Kultur

  • Mainzer Kirche St. Christoph bekommt neue Spitze

    Mainzer Kirche St. Christoph bekommt neue Spitze

    In der 1330 fertiggestellten Kirche St. Christoph wurde schon der Erfinder des Buchdrucks und berühmte Sohn der Stadt Johannes Gutenberg getauft. Heute erhält die Kirchenruine eine neue Turmspitze, die wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Ein starkes Signal für Erinnerungskultur in Mainz. Über Jahrhunderte war die Kirche St. Christoph ein stolzes Wahrzeichen nördlich des Mainzer Doms – bis sie nach einem Luftangriff 1945 in Trümmern lag. Heute, nach Jahrzehnten des Wiederaufbaus, bekommt der Turm sein Gesicht zurück. Die 19 Meter hohe Turmspitze gleicht der alten. Auch die alte Glocke wurde wieder installiert, läuten wird sie aber nicht. Marianne Grosse, Bau- und Kulturdezernentin Stadt Mainz „Die Glocke ist ja auch symbolisch. Sie soll für den Frieden stehen. Sie steht für einen Neuanfang, wie übrigens die gesamte Turmspitze auch.“ Ein würdevoller Ort des Erinnerns – der soll mit der Rekonstruktion geschaffen werden. Angestoßen wurde die Sanierung in und um die Kirche durch die 2012 gegründete Initiative St. Christoph. Sie hat Spendengelder in Höhe von 300.000 Euro für die Turmspitze eingesammelt. Peter Krawietz, Initiative St. Christoph „Es wird an diesem Denkmal erinnert, dass die Kriegszerstörung stattgefunden hat und wir zeigen auch  warum das so passiert ist. Wir hoffen, dass  der Betrachter dann auch entsprechende Schlussfolgerungen für sich selber zieht, nämlich friedfertig zu sein“ Die Mainzer Skyline hat heute ein Highlight dazugewonnen. 49 Meter thront die Turmspitze jetzt über der Stadt.

  • Frankfurt Art Experience gestartet

    Frankfurt Art Experience gestartet

    Frankfurt will zeigen, dass sie nicht nur eine Bankenmetropole ist – und startet dieses Wochenende in den Kunstherbst. Unter dem Motto „Art Experience“ kann man in über 60 Galerien und an ganz speziellen Orten kostenlos Ausstellungen besuchen – und das in wirtschaftlich für Künstler und Galeristen gar nicht so einfachen Zeiten. Pop Art von Heiner Meyer, dem wohl wichtigsten deutschen Vertreter dieser Kunstrichtung. Kostenpunkt für ein Bild: Schon mal über 50.000 Euro. Zu sehen in dieser Galerie im Frankfurter Westend, seit 30 Jahren stellt Barbara von Stechow hier zeitgenössische Gemälde aus. Und das trotz teils widriger Bedingungen. Barbara von Stechow, Galeristin in Frankfurt „Es ist nicht so ganz einfach in der jetzigen Zeit. Sie wissen selbst, die Wirtschaftslage ist schwierig. Und wenn man dann ein Kunstwerk erwerben möchte, muss man auch das nötige Geld dazu haben.“ Zudem gilt die Mainmetropole im Vergleich zu anderen Städten nicht gerade als Kunsthochburg, das soll sich ändern. Startschuss der Art Experience im Kunstverein Montez direkt am Main. Die Stadt Frankfurt unterstützt das Wochenende dieses Jahr mit 65.000 Euro und sieht sich in Sachen Kunst auf einem guten Weg. Ina Hauck (SPD), Stadträtin Frankfurt „Frankfurt ist einfach auch viel mehr als Finanzmetropole, als Verkehrsknotenpunkt oder als Internetknotenpunkt. Es zeigt: Wir sind im Zentrum, wir sind mutig.“ Neben rund 40 teilnehmenden Galerien gibt es auch über 20 sogenannte Offspaces – leerstehende Flächen, die nun ebenfalls für Ausstellungen genutzt werden. Hier am Goetheplatz platziert der Frankfurter Galerist Camille Hoffmann die Gemälde gemeinsam mit seinem Kollegen Michael Honecker von der Pariser Galerie Éric Mouchet. In ihren Augen sollte es Ausstellungsmöglichkeiten wie diese viel öfter in Frankfurt geben. Camille Hoffmann, Galerist in Frankfurt „Diesen temporären Leerstand, der an vielen Plätzen der Stadt ist, zu aktivieren. So wie hier für temporäre Ausstellungen und Kooperationen, um die gemeinsamen Künstler zeigen zu […]

