Gesundheit

  • Proteste gegen die Corona-Regeln

    Proteste gegen die Corona-Regeln

    Nicht nur das Coronavirus verändert sich: Auch die Maßnahmen gegen das Virus ändern sich ständig – und damit auch der Protest gegen die Maßnahmen. Kritiker der Corona-Politik nennen ihre Demonstrationen seit einigen Wochen „Spaziergänge“. Mit diesem harmlos klingenden Label wollen Protestler erreichen, dass mögliche Corona-Auflagen ihre Demonstrationen einschränken. Aber: Ab wann wird ein „Spaziergang“ zu einer Demo – und wer spaziert da eigentlich alles mit? Fulda, gestern Abend gegen 19 Uhr: Auch am zweiten Montag 2022 demonstrieren Gegner der Corona-Maßnahmen friedlich in der Stadt. „Spaziergang“ nennen sie den Protest. Eine Bezeichnung, die die Polizei so gestern Abend nicht gelten ließ. Ulrich Weber, Polizeipräsidium Osthessen „Es war heute, im Lauf des Abends kam es zu einer nicht angemeldeten Versammlung in Fulda, die in der Spitze mit bis zu 1.000 Personen belegt war. Die Versammlungsteilnehmer haben sich auf der Ochsenwiese getroffen, sind dann Richtung Petersberger Straße gelaufen. Nach Rücksprache mit der Versammlungsbehörde wurde entschieden, dass es eine Versammlung sei.“ Kein spontaner Spaziergang also, sondern eine Versammlung. Laut Grundgesetz gilt: „Alle Deutschen haben das Recht, sich ohne Anmeldung oder Erlaubnis friedlich und ohne Waffen zu versammeln.“ Laut Grundgesetz gilt aber auch: Das Grundrecht kann durch andere Gesetze eingeschränkt werden – Versammlungen müssen deshalb eben doch meistens bei den Behörden angemeldet werden. Viele Spaziergänge sind nicht angemeldet. Das Demonstrationsrecht kann auch eingeschränkt werden, wenn die öffentliche Sicherheit gefährdet ist – in einer Pandemie bedeutet das: Bei Demonstrationen gelten Corona-Regeln, wie die Maskenpflicht. Da sich aber viele Demonstranten in Fulda nicht an die Regeln hielten, musste die Polizei viele Personalien aufnehmen. Und Fulda war kein Einzelfall: Hessenweit demonstrierten gestern rund 15.000 Menschen, in Rheinland-Pfalz mehr als 10.000. Aber: Wer sind diese Menschen überhaupt und wogegen demonstrieren sie? Professor Markus Linden, Politikwissenschaftler „Das ist ein sehr heterogenes Protestgeschehen, das ist auch unterschiedlich je nach Landesteil: Im […]

  • Kehrtwende bei der EZB?

    Kehrtwende bei der EZB?

    Der radikale Umbau der deutschen Energieversorgung ist – dies zeigt sich immer deutlicher – nicht zum Nulltarif zu bekommen. Zum Jahresbeginn haben mehr als 300 der 800 deutschen örtlichen Energieversorger ihre Preise um durchschnittlich 15 Prozent erhöht – und wir stehen erst am Beginn der Energiewende. Dass die galoppierenden Energiepreise einen gehörigen Einfluss auf die Inflation haben, dämmert mittlerweile auch der Europäischen Zentralbank in Frankfurt. Im Dezember lag Inflation bereits bei 5 Prozent. Nun deutet sich ein Umdenken bei der EZB an. Lange Zeit  wollte die Europäische Zentralbank in Frankfurt von Inflation nichts wissen und nichts hören. Nun überraschte am Wochenende die deutsche EZB-Direktorin Isabel Schnabel mit einer Aussage, die aufhorchen ließ. Die Auswirkungen der Energiewende auf die Inflation seien bislang nicht ausreichend berücksichtig worden. Und sie ging noch weiter: Das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage bei Brennstoffen wie Gas und die steigenden CO2-Abgaben würden sich nachhaltig und länger auf die Inflation auswirken. Isabel Schnabel, Direktorin Europäische Zentralbank „Die Energiewende stellt also ein messbares Risiko dafür dar, dass sich die Inflation mittelfristig oberhalb unserer Prognose bewegen wird.“ Eine anhaltende Inflation sorgt dafür, dass das Vermögen und die Löhne der Menschen weniger wert sind. Sie schafft Verunsicherung und schwächt dadurch auch die Wirtschaft. „Greenflation“ nennen Experten den Teil der Inflation, der durch die Energiewende ausgelöst wird. Professor Christian Rieck, Frankfurt University of Applied Sciences „Greenflation ist eigentlich eine beschönigende Bezeichnung, also ein Euphemismus für den Sachverhalt, das dadurch, dass wir jetzt grüner werden ganz einfach die Preise steigen. Und Preise steigen, das ist ein bisschen auch eine Verschleierung dessen, was wirklich passiert. Wir sind danach nämlich einfach ärmer.“ Auch der neue Präsident der Deutschen Bundesbank Joachim Nagel warnte heute bei seiner offiziellen Amtseinführung in Frankfurt vor einer anhaltend hohen Inflation. Er wolle die vorsichtige Geldpolitik seines Vorgängers Jens Weidmann fortführen, sagte […]

