Gesellschaft

  • Langzeitarbeitslose wieder in den Job bringen

    Langzeitarbeitslose wieder in den Job bringen

    In Deutschland gilt als Langzeitarbeitslos, wer ein Jahr oder länger als arbeitslos gemeldet ist. Die Wiedereingliederung von Langzeitarbeitslosen hat für die Jobcenter eine hohe Priorität, denn Studien zeigen, dass Menschen immer schwerer zu vermitteln sind, je länger sie ohne Arbeit waren. Im hessischen Hofheim-Marxheim gibt es deshalb bereits seit zehn Jahren ein Angebot für Langzeitarbeitslose, das ungewöhnliche Wege geht. Volleyball im Bürgerhaus Marxheim. Langzeitarbeitslose und Arbeitgeber spielen hier zusammen. Sie haben sich gemeinsam das Ziel gesetzt, den Ball 100 Mal in der Luft zu halten. Der Motivator und Mittelpunkt: Emal Atschekzai. Emal Atschekzai, Kursteilnehmer „Ich hatte mal einen Laden in Frankfurt Altsachsenhausen und durch Corona bin ich Pleite gegangen. Im Laufe der Zeit, seit einem halben Jahr bin ich dann hier gelandet.“ Fritz Dinges und Gisela Martin leiten den Kurs „Burning-On“ gemeinsam. Das wichtigste für sie ist es, das die Teilnehmer erkennen, was sie eigentlich erreichen wollen, ob beim Sport oder in selbst verfassten Vorträgen. Gisela Martin, Kursleiterin „Es geht drum, dass sie begeistert sind, von dem, was sie tun, dass sie dahinter stehen. Und das kriegen wir hin. Wir haben eine Vermittlungsquote zwischen 60 und 70 Prozent. Sind wir auch ganz stolz drauf. Es ist auch so dass wir parat stehen für unsere Teilnehmer und für unsere Unternehmen.“ Durch ihre gute Vernetzung mit vielen Firmen, weiß Gisela Martin immer, wer zu wem passen könnte. Antina Schöpp ist Personalleiterin bei der Frankfurter Dienstleistungsgesellschaft WISAG und sucht Personal für die Arbeit am Flughafen. Bei „Burning-On“ bekommt sie die Gelegenheit als Kursteilnehmerin einmal die Woche mit den Langzeitarbeitslosen in den direkten Kontakt zu kommen und so Hemmnisse ab- und gegenseitiges Verständnis aufzubauen. Antina Schöpp, Leiterin im Personalwesen WISAG Aviation „Auch ich gebe zu, dass ich da nicht immer vorurteilsfrei bin. Aber gerade durch dieses Programm hier oder auch die Worte von der […]

  • „Umsonstladen“ in Frankfurt

    „Umsonstladen“ in Frankfurt

    Einkaufen und dabei kein Geld ausgeben – das klingt erst mal so, als könne das nicht sein – doch in Frankfurt ist genau das jetzt möglich: in der ‚Teilerei‘. Der erste Umsonstladen der Stadt lebt von gespendeten Dingen und wird davon geradezu überflutet. Nicht nur die Umwelt profitiert davon, sondern auch diejenigen, die sich nicht so viel leisten können. Tassen, Schlittschuhe, eine Tastatur – das alles gibt es hier. Völlig umsonst. Für Studentin Romy und ihre Freundin Jasmin ist die neu eröffnete Teilerei eine ideale Möglichkeit, Sachen für ihre WG zu besorgen, ohne aufs Geld zu achten. Romy, Studentin „Ich finde einige Sachen ziemlich cool, weil ich mag auch gerne so Secondhand-Sachen oder so und ich find’s nice, dass es in Frankfurt jetzt auch einen Laden gibt, der dauerhaft ist, weil soweit ich weiß, ist das der erste.“ Am Tresen hat sich währenddessen eine Schlange gebildet. Nicht, weil die Kunden bezahlen möchten, sondern um ihre aussortierten Sachen abzugeben. Das ist das Konzept der Teilerei, das sich Gründer Finn Volpert mit einer Freundin überlegt hat. Finn Volpert, Gründer „Teilerei“ „Wir haben das Gefühl, dass wir mit so einem Umsonstladen halt dieses Potenzial richtig gut aufgreifen können und hier den Gegenständen so ein richtig gutes Zuhause geben können, wo sie nochmal eine zweite Chance bekommen und wo halt auch dann Menschen, die zu viel haben auch abgeben können und Menschen, die vielleicht Sachen brauchen, mitnehmen können.“ Finn und sein Team kommen mit dem Einräumen kaum hinterher. Inzwischen müssen sie sogar beschränken, wie viel abgegeben werden darf. Für Bücher gibt es zum Beispiel gerade einen Annahmestop. Sonst hat die Teilerei keine Vorgaben, solange alles in gutem Zustand ist. Das nehmen die Kunden gerne an. Karin „Ich wollte mich mal hier umgucken in diesem tollen Laden. Und wir haben auch genug Sachen bei uns […]