  • My urban piano - Trierer Innenstadt wird zur Bühne

    My urban piano – Trierer Innenstadt wird zur Bühne

    Klavier-Klänge von überall her – wer in dieser Woche in Trier unterwegs ist, kann sie kaum überhören. Zwölf Pianos stehen in der Innenstadt verteilt – kunstvoll gestaltet von Trierer Vereinen. Wer vorbei kommt, kann sich dransetzen und einfach losspielen. Gemeinschaft schaffen durch Musik – darum geht es bei dem Projekt „My Urban Piano“ in Trier. Hier an der Porta Nigra hat das direkt geklappt. Einfach stehen bleiben, zuhören und genießen. Wie diese beiden Urlauber aus Nordrhein-Westfalen. Elmar Hartmann „Finden wir sehr sehr gut. Also, bereichert ja so `ne  Stadt. Finde ich zumindest. Wir hören da gerne zu.“ Helga Hartmann „Ja, ich hab‘ schon zu meinem Mann gesagt, wenn ich Klavier spielen könnte, dann würde ich mich gerne ran setzen und selber spielen.“ Auch wer noch nie gespielt hat, kann sich ausprobieren und drauflos klimpern. Denn Musik soll zugänglich gemacht werden – für alle Menschen. Ganz nach dem Motto: „Musik verbindet“. Das Kulturkollektiv KulturKarawane stellt das Projekt zum fünften Mal auf die Beine. Charleen Theisen, KulturKarawane „Musik spielt bei uns eine besondere Rolle. Wir benutzen Musik als demokratisches Instrument. Musik versteht jeder. Wir verwenden es als Sprache. Unabhängig von Herkunft oder Muttersprache können wir so eben miteinander kommunizieren. Und das schafft eine ganz besondere Verbindung zwischen den Menschen.“ Die Klaviere können frei genutzt werden. Egal von wem – oder für was. So etwa wird Musikunterricht unter freiem Himmel möglich. Bedeutet: musizieren mit Publikum. Oriol Andreu Torrents, Musiklehrer „Ja, das ist immer noch dieses Kribbeln im Bauch. Aber ich finde solche Herausforderungen toll. Und wie gesagt: Raus aus der Komfortzone.“ Elisa, Musikschülerin „Es ist cool, weil ganz viele Menschen zuschauen. Und davor ist man auch ein bisschen aufgeregt. Es ist halt anders als einfach in einem Raum zu sitzen und Klavier zu spielen. Aber ich mag’s.“ Während die einen also noch üben, […]

  • Spektakuläre Streetart an Koblenzer Brücke

    Spektakuläre Streetart an Koblenzer Brücke

    Der international bekannte Streetart-Künstler Hendrik Beikirch aus Bendorf bei Koblenz, hat schon in vielen Metropolen der Welt Wandbilder mit riesigen Ausmaßen erstellt. Sein neuestes Projekt hat ihn und weitere Künstler zurück in seine Heimat geführt – ein trister grauer Brückenpfeiler in Koblenz wurde bunt. Comic-Ästhetik trifft moderne Malerei. Graffiti-Schriften neben den Hörspiel-Heldinnen Bibi und Tina in Street-Artist-Montur. All diese Motive befinden sich auf dem neuen Wandbild unter der Kurt-Schumacher-Brücke in Koblenz. 13 Künstler haben gemeinschaftlich dazu beigetragen – jeder mit einem ganz individuellen Stil. Hendrik Beikirch, Streetart-Künstler „Die Idee war, dass dann am Ende die Summe von diesen 13 Einzelteilen stärker ist als die einzelnen Teile alleine. Und ich glaube, das hat in der Umsetzung dann ganz gut geklappt. Aber man kann trotzdem die einzelnen Stile erkennen, dass der Betrachter die Möglichkeit hat, zu sehen, wie man mit der Sprühdose als Malmittel letztendlich auch in ganz vielen verschiedenen Art und Weisen umgehen kann.“ „Across Generations“ heißt das Gemälde von Künstlern zwischen Anfang 20 und über 50 Jahren. Die eigenen Ideen mit denen anderer Kreativköpfe zu vereinen – für einige Teilnehmer eine ganz neue Herausforderung. Sebastian „Sker“ Schorr, Streetart-Künstler „In dem Fall war es so, dass das Bild vor und unter meinem Bild gemalt wurde und dann aber auch das Bild, was an mich anschließt und oben drüber ist, auch schon vorher vorskizziert wurde. Und da hab ich mich dann angepasst. Aber so, dass es am Ende harmoniert.“ Dem fertigen Bild vorangegangen sind mehrere Tage Vorbereitung. Erst wurde der Pfeiler gesäubert und grundiert, bevor es auf dem Gerüst an die Feinabstimmung ging. Hendrik Beikirch, Streetart-Künstler „Das sieht von unten dann immer sehr leicht und überschaubar aus. Aber wenn man jetzt hier quasi auch schon wieder auf 4,50 Meter Höhe am Arbeiten ist, brauchen wir ein paar Hilfslinien.“ Mit Rolle, Pinsel und […]