  • Im Interview: Der hessische SPD-Fraktionsvorsitzende Günter Rudolph

    Im Interview: Der hessische SPD-Fraktionsvorsitzende Günter Rudolph

    Seit etwa einem Monat hat die Hessische SPD-Fraktion einen neuen Vorsitzenden. Nach der Entsendung seiner Vorgängerin Nancy Faeser nach Berlin als Bundesinnenministerin muss sich die größte Oppositionsfraktion in Wiesbaden neu aufstellen. Ihr neuer Chef ist ein alter Bekannter: Günter Rudolph, der heute bei zu Gast ist. So lang ist es noch nicht her, dass Günter Rudolph Nancy Faeser zur Wahl als Fraktionschefin gratulierte. Gut zwei Jahre später steht er selbst an ihrer Stelle. Kurz vor Weihnachten setzt er sich knapp gegen seine Fraktionskollegin Lisa Gnadl durch. Günter Rudolph, SPD, Fraktionsvorsitzender Landtag Hessen, am 14.12.2021 „Bei Personalentscheidungen ist das manchmal so und das ist ein demokratischer Prozess. Wer antritt, will gewinnen, und das ist so. Und jetzt werden wir gemeinsam daran arbeiten, die SPD wieder als stärkste Kraft zu etablieren. Die Umfragen sehen gut aus, jetzt wollen wir aus den Umfragen Wahlergebnisse machen und Herrn Bouffier in den wohlverdienten Ruhestand schicken.“ Der 65-Jährige ist der dienstälteste Sozialdemokrat in Hessen. Seit 1995 sitzt er im Landtag. Er ist der einzige SPD-Abgeordnete, der schon im Parlament war, als zuletzt Sozialdemokraten in Hessen regierten. Seitdem hat er unter mehreren Fraktionschefs gedient – zuletzt fast dreizehn Jahre als Parlamentarischer Geschäftsführer, also als Manager der Fraktion. Der Nordhesse gilt als scharfzüngiger Debattenredner. Zuhause ist er vor allem in der Innenpolitik. In mehreren Untersuchungsausschüssen war er Obmann der SPD, zurzeit in dem Ausschuss, der den Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübke untersucht. Größere Ambitionen werden ihm nicht nachgesagt. Dass er der Landesvorsitzenden Nancy Faeser die Spitzenkandidatur bei der Landtagswahl 2023 streitig machen könnte, gilt als ausgeschlossen. Eva Dieterle, Moderatorin: Jetzt begrüße ich ihn live bei mir im Studio, den SPD-Fraktionsvorsitzenden Günter Rudolph. Guten Abend. Günter Rudolph, SPD, Fraktionsvorsitzender Hessen: Schönen guten Abend! Guten Abend. Dieterle: Herr Rudolph, Sie sind seit 25 Jahren Abgeordneter der SPD. Sie haben […]

