Gesellschaft

  • Die CDU sucht eine neue Führung

    Die CDU sucht eine neue Führung

    Nach dem Debakel bei der Bundestagswahl hat CDU-Chef Armin Laschet gestern Abend eine personelle Neuaufstellung vorgeschlagen. Jetzt wird in der Partei intensiv darüber diskutiert, wer künftig den Bundesvorsitz übernehmen soll. Außerdem fordern immer mehr Christdemokraten, dass an dieser Entscheidung alle Mitglieder beteiligt werden sollten. Ein möglicher Mitgliederentscheid ist jetzt aber plötzlich auch in Rheinland-Pfalz ein Thema, wo Julia Klöckner nicht erneut für den Landesvorsitz kandidieren will. Der Vorstand der CDU Rheinland-Pfalz hat deshalb jetzt den für November geplanten Parteitag auf nächstes Jahr verschoben. In Rheinland-Pfalz und im Bund heißt es also nun: Wie geht’s weiter in der CDU? Es ist noch kein Jahr her, als Armin Laschet zum CDU-Chef gekrönt wurde. Und doch hatten wohl die meisten erwartet, dass er nun seinen Rücktritt verkünden würde, als er gestern Abend vor die Presse trat. Ganz so deutlich wurde er jedoch nicht. Armin Laschet, CDU, Bundesvorsitzender „Die personelle Neuaufstellung der CDU – vom Vorsitzenden über Präsidium bis zum Bundesvorstand – werden wir zügig anpacken.“ Das Wort „Rücktritt“ nimmt der Kanzlerkandidat nicht in den Mund. Über die Neuaufstellung der CDU solle ein Sonderparteitag entscheiden – unter seiner Moderation, schlägt Armin Laschet vor. Unterstützung erhält er unter anderem aus Rheinland-Pfalz. Christian Baldauf, CDU, Fraktionsvorsitzender Rheinland-Pfalz „Dass wir nicht so weitermachen können, steht außer Frage. Dass wir aber auch nicht alles über den Haufen werfen können, dürfte auch klar sein. Es war ja nicht alles falsch. Aber dass es in der Personalsituation, mit der wir die Bundestagswahl durchgeführt haben, schlecht weitergehen wird, das hat er ja selbst gesagt.“ Die Junge Union Rheinland-Pfalz hingegen findet: Eine klare Ansage sähe anders aus. Maike Malzahn, Kreisvorsitzende Junge Union Mainz-Bingen „Ich hätte mir gestern deutlich klarere Worte gewünscht. Ich hätte mir gestern ein wenig mehr Demut vor dem Wahlergebnis, was wir nun mal eben so eingefahren haben, gewünscht und […]

  • Verliert Opel an Eigenständigkeit?

    Verliert Opel an Eigenständigkeit?

    Wieder einmal geht bei den Opel-Mitarbeitern im hessischen Rüsselsheim die Angst um. Was sich da die Autobosse jetzt ausgedacht haben, könnte Opel weiter schrumpfen lassen. Der Mutterkonzern Stellantis erwägt, seiner deutschen Tochter Opel die Verantwortung über das Hauptwerk in Rüsselsheim zu entziehen. Das könnte Folgen für die Arbeitnehmer und ihre Arbeitsplätze bei uns in Rüsselsheim haben. Der Schriftzug des niederländischen Mutterkonzerns prangt schon jetzt in großen Lettern am Werk in Rüsselsheim. Bald könnte dort nur noch Stellantis anstelle von Opel stehen. Der Konzern bestätigt auf Anfrage von 1730 Sat.1 Live, zumindest zu prüfen, die Produktionsstätte aus dem Opel-Verbund herauszulösen und in eine eigenständige Gesellschaft des Mutterkonzerns umzuwandeln: Zitat Opel / Stellantis Germany: „So soll auch sichergestellt werden, dass alle Stellantis-Produktionsstandorte für alle Stellantis-Marken produzieren können.“ Soll heißen: In Rüsselsheim könnten bald Alfa Romeo- oder Peugeot-Modelle vom Band laufen. Bereits heute baut Rüsselsheim allerdings eine Citroen-Limousine, ohne dass das Werk aus dem Opel-Verbund herausgelöst wurde. Ein möglicher weiterer Grund: Bis Jahresende will Opel in Rüsselsheim über 2.000 Stellen mit Vorruhestand oder Abfindungen abbauen. 500 Freiwillige fehlen aber noch. Nun geht die Angst um, Stellantis könnte bald ernst machen: Mit Kündigungen und Zwangsversetzungen. Zudem wäre bei künftigen Verhandlungen der Rüsselsheimer Betriebsrat in einem Einzelwerk eindeutig schwächer als in einem Betriebsrat der gesamten Opel-Gruppe. Für Branchenkenner könnten aber noch weitere Ziele hinter den Stellantis-Plänen stecken. Jürgen Pieper, Autoanalyst Bankhaus Metzler „Es ist ungewöhnlich, dass solche Werke herausgelöst werden, muss man ganz klar sagen. Das kommt jetzt nicht jeden Tag vor. Es könnte sein, dass man sich letzten Endes für Optionen präpariert wie einen Verkauf, wenn es mal überhaupt nicht mehr laufen sollte.“ Zumal Stellantis die gleichen Pläne auch für das Opel-Werk im thüringischen Eisenach prüft und dort den Betrieb wegen Chipmangels bis Ende des Jahres eingestellt hat. Der Betriebsrat in Rüsselsheim spricht von […]

