Gesellschaft

  • Veranstaltungsbranche will wieder durchstarten

    Veranstaltungsbranche will wieder durchstarten

    Keine Konzerte, Messen oder Feste – zwei Jahre lang hat die Corona-Pandemie die gesamte Veranstaltungsbranche nahezu lahmgelegt. Durch die Lockerungen will nun ein ganzer Wirtschaftszweig endlich wieder durchstarten. Beim ersten großen Branchentreff, der „Prolight + Sound“-Messe in Frankfurt, werden aber auch Probleme deutlich. Endlich wieder Action auf der Bühne. Mit noch spektakuläreren Lichteffekten, aufwendigeren Bühnen und vor allem Publikum will die Event-Familie wieder durchstarten. Nach zwei Jahren fast durchgängigem Veranstaltungs-Lockdown gibt es beim Neustart allerdings gemischte Gefühle. Nicole Behr, Vorstand Interessengemeinschaft Veranstaltungswirtschaft „Wir wissen, was diese Saison bringen kann. Man weiß es noch nicht so hundertprozentig, aber man hat ein gutes Gefühl. Aber man muss das alles jetzt auch erst wieder ausgleichen und auch wieder an den Markt bringen.“ Vor der Pandemie setzte die Veranstaltungsbranche in Deutschland 130 Milliarden Euro im Jahr um, dann brachen die Umsätze um 80 Prozent ein. Das ging auch an den rund 14.000 Firmen in Hessen und Rheinland-Pfalz nicht spurlos vorbei. Noch lässt sich gar nicht genau abschätzen, wie viel Personal die Branche verlassen und sich andere Jobs gesucht hat. Nicole Behr, Vorstand Interessengemeinschaft Veranstaltungswirtschaft „Wir haben unfassbaren Fachkräftemangel. Aber wir haben auch einen ganz großen Mangel an Helfern, die bei großen Festivals und Open Airs aufbauen oder Catering machen. Die Leute sind einfach nicht mehr da und das wird der große Gamechanger werden dieses Jahr.“ Wir treffen Christian Sommer auf der Messe. Seine Kasseler Firma für Veranstaltungstechnik hatte vor Corona 350 Angestellte, inzwischen sind es 100 weniger. Die Auftragsbücher sind voll, Mitarbeiter aber rar. Nach den Erfahrungen der vergangenen beiden Jahre hat Christian Sommer eine klare Forderung: Auch über diesen Sommer hinaus keinen weiteren Lockdown. Christian Sommer, Geschäftsführer Ambion GmbH „Wenn man jetzt in den Herbst guckt – wir haben eine unklare Pandemiesituation –, dann ist die Aufgabe der Politik, eine Perspektive zu schaffen, […]

  • LPR-Forum Medienzukunft

    LPR-Forum Medienzukunft

    Eine starke Demokratie braucht unabhängigen Journalismus. Ohne freie Presse bleibt nur Propaganda – wie man zurzeit am Beispiel Russland deutlich sehen kann. Doch auch bei uns haben es Journalisten schwer: etwa, wenn sie von Corona-Leugnern und anderen als „Lügenpresse“ beschimpft werden. Umso wichtiger, Lügen, Desinformation und Hetze etwas entgegenzusetzen – durch klaren, aufrichtigen Journalismus. Aber wie kann das in Zeiten der Krise am besten gelingen? Was muss guter Journalismus leisten, um nicht nur wahr-, sondern auch ernst genommen zu werden? Diese und andere Fragen standen beim „Forum Medienzukunft“ der hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien in Frankfurt im Mittelpunkt. Für die Journalistin Alexandra Borchardt steht fest: Um sich im Sturm gegen Lügen, Fake-News und Anfeindungen zu behaupten, brauche guter Journalismus vor allem eines – und zwar Haltung. Prof. Alexandra Borchardt, TUM School of Management München „Wir müssen ja mit beiden Beinen fest auf dem Boden der Demokratie stehen. Und das alleine ist schon die Haltung, die Erdung, die wir brauchen. Denn wenn wir nicht die Demokratie vertreten, dann sägen wir ja auch den Ast ab, auf dem wir sitzen, auf dem unsere ganze Mission beruht, unser ganzes Geschäftsmodell. Wir brauchen eine Haltung gegenüber Menschenrechten. Das ist einfach unsere Aufgabe, auch die Stimmen von denen hörbar zu machen, die sonst nicht so oft gehört werden.“ Viele Menschen suchen sich ihre Wahrheiten in oft dubiosen Internetforen und nicht mehr in den klassischen Medien. Deshalb müsse sich guter Journalismus umso mehr auf seine Kernkompetenzen konzentrieren: gründliche Recherche, die saubere Trennung von Fakten und Meinung – und vor allem die Verpflichtung zur Wahrheit ohne Wenn und Aber. Joachim Becker, Direktor der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien „Wenn das eingehalten wird, dann ist eigentlich im Wesentlichen der Kern der journalistischen Arbeit schon erfüllt. Es gibt allerdings auch viele Dinge, auf […]

