Natur

  • Windräder bedrohen Biosphärenreservat

    Windräder bedrohen Biosphärenreservat

    Zwischen 2035 und 2040 will Rheinland-Pfalz klimaneutral sein, so steht es zumindest im Koalitionsvertrag der Ampelregierung. Um dieses Ziel zu erreichen, muss das Land auch die Windenergie ausbauen. Aber wohin mit den neuen Anlagen? Noch letztes Jahr im August hat die Landesregierung den Pfälzerwald als Standort ausgeschlossen. Mittlerweile tut sie das nicht mehr – und riskiert damit den Status als Biosphärenreservat der UNESCO. Der Herbst lässt grüßen. Die Natur bereitet sich so langsam auf die kalte Jahreszeit vor. Hier am Langerkopf, mitten im Pfälzerwald, könnte es aber bald schon vorbei sein mit der Idylle. Denn der ehemalige US-Militärstützpunkt wird als möglicher Standort für neue Windkraftanlagen gehandelt. Peter Bernhard ist Ortsvorsteher des angrenzenden Örtchens Hofstätten und spricht sich klar dagegen aus. Peter Bernhard, parteilos, Ortsvorsteher Hofstätten „Im Pfälzerwald haben Windräder nichts verloren. Hier auf dieser Fläche, wo wir jetzt stehen, da gehören Bäume hin. Die Befürchtung: Wenn dann die Windräder stehen, ist der Blick, ist die Natur verschandelt.“ Sein Ort lebe vom Wander- und Mountainbike-Tourismus. Und der, so fürchtet Bernhard, könnte dann ausbleiben. Statt der Windräder schlägt er vor, mehr Solaranlagen zu installieren und die Wasserkraft zu nutzen. Sein Wunsch könnte in Erfüllung gehen. Denn: Berichten der Zeitung „Rheinpfalz“ zufolge habe sich das Deutsche Nationalkomitee der UNESCO gegen Windräder im Pfälzerwald ausgesprochen. Um die Anerkennung als Biosphärenreservat nicht zu gefährden, solle das Land Abstand nehmen von diesen Plänen, so das Komitee in einem Schreiben ans Umweltministerium, das in Rheinland-Pfalz auch für das Ressort Energie zuständig ist. Diese Mahnung dürfte die Landesregierung zum Nachdenken bringen. Denn auch der Titel „Biosphärenreservat“ sei von zentraler Bedeutung. Erwin Manz, Bündnis 90 / Die Grünen, Staatssekretär Umweltministerium Rheinland-Pfalz „Unser Bestreben ist, zu sehen, ob man beides miteinander vereinbaren kann: einen sehr moderaten Ausbau erneuerbarer Energiequellen und die Erhaltung des Titels ‚Biosphärenreservat‘. Der Titel darf auf keinen […]

  • Kürbisfiguren im XXL-Format

    Kürbisfiguren im XXL-Format

    Am kommenden Wochenende ist Halloween! Vielleicht schnitzen Sie ja auch schon an ihrem Kürbis. Als kleine Anregung zeigen wir ihnen jetzt die Kürbisausstellung der Gartenschau in Kaiserslautern – denn da gibt’s diese Woche noch ausgefallene Kürbisfiguren im XXL-Format. „Fantasy“ lautet das Motto der Kürbisausstellung. Fabelwesen wie das Einhorn oder eine Elfe – überdimensional, aus Kürbissen. Zauberer Gandalf trägt ein Gewand aus weißen Baby Boos. Der riesige Phönix erstrahlt in den knalligen Farben von Hokkaido und Mandarinkürbissen. Pokemon Pikachu – komplett aus Knuckleheads. Eine wahrlich farbenfrohe Ausstellung. Christine Schweigert, Parkleiterin Gartenschau Kaiserslautern „Also, es ist so eine Zeitreise, würde ich fast sagen, durch die verschiedenen Fabelwesen, die immer auch mal irgendwie ihre Hauptzeit hatten und bekannt waren.“ Und es geht auch gruselig! Ein roter Drache, der grimmig seine Zähne fletscht, und ein paar Schritte weiter: Medusa, die Schlangenfrau aus der griechischen Mythologie, deren Anblick laut Sage jeden zu Stein erstarren lassen soll. Alle Holzelemente sind handgeschnitzt und stammen aus der Schweiz. Die Kürbisse werden in Kaiserslautern an das Gestell gehängt – über 40.000 Stück. Christine Schweigert, Parkleiterin Gartenschau Kaiserslautern „Jeder einzelne Kürbis wird in die Hand genommen, wird mit einem Loch im Stiel versehen. Es wird ein Kabelbinder durchgezogen. .“ Danach immer wieder kontrollieren, damit die Kürbisse nicht auf der faulen Haut liegen. So können Sie sich beim Fotoshooting mit großen und kleinen Besuchern von ihrer schönsten Seite zeigen. Gerlinde Grünewald „Wir kommen jedes Jahr da her im Herbst. Das ist so schön gemacht. Mit so viel Liebe und alles gemacht.“ Ben Joshua Brass „Ich find’s eigentlich immer wieder cool, weil ich war hier jetzt schon ganz oft. Ja, und es ist eigentlich cool, was manche Leute so aus den Kürbissen machen.“ Ulli Eisenbarth „Die Leute haben sich unheimlich viel Mühe gemacht. Ich find’s schön und wenn das jedes Jahr so […]