  • 1. Mai-Demonstration in Frankfurt

    1. Mai-Demonstration in Frankfurt

    Der 1. Mai – das ist traditionell der Tag der Kundgebungen und Demonstrationszüge. So sind zum Beispiel mehr als 2.000 Menschen gestern Abend durch die Frankfurter Innenstadt gezogen. Ein großes Polizeiaufgebot begleitete den Protestzug. Zwar verstieß ein Teil der Demonstranten gegen die Auflagen, insgesamt blieb es aber ruhig. Sie sind die Einzigen, die bei strahlendem Sonnenschein gestern mit Kapuzen und aufgespannten Regenschirmen unterwegs sind: Teilnehmer des 1.Mai-Demonstrationszuges durch die Frankfurter Innenstadt. Das Bündnis „Revolutionärer Erster Mai Frankfurt“ bringt Linksradikale, Linksextremisten, prokurdische und propalästinensische Gruppen zusammen auf die Straße. Per Lautsprecherdurchsagen fordert die Polizei die Aktivisten immer wieder auf, sich an die Auflagen zu halten. Denn neben unerlaubter Vermummung nehmen die Ordnungshüter auch das mehrfache Zünden von Pyrotechnik wahr. Ein Beamter sei durch den dadurch ausgelösten Funkenflug am Kopf verletzt worden. In die Kundgebung eingreifen muss die Polizei allerdings nicht. Die Versammlung startet gegen 18 Uhr an der Hauptwache. Motto: «1. Mai – Preise runter! Aufrüstung stoppen!». Als Ziel ihres Protestzugs hatten die Organisatoren die Zentrale der Deutschen Bank ausgewählt, wo die Versammlung gegen 21:30 Uhr dann auch endet. Bilanz des Einsatzes: Keine Festnahmen, allerdings müssen gleich viermal die Personalien von Demonstrationsteilnehmern aufgenommen werden.

  • DGB-Maikundgebung in Mainz

    DGB-Maikundgebung in Mainz

    Auch in Mainz gingen Menschen auf die Straße. Vor der offiziellen Mai-Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes, demonstrierten Hunderte Menschen in der Innenstadt für ihre Anliegen. Sie wollen mehr. Mehr Lohn, mehr Freizeit, mehr Sicherheit. So auch Mitarbeiter des Lieferdienstes Lieferando, die für einen Tarifvertrag und bessere Arbeitsbedingungen kämpfen. Michael Müller, Mitglied Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten „Es kann nicht so weitergehen, dass uns Arbeitsmittel, die uns vor dem Bundesarbeitsgericht rechtlich zugesprochen wurden, nicht zur Verfügung gestellt werden. Dass Schutzausrüstung nicht zur Verfügung gestellt wird oder unzureichend ist.“ Bei der Kundgebung und dem anschließenden Demonstrationszug des Internationalen Mainzer 1. Mai-Bündnisses haben die Teilnehmer ganz unterschiedliche Anliegen. Unter ihnen ist zum Beispiel ein selbst ernannter Palästina-Block. Von einigen Aussagen und Plakaten, die unter anderem Israel einen Völkermord an den Palästinensern in Gaza vorwerfen, distanziert sich der DGB ausdrücklich. Was viele Demonstranten eint, ist der Wunsch nach Frieden und Solidarität. Hans-Jörg Hagels „Gesellschaftliche Solidarität. Und ich halte es für ganz wichtig, dass wir zusammenstehen.“ Julia Stange, Mitglied Gewerkschaft ver.di „Leider ist das alles nötig. Und das wird auch immer mehr nötig sein, weil der Staat nicht sozial ist. Wir sind sehr unsozial geworden.“ Die vielen Arbeitskämpfe und Streiks der vergangenen Monate haben für einen Mitgliederzuwachs bei den Gewerkschaften gesorgt. In Rheinland-Pfalz sind im vergangenen Jahr 20.000 Menschen einer DGB-Gewerkschaft beigetreten. Susanne Wingertszahn, Vorsitzende DGB Rheinland-Pfalz / Saarland „Das heißt, wir treffen den Nerv der Zeit und die Themen der Menschen. Und sie wünschen sich bessere Arbeitsbedingungen und dafür stehen wir. Mit wem sollten sie das sonst tun?“ Die Gewerkschaften wähnen sich im Aufwind. Mehr Lohn und mehr Freizeit, das sind unrealistische Forderungen angesichts der aktuellen Lage, sagt hingegen die Landesvereinigung Unternehmerverbände. Johannes Heger, Präsident Landesvereinigung Unternehmerverbände Rheinland-Pfalz „Wir reden viel zu viel über die Bedingungen von Nichtarbeit und nicht über den Wert von Arbeit. Dabei ist Arbeit […]

