. So wie gestern – auf dem großen Feldberg im Taunus – mit 150 Komparsen. Ein Riesen-Aufwand für ein einziges Foto. Moritz Koch „Goo, … Maximal 5 Minuten für ein Bild, weil am Ende wird das ja nur ein einziges Fotokunstwerk. All der Aufwand wirklich für dieses eine einzige Bild.“ Es ist bereits Nachmittag, als gestern das Shooting auf dem Feldberg startet. Die, die hier Dollarscheine einsammeln, sind am Vormittag eingetroffen. 150 Komparsen, dazu ein Produktionsteam von 30 ehrenamtlichen Mitarbeitern, die seit Monaten den großen Tag auf dem hohen Berg im Taunus vorbereiten. Moritz Koch, Fotograf „Na ja, weil das Ganze ein großes Projekt ist, das Menschen zusammenbringen soll. Die Kunst schreibt sich ja immer auf die Fahne, dass sie Menschen zusammenbringt, und hier passiert das wirklich, und das ist eben einer meiner Kernantriebe, Menschen eine tolle Erinnerung an so einen Tag zu ermöglichen und hier alle zusammenzubringen im Zeichen der Kunst. Wir alle machen hier im Team dieses eine Fotokunstwerk.“ Sie sind gekommen, um den ganzen Sonntag zu bleiben. Ganz ohne Bezahlung. Aber dafür mit viel Stehvermögen. Während das Team das Licht einrichtet, die Markierungen überprüft, immer mal wieder etwas ändert, oder auch neue Ideen hat, warten die Komparsen geduldig auf ihren Einsatz. Oder erhalten Regieanweisungen von den Aufnahmeleitern. „Ich greife das Geld aus der Bewegung nach rechts.“ Pascal, Komparse aus Rheinhessen „Ich fand, das ist eine coole Aktion, ich komme auch aus dem Raum Mainz, hab das in der Allgemeinen Zeitung gesehen und gedacht, ok, ich bewerbe mich, probiere es einfach mal, hab dann eine Zusage bekommen und jetzt stehe ich hier.“ Ali, Komparse aus Mainz […]

  • Älteste Videothek der Welt verleiht immer noch Filme

    Älteste Videothek der Welt verleiht immer noch Filme

    1975 hatte Eckard Baum in Kassel die Idee, in seinem Foto-Geschäft auch Videokassetten zu verleihen. Die erste Videothek der Welt war geboren. Und weil es den „Film-Shop“ 50 Jahre später – trotz DVDs und Streaming – immer noch gibt, kann er sich auch heute noch „älteste Videothek der Welt“ nennen. Wir haben sie besucht. Ralf Stadler, Inhaber „Film-Shop“ „Videotheken waren für mich immer ein wichtiger Anlaufpunkt in meinem Leben, also schon seit Kindheitstagen hat das so viel Freizeit bei mir eingenommen, dass. als die Videotheken dann anfingen zu verschwinden, ich mich ernsthaft gefragt habe: Womit werde ich in Zukunft meine Zeit verbringen? Werde ich Sport machen? Werde ich Alkoholiker? Und dann dachte ich: Die bessere Alternative wäre vielleicht, dass ich die Videothek einfach mit übernehme.“ Und so steht Ralf Stadler jetzt sechs Tage in der Woche im „Film-Shop“ und verleiht, verkauft, empfiehlt. Die Menschen, die in den „Film-Shop“ kommen, wollen nicht nur Filme leihen – sie wollen auch über Filme sprechen. Stadler und seine Mitstreiter veranstalten deshalb regelmäßig Filmvorführungen, Treffen und einen Film-Stammtisch – für alle, die Filme genauso lieben wie sie. Ralf Stadler, Inhaber „Film-Shop“ „Es gibt einfach unfassbar viele Filme, die nie auf DVD erschienen sind und wo auch niemand auf die Idee käme, den nochmal kommerziell auszuwerten. Und trotzdem gehört das ja zur Kulturgeschichte des Kinos auch dazu. Und solche Sachen würde ich jetzt für mich als Schatz bezeichnen. Einfach Sachen, die meinen Horizont erweitern.“ Sabri ist 21 Jahre alt und arbeitet bereits seit drei Jahren in der Videothek. Er kann hier ganz in seiner Filmleidenschaft aufgehen und empfindet den „Film-Shop“ als Gegenentwurf zu Streaming-Anbietern wie Netflix und Amazon. Sabri Yildirim, Videothekar „Ich glaube, ich würde es jedem empfehlen, der sich aktiver mit dem Medium Film auseinandersetzen will, der nicht einfach sich einen Film anmacht und nach […]