  • Schifffahrt gesperrt – zwei Schiffe bei Hagenbach havariert

    Schifffahrt gesperrt – zwei Schiffe bei Hagenbach havariert

    Es geht weder vor noch zurück: Seit Sonntag hat sich auf dem Rhein bei Hagenbach im Kreis Germersheim ein Passagierschiff festgefahren. Nun sitzt dort seit heute Nacht auch noch ein zweites Schiff fest. Alle Versuche sie freizuschleppen, sind bisher gescheitert. Der Rhein ist an der Unfallstelle für die Schifffahrt komplett gesperrt. Es ist das abrupte Ende einer Flusskreuzfahrt: Seit Sonntagnacht hat sich das Passagierschiff „Viking Sigrun“ hier festgefahren. Ein erster Versuch, den 235 Meter lange Rheinriesen zu befreien scheitert. Doch der Flussabschnitt bei Hagenbach wird auch einem zweiten Schiff zum Verhängnis: Nur wenige hundert Meter vom Kreuzfahrtschiff entfernt fährt ein Tankschiff heute Morgen auf Grund. Wieso hier gleich zwei Schiffe auf einmal havarieren, darüber kann die Wasserschutzpolizei bislang nur spekulieren. Stephan Hammer, Leiter Wasserschutzpolizei Germersheim „Im Moment sind die Fahrwasserverhältnisse relativ schwierig. Der Rhein hat Niedrigwasser und es war neblig zum Unfallzeitpunkt.“ Die 90 Passagiere werden heute Mittag vom Ausflugschiff evakuiert, alle bleiben unverletzt. Jetzt soll zuerst das Tankschiff befreit werden. Es hat über 1.000 Tonnen Diesel geladen. Zwei weitere Schiffe rücken an, um es aus dem Kies zu ziehen. Die haben zwar ordentlich Motorleistung, doch der Tanker bewegt sich keinen Zentimeter. Als schließlich sogar ein Stahlseil reist, wird die Aktion abgebrochen. Plan B der Einsatzkräfte lautet jetzt: das geladene Öl abpumpen, um das Schiff leichter zu machen. Petra Schneider, Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Oberrhein „Das mit dem Freischleppen war einfach so ein Versuch, hätte klappen können, man probiert ja alles Mögliche aus. Das Glück war jetzt nicht so mit uns, aber ich denke, das mit dem Leichtern klappt auf jeden Fall.“ Und tatsächlich klappt es. Mittlerweile ist der Tanker wieder frei. Anders ist das aber bei dem Passagierschiff. Stephan Hammer, Leiter Wasserschutzpolizei Germersheim „Bei dem Fahrgastschiff ist es das größere Problem. Das kann nicht leer gemacht werden, die Passagiere sind […]

  • Weidetierhalter demonstrieren gegen den Wolf

    Weidetierhalter demonstrieren gegen den Wolf

    In Hessens Wäldern leben immer mehr Wölfe. Mindestens neun der Tiere sind hier inzwischen sesshaft geworden – Tendenz steigend. Vor allem für Weidetierhalter ist das ein riesen Problem. Um ihrem Ärger Luft zu machen haben sie sich heute in Gießen versammelt, um gegen den „Wolfsmanagementplan“ der Landesregierung zu protestieren. Thorsten Schmale macht sich Sorgen. Er ist Tierhalter und Biobauer aus Leidenschaft. Hier im mittelhessischen Bischoffen-Roßbach hält er 150 Schafe, sechs Esel, zehn Ziegen und eine Handvoll Kühe. Die Tiere sind sein ein und alles. Doch immer seltener kann er nachts wirklich beruhigt schlafen. Grund dafür ist der Wolf, der auch in Hessen mehr und mehr sesshaft wird. Thorsten Schmale – Hirte aus Bischoffen-Roßbach „Also, die Vorstellung, ich käme zu meinen Eseln und die Esel sind schwerverletzt oder sogar tot, also das ist eine Vorstellung, das ist ein Albtraum. Und diese Gefahr nimmt stetig zu. Und dieses Märchen, ja, der Wolf geht nicht an Großtiere wie Kühe oder Esel oder Pferde, da kann ich mittlerweile gar nichts mehr dazu sagen, nur noch den Kopf schütteln.“ Bisher hatte Thorsten Schmale Glück. Gerissen hat der Wolf noch keines seiner Tiere. Doch er ist sich sicher, es ist nur noch eine Frage der Zeit. Das will er nicht akzeptieren und hat deshalb zum Protest aufgerufen. Rund 200 Menschen sind ihm heute in Gießen gefolgt. Anlass der Demo ist das heutige Treffen der „AG Wolf“, einem Beratungsgremium des Landes Hessen, das sich um drängende Fragen in Bezug auf den Wolf kümmert. Auch Vertreter der Weidetierhalter gehören dem Gremium an, aber sie fühlen sich nicht ausreichend gehört und unterstützt. Ein Vorwurf, den der Präsident des Hessischen Landesamts für Naturschutz und Umwelt so nicht stehen lassen will. Thomas Schmid – Präsident des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie „Die Weidetierhalter werden durch das Land Hessen sehr […]

