Natur

  • Start der Keltersaison

    Start der Keltersaison

    Leuchtend grün oder knackig rot – so kommen sie in diesen Tagen in die Pressen der Keltereien. Wer selbst Apfelbäume besitzt, hat wahrscheinlich aktuell auch alle Hände voll zu tun – und so geht es auch den Apfelwinzern, die gerade fleißig ihre Tanks für den neuen Ebbelwoi füllen. Pünktlich zum Herbstanfang geht sie in Hessen los – die Keltersaison. Die Bäume hängen voll, der regenreiche Sommer hat für pralle Äpfel gesorgt. Nach zuletzt drei eher überschaubaren Jahren erwarten die hessischen Kelterer mit 10.000 bis 15.000 Tonnen Obst eine reiche Ernte. Martin Heil, Verband der Hessischen Apfelwein und Fruchtsaft-Keltereien „Mit jedem Sonnenstrahl wächst der Fruchtzuckergehalt. Und mit jedem bisschen Regen wächst der Apfel. Und von daher ist das einfach eine gute Kombination, dass wir jetzt schon Äpfel bekommen in den Keltereien, die viel Fruchtzucker haben ungewöhnlich viel für den frühen Zeitraum.“ Spritzig, herb-süß – so soll der Apfelweinjahrgang 2025 werden. Besser als vergangenes Jahr. Louis Walther, Kelterer in Bruchköbel „Wir hatten letztes Jahr einige Probleme damit, dass er recht hell war. Und der Säuregehalt ist dieses Jahr viel besser, weil die Sonne nicht so extrem war. Letztes Jahr zum Beispiel hatten wir sehr viel Sonne und sehr wenig Regen, d.h. wenig Obst und vor allem sehr süßes Obst“ Im Schnitt produzieren die hessischen Verbandskeltereien bis zum Saisonende Anfang November zusammen 33 Millionen Liter Apfelwein. Durch die gute Ernte sei der Anteil heimischer Äpfel dieses Jahr höher. Sorgen macht den Kelterern neben der Konkurrenz durch internationale Großkonzerne jedoch der Apfelnachschub. Martin Heil, Verband der Hessischen Apfelwein und Fruchtsaft-Keltereien „Wenn dann einer nach Feierabend keine Lust mehr hat, sich auf einer Obstwiese auszutoben, kann man das ein bisschen verstehen. Auf der anderen Seite geht man aber auch ins Fitnessstudio, naja gut, da kann ich auch auf die Obstwiese.“ Louis Walther, Kelterer in Bruchköbel […]

  • Ausstellung über Wolken in Darmstadt

    Ausstellung über Wolken in Darmstadt

    Worüber reden wir eigentlich immer am liebsten? Genau: über das Wetter. Doch was beeinflusst unser Wetter alles? Es sind zum Beispiel Wolken. Das Hessische Landesmuseum in Darmstadt widmet eine ganze Ausstellung dem Thema Wolken. Kleine weiße Haufenwolken. Sie bilden sich durch aufsteigende warme Luft. Das Darmstädter Landesmuseum mit einem Schönwetterwolkenhimmel. Der ist echt. Drinnen im Museumsgebäude gibt es ganz unterschiedliche Wolkenformen. Es sind 3-D-Modelle aller Wolkenarten, die sich am Himmel bilden können. Dr. Daniela Matenaar, Kuratorin der Ausstellung „Wolken. Erleben und Verstehen“ „Man kann sich an den offiziellen internationalen Wolkenatlas halten. Es gibt gerade 29 gültige Arten und dann gibt es noch Sonder- und Begleitformen.“ Ob hohe, mittelhohe oder tiefe Wolken. Sie entstehen in der Atmosphäre. Es sind Ansammlungen von feinsten Wassertöpfchen oder Eiskristallen. Aus mächtigen Wolken können sich Unwetter bilden. Ganz selten regnet es Frösche oder Fische. Dann, wenn durch Gewitterwolken ein Tornado auf dem Wasser entsteht. Die Baldachinspinne nutzt die Kraft der Wolken. Sie lässt sich an ihren gesponnenen Fäden durch die Luft treiben. All das zeigt die Ausstellung „Wolken. Erleben und Verstehen.“ Für einige Besucher gibt es eine Wiederbegegnung mit vertrauten Wolken. Auf Fotos, die sie selbst gemacht haben. Dr. Martin Faass, Direktor Landesmuseum Darmstadt „Wir haben im Vorfeld dazu aufgerufen, uns Fotos von Wolken einzureichen. Wir waren selbst überrascht, dass ganz viele diese Gelegenheit wahrgenommen haben. Über 2000 Fotos sind uns zugeschickt worden. Das sind echt mehr, als wir erwartet haben. Und von diesen Fotos zeigen wir etwa 50 in der Ausstellung.“ Ein Spaziergang durch dichte Wolken, oder auch ein Ausflug in die Geschichte. Das Kernstück der Ausstellung ist ein 8 Meter hohes Wolkenmodell, gebastelt von Präparateuren, die sich sonst eher mit Tiermodellen beschäftigten. Noa Groß, Präparatorin  Landesmuseum Darmstadt „Das Problem, war, etwas zu finden, was weiß bleibt und nicht vergilbt über die Zeit. Und da wurde […]

