Hessen

  • Schaltgespräch mit Pascal Reddig (CDU), Bundestagsabgeordneter

    Schaltgespräch mit Pascal Reddig (CDU), Bundestagsabgeordneter

    Der Hanauer Politiker war Mitglied der Kommission, die Vorschläge zur Rentenreform erarbeitet hat. Markus Appelmann, Moderator: Herr Reddig, im Winter sprach man von Ihnen immer als „der Rentenrebell“. Um dieses Wort zu gebrauchen: Wäre für die Rentenkommission ohne diese Rebellion gegen die eigene Partei so ein Ergebnis überhaupt möglich gewesen? Pascal Reddig (CDU), Bundestagsabgeordneter: Es ging es ja nie darum, dass wir „Rentenrebellen“ sein wollten, sondern vor allem „Rentenretter“. Wir wollten, dass die Altersvorsorge in Deutschland wieder funktioniert, auf tragfähige Füße kommt, dass es vor allem auch für die junge Generation funktioniert, wieder generationengerechter wird. Und ich bin der Meinung, uns ist es gelungen, als Kommission einen Gesamtvorschlag vorzulegen, der genau dem gerecht wird. Der Rentnerin können wir künftig sagen: „Die Rente wird auch weiter steigen, die Rente ist sicher.“ Wir können aber auf der jungen Familie sagen: „Ihr könnt euch auch in Zukunft etwas aufbauen und auch für euch die Altersvorsorge funktionieren.“ Und das ist für mich ein gutes Zeichen. Appelmann: Jetzt gibts am Tag nach der Präsentation des Reformpapiers aus allen Ecken heftige Kritik – das war auch zu erwarten. Was wollen Sie den Menschen sagen, die Nachteile durch die Rentenreform haben? Und das sind ja quasi alle… Reddig: Ich würde es sogar eher umdrehen Wir haben, wenn wir jetzt nichts machen würden, eine Entwicklung, dass die Beitragssätze massiv steigen, der Bundeszuschuss, der von Steuern finanziert wird, extrem steigen würde und gleichzeitig das Rentenniveau sinkt. Wir können das jetzt umdrehen. Wir können das nicht von heute auf morgen machen. Es wird auch nicht von heute auf morgen alles besser. Dafür hätten wir die gleiche Reform vielleicht vor zehn oder 15 Jahren schon hätten machen müssen. Aber es kann gelingen, eine Trendwende hinzubekommen und es vor allem zu schaffen, dass das gesamt Versorgungsniveau für die Menschen perspektivisch wieder steigen […]

  • Betriebsversammlung im Volkswagen-Werk Kassel

    Betriebsversammlung im Volkswagen-Werk Kassel

    Es ist noch gar nicht lange her, da waren die Sorgen im Volkswagen Werk Kassel in Baunatal groß: Hat der Standort überhaupt noch eine Zukunft? Inzwischen hat sich die Stimmung sowohl bei der Werksleitung als auch in der Belegschaft wieder deutlich gebessert. Auch aus der heutigen Betriebsversammlung kommen überwiegend positive Stimmen zur Situation in Baunatal. Für die rund 14.500 Beschäftigten im VW-Werk Kassel heißt es erst mal: aufatmen. Im Volkswagen-Konzern wird derzeit oft von einer „angespannten“, gar „existenzbedrohenden“ Lage für VW auf den internationalen Märkten gesprochen. Doch auf Baunatal scheint das kaum durchzuschlagen. Seit Monaten ist das VW-Werk dort voll ausgelastet – teilweise mussten sogar rund 300 Mitarbeiter von anderen Standorten mithelfen, um in Nordhessen Getriebe und Elektromotoren zu produzieren. Ingo Spengler, Werksleiter Volkswagen Kassel „Unsere Abrufe für dieses Jahr sind auf einem guten, hohen Niveau. Und stabil. Das heißt, wir können in Ruhe in das Werk bekommen. Von der Arbeitsweise, vom Schichtmodell her. Mein Eindruck: Wir sind ein Superwerk. Was ist super: Wir haben eine Belegschaft, die sehr viel Erfahrung hat. Die auf Neudeutsch commited ist. Aber auch ein sehr breites Produktportfolio mit einer hohen vertikalen Integration – vom Aluminiumspritzguss über Elektronikbauteile bis hin zu einem fertigen Getriebe, was wir am Standort produzieren.“ Auch nach Ansicht des Betriebsrats ist der Standort Kassel aktuell sehr stabil aufgestellt. Mit einer Kündigungswelle sei nicht zu rechnen. Vor zwei Jahren, also mitten in der letzten großen Krise bei VW, hatte sich der Konzern mit der Gewerkschaft IG Metall auf einen Tarifabschluss samt Perspektiven für das Werk in Baunatal geeinigt. Daran – so der Betriebsrat – dürfe der Vorstand nicht mehr rütteln. Carsten Büchling, Betriebsratsvorsitzender VW Kassel „Wir haben ja beim letzten harten Tarifkampf eine Beschäftigungssicherung bis Ende 2030 verhandelt. Die muss Bestand haben. Und diese verbindliche Aussage, die muss jetzt auch kommen.“ Fest […]

