Naturbad in Schwalbach wegen Nilgänsen geschlossen
Nilgänse werden bei uns in Hessen und Rheinland-Pfalz für einige Menschen immer mehr zum Ärgernis. Als invasive, sprich: ursprünglich nicht in Deutschland beheimatet Art breitet sich die Nilgans an unseren heimischen Gewässern aus. Besonders groß ist der Ärger, wenn sich Nilgänse ausgerechnet dort breit machen, wo auch Menschen gerne baden. Denn ihre Hinterlassenschaften gelten als gesundheitsgefährdend. Im Naturbad in Schwalbach am Taunus sorgen nun offenbar Nilgänse dafür, dass menschliche Badegäste leider draußen bleiben müssen. Es ist nicht nur eine Nilgans, sondern gleich eine ganze Mannschaft, die das Naturbad in Schwalbach gerade so regelmäßig aufsucht wie sonst nur Badegäste mit Dauerkarte: Hier erwischt von der Überwachungskamera in den frühen Morgenstunden. Obwohl Nilgänse nicht unbedingt als scheu gelten, kommen sie lieber nur außerhalb der offiziellen Öffnungszeiten her – spätestens, wenn der erste Bad-Mitarbeiter morgens das Tor aufschließt, suchen sie das Weite. Was bleibt, ist ihr Kot im Wasser – spätestens hier ist für den Badbetreiber Schluss mit putzig. Kai-Thorsten Lorenz, Geschäftsführer Wasserversorgung Main-Taunus „Auf der einen Seite sind sie natürlich nett anzuschauen und gehören auch irgendwo zu einem Naturbad dazu. Aber wenn wir natürlich so schnell unsere Werte reißen, dann haben wir ein Problem. Weil irgendwo wollen ja die Leute auch schwimmen gehen. Und nur weil die Vögel jetzt hier sitzen, ist es das nicht. Und wir müssen gucken, dass sie irgendwo anders wohnen, und nicht hier bei uns.“ Anders als in normalen Freibädern wird das Wasser in Naturbädern nicht gechlort, sondern in so genannten Regenerationsbecken natürlich aufbereitet. Dabei gelten besonders strenge Grenzwerte, etwa für E-Coli-Bakterien. Weil die im Naturbad Schwalbach seit Tagen regelmäßig überschritten werden, sind die beiden großen Becken für Badegäste derzeit gesperrt – nur im Babybecken wird noch geplanscht. Und das mitten in den Sommerferien – kein Wunder, dass die Stadt nach einer möglichst schnellen Lösung für das Nilgans-Problem […]


