Natur

  • Neue Qualitäts-Wanderwege

    Neue Qualitäts-Wanderwege

    In kaum einem Land der Welt wird so viel gewandert, wie in Deutschland. Mehr als 300.000 Kilometer Wanderwege gibt es bundesweit. Farbige Schilder weisen auf besonders schöne Wege hin, die die großen Deutschen Wander-Verbände zertifizieren. Aber: was braucht denn ein echter „Qualitätswanderweg“? Wir haben für eine Test-Wanderung die Schuhe geschnürt. Eine verschmutzte Wandermarkierung – Daniel Stein vom Deutschen Wanderverband macht sofort ein Foto und trägt den Mangel samt GPS-Koordinaten in sein Protokoll ein. Zusammen mit Co-Tester Stephan ist Daniel Stein heute im rheinland-pfälzischen Groß-Winternheim unterwegs, denn der Qualitätswanderweg am Westerberg wird neu zertifiziert. Dabei prüfen die Tester die Strecke auf fast zwei Dutzend feste Kriterien. Daniel Stein, Deutscher Wanderverband „Das Allerwichtigste ist natürlich das Wegeformat. Dass der Wanderer halt nicht so 20 Kilometer auf Asphalt läuft, sondern halt wirklich Abwechslung drin hat. Da haben wir direkt das nächste Kriterium: Auch Abwechslung ist ein sehr wichtiges Kriterium, dass man nicht so eintönig durch die Landschaft läuft, sondern dass sich da auch immer wieder was verändert. Ansonsten gibt es halt Erlebnispunkte, die auch am Weg da sein müssen. Das kann eine Kapelle sein, das kann der Bachlauf da vorne sein. Solche Dinge. Also das muss halt auch da ein gewisses Erlebnispotential bieten so ein Wanderweg.“ Zum Beispiel durch die charakteristischen Hohlwege, die sich durch die jahrhundertelange Nutzung von Mensch und Tier in den Berg geprägt haben. Alle drei Jahre muss bei den sogenannten Qualitätswanderwegen die Zertifizierung erneuert werden. Die Prüfer haben alles genau im Blick. Wurde der Bodenbelag der Wege geändert? Ist die Beschilderung noch vorhanden und gut lesbar? Gibt es genug Einkehr- und Ruhemöglichkeiten? Daniel Stein, Deutscher Wanderverband „Das ist so ein bisschen die Krankheit des Prüfers. Du hast immer den Blick für die Kriterien und letztlich haben unsere Kriterien ja sogar alle eine Nummer. Und so laufen wir ständig mit den Nummern im […]

  • Königspython ausgebüxt

    Königspython ausgebüxt

    Schlangenalarm in Brachttal-Hellstein in Osthessen! Anwohner haben dort in ihrem Garten die abgestreifte Haut einer Königspython gefunden. Kriecht da etwa eine große Schlange frei durchs Dorf? Darauf gibt es auf jeden Fall einige Hinweise und die Spur führt in die Nachbarschaft. Als Jessica und Jörg Riemenschneider Holz auf dem Stapel in ihrem Vorgarten umräumen, halten sie plötzlich inne. Weißliche papyrusartige Gebilde kommen zum Vorschein. Jessica Riemenschneider, hat die Schlangenhaut gefunden „Da sagte mein Mann auf einmal ‚Oh Gott, was ist das denn?‘ Und als ich dann gesehen habe, was es ist, habe ich es auch gleich als Schlangenhaut erkannt. Da die Schlangenhaut sehr groß war, war eigentlich schon klar, dass das nicht von einer Blindschleiche oder von ner Ringelnatter stammen kann. Und unser großer Sohn, der konnte das auch eindeutig…der hat zu uns noch gesagt, das ist von der Königspython. Dann haben wir noch gesagt ‚Quatsch, wo soll denn hier eine Königspython herkommen?’“ Aber auch die angerückte Polizei und Feuerwehr bestätigen – die Haut stammt von einer Königspython wie dieser. Einer ungiftigen Würgeschlange, die eigentlich in West- und Zentralafrika beheimatet ist. Sie ernährt sie sich von Vögeln und kleinen Säugetieren. Die Riemenschneiders halten Hasen und Hühner – für sie ein mulmiges Gefühl. Jessica Riemenschneider, Anwohnerin Brachttal-Hellstein „Also ich war schon ziemlich erschrocken. Das war so mein erster Gedanke; Oh Gott, die Lilo!“ Doch woher kommt die Schlangenhaut? Die Spur führt zu einer Schlangenhalterin in der Nachbarschaft. Ayleen Schmitts Python Buddy ist vor einigen Wochen aus dem Terrarium ausgebüxt als sie im Urlaub war. Ayleen Schmitt, Besitzerin von Schlange Buddy „Ich kam dann am darauffolgenden Tag zurück und habe nur gesehen Terrarium ist offen. Und dann ging ich natürlich davon aus, dass die Schlange sich in der Wohnung aufhält. Ich meine, die kriechen halten in Löcher und Ecken, wo man nicht dran […]

