Natur

  • Weihnachtsgeschenke für Zootiere

    Weihnachtsgeschenke für Zootiere

    Nur noch drei Tage sind es bis zum Heiligen Abend, nicht mehr lange also bis zur Bescherung. Im Zoo Neuwied ist jetzt schon Weihnachten – inklusive Geschenke auspacken. Hier ist Türchen 21 in unserem Adventskalender. Merry Christmas! Im Affenhaus des Zoo Neuwied ist heute Bescherung. Kaum sind die Geschenke da, stürzen sich 16 Totenkopfäffchen auf einmal darauf. Da wird gezogen und gezerrt – aber auch im Teamwork klappt es mit dem auspacken ganz gut. 16 Äffchen außer Rand und Band. Geschenke gibt es hier im Zoo aber nicht nur in der Weihnachtszeit. Alexandra Japes, Kuratorin Zoo Neuwied „Futtersuche ist im Freiland einfach ein großer Teil des Tages eines Tiers. Und wenn wir das einfach immer nur in Schalen anbieten, dann ist es den Tieren einfach langweilig und die sind zu wenig beschäftigt.“ Und so müssen sich die kleinen Äffchen etwas anstrengen, um viele süße Cranberries aus den Paketen zu holen. Sobald alles aufgefuttert ist, werden die Pakete allerdings links liegen gelassen, unsere Kamera ist auf einmal viel interessanter. Da schaut Löwe Schröder ganz schön neidisch, denn bei den Wasserschweinen gibt‘s ein Geschenk im XXL-Format: Einen Kürbis, der so groß ist, dass er sogar mit dem Radlader ausgeliefert werden muss. Doch das interessiert die beiden Capybaras Judy und Vega herzlich wenig. Tierpflegerin Corinna muss erst ein bisschen nachhelfen, bevor sich die beiden zum Geschenk bequemen. Doch dann wird herzhaft geschlemmt. Während sich Judy den dicken Kürbis vornimmt, bevorzugt Vega eher leichte Kost. Alexandra Japes, Biologin „Capybaras sind ja südamerikanische Nagetiere, Wasserschweine auch genannt. Und ernähren sich im natürlichen Lebensraum vor allen Dingen von Wasserpflanzen und eben auch viel von Wurzeln. Und solche harte Nahrung ist eben auch wichtig, damit sich die Nagezähne auch entsprechend abnutzen. Die wachsen das ganze Leben lang weiter. Und bei denen ist es tatsächlich so – anders […]

  • Untersuchungsausschuss reist ins Ahrtal

    Untersuchungsausschuss reist ins Ahrtal

    Fünf Monate ist es jetzt her, dass die Ahr nach tagelangem Starkregen zu einem reißenden Strom anwuchs und die Dörfer im Tal zerstörte. 134 Menschen starben. Schon kurz danach stellte sich heraus: Viele Anwohner sind nicht rechtzeitig und nicht ausreichend gewarnt worden. In der Kritik stehen insbesondere Innenminister Roger Lewentz, die damalige Umweltministerin Anne Spiegel und der Landrat des Kreises Ahrweiler Jürgen Pföhler. Gegen letzteren ermittelt die Staatsanwaltschaft Koblenz unter anderem wegen fahrlässiger Tötung. Der daran angelehnte Untersuchungsausschuss im rheinland-pfälzischen Landtag hat heute mit der öffentlichen Beweisaufnahme begonnen. Schuld am 15. Juli. Das Hochwasser hat große Teile des Dorfes weggerissen. Heute sind die Trümmer weitestgehend beseitigt. Doch was bleibt, ist die Frage: Hätte die Katastrophe verhindert und Menschenleben gerettet werden können? Die Antwort soll der Untersuchungsausschuss „Flutkatastrophe“ liefern. Dafür ist er heute zu mehreren Ortschaften ins Ahrtal gereist. Martin Haller, SPD, Vorsitzender des Untersuchungsausschusses „Fragestellung heute und Gegenstand des Beweisantrages ist, inwieweit Geologie und Topographie des Ahrtals eine Rolle bei dieser Flutkatastrophe gespielt haben. Das gilt es heute zu erhellen, dem wird der Ausschuss heute nachgehen mithilfe des Sachverständigen Herr Professor Wieber.“ Der Sachverständige vom Landesamt für Geologie hatte dem Ausschuss zuvor ein Gutachten vorgelegt. Demnach sei das Gestein im Tal nur sehr wenig aufnahmefähig für Wasser. Der darauf liegende Boden sei feinkörnig und könne nur sehr langsam und ebenfalls nur geringe Mengen Wasser aufnehmen. So habe sich der viele Regen im Juli in der Ahr angestaut. Auch aufgeschüttete Böden wie unter diesem Haus seien sehr anfällig dafür, weggespült zu werden. Ziel des Ausschusses ist es nun, herauszufinden, ob solche möglichen Gefahren vor der Katastrophe bekannt waren. Gordon Schnieder, CDU, Obmann der CDU-Landtagsfraktion „Wir wollen ja schauen, ob es Hinweise dafür gibt, dass es politische Verantwortung gibt, dass menschliche Fehler aufgetreten sind, dass organisatorische Fehler aufgetreten sind und dazu werden […]