  • Internationale Polizei beim Museumsuferfest

    Internationale Polizei beim Museumsuferfest

    Der Spätsommer lädt zum Feiern ein – so auch am Wochenende in Frankfurt. Wenn Sie auf dem Museumsuferfest unterwegs waren, sind Sie vielleicht auch dieser illustren Truppe begegnet: 14 Polizisten aus aller Herren Länder waren nämlich am Mainufer auf Streife – oder besser gesagt: auf großer Sympathie-Tour. Carolina Arias „Hallo allerseits, wie geht’s? Ich bin Carolina Arias vom NYPD, dem New York Police Department.“ Naoki Kawamura „Mein Name ist Naoki Kawamura. Ich bin Polizist aus Japan.“ Fabricio Fernandes da Silva Moca „Hallo. Ich bin Oberstleutnant Fabrício von der Militärpolizei des Bundesstaates Rio de Janeiro.“ Nico Gerber „Guten Tag. Ich bin Major General Gerber. Ich arbeite im Polizeidienst und komme aus Südafrika.“ So was sieht man am Frankfurter Mainufer auch nicht alle Tage: Polizeibeamte aus insgesamt 14 verschiedenen Nationen streifen übers Museumsuferfest. Sehen nach dem Rechten – und kommen mit den Besuchern ins Gespräch. So wie hier mit einem brasilianischen Fußball-Fan, der doch ziemlich erstaunt ist, hier in Frankfurt  auf einen Cop aus Rio zu stoßen. Mit dabei immer auch deutsche Polizisten: Denn die internationalen Kollegen sind nicht bewaffnet und dürften auch  gar nicht eingreifen – sie sind zu rein repräsentativen Zwecken in voller Montur unterwegs. Und zwar auf Einladung des Internationalen Polizeiverbands IPA. Thomas Jüngel, International Police Association Frankfurt „Wir haben einen guten Austausch mit allen Kollegen. Und es ist auch schön zu sehen, wie verschiedene andere Kollegen, jetzt zum Beispiel in Sao Paulo das jetzt bei so einer Großmetropole gehandhabt wird. Wie die Technik in Tokio ist und so weiter.“ Der Austausch mit den Kollegen aus aller Welt stärkt nicht nur den Zusammenhalt – er bietet auch einen Blick über den eigenen Tellerrand. So ist etwa die Kriminalitätsrate in brasilianischen oder südafrikanischen Metropolen noch deutlich höher als in Frankfurt. Am Ende, so sind sich hier alle einig, ist Polizeiarbeit […]

  • Junger Fotokünstler im Mainzer Landesmuseum

    Junger Fotokünstler im Mainzer Landesmuseum

    Moritz Koch ist gerade einmal 25 Jahre alt und schon ein Star der Fotografen-Szene. Das Markenzeichen des Mainzers sind die ganz großen Inszenierungen. Aufwändige Fotografien, mit bis zu 200 Komparsen – die auch wir schon mit unseren Kameras begleitet haben. Jetzt bekommt der Künstler seine erste Ausstellung in einem großen Museum. „Memories of Another Tomorrow“ – also „Erinnerungen an ein anderes Morgen“ – heißt die Ausstellung, die bis zum 5. Oktober im Mainzer Landesmuseum zu sehen ist. Das größte Radioteleskop der Welt. Es steht bei Effelsberg in der Eifel. Es ist das Motiv einer ganz neuen Arbeit von Moritz Koch. Das Shooting hat gerade erst stattgefunden. Festgehalten ist ein einziger Moment. Eine Aufnahme, die viel mehr ist, als nur eine Fotografie. Moritz Koch, Fotograf aus Mainz „Ja, das ist wirklich eine gigantische Vorbereitungszeit. Also die Vorproduktion, die dauert etwa fünf bis sechs Monate, und diese Zeit brauchen wir auch, um eben die ganzen Details zu klären, um die ganzen Hintergründe zu klären. Man muss sich vorstellen, hier stehen wirklich 30 Personen hinter den Kulissen, und das braucht einfach Zeit, um das vorzubereiten. Also, die Genehmigungen zu ordern, die ganze Logistik zu stemmen, sich Gedanken über Catering, über Toiletten, über alles zu machen, was da halt dazu gehört. Was man dem Bild letztlich gar nicht mehr ansieht, aber durch die Behind-the-Scenes-Aufnahmen noch mal eindrücklich gezeigt wird.“ Für dieses Foto ist vor ein paar Wochen die A544 bei Aachen gesperrt worden. Es ist noch eine neue Arbeit des 25-Jährigen. Die ganz große Inszenierung mit vielen Komparsen und Assistenten, die alle aus Spaß am Event, ohne Bezahlung mitmachen. Das ist genau das Ding des Mainzers. Moritz Koch, Fotograf aus Mainz „Mich reizt meistens das Szenische wirklich, also dass das wirklich aussieht wie so eine Filmkulisse, wie so ein Bild. Ein malerisches Filmbild eigentlich, […]