  • Sturmtief Hendrik sorgt bei Rettungskräften für Dauereinsatz

    Sturmtief Hendrik sorgt bei Rettungskräften für Dauereinsatz

     Sturmtief Hendrik hat heute Nacht und am Morgen in Hessen und Rheinland-Pfalz gewütet und dabei an vielen Orten Chaos hinterlassen. In Mühltal im Kreis Darmstadt-Dieburg stürzt am Morgen ein Baum auf ein fahrendes Auto. Dabei durchbohrt ein Ast die Frontscheibe und verletzt den 58-jährigen Fahrer schwer am Bein. Egal wo man heute hinschaut, die Bilder ähneln sich. Auch in Griesheim bedecken umgestürzte Bäume, Äste und Laub viele Straßen. Mitten auf der Rheinbrücke bei Speyer bleibt ein LKW mit seinem Anhänger auf der Leitplanke liegen, nachdem er von einer Windböe erfasst wurde. Beide Fahrtrichtungen der A61 sind zwischenzeitlich voll gesperrt. Manfred Bock, Augenzeuge „Der fuhr praktisch zwischen mir und dem Sattelzug da, davor fuhr der Hängerzug und der ist wahrscheinlich leer denk ich und dann hier über die Brücke, wir sind mit 67 ungefähr gefahren und dann kam eine Böe und dann hat der abgehoben der Hänger, dann flog der richtig auf die Leitplanke und den zog er dann hinterher.“ In Hanau verletzt sich ein LKW-Fahrer leicht, nachdem er ebenfalls vermutlich durch Sturmböen die Kontrolle über sein Fahrzeug verliert und von der Bundesstraße abkommt. Chaos auch im Bahnverkehr, wie hier am Frankfurter Hauptbahnhof. Hunderte Reisende sind gestrandet, nachdem die Bahn den Fernverkehr in Nordrhein-Westfalen vorübergehend komplett einstellt. In Frankfurt misst der Deutsche Wetterdienst Windgeschwindigkeiten von bis zu 105 km/h. Auch der Nahverkehr ist hier zeitweise beeinträchtigt. Zumindest in Hessen und Rheinland-Pfalz konnte man aber bis zum Mittag wieder von der Ruhe nach dem Sturm sprechen.

