Natur

  • Das Ahrtal wählt einen neuen Landrat

    Das Ahrtal wählt einen neuen Landrat

    Selten hat eine Landratswahl in Deutschland für so viel Aufmerksamkeit gesorgt wie die am Sonntag im Ahrtal. Der ehemalige Landrat war zurückgetreten, weil direkt nach der Flutkatastrophe Kritik am Krisenmanagement laut wurde. Jetzt am Sonntag – ein halbes Jahr später – steht die Wahl eines neuen Landrats an. Als Favorit gilt vielen der erste Kreisbeigeordnete Horst Gies, der den ehemaligen Landrat bereits seit August in seinen Aufgaben vertritt. Gies ist hier geboren und nicht nur im Ahrtal gut vernetzt. Bereits seit 2011 repräsentiert er den Kreis auch im Rheinland-Pfälzischen Landtag. Horst Gies, CDU, Erster Kreisbeigeordneter Landkreis Ahrweiler „Ich habe immer gesagt, das ist meine Heimat, das ist unser kleines Paradies. Und das ist eben am 14. 07. zerstört worden. Und ich sehe darin jetzt wirklich die Verpflichtung und wirklich die Aufgabe und den Antrieb vom innersten her, das jetzt wieder aufzubauen, was unsere Vorfahren, unsere Eltern und Großeltern nach dem Krieg wieder aufgebaut haben. Und jetzt ist es unsere Aufgabe wieder aufzubauen, für die nach uns kommenden Generationen.“ Auch Cornelia Weigand will ihr Augenmerk auf den Wiederaufbau legen. Die 50-Jährige, die seit 2019 parteilose Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Altenahr ist, beklagt vor allem die langsame Auszahlung der Hilfsgelder und die mangelnde Koordination der wichtigsten Aufgaben. Doch sie stellt sich auch zur Wahl, um die Region für die Zukunft fit zu machen. Cornelia Weigand, parteilos, Bürgermeisterin Verbandsgemeinde Altenahr „Wir werden auf dem Land auch immer weiter Probleme bekommen in der medizinischen Versorgung, da werden wir weitere Konzepte brauchen. Und natürlich ist auch nach der Katastrophe das Thema Nachhaltigkeit ein ganz wichtiges: Wie sieht bei uns tatsächlich die Energiewende aus, wie können wir es schaffen, auch die dazugehörige Mobilitätswende hinzubekommen? Ganz viele verschiedene Themen; einige sind vielen Landkreisen bekannt, andere sind eine Besonderheit aufgrund der Tatsache, dass wir hier auch heilen müssen und […]

  • Neue Chefin im Frankfurter Zoo

    Neue Chefin im Frankfurter Zoo

    Sie kennt alle 4500 Tiere im Frankfurter Zoo beim Namen. Die Tierärztin Christina Geiger wird am 15. Februar als neue Direktorin des Zoos die Nachfolge von Miguel Casares antreten. Die 42-Jährige kennt den Frankfurter Tierpark aus dem Effeff, weil sie dort seit fast 15 Jahren im Bereich Tiermedizin angestellt ist. Christina Geiger, designierte Direktorin Zoo Frankfurt „Als Tierarzt ist man mit allen Bereichen des Zoos sehr verbunden. Man hat wirklich mit allen Bereichen des Zoos zu tun und kriegt Einblicke und hat dann natürlich auch zunehmend den Drang zu sagen, ich möchte gerne selber mehr Einfluss darauf nehmen, wie sich hier alles entwickelt. Und ich freue mich natürlich sehr, dass ich dafür jetzt die Chance bekommen werde.“ Christina Geiger will den Frankfurter Zoo künftig weiterentwickeln. Ein erster Schritt seien neue Gehege und mehr Platz für die Tiere.