  • Trauerfeier für Alex W.

    Trauerfeier für Alex W.

    Mit einer emotionalen Trauerfeier hat Idar-Oberstein gestern Abschied genommen von Alex W., dem Tankstellenkassierer, der im Streit um das Tragen einer Corona-Maske von einem Kunden erschossen wurde. Rund 500 Menschen nahmen gestern an der Gedenkfeier teil. In einer bewegenden Rede erinnerte Alex W.s Mutter an ihren getöteten Sohn und mahnte, die Familie des mutmaßlichen Täters nicht anzufeinden. Michaela, Mutter von Axel W. „Denn auch sie sind nur Opfer. Diese Menschen haben nicht den Abzug gedrückt. Hass bringt uns nicht weiter im Leben. Hass verbittert nur, die Liebe ist so viel mehr wert. Liebe war schon immer stärker als der Hass. Und daran glaube ich nach wie vor, mein Engel. Ich werde dich immer lieben und dein Name wird nie in Vergessenheit geraten. Sein Name war Alex und wir sind stolz auf ihn. In Liebe, deine Mama.“ Die zentrale Gedenkfeier in der Messe Idar-Oberstein fand auf Wunsch der Familie statt. Alex W. habe viele Freunde gehabt. Man habe möglichst vielen Menschen die Gelegenheit geben wollen, Abschied zu nehmen.

  • Viele verletzte Kinder bei Busunfall in Frankfurt

    Viele verletzte Kinder bei Busunfall in Frankfurt

    Auf einer Bundesstraße bei Frankfurt hat es am späten Vormittag einen schweren Unfall gegeben. Ein mit Vorschulkindern besetzter Bus ist bei Bergen-Enkheim offenbar an einer Kreuzung auf einen Lkw aufgefahren, der wiederum durch den Aufprall auf zwei Autos vor ihm geschoben wurde. Der Busfahrer wurde eingeklemmt und musste von der Feuerwehr befreit werden. Von den 34 Kindern im Bus wurden 19 verletzt, glücklicherweise nur leicht. Wie es zu dem Unfall kommen konnte, ist noch unklar. Thomas Hollerbach, Polizeipräsidium Frankfurt „Es sind Hinweise, die wir bekommen haben durch Zeugen, es könnte sein, dass die Bremsanlage des Busses nicht ordnungsgemäß funktioniert hat. Dem gehen wir natürlich nach, indem wir den Bus jetzt sicherstellen und in der Folge dann technisch untersuchen lassen, um das halt auszuschließen oder eben dann zu bestätigen.“ Im Berufsverkehr kam es rund um Frankfurt zu stundenlangen Behinderungen.

