Gesellschaft

  • Aufarbeitung von Missbrauch im Bistum Fulda

    Aufarbeitung von Missbrauch im Bistum Fulda

    Die Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs unter dem Dach der katholischen Kirche beschäftigt das Bistum Fulda nach wie vor. Die Zahl der Verdachtsfälle und Tatverdächtigen ist jüngst wieder gestiegen – das geht aus dem Zwischenbericht einer unabhängigen Kommission hervor. Das Bistum hat deshalb jetzt angekündigt die Arbeit der unabhängigen Kommission verlängern zu wollen. Als Michael Gerber vor fünf Jahren das Bischofsamt in Fulda übernimmt, tritt er ein schweres Erbe an. Denn auch in diesem Bistum hat es in den vergangenen Jahren Fälle von sexuellem Missbrauch durch Kirchenvertreter gegeben. Zur Aufklärung ruft Gerber vor zwei Jahren eine unabhängige Kommission ins Leben. Seitdem durchsuchen unter anderem mehrere Juristen und ehemalige Kriminalbeamte die vorhandenen Akten nach Hinweisen. Eine gewaltige Aufgabe. Mehr als 1.800 Personalakten müssen gesichtet werden. Daneben sprechen die Mitglieder der Kommission auch mit den Betroffenen und Zeitzeugen, um die Aufzeichnungen zu prüfen. Bis heute haben sie etwa 1.100 Personalakten aufgearbeitet. Dabei sind sie immer wieder auf neue Fälle von mutmaßlichem Missbrauch gestoßen. Und nicht nur die Zahl der Opfer steigt – auch die der möglichen Täter. Dabei handelt es sich unter anderem um Priester, Diakone und Ordensangehörige. Die unabhängige Kommission konnte schon viele Fälle aufklären. Bis Ende Januar hat das Bistum schon 478.500 Euro an Missbrauchsopfer ausgezahlt. Geld, das die Opfer für das erlebte Leid entschädigen soll, aber es nicht ungeschehen machen kann. ———- Markus Appelmann, Moderator: Ja, die Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs unter dem Dach der katholischen Kirche beschäftigt das Bistum Fulda nach wie vor. Wir sprechen jetzt mit Gerhard Möller, er ist der Sprecher der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexueller Gewalt im Bistum Fulda. Guten Abend. Gerhard Möller, Unabhängige Kommission Bistum Fulda: Guten Abend, Herr Appelmann. Appelmann: Die Zahl der Verdachtsfälle und Tatverdächtigen ist jüngst wieder gestiegen. Wie viele mutmaßliche Täter und Opfer haben Sie bisher feststellen können? Möller: Die […]

  • Vater und Sohn machen gemeinsame Ausbildung

    Vater und Sohn machen gemeinsame Ausbildung

    Bei diesen beiden gehören kleine Neckereien genauso zum Berufsalltag wie gute Laune: Mario und Philipp aus Hessen sind nicht nur Azubi-Kollegen, sondern auch Vater und Sohn. Und auch wenn der Senior in Sachen Pflege deutlich mehr Berufserfahrung vorzuweisen hat, in der Ausbildung hat der Junior die Nase vorn. Klar ist: Beim Fachkräftemangel in Sachen Pflege müsste es solche Familien-Duos viel öfter geben. Vater und Sohn auf dem Weg zur Arbeit. Am Klinikum Werra-Meißner in Eschwege machen momentan beide parallel eine Ausbildung zum Krankenpfleger. Sohn Philipp ist im dritten Lehrjahr, Vater Mario im Ersten. Mario Fischer, Auszubildende Krankenpfleger „Als er dann die Ausbildung angefangen hat und ich halt gesehen habe, dass er ein bisschen durchgehangen hat, habe ich gesagt: ‚So, jetzt mache ich mit znd dann zeig ich ihm mal, wie es richtig geht.’“ Denn mehr Erfahrung hat der 43-Jährige. Papa Mario hat bereits 11,5 Jahre als Pflegehelfer im Klinikum gearbeitet. Pflegehelfer benötigen nur eine einjährige Ausbildung und unterstützen Krankenpfleger bei ihren Aufgaben. Deshalb jetzt das Ziel des Vaters: dem Sohn als Krankpfleger nachfolgen, um dann gemeinsam als Vater-Sohn-Duo durchzustarten. Philipp Auszubildender Krankenpfleger „Man kennt sich von zuhause und somit ist ein blindes Vertrauen da, dass man einfach sagt: ‚Okay, an der Arbeit kann man genauso umgehen wie zuhause.‘ So, wenn ich Hilfe brauche schreie ich nicht ‚Mario‘, sondern ich rufe ‚Papa‘. Da bleibt halt die Gewohnheit. Mario Fischer, Auszubildende Krankenpfleger „Fanden einige schon richtig süß auf den Stationen.“ Der Vater und sein 20 Jahre alter Sohn bezeichnen sich selbst als Spaßvögel, die sich gegenseitig, Patienten und Kollegen mit ihrer guten Laune anstecken. Und das mit Erfolg, geht es nach ihrer Praxisanleiterin Isabell Beck. Isabell Beck, bildet die Azubis in der Praxis aus „Sie reden sehr viel. Manchmal kann es auch anstrengend diesbezüglich sein. Vor allem wenn es gerade morgens 6:15 […]