  • Kritische Stimme zum Wiederaufbau im Ahrtal

    Kritische Stimme zum Wiederaufbau im Ahrtal

    Mehr als drei Monate ist das verheerende Hochwasser an Ahr und Co. her und noch immer sind die betroffenen Gebiete weit entfernt von Normalität. Viele Gebäude sind weiterhin nicht bewohnbar, einige wurden so stark beschädigt, dass sie abgerissen werden mussten. Fast alle Häuser dürfen aber wieder an selber Stelle aufgebaut werden, das besagt ein Erlass des Landes. Ein hohes Risiko, denn das nächste Hochwasser kommt bestimmt. Der Blick aus der Ferne lässt kaum erahnen, was sich hier in Dernau vor wenigen Monaten abgespielt hat. Das 1700-Seelen-Dorf am Fuße der Weinberge ist einer der am stärksten vom Hochwasser betroffenen Orte im Ahrtal. Fast neunzig Prozent der Gebäude wurden beschädigt. Wegziehen und woanders neu anfangen? Die meisten Dernauer denken gar nicht daran. Alfred Sebastian (CDU), Ortsbürgermeister Dernau: „Neunzig Prozent wollen auf jeden Fall hierbleiben. Es sind einige wenige, die einfach nicht mehr mit der Angst leben können, dass so eine Flut, so ein starkes Hochwasser uns wieder erreicht. Aber das sind die Ausnahmen.“ Die meisten Anwohner wollen ihre Häuser sanieren oder wiederaufbauen – und dürfen das auch. Das hat das Land Rheinland-Pfalz beschlossen. Obwohl ein Großteil der Gebäude im hochwassergefährdeten Gebiet liegt. Ein riskanter Plan, findet Hochwasser-Forscher Thomas Roggenkamp. Thomas Roggenkamp, Hochwasser-Forscher: „Aus Hochwasserrisikosicht ist es natürlich immer besser, dem Fluss möglichst viel Raum einzuräumen und möglichst viel Platz zu geben und der Platz ist einfach nicht mehr vorhanden im Ahrtal. Die meisten Gebiete, gerade im Mittel- und Unterlauf, sind fast vollständig besiedelt und gerade diese dichte Bebauung, die dichte Besiedlung sorgt natürlich auch eine erhöhte Gefahr, gerade was die Wasserstände angeht.“ Je dichter die Fläche besiedelt sei, desto mehr werde der Fluss aufgestaut und desto stärker steige folglich auch der Pegel. Am besten sei deshalb: In dem Gebiet, das immer wieder überschwemmt werde, keine Häuser mehr zu bauen. Doch wenn die […]

  • Lufthansa kritisiert Klimaschutzpläne der EU

    Lufthansa kritisiert Klimaschutzpläne der EU

    Diese Zahl hat es in sich: 55 Prozent weniger CO2-Emissionen bis zum Jahr 2030 – ein ehrgeiziges Ziel, dass sich die EU-Kommission gesetzt hat. Ihren Anteil dazu soll auch die Luftverkehrsbranche leisten. Doch von Deutschlands größter Airline, Lufthansa, kommt jetzt Gegenwind. Die Pläne wären für das Luftfahrtunternehmen zu teuer und würden massive Wettbewerbsnachteile bringen. 15 bis 20 Milliarden Euro Mehrkosten bis zum Jahr 2035 sollen die Pläne der EU-Kommission kosten. Zumindest rechnet das die Lufthansa aus. Der Konzern hält die Klimaschutzpläne der EU für ein Eigentor, denn die würden letztlich den Flugverkehr verlagern: Carsten Spohr, Vorstandschef Lufthansa „Wenn Tickets in Europa teurer werden und dann die Menschen den Umweg über Istanbul oder Dubai nehmen, steigt der CO2-Ausstoß und der Wirtschaftsstandort Deutschland wird geschwächt.“ Da ist zunächst der Kraftstoff, denn Kerosin ist eines der größten Probleme beim weltweiten CO2-Ausstoss. Daher will die EU die Fluglinien zur Beimischung von nachhaltigen Kraftstoffen verpflichten. Aber nur für Tankvorgänge innerhalb der EU. Das könnte den sogenannten Carbon-Leakage-Effekt fördern, das heiß, getankt würde in Ländern, in denen die Umweltauflagen weniger streng sind. Außerdem plant die EU eine Kerosinsteuer. Wie der Treibstoff für das Auto soll auch der Treibstoff für Flugzeuge in Zukunft beteuert werden. Die Lufthansa hält das für problematisch, weil außereuropäische Fluggesellschaften dann einen Marktvorteil hätten. Und schließlich sorgt die sinkende Zahl von CO2-Zertifikaten für Ungemach. Wenn Zubringerflüge innerhalb der Europäischer Union teurer werden, fördere das Flughäfen außerhalb der EU, wie zum Beispiel in Istanbul. Klar ist: Der Ausgleich von dringend notwendigen Klimaschutzmaßnahmen und global fairem Wettbewerb wird für die EU ein schwieriger Balanceakt.