  • Plädoyers im Trierer Amokfahrer-Prozess

    Plädoyers im Trierer Amokfahrer-Prozess

    Die Amokfahrt in Trier vor gut drei Jahren hat bundesweit für Entsetzen gesorgt. Sechs Menschen sind gestorben, Dutzende wurden schwer verletzt. Im neu aufgerollten Gerichtsprozess geht es jetzt um die Frage: War der Angeklagte, der unter paranoider Schizophrenie leidet, schuldfähig? Heute halten die Staatsanwaltschaft und die Verteidigung im bereits zweiten Prozess dazu ihre Plädoyers. Das Verfahren steht kurz vor dem Ende. Für Bernd W. ist das der wohl vorletzte Gang in den Gerichtssaal. Die Staatsanwaltschaft fordert eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen mehrfachen Mordes. Rückblick: Im Dezember 2020 rast der Angeklagte durch die Trierer Innenstadt, tötet dadurch unmittelbar fünf Menschen. 18 weitere verletzt er schwer. Für diese Tat ist der Angeklagte bereits zur lebenslanger Haft wegen Mordes verurteilt worden. Aber der Bundesgerichtshof hat das Urteil zum Teil aufgehoben. Die Frage der Schuldfähigkeit des Angeklagten sei nicht vollumfänglich geklärt worden. Bernd W. leidet unter einer paranoiden Schizophrenie. Frank Peter, Verteidiger von Bernd W. „Er war im Wahn. Das hat sich bei ihm auch schon länger angestaut, abgezeichnet, sodass man sagen kann – also das war jetzt dieser nichtmedizinische Begriff – Endstadium. Es hat sich halt bei ihm so lange aufgestaut, bis es irgendwann so weit war, dass halt eben diese Tat aufgrund der Umstände des Wahnes passiert ist.“ Demnach sei der Angeklagte vermindert schuldfähig. Die Verteidigung fordert deswegen eine mildere Strafe. Die Staatsanwaltschaft sieht dagegen keinen Grund für eine Strafmilderung. Eric Samel, Staatsanwaltschaft Trier „Hier ist der Fall so, dass wir eine Tat haben, die zum einen so erheblich von – in Anführungszeichen – normalen Taten also einem normalen Tötungsdelikt abweicht aufgrund der Vielzahl der Opfer, aufgrund des Leids, das verursacht worden ist, aufgrund der Brutalität und Grausamkeit der Tat, aber gleichzeitig auch im Hinblick auf die Täterpersönlichkeit, dass all dies dafür spricht, den Strafrahmen nicht zu verschieben.“ In den Plädoyers entladen sich […]

  • Mike Josef ein Jahr Frankfurter Oberbürgermeister

    Mike Josef ein Jahr Frankfurter Oberbürgermeister

    Nachdem die Frankfurter Bürger Peter Feldmann nach vielen Eskapaden und Affären im November 2022 als Oberbürgermeister abgewählt hatten, wurde Mike Josef zu seinem Nachfolger gewählt. Vor einem Jahr übernahm er das Steuer im Rathaus. Heute hat er eine Bilanz seines ersten Jahres im Amt gezogen. Die Freude ist riesig, als Mike Josef vor einem Jahr das Amt des Oberbürgermeisters von Frankfurt antritt. Diesen Tag bezeichnet er heute als den glücklichsten Tag seines Berufslebens. An einige Situationen hat er sich aber auch nach einem Jahr im Römer noch nicht gewöhnen können. Mike Josef (SPD), Oberbürgermeister Frankfurt „Wenn man beispielsweise im Urlaub in Thessaloniki von Frankfurterinnen und Frankfurtern angesprochen wird: ‚Sie sind doch der Oberbürgermeister. Wie geht es Ihnen?‘, das ist etwas was neu, ist aber was wirklich positiv ist, was mir Spaß macht und ich persönlich genieße es. Ich habe eine Riesenfreude. Frankfurt ist ja nicht irgendeine Stadt. Ich finde, unsere Stadt hat so vieles zu bieten. Wir haben so tolle Grundlagen auf die wir aufbauen können.“ In seinem ersten Jahr konnte Mike Josef einige Erfolge feiern. Beispielsweise die angekündigte Ansiedlung der europäischen Antigeldwäschebehörde AMLA und die Austragung zweier NFL-Spiele im Frankfurter Stadion. Doch Mike Josef weiß auch: Es gibt noch viel zu tun. Dabei spricht er vor allem von der Kriminalität im Bahnhofsviertel und den hohen Mieten. Mike Josef (SPD), Oberbürgermeister Frankfurt „Ich glaube, wir haben mit dem Haushalt einen Haushalt vorgelegt, der deutlich macht, dass wir das Geld da haben für Investitionen. Wir müssen nur schneller werden, das Geld auch auf die Straße zu bringen. Das heißt, die Investitionen dort ankommen zu lassen, wo sie dringend gebraucht werden. In der Infrastruktur im Klima beispielsweise, Schulen, bei der Verkehrswende, beim Wohnungsbau. Da gibt es ganz, ganz viele Bereiche.“ Die Opposition im Frankfurter Römer zieht nach einem Jahr Mike Josef eine […]