  • Kürzere Quarantäne- und Isolationszeiten noch nicht in Kraft

    Kürzere Quarantäne- und Isolationszeiten noch nicht in Kraft

    Die Corona-Lage spitzt sich weiter zu. Die sehr ansteckende Omikron-Variante ist auf dem Vormarsch und mittlerweile für einen Großteil der Corona-Neuinfektionen verantwortlich. Auch in Hessen und Rheinland-Pfalz hat das Folgen. In der Innenstadt ist es nicht zu übersehen – Offenbach ist mal wieder Corona-Hotspot. Das heißt: Maskenpflicht und Alkoholverbot, Bordelle müssen schließen. In den Innenbereichen von Gastronomie und Sportstätten haben nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt, die zusätzlich einen negativen Schnelltest vorlegen können. Ausgenommen sind Geboosterte. Annett Henneboh, Mitarbeiterin Gastromie „Ich arbeite in der Gastronomie und da ist die 2G+-Regel nicht gerade gut, weil es bleiben die Gäste aus.“ Suad Dervisevic, Gartenlandschaftsbauer „Es geht mir eigentlich zu weit. Ich hab mich auch nur impfen lassen, weil man sich impfen lassen muss, sonst kann man ja am täglichen Leben nicht teilnehmen.“ Werner Könnel, Rentner „Ich kann das verstehen, weil das bundesweit ist. Es ist ja nicht nur Offenbach.“ Auch Fulda, Darmstadt und Wiesbaden sind bereits Corona-Hotspots. Mit einer Inzidenz von 653,4 ist die Stadt Frankfurt aktuell aber der traurige Spitzenreiter in Hessen und Rheinland-Pfalz. Dr. Peter Tinnemann, Leiter Gesundheitsamt Frankfurt „Wir bemühen uns weiterhin, und das klappt natürlich vor der Anzahl der Fälle derzeit immer schwieriger, auch die Personen, die betroffen sind – die Infizierten – tagesaktuell dann auch weiterhin zu informieren. Da haben wir im Moment ein – zwei Tage Rückstand, aber wir optimieren da noch unsere Systeme.“ Omikron gilt als ansteckender als bisherige Virusvarianten, sodass Experten innerhalb von kurzer Zeit mit einer hohen Anzahl an Infektionen rechnen. Die Regierungschefs von Bund und Ländern haben deshalb am Freitag Verschärfungen der Corona-Schutzmaßnahmen beschlossen. 2G+ in der Gastronomie gilt bundesweit dann nicht nur in Hotspots, sondern flächendeckend – wie das in Rheinland-Pfalz schon länger der Fall ist. Da Omikron-Infizierte nach derzeitigen Erkenntnissen aber weniger lang infektiös sind, werden die Quarantäne- und Isolationsregeln […]

  • Immer mehr gefälschte Impfausweise

    Immer mehr gefälschte Impfausweise

    Für Ungeimpfte wird es immer schwerer, am öffentlichen Leben teilzunehmen. Die einfachste Lösung wäre, sich impfen zu lassen. Doch immer wieder schrecken Menschen, die sich partout nicht impfen lassen wollen, auch nicht davor zurück, Impfpässe zu fälschen. Ein Hersteller von Stempeln aus Bad Homburg schlägt jetzt Alarm: Er bekommt immer mehr dubiose Aufträge. Eigentlich müsste Matthias Gronkiewicz sich freuen. Sein Laser, mit dem er Stempel herstellt, steht kaum noch still. Wären da nicht viele Aufträge, die ihm verdächtig vorkommen. Matthias Gronkiewicz, Stempelhersteller aus Bad Homburg „In den letzten vier Monaten haben wir insgesamt dreihundert Bestellungen gekriegt von Impfzentren, Arztstellen, Testzentren. Wir produzieren auch für Ärzte, aber die bestellen natürlich ihre Stempel und lassen sich die in die Praxis liefern und nicht an private Adressen. Der Arzt ist in Norddeutschland und der Besteller ist in Süddeutschland, das ist schon sehr ungewöhnlich.“ Bei den Behörden beißt er allerdings auf Granit. Das Bestellen und Herstellen von Stempeln ist erlaubt – egal was drauf steht. Also kann jeder der will sich einen Arztstempel anfertigen. Die Frage ist nur, was man dann damit anfängt. Den Schwarzen Peter haben also die Apotheken, die die digitalen Impfzertifikate ausstellen. Die müssen prüfen, ob die Stempel auch echt sind. Leandra Maier, Apothekerin aus Frankfurt „Leider haben wir jetzt in den letzten Monaten nach auch Einführung der 2G-Pflicht in Gastro und auch beim Einkaufen gemerkt, dass es leider zu einer sehr großen Zunahme kam wieder an gefälschten Impfpässen. Wir haben schon so unsere Eckpunkte die wir immer überprüfen und sind auch geschult in der Überprüfung der Impfpässe, sodass es uns eigentlich zu 100 Prozent auffällt, wenn da was nicht stimmt.“ Einfacher wäre es, wenn Impfzentren und Impfärzte das Zertifikat direkt ausstellen würden. Doch da das vielerorts nicht geschieht, bleibt das gelbe Impfheft das entscheidende Dokument – und die Schwachstelle. Matthias […]