  • Generalprobe für Nibelungen-Festspiele

    Generalprobe für Nibelungen-Festspiele

    Wenn morgen Abend vor dem Wormser Dom die große Premiere der Nibelungenfestspiele startet, dann müssen sich die Festspielmacher keine Sorgen über den Kartenverkauf machen. Alle Vorstellungen sind ausverkauft. Das gab es noch nie in der 23-jährigen Festivalgeschichte. „See aus Asche“ heißt die diesjährige Inszenierung – wir konnten bei den letzten Proben dabei sein.  Statt „See aus Asche“ könnte das diesjährige Nibelungenstück auch „Berg aus Kies“ heißen. Und der sorgt auf jeden Fall für eine konditionell herausfordernde Schauspielleistung. Rund 700 Tonnen der kleinen Steinchen müssen ziemlich oft erklommen werden. Jasmin Tabatabai, spielt Brunhild „Auf jeden Fall ist es ein ungewöhnliches Bühnenbild, wie ich es auch noch nie bespielt habe. Es ist körperlich anstrengend, sich auf dem Kies zu bewegen, weil es ist halt Kies, und es ist so wie ein gutes Bergsteigertraining. Aber gegen ein gutes Workout ist ja nichts zu sagen.“ Wolfram Koch, spielt Hagen „Der Kies ist ziemlich anstrengend, wir haben alle solche Beine. Solche trainierte Beinmuskeln. „ Als einsamer finsterer Held muss Wolfram Koch nicht nur den Kies erklimmen, Hagen nimmt auch den Mund ziemlich voll mit Kieselsteinen. In diesem Jahr wird vor dem Wormser Kaiserdom die gesamte Nibelungensage aufgeführt. „Er sinkt auf die Knie und dann tötet ihn Siegfried.“ Wolfram Koch, spielt Hagen „Eine Mischung aus Spiel und Erzählen. Also, es passieren vielleicht viele Bilder, hoffentlich in den Köpfen der Zuschauer, und das ist die Herausforderung.“ Abtauchen in Drachenblut. Bestimmt eine erfrischende Abkühlung für die Schauspieler, die drei Stunden lang die Freiluftbühne bespielen. „Der Mann, der dir das angetan hat, muss sterben.“ Für die Festspiele ist nach 23 Jahren kein Ende in Sicht. Im Gegenteil. Zum ersten Mal überhaupt sind bereits vor der Premiere alle Vorstellungen ausverkauft. Nico Hofmann, Intendant der Nibelungenfestspiele „Ich glaube, es hat sich mittlerweile rumgesprochen. Einfach die Qualität und auch die durchgehende Qualität […]

  • Ausstellung zu Kaiser Marc Aurel in Trier

    Ausstellung zu Kaiser Marc Aurel in Trier

    „Konstantin“, „Nero“, „Der Untergang des Römischen Reiches“ und jetzt: „Marc Aurel“. Die Schau in zwei Museen setzt die Serie Trierer Landesausstellungen zu Römischen Kaisern und dem Römischen Reich fort. Mit 400 Exponaten von über 100 Leihgebern ist es die bisher größte Ausstellung weltweit zum römischen Kaiser Marc Aurel. Er prägt das Trierer Stadtbild bis heute. Sie ist das Wahrzeichen Triers – die Porta Nigra. Erbaut im 2. Jahrhundert, als eines von vier Stadttoren, zusammen mit einer kilometerlangen Stadtmauer. Entstanden sind die Wehranlagen unter dem damaligen römischen Kaiser: Marc Aurel. Zu Lebzeiten hat er es nie hierher geschafft – erst jetzt, über 1800 Jahre später, mit seiner eigenen Landesausstellung. Marcus Reuter, Direktor Rheinisches Landesmuseum Trier „Marc Aurel war einer der wichtigsten römischen Kaiser. Er hat von 121 nach Christus bis 180 nach Christus gelebt. Regiert hat er von 161, 19 Jahre lang. Und während seiner Zeit haben sich im Römischen Reich grundlegende Dinge verändert. Heute ist er vor allem bekannt für seine Selbstbetrachtungen, diese philosophischen Schriften, die er hinterlassen hat.“ „Marc Aurel – Kaiser, Feldherr, Philosoph“. So lautet der Titel der Ausstellung im Rheinischen Landesmuseum Trier. Als Kaiser muss Marc Aurel das Römische Reich nach langer Zeit des Friedens und Wachstums gleich an mehreren Fronten verteidigen. Eine tödliche Pestepidemie breitet sich aus, es gibt schwere Überschwemmungen des Tiber, Angriffe verschiedener Stämme führen zu erbitterten Kriegen. Marc Aurel, ein Kämpfer für Freiheit und Gerechtigkeit. Wolfram Leibe (SPD), Oberbürgermeister Trier „Gleichzeitig hat er aber das Ganze wieder eingegrenzt. In diesem Spannungsfeld sehe ich ganz, ganz viele aktuelle Bezüge. Wir sind heute in einer Umbruchsgesellschaft. Was können wir von Marc Aurel lernen?“ Michael Ebling (SPD), Innenminister Rheinland-Pfalz „Er hatte hohe Ideale. Und ich glaube, das ist etwas, was wir in dieser Zeit auch haben sollten. Nicht kurzfristig sein, nicht an den eigenen Vorteil denken, […]

