Im Talk: Hebamme Christiane Warta zur neuen Vergütungsordnung
Eva Dieterle spricht mit der Beleghebamme aus Speyer über die Auswirkungen des neuen Vertrags. Eva Dieterle, Moderatorin: Schön, dass Sie heute hier sind. Guten Abend. Frau Warta, Sie arbeiten täglich in diesem Beruf. Können Sie uns zunächst mal ein Lagebild aus Ihrer persönlichen Einschätzung geben? Wie schlimm ist denn die Lage gerade tatsächlich? Christiane Warta, Hebamme: Es ist genauso, wie wir es erwartet haben. Für uns in unserem Team können wir jetzt gerade für November sprechen, und da ist es so, dass wir tatsächlich 30 % weniger verdient haben und gleichzeitig mehr Hebammen im Dienst waren. Das heißt, die Einbußen sind noch mal höher. Dieterle: Wo liegt denn an diesem neuen Vertrag für Sie das allergrößte Problem? Warta: Der Vertrag hat einen unglaublichen bürokratischen Aufwand für uns. Und Frauen haben keinen Transponder. Das heißt, wir können nicht an die Frau anticken, bei der wir gerade sind, weil wir einfach ganz oft zwischen Leistung wechseln müssen. Und das bedeutet für uns einfach einen ganz hohen bürokratischen Aufwand. Was eben Zeit bedeutet, die wir nicht mehr bei den Frauen verbringen können. Und der Vertrag bedeutet auch für uns, dass wir eben im Moment nicht nur weniger verdienen, sondern auch ein ganz großes Problem mit der Abrechnung haben und unsere Abrechnungsdienstleister uns das Geld nicht ausbezahlen können, weil die Krankenkassen mit einem neuen Algorithmus arbeiten, der dazu führt, dass ganz viele Rechnungen insgesamt gekürzt werden – und zwar nicht nur einzelne Positionen, sondern komplette Rechnungen, sodass unsere Abrechnungsdienstler in Widerspruch gehen müssen und wir weniger verdienen und länger auf unser Geld warten müssen. Dieterle: Das sind viele Konsequenzen, die Sie ganz unmittelbar betreffen und spüren. Schauen wir aber auch mal auf die gesamtgesellschaftlichen Folgen, denn schon jetzt gibt es ja zu wenig Hebammen. In manchen Regionen ist dieser Mangel sogar eklatant. Das Ganze […]


