Gesellschaft

  • Ruanda und Rheinland-Pfalz pflegen Kontakte

    Ruanda und Rheinland-Pfalz pflegen Kontakte

    In wenigen Stunden verlassen die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer und ihre Delegation Ruanda – morgen werden sie wieder im deutschen Alltag landen. 40 Jahre wurde die Partnerschaft jetzt alt – und man hatte vor Ort immer den Eindruck, es dürften durchaus weitere 40 Jahre hinzukommen. In welche Zukunft blicken die Augen der Kinder in diesem Dorf im Norden Ruandas? Sie leben zwei Autostunden von der Hauptstadt Kigali entfernt; das ist eine kleine Weltreise. In Ruanda leben dreimal mehr Menschen auf dem Land als bei uns. Und diese haben kaum Anteil an dem Aufschwung, den Ruanda seit Jahren vor allem in der Millionenstadt Kigali realisiert. Für Afrika ist Ruanda heute schon ein High-Tech-Land. Die im Vergleich zu Deutschland unfassbar junge Bevölkerung ist wissbegierig und leistungsfähig. Sie wollen die Zukunft für sich hier in Ruanda. Das Land auf dem Weg dorthin, wo es heute steht, begleitet und gefördert zu haben: das ist das große Verdienst der Partnerschaft. Hinzu kommen die tausendfachen Kontakte zwischen den Menschen aus Rheinland-Pfalz und Ruanda. Malu Dreyer, SPD, Ministerpräsidentin Rheinland-Pfalz “Wir durften wieder erleben bei 40 Jahre Geburtstag, dass diese Partnerschaft wirklich lebt. Menschen treffen Menschen und sie schaffen gemeinsam wirklich auch Gutes. Ruanda hat einen Riesenschritt nach vorne gemacht und wir konnten ganz viel unterstützen, aber natürlich auch selber davon lernen. Und es macht einen Riesenspaß das zu sehen – auch die große Anerkennung, die hier in Ruanda den Rheinland-Pfälzern und Rheinland-Pfälzerinnen gegenüber gebracht wird.“ In einer Welt, in der aktuell vieles in große Unordnung geraten ist – da ist es ein Zeichen der Hoffnung, das auch vieles gelingen kann zum Wohl der Menschen. Die Partnerschaft mit Ruanda steht genau dafür.

  • Arztpraxen wegen Protestaktion geschlossen

    Arztpraxen wegen Protestaktion geschlossen

    Wenn Sie heute zum Arzt wollten, standen Sie vielleicht vor verschlossenen Türen: Denn deutschlandweit haben heute viele niedergelassene Ärzte gegen die geplanten Sparmaßnahmen der Bundesregierung im Gesundheitsbereich protestiert. Sie sehen nicht nur ihre Existenz, sondern auch die Versorgung der Patienten in Gefahr. Jan Henniger ist Facharzt für Chirurgie und als niedergelassener Arzt in Frankfurt tätig. Er behandelt in seiner Praxis gesetzlich versicherte Patienten. Eingewachsene Zehennägel, Leistenbrüche, kaputte Kniegelenke – all das wird hier heute nicht versorgt. Denn aus Protest gegen eine Entscheidung der Bundesregierung von vergangener Woche bleibt die Praxis heute geschlossen. Konkret geht es dabei um die Streichung der so genannten Neupatientenregelung von 2019, mit der die Regierung finanzielle Anreize für Ärzte geschaffen hatte, neue Patienten aufzunehmen. Auf diese Zusatz-Einnahmen sollen die niedergelassenen Ärzte künftig verzichten, um die Krankenkassen zu entlasten. Jan Henniger, Facharzt für Chirurgie: „Das ist natürlich bei einer Inflation von über zehn Prozent ein Grauen für eine Praxis. Und nicht nur für eine Praxis, sondern für viele Praxen. Wir müssen unsere Mitarbeiter ernähren. Ich als chirurgische Praxis – ich muss ein Röntgen betreiben, wo ich Energiekosten habe. Wir haben steigende Mietkosten.“ So sei alleine die Miete für seine Praxis innerhalb eines einzigen Jahres um mehr als 15 Prozent gestiegen. Das passe nicht mit der Ankündigung der gesetzlichen Krankenkassen zusammen, für die kommenden zwei Jahre eine Nullrunde für ärztliche Honorare festzuschreiben. Denn das sei sowohl für die Arztpraxen als auch für Patienten nicht gut. Jan Henniger, Facharzt für Chirurgie: „Gesetzlich Versicherte müssen ordentlich versorgt werden können. Und die Praxen müssen davon leben können, gesetzlich Versicherte zu behandeln. Das muss doch machbar sein in unserem Land.“ Steigende Kosten und gleichzeitig weniger Einnahmen: Sollten die Bundesregierung und die Krankenkassen bei ihren Entscheidungen bleiben, sieht Jan Henniger für viele ambulante Praxen in Deutschland schwarz. Jan Henniger, Facharzt für Chirurgie: „Wenn […]