  • Suche nach Nazi-Raubgut in Museen

    Suche nach Nazi-Raubgut in Museen

    Das Thema Raubkunst im Nationalsozialismus ist in vielen Museen auch Jahrzehnte nach Ende des zweiten Weltkrieges allgegenwärtig. Auch in Rheinland-Pfalz werden vermutlich immer noch zahlreiche Objekte ausgestellt, die während der NS-Diktatur jüdischen Bürgern geraubt wurden. Deshalb hat vor zwei Jahren ein Pilotprojekt zur sogenannten Provenienzforschung – also zur Herkunftsforschung von Kunstgegenständen – begonnen. Die Ergebnisse hat der Museumsverband Rheinland-Pfalz jetzt vorgestellt.   Die Wäscherin. Eine etwa 265 Jahre alte Porzellanfigur aus der Porzellanmanufaktur Frankenthal. Ausgestellt im Erkenbertmuseum der Stadt. Bei der Figur könnte es sich um NS-Raubkunst handeln. Denn wann genau das Objekt in den Besitz des Museums gekommen ist, ist ungeklärt. Zugleich wird eine solche Figur auf einer Internetseite gelistet, auf der nach NS-Raubkunst gesucht wird. Für Provenienzforscherin Katja Terlau Grund genug, genauere Untersuchungen einzuleiten.   Katja Terlau (Provenienzforscherin): „Es können zwei völlig unterschiedliche Objekte sein. Und jetzt in einem nächsten Schritt ist einfach zu vergleichen, wie sieht das aus. Denn das Objekt das in der Suchmeldung ist stammt aus einer jüdischen Sammlung und ist einfach ein Verlust, es ist abhandengekommen, NS-verfolgungsbedingt entzogen. Aber ob es das ein und dasselbe Stück ist, das kann ich bisher noch nicht klären, sondern das müssen weitere Untersuchungen ergeben.“  Insgesamt 1.600 Objekte aus den Museen in Frankenthal, Neuwied, Bad-Dürkheim und Mayen hat die Provenienzforscherin untersucht. Bei Hunderten finden sich Lücken in ihrer Historie – 46 gelten nach der ersten Untersuchung als eindeutig belastet. Die Nachforschungen sollen jetzt weiter vorangetrieben werden. Bisher haben nur große Museen Kunstobjekte auf eine mögliche NS-Vergangenheit untersuchen können. Durch das Pilotprojekt des Museumsverbandes Rheinland-Pfalz haben jetzt auch kleine Museen die Möglichkeit, ihre Vergangenheit aufzuarbeiten. Miriam Anders (Museumsverband Rheinland-Pfalz): „Kleine Museen haben oft kein Personal, keine Zeit und auch kein Geld für so umfangreiche Forschungsprojekte. Das ist das Eine. Das Andere ist: Man braucht da spezialisiertes Fachwissen für. Man muss wissen, wo man recherchiert, […]

  • Koch des Jahres gesucht

    Koch des Jahres gesucht

    Bereits seit 14 Jahren sucht eine Jury aus Spitzenköchen jedes Jahr den „Koch des Jahres“ im deutschsprachigen Raum. Für die sieben Plätze im diesjährigen Finale des renommierten Preises haben sich auch Vertreter aus Hessen und Rheinland-Pfalz qualifiziert und wir haben zwei von Ihnen besucht, deren Küchen nicht einmal 20 Kilometer auseinander liegen.   Es wird gehackt, gerührt und flambiert – in Groß-Gerau und in Mainz. Julio Pizarro und Helge Straub-Schilling haben es geschafft. Sie stehen aus über 500 Bewerbern unter den letzten sieben. Eigentlich wollte Julio gar nicht antreten, doch das diesjährige Motto des Wettbewerbs – „Koche dein Leben“ – hat ihn überzeugt, sich zu bewerben. Julio Pizarro, Spitzenkoch „Ich kenne mich schon gut genug: ich wollte nie verlieren. Das ist meine erste Sache: ich wollte nie verlieren. Dann haben wir aber gesagt: das Motto ist unser Motto. Lass es uns machen.“ Und das klappt. Mit seiner Vorspeise gewinnt er einen Sonderpreis im Halbfinale. Ein traditionelles Fischgericht aus seiner Heimat Peru verbindet Julio mit Einflüssen aus allen Ländern, in denen er bislang gekocht hat. Zu guter Letzt das Grüne-Soße-Eis aus seiner Wahlheimat Hessen, in der er mit seiner Familie lebt. Seine Reiselust ist die Quelle seiner Kreativität. Julio Pizarro, Spitzenkoch „Ich wollte die Welt sehen und das war immer meine erste Kondition. Ich wollte Reisen, meine Messer mitnehmen und egal wo kochen. Als Arzt oder Anwalt kannst du das nicht machen. Ich als Koch, wenn ich wollte könnte ich morgen nach Italien gehen und schon stehe ich mitten in der Toskana und koch dort.“ Auch Helge Straub-Schilling hat in seinem Halbfinal-Menü mit Speisen überzeugt, die von seiner Biographie inspiriert wurden. Beim gebürtigen Mainzer geht es aber traditionell etwas lokaler zu. Helge Straub-Schilling, Spitzenkoch „Wo war man? Welche Stationen hat man gemacht? Bei welchen Küchenchefs war man? Das habe ich alles […]

