Gesundheit

  • Interview mit dem medizinischen Leiter von Bioscientia über die Corona-Variante BA. 5

    Interview mit dem medizinischen Leiter von Bioscientia über die Corona-Variante BA. 5

    Wegen der Corona-Pandemie hat heute der Experten-Rat der Bundesregierung in Berlin seine Handlungs-Empfehlungen für den Herbst vorgestellt. Dabei stellte er klar, dass noch niemand seriös sagen könne, wie sich die Pandemie im Herbst entwickeln werde. In jedem Fall blieben vor allem Hygiene-Maßnahmen und Impfungen wirksam. Die Experten empfehlen zudem, etwaige Maßnahmen frühzeitig zu beschließen und sie einheitlich und leicht verständlich zu kommunizieren. Denn die Corona-Pandemie ist noch nicht durchgestanden. Vielmehr ist ein neuer Subtyp der Omikron-Variante auf dem Vormarsch. Bei immer mehr Corona-Tests, die in medizinischen Laboren, wie hier bei Bioscientia in Ingelheim ausgewertet werden, lässt sich BA.5 nachweisen. Und darüber sprechen wir mit dem medizinischen Leiter von Bioscientia in Ingelheim. Eva Dieterle, Moderatorin: „Dr. Oliver Harzer, schönen guten Abend.“ Dr. Oliver Harzer, Medizinischer Leiter Bioscientica Ingelheim: „Guten Abend, Frau Dieterle.“ Eva Dieterle: „Wie ist die Lage bei Ihnen? Wie häufig stoßen sie auf BA.5?“ Dr. Oliver Harzer: „Virus-Variante BA.4, BA.4 übernimmt hier in Rheinland Pfalz und Hessen im Moment ein bisschen stärker sogar als im Bundesgebiet, so zumindest mal nach dem, was wir an hier Sequenzier-Daten haben, tatsächlich die Führung. Also wir sehen jetzt schon so zwischen 5 und 8 Prozent Anteil bei den Neu-Infizierten, bei den Neu-Infektionen.“ Eva Dieterle: „Was wissen wir über den neuen Subtyp BA5, der – wie Sie sagen – bald dominant sein wird?“ Dr. Oliver Harzer: „Ja, es ist einfach eine weitere Variante aus dieser Omikron-Familie und das Virus steht ja  auch durch die Impfungen und durch die Infizierten, die auch schon Immunsystem haben, auch unter Immun-Druck sozusagen. Und das ist eine weitere Escape-Variante sozusagen. Also der Versuch dem Immunsystem auszuweichen und sich eben auch wieder weiter vermehren zu können. Und ja, es ist einfach eine offensichtlich wieder erfolgreiche Variante, die eine Re-Infektion ermöglicht und auch bei Geimpften eben eine Infektion ermöglicht. So wie […]

  • Energiesparendes Passiv-Krankenhaus

    Energiesparendes Passiv-Krankenhaus

    Der Neubau des Klinikums in Frankfurt-Höchst ist zwar noch nicht in Betrieb. Und doch ist das achtstöckige Gebäude schon vor seiner Eröffnung ein Bauwerk der Superlative. Denn es handelt sich dabei um die weltweit erste Klinik in Passivhaus-Bauweise.   Der Neubau des Klinikums in Frankfurt-Höchst ist zwar noch nicht in Betrieb. Und doch ist das achtstöckige Gebäude schon vor seiner Eröffnung ein Bauwerk der Superlative. Denn es handelt sich dabei um die weltweit erste Klinik in Passivhaus-Bauweise. Von außen sieht der Neubau des Klinikums in Höchst aus wie ein ganz gewöhnliches Krankenhaus. Es sind die inneren Werte, die sich sehen lassen können: Keine andere Klinik auf der Welt ist derart energieeffizient. Neben einer besonders guten Gebäude-Dämmung sind alle Fenster des Neubaus dreifach verglast. Eine Wärmeausstauch-Anlage sorgt zusätzlich dafür, die Heizkosten auf ein Minimum senken. Insgesamt verbraucht  das Gebäude weniger als 30 % der Energie, die normalerweise für den Betrieb eines Krankenhauses benötigt werden. Dafür gab es heute das Passivhaus-Zertifikat für die Klinikleitung – überreicht von Hessens Wirtschafts- und Energieminister Tarek Al-Wazir. Tarek Al-Wazir (Bündnis 90 / Die Grünen), Wirtschaftsminister Hessen: „Krankenhäuser sind mit die größten Energieverbraucher, die es gibt unter den Gebäuden. Weil sie 365 Tage im Jahr, 7 Tage die Woche, 24 Stunden am Tag wirklich im Betrieb sind mit ganz vielen Menschen, die dort arbeiten und auch betreut und behandelt werden. Und dementsprechend ist es so unglaublich wichtig, dass wir genau da zeigen, dass man auch das energieeffizient machen kann.“ Martin Menger, Geschäftsführer varisano Kliniken Frankfurt-Main-Taunus: „Ja, ein wunderschönes Gefühl. Wir freuen uns. Ich freue mich als Geschäftsführer, Geschäftsführer dieses Hauses zu sein. Ein hochmodernes Haus.“ Zusätzlich ist das Haus mit einer Brennstoffzelle ausgestattet, die für warmes Wasser sorgt und gleichzeitig Strom produziert. So wurde das hochgesteckte Energiespar-Ziel erreicht. Spätestens im Herbst soll der Klinik-Neubau mit Platz für […]