  • Kids an die Knolle

    Kids an die Knolle

    Die Pfalz ist – neben dem Weinbau – auch für Ihre Kartoffeln berühmt. Die „Pfälzer Grumbeere“. Doch wie wachsen Kartoffeln eigentlich, was brauchen sie und wie kommen sie letztendlich zu uns auf den Teller? Das können Kinder beim Projekt „Kids an die Knolle“ herausfinden. „Kids an die Knolle!“ Gesagt, getan. Schön in Reih und Glied setzen die Kinder der Grundschule Maikammer die Kartoffeln ins Hochbeet ihres Schulgartens. Marie, 9 Jahre alt „Man muss eine Rille erst mal machen und dann legt man die Kartoffeln tief rein. Dann macht man die Rille zu und gießt sie.“ Etwa eine Hand tief sollte die Rille sein. Worauf die 3. – und 4.-Klässler sonst noch achten müssen, erklärt Kartoffelbauer Hartmut Magin. Die Erzeugergemeinschaft „Pfälzer Grumbeere“ veranstaltet das Projekt „Kids an die Knolle“. Rund 200 Grund- und Sekundarschulen machen dieses Jahr mit. Hartmut Magin, Vorstand „Pfälzer Grumbeere“ „Also wir Bauern sind immer dran interessiert, dass auch Bürger sehen, wie das Lebensmittel produziert wird, vor allem die Kartoffeln in unserem Fall, weil man damit dann auch jetzt bei Kindern zum Beispiel sehen wir immer den Aspekt sehr gut, was man von klein an lernt, vergisst man eigentlich nicht. Und Kinder sollen auch begreifen lernen, sollen die Natur verstehen, sollen auch die Produktion lernen.“ Vom Auspflanzen über die Pflege und anschließende Ernte bis zur Verarbeitung in der Küche, das alles lernen die Kinder hier – praktisch am Beet und auch theoretisch im Klassenzimmer. Die Lernmaterialien stellt die Kartoffel-Erzeugergemeinschaft zur Verfügung. Die heutige Theorie-Lektion: Woher kommt der Name „Grumbeere“? Philipp, 10 Jahre alt „Weil vom Columbus sie nach Deutschland kam und weil das aussah wie eine Birne, manche, und dann hat man gesagt das ist die Grund-Birne und die Pfälzer haben dann halt anstatt Grund-Birne Grumbeere gesagt.“ Der erste Schritt zur schuleigenen Grumbeer-Ernte ist schon mal geschafft. Und […]