  • Störche werden ausgewildert

    Störche werden ausgewildert

    Noch nie gab es in Rheinland-Pfalz so viele Störche wie jetzt. Rund 800 Brutpaare sind es – dabei galt der Storch vor 30 Jahren bei uns als nahezu ausgerottet. Doch nicht jeder Jungstorch schafft den Start ins Leben allein. Im Storchenzentrum im pfälzischen Bornheim werden verletzte und verwaiste Tiere aufgepäppelt – und seit ein paar Tagen auch wieder ausgewildert. Vier Wochen lang war dieser Jungstorch wegen einer Flügelverletzung in Behandlung. Geflogen ist der erst 9 Wochen alte Vogel noch nie. Ein paar Flügelschläge zur Probe und dann schwingt er sich in die Lüfte. Für Storchenpfleger Christian Reis immer wieder ein besonderes Gefühl. Christian Reis, Storchenzentrum Bornheim „Das ist eigentlich der Lohn für die ganze Arbeit, die man die ganze Zeit reingesteckt hat. Die Medizin, das Futter und die ganze Arbeit. Und wie man sieht: Sie freuen sich, wenn sie dann in freier Wildbahn sind, können gut fliegen und das ist dann schon ein gutes Gefühl.“ Ein paar Stunden vorher: In der Storchenscheune in Bornheim in der Pfalz sind in diesem Jahr schon etwa 60 Störche untergekommen. Sie kommen nicht nur aus Rheinland-Pfalz, sondern auch aus den Nachbarbundesländer. Die meisten Patienten sind gerade mal ein paar Wochen alt. Christian Reis, Storchenzentrum Bornheim „Es ist wie beim Kleinkind. Da ist es ein bisschen problematisch: Wie laufe ich am besten. Und bei den Störchen auch: Wie fliege ich am besten. Und damit müssen sie dann auch mit Wind und den Wetterverhältnissen klarkommen und für einige ist das etwas schwieriger und die landen dann hier drin.“ Die meisten Verletzungen die Christian Reis behandelt sind Flügelprellungen und Beinverletzungen. Sobald die Störche diese auskuriert haben, dürfen sie wieder in die Freiheit. Aktuell wildert das Storchenzentrum mehrmals die Woche Patienten aus. Christian Reis, Storchenzentrum Bornheim „Ich gehe jetzt meistens auf das Gefieder, ob das Gefieder einigermaßen sauber […]

  • Hessin findet Mammutzahn

    Hessin findet Mammutzahn

    Fossilien zeugen von Tieren aus längst vergangener Zeit: Dinosaurier, Mammuts, Säbelzahntiger. Faszinierende Wesen, die bis heute viele Menschen in ihren Bann ziehen – so auch Lisa Albrecht. Die Hessin sucht in Ihrer Freizeit nach Fossilien und hat jetzt einen beeindruckenden Fund gemacht. Der Zahn eines Wollhaar-Mammuts, ein 150 Millionen Jahre alter, versteinerter Tintenfisch und der Zahn eines Riesenhais. Diese Fossilien stehen nicht in einer Museumsvitrine, sondern im Wohnzimmer von Lisa Albrecht. Sie hat die Überreste aus vergangen Zeiten selbst gefunden. Ihr neuster Schatz: dieser Mammutzahn – entdeckt an einem Strand in Rotterdam. Lisa Seline Albrecht, Fossilien-Expertin „Mammutzähne zu finden, dass kommt schon mal vor in Europa, aber vor allem so einen schönen Mammutzahn zu finden, ist doch eher selten. Für mich war das ein absoluter Lebensfund. Ich wollte schon immer mal ein Mammutzahn finden.“ Zusammen mit ihrem Freund ist sie auf Fossiliensuche, als sie im Sand etwas entdeckt. Die ausgebildete Museumspädagogin erkennt sofort: Das könnte was Großes sein und zückt das Handy. „It´s Mammoth. Oh my Good. It´s Mammoth.“ Das Video geht viral: über 18 Millionen Aufrufe – für einen Zahn, der über 10.000 Jahre alt ist. Wissenschaftlich nicht sonderlich bedeutend, aber für Lisa der Fund ihres Lebens. Nachdem der Fund dokumentiert ist, darf die 28-Jährige den Zahn behalten. Schon als Kind ist die Bad Nauheimerin dinosaurierverrückt. Heute hat sie ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht: ausgebildet am Senckenberg Museum in Frankfurt, nimmt sie an Ausgrabungen teil – und teilt ihre Begeisterung für Fossilien auf Instagram. Lisa Seline Albrecht, Fossilien-Expertin „Fossilien sind einfach super spannend, weil es Überbleibsel sind aus vergangenen Welten, die wir einfach niemals mit eigenen Augen sehen werden. Aber um so mehr man findet, umso mehr man forscht, umso mehr kann man herausfinden. Es ist, wie so ein Geheimnis, das nie so ganz gelüftet wird.“ Mit jedem Fund kommt […]