  • Diskussion über Impfpflicht bei Lufthansa

    Diskussion über Impfpflicht bei Lufthansa

    Die Deutsche Lufthansa hat in dieser Woche mit dieser Aussage für Furore gesorgt: Wir wollen eine Impfpflicht für unsere Crews. Kurz zuvor hatte die Lufthansa-Tochter Swiss verlauten lassen, dass ihre Mitarbeiter bis zum 1. Dezember geimpft sein müssen, andernfalls drohe die Entlassung. Die Frage ist also – kommt die Impfpflicht auch bei Lufthansa? Qantas hat sie, Wizz Air hat sie, American Airlines hat sie auch: Eine Corona-Impfpflicht für Flugbeleiter und Piloten. United Airlines will fast 600 Beschäftigte entlassen weil die eine Impfung verweigern – und auch bei der Lufthansatochter Swiss mit Sitz in der Schweiz geht es den Ungeimpften an den Kragen oder besser gesagt an den Job. Völlig zu Recht, meint nun auch die deutsche Fluglinie Lufthansa und schreibt: „Ein internationaler Flugbetrieb ist ohne Corona-Impfung für Flugzeugbesatzungen künftig nicht darstellbar, da Staaten den Impfnachweis auch von Pilot:innen und Flugbegleiter:innen verlangen.“ Zur Begründung verweist der Konzern darauf, dass mit Hongkong das erste internationale Flugziel eine Impfung für fliegendes Personal vorschreibe. Die Lufthansa geht davon aus, dass weitere Länder folgen. Eine Impflicht bei einer Deutschen Fluggesellschaft? Wir fragen den Frankfurter Arbeitsrechtsexperten Peter Wedde. ob das Bestand haben könnte. Prof. Peter Wedde, Frankfurt University of Applied Sciences „Für eine Impfpflicht, über die die Lufthansa nachdenkt für fliegendes Personal, gibt’s in Deutschland keine rechtliche Grundlage. Es gibt keine Impfpflicht, es gibt dringende Empfehlungen, denen man auch nachkommen sollte. Und da wo der Gesetzgeber eine Impfpflicht – oder eine Nachweispflicht, darum geht’s ja – des Geimpftseins für notwendig hält, hat er das auch gesetzlich vorgegeben.“ Die Lufthansa darf ihre Mitarbeiter nicht nach ihrem Impfstatus fragen. Stattdessen füllt die Crew vor Abflug eine Erklärung aus, dass sie die Einreisebestimmungen erfüllt – dazu gehört gegebenenfalls auch die Corona-Impfung. Außerdem sei die Bereitschaft unter den Mitarbeiter ihren Impfstatus freiwillig offenzulegen durchaus gegeben, sagt die Flugbegleitergewerkschaft UFO. Stefan […]

  • Stipendium für Gründer

    Stipendium für Gründer

    Im letzten Jahr sind die Existenzgründungen zurückgegangen. Der Grund natürlich auch hier: Corona. Wegen der Turbulenzen in der Wirtschaft haben weniger Menschen sich getraut, eine Firma zu gründen. Der Weg von einer Geschäftsidee zu einem erfolgreichen Unternehmen ist weit. Die Landesregierung Rheinland-Pfalz möchte den Weg für Start-up-Unternehmen nun mit einem breiteren Förderprogramm erleichtern. Denn Ideen gibt es in Rheinland-Pfalz genug. Und im Mainzer „Gutenberg Digital Hub“ werden sie umgesetzt. Felix Buchmüller ist IT-Experte und arbeitet hier. Er und sein Team haben erst letzte Woche das Start-up Resolvio gegründet. Und sie haben viel vor. Mit ihrer Plattform wollen sie Prozesse in Unternehmen digitalisieren. Wenn zum Beispiel Unternehmensgründer Entscheidungen fällen, müssen diese rechtlich abgesichert sein und in einem Dokument festgehalten werden. Resolvio will diesen Prozess erleichtern. Felix Buchmüller, Gründer von Resolvio „Der Reiz daran ist, dass man ein Problem, das man vielleicht auch im Alltag gefunden hat, gerne lösen möchte, also nicht nur für sich selbst sondern für alle. Und dass man ja sich hinsetzt, überlegt, wie müsste es denn eigentlich laufen. Und da gibt es natürlich noch viele Baustellen. Insbesondere wenn man schaut, welche Prozesse man noch digitalisieren kann.“ Doch der Start ist nicht einfach. In das Marketing zum Beispiel, müssen die Gründer viel Geld investieren, das sie meist nicht haben. Zudem fehlen oft erfahrene Ansprechpartner. Sie haben sich für das „Gründungsstipendium Rheinland-Pfalz“ beworben. Darüber fördert die Landesregierung Start-ups wie Resolvio vor allem in der frühen Phase. Für ein Jahr bekommen die Gründer Geld und Beratung durch die Handelskammer. Daniela Schmitt, Wirtschaftsministerin Rheinland-Pfalz „Wir wollen mit dem Stipendium, 1000 Euro im Monat, diejenigen unterstützen, die sich am Anfang noch ganz intensiv mit dem Vorhaben beschäftigen und einfach dann die Sicherheit haben, dass sie im ersten Jahr nicht die Sorge haben müssen, wie wird die Miete bezahlt, wie kann ich den Kühlschrank […]