  • Bilanz der Zuwanderung von Arbeitskräften

    Bilanz der Zuwanderung von Arbeitskräften

    Jetzt kommen wir zu einer Entwicklung, die uns schon seit Jahren begleitet. Auf der einen Seite werden Menschen immer älter, auf der anderen Seite kommen immer weniger junge nach. Der demografische Wandel stellt die Gesellschaft vor großen Herausforderungen. Und das hat Folgen – unter anderem auf dem Arbeitsmarkt. Auch in Rheinland-Pfalz fehlen Fachkräfte, viele Stellen bleiben unbesetzt. Umso größer wird die Bedeutung ausländischer Arbeitskräfte. Seit zwei Jahren unterstützt Maria Velardita hilfsbedürftige Menschen im Alltag – zum Arzt begleiten, Mittagessen kochen oder, wie heute, beim Putzen helfen. Ihre Aufgaben sind vielfältig. Maria Velardita stammt aus Italien und ist eine von 88 Mitarbeitern der Firma „Lebenslagen“ in Budenheim. Und die haben alle gut zu tun, erzählt Geschäftsführerin Irene Alt, ehemalige Integrationsministerin von Rheinland-Pfalz. Irene Alt, Geschäftsführerin Lebenslagen GmbH „Wir stellen jeden Monat neu Leute ein, weil der Bedarf so groß ist. Und ich habe immer noch vierzig Leute, vierzig Kunden auf der Warteliste, die ich noch nicht versorgen kann, weil ich einfach noch mehr Personal brauche.“ Und das ist gar nicht so einfach zu bekommen. Deshalb ist Irene Alt froh, dass sich auch viele Menschen mit ausländischen Wurzeln bei ihr bewerben. 22 Prozent der Belegschaft stammen ursprünglich nicht aus Deutschland. In ganz Rheinland-Pfalz sind es branchenübergreifend 15 Prozent. Nur dank dieser Menschen kann die Agentur für Arbeit nach wie vor ein Beschäftigungswachstum verzeichnen. Heidrun Schulz, Leiterin Bundesagentur für Arbeit Rheinland-Pfalz „Aber wir sehen, dass die Beschäftigung derer mit deutschem Pass zurückgeht und dass wir wirklich eine Notwendigkeit haben, auf Kollegen und Kolleginnen mit ausländischem Pass auch zurückgreifen zu können.“ Und die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit ausländischem Pass wird von Jahr zu Jahr größer. Gerade in Branchen, die ohnehin dünn besetzt sind, sei es Pflege, Logistik oder Erziehungswesen, würden ohne diese Menschen noch mehr Arbeitskräfte fehlen. Heidrun Schulz, Leiterin Bundesagentur für Arbeit […]

  • Ärger beim Glasfaser-Ausbau

    Ärger beim Glasfaser-Ausbau

    Schnelles Internet – auch im ländlichen Raum, das wünschen sich viele Kommunen in Rheinland-Pfalz. Auch der Plan der Landesregierung ist, alle Regionen bis 2030 ans Glasfasernetz anzuschließen. Doch der Ausbau läuft keineswegs immer reibungslos. Viele Städte klagen über unzuverlässige Unternehmen, die für Chaos sorgen. Ein Beispiel: die Verbandsgemeinde Birkenfeld. Klaus Feis ist genervt. Vor zweieinhalb Jahren hat er sich für schnelles Internet über Glasfaserkabel entschieden. Die Leitungen sind gelegt, das Loch ins Haus gebohrt, doch verbunden ist bis heute nichts. Dazu kommen Schäden an der Mauer. Klaus Feis, Anwohner „Ungeziefer läuft mir ins Büro hinein, durch das Loch da hinten. Risse in der Wand. Der Bauleiter kommt manchmal hierher und verspricht mir, nächste Woche kommen sie, aber sie kommen doch nicht. Und mittlerweile habe ich die Schnauze voll.“ Nur eins von vielen Problemen, mit denen die Verbandsgemeinde Birkenfeld kämpft. Ende 2021 bekommt die Firma „Unsere Grüne Glasfaser“ den Zuschlag hier das Glasfasernetz zu bauen. Selbstfinanziert. Bis heute sind auch über 90% der Leitungen verlegt, doch die Liste der Mängel ist lang. Die Gemeinde berichtet von knapp 800 Schäden. Fußwege werden nicht ordentlich geschlossen, Steine sind locker und überall schauen Kabel aus dem Boden. Seit über einem Jahr ist stillstand. Matthias König, Breitbandkoordinator VG Birkenfeld „Wenn die Firma hier die Längsverlegung fertig baut und irgendwann hier abzieht, dann bleibt die Kommune auf den Schäden sitzen. Das sind Infrastrukturschäden, die können wir in unseren Ortsgemeinden unseren Bürgern einfach nicht anhaften. Und deshalb ist es jetzt ganz wichtig, dass wir jetzt von hinten anfangen, die Schäden zu beheben, um das hier nicht schlimmer zu machen als es vorher war.“ Die Verantwortlichen berichten von mehreren Unfällen aufgrund der Mängel. Daneben ist auch die Kommunikation ein großes Problem. Manuel Weber (CDU), Erster Beigeordneter Hoppstädten-Weiersbach „Wir bekommen keinerlei Informationen, wo wann gearbeitet wird und in welchen […]