  • Ministerpräsidentin Malu Dreyer setzt Reise durch Ruanda fort

    Ministerpräsidentin Malu Dreyer setzt Reise durch Ruanda fort

    Zu Beginn der Corona-Pandemie wusste niemand, so genau, welche Konsequenzen das für uns haben würde. Die Hoffnungen richteten sich bald auf einen Impfstoff des Mainzer Pharma-Unternehmens BioNTech. Dieser Plan ging auf. Dann beschloss BioNTech, seinen Impfstoff auch im afrikanischen Ruanda zu produzieren, dem Partnerland von Rheinland-Pfalz. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat heute Morgen auf ihrer Ruanda-Reise das BioNTech-Werk in der Hauptstadt Kigali besucht. Das BioNTech-Werk ist heute noch eine Großbaustelle. Trotzdem will der Konzern irgendwann 2025 hier die Produktion hochfahren, wenn alles planmäßig verläuft. Die deutsche Investition ist für ganz Afrika ein wichtiges Zeichen, fühlte sich der Kontinent bei Ausbruch der Pandemie bei der Zuteilung von Impfstoffen sehr benachteiligt. BioNTech ist schon heute ein attraktiver Arbeitgeber für gut ausgebildete Menschen: Gisele Uwase, Leiterin Personal BioNTech „Wir haben aktuell acht Nationalitäten in unserem Team. Sie kommen aus allen vier Himmelsrichtungen Afrikas. Aus Nigeria, aus Ruanda wie ich, aus Kenia, aus Uganda. Es ist wirklich ein gutes Projekt für Afrika.“ Der Aufbau eines solchen Hightechwerkes bringt große Herausforderungen mit sich, zum einen beim Aufbau der Produktion, zum anderen bei der Gewinnung des richtigen Personals. Aneto Okeke, Standortleiter BioNTech Kigali „Diese beiden Faktoren müssen Hand in Hand gehen. Doch selbst wenn du die Infrastruktur hast: Ohne die richtigen Menschen ist alles nichts.“ Doch die Blicke richten sich bereits heute über die Produktion des Corona-Impfstoffes hinaus in die Zukunft: BioNTech hat Pläne, hier auch einen Impfstoff für Malaria herzustellen. Thorsten Schäfer-Gümbel, Vorstandssprecher GIZ „Ja, ich glaube, dass die Erwartung ingesamt ist, dass dadurch ein Cluster pharmazeutischer Produktion entsteht, auch über BioNTech möglicherweise hinaus. Das muss auch das Ziel sein, weil es nicht bei einer einzelnen Investition, auch wenn sie so groß ist, bleiben kann – und ganz sicherlich wird bei Erfolg auch BioNTech darüber nachdenken, wie sie diesen Standort insgesamt weiterentwickeln.“ Das Erbe […]

  • Weitere Nachrichten im Überblick

    Weitere Nachrichten im Überblick

    Schlichtung hat begonnen — Polizei appelliert an Biker — Pfälzerwald hat sich erholt Anmoderation: Weil bei Bauarbeiten in Bitburg eine 125-Kilo-Bombe gefunden wurde, muss am Sonntag wegen der Entschärfung unter anderem ein Krankenhaus evakuiert werden. Wie die Stadt mitteilte, müssen alle Anwohner in einem Radius von 300 Metern um die Fundstelle bis elf Uhr ihre Wohnungen verlassen. Die Entschärfung der amerikanischen Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg ist dann um 14 Uhr vorgesehen. Und damit zu weiteren kurzen Nachrichten von heute: Schlichtung hat begonnen Im Tarifstreit zwischen den privaten Luftsicherheitskräften und dem Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen soll ab heute ein Schlichter versuchen, eine Einigung herbeizuführen. Nach bislang sechs Verhandlungsrunden und mehreren Streikwellen an den Flughäfen sind alle Themen wie Gehaltserhöhungen oder Zulagen für Mehrarbeit nach Angaben der Gewerkschaft ver.di noch offen. Die Gespräche sollen zunächst bis Sonntag dauern. Bis zum Ende der Schlichtung sind Streiks der rund 25.000 Beschäftigten ausgeschlossen. Polizei appelliert an Biker Nachdem es in den vergangenen Wochen mehrere tödliche Motorradunfälle in Hessen gegeben hat, mahnt die Polizei die Fahrer zur Vorsicht. >Im Frühling sei das Unfallrisiko besonders hoch. Gründe dafür seien unter anderem mangelnde Fahrpraxis nach der Winterpause, zu hohe Geschwindigkeit und riskante Überholmanöver. Die Polizei werde verstärkt Geschwindigkeits- und Fahrzeugkontrollen bei den Motorradfahrern durchführen. Pfälzerwald hat sich erholt Wegen der vielen Niederschläge in den vergangenen Monaten geht es dem Pfälzerwald so gut wie lange nicht mehr. Das hat das zuständige Forstamt mitgeteilt. Weil es noch kein Blätterdach gegeben habe, sei Regenwasser direkt in den Boden eingedrungen. Damit sei die Ausgangslage für den Wald besser als in den Jahren zuvor. Allerdings bräuchten die Bäume in der Wachstumsphase noch einmal viel Wasser. Wenn jetzt ein trockenes und heißes Frühjahr komme, seien die Vorräte schnell wieder weg.