  • Weinstube gibt Kunden „Holz-Rabatt“

    Weinstube gibt Kunden „Holz-Rabatt“

    Hohe Energiekosten und hohe Preise durch die Inflation. Die Gastro-branche ist aktuell schwer gebeutelt. Schon wieder. Nach der Corona-Krise kommt jetzt die Energie-krise. Vielen Gastronomen bleibt da gar nichts anderes übrig als die Preise zu erhöhen damit sie nicht pleitegehen. Und das trifft nicht immer auf Gegenliebe beim Gast. Daher haben sich die Besitzer einer Weinstube im pfälzischen Flemlingen eine besondere Aktion ausgedacht. _ In der Weinstube Zechpeter knistert das Feuer schon eine ganze Weile. Denn draußen wird es langsam kalt und die Gäste sollen sich ja wohl fühlen. Damit das auch so bleibt, bringen die Gäste das Holz für den Kamin selbst mit. Eine Aktion, die ursprünglich als Spaß geplant war. Nadine Fahrner, Weinstube Zechpeter Flemlingen: Die Idee ist letztes Jahr entstanden, mit einem anderen Zusammenhang. Und zwar wollten wir, dass Gäste oder wir hatten die Idee, dass Gäste Holz mitbringen und dafür dann einen Schnaps bekommen oder irgendeine Kleinigkeit. Doch aus der Schnapsidee wird Ernst. Grund sind die hohen Energiepreise. Vor allem die großen Küchengeräte verbrauchen viel Strom und Gas. Daher musste sie in den letzten Monaten schon zwei Mal die Preise anpassen. Ein drittes Mal wollte sie das nicht. Um die Kosten auszugleichen zahlt jeder Gast jetzt entweder einen Euro als Energiepauschale oder er bringt ein Stück Holz für den Kamin mit. Trotz der höheren Preise sind die Gäste begeistert von der Idee. Andrea Beiner: Überall werden die Preise erhöht und Energiekosten werden überall draufgeschlagen, ob im Handwerk oder Anfahrtskosten. Das ist normal. Und das unterstützen wir gerne. Susi Heinze: Ich finde das auch eine super Idee. Besser wie alle anderen, die jetzt gleich mal kräftig die Preise erhöhen. Weil das geht ja dann auf alles. Und so sind wir mit einem Euro beziehungsweise wir haben Briketts mitgebracht. Aktion Energiepauschale. Axel und Susi machen mit. Finden wir […]

  • Bildungsministerin forscht mit Kita-Kindern

    Bildungsministerin forscht mit Kita-Kindern

    Wie heißt es so schön: Wer nichts im Boden hat, der braucht was in der Birne: Ein so rohstoffarmes Land wie Deutschland braucht deshalb kluge Köpfe, um seinen Wohlstand zu halten, wie etwa: Ingenieure oder Informatiker. Besonders die Vermittlung der sogenannten MINT-Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik sind deshalb so wichtig, vor allem bei noch sehr jungen Menschen. Wie beispielsweise in der „Goetheplatz“-Kita in Mainz. Wieso schwimmt ein Blatt auf der Wasseroberfläche, ohne zu versinken? Wieso gefriert Wasser? In der „Goetheplatz“-Kita in Mainz forschen die Kinder zusammen mit ihren Erziehern und erhalten spielerisch Antworten auf solche Fragen. Die Kita ist ein „Haus der kleinen Forscher“ – 174 gibt es davon in Rheinland-Pfalz. Sie legen einen besonderen Fokus auf Naturwissenschaften. Frühkindliche Bildung habe ein großes Potential: Denn im jungen Alter seien Menschen noch viel interessierter. Nina Schneider, Leiterin Kita „Goetheplatz“: „Kinder forschen am Wasser, in der Erde, mit Luft, Kinder forschen ja einfach aus der Lust heraus zu entdecken, also Spielen und Experimentieren ist für Kinder ja häufig auch dasselbe und für uns als Erwachsene ist es wichtig, sie auch forschen und experimentieren zu lassen.“ Für die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig ist die frühe Bildung in den Naturwissenschaften eine Investition in die Zukunft: Denn die Corona-Pandemie und der Erfolg des Impfstoffherstellers Biontech habe gezeigt: Wissenschaft kann Wohlstand schaffen. Stefanie Hubig (SPD), Bildungsministerin Rheinland-Pfalz: „Wir brauchen Fachkräfte ganz dringend und deshalb wollen wir, dass Kinder schon früh entdecken, dass es Spaß macht, dass es spannend ist, und das sie diese Freude daran über ihre gesamte Schullaufbahn behalten, damit sie dann gerne in ihrer Ausbildung, in ihrem Studium in diesen Bereich gehen.“ Im Kindesalter seien Mädchen außerdem genauso stark an Naturwissenschaften interessiert wie Jungen – später dann nicht mehr. Die Förderung solle möglichst viele Mädchen an den MINT-Bereich binden und später in gut […]