  • 19-jährige Busfahrerin

    19-jährige Busfahrerin

    Mit dem Bus direkt vor den Eiffelturm fahren und ein Selfie machen – diesen Traum will sich Lea Meise aus dem hessischen Rotenburg an der Fulda bald erfüllen. Doch Auslandsreise darf sie erst mit 21 angehen. Das dauert also noch ein bisschen für eine der jüngsten Busfahrerinnen Deutschlands – eine Nordhessin, die in jungen Jahren schon viel hinterm Steuer erlebt hat. 14 Meter lang. 440 PS. Gesteuert von einer 19-Jährigen. Lea  Meise  hat ihren Platz im Leben gefunden: ganz vorne links. Als Busfahrerin besteht ihr Alltag aus Schülerfahrten, Behindertentransporten  und Busreisen. Heute steht eine Tour an den Edersee an. Ihre Fahrgäste holt sie in Melsungen ab. „Ich bin die Lea, ich fahre euch heute an den Edersee. Ich wünsche uns eine gute Fahrt. Wenn irgendwas ist, einfach einmal melden.“ Eine junge Frau am Steuer überrascht viele. Für Lea ist es dagegen die Erfüllung eines Kindheitstraums. Lea Meise, 19-jährige Busfahrerein „Große Autos fahren. Große Autos verstehen. Wie funktioniert das, wie muss ich um die Kurve fahren. Nicht zu eng und lenken mit dem Überhang. Da muss man schon umdenken, das ist nicht wie normales Autofahren. Aber ich muss sagen ich hatte nie richtige Schwierigkeiten einen Bus zu fahren. Das ist irgendwie in die Wiege gelegt.“ Schon mit 16 Jahren beginnt  sie ihre Ausbildung zur Berufskraftfahrerin. Als jüngste Schülerin ihrer Klasse muss sie sich oft behaupten. Auch später am Steuer begegnen ihr immer wieder Vorurteile. Lea Meise, 19-jährige Busfahrerein „Am Anfang war ich mit einer Truppe unterwegs und da kamen dann blöde Kommentare von wegen ich könnte das doch eh nicht und so eine junge Frau hinters Steuer lassen, wer sowas machen würde. Das war so der Moment wo ich dann mir selber gesagt habe: einfach reden lassen.“ Heute kommt ihr  Fahrstil gut bei den Fahrgästen an. Nach der Ankunft am Edersee […]

  • Kommunen klagen über Finanznot

    Kommunen klagen über Finanznot

    Immer mehr Aufgaben – zu wenig Geld. Das ist das Problem, mit dem wir heute in die Sendung starten. Den Kommunen in Deutschland geht es finanziell schlecht. Bundesweit klaffte im letzten Jahr in den kommunalen Kassen ein gigantisches Finanzierungsloch von mehr als 30 Milliarden Euro. Auch in Hessen machen sic zunehmend Sorgen breit, denn das Minus könnte sogar noch wachsen, weil auch das Land und der Bund den Gürtel enger schnallen müssen. Hausbesuch vom Pflegedienst in Taunusstein. Martina Müller und Heidrun Scheibel pflegen die Patienten vor Ort, denn die Wege in die Praxis sind für viele zu weit und zu beschwerlich. Die Gesundheitsreform des Bundes allerdings sieht eine Deckelung der Zuzahlungen vor, die die Krankenkassen in genau solchen Fällen leisten müssen. Und weil Löhne und laufende Kosten ansteigen, bringt dieser Plan die ambulanten Pflegedienste in Not. Martina Müller & Heidrun Scheibel, Inhaberinnen eines Pflegedienstes „Die Tariflöhne steigen jedes Jahr. Ist auch richtig, dass die Fachkräfte ordentlich bezahlt werden, aber wenn das von den Kassen nicht refinanziert wird, entsteht für uns eine Lücke, die wir auch nicht füllen können. Würde in Zukunft heißen: wir können uns Fachpersonal nicht mehr leisten und müssten unter Umständen entlassen. Oder wir würden keine Behandlungspflegen mehr erbringen.“ Eine Entwicklung, die auch Landrat Sandro Zehner umtreibt. Denn ein solcher Ausfall der Pflegeleistungen würde sich zwangsläufig auf seine ohnehin klamme Kreiskasse auswirken. Sandro Zehner (CDU), Landrat Rheingau-Taunus-Kreis „Ein Mensch, der sich heute ein stationäres Pflegeheim, einen dortigen Platz oder einen ambulanten Pflegedienst nicht mehr leisten kann, ist gezwungen Sozialhilfe zu beantragen und die wird zu 100% von uns Kommunen finanziert. Ich sehe das bereits jetzt in den Entwürfen für meinen kommenden Haushalten mit einer Steigerung von 3 Millionen Euro. Und wenn das Gesetz so kommt, wie es aktuell diskutiert wird, dann werden es nochmal fast 2 Millionen, die […]