  • Der Bundesliga-Talk mit Thorsten Arnold

    Der Bundesliga-Talk mit Thorsten Arnold

    Nach UEFA-Conference-League-Jubel in Mainz wartet der Bundesliga-Alltag auf unsere Vereine. Und da gibt es auch ein hessisch-pfälzisches Aufeinandertreffen. Mehr dazu von unserem Sportreporter. Markus Appelmann, Moderator: Mit 4:1 hat Mainz 05 gestern Abend im eigenen Stadion die Mannschaft von Rosenborg Trondheim geschlagen und zieht damit in die Ligaphase der UEFA Conference League ein. Und das Ganze genau verfolgt hat mein Kollege Thorsten Arnold aus der Sportredaktion. Thorsten, jetzt geht das Europapokal-Abenteuer der Mainzer erst so richtig los. Thorsten Arnold, Sportreporter: Jetzt geht die Reise los, nach diesem überzeugenden und wie ich finde hoch verdienten Sieg. In der Ligaphase gibt es garantierte drei Heim- und drei Auswärtsspiele. Und da gucken wir direkt mal drauf, wen die Losfee heute Nachmittag den Mainzern zugedacht hat. Also zu Hause in der Mewa-Arena geht’s gegen Florenz, Mostar die Mannschaft aus Bosnien-Herzegowina, und Samsunspor aus der Türkei. Und die Mainzer Fans können reisen ins polnische Posen, Nikosia auf Zypern und Craiova in Rumänien. (Offmaz Ende) Also da waren durchaus attraktivere Vereine im Topf und wir hören direkt mal, was der Mainzer Trainer Bo Henriksen dazu sagt: Bo Henriksen, Trainer 1. FSV Mainz 05 „Ja, ich denke das war okay für uns. Wichtig ist, dass wir sportlich gute Möglichkeiten haben. Das sind gute Gegner, wir wissen das, das sind schwierige Spiele, aber für uns ist das perfekt. Wir wollen diese Spiele spielen und wir freuen uns, im Oktober zu spielen. Aber jetzt ist erst mal Bundesliga.“ Arnold: Tja, Bundesliga ist das Stichwort. Am Sonntag müssen die Mainzer zum VfL Wolfsburg und nach diesem starken Auftritt gestern Abend bin ich zuversichtlich, dass auch in der Bundesliga die ersten Erfolge, sprich Punkte, eingefahren werden. Appelmann: Wir schauen zu unserem anderen Erstligisten, zu Eintracht Frankfurt, der ja sensationell in die Saison gestartet ist. Direkt Platz 2 hinter den Bayern durch […]

  • Sanierungen am Bergpark Wilhelmshöhe

    Sanierungen am Bergpark Wilhelmshöhe

    Vor über 300 Jahren schuf Landgraf Karl von Hessen-Kassel den Bergpark Wilhelmshöhe, um allen anderen Herrschern Europas zu imponieren. Bis heute beeindruckt der Kasseler Bergpark, unter anderem mit seinen zum UNESCO-Weltkulturerbe zählenden Wasserspielen. Doch wo viel Geschichte geschrieben wurde, bröckelt hier und da auch mal was. Für viele ein ungewohnter Anblick auf die prominenteste Dauerbaustelle der Stadt: fast freie Sicht auf den Herkules. Jahrelang stand hier ein Kran. Lena Pralle, Hessen Kassel Heritage „Im Moment haben wir keinen Kran am Herkules, am Herkules wird perspektivisch wieder einer kommen, leider müssen wir da immer noch mit Beeinträchtigungen auf unseren Urlaubsfotos rechnen.“ Denn auch das Baugerüst wandert demnächst in die Mitte und bleibt noch bis Ende 2027. Dann soll auch der seit knapp sechs Jahren geschlossene Weißensteinflügel fertig sein und Besucher können endlich wieder die prunkvollen Landgrafenzimmer bestaunen. Lena Pralle, Hessen Kassel Heritage „Als Nächstes gehen wir an den Verbinderbau zum Weißensteinflügel. Dort wird in den nächsten Wochen auch wieder ein Kran aufgestellt werden auf der Stadtseite, damit wir da weiter arbeiten können. Dann wird das Dach abgedeckt, damit es dann instandgesetzt und wieder neu gedeckt werden kann.“ Bei der Löwenburg wurden bereits Schauräume und Bergfried saniert, Rüstkammer und Kapelle stehen noch aus – die Planungen laufen. Sie ist dagegen fertig: die gut 200 Jahre alte Brücke am Neuen Wasserfall. Versteckt unter der Tuffsteinverkleidung spannt sich eine moderne Stahlbetonbrücke über das alte Bauwerk. Zehn Jahre hat die Sanierung gedauert, Kosten 2,7 Millionen Euro. Timon Gremmels (SPD), Kunst- und Kulturminister Hessen „Im Vergleich zu den Brücken die wir sonst im Land Hessen und bundesweit bauen müssen, ist das ein Schnäppchen, es gab aber ein paar Herausforderungen, weil in einem solchen historischen Bergpark mit Tuffstein, der ja nun sehr anfällig ist gebaut und gearbeitet wurde, gibt es immer was zu tun. Wenn man mit […]