  • Unterricht auf dem Bauernhof

    Unterricht auf dem Bauernhof

    Wie kommt das Ei auf den Tisch? Solche und ähnliche Fragen werden auf den Schulbauernhöfen beantwortet – von denen es nur wenige in Deutschland gibt. Einer ist im südpfälzischen Annweiler. Kinder durchlaufen dort einen ganzen Kreislauf – von der Nahrungsmittelherstellung bis zum Supermarkt. Hier wird verkauft – hier wird gebacken – das gibt Kräuterteemischungen – Apfelringe sind auch im Angebot. Wir sind auf Gut Hohenberg, einem Schulbauernhof, den die Annweiler Montessori Schule vor eineinhalb Jahren übernommen hat. Kerstin Wallinda, Projektleiterin Gut Hohenberg „Die Schüler, die kommen regelmäßig über drei Monate einmal in der Woche hierher, einen ganzen Tag, und die überlegen dann auch mit, zum Beispiel einmal, was kann es für Produkte für den Hofladen geben? Wir schauen dann im Garten, was wächst gerade, was gibt es gerade auf dem Feld?“ Jetzt im Winter ist die Auswahl auf dem Feld eher übersichtlich. Nicht nur Montessori-Schüler, alle Schulen aus ganz Deutschland können hier ihre Klassenfahrten verbringen. Erst mal darf sich jeder einen Bereich aussuchen, den er heute gerne machen würde. Jule und Mia mahlen Mehl. Selbstverständlich vom hofeigenen Getreide. Jakob und Luc haben sich für die Backstube entschieden. Schoko- und Nerven- und Energiekekse wollen die 13-Jährigen zubereiten. Auch sie benutzen viele Zutaten vom Hofgut. Natürlich werden die Schüler nicht alleine gelassen. Jede Station wird durch eine Lehrkraft betreut. „Macht euch eine Rolle und dann könnt ihr die einfach mit der Teigplatte so runterstechen.“ Joshua, Max und Jan-Lucca brauchen musikalische Unterstützung beim Arbeiten. Sie bereiten aus übriggebliebenen Lageräpfeln Apfelringe zu. Jan-Lucca, Schüler „Es ist halt was anderes wie Schule. In der Schule sitzt man am Tisch und lernt was. Und das ist einfach mal eine Abwechslung zu haben.“ Die getrockneten Apfelringe sollen später im Hofladen verkauft werden. Für die entsprechende Verpackung sind Konstantin und Marvin zuständig. Jeder Schüler ist so an den […]

  • Dannenröder Forst: Berufungsprozess gegen „Ella“

    Dannenröder Forst: Berufungsprozess gegen „Ella“

    Im Zusammenhang mit den rechtswidrigen Protesten gegen den Ausbau der A49 im Dannenröder Forst hat heute ein Berufungsverfahren begonnen. Die Angeklagte sitzt seit 14 Monaten in Untersuchungshaft. Sie war unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Dagegen legte sie Berufung ein. Heute wurde der Fall vor dem Landgericht Gießen erneut verhandelt. Auch zum Auftakt des Berufungsprozesses hält die Angeklagte ihre Identität weiterhin geheim. Sie wird deshalb wie schon zuvor als „Unbekannte weibliche Person 1“ geführt und vor Gericht der Einfachheit halber „Ella“ genannt. Weil sie bei der Räumung des Dannenröder Forstes einen Polizisten schwer verletzt und in Lebensgefahr gebracht haben soll, war die Autobahn-Gegnerin im Juni vergangenen Jahres vom Amtsgericht Alsfeld zu zwei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Dagegen hatte sowohl die Verteidigung als auch die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt. Mareen Fischer, Staatsanwaltschaft Gießen „Anlass der Berufung der Staatsanwaltschaft war, grob zusammengefasst, dass nach Auffassung der Staatsanwaltschaft durch das Amtsgericht Alsfeld in der erstinstanzlichen Entscheidung nicht alle Strafzumessungsgesichtspunkte, die nach Auffassung der Staatsanwaltschaft hätten berücksichtigt werden müssen, auch berücksichtigt wurden.“ Waltraud Verleih, Verteidigerin „Das ist mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Selbst wenn die Beweisaufnahme bestätigen würde, dass Schuldfeststellungen zu treffen sind, muss das Strafmaß korrigiert werden.“ Die Staatsanwaltschaft fordert weiterhin zwei Jahre und sechs Monate Haft für Ella – die Verteidigung wird wohl erneut auf Freispruch plädieren. Vor dem Gießener Landgericht wird der Fall noch einmal neu aufgerollt. Denn es sind Videoaufnahmen aufgetaucht, die die Angeklagte entlasten könnten: Danach soll – so die Verteidigung – die Gewalt bei der Räumungsaktion zuerst von den beiden Beamten eines Spezialeinsatzkommandos ausgegangen sein, die grundlos auf die Baumbesetzerin eingeschlagen hätten. Anders als im ersten Prozess hat sich die Angeklagte heute erstmals selbst zu Wort gemeldet. Nachdem die Polizisten ihr Sicherheitsseil gekappt und auf sie eingeschlagen hätten, […]