  • Wissenschaftler erforschen Viti-Forst-Konzept im Weinbau

    Wissenschaftler erforschen Viti-Forst-Konzept im Weinbau

    Im hessischen Geisenheim wachsen aktuell nicht nur Reben im Weinberg, sondern auch Quitten und Esskastanien – und das ist kein Zufall. Vitiforst nennt man es, wenn Bäume die Weinpflanzen widerstandsfähiger machen – und somit den Weinberg gegen Wetterextreme schützen. In Hessen wird das Konzept Vitiforst zum ersten Mal deutschlandweit wissenschaftlich untersucht. Von oben sieht dieser Weinberg aus wie ein Schachbrett. Quadratische Rebenfelder getrennt durch Quitten- und Esskastanienbäume. So wollen Johanna Döring und ihr Team von der Hochschule Geisenheim möglichst präzise herausfinden, welchen Einfluss die Bäume auf die Weinreben haben. Sicher ist aber schon jetzt: Vielfalt im Weinberg ist gut für die Pflanzen. Johanna Döring, Professorin für ökologischen Weinbau „Denn wenn ich ein diverses System habe, kann das natürlich auf alle möglichen Ereignisse viel besser und spontaner reagieren. Und hat viel mehr Potential, unterschiedliche Wettereignisse oder andere Umwelteinflüsse ab zu puffern.“ Durch den Schatten der Bäume sinkt das Klima im Weinberg, die Trauben brauchen weniger Wasser. Außerdem wurzeln Bäume tiefer und transportieren so zusätzliches Wasser von unten nach oben. Noch unklar ist aber, welchen Einfluss das auf die Weinpflanzen hat. Yvette Wohlfahrt, Hochschule Geisenheim University „Wie tief wurzeln die Reben, um sich Wasser zu holen? Also bleiben sie eher oberflächlich oder gehen sie in die Tiefe? Das sind dann natürlich noch einmal zusätzliche Messungen. Aber vom Wasser her ist es natürlich wichtig, sind wir hier in einem Konkurrenz- oder sind wir hier in einer Austauschbeziehung?“ Dafür messen die Wissenschaftler regelmäßig die Bodenfeuchte. Zusätzliche Pflanzen im Weinberg bedeuten aber auch zusätzliche Arbeit. Doch auf lange Zeit können die Winzer mit den Früchten oder dem Holz Geld verdienen. Dabei ist nicht jeder Baum für jeden Weinberg geeignet. Johanna Döring, Professorin für ökologischen Weinbau „Wir haben uns zum Beispiel jetzt als wir unsere Versuchsplattform designt haben, gegen einen klassischen Apfel oder eine Birne entschieden. […]

  • Störche sammeln sich in Südhessen

    Störche sammeln sich in Südhessen

    Wer aktuell an Feldern und Wiesen vorbeifährt, kann es nicht übersehen: Zugvögel wie Gänse, Kraniche und Störche versammeln sich allmählich und bereiten sich vor auf ihre lange Reise gen Süden. Besonders viele Störche machen dabei Halt in der hessischen Gemeinde Büttelborn. Zusammen mit Bernd Petri vom Naturschutzbund Hessen haben wir uns mit Fernglas und Kamera rangepirscht und festgestellt – es werden jedes Jahr mehr Störche! Bernd  Petri, Ornithologe NABU  Hessen „Da sind alleine 200 Störche, circa 200 Störche in der Luft hier. Oh, fantastisch.“ Jedes Jahr aufs Neue wird Büttelborn zu einem wahren Storchen-Hotspot. Bis zu 600 Weißstörche sammeln sich aktuell in der kleinen Gemeinde im Kreis Groß-Gerau und fressen sich vor ihrem langen Weg nach Spanien und Nordafrika nochmal ordentlich satt. Bernd  Petri, Ornithologe NABU  Hessen „Das sind richtige Tankstellen. Wie, wenn wir nach Süden reisen, haben wir auch unsere Tankstellen, wo wir sagen: Oh, hier schmeckt es uns besonders gut. Und es ist eigentlich der storchenreichste, dichtbesiedelste Storchenraum in ganz Deutschland.“ Der Grund, warum es den Störchen hier so gut schmeckt, ist die nahegelegene Biomülldeponie. Wurst- und Fischreste geben ihnen besonders viel Kraft. Und die brauchen die Störche auf ihrer einmonatigen Reise ins Winterquartier. Doch immer mehr denken gar nicht daran, das Schlaraffenland Büttelborn zu verlassen. Bernd  Petri, Ornithologe NABU  Hessen „Auf jeden Fall reagieren die Störche auf ihrem Zug auf diese Klimaveränderungen, die Klimaerwärmung. Die Winter werden milder, sie finden genügend Nahrung hier. Und warum sollen sie dann weit und gefährlich reisen? Sie bleiben einfach hier und haben dann den Vorteil, dass sie ausgeruht in das Brutgeschäft ab Februar, März kommenden Jahres hineingehen können.“ Knapp 400 Störche überwintern mittlerweile in Büttelborn. Jedes Jahr kommen mehr dazu. Futter und Rastplätze gibt es in Deutschlands Storchen-Hotspot auf jeden Fall mehr als genug.

