Gesellschaft

  • Mainzer Dom bekommt eine gigantische Orgel

    Mainzer Dom bekommt eine gigantische Orgel

    Im Mainzer Dom entsteht zurzeit eine der größten Orgeln Deutschlands. Schon seit den 1980er Jahren ist die Erneuerung der Orgelanlage in Planung, denn die Domorgel konnte klanglich nicht wirklich überzeugen. Doch etwas Neues in ein 1.000 Jahre altes, denkmalgeschütztes Gebäude einzubauen, ist ein komplizierter Vorgang. Besonders, wenn es sich um einen Kaiserdom handelt. Doch jetzt ist eine der insgesamt drei neuen Orgeln bereits eingebaut – und die zweite, die Haupt-Orgel, steht kurz vor der Vollendung. Es sind schon etwas gewöhnungsbedürftige Töne, die durch die alten Mauern des Mainzer Domes herausschallen. Sie kommen von ganz oben. Aus dem Ostchor der Kathedrale. Hier verleiht Stefan Niebler der neuen Hauptorgel sozusagen den letzten tonalen Schliff. Stefan Niebler, Intonateur Wenn wir Intonateure, ist unser spezieller Beruf im Orgelbau, dann fertig sind, dann ist die Orgel auch fertig. Wir sind die letzten, die an der Orgel sind. Vorher sind natürlich viele technische Arbeiten zu machen. Die Orgel wird ja zuerst in der Firma gezeichnet, geplant, dann zuhause aufgebaut. Genau nach Plan. Dann wird sie zuhause abgebaut und wird im Dom noch mal montiert. Dann werden die 8.000 Pfeifen sozusagen gestimmt. Alleine das dauert ein paar Monate. Insgesamt erhält der Mainzer Dom drei neue Orgeln. Eine ist bereits eingebaut. Domorganist Daniel Beckmann darf schon am Spieltisch des 1,5 Millionen Euro teuren Hightech-Instruments Platz nehmen. Seit zwei Jahren wird die neue Orgelanlage eingebaut. Es ist nicht nur der Klang, der den Organisten zum Schwärmen bringt, sondern auch die Architektur des Instruments. Daniel Beckmann, Domorganist „Das Besondere an dieser Orgel ist, dass sie auf einer sehr, sehr kleinen Grundfläche gebaut wurde, weil sich darunter der Hauptein- und Ausgang des Doms befindet, sie also an sechs Stahlstangen, die an einer Trägerkonstruktion im Gewölbe befestigt sind abgehängt ist, mit ihren zwanzig Tonnen Gewicht.“ Die dritte Orgel im Westchor ist noch […]

  • Die nach oben offene Energiepreis-Skala

    Die nach oben offene Energiepreis-Skala

    Am 24. Februar hat Russland den Krieg gegen die Ukraine begonnen. Seitdem liefert Russland immer weniger Gas an die Staaten der Europäischen Union. Und auch das Öl-Embargo gegen Russland hat Folgen: Immer weiter steigende Energiepreise. Bundesfinanzminister Christian Lindner hat heute die Bürger auf eine lange Phase der Entbehrungen und eine folgenschwere Wirtschaftskrise eingeschworen. 10 Uhr morgens in Frankfurt. An dieser Tankstelle in Griesheim herrscht kaum Betrieb, denn der Blick auf die aktuellen Spritpreise treibt vielen die Sorgenfalten ins Gesicht. Resignation an der Zapfsäule: Omar Al Kafri, Lehrer „Man kann ja nicht viel machen gegen die Macht der Konzerne.“ Johann Muth, Rentner „Man traut sich gar nicht mehr aufs Gas zu treten.“ Moses Calderaz, Autohändler „Das ist echt krank, wie der Preis jetzt aussieht. Das wird immer höher.“ Dabei sollte der sogenannte Tankrabatt, den die Bundesregierung zum 1. Juni eingeführt hatte, eigentlich für eine finanzielle Entlastung an der Zapfsäule sorgen. Dafür wurde die Energiesteuer auf Kraftstoffe gesenkt. Benzin sollte so um rund 35 Cent billiger werden, Diesel um rund 17 Cent. Jetzt – nur 3 Wochen später – ist der Effekt verpufft. Der Liter Diesel ist teurer als vor Einführung des Rabatts. Das läge an den hohen Preisen für Rohöl argumentieren die Branchenverbände. Der Tankrabatt werde nicht an die Kunden weitergegeben sondern in die eigene Tasche gewirtschaftet, argumentieren Kritiker. Fakt aber bleibt: Sprit wird immer teurer. Und auch beim Gas ist keine Besserung in Sicht. Nachdem Russlands Präsident Wladimir Putin den Gashahn immer weiter zudreht, zeigt die Preisentwicklung deutlich nach oben. So ist der Gaspreis in Deutschland seit Kriegsbeginn um rund 20 Prozent gestiegen. Das bringt nicht nur die Wirtschaft ins Schwanken, auch Verbraucher spüren: Heizen wird deutlich teurer – spätestens im kommenden Winter. Und so heißt es sparen, sparen, sparen. Im Haushalt und an der Zapfsäule. Viele Bürger aber sind […]