  • Generalprobe für Brüder-Grimm-Festspiele

    Generalprobe für Brüder-Grimm-Festspiele

    Rapunzel wird von einer bösen Zauberin in einen Turm gesperrt. Und in den gelangt man nur über ihr immer länger werdendes Haar. Ein bekanntes Märchen der Gebrüder Grimm. Auf den ‚Hanauer Grimm Festspielen‘ hat morgen eine moderne Inszenierung des alten Märchens Premiere. Am Bühnenbild haben neben den Theater-Profis auch ganz viele Handarbeits-Fans aus der Region mitgearbeitet. „Rapunzel, Rapunzel, lass dein Haar herunter!“ Und dann erklimmt die böse Zauberin mithilfe des über sechs Meter langen Haares den Turm. Es ist ganz klar: Der Rapunzelzopf spielt bei den diesjährigen Brüder Grimm Festspielen eine ganz starke und wichtige  Rolle. Wiebke Quenzel, Leiterin der Maskenabteilung „Der trägt auf jeden Fall einen Prinzen und eine Zauberin, der hat eine tragende Rolle, auf jeden Fall.“ Ein ganz vorsichtiges Probeablassen, vor der eigentlichen Hauptprobe gestern Abend in Hanau. Der Zopf ist reine Handarbeit. Die Festspielemacher hatten einen Aufruf gestartet und häkelbegeisterte Menschen gesucht, die sich aktiv an der Bühnenbildgestaltung beteiligen. Jeroen Coppens, Dramaturg Brüder Grimm Festspiele „Das Projekt entstand erstmal aus der Not heraus. Weil es unmöglich gewesen wäre, in der kurzen Zeit so einen langen, großen, dicken Zopf zu machen. Und dann haben wir gedacht, wie schön es wäre, wenn alle sich bei dem Zopf beteiligen können und sich da kreativ einbringen können. Am Ende waren es dann 50, die tatsächlich den Zopf mitgemacht haben. Und dann haben wir auch noch gefragt, um Häkelblumen zur Dekoration des Zopfes und des Bühnenbilds zu machen.“ Über 1.000 Häkelfans haben mitgemacht. Ihre Blumen sind jetzt Deko im Turmzimmer von Rapunzel. „Hier kannst du all deine selbstgemachten Sachen verstauen.“ Rapunzel ist ein bekanntes Märchen. Aber neu und modern inszeniert. Hannah Schad, spielt Rapunzel „Rapunzel ist eine sehr aufgeweckte junge Frau, die sehr sehnsüchtig danach ist, das Leben außerhalb des Turms zu erkennen, und es macht sich selbstständig und macht sich […]