  • Kampf gegen invasiven Japankäfer

    Kampf gegen invasiven Japankäfer

    Regelmäßig gibt es Diskussionen über den Katzenwels, die Große Drüsenameise oder über den Roten Amerikanischen Sumpfkrebs. Der Grund: Sie alle sind invasive Arten, also Arten, die bei uns nicht heimisch sind – und sich ganz schön breit machen. Und nun gibt es eine weitere invasive Art, die in Südhessen gefunden wurde und dort mächtig für Ärger sorgt – der Japankäfer. Er ist nur so groß wie eine Kaffeebohne, metallisch schillernd und hat markant weiße Haarbüschel am Hinterleib. Der Japankäfer. Und er ist ziemlich gefräßig. In der Landwirtschaft kann er daher massive Schäden anrichten. Dirk Hill, zuständig für das Japankäfer-Monitoring „Der Käfer macht einen sogenannten Skeletttierfraß. Das heißt, er hat eine Massenvermehrung und frisst die Blätter der Pflanze. Er hat bis zu 400 Wirtspflanzen. Und diese Blätter können keine Photosynthese mehr machen. Und würden absterben.“ Christian Hillnhütter, Leiter Pflanzenschutzdienst Hessen „Dementsprechend kann er, wenn er sich stark vermehrt, auch große Schäden in Landwirtschaft, Gartenbau, aber auch in der Natur und auch in Privatgärten, im Rasen oder auf Fußballplätzen hinterlassen.“ In Trebur sind den Experten des hessischen Pflanzenschutzdienstes jetzt sechs Exemplare des Japankäfers in die Falle gegangen. Vermutlich als blinder Passagier ist er eingeschleppt worden und breitet sich nun aus, da er hier keine natürlichen Fressfeinde hat. Christian Hillnhütter, Leiter Pflanzenschutzdienst Hessen „Diese Population, die wir jetzt hier gefunden haben, haben wir genetisch prüfen lassen. Und da haben wir am Wochenende das Ergebnis bekommen von der Bundesforschungsanstalt, dass das eine italienische bzw. die Schweizer Population der Ursprung ist.“ Um die Ausbreitung des Japankäfers zu stoppen, wurde nun ein Aktionsplan aufgelegt. In der Befallszone – der Stadt Trebur – und einer Pufferzone im Radius von 6 Kilometern, die sich bis nach Rheinland-Pfalz erstreckt, müssen verschiedene Maßnahmen umgesetzt werden. So dürfen unter anderem in der Befallszone keine Rasenflächen gewässert werden, um zu verhindert, dass […]

  • Streit um Waschbärensterilisation in Kassel

    Streit um Waschbärensterilisation in Kassel

    Kassel gilt mit geschätzt 10.000 Tieren als die Waschbär-Hauptstadt Europas, weil sich hier besonders viele der ursprünglich aus Nordamerika stammende Raubtiere niedergelassen haben. Doch leider richtet die invasive Art in Nordhessen auch eine Menge Schäden an. Anfang des Monats ist ein mit viel Hoffnung verbundenes Pilotprojekt gestartet, um die Zahl der Waschbären zu begrenzen. Prompt gab es Kritik von Jägern, seitdem liegt das Projekt auf Eis. Nächtlicher Einsatz in Kassel Anfang August. Das Ziel: Waschbären einfangen, sterilisieren und anschließend wieder freilassen. So wollte man die Waschbärpopulation in Kassel in den Griff bekommen Nannette Welk, Waschbärprojekt Kassel „Wir wollen die Tiere sterilisieren statt kastrieren, sowohl die männlichen als auch weiblichen Tiere. Bei der Kastration haben die Tiere die Hormone nicht mehr und die Rüden werden vom Rudel verstoßen, das wollen wir nicht. Wir wollen dass die Tiere, denselben Platz besetzen können wie vorher, sich nur nicht mehr vermehren.“ Nach zwei Wochen pausiert  das Regierungspräsidium überraschend das Projekt, um es rechtlich zu prüfen. Zuvor hatte die Zuständigkeit bei der Stadt gelegen. Vera Heck, Geschäftsführerin Bundesverband der Wildtierhilfen „Es hat uns natürlich betroffen gemacht, weil wir zu dem Zeitpunkt nach Recht und Gesetz gehandelt haben und immer noch handeln, weil wir von der Stadt Kassel sämtliche Genehmigungen, die wir brauchten dafür hatten.“ Heiko Lehmkuhl (CDU) Ordnungsdezernent Stadt Kassel „Ein bisschen überraschend ist es schon, da ja die Stadt Kassel vollständig keine Bedenken geäußert hat und wir auch nach wie vor davon überzeugt sind, dass die biologischen Management Maßnahmen sehr sinnvoll sind.“ Der hessische Jagdverband bezweifelt die Sinnhaftigkeit und hatte deshalb eine juristische Prüfung bei der Behörde angestoßen. Zudem sei es verboten, invasive Arten wieder auszusetzen. Markus Stifter, Landesjagdverband Hessen „Uns ging es dabei darum, dass auf der einen Seite die Wirksamkeit nachgewiesen ist. Also, dass so ein Projektvorhaben, wie die Sterilisation von Waschbären […]