  • Andacht in Ludwigshafen

    Andacht in Ludwigshafen

    In Ludwigshafen sitzt der Schock immer noch tief. Heute vor genau einer Woche sind hier zwei Menschen bei einem Messerangriff getötet worden, ein weiterer schwer verletzt. Ihnen wurde heute in der Christ-König-Kirche mit einer Gedenkfeier gedacht. Zehn Minuten lang läuten heute die Kirchenglocken in Ludwigshafen. Von 12:20 Uhr bis 12:30 Uhr. Zehn Minuten, die für Familie Sprengart alles verändert haben. Vor einer Woche haben sie ihren Sohn Jonas sowie ihren Freund und Mitarbeiter Sascha verloren. Heute, an ihrem 19. Hochzeitstag, sucht das Ehepaar Trost und Halt in jener Kirche, in der ihr Sohn Jonas getauft wurde. Kurt Sprengart, Vater von Jonas Ich bin wirklich auch heute wieder gerührt, dass so viele Menschen Anteil nehmen. Hier an der Trauerfeier, an unserem Schmerz. Es gibt mir Kraft, jeden Tag. […] Ich glaub, ich bin mehr nur für andere da und funktioniere einfach. Mein Schmerz und mein Leid wird wahrscheinlich irgendwann später kommen, ich weiß es nicht. Sie wundern sich bestimmt, dass ich hier so reden kann. Aber es ist so. „Weil es unfassbar ist, darum kommen wir jetzt zusammen.“ Mit diesen Worten von Pfarrerin Kerstin Bartels beginnt nach einer Schweigeminute die Gedenkandacht. Die aus Respekt vor den Trauernden nicht gefilmt werden darf. Rund 300 Menschen waren der Einladung von evangelischer und katholischer Kirche sowie Stadt gefolgt. Sigrid Schüsler-Blum: „Ich frag mich immer: Wo ist der gott vorher. Das ist die große frage, die ich mir immer stelle, in solchen momenten. Ansonsten bin ich, wie meine Freundin, sprachlos.“ Jürgen Huber: „Meine kinder sind ähnlich alt. Und ich hab die drei alle gekannt. Für mich ist es unverständlich, unverständlich, dass sowas passieren kann.“ Hier in der Philipp-Scheidemann-Straße werden die beiden Handwerker Jonas und Sascha vor einer Woche auf offener Straße niedergestochen. Für sie kommt jede Hilfe zu spät. Der mutmaßliche Täter, ein 25-jähriger Somalier, […]

  • Mainzer Uni-Klinik: Arbeiten am Limit

    Mainzer Uni-Klinik: Arbeiten am Limit

    Das Corona-Virus, es sorgt nicht mehr für den ganz großen Schrecken – Auch nicht in den Kliniken. Und trotzdem: Gerade hier ist die Lage momentan alles andere als entspannt. Viele Pflegekräfte haben ihrem Beruf mittlerweile den Rücken zugekehrt, die übrigen arbeiten an der Grenze ihrer Kräfte. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie, auch im Universitätsklinikum Mainz sind sie noch lange nicht ausgestanden. Die Station für innere Medizin am Mainzer Universitätsklinikum. Sie ist nicht heillos überfüllt und trotzdem, Ärzte und Pfleger arbeiten an ihrem Limit. Prof. Peter Galle, Direktor Klinik Innere Medizin Unimedizin Mainz: „Das, was wir im Augenblick machen, ist medizinisch nicht sehr herausfordernd, menschlich/pflegerisch allerdings ausgesprochen herausfordernd.“ Denn hier in der Unimedizin werden derzeit viele hochbetagte Menschen mit schweren Verläufen von Covid-19 aber auch anderen Infektionskrankheiten behandelt. Patienten, die viel Betreuung brauchen. Gleichzeitig fallen viele Mitarbeiter aus, weil sie selbst erkrankt sind. Und die Personaldecke bei den Pflegekräften ist ohnehin schon dünn. Prof. Peter Galle, Direktor Klinik Innere Medizin Unimedizin Mainz: „Die Belastungsgrenze ist nicht nur erreicht, sie ist überschritten. Mit der Konsequenz, dass wir Bettenschließungen machen oder ganze Stationen schließen, um die Personalumwicklung zu ermöglichen, damit die verbleibenden Stationen einigermaßen arbeiten können.“ Doch der volle Fokus auf die Patienten, die mit schwer verlaufenden Viruserkrankungen die Betten belegen, hat Konsequenzen: Prof. Peter Galle, Direktor Klinik Innere Medizin Unimedizin Mainz: „Wir kümmern uns nicht ausreichend um Patienten, die eine Transplantation bedürfen und andere Dinge mehr. Das muss auch denjenigen gesagt werden, die sagen, wir wollen maximalen Schutz für unsere Corona-Patienten. Das kommt zu einem Preis, wir verschieben die Gleichgewichte in der Medizin und gerade im universitären Bereich verschieben wir die Gleichgewichte in eine Situation, in der Hochleistungsmedizin nicht mehr möglich wird.“ Die Situation werde durch die aktuell geltende Test- und Isolationspflicht für Mitarbeiter, Patienten und Besucher in Krankenhäusern noch verschärft. Denn durch […]