  • Zu Gast im Studio: Hessens Innenminister Roman Poseck

    Zu Gast im Studio: Hessens Innenminister Roman Poseck

    Markus Appelmann spricht mit dem CDU-Politiker über Kommunalfinanzen und Abschiebungen. Markus Appelmann, Moderator: Und dieser Adressat ist jetzt bei uns im Studio, der hessische Innenminister Roman Poseck. Herr Poseck, welche konkrete Unterstützung können Sie als Land den Kommunen im Land anbieten? Roman Poseck (CDU), Innenminister Hessen: Zunächst mal nehmen wir die Sorgen und Nöte der Kommunen sehr ernst. Die Lage ist wirklich prekär. Die Kommunen brauchen Unterstützung. Wir tun in Hessen das, was wir tun können. Wir unterstützen die Kommunen finanziell, beispielsweise mit einem sehr großen Anteil beim Sondervermögen. Wir entlasten Kommunen durch Bürokratieabbau, auch durch ein sogenanntes kommunales Flexibilisierungsgesetz. Aber der Schlüssel für eine wirkliche Entlastung der Kommunen liegt in Berlin. Und wir transportieren die Interessen der Kommunen auch nach Berlin über den Bundesrat, in den Fachministerkonferenzen, und selbstverständlich unser Ministerpräsident Boris Rhein auch in der Ministerpräsidentenkonferenz. Appelmann: Das, was Sie derzeit anbieten können, ist noch zu wenig. Wir schauen uns mal eine ganz aktuelle Grafik an. Seit Jahren explodieren die Kosten, und das führt zu einem Rekorddefizit aller Kommunen in Deutschland von knapp 32 Milliarden Euro. Das kann doch nicht immer so weitergehen. Poseck: In der Tat, wir müssen jetzt zu einer Umkehr kommen. Das ist ein strukturelles Thema. Wir können das auch nicht immer nur mit Geld zuschütten. Es ist auch ein deutschlandweites Thema. Im Übrigen: Unsere Kommunen haben nicht nur ein Einnahmenproblem. Richtig ist: Durch die schlechte wirtschaftliche Lage haben sich die Einnahmen nicht so wie erhofft entwickelt. Aber unsere Kommunen haben vor allen Dingen ein Aufgaben- und Ausgabenproblem. Ich finde, das zeigt Ihre Grafik auch ganz, ganz deutlich. Appelmann: Das heißt, Sie müssen an die explodierenden Sozialkosten ran, zum Beispiel. Poseck: Das wird ein wichtiges Thema sein. Da liegen die Stellschrauben in Berlin. Aber in der Tat, wenn ich mit Bürgermeistern spreche, dann zeigen die mir […]