  • Ausstellung erinnert an Ahr-Hochwasser

    Ausstellung erinnert an Ahr-Hochwasser

    Vor vier Jahren hat die Flut im Ahrtal eine ganze Region zerstört. 135 Menschen starben, viele Anwohner haben ihr Zuhause verloren und auch die Infrastruktur der gesamten Region wurde schwer beschädigt. Darunter über 100 Brücken. Doch die sogenannte Jahrhundertflut war nicht das erste Extremhochwasser an der Ahr. Das zeigt eine Ausstellung im Museum der Stadt Sinzig. Die Ahrbrücke Kölner Straße in Sinzig. Sie steht hier seit 1871. Der Flut vor vier Jahren hat sie standgehalten. Doch viele Brücken über den Fluss sind durch die Wassermassen im Juli 2021 zerstört oder stark beschädigt worden. Nicht zum ersten Mal. Auch hier in Sinzig ist eine Brücke dem Hochwasser zum Opfer gefallen. Sie stand an der Stelle der heutigen Sandsteinbrücke. Gabriel Heeren, Leiter des Museums der Stadt Sinzig „Nachdem die Flut im Jahr 1804 den alten historischen Ahrübergang der Aachen-Frankfurter Heerstraße hier in Sinzig zerstört hatte, hat die französische Regierung entschieden, an dieser Stelle eine Holzbrücke wieder aufzubauen. Bei der Flut 2021 sind dann zahlreiche Holzpfähle hier an dieser Stelle im Umfeld dieser Brücke von der früheren Holzbrücke freigespült worden und dann später in Sinzig an der Ahr eingesammelt worden, die wir heute im Museum zeigen.“ Der längste Holzpfeiler ist 3 Meter 80 lang. Insgesamt werden im Museum der Stadt Sinzig über 30 Brückenpfeiler ausgestellt. Aus ganz verschiedenen Orten an der Ahr, aus unterschiedlichen Jahrhunderten. Alle haben eines gemeinsam. Sie stammen von Brücken, die ein extremes Hochwasser zerstört hat. So grausam und unvorstellbar die Flutkatastrophe vor vier Jahren war, sie war nicht die erste an der Ahr. Gabriel Heeren, Leiter des Museums der Stadt Sinzig „Also, man weiß auf jeden Fall durch historische Quellen, Veröffentlichungen und Forschung dazu, dass es seit dem Mittelalter und der Neuzeit eine mindestens zweistellige Zahl von Flutkatastrophen im Ahrtal gegeben hat.“ Und wahrscheinlich gab es bereits zu römischen […]