  • Weitere Nachrichten im Überblick

    Weitere Nachrichten im Überblick

    Immer weniger Wasser in Rhein und Mosel – Mehr Abschiebungen nach Afghanistan geplant – EZB plant neue Euro-Noten Anmoderation: Im Rahmen einer Kabinettsumbildung hat Bundeskanzler Friedrich Merz heute bekannt gegeben, dass der hessische Politiker Michael Meister sein Amt als Staatsminister für die Bund-Länder-Beziehungen an Philipp Amthor abgeben wird. Nach Medienberichten soll auch Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder aus Rheinland-Pfalz sein Amt verlieren. Dazu äußerte sich der Bundeskanzler heute aber nicht. Mehr News gibt’s jetzt in unserem Kurznachrichtenblock. Immer weniger Wasser in Rhein und Mosel Die Pegelstände der Flüsse in Rheinland-Pfalz sinken weiter. So liegt etwa der Rheinpegel bei Kaub nur noch bei 55 Zentimetern. Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung geht davon aus, dass der Wasserstand in den kommenden Tagen noch weiter sinken wird. Inzwischen ist auch die Mosel-Schifffahrt vom Niedrigwasser betroffen. Nach Angaben des Geschäftsführers des Trierer Hafens können Frachtschiffe derzeit nicht voll beladen werden. Damit steigen die Kosten für Transporte. Das Niedrigwasser komme in diesem Jahr ungewöhnlich früh – schon im Juli statt wie oft erst im Spätsommer. Mehr Abschiebungen nach Afghanistan geplant Rheinland-Pfalz will von den veränderten Vorgaben für Abschiebungen nach Afghanistan Gebrauch machen. Die kommunalen Ausländerbehörden seien gebeten worden, die vom Bund eröffneten erweiterten Möglichkeiten zur Vorbereitung von Rückführungen umzusetzen, teilt das Innenministerium heute in Mainz mit. Die gesetzliche Ausreisepflicht beschränke sich nicht mehr nur auf Straftäter und Gefährder. Sie gelte nun grundsätzlich für alle Personen aus Afghanistan, die nach Abschluss eines rechtsstaatlichen Verfahrens kein Bleiberecht besäßen und vollziehbar ausreisepflichtig seien. EZB plant neue Euro-Noten Ab sofort können rund 350 Millionen EU-Bürger mitentscheiden, wie die künftigen Euro-Banknoten aussehen sollen. Auf der Internetseite der Europäischen Zentralbank werden dazu mögliche Motivserien veröffentlicht. Wählen können Bürger dabei zwischen den Themen „Flüsse und Vögel“ oder „Europäische Kultur“. Diese hatten sich bereits zuvor in einer Online-Umfrage unter EU-Bürgern durchgesetzt.

  • Absurder Eidechsenzaun

    Absurder Eidechsenzaun

    Ein kleiner grüner Zaun sorgt in Reiskirchen im Landkreis Gießen für einen erstaunlich großen Streit. Rund um einen Zauneidechsen-Schutzzaun stehen inzwischen Metallzäune und sogar Stacheldraht. Alles videoüberwacht. Und wofür das Ganze? Die heiße Spur führt zu einem umstrittenen Straßenbauprojekt. Hohe Türme mit Überwachungskameras, kilometerlanger hoher Stacheldrahtzaun und die Patrouille eines Sicherheitsdienstes – 24 Stunden am Tag. Was nach Gefängnis aussieht, soll hier eigentlich nur eine Sache schützen – diesen unscheinbaren grünen Plastikzaun, der Zauneidechsen davon abhalten soll, auf eine Baustelle zu gelangen. Doch der unscheinbare Zaun wird immer wieder mutwillig zerstört. Die Folge: Eine erhöhte Sicherung. Für den Schutz eines Eidechsenzauns entsteht so ein Konzept, das die Gemeinde nach eigenen Angaben einen unteren sechsstelligen Betrag kostet. Tobias Breidenbach (CDU), Bürgermeister Reiskirchen „Wir sind mittlerweile bei fünf Mal Zaunzerstörung im Zeitraum von ich glaube mittlerweile sechs bis acht Wochen. Es ist erschreckend, dass quasi durch Vandalismus einiger weniger der Steuerzahler hier mit noch mehr Kosten, als er das ohnehin schon tun muss, dann konfrontiert wird.“ Hintergrund ist der Bau einer Umgehungsstraße. Sie soll den Durchgangsverkehr aus dem Ort holen und die Anwohner entlasten. Aber es wird noch kurioser. Tobias Breidenbach (CDU), Bürgermeister Reiskirchen „Wir haben jetzt drei verschiedene Zäune in drei verschiedenen Stufen, einen 24 Stunden sieben Tage die Woche Wachdienst, jetzt eine 24/7 Überwachung über Überwachungstürme für bisher keine gefundene Eidechse an dieser Stelle.“ Ein Zaun für einen Zaun, der einen Eidechsenzaun schützt – an einem Ort, an dem bislang offenbar gar keine Eidechsen gefunden wurden. Und wer denkt, dass es das schon war – Die Geschichte hat noch eine weitere Pointe: Die Umgehungsstraße, um die sich der ganze Streit dreht, wird nach Angaben von Anwohnern und Bürgermeister bereits seit mehr als 50 Jahren diskutiert. Viele bezweifeln inzwischen sogar, dass sie überhaupt noch gebraucht wird. Kirsten Elett, Anwohnerin „In der Zwischenzeit ist so viel […]