  • Tiny Houses für das Ahrtal

    Tiny Houses für das Ahrtal

    Neben der politischen Aufarbeitung gehen natürlich auch die Wiederaufbauarbeiten im Ahrtal weiter. Viele von der Flut Betroffene kamen anfangs in Behelfsunterkünften oder bei Famile, Freunden oder Bekannten unter. Doch viele sehnen sich wieder nach einem eigenen Dach über dem Kopf und in das können jetzt immer mehr Menschen einziehen. Nämlich in extra bereitgestellte kleine Häuser, sogenannte Tiny Houses. Martha Weiberg hat in der Flutnacht fast alles verloren. Seitdem lebt die 66-Jährige mit Tochter, Sohn und zwei Enkelkindern in einer Zwei-Zimmer-Wohnung. Sie sehnt sich wieder nach einem eigenen Zuhause. Martha Weiberg „Wenigstens eine Überbrückung, dass ich irgendwo hin kann und nicht immer bei meiner Tochter wohnen kann. Weil ich möchte mein eigenes Reich haben, meine eigene Wohnung haben. Und mich selber bewegen können, mein Sohn und ich.“ Bald schon kann Martha Weiberg in ein Tiny House einziehen, ausgestattet mit Küche, Bad, Schlafzimmer, Internet und Wohnraum für bis zu fünf Personen. An mehreren Orten im Ahrtal entstehen gerade solche Wohnsiedlungen wie hier in Sinzig. Finanziert werden sie unter anderem von der „Aktion Deutschland hilft“, die seit der Flut rund 270 Millionen Euro an Spenden erhalten hat. Manuela Roßbach, Vorstand „Aktion Deutschland hilft“ „Ich finde, es ist eine schöne Art der Anordnung. Es gibt noch eine kleine Terrasse, das heißt, wenn Sommer kommt, kann man sich auch mal nach draußen setzen mit seinem Tisch. Und ich glaube, die Leute können hier überbrücken.“ Bis zu drei Jahre sollen die Tiny Houses den Flutopfern ein Zuhause auf rund 35 Quadratmetern geben. Anschließend sollen sie verkauft und die Erlöse dann wieder für die Fluthilfe eingesetzt werden. Die Häuser verschaffen Zeit beim Projekt Wiederaufbau, sagt Sozialminister Alexander Schweitzer bei der Übergabe der Sinziger Tiny-House-Siedlung. Alexander Schweitzer, SPD, Sozialminister Rheinland-Pfalz „Realistischerweise ist es: Es wird alles auch noch eine Weile dauern, bis tatsächlich die Aufbauarbeiten komplett abgeschlossen sind. […]