  • Sanierungen am Bergpark Wilhelmshöhe

    Sanierungen am Bergpark Wilhelmshöhe

    Vor über 300 Jahren schuf Landgraf Karl von Hessen-Kassel den Bergpark Wilhelmshöhe, um allen anderen Herrschern Europas zu imponieren. Bis heute beeindruckt der Kasseler Bergpark, unter anderem mit seinen zum UNESCO-Weltkulturerbe zählenden Wasserspielen. Doch wo viel Geschichte geschrieben wurde, bröckelt hier und da auch mal was. Für viele ein ungewohnter Anblick auf die prominenteste Dauerbaustelle der Stadt: fast freie Sicht auf den Herkules. Jahrelang stand hier ein Kran. Lena Pralle, Hessen Kassel Heritage „Im Moment haben wir keinen Kran am Herkules, am Herkules wird perspektivisch wieder einer kommen, leider müssen wir da immer noch mit Beeinträchtigungen auf unseren Urlaubsfotos rechnen.“ Denn auch das Baugerüst wandert demnächst in die Mitte und bleibt noch bis Ende 2027. Dann soll auch der seit knapp sechs Jahren geschlossene Weißensteinflügel fertig sein und Besucher können endlich wieder die prunkvollen Landgrafenzimmer bestaunen. Lena Pralle, Hessen Kassel Heritage „Als Nächstes gehen wir an den Verbinderbau zum Weißensteinflügel. Dort wird in den nächsten Wochen auch wieder ein Kran aufgestellt werden auf der Stadtseite, damit wir da weiter arbeiten können. Dann wird das Dach abgedeckt, damit es dann instandgesetzt und wieder neu gedeckt werden kann.“ Bei der Löwenburg wurden bereits Schauräume und Bergfried saniert, Rüstkammer und Kapelle stehen noch aus – die Planungen laufen. Sie ist dagegen fertig: die gut 200 Jahre alte Brücke am Neuen Wasserfall. Versteckt unter der Tuffsteinverkleidung spannt sich eine moderne Stahlbetonbrücke über das alte Bauwerk. Zehn Jahre hat die Sanierung gedauert, Kosten 2,7 Millionen Euro. Timon Gremmels (SPD), Kunst- und Kulturminister Hessen „Im Vergleich zu den Brücken die wir sonst im Land Hessen und bundesweit bauen müssen, ist das ein Schnäppchen, es gab aber ein paar Herausforderungen, weil in einem solchen historischen Bergpark mit Tuffstein, der ja nun sehr anfällig ist gebaut und gearbeitet wurde, gibt es immer was zu tun. Wenn man mit […]

  • Kürbisernte in der Pfalz

    Kürbisernte in der Pfalz

    Eigentlich haben sie erst im Herbst ihren großen Auftritt, doch vielleicht haben Sie es auch gemerkt, in den Supermarktregalen liegen schon jetzt die ersten Kürbisfrüchte. Denn die Ernte läuft aktuell auf Hochtouren. Und wir waren im rheinland-pfälzischen Mutterstadt dabei. Ein feines schattiges Plätzchen unter einem Blätterdach: so mögen es die Butternut-, also Butternuss-Kürbisse am liebsten. Hier sind sie vor der Sonne geschützt und haben es gleichzeitig warm. Gerd Renner, Kürbisbauer „Butternut braucht mehr Wärme als zum Beispiel ein Hokkaido. Also in Norddeutschland zum Beispiel ist der Butternut-Anbau schwierig. Aber bei uns hier im milden Klima des Rheintals, da wächst er hervorragend.“ Gerd Renner weiß, wovon er spricht. Über 30 Jahre ist es her, als  er seinen ersten Butternut gegessen hat – zu einer Zeit, als der hier noch nicht angepflanzt wurde. Gerd Renner, Kürbisbauer „Ein Freund von mir ist Koch. Und der hat auch in Südafrika gearbeitet. Dann waren wir im Urlaub in Südafrika, haben Butternut probiert. Ich war begeistert und dann haben wir das probiert.“ Mit Probieren  meint der Rheinland-Pfälzer, dass er kurze Zeit später als einer der ersten die Frucht in die Region bringt. Heute baut er viele verschiedene Sorten an, wie den Spaghetti-Kürbis oder den Hokkaido, ist weltweit vernetzt und dadurch bekannt in einer Art Kürbis-Community. Gerd Renner, Kürbisbauer „Wir sprechen Kürbis. Es ist dann so, das ist das Tolle, wenn dann Leute kommen und die sind auf demselben Level wie man selbst und dann kann man sich ganz anders unterhalten. Und dann sagen wir: ‚Endlich jemand, der mich versteht.‘“ Ursprünglich kommt der Kürbis aus Südamerika. Bei der Ernte heute bleiben einige Früchte auf dem Feld zurück. Denn die Pflanzen waren in diesem Sommer besonders produktiv und jetzt sind noch nicht alle Kürbisse fertig. Gerd Renner, Kürbisbauer „Dieses Jahr durch die wechselnden Wettereinflüsse erst warm, dann wieder […]