  • Israelische Schüler zu Gast in Frankfurt

    Israelische Schüler zu Gast in Frankfurt

    Seit die Terrororganisation Hamas Israel am 7. Oktober angegriffen hat, ist für die Menschen dort nichts mehr wie es mal war. Besonders nahe des Gaza-Streifens leben sie in täglicher Angst und Ungewissheit. Zwölf Schüler aus Israel haben nun eine Pause von ihrem schrecklichen Alltag. Sie reisen nach Frankfurt, um dort zehn Tage mit deutschen Schülern in Frankfurt zu verbringen. Sportstunde an der Carl-von-Weinberg-Schule. Heute allerdings kein gewöhnlicher Schulsport, denn die Gesamtschule hat Besuch. Zwölf Schüler aus Israel lernen beim Hindernis-Parcours und Basketball die Frankfurter Schüler kennen. Mit dabei sind Maor und Ofir. Die beiden stammen aus Nirim nahe dem Gazastreifen. Als ihr Dorf am 07. Oktober angegriffen wird, bleibt ihnen nichts als die Flucht. Ofir, 13, Schüler aus Israel „In den ersten paar Tagen hatte meine Familie sehr viele Probleme, wie schlafen und essen. Mir ging es irgendwann sehr schlecht, weil ich nicht genug gegessen habe, aber ich hatte einfach Angst. Ich hatte viel zu viel Angst, um es zu tun. Mit dem Gedanken, dass man sterben könnte.“ Maor, 15, Schüler aus Israel „Früh am Morgen, bevor wir wussten, wie die Situation ist, bin ich ins Badezimmer gegangen. Und dann habe ich einen Terroristen hinter dem Fenster gesehen. Es war ein Wunder, dass er uns nicht gefunden hat. Wir haben uns in einem Zimmer eingeschlossen und er ist einfach in unser Haus gelaufen und hat auf den Fernseher geschossen, hat auf die Lampen geschossen. Er hat auf alles geschossen und ist dann wieder gegangen.“ Um den Jugendlichen eine Verschnaufpause vom Terror in der Heimat zu bieten, hat die hessische Landesregierung sie nach Frankfurt eingeladen. Bei sportlichen Spielen kommen sich die israelischen und deutschen Schüler schnell näher. Dass sie sensibel mit den Erlebnissen der Gäste umgehen müssen, dessen sind sich die deutschen Schüler bewusst. Lilly Friedla, Schülersprecherin Carl-von-Weinberg-Schule „Ich finde tatsächlich, […]

  • Ehepaar in Landau vor Gericht

    Ehepaar in Landau vor Gericht

    Im Februar 2022 stirbt im südpfälzischen Dorf Vollmersweiler eine 41-jährige Frau. Obwohl sie psychisch und körperlich schwer krank gewesen sei, sollen ihr Vater und die Stiefmutter keinen Arzt gerufen haben. Seit heute müssen sich der Landwirt und seine Frau vor dem Landgericht Landau verantworten. Der Vorwurf: Tötung durch Unterlassen. Weil seine psychisch kranke Tochter um sich geschlagen und randaliert habe, soll Manfred S. sie eingesperrt und an ihr Bett gefesselt haben. Dann, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft, sollen der Vater und dessen Frau Silke S. nicht ausreichend versorgt haben. Völlig ausgetrocknet und stark untergewichtig habe Silke S. eine Thrombose entwickelt. Daraus wurden eine Lungenembolie und anschließend eine Bronchitis. So beschreibt ein Rechtsmediziner heute die Todesursache der 41-Jährigen. Obwohl Silke S. im Sterben lag, hätten Vater und Stiefmutter keine medizinische Hilfe geholt. Familie S. lebt und arbeitet im eigenen Landwirtschaftsbetrieb. Ehemalige Mitarbeiter berichten heute, Manfred S. lehne Medizin ab. Auch über seine kranke Tochter habe er gesagt, das selbst wieder hin zu bekommen. Die Zeugen beschreiben Familie S. als sehr religiös. Franziska Oeler, Reporterin in Landau „Ein Zeuge, der auf dem Hof gearbeitet hatte, berichtet heute, er habe sich Sorgen gemacht, nachdem er Silke S. längere Zeit nicht mehr gesehen habe. Als er Manfred S. nach der Tochter gefragte habe, soll dieser gesagt haben: Sie habe den Teufel in sich, den müsse man ihr austreiben. Und: Ärzte seien alles gottlose Menschen.“ Die Angeklagten wollen sich zu den Vorwürfen nicht äußern. Während der Verhandlung zeigen Manfred und Christiane S. kaum eine emotionale Regung. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen Tötung durch Unterlassen vor und Manfred S. zusätzlich Freiheitsberaubung. Ein Urteil könnte im Juni fallen.