  • Rheinland-Pfalz verkürzt Corona-Isolation auf 5 Tage

    Rheinland-Pfalz verkürzt Corona-Isolation auf 5 Tage

    Die Zahl der Corona-Neuinfektionen steigt aktuell wieder an. Heute liegt die bundesweite 7-Tage-Inzidenz bei 909,1. Gleichzeitig hat die rheinland-pfälzische Landesregierung beschlossen, die Dauer der Isolation für Corona-Infizierte ab Mai zu verkürzen. Für Kontaktpersonen von Infizierten entfällt die Quarantäne sogar ganz. Hessen und andere Bundesländer dürften bald nachziehen. Wer sich mit Corona infiziert, muss sich zuhause isolieren. Daran ändert auch die neue Absonderungsverordnung des Landes nichts. Ab Mai kann die Isolation aber bereits nach fünf statt wie bislang sieben Tagen beendet werden. Die Isolation endet nach fünf Tagen automatisch, vorausgesetzt man ist bereits 48 Stunden symptomfrei. Ein negativer Schnelltest wie bisher ist dann nicht mehr nötig. Halten die Symptome aber an, muss die Isolation fortgesetzt werden. Solange bis 48 Stunden lang keine Symptome mehr auftreten. Spätestens nach zehn Tagen ist die Isolation dann aber in jedem Fall beendet. Kontaktpersonen von Infizierten müssen zudem ab Mai überhaupt nicht mehr in Quarantäne. Das soll vor allem den Gesundheitsämtern eine Menge Arbeit ersparen. Aber: Bettina Dickes, CDU, Landrätin Bad Kreuznach „Das tut es nicht, weil die Regeln sich schon seit Monaten verändert haben, das wir Kontaktpersonen nicht mehr informieren. Insofern ist das, was öffentliche Verwaltung macht, schon lange an der Stelle runtergefahren. Insoweit ist das ein Punkt, der uns nicht entlastet, aber in der Gesamtsumme viel macht.“ Denn vor allem die Wirtschaft profitiere davon, wenn Mitarbeiter schnell wieder in ihre Betriebe zurückkehren können. Nach Daten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ist das Risiko, andere Menschen mit Coronaviren anzustecken, kurz vor und unmittelbar nach Symptombeginn am höchsten und lässt mit der Zeit stark nach. Studien legen außerdem nahe, dass Menschen, die gegen Covid-19 geimpft sind, – und das sind immerhin rund 75 Prozent der Rheinland-Pfälzer – von vornherein kürzer und insgesamt weniger stark ansteckend sind. Diese Datenlage macht die Verkürzung der Isolationsdauer für den rheinland-pfälzischen […]