  • Nachbarn probieren hunderte Biersorten

    Nachbarn probieren hunderte Biersorten

    Und jetzt kommen wir zu einer Geschichte, die zunächst ziemlich banal klingt: Zwei Nachbarn – zwei Bier und jeden Freitag heißt es: Prost! – So spielt es sich ab im hessischen Rodgau-Jügesheim, Woche für Woche. Und wie das so ist: die schönen kleinen Geschichten entstehen eben oft auch am Gartentor. Und genau dort beginnt jetzt auch unser Bericht. Ralf Grimm auf dem Weg zu seiner Mission: Nachbar Peter wie jeden Freitag eine Flasche Bier an den Zaun hängen. Der revanchiert sich jedes Mal noch am gleichen Tag und abends heißt es dann – zusammen anstoßen. Seit fünf Jahren ein festes Ritual, das ursprünglich noch getrennt voneinander ablaufen musste. Aus unschönem Anlass. Ralf Grimm „Wir haben immer mal so ein bisschen geschwätzt und Bier dabei getrunken. Und dann war das auf einmal in Corona-Zeiten, als der Ausbruch kam, da war’s vorbei. Man hat ja Kontaktverbot gehabt. Und dann sind wir irgendwann mal, als wir uns so hin und her geschrieben haben, auf die Idee gekommen: Komm, wir hängen uns mal ein Bier an den Gartenzaun. Und ich hatte hier noch ein paar Fleischerhaken, hab eine Kordel dran gemacht und bin dann nach vorne und hab’s ihm hingehängt. Und da haben wir aus dem Internet so ‚Sie haben Post!‘, so kleine Schildchen per WhatsApp uns gegenseitig zugeschickt, dass man immer wusste, dass das da jetzt hängt. Net dass das irgendeiner abmacht und sich da jetzt jeden Freitag bedient.“ Schnell kommen die beiden Nachbarn auf die Idee: Nie darf sich eine Biermarke wiederholen! Jeden Freitag muss also ein neues Bier her, jedes Mal aus einer anderen Brauerei. Insgesamt kommen Ralf und Peter so auf mittlerweile 500 verschiedene Biermarken. Auch außergewöhnliches war schon dabei. Peter Keller „Biere aus Japan, aus Thailand und dann hatten wir – was ich immer auch noch als persönlichen Favoriten […]

  • Reporter Marcel Gassan berichtet vom Start bei "Rock am Ring"

    Reporter Marcel Gassan berichtet vom Start bei „Rock am Ring“

    Für Rockfans aus der ganzen Welt ist heute ein ganz besonderer Tag. Das beliebte Festival Rock am Ring feiert heute 40. Jubiläum. Zehntausende strömen in die Eifel, um ihre Lieblingsbands zu sehen. Heute um 13:30 hat eine Überraschung Band das Rockfestival eröffnet: Electric Callboy. Bis zum Auftritt wussten die Fans nichts davon. Eva Dieterle, Moderatorin: Und mittendrin ist unser Reporter Marcel Gashahn. Marcel Die Wetterprognosen sahen nicht so berauschend aus. Wie ist es denn bei dir? Marcel Gassan, Reporter bei Rock am Ring: Stürmisch, aber nicht so schlimm wie erwartet, würde ich sagen. Eva, du kannst es ja an meinem Outfit sehen. Regenhose, Regenstiefel habe ich dabei. Die Wetterprognose hat ja ausgesagt, dass es das ganze Wochenende über regnen wird. Aber heute ist es größtenteils trocken geblieben und hat den einen oder anderen vor der großen Schlammschlacht gerettet, die aber hier und da gestern Nacht auf jeden Fall stattfand. Einige haben mir auch erzählt, dass deren Pavillon weggeweht wurde. Aber die Menschen haben hier trotzdem Spaß, haben sie mir erzählt. Wir hören mal kurz rein. Oz: Der Wind. Es bisschen nervig und dieses wechselnde aber sonst ist man vorbereitet. Man weiß auch, worauf man sich einlässt. Ist ja kein Mallorca-Urlaub. André: Das ist für mich mein Jahreshighlight. Das ist für mich wie Urlaub. Das für mich, wie einfach das, was mein Leben ausmacht. Rock am Ring. Nils: Also die Bands mir ein bisschen wumpe. Aber einfach der ganze Campingplatz, alles ist einfach richtig geil. Da ist es einfach … die Leute sind so nett und alles. Gassan: Also du merkst, Eva, die Menschen hier haben Spaß, trotz des teilweise stürmischen Wetters und sie freuen sich, hier dabei sein zu dürfen bei dem Jubiläum 40 Jahre Rock am Ring. Für viele was Historisches. So auch wie für die Chefin von Rock […]