  • Dreyer setzt Reise durch Ruanda fort

    Dreyer setzt Reise durch Ruanda fort

    Es ist der dritte Tag, an dem die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer mit ihrer Delegation durch Ruanda reist. Auf dem Programm stand eines der bedeutendsten Prestigeprojekte, das aus der Partnerschaft der Rheinland-Pfälzer hervorgegangen ist. Das ‚Ruli District Hospital‘ unter der Trägerschaft des Erzbistums von Kigali. Eine Erfolgs-Geschichte: Das Krankenhaus von Ruli ist mittlerweile ein Leuchtturm im ruandischen Gesundheitswesen. Die Wege in Ruanda sind, verlässt man die Fernstraßen, durchweg anstrengend und beschwerlich. Für die rund 70 Kilometer von Kigali nach Ruli benötigen wir rund zweieinhalb Stunden. Auch die Patienten, die das Krankenhaus in Ruli aufsuchen wollen, müssen anstrengende Wege zurücklegen. Und dies meist zu Fuß. Doch sie wissen: Rulis Klinik hat einen exzellenten Ruf in Ruanda. Auch aus entfernteren Landesteilen kommen Patienten hierher. B. Judson Mumbere, Klinikarzt in Ruli “Hier in Ruli können wir eine qualitativ hochwertige Behandlung anbieten. Ich bin sehr stolz darauf, diese auch durchgängig anbieten zu können. Durch die Unterstützung aus Deutschland können wir das umsetzen, was wir gelernt haben. Und dies macht mich stolz.” Motor der Entwicklung des Krankenhaus ist die Partnerschaft mit einem Verein aus Kaiserslautern. 1995 gegründet, bietet Ruli das klassische Angebot eines großen Krankenhauses von A wie Ambulanz bis Z wie Zahnheilkunde. Auch eine Frühchenstation gibt es; dieses Baby ist gerade einmal achtundzwanzig Wochen jung. Aus Rheinland-Pfalz zieht es regelmäßig junge Mediziner in diese ruandische Provinz, um hier vorübergehend zu praktizieren und neue Erfahrungen zu machen – fernab des deutschen Gesundheitssystems. Norbert Neuser, Präsident Partnerschaftsverein RP-Ruanda “Also ich denke, was die jungen Ärzte, die überwiegend aus Kaiserslautern, aber auch aus ganz Rheinland-Pfalz kommen, sie bringen Know-how mit, sie bringen Equipment mit, lernen aber gleichzeitig hier praktisches Arbeit.“ Ruli bildet auch Hebammen und Krankenpfleger aus. Sie lernen hier Deutsch, um danach in Rheinland-Pfalz für drei Jahre weiter ausgebildet zu werden. Wie der 23-jährige Samuel Murara, […]

  • 150 Jahre Zoo im Frankfurter Ostend

    150 Jahre Zoo im Frankfurter Ostend

    An diesen Anblick kann sich von uns niemand erinnern: Das ist das alte Elefantenhaus im Zoo Frankfurt. Der feiert jetzt seinen 150. Geburtstag an seinem Standort im Frankfurter Ostend – und ist damit der zweitälteste Zoo in Deutschland. Wir nehmen Sie mit auf eine kleine Zeitreise. Sie sind erst wenige Wochen alt. Lassen es sich in der Frühlingssonne gut gehen. Einfach mal chillen. Ziegen gehören zu den ersten Tieren im Frankfurter Zoo. Genau wie die Kamele. Ihr Zuhause hat 1874 aber noch anders ausgesehen als heute. Caroline Liefke, Pressesprecherin Zoo Frankfurt „Damals hatte man tatsächlich Zelte aufgestellt, damit es so ein bisschen einen Beduinen-Look bekommen hat. Es war aber auch offen, man hatte also auch keine Bäume auf der Anlage und schon auch Sand, festgetrampelter Sand.“ Die Zelte sind 1883 verschwunden, die Kamele bis heute geblieben. Im Jahr 1858 wurde der Zoo von der Zoologischen Gesellschaft gegründet. Damals noch im Frankfurter Westen. 1874 – also vor 150 Jahren – ist er auf die Pfingstweide im Ostend gezogen. Während des Ersten Weltkriegs konnte die Zoologische Gesellschaft den Zoo aber nicht mehr halten. Zwei Drittel der Tiere sind verhungert. Die Gesellschaft hat den Zoo der Stadt übergeben. Caroline Liefke, Pressesprecherin Zoo Frankfurt „Dann der zweite große Schicksalsschlag war natürlich der Zweite Weltkrieg. Da ist auch sehr, sehr viel zerstört worden. Auch viele Tiere sind umgekommen und wurden auch gegessen, weil sie waren ja auch Fleisch für die Bevölkerung.“ Das Raubvogelhaus 1872 – und heute. Der Bärenzwinger 1874. Damals noch mit burgenförmigen Türmen und Käfigen mit Gittern. Und das Ukumariland heute. Das Gehege ist angelehnt an die Anden – um dem natürlichen Lebensraum der Brillenbären nahe zu kommen. Caroline Liefke, Pressesprecherin Zoo Frankfurt „Es ist schon unser Ziel, Lebensräume darzustellen, die Tiere zusammenzuhalten. Und da wollen wir natürlich auch mit den anderen, schon […]