  • Bahn untersucht Fischbestände

    Bahn untersucht Fischbestände

    In Frankfurt wird gerade ein milliardenschweres Infrakstrukturprojekt umgesetzt. Die nordmainische S-Bahn soll die Mainmetropole an Hanau anbinden. Die riesige Baustelle wirkt sich auch auf die umgebende Natur aus. Die Deutsche Bahn untersucht deshalb den ökologischen Zustand eines Sees entlang der geplanten Strecke. Ein Motorboot schippert über den großen Weiher im Frankfurter Ostpark. Mit einem Köcher, um Fische für Untersuchungen einzufangen. Das Besondere: Der Köcher kann leicht unter Strom gesetzt werden – Elektrofischen nennt sich das. Klingt etwas martialisch, ist aber eine gängige Methode. Alexander Schmitt, Projektingenieur Deutsche Bahn „Sobald die Fische in Richtung Köcher kommen oder eben andersrum, werden die kurz betäubt. Und können dann mit dem Köcher aufgenommen werden. Diese Betäubung dauert in der Regel wirklich nur wenige Sekunden. Die tragen da keine Beeinträchtigung davon, die verkraften das ziemlich gut.“ Kurz darauf wuseln die Fische im Behälter auch schon wieder umher. Hintergrund des ganzen ist eine geplante Bahnstrecke in der Nähe: Mit der „nordmainischen S-Bahn“ soll die Verbindung zwischen Frankfurt und dem Hanauer Hauptbahnhof in den kommenden Jahren ausgebaut werden. Ein möglicher Knackpunkt: Vom Ostparkweiher 800 Meter entfernt liegt der ehemalige Ostbahnhof. Dort am Danziger Platz wird eine neue S-Bahn-Station gebaut. Damit in den Tiefbau kein Wasser eintritt, muss das Grundwasser abgesenkt werden. Das könnte sich auf den benachbarten Weiher auswirken. Sollte auch hier das Grundwasser sinken, könnte das abgepumpte Wasser von der Baustelle in den Weiher umgeleitet werden. Zuvor muss aber der ökologische Zustand des Gewässers untersucht werden. Alexander Schmitt, Projektingenieur Deutsche Bahn „Eine extrem wichtige Grundlage ist zu wissen: Was für Fische leben hier eigentlich, wie ist die Fischfauna in diesem Weiher aufgebaut? Sind das jetzt Arten, die wirklich hoch angepasst sind hier auf so einen Lebensraum? Oder sind das eher Arten, die überall einfach gut zurecht kommen.“ An diesem Vormittag gehen vor allem Karpfen ins Netz, nichts Ungewöhnliches. […]

  • Bauern und Winzer informieren über Ernte

    Bauern und Winzer informieren über Ernte

    Normalerweise ziehen die Landwirte in Rheinland-Pfalz ihre Erntebilanz, wenn die Getreideernte noch in vollem Gange ist. Doch dieses Jahr ist sie fast überall im Land schon beendet. Hitze, Trockenheit und Unwetter haben dafür gesorgt, dass die Bauern schon im Juni ihre Ernte in Sicherheit bringen mussten. Jetzt gab es das Fazit. Hier kommt der Weizen im Viertelstundentakt an. Die Raiffeisen Handelsgesellschaft im Rhein-Ahr-Kreis lagert das Getreide der Landwirte aus der Eifel, bevor es weiterverkauft wird. Die gesamte Anlage ist für 9 Millionen Euro erweitert worden. Zwei Silos sind noch im Bau, aber auch in die anderen passt einiges an Getreide hinein. Jürgen Huck, Vertriebsleiter Raiffeisen Rhein-Ahr-Kreis „In diese komplette Siloanlage passen 28.000 Tonnen Getreide rein. Wenn man sich das mal in bisschen vorstellen will, dann sind das relativ genau 1.000 Lkw-Ladungen, die in diese Anlage hineinpassen.“ Die Felder bei Badem in der Eifel sind abgeerntet. Gerade für den eher kühlen Norden von Rheinland-Pfalz ist das ungewöhnlich. Genauso sieht es in Rheinhessen aus. Im Frühjahr lagen die Temperaturen rund 2,7 Grad über dem Durchschnitt. Marco Weber, Präsident Bauern und Winzerverband Rheinland-Nassau „Dann kam im Mai / Juni die erste große Hitzewelle mit über 40 Grad, und gerade in der Phase der Abreife, der Ausbildung der Körner, hat die Hitzewelle zugeschlagen und wir haben in ganz Rheinland-Pfalz mit großen Ertragsschwankungen, mit großen Ertragsdepressionen zu tun, sodass wir unterdurchschnittlich die Ernte einfahren.“ Unterdurchschnittlich bedeutet: 10 bis 20 Prozent weniger Getreide. Schlecht sieht es auch beim Mais aus, viele Pflanzen haben Hitzeschäden. Der Gewinner der Saison ist der Raps. Seine Anbaufläche wuchs um sieben Prozent auf 46.000 Hektar. Trotzdem: Keine gute Stimmung heute bei den Landwirten in Badem. Eberhard Hartelt, Präsident Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd „Zu der schlechten Ernte kommen noch schlechte Preise, aber sehr, sehr hohe Kosten. Im Sonderkulturbereich natürlich der Mindestlohn, der uns […]