  • Interview mit dem Professor für Energiewirtschaft Sebastian Herold

    Interview mit dem Professor für Energiewirtschaft Sebastian Herold

    Eva Dieterle spricht mit dem Energiewirtschaftsexperten über die weitere Abhängigkeit von russischem Gas und wie schnell man wirklich unabhängig davon werden könnte. Eva Dieterle, Moderatorin: Darüber wollen wir jetzt mit Sebastian Herold sprechen, Professor für Energiewirtschaft von der Hochschule Darmstadt. Guten Tag! Prof. Sebastian Herold, Hochschule Darmstadt: Hallo, grüße Sie. Dieterle: Herr Prof. Herold, wie abhängig ist Deutschland denn noch von russischem Gas? Herold: Wir sind vom russischen Gas immer noch abhängig, trotz aller Bemühungen, das zu ändern. Im letzten Jahr kamen immer noch rund die Hälfte des Gases, das wir beziehen, aus Russland und wir unternehmen gerade eine Reihe von Maßnahmen, die auch helfen werden, diese Abhängigkeit zu reduzieren. Bis zu einer wirklichen Unabhängigkeit ist das allerdings ein weiter Weg und mindestens diesen Winter und sicherlich auch anteilig im kommenden Winter werden wir noch von russischem Gas abhängig sein. Dieterle: Sie haben es gerade gesagt, wir müssen unabhängiger vom russischen Gas werden. Wie können wir es ersetzen? Herold: Es gibt ja gerade sehr intensive Bestrebungen, statt des russischen Gases zukünftig verflüssigtes Erdgas zu beziehen über Tankschiffe, sogenanntes LNG. Dafür wird die entsprechende Infrastruktur aufgebaut, die Anlageterminals an den Küsten. Das ist aber nicht nur eine Frage, dass diese Infrastruktur geschaffen wird, sondern das Gas muss auch erst mal vorhanden sein auf dem Weltmarkt und deshalb benötigt das etwas Vorlaufzeit, sodass für diesen Winter davon keine größeren Entlastungen zu erwarten sind. Dieterle: Wie sieht es mit anderen Energie-Quellen aus. Könnten die auch das russische gas zum Teil ersetzen? Herold: Wir haben drei wesentliche Verbrauchsgruppen beim Erdgas. Es gibt die Großindustrie und das Gewerbe, das macht fast die Hälfte des Verbrauchs aus. Dann gibt es das Gas, was zum Heizen benötigt wird für unsere Wohnungen, das ist auch ein großer Anteil und der kleinste Anteil, das ist das Gas zur Stromproduktion. […]

  • Hotels im Ahrtal haben noch immer große Probleme

    Hotels im Ahrtal haben noch immer große Probleme

    Erst die Pandemie, dann der Krieg in der Ukraine und jetzt die Inflation. Die Tourismusbranche steckt seit über zwei Jahren in mehreren Krisen gleichzeitig. In Rheinland-Pfalz kam sogar die Flut im Ahrtal noch dazu, die Gaststätten und Hotels zerstörte. Aktuell macht der bald anstehende Jahrestag der Flut vielen Hoteliers zu schaffen, denn er bedeutet gleichzeitig das Ablaufen von Fristen. Es wird fleißig gespachtelt im Hotel Rodderhof in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Insgesamt 30 Handwerker arbeiten fast jeden Tag, damit das Hotel in drei Wochen, zumindest zum Teil, wieder öffnen kann. 40 der 56 Zimmer sind schon startklar, das Restaurant und die Küche sollen bald folgen. Und zwar schnell. Da seine Versicherung ein Jahr nach der Flut nicht mehr zahlt, muss Direktor Daniel Hempen jetzt Geld verdienen. Daniel Hempen, Direktor Hotel Rodderhof „Wir sind sozusagen gezwungen, aufzumachen. Das heißt, wir arbeiten diesem Datum entgegen und sind da voller Vorfreunde auch im Namen der Mitarbeiter. Und es ist halt enormer Stress, der jetzt so in den nächsten oder schon seit zwei Wochen andauert oder auch die nächsten drei, vier Wochen noch andauern wird.“ Wenn er nicht öffnet, könnte er sein Personal nicht mehr bezahlen und die laufenden Kosten decken. Nun muss er Zimmer anbieten, obwohl das Hotel noch eine Großbaustelle ist. Mit dem Problem ist er nicht allein. 90% der Hotels im Ahrtal sind noch geschlossen. Bei fast allen zahlt die Versicherung nur ein Jahr nach der Flut, der Wiederaufbau dauert aber deutlich länger. Ahr-Tourismuschef Christian Lindner befürchtet, dass Hoteliers so in Not geraten könnten und fordert Überbrückungszuschüsse. Christian Lindner, Vorsitzender Ahrtal-Tourismus Bad Neuenahr-Ahrweiler „Vor allen Dingen muss das Land auch Druck auf den Bund machen, um da Lösungen zu finden, dass diese Notwendigkeit auch noch klarer gemacht wird. Hier ist noch lange nicht alles wieder gut und wir brauchen nach wie vor die […]

