Wirtschaft

  • Autozuliefer Erich Jaeger stellt Insolvenzantrag

    Autozuliefer Erich Jaeger stellt Insolvenzantrag

    Ihren 100. Geburtstag im nächsten Jahr wollten die Mitarbeiter des Automobilzulieferers Erich Jaeger aus Friedberg bestimmt auch groß feiern. Doch dazu wird es wohl nicht kommen. Denn wieder zeigt sich, wie tief die wichtigste deutsche Industriebranche – die Autoindustrie – in der Krise steckt. Es reiht sich Insolvenz an Insolvenz. Jetzt trifft es auch das hessische Traditionsunternehmen. Weltweit sind rund 1.000 Mitarbeiter von der Pleite betroffen, allein 200 hier bei uns in Deutschland. Der Hauptsitz von Erich Jaeger in Friedberg. Vor genau 99 Jahren in Bad Homburg gegründet, stellt die Firma mittlerweile Steckverbindungssysteme her – für Autos, Lastwagen und Traktoren. Zu den Kunden zählen Hersteller wie BMW und Mercedes, sowie der Rüstungskonzern Rheinmetall. Jetzt also die Insolvenz. Der Grund laut Muttergesellschaft Ad Capital: Die Umsätze sind stark eingebrochen – wegen geopolitischer Krisen und einer schwierigen Marktlage. Ein vorläufiger Insolvenzverwalter ist bestellt. „Unser Fokus liegt zunächst auf der Stabilisierung des Geschäftsbetriebs und der Lieferfähigkeit. Parallel schaffen wir Transparenz über die wirtschaftliche Situation und prüfen Sanierungsoptionen.“ Jetzt heißt es: Investorensuche. Die Insolvenz von Erich Jaeger – sie reiht sich ein in eine lange Kette von Firmenpleiten. Im vergangenen Jahr gingen in der deutschen Automobilindustrie rund 50.000 Arbeitsplätze verloren. Die Gründe sind vielfältig. Das Hin und Her beim Thema Verbrenner-Aus, billige Konkurrenz aus China, zu hohe Produktionskosten in Deutschland. Auch bei uns in Hessen und Rheinland-Pfalz gibt es nahezu täglich neue Hiobsbotschaften. Ganz aktuell auch wieder in Rüsselsheim. Der Opel-Mutterkonzern Stellantis hat jetzt angekündigt, dort im Entwicklungszentrum erneut hunderte Stellen streichen zu wollen. Dazu kommen Stellenstreichungen beim Entwicklungsdienstleister Segula, genauso wie bei den Zulieferern Stabilus und ZF in Koblenz und bei BorgWarner in Darmstadt und Langen. Die Kunden seien verunsichert, sagt Automobilexperte Jürgen Pieper. Deshalb hielten sie sich in Sachen Autokauf zurück. Und das könnte auch erst mal so bleiben. Jürgen Pieper, Automobilexperte […]