  • Weitere Nachrichten im Überblick

    Weitere Nachrichten im Überblick

    Corona-Schutzmaßnahmen überprüfen +++ Zügiger Ausbau gefordert +++ Neustart von Rock am Ring gelungen   Corona-Schutzmaßnahmen überprüfen: Der Erfolg der Maßnahmen gegen Infektionen mit dem Corona-Virus sollte wissenschaftlich untersucht werden. Das schlägt der Leiter des Frankfurter Gesundheitsamts Peter Tinnemann vor. Die kostenlosen Bürgertests zum Beispiel sehe er kritisch. Das Angebot koste viel Steuergeld. Daher sollte jetzt geprüft werden, was die Tests gebracht hätten. Er habe das Gefühl, dass damit nur ganz wenige Infektionsfälle entdeckt wurden. Aktuell sei das größte Problem die Digitalisierung der Gesundheitsämter. Sie seien nach wie vor nicht ausreichend ausgestattet. Das sei den Mitarbeitenden und der Bevölkerung nicht mehr vermittelbar. Zügiger Ausbau gefordert: Die Landesvereinigung Unternehmerverbände Rheinland-Pfalz hat heute von der Landesregierung mehr Geschwindigkeit beim Ausbau der Erneuerbaren Energien gefordert. Nur so sei es möglich, von russischen Energieimporten unabhängig zu werden und mehr Klimaschutz zu erreichen. Der Wirtschaftsstandort Rheinland-Pfalz drohe abgehängt zu werden, wenn die Planungsverfahren und die Umsetzung nicht endlich deutlich schneller vorangingen als bisher. Das Land riskiere, dass Unternehmen abwanderten und Arbeitsplätze verlorengingen. Neustart gelungen: Die erste Ausgabe des Musikfestivals Rock am Ring nach zwei Jahren Pause wegen der Corona-Pandemie war ein voller Erfolg. Rund 90.000 Besucher feierten drei Tage lang auf dem Nürburg-Ring in der Eifel. Laut Veranstalter war das ein neuer Rekord. Das Publikum sei begeistert gewesen. Besser habe der Neustart nicht laufen können. Auch die Polizei zog ein positives Fazit. Die meisten Festivalbesucher hätten sich vorbildlich verhalten. Die nächste Ausgabe von Rock am Ring soll im kommenden Jahr vom 02. bis 04. Juni stattfinden.

  • Neuer Omikron-Subtyp: Droht im Herbst die nächste Corona-Welle?

    Neuer Omikron-Subtyp: Droht im Herbst die nächste Corona-Welle?

    Wir haben jetzt Sommerreifen drauf und es geht darum, für den Herbst die richtigen Winterreifen bereitzuhaben. Mit diesen Worten fasst Bundeskanzler Olaf Scholz gestern Abend die Beratungen mit den Regierungschefs der Länder zusammen. Denn im Herbst droht eine neue Corona-Welle. Zumal sich ein neuer Subtyp der hochansteckenden Omikron-Variante auf dem Vormarsch befindet. BA.5 – ein besorgniserregender Subtyp der Omikron-Variante. Einer, den man nach Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach nicht haben möchte. Wir fragen den Virologen: Was wissen wir über BA.5? Prof. Bodo Plachter, Virologe Unimedizin Mainz: „Der unterscheidet sich so ein bisschen wieder von den ursprünglichen Omikron-Subtypen auch in diesem Spike-Protein, was dazu führt, dass unter Umständen die Immunantwort diesen Erreger nicht mehr so gut erkennt wie die Vorläufer. Aber es ist jetzt nicht ein Quantensprung, wenn man so möchte, also man hat im Prinzip schon noch mit Omikron zu tun.“ BA.5 macht also nicht wesentlich kränker als die ursprüngliche Omikron-Variante, sie ist aber ansteckender. Selbst wer Omikron schon hatte, ist nach ersten Erkenntnissen nicht davor geschützt, sich nun mit dem neuen Subtyp erneut zu infizieren. Die bisherigen Impfstoffe bieten lediglich Schutz vor einem schweren Krankheitsverlauf. In Portugal ist BA.5 bereits dominant. Die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen liegt dort aktuell durchschnittlich bei rund 29.000 – und das im Sommer. In Deutschland liegt der Anteil von BA.5 am Infektionsgeschehen aktuell erst bei 5%. Der Rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Clemens Hoch teilt auf Anfrage mit, er werde die Lage genau beobachten. Der beste Schutz sei Abstand halten, die Hygieneregeln einhalten und auch mal zur Maske greifen. Auf freiwilliger Basis allerdings, denn es sind kaum noch Corona-Schutzmaßnahmen vorgeschrieben, die eine schnelle Ausbreitung des hochansteckenden Typs abbremsen könnten. Prof. Bodo Plachter, Virologe Unimedizin Mainz: „Wir haben jetzt große Rockkonzerte und und und. All das wird natürlich auch so ein bisschen den Pandemieverlauf verändern, auf der anderen Seite eben: wir […]