  • Heizung aus Kuhfladen

    Heizung aus Kuhfladen

    Wegen des Klimawandels müssen fossile Brennstoffe früher oder später vom Energiemarkt verschwinden, sagen Experten. Doch Not macht ja bekanntlich erfinderisch. Dank kluger Köpfe gibt es mittlerweile viele Wege, Energie auch umweltfreundlich zu gewinnen. Ein junger Landwirt aus dem hessischen Bimbach hatte dazu eine einfache, aber geniale Idee: eine Heizung, die von Kuhfladen betrieben wird. Erst muss was rein, damit später wieder was raus kommt. Das Ergebnis: Schön warm, rund 37 Grad. Lukas Stock nutzt diese Wärme, um die angrenzenden Räume zu heizen. Der Landwirt aus Bimbach und seine Familie haben einen Rindfleischbetrieb. Aktuell sind es 60 Kühe und ebenso viele Kälber. Als die Stocks ihren neuen Stall gebaut haben, ließ Lukas Wasserrohre in den Betonboden verlegen. Das Prinzip Kuhfladenheizung war geboren. Lukas Stock, Erfinder der „Kuhfladenheizung“ „Die Kühe liegen ja da drin, morgens und abends wird’s eingestreut, dann scheißen sie auch mal rein und ihre Hinterlassenschaft ist ja auch warm. Und dann fängt der Mist an und gärt und bei der Gärung entsteht die Wärme und die Wärme heizt den Beton auf und da sind ja unsere Leitungen drin mit Wasser und das Wasser erwärmt sich durch die Hitze von dem Mist.“ Die Rohre laufen unter dem gesamten Stallboden entlang bis in den Betriebsraum und die Küche. Hier gibt das Wasser die Wärme als Fußbodenheizung wieder ab. Lukas Stock, Erfinder der „Kuhfladenheizung“ „Durch den warmen Mist werden draußen in den Rohren das Wasser erwärmt und dann pumpt die Pumpe, was hier im Technikraum ist, pumpt das warme Wasser hierher und erwärmt hier den Technikraum. Momentan haben wir um die 20 Grad, das könnte aber auch noch höher bis auf 25 Grad hochgehen.“ Die Idee ist Lukas beim Ausmisten im alten Stall gekommen. Ihm ist aufgefallen, dass der Betonboden auch eine halbe Stunde danach noch gedampft hat. Diese Wärme könnte man […]

  • Ein halbes Jahr nach der Flutkatastrophe

    Ein halbes Jahr nach der Flutkatastrophe

    Heute vor sechs Monaten kam die Flut. Die Wassermassen waren nicht aufzuhalten. Brücken wurden weggerissen, Häuser weggeschwemmt. Mehr als 180 Menschen verloren ihr Leben. Das Ahrtal im Norden von Rheinland-Pfalz traf es besonders hart. Orte wie Schuld, Mayschoß oder Rech erlangten traurige Bekanntheit. Wie geht es den Menschen im Ahrtal ein halbes Jahr später? Eine Reportage aus dem Katastrophengebiet. Das Ahrtal – immer noch eine Baustelle. Rech an der Ahr. Hier hat es die berühmte Nepomuk-Brücke weggerissen. Hier standen mal Sportanlagen. Die Bewohner rühren Beton an. Peter Schatz hängt dauernd am Telefon. Er arbeitet 13, 14 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, um seine Gaststätte wieder auf Vordermann zu bringen. Peter Schatz, Gaststättenbetreiber aus Rech „Handwerker koordinieren, Material besorgen, gucken, dass die Lieferungen rechtzeitig klar kommen, an Land kommen, weil das momentan schon ein Riesenproblem ist. Materialverknappung auch schon vor der Flut hier ein allseits bekanntes Thema und jetzt wird es nochmal ein bisschen dramatischer.“ So sah es vor einem halben Jahr hier aus. Draußen Verwüstung, drinnen Zerstörung. In der Flutnacht wurde das Haus von den Wassermassen umspült. Peter Schatz und seine Familie konnten sich ins Obergeschoss retten. Peter Schatz, Gaststättenbetreiber aus Rech am 21.07.2021 „War die schlimmste Nacht meines Lebens. Das würde ich meinem ärgsten Feind nicht wünschen. Also, das war…wir sind froh, dass wir hier stehen. Haben zwar die komplette Lebensgrundlage verloren,a aber wir gucken nach vorne und versuchen es irgendwie wieder aufzubauen.“ Dazu warten Peter Schatz und viele andere im Ahrtal weiterhin auf die angekündigten Hilfen vom Staat. Schnell und unbürokratisch sollten sie fließen. Aber: Die seitenlangen Anträge sind kompliziert, die Bearbeitung zieht sich hin. Peter Schatz, Gaststättenbetreiber aus Rech „Ist schon schwierig. Aber wir haben ja die Erfahrung mit den Corona-Hilfen schon gemacht. Das war auch schnell und unbürokratisch angekündigt, und relativ lange drauf gewartet. […]