  • Delegationsreise der Ministerpräsidentin nach Ruanda

    Delegationsreise der Ministerpräsidentin nach Ruanda

    Am kommenden Sonntag ist es 30 Jahre her, dass es in Ruanda zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen zwei Volksgruppen kam – binnen drei Monaten wurden 800.000 Menschen auf furchtbare Weise ermordet. Jetzt zum Jahrestag werden die Erinnerungen mit aller Macht zurückkehren. Die Ruanda in enger Partnerschaft verbundenen Rheinland-Pfälzer sind mit einer Delegation von Ministerpräsidentin Malu Dreyer angereist, um Ruanda auch in den bitteren Tagen des Gedenkens zur Seite zu stehen. Jugendliche in Ruandas Hauptstadt Kigali: Sie genießen die milden Temperaturen dieses Abends im April. Sorglos und ausgelassen. Sie gehören der ersten Generation an, die den Völkermord nicht selbst erlebt hat. Und doch sind auch sie von den furchtbaren Erlebnissen und schweren Traumata ihrer Großeltern und Eltern betroffen. Malu Dreyer betont, wie wichtig und richtig es ist, das Partnerland beim Blick zurück, aber auch nach vorn, nicht im Stich zu lassen. Malu Dreyer (SPD), Ministerpräsidentin Rheinland-Pfalz „Ich finde, die Partnerschaft, die 42 Jahre jetzt währt, da ist es schön, auch richtig, dass jetzt auch in diesen Zeiten, wo es auch schwer ist, aber wir auch gemeinsam blicken können auf das, wasRuanda geschaffen hat – das macht uns sehr stolz und viele Rheinland-Pfälzer und -Pfälzerinnen haben mitgewirkt – insofern ist es wichtig, dass wir mit dieser Reise heute hier sind.“ Wir besuchen die Universität von Ruanda. Seit 25 Jahren gibt es hier das Forschungsinstitut für Konfliktforschung. Denn Ruanda beschäftigt seit dem Genozid immer wieder die Frage: Wie kann vermieden werden, dass dies alles noch einmal passiert – und hätte es damals vielleicht verhindert werden können? Gibt es denn überhaupt eine Gesellschaft, die frei von Konflikten besteht? Gregor Walter-Drop, Geschäftsführer Friedensakademie Rheinland-Pfalz „Also eine Existenz ohne Konflikte kann ich mir tatsächlich nicht vorstellen. Die entscheidende Frage ist, wie wir mit diesen Konflikten umgehen. Und da legen die Ruander tatsächlich großen Wert auf die Frage, […]

  • Wie gefährlich ist die Cannabis-Freigabe?

    Wie gefährlich ist die Cannabis-Freigabe?