  • Künstliche Intelligenz in der Schirn

    Künstliche Intelligenz in der Schirn

    Künstliche Intelligenz kann einen Künstler wie Rembrandt nachahmen und ist damit eine Gefahr – sie kann aber auch einen Mehrwert haben, in dem sie selbst Künstler ist. Und um letzteres kümmert sich die Schirn Kunsthalle in Frankfurt aktuell. Es geht also um die Kunst der Künstlichen Intelligenz. „Mechanical Kurds“ heißt die Installation von Hito Steyerl. Übersetzt: mechanische Kurden. Es geht um kurdische Minijobber, die Künstliche Intelligenz mit Informationen füttern, die zum Training unbemannter Drohnen beitragen. Drohnen, die möglicherweise gegen dieselbe kurdische Bevölkerung eingesetzt werden könnten. In diesem Diagramm geht es um Innovationen, technische Entwicklungen aus 500 Jahrhunderten, die am Ende zum aktuellen Stand der künstlichen Intelligenz führen. Antonio Somaini, Kurator von „The World Through AI“ „In der Ausstellung sind Werke von 30 internationalen Künstlern zu sehen. Die Arbeiten können uns dabei helfen, zu verstehen, was es bedeutet, eine Welt zu erleben, die von Künstlicher Intelligenz geprägt ist. Zu leben, zu handeln, zu denken, in einer Welt, die immer mehr durch unterschiedliche KI-Modelle beeinflusst wird.“ Hier geht es um reale Fotos unterschiedlicher Menschen, die durch KI ein neues Aussehen bekommen. Diese an Mondgestein erinnernde Kunst, ist ganz realer Abfall. Geschmolzene Überreste von aussortierten Computern. Die Historikerin Ania Szczepanska hat einen Film über den heutigen Standort der Frankfurter Schirn gedreht. Eine ehemalige weltbekannte Druckerei. Gegründet von der jüdischen Familie Dondorf. Sie wird im Nationalsozialismus enteignet, verfolgt, deportiert und ermordet. Für ihre Recherche hat die Historikerin auch KI genutzt und ist dadurch auf Fake News, aber auch reale Fakten gestoßen. Ania Szczepanska, Historikerin „Es ist meine Arbeit als Historikerin, die Unterschiede aufzuzeigen. Die Menschen darauf aufmerksam zu machen, bei der Bewertung von vermeintlich historischen Bildern vorsichtig zu sein, ganz genau darüber nachzudenken, was sie sehen.“ In der Ausstellung geht es auch darum, wie viel menschlichen Input KI braucht, um zu funktionieren. – Hier kann […]

  • Tierische Freundschaft: Dackel adoptiert Rehkitz

    Tierische Freundschaft: Dackel adoptiert Rehkitz

    Ernst-Wilhelm und Friederike Kalden aus dem hessischen Wanfried pflegen bei sich zu Hause Wildtiere. Viele der Tiere kommen verletzt oder verwaist hier an und bekommen eine zweite Chance. Hilfe bekommt das Paar dabei von ihren eigenen Vierbeinern – hier ist die Geschichte von einem tierischen Traumpaar. Die Haustür wird hier gleich doppelt bewacht – von Wachhund und Wachhirsch. Pflegekind Archie kam vor knapp zwei Monaten zur Familie Kalden. Friederike Kalden, Ziehmama „Seine Mutter hat ihn wohl liegen lassen als das Rudel geflüchtet ist. Dann würde er zu uns gebracht und dann haben wir aber auch festgestellt, dass er ne ziemlich starke Nabelentzündung hatte, also das hätte er draußen allein auch sowieso nicht überlebt.“ Neben der medizinischen Versorgung bekommt Archie vor allem viel Nähe und Fürsorge. Und die kommt nicht nur von seinen menschlichen Pflegern. Dackeldame Nala übernimmt kurzerhand die Rolle der Pflegemama. Inzwischen ist Archie deutlich selbstständiger geworden. Für Nala bedeutet das allerdings nicht weniger Arbeit. Denn schon wartet die nächste Aufgabe auf sie: Rehkitz Linus kommt stark geschwächt und mit einer Verletzung an der Wirbelsäule in die Wildtierstation. Friederike Kalden „Nala hat ihn gesehen und hat ihn ins Herz geschlossen. Und ist dann direkt in die Kiste zu ihm unters Rotlicht gehopst und hat ihn dann erst mal gepflegt, also mit der Zunge abgeleckt, was natürlich auch den Kreislauf animiert. Aber auch dann das Kot und Urin absetzen, das macht sie dann auch, was ja die Ricke tun würde.“ Und nicht nur Nala hat derzeit alle Pfoten voll zu tun. Aktuell kümmert sich die Familie um 19 Rehkitze. Fast täglich kommen neue Anfragen hinzu. Ernst-Wilhelm Kalden, Tierarzt „Meiner Ansicht nach liegt es allein daran, dass die Straßenränder nicht mehr ordentlich und termingerecht gemäht werden und der Autofahrer hat zurzeit keine Chance dem Reh auszuweichen, weil direkt neben der Straße […]