  • Initiative "Motivation Handwerk" mit Ralf Moeller

    Initiative „Motivation Handwerk“ mit Ralf Moeller

    Im deutschen Handwerk fehlen rund 200.000 Fachkräfte – Nachwuchs ist rar. Viele Betriebe müssen deshalb kreativ werden, um junge Menschen zu erreichen. Wir haben eine Kampagne in Frankfurt begleitet – mit ganz besonderem Promi-Faktor. Die Bedachungsfirma Nolte gibt es seit über 30 Jahren. Mit 14 Mitarbeitern ist das Team im Rhein-Main-Gebiet unterwegs und macht alles, was mit dem Dach zu tun hat. Von Ziegeln über Dachrinnen bis zu Photovoltaikanlagen. Jens Schirmer-Arendt kommt 2019 als Studienabbrecher dazu – heute führt der 35-Jährige den Betrieb. Auch für ihn ist es nicht leicht, Auszubildende zu finden. Jens Schirmer-Arendt, Betriebsleiter „Es ist schwierig. Das Problem ist tatsächlich, dass die wenigsten Leute tatsächlich mal auf einen Dachdecker kommen oder wir haben auch Bewerbungen, wo ich dann frage was macht denn überhaupt ein Dachdecker, was stellst du dir denn darunter vor. Und dann bekomme ich meistens die Antwort ja der ist halt auf dem Dach. Aber es wird sich gar nicht mit beschäftigt bzw. die Leute wissen gar nicht was es für Möglichkeiten gibt.“ Als Arbeitgeber braucht es heute neue Wege, um Nachwuchs zu gewinnen – etwa über Messen, Kampagnen oder Social Media. Schauspieler Ralf Moeller ist deshalb heute im Betrieb und unterstützt eine Initiative fürs Handwerk. Seine Reichweite will er gezielt nutzen. Der Hollywood-Star hat einen ganz persönlichen Bezug zum Handwerk: Sein Vater war Schlosser und hat ihm seine erste Hantel gebaut. Ralf Moeller, Schauspieler „Zu den Bee Gees  weiß ich noch, 78/79, habe ich mich auf die erste Bodybuilding-Meisterschaft vorbereitet. Und habe mich dann irgendwo auf so ein Radio so eine Kommode draufgelegt und habe ich den Bizeps trainiert. Ich habe mir so eine 7/8 Kilo Hantel gebaut. Leider ist die abhandengekommen. Ich wünschte ich hätte die noch.“ In Hessen bleiben aktuell viele Stellen im Handwerk unbesetzt. Für den hessischen Ministerpräsidenten Boris Rhein ist […]

  • Bäckereien leiden unter Energiekosten

    Bäckereien leiden unter Energiekosten

    Die Energiekrise trifft uns längst nicht nur an der Tankstelle – sondern auch im Supermarkt oder beim Bäcker. Wer morgens Brötchen holt, merkt: Die Preise steigen. Denn hohe Energiekosten setzen viele Betriebe massiv unter Druck. Ein Bäcker im rheinland-pfälzischen Waldböckelheim zeigt, wie er auf die aktuelle Lage reagiert. Während die allermeisten noch schlafen, läuft hier in der Bäckerei der Betrieb auf Hochtouren. Schon jetzt um 3 Uhr wird alles für die ersten Kunden vorbereitet. Denn die stehen ab 5 vor der Tür. Seit Anfang des Jahres machen sich die gestiegenen Energiepreise auch hier deutlich bemerkbar. Zum Beispiel wenn die  fertigen Brötchen in die einzelnen Filialen geliefert werden. Ralf Andrae, Bäckermeister „Wir haben einmal sehr hohe Kosten, was unsere Autos betrifft, wir fahren alles mit Diesel, wir haben sehr lange Strecken zum Teil bis zu 30/40 Kilometer, für einen Weg. Und natürlich klar bei den Öfen, alle Öfen sind mit Öl betrieben und auch da merken wir im Moment, dass die Preise steigen, wobei wir selber auch Ölvorräte bei uns im Lager haben für etwa sechs bis acht Wochen.“ Deshalb setzen Ralf Andrae und sein Team jetzt auf energieeffizientes Backen. Das heißt: mehr Brötchen pro Ofen – wie hier, bis zu 200 Stück in einem einzigen Backvorgang. Ralf Andrae, Bäckermeister „Einzelne Produkte, die jetzt schon im Preis gestiegen sind, die importiert werden zum Beispiel Kürbiskerne oder Sesam, die haben sich zum Teil schon jetzt bis zu 20, 30 Prozent jetzt schon erhöht wir haben Ankündigungen, das auch hier die Preise auch hier noch weiter steigen werden, wenn die Krise weiter anhält. Umgekehrt haben wir versucht verschiedene Produkte, die wir selbst herstellen umzugestalten, wir haben kleiner Größen, dass wir bei kürzeren Backzeiten mehr backen können.“ Heißt also: kleinere Brote – dafür passen mehr gleichzeitig in den Ofen. Am Preis des Brotes ändert sich […]