  • Weitere Nachrichten im Überblick

    Weitere Nachrichten im Überblick

    Flughafen Hahn im Aufwind — Kritik an Neun-Euro-Ticket — EU-Sanktionen gegen Gerhard Schröder? — Jungaale im Rhein ausgesetzt Hahn im Aufwind Der insolvente Airport Hahn im Hunsrück kann auch im Mai seinen Flugbetrieb fortsetzen. Das hat der Insolvenzverwalter Jan Markus Plathner mitgeteilt. Die Zahl der Fluggäste steige wieder, auch das Frachtgeschäft entwickle sich positiv. Der Flughafen suche mehr Mitarbeiter für die Bodendienste. Die Arbeitsverhältnisse seien unbefristet. Morgen wird es am Insolvenzgericht in Bad Kreuznach insgesamt sechs Gläubigerversammlungen geben. Sie betreffen die Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH und fünf mit ihr verbundene Gesellschaften. Dabei wird Plathner die Gläubiger über die Details des Insolvenzverfahrens informieren. Kritik an Neun-Euro-Ticket Die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände befürchtet, dass viele Nutzer des Neun-Euro-Tickets von dem Angebot im Nahverkehr enttäuscht sein werden. Die Zahl der Fahrgäste steige schon jetzt wieder an. Wenn ab dem 1. Juni viele Neukunden dazu kämen, seien die Busse und Bahnen schnell überfüllt. Es reiche nicht, nur billige Fahrkarten anzubieten. Um die Menschen dauerhaft zum Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel zu bewegen, müssten die Verbindungen im Nahverkehr verbessert und die Infrastruktur ausgebaut werden. EU-Sanktionen gegen Schröder? Der hessische SPD-Bundestagsabgeordnete Michael Roth hält es für möglich, dass die EU Sanktionen gegen Altkanzler Gerhard Schröder verhängt. Es sei tragisch, dass ernsthaft über Strafmaßnahmen gegen einen ehemaligen SPD-Bundeskanzler diskutiert werden müsse, der zum Gaslobbyisten geworden sei. Seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine steht Schröder in der SPD zunehmend unter Druck. Grund dafür ist seine Nähe zum russischen Präsidenten Wladimir Putin und seine Tätigkeit für russische Staatskonzerne. Jungaale ausgesetzt Zwischen Worms und Mainz wurde heute eine Tonne Jungaale im Rhein ausgesetzt. Nach einer Verordnung der Europäischen Union muss der Bestand der Fische jährlich mit Jungtieren unterstützt werden. Trotzdem geht die Population zurück. Vor allem die jungen Tiere werden für den Verzehr gefangen. Zudem sind viele Flüsse wegen der Schleusen […]

  • Hessische Justizministerin informiert über Kampf gegen Drogen

    Hessische Justizministerin informiert über Kampf gegen Drogen

    Das Frankfurter Bahnhofsviertel ist ein Ort, an dem sich bekanntlich nicht nur Reisende, sondern auch viele Kriminelle und vor allem Drogendealer tummeln. Problem: Da die Straßendealer oft nur kleinste Mengen an Rauschgift und auch nur wenig Bargeld bei sich haben, mussten Polizei und Justiz sie in den meisten Fällen nach ein paar Stunden wieder laufen lassen – am nächsten Tag ging das Katz- und Mausspiel dann von vorne los. Um das zu verhindern, haben Ermittler, Strafverfolger und das Justizministerium vor zwei Jahren die Daumenschrauben angezogen: In beschleunigten Verfahren können seitdem auch Kleindealer innerhalb einer Woche zu einem Jahr Gefängnis verurteilt werden – bis zur Hauptverhandlung bleiben sie zuvor in Haft. Zudem darf die Polizei nun auch kleinere Geldbeträge, die die festgenommenen Straßendealer bei sich haben, leichter einziehen. Eva Kühne-Hörmann, CDU, Justizministerin Hessen „Das Phänomen des Rauschgifthandels im Straßenbereich am Frankfurter Hauptbahnhof war ein Phänomen, das bekämpft werden musste. Und heute wissen wir, dass durch die Zusammenarbeit von Polizei, Staatsanwaltschaft und dem Amtsgericht es möglich ist, zu mehr Verurteilungen zu kommen insbesondere im gewerbsmäßigen Bereich des Rauschgifthandels, wir mehr Verurteilungen haben, einen größeren Abschreckungseffekt und mehr Sicherheit für die Bevölkerung.“ Die nackten Zahlen stimmen aber bislang eher weniger optimistisch: Seit Einführung des neuen Verfahrens wurden gerade einmal 19 Angeklagte wegen gewerbsmäßigen Drogenhandels verurteilt – also weniger als zehn im Jahr.