  • Weihnachtsbaum selbst schlagen

    Weihnachtsbaum selbst schlagen

    Wie steht es eigentlich um Ihren Weihnachtsbaum in diesem Jahr? Falls Sie noch auf der Suche sind: Wie wäre es denn damit, ihn einfach selbst zu schlagen? Vielerorts ist das ganz legal möglich. Der Countdown läuft – denn bis Heiligabend sind es nur noch zehn Tage. Alle Jahre wieder ist er der Star im Wohnzimmer von Millionen Deutschen: der Weihnachtsbaum. Tannengrün und Lichterglanz machen das Fest zur runden Sache und haben einfach Tradition. So auch für Familie Heidebrecht aus Hüttenberg bei Wetzlar. Doch mit einer Tradition wollen sie in diesem Jahr brechen – und den Weihnachtsbaum nicht wie sonst beim Händler um die Ecke holen. Eva Heidebrecht, Mediengestalterin aus Hüttenberg „Ja, das ist natürlich schon jetzt irgendwie so neie Aktion, gemeinsam als Familie. Man macht sich bereit, geht in den Wald und, genau, sägt den Baum. Das ist natürlich schon so ein Naturerlebnis auch irgendwie. – Definitiv, ja.“ Zusammen mit ihren Töchtern Alma und Ida begeben sich Jonas und Eva Heidebrecht auf die Suche nach ihrem ganz persönlichen Weihnachtsbaum. Unterstützung bekommen Sie von Karl-Wilhelm Fladerer, der hier nördlich von Wetzlar auf über einem halben Hektar rund 2.000 Bäume anbaut. Darunter heimische Fichten, Kiefern und Tannen. Sein Geheimtipp: die Korktanne. Karl-Wilhelm Fladerer, Weihnachtsbaumanbauer aus Haiger „Die Korktanne ist immer ein schmaler Baum, wie man das hier sehen kann. Aber sie ist ein dichter Baum. Sie hat einen starken Harzüberzug auf den Nadeln und verliert damit sehr wenig Wasser. Behält im Weihnachtszimmer Farbe und Form und verliert keine Nadeln.“ Doch Familie Heidebrecht kommt es auch auf andere Werte an. Und so fällt die Entscheidung am Ende auf diese sechs Jahre alte Nordmanntanne. Jonas Heidebrecht, evangelischer Jugendreferent aus Hüttenberg „Der ist uns direkt ins Auge gesprungen. Er hat eine gute Größe, so 1,60 ungefähr. Passt perfekt rein, perfekt auf das kleine Tischchen. Nicht […]

  • Der Wald der Zukunft

    Der Wald der Zukunft

    Ein Blick über die Eifel. Eigentlich ein schönes Panorama. Bei Mürlenbach in der Vulkaneifel liegt der Waldanteil bei rund 80%. Doch der Klimawandel hat auch hier zu einer Massenvermehrung des Borkenkäfers geführt. Durch die Dürre der vergangenen Jahre konnten sich die Fichten gegen den Schädling nicht wehren. Viele Bäume sind unwiederbringlich abgestorben. Noch ganz junge Linden. Sie sind gerade mal ein Jahr alt. Dieser Punkt bedeutet: hier kommt eine Esskastanie hin. Eine von vielen, die die Forstarbeiter zurzeit in den Eifelwaldboden setzen. Insgesamt acht verschiedene Baumarten werden in die Wälder des Forstamtes Gerolstein gepflanzt. Viele Laubbäume. Setzlinge, aus denen in den kommenden Jahrzehnten ein gesunder, robuster Wald entstehen soll. Michael Zander, Revierleiter Mürlenbach „Hier, wo wir mit guten Lichtverhältnissen zu tun haben, setzen wir auf Kirsche, Esskastanie. Eigenschaften dieser Baumarten sind, gerade bei der Esskastanie, dass sie mit sehr wenig Wasser auskommt, die Wärme gut verträgt und auch noch wenig Nährstoffe braucht. Was wir hier im Bundsandsteingebiet auch haben.“ Wir sind im Zukunftswald. Ein Projekt von Landesforsten Rheinland-Pfalz und dem Unternehmen Gerolsteiner Brunnen. Der Wald der Gegenwart: hier in der Vulkaneifel ein Nadelwald mit vielen Fichten. Die brauchen viel Wasser und überleben nicht mehrere Dürrejahre hintereinander. Waldexperten wissen das schon seit einiger Zeit. Martin Lotze, Projektleiter Forstamt Bitburg „Wir haben natürlich schon … seit über 20 Jahren wissen wir, dass der Klimawandel den Wald beeinflussen wird und deswegen hat man sich damals schon entschlossen, stabilere Baumarten zu pflanzen. Zuerst waren es Eichen und Buchen und inzwischen sind aber auch andere Baumarten dazugekommen.“ Und das ist auch dringend notwendig, damit der Wald überlebt. Gepflanzt im großen Stil, das heißt bis zu 4.000 Bäume an einem Tag, wird im Gerolsteiner Zukunftswald seit 2019. Esskastanien und Kirschen brauchen zehn Jahre um 5 Meter zu wachsen. Die Setzlinge sind noch nicht sehr robust. Michael […]