  • Stromnetz bremst Windradbau aus

    Stromnetz bremst Windradbau aus

    Rheinland-Pfalz hinkt seinen eigenen Zielen beim Ausbau von Wind- und Solarenergie seit Jahren hinterher. Ein zentraler Grund: die Stromnetze. In vielen Regionen sind sie bereits ausgelastet – neuer Ökostrom kann oft gar nicht mehr aufgenommen werden. Besonders deutlich zeigt sich das Problem aktuell in der Westpfalz. Auf diesem Feld in Mehlingen sollen eigentlich drei Windräder entstehen. 15.000 Haushalte könnten so mit grünem Strom versorgt werden. Der Gemeinderat hat dem Projekt bereits zugestimmt. Trotzdem glaubt Mehlingens  Bürgermeisterin Kristina Zick nicht, dass das Projekt noch umgesetzt wird. Denn: Aktuell könnten die Windräder nicht an das Stromnetz angeschlossen werden. Nach über 6 Jahren Planung für die Gemeinde frustrierend. Kristina Zick (SPD), Ortsbürgermeisterin Mehlingen „Das war einfach auch sehr viel Arbeit, die Menschen davon zu überzeugen, weil es gibt ja nicht nur Menschen, die Windräder gut finden. Das darf man einfach nicht unterschätzen, wie viel hinter diesen Genehmigungsverfahren steckt, bis man mal so ein Windrad bauen darf. Und dass es dann letztendlich an der Einspeisung scheitert, ist natürlich super ärgerlich.“ Deutschlandweit wächst der Ausbau erneuerbarer Energien schneller als die Stromnetze. In der Westpfalz ist das Problem besonders stark, denn hier wird mehr Strom produziert als verbraucht. Laut Pfalzwerken, dem zuständigen Netzbetreiber in der Region, fehlt aktuell für mehrere dutzend Projekte, wie hier in Mehlingen, der Netzanschluss. Pfalzwerke „Die Netzsituation in der Region ist angespannt. In den vergangenen Jahren sind zahlreiche neue Erzeugungsanlagen – Wind & PV – in Betrieb gegangen. (…) Eine zusätzliche uneingeschränkte Einspeisung an der genannten Infrastruktur wäre derzeit nicht möglich, ohne die Netz- und Versorgungssicherheit zu gefährden. (…) Wir arbeiten daher an der Verstärkung unseres Netzes.“ Doch genau dieser Ausbau dauert. Für Henrik te Heesen, Professor für Erneuerbare Energien an der Hochschule Trier müssen insbesondere Genehmigungsverfahren für den Netzausbau vereinfacht werden. Henrik te Heesen, Professor für Erneuerbare Energien Hochschule Trier „Bei […]

  • Lufthansa-Flugbegleiter streiken

    Lufthansa-Flugbegleiter streiken

    Schon wieder wird gestreikt bei der Lufthansa – diesmal ist es das Kabinenpersonal. Neben der Lufthansa direkt, sind auch Flüge der City-Line betroffen. Alleine in Frankfurt wurde fast die Hälfte der ursprünglich geplanten Starts und Landungen gestrichen. Über 70.000 Passagiere sind betroffen. „Aktuell kommt es aufgrund von Streikaktivitäten der Gewerkschaft UFO zu erheblichen Unregelmäßigkeiten im Betriebsablauf.“ Die Anzeigetafel im Terminal 1 des Frankfurter Flughafens spricht Bände. Wingyew Toh und seine Frau sind aus Singapur und wollen an die Amalfiküste. Ihre Reise steht unter keinem guten Stern. Wingyew Toh, aus Singapur „Eigentlich hatten wir mit Quatar gebucht, das wurde gecancelt. Also habe ich neu gebucht mit der Lufthansa, von Singapur nach Frankfurt und dann weiter nach Neapel. Gestern habe ich dann erfahren, dass es einen Streik gibt und Frankfurt – Neapel gecancelt wurde.“ Das Ehepaar fliegt jetzt stattdessen nach Rom und muss dann mit dem Zug weiter. Etwa ein Drittel ihrer Passagiere konnte die Lufthansa auf andere Flüge umbuchen. Rund 580 von ursprünglich geplanten 1350 Starts und Landungen am Frankfurter Flughafen wurden gestrichen. Daniel Lungo, aus Athen „Ich bin sehr enttäuscht darüber. Ich habe die Flugtickets bei der Lufthansa gekauft, weil die Lufthansa eine große, seriöse Fluggesellschaft ist, und ich habe nicht damit gerechnet, dass mein Flug gecancelt wird.“ Die Unabhängige Flugbegleiter Organisation UFO hatte rund 19.000 Beschäftigte der Lufthansa zum Streik aufgerufen. Es geht um einen neuen Manteltarifvertrag für den es bislang keine Einigung gibt. Die Gewerkschaft fordert unter anderem bessere Planbarkeit der Einsätze und längere Kündigungsfristen. Aus anderen Gründen streiken heute gleichzeitig Beschäftigte der Lufthansa Cityline, die vor der Schließung steht. Hier geht es unter anderem um Abfindungen nach den bevorstehenden Kündigungen. Harry Jaeger, UFO Verhandlungsführer „Die Lufthansa fährt eine knallharte Linie. Die Lufthansa wiederholt gebetsmühlenartig, sie sei verhandlungsbereit. Aber was sie damit meint, ist: Sie ist jederzeit bereit, […]