  • Weitere Nachrichten im Überblick

    Weitere Nachrichten im Überblick

    Mindestlohn wird erhöht +++ Mehr Geld für Bevölkerungsschutz +++ Kein Abschuss von Saatkrähen   Mindestlohn wird erhöht: Der Deutsche Gewerkschaftsbund in Hessen und Rheinland-Pfalz begrüßt den heutigen Beschluss des Bundestages, den gesetzlichen Mindestlohn ab dem 1. Oktober auf 12 Euro zu erhöhen. Dadurch würden viele Beschäftigte deutlich mehr verdienen. Die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände kritisiert dagegen, dass die Politik die Erhöhung des Mindestlohns beschlossen habe und dies nicht wie normalerweise durch die Mindestlohn-Kommission aus Arbeitgebern und Gewerkschaften erfolgt sei. Sie halte das für verfassungswidrig. Mehr Geld für Bevölkerungsschutz: Die Länder fordern vom Bund mindestens 10 Milliarden Euro, um  den Zivil- und Katastrophenschutz in den nächsten 10 Jahren zu verbessern. Das hat heute der hessische Innenminister Peter Beuth zum Abschluss der Innenministerkonferenz der Länder mitgeteilt. Angesichts des Kriegs in der Ukraine, Cyberangriffen auf die Infrastruktur und zerstörerischer Naturkatastrophen seien Investitionen in den Schutz der Bevölkerung dringend nötig.  Bereits vereinbart sei, dass  Bund und Länder ein gemeinsames Kompetenzzentrum für den Zivil-und Katastrophenschutz aufbauen würden. Kein Abschuss von Saatkrähen: Die rheinland-pfälzische Umweltministerin Katrin Eder hat ausgeschlossen, dass Saatkrähen im Land künftig zum Abschuss freigegeben werden. Der Bauern- und Winzerverband hatte Anfang der Woche gefordert, die Vögel ins Jagdrecht aufzunehmen. Sie würden enorme Schäden auf den Feldern verursachen und landesweit für Ernteausfälle sorgen. Eder sagte, in der EU seien die Saatkrähen streng schützt. Darüber könne sich Rheinland-Pfalz nicht hinwegsetzen. Sie werde aber prüfen, ob Ausgleichszahlungen für die betroffenen Landwirte möglich seien.