  • Antisemitische Kunst auf der documenta wird entfernt

    Antisemitische Kunst auf der documenta wird entfernt

    Die Kasseler Kunstausstellung documenta: Auf dem Bild ist ein Werk eines indonesischen Künstler-Kollektivs mit antisemitischen Motiven noch zum Teil verdeckt. Inzwischen kann man es nicht mehr sehen. Tagelang war es jedoch in der Kassler Innenstadt zu besichtigen. Nicht der erste Antisemitismus-Vorwurf gegen die documenta und ihre Macher. Nicht nur für den Präsidenten des Zentralrats der Juden ist jetzt ganz klar eine rote Linie überschritten. Ein Soldat mit Schweinsgesicht. Er trägt ein Halstuch mit einem Davidstern. Auf seinem Helm der Name des israelischen Geheimdienstes Mossad. Kunst auf der documenta. Auch dieser Mann mit einem Hut, auf dem SS-Runen zu sehen sind, ist ein Motiv auf dem Banner des indonesischen Künstlerkollektivs Taring Padi. Das ganze Wochenende steht der Banner genauso auf dem Friedrichsplatz in Kassel – Kunstfreiheit oder Geschmacklosigkeit? „Es ist ganz klar erkennbar antisemitisch, antiisraelisch und rassistisch.“ „Ich finde es ist sehr grenzüberschreitend.“ „Ich habe auf jeden Fall kein gutes Gefühl, wenn ich das sehe.“ Dieses ungute Gefühl teilt der documenta-Besucher mit dem israelischen Botschafter, mit dem Zentralrat der Juden, mit Politikern und vielen Stimmen die etwas zu sagen haben – aus ganz Deutschland. Gestern entschließt sich die documenta-Leitung dann zuerst einen Teil des Werkes abzudecken, am Abend folgt die Verhüllung des gesamten Banners. Warum in Deutschland antisemitische Kunst überhaupt gezeigt werden darf? Die Geschäftsführung der documenta sei keine Instanz, die sich die Exponate vorlegen lasse, so die Generaldirektorin des Kunst-Events. Die Macher der Kunst streiten Antisemitismus-Vorwürfe ab. Zitat Taring Padi „Die Ausstellung von People`s Justice auf dem Friedrichsplatz ist die erste Präsentation des Banners in einem europäischen und deutschen Kontext. Sie steht in keiner Weise mit Antisemitismus in Verbindung. (…) Wir entschuldigen uns für die in diesem Zusammenhang entstandenen Verletzungen.“ Kunst, die verhüllt werden muss, – die zu einem Eklat führt. Die Weltkunstaustellung in Kassel kostet rund 42 Millionen Euro. […]

  • Der Kommentar zur documenta 15

    Der Kommentar zur documenta 15

    Zum documenta-Skandal findet der 17:30 Sat.1 live Chefredakteur Richard Kremershof deutliche Worte. Diese documenta ist eine Schande. Hier – wir haben es im Beitrag gesehen – wurde auch antisemitische Propaganda ausgestellt – finanziert mit deutschen Steuergeldern. Das hat mit der Freiheit der Kunst nichts mehr zu tun. Wie selbstvergessen geht es zu bei den Verantwortlichen der documenta, dass man Künstlern freie Hand ließ, ihre anti-israelischen Einstellungen auszuleben. Die Generaldirektorin der documenta, Sabine Schormann, ließ wissen, sie sei keine Instanz, die sich die Kunst vorab zur Prüfung vorlegen lasse. Frau Schormann: Hier geht es nicht um kleinteilige Prüfungen, sondern um klare Maßstäbe und eine Vorstellung, was nach 1945 in Deutschland – auch in der Kunst – eben nicht mehr möglich ist! Es ist genau diese verantwortungslose Scheinliberalität des deutschen Kulturbetriebes, die einen solchen Skandal möglich machte. Und der nun ein schlimmes Signal aus Deutschland in die Welt schickt. Wer übernimmt dafür die Verantwortung? Ist schon jemand zurückgetreten – um mal ein richtiges Zeichen des Verstehens gegenüber Israel und dem Judentum zu senden? Die israelische Botschaft in Berlin ließ alle diplomatischen Höflichkeiten fallen, als sie feststellte: „Die documenta fördert Propaganda im Goebbels-Stil“. Gestern wurde das Machwerk verhüllt, heute wird es abgebaut. Zu spät! Die Kunstaktivisten haben ihr Ziel, weltweite Öffentlichkeit zu erlangen, längst erreicht – und zwar mit gründlicher deutscher Unterstützung. Fast möchte man rufen: Nie wieder – nie wieder documenta.