  • Löwen-Nachwuchs im Zoo Neuwied

    Löwen-Nachwuchs im Zoo Neuwied

    Im Zoo Neuwied gibt es prominenten Nachwuchs. Drei gesunde Löwenwelpen erkunden seit einer Weile ihre Umgebung: Alore, Malik und Thabo. Für die Eltern, den Vater Schröder und die Mutter Zari ist es bereits der dritte Wurf. Dementsprechend routiniert sind die ersten Wochen des diesjährigen Nachwuchses verlaufen. Nach und nach geht es für Alore, Malik und Thabo nach draußen. Mama Zari hat das Trio im Blick. Die Geburt hatte sich nicht so offensichtlich angekündigt wie bei Menschen. Alexandra Japes, Kuratorin Zoo Neuwied „Wenn die Niederkunft ansteht, das merken wir daran, dass das Gesäuge anschwillt von der Löwin, dann wird die Löwin nachts ins Haus gebracht, weil üblicherweise die Geburten nachts stattfinden. Und dann schauen wir immer morgens auf der Kamera nach, was nachts passiert ist. Und wenn wir sehen, dass Nachwuchs da ist, dann wird erst mal gar nichts gemacht. Dann wird das Licht wieder ausgemacht und dann lassen wir die Tiere auch in Ruhe, sodass sich ein Mutter-Kind-Bindung aufbauen kann.“ Das war wie in der freien Wildbahn auch. Da sondert sich das Weibchen zur Geburt vom Rest des Rudels ab. Und was Schröder, den Papa, angeht: Der musste ein bisschen warten, bis er mit seinem Nachwuchs spielen durfte. Alexandra Japes, Kuratorin Zoo Neuwied „Das ist am Anfang ganz klar: Der hat am Anfang nicht zu den Jungtieren zu gehen, passt auf und gibt da ganz klare Ansagen, was er zu tun und zu lassen hat. Das ging diesmal sehr schnell, diese Phase, weil Schröder und Zari da ein eingespieltes Paar sind. Das ist jetzt schon ihr dritter Wurf gemeinsam.“ Die kleine Alore hatte am Anfang ein Problem mit ihren Augen. Sie lief häufiger gegen das Gitter, oder tappte in den Wassernapf. Alexandra Japes, Kuratorin Zoo Neuwied „Da haben wir dann auch eine Augenspezialistin, also eine Tierärztin, die sich auf Augenheilkunde […]

  • Rückepferd im Einsatz im Wald in Ober-Olm

    Rückepferd im Einsatz im Wald in Ober-Olm

    Wir wollen Ihnen noch Polly vorstellen. Polly ist ein Rückepferd und stapft diese Woche fleißig durch den Ober-Olmer Wald. Doch nicht einfach nur zum Spaß. Polly zieht Baumstämme vom Inneren des Waldes an den Wegrand. Das fleißige Pferd ersetzt eine schwere Maschine. So werden noch lebende Bäume und der Boden geschützt. Leonie Münzer, Forstamt Rheinhessen „Man kann sich das ein bisschen so vorstellen, wie mit einem Teig beim Backen. Wenn man da von oben fest draufdrückt mit einem großen Gewicht, dann drückt er sich zur Seite oder zusammen, und genau so ist mit dem Boden auch, wenn er nass ist. Und Polly läuft hier nur mit ihren Hufen punktuell drüber und hat ein deutlich geringeres Gewicht als die Maschine, also viel bodenschonender.“

  • „Es war doch nur Regen!?“ – ein Buch über die Flutkatastrophe

    „Es war doch nur Regen!?“ – ein Buch über die Flutkatastrophe

    „Es war doch nur Regen!?“ hat es in die Spiegel-Bestsellerliste geschafft hat. Die fünfte Auflage ist vergriffen, eine sechste erscheint jetzt. Ein Taschenbuch über die Hochwasserkatastrophe im Ahrtal vor gut vier Monaten, geschrieben von einem BKA-Beamten, der mittendrin war in der Katastrophe, deren Folgen die rund 100.000 Bewohner des Ahrtals noch Jahrzehnte beschäftigen wird. Das Ahrtal kurz nach der Flut. Eine Zerstörung, deren Ausmaß immer noch unfassbar ist. Die Nacht zum 15. Juli 2021 macht Tausende Obdachlos. 134 Menschen sterben, mehr als die Hälfte stammen aus Bad-Neuenahr-Ahrweiler. Andy Neumann, BKA-Beamter „Am Morgen nach der Flut war das ein totales Chaos. Das kann man sich ganz gut vorstellen. Da waren knapp zweo Meter oder über zwei Meter Wasser und da schwamm alles Mögliche drin. Das lag am nächsten Morgen überall – auf der Straße, auf den Gehwegen, alles war voller Schlamm. Die Straßenlaternen lagen auf der Straße und waren im Weg. Das war schon Kriegsszenario Andy Neumann lebt in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Irgendwo im Stadtteil Ahrweiler. Wo genau sein Haus steht, sollen wir nicht verraten. Der BKA-Beamte war viele Jahre als Ermittler im Terrorismusbereich tätig. Als Mitte Juli das Wasser kommt, ist er mit seiner Frau und seinen Kindern im ersten Stock. Alle überleben. Andy Neumann, Buchautor „Ich habe das Buch ja nicht schreiben wollen, sondern wollte Protokolle auf Facebook schreiben. Also, um mich selbst damit ein Stück weit zu therapieren und um das, was ich erlebt hatte, einfach niederzuschreiben. Das haben sehr viele Menschen gelesen. Und dann kam mir die Idee, ich könnte ein Buch draus machen. Das habe ich meinem Verlag dann vorgeschlagen, und der Verlag ist sofort mitgegangen, auch bei meiner Idee daraus ein karitatives Projekt zu machen. Und dann habe ich mir die Zeit einfach genommen, um das zu schreiben.“ Aus einem Protokoll auf Facebook wird ein Buch. […]