  • Aus Frankfurt ins Kino: Soldaten des Lichts

    Aus Frankfurt ins Kino: Soldaten des Lichts

    Zwei Jahre lang arbeiten zwei Frankfurter an ihrem Film. Aus 120 Stunden Videomaterial – teilweise auch in Frankfurt gedreht – wurde jetzt der Dokumentarfilm „Soldaten des Lichts“. Dieser gibt seltene Einblicke in die Szene der „Reichsbürger“ – Einblicke in das mittlerweile verbotene sogenannte „Königreich Deutschlands“ – und anderen Ideologien. Ausschnitt Filmtrailer „Auf dieser Erde leben auch sehr viele, die sind keine Menschen. Das sind nur künstliche Wesen und die echten Menschen liegen momentan so bei 13%. – So wenig?“ Verschwörungstheorien, Irrglauben. Manchmal wirken die Szenen lustig, weil sie so banal sind. Doch die Dokumentation „Soldaten des Lichts“ zeigt tiefe, ernste Einblicke, wie Menschen sich in Ideologien verlieren können. Ausschnitt Filmtrailer „Wir sind der Staat, sie sind das Besatzungskonstrukt. Wir sind die Wahrheit, das ist die Lüge. Es gibt jetzt schon Landkreise, die mich anschreiben als Peter I, König von Deutschland. Möglich ist das alles. Noch Fragen?“ Alles, was der Film zeigt, ist echt. Kein Schauspiel, keine erfundenen Dialoge. Johannes Büttner & Julian Vogel, Regisseure „Soldaten des Lichts“ „Die Haupterkenntnis ist, dass sogenannte Schwurbler oder sogenannte Reichsbürger oder diese Leute, die so anders sind, dass sie eigentlich nicht so anders sind. Das sind ganz normale Leute in der Mitte unserer Gesellschaft, die eigentlich nur extreme Ausprägungen unserer gesellschaftlichen Tendenzen ausleben.“ Es geht um das Schicksal der Betroffenen. Einerseits derer, die solche Verschwörungen verbreiten und damit Geld verdienen und andererseits derer, die solchen Verschwörungen glauben und ausgebeutet werden. Ausschnitt Filmtrailer „Viele Fragen mich ja, was mache ich eigentlich hier? Eine Sache, die ich mache, ich setze mich für andere Menschen ein, wie Timo. Leute, und seht ihr die Entschlossenheit in seinen Augen? Solche Soldaten des Lichts brauche ich an meiner Seite, weil ich bin genauso.“ Johannes Büttner & Julian Vogel, Regisseure „Soldaten des Lichts“ (00:45, 10 Sekunden) „Menschen, die so einsam sind, […]