  • Tag der Organspende

    Tag der Organspende

    Einen Tag vor dem Tag der Organspende haben sich Bundes-Gesundheitsminister Karl Lauterbach und der hessische Gesundheitsminister Kai Klose erneut für die sogenannte Widerspruchslösung ausgesprochen. Danach ist jeder Bundesbürger Organspender, der nicht ausdrücklich widersprochen hat. Anfang 2020 hatte der Bundestag die Widerspruchslösung abgelehnt, doch auch viele Ärzte fordern einen neuen Anlauf. Denn jeden Tag sterben in Deutschland Menschen, weil sie vergeblich auf eine Organspende warten. Diagnose Morbus Wilson, auch Kupferspeicherkrankheit genannt. Silvia Peisl ist 19, als sie im Januar 1998 erfährt, dass sie vielleicht nur noch wenige Tage zu leben hat. Einziger Ausweg: Eine Lebertransplantation. Und sie hat Glück im Unglück. Ihr Gesundheitszustand wird als so kritisch eingestuft, dass ihr nur vier Wochen später eine neue Leber transplantiert wird. Für sie, ein zweite Chance. Silvia Peisl, bekam mit 19 Jahren eine neue Leber transplantiert: „Es hat mir neben 24 wundervollen Jahren die Möglichkeit gegeben dann das Abi abzuschließen, weil ich damals kurz vor dem Abitur stand. Eine Lehre zu machen, ein Studium zu absolvieren mit Auslandssemester und Auslandspraktikum. Auslandsemester in den USW, Auslandspraktikum in Russland. Ich durfte bei verschiedenen Banken arbeiten, in verschiedenen Städten Deutschlands. Ich habe eine Familie gründen dürfen und vielleicht das Highlight am Ende. Ich habe drei wundervolle Kinder.“ Viktoria, Carolina und Max – sie sind der ganze Stolz der 43-jährigen Frankfurterin. Ein Familienglück, das ohne die Organspende nicht möglich gewesen wäre. Doch dieses Glück scheint immer seltener: Die Anzahl der nach dem Tod gespendeten Organe ist in Deutschland im ersten Quartal 2022 im Vergleich zum Vorjahr um rund 25% zurückgegangen. Eine Problematik, der sich auch der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Clemens Hoch bewusst ist. Clemens Hoch, SPD, Gesundheitsminister Rheinland-Pfalz: „Wir haben über 8500 Menschen in Deutschland, die dringend auf ein Spenderorgan warten und denen der Tod droht, wenn sie kein Spenderorgan bekommen. Und wir haben viel zu wenig Spenderinnen […]

  • Die Themen der Ministerpräsidentenkonferenz: Ukraine und Corona

    Die Themen der Ministerpräsidentenkonferenz: Ukraine und Corona

    Zum ersten Mal seit langem treffen sich die Regierungschefs der Länder im Rahmen ihrer Ministerpräsidenten-Konferenz heute wieder persönlich in Berlin mit Bundeskanzler Olaf Scholz. In den aktuell laufenden Beratungen geht es natürlich um den Krieg in der Ukraine und eine gesicherte Energieversorgung in Deutschland. Doch gleichzeitig ist auch die Corona-Pandemie noch nicht vorbei. Und so ist ein wichtiger Schwerpunkt heute: Wie rüsten wir uns gegen eine weitere Corona-Welle im Herbst?   Noch blüht und grünt es, soweit das Auge reicht. Doch wenn der Herbst die Tage trister werden lässt, soll Deutschland vorbereitet sein. Die Ministerpräsidenten der Länder sitzen deshalb zur Stunde mit Bundeskanzler Olaf Scholz zusammen. Es gilt zu debattieren, mit welcher Strategie man dem Corona-Virus im Herbst entgegentreten will. Das aktuelle Infektionsschutzgesetz – das eine Maskenpflicht lediglich in Bus und Bahn, sowie medizinischen Einrichtungen vorschreibt – läuft am 23.September aus.Viele Ministerpräsidenten fordern, nicht erst kurz vor knapp zu entscheiden, wie es danach weitergehen soll. Auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach will jetzt Vorbereitungen treffen und die Voraussetzung für schärfere Corona-Schutzmaßnahmen im Herbst schaffen. Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger aus Hessen fordert von der Ministerpräsidentenkonferenz einen verbindlichen Beschluss, künftig keine flächendeckenden Schulschließungen mehr anzuordnen. Generell will die FDP zunächst die Evaluierung der bisherigen Corona-Schutzmaßnahmen abwarten. Erste Ergebnisse dazu, welche Maßnahme konkret was bewirkt hat, sollen aber frühestens Ende Juni vorliegen. Und so gilt es auch im dritten Corona-Jahr als unwahrscheinlich, dass eine Strategie für den Herbst frühzeitig stehen wird.

