Hessen

  • Stillleben mit Gemüse im Städel

    Stillleben mit Gemüse im Städel

    Elmgreen & Dragset ist ein weltberühmtes Künstlerduo. Ausstellungen des dänisch/norwegischen Duos sind auf der ganzen Welt zu sehen. Im traditionsreichen Frankfurter Städel Museum zeigen die beiden zeitgenössischen Künstler ihre Werke mal nicht in einer Einzelausstellung. Die Skulpturen und Installationen sind im ganzen Haus verteilt zu sehen, praktisch integriert in die verschiedenen Sammlungsbereiche. Eine Frau sitzt ganz allein im Restaurant. Das scheint ihr nichts auszumachen. Sie ist beschäftigt mit einem Facetime-Anruf. Ihre Umgebung nimmt sie gar nicht wahr. Ein alltägliches Bild. Cloud heißt die Installation von Ingar Dragset und Michael Elmgreen. Eine Kritik an der übermächtigen Rolle, die Social-Media in unserem Alltag spielt. Elmgreen & Dragset, Künstlerduo Unsere sehr realistischen Silikon-Figuren, wie die Lady im Hintergrund lösen verschiedene Reaktionen beim Publikum aus. Weil man denken könnte, dass sie reale Personen sind. Hier im Treppenhaus des Musems hängt unser Artist, den man auch von außen sehen kann. Einige Leute haben schon bei der Polizei angerufen, damit ihm geholfen wird. Das ist wundervoll. Weil man sehen kann, es gibt noch Empathie in Frankfurt. Die Leute kümmern sich um ihre Mitmenschen. In der Abteilung „Kunst der Moderne“ liegt ein Säugling auf dem Boden. Ein vergessenes Baby, direkt unter der Pietà des Münchner Malerfürsten Franz von Stuck. Museumsbesucher Ezra hat die Puppe entdeckt. Ezra, Museumsbesucher Finde ich super. Besonders hier in diesem Bereich, wo es sonst etwas klassischer, traditioneller hergeht. Ich finde es gut, wenn sowas auch mal ein klein bisschen durchbricht. Finde ich lustig, stört auf eine angenehme Weise. Auf den ersten Blick wenig beachtet, wird der Junge, der eine Skizze von Frankfurts berühmtesten Sohn Johann Wolfgang von Goethe malt. Er hockt vor Tischbeins berühmten Werk und wird als ganz alltäglich wahrgenommen. Anneliese, Museumsbesucherin Ich habe im ersten Moment gedacht, es sei lebendig. Aber wirklich, ich finde es sehr gut. Manche Skulpturen von Elmgreen & […]

  • Weltrekordfahrt mit dem Klapprad

    Weltrekordfahrt mit dem Klapprad

    Ob außergewöhnliche Rekorde oder sportliche Grenzerfahrungen – Dirk Leonhard aus Bruchköbel liebt Herausforderungen. Mit Aktionen wie 12 Stunden Treppensteigen oder Triathlon auf dem Eis hat der Ultra–Triathlet schon Sechs Weltrekorde aufgestellt. Bei der Jagd nach seinem Siebtem könnte es diesmal klapprig werden.   1300 Kilometer. Bikepacking. Mit einem Klapprad. Das ist seine neueste Challenge. Dirk Leonhard ist über eine Woche lang mit minimalem Gepäck unterwegs. O-Ton: Dirk Leonhardt, Extremsportler „Es ist mega anstrengend, also viel anstrengender als ich dachte. Aber ich finde genau das macht den Reiz aus, dass man aus seiner Komfortzone rauskommt und ich einfach neue Grenzerfahrungen sammle, die dann einfach Wertschätzung bringen für das Alltägliche. Dass ich ein warmes Bett habe, wo ich schlafen kann.“ Zum Übernachten hat der Extremsportler lediglich eine Isomatte, einen Schlafsack und eine Plane dabei. Einfach ins Hotel? – Nicht mit Dirk Leonhardt!   O-Ton: Dirk Leonhardt, Extremsportler „Ich habe das noch nie gemacht in meinem Leben und übe mich jetzt geeignete Schlafstellen zu suchen. Ob das jetzt unter einem PKW-Anhänger ist oder dann schon komfortabler in einer Grillhütte, wo ich wettergeschützt liegen kann.“ Der 44-Jährige schläft nur wenige Stunden. Denn er will den aktuellen Weltrekord von 1240 Kilometern knacken. Keine leichte Aufgabe – vor allem nicht auf einem Klapprad, das nur einen Gang hat. Eigentlich ist er 40 km/h auf dem Rennrad gewohnt. Jetzt schafft er höchstens 16. O-Ton: Dirk Leonhardt, Extremsportler „Es quietscht und klackert alles ein bisschen. Das muss man wollen. Und das machts eben auch aus, nicht in negative Gedanken zu verfallen, warum mache ich das. Sondern einfach zu sagen okay das ist ein Privileg, dass ich so eine verrückte Aktion machen kann.“ Hinter der Rekordjagd steckt mehr als nur sportlicher Ehrgeiz. Mit seiner Route will Dirk Leonhard ein Zeichen setzen. Seine Wegstrecke zeichnet von oben gesehen das Wort „Respekt“ auf die Landkarte. Dabei fährt […]