  • Karstadt Kaufhof schließt in Mainz und Trier

    Karstadt Kaufhof schließt in Mainz und Trier

    Es ist das traurige Ende einer langen Leidenszeit für die Angestellten von Galeria Kaufhof in Mainz. Nachdem Anfang April bekannt wurde, dass der Kaufhauskonzern in seine dritte Insolvenz in dreieinhalb Jahren geht, gab es jetzt am Wochenende die Gewissheit: 16 der bundesweit verbleibenden Filialen werden geschlossen, darunter auch die in Mainz. Große Verwirrung am Samstag bei den Kunden von Galeria Kaufhof in Mainz. Die Lichter sind aus, die Türen zugesperrt. Ein Schild informiert über eine außerplanmäßige Mitarbeiterversammlung. Langsam sickert durch, dass das Mainzer Kaufhaus auf der Abschussliste der neuen Investoren steht – auch für viele Stammkunden ein Schock. Elke, Kundin aus Wiesbaden: „Ja schade, wenn das Geschäft hier geschlossen wird, Kaufhaus Galeria, dann werden wir wohl nicht mehr so oft nach Mainz fahren.“ Erika, Kundin aus Oppenheim: „Ich habe auch immer die Prospekte und alles bekommen. Dann habe ich geguckt und bin dann direkt hier hergefahren. Und das brauche ich jetzt eigentlich auch nicht mehr.“ Rund 100 Arbeitsplätze gehen hier in Mainz verloren und auch Galeria Kaufhof in Trier zählt zu den Streichkandidaten. Umstände, die dem Rheinland-Pfälzischen Arbeitsminister sauer aufstoßen. Alexander Schweitzer (SPD), Arbeitsminister Rheinland-Pfalz: „Man kann mit Kaufhof- und Karstadt- und Galeria-Standorten tatsächlich Geld verdienen, weil es engagierte Mitarbeiter gibt, weil die wissen, wie das Geschäft läuft, weil sie eine hohe Kundenbindung haben, weil die Qualität stimmt. Wenn allerdings nicht investiert wird in die Standorte, wie das bei Galeria Kaufhof in den letzten Jahren der Fall war, dann wird man irgendwann Probleme bekommen. Die müssen jetzt die Beschäftigten ausbaden. Das ist aus meiner Sicht furchtbar ungerecht.“ Eine Ansicht, die die Mainzer Wirtschaftsdezernentin teilt. Sie sagt, mit Galeria Kaufhof verliere die Innenstadt an Attraktivität. Zudem sei noch ungewiss, wie die sanierungsbedürftige Immobilie in Zukunft genutzt werden kann. Manuela Matz (CDU), Wirtschaftsdezernentin Mainz: „In erster Linie müssen wir einen langen Leerstand […]

  • Aus Hanauer Kaufhof wird „Stadthof“

    Aus Hanauer Kaufhof wird „Stadthof“

    Die Stadt Mainz steht also vor einer Aufgabe, die andere Städte schon kennen: Wie kann die zukünftige Nutzung eines Galeria-Kaufhauses aussehen? In Hanau soll man das noch in diesem Jahr sehen können. Im neuen „Stadthof Hanau“ soll den Besuchern eine neue Einkaufserfahrung mit Erlebnischarakter ermöglicht werden. Leergefegte Verkaufsflächen, herumliegende Stromkabel und verlassene Treppenaufgänge. Noch gleicht das ehemalige Galeria-Kaufhaus in Hanau einem Lost Place – doch schon in diesem Jahr soll wieder Leben in das Gebäude zurückkehren. Oberbürgermeister Claus Kaminsky hat Großes vor. Claus Kaminsky (SPD), Oberbürgermeister Hanau „Einkaufen ist nicht gleich Einkaufen, sondern wenn wir den den Unterschied machen wollen, dann muss Einkaufen in einer Atmosphäre stattfinden. Diese „‚Orte der Begegnung‘ als Überschrift, das wird die Zukunft der Innenstädte ausmachen. Und darunter wird es Einzelhandel, Kultur, Gastronomie, Atmosphäre geben müssen. In diesem Zusammenspiel.“ Im Sinne dieses Zusammenspiels widmet sich jede Etage einem anderen Bereich. Neben dem klassischen Einzelhandel soll auch ein Bildungsstockwerk mit dem Schwerpunkt Naturwissenschaften entstehen. Geplant sind auch Räume für Jugendkultur, Gesundheit und Sport. Das Erlebnis soll im Vordergrund stehen. Im großflächigen Untergeschoss sind der Kreativität kaum Grenzen gesetzt. Daniel Freimuth, Geschäftsführer der Hanau Marketing GmbH „Wir reden im Moment gerade mit einem Spielwarenhersteller, der auch Sandspielzeug herstellt. Und der hat als eine Idee, die wir gemeinsam entwickelt haben, vor, hier unten einen sehr großen Sandkasten aufzubauen, wo man seine Sandspielzeuge eben auch ausprobieren kann. Und dann kann man sie nebendran kaufen und das ist diese Verbindung aus Handel und Erleben.“ Und so wird aus dem alten Galeria Kaufhof der „Stadthof Hanau“, eine neue Begegnungsstätte im Zentrum der Stadt. 25 Millionen Euro hat die Stadt für das Gebäude bezahlt. Weitere 40 Millionen Euro kostet die Sanierung. Claus Kaminsky (SPD), Oberbürgermeister Hanau „Wir hätten es uns auch monetär nicht leisten können, die Immobilie nicht zu erwerben. Manche, die diese […]