  • Weitere Nachrichten im Überblick

    Weitere Nachrichten im Überblick

    Drittes Urteil wegen Raser-Unfall +++ Gutachten sieht Versäumnisse +++ Steinmeier trifft Sozialmediziner Drittes Urteil wegen Raser-Unfall: Das Landgericht Frankfurt hat heute einen 27jährigen Mann wegen Totschlags und Straßenverkehrsgefährdung zu  fünf Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Er war im April 2015 auf der Uferstraße in Frankfurt-Schwanheim mit Tempo 140 über mehrere rote Ampeln gerast und hatte schließlich ein anderes Fahrzeug gerammt. Dessen Fahrer starb noch an der Unfallstelle. In den beiden vorangegangenen Prozessen wurde der 27jährige zu drei beziehungsweise fünf Jahren Haft verurteilt. Der Bundesgerichtshof hatte die beiden Urteile aufgehoben. Gutachten sieht Versäumnisse: Bei dem mutmaßlich rassistischen Anschlag von Hanau soll es weitere Pannen beim Polizeieinsatz gegeben haben. Das geht aus einem neuen Gutachten einer britischen Recherche-Agentur hervor. Die Polizei habe bei ihren Bemühungen, das Haus des Täters sicher zu umstellen und ihm die Möglichkeit zur Flucht zu nehmen, entscheidend versagt. Außerdem soll die Staatsanwaltschaft bei ihren Ermittlungen Videoaufnahmen nicht berücksichtigt haben. Sie sollen zeigen, dass ein Notausgang an einem Tatort verschlossen war, durch den zwei der Opfer hätten fliehen können. Die Staatsanwaltschaft hatte ihre Ermittlungen dazu eingestellt. Am 19. Februar 2020 hatte ein 43jähriger Deutscher neun Menschen mit Migrationshintergrund erschossen. Danach tötet er seine Mutter und sich selbst. Steinmeier trifft Sozialmediziner: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich heute in Mainz über den Verein Gesundheit und Armut des Sozialmediziners Gerhard Trabert informiert. Er leistet medizinische Hilfe für Obdachlose und Menschen ohne Krankenversicherung. Frank-Walter Steinmeier, Bundespräsident: „Heute also geht es bei den Gesprächen, die wir im Verlaufe des Tages haben, nicht so sehr über die Unterkunft, sondern hier geht es darum, wie verbessern wir die Gesundheitsversorgung für Menschen ohne Obdach. Wie verbessern wir die Gesundheitssituation und Versorgung derjenigen, die zu den Ärmsten, zu den Schwächsten, zu den Verwundbarsten gehören. Und ich bin tief beeindruckt von der Arbeit, die hier vom Verein geleistet […]

  • Genesen, aber nicht gesund: Leben mit dem Post-Covid-Syndrom

    Genesen, aber nicht gesund: Leben mit dem Post-Covid-Syndrom

    26 Millionen: So viele Menschen haben sich in Deutschland nachweislich mit dem Corona-Virus infiziert. Die meisten von ihnen sind genesen – doch eben nicht alle. Von Post-Covid ist die Rede, wenn Betroffene länger als 3 Monate nach der Infektion an verschiedenen Symptomen wie etwa starker Müdigkeit leiden und ihren Alltag kaum noch bewältigen können. Zu ihnen gehört auch Angela Lohoff aus Hundheim bei Kastellaun. Sie hat die erste Post-Covid-Selbsthilfe-Gruppe in Rheinland-Pfalz gegründet.

  • Weitere Nachrichten im Überblick

    Weitere Nachrichten im Überblick

    Corona-Schutzverordnung in Rheinland-Pfalz verlängert — Freie Wähler fordern Auffanggesellschaft für kommunale Krankhäuser — Kein emissionsfreier Nahverkehr in Wiesbaden — Teuerungsrate steigt weiter Corona-Schutzverordnung verlängert Rheinland-Pfalz hat die Regeln zum Schutz vor Infektionen mit dem Coronavirus mit einer Änderung zunächst bis zum 25. Juni verlängert. Neu ist, dass Bewohner von Alten- und Pflegeheimen keine Maske mehr tragen müssen. Bei Mitarbeitern und Besuchern entfällt die Maskenpflicht nur dann, wenn ein Mindestabstand von 1,50 Meter eingehalten wird. Die Testpflicht für Besucher bleibt aber sowohl in Heimen wie in Krankenhäusern bestehen. Außerdem gilt die Maskenpflicht weiterhin in Arztpraxen, Krankenhäusern sowie Bussen und Bahnen. Auffanggesellschaft für Krankenhäuser gefordert Der Landeschef der Freien Wähler, Stephan Wefelscheid, hat sich gegen die weitere Veräußerung von kommunalen Kliniken in Rheinland-Pfalz ausgesprochen. Von Landesseite aus sollte alles unternommen werden, um die noch neun Krankenhäuser in kommunaler Trägerschaft zu halten: Stephan Wefelscheid, Freie Wähler, Parlamentarischer Geschäftsführe „Da wäre es aus meiner Sicht sicherlich der bessere Weg, das Land würde eine Landeskrankenhausgesellschaft gründen, quasi so als ‚Bad Bank‘, wo dann notleidende Krankenhäuser auch aufgefangen werden. Und da wäre ich auch durchaus dazu bereit, auch die Landtagsfraktion, bei Haushaltsberatungen dann entsprechende Haushaltsmittel einzustellen.“ Der Jurist sieht sich von einem Rechtsgutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Landtags bestätigt. Darin geht es im Auftrag der Freien Wähler um die Vorgaben für die Veräußerung kommunaler Krankenhäuser. Kein emissionsfreier Nahverkehr Die Wiesbadener Verkehrsgesellschaft ESWE muss ihr Ziel aufgeben, ihre Busflotte bis Ende dieses Jahres klimaneutral zu machen. Derzeit sei kein Unternehmen in der Lage, die notwendige Zahl an emissionsfreien Bussen mit Wasserstoff- oder Elektroantriebe fristgerecht zu liefern. Wegen Planungsfehlern der früheren ESWE-Geschäftsführung fehle zudem der Platz, um weitere Ladestationen für die Elektrobusse einzurichten. Die Verkehrsgesellschaft müsse jetzt 24 neue Gelenkbusse mit Dieselmotor bestellen. Teuerungsrate steigt weiter Im Mai haben sich die Preise in Hessen und Rheinland-Pfalz erneut erhöht. […]