  • Kampf gegen die Wasserpest in Wiesbaden

    Kampf gegen die Wasserpest in Wiesbaden

    Was erst mal wie eine Krankheit klingt, ist nichts anderes als eine Wasserpflanze. Und trotzdem heißt sie nicht ohne Grund so. Denn sie kann sich rasant ausbreiten, wie gerade im Schiersteiner Hafen in Wiesbaden. Dort legt sie aktuell sogar den Betrieb lahm. Jetzt reicht es den dort ansässigen Vereinen. Auf den ersten Blick sieht es nicht danach aus – Aber im Schiersteiner Hafen wird gerade im großen Stil gemäht. Nur eben unter Wasser. Denn was hier kiloweise aus dem Hafen geholt wird, wuchert in diesem Jahr so stark wie noch nie zuvor: Die kanadische Wasserpest, auch „Elodea“ genannt. Sie breitet sich so stark aus, dass an einen normalen Hafenbetrieb aktuell nicht zu denken ist. Andreas Kummer, Vorstandsmitglied Yachtclub Wiesbaden „So ein Segelboot hat ja ein sogenanntes Schwert unter seinem Kiel, was das Ganze stabilisiert. Jetzt stellt man sich vor, es ist richtig Wind und man möchte losfahren, die Segel sind gesetzt. Dann halten die Pflanzen einen richtig fest, also man kommt da gar nicht mehr durch. Und auf der anderen Seite, beim Motorboot, ist das Problem, da legt sich das Ganze um den Propeller drum. Dann hängt man auch fest, der kann sich nicht mehr drehen, obwohl da ein starker Motor drin ist.“ Zunächst mäht ein Boot die Pflanzen unter Wasser. Anschließend sammelt ein zweites die abgeschnittenen Reste ein. Schubkarre um Schubkarre der fadenartigen und vor allem stabilen Triebe landen im Müll. Dass die Pflanze sich so stark ausbreitet, hat mehrere Gründe. Andreas Kummer, Vorstandsmitglied Yachtclub Wiesbaden „Der Nährstoff-Eintrag aus dem sogenannten Lindenbach, das ist quasi hier der Bach, der bei uns in der Nähe zufließt. Der ist sehr stark, da wird einfach in dem Zulauf von ihm sehr stark gedüngt, da sind viele Nährstoffe mit drin. Das sorgt einfach dafür, dass die Pflanzen wachsen. Das ist das eine Thema. […]