  • Hilfe für Igel in Kirchwald

    Hilfe für Igel in Kirchwald

    Wildtiere haben es hierzulande oft nicht leicht. Wachsende Städte, Steingärten und gründlich gemähter Rasen nehmen ihnen den Lebensraum. Vor allem Igel finden oft nicht genug zu fressen. Hinzu kommen noch Gefahren wie Autos und Rasenmäher. Auf Pflegestationen sind sie quasi Dauergäste, vor allem jetzt im Herbst. Doch auch Privatleute können viel tun, um die stacheligen Tiere zu unterstützen. So langsam wird es eng für kleine Igel. Nach ihrer Geburt im Sommer haben sie nur wenig Zeit, sich genug Winterspeck anzufressen. Diese Patienten auf der Igelstation in Kirchwald in der Eifel werden über die kalten Monate wohl hier bleiben müssen. Sie haben Untergewicht, sind von Parasiten befallen oder verletzt. So wie diese Igeldame. Deniz Efe, Fachkraft für Wildtierrehabilitation: „Die war in einer Praxis, mit der wir zusammenarbeiten, weil die einen Unfall hatte. Und die hatte Wunden am Fuß. Und die waren aber so schlimm und das Gelenk war kaputt, deswegen mussten die das Füßchen amputieren. Und deswegen ist die jetzt hier. Das funktioniert meistens ganz gut mit den Hinterbeinen von den Igeln aber wir haben die jetzt über den Winter erst mal zur Beobachtung da, ob die sich die wund läuft, den Stumpen hinten, oder ob das ganz gut funktioniert und dann kann sie wahrscheinlich im Frühjahr ausgewildert werden.“ In Hochzeiten kümmert sich das Team schon mal um bis zu 50 Igel gleichzeitig. Auch jetzt gegen Ende der Saison kommen noch täglich Anrufe wegen gefundener Tiere. Doch nicht alle muss die Station auch aufnehmen. Generell gilt: Wer einen Igel findet, sollte ihn erst einmal beobachten. Lässt er sich einfangen, zu allererst wiegen. Mindestens 500 Gramm muss das Tier haben, um über den Winter zu kommen. Deniz Efe, Wildvogel-Pflegestation Kirchwald: „Was so Anzeichen sind, dass ein Igel nicht okay ist, ist, dass die im Kreis laufen – also dann haben die meistens […]

  • Galloway-Rinder im Weinberg

    Galloway-Rinder im Weinberg

    Wenn Sie auf dem Binger Rochusberg zwischen den Weinbergen entlangschlendern, staunen Sie nicht schlecht. Denn: Mitten in der bekannten Weinlage – zwischen den Reben – grasen Galloway-Rinder. Was schottische Rinder in Bingen zu suchen haben, das verrät Ihnen der Mann, der hinter dem Pilotprojekt steht. Heute steht für die Galloway-Rinder von Felix Prinz zu Salm-Salm ein Umzug an. Die schottischen Nutztiere ziehen von dieser Weide in einen Weinberg. Prinz Felix und sein Mitarbeiter treffen die letzten Vorbereitungen. Dann kann es losgehen. Die sieben Rinder müssen nur einige Hundert Meter zu ihrem neuen Futterplatz zurücklegen. Doch am Wegesrand gibt es so einige Ablenkungen. Am Zielort wartet auf die Galloways schon ein reichhaltiges Buffet. Prinz Felix hat sich die Tiere vor sechs Wochen zugelegt. Seitdem streifen sie durch seine Weinberge. Felix Prinz zu Salm-Salm, Winzer und Galloway-Halter „Es geht hier grundsätzlich um das Thema ´regenerative Landwirtschaft´ und das ist an sich ein relativ neues in Deutschland. Es geht darum: Wie können wir den Boden, der uns anvertraut ist, bewirtschaften, um ihn möglichst besser, lebendiger, fruchtbarer in die nächste Generation auch weiterzubringen. Und Tiere spielen bei der regenerativen Landwirtschaft eine große Rolle.“ Denn: Wer viel futtert, düngt auch viel. Und der Dung, den die Rinder produzieren, bietet beste Voraussetzungen für eine Verbesserung des Bodens. Felix Prinz zu Salm-Salm, Winzer und Galloway-Halter „Das ist, wo wir uns einfach lebendigere Böden erhoffen, Stickstoff- und Kohlenstoffeintrag, weil der Stickstoff und letztlich Kohlenstoff eben gebunden werden im Gras – in dem, was die Kuh frisst – und dadurch eben den Boden belebt.“ Je belebter der Boden, desto ertragreicher die Traubenlese. Doch die wolligen Tiere haben noch einige andere Effekte, die die Technische Hochschule Bingen aktuell erforscht. Durch den Kot werden jede Menge Insekten angelockt, die sich dann vermehren. Felix Prinz zu Salm-Salm, Winzer und Galloway-Halter „Ein Dunghaufen […]