  • Mainz 05 gegen den FCK: Benefizspiel für Flutopfer

    Mainz 05 gegen den FCK: Benefizspiel für Flutopfer

    Die große Flutkatastrophe ist fast drei Monate her. Am schwersten getroffen wurde das Ahrtal im Norden von Rheinland-Pfalz. Dort sind immer noch viele Menschen auf Hilfe angewiesen. Aber auch zum Beispiel Fußballvereine hat die Jahrhundertflut hart getroffen. Die Sportanlagen sind durch die Wassermassen völlig zerstört. Jetzt soll ein Benefizspiel helfen. Die beiden größten Vereine in der Region, Mainz 05 und der 1. FC Kaiserslautern, treffen morgen in Koblenz aufeinander. Die Einnahmen aus dem Spiel sollen den betroffenen Vereinen zu Gute kommen. Hilfe ist bitter nötig. Gerd Treffer läuft über den verwüsteten Sportplatz Gerd Treffer, Jugendleiter Ahrweiler BC „Das ist unser Rasenplatz hier. Hier liegt ja noch ein ganzer Teil Schlamm drauf. Man könnte meinen, das wär so gewollt. Nee, ist es nicht. Man sieht: Hier ist ein ganzer Haufen Schlamm drauf. Das ist alles andere als ein Rasenplatz.“ Auch die beiden Kunst-Rasenplätze: völlig zerstört. Hier liegt nur noch das Fundament. Der Verein ist heimatlos. Gerd Treffer, Jugendleiter Ahrweiler BC „Das ist eigentlich die Katastrophe nach der Katastrophe. Man kann sich das ja auch so vorstellen, dass eine mehrköpfige Familie jetzt in mehreren Häusern wohnen würde und die sehen sich gar nicht. Genauso ist das bei uns. Wir sind auf neun Spielstätten verteilt. Ich glaube auch, dass so ein Verein das nicht ewig durchhält.“ Stefan Bell versteht die Sorgen der kleinen Vereine. Der Innenverteidiger vom Bundesligisten Mainz 05 kommt selbst aus dem Eifelort Wehr. Nur wenige Kilometer vom Flutgebiet entfernt. Stefan Bell, Verteidiger 1. FSV Mainz 05 „Was ich so mitbekomme, scheitert es nicht an privaten Helfern. Da ist nach wie vor sehr viel an Unterstützung da. Es gibt unter der Woche Rentnergruppen, die helfen, und am Wochenende dann kommen Leute aus’m Ruhrgebiet, aus NRW, aus der Eifel, die dann immer noch in die Gebiete fahren. Das ist das, was ich […]

  • „Keschde“-Zeit in der Pfalz

    „Keschde“-Zeit in der Pfalz

    Herbstzeit ist Kastanienzeit! Wir haben uns heute aufgemacht in den südlichen Pfälzerwald, wo jetzt im Oktober ganz besonders viele der runden Früchte von den Bäumen fallen. Also: Auf in die Kastanien! Oder – wie der echte Pälzer sagt: „in die Keschde“. „Keschde“, wohin man schaut! Kastanien, die roh, gekocht oder gebacken nicht nur lecker schmecken, sondern Jahrhunderte lang den Pfälzern auch als Kartoffel- und Brotersatz dienten. Und wo es so viele „Keschde“ gibt, da gibt es sogar eine Keschde-Prinzessin! Gestatten: Leonie die I., die einzige Kastanienprinzessin Deutschlands. Leonie I., Kastanien-Prinzessin „Die Keschde-Frucht ist ziemlich vielfältig. Die meisten kennen es als Maronen auf Weihnachtsmärkten oder so, wo sie gegrillt werden. Man kann aber auch viele andere Sachen mit ihnen machen. Wenn man sie ganz einfach blanchiert und dann kocht, gibt’s typisches Keschde-Gemüse mit Kotelett. Man aber auch Keschde-Saumagen machen oder Keschde-Knödel, wo dann einfach in einem normalen Kartoffelknödel in der Mitte so eine Keschd versteckt wird.“ Auf einer kleinen Keschde-Wanderung mit der königlichen Hoheit erfahren wir: Schon die Legionäre der alten Römer erhielten eine Ration Kastanien als Proviant. Keschde gibt’s aber auch flüssig: Leonie I., Kastanien-Prinzessin „Es gibt auch die Möglichkeit, das Ganze in einem Likör zu verarbeiten. Verschiedenste Spezialitäten werden bei uns angeboten.“ Vor allem heute Abend im und vor dem Hohenstaufensaal in Annweiler am Trifels, wo am Nachmittag schon fleißig aufgebaut wurde. Beim traditionellen Keschde-Abend wird auch die neue Keschde-Prinzessin gekrönt. Um 18 Uhr geht’s los – und dann dreht sich hier natürlich alles um die „Keschde“.