  • Bahn muss Fahrkarten geschlechtsneutral verkaufen

    Bahn muss Fahrkarten geschlechtsneutral verkaufen

    Die Deutsche Bahn darf Kunden nicht mehr ausschließlich als „Herr“ oder „Frau“ ansprechen. Vor dem Oberlandesgericht Frankfurt hatte eine sogenannte nichtbinäre Person geklagt, die sich weder dem weiblichen, noch dem männlichen Geschlecht zuordnet. Diese hatte beim Online-Kauf einer Fahrkarte zwischen der Anrede „Herr“ und „Frau“ wählen müssen – eine andere Option gab es nicht. Das Gericht sprach der klagenden Person eine Entschädigung von 1.000 Euro zu und untersagte der Bahn, die Person künftig auf Rechnungen oder im Briefverkehr als „Herr“ oder „Frau“ anzusprechen. Bei Zuwiderhandlung droht eine Strafe von 250.000 Euro. Ab 1. Januar 2023 muss die Bahn zudem beim Kartenkauf eine neutrale Geschlechtsoption anbieten. Gundula Fehns-Böer, Sprecherin Oberlandesgericht Frankfurt „Wenn man z.B. das Online-Buchungssystem der Beklagten nutzt: Alle im Massenverkehr zur Verfügung stehenden Möglichkeiten, um die Angebote der Beklagten zu nutzen, müssen bis dahin umgestellt werden. Die zwanghafte Auswahl zwischen ‚Frau‘ und ‚Herr‘ – das ist das, was der Senat gesagt hat -, das ist eine Benachteiligung und die muss bis dahin abgestellt sein.“

  • Verbrennungsmotor im Automobilbau adé?

    Verbrennungsmotor im Automobilbau adé?

    Um den Ausstoß von klimaschädlichem CO-2 zu verringern und den weltweiten Temperatur-Anstieg zu begrenzen, hat das EU-Parlament beschlossen, den Verkauf von Neuwagen mit Verbrennungsmotor ab 2035 zu verbieten. Das bedeutet, dass zum Beispiel bei Opel in Rüsselsheim spätestens dann keine Fahrzeuge mit Benzin- oder Dieselmotor mehr produziert werden. Die Zukunft soll ganz dem Elektroauto gehören. Doch gegen diese Entscheidung regt sich immer mehr Widerstand, auch von Wissenschaftlern. Eva Dieterle, Moderatorin: Einer von Ihnen ist Christian Rieck, Professor an der „Frankfurt University of Applied Sciences“. Guten Tag, Herr Rieck. Prof. Christian Rieck, Frankfurt University of Applied Sciences: Ja. Guten Tag, ich freue mich auf das Interview. Dieterle: Sie halten das Verbot für Neuwagen mit Verbrennungsmotor ab 2035 für falsch. Warum? Rieck: Wenn man sich überlegt, wer ist die Richtige dafür vorherzusagen, welche Technologien am Ende gut sein werden, dann glaube ich nicht, dass die Parlamentarier da die richtigen gewesen wären. Also ich denke, man sollte es immer, wie man so schön sagt, ergebnisoffen lassen und es einfach dem Markt überlassen, was sich am Ende durchsetzt. Das ist jetzt ein bisschen so, wie wenn man die CD verboten hätte, damit sich Streaming durchsetzt. Und ich glaube, das ist kein guter Ansatz. Dieterle: Wie ließe sich denn der CO2-Ausstoß besser verringern? Rieck: Also fü meine Begriffe ist immer das Beste, wenn man den Markt wirklich arbeiten lässt. Und das ging in dem Fall für meine Begriffe am besten dadurch, dass man von oben her vorgibt, wie viel CO2 insgesamt ausgestoßen werden kann, diese Mengen beispielsweise auch im Laufe der Zeit reduziert und das dann handelbar macht.Das wäre viel eher die Möglichkeit, wie am Ende dann die ganze Kreativität auch von den Ingenieuren und so was freigesetzt wird, damit es eben sich in die richtige Richtung entwickelt. Dieterle: Als Argument für das Verbot wird angeführt, […]