  • Seltene Berufe: Die Kunstglaserin

    Seltene Berufe: Die Kunstglaserin

    Was wären Kirchen ohne ihre leuchtend schönen Fenster – wie die Mainzer Stephanskirche zum Beispiel mit ihren weltberühmten blauen Fenstern von Marc Chagall. Um Meisterwerke wie diese zum Strahlen zu bringen, ist erfahrenes Kunsthandwerk gefragt. Wir haben eine Kunst-Glaserin im süd-pfälzischen Bad Bergzabern besucht, die heute noch Kirchenfenster und anderes herstellt und repariert. Teil 3 unserer Sommerserie „Seltene Berufe“. Karin Histing, Kunstglaserin in Bad Bergzabern „Diese Arbeit mit den Farben, mit den farbigen Gläsern, das zusammenzustellen und… Dieses Leuchten, wenn dann das Licht durchkommt und sich drin bricht… Das ist einfach unvergleichlich… Ich bin die Karin Histing und bin Kunstglaserin.“ Wie ein Puzzle setzt Karin Histing die zurechtgeschnittenen Buntglasfenster zusammen. Damit die am Ende ineinandergreifen, braucht sie entsprechende Bleiruten. Mit dieser Bleizugmaschine formt sie das passende Profil. Jetzt noch alles auf dem Arbeitstisch fixieren, dann kommen Lötkolben und Lötzinn zum Einsatz. Bleiverglasung, eine traditionelle Gestaltungstechnik mit gewissen Vorzügen. Karin Histing, Kunstglaserin in Bad Bergzabern „Wenn ein Fenster nicht mehr ganz stabil ist, dann werden die Teile auseinander genommen und wird dann neu verbleit. Dass nur die Bleiruten erneuert werden und die Gläser werden noch verwendet. Also, wir machen die Technik der Bleiverglasung schon noch recht häufig.“ Wobei Kirchenfenster, wie in diesem Fall, nur noch selten neugestaltet werden. Meist sind Restaurierungsarbeiten gefragt. Diese beschädigte Scheibe stammt aus einem Gartentor. Das Muster überträgt Karin Histing mit einer Schablone, die Farbe mischt sie originalgetreu zusammen und verteilt sie gleichmäßig mit dem Pinsel. Dann heißt es: Ab in den Ofen. Karin Histing, Kunstglaserin in Bad Bergzabern „Bei 620 Grad circa werden die Farben eingebrannt. Dabei wird die Glasoberfläche leicht weich schon, also die Farbe schmilzt wirklich in die Oberfläche ein… und ist damit sehr fest verbunden.“ Fest verbunden fühlt sich auch Karin Histing – der Kunstglaserei. Ein Artikel weckt schon früh ihre Begeisterung, auf […]

  • Federweißer-Ernte hat offiziell begonnen

    Federweißer-Ernte hat offiziell begonnen

    Obwohl es noch sommerlich warm ist, ist heute der erste Herbstbote geerntet worden. Es ist der offizielle Start der Federweißer-Lese. Das ist junger Wein, der gerade erst anfängt zu gären – also noch relativ wenig Alkohol hat. Der Lesestart fällt fast genau auf den gleichen Tag wie im vergangenen Jahr. Pralle, gesunde Trauben, kein bisschen Schimmel, Früchte wie gemalt! Optimale Bedingungen für den Start der Federweißerlese. Traditionell geht es los mit den frühen Rebsorten, wie Solaris und Ortega. Die Winzer der Winzergenossenschaft Weinbiet in Neustadt-Mußbach sind seit 8 Uhr mit dem Vollernter unterwegs. Der rüttelt die Trauben von den Rebstöcken. Bastian Klohr, Geschäftsführer Winzergenossenschaft Weinbiet „Besseres Wetter hätten wir uns heute gar nicht wünschen können. Eine etwas kühlere Nacht, die ist man in den letzten Tagen gar nicht mehr gewohnt gewesen. Jetzt strahlend blauer Himmel. Perfekt, leichter Wind. Besser geht es eigentlich nicht.“ 15 Winzer der Genossenschaft sind heute in den Pfälzer Weinbergen unterwegs. Auf insgesamt 10 Hektar wird Federweißer geerntet. In Rheinhessen haben bereits in der vergangenen Woche einige Weinbauern angefangen zu lesen. Doch so richtig los geht es erst jetzt. Ernst Büscher, Deutsches Weininstitut „Wir sind schon auf einem Niveau wie die letzten Jahre, aber es zeichnet sich ein frühes Jahr ab.“ Wieder ein frühes Jahr und eines mit nur wenigen Schäden. Die Unwetter haben die meisten Weinberge verschont. Richtig große Hagelschläge gab es nur lokal. Hier in Neustadt-Mußbach hätten sich die Winzer gerne ein wenig mehr Nass von oben gewünscht. Bastian Klohr, Geschäftsführer Winzergenossenschaft Weinbiet „Die Trockenheit am Anfang des Jahres, oder auch bis in den Juni hinein, die hat uns schon Sorgen gemacht. Man sieht auch heute noch die Trockenheit macht den Regen etwas zu schaffen. Im Juli gab es ja dann viel Regen. Für die Schwimmbadgänger zu viel, für die Landwirte fast zu wenig. Wie […]