  • Lufthansa setzt Maskenpflicht nicht mehr durch

    Lufthansa setzt Maskenpflicht nicht mehr durch

    In vielen Bereichen des öffentlichen Lebens ist die gesetzliche Maskenpflicht mittlerweile abgeschafft: zum Beispiel beim Einkaufen, an Schulen oder in Restaurants. In Bus und Bahn sowie im Flugzeug muss die Maske hierzulande aber weiterhin aufgesetzt werden. Doch immer weniger halten sich daran und einige reagieren offenbar sogar aggressiv, wenn sie darauf angesprochen werden. Deutschlands größte Airline Lufthansa hat jetzt die Reißleine gezogen und lockert die Regeln auf eigene Faust. Rein in den Flieger, rauf mit der Maske. Das gilt auf allen Flügen von und nach Deutschland. Startet oder landet eine Maschine in einem Land, das die Maskenpflicht anordnet, muss die Maske, außer beim Essen und Trinken, während des gesamten Fluges getragen werden. Wie die Lufthansa mitteilt, geht wegen dieser Regel mittlerweile so mancher Passagier buchstäblich in die Luft. In einem Statement heißt es: „Die Durchsetzung der Maskentragepflicht an Bord durch die Crews hat allerdings, auch aufgrund der der breiten Lockerungen und dem Wegfall der Maskenpflicht im Luftverkehr in allen Nachbarstaaten Deutschlands, zu einer Zunahme der Konflikte auf unseren Flügen geführt. Da Sicherheit höchste Priorität für Lufthansa hat, passt das Unternehmen seine Prozesse an.“ Bedeutet: Die Maskenpflicht wird nicht mehr mit allen Mitteln durchgesetzt. Vor zwei Wochen hat die EU-Luftsicherheitsagentur die generelle Maskenpflicht aufgehoben. Seitdem gilt sie noch in etwa der Hälfte aller EU-Staaten, in der anderen Hälfte nicht mehr. Die Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO kritisiert, dass dadurch ein Flickenteppich entstanden sei, der den Crews die Arbeit erschwere. Daniel Kassa Mbambu, Vorsitzender Gewerkschaft UFO „Einfach, weil man den Gästen erklären muss, warum sie auf dem einen Flug international keine Maske tragen müssen und dann bei uns in Deutschland, eine Maske tragen müssen. Eine Einheitlichkeit wäre natürlich wünschenswert, weil wir dann einfach weniger Konflikte an Bord hätten.“ Am Flughafen selbst muss, wie hier in Frankfurt, seit Anfang April keine Maske mehr getragen werden. Die […]

  • Erster bestätigter Affenpocken-Fall in Hessen

    Erster bestätigter Affenpocken-Fall in Hessen

    Haben Sie schon von den Affenpocken gehört? Es ist wieder eine Viruserkrankung, die für Unruhe sorgt. In Rheinland-Pfalz gibt es noch keinen bestätigten Fall. Anders in hessen. Hier wurde der erste Affenpocken-Fall nachgewiesen. Das hat das Universitätsklinikum Frankfurt nun bestätigt. Die Wissenschaftler sagen aber: Es gibt derzeit keinen Grund zur Besorgnis. Die Affenpocken haben Hessen erreicht. Das Frankfurter Gesundheitsamt teilt heute mit, dass sich ein 39 Jähriger Mann aus Frankfurt infiziert hat. Die Affenpocken sind eine Viruserkrankung, die vor allem bei Tieren vorkommt. Menschen haben sich in der Vergangenheit wohl bei infizierten Nagetieren angesteckt. Übertragungen von Mensch zu Mensch sind wohl sehr selten. Kai Klose (Bündnis 90 / Die Grünen), Gesundheitsminister Hessen: „Wir gehen davon aus, dass es keinen Grund zur größeren Besorgnis gibt, weil dieses Virus nur durch sehr engen Körperkontakt verbreitet wird.“ Affenpocken übertragen sich beim Austausch von Körperflüssigkeiten, zum Beispiel beim Geschlechtsverkehr. Sie ähneln den regulären Pocken, die Symptome sind aber deutlich milder. Dazu gehören: Kopf- und Muskelschmerzen, Fieber, geschwollene Lymphknoten und Erschöpfung. Später tritt der typische Hautausschlag auf. Erst dann ist der Patient auch ansteckend. Affenpocken haben mit dem Corona-Virus wenig gemeinsam. Prof. Bodo Plachter, Virologe Universitätsmedizin Mainz: „Diese Affenpocken werden sich sicherlich nicht so ausbreiten, wie Sars-Corona-Virus-2. Dazu braucht es einen viel engeren Kontakt und außerdem hat man hier einen ganz anderen Erreger.“ Gefährlich ist die Erkrankung auch nicht. Prof. Bodo Plachter, Virologe Universitätsmedizin Mainz: „Nur in sehr seltenen Fällen wurden vor allem in Afrika über Patienten berichtet, die schwerer erkrankt sind. Also das ist schon eine Seltenheit. In aller Regel verlaufen die Affenpocken relativ milde.“ Ein weiterer Vorteil: Der Impfstoff gehen reguläre Pocken existiert schon. Und diese sind mit den Affenpocken verwandt. Kai Klose (Bündnis 90 / Die Grünen), Gesundheitsminister Hessen: „Deshalb geht man davon aus, dass der alte, in Anführungszeichen, Pockenimpfstoff auch eine […]