  • Streit über unwirksame Mietpreisbremse

    Streit über unwirksame Mietpreisbremse

    Der hessische Wirtschafts- und Wohnungsbauminister Kaweh Mansoori steckt offenbar in Schwierigkeiten. „Mal wieder“ könnte man noch hinzufügen. Denn nach der Klage einer Mieterin hat das Amtsgericht Frankfurt die Mietpreisbremse der Stadt für unwirksam erklärt. Der Grund: Das Land habe die Verlängerung der entsprechenden Verordnung nicht ausreichend begründet. Das Urteil des Amtsgerichts ist ein Paukenschlag: Das Land habe die Verordnung zur Mietpreisbremse, die die Erhöhung von Mieten begrenzt, zwar im vergangenen Jahr verlängert. Aber es fehle ein aktuelles Gutachten, in welchen hessischen Kommunen der Wohnungsmarkt angespannt sei. Deshalb sei die Mietpreisbremse in Frankfurt unwirksam. Das ist für Mieter in ganz Hessen ein Schock. Eva-Maria Winckelmann, Deutscher Mieterbund Hessen „Wir sind schon erschrocken. Das ist eine unschöne Situation für die Mieter in Hessen, denn im Moment herrscht da Unsicherheit. Kann man den Zeitraum der Verlängerung tatsächlich einklagen?“ Die Mietpreisbremse teils unwirksam, eigentlich eine gute Nachricht für Vermieter und Eigentümer. Doch auch die sind verunsichert, was denn nun wo gilt. Gregor Weil, Eigentümerverband Haus und Grund „Ein Jubeltag wäre gewesen, wenn die Politik zu der Erkenntnis gekommen wäre: Wir verlängern die Mietpreisbremse überhaupt nicht und zwar schon im November. Das wäre vielleicht ein Jubeltag gewesen. Jetzt ist die Katastrophe da, jetzt sind alle verunsichert und wissen nicht, was sie tun sollen.“ Dabei hatte Wohnungsbauminister Kaweh Mansoori geglaubt, die Verlängerung der Mietpreisbremse sei eine reine Formsache. Vor einem Jahr galt der Wohnungsmarkt in 49 hessischen Kommunen als angespannt. Deshalb konnte man eine Mietpreisbremse anordnen. Nach einem neuen Gutachten des Instituts für Wohnung und Umwelt in Darmstadt  sollte der Wohnungsmarkt aber nur noch in fünf Kommunen angespannt sein. Das erschien dem Ministerium nicht plausibel. In einem nachgebesserten Gutachten war dann von einem angespannten Wohnungsmarkt in mehr als 100 Kommunen die Rede. Das überzeugte das Ministerium ebenfalls nicht. Deshalb verlängerte es die Verordnung mit den alten […]

  • Neugeborenen-Lotsen am Uniklinikum Gießen-Marburg

    Neugeborenen-Lotsen am Uniklinikum Gießen-Marburg

    Im vergangenen Jahr kamen allein in Hessen 51.740 Babys auf die Welt. Für die Eltern ändert sich nach der Geburt alles – und einige Fragen bleiben unter Umständen unbeantwortet. Hier soll der Neugeborenen-Lotsendienst – kurz NeLoDi – helfen. Das Konzept aus dem Uniklinikum Gießen-Marburg bildet eine Brücke zwischen der medizinischen Versorgung in der Klinik und dem privaten Leben im häuslichen Umfeld. Es soll Eltern gerade in den ersten nerven-aufreibenden Tagen nach der Geburt unterstützen. Die kleine Maya ist gerade einmal zwei Tage alt und bekommt von dem Trubel um sie herum nur wenig mit. Ihre Eltern nehmen im Mutter-Kind-Zentrum in Marburg die Hilfe des Neugeborenen-Lotsendienstes an. Der hilft bei Sprachbarrieren, der Vermittlung von Hebammen und Kinderärzten, finanziellen Sorgen, aber vor allem auch bei bürokratischen Fragen. Eugen Bogomolov, Vater von Maya „Das Kind ist da, zack, hast du einen Haufen Zettel bekommen, musst du ausfüllen, alle Daten, dann musst du schon runtergehen, sie anmelden für die Geburtsurkunde und so weiter und so fort und das ist schon eine Menge. Das ist schon eine starke Unterstützung finde ich.“ Die Lotsinnen sind ausgebildete Pädagoginnen und suchen in der Regel ein bis zwei Tage nach der Geburt die frischgebackenen Eltern auf. Claudia Plociennik, Neugeborenen-Lotsin „Dann kommen wir ins Gespräch und dann kommen dann vielleicht Bedürfnisse auf oder ich hör ein Thema raus, wo ich sage ‚Ach da hak ich nochmal ein bisschen sensibel nach‘ oder da kann das Thema dann auch Raum finden. Um zu sagen ‚Hey du bist nicht allein, das ist nicht komisch, dass du dich jetzt so fühlst, das ist ganz normal und auch okay‘. Es ist nur wichtig, dass man das merkt und das man dann ins Gespräch kommt du sich Hilfe holt.“ Das Projekt wird in dieser Form seit Februar umgesetzt. Im Klinikalltag sind die Lotsinnen eine große Entlastung […]