  • Protest in der Pfalz: Absage von Events im Wald

    Protest in der Pfalz: Absage von Events im Wald

    Vielleicht waren Sie auch betroffen: Einige Veranstaltungen in rheinland-pfälzischen Wäldern, die seit Jahren regelmäßig stattfinden, mussten dieses Jahr abgesagt werden, darunter beispielsweise der Wandermarathon in der Eifel. Der Grund: zu große Sicherheitsbedenken. Denn wenn im Wald etwas passiert, haftet der Veranstalter. Diese Regelung gibt es auf dem Papier zwar schon länger – doch erst seit kurzem sind die Forstämter angehalten, ganz genau hinzuschauen. Betreten auf eigene Gefahr – das gilt für Spaziergänger, Läufer wie Radfahrer. Aber nur, solange sie privat im Wald unterwegs sind. Sobald es sich um eine Veranstaltung handelt, sei es ein Radrennen oder eine Jogging-Tour, nicht mehr. Das Risiko von sogenannten „waldtypischen Gefahren“ wie herunterfallende Äste oder Stolperfallen durch Wurzeln trägt dann nicht mehr die Einzelperson, sondern der Veranstalter – und haftet im Zweifelsfall. Die Forstämter haben in den letzten Wochen und Monaten Veranstalter angeschrieben – und machen nun schärfere Vorgaben. So auch bei Events in der Pfalz, berichtet Tobias Kauf, Geschäftsführer von Pfalz Touristik. Tobias Kauf, Geschäftsführer Pfalz Touristik „Dass man kurz vor der Veranstaltung die gesamte Strecke begehen muss, begutachten muss, fachmännisch begutachten muss, und dass alle festgestellten Problemlagen wie jetzt zum Beispiel abgestorbene Äste, die vielleicht herunterfallen könnten, wo aber niemand auch so genau weiß, ob sie das tatsächlich tun, die müssen dann herausgenommen werden.“ Ein enormer finanzieller Aufwand, der schnell in den fünfstelligen Bereich geht. Viele der häufig ehrenamtlichen Veranstalter können sich das nicht leisten. Dass jetzt plötzlich Gutachten vorgelegt werden müssen, war die Entscheidung der damaligen rheinland-pfälzischen Umweltministerin Katrin Eder, die eine klare Rechtslage wollte. Jetzt werden reihenweise Veranstaltungen abgesagt: Von größeren Events wie zum Beispiel dem Donnersberger Wandermarathon bis hin zu kleinen Gravelbike-Touren mit nur 15 bis 20 Teilnehmern. Privat darf der Wald aber weiterhin betreten werden. Tobias Kauf, Geschäftsführer Pfalz Touristik „Wenn wir jetzt aufgrund der Baumgefahren Veranstaltungen absagen, die in organisierter Form, auch […]

  • Seltenes Tier im Frankfurter Zoo: Ohrenschuppentier

    Seltenes Tier im Frankfurter Zoo: Ohrenschuppentier

    Ohrenschuppentiere sehen aus, wie aus der Urzeit und tatsächlich gab es sie auch schon vor rund 47 Millionen Jahren. Das beweisen Funde aus der Grube Messel bei Darmstadt. Heute leben die Tiere in Asien. In Zoos findet man sie selten. In Deutschland bisher nur in Leipzig. Doch jetzt ist so ein nachtaktives Tier auch in den Frankfurter Zoo eingezogen. Guo Bao ist sechs Jahre alt. Das Ohrenschuppentier wirkt schon ein wenig, als ob es aus einem ganz anderen Zeitalter stammt. Wie ein Fabelwesen. Aber schließlich reicht sein Stammbaum mindestens 47 Millionen Jahre zurück. Guo Baos Körper ist fast vollständig mit Hornschuppen besetzt. Das ist einzigartig unter den Säugetieren. Jessica Grünewald, Tierpflegerin Zoo Frankfurt „In ihrem Heimatland werden sie leider gerne gegessen. Als Delikatesse und dummerweise werden ihren Schuppen medizinische Heilzwecke zugesprochen. Was aber vollkommener Quatsch ist, weil die Schuppen aus dem gleichen Material bestehen, wie unsere Fingernägel. Und die nimmt ja auch keiner dafür. Das ist so ihr Hauptgrund, und dass sie leider in illegale Wildfallen geraten, die nicht für sie bestimmt sind, aber sie laufen auch darein.“ Durch ihren Schuppenpanzer sind Guo Bao und seine Artgenossen relativ langsam und deshalb leicht zu fangen. Sie gehören zu den am häufigsten geschmuggelten Säugetieren auf dem internationalen Schwarzmarkt. In ihrer asiatischen Heimat sind sie vorm Aussterben bedroht. Zoobesucher bekommen sie nur selten zu Gesicht. Nicht nur, weil die Ohrenschuppentiere nachtaktiv sind. Es gibt sie in Europa nur in Prag, Leipzig und seit Juni in Frankfurt. Jessica Grünewald, Tierpflegerin Zoo Frankfurt „Die Schwierigkeit, sie in Zoos zu halten, besteht hauptsächlich darin, dass man genügend Gehege braucht, denn die Schuppentiere sind einzelgängerisch lebende Tiere. Das heißt, man braucht für jedes Schuppentier ein einzelnes Gehege. Das Futter ist ein bisschen kompliziert. Wir haben das große Glück, dass dieses Tier aus Prag kam mit seinem Futterrezept, das […]