  • Corona-Gipfel beschließt neue Einschränkungen wegen Omikron

    Corona-Gipfel beschließt neue Einschränkungen wegen Omikron

    Die besonders ansteckende Coronavirus-Variante Omikron hat die 7-Tage-Inzidenz bundesweit über 300 steigen lassen. Die Ministerpräsidenten der Länder haben deshalb heute mit Bundeskanzler Olaf Scholz über neue Corona-Regeln beraten. Dabei haben sie beschlossen, dass Restaurants künftig nur noch von Geimpften und Genesenen betreten werden dürfen, die einen aktuellen, negativen Corona-Test vorlegen oder eine Booster-Impfung nachweisen können. In Rheinland-Pfalz gilt diese 2G+-Regel schon länger. Wir haben Gastronomen in Mainz gefragt, was sie davon halten, dass diese Regel jetzt bundesweit eingeführt wird. Marco Rademacher, Betriebsleiter Spiritus Cocktailbar Mainz „Einheitlichkeit finde ich gut. Vor allem, weil es sehr viel für Verwirrung gesorgt hat. Vor allem bei den Gästen, aber auch bei uns. Ich glaube, es macht auch sehr viel Sinn. Weil, da wir gerade hier an der Grenze sind: Wenn bei uns 2G+ gilt und in Hessen gilt 2G, verlagert sich das einfach. Nach drüben, nach Hessen.“ Sarah Wilok, Geschäftsführerin Restaurant Bergschön Mainz „Wir haben viele tolle Testzentren hier in der Altstadt, generell in Mainz sind wir da gut aufgestellt. Aber trotzdem nimmt es die Spontaneität einfach. Und, ja, für uns wäre es schön gewesen, mit einem 2G zu arbeiten, mussten ja aber von Anfang an uns an das 2G+ halten. Und das hat uns sehr viel gekostet, auch an Weihnachtsfeiern.“ Dimitrios Tzakos, Geschäftsführer Restaurant Delphi Mainz „Also, die erste Woche, das war halt ein Stich ins Herz. Das war ganz, ganz schlimm. Die Miete kann im Dezember definitiv nicht bezahlt werden. Aber ich hab schon mit unserem Steuerberater geredet. Man muss erst mal den November, Dezember abwarten, dann muss man auch die Papiere abgeben – und wir sind jetzt auf die Überbrückungshilfe III Plus angewiesen -, damit wir wieder Geld vom Staat bekommen, damit wir unsere Mieten und unsere Ausgaben halt bezahlen können.“ Mainzer Gastronomen zur bundesweiten 2G-Plus-Regel. Nach Medienberichten haben Bund und […]

  • Malu Dreyer zu den Ergebnissen der Ministerpräsidentenkonferenz

    Malu Dreyer zu den Ergebnissen der Ministerpräsidentenkonferenz

    Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer begründet, warum es jetzt möglich ist, die Quarantäne-Zeiten zu verkürzen. Malu Dreyer (SPD), Ministerpräsidentin Rheinland-Pfalz: „Das hat zum einen den Hintergrund, dass Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen uns deutlich machen, dass man davon ausgehen kann, dass es medizinisch sehr gut vertretbar ist. Dass man es macht, einfach weil der Verlauf von Omikron ein anderer ist. Zum anderen wird dadurch sichergestellt, dass eben nicht so viele Bürger und Bürgerinnen gleichzeitig in der Isolation oder in der Quarantäne sind und wir damit einfach auch das gesellschaftliche Leben aufrecht erhalten können.“

  • Neue Hotspots und verkürzte Quarantänezeiten

    Neue Hotspots und verkürzte Quarantänezeiten

    Die Corona-Inzidenzen schnellen nach oben – mal wieder exponentiell. Die Politik bangt um die kritische Infrastruktur – wie Polizei und Feuerwehr. Wissenschaftler fürchten eher, dass die Pandemie außer Kontrolle geraten könnte, wenn sich Infizierte und Kontaktpersonen nur noch kurz in Quarantäne begeben. Viele Themen für die Ministerpräsidentenkonferenz morgen. Und dazu gibt es kurz vor dem Bund-Länder-Gipfel immer mehr Hotspots. Wiesbaden ist so ein Hotspot. Ab Sonntag gelten hier wohl zusätzliche Regeln. Wie Alkoholverbot an öffentlichen Plätzen und Maskenpflicht in Fußgängerzonen. In der hessischen Landeshauptstadt liegt die Sieben-Tage-Inzidenz über einem Wert von 350. In Städten, die diesen Wert an drei aufeinanderfolgenden Tagen überschreiten, greift die neue hessische Corona-Landesverordnung. Auch in Frankfurt werden die Regeln ab Samstag gelten. Omikron ist auf dem Vormarsch. Für die Gesundheitsminister der Länder ein Grund die Quarantäne zu verkürzen. Clemens Hoch, SPD, Gesundheitsminister Rheinland-Pfalz „Deswegen brauchen wir jetzt einheitlich Quarantäneregelungen, unabhängig davon, ob jemand mit Omikron oder Delta bei Corona Kontakt hatte, und zum zweiten sehen wir bei Omikron auch, dass man sehr viel schneller krank wird, aber auch die Chance hat, schneller zu genesen, und dass die Quarantäne nicht mehr ganz so lange wie bisher, das sind 14 Tage, dauert, sondern wir den Zeitraum verkürzen.“ Es geht vor allem um Mitarbeiter von Feuerwehr, Energieversorgern und Polizei. Für sie könnte mit einem negativen PCR-Test die Quarantäne bereits nach fünf Tagen enden. Beschäftigte der kritischen Infrastruktur – dazu gehört natürlich auch das Krankenhauspersonal. Reinhard Schaffert ist der Geschäftsführer des Klinikverbunds Hessen. Eine Verkürzung der Quarantäne-Zeit von 14 auf fünf Tage würde er begrüßen. Reinhard Schaffert, Geschäftsführer Klinikverbund Hessen „Die Verkürzung der Quarantänezeit hilft auf jeden Fall. Es gibt grundsätzlich einen Personalmangel und da ist es natürlich kritisch, wenn durch die Quarantäneregelung mit der zu erwartenden Omikronwelle noch mehr Personal ausfällt.“ In Hessen liegt die Sieben-Tage Inzidenz bei 281,9 […]