  • Größter Club der Welt wird in Frankfurt aufgebaut

    Größter Club der Welt wird in Frankfurt aufgebaut

    Der „World Club Dome“ in Frankfurt gilt als eines der besten Festivals weltweit: dann gibt es das ganze Wochenende jede Menge elektronische Musik im und um den Deutsche Bank Park. Laute Bässe, 20 Bühnen und 150.000 Besucher an drei Tagen. So soll es ab Freitag wieder aussehen im Frankfurter Stadtwald. Insgesamt 9.000 Quadratmeter Bühnenfläche, darunter auch so klangvolle Namen wie die „Zombie Stage“: Die sieht heute noch so aus. Fast schon fertig aufgebaut, nur der letzte Feinschliff fehlt noch. Im Fußballstadion nebenan steht die größte Bühne. Allein die hat über 2.000 Quadratmeter LED-Fläche. Die Veranstalter klingen schon etwas stolz, wenn sie über ihre Hauptbühne der Superlative sprechen. Philipp Maier, Geschäftsführer World Club Dome „Wir sind über 80 Meter breit, wir sind über 25 Meter hoch, haben hier 2.000 Lampen drinnen hängen. Das Speziellste an der Bühne ist aber der Mond, den wir hier in der Mitte haben. Also ein riesiger Mond, begehbar.“ Tatsächlich ein Hingucker, von dem aus die DJs beste Aussicht über die feiernde Menge haben dürften. Über 50 Kilometer Stromkabel werden verlegt. Die transportieren dieses Wochenende aber nicht nur Technoklänge zu den Feiernden. „Here’s your boy 50, Frankfurt.“ Mit US-Rapper 50 Cent will sich der World Club Dome für ein breiteres Publikum öffnen. Philipp Maier, Geschäftsführer World Club Dome „Wir sind ein elektronisches Festival, erweitern uns Genre-technisch aber schon die letzten Jahre auch in Richtung Hiphop, Urban und haben dieses Jahr einfach noch mehr Pop drin. Es gibt, denke ich, auch andere Veranstaltungen, wo das ganz gut funktioniert. Und wir sind da sehr optimistisch.“ Am Sonntag soll 50 Cent die Hauptbühne im Stadion bespielen, insgesamt legen über 200 DJs auf dem gesamten Gelände auf. Inklusive dem Stadionbad nebenan, dort soll es auch nasse Abkühlung geben zu den satten Bässen.

  • 125 Jahre 1. FC Kaiserslautern

    125 Jahre 1. FC Kaiserslautern

    Stolze 125 Jahre – so alt ist der 1. FC Kaiserslautern. Gestern Abend wurde das Vereinsjubiläum gebührend auf dem Betzenberg gefeiert – gemeinsam mit den Fans, viel Prominenz und lautstarker Musik. „Und halt net wie in de Palz“, das Pfalzlied der „Anonyme  Giddarischde“, von den FCK-Fans inbrünstig mitgesungen. Während Tausende Anhänger in der Halle des Fritz-Walter-Stadions  feiern, gratuliert ein paar Stockwerke höher die Prominenz. Ob Alt-Ministerpräsident Kurt Beck, Europameister Stefan Kuntz oder DFB-Präsident Bernd Neuendorf. Gemeinsamer Rückblick auf die lange FCK-Historie. Wolfgang Erfurt, Vereinsvorstand 1. FC Kaiserslautern „Der Berg hat gerufen und viele sind gekommen. 125 Jahre Sport, Leidenschaft, Emotionen. Vor allem aber sind es 125 Jahre Gemeinschaft.“ Im Juni 1900 gegründet, bekannt vor allem in den Fünfzigerjahren für seine Meistermannschaft um den legendären Fritz Walter, zugleich das Rückgrat der ‘54er Weltmeister. Zurück ins Stadion kehren an diesem Abend die deutschen Meister von 1991 mit dem früheren Nationalspieler Stefan Kuntz. Die ersten Lauterer Meister seit den erfolgreichen Fünfzigern. Ihr damaliger Trainer „Kalli“ Feldkamp feiert just zum Jubiläum seinen 91. Geburtstag. Grund genug, in Erinnerungen zu schwelgen. Karl-Heinz „Kalli“ Feldkamp, FCK-Meistertrainer 1991 „Ich glaube, es waren Spieler plötzlich Persönlichkeiten wie Bernd Winkler und auch Marco Haber. Es haben Spieler plötzlich ein solches Spiel mitgestaltet, die eigentlich ein bisschen namenlos waren. Und das war unser Erfolg.“ Stefan Kuntz, mit dem FCK Deutscher Meister 1991 „Wir sind damals zum Markus Schupp gefahren, der hatte das größte Grundstück. Haben dort über alles gesprochen. Kalli ist mitgefahren, hat uns dann irgendwann nach einer Stunde alleine gelassen. Irgendwann haben wir angefangen zu tanzen und dann entstand auch so ein Schwur.“ An solche Meisterschaftsschwüre erinnert sich der heutige Zweitligist gerne zurück. Die vorerst letzten deutschen Meister von ’98 sind durch ihren Kulttrainer Otto Rehhagel vertreten. Dem gelang das bis heute einmalige Kunststück, den damaligen Aufsteiger direkt an […]