  • Im Interview: Andreas Geron, Bürgermeister von Sinzig

    Im Interview: Andreas Geron, Bürgermeister von Sinzig

    Eva Dieterle spricht mit einem, der selbst unmittelbar betroffen war, über das Horrorszenario und die Folgen. Eva Dieterle, Moderatorin: Guten Tag. Andreas Geron, parteilos, Bürgermeister Sinzig: Guten Tag. Dieterle: Herr Geron, Sie haben engen Kontakt zu vielen anderen Betroffenen. Wie traumatisiert ist Ihre Stadt ein halbes Jahr danach? Geron: Ja, also eine Frage, auf die man schwer pauschal und generell eine Antwort geben kann. Die Menschen, viele Menschen waren stark in den ersten Tagen, Wochen und Monaten, haben sich quasi in einem Hamsterrad befunden, haben gearbeitet, die Flut Folgen beseitigt, und jetzt, im Laufe der dunkleren Monate, merkt man, wie sehr es die Menschen in unserer Region betroffen hat. Ich merke das auch an mir selbst. Wir haben in den vergangenen Wochen praktisch jeden Tag auch privat über die Folgen der Flut gesprochen und die Zerstörung ist einfach einfach gigantisch. Wenn man vor Ort ist. Man wird immer wieder erinnert an das, was geschehen ist. Die persönliche Verarbeitung ist noch lange nicht abgeschlossen. Dieterle: Versetzen wir uns zeitlich nochmal zurück. Es hat Warnungen vor dem Hochwasser gegeben, auch eine Krisensitzung in Sinzig in der Nacht davor. Wie konnte diese Katastrophe in diesem Ausmaß trotzdem passieren? Stellen Sie sich diese quälende Frage auch heute noch? Geron: Ja, auf jeden Fall, und es gibt ja dann auch die entsprechenden Gremien auf Landesebene, die die Ereignisse der Nacht aufarbeiten. Ich muss Ihnen sagen, wir hatten kaum Informationen im Ort, das Handynetz ist dann zusammengebrochen, es gab keinen Strom, kein Internet. Wir wussten nicht, was flussaufwärts passiert. Und es sei auch mal klar gesagt: Es gab auch keine Modellberechnungen, was bedeuten sechs, sieben Meter Pegel ahraufwärts für Sinzig, wo das Tal wieder breiter wird? Welche Regionen werden dann überflutet? Da gab es keine Erfahrungswerte. Hinzu kommt dann, dass das Szenario mit den Brücken, den […]

  • Ministerpräsidentin Dreyer besucht das Ahrtal

    Ministerpräsidentin Dreyer besucht das Ahrtal

    Ein halbes Jahr ist es nun her, dass eine gewaltige Flutwelle das Ahrtal erfasste – und eine Schneise der Verwüstung hinterließ. In Rheinland-Pfalz verloren dabei 135 Menschen ihr Leben. Rund 8.800 Gebäude wurden teilweise stark beschädigt. Heute hat sich die Landesregierung in Schuld über den Stand der Wiederaufbauarbeiten informiert. Der kleine Ort an der Ahr wurde von der Flut besonders stark getroffen. Schuld am 14. Juli vergangenen Jahres. Die 660-Einwohner-Gemeinde droht geradezu in den Wassermassen zu versinken. In den Tagen danach zeigt sich: Viele Häuser sind zerstört, manche wurden einfach weggespült. Aufgerissene Straßen und Berge von Trümmern. Nur wie durch ein Wunder kommt hier in Schuld niemand ums Leben. Nach den Aufräumarbeiten beginnt der Wiederaufbau der Ortsgemeinde im Landkreis Ahrweiler. Doch auch ein halbes Jahr nach der Flut gibt es hier viel zu tun. Hotels, Restaurants und Geschäfte bleiben geschlossen. Wo einst diese Bäckerei stand, herrscht nun gähnende Leere. „Ja, ist ja kein Geschäft mehr da. Ist ja alles weg. Bäckerei ist weg, Metzgerei, der Laden ist weg. Nichts mehr da. Die Pizzeria ist nicht mehr da. Also, wo soll man noch hingehen? Wir müssen für alles nach Adenau fahren.“ „Gut, ich bin seit 20 Jahren Rentner und mache jeden Abend meinen Spaziergang durchs Dorf. Und seit einem halben Jahr mache ich das auch weiter. Nur, es ist jedes Mal, wenn ich heimkomme, richtig deprimierend.“ „Wir wären ja schon froh, wenn jetzt die Straßen ein bisschen gemacht werden. Jetzt in der Matsche, wir stehen ja nur noch hier in der Matsche rum.“ Ministerpräsidentin Malu Dreyer macht sich heute vor Ort ein Bild der Lage. Und gibt sich betont optimistisch. Malu Dreyer, SPD, Ministerpräsidentin Rheinland-Pfalz „Wie das hier aussah, das ist ja gar nicht zu beschreiben. Und was inzwischen geleistet worden ist, das ist ganz wunderbar. Und ich glaube, ich darf […]