  • Weitere Nachrichten im Überblick

    Weitere Nachrichten im Überblick

    Brand Pizzeria in Wetzlar: Ermittlungen wegen Brandstiftung eingeleitet — Gesundheitsminister Hoch sieht Gefahr für medizinische Versorgung — RMV-Fahrscheine werden nicht teurer Ermittlungen wegen Brandstiftung eingeleitet Die Polizei geht davon aus, dass das verheerende Feuer in einer Pizzeria in Wetzlar in der Nacht zu Dienstag absichtlich gelegt wurde. Nach bisherigen Erkenntnissen gab es in der Brandnacht im Innenraum der Pizzeria eine Explosion, die den Brand ausgelöst hat. Das Gebäude wurde völlig zerstört. Nach Schätzungen der Polizei entstand ein Sachschaden von rund einer Million Euro Hoch sieht Gefahr für medizinische Versorgung Der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Clemens Hoch hält die Sparpläne der Bundesregierung im Gesundheitsbereich für unausgewogen. Den größten Einsparbetrag müssten die Krankenhäuser leisten, obwohl viele rote Zahlen schreiben. Er befürchte, dass die Versorgung in den Krankenhäusern und im ambulanten Bereich zusammenbrechen könnte. Fahrscheine werden nicht teurer Der Rhein-Main-Verkehrsverbund wird seine Ticketpreise zum Jahreswechsel nicht erhöhen. Wie der RMV heute mitteilt, hat das der Aufsichtsrat beschlossen. Außerdem würden die unterschiedlichen Tarife und Zonen vereinfacht. Die Reform solle im Sommer 2027 umgesetzt werden. Die Details würden noch ausgearbeitet.

  • Westcoast Festival in Frankfurt

    Westcoast Festival in Frankfurt

    Wer am Wochenende noch nicht weiß, wie er die heißen Tage verbringen soll: Wie wäre es mit dem Westcoast Festival in Frankfurt-Griesheim? Noch bis Sonntag wird das Gelände der Frankfurt Westside am Griesheimer Mainufer zum urbanen Sommerort direkt am Fluss. Das Festival hat erst im vergangenen Jahr Premiere gefeiert und geht jetzt in die zweite Runde. Gestern war der Auftakt: Beim ersten Konzert kamen bereits zahlreiche Besucher zusammen und haben die besondere Atmosphäre vor Ort erlebt. Eva Dieterle, Moderatorin: Wir schalten jetzt zu unserer Reporterin Luca Engel zum Westcoast Festival. Luca, worauf können sich die Besucher in den kommenden Tagen noch freuen? Luca Engel, Reporterin in Frankfurt: Ja, das Wochenende hat auf jeden Fall noch einiges zu bieten. Heute Abend verwandelt sich die Festivalfläche direkt hier hinter mir in ein riesen Open-Air-Kino und morgen folgt dann das Highlight. Da gibt es nämlich neben dem Weinmarkt hier und ganz vielen Live Acts auch ein Public Viewing und zwar wird da das Deutschlandspiel gegen die Elfenbeinküste gezeigt. Und am Sonntag ist dann auch schon der letzte Tag hier. Da können Besucher dann ganz entspannt über den Flohmarkt hier schlendern und vielleicht sogar den ein oder anderen Vintageschatz finden. Dieterle: Das hört sich doch nach einem abwechslungsreichen Wochenende an. Was ist denn das Besondere am Westcoast Festival? Engel: Letztendlich ist das Besondere vor allen Dingen hier der Standort, denn ich stehe hier im alten Industriepark von der Frankfurter Westside und mit dem alten Kran hier direkt im Hintergrund von mir und dem Main ist das irgendwie so ein ganz besonderes Feeling, einfach eine Mischung aus Industrie und der Sommerhitze. Das ist schon was ganz Eigenes und macht das Festival auch so besonders. Und warum man sich dazu entschieden hat, genau hier ein Festival zu machen, darüber habe ich gerade eben mit dem Veranstalter […]