  • Tote Frau in Hanau gefunden

    Tote Frau in Hanau gefunden

    In Hanau hat ein grausamer Fund am frühen Morgen für große Aufregung gesorgt: Auf einem Parkplatz vor einem Mehrfamilienhaus wurde die blutüberströmte Leiche einer Frau entdeckt. Die Polizei ermittelt zu den Hintergründen des Vorfalls.   Gegen 5:40 Uhr geht bei der Polizei in Hanau ein Notruf ein. Als die Einsatzkräfte eintreffen, finden sie auf dem Parkplatz vor einem Mehrfamilienhaus im Stadtteil Lamboy eine blutüberströmte Frau. Die 52-Jährige ist bereits tot. Laut Staatsanwaltschaft weist der Leichnam „Anzeichen scharfer Gewalt“ auf, vermutlich Messerstiche. Die Polizei nimmt einen 23-jährigen Tatverdächtigen fest. Nach bisherigen Erkenntnissen kannten sich der Mann und die Frau. Er soll selbst den Notruf gewählt haben. Die Ermittlungen zu einem möglichen Motiv und weiteren Hintergründen laufen.

  • Warnstreiks bei Hotels und Gastronomie

    Warnstreiks bei Hotels und Gastronomie

    In Frankfurt ging heute nicht viel, die Mainmetropole war von gleich mehreren Streiks betroffen: Während die Taxifahrer mehrere Straßen blockieren, marschieren die Telekom-Mitarbeiter durch die Innenstadt. Und auch in vielen Hotels und Gastronomien in und rund um Frankfurt wurde heute gestreikt. „Gastro-Streik! Gastro-Streik!“ Gastro-Streik direkt vor der Messe. Gerade zu einer Zeit, in der dort eine internationale Leitmesse der Event-Branche stattfindet. Unter den Streikenden ist auch Carolin Walter, Oberkellnerin bei einer Hotelkette in Wiesbaden. Die alleinerziehende Mutter  klagt über zu viele Überstunden bei zu wenig Gehalt. Carolin Walter, Oberkellnerin in Wiesbaden „Meine letzte Gehaltserhöhung war mit meiner Beförderung, das ist aber schon etliche Jahre her. Und unsere aktuelle Chefin hat halt die Anweisung, dass keine finanzielle Möglichkeiten für irgendwelche Gehaltserhöhungen da sind.“ Nicht nur vor der Messe wird gestreikt, sondern auch am Frankfurter Flughafen und bei mehrere Hotelketten in Frankfurt, Wiesbaden und Bad Homburg. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten NGG fordert, Gehälter und Ausbildungsvergütungen um 7,5 Prozent zu erhöhen. Die Arbeitgeber bieten ein Prozent an, ungelernte Arbeitskräfte ausgenommen. Sie verweisen auf die größte Pleitewelle in der Gastro-Branche seit 20 Jahren. Doch für die Gewerkschaft ist das kein Argument. Hendrik Hallier, Verhandlungsführer Gewerkschaft NGG „Das ist jetzt besonders merkbar, weil wir natürlich nach Corona einen gigantischen Anteil an Betrieben haben, die neu aufgemacht haben. So dass sich das jetzt alles bündelt. Ich würde sagen: Die haben jetzt gerade eine Mehrwertsteuersenkung auf die Speisen erhalten. Die schlägt natürlich voll durch.“ Dem widerspricht der Hotel- und Gastronomieverband Dehoga. Derzeit werde die gesamte Wirtschaft durch den Iran-Krieg belastet. Außerdem seien die Tariflöhne im hessischen Gastgewerbe in den vergangenen Jahren bereits um rund 27 Prozent gestiegen. Oliver Kasties, stv. Geschäftsführer Dehoga „Im Moment sind die Kostenbelastungen für die Betriebe enorm hoch durch steigende Energiekosten. Wir haben im Grunde das sechste Jahr in Folge eine Verlustzone, in der wir tatsächlich arbeiten. […]