  • Vier Monate nach der Flutkatastrophe – im Ahrtal fahren wieder Züge

    Vier Monate nach der Flutkatastrophe – im Ahrtal fahren wieder Züge

    Durch das Hochwasser sind nicht nur Häuser und Straßen schwer beschädigt worden, auch zahlreiche Bahnstrecken wurden zerstört. Nun startet der Zugverkehr im Ahrtal wieder – zumindest auf einer Strecke. Sie rollt wieder – die Ahrtalbahn. Seit dem frühen Morgen sind die Züge wieder auf der Schiene. Zweimal pro Stunde von Remagen bis Ahrweiler und zurück. Die Neueröffnung der Strecke wird heute mit einer feierlichen Zugfahrt eingeweiht. Mit an Bord der Regiobahn 39 sind unter anderem die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Bahnvorstand Ronald Pofalla sowie Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer. Am Bahnhof von Ahrweiler heißt es dann allerdings: Endstation, bitte alle aussteigen. Der Rest der Bahnstrecke bis nach Ahrbrück ist noch immer zerstört. Bei der Flutkatastrophe am 14. Juli wurden mehrere Eisenbahnbrücken von den Wassermassen mitgerissen, 20 Kilometer Schienen weggespült. Umso größer ist heute die Erleichterung, dass man zumindest den Streckenabschnitt von Remagen bis nach Ahrweiler wieder freigeben kann – vier Wochen früher als gedacht. Malu Dreyer, SPD, Ministerpräsidentin Rheinland-Pfalz „Viele sind ja hier Pendler, sie sind mobil unterwegs, sie gehen zur Arbeit, zur Schule, was auch immer. Und es ist einfach jetzt so, dass nicht mehr Ersatzschienenverkehre fahren müssen und sie nur mit den Bussen unterwegs sein müssen, sondern, dass sie die Bahn wieder nutzen können, so wie in alten Zeiten. Und das ist einfach ein wichtiges Signal; auch wenn wir alle wissen, dass wir noch eine große Strecke vor uns haben.“ Ab Mitte Dezember sollen die Züge laut Bahn dann auch wieder bis Walporzheim fahren. Für den Rest der insgesamt 30 Kilometer langen Strecke bis Ahrbrück ist laut Bahn noch keine Prognose möglich. Ronald Pofalla, Vorstand Deutsche Bahn „Für das letzte Teilstück bis Ahrbrück können wir deshalb keine Aussage machen, weil dort fast zehn Brücken und viele Bahnübergänge komplett erneuert werden müssen. Und insbesondere bei den Bahnbrücken brauchen wir technische Klärungen, […]