  • Niedrigwasser erschwert Binnenschifffahrt

    Niedrigwasser erschwert Binnenschifffahrt

    Die Hitze hat Hessen und Rheinland-Pfalz weiter fest im Griff – 2026 hat es bisher viel zu wenig geregnet. Das zeigt sich besonders auf einer der wichtigsten Wasserstraßen Deutschlands: Der Rhein, führt immer weniger Wasser – die Pegelstände sinken immer weiter. Für die Schifffahrt in Hessen und Rheinland-Pfalz bedeutet das: Einschränkungen und wirtschaftliche Schäden. Eigentlich könnte die Orlando knapp zweieinhalb tausend Tonnen Getreide von Worms nach Krefeld fahren. Doch wegen des Niedrigwassers kann hier im Raiffeisen-Zentrum aktuell nur ein Drittel so viel geladen werden. Trotzdem kommen täglich Bauern vorbei, um ihre Ernte abzugeben. Dominic Flörsch, Raiffeisen Waren-Zentrale Worms „Die Mengen kommen momentan schneller rein, wie die Mengen weg gehen, weil in der Regel über unsere zwei Wasserstandorte Andernach und Worms haben wir in der Ernte schon 30 bis 50 Schiffe. Wir rechnen ja mit der vollen Schiffsfracht von 1000 bis 3000 Tonnen und wenn das Schiff eben nur 30 Prozent Fassungsvermögen mitnimmt, dann stellt uns das vor logistische Herausforderungen, die wir auch versuchen auf LKW umzuladen.“ Doch um zum Beispiel die Orlando zu ersetzen, wären 100 LKW notwendig. Das Niedrigwasser sorgt also für steigende Transportkosten. Das könnte der Verbraucher bald auch im Supermarkt – und auch an der Zapfsäule merken. Denn auch ein großer Teil Öl und Treibstoff wird über Wasserstraßen transportiert. Die Deutsche Transport-Genossenschaft Binnenschifffahrt fordert, dass die Anlegemöglichkeiten und stellenweise auch die Fahrrinne des Rheins vertieft werden müssten. Nur so könne es eine Zukunft für die Binnenschiffer geben. Roberto Spranzi, Deutsche Transport-Genossenschaft Binnenschifffahrt „Ich bin jetzt 45 Jahre in der Binnenschifffahrt. Ich habe diese niedrigen Wasserstände so früh im Jahr noch nicht erlebt. Wenn dieser Umstand jetzt noch lange anhält – lange ist für mich jetzt über den Juli hinaus – dann werden wir sicherlich Probleme bekommen mit der Versorgungssicherheit.“ Der Pegel bei Worms steht trotz einiger Regenschauer heute Mittag aktuell […]

  • Streit über den Abschuss von Wölfen

    Streit über den Abschuss von Wölfen

    150 Jahre lang galt der Wolf in Deutschland als ausgerottet. Erst vor gut 25 Jahren kehrten die ersten Rudel zurück. Für Naturschützer ein Erfolg, für viele Landwirte ein richtiges Problem: Denn Wolfsrudel reißen immer wieder Weidetiere. Jetzt hat Hessen reagiert. Im Lahn-Dill-Kreis sollten vier Jungwölfe geschossen werden. Umweltverbände liefen Sturm – und stoppten den Abschuss per Eilantrag. Landwirt Bernd Weyel kümmert sich leidenschaftlich um seine Tiere. Drei seiner Schafe hat er mit der Hand aufgezogen. Im März dann der Schock: Ein Wolfsrudel reißt vier Schafe und ein Kalb. Bernd Weyel, Landwirt aus Driedorf „Von den vier Schafen war eins völlig aufgefressen, das war eigentlich nur noch Skelett. Und die anderen waren entsprechend weniger von gefressen. Aber man konnte schon erkennen das war weit mehr als ein Tier in jedem Fall.“ Untersuchungen zeigen: Ein ganzes Rudel hat Weyels Tiere angegriffen – eines von drei Wolfsrudeln in Hessen. Immer wieder klagen Landwirte über die steigende Wolfspopulation. Ende Juni zog das Land Konsequenzen und stellte einen „Wolfsmanagementplan“ vor. Demnach dürfen künftig bis zu 40 Prozent der Jungwölfe geschossen werden. Tot aufgefundene Tiere – wie zuletzt zwei im Lahn-Dill-Kreis – werden auf die Abschussquote angerechnet. Dadurch könnten auch weniger Tiere erlegt werden. Sogenannte Problemwölfe, die Weidetiere reißen, können noch obendrauf kommen. Konkret heißt das für den Lahn-Dill-Kreis: Zu den zwei bereits tot aufgefundenen Jungwölfen sollen zwei weitere geschossen werden. Doch Naturschützer stoppten die Jagd nun durch einen Eilantrag am Verwaltungsgericht Kassel – aus Sorge, dass zu viele Abschüsse die Art gefährden. Thomas Norgall, BUND Hessen „Der hessische Umweltminister hat eigentlich einen Bekämpfungsplan vorgelegt und Nichts, um nur den Konflikt zwischen Wölfen und Weidetieren zu regeln. Er zielt darauf hab die Wölfe in Hessen stark zu dezimieren und wir haben schon ganz wenig Wölfe, da sind sie schnell ausgerottet.“ Laut Hessen-Forst leben aktuell 15 Wölfe in Hessen. Das Landwirtschaftsministerium hält trotz der […]