  • Hilfe in der Wildtierstation

    Hilfe in der Wildtierstation

    In der vergangenen Woche kam der Sommer zurück und mit ihm auch die Hitze. Und bei hohen Temperaturen haben nicht nur wir Menschen zu kämpfen. Gerade für Wildtiere kann das heiße Wetter gefährlich werden – und die landen dann häufig als Notfälle in Wildtier-Stationen. – Tanja Schäfer pflegt seit 17 Jahren genau solche Patienten. Wir haben sie im mittelhessischen Mücke besucht. Fütterungszeit in der Wildtierstation Schäfer. Tanja Schäfer und ihr Team aus ehrenamtlichen Helfern kümmern sich momentan um rund 150 Tiere, darunter Siebenschläfer, Mauswiesel und besonders viele Vögel. Die meisten Tiere wurden durch die zuletzt hohen Temperaturen besonders geschwächt. So wie dieser kleine Spatz, noch keine zwei Wochen alt. Tanja Schäfer, Wildtierhilfe Schäfer e.V. „Das Problem bei der Hitzewelle ist, dass es unter den Dächern unwahrscheinlich heiß wird, zwischen 60 und 70 Grad, hält kein Vogel aus, dann gehen die vor ans Nest und fallen runter. Oder die andere Seite, durch die Hitze, die Eltern finden nicht genug Insekten oder Wasser und lassen dadurch auch oftmals ihre Würfe im Stich.“ Wer ein entkräftetes oder verletztes Tier findet, sollte sich zu aller erst konkret über die jeweilige Art informieren. Denn die Erste-Hilfe-Maßnahmen können stark variieren. So kann ein gut gemeintes erstes Füttern für die Tiere schnell tödlich enden. Tanja Schäfer, Wildtierhilfe Schäfer e.V. „Der eine ist ein Insektenfresser, der andere ist ein Körnerfresser. Deswegen sagen wir immer, wenn ein Vogel gefunden wird: Niemals Wasser geben oder was zu fressen, weil der Laie oftmals keinen Unterschied sieht, was darf er oder was darf er nicht.“ Stattdessen: Ein Foto von dem Tier machen und zu Abklärung an eine Wildtierstation schicken. Oft könne dann schon am Telefon weitergeholfen werden. Und so glüht momentan nicht nur die Sonne, sondern auch die Telefonleitung der Station. Zur Hitzezeit sind 200 Anrufe pro Tag keine Seltenheit. In den […]

  • Hirsch wohnt in Eifel-Dorf

    Hirsch wohnt in Eifel-Dorf

    Das kleine Eifel-Dörfchen Büdesheim hat seit einigen Monaten einen neuen Mitbewohner – einen sehr ungewöhnlichen. Ein Hirsch treibt sich dort herum. Statt im Wald fühlt er sich offenbar in den Gärten der Anwohner viel wohler. Mittlerweile ist der Hirsch schon zum Dorf-Maskottchen geworden. Nanu, wer guckt denn da hinter dem Schuppen hervor? Gestatten: Henry, Apfeldieb und Hochbeet-Plünderer. Ganz selbstverständlich trabt er durch die Gärten der Büdesheimer, immer auf der Suche nach einem kleinen Snack oder einem angenehmen Plätzchen zum Entspannen. Als der Hirsch im Mai plötzlich auftaucht, ist die Verwunderung groß. Andreas Schmitz „Wir saßen am Mittagstisch mit der Familie, ich hab aus dem Fenster geschaut und ich dachte, ich trau meinen Augen nicht. Da steht ein Hirsch beim Nachbarsgarten, ich dachte ich verschluck mich am Essen. Und dann sind wir natürlich alle aufgestanden, haben das uns dann näher betrachtet und das war schon eine Sensation.“ Immer mehr Anwohner sichten den Hirsch im Garten oder auf der Straße, teilen Fotos und Videos im Dorf-Chat. Andreas Schmitz tauft ihn auf den Namen Henry. Viele Anwohner schließen das Tier schnell ins Herz. Und so bekommt es bei seinen Besuchen auch hier und da mal ein paar Leckereien vor die Schalen geworfen. Walter Post, Bürgermeister Büdesheim „Die eigentliche Besitzerin oder die Frau zumindest, die ihn aufgezogen hat, stammt aus Birresborn, Nachbarort von hier. Und sie sagt, sie hat ihn groß gezogen, irgendwann ist er dann weg gelaufen, weil sie kein richtiges Gatter hatte, nur eine Einzäunung und dann kam er immer wieder nochmal zurück und irgendwann war er dann ganz weg.“ Mittlerweile findet man fast in ganz Büdesheim Spuren von Henry. Manfred Bauer „Für uns Büdesheimer ist es vielleicht normal, aber wenn die Autos vorbei fahren oder machen eine Vollbremsung, die denken auch, was ist denn da los.“ Bei Manfred Bauer kommt Henry […]