  • Nasser Frühling vermasselt die Bilanz – Imker klagen über schlechte Honigernte

    Nasser Frühling vermasselt die Bilanz – Imker klagen über schlechte Honigernte

    Imkern liegt im Trend. In Hessen gibt es rund 65.000 Honigbienenvölker, die von Imkerinnen und Imkern betreut werden – Tendenz steigend. In einem normalen Jahr sammeln die fleißigen Tierchen dabei so viel Honig, dass die Imker mehr als 2.000 Tonnen davon ernten können, doch in diesem Jahr fällt die Bilanz ernüchternd aus. Hier herrscht nur noch wenig Flugverkehr. Die Bienenstöcke von Angelika und Klaus Gottschall sind bereits winterfest gemacht. Es ist das Ende eines harten „Bienen-Jahres“. Angelika Gottschall, Imkerin aus Weiterstadt „Also, wir selber haben so knapp die Hälfte des Honigertrages, den wir sonst haben. Bei der Kirschblüte war es zum Beispiel so, dass die Bäume ganz weiß waren voller Blüten und man schon gedacht hat: Wow, das wird ein super Bienenjahr. Da es aber Nachtfrost gab, hatten wir das Problem, dass die Kirschbäume erst ab 19 Grad Nektar produzieren und durch den Nachtfrost gab es dann eben so gut wie keinen Nektar. Teilweise sind sogar Bienenvölker verhungert, wenn sie nicht gefüttert worden sind von den Imkern.“ Kein Nektar bedeutet keinen Honig und kein Honig bedeutet für Biene und Imker eine schwere Zeit. Kälte, Nässe und der Vormarsch der parasitären Varroamilbe haben die Honigernte 2021 zu einer der schlechtesten der letzten 50 Jahre gemacht. Für Hobbyimker, wie Familie Gottschall ist das ärgerlich, für Berufsimker hingegen ist ein solches Jahr fatal. Auch die Imkerei Schießer aus dem Hochtaunuskreis hat dieses Jahr einen Ernteausfall von rund 50% zu beklagen. Patrick Pargolo, Imkerei Schießer „Bei uns ist es ja zum Glück kein Totalausfall, aber wir haben befreundete Imker, die haben komplette Ernteausfälle, die konnten dieses Jahr kein einziges Kilo Honig ernten. Und das schlägt sich natürlich dramatisch auf den Preis durch. Also der Honig wird ein paar Cent, wenn nicht ein paar Euro teurer werden.“ Ein schlechtes Jahr können die Betriebe überstehen. Sollten […]

  • Flutkatastrophe im Ahrtal – viele Probleme sind auch drei Monate danach noch nicht gelöst

    Flutkatastrophe im Ahrtal – viele Probleme sind auch drei Monate danach noch nicht gelöst

    Genau drei Monate ist es jetzt her, dass sich das Leben vieler Rheinland-Pfälzer über Nacht schlagartig verändert hat. Bei der Hochwasserkatastrophe kamen im Ahrtal und im Raum Trier insgesamt 134 Menschen ums Leben. Viele tausend Menschen verloren ihr Hab und Gut. Nach der Flutwelle folgte eine Welle der Solidarität. Doch die ebbt nun langsam ab. Und die Probleme der Betroffenen sind noch lange nicht gelöst. Erst die Wassermassen, dann die Verwüstung. Und jetzt die Angst vor dem Vergessen werden. Doch Wilhelm Hartmann bringt Hoffnung. Sofort nach der Flutkatastrophe hat der Gartenbau-Unternehmer aus Fulda  im Ahrtal ein Helferlager aufgebaut. Im sogenannten „Wilhelms-hafen“ bekommt man fast alles: Von Werkzeugen über Fenster bis hin zu Zement. Damit hilft Wilhelm Hartmann Betroffenen wie Heinz-Georg Hoffmann. Vor 3 Monaten hat er noch in diesem Fachwerkhaus gelebt. Doch das alte Gebäude wurde vom Wasser massiv beschädigt. Jetzt muss es provisorisch von Balken gestützt werden. Wilhelm Hartmann, Fluthelfer: „Die Feuchtigkeit muss unbedingt jetzt hier raus. Sobald der Frost nämlich kommt… genau, ja, ja genau… sobald der Frost nämlich kommt, dann platzt alles auseinander.“ An einen Wiedereinzug ist noch lange nicht zu denken. Derzeit wohnt der 64-Jährige in einem gespendeten Campinganhänger. Heinz-Georg Hoffmann, Anwohner: „Ich bin hier geboren und aufgewachsen und da möchte ich schon, dass man so soweit noch aufbauen kann. Wegziehen, warum. Das ist doch unsere Heimat.“ Das Schicksal von Heinz-Georg Hoffmann ist nur eines von vielen, die sich hinter der offiziellen Schadensbilanz verbergen. Die Behörden gehen im Ahrtal von rund 42.000 Flutopfern aus. Die Wassermassen haben dort über 3000 Gebäude zerstört, darunter auch viele Krankenhäuser, Schulen und Kindertagesstätten. 180 Kilometer Verkehrswege und 62 Brücken sind beschädigt oder weggerissen. Viele Leitungen für Strom, Wasser und Gas sind kaputt. Bis jetzt haben die Helfer rund 300.000 Tonnen Müll abtransportiert. Aber viele Bewohner wollen für immer aus dem […]