  • Rheinland-Pfalz und Ruanda: 40 Jahre Partnerschaft

    Rheinland-Pfalz und Ruanda: 40 Jahre Partnerschaft

    Es war in den frühen Achtziger Jahren, als sich in Rheinland -Pfalz Politiker der damaligen Landesregierung von CDU-Ministerpräsident Bernhard Vogel Gedanken machten, mit welchem Land In der weiten Welt man eine Partnerschaft eingehen könnte. Heraus kam Ruanda; vor allem aus drei Gründen: es gab eine Verbindung nach Deutschland aus der Kolonialzeit, es ist ähnlich groß wie Rheinland-Pfalz und hatte seinerzeit die selbe Einwohnerzahl. Das vierzigste Jubiläum wurde jetzt in Ruanda gefeiert.   Ruanda – das Land der tausend Hügel. Auf einem dieser Hügel liegt in zweitausenddreihundert Metern Höhe das Dorf Manyagiro, im Norden des Landes. Hier leben die Batwa, eine Volksgruppe, die über Jahrtausende Jäger und Sammler war. Doch als die Wälder im großen Stil gerodet wurden, entfiel ihre Lebensgrundlage. Ungeübt in Ackerbau und Landwirtschaft verarmten viele. Und genau an diesem Punkt setzt die Arbeit der rheinland-pfälzischen Partner an: die Batwa zur Landwirtschaft zu befähigen, damit sie selbstbestimmt überleben und leben können. Das Konzept ist einfach: von den hier angebauten Kartoffeln zum Beispiel behalten die Bauern ein Drittel für sich, ein Drittel wird auf dem Markt verkauft und ein Drittel ergibt die Aussaat für das kommende Jahr. Angelique Bagiramenshi, die noch die alten Zeiten erlebt hat, erinnert sich: Angelique Bagiramenshi, Sprecherin der Dorfgemeinschaft: „Bevor die Partner gekommen sind, wussten wir noch nicht mal, wie wir baden könnten, wir unsere Körper waschen können. Wir führten ein rückständiges Leben. Doch als die Partner gekommen sind, lernten wir auf uns aufzupassen – und jetzt , man kann es sehen: wir sind nicht mehr dreckig, sondern sauber und : Wir sind glücklich.” Auf nunmehr vierzig Jahre blickt diese Partnerschaft heute zurück. Die beiden Regierungen in Kigali und Mainz sichern den finanziellen und rechtlichen Rahmen. Doch die sogenannte Graswurzelpartnerschaft beginnt inmitten der Gesellschaft. Alle Projekte sind Hilfe zur Selbsthilfe. Almosen werden nicht verteilt. In Rheinland-Pfalz beteiligen […]