  • Weltweit größtes japanisches Filmfestival in Frankfurt

    Weltweit größtes japanisches Filmfestival in Frankfurt

    Es ist das weltweit größte japanische Film- und Kulturfestival und einer der jährlichen Besuchermagnete in Hessen: Die Nippon Connection in Frankfurt. Auch diese Woche kommt wieder ein großes Stück Japan an den Main und feiert dieses Mal Jubiläum. Ob japanischer Fantasyfilm, Zeichentrick – sprich Anime, traditionelle Tänze oder waschechte Sumo-Ringer. Rund 20.000 Neugierige strömen jedes Jahr nach Frankfurt, wenn sich der Mousonturm in Little Tokyo verwandelt. Dieses Jahr heißt es schon zum 25. Mal: „Nippon Connection“ Zum Jubiläum wird natürlich angestoßen, ganz standesgemäß mit Sake. Neben japanischem Reiswein gibt es jede Menge typische Leckereien, ihre traditionelle Zubereitung, japanischen Kitsch und ein kleines Training gegen einen Sumo-Ringer. Hier kann jeder etwas entdecken. Johanna Welle, aus Frankfurt: „Ich finde das Festival immer sehr schön, um da auch ein bisschen die ganze Kultur wieder mitzunehmen. Aber auch zum Kennenlernen für andere Leute, die vielleicht noch nicht da waren.“ Simone, aus Frankfurt: „Ich freue mich einfach, etwas Neues für mich entdecken zu können. Deswegen fand ich es letztes Mal auch so schön, weil es einfach etwas völlig anderes ist.“ Peter Conrad, aus Rodgau: „Das japanische Kino – und übrigens auch das koreanische – sind nun mal so ziemlich das Beste, was es im Moment gibt auf der Welt. Jedenfalls mehr als Hollywood.“ Zudem reisen rund 50 Regisseure und Schauspieler an den Main, um das Publikum zu treffen. Von Regisseur Kenichi Ugana etwa läuft bereits der vierte Film bei der Nippon Connection, nun schaut er erstmals persönlich vorbei. Kenichi Ugana, japanischer Regisseur: „Die Nippon Connection ist in Japan sehr bekannt. Meine Freunde haben mir schon erzählt, wieviel Spaß es hier macht. Ich bin überrascht, wie beliebt unsere Filme hier sind.“ Einst von Studenten gegründet, wird das Festival bis heute überwiegend von Ehrenamtlichen organisiert. Lukas Brehm ist schon seit den Anfangstagen auf dem Uni-Campus dabei. Anfangs […]

  • Probenbeginn bei den Nibelungenfestspielen

    Probenbeginn bei den Nibelungenfestspielen

    Mord, Intrigen und Verrat – die berühmte Nibelungensage um Siegfried den Drachentöter geht weiter. Im Schatten des Wormser Kaiserdoms werden im Sommer Stars wie Jasmin Tabatabai bei den bekannten Nibelungen-Festspielen auftreten. Heute war die erste Leseprobe. „Der Tronjer, einäugig, glaubt nicht an den Heiland, glaubt nicht an die Geschichte von dem Sohn Gottes.“ Das erste Mal kommen sie alle zusammen. Schauspieler, Bühnenbildner, Kostümbildner, der Autor und die Regisseurin. Die erste Leseprobe ist auch immer ein Beschnuppern, ein Kennenlernen. Hagen Darsteller Wolfram Koch war bereits gestern schon mal da, ohne die Kollegen. Wolfram Koch, spielt Hagen „Ich konnte es nicht mehr aushalten, da bin ich schon eine Woche vorher angereist. Nein, das nicht. Ich habe tatsächlich das nicht mehr auf dem Schirm gehabt. Ich dachte, Montag wäre der Tag, wo es losgeht. Aber es war großartig, ich war auf der Probebühne, ich habe die Technik kennengelernt und dann bin ich wieder nach Frankfurt gefahren.“ Jedes Jahr im Juli ist Nibelungenzeit vor dem Wormser Dom. Normalerweise wird immer ein Teil der Sage um den fast unbesiegbaren Helden Siegfried, um Königinnen und Könige und um blutige Schlachten aufgeführt. In diesem Jahr gibt es das ganze Epos. „See aus Asche“ heißt das Stück von Roland Schimmelpfennig. Roland Schimmelpfennig, Autor von „See aus Asche“ „Das geht nicht, dass man mir das in die Hand gibt, dieses tolle Material und dann darf ich nicht alles machen. Ich weiß, es ist schwierig, ich weiß, es ist groß, aber das ist auch das Tolle an dem Mythos. Das ist der große, große Bogen und nun bleibt zu hoffen, dass wir das in Worms zeitlich irgendwie hinkriegen.“ Große Stars wie Jasmin Tabatabai sind in diesem Jahr im Ensemble. Sie spielt gleich zwei Rollen. Die Brunhild und den Drachen. Für die Schauspielerin ist es ein Wiedersehen mit Worms. Nach fast […]