  • Feine Nase im Dienst der Bahn

    Feine Nase im Dienst der Bahn

    Feldhamster, Juchtenkäfer, Ziesel – es gibt so einige Tierarten, die schon große Bauprojekte verhindert oder zumindest verzögert haben. Denn: Wer in Deutschland bauen will, muss zuerst klären, ob sich nicht vor Ort eine schützenswerte Tierart niedergelassen hat. Daher hat sich die Deutsche Bahn jetzt für neue Bauprojekte Unterstützung ins Frankfurter Team geholt. Ein tierischer Helfer, der schon mal Fährte aufnimmt. Hündin Fenna auf der Spur von Zauneidechse, Gelbbauchunke und Fledermaus. Oder besser gesagt: den Gerüchen, die sie hinterlassen. Die Labradordame ist einer von sechs neuen Artenspürhunden der Deutschen Bahn. Die Vierbeiner werden ausgebildet, bestimmte schützenswerte Tierarten aufzuspüren. Und zwar dort, wo gebaut werden soll. Jens Bergmann, Vorstand DB Netz AG „Die Hunde können uns zunächst mal sagen oder ganz klar feststellen, gibt es solch eine Art dort oder gibt es sie nicht. Wenn es sie nicht gibt, dann ist das schon mal ein erstes wichtiges Ergebnis. Wenn es sie gibt, können die Hunde die Artenkartierer ganz spezifisch dorthin führen, wo die Art lebt – also zu den Bauten beispielsweise – und damit kann man viel schneller die Ergebnisse erreichen, wetterunabhängiger und jahreszeitunabhängiger.“ Entdecken die Hunde eine schützenswerte Tierart, muss die Bahn diese vor dem Bau umsiedeln. Bislang haben Menschen die Baustellen nach Zauneidechse und Co. abgesucht. Das konnte schon mal ein ganzes Jahr dauern. Die Hunde brauchen nur eine einzige Schnüffeltour. Doch dafür braucht es Übung, zum Beispiel mit solchen sogenannten Geruchsmaschinen. Nur wenn Golden Retriever Whisper seine Nase lange genug in das richtige Loch hält, bekommt er sein Leckerli. Robert Schnell, Hundetrainer „Grundsätzlich ist es dem Hund natürlich egal, ob das eine geschützte Art ist oder nicht. Und die Hunde sind auch grundsätzlich nicht daran interessiert, Eidechsen zu finden. Wir geben im Training diesem Geruch von Eidechsen oder anderen Tieren eine Bedeutung, indem wir es konditionieren, indem wir an […]

  • Hohe Brandgefahr – Feuerwehr Bad Homburg baut „Löschanzug“ für E-Autos

    Hohe Brandgefahr – Feuerwehr Bad Homburg baut „Löschanzug“ für E-Autos

    Rund eine Million E-Autos und Hybridwagen fahren bereits durch Deutschland. Doch was viele nicht wissen: Bei einem Unfall können die Elektrogefährte schnell in Brand geraten und zur tödlichen Falle werden. Und das Löschen ist eine extrem schwierige Aufgabe. Eine Erfindung aus Hessen soll es den Feuerwehrmännern künftig einfacher machen.   Ein schwerer Unfall kurz vor einem Autobahntunnel. Die Feuerwehr kann den Brand zwar schnell löschen – doch die Akkus des E-Autos entzünden sich immer wieder aufs Neue. Ganze fünf Stunden dauert es, bis die Feuerwehrleute den Brand endlich im Griff haben. Harald Samoiski, Hauptbrandmeister Flughafen Frankfurt: „Ein Hochvoltblock brennt heißer, als es bisher Benzin getan hat. Das heißt, ich habe eine höhere Reaktionstemperatur im ersten Schritt, die natürlich eine höhere Rauchentwicklung hat. Und natürlich auch das Elektrolyt als Kühlmittel darin, was hochgiftig ist.“ Ein hochriskanter Einsatz für die Brandbekämpfer. Und selbst wenn das Feuer gelöscht scheint, ist die Gefahr noch lange nicht gebannt. Denn in den folgenden zwei Tagen kann sich der überhitzte Akku immer wieder entzünden. Harald Samoiski, Hauptbrandmeister Flughafen Frankfurt: „Wir laden das auf einen Abschleppwagen und schicken den jetzt einfach weg. Dann könnte es passieren, das auf dem Weg zum Abschleppunternehmen das Auto wieder anfängt zu brennen.“ Um das zu verhindern, muss das Wrack dauerhaft unter 80 Grad gekühlt werden. Nicht selten benutzen Feuerwehren mit Wasser gefüllte Spezialtanks. Zum Weitertransport aber denkbar ungeeignet. Und hier kommt eine Erfindung aus dem hessischen Bad Homburg ins Spiel: Eine Kunststoffplane, die mit Gurten schnell rund ums E-Auto fixiert wird. Nun wird der große Sack mit Wasser gefüllt. Der Wagen kühlt runter und kann abtransportiert werden. Der Hochtaunuskreis führt mit diesem neuen Bergungssystem erstmals in Hessen ein einheitliches Löschkonzept für E-Autos ein, das Schule machen könnte. Carsten Lauer, Kreisbrandinspektor Hochtaunuskreis: „Wir haben hier ein relativ einfaches System. Das kann sehr schnell […]