  • Neues Lernsystem für Mathematik-Unterricht

    Neues Lernsystem für Mathematik-Unterricht

    Wie gut waren Sie im Schulfach Mathematik? Aktuelle Studienergebnisse sind alarmierend. So erreichen einer UNICEF-Studie zufolge 40 Prozent der 15-Jährigen in Deutschland nicht die Mindestkompetenz im Rechnen. Und hessische Schüler schneiden laut jüngstem IQB-Bildungstrend noch einmal schlechter ab als der Bundesschnitt. Es gibt also Handlungsbedarf. Die hessische Landesregierung will nun mit einem neuen intelligenten Online-Lernsystem gegensteuern. Mathe-Unterricht an der Sophie-Opel-Schule in Rüsselsheim. Aufgabe: Der rote E-Scooter überholt den blauen. Die Realschüler der achten Klasse sollen anhand der Funktionen berechnen, an welchem Punkt im Koordinatensystem sich beide treffen. Aufgaben wie diese lösen sie seit vier Wochen mit „bettermarks“. Hanna  Ich hab Mathe noch nie so richtig verstanden. Aber mit der App finde ich es halt viel besser und verständlicher. Und die Lösungen, also die Aufgaben werden halt besser erklärt und ich find das halt echt cool. Olta  Man kann viele Aufgaben machen. Also, wenn du auch was nicht verstehst, kannst du auch nach der Lösung gucken. Also, da ist auch eine Erklärung dabei. Andrej  Was du falsch gemacht hast. Und es zeigt dir auch ein bisschen Hilfe, wenn du zum Beispiel ein falsches Vorzeichen hast. Dann sagt es: Achte auf die Vorzeichen. Individuelles Feedback und an die Schüler angepasste Aufgaben helfen ihnen, Wissenslücken aufzuarbeiten. Lehrerin Büsra Tasci wiederum kann erkennen, wo die Klasse Probleme hat. Büsra Tasci, Lehrerin  Man kann sich zu jeder Aufgabe, oder auch zu jeder To–Do, eine Auswertung runterladen. Und dann sieht man, welches Kind hat bei welcher Aufgabe Probleme gehabt. Und dementsprechend kann ich sagen: Ja schau mal, das kannst du auf jeden Fall nochmal wiederholen. Oder hey, guck mal, das klappt super, mach doch bitte noch mal hier an der Aufgabe weiter. So kann sie den Unterricht an den Lernfortschritt der Klasse anpassen und einzelne Schüler gezielt fördern. Bildungsminister Armin Schwarz überzeugt sich heute selbst vom […]

  • Neue ESA-Mission gestartet

    Neue ESA-Mission gestartet

    Um 5:52 unserer Zeit ist heute Morgen eine Rakete vom europäischen Weltraumbahnhof gestartet. An Bord: Die Raumsonde Smile. Ausgestattet mit vier Messinstrumenten will Smile Sonnenwinde und das Magnetfeld unserer Erde genaustens erforschen. Eine gemeinsame Mission von Europa und China. Aurora Borealis, Polarlichter. Für die meisten: einfach nur wunderschön anzusehen. Für Wissenschaftler: eine Demonstration, wie effektiv unsere Erde uns vor den Gefahren im All schützt. Denn das farbige Leuchten entsteht, wenn gefährliche Teilchen aus dem Weltall auf das Magnetfeld der Erde treffen und so von uns weggelenkt werden. Ein großer Teil dieser Strahlung kommt von der Sonne, Astrophysiker sprechen von Sonnenwind. Doch wie genau funktioniert unser Schutzschild, ohne den auf der Erde kein Leben möglich wäre? Das wollen die chinesische Akademie der Wissenschaften und die Europäische Weltraumorganisation ESA mit ihrer gemeinsamen Mission Smile herausfinden. Marcus Kirsch, Astrophysiker: „Smile schaut sich die Interaktion vom Sonnenwind und dem Magnetfeld an. Das hat man vorher bei anderen Missionen auch schon so grob gesehen, aber im Prinzip nur als Randeffekt und Smile ist jetzt im Prinzip geboren dafür, diesen Effekt genau zu messen. Also was macht der Sonnenwind, die Teilchen, die von der Sonne ausgesandt werden mit dem Magnetfeld der Erde.“ Zieht sich das Magnetfeld bei einem Sonnensturm zusammen oder dehnt es sich aus? Wie verteilen sich die Teilchen darin? Vier Messinstrumente an Bord sollen diese Fragen klären. Marcus Kirsch, Astrophysiker: „Wenn der Satellit so fliegt, dann schaut der runter auf die Erde, misst was dort passiert, gleichzeitig misst er aber auch in dem Punkt, wo er gerade ist, den Sonnenwind. Und dann weiß er also genau, was kommt an und was macht das kurze Zeit später mit der Erde.“ Gesteuert wird die Mission diesmal nicht hier im Kontrollzentrum des ESOC in Darmstatt, dafür ist China zuständig. Trotzdem gibt es für Marcus Kirsch und sein […]