  • Beim Wiederaufbau im Ahrtal läuft nicht alles rund

    Beim Wiederaufbau im Ahrtal läuft nicht alles rund

    Das Jahr 2021 werden die Menschen im Ahrtal wohl als eines der schlimmsten in ihrem Leben in Erinnerung behalten. Die Nacht vom 14. auf den 15. Juli – es ist die Nacht, in der im Ahrtal die Welt buchstäblich untergeht. Und es ist die Nacht, die das Leben Tausender Menschen für immer verändert. Die Dimension der Zerstörung: unvorstellbar. Diese Bilder wollen die Menschen im Ahrtal in diesem Jahr hinter sich lassen. Der Wiederaufbau steht im Fokus. Anlässlich ihrer Klausurtagung ist die CDU Rheinland-Pfalz in die Flutregion gefahren, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Wir starten in einem Weingut in Bad-Neuenahr Ahrweiler. In diesen Fässern lagert die ganze Hoffnung des Weinguts Kriechel: der Jahrgang 2021. Doch bis hierhin war es für Winzer Peter Kriechel und seine Kollegen ein steiniger Weg. Fast zehn Prozent der Reben sind zerstört oder durch den kontaminierten Schlamm unbrauchbar geworden. Allein für die Weinwirtschaft wird der Schaden durch die Flut auf 400 Millionen Euro geschätzt. Peter Kriechel, Winzer „Man muss wissen, bei vielen Kollegen ist alles zerstört, bedeutet: Es gibt kein Fass mehr, keine Flaschen mehr, da ist nichts mehr da im Lager und dadurch freut man sich natürlich dann, dass das einzige Kapital, das viele hatten, der Herbst und die Lese 2021, jetzt im Keller ist und dann hoffentlich irgendwann auf die Flasche kommt, damit wir wieder unsere Kunden bedienen können. Das ist, worauf wir uns enorm freuen, ja.“ Doch gerade finanziell hakt es noch an vielen Stellen. Bei der Spendenaktion Flutwein, die der Winzer mit seinem Kollegen Daniel Koller ins Leben gerufen hatte, kamen zwar 4,5 Millionen Euro zusammen. Auszahlen konnten sie das Geld aber bis heute nicht, erzählt er dem Fraktionsvorsitzenden der CDU Rheinland-Pfalz, Christian Baldauf. Christian Baldauf, Fraktionsvorsitzender CDU Rheinland-Pfalz „Es ist schlimm genug, dass dieses Geld nicht weitergeleitet werden […]

  • Stachelige Überraschung für Tiere im Landauer Zoo

    Stachelige Überraschung für Tiere im Landauer Zoo

    Steht Ihr Weihnachtsbaum auch noch? Viele haben ihren Baum bis zum Dreikönigstag – also bis morgen – im Wohnzimmer stehen und dann ist Schluss mit der Weihnachtsdeko. Wohin aber mit dem Baum? Zum Beispiel in die Zoos. Dort stehen im Januar Weihnachtsbäume auf dem Speiseplan. Auch so im Landauer Zoo. Jaqueline wittert Gutes! Es gibt nadelige Köstlichkeiten. Ausgediente, abgeschmückte Weihnachtsbäume vom Landauer Nikolausmarkt. Tierpflegerin Nancy Kossmann bringt Nachschub in das Dromedargehege. Was wir in diesen Tagen raus vor die Tür zum Abholen stellen, ist hier heiß begehrt! Christina Schubert, Zooverwalterin Landau „Tatsächlich ist es für die schon ein Leckerfutter. Grundsätzlich gehören die Dromedare zu den Tierarten die das tatsächlich auch gerne fressen, denen das gut schmeckt.“ Jaqueline und ihre Artgenossen sind Vegetarier. So ein Dromedar kann bis zu 600 Kilo auf die Waage bringen. Da sind so einige Weihnachtsbäume nötig, um den Hunger der Einhöcker zu stillen. Auch die Ziegen im Landauer Zoo stehen total auf grüne Nadeln. Viele Weihnachtsbaumhändler stiften nicht verkaufte Tannen dem Zoo. Privatleute können ihre ausgediente Weihnachtsdeko hier nicht entsorgen, denn es darf nichts mehr am Baum hängen, was die Tiere verletzen könnte. Die fressen die Tannen nämlich ratzekahl leer. Christina Schubert, Verwalterin Zoo Landau „Die mögen wahrscheinlich diese ätherischen Öle und dieses stachelige auf der Zunge stört sie gar nicht. Die haben nämlich nicht sehr empfindliche Zungen oder Gaumen, weil sie von der Evolution her auch angepasst sind, auch in kargen Lebensräumen zu leben und auch mal ein bisschen stacheliges Futter zu sich zu nehmen.“ Der Biss mit Piks tut also gar nicht weh. Ab und zu probiert sich auch mal ein Schaf an der nadeligen, saisonalen Speiseplanbereicherung. Ganz vorsichtig. Auch asiatische Zwergotter sind, wenn es um was Neues geht, erst mal vorsichtig. An so einen Baum im Gehege muss man sich ganz langsam herantasten. […]