  • Zu wenig Blutspenden wegen Corona

    Zu wenig Blutspenden wegen Corona

    Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie heißt es: Abstandhalten, Hygienemaßnahmen beachten und Maske tragen. So kann man sich und anderem vor einer Corona-Infektion schützen und sogar Leben retten. Leben retten geht aber auch anders: durch Blutspenden. Für Unfallopfer, Krebspatienten und für Organtransplantationen wird das so wichtige Blut benötigt. Doch nur 5% der Bevölkerung spendet regelmäßig Blut. Und es werden immer weniger. Nun schlägt das Deutsche Rote Kreuz Alarm. Martina Pulsack ist eine von wenigen. Hier beim Blutspendedienst in Bad Kreuznach kommt sie regelmäßig vorbei, um, wie sie sagt, „ihren gesellschaftlichen Beitrag zu leisten“. Der Ablauf samt des kleinen Piks, für Martina Pulsack reine Routine. Martina Pulsack, Blutspenderin „Ich denke mir, es könnte jeder Mal in die Verlegenheit kommen, selber mal Blut zu benötigen. Und wenn dann eine Operation verschoben werden muss, weil sie nicht stattfinden kann, weil man kein Blut hat, was nötig ist, dann sieht’s schlecht aus.“ Schlecht sehen auch die aktuellen Spenderzahlen aus. Seit Dezember verzeichnet das Rote Kreuz einen Rückgang um 20%, teilweise sogar um bis zu 50%. Im Laufe des Jahres gäbe es zwar immer Schwankungen, doch so ein Rückgang sei besorgniserregend. Ein Grund dafür könnte die vierte Welle der Corona-Pandemie sein. Daniel Beiser, Pressesprecher DRK-Blutspendedienst West „Wir haben seit einigen Wochen eine FFP2-Maskenpflicht, wir haben eine 3G-Regelung auf den Blutspendeterminen, das mag sicherlich den einen oder anderen verunsichern. Ob es der Grund ist, können wir nicht sagen. Das ist ganz schwierig zu beurteilen. Aber es gibt vielfältige Gründe. Neue Virusvarianten, verschiedene neue Regelungen. Das mag alles zutreffen sicherlich.“ Einen Stock tiefer wird das gespendete Blut aufbewahrt. Ein Blick in das Lager zeigt: die Lage ist dramatisch. Die Regale sind fast leer. Der Notvorrat hält nur noch wenige Tage. Und es kommen immer neue Bestellungen rein. Gerade sucht ein Mitarbeiter Blutkonserven für das Lahntalklinikum in Meisenheim, die […]