  • Blinder wird zum TikTok-Star

    Blinder wird zum TikTok-Star

    Nikolaos Rizidis ist blind. Der 30 jährige aus dem Hessischen Cölbe bei Marburg verlor in Folge einer seltenen Krankheit ab seinem achten Lebensjahr fast seine gesamte Sehkraft. Doch Niko ließ sich von seiner Einschränkung nicht unterkriegen. Stattdessen hat er es sich zur Aufgabe gemacht seine Mitmenschen über den richtigen Umgang mit Blinden aufzuklären – und das auf TikTok.   Nikolaos Rizidis, blinder TikTok-Star: „Der Grund warum ich mit TikTok angefangen habe ist tatsächlich mein Blindenführhund der Orlando, weil der im aktiven Dienst von einer Passantin abgelenkt worden ist und er dabei fast einen sicherheitsrelevanten Fehler gemacht hätte. Und wenn Orlando einen Fehler macht, kann das mich am Ende das Leben kosten, weil man muss bedenken, dass mein Leben in seinen Pfoten liegt.“ Also produzierte Niko zusammen mit seiner Partnerin Sarah ein kurzes Video, in dem er erklärt, dass Blindenführhunde im Dienst auf keinen Fall gestreichelt, angelockt oder sonst abgelenkt werden dürfen. Bereits nach einer Nacht hatte er mit dem Video mehr als 1000 Menschen erreicht – Für die beiden war in dem Moment klar, dass sie weiter aufklären wollen. Sarah Hünnekes, betreibt mit Niko zusammen den Kanal: „Meine Rolle ist, oder meine Rollen sind Kamerafrau, ich schneide die Videos auch im Endeffekt und wir besprechen alles andere eigentlich gemeinsam. Also ich würde sagen, den Rest der Arbeit teilen wir uns. Wir besprechen uns vorher, brainstormen, was wir machen können. Viele Videos entstehen auch aus der Situation heraus, dass man sagt: das ist jetzt gerade cool gewesen, das nehmen wir mal auf.“ Und so zeigt Niko in unzähligen Videos Einblicke in die Arbeit mit seinem Hund, zum Beispiel wie Orlando ihm wichtige Dinge in der Umgebung anzeigt, aber auch in sein Leben mit Einschränkung. Humorvoll und Selbstironisch – eine Mischung, die funktioniert. Auf dem Kanal von Niko und Sahra werden die Videos […]

  • Trauermarsch nach tödlicher Messerattacke

    Trauermarsch nach tödlicher Messerattacke

    In Ludwigshafen-Oggersheim hatte ein Mann mehrere Personen mit einem Messer attackiert. Zwei junge Männer sterben bei der Tat, einem Opfer soll dabei die Hand abgetrennt worden sein. Eine dritte Person überlebt schwer verletzt. Bei den Bürgern in der Stadt hat dieser Tag tiefe Spuren hinterlassen. Am Wochenende trafen sich jetzt über 1.000 Menschen zu einem Trauerzug. Kurt und Maya Sprengart besuchen den Ort, an dem ihr Sohn Jonas und sein Kollege Sascha am vergangenen Dienstag getötet wurden, brutal erstochen mit einem Küchenmesser. Es ist eine Tat, die nicht nur die Eltern fassungslos macht. Über 1.000 Menschen versammeln sich am Sonntag in Ludwigshafen, um den Getöteten zu gedenken. Kurt Sprengart, Vater von Jonas „Ich kann dazu nur sagen, dass ich überwältigt bin von der Anteilnahme hier in Oggersheim. Sehr viele Menschen sind hier aufeinander getroffen, die mit uns fühlen und mit uns leiden. Ich möchte mich bei allen Menschen bedanken, die das möglich gemacht haben, und die hier sind.“ Bei einem Trauermarsch durch den Stadtteil laufen die Menschen die Route entlang, die auch der mutmaßliche Täter genommen haben soll. Am vergangenen Diestagnachmittag soll der 25-jährige Somalier zuerst Jonas mit einem Messer attackiert haben. Als ihm sein Kollege Sascha zu Hilfe eilen will, wird auch er niedergestochen. Jonas Vater ist einer der ersten am Tatort und findet die beiden, doch er kann ihnen nicht mehr helfen. Kurz bevor der mutmaßliche Angreifer in einem Drogeriemarkt von der Polizei angeschossen und festgenommen wird, verletzt dieser noch eine dritte Person schwer. Das Opfer ist mittlerweile außer Lebensgefahr und konnte bereits vernommen werden. Die Frage nach dem Warum bleibt für Eltern und Angehörige aber weiterhin unbeantwortet. Raum für ihre Trauer soll ihnen morgen eine Andacht für Jonas und Sascha geben, die die evangelische und die katholische Kirche gemeinsam mit der Stadt planen. Kurt Sprengart, Vater von […]