  • Opernplatz-Singen in Frankfurt

    Opernplatz-Singen in Frankfurt

    Heute sind Schulklassen aus ganz Frankfurt und Umgebung zur Alten Oper in die Innenstadt geströmt, um sich dort gemeinsam zu einem einzigen großen Chor zusammenzuschließen. Der Opernplatz in der Frankfurter Innenstadt verwandelt sich durch 1200 singende Grundschüler in den Schauplatz eines riesigen Open-Air-Konzerts. Und so kommt das Event bei den Schülern an. „Super, ja! Richtig gut! Geil!“ Laurenz, 3. Klasse Obermayr International School „Es ist viel aufregender, das mit den ganzen anderen Leuten zu machen. Und ich finde es sehr schön.“ Miran, 4. Klasse Römerstadtschule Frankfurt „Das ist sehr cool. Aber manchmal ist es auch sehr anstrengend, wenn man so eine hohe Stimme singen muss.“ Carina, 4. Klasse Lückebachschule Garbenteich „Also sehr cool. Weil hier ist auch viel los und es macht mich auch sehr glücklich, dass so viele Kinder oder Erwachsene unsere Lieder hören wollen.“ Organisiert wird das alljährliche Event von der Initiative „Primacanta“. Anne Rumpf,  Dozentin Primacanta „Primacanta heißt ‚Zuerst die Stimme‘. Und letztenendes ist der Gedanke, der hinter Primacanta steckt, dass jedes Kind, jeder Mensch hat eine eigene Singstimme und diese Singstimme sollte entdeckt und gefördert werden. Und das geht am besten im Grundschulalter.“ Die Primacanta-Dozenten bilden zunächst die Lehrkräfte der teilnehmenden Schulen fort – zeigen ihnen wie man den Musikunterricht spielerisch gestalten kann. Im Anschluss studieren die Lehrkräfte dann ein festes Repertoire an Musikstücken mit ihren Schülern ein. Friederike Sommer, Musiklehrerin Römerstadtschule Frankfurt „Das gemeinsame Singen stärkt einfach den Zusammenhalt, die Gruppe. Da haben wirklich alle Spaß. Und man kann auch alle abholen.“ Meike Göpfert, Musiklehrerin Obermayr International School „Sehr sehr wichtig. Für die Selbsterfahrung. Für das Selbstbewusstsein. Für die Entwicklung der Stimme. Aber auch für die Sprachentwicklung ist es sehr bedeutend. (…) Also es ist mal was ganz anderes und Musik ist ja auch oft mit Tanz und Bewegung gerade in der Grundschule verbunden.“ Die […]

  • Letztes Grüne Soße Festival in Frankfurt

    Letztes Grüne Soße Festival in Frankfurt

    Die Grüne Soße gehört zu Frankfurt, wie der Römer und der Apfelwein. Kein Wunder also, dass der Kräuter-Köstlichkeit seit 18 Jahren sogar ein eigenes Festival gewidmet wird. Jedes Jahr messen sich hier Gastronomen aus der Region. Die Frage aller Fragen: Wer macht die beste Grüne Soße? Doch so wie es aussieht, findet das Festival in diesem Jahr wohl zum letzten Mal statt. Ob klassisch mit Kartoffeln und Ei, mit Bratwurst oder sogar als Eis – auf dem Frankfurter Grüne Soße Festival dreht sich alles um das beliebte Traditionsgericht. Eine Woche lang lassen sich Besucher verschiedene Varianten der Frankfurter Leibspeise schmecken. Und jeden Abend treten sieben Gastronomen mit ihren Rezepten gegeneinander an. Ganz am Ende des Festivals wird dann aus den 49 Teilnehmern die Gewinner-Soße gekürt. Maja Wolff, Veranstalterin „Es ist einfach magisch. Das gehört zu Frankfurt und in der Grünen Soße steckt so viel Liebe, da steckt so viel Tradition, so viel Kultur. Es ist sehr besonders. Ganz am Anfang hab ich gedacht: Grüne Soße – 49 verschiedene Soßen. Das schmeckt doch alles gleich. Aber jede Soße schmeckt anders.“ Doch das Festival steht vor dem Aus. In diesem Jahr findet es voraussichtlich zum letzten Mal statt. Der Grund: Gestiegene Kosten in allen Bereichen: Logistik, Technik, Personal. Und obwohl die Abendshows jeden Abend ausverkauft sind, decken die Einnahmen nicht die Ausgaben. Sponsoren und die Stadt Frankfurt unterstützen finanziell. Doch auch das reicht aktuell nicht aus. Maja Wolff, Veranstalterin „Das geht nicht noch ein Jahr so. Wir haben uns vier Jahre durch die Pandemie gequält und wir sind ja auch nicht die einzigen in der Kultur, die das so erwischt. Es ist nicht so, dass wir in der Ecke sitzen und schlafen und drauf warten, dass die Stadt uns rettet, sondern es muss einfach einen gemeinsamen Wunsch geben, dieses Festival zu erhalten. […]