  • Trauer um Trude Simonsohn

    Trauer um Trude Simonsohn

    Die Holocaust-Überlebende Trude Simonsohn ist gestorben. Das teilte die Jüdische Gemeinde Frankfurt heute mit. Die 100-jährige war eine der letzten Zeitzeuginnen der NS-Verbrechen und überlebte zwei Konzentrationslager. Sie berichtete vor Schulklassen, in Vereinen und Institutionen über ihre Erlebnisse im Dritten Reich. „Eine bedeutende Hessin ist von uns gegangen“ – so der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier. Simonsohn habe sich um die Erinnerungskultur und den Wiederaufbau von jüdischem Leben in Hessen verdient gemacht. Meron Mendel, Direktor Bildungsstätte Anne Frank: „Trude Simonsohn ist unersätzlich – so einer starke und zugleich optimistische Frau begegnet man nicht jeden Tag. Die Erinnerung an sie wird mich immer begleiten. (…) Sie hat uns immer sozusagen ein Ziel gesetzt, dass es nicht nur um die Vergangenheit geht. Es geht um die Zukunft. Wenn sie mit Jugendlichen gesprochen hat, hat sie immer gesagt: Ihr habt keine Schuld, aber ihr tragt eine Verantwortung, das so was nicht wieder passiert.“ Trude Simonsohn war Preisträgerin der Wilhelm Leuschner Medaille, der höchsten Auszeichnung des Landes Hessen und war die erste Ehrenbürgerin Frankfurts.

  • Omikron-Welle wird immer größer

    Omikron-Welle wird immer größer

    Vieles wiederholt sich in Sachen Corona. Doch die Gefahr, dass die sogenannte kritische Infrastruktur ausfällt, also Polizei, Feuerwehr oder Stromversorgung – die ist neu. Aus diesem Grund fürchtet die Politik die Omikron-Welle noch mehr als die vier bisherigen Corona-Wellen. Deshalb sollen auf dem Bund-Länder-Treffen am Freitag die Schutzmaßnahmen noch einmal verschärft werden. Kommt da nicht nur eine Welle auf uns zu, sondern eine regelrechte Wand? Darauf bereiten uns zumindest die Wissenschaftler vor. Klar ist, am fünften Tag des noch neuen Jahres hat die Pandemie das Land wieder voll im Griff. Aus den Testlaboren in Hessen und Rheinland-Pfalz kommen schlechte Nachrichten. In Hessen ist die Sieben-Tage-Inzidenz der Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner von 222 am Vortag auf 252 gestiegen. Den höchsten Wert hat weiterhin der Kreis Fulda mit 443, gefolgt von den Städten Frankfurt mit 378 und Darmstadt mit 363, die nun beide erstmals über der Inzidenzmarke von 350 liegen, ab der nach drei Tagen strengere Hotspot-Regeln gelten. Dabei ist zu bedenken, dass während der Feiertage und zum Jahreswechsel weniger getestet und gemeldet wurde. Die Zahlen könnten demnach um einiges höher liegen. Dasselbe gilt auch für Rheinland-Pfalz, wo die Sieben-Tage-Inzidenz nach Angaben des Landesuntersuchungsamtes von 170 auf 196 gestiegen ist und sich damit wieder der 200er-Marke nähert. Die höchste Sieben-Tage-Inzidenz weist die Stadt Kaiserslautern mit 426 auf, gefolgt vom Kreis Kaiserslautern mit 378 und der Stadt Mainz mit 320. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat bereits eine Verschärfung von Kontaktbeschränkungen angekündigt: Karl Lauterbach, SPD, Bundesgesundheitsminister „Verschärfungen werden leider notwendig sein, um der schweren Welle, die auf uns zukommt, zu begegnen. Ich möchte es den Ungeimpften ersparen, dass sie auf die Intensivstation kommen.“ Als Bundestagsabgeordneter arbeite Lauterbach für eine allgemeine Impfpflicht ab 18 an einem entsprechenden Vorschlag: Karl Lauterbach, SPD, Bundesgesundheitsminister „Er soll unbürokratisch sein und bevorzugt ohne Impfregister auskommen. Es soll auch keine neuen […]

