Schaltgespräch mit Pascal Reddig (CDU), Bundestagsabgeordneter
Der Hanauer Politiker war Mitglied der Kommission, die Vorschläge zur Rentenreform erarbeitet hat. Markus Appelmann, Moderator: Herr Reddig, im Winter sprach man von Ihnen immer als „der Rentenrebell“. Um dieses Wort zu gebrauchen: Wäre für die Rentenkommission ohne diese Rebellion gegen die eigene Partei so ein Ergebnis überhaupt möglich gewesen? Pascal Reddig (CDU), Bundestagsabgeordneter: Es ging es ja nie darum, dass wir „Rentenrebellen“ sein wollten, sondern vor allem „Rentenretter“. Wir wollten, dass die Altersvorsorge in Deutschland wieder funktioniert, auf tragfähige Füße kommt, dass es vor allem auch für die junge Generation funktioniert, wieder generationengerechter wird. Und ich bin der Meinung, uns ist es gelungen, als Kommission einen Gesamtvorschlag vorzulegen, der genau dem gerecht wird. Der Rentnerin können wir künftig sagen: „Die Rente wird auch weiter steigen, die Rente ist sicher.“ Wir können aber auf der jungen Familie sagen: „Ihr könnt euch auch in Zukunft etwas aufbauen und auch für euch die Altersvorsorge funktionieren.“ Und das ist für mich ein gutes Zeichen. Appelmann: Jetzt gibts am Tag nach der Präsentation des Reformpapiers aus allen Ecken heftige Kritik – das war auch zu erwarten. Was wollen Sie den Menschen sagen, die Nachteile durch die Rentenreform haben? Und das sind ja quasi alle… Reddig: Ich würde es sogar eher umdrehen Wir haben, wenn wir jetzt nichts machen würden, eine Entwicklung, dass die Beitragssätze massiv steigen, der Bundeszuschuss, der von Steuern finanziert wird, extrem steigen würde und gleichzeitig das Rentenniveau sinkt. Wir können das jetzt umdrehen. Wir können das nicht von heute auf morgen machen. Es wird auch nicht von heute auf morgen alles besser. Dafür hätten wir die gleiche Reform vielleicht vor zehn oder 15 Jahren schon hätten machen müssen. Aber es kann gelingen, eine Trendwende hinzubekommen und es vor allem zu schaffen, dass das gesamt Versorgungsniveau für die Menschen perspektivisch wieder steigen […]