  • Badeseen wegen Blaualgen gesperrt

    Badeseen wegen Blaualgen gesperrt

    Wir alle kennen den Song: „36 Grad und es wird noch heißer“. Und der beschreibt die aktuelle Situation ganz gut. Abkühlung dringend erwünscht! Wie schön ist da doch ein Sprung in den Badesee. – Aber Vorsicht! In einigen Seen sollten sie gerade nicht baden gehen, Stichwort Blaualgen. Wir blicken nach Offenbach. „So idyllisch“, könnte man denken, wenn man den Schultheis-Weiher in Offenbach von oben betrachtet. Bei näherem Hinsehen dann aber gar nicht mehr. Grünliche Schlieren ziehen sich über die Wasseroberfläche. Was man dort sieht, sind Blaualgen, so werden sie zumindest im Volksmund genannt. Wissenschaftlich gesehen sind es einzellige Organismen, weshalb Experten von Cyanobakterien sprechen. Und die gibt es hier nun massenhaft. Dr. Patrick Slattery, Diplom-Biologe „Die Ursache für die Massenentwicklung von Bakterien ist eine überhöhte Anreicherung von Nährstoffen im Gewässer. Auslöser sind dann Perioden mit intensiver Sonneneinstrahlung. Am Schultheis-Weiher ist das Problem noch mal verstärkt dadurch, dass das Gewässer sehr flach ist. Es hat eine mittlere Tiefe von nur 2,50 Meter.“ Und so bekommen die Bakterien besonders viel Licht und können sich prächtig vermehren. Der Schultheis-Weiher ist  deshalb für den Badebetrieb gesperrt. Denn nicht nur optisch verdirbt die Blaualge das Badevergnügen, sie kann auch durchaus gefährlich sein. Alexander Jeschke, Stv. Leiter Umweltamt Offenbach „Hauptaugenmerk ist das Risiko bei einer Rettung, weil das Wasser getrübt ist. Gerade bei Sichttiefen beispielsweise bei 50 Zentimetern, müssen wir den See sperren, weil eine solche Rettung nicht mehr möglich ist.“ Dr. Patrick Slattery, Diplom-Biologe „Und einige Bakterienarten können Zytotoxine produzieren, die beim Verschlucken von größeren Wassermengen zu Übelkeit führen können und es kann auch zu Hautausschlägen führen.“ Insbesondere Kinder, die beim Toben viel Wasser schlucken sind gefährdet. Baden dürfen hier nur noch die Enten. Genauso wie im Aartalsee bei Bischoffen, im Hattsteinweiher bei Usingen. Bei mehreren anderen Gewässern in Hessen wird vom Baden abgeraten, beispielsweise […]

  • Brütende Hitze in Hessen und Rheinland-Pfalz

    Brütende Hitze in Hessen und Rheinland-Pfalz

    Temperaturen über 30 Grad draußen – da bleibt nur eins: die passende Abkühlung suchen. Die Schwimmbäder in Hessen und Rheinland-Pfalz sind sehr gut besucht! Doch das war nicht immer so in diesem Sommer. Der Regen der vergangenen Wochen hat vielen nicht gerade Lust aufs Planschen gemacht – die Sommersonne heute hingegen schon! Kurz vor zehn scharren sie hier in Bingen schon mit den Hufen. Früh sein lohnt sich, denn heute wird’s nichts nur heiß sondern auch voll. Im Binger Naturschwimmbad wollen alle endlich den Sommer genießen. Emilia Krewalski „Die letzten Wochen waren ja die ganze Zeit regnerisch. Da hat man nicht wirklich was gemacht oder ist dann halt in Urlaub geflogen, um den ganzen zu entfliehen. Aber jetzt geht’s ja wieder.“ Kristin Hoppe „In der Zeit wo wir noch gearbeitet haben, war es natürlich super, da konnten wir schön den Feierabend verbringen, aber dann, als die Ferien losgingen für Kita drei Wochen, dann war erst mal Regen. Das war sehr ärgerlich das hat mich an letztes Jahr erinnert.“ Luci Linder „Ich bin generell eher ein Mensch, der gerne draußen ist, aber bei Regen oder Dauerregen ist das irgendwie auch blöd. Also da war eher mein Netflix-Serien-Tag.“ Lara Krewalski „War auch mal entspannt, weil die Wohnung runtergekühlt ist wieder. Wenn man arbeiten musste, war es nicht ganz so frustrierend, aber jetzt ist es schon schöner, wenn man freie Tage hat und das Wetter mitspielt.“ Das freut auch die Freibadbetreiber. Dominik Tomaszewski, Schwimmmeister Naturerlebnisbad Bingen „Wir hatten einen super Juni gehabt, der Juli hat leider etwas nachgelassen. Im Vergleich zum letzten Jahr werden wir ähnlich mit den Zahlen rauskommen so etwas über 40.000 Gäste diese Saison, damit sind wir ganz zufrieden.“ Das Mainzer Taubertsbergbad  besuchten im verregneten Juli nur noch rund 21.000 Badegäste, 16.000 weniger als im Juni und auch insgesamt weniger […]