  • Schüler kommen zurück ins Ahrtal

    Schüler kommen zurück ins Ahrtal

    Die Flutkatastrophe im Ahrtal letzten Sommer hat alle Lebensbereiche schwer getroffen. Familien haben Angehörige verloren, Menschen ihre Heimat und Geschäftsleute ihre Lebensgrundlage – alles fortgespült vom Wasser. Und vielen Kindern in der Region wurde die Chance auf eine reguläre Schulbildung genommen. Doch auch für sie kehrt die Hoffnung langsam ins Ahrtal zurück. Die Musikinstrumente kaputt, die Tische unbrauchbar, die Klassenzimmer völlig ruiniert. Nach der Flut im Juli standen die Schüler und Lehrer des Are-Gymnasiums in Bad Neuenahr-Ahrweiler in den Trümmern ihrer Schule und hatten keine Ahnung, wie es weitergehen sollte. Heute, fast ein halbes Jahr später, können die rund 800 Schüler und Schülerinnen endlich ihre neue Container-Schule in der Nachbargemeinde Grafschaft beziehen. Ein gutes Gefühl auch für den Sozialkunde-Stammkurs der zwölften Klasse. Mika Schöning „Endlich mal eine eigene Schule wieder zu haben, das ist schon mal etwas anderes. Mal geregelte Unterrichtszeiten mal wieder zu haben, einen geplanten Tagesablauf. Auch normale Stundenzeiten wieder und vor allem keinen Wechselunterricht mehr“. Carecia Janoschka „Ich habe es schlimmer erwartet. Aber da kommt ja auch noch viel dazu, Herr Müller meinte es ist ja noch ein Rohbau alles. Klar, die Gänge sehen schon ein bisschen aus wie im Gefängnis, aber sonst…“ Helen Giese „Was eigenes zu haben, wo man halt wieder seinen eigenen Rhythmus hat und so, dass ist auf jeden Fall schon cool.“ Die neuen Gebäude haben insgesamt eine Grundfläche von mehr als 6.000 qm. Klassenzimmer, Lehrerzimmer und Verwaltung sind bereits fertig, Mensa, Sporthalle und Naturwissenschaftssäle sollen in Kürze folgen. Der Kreis hat rund 6,5 Millionen Euro für die Containerschule investiert. Ein notwendiger Kraftakt, denn die meisten Möbel und Gebrauchsgegenstände mussten neu angeschafft werden. Doch die Trauer um Materielles ist im Ahrtal längst in den Hintergrund gerückt. Heribert Schieler, Schulleiter „Es war eigentlich so, dass die Schule … Es war schlimm, dass sie kaputt […]

  • Im Interview: Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer

    Im Interview: Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer

    Die Zeit zwischen den Jahren ist wie gemacht, um mit etwas Abstand auf das Jahr zurückzublicken. Ein zweites Jahr, das durch die Corona Krise geprägt wurde. Die Welt ist aus dem Takt geraten. Was macht Politik da? Sie fährt auf Sicht. Aber wohin? Sicherlich ist diese Zeit für Politiker keine einfache. Unter anderem darüber sprechen wir mit Malu Dreyer, der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin. Markus Appelmann: Wir haben so kurz vor dem Jahreswechsel die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz heute zu Gast. Malu Dreyer. Herzlich willkommen! Schön, dass Sie da sind. Malu Dreyer (SPD), Ministerpräsidentin Rheinland-Pfalz: Ich grüße Sie, Herr Appelmann. Markus Appelmann: Frau Dreyer, bevor wir zu den Themen kommen, gab es ein Jahr in Ihrem politischen Leben, dass Sie mehr gefordert hat als dieses Jahr 2021. Malu Dreyer: Nein, das war mit Sicherheit das herausfordernde Jahr, was ich in der Politik erlebt habe. Und ich habe schon sehr, sehr viel erlebt, muss man sagen. Aber natürlich die Pandemie, die uns ja alle wirklich im Atem hält, dann die schreckliche Naturkatastrophe. Dann war es auch ein Jahr, wo wir dann natürlich auch zweimal im Wahlkampf waren. Also es war ein extrem anstrengendes Jahr, aber es war auch ein schweres Jahr. Markus Appelmann: Stimmen Sie zu, dass die Herausforderungen – Sie haben sie gerade eben genannt – wie Pandemien und Naturkatastrophen nicht durch Koalitionsverträge erfasst werden können. Dass also hier politische Führung mit den Aufgaben wächst oder scheitert. Malu Dreyer: Ja, das gilt sehr, sehr grundsätzlich. Man kann ja auch weiter zurückblicken, als die vielen Flüchtlinge zu uns kamen. Es gibt immer wieder Herausforderungen, die kann man nicht in einem Koalitionsvertrag festlegen, sondern sie sind einfach nicht vorhersehbar. Und deshalb ist es so wichtig, dass man vertrauensvoll miteinander zusammenarbeitet, um eben auch aktuelle Krisen gut miteinander bewältigen zu können. Neben den vielen Zielen, die […]