  • Konferenz zur Integration in den Arbeitsmarkt

    Konferenz zur Integration in den Arbeitsmarkt

    Ob Handwerker, Krankenpfleger oder Busfahrer – in allen Bereichen fehlen Arbeits- und Fachkräfte. Doch während viele Unternehmen händeringend nach Personal suchen, gibt es gleichzeitig Menschen, die einfach nicht richtig im Arbeitsmarkt ankommen. Geringqualifizierte, Geflüchtete mit geringen Sprachkenntnissen und Langzeitarbeitslose. Sie sollen in Zeiten des Arbeitskräftemangels nicht vergessen werden. Darüber haben heute verschiedene Branchenvertreter in Mainz diskutiert. Fahrermangel im ÖPNV, schon länger ein Problem. Die Mainzer Verkehrsbetriebe reagieren darauf vor zwei Jahren mit einem speziellen Projekt für Arbeitslose mit Migrationshintergrund. Persönliche Betreuung und Sprachkurse erhöhen hier die Chance für einen erfolgreichen Berufsabschluss und machen am Ende aus einstigen Leistungsempfängern Steuerzahler. Jochen Erlhof, Geschäftsführer Mainzer Verkehrsgesellschaft „Und das Projekt ist sehr erfolgreich. Es haben zwölf Mitarbeiterinnen angefangen und zehn davon waren nach zehn Monaten am Abschluss und sind nach wie vor bei uns tätig. Das ist für solche Projekte eine tolle Quote und die anderen beiden, die haben wir auch noch nicht aufgegeben. Sprich da wird noch weiter geschult.“ „Gemeinsam für Arbeitsmarktintegration und Arbeitskräftesicherung“ – so das Motto bei der heutigen, von 17:30 SAT.1 Live Moderator Markus Appelmann moderierten Beschäftigungskonferenz in Mainz. Es lohne sich, Menschen eine Chance zu geben sagt der rheinland-pfälzische Arbeitsminister. Alexander Schweitzer (SPD), Arbeitsminister Rheinland-Pfalz „Mir ist wichtig, dass wir die Menschen, die es noch nicht geschafft haben, in den Arbeitsmarkt zu kommen, weil ganz unterschiedliche Hemmnisse sie davon abhalten, oftmals auch kein Schul- oder Berufsabschluss oder manches mehr, dass wir sie motivieren, aber auch begleiten, aber auch einfordern, dass sie sich am Arbeitsmarkt engagieren und dafür haben wir eigene Programme auf dem Weg gelegt. Am Ende muss stehen: Menschen sollen in Arbeit kommen, damit sie sich ein gelingendes Leben organisieren können.“ Karsten Tacke, Landesvereinigung Unternehmerverbände Rheinland-Pfalz „Das Fehlen von qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist momentan der größte Bremsklotz, den die Unternehmen haben hier. Deswegen ist uns fast […]

  • Pharma-Branche sieht strukturelle Probleme

    Pharma-Branche sieht strukturelle Probleme

    Um künftige Lieferengpässe bei Arzneimitteln zu verhindern, soll Deutschland für die Pharmabranche wieder attraktiver werden. (Start Offmaz) Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck will sich die Herausforderungen auch in Hessen ansehen: Start seiner mehrtägigen Reise war heute in Darmstadt beim Pharmaunternehmen Merck. Dort hat er sich auch eine neue automatisierte Produktionsanlage für Medikamente angesehen. Das hessische Unternehmen will am Standort Darmstadt in den kommenden Jahren 1,5 Milliarden Euro investieren. Roland Habeck (Bündnis 90 / Die Grünen), Bundeswirtschaftsminister „Natürlich muss man ein bisschen darauf achten, das will ich nicht verschweigen, dass die Pharmaindustrie auch den Stellenwert in der Akzeptanz der Politik und der Gesellschaft hat, den sie verdient. Wir alle nutzen mehr oder weniger die Produkte der Pharmaindustrie, aber manchmal guckt man nicht so genau hin. Weil man denkt: ‚Naja, Pharma – das ist Chemie, da sollen die mal machen, aber da wollen wir nicht so viel drüber reden.‘ Und diese kleine Reise soll ein bisschen den Fokus darauf richten, was hier alles schon geleistet wird.“