  • Stadt Frankfurt will E-Scooter-Chaos beenden

    Stadt Frankfurt will E-Scooter-Chaos beenden

    Seit Juni 2019 sind E-Scooter in Deutschland zugelassen und bisher konnten Entleiher das Gefährt nach Lust und Laune abstellen. Das hat jetzt ein Ende. Mit einer sechsmonatigen Übergangsphase hat die Stadt Frankfurt jetzt neue Regeln eingeführt und möchte damit vor allem in der Innenstadt für mehr Ordnung sorgen. Sie werden auf dem Boden liegend zur Stolperfalle, stehen mitten auf dem Gehweg. Viele Frankfurter sind von den wild abgestellten E-Scootern einfach nur noch genervt. Nicolas Schmidt, Lehrer „Wenn man es eben frei lässt, dann sieht man schon was mit denen passiert. Dass die überall rumfliegen und dass das sowohl das Stadtbild irgendwie verschandelt als einfach aus Umweltaspekt-Gründen.“ Anna Sommerer, Studentin „Ich persönlich habe die noch nie benutzt und ich finde, es sind zu viele mittlerweile und ich finde es schade, dass es keine festen Orte gibt, wo man die abstellen kann.“ Timucin Guezey, Marketing Berater „Gerade wenn man in beliebten Hotspots schaut, dann liegen die doch immer quer rum, teilweise sogar im Main oder auch im Grünen. Also, da ist das Umweltbewusstsein der Nutzer noch nicht so da.“ Gegen das Abstellchaos will die Stadt jetzt vorgehen und hat Anfang April neue Regeln eingeführt. Dazu zählen auch feste Parkplätze. Mit der Berliner Straße und dem Baseler Platz sind aber erst an zwei Orten feste Abstellflächen eingerichtet. Viel zu wenig für die etwa 6.500 E-Scooter, die in Frankfurt unterwegs sind. Stefan Majer, Bündnis 90 / Die Grünen, Verkehrsdezernent Frankfurt „Ja, wir haben jetzt angefangen mit diesen festen Stationen. Aber das ist nur der eine Teil. Der andere Teil ist, dass die Verleiher uns melden müssen, wo sie die E-Scooter abstellen. Sie dürfen pro Standort nur immer nur fünf Stück zusammen abstellen und das müssen sie uns melden, sodass wir auch ein Stück Kontrolle drüber haben. Und zwischen diesen einzelnen Standorten, die dann die […]

  • Wohin schauen wir zuerst?

    Wohin schauen wir zuerst?

    Jeder von uns achtet bei einem Bild auf etwas anderes, jeder hat seinen eigenen Blick auf die Dinge. Genau diesem Phänomen gehen Forscher der Universität Gießen jetzt genau auf den Grund. „Millionen Augenblicke“ heißt das Projekt – und wir alle können mitmachen. Täglich werden unsere Augen mit unzähligen Eindrücken konfrontiert; wir müssen sie registrieren, sie bewerten. Dutzende Fotos, die Alltagsszenen widerspiegeln. Ganz schnell hintereinander. Wo soll man da bloß immer als erstes hinschauen? Dr. Ben de Haas, Wahrnehmungsforscher Universität Gießen „Man hat den Eindruck, man sieht alles, was vor uns ist, auf einmal. Aber das ist eine Täuschung. In Wirklichkeit ist es so, dass jeder einzelne Augenblick nur einen ganz kleinen Teil der Szene vor uns wirklich klar auflösen kann. Das liegt daran, wie die Netzhaut aufgebaut ist: Wir haben viel mehr Lichtrezeptoren am Punkt des schärfsten Sehens als in der Peripherie. Und unser Gehirn geht damit so um, dass es die Augen ständig springen lässt.“ Um diese Augenbewegungen zu messen, haben Dr. Ben de Haas und sein Doktorand Marcel Linka eine Art Passfoto-Box aufgestellt. Nicht in einem sterilen Universitäts-Labor, sondern hier, im Mitmach-Museum ‚Mathematikum‘ in Gießen. Die Forscher erhoffen sich so, dass möglichst viele Besucher teilnehmen, von ganz jung bis ganz alt. Vor allem ganz viele sollen es sein. Angepeilt sind 10.000 Probanden, die die Grundlage bilden für den größten Datensatz der Welt über menschliche Augenbewegungen. Millionen Augenblicke eben. Marcel Linka, Doktorand Universität Gießen „Die Eye-Tracking-Kamera befindet sich genau unter dem Bildschirm. Das ist hier diese schwarze Leiste. Die scheint ein schwaches Infrarotlicht auf meine Augen jetzt gerade und fängt dann die Reflektionen der Augen ein. Und berechnet, okay … wo in dem Bild hab ich jetzt gerade hin geguckt … und erfasst das dann. Genauso wie auch die Dauer, die wird auch gemessen die ganze Zeit. Wo gucke […]