  • Arzthelferinnen fehlen

    Arzthelferinnen fehlen

    Aktuell sind viele Menschen krank und vielleicht ist es Ihnen auch schon passiert, eine Arztpraxis zu erreichen, ist dann manchmal gar nicht so leicht. Denn auch hier ist der Fachkräftemangel voll ausgeprägt. Einer Umfrage zufolge ist fast jede zweite Arzthelferin in ihrem Job unzufrieden. Immer mehr Praxen in Rheinland-Pfalz haben Probleme, Mitarbeiter zu finden. Für diejenigen, die noch da sind, heißt das: zusätzlicher Stress. Seit über 30 Jahren ist Gabriela Afonso medizinische Fachangestellte, kurz MFA. Als sie sich für den Beruf entschieden hat, hieß er noch Arzthelferin. Gabriela Afonso, Medizinische Fachangestellte „Er ist wahnsinnig vielseitig, man ist am Telefon, man nimmt Blut ab, man schreibt EKGs, man steht auch mal so in Kontakt mit den Patienten, ist Seelsorger, hört zu, also es gibt für mich nichts Schöneres.“ Doch auch der schönste Beruf hat seine Schattenseiten. In den vergangenen Jahren sei ihr Job immer bürokratischer geworden, erzählt Gabriela Afonso. Immer häufiger seien Patienten ihr gegenüber gereizt, teilweise sogar beleidigend und aggressiv. Ihr fehlt die Wertschätzung. Gabriela Afonso, Medizinische Fachangestellte „Über die Pflege wurde gesprochen, über die Krankenhäuser wurde gesprochen, über die Krankenschwestern. Keiner erwähnte die MFAs und wir standen die ganze Zeit an vorderster Front, wir waren die ersten Ansprechpartner und mussten das irgendwie im Alltag noch mit einbauen. Und wenn Sie dann so wenig Wertschätzung bekommen, auch noch die schlechte Bezahlung, die langen Arbeitszeiten, wenn Sie das alles zusammensehen, gibt es dann leider viele Kollegen, die dem Beruf den Rücken zukehren.“ Für Gabriela Afonso kommt das nicht in Frage. Aber auch sie sagt, von ihrem Gehalt könnte sie alleine nicht leben. Im Durchschnitt verdient eine rheinland-pfälzische MFA monatlich rund 2.500 Euro brutto. Einfach mehr zahlen – so gern sie es würde, es geht nicht, sagt Praxischefin Verena Gall. Dr. Verena Gall, Hausärztin in Mommenheim „Wir sind ja im Gegenzug zu […]

  • Drogenhochburg Frankfurter Bahnhofsviertel

    Drogenhochburg Frankfurter Bahnhofsviertel

    Crack, Kokain, Heroin – im Frankfurter Bahnhofsviertel gibt es alles. Auf offener Straße wird dort geraucht, gespritzt und gedealt. Das ist seit Jahrzehnten so und die Situation hat sich in den vergangenen Jahren sogar verschärft – laut Polizei steigt die Kriminalität. Aber es gibt auch positive Impulse, wie man das Drogenproblem lösen könnte. Eine Reportage aus dem Bahnhofsviertel. Der Tag im Bahnhofsviertel geht zu Ende. Für Drogenkranke sind alle Tage gleich. Immer dieselbe Routine. Thomas „Mein Tagesablauf fängt an mit schnorren, Dope kaufen, schnorren, Dope kaufen. Weißte, so geht’s den ganzen Tag.“ Ein fataler Teufelskreis aus dem es praktisch kein Entkommen gibt – weiß Ulrich Mattner, der Journalist und Kenner der Szene. Mattner macht Führungen durchs Bahnhofsviertel. Aufklärungsarbeit über die vielen Menschen, die im Drogen-Sumpf feststecken. Ulrich Mattner, Journalist aus Frankfurt „Das sind Suchtkranke. Das ganze Gehirn, das baut sich um in den zehn, zwanzig Jahren, die diese durchschnittliche Drogenerfahrung haben, und giert nach diesen Drogen. Das sind keine gesunden Menschen mehr. Deswegen: Die sind krank.“ Die Stadt Frankfurt versucht bereits in den 1990er Jahren das Problem in den Griff zu kriegen: Es werden Konsumräume eröffnet. Hier können die Abhängigen sicher Drogen konsumieren. Der sogenannte „Frankfurter Weg“ entsteht. Allerdings mit einem Geburtsfehler. Tom Holz, Sozialarbeiter „Leider sind die umliegenden Gemeinden, wie Mainz, Wiesbaden, Aschaffenburg und Hanau, leider nicht mitgegangen und haben diese fortschrittliche Drogenpolitik nicht mitvertreten. Das ist ein Grund dafür, dass sich das alles hier gesammelt hat und eine Sogwirkung entstanden ist.“ Holz und Mattner kritisieren, der Frankfurter Weg sei nicht weiterverfolgt worden. Denn in den Konsumräumen ist bis heute das Dealen streng verboten. Ein Fehler. Ulrich Mattner, Journalist aus Frankfurt „Viele sagen: Wir brauchen einen Frankfurter Weg 2.0. Das heißt, wir erlauben das Dealen in diesen Konsumräumen. Und das klingt jetzt ziemlich abstrakt, aber in der Schweiz ist […]