  • DFB-Pokal: Mainz 05 tritt in Dresden an

    DFB-Pokal: Mainz 05 tritt in Dresden an

    Für Mainz 05 startet gleich das erste Pflichtspiel der neuen Saison. Die 05er spielen auswärts in der ersten Runde des DFB-Pokals – gegen den Zweitliga-Aufsteiger Dynamo Dresden. Während die 05er gerade frisch aus der Vorbereitung kommen, hat Dresden bereits zwei Pflichtspiele hinter sich. Mainz-Trainer Bo Henriksen sieht sein Team dennoch gut vorbereitet – und er freut sich, dass der Ball endlich wieder rollt. Jetzt wird angezogen – die Pflicht ruft! Genauer gesagt: Die erste Runde im DFB-Pokal. Und die Vorzeichen stimmen. Mainz 05-Trainer Bo Henriksen ist nicht nur mit der Vorbereitung und dem Trainingslager in Tirol sehr zufrieden, auch der Fitnesszustand seines Kaders, beeindruckt den Dänen. Bo Henriksen, Trainer 1.FSV Mainz 05 „Alle sind zurück, keine Verletzungen. Und das ist unglaublich, dass alle fit sind. Unser Fitness-, Rehab-Coach ist arbeitslos. Das ist verrückt.“ Der breite und gesunde Kader – genau richtig für das straffe Auftaktprogramm, mit satten fünf Spielen bis Ende August. Bo Henriksen, Trainer 1.FSV Mainz 05 „Jetzt geht es los. Und das ist natürlich das Wichtigste im Fußball, das Wichtigste im Leben. Diese Erlebnisse zu haben, mit den Fans, alle sind dabei. Und wir freuen uns, dass es los geht.“ Auch wenn der Gegner mit zwei Niederlagen in die Zweitliga-Saison gestartet ist, sieht Mainz Trainer Bo Henriksen in Dresden einen sehr guten und spielerisch starken Kontrahenten – mit besonderer Stärke im Ballbesitz. Bo Henriksen, Trainer 1.FSV Mainz 05 „Ich denke, dass sie nur auf diese Weise spielen können. Ich denke auch, dass sie den Ball haben wollen. Und dann müssen wir natürlich überlegen, was wir wollen. Das wichtige ist für uns, dass wir großen Respekt haben.“ Mindestens 1600 Mainzer Anhänger sind mit angereist, ins Dresdener Rudolf-Harbig-Stadion. Und sie alle hoffen, dass die sächsische Landeshauptstadt nur eine Zwischenstation sein wird – und die Pokalreise der 05er weitergeht.

  • Westcoast-Festival in Frankfurt

    Westcoast-Festival in Frankfurt

    Mitte August, der Sommer gibt aktuell nochmal Vollgas: Warum also nicht mal raus? Zum Beispiel ans Frankfurter Mainufer – genauer gesagt, nach Griesheim, tief im Westen der Mainmetropole. Denn dort verwandelt sich ein Teil des ehemaligen Industrieparks gerade in eine große Open-Air-Veranstaltungs-Fläche. Noch bis Sonntag geht dort das viertägige Westcoast-Festival über die Bühne. Gestern Abend ging es los – mit starken Frauen. Feministischer Hip-Hop – aber nicht nur für Frauen: Der Auftritt der Frankfurter Sängerin Alyzah ist einer der Höhepunkte bei der „Female Rap Night“ auf dem Westside-Gelände in Griesheim. Rund 1.000 Besucher kommen schon zum Auftakt des viertägigen Westcoast-Festivals auf das ehemalige Industriegelände direkt am Main – mit geballter Frauenpower: Auf der Bühne und im Publikum. Alyzah, Sängerin „Bei so einem Line-Up sage ich natürlich nicht nein. Ich bin sehr geehrt, mit solchen begnadeten Künstlern auf der Bühne zu stehen. Und ich finde es geil, dass es ein All-Female-Line-Up ist. Weil das setzt auf jeden Fall ein Zeichen in der Hip-Hop-Szene. Aber auch hier in Deutschland. Dass ein Female-Line-Up einfach funktioniert und dass es geil ist. Und in so ner geilen Location in Frankfurt – besser geht’s nicht Und wie das Line-Up funktioniert: Auch die drei Mädels von der Hamburger Bangfabrique geben Vollgas und heizen den Besuchern bei 36 Grad ordentlich ein. Das Open-Air-Gelände am Mainufer ist Teil des ehemaligen Industrieparks in Griesheim, der unter dem Namen „Westside“ zu neuem Leben erweckt werden soll. Der alte Kran, mit dem früher Chemikalien auf Schiffe verladen wurden, steht noch und sorgt  für das besondere Flair des Veranstaltungsgeländes. Die Stadt Frankfurt fördert das Projekt. Mathias Strauch, Gastgeber „Die sind ein großer Fan von dem, was wir hier gerade machen. Das heißt, mit diesem wechselnden Programm. Aber auch grundsätzlich, dass wir halt hier das Mainufer, diesen Mainstreifen aufwerten. Das haben wir zumindest in […]