  • Gedenkfeier für Alex W. in Idar-Oberstein

    Gedenkfeier für Alex W. in Idar-Oberstein

    Fast drei Wochen ist es her: Ein 49-Jähriger soll in Idar-Oberstein einen Tankstellen-Kassierer erschossen haben, nachdem dieser ihn auf die Maskenpflicht hingewiesen hatte. Die kaltblütige Tat sorgte bundesweit für Entsetzen. Vor der Tankstelle, an der das 20 Jahre alte Opfer Alex W. gearbeitet hatte, legten viele Menschen Blumen nieder, die Anteilnahme war groß – und sie ist es immer noch. Zur Stunde findet in Idar-Oberstein eine große zentrale Gedenkfeier mit rund 500 Besuchern statt. Markus Appelmann, Moderator: Da ist auch mein Kollege Marco Riehl, der mir jetzt live zugeschaltet ist. Marco, du warst zu Beginn noch drinnen bei der Gedenkfeier in der Messe Idar-Oberstein. Welche Eindrücke sind dir da hängen geblieben? Marco Riehl, Reporter: Genau, den Anfang habe ich noch miterlebt. Es war von Beginn an sehr bewegend. Zu Beginn hat der Oberbürgermeister der Stadt Idar-Oberstein, Frank Frühauf, das Wort ergriffen, und er hat auch noch mal einen Einblick gegeben, wie schwierig die letzten zweieinhalb Wochen für die Stadt, aber auch für die Einwohner hier in Idar-Oberstein waren. Erwartet wird auch noch, dass die Mutter des Opfers, die Mutter von Alex W., das Wort ergreift. Sie will von ihrem Sohn berichten und will berichten, wer er war. Es ist natürlich eine schwierige Situation auch heute für die Familie und für die Angehörigen. Da ist zum einen dieses Bedürfnis, endlich mal Abschied nehmen zu können und das Ganze auch zu verarbeiten. Zum anderen will man auch Alex gewissermaßen ein Andenken bewahren. Es ist ja so, man will einfach zeigen, dass er beliebt war, dass hunderte Menschen gekommen sind zu seiner Trauerfeier. Und es gab ja auch eine bundesweite Aufmerksamkeit und Anteilnahme. Zum Beispiel ist auch heute die Bundesregierung, vertreten in Form von Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner. Diese Anteilnahme, die spürt man auch heute. Hunderte Menschen sind gekommen, sind hinter mir in der Messe […]

  • Daimler in Wörth startet Serienanfertigung von E-LKW

    Daimler in Wörth startet Serienanfertigung von E-LKW

    Das Ende des Verbrennungsmotors – darüber wird sicher in den kommenden Wochen in den Sondierungs- und Koalitionsrunden in Berlin gesprochen werden. Doch wie lassen sich die Lastwagen mit Dieselmotor, die im vergangenen Jahr 3,6 Milliarden Tonnen Waren über Deutschlands Straßen transportiert haben, klimafreundlich ersetzen? Das Lkw-Werk im rheinland-pfälzischen Wörth hat heute eine mögliche Lösung präsentiert. Dort startete Mercedes-Benz die Serienproduktion seines ersten voll elektrischen Lastwagens. Hier laufen täglich mehr als 400 Fahrzeuge vom Band, heute zum ersten Mal ein voll elektrisches. Ab sofort wird hier serienmäßig der eActros gefertigt, ein Elektro-Lastwagen der, je nach Ausstattung, eine Reichweite von 300 bis 400 Kilometern hat. Zusammen mit der rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt eröffnete heute Karin Rådström aus dem Vorstand der Daimler Truck AG die Produktionslinie. Der eActros soll vor allem die CO2-Bilanz der LKW-Sparte verbessern. Karin Rådström, Vorstand Daimler Truck AG „Es ist ein ganz anderes Arbeitsumfeld für den Fahrer und auch in den Städten und Dörfern hat es Vorteile. Es ist einfach nicht mehr so eine Lärmbelästigung. Und natürlich hilft es uns auch, wegzukommen von der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Wenn man es dann noch mit grünem Strom auflädt ist es ein emissionsfreies Fahrzeug. Es verbessert also unseren CO2-Fußabdruck.“ Ein Schritt in die richtige Richtung sollte man meinen, denn bei der Umweltverträglichkeit schneidet der Diesel-LKW vergleichsweise schlecht ab. Pro zurückgelegtem Kilometer bläst er mehr als dreimal so viele Treibhausgase in die Atmosphäre als zum Beispiel ein Binnenschiffer. Am wenigsten schädlich ist der Transport auf der Schiene. Doch Branchenexperten wollen in den Jubel über den ersten E-LKW von Mercedes-Benz trotzdem nicht so recht einstimmen. Jürgen Pieper, Autoanalyst für das Bankhaus Metzler „Auch weil die Preise so hoch sind für die Elektro-LKW wird das in den nächsten vier, fünf Jahren sicher kein richtiges Geschäft werden. Betriebswirtschaftlich macht es keinen Sinn, die echt in […]