  • Verfolgungsjagd nach Polizeikontrolle

    Verfolgungsjagd nach Polizeikontrolle

    In den frühen Morgenstunden liefern sich mehrere Polizeiwagen eine Verfolgungsjagd mit einem flüchtenden Autofahrer. Selbst eine Nagelsperre stoppt ihn nicht – bis das Ganze in einem Unfall endet. Diese Straßenlaterne stoppt den weißen Wagen nach einer rund 20-minütigen Verfolgungsjagd. Die Polizei wollte den Fahrer auf der Autobahn bei Mörfelden-Walldorf kontrollieren, doch der flüchtet mit hoher Geschwindigkeit +ber die A5 und A661 bis Königstein im Taunus. Die Beamten wollen ihn mit einer ausgelegten Nagelsperre stoppen. Doch selbst mit platten Reifen gibt der Fahrer weiter Gas und kracht kurz darauf gegen den Laternenmast. Beide Insassen flüchten zu Fuß weiter. Der 29-jährige Beifahrer kann leicht verletzt gefasst werden, nach dem Fahrer wird weiter gefahndet. Im Auto finden die Polizeibeamten mehrere  alkoholische Getränke. Ob Alkoholkonsum der Grund für die Flucht war, müssen nun die Ermittlungen zeigen. Notiz am Rande: Auch einer der Polizeiwagen, der an der Verfolgungsjagd beteiligt war,  reißt sich die Reifen auf und muss heute Morgen abgeschleppt werden.

  • Mansoori informiert über Start-up-Strategie

    Mansoori informiert über Start-up-Strategie

    Start-up-Unternehmen, – also junge Firmen mit innovativen Geschäftsideen und einem Fokus auf schnellem Wachstum – sind echte Booster für die deutsche Wirtschaft. Ein Grund, warum alle Länder versuchen, einen möglichst fruchtbaren Nährboden für solche Gründungen zu bieten. Doch während Bayern oder Nordrhein-Westfalen es schaffen, Jahr für Jahr mehr Start-ups und Investitionen anzusiedeln, hinkt Hessen bislang weit hinterher. Drohnen, die Medizin an abgelegene Orte transportieren oder kritische Infrastruktur in Krisengebieten aus der Luft überwachen – made in Hessen. Bei der Firma Wingcopter aus Weiterstadt hat funktioniert, was in Hessen noch zu selten gelingt: ein Start-up aus einer Idee über die Gründung bis hin zu einem international angesehenen Unternehmen zu entwickeln. Tom Plümmer, Gründer von Wingcopter „Da muss man sich als Start-up auch immer fragen: Wie lange ist das hier möglich? Oder muss ich irgendwann ins Ausland? Oder bin ich in einem anderen Bundesland besser gefördert? Noch sage ich: Hessen hat eine große Chance das zu nutzen und wenn wir das gemeinsam hier anpacken, dann wird das riesengroß und dann bleibt man auch gerne hier.“ Hohen Besuch hat Plümmer heute aus Wiesbaden. Der Wirtschaftsminister ist angereist, um seine „Start-up-Strategie“ für Hessen vorzustellen, mit der es gelingen soll, zukünftig mehr solche Erfolgsgeschichten zu schreiben, wie bei Wingcopter. Kaweh Mansoori (SPD), Wirtschaftsminister Hessen „Wir haben uns auch messbare Ziele gesetzt: wir wollen die jährlich zur Verfügung stehende Investitionskapitalmenge verdoppeln. Wir wollen die Zahl der Gründungen pro Jahr bis 2030 fast verdoppeln und wir wollen drei Unternehmen bei Börsengängen unterstützen. Damit soll Hessen zu dem zentralen Start-up-Standort in Deutschland und auch in Europa werden.“ Dafür will die Landesregierung zum einen die potenziellen Jungunternehmer aktiv mit Geldgebern zusammenbringen und regionale Schwerpunkte bilden, z.B. Start-ups aus dem Verteidigungssektor eher in Nordhessen fördern, um Fachwissen zu bündeln. Dabei steht neben dem wirtschaftlichen Aspekt auch die sogenannte digitale Souveränität […]