    Das aus Hanfpflanzen gewonnene Cannabis ist aktuell in aller Munde – nicht nur, weil einige Menschen das Rauschmittel konsumieren, sondern auch, weil gerade heftig über das neue Cannabis-Gesetz diskutiert wird. Politiker und auch Wissenschaftler sind sich nicht einig darüber, ob die Teil-Legalisierung von Cannabis eine gute oder eine schlechte Idee ist. Sie haben es gepafft: Seit Montag können Cannabis-Konsumenten in Deutschland 25 Gramm des Rauschmittels bei sich tragen und öffentlich rauchen – wenn sie sich hundert Meter von Kitas, Schulen und Sportstätten entfernt aufhalten. Der Joint legal, der Polizei egal. Zuhause dürfen sie 50 Gramm Cannabis aufbewahren und maximal drei Pflanzen pro Person anbauen. Durch das neue Gesetz will die neue Bundesregierung nicht nur mehr Rausch wagen. Karl Lauterbach (SPD), Bundesgesundheitsminister, am 23.02.2024 „So, wie es ist, kann es nicht bleiben. Wir verfolgen zwei Ziele: Das erste Ziel ist es, den Schwarzmarkt zu bekämpfen.“ Das zweite Ziel sei: Polizei und Justiz zu entlasten. Doch viele Mediziner halten die Teil-Legalisierung von Cannabis für falsch, denn das menschliche Gehirn sei bis 25 nicht fertig entwickelt – Cannabis könne bis dahin Schäden im Gehirn anrichten. Mögliche Folgen: Eine geringere Intelligenz, Psychosen bis zu einer Schizophrenie. Dr. Lothar Maurer, Kinder- und Jugendarzt „Wir haben jetzt schon viel zu wenige Kinder- und Jugend-Psychiater, wir haben noch eine ganze Welle von kinderpsychiatrischen Fällen aus der Covid-19-Zeit, die uns hinterherlaufen wegen der ganzen Isolationsmaßnahmen, was da stattgefunden hat. Ein Jahr Wartezeit, um einen Kinderpsychiater zu bekommen und wenn noch Cannabis-Fälle dazu kommen: Das wird vom System nicht aufgefangen.“ Harmloses Hanf oder Einstiegsdroge, die der Gesellschaft mehr Nachteile als Vorteile bringt? Das Cannabis-Gesetz sieht vor, die Folgen der Teil-Legalisierung genau zu untersuchen, in vier Jahren soll eine abschließende Bewertung vorliegen. ———- Eva Dieterle, Moderatorin: Und vom Centre for Drug Research der Uni Frankfurt ist jetzt live bei mir […]

  • Cannabis-Legalisierung in Kraft

    Cannabis-Legalisierung in Kraft

    Kaum ein Thema ist so hoch umstritten – das Cannabisgesetz drohte auf den letzten Metern noch zu scheitern oder sich zumindest zu verzögern – jetzt ist es doch da. Seit gestern sind der Besitz und Anbau der Droge in begrenzter Menge in Deutschland erlaubt, ab Juli gehen sogenannte Cannabis-Clubs an den Start. In vielen Städten in Hessen und Rheinland-Pfalz sind gestern die ersten Kiffer ganz öffentlich zum gemeinsamen Rauchen zusammengekommen. Ankiffen vor dem hessischen Landtag gestern Abend. Vor kurzem noch ziemlich riskant, jetzt legal. Hier in der Fußgängerzone gilt das nach 20 Uhr. Mario kämpft schon lange für die Legalisierung, startete mehrere Petitionen. Für ihn bedeutet der Tag heute endlich ein Ende der Stigmatisierung. Mario B. „Auf jeden Fall ist es jetzt definitiv entkriminalisiert und das ist natürlich ein wichtiger Schritt, denn vorher war ja auch das Kiffen eigentlich erlaubt, aber zugleich durftest du nichts besitzen.“ Trotzdem wollen die meisten hier noch unerkannt bleiben. In der Öffentlichkeit dürfen Erwachsene ab 18 Jahren bis zu 25 Gramm Cannabis mit sich führen. Der Konsum ist nur mit einem Mindestabstand von 100 Metern zu Schulen, Kitas und Spielplätzen erlaubt. Für Jugendliche bleibt Cannabis verboten. Bis zur letzten Sekunde wollten die CDU-geführten Bundesländer das Cannabisgesetz verhindern und übten massive Kritik. Zwischen Beschluss im Bundestag und Inkrafttreten sei für die Behörden zu wenig Vorbereitungszeit gewesen. Nur ein Gegenargument von vielen, sagt heute auch Christian Baldauf von der rheinland-pfälzischen CDU. Christian Baldauf (CDU), Landesvorsitzender Rheinland-Pfalz „Es ist ein Riesenfehler, es bringt enormen zusätzlichen Aufwand für Polizei und Justiz und ist im Übrigen auch gesundheitsschädlich, wie viele Mediziner dies sagen. Ein Gesetz, das wirklich kein Mensch verstehen kann.“ In Wiesbaden sind die Passanten geteilter Meinung. Peter Sander „Mich stört das nicht, ich finde das eigentlich gut, dass die Legalisierung jetzt da ist, nur die Umsetzung der Regelkontrollen, […]