  • Corona-Testlabore finden immer mehr Omikron-Fälle

    Corona-Testlabore finden immer mehr Omikron-Fälle

    Wie dominant ist Omikron heute schon? Darüber spricht Markus Appelmann mit dem Geschäftsführer des Labors Bioscientia in Ingelheim, Dr. Oliver Harzer. Markus Appelmann, Moderator: Guten Tag. Dr. Oliver Harzer, Geschäftsführer Bioscentia Ingelheim: Guten Abend, Herr Appelmann. Appelmann: Ihre Proben stammen vor allem aus Rheinland-Pfalz und aus Hessen. In wie vielen finden Sie prozentual momentan die neue Omikron Variante? Harzer: Also seit gestern shaben wir die 70% geknackt in den beiden Bundesländern Hessen und Rheinland-Pfalz. Und ja, das ist so die Entwicklung, die wir jetzt über die ganze letzte Woche, also die Woche zwischen Weihnachten und Silvester auch schon gesehen haben. Wir sind da kontinuierlich angestiegen in der Relation Omikron zu Omikron hat Delta also sozusagen dann jetzt überholt und ist jetzt eigentlich in der Zwischenzeit die führende Variante geworden. Appelmann: Wenn Omikron die vorherrschende Variante ist, müssen dann die Impfstoffe schnell angepasst werden? Harzer: Also, ich glaube, dazu., da bin ich jetzt kein Spezialist. Ich kann dazu nur sagen, dass ich glaube, dass die Impfstoffhersteller da ein Auge drauf haben. Und wir müssen natürlich auch beobachten, wie jetzt die geimpften Patienten generell reagieren auf Omikorn. Das, was man bis jetzt so sieht, ist es ja so, dass die Impfung auf jeden Fall schützt, nach wie vor. Ich könnte mir trotzdem vorstellen, dass es dann jetzt im Rahmen der Veränderungen des Virus Anpassungen gibt, wie wir das ja auch beim Grippevirus kennen. Das wird ja auch regelmäßig von der WHO immer wieder untersucht. Und dann gibt es jedes Jahr oder alle zwei Jahre dann auch neue neue Impfstoff-Konstellationen und das könnte es sicherlich hier auch geben. Appelmann: Durch die neue Omikron-Variante steigen die Infektionszahlen rasant an. Das bedeutet: Wir benötigen mehr PCR-Tests. Haben wir überhaupt die Kapazitäten, um mehr Tests durchzuführen? Harzer: Ja, wir sind … ich glaube, die Labore in […]

  • Warum wird in Kitas nicht auf Corona getestet?

    Warum wird in Kitas nicht auf Corona getestet?

    Die Omikron-Variante breitet sich weiter aus und die Infektionszahlen steigen deutlich. Gestern hat die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig daher erklärt, dass sich auch Geimpfte oder Genesene an Schulen testen lassen können, um möglichst schnell einen Infektionsherd zu erkennen. In Kindertagesstätten hingegen gibt es keine Testpflicht. Angesichts der steigenden Zahlen fordert aber der Kita-Fachkräfteverband Rheinland-Pfalz auch für Kitas eine landesweite Teststrategie. Es ist noch fast dunkel in Kirrweiler, als heute Morgen die ersten Kinder in der Kita St. Elisabeth ankommen. Leiterin Eva Waldenberger nimmt die Kinder an der Tür in Empfang, da die Eltern nicht mit rein dürfen. Im Dunkeln bleibt auch, ob eins der Kinder vielleicht mit dem Coronavirus infiziert ist. Denn getestet sind die Kinder nicht. Angst vor einer Infektion hat die Leiterin jedoch keine. Eva Waldenberger, Leiterin Kita St. Elisabeth Kirrweiler „Es ist immer so tagesformabhängig. Also vom Grundprinzip her nehme ich sie eigentlich mit einem guten Gefühl in Empfang. Weil ich selbst bin geimpft, ich bin geboostert mittlerweile, und wir haben eigentlich schon Eltern, die da sehr verantwortungsbewusst auch mit umgehen, und wenn die Kinder krank sind, sie zu Hause lassen.“ Trotzdem würde sie den Kindern gerne Coronatests anbieten, um Infektionen schneller zu entdecken und einzudämmen. Doch im Gegensatz zu Schulen unterstützt das Land die Kindertagesstätten dabei nicht. Eine Testpflicht lehnt Eva Waldenberger ab. Auch weil die Eltern beim Thema Testen eher geteilter Meinung sind. Luzia Hagenbucher „Ich finde es vielleicht gar nicht schlecht, wenn die Kinder auch getestet werden. Weil ständige kommen ja neue Varianten und da finde ich es gut, dass auch die Kinder sicher sind im Kindergarten.“ Martin Groß „In Schulen finde ich es vielleicht noch in Ordnung, weil da sind die Kinder schon ein bisschen größer und verstehen das Ganze auch. Wenn ich jetzt meiner dreijährigen Tochter sag, sie muss sich jeden Morgen […]