  • Künstliche Intelligenz schreibt Kinderbücher

    Künstliche Intelligenz schreibt Kinderbücher

    Reisen planen – Angebote vergleichen – schnelle Recherchen. Dafür nutzen viele von uns mittlerweile gerne Künstliche Intelligenz. KI kann aber noch viel mehr. Ganze Bücher samt Illustrationen werden mittlerweile von KI erzeugt – vor allem im Bereich der Kinderbücher. Was für Verlage praktisch und kostengünstig sein mag, kann für die Autoren zum ernsten Problem werden. „Schaut mal! Nein! Ja! Die 6G war völlig aus dem Häuschen. Alle gingen in die Hocke und umringten das kleine, niedliche Tier. Rio war einer Ohnmacht nahe. Sein Herz pochte wie wild. Von genauso einem Welpen hatte er seit langem geträumt.“ Stephanie Gessner liest aus dem neuesten Band ihrer Reihe „Time Travellers“, die von magischen Klassenfahrten erzählt. Seit 13 Jahren schreibt die studierte Literaturwissenschaftlerin für Kinder zwischen 3 und 13 Jahren. Stephanie Gessner, Kinderbuchautorin aus Mainz „Das Wichtigste für mich ist immer, dass meine Geschichten einen wahren, auch gut nachvollziehbaren emotionalen Kern haben und dass ich Kinder mit meinen Geschichten ermutige, bestärke, aufbaue.“ Das will auch dieses Buch von Sabine Jahn. Doch die Autorin gibt es nicht. „Weil du ein wunderbares Mädchen bist“ ist von einer Künstlichen Intelligenz geschrieben und wird in der Kinderbuchhandlung von Susanne Lux deshalb nicht verkauft. Der Titel sei vielversprechend. Susanne Lux, Buchhändlerin aus Mainz „Dann sind es aber wirklich ganz einfache Lösungen. Also beispielsweise ein Mädchen ist ängstlich und dann sagt man zu ihr: ‚Sei doch nicht so ängstlich‘ und schwups, schon hat sie Mut. Und so geht es in Wirklichkeit nicht. Es baut eigentlich eher Druck auf für Kinder, die eben ängstlich sind, weil sie schaffen es eben nicht so von heute auf morgen zu sagen, ‚Oh, jetzt bin ich mutig‘ und kriegen dann eher das Gefühl, ‚Ah, ich hab mich einfach nicht genügend angestrengt‘.“ „Weil du ein wunderbares Mädchen bist“ ist vor allem im Onlinehandel ein Bestseller und […]

  • Neue Mythoshalle auf der Loreley

    Neue Mythoshalle auf der Loreley

    Und jetzt nehmen wir Sie mit auf den Loreley-Felsen – denn dort gibt es eine neue Attraktion. Eine edelstein-förmige Glaskuppel. Die „MYTHOS-Halle“: In ihr dreht sich alles, um den Mythos der schönen Loreley, die allen Schiffern den Kopf verdreht – und damit in den Tod treibt. Ein moderner Bau, der das etwas verstaubte Erscheinungsbild des Loreley-Plateaus bei St. Goarshausen touristisch aufwerten soll.   Rheinromantik pur. Doch ganz allmählich erscheint eine moderne, kristallförmige Kuppel hoch oben im Weltkulturerbe Mittelrheintal. Die Mythoshalle steht auf dem Loreley-Felsen und funkelt, ganz so wie bei Heinrich Heine, in dessen Loreley-Gedicht die „Gipfel des Berges funkeln, im Abendsonnenschein“. Das imposante, rund 5,7 Millionen Euro teure Gebäude ist ein Teil der Neugestaltung des gesamten Felsens. Mike Weiland (SPD), Bürgermeister der Verbandsgemeinde Loreley Bund und Land waren uns hier gute Fördermittelgeber. Insgesamt haben Bund und Land hier 20 Millionen Euro in die Infrastruktur investiert. Die Loreley war in die Jahre gekommen. Das Ansehen der Loreley, der gesamte Park war in die Jahre gekommen. Und deswegen war das hier wichtig und gut investiertes Geld in die Fortentwicklung des Tourismus, und sie setzt Impulse, wie man im Moment sehen kann, es sind viele Besucher. Auf dem gesamten Plateau geht es immer wieder um die Sage von der schönen Frau, die auf dem Felsen sitzt und vorbeifahrende Schiffer ins Verderben lockt. „Zu Bacharach am Rheine, da wohnt eine Zauberin. Sie war so schön und feine und riss viele Herzen hin. Der neue gläserne Felsen ist eine 17 Meter hohe Metallkonstruktion mit mehreren Hundert Glasscheiben. Im Innern wird der Mythos der Loreley noch weiter vertieft. Mike Weiland (SPD), Bürgermeister der Verbandsgemeinde Loreley Die Säule ist mit Licht- und mit Klangeffekten, mit Nebeleffekten versehen und man kann alle halbe Stunde den Mythos leibhaftig spüren. Ein Jahr hat der Bau der Mythoshalle gedauert, sie […]