  • Medienanstalten prüfen Verstöße gegen Jugendschutz

    Medienanstalten prüfen Verstöße gegen Jugendschutz

    Am 24. Februar 2022 startete Russland einen großangelegten Überfall auf die Ukraine. Krieg mitten in Europa. Seit Wochen dominieren die schrecklichen Bilder unsere Nachrichten. Nachrichten, die auch Kinder und Jugendliche hier bei uns erreichen. Und darauf haben die Landesmedienanstalten einen besonderen Blick. Denn immer wieder werden der zentralen Aufsichtsstelle, der Kommission für Jugendmedienschutz, Hinweise auf Verstöße im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine gemeldet. Eva Dieterle spricht darüber mit dem Kommissionsvorsitzenden Dr. Marc Jan Eumann. Kinder. Viele von ihnen sind in der Ukraine bei Angriffen ums Leben gekommen. Und noch viel mehr sind auf der Flucht. Es sind diese Bilder aus der Ukraine, die uns seit Wochen beklemmen. Kriegshandlungen mitten in Europa. Und auch die Kinder hier bekommen den Krieg mit. In vielen Kindergärten und Schulklassen wurden erste Flüchtlingskinder aus der Ukraine aufgenommen, Schüler veranstalten Demonstrationen und auch in den Medien ist der Krieg omnipräsent – mit teilweise erschütternden Bildern. Und genau hier beginnt die Arbeit der Kommission für Jugendmedienschutz. Die Experten rufen dringend dazu auf, Kindern vor expliziten Kriegsbildern zu schützen. Auch wir im Ländermagazin „17:30 Sat.1 live“ berichten über die Auswirkungen des Krieges auf Hessen und Rheinland-Pfalz und auch bei uns werden Bilder aus der Ukraine gezeigt. Philipp Stelzner, stellv. Chefredakteur „17:30 Sat.1 live“ „Es ist für uns nicht einfach, mit den Bildern aus dem Ukrainekrieg umzugehen, denn einerseits wollen wir Journalisten die Welt zeigen, wie sie ist – auf der anderen Seite möchten wir die Zuschauer nicht verstören. Und es ist ja auch gar nicht notwendig, den Krieg mit all seinen fürchterlichen Details zu zeigen, um die schreckliche Lage deutlich zu machen.“ Nicht alle Bilder aus den Kriegsgebieten dürfen einfach so gezeigt werden. Werden Kinder oder Jugendliche ungewollt mit Bildern von Leichen und anderen grausamen Kriegsdetails konfrontiert, kann ihnen das einen schweren Schaden zufügen, so die […]

  • Claus Kaminsky vor Hanau-Untersuchungsausschuss

    Claus Kaminsky vor Hanau-Untersuchungsausschuss

    Vor gut zwei Jahren erschütterte ein mutmaßlich rassistischer Anschlag die Stadt Hanau. Ein 43-jähriger Deutscher erschoss neun Menschen mit Migrationshintergrund, seine Mutter und sich selbst. Im Untersuchungsausschuss des hessischen Landtags wurde heute der Hanauer Oberbürgermeister Claus Kaminsky als Zeuge vernommen. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Informationen den städtischen Behörden über den Attentäter vorlagen und wie sie damit umgegangen sind. Letztlich also die Frage, ob die Morde zu verhindern gewesen wären, wenn der Geisteszustand des Attentäters richtig eingeschätzt worden wäre. Eva Dieterle, Moderatorin: Ja, und im hessischen Landtag in Wiesbaden ist jetzt meinen Kollegen Michael Otto, der den Untersuchungsusschuss für uns beobachtet. Michael, was hat Claus Kaminsky heute ausgesagt? Michael Otto, Reporter: Ja, der Oberbürgermeister hat hier nur sehr kurz öffentlich ausgesagt. Er hat klargemacht, dass Tobias R. den Behörden der Stadt nie aufgefallen ist, außer bei einer Geschwindigkeitsübertretung. Die Tat sei also in keinster Weise voraussehbar gewesen. Dann hat Claus Kaminski aber noch länger hinter verschlossenen Türen ausgesagt und da ging es um den Vater von Tobias R., aus Schutz von dessen Persönlichkeitsrechten eben unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Und das war eine Aussage, die deutlich länger dauerte. Der Vater ist also alles andere als ein unbeschriebenes Blatt. Und das ist insofern interessant, als dass die Rolle des Vaters ja nach wie vor nicht ganz klar ist. Sei es, was die ideologische Prägung seines Sohnes angeht, sei es aber auch die Frage, ob er Einfluss auf den Entschluss genommen hat. Dieterle: Wie läuft denn der Untersuchungsausschuss bislang? Gibt es schon Erkenntnisse? Otto: Na ja, es gibt schon einige Erkenntnisse, aber wie die zu bewerten sind, da gehen die Meinungen auseinander. Es ist hier zum Beispiel ein psychologisches Gutachten vorgestellt worden, das besagt, dass Tobias R. psychisch schwerkrank war, dass er Wahnvorstellungen hatte, das aber in der Öffentlichkeit ganz gut verbergen konnte. […]