  • Immer mehr „Spaziergänge“ der Corona-Leugner

    Immer mehr „Spaziergänge“ der Corona-Leugner

    Auch am ersten Montag des neuen Jahres sind in mehreren Städten bei uns Menschen gegen die Corona-Maßnahmen auf die Straße gegangen. Zunächst nach Rheinland-Pfalz: In Koblenz zählte die Polizei etwa 1500 Teilnehmer. Auch in Mainz, Trier und Kaiserslautern fanden sogenannte „Montagsspaziergänge“ statt. Jetzt nach Hessen, wo unter anderem in Fulda gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert wurde. 1000 Teilnehmer wurden gezählt – bei der Demo kam es auch zu Übergriffen auf Polizeibeamte. Sie fühlen sich als Opfer – und werden dabei selbst zu Tätern: Als die Polizei diese Querdenker-Demo in Fulda auflösen will, greifen mehrere Teilnehmer die Beamten an. Ein Polizist wird dabei verletzt. Viele Demonstranten hatten sich zuvor trotz mehrfacher Aufforderung nicht an die behördlichen Auflagen gehalten, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen und Sicherheitsabstände einzuhalten. Der Polizei bleibt deshalb nichts anderes übrig, als die Versammlung für beendet zu erklären – schließlich eskaliert die Lage. Angriffe auf Polizeibeamte: Vor allem bei Protesten gegen die Corona-Maßnahmen gebe es die immer häufiger, beklagt auch die Gewerkschaft der Polizei. Jens Mohrherr, Landesvorsitzender Gewerkschaft der Polizei (GdP) Hessen „Was natürlich immer wieder passiert, ist das Entgleisen auch harmlos aussehender Protestler, die dann sofort in Gewalt umschlagen. Nicht nur Spucken und Anhusten, sondern tatsächlich auch zuschlagen. Die Gewaltbereitschaft ist nicht nur latent da, sondern sie wird auch ausgeübt. Und viele Kolleginnen und Kollegen werden wohl auch weiterhin verletzt werden.“ Auch in Frankfurt gehen gestern mehrere Hundert Menschen auf die Straße, um gegen die Corona-Schutzmaßnahmen zu demonstrieren. Angemeldet ist die Demo nicht – ein so genannter „Spaziergang“ also. Auch hier: Keine Masken, keine Mindestabstände. Die Polizei löst die Versammlung schließlich auf. Von einigen verbalen Scharmützeln abgesehen, bleibt die Lage aber weitgehend friedlich. Anders als in Fulda: Hier muss die Polizei gestern sogar Tränengas einsetzen, um sich gegen aggressive Demonstranten zu wehren. Auch für die Beamten keine einfache Situation. Jens […]

  • Corona-Hotspot Fulda muss Regel verschärfen

    Corona-Hotspot Fulda muss Regel verschärfen

    Neues Jahr – neue Corona-Ausgangslage. Den fünften Tag in Folge zeigt die Infektionskurve wieder nach oben. Da die Corona-Ansteckungen – da ist sich die Wissenschaft sicher – jetzt schnell steigen werden, wird aktuell darüber gesprochen, ob die Quarantäne möglicherweise verkürzt werden kann. Noch werden die Entscheidungen geschoben, da – wie immer rund um Feiertage – die Datenlage unklar ist. Ein Update zur Corona-Lage. Die Aussichten zum Jahresanfang, sie könnten heiterer sein. Die bundesweite Corona-Inzidenz steigt wieder an, liegt heute bei 232,4. Da allerdings während der Feiertage in Deutschland weniger getestet wurde und nicht alle Gesundheitsämter ihre Daten ans Robert-Koch-Institut übermittelt haben, befürchtet Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach, dass die Inzidenz eigentlich rund zwei- bis dreimal so hoch ist. So oder so sei aber sicher, dass die neue, noch ansteckendere Virus-Variante Omikron auf dem Vormarsch ist. In wenigen Tagen könnte sie die bislang dominante Delta-Variante abgelöst haben. In der Mainzer Innenstadt treffen wir heute aber kaum jemanden, der richtig besorgt ist. Heinz Atzinger, Renter „Weil ich jetzt aus Bekannten-und Familienkreisen, die sich infiziert haben vor geraumer Zeit aber auch geimpft waren und nur ganz kurz infiziert waren, also merklich infiziert waren, und von daher gesehen, bin ich nicht mehr so ganz beunruhigt.“ Peter Dilly, Rentner „Es wird hoffentlich besser. Man hat immer die Hoffnung. Die Hoffnung stirbt zuletzt.“ Prof. Dr. Harald Klausmann, Professor für Elektrotechnik „Wir sind eigentlich eher entspannt, also ich denk halt, das wird schon abnehmen. Bisschen blöd halt, dass sehr viele sich nicht impfen lassen, muss ich ganz direkt sagen.“ Mit einer Inzidenz von 403,1 ist der hessische Landkreis Fulda aktuell der Hotspot in Hessen und Rheinland-Pfalz. Hier gelten deshalb nun schärfere Corona-Schutzmaßnahmen. In den Fußgängerzonen und Einkaufsstraßen muss jetzt Maske getragen werden, auf belebten Plätzen gilt ein Alkoholverbot. Im Innenraum gilt in hessischen Hotspots, was in Rheinland-Pfalz bereits seit […]