  • Der 17:30-Jahresrückblick: Das zweite Halbjahr 2021 in Hessen und Rheinland-Pfalz

    Der 17:30-Jahresrückblick: Das zweite Halbjahr 2021 in Hessen und Rheinland-Pfalz

    Wir werfen nun den regionalen Blick auf das fast abgelaufene Jahr zurück. Was war wichtig in Hessen und Rheinland-Pfalz. Im zweiten Halbjahr starten wir mit der Jahrhundert-Katastrophe in Rheinland-Pfalz: Die Flut im Ahrtal. JULI Es ist eine Katastrophe historischen Ausmaßes: In der Nacht vom 14. auf den 15. Juli werden viele Orte im Westen Deutschlands überflutet – das rheinland-pfälzische Ahrtal wird besonders hart getroffen. Hier verlieren mindestens 133 Menschen ihr Leben, Hunderte werden verletzt, Tausende obdachlos. Das Wasser reißt Häuser, Straßen und Brücken mit sich, ganze Ortschaften werden von der Außenwelt abgeschnitten. Anwohner: „Alles kaputt – du hast kein Wohnzimmerschrank mehr drin. Nix, alles kaputt, weggeschwommen. Fenster rausgerissen.“ / „50 Jahre war ich in der Feuerwehr. Sowas hatten wir nicht gehabt – Hochwasser hatten wir schon öfter, aber nicht so brutal.“ Viele Menschen müssen in Notunterkünften untergebracht werden. Am Nürburgring wird eine Sammelstelle für Sachspenden eingerichtet. Freiwillige Helfer aus ganz Deutschland kommen ins Ahrtal. Doch der Wiederaufbau geht nur schleppend voran. Klaus Kniel (CDU), Ortsvorsteher Heppingen: „Aus meiner Sicht ist das die Katastrophe nach der Katastrophe, wie das eigentlich funktionieren sollte, aber nicht funktioniert hat. Und wir können uns nur auf uns selbst verlassen und nicht auf die großen Katastrophenschutz-Organisationen, weil die kommen hier unten nicht an.“ Vielerorts gibt es weder Strom noch sauberes Trinkwasser. Betroffene Bürger beklagen, sie seien zu spät vor der Flut gewarnt worden. Viele Wochen danach wird Landrat Jürgen Pföhler in den Ruhestand versetzt.   Eine Klage gegen die hessische Landesregierung findet bundesweite Beachtung: ein Sondervermögen von 12 Milliarden Euro, das sie zur Bewältigung der Corona-Pandemie aufgenommen hat, soll verfassungswidrig sein. Und tatsächlich: im Oktober entscheidet der hessische Staatsgerichtshof: das Corona-Sondervermögen steht nicht im Einklang mit der Verfassung.   UNESCO-Weltkulturerbe: diesen Titel tragen seit Juli drei weitere Sätten im Sendegebiet: die berühmte Mathildenhöhe in Darmstadt, die […]

  • Der 17:30-Jahresrückblick: Das erste Halbjahr 2021 in Hessen und Rheinland-Pfalz