  • Führungswechsel bei der GEW Rheinland-Pfalz

    Führungswechsel bei der GEW Rheinland-Pfalz

    „Gewerkschaft wirkt“ – das ist das Motto der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, die in Rheinland-Pfalz über 11.000 Mitglieder hat. Eine starke Stimme in der Bildungspolitik sein und gute Arbeitsbedingungen für Lehrer und Erzieher schaffen – das ist der Anspruch der Bildungsgewerkschaft. Jetzt stellt sich der rheinland-pfälzische Landesvorstand neu auf. Nach 16 Jahren an der Spitze der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Rheinland-Pfalz tritt Klaus-Peter Hammer ab. Klaus-Peter Hammer, Landesvorsitzender GEW Rheinland-Pfalz „Es war eine gute Zeit. Ich glaube, das kann ich für mich sagen. Es war eine sehr anstrengende Zeit und ich habe versucht, sehr viel zu gestalten. Was mir gelungen ist, ist die GEW breit aufzustellen, auch stark zu vernetzen und in allen Bildungsbereichen auch wirklich sichtbar zu sein.“ Zuletzt hatte die GEW eine Petition für die bessere Bezahlung von Grundschullehrern in Rheinland-Pfalz gestartet – bislang ohne Erfolg. Im Streit um die Tarife im öffentlichen Dienst mit Bund und Ländern konnte die Gewerkschaft allerdings erreichen, dass die Beschäftigten jetzt mehr Geld erhalten. Ein Erfolg, auf den Klaus-Peter Hammer gern zurückschaut. Mit Blick auf die Zukunft überwiegt allerdings die Sorge. Klaus-Peter Hammer, Landesvorsitzender GEW Rheinland-Pfalz „Wenn man aber die Probleme sehr ernst nimmt, die wir derzeit haben und vor denen auch die Bildungseinrichtungen und vor allem auch die Kolleginnen und Kollegen stehen, kann es so nicht weitergehen. Und deswegen mache ich mir große Sorgen bei der derzeitigen politischen Gesamtwetterlage, ob der Bildungsbereich dann tatsächlich an erster Stelle steht oder ob man nicht wieder anfängt – was man immer gemacht hat – zu sagen: ‚Oh, wir müssen den Groschen doch dreimal umdrehen‘ und dann doch nicht die notwendigen Investitionen vornimmt.“ Kitas und Schulen müssten – so Hammer – immer häufiger Basics der Erziehung übernehmen. Zudem würden die Bedarfe der Kinder immer individueller und teils führten mangelnde Deutschkenntnisse zu Schwierigkeiten. Nach Angaben der […]

  • Bundeswehr lädt ins Ostercamp

    Bundeswehr lädt ins Ostercamp

    Spätestens seit der Krieg in der Ukraine begonnen hat, wird über den Zustand der Bundeswehr heiß diskutiert. Neben einsatzfähiger Ausrüstung scheint der deutschen Armee vor allem eines zu fehlen: Nachwuchs. Das will die Bundeswehr mit Aktionen wie ihren Ostercamps ändern. Kriegseinsatz in Mittelhessen. Die Mission: Fünf Zivilisten müssen in Sicherheit gebracht werden. Alles natürlich nur eine Übung für den Ernstfall, beobachtet von knapp 50 Camp-Teilnehmern. Die 16- bis 19-Jährigen können in Stadtallendorf für vier Tage einiges selbst ausprobieren: Wie tarnt man sich in freier Natur? Wie kommt man dort an Trinkwasser? Und wie macht man ein Feuer? Auch einige junge Frauen sind mit dabei, darunter Lilly aus Gießen. Die 18-Jährige will beim Ostercamp sehen, ob ein freiwilliges Jahr bei der Bundeswehr etwas für sie ist. Lilly G., Gymnasiastin aus Gießen „Also bisher hat’s mir auf jeden Fall Spaß gemacht. Toller Eindruck, wo ich auch glaube, dass ich den sobald nicht wieder bekommen werde. Und natürlich allgemein alles, was wir hier bisher gesehen haben, auch heute, war wirklich sehr interessant und hat mir sehr gefallen.“ Auch Silas aus Rauschenberg bei Marburg hat sichtlich Spaß. Dem 19-Jährigen hat es vor allem die Division „Schnelle Kräfte“ angetan, er würde gerne selbst Fallschirmjäger werden. Auch wenn eine mögliche Bundeswehrkarriere in seinem Freundeskreis teils auf Kritik stößt. Silas R., Azubi aus Rauschenberg „Natürlich kommt da erst mal die direkte Frage: ‚Dann musst du ja in den Krieg, willst du das denn?‘ Aber ich glaube, dass das momentan in der Zeit gar nicht mehr so aktuell ist. Es geht ja mehr um den Landesschutz und den Bündnisschutz. Natürlich kann es auch zum Krieg kommen, aber meine Familie unterstützt mich trotzdem dabei.“ Seit der Aussetzung der Wehrpflicht 2011 wird immer wieder diskutiert, wie die Bundeswehr an Nachwuchs kommen kann. Die Zahl der Bewerber sinkt: Waren es vor […]