  • Leben in der Campus-WG

    Leben in der Campus-WG

    Die Wohnungssuche ist bei Studierende fast immer ein leidiges Thema. Vier Marburger Studenten haben Glück. Sie wohnen in ihrer WG  – kostenlos. Auf Social Media teilen sie ihr Studentenleben. Ein Angebot der Philipps-Universität Marburg, um mehr Studierende anzuwerben. Das sind Ali, Hannes, Toni und Litti. Zu viert wohnen sie hier in der Marburg WG – ohne einen Cent zu bezahlen. Ein ganzes Haus auf dem Uni-Gelände stellt die Philipps-Universität den Studierenden zur Verfügung. Ihre Gegenleistung: Content auf Social Media. Hannes, 22, Politikwissenschaft: Im Großen und Ganzen machen wir eigentlich, worauf wir Bock haben. Also wir sollen natürlich gucken, dass wir unser Studienleben ein bisschen zeigen oder wie das hier in Marburg alles abläuft, was es hier vielleicht für Sachen gibt. Wir haben da schon relativ freie Hand und wir gucken halt einfach, worauf wir Bock haben. Etliche Beiträge pro Woche müssen die vier produzieren. Das ist die einzige Vorgabe der Uni Marburg, die mit den anderen Unis um die immer weniger werdenden Studierenden im Wettbewerb steht. Gabriele Neumann, Universität Marburg: Wir haben uns überlegt, dass wir Studieninteressierte und Studierende ansprechen möchten mit Inhalten, die aus der Community kommen. Also von Studierenden, weil Studierende selbst über ihren Alltag besser berichten können, besser Leute erreichen können, als wir das können. In einem Auswahlverfahren wurde geschaut, welche Studierenden dafür in Frage kommen und zusammenpassen. Ali, 20, Biologie und Sport: Das war auf jeden Fall ein lukratives Angebot, also mietfrei in der Oberstadt wohnen. Also Lage perfekt, du bezahlst nichts und du hast noch die Chance, dich mit dem Videoschneiden und so auseinanderzusetzen, was halt auch sehr interessant für mich war, so als Hobby neu zu entwickeln. Während Ali gerade seine ersten Erfahrungen als Content Creator sammelt, produziert Toni schon seit einiger Zeit Reels für seine Band.   Toni, 22, Jura: Ich hab schon ein bisschen vielleicht diese […]

  • Saisonbilanz von Eintracht Frankfurt

    Saisonbilanz von Eintracht Frankfurt

    Die Verantwortlichen von Eintracht Frankfurt stehen derzeit vor einer ganze Reihe von Fragen. Welche Konsequenzen müssen aus dieser sportlichen enttäuschenden Saison gezogen werden? Wie muss der Kader angepasst werden? Und wer wird neuer Trainer? Sportvorstand Markus Krösche hat heute versucht ein paar Antworten zu liefern. Denn auch er selbst/seine eigene Person gerät zurzeit mehr in den Fokus der Kritik.   Auf diese Umarmung folgte kein Happy End. Für die Verpflichtung von Trainer Albert Riera, die sich als großes Missverständnis herausstellen sollte, übernimmt Sportvorstand Markus Krösche heute die volle Verantwortung.  Markus Krösche, Sportvorstand Eintracht Frankfurt: „Es war meine Fehleinschätzung. Und ich habe Albert in eine Situation gebracht, wo es schwierig war wirklich erfolgreich zu sein. (…) Wo er natürlich die Liga nicht kennt. Auch die Qualität der Gegner noch nicht so richtig einschätzen konnte, weil er da wie gesagt noch keine Erfahrung hatte. Und natürlich ein Stück weit, ich meine, wir sind Eintracht Frankfurt, wir haben schon eine gewisse Power und auch eine gewisse öffentliche Wahrnehmung. Und das ist dann natürlich auch nochmal was, was für einen Trainer aus einer kleineren Liga natürlich dann auch nicht so ganz einfach ist zu handlen.“  Menschen machten Fehler und er sei keiner, der vor seiner Verantwortung wegläuft, so Krösche weiter. Und so sehen es auch die Eintracht-Anhänger.  Daniel Kempf: „Er hat viel geleistet bisher bei der Eintracht. Klar kann man nicht alles perfekt machen. Irgendwann muss man auch mal Fehler machen, das ist halt einfach so. Alle nur menschlich. Und trotzdem bin ich der Meinung, man sollte ihn behalten und er macht seine Arbeit eigentlich prinzipiell gut.“  Uli Landau: „Naja gut, er hat die vergangenen Jahre viel Gutes bewirkt und hat jetzt sowohl in der Kaderzusammenstellung, als auch mit der Trainerbesetzung irgendwie schiefgelegen. Jetzt muss er sehen, dass er da wieder raus kommt.“  Martin: […]