  • Gedenken an die Opfer der Ahrtal-Flut

    Gedenken an die Opfer der Ahrtal-Flut

    Gordon Schnieder war vor fünf Jahren einfacher Landtagsabgeordneter, persönlich ist er keinerlei Rechenschaft für die Flutnacht schuldig. Gestern Abend aber sprach er bei einer Gedenkveranstaltung für den Staat – und übernahm Verantwortung für die Flutkatastrophe. Das kam bei den Menschen vor Ort im Ahrtal fast durchweg gut an. Sie haben förmlich auf diese Entschuldigung seit Jahren gewartet. Vor der Gedenkfeier in Bad Neuenahr-Ahrweiler besucht der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder die soziale Einrichtung Lebenshilfe in Sinzig. Hier starben vor fünf Jahren während der Hochwasserkatastrophe zwölf Menschen mit geistiger Behinderung. Innerhalb von drei bis vier Minuten stand das Erdgeschoss der Einrichtung unter Wasser. Für die Menschen, die dort schliefen, viel zu schnell, um rechtzeitig zu fliehen. Wer oben wohnte, kam mit dem Leben davon. Heinz-Josef Ullrich, Überlebender der Flutkatastrophe „Auf einmal denke ich, was ist denn jetzt los? Da stand die Brühe ungefähr schon so, Und dann war ich oben auf dem Balkon und dann konnte man nach und nach sehen, wie die Pestalozzistraße die Container runterkamen.“ Das Lebenshilfe-Haus in Sinzig ist mittlerweile wieder aufgebaut. Die Bewohner von damals wohnen jetzt an anderen Standorten. Im ersten Stock sind mittlerweile hilfsbedürftige Jugendliche untergebracht. Ein Neuanfang an einem Ort, der lange mit Trauer verbunden war. Bei der Gedenkfeier in Bad Neuenahr-Ahrweiler würdigt Bundeskanzler Friedrich Merz den Einsatz der Helfer und die Fortschritte beim Wiederaufbau. Außerdem hebt er die Verpflichtung des Staates hervor, die Bürger bei Naturkatastrophen zu schützen. Friedrich Merz (CDU), Bundeskanzler „Die Bundesrepublik Deutschland ist gegründet worden als ein Land, das dem selbstgestellten Anspruch nach, keinen Schutzbedürftigen Menschen schutzlos lässt gegenüber Naturgewalten. Keinen Mann, keine Frau, kein Kind.“ Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder stellt aber klar, dass der Staat sein Versprechen, die Menschen zu schützen, bei der Hochwasserkatastrophe im Ahrtal nicht eingehalten habe. Gordon Schnieder (CDU), Ministerpräsident „Der Staat hat in dieser Nacht […]

  • Wiederaufbau im Ahrtal

    Wiederaufbau im Ahrtal

    Eine Frage wird immer lauter: Warum wurden viele der Gebäude an genau dem Ort wieder aufgebaut, an dem sie in den Fluten untergegangen sind? Wurden also beim Wiederaufbau Fehler gemacht? Überall in Bad Neuenahr-Ahrweiler wird gebaut. Denn vieles hatte die Flut zerstört. Die Stadt gleicht einer riesigen Baustelle. 420 Maßnahmen laufen hier gerade parallel. Hier wird die Kita Sankt Pius neu aufgebaut. Das Wasser stand in der Flutnacht hier rund 1,20 Meter hoch, deshalb wird das Erdgeschoss jetzt höher gebaut. Herbert Wiemer, Aufbau- und Entwicklungsgesellschaft Ahrweiler „Im Grunde versuchen wir tatsächlich über die Wasserlinie zu kommen. Also immer dann, dass man die kritische Infrastruktur oder den Fußboden eben mindestens 20, 30 cm über eine statistische Wasserlinie bringt. Der beste Schutz an der Stelle ist tatsächlich, das Wasser draußen zu halten, das versuchen wir.“ Auch die Bachemer Brücke wird neu gebaut. Rund 20 Meter länger als vorher. Generell wurden alle neuen Brücken im Ahrtal jetzt so gebaut, dass sie einerseits standsicher sind und sich andererseits vor ihnen bei einer Flut kaum Wasser und Geröll staut. Es geht voran im Ahrtal, das sieht man an vielen Orten. Auch in Sachen Infrastruktur. Die Ahrtalbahn ist nach dem Wiederaufbau moderner als je zuvor. Seit Mitte Dezember rollen die Züge wieder durch das gesamte Ahrtal. Auch viele Privathäuser sind mittlerweile renoviert oder wurden neu aufgebaut, an derselben Stelle wie vorher – viele nah am Fluss. Ist das sinnvoll? Professor Jörn Birkmann ist der Leiter des Instituts für Raumordnung und Entwicklungsplanung der Uni Stuttgart. Er entwickelt Strategien für einen nachhaltigen Bau nach Flutkatastrophen und war auch am Wiederaufbauprozess im Ahrtal beteiligt. Er sagt: Gerade in Bezug auf Privathäuser hätte man einiges anders machen können. Prof. Jörn Birkmann, Institut für Raumordnung und Entwicklungsplanung Uni Stuttgart „Man hätte vielleicht auch beim privaten Wiederaufbau ein paar mehr Incentives, Impulse, […]