  • 3 Monate nach der Flutkatastrophe im Ahrtal – im Interview: Cornelia Weigand

    3 Monate nach der Flutkatastrophe im Ahrtal – im Interview: Cornelia Weigand

    Über die Situation vor Ort im Ahrtal sprechen wir mit der Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Altenahr, Cornelia Weigand. Eva Dieterle, Moderatorin: Frau Weigand, geben Sie uns zu Beginn bitte einen kurzen Überblick. Wie würden Sie die aktuelle Lage beschreiben? Cornelia Weigand, parteilos, Bürgermeisterin Verbandsgemeinde Altenahr: Aktuell ist es ganz viel geräumt von dem ganzen Schutt, was da war. Die meisten Häuser, die betroffen sind, sind entweder leider abgerissen oder entkernt, je nachdem, wie es da weitergehen kann. Und jetzt beginnt die Phase des Bautrocknens und des Wiederaufbauens. Und da braucht es jetzt auch Gelder. Die Anträge müssen gestellt werden, die Firmen müssen gefunden werden, das Material muss gefunden werden. Und insofern kehrt an manchen Stellen – nicht überall – so ein bisschen Ruhe auf den Straßen ein, weil das eben jetzt, ich sag‘ mal vorsichtig, der Teil mit auch viel Planung dahinter ist. Wir sind froh, dass wir so weit sind, aber für jeden anderen ist es eine unterschiedliche Kraftanstrengung und es liegt einfach noch ganz ganz viel Strecke vor uns. Aber die Privaten und auch die Firmen, die im eigenen, in der eigenen Substanz wieder aufbauen dürfen und auch aufbauen wollen, die sind jetzt auch auf dem Weg und oft auch, glaube ich, auf einem guten Weg. Sie sind viel im direkten Kontakt mit den betroffenen Menschen. Das sind mit Sicherheit Gespräche zwischen Verzweiflung und Hoffnung. Wie gehen Sie damit um? Weigand: Ich glaube, das ist einfach auch gut, dass ich viele verschiedene Stimmen höre. Weil es sind einfach viele tausend Menschen betroffen und damit gibt es ganz viele unterschiedliche Lebenssituationen, in denen die Menschen davon ereilt worden sind und natürlich auch ganz unterschiedliche Mechanismen, damit umzugehen. Und an der einen oder anderen Stelle gibt es dann vielleicht die Möglichkeit, entweder direkt noch eine Unterstützung zu liefern oder einfach auch […]

  • Senckenberg Institut untersucht invasive Arten

    Senckenberg Institut untersucht invasive Arten

    Eingewanderte Tier- und Pflanzenarten, die bei uns ursprünglich nicht heimisch sind, richten jedes Jahr beträchtliche Schäden an. Ein internationales Forscherteam hat nun berechnet, dass sich die Kosten in den vergangenen 60 Jahren in ganz Europa auf über 115 Milliarden Euro belaufen haben. Mitgeforscht haben auch Wissenschaftler vom Frankfurter Senckenberg Institut. Sie zeigen: Invasive Arten sind ein Problem, das direkt vor der Haustür anfängt. Dr. Phillip Haubrock greift im Instituts-Keller ganz tief ins Wasserbecken. Phillip Haubrock, Biologe Senckenberg Institut Gelnhausen „Das hier sind invasive Signalkrebse, eine nordamerikanische Krebsart, die in Deutschland invasiv ist. Die Schäden sind mannigfaltig, wir reden von Schäden in Gewässern und ökologischen Folgeschäden. Die sind gut zu erkennen an den unten rot gefärbten Scheren mit dem leicht bläulichen Touch. Dazu der weiße Fleck auf den Scheren selbst. Sind relativ groß, vergleichbar der Größe zu unserem heimischen Edelkrebs, ind deutlich aggressiver, wachsen schneller und sind sehr sehr reproduktionsfähig.“ Gefunden hat Philipp Haubrock – zusammen mit seinen Töchtern Ilaria und Sophia – den Krebs dort, wo man ihn eigentlich gar nicht finden dürfte: Hier in der Kinzig, die nur wenige Meter hinter der Senckenberg-Außenstelle in Gelnhausen vorbeifließt. Ein invasiver, also ein hierher eingewanderter Krebs – der Probleme verursacht. Phillip Haubrock, Biologe Senckenberg Institut Gelnhausen „Ist der Signalkrebs einmal im Gewässer eingebracht, kann es passieren, dass er Pathogene oder Viren, Krankheitserreger, die er mit sich bringt, in das Gewässer mitnimmt und dort heimische Krebse befallen werden, die dann sterben. Andererseits kommt es natürlich zum Wettkampf zwischen heimischen und nicht heimischen Krebs. Und der nicht heimische Krebs ist oft konkurrenzstärker und verdrängt den heimischen Krebs. Diese Schäden mögen nicht relevant sein für jedermann, aber sie verändern die ganzen Gewässer, die trophischen Veränderungen, die Interaktion zwischen Tieren. Die Nahrungskette wird maßgeblich durch nicht heimische Arten verändert.“ Bleibt noch die Frage: Wie kommen fremde […]