  • Aktion Tagwerk – Schüler engagieren sich für Afrika

    Aktion Tagwerk – Schüler engagieren sich für Afrika

    „Dein Einsatz zeigt Wirkung!“ – Unter diesem Motto haben heute bundesweit 50.000 Kinder und Jugendliche ihre Schulbank gegen eine Werkbank getauscht. Der Erlös, den sie dabei erwirtschaften, wird gespendet. Es ist ein Tag im Zeichen der Solidarität, auch im Weingut Fleischer in Mainz-Hechtsheim. Etikettieren, sortieren und verpacken. Sara Hariri ist leidenschaftlich dabei. Die Elfjährige ist an ihrer Schule Jahrgangssprecherin und kandidiert für die Schülervertretung. Hier heute Engagement zu zeigen, für eine Selbstverständlichkeit. Sara Hariri, 5. Klasse Schlossgymnasium Mainz „Es ist etwas sehr besonderes, jemandem zu helfen, der wirklich Hilfe benötigt. Ich finde,jeder sollte eine Chance haben, eine gute Bildung zu haben, eine Chance dafür, genau. Mir ist es echt wichtig.“ Der Erlös, den die Schüler erwirtschaften, geht an Bildungs- und Landwirtschaftsprojekte in Ruanda und Uganda. Bundesweit nehmen 250 Schulen teil, allein 88 in Rheinland-Pfalz. Steve Elia, 9. Klasse Schlossgymnasium Mainz „Die anderen Leute haben es viel nötiger als ich und wenn ich hier einfach durch Flaschen saubermachen und einpacken Leuten helfen kann, Leuten Bildung geben kann, dann mache ich das natürlich.“ Sofia Yakovleva, 6. Klasse Schlossgymnasium Mainz „Es ist sehr wichtig und anderen zu helfen, macht auch Spaß.“ Arne Vollinger, 7. Klasse Schlossgymnasium Mainz „Ich wollte halt Leuten helfen und wenn ich es kann, dann tue ich es halt.“ Das Weingut Fleischer unterstützt regelmäßig den Aktionstag Tagwerk, der früher noch „Dein Tag für Afrika“ hieß. Stefan Fleischer, Inhaber Fleischer – Weingut der Stadt Mainz „Wir haben in jedem Jahr auch bei der Aktion Tagwerk Schüler auch, die zu uns ins Weingut kommen und einen Tag mitarbeiten. Auch viele Schülerpraktikanten. Es ist einfach wunderschön, jungen Menschen auch die Möglichkeit zu geben, in praktische Beruf auch hineinzuschnuppern. Und vielleicht ist ja heute auch jemand dabei gewesen, den wir damit für den Winzerberuf begeistern können.“ Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig packt heute auch […]

  • Blitzerattrappe könnte schon bald die Justiz beschäftigen

    Blitzerattrappe könnte schon bald die Justiz beschäftigen

    In Wiesbaden-Nordenstadt beschäftigt ein Blitzer die Justiz. Die vermeintliche Radarfalle ist nämlich gar nicht echt, sieht dafür aber täuschend echt aus und sie steht im öffentlichen Raum. Für die Bürgerinitiative, die die Attrappe aufgestellt hat, ist sie ein Hilferuf. Für die Behörden hingegen ist sie ein möglicherweise gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr. Blitzerfotos sind ärgerlich, denn sie gehen oft ganz schön ins Geld. Wer hier zu schnell fährt, muss sich allerdings nicht ärgern – denn der vermeintliche Blitzer ist eine Attrappe. Aufgestellt hat ihn die Bürgerinitiative „Zusammen für Nordenstadt“. Eine Verzweiflungstat, sagt der Vorsitzende der Initiative. Obwohl sie die Stadt immer wieder auf Raser und lauten Durchgangsverkehr aufmerksam machten, sehe die Stadt keinen Handlungsbedarf. Christian Bachmann, Vorsitzender „Zusammen für Nordenstadt“ „Wir möchten die Verkehrsteilnehmer nicht erziehen, wir sind keine Hilfssheriffs, die in irgendeiner Art und Weise hier Verkehr kontrollieren oder manipulieren möchten, sondern uns geht es wirklich darum, den Fokus auf die Verkehrsprobleme hier im Stadtbezirk zu lenken, die viel zu lange liegen und viel zu sehr von der Stadtpolitik ignoriert werden.“ Seit ein paar Wochen steht der Anhänger mit Zulassung und Nummernschild im öffentlichen Raum. Winnrich Tischel geht das zu weit. Auch wenn der Leiter des Straßenverkehrsamtes grundsätzlich Verständnis für die Probleme der Initiative habe, sagt er. Winnrich Tischel, Leiter Straßenverkehrsamt Wiesbaden „Es gibt aber Grenzen. Immer dann, wenn die Verkehrssicherheit gefährdet ist. Wir sind nun mal eine Behörde und Sympathie für Aktionen hin oder her, aber wir müssen die Verkehrssicherheit als erstes im Auge behalten.“ Bei der Leitstelle gingen regelmäßig Anrufe von wütenden Bürgern ein, die vor Schreck eine Vollbremsung gemacht hätten, sagt der Amtsleiter. Ob es sich möglicherweise um eine Straftat handelt, muss deshalb nun die Staatsanwaltschaft entscheiden. Laut ADAC Hessen ist längst nicht eindeutig, ob die Attrappe dort stehen darf oder nicht. Cornelius Blanke, ADAC Hessen-Thüringen […]