  • Tabakernte beginnt

    Tabakernte beginnt

    Wer aktuell durch die Südpfalz fährt oder wandert, der sieht ihn überall blühen: den Tabak. Der Anbau der Tabakpflanze hat dort eine jahrhundertealte Tradition. Es gibt Tabak-Rad- und Wanderwege, ein Tabakfest und – obwohl es heute deutlich weniger Raucher gibt als noch vor ein paar Jahren, gibt es sie immer noch: die Landwirte, die die Tabakpflanze anbauen. Gerade hat die Ernte begonnen. Es ist ein bisschen wie im Dschungel. Heiß, viele hohe Pflanzen auf engem Raum und vor allem ist es klebrig. Denn die Tabakpflanzen haben kleine Härchen auf ihren Blättern, die eine klebrige Substanz absondern. So wehrt sich die Pflanze gegen Schädlinge und reguliert ihren Wasserhaushalt. Die Ernte macht das nicht besonders angenehm. Es steckt viel Arbeit im Tabakanbau in der Südpfalz. Dominik Bellaire, Tabakbauer aus Neupotz „Wir haben am Tabak ungefähr 500 Arbeitsstunden, die wir brauchen. Wir ziehen den Tabak schon als Jungpflanze in den Gewächshäusern groß, bis er setzfertig ist, Anfang Mai. Und dann pflanzen wir ihn mit der Hand aus. Und dann pflegen wir ihn mit Hackgerät und Hacke, zum Teil auch mit Pflanzenschutz, und dann ist die Ernte. Ist ja alles Handernte. Und da fangen wir von unten her an, dass wir quasi nur die reifen Blätter ernten. Das ist jetzt noch zu grün, das muss auf die nächste Runde warten. Und im Endeffekt nehmen wir immer zwei bis drei reife Blätter.“ Die Blüten sind einfach nur schön, für die Tabakherstellung werden sie nicht benötigt. Dominik Bellaire baut auf 20 Hektar Tabak an. Ausnahmslos für Wasserpfeifen. Sein Tabak wird über Händler zum Beispiel nach Ägypten und Jordanien verkauft. Das milde, trockene Klima in der Südpfalz ist ideal für den Tabakanbau. Jörg Bähr, Geschäftsführer Erzeugergemeinschaft Südwest-Tabak „Das ist schon eine lange Tradition. Gerade hier in der Gemarkung der ältesten Tabakgemeinde in Deutschland. Hatzenbühl. 1573 urkundlich erwähnt. […]

  • Die Greifvogelstation Appenheim

    Die Greifvogelstation Appenheim

    Und jetzt kommen wir zu den Jägern der Lüfte. Beeindruckende Greifvögel, die sich vor allem durch ihre Jagdfähigkeiten und ihre majestätische Erscheinung auszeichnen. Doch auch SIE können in Gefahr geraten – und dann hilft unter anderem der ehrenamtliche Verein Eulen- und Greifvogelschutz Appenheim. Eine ganze Flut an Jungtieren wurden dort in diesem Frühjahr und Sommer bereits aufgepäppelt und versorgt – für einige steht jetzt die Auswilderung kurz bevor. Wir nehmen Sie mit in die faszinierende Welt der Greifvögel. Schau mir in die Augen, Kleines. Das passt zu Steinkauz Flash mit seinem eindringlichen Blick, wie zu keinem anderen. Er ist aktuell einer der kleinsten Bewohner in der Greifvofelstation in Appenheim.  Vanessa op te Roodt, Eulen- und Greifvogelschutz Appenheim e.V. „Viele Arten sind ja mittlerweile auf der roten Liste, sprich vom Aussterben bedroht. Schleiereule, Steinkauz, weil einfach die natürlichen Habitate immer mehr wegfallen, es gibt ja kaum noch Scheunen, wo sie brüten können, der Steinkauz – ja, genau, du bist gemeint – der brütet in gut bewirtschafteten Streuobstwiesen, wo haben wir die denn noch? Also die haben ja fast keine Brutmöglichkeiten mehr “  Schwindende Nistmöglichkeiten, Umwelteinflüsse, Jagd und Vergiftungen gefährden die Bestände zunehmend. In einer der Volieren warten aktuell 21 ziemlich ungeduldige Falkenkinder auf ihren Start in die Freiheit. 38 weitere wurden kürzlich bereits ausgewildert.  Vanessa op te Roodt, Eulen- und Greifvogelschutz Appenheim e.V. „Dadurch, dass die jetzt hier so unruhig rumfliegen und meckern, merkt man einfach, die sind jetzt soweit, die wollen jetzt raus.“ Und schon bald ist es soweit, dann erobern Sie ihr neues Revier – irgendwo in den rheinhessischen Weinbergen. Diese Wiederansiedlungen sind ein wichtiger Beitrag zum Artenschutz. Der Eulen- und Greifvogelschutz Appenheim kümmert sich hauptsächlich um verletzte Tiere oder Nestlinge, also Junge, die hilfsbedürftig sind. Um diese Arbeit jedoch überhaupt leisten zu können, ist der Verein dringend auf Spendengelder angewiesen. […]