  • „Flutwein“-Initiative im Ahrtal sorgt für Spenden in Millionenhöhe

    „Flutwein“-Initiative im Ahrtal sorgt für Spenden in Millionenhöhe

    Während es für die meisten deutschen Winzer mit der Lese jetzt richtig losgeht, gibt es für die Betriebe im Ahrtal weniger Grund zur Freude. Jetzt, in der wichtigsten Zeit des Jahres, haben viele keine Maschinen mehr, um ihre Trauben zu ernten und zu verarbeiten – wenn das Weingut denn überhaupt noch steht. Über das Projekt „Flutwein“ ist dank rund 47.000 Unterstützern eine ordentliche Summe Spenden zusammengekommen. Verschlammte Weinflaschen als Dankeschön für die Spenden. Mit dem sogenannten „Flutwein“ haben Peter Kriechel und Daniel Koller fast 4,5 Millionen Euro gesammelt. Das Geld soll den mehr als 50 betroffenen Weingütern beim Wiederaufbau helfen. Bis zu 80 Prozent der Kosten für den Wiederaufbau will der Staat übernehmen. Peter Kriechel, Initiator „Flutwein“ „Überwältigend. Also wir haben vielleicht mit viel gerechnet, aber mit dem, was da passiert ist, definitiv nicht. Die Zahl der Unterstützer ist für uns sehr sehr wichtig. Das habe ich auch immer wieder kommuniziert: Es gibt Hoffnung, da sind Leute, die denken an uns und wir werden nicht vergessen. Und das ist vielleicht sogar noch viel viel mehr wert als im ersten Augenblick die große Summe Geld, die wir natürlich auch dringend benötigen.“ Bis zu 80 Prozent des Aufbaus will der Staat übernehmen. Darüber hinaus sollen die „Flutwein“-Spenden den Winzern unter die Arme greifen. Doch bei der Auszahlung gibt es Probleme, die die Gemeinnützigkeit kosten könnten. Daniel Koller, Aktion „Flutwein“ „Wenn wir dieses Geld Unternehmen auszahlen wollen, und zwar nicht nur wir, sondern alle NGOs, müssten wir uns eigentlich da durch Grauzonen antasten. Denn der Katastrophenerlass verbietet im Moment, aufgrund der mildtätigen Zwecke, die Ausschüttung dieser Spenden an ein Unternehmen. Wir können im Moment nur an Privatpersonen ausschütten.“ Hinzu kommt: Wenn die Initiatoren die Spenden vor den staatlichen Hilfen an die Betriebe weitergeben, wird das Geld verrechnet. Deshalb zahlen sie erst einmal nur […]

  • Luchse im Pfälzerwald wieder angesiedelt

    Luchse im Pfälzerwald wieder angesiedelt

    Lange gab es keine Luchse mehr bei uns in den Wäldern. Die Großkatzen waren ausgerottet. Doch mittlerweile gibt es in einigen Bundesländern wieder eine Population der Raubtiere mit den auffälligen Ohren. Auch in Rheinland-Pfalz. Im Pfälzerwald startete vor sechs Jahren ein EU-Projekt zur Wiederansiedlung des Luchses. Das Projekt ist jetzt beendet. Wir haben mal nachgefragt, ob es dem Luchs wohl gefällt im Pfälzerwald. Kaja ist die allererste Luchsdame, die Anfang August 2016 in den Wald sprintet. Am selben Tag werden auch Luna und Lucky ausgewildert. Der Luchs gilt als bedrohte Tierart. Durch das EU-Projekt soll die Katze bei uns wieder heimisch werden. Im Pfälzerwald hat sie früher gelebt. Sylvia Idelberger, Leiterin des Luchsprojekts „Wir sind schon zufrieden mit dem Ergebnis des Projekts. Wir hatten schon im ersten Jahr nach den ersten Freilassungen Nachwuchs und dann jedes Jahr wieder. Insgesamt waren es jetzt 18 Jungtiere, die wir nachweisen konnten, mindestens, und die Luchse haben sich ausgebreitet, haben Lebensräume, neue Reviere erschlossen.“ Insgesamt sind 20 Luchse ausgewildert worden. Sie haben sich im gesamten Biosphärenreservat Pfälzerwald verbreitet. Und sie sind noch weiter gezogen. Über die Grenze nach Frankreich. In den Vogesen konnte in diesem Jahr der erste Luchsnachwuchs seit dem 17. Jahrhundert dokumentiert werden. – Es lässt sich relativ gut nachverfolgen, wo sich die Tiere aufhalten. Syliva Idelberger, Stiftung Natur und Umwelt „Wir haben verschiedene Möglichkeiten, das Verhalten der Tiere zu begleiten. Einmal über die GPS-Sendehalsbänder, die sie tragen, wo sie über ein bis zwei Jahre Daten senden. Das haben wir auch auf unserer Homepage veröffentlicht, damit die Leute begleiten können, oder gucken können, wo sich die Tiere aufhalten.“ Alle ausgewilderten Luchse kommen aus den slowakischen Karpaten und der Schweiz. Dort sind sie betäubt und mit einem GPS-Sendehalsband ausgestattet worden. Auch Jäger, Naturschützer und Weidetierhalter sind am Luchsprojekt beteiligt. Wenn eine der Raubkatzen […]