  • Fashion Week feiert in Frankfurt Premiere

    Fashion Week feiert in Frankfurt Premiere

    Eigentlich ist die Fashion Week bereits vor zwei Jahren von Berlin an den Main gezogen. Doch wegen Corona gab es bisher nur ganz abgespeckte Modewochen in Frankfurt. Das soll sich ab heute ändern. Eine Woche lang Fashion, Trends und Glamour. Zwar ist ein großer Messeveranstalter gar nicht mit von Berlin nach Hessen gezogen, der Modewoche soll das aber nicht anzumerken sein, so die Veranstalter. Statt rot ist der Teppich grün. Nicht, weil die Farbe in diesem Sommer das neue Schwarz ist, grün bedeutet Nachhaltigkeit. Ein wichtiges Thema auf der Frankfurt Fashion Week. Green –Couture ist das Zauberwort. Der nächste Winter kommt bestimmt, Fashion-Victims tragen dann zwar echte Pelze, aber ganz ohne schlechtes Gewissen. Hans Schwarz, Designer aus Frankfurt Bedeutet, wir nehmen nur Tiere, die als Fleischabfall ankommen, oder nicht in unsere Region passen, wie der Waschbär-. Heute zur Eröffnung der Fashion Lounge  ist das Karmeliterkloster der Treffpunkt der Modebranche. Im Kreuzgang zeigen dem geladenen ViP-Publikum auch Designerinnen aus der Ukraine ihre Kollektionen. Gestern gab es bereits einen Preview-Event mit Haute Couture eines Frankfurter Modeschöpfers an der Börse. Das passt, denn die Stadt investiert 750 00 Euro in ihre Modewoche. Anfang des Jahres stand sie noch kurz vor dem Aus, weil ein großer Modemessen-Veranstalter einfach in Berlin geblieben ist. Oliver Schwebel,  Geschäftsführer Wirtschaftsförderung Frankfurt Ich glaube, wir haben gezeigt, dass es uns jetzt nichts ausmacht. Im Gegenteil. Es hat total motiviert. Eigentlich müssten wir dankbar sein, weil es hat nochmal aktiviert, motiviert und alle zusammengebracht. Und man wollte diesen Sommer auch mal zeigen, wie breit auch das Angebot an Mode im Rhein-Main Gebiet, in Hessen, im gesamten Umfeld auch ist. Keine große Messe,  – die Frankfurt Fashion Week soll ein Aushängeschild für die Kreativen Köpfe der Region sein. Modemacher wie Wladimir Arutti. Er ist froh, dass Mode jetzt auch in seiner […]