  • Pflegebauernhof statt Pflegeheim

    Pflegebauernhof statt Pflegeheim

    Die Deutschen werden immer älter. Doch die Pflegeheime sind überfüllt, werden immer teurer und es fehlt an Personal. Für alte Menschen sind das keine schönen Aussichten. Im rheinland-pfälzischen Marienrachdorf geht man einen anderen Weg. Dort gibt es seit über zehn Jahren den Pflegebauernhof. Ein Ort, an dem Senioren – wenn sie es möchten – Teilzeit-Bauern sein könnten. Im Stall gibt es noch einiges zu tun. Horst Hof mistet ihn aus, bevor die Alpakas von der Weide zurückkommen. Trotz seiner 86 Jahre kümmert sich der ehemalige Maschinenbaumeister täglich um die Tiere. Vor zwei Jahren ist er mit seiner Frau auf den Pflegebauernhof gezogen. Horst Hof, Bewohner im Pflegebauernhof „Ausgestiegen aus dem Auto – die Ruhe, die Leute – und da haben wir spontan gesagt: Da könnten wir alt werden. Und dann kamen die Alpakas. Wir sind dann hier hochgeführt worden und haben die Alpakas gesehen und dann war es passiert. Also das Vertrauen was da rübergekommen ist, das war einfach da.“ Seine Frau ist mittlerweile verstorben. Auf dem Pflegebauernhof hat man sich bis zum Schluss um sie gekümmert. Das Besondere an dem Konzept der Einrichtung: Die Pflege rückt nur dann in den Vordergrund wenn es notwendig wird. Landwirt Guido Pusch hat die Idee für den Pflegebauernhof vor 13 Jahren für seine eigene Großmutter. Immer mehr Senioren ziehen in die Bauernhof-WG ein und so entwickelt sich eine eigenständige Pflegeeinrichtung mit angeschlossenem landwirtschaftlichem Betrieb. Guido Pusch, Initiator des Pflegebauernhofs „Jeder hat seine Aufgabe, die er gerne machen kann und ausführen kann. Und es herrscht, dass Aufgaben da sind, dass Leben da ist, dass es nicht nur um die Pflege, dass man versorgt wird, Medikamente bekommt, sondern dass man an dem Leben teilnehmen kann in den verschiedensten Arten, wie man es dann auch dementsprechend möchte. Haushalt, Tierversorgung, Technik, Lebensmittel erzeugen.“ 22 Bewohner zwischen 50 […]

  • Der letzte Mönch von Himmerod

    Der letzte Mönch von Himmerod

    Über 800 Jahre lang war das Kloster Himmerod bei Wittlich in der Hand der Zisterzienser Mönche. Bis 2017 der Orden aufgelöst wurde. Es fehlte an Geld und Nachwuchs. Die Mönche verließen das Kloster. Bis auf Bruder Stephan. Der blieb – als einziger Mönch. „Herr unser Herrscher. Wie gewaltig ist dein Name auf der ganzen Erde? – Ehre sei dem Vater und dem Sohn.“ Bruder Stephan ist der letzte Mönch von Himmerod. Doch einsam ist er so gut wie nie. Viermal am Tag singt und betet er mit den Gästen des Klosters. Bruder Stephan, Mönch im Kloster Himmerod „All das, was sich so ereignet hier, dass ich das miterleben und ein bisschen mitgestalten darf. Das finde ich toll und das macht mir Freude.“ „Pater“ will der Mönch nicht genannt werden, lieber „Bruder“. Bruder Stephan „Jesus sagt: ‚Ihr seid alle Brüder, nur einer ist euer Vater.‘ Das ist ganz klar.“ Schon seit 66 Jahren lebt, betet und arbeitet Bruder Stephan hier. Für den Mönch und seine Gäste ist das Kloster vor allem eines: Ein Ort der Gemeinschaft. Hans Peter Rainer, Klosterbesucher aus Pulheim „Vorurteilsfrei miteinander umzugehen und zu sprechen und die Gespräche, das ist wirklich ein Haus der Begegnung hier und das ist ein wahrer Genuss.“ Susanne Kruopis, Klosterbesucherin aus Eberswalde „Die Menschen, die hier leben. Der Förderverein, der das hier am Leben hält, und auch dieses gemeinsame Miteinander ist für mich Kirche von unten, genauso wie es sein soll.“ Um das gemeinsame Miteinander geht es Bruder Stephan auch im Sudan. Seit mehr als 25 Jahren reist er jedes Jahr für mehrere Wochen in das ostafrikanische Land. Im Fokus: Schulkooperationen mit Deutschland. Stephan Reimund Senge, Zisterziensermönch „Frieden lernt man nur, wenn Schule ist. Wenn die verschiedenen Stämme, Jugendliche, Kinder, Lehrer zusammenkommen und regelmäßig etwas lernen. Und daraus hat sich dann sehr viel […]