  • Der Rhein und die Kunst

    Der Rhein und die Kunst

    Einer der längsten Flüsse Europas fließt auch durch Rheinland-Pfalz und Hessen und hat Künstler längst vergangener Zeiten beeindruckt. Ganz besonders die Kunst-Epoche der Romantik wurde stark vom Rhein beeinflussen. Der Kulturphilosoph Friedrich Schlegel bezeichnete ihn einst als „ein in sich geschlossenes Gemälde und überlegtes Kunstwerk“. Doch was ist von der Rheinromantik geblieben? Das sehen wir jetzt in einem weiteren Teil unserer Serie „Rheinblicke“. O Ton Klaus Klein, Kunstspektrum Bingen „Der Rhein ist ein Fluss, der Landschaften formt, der Menschen formt. Und er war schon immer ein Strom, der die Kunst intensiv beeinflusst hat.“ Der Rhein und die Kunst. Eng verbunden über die Romantik. Als William Turner und Friedrich Hölderlin im 18. und 19. Jahrhundert durch das Mittelrheintal reisten und mit ihren Berichten und Gemälden eine ganze Epoche prägten. Die Romantik. Aber: Gibt es die Rheinromantik heute noch? Und wenn ja, wie sieht sie aus? Diese Frage stellte sich Klaus Klein, als er den berühmten Mäuseturm bei Bingen malte. Er gilt als ein Symbol des romantischen Mittelrheintals. Schnell wurde ihm aber klar: Klaus Klein, Kunstspektrum Bingen „Ich hab zwar Lust auf Romantik, aber keinen Bock auf Mäuseturm, weil er einfach zu platt ist. Er ist ein großes Symbol aber er ist nicht das, was man sucht, weil, wenn hier schönes Wetter ist und Niedrigwasser ist, dann laufen Hunderte von Menschen in den Mäuseturm rein und dann ist Schluss mit der Romantik.“ Mit diesem Gedanken startete er mit Künstlerkollegen vom „Foto-Club Koblenz“ das Projekt „Rhein!Romantik?“ und setzte ein großes Fragezeichen dahinter. Die Künstler zeigen Bahngleise, Niedrigwasser, Containerschiffe und Massentourismus. Sie gehören zum Alltag des Mittelrheintals. Doch die Romantik Turners spiegeln sie nicht wieder. Das Mittelrheintal hat sich verändert. Klaus Klein, Kunstspektrum Bingen „Das sind die Dinge, wo die Romantik massiv gestört ist. Wo man sie nicht sieht, wo man sie nicht hört, […]

  • Bundespräsident Steinmeier besucht das Ahrtal

    Bundespräsident Steinmeier besucht das Ahrtal

    Fast drei Monate nach der verheerenden Flut-Katastrophe im rheinland-pfälzischen Ahrtal hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Sonntag die Region besucht. An seiner Seite waren auch die stellvertretende Ministerpräsidentin des Landes, Anne Spiegel, und Innenminister Roger Lewentz. Zusammen liefen sie durch die Straßen mehrerer Ortschaften, zum Beispiel durch Ahrweiler und Mayschoß, wo bei der Überflutung Mitte Juli auch Menschen ums Leben kamen. In Gesprächen mit Anwohnern erneuerte Steinmeier sein Versprechen, dass der Staat die Menschen nicht im Stich lassen werde. Frank-Walter Steinmeier, Bundespräsident: „Und wenn wir heute an einem sonnigen Tag durch Ahrweiler gehen, ist die Erinnerung an die Flut überhaupt nicht verblasst. Aber es wird deutlich, wie viel Arbeit auch noch vor uns liegt bis zum Wiederaufbau dessen, was zerstört worden ist. Das verlangt nicht nur Geduld, sondern von den Menschen hier vor allen Dingen ganz viel Kraft, die jetzt im Winter, wahrscheinlich viele von ihnen, ihre Häuser gar nicht bewohnen können.“ Derzeit gibt es vielerorts weder funktionierende Heizungen noch warmes Wasser.