  • Ab ins Freibad – Hessen trotzen der Kälte

    Ab ins Freibad – Hessen trotzen der Kälte

    Ein schöner, herbstlicher Tag Anfang November. Was könnte es da Schöneres geben als ins Freibad zu gehen! Ja, Sie haben richtig gehört: Das Wiesenbad in Eschborn hat nämlich tatsächlich immer noch geöffnet – als letztes Freibad in Hessen. Und es ist erstaunlich gut besucht. Was vielleicht auch an der angenehmen Wassertemperatur von 28 Grad liegt. Ein bisschen wie Badewanne also. Bei 8 Grad Außentemperatur wird beim Schwimmen also bestenfalls der Kopf ein bisschen kalt. Etwas ungemütlich wird’s hier wohl nur beim Gang in die Umkleidekabine – also lieber gleich so lange wie möglich im Wasser bleiben. Peter Schäfer, Rentner: „Sehr schön! Es ist vor allem so, dass das Wasser ja warm ist. Wäre ja anders, wenn das nicht so warm wäre. Da lässt es sich gut hier aushalten.“ Uschi Schäfer, Rentnerin: „Wir wollen uns einfach im Winter auch bewegen. Und nicht nur im Freien, sondern auch im Wasser.“ Uschi Kneisel, Rentnerin: „Ich gehe jeden Tag hier schwimmen. Zwischen 9 und 10 Uhr. Und es macht mir Riesenspaß. Heute ist es halt mal so, dass ich ein bisschen mehr Laub sammele als ich schwimme.“ Ralph Neuberger, Privatier: „Das Wasser ist warm, und insofern kann man auch bei… letzte Woche hat es 3 Grad am Montag gehabt. Heute ist ja warm. Also alles gut.“ Ans Schließen denkt das Wiesenbad übrigens noch lange nicht: Das Freibad in Eschborn soll so lange geöffnet bleiben, bis keine Badegäste mehr kommen.

  • Neue Gashochdruckleitung im Ahrtal

    Neue Gashochdruckleitung im Ahrtal

    Dreieinhalb Monate ist die Flutkatastrophe im Ahrtal jetzt her. Für viele Menschen vor Ort bedeutet das auch dreieinhalb Monate voller Arbeit und großer Entbehrungen. In Bad Neuenahr-Ahrweiler kehrt mit dem heutigen Tag nun aber ein Stück Normalität zurück. Denn dort ist heute eine neue Gashochdruckleitung in Betrieb genommen worden. Kurz vor dem Winter ein ganz wichtiges Signal für die von der Flut betroffenen Menschen. Es ist ein lang ersehnter Tag für Brigitte Schmitz aus Bad Neuenahr-Ahrweiler und ihre Freundin. Wenn alles klappt, sollen sie heute endlich wieder ans Gasnetz angeschlossen werden. Monteur: „Mein Kollege, den ich dabei hab, nimmt eure Heizung wieder in Betrieb. Und das war’s eigentlich schon.“ Frau: „Das wird aber noch dauern ein paar Tage.“ Monteur: „Nee, ich denke, so eine halbe Stunde.“ Frau: „Halbe Stunde nur? Ja, super!“ Die beiden können ihr Glück kaum fassen. Brigitte Schmitz, Anwohnerin Bad Neuenahr-Ahrweiler „Ah, super, super! Einfach erleichtert jetzt, dass es warmes Wasser wieder gibt. Und die Heizung natürlich. Weil die letzten Tage hat man jedes Grad gemerkt, wo es runter ging.“ Dass Brigitte Schmitz nun endlich nach dreieinhalb Monaten wieder heizen kann, hängt mit dieser wichtigen Gasleitung zusammen. Die Hochdruckleitung, die viele Haushalte in Bad Neuenahr-Ahrweiler versorgt, ist wie vieles bei der Flutkatastrophe komplett zerstört worden. Nach weniger als 100 Tagen kann die Ministerpräsidentin heute eine neue Hochdruckleitung in Betrieb nehmen. Malu Dreyer, SPD, Ministerpräsidentin Rheinland-Pfalz „Man muss sich vorstellen, für uns alle ist es so selbstverständlich, dass wir den Wasserhahn aufdrehen und Wasser raus kommt, dass wir die Steckdose nutzen und Strom raus kommt und dass wir die Heizung aufdrehen und Wärme raus kommt. Und im Ahrtal ist seit dieser schrecklichen Naturkatastrophe der Alltag eben nicht mehr selbstverständlich und deshalb ist die Grundversorgung, jetzt wo der Winter da ist, tatsächlich etwas ganz ganz Wesentliches um den Menschen […]