  • Malu Dreyer gratuliert Emmanuel Macron

    Malu Dreyer gratuliert Emmanuel Macron

    Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat dem französischen Staatspräsident Emmanuel Maron zu seiner Wiederwahl gratuliert. Macron hatte gestern die Stichwahl gegen die Rechtsnationale Marine Le Pen gewonnen. Dreyer sagte, der Sieg von Macron sei gut für Europa und Rheinland-Pfalz. Sie strebe weiterhin eine enge Zusammenarbeit mit dem direkten Nachbarn Frankreich an, zum Beispiel bei der Bewältigung der Corona-Pandemie, bei der gegenseitigen Anerkennung von Berufsabschlüssen und der Mobilität. Malu Dreyer, SPD, Ministerpräsidentin RLP „Ich bin wirklich sehr, sehr froh, dass Macron die Wahl gewonnen hat. Der alte Staatspräsident ist der neue und das ist gut für die Demokratie, es ist aber vor allem auch für unser gemeinschaftliches Europa sehr, sehr wichtig. Gerade mit Blick jetzt auf den Krieg in der Ukraine, wäre es echt eine schlimme Sache gewesen, wenn eine Partei Le Pen die Wahl gewonnen hätte, die ja ganz offensichtlich sich stark hingezogen fühlt zu Putin, das wäre eine sehr schwere Situation für uns alle gewesen. Insofern ist wirklich gestern ein Freudentag gewesen“ Am heutigen Tag des Baums hat die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin außerdem geholfen, in Bingen eine Elsbeere zu pflanzen. Malu Dreyer sagte, auf solchen bisher seltenen Laubbäumen ruhe die Hoffnung, dass die Wälder widerstandsfähiger werden. In den vergangenen Jahren hatten Klimawandel, Trockenheit und Borkenkäfer in den Wäldern von Rheinland-Pfalz zu großen Schäden geführt.

  • Gedächtniskünstlerin auf Rekordjagd

    Gedächtniskünstlerin auf Rekordjagd

    Vergessen Sie auch schon mal Telefonnummern oder Passwörter? Susanne Hippauf aus Frankfurt kann das nicht so schnell passieren. Sie ist eine sogenannte „Gedächtniskünstlerin“ und kann sich über 10.000 Zahlen in der richtigen Reihenfolge merken. Vor allem die mathematische Zahl „Pi“ hat es ihr angetan. Die kennt der ein oder andere sicher noch aus der Matheunterricht. Mit der Kreiszahl „Pi“ können wir jeden Kreis der Welt berechnen. Diese Zahl ist das Verhältnis vom Umfang eines Kreises zu seinem Durchmesser. 3,1415 … und so weiter. Aber das kann Susanne Hippauf auswendig besser. Susanne Hippauf „3,1415926535 8979323846…“ So könnte Susanne Hippauf noch stundenlang weitermachen: Nachkommastellen der schier endlosen Kreiszahl Pi aufzählen, die Königsdisziplin der Gedächtniskünstler. Seit einigen Jahren nimmt die Frankfurter Polizistin regelmäßig an offiziellen Turnieren teil. Aber was ist eigentlich das Besondere an Pi? Susanne Hippauf, Gedächtniskünstlerin „Viele finden an der Zahl interessant, dass sie unendlich viele Nachkommastellen hat. Es hört einfach nicht auf. Und gerade dieses Unendliche macht die Zahl so mystisch. Es gibt auch viele Kinofilme darüber.“ Als sich die Hauptkommissarin vor sechs Jahren auf einen internen Test bei der Polizei vorbereitet, stößt sie auf spezielle Gedächtnistechniken. Fortan kombiniert sie im Kopf Bilder mit Zahlen. 2018 stellt sie einen deutschen Rekord in der Pi-Disziplin auf – mit über 11.000 Nachkommastellen. Neben Rekorden oder Meisterschaften hilft der 40-Jährigen ihr gutes Gedächtnis aber auch im Berufsalltag. Susanne Hippauf, Gedächtniskünstlerin „Wenn ich mir neue Gesetzestexte merken muss oder Leitlinien. Ab und zu wechsele ich auch mal die Dienststelle, da gibt’s wieder neue Richtlinien oder neue Aufgaben. Und da ist es natürlich sehr hilfreich, wenn man Techniken hat, mit denen man sich Dinge aneignen kann.“ Um sich so viele Ziffern zu merken, schickt Susanne Hippauf ihr Gedächtnis auf eine kleine Bilderreise. Im alten Frankfurter Uni-Stadtteil Bockenheim erklärt sie uns mit einer Zahlenreihe, wie‘s geht. […]