  • Im Interview: Fabian Kirsch, der Chef der rheinland-pfälzischen Staatskanzlei

    Im Interview: Fabian Kirsch, der Chef der rheinland-pfälzischen Staatskanzlei

    Fabian Kirsch ist als Staatssekretär der Chef der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz. Der Mann, der von seinem Schreibtisch aus so ziemlich alles im Blick hat, was die Regierung von Malu Dreyer so auf den Weg bringt. Ein Mann also aus dem Inner-Circle der Macht – der heute unser Studiogast ist. Wir haben ihn heute bei seiner Arbeit begleitet. Antrittsbesuch des Chefs der Staatskanzlei beim wichtigen Branchenverband DEHOGA in Bad Kreuznach. Gereon Haumann: „Einen Espresso.“ Dame: „Einen doppelten?“ Fabian Kirsch: „Nee, einen ganz normalen.“ Dame: „Mit Zucker?“ Fabian Kirsch: „Ohne.“ Zeit für einen Kaffee muss sein, auch für einen vielbeschäftigten Mann wie Fabian Kirsch. Bei dem Treffen mit Vertretern des Hotel- und Gaststättenverbandes geht es unter anderem um die Zukunftsperspektiven der Gastrobranche. Ein Termin von vielen an diesem Tag. In seinem Büro in der Staatskanzlei wirkt der Chef des Hauses eher unbeachtet von der breiten Öffentlichkeit – für die Menschen ist in Rheinland-Pfalz Malu Dreyer die Chefin. Alle Scheinwerfer sind generell auf sie gerichtet, alle Mikrofone werden ihr hingehalten. Doch der Chef ihrer Staatskanzlei führt deswegen noch lange kein Schattendasein – im Gegenteil: Sein Amt hat Gewicht – und davon nicht zu wenig: Er leitet mit der Staatskanzlei eine mächtige Behörde, die der Ministerpräsidentin in der Erfüllung ihrer Aufgaben dient. Er nimmt an den Kabinettssitzungen teil, koordiniert die Arbeit der Ministerien und checkt, ob die Beschlüsse der Regierung auch ausgeführt werden. Denn Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Ein wichtiger Mann also für die Regierungschefin, die nur lobende Worte findet. Malu Dreyer, SPD, Ministerpräsidentin Rheinland-Pfalz „Herr Kirsch ist ein Mensch, der sehr akribisch arbeitet. Er ist aber auch jemand, der sich nicht so schnell aus der Ruhe bringen lässt. Denn sie müssen mal bedenken, dass die Regierung sich ja gerade am Finden war und dann ist diese schreckliche Katastrophe im Ahrtal passiert und […]