  • Tote aus Main nach 25 Jahren identifiziert

    Tote aus Main nach 25 Jahren identifiziert

    Vor 25 Jahren entdecken Spaziergänger am Mainufer im Frankfurter Stadtteil Nied die Leiche eines 16 Jahre alten Mädchens. Bei der Obduktion stellt sich heraus, dass die Unbekannte jahrelang schwer misshandelt wurde. Jahrzehntelang bleibt der Fall ungelöst. Jetzt hat die Polizei den Namen des Mädchens ermittelt und den mittlerweile 67 Jahre alten Vater von Diana festgenommen. Der Deutsche mit pakistanischen Wurzeln, steht im Verdacht seine eigene Tochter misshandelt, getötet und sie anschließend in den Main geworfen zu haben. Ausschlaggebend für den Ermittlungserfolg war eine international angelegte Fahndungskampagne. Dominik Mies Staatsanwaltschaft Frankfurt: „So wurde im Oktober 2024 anlehnend an diese Kampagne hier nochmal aufgerufen nochmal Zeugenaussagen zu generieren und das hat gefruchtet. Es haben sich auf der Basis dieser Kampagne Zeugenaussagen ergeben, es haben sich Zeugen gemeldet, die etwas zu diesem Fall sagen konnten und so sind wir dem Tatverdächtigen auf die Spur gekommen.“  Warum die 16-Jährige Diana vor 25 Jahren nicht als vermisst gemeldet wurde oder die Misshandlungen niemandem aufgefallen waren, wird gerade ermittelt. Der Vater sitzt in Untersuchungshaft.

  • AfD klagt gegen Einstufung als Verdachtsfall

    AfD klagt gegen Einstufung als Verdachtsfall

    Ist die hessische AfD ein rechtsextremer Verdachtsfall? Der juristische Streit um diese Einstufung ging heute in die nächste Runde. In einem Eilverfahren hatten zwei Gerichte die Beobachtung des Landesverbands für rechtmäßig erklärt, allerdings hätte das Landesamt für Verfassungsschutz das nicht öffentlich bekanntgeben dürfen. Heute ging es ins Hauptsacheverfahren vor dem Verwaltungsgericht in Wiesbaden Der AfD-Landesvorsitzende Robert Lambrou auf dem Weg in den Gerichtssaal. Bei seinem Landesverband sieht der Verfassungsschutz Anhaltspunkte für Bestrebungen gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung. Und gegen die Menschenwürde, wenn etwa Asylsuchende diffamiert würden. Gegen diese Beurteilung wehrt sich die AfD. Robert Lambrou (AfD), Landesvorsitzender Landtag Hessen „Was wir gerne haben wollen ist, dass dieser Vorwurf uns gegenüber wegfällt. Denn er schadet uns nach wie vor massiv. Das ist denke ich auch einer der Gründe, warum er vorgebracht wird.“ Die Verfassungsschützer stützen sich vor allem auf Aussagen von Parteivertretern. Die AfD beantragt heute eine Aussetzung der mündlichen Verhandlung und will über 100 Zeugen laden – das lehnt das Verwaltungsgericht ab. Der zweite Themenpunkt heute: Vor knapp vier Jahren hatten der Verfassungsschutz und parallel das hessische Innenministerium die Einstufung als rechtsextremer Verdachtsfall veröffentlicht. Dagegen hatte die AfD in zwei Eilverfahren zwar Teilerfolge erzielt – deshalb tauchte sie im vergangenen Jahresbericht des hessischen Verfassungsschutzes nicht auf. Die Beobachtung an sich wurde aber von beiden Gerichten für zulässig erklärt. In der mündlichen Verhandlung heute geht es auch oft um juristisches Klein-Klein. Immer wieder kommt auch ein ähnliches Verfahren gegen die Bundes-AfD zur Sprache. Carsten Praeg, Reporter in Wiesbaden „Es erinnert an die Frage nach der Henne oder dem Ei: Die AfD sagt, man könne nicht von einem Landesverband auf einen anderen schließen oder von Bundesverband auf Landesverband und umgekehrt. Die Gegenseite sagt: Doch! Schließlich gehe es um Teilorganisationen einer Gesamtorganisation, die auch deren Grundsätzen folgen. Und: Mitglieder von Landesverbänden sein auch automatisch immer Mitglied […]