  • Lebenslange Haft für falsche Narkoseärztin

    Lebenslange Haft für falsche Narkoseärztin

    Es ist eines der größten Mord-Verfahren in der Kasseler Justizgeschichte: Der Prozess gegen Meike S. – vielen inzwischen bekannt als „die falsche Ärztin“. Die Vorwürfe gegen sie wiegen schwer: Mehrfacher Mord und versuchter Mord, außerdem gefährliche Körperverletzung in zahlreichen Fällen. Dazu Urkundenfälschung, Betrug und der Missbrauch von Titeln. Die Anklageliste ist lang. Heute wurde in diesem Mammutprozess das Urteil gesprochen.   Lebenslang wegen Mordes in drei Fällen und eine besondere Schwere der Schuld! Mit diesem Urteil ist das Landgericht Kassel der Forderung der Staatsanwaltschaft gefolgt. Die Höchststrafe für Meike S. die heute erst nach den Journalisten den Saal betreten hat. Die Richter sehen es als erwiesen an, dass sich die heute 51Jährige mit einer gefälschten Zulassung eine Stelle als Narkoseärztin in einem Krankenhaus im hessischen Fritzlar erschlichen hatte. Sie war dort von 2015 bis 2018 tätig. Durch Behandlungsfehler sind unter anderem drei Patienten gestorben. Für die Richter vorsätzlicher Mord aus niedrigen Beweggründen. Stephan Schwirzer, Oberstaatsanwalt Kassel: „Das Gericht ist davon ausgegangen, dass die Angeklagte hier in einem Geltungsbedürfnis gehandelt hatte, dass sie sich hier als Retterin und Heilerin präsentieren wollte und dass sie diesen äußert prestigeträchtigen Beruf nicht nur als Ärztin, sondern als Ärztin in einem äußert risikoträchtigen Bereich – nämlich der Anästhesie – ausüben wollte, um ihr eigenes Geltungsbedürfnis zu befriedigen und sie das über das Wohl der Patienten, die sie faktisch behandelt hat, gestellt hat.“ Rund 500 Zeugen haben an den knapp 50 Prozesstagen ausgesagt. Es ist ein Verfahren, das bundesweit für Aufsehen gesorgt hat. Die falsche Ärztin war im Jahr 2014 sogar in einer lokalen TV-Talkshow aufgetreten. Verkaufte sich dort selbstbewusst regelrecht als medizinisches Multitalent. 2019 wurde der Betrug mit seinen fatalen Folgen der Öffentlichkeit bekannt. Es folgte die Mord-Anklage. Der Verteidiger von Meike S. plädierte auf 8 Jahre Freiheitsstrafe. Seiner Ansicht nach war die mündliche Urteilsbegründung […]