    Der 17:30-Jahresrückblick: Das erste Halbjahr 2021 in Hessen und Rheinland-Pfalz

    Auch das Jahr 2021 stand schicksalhaft im Zeichen der Corona-Pandemie. Wir blicken auf das fast vergangene Jahr zurück – heute auf die ersten sechs Monate in Hessen und Rheinland-Pfalz. JANUAR: Es wird das Jahr der zweiten, dritten und vierten Welle. Im Januar gehen die ersten Impfzentren an den Start. Zwischen Lockdown und Lockerungen keimt die Hoffnung, dass viele Millionen Impfungen die Lage retten. Malu Dreyer (SPD), Ministerpräsidentin RLP (am 07.01.2021): „Wir sind sehr froh darüber, dass die Menschen in Rheinland-Pfalz tatsächlich die Impfungen oder die Impfbereitschaft sehr positiv aufnehmen.“ Der Andrang ist groß. Die eigens dafür eingerichtete Hotline ist schnell überlastet. Besser funktioniert die Online-Anmeldung, zumindest für die Menschen, die sich damit auskennen. Im Januar gibt es in Hessen und Rheinland-Pfalz außerdem noch zu wenig Impfstoff. Das sorgt dafür, dass es bei der Impfgeschwindigkeit hakt. Da IST das Riesending – heißt es am 27. Januar 2021. Mit seinen 120 Metern Spannweite reicht das Mittelteil der Schiersteiner Brücke nahezu fast komplett von Ufer zu Ufer. Der finale Schritt der Odyssee Schiersteiner Brücke. Die Gesamtkosten des Bauprojektes belaufen sich auf 216 Millionen Euro. Das Oberlandesgericht in Frankfurt verurteilt Stephan E. Ende Januar zu einer lebenslangen Haftstrafe für den Mord an dem Kassler Regierungspräsidenten Walter Lübcke. Lebenslang mit besonderer Schwere der Schuld. Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass Stephan E. den CDU-Politiker Walter Lübcke im Sommer 2019 auf seiner Terrasse in Wolfhagen-Istha mit einem Kopfschuss getötet hat. Das Motiv: Fremdenhass. FEBRUAR: Ein Rosenmontag in Rheinland-Pfalz ohne Umzüge? Eigentlich undenkbar. Doch Corona macht es nötig. Wo sonst Hunderttausende Narren auf die Straße gehen, ist im Februar 2021 nur sehr wenig los. Doch die Meenzer lassen sich ihr dreifach donnerndes Helau trotzdem nicht nehmen. „Helau! Helau! Helau!“ Die Zahl der Corona-Neuinfektionen sinkt nicht. Schuld daran ist eine Mutante. Zuerst wird sie in Großbritannien […]

  • Weiße Weihnachten?

    Weiße Weihnachten?

    Heute öffnen wir das 22. Türchen an unserem Adventskalender. Wir blicken voraus auf das Wetter zu Weihnachten. Richtig schön kalt ist es ja zurzeit. Unter anderem an der Mosel waren es diese Nacht sogar -7 Grad. Dort konnte Eiswein gelesen werden. Wenn es jetzt schneien würde, der Schnee bliebe liegen. Und wie sieht es ab Freitag aus. Haben wir eine Chance auf weiße Weihnachten 2021? Ein Flug über Rheinhessen heute Mittag. Eigentlich wirklich prachtvolles Winterwetter. Knackig kalt, die Sonne lacht, ein wenig Frost sorgt für einen ganz leichten weißen Schimmer. Es könnte hier auch noch viel weißer sein, wenn er denn gefallen wäre, der Schnee, zwei Tage vor Heiligabend. Doch leider ist kein Flöckchen vom Himmel gekommen. Kann alles noch werden. In Alzey glaubt man fest an ein Weihnachtswunder! Dirk Regner, Angestellter „Jawohl, natürlich. Ja, dass man auch hier mal mit den Kindern Schlitten fahren kann und solche verschiedene Aktivitäten. Im Schnee spazieren gehen, was man nicht alltäglich hat.“ Anastasia und Caro „Es ist halt wie so in einem Weihnachtsfilm, wo es Weihnachten dann noch mal schneit und die Geschenke ausgepackt werden.“ Marlon Huber, Schüler „Weiße Weihnachten hatte ich zuletzt als Kind und es wäre doch schön mal wieder dieses Kindgefühl zu haben.“ Daniela und Nathalie „Schlittenfahren und in so einer tristen Zeit würde weiße Weihnachten gut tun.“ Gut getan hat die weiße Weihnacht zuletzt 2010. Da hatte der Weihnachtsmann selbst in den Niederungen freie Fahrt mit seinem Schlitten. Auch in diesem Jahr ist in den Höhenlagen schon mal Schnee gefallen, so wie hier in der Eifel Anfang des Monats. Und wie sieht es aus, mit der weißen Pracht in der Heiligen Nacht? Wir lassen den Wetterexperten in den Winterhimmel schauen. Marcel Schmid, Dipl. Meteorologe Deutscher Wetterdienst Offenbach „Tatsächlich muss ich sagen, für Hessen und Rheinland-Pfalz dieses Jahr eher schlecht, […]