  • Streik im Einzelhandel

    Streik im Einzelhandel

    Schon fast ein Jahr dauert der Tarifkonflikt im Einzelhandel. Streitpunkt ist unter anderem die Forderung der Gewerkschaft nach mindestens 2,50 Euro mehr pro Stunde. Die Verhandlungen sind festgefahren. Um die Arbeitgeberseite wieder an den Verhandlungstisch zu bringen sind heute im hessischen Weiterstadt zahlreiche Beschäftigte auf die Straße gegangen. „Wir woll’n mehr Kohle sehn!“ Mehr Kohle; das heißt konkret 2,50 Euro mehr in der Stunde und zwar für jeden. Ob Verkäuferin, Warenverräumer oder Kassenkraft. Hunderte Mitarbeiter von Kaufland, Rewe, Zara und anderen Geschäften demonstrieren dafür heute in Weiterstadt. Holger Bitz, Betriebsrat Penny / Rewe „Ja, weil wir mehr Geld fordern vom Arbeitgeber, weil die sich die Taschen voll machen und den Mitarbeitern nichts geben.“ Maja Zimmermann, Warenbereichsleiterin Kaufland Rödermark „Wir streiken hier, um zumindest einen Reallohnausgleich zu erstreiten, denn die Inflation ist einfach viel zu hoch. Unsere Guthaben sind aufgebraucht. Die Leute können nicht noch mehr arbeiten. Wir haben super viele Teilzeitbeschäftige und arbeiten muss sich einfach auch lohnen.“ Maria Angeles Ruiz Martinez, Verkäuferin H&M „Also als Teilzeit kommt man, wenn man das so sieht, nicht wirklich zurecht. Also am Ende des Monats bleibt nix übrig, weil die Inflation zu groß ist. Wenn man eine Versicherung bezahlen muss fürs Auto, wenn man die Benzinpreise sieht, die Lebensmittel sind teurer geworden.“ Über 60 Verhandlungsrunden bundesweit hat es im Einzelhandel bereits gegeben. Immer noch ohne Einigung. Die Gewerkschaft ver.di und der Deutsche Handelsverband werfen sich gegenseitig eine Blockadehaltung vor. Die Arbeitgeberseite hat jetzt eine freiwillige Lohnerhöhung von 10 Prozent über zwei Jahre in Aussicht gestellt. Doch das reicht der Gewerkschaft nicht. Gerade die unteren Lohngruppen würden davon nicht genug profitieren. Horst Gobrecht, Verhandlungsführer ver.di in Hessen „Also 2,50 Euro bedeuten für die Verkäuferin eine Erhöhung von 14,4 Prozent, wenn wir uns durchsetzen würden. Und für die unteren Lohngruppen könnten das fast 20 Prozent […]

  • Welche Rolle spielen E-Autos aus China am Markt?

    Welche Rolle spielen E-Autos aus China am Markt?

    Auf dem Markt für Elektroautos verlieren die europäischen Hersteller gegenüber der chinesischen Konkurrenz an Boden. Laut einer aktuellen Studie könnte das in Deutschland eine Viertelmillion Menschen den Job kosten. Gerade in Rüsselsheim schaut man mit Sorge auf solche Zahlen, denn Opel setzt ganz klar auf Elektroautos. Die große Frage: Werden sich Opel und Co. in Zukunft überhaupt noch gegen die Konkurrenz aus China behaupten können? Werden wir schon bald alle mit futuristischen Elektro-Flug-Autos wie diesem Prototypen aus China autonom durch die Lüfte schweben? Auch wenn die Technik schon funktioniert, ist das wohl eher Zukunftsmusik. Ganz anders sieht das bei chinesischen E-Autos aus, die nicht die Bodenhaftung verlieren: Ab Mai will etwa der chinesische Newcomer XPeng mit seinen beiden neuen E-Modellen Deutschlands Straßen erobern. Markus Schrick, Geschäftsführer XPeng Deutschland „Was fragt der Elektrokäufer oder der Interessierte? ‚Wie weit fährt er? Wie schnell lädt er? Und wie viel Power hat er?‘ Und in allen drei Kategorien sind wir ziemlich weit vorne.“ Weiteres Verkaufsargument: Der im Vergleich zu deutschen oder US-amerikanischen Modellen günstige Preis. Auch beim Autohersteller Opel in Rüsselsheim, der zum französischen Stellantis-Konzern gehört, ist die Zukunft elektrisch: 2028 will Opel in Europa nur noch Fahrzeuge mit elektrischem Antrieb anbieten. Dabei sollen auch die Produktionsanlagen in Kaiserslautern helfen, in denen früher Motoren gebaut wurden. Ab 2025 sollen dort stattdessen modernste Batteriezellen hergestellt werden. Florian Huettl, CEO Opel „Wir haben 90.000 Elektrofahrzeuge verkauft in 2023. Das entspricht einer Steigerung von 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Und das ist ein weiterer, klarer Beleg dafür, dass die Elektrifizierungsstrategie von Opel heute funktioniert.“ Doch die Marktchancen von Opel haben sich verschlechtert. Nicht nur weil die deutsche Bundesregierung wegen ihrer akuten Finanzprobleme die Förderung von Elektroautos zu Jahresbeginn plötzlich gestoppt hat, sondern auch, weil die chinesischen Autohersteller nach ihrem Heimatmarkt nun auch Europa erobern wollen. Dabei […]