  • Polizei auf neue Blockaden vorbereitet

    Polizei auf neue Blockaden vorbereitet

    Die Straßenblockaden in Frankfurt gehen weiter. Heute waren es acht Aktivisten der Gruppe „Scientist Rebellion“, die die Untermainbrücke in Frankfurt gesperrt. Mehrere von ihnen klebten sich auf der Straße fest. Sie fordern von der Bundesregierung, dass kein weiteres Geld in Öl, Gas und Kohle investiert wird. Damit schließen sie sich den Forderungen der „Letzten Generation“ an. Deren Aktivisten hatten sich in den vergangenen Tagen immer wieder auf vielbefahrenen Straßen in Frankfurt festgeklebt. Den Autofahrern blieb nichts anderes übrig, als sich in Geduld zu üben. Die Aktivisten wollen aber noch weitergehen – sie drohen damit, kommende Woche Öl- und Gasleitungen in ganz Deutschland zu attackieren. Thomas Hollerbach, Polizei Frankfurt „Also, diese Androhungen der ‚Letzten Generation‘ sind uns bekannt und wir haben uns intensiv darauf vorbereitet. Dazu zählt, dass wir ein sehr weitreichendes Raumschutzkonzept erstellt haben, das auch vorsieht, bestimmte Schwerpunkte an neuralgischen Punkten zu setzen. Unser Ziel ist es, eventuelle Störerinnen und Störer frühzeitig zu erkennen und im besten Fall geplante Aktionen von vornherein zu verhindern, aber im schlimmsten Fall frühzeitig da zu sein und sie schnell daran zu hindern, das zu tun.“ Wo und wann die Protestaktionen nächste Woche stattfinden sollen, ist aber noch nicht bekannt.

  • Klangwelle wird Dankwelle

    Klangwelle wird Dankwelle

    Bad Neuenahr-Ahrweiler – eine Stadt, in der seit der Hochwasserkatastrophe im letzten Sommer nichts mehr ist, wie es war. Und dennoch versucht man hier, positive Signal zu senden; wie jetzt mit der ersten Großveranstaltung nach der Flut.. Die „Klangwelle“ ist eine Show aus Wasser, Feuer, Lasern und Licht. Ein Event, das es seit acht Jahren gibt, und das nun für dieses Jahr mit einem neuen Namen zurückkommt. Die Klangwelle wird zur Dankwelle. Denn die Veranstaltung dreht sich in diesem Jahr vor allem um die Flutnacht und die vielen Menschen, die danach beim Wiederaufbau geholfen haben. Guido Orthen, CDU, Bürgermeister Bad Neuenahr-Ahrweiler „Wir wollen Danke sagen, erinnern an das, was geschehen ist, aber auch erinnern an die großartige Hilfe, die uns zuteilwurde, die Welle der Hilfsbereitschaft. Und wir wollen heute die Welle des Dankes machen.“ An insgesamt acht Abenden wird den Helfern Danke gesagt. Mit der Veranstaltung im Herzen der Stadt will man einen Schritt in Richtung Normalität gehen. Christian Senk, Veranstalter „Das wichtigste heute ist, glaube ich, Spaß zu haben, uns hier ein Stück weit so kennenzulernen wie wir das vor der Flut gewohnt waren und wie wir es hoffentlich auch irgendwann wieder erleben dürfen. Das wird ein harter Weg bis dahin, aber er braucht Veranstaltungen wie diese, damit der Weg leichter wird.“ Im Kurpark ist am Eröffnungsabend von der Flut kaum noch etwas zu sehen. Doch in der Stadt haben die Einwohner mit den Folgen immer noch zu kämpfen. Der Wiederaufbau ist im vollen Gange. Veranstalter Christian Senk ist sich sicher: Die Dankwelle ist für die Region von großer Bedeutung. Christian Senk, Veranstalter „Ich will nicht sagen: ‚ Wir sind wieder da‘. Das wird dauern. Aber wir sind da und ich glaube, wenn man sich heute Abend hier umguckt, dann ist das einfach zwar ein kleiner Punkt, in dem […]