  • documenta 15 beginnt in Kassel

    documenta 15 beginnt in Kassel

    Neben der Biennale in Venedig gilt die Kasseler documenta als weltweit wichtigste Ausstellung für Gegenwartskunst. Seit 1955 findet sie in Nordhessen statt, in diesem Jahr zum 15. Mal. So viel Kritik wie dieses Mal gab es selten. Antisemitismus-Vorwürfe stehen im Raum. Am Wochenende wird das 42 Millionen Euro teure Kunst-Event eröffnet. Das Fachpublikum durfte schon jetzt einen Blick auf die Ausstellung werfen. Ein Gesicht der documenta fifteen: Der kubanische Künstler Ray. Er bringt uns ein anderes Kuba nach Kassel. Keine bunte fröhliche Urlaubsinsel. Sein Kuba ist eine grausame Diktatur. Ray, Künstler aus Kuba „Das ist die Realität und für mich ist das sehr emotional. Weil ich werde gewaltsam unterdrückt, sowie 11 Millionen Kubaner. Wir haben zurzeit 1.400 politische Gefangene, darunter sind 28 Kinder, die jetzt im Gefängnis bestraft werden.“ Das sind die Gesichter der künstlerischen Leitung der documenta. Ruangrupa. Eine Gruppe von Kunstschaffenden aus Indonesien. Das gab es noch nie. Ayse Gülec, Teammitglied documenta 15 „Sie haben sich noch andere Leute dazu eingeladen, so dass das Artistik-Team noch größer ist, aber neun Mitglieder von Ruangrupa, das ist ein Kollektiv. Die haben die Künstlerische Leitung. Zum ersten Mal ist es ein Kollektiv und zum zweiten ist es zum ersten Mal ein außereuropäisches Kollektiv, was die Documenta leitet. „ Richtige Meisterwerke gibt es in Kassel nicht. Das Kollektiv ist das Gesicht des Kunst-Events. Gemeinschaftliches Miteinander das Prinzip. Hier baut eine Gruppe aus Bangladesh ein Haus mit Garten. 100 Tage, solange wie die documenta selbst, wird hier gebaut, gelebt und gepflanzt. Krittaporn Mahaweerarat, Künstler aus Bangladesh „Es wird geerntet und gekocht. Alles ist miteinander verbunden. Das ist der Sinn: Gemeinschaft.“ Die Gesichter des Fachpublikums zeigen unterschiedliche Ausdrücke. Die zeitgenössische Kunst ist Geschmackssache! Tin, Kunstkritiker aus Großbritannien. „Ich sehe eine große Themenvielfalt. Jede Arbeit ist anders. Für mich ist das sehr interessant.“ Bernhard Schulz, […]

  • Magic Bike lockt Biker und Besucher nach Rüdesheim

    Magic Bike lockt Biker und Besucher nach Rüdesheim

    Bestes Bike-Wetter momentan bei uns. Und derzeit sind besonders viele Motorräder unterwegs, da die Magic Bike in Rüdesheim stattfindet, einer der größten Bikertreffs Europas – über 30.000 Motorradfahrer sollen es an diesem Wochenende werden. Auch die harten Jungs finden das romantische Rheintal toll. Das beschauliche Rüdesheim fest in Biker-Hand. Tausende Motorräder, jede Menge Nieten, Kutten und mancher ungewohnter Beifahrer. Hier gibt’s viel fürs Auge und fürs Ohr. Vor allem freuen sich die rund 30.000 Biker, dass die „Magic Bike“ erstmals seit Pandemie-Beginn wieder stattfinden kann. Jamal Abud, aus Baden Baden „Das ist unbeschreiblich, dass man wieder so etwas mitmachen darf. Nach so langer Zeit Pause. Da freut man sich auf jeden Fall, klar.“ Michael Berndorf, aus Limburg „Guck dich hier um: Der Rhein, das Wetter, die Leute, die Umgebung ist einfach klasse. Das ist alles super hier!“ Steffen Baltis, aus Schweinfurt „Das ist hier wie eine Familie. Man kennt sich nicht, wenn man herkommt. Und nach zehn Minuten hast du die ersten Freunde. Völlig genial.“ Tony Müller, kommt seit 2004 „Also wenn die Veranstaltung ist, dann ist ja auch immer die Ausfahrt, die geht hier im Nachbarort los. Die ist gut organisiert, das macht Spaß, klar.“ Die großen Ausfahrten aus dem nächsten Ortsteil, das Herzstück der Magic Bike. Diesmal geht’s rund 100 Kilometer durchs Obere Mittelrheintal. Dafür bleibt Organisator Bernhard Jung selbst gar keine Zeit. Der Vorsitzende des Motorradclubs „Buddies and Bikes Rüdesheim“ kam nicht mal dazu, seine Maschine fürs große Treffen aufzupolieren. Bernhard Jung, Organisator Magic Bike „Bitte, guck nicht so genau hin. Wir hatten jetzt so einen Stress hier beim Vorbereiten von dem Fest, wir waren vielleicht schon ein bisschen aus der Übung. Es klappt alles, aber trotzdem – eigentlich wollte ich das Motorrad noch putzen, kam aber nicht dazu.“ Kurz den Spiegel sauber machen muss auch reichen. […]