  • Queeres Pflegeheim in Frankfurt

    Queeres Pflegeheim in Frankfurt

    Der Reichstag in Berlin gestern. Als Zeichen für den Kampf gegen Diskriminierung weht die Regenbogenflagge am Bundestag. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner aus Bad Kreuznach sprach sich klar FÜR die Akzeptanz unterschiedlicher Lebensweisen aus. Ein lebendiges Beispiel dafür ist die Regenbogenpflege in Frankfurt, eine Altenpflegeeinrichtung für alle Menschen, gleich welcher Herkunft, Religion oder sexuellen Orientierung. Burlesque Tanzen im Altersheim – nichts was klassischen Vorstellungen von einer Seniorenresidenz entspricht. Und trotzdem nichts, was die Bewohner des Julie-Roger-Hauses überrascht. Denn hier wird Queerness offen gelebt. Martina Büttner, Angehörige: Meine Frau ist hier im Haus als Bewohnerin seit drei Jahren. Das Roger-Haus feiert wunderbare Feste, das ist für sie gut, das ist für mich gut, das ist für meine Lebensgefährtin gut. Das macht einfach Spaß, hier zu sein.  Brigitte Händel, Bewohnerin: Es ist schön, es ist unterhaltsam für alt und für jung. Es gibt viele alte Leute, die freuen sich genauso.  Michael Gratenau, Bewohner: Das ist ja hier ein Motto des Hauses, dass man hier besonders tolerant zu den queeren Personen sein will und das akzeptier ich so.  Seit 2014 lässt sich das Pflegeheim als erstes in Deutschland mit dem Regenbogenschlüssel zertifizieren. Das bedeutet nicht, dass hier alle Bewohner queer sind, sondern die Toleranz steht im Vordergrund. Armin Blum, Hausleitung:  Wir haben immer noch die Generation, die heute in Pflegeheimen ist, die verfolgt wurden, die Familien gegründet haben, einfach weil es sich so gehört hat. Und wir haben hier im Haus mehrere Outings erlebt von Menschen, die 70, 80 und noch älter waren. Die plötzlich aufatmen konnten.  Der Unterschied zu anderen Altenheimen: Die 50er-Jahre Einrichtung, Lesungen und Ausstellungen, die queere Themen ansprechen oder Tanzabende wie diese, die oft Auslöser für Outings bei den Senioren sind. Die Mitarbeiter werden für solche Fälle geschult. So wie Empathiebeauftragter Thomas Kämmer. Thomas Kämmer, Empathiebeauftragter: Ich finde es toll, dass […]