  • Gespräch mit Bürgermeister Guido Orthen über Lage im Ahrtal

    Gespräch mit Bürgermeister Guido Orthen über Lage im Ahrtal

    Markus Appelmann spricht mit Bad Neuenahr-Ahrweilers Bürgermeister. Markus Appelmann, Moderator: Ein spektakulärer Showabend war das in Bad Neuenahr Ahrweiler. Und mit dem Bürgermeister der Stadt, wir haben Sie eben gesehen, mit Guido Orthen, bin ich jetzt verbunden. Guten Abend. Guido Orthen, CDU, Bürgermeister Bad Neuenahr-Ahrweiler : Guten Abend, Herr Appelmann. Appelmann: Unmittelbar nach der Flutkatastrophe im Juli letzten Jahres gab es eine riesige Welle der Hilfsbereitschaft von freiwilligen Helfern Und viele davon waren ja auch gestern Abend wieder im Ahrtal vor Ort. Wie sieht es denn jetzt aus, rund neun Monate nach der Flut? Orthen: Also die Hilfsbereitschaft ist immer noch groß. Wir haben immer noch sehr viele Helfer hier unten. Natürlich nicht so wie in den ersten Wochen und Monaten, aber die Helfer sind noch da. Und ich glaube, wenn man bestimmte Kanäle antriggert, dann sind auch wieder schnell welche zu mobilisieren. Allerdings sind die Aufgaben heute vornehmlich auch von Handwerkern zu erledigen. Und das scheint im Augenblick das größere Problem zu sein, an Handwerker und Material zu kommen. Appelmann: Das bremst also den Wiederaufbau. Nach der Katastrophe ist viel finanzielle Hilfe von Bund und Land in Aussicht gestellt worden. Ist dieses Geld denn nun schon überall angekommen oder hapert es bei der Auszahlung? Orthen: In der Strecke für den Hausrat, der ja pauschal finanziert wird, geht es gut. Allerdings bei den Gebäuden und bei den Hilfen für die Unternehmungen, da hakt es. Da haben immer noch viele Probleme mit der Antragstellung, sehr viele Probleme mit nachgeforderten Unterlagen. Das ist sehr bürokratisch und insoweit haben die Menschen genau an dieser Stelle wirklich teilweise große Not, weil sie ohne die finanziellen Mittel, die durch den Staat zur Verfügung gestellt werden, gar nicht wieder aufbauen können. Appelmann: Die lebensnotwendigen Dinge wie Strom, Wasserversorgung oder Mobilfunk sind fast überall wiederhergestellt, auch der […]

  • Weitere Nachrichten im Überblick

    Weitere Nachrichten im Überblick

    Spitzentreffen auf Air Base Ramstein — Weizsäcker-Mörder ist tot — Wald-Michelbach: Klettergerät auf Spielplatz angesägt Spitzentreffen auf Air Base Ramstein US-Verteidigungsminister Lloyd Austin hat seine Amtskollegen aus mehreren Ländern zu einem Treffen auf der US Air Base Ramstein in Rheinland-Pfalz eingeladen. Nach Angaben des Pentagon soll es dabei um die weitere militärische Unterstützung der Ukraine und die Zukunft des Landes gehen. Das Treffen soll am kommenden Dienstag stattfinden. Nähere Angaben zu den Teilnehmern machte das Pentagon nicht, es seien aber nicht nur Vertreter aus den NATO-Staaten eingeladen. Weizsäcker-Mörder ist tot Der Mörder des Berliner Arztes Fritz von Weizsäcker wurde am Ostermontag tot in seinem Zimmer in einem psychiatrischen Krankenhaus gefunden. Das hat die Staatsanwaltschaft Berlin heute mitgeteilt. Die Todesursache sei noch unklar. Hinweise auf ein Fremdverschulden gebe es nicht. Der Mann aus Andernach war im Sommer 2020 wegen Mordes zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden. Zudem ordnete das Gericht die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus an. Der Rheinland-Pfälzer hatte den Sohn des ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker im November 2019 während eines Vortrags in Berlin erstochen. Klettergerät angesägt Auf einem Spielplatz im hessischen Wald-Michelbach haben Unbekannte zwei der vier Tragbalken eines Klettergeräts angesägt. Bernd Hochstädter, Polizeipräsidium Darmstadt „Es ist ein Schaden von etwa 1.000 Euro entstanden. Was aber noch nicht das Schlimmste bei der ganzen Geschichte ist, sondern bei einer etwas höheren Belastung wäre es durchaus möglich gewesen, dass diese Konstruktion zusammenbricht und sich dann möglicherweise spielende Kinder daran verletzen.“ Die Balken sind mittlerweile gesichert. Die Polizei bittet Zeugen, sich zu melden.