  • Sprechstunde in der Mainzer Teddyklinik

    Sprechstunde in der Mainzer Teddyklinik

    Wenn wir krank sind, dann gehen wir zum Arzt. Wo aber gehen Stofftiere hin? Klar, in die Teddyklinik nach Mainz. Dort können Kinder mit ihren kleinen Freunden einen Arztbesuch simulieren. Die Stofftiere werden untersucht und die Medizinstudenten helfen an Ort und Stelle. Den Kids soll so spielerisch die Angst vor dem nächsten Arztbesuch genommen werden. Ja, wenn das Stofftier Bauchweh hat. Kuscheltier Glofindi hat ein Problem: Ihn plagen seit heute Morgen Bauchschmerzen. Nepomuk mit seinem Teddy Glofindi, 5 Jahre alt „Hier tut’s weh, da. Hmm vielleicht gucken die mal, was da los ist?“ Dafür sind die Teddydocs wie Jana Vieten zuständig. Gemeinsam mit den Kindern untersuchen sie die Plüschtiere. Das Lama von Isabella hat es schwer erwischt. Es ist heute hingefallen und hat sich das Bein gebrochen: „Deswegen müssen wir einmal mit dem Röntgen das Bein fotografien, okay? Schau, da sieht man, dass es ein bisschen verstaucht ist, diese kleine Beule.“ „Da auch!“ „Da auch, genau! Hast du super erkannt. Ja dann müssen wir dem Lama doch noch mal schnell einen kleinen Verband machen, oder?“ „Ja.“ „Sehr gut. Na, dann gehen wir schnell rüber.“ Jana Vieten, Medizinstudentin und Teddydoc „Ich habe gemerkt, dass doch häufig Spritzen ein großes Problem sind und Kinder ganz dolle Angst davor haben. Und dann habe ich das Projekt über die Uni kennengelernt und dachte mir so: ‚Hey, das ist genau der perfekte Weg, wie man den Kindern die Angst davor nehmen kann zum Arzt zu gehen und zum Krankenhaus und gleichzeitig den Kindern beizubringen, was ist denn eigentlich im Krankenhaus los oder was macht der Arzt genau?‘. Und so den Kindern beizubringen, dass der Arzt eigentlich gar nicht so schlimm ist.“ Das merken auch die rund 500 Kinder, die heute da sind. Das Lama von Isabella hat jetzt eine Bandage um sein gebrochenes Bein. Und […]

  • Fernwärme abgestellt: Familien in Wetzlar frieren

    Fernwärme abgestellt: Familien in Wetzlar frieren

    Während in Wetzlar ein ganzes Wohnviertel seit einigen Monaten ohne Heizung und warmes Wasser auskommen muss, tritt dort aus einigen Gullys ununterbrochen Energie in Form von Wasserdampf aus. Wegen eines maroden Fernwärmenetzes steht ein privater Energiedienstleister in der Kritik. Und das nicht zum ersten Mal. Katrin und ihre Hündin Neska versuchen es sich unter einer warmen Decke gemütlich zu machen. Es ist kalt, die Heizung funktioniert nicht. Wie ihr ergeht es auch mehr als 70 anderen Anwohnern im Stadteil Westend in Wetzlar. Bei mindestens 26 Häusern, darunter eine Kita und ein Nachbarschaftszentrum, kommt hier schon seit drei Monaten keine Fernwärme mehr an. Das Resultat: Raumtemperaturen von gerade mal 18 Grad und gesundheitliche Folgen. Katrin S., Anwohnerin „Mich hat es komplett erwischt. Ich hatte zwei Wochen lang eine starke Erkältung, Blasenentzündung, also das ganze Programm. Für mich ist das hier körperlich nicht tragbar.“ Deshalb hat sie ihren Mietvertrag gekündigt und sich bereits eine neue Wohung gesucht. Aus gleich mehreren Stellen im Viertel tritt heißer Wasserdampf aus. Energie, die eigentlich in den Häusern ankommen sollte. Das Fernwärmenetz des privaten Energieversorgers EAB scheint marode. Dass es bei 40 Jahre alten Leitungen mal ein Leck gibt, sei normal, so Umweltdezernent Norbert Kortlücke. Für gewöhnlich würden solche allerdings innerhalb weniger Tage repariert. Anders in Wetzlar. Seit Mitte Juli bleibt hier ein ganzes Wohnviertel kalt. Norbert Kortlücke, B’90 / Die Grünen, Umweltdezernent Wetzlar „Deswegen haben wir selber als Stadt auch einen Anwalt eingeschaltet, weil wir hier mit dem Nachbarschaftszentrum Kunden sind und wir müssten Wärme geliefert bekommen. Und wir haben allen anderen Anwohnern auch geraten: Lasst euch anwaltlich vertreten.“ EAB steht schon länger in der Kritik: fehlerhafte oder fehlende Abrechnungen, falsch geeichte Fernwärmezähler sowie permanente Unerreichbarkeit. Auch für 1730 Sat.1 LIVE kein Durchkommen. Weder telefonisch, noch online. Inessa Del hat dieses Haus vor zwei Jahren gemeinsam […]