  • Datenschützer kritisieren Handy-Blitzer

    Datenschützer kritisieren Handy-Blitzer

    Achtung, teure Fotos! Seit knapp zwei Wochen läuft in der Region Trier ein Handyblitzer-Projekt. Eine spezielle Kamera überwacht den Verkehr in Echtzeit und blitzt die Autofahrer, die während der Fahrt ein Handy in der Hand halten. Dafür gibt es eine deftige Strafe: 100 Euro Bußgeld und ein Punkt in Flensburg. Doch ist das alles datenschutzrechtlich in Ordnung? „Nein“, sagt der Landesbeauftrage für Datenschutz. Die Monocam – sie sieht alles, was im Straßenverkehr passiert. In Echtzeit scannt sie Autofahrer daraufhin ab, ob jemand am Steuer ein Handy nutzt. Was für die Polizei praktisch ist, ist datenschutzrechtlich problematisch: Denn die Monocam filmt anlasslos auf Verdacht alles und jeden. Weil es sich noch um eine Testphase handelt, drückt der oberste Datenschützer des Landes nochmal ein Auge zu. Aber: Dieter Kugelmann, Landesbeauftragter für Datenschutz Rheinland-Pfalz „Für sechs Monate nehmen wir das hin aufgrund allgemeiner Regelungen. Weil erstmal geht’s ja drum, funktioniert das überhaupt, passt das, ist das technisch machbar? Eine weitere Stufe ist ja, wenn man dazu kommt: Ja war erfolgreich, passt alles, funktioniert, das dann auf Dauer einzuführen. Und dann würden wir sagen: Das geht aber dann wirklich nur, wenn der Landtag gesagt hat: ‚Wir machen eine gesetzliche Grundlage, wo wir die Voraussetzungen nochmal genau aufführen, die Sicherungsvorkehrungen aufführen, wie lange darf gespeichert werden, was muss gelöscht werden, diese Dinge dann wirklich genau zu regeln‘.“ Wer mit einem Handy am Steuer erwischt wird, muss 100 Euro Bußgeld zahlen und bekommt einen Punkt in Flensburg. Dass Vergehen aber schon während der Testphase geahndet werden, findet Dieter Kugelmann bedenklich. Dieter Kugelmann, Landesbeauftragter für Datenschutz Rheinland-Pfalz „Weil eben die Rechtsgrundlage ja nicht so tragfähig ist, sonst bräuchten wir ja künftig keine andere. Das ist aber Sache der Polizei, wenn die das trotzdem macht. Wenn das jemand angreift, wird ein Gericht entscheiden. Wir sind da nicht ganz […]

  • Ukrainisches Apotheker-Diplom wird nicht anerkannt

    Ukrainisches Apotheker-Diplom wird nicht anerkannt

    Die Apotheke um die Ecke, die gibt es leider immer seltener. Nur 22 Apotheken kommen in Deutschland auf 100.000 Einwohner, damit stehen wir im Europa-Vergleich nicht gut da. Ein Hauptgrund für den Apotheken-Mangel ist nicht zuletzt der ebenfalls nicht neue Apotheker-Mangel. Khrystyna Nardit hat in ihrer Heimat Ukraine Apothekerin gelernt. Ihre Flucht hat sie ins mittelhessische Alsfeld geführt. Dort würde sie zur Freude ihrer neuen Kolleginnen gern wieder als Apothekerin arbeiten. Doch das ist leider nicht so einfach. Apotheken-Chefin Stefanie Schön erklärt ihrer ukrainischen Angestellten das Sortiment. Für Khrystyna ist nur neu was draufsteht, nicht aber was drin ist. Denn die 22-Jährige ist ebenfalls gelernte Apothekerin. In Alsfeld muss sie nun aber wieder fast von null anfangen. Aus ihrer Heimatstadt Charkiw mussten Khrystyna und ihre Eltern fliehen. Aktuell arbeitet sie unter ihrem Können, sagt die Chefin. Stefanie Schön, Apothekerin in Alsfeld „Sie könnte ganz normal – wie ich ist sie auch Apothekerin – ganz normal die Kunden beraten im Verkaufsgespräch, Rezepte beliefern usw. und das darf sie halt momentan nicht, also sie darf nicht in den Kundenkontakt. Zum einen weil sie nicht Deutsch spricht und zum andere weil der Abschluss nicht anerkannt ist. Die Anerkennung ist das eine, die Sprache das andere Problem. Khrystyna Nardid, Apothekerin aus der Ukraine „Ich kann kein Deutsch sprechen (lacht). Das ist das Hauptproblem. Es gibt sehr viele Medikamente, die hier anders genannt werden. Die Wirkstoffe sind dieselben aber ich muss die genauen Namen der deutschen Medikamente kennen. Es fehlen nicht nur Plätze und Lehrer, bis Khrystyna auf Muttersprachniveau kommt und die Apothekerprüfung neu machen kann, dauert es im Normalfall etwa zweieinhalb Jahre. Stefanie Schön, Apothekerin in Alsfeld „Aber so lang kann ich halt nicht warten, weil wir haben extrem Apothekermangel und ich war super happy, dass ich sie kriegen konnte.“ Khrystyna und ihre Chefin […]