  • Investitionen in Krankenhäuser

    Investitionen in Krankenhäuser

    Die Krankenhäuser waren in der Hochphase der Corona-Pandemie schwer belastet. Zum einen ist das Personal in der Versorgung der vielen Covid-Patienten an und über seine Grenzen gegangen, zum anderen mussten wegen der Pandemie Operationen und Behandlungen verschoben werden. Die hätten den Krankenhäusern eigentlich viel Geld bringen können. So musste die ein oder andere Investition aufgeschoben werden. Doch so langsam geht es wieder bergauf, wie unser Beispiel aus dem rheinland-pfälzischen Diez zeigt. Das Schlimmste ist vorbei. Doch die Nachwirkungen der Pandemie sind hier im St. Vincenz Krankenhaus in Diez – vor allem wirtschaftlich – noch deutlich spürbar. Guido Wernert, Geschäftsführer St. Vincenz Krankenhaus Diez „Die Ausgleichszahlungen, die wir bekommen haben, haben einen Großteil gedeckt, aber nicht alles. Das ist auch allgemein bekannt, das wird diskutiert. Weil man muss 100% da sein, auch wenn nur 80% der Patienten kommen.“ Geld für größere Investitionen ist hier zuletzt nicht übrig geblieben. Die ein oder andere nötige Baumaßnahme musste warten. Jetzt erhält das 140-Betten-Krankenhaus 3 Millionen Euro vom Land Rheinland-Pfalz. Dr. Michael Fries, Ärztlicher Direktor St. Vincenz Krankenhaus Diez „Wir haben dieses Krankenhaus hier ja vor einigen Jahren erworben und da war relativ klar, da ist ein gewisser Investitionsstau. Wir haben auch die medizinische Ausrichtung gewechselt und vor allen Dingen hier in eine Geriatrie – also in eine Abteilung für die Behandlung alter Menschen – investiert, und da brauchen Sie eben entsprechende bauliche Maßnahmen, damit da adäquat die Größe der Gänge ist, damit Gemeinschaftsräume sind, damit sie da eben die Therapieformen bekommen können, die notwendig sind.“ Im Rahmen des diesjährigen Krankenhausinvestitionsprogramms stellt das Land insgesamt 136 Millionen Euro für bauliche Maßnahmen an 27 Klinikstandorten in Rheinland-Pfalz zur Verfügung. Der Großteil fließt – wie hier in Diez – in die Modernisierung, denn entscheidend sei: Clemens Hoch, SPD, Gesundheitsminister Rheinland-Pfalz „Dass wir durch Baumaßnahmen in den Bettenhäusern […]

  • Was haben die Corona-Schutzmaßnahmen gebracht? Evaluierung wird weiter verschoben

    Was haben die Corona-Schutzmaßnahmen gebracht? Evaluierung wird weiter verschoben

    So manch einer ist müde von der Corona-Pandemie und genießt jetzt bei diesen sommerliche Temperaturen, dass es kaum noch Einschränkungen gibt. In den letzten zwei Jahren hatten wir uns an allerlei Corona-Schutzmaßnahmen zu halten. An kleine Einschränkungen wie die Maskenpflicht – und an große, wie monatelange Schul-, Restaurant- und Ladenschließungen – der Lockdown. Was haben diese Maßnahmen gebracht? Antworten auf diese Frage gibt es im dritten Jahr der Pandemie noch immer nicht. Schulschließungen, Ausgangssperre, Alkoholverbot und Maskenpflicht im Freien. Nur wenige Beispiele der weitreichenden Corona-Schutzmaßnahmen, die wir in den letzten zwei Jahren erlebt haben. Welche waren sinnvoll, welche nicht? Welche haben dem Gesundheitsschutz der Bürger effektiv gedient, welche vielleicht sogar geschadet? Das soll ein Sachverständigenrat im Auftrag des Deutschen Bundestages evaluieren. Ergebnisse sollten eigentlich bis zum 31. Dezember letzten Jahres vorliegen. Neuer Stichtag ist nun der 30. Juni. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach geht aber inzwischen davon aus, dass fundierte Ergebnisse nicht vor Sommer 2023 vorliegen werden. Unfassbar für die hessische FDP. René Rock, FDP, Fraktionsvorsitzender Hessen „Wir sind immer hintendran und wir arbeiten immer ohne wirkliche Fakten und Daten zur Verfügung zu haben, was hilft, was hilft nicht. Und dieser Trott, sage ich jetzt mal, der von den Bundesländern sich in die Bundesregierung fortsetzt und jetzt bei Herrn Lauterbach gelandet ist, das ist nur noch ärgerlich. Und da hängt so viel von ab, da muss jetzt ganz konsequent und schnell gehandelt werden.“ Tatsächlich sind andere Länder schneller. In der Schweiz beispielsweise hat ein Gutachten bereits die Schulschließungen und Besuchsverbote in Altenheimen kritisiert. Die rheinland-pfälzische CDU vermisst den Willen, Ergebnisse zu liefern. In Deutschland nehme man es sich lediglich jedes Jahr vor, es im nächsten Pandemie-Jahr besser zu machen. Gordon Schnieder, CDU, Generalsekretär Rheinland-Pfalz „Deswegen habe ich da kein Verständnis, dass man von Bundesebene sagt: ‚Ja wir versuchen es mal, aber wir […]