  • Finanzielle Unterstützung für Krankenhäuser im Ahrtal

    Finanzielle Unterstützung für Krankenhäuser im Ahrtal

    Die Flutkatastrophe im rheinland-pfälzischen Ahrtal hat Mitte Juli auch mehrere Krankenhäuser und damit die medizinische Versorgung stark getroffen. Der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Clemens Hoch hat heute in Bad Neuenahr-Ahrweiler einen ersten Bewilligungsbescheid zum Wiederaufbau der zerstörten Ehrenwall’schen Klinik übergeben. Sie ist die von der Flutkatastrophe am stärksten beschädigte Klinik im Ahrtal. Das Hauptgebäude aus dem späten 19. Jahrhundert muss kernsaniert, die Außengebäude neu errichtet werden. Der heute überreichte Förderbescheid soll die Kaltmiete für ein Ausweichquartier in Niederdürenbach mit zunächst 20 Betten decken, um die stationäre Behandlung wiederaufnehmen zu können. Die medizinische Versorgung im Kreis Ahrweiler sei sichergestellt aber noch weit entfernt von gut, so Gesundheitsminister Hoch. Er sprach heute von einem kleinen ersten Schritt. Clemens Hoch, SPD, Gesundheitsminister Rheinland-Pfalz „Da geht es um 7.500 Euro etwa im Monat. Das ist zunächst befristet bis Mai, aber mit einer ausdrücklichen Verlängerungsoption. Es ist ein kleiner Schritt für die Versorgung der Menschen, aber es ist ein ganz großer emotionaler Schritt für die Mitarbeitenden hier, die sagen können: ‚Jetzt haben wir Hoffnung, jetzt geht es am Arbeitsplatz weiter und es geht wieder los, dass wir Menschen helfen können‘.“

  • Schlossführung in Bad Homburg: Wie wohnte Kaiser Wilhelm II.?

    Schlossführung in Bad Homburg: Wie wohnte Kaiser Wilhelm II.?

    Und jetzt spulen wir viele Jahre zurück: Wie hat der letzte deutsche Kaiser Wilhelm der II. eigentlich gewohnt? Das können sich Besucher des Schloss Bad Homburg jetzt live anschauen. Weil es einige Schäden gab, ist die Wohnung nun aufwändig saniert und restauriert worden. Das hat zehn Jahre Zeit und elf Millionen Euro gekostet. Jetzt ist der Bauschutt wieder kaiserlichem Glanz gewichen – so lebte der letzte deutsche Kaiser. Hier ging Kaiser Wilhelm der II. aufs Klo, hier badete er mit fließend Warm-Wasser, hier drückte er drauf, um Tee zu bestellen – es ist kaiserlicher Komfort im Schloss Bad Homburg. Denn mit seiner Frau – Kaiserin Auguste Victoria – reiste der Hohenzollern-Herrscher oft in die hessische Stadt. Kirsten Worms, Staatliche Schlösser und Gärten Hessen: „Ja, der Kaiser war ja ein Reisekaiser, der war ja überall gern und das waren rund 80 Schlösser. Das einzige erhaltene in Deutschland ist eben hier das Schloss Bad Homburg. Hier war er sehr gerne, weil er auch in seiner Jugend viel hier war. Und ja, vielleicht es ihm gefallen, dass etwas einfachere Leben hier.“ Seit 2011 war der Königsflügel geschlossen. Darunter etwa der einstige Empfangssaal von Kaiserin und Kaiser. Die Schlösserverwaltung restaurierte seitdem 1000 Objekte – Vasen, Uhren bis hin zu den Stuhlbezügen. Es sind diese Gegenstände, die alltägliche Geschichten erzählen: Wie diese seltsam anmutende Gabel im Speisezimmer. Sie verrät etwas über die höchst menschlichen Makel eines Kaisers, der sich selbst als gottgesandt sah. Ulrich Haroska, Staatliche Schlösser und Gärten Hessen: „Kaiser Wilhelm hatte ja einen verkrüppelten Arm und hat aufgrund dieser Situation sich ein spezielles Essbesteck anfertigen lassen. (…) Es war eine spezielle Gabel, die sogenannte Kaisergabel, mit der man Dinge schneiden konnte und das Objekt auch als Gabel verwenden konnte.“ (18 Sekunden) Auch diese Waage erzählt Geschichte: Darüber wie die Kaiserin ihrem Kaiser gefallen […]

  • SPD, Grüne und FDP wollen gemeinsame Sondierungsgespräche starten – im Talk: Philipp Stelzner

    SPD, Grüne und FDP wollen gemeinsame Sondierungsgespräche starten – im Talk: Philipp Stelzner