  • Protest gegen Drogenszene im Frankfurter Bahnhofsviertel

    Protest gegen Drogenszene im Frankfurter Bahnhofsviertel

    Die Drogenszene im Bahnhofsviertel sorgt seit Jahren für hitzige Diskussionen. Nun scheint sich die Situation noch mal zu verschärfen: Mehrere Straßenbaustellen treiben die Suchtkranken direkt vor die anliegenden Geschäfte. Gewerbetreiber und Anlieger schlagen Alarm. Vor dem Frankfurter Hauptbahnhof reiht sich Absperrung an Absperrung. Nicht nur für Fußgänger und Autofahrer eine Odyssee. Oft wird an Stellen gebaut, an denen sich sonst Drogenabhängige zusammenfinden. Die halten sich nun vermehrt vor den angrenzenden Geschäften, Restaurants und Hotels auf. Die Betreiber laufen Sturm. Florian Jöckel, Gastronom und Eventmanager „So wie es jetzt ist, kann es nicht weitergehen. Und so, wie es jetzt ist, funktioniert’s auch nicht. Für niemanden in dieser Stadt. Das hier ist die Landebahn 4, hier ist der Hauptbahnhof, darüber kommen alle unsere Touristen und Gäste in diese Stadt. Das ist unsere Visitenkarte, unser erster Eindruck – und der ist nicht gut.“ Gemeinsam mit weiteren Betroffenen will sich Florian Jöckel nun mit einer Initiative dagegen wehren, dass die offene Drogenszene die Kunden vertreibt. Leerstehende Gewerbeflächen oder Wohnungen an den Mann zu bringen, werde zum Albtraum. Melanie Brochhaus-Piel, Apartment-Vermietung „Die Leute sind vorgefahren, haben das Haus gesehen und die Situation. Sind im Auto sitzen geblieben, haben online gekündigt und sind weitergefahren. Sie sind gar nicht eingezogen.“ Jutta Ewen, Metzgerin „Die Leute gehen halt nicht mehr so gerne was essen bei uns, wenn so viele Menschen drumherum sind – und eventuell auf die Teller greifen, sich was mitnehmen. Oder Getränke klauen, nur allein wegen dem Pfand.“ Karim El Aissaoui, Hausmanager „Die kommen wieder zu uns zur Taunusstraße, ab und zu auch bis zur Kaiserstraße. Normalerweise gilt die Kaiserstraße als die schönste Straße im Bahnhofsviertel als Hauptstraße, aber das kann man auch vergessen.“ Schon seit langem sorgt der Frankfurter Weg mit seinen Hilfseinrichtungen und Konsumräumen für Diskussionen. Kritiker sagen, das Angebot würde Suchtkranke erst recht […]

  • Schulfach Digitale Bildung

    Schulfach Digitale Bildung

    Ob Geld überweisen, den Sommerurlaub buchen oder sich zum Abendessen verabreden – vieles lässt sich schon lange selbstverständlich online erledigen. Immer mehr Bereiche unseres Alltags verlagern sich ins Digitale und gerade Kinder und Jugendliche verbringen mehrere Stunden täglich im Internet. Um sie auf die Chancen und Herausforderungen vorzubereiten, haben einige kirchliche Schulen in Hessen das Unterrichtsfach „Digitale Bildung“ eingeführt. „Heute machen wir das Thema ‚Alles Google, oder was?‘. Wir wollen uns heute ein bisschen mit der Internetrecherche beschäftigen. Und dafür habe ich euch einen Arbeitsauftrag mitgebracht.“ DiBi-Unterricht bei Frau Frech in der 5a. Die Schülerinnen und Schüler recherchieren auf ihren iPads nach ihrem Lieblingstier und nehmen die Suchergebnisse kritisch unter die Lupe. Welche Webseiten eignen sich als Quelle für ein Biologie-Referat – und welche eher nicht? Unter anderem solche Recherchekompetenzen sollen im Fach „Digitale Bildung“ vermittelt werden. Janina Frech, Lehrerin Digitale Bildung „Das eine ist das digitale Handwerkszeug, also wirklich so ganz banal die Hardware und wie sie zu bedienen ist. Dann haben wir das ‚Digitale Ich‘, also welche Daten gebe ich von mir in den Kosmos des Internets. Dann haben den großen Block ‚Rechte‘. Und zwar meine ganz persönlichen Rechte, aber auch die der anderen, Persönlichkeitsrecht, Urheberrecht. Und das Vierte, was uns hier auch an der christlichen Privatschule ganz wichtig ist, ist die ethische Komponente: das Miteinander im Digitalen Raum.“ An der privaten Bischof-Neumann-Schule in Königstein ist „Digitale Bildung“ fest im Stundenplan verankert. Möglich macht das der katholische Träger. Für Schüler der staatlichen Schulen in Hessen ist das vergleichbare Fach „Digitale Welt“ ab dem kommenden Schuljahr dagegen nicht mehr verpflichtend. Dabei sollte Digital-Unterricht für Frau Frech an modernen Schulen eigentlich selbstverständlich  sein. Janina Frech, Lehrerin Digitale Bildung „Unser Leben wird global, im Allgemeinen immer digitaler. Und es ist ganz, ganz wichtig, sich damit auch in der Schule auseinanderzusetzen. Wir […]