  • Eintracht Frankfurt trennt sich von Trainer Riera

    Eintracht Frankfurt trennt sich von Trainer Riera

    Nach gerade mal 104 Tagen ist sie vorbei – die Ära Albert Riera – bei Eintracht Frankfurt. Was sich schon länger angekündigt hat, ist seit gestern Abend klar – der Spanier muss gehen. Einen Neustart, nach dieser sportlich enttäuschenden Saison, traut man ihm nicht mehr zu. Die Kluft zwischen Trainer Albert Riera, dem Verein, den Spielern und den Fans – sie war am Ende zu groß.   Albert Riera muss gehen. Im Statement des Vereins sagt Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche:  Markus Krösche, Sportvorstand Eintracht Frankfurt: „Albert Riera hat die Mannschaft in einer schwierigen Phase übernommen und sich mit großem Fleiß und hohem Engagement in den Dienst von Eintracht Frankfurt gestellt. Albert und sein Team haben uns durch ihre akribische Arbeit zudem wertvolle Impulse gegeben, wofür wir uns ausdrücklich bedanken möchten.“  Dennoch wolle man zur kommenden Saison einen anderen Weg einschlagen. Am Ende eine unausweichliche Entscheidung, wie der Banner einiger Eintracht-Anhänger am vergangenen Wochenende zeigt: „Nada de gracias, Alberto.“  Zu deutsch: „Danke für nichts Alberto.“ Diese Aktion, von einem Teil der Fanszene, nicht die feine Art. Sie zeigt aber deutlich: Das Tischtuch zwischen Trainer und Fans, es war zerschnitten. Die Reaktion des Spaniers.  Albert Riera, ehemaliger Trainer Eintracht Frankfurt: „Das ist ganz einfach. Wenn du nicht gewinnst, bist du nicht gut genug. So ist nun mal mein Beruf. Du musst gewinnen, um gut zu sein. Also akzeptiere ich das.“ Es werde zurzeit viel über die Rolle des Trainers gesprochen, nicht aber über die Mannschaft selbst.  Albert Riera, ehemaliger Trainer Eintracht Frankfurt: „Die wichtigsten Akteure sind die Spieler. Sie müssen besser performen. Klar, der Trainer muss es besser machen, muss bessere Lösungen finden. (…) Aber ich bin nicht alleine. Ein Verein besteht aus vielen Personen und jeder muss Verantwortung tragen.“ Am Ende seiner dreieinhalb Monate als Cheftrainer der Eintracht stehen die erstmals seit sechs Jahren […]

  • Lücke der A 44 - Dörfer fürchten mehr Lärmbelastung

    Lücke der A 44 – Dörfer fürchten mehr Lärmbelastung

    Schon seit der Wiedervereinigung wird sie geplant und gebaut, die A44 zwischen Hessen und Thüringen. Mit geschätzten 2,8 Milliarden Euro Baukosten gilt sie als teuerste Autobahn Deutschlands. Am Dienstag wurde ein weiteres Teilstück zwischen Herleshausen und Sontra für den Verkehr freigegeben. Dort fürchten angrenzende Ortschaften nun, vom Verkehr überrollt zu werden. Denn bis der Ausbau der A44 abgeschlossen ist, wird es noch Jahre dauern.   Ulfen ist ein Stadtteil von Sontra, idyllisch gelegen im Werra–Meißner-Kreis. Doch die Idylle trügt. Der Ort zählt rund 500 Einwohner – und stolze 1000 Fahrzeuge pro Stunde. Am heutigen Brückentag geht es noch vergleichsweise ruhig zu. Die Anwohner fühlen sich aber mit dem stetig zunehmenden Verkehr im Stich gelassen. Florian Voigt  Mit meinem kleinen Kind ist es total schwierig, die Straße noch zu queren, sicher. Jetzt im Sommer mag’s noch gehen, aber wenn jetzt die Winterzeit anbricht und es ist Dämmerung, nichts beleuchtet, da muss man schnell rennen. Adrian Rimbach Nachts kann man nicht mehr wirklich schlafen. Gefahr ist für mich hier eindeutig im Verzug, weil man auch nicht mehr richtig queren kann. Auch tagsüber muss man immer aufpassen, immer. Es gibt keine Beleuchtung, keinen Zebrastreifen, keine Blitzeranlage, die die Geschwindigkeit kontrolliert. Hartmut Sippel  Für mich persönlich ist das unerträglich. Zumal ich jeden Tag über diese Kreuzung muss, mit dem stark befahrenen Verkehr. Es ist, also wirklich… Auch für mich ist diese B400 persönlich lebensgefährlich. Die Sorge ist groß, dass sich die Probleme mit dem Ausbau der A44 weiter verschärfen. Die soll künftig Kassel mit Herleshausen an der A4 verbinden. Doch bei Sontra fehlen noch Teilstücke, die frühestens 2030 fertig werden. Der nun freigegebene neun Kilometer lange Abschnitt der A44 bei Herleshausen bringt eine Zeitersparnis von gut 10 Minuten. Wo er endet, fahren Autos und LKW dann über die B400 weiter durch Orte wie Ulfen, […]