  • Hühner zu Tode gequält

    Hühner zu Tode gequält

    Es sind schreckliche Fälle von Tierquälerei. In der Nähe von Mainz wird ein Hühnerhof immer wieder heimgesucht. Hühner und anderes Geflügel werden brutal misshandelt und sogar getötet. Seit April gab es sieben Anzeigen. Dieses Huhn hatte noch Glück. Ihm wurden die Federn herausgerissen. Anderen wurde eine Kralle abgeschnitten, das Genick gebrochen oder der Kopf abgeschlagen. Ein Huhn wurde offenbar sogar erschossen. Ein Fall, der Rätsel aufgibt. Denn die Polizei tappt bisher im Dunkeln. Torsten Pörsch, Polizei Ingelheim „Bei dem Tatort ist das Auffällige: Er ist umfriedet, wie man so schön sagt, mit Zäunen. Aber diese Zäune sind auch in die Jahre gekommen und wir können keine konkreten Einstiegsstellen ausmachen. Der Besitzer hat uns Einstiegsstellen genannt, aber dort konnten wir keine verwertbaren Spuren finden, beziehungsweise sichern. Sprich: Weder Fingerabdrücke, Hautabrieb, etc.“ Fehlende Spuren sind nicht das einzige, was die Polizei zum Stirnrunzeln bringt. Torsten Pörsch, Polizei Ingelheim „Es ist keine Handschrift zu erkennen. Es wurde auch mal etwas gestohlen. Futtermittel wurden gestohlen. Und da fragen wir uns als Polizei natürlich: Was ist das für ein Täter?“ Um diese Frage zu beantworten, bittet die Polizei nun um Hilfe aus der Bevölkerung. Der Tatort befindet sich zwischen Ingelheim und Großwinternheim, nahe des Selztal-Radweges. Wer etwas Verdächtiges sieht, kann das unter der Telefonnummer 06132/6551-0 bei der Polizei melden. Damit die Hühner in Ingelheim möglichst bald wieder in Ruhe gelassen werden.

  • Weltkriegsbombe in Frankfurt entschärft

    Weltkriegsbombe in Frankfurt entschärft

    Im Frankfurter Stadtteil Bockenheim eine große Evakuierung. Nach dem Fund einer Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg mussten rund 20.000 Menschen ihre Häuser verlassen. Erst danach konnte der Kampfmittelräumdienst die Bombe genauer untersuchen, um zu entscheiden, ob sie entschärft werden kann oder gesprengt werden muss. „Achtung, Achtung, es folgt eine wichtige Durchsage Ihrer Polizei…“ Heute Morgen kurz nach neun: Die Polizei fährt letzte Runden durch die Siedlungen. Streifen gehen von Tür zu Tür, die Feuerwehr muss zwei Seniorenheime evakuieren. Rund um den Fundort der 500-Kilo-Bombe im Westen Frankfurts müssen 20.000 Anwohner aus drei Stadtteilen ihre Wohnungen verlassen. Viele versuchen die letzte Bahn zu nehmen, ab 9 Uhr fährt hier nichts mehr. Manche nehmen ganze Koffer mit, andere packen gleich das ganze Auto voll. Die Menschen nehmen die Evakuierung unterschiedlich auf. Emilia, Anwohnerin „Nee, das hat eher praktische Gründe. Die Schule ist ja auch gesperrt, wir machen uns jetzt einen Tag im Grünen. Mit Hund und Kind sozusagen.“ Annegret Reeman, Anwohnerin „Für viele, die arbeiten müssen, ist es schon schlimm. Mein Mann ist jetzt auf der Arbeit, also es ist schon schlimm.“ Nur wenige hundert Meter weiter bereiten sich die Bombenentschärfer auf ihren Einsatz vor. Auf diese Baustelle, dem Fundort der Bombe, wurden für den Fall einer kontrollierten Sprengung 500 Tonnen Sand und 46.000 Liter Wasser gebracht. Das Problem: Die Fliegerbombe ist über Jahrzehnte im Boden so verkrustet, dass sie nur schwer untersucht werden kann. Matthias Schaider, Regierungspräsidium Darmstadt „Der Zünder lässt sich im Moment noch nicht klar erkennen. Und das ist ganz entscheidend für die Frage: Kann man entschärfen oder muss doch gesprengt werden?“ Bange Stunden für die Anwohner. Einige Hundert sind in die Ballsporthalle gekommen, wo das Deutsche Rote Kreuz eine Betreuungsstelle eingerichtet hat. Manche hatten erst auf den letzten Drücker von der Evakuierung mitbekommen. Armin Bender, Deutsches Rotes Kreuz […]