    In der echten Partnersuche nennt man es „Speed-Dating“. Mehrere Menschen sitzen in einem Raum und wechseln alle paar Minuten den Tisch, um binnen kürzester Zeit möglichst viele potentielle Partner kennenzulernen. In der Politik heißt das „Vorsondierungs-gespräche“. Und nachdem sich nun Union, SPD, Grüne und FDP in den letzten Tagen beschnuppert haben, gab es heute eine erste Vorentscheidung: Die Ampel rückt näher. Und damit schaut das politische Berlin nun nach Rheinland-Pfalz. Hier regieren seit 2016 SPD, Grüne und FDP zusammen in einer Ampel-Regierung – ohne nennenswerte Probleme. Und jetzt sondieren die drei Parteien also auch auf Bundesebene. Es ist kurz nach zehn als sich die Grünen heute Vormittag als erste aus der Deckung wagen und die Zeichen im Bund klar auf Ampel stellen. Annalena Baerbock, Bündnis 90 / Die Grünen, Bundesvorsitzende „Nach diesen Gesprächen haben wir uns beraten und sind zu dem Schluss gekommen, dass es sinnvoll ist, jetzt vertieft – gerade auch mit Blick auf die Gemeinsamkeiten, die wir auch in diesen bilateralen Gesprächen feststellen konnten – jetzt mit FDP und SPD weiter zu sprechen und das schlagen wir der FDP vor.“ Kurze darauf meldet sich auch die FDP zu Wort. Christian Lindner, FDP, Bundesvorsitzender „Wir haben den Vorschlag eines Gespräches mit der SPD angenommen, um Gemeinsamkeiten zu prüfen, die unser Land nach vorne bringen.“ Bereits morgen soll es erste Gespräche zu dritt geben. Eine Jamaika-Koalition mit der Union sei aber auch weiterhin eine Option, sagt FDP-Chef Lindner heute. Bei der SPD freut man sich über die Entscheidung von FDP und Grünen. In Rheinland-Pfalz sieht man sich als Vorreiter einer Ampel auf Bundesebene. Zitat Roger Lewentz, SPD, Landesvorsitzender Rheinland-Pfalz „Wir haben in dieser Konstellation gute Erfahrungen in Rheinland-Pfalz gemacht – mit einer erfolgreichen Zusammenarbeit. Die nächsten Schritte im Bund sind jetzt vertrauensvolle Gespräche auf Augenhöhe.“ Die Reaktionen bei der Union […]

  • Vater des Hanau-Attentäters steht vor Gericht

    Vater des Hanau-Attentäters steht vor Gericht

    Die Hinterbliebenen der Opfer des Anschlags von Hanau sollten das Maul halten und sich dem Deutschen Volk unterordnen. Diese Worte hat der Vater des Attentäters in einer Anzeige an die Staatsanwaltschaft geschrieben. Nun muss er sich für diese Formulierungen und Beleidigungen vor Gericht verantworten – anderthalb Jahre nach der Nacht in Hanau. Es ist der 19. Februar 2020, als Tobias R. neun Menschen aus mutmaßlich rassistischen Motiven tötet. Anschließend erschießt er seine Mutter und sich selbst. Vor allem die Opferangehörigen warten bis heute auf Antworten, inwiefern der Vater seinen Sohn mit Verschwörungstheorien beeinflusst haben könnte. Zum heutigen Prozessauftakt aber erscheint Hans-Gerd R. nicht, die Polizei muss ihn zuhause abholen. Dominik Mies, Staatsanwaltschaft Hanau „Nach meinen Erkenntnissen hat der Angeklagte die Tür nicht geöffnet. Dementsprechend mussten die Beamten dem Angeklagten anders habhaft werden. Allerdings hat er keinen Widerstand geleistet.“ Mit zwei Stunden Verspätung wird Hans-Gerd R. in Handschellen vorgeführt. Er soll Opferhinterbliebene bei einer Mahnwache in der Nähe seines Hauses als wilde Fremde beschimpft haben. Die SEK-Beamten, die in der Tatnacht sein Haus durchsuchten, soll er als Terrorkommando bezeichnet und der Stadt Hanau Volksverhetzung vorgeworfen haben. Seinen Pflichtverteidiger lehnt er heute ab und hält das Gericht für befangen. Carsten Praeg, Reporter „Der Angeklagte unterbricht während der Sitzung mehrfach Richterin und Staatsanwalt, will den Verhandlungsablauf bestimmen und den Gerichtssaal anscheinend als Plattform nutzen. In seinem verlesenen Schreiben ist immer wieder von der deutschen Rasse die Rede. Er bestreitet, dass sein Sohn zehn Menschen und sich selbst erschossen hat und fordert, dessen Waffen an ihn zurückzugeben.“ Der Prozess läuft zur Stunde noch. Neben zwei Zeugen ist ein forensischer Sachverständiger geladen. Hans-Gerd R. droht bis zu einem Jahr Haft.