  • Neues Konzept für Pflegeausbildung

    Neues Konzept für Pflegeausbildung

    Der Pflegenotstand in Deutschland verschärft sich weiter. Immer mehr ältere Pflegekräfte gehen in den Ruhestand, während gleichzeitig der Bedarf an Betreuung steigt. Umso wichtiger ist es, junge Menschen frühzeitig für den Beruf zu begeistern und sie praxisnah auszubilden. Im Klinikum Hersfeld-Rotenburg setzt man dafür auf ein besonderes Konzept: eine Schulstation, in der Auszubildende schon früh eigenständig Verantwortung im Klinikalltag übernehmen.   Medikamente vorbereiten, Pflegemaßnahmen dokumentieren oder Patienten versorgen – eigentlich sind das Aufgaben einer Pflegefachkraft. Hier in der Geriatrie, also der Station für Altersmedizin, übernehmen das allerdings Auszubildende – unter Aufsicht der Praxisanleiter. Mariell Barite ist eine von ihnen. Auf der Schulstation organisiert sie gemeinsam mit den anderen Azubis den Alltag weitgehend eigenständig. Mariell Barite, Auszubildende im 2. Lehrjahr  „Ich kann mich viel mehr entfalten auf einer Schulstation, weil hier wird halt explizit drauf geachtet, dass die Auszubildenden viel was machen, ihr Wissen zeigen können. Auf einer normalen Station ist das halt eher nicht so. Dann sind all die examinierten Fachkräfte vor Ort und übernehmen vieles. Also auf einer Schulstation kann ich wirklich sagen, dass man halt sein Wissen wirklich überprüfen kann und schauen, ob man das alles weiß und wo halt die Defizite sind.“ Die Schulstation ist fester Bestandteil des Klinikalltags. Dort werden insgesamt sieben Patienten betreut. Je nach Schicht sind ein bis fünf Auszubildende im Einsatz. Das Pilotprojekt startet vor einem Jahr in der Unfallchirurgie und wird seit Februar auch in der Geriatrie umgesetzt. Steven Bruder leitet das Projekt des Klinikum Hersfeld-Rotenburg und tauscht sich regelmäßig mit seinen Schülern aus. Steven Bruder, Berufspädagoge für Pflege- und Gesundheitsberufe  „Also sie können wirklich Theorie und Praxis super verknüpfen, indem sie später den ganzen Pflegeprozess begleiten, von der Aufnahme bis über das Ausarbeiten von Kurven, bis hin zum Stellen von Medikation und in den normalen Einsätzen bekommen sie diesbezüglich immer nur kurze Einblick. Hier haben sie wirklich […]

  • Messungen der Tiefenwärme

    Messungen der Tiefenwärme

    Wärme aus der Tiefe statt Öl und Gas – Darum geht es bei der sogenannten Geothermie. Ihre Nutzung könnte ein wichtiger Baustein für die Energieversorgung der Zukunft sein. Um zu erforschen, wo im hessischen Oberrheingraben Tiefenwärme gewonnen werden kann, läuft derzeit eine groß angelegte Messkampagne aus der Luft. Ein speziell ausgestattetes Flugzeug startet vom Flughafen Speyer und sammelt Daten über den Untergrund.   Wie kann die klimaneutrale Wärmeversorgung der Zukunft aussehen? Eine mögliche Antwort lautet: Geothermie. Dabei wird heißes Wasser gefördert, das tief im Untergrund gespeichert ist. Um herauszufinden, wo sich geeignete Reservoirs befinden, müssen umfangreiche Daten über den Untergrund gesammelt werden – und genau das geschieht derzeit aus der Luft.  Dr. Kristian Bär, Geowissenschaftler Vulcan Energy: „Das Flugzeug hat drei verschiedene Messwerkzeuge an Bord. Das heißt zum einen wird das Schwerefeld der Erde gemessen. Zum anderen Abweichungen beim Erdmagnetikfeld. Da sehen wir dann je nach Gesteinsart deutliche Unterschiede. Und können aus den Daten dann, wenn die flächenhaft erhoben werden, ein 3D-Modell des Untergrundes aufbauen.“  Was von außen fast historisch wirkt, ist im Inneren mit moderner Messtechnik ausgestattet. Gravitation und Magnetfeld der Erde können Auskunft über die Beschaffenheit des Untergrundes geben. Dr. Kristian Bär, Geowissenschaftler Vulcan Energy: „Wir brauchen Gesteine, die Hohlräume, das heißt die wie ein Schwamm natürliche Poren haben, in denen Wasser gespeichert werden kann. Und in denen das Wasser vor allem auch fließen kann, wenn wir’s dann mit unseren Bohrungen rausholen wollen. (…). Und am besten geeignet sind im Oberrheingraben, Graben sagt’s in dem Fall, es ist quasi ein Bruchsystem, in denen das Gestein an vielen Stellen gebrochen ist. Und diese Brüche sind quasi zusätzliche Wasserwegsamkeiten, das heißt Strukturen, in denen das Wasser fließen kann.“   Das Wasser, das in Poren und Brüchen zirkuliert, kann je nach Tiefe Temperaturen von bis zu 220 Grad Celsius erreichen. An der Oberfläche kann diese Hitze dann […]