  • Chemie-Unternehmen leiden unter Iran-Krieg

    Chemie-Unternehmen leiden unter Iran-Krieg

    Hohe Spritpreise, steigende Energiekosten, explodierende Düngerpreise – fast täglich gibt es derzeit neue Hiobsbotschaften. Die ohnehin krisengeplagte Wirtschaft muss nun zusätzlich auch die Folgen des Irankriegs verkraften. Vor allem viele mittelständische Unternehmen kämpfen darum, ihre Verluste zu begrenzen. So auch der Chemiekonzern „Gechem“ in der Pfalz. Sulfaminsäure: Als Rohstoff unverzichtbarer Bestandteil von WC- und Spülmaschinen-Tabs. Für deren Herstellung muss der pfälzische Chemiekonzern „Gechem“ Sulfaminsäure aus Asien importieren – europäische Hersteller gibt es nicht. Weil man für die Herstellung der Säure Erdöl braucht, sei der Preis laut „Gechem“-Chefin Martina Nighswonger innerhalb kürzester Zeit um 30 Prozent gestiegen. Nur ein Beispiel von vielen. Martina Nighswonger, Gechem-Chefin „Es wird von Woche zu Woche schlimmer. Der Anfang war eigentlich okay, die Frachten werden teurer, Benzin, Diesel, Energie wird teurer. Aber mittlerweile ist es so, dass Rohstoffe betroffen sind. Und jetzt seit neuestem auch Packmittel. Also insbesondere Packmittel, in denen Kunststoff zum Einsatz kommt.“ Dass die angekündigte Waffenruhe im Iran die Situation schnell entspannen wird, bezweifelt Nighswonger. Ihr Unternehmen sei schon lange vor dem Irankrieg unter Druck gewesen. Martina Nighswonger, Gechem-Chefin „Seit Corona hat die Wirtschaft in irgendeiner Weise gelitten und hat sich nicht wieder richtig berappelt. Jetzt hätten wir gerade den Irankrieg, aber davor hatten wir den Überfall auf Israel, der sich auch ausgewirkt hat. Also die geopolitische Lage die greift jetzt…eigentlich seit 2019 gibt’s keine Ruhe.“ Umso entschiedenere Schritte wünscht sich Nighswonger deshalb schon seit langem beim Thema Bürokratieabbau. Martina Nighswonger, Gechem-Chefin „Ich komme mir vor, wie eine Langspielplatte, die hängt. Weil wir seit Jahren über das Thema Bürokratieabbau sprechen. Gefühlt wird es immer mehr. Deutschland braucht mal einen Plan. Einen Plan, wie die Wirtschaft wieder anspringt. Mit zusätzlicher Bürokratie springt die nicht an und der Mittelstand auch nicht. Der Mittelstand geht langsam vor die Hunde.“ Einen Teil der gestiegenen Kosten kann Nighswonger […]

  • Wie steht es um die Digitalisierung auf dem Land?

    Wie steht es um die Digitalisierung auf dem Land?

    Neben allen Nachteilen, mit denen die Wirtschaft gerade zu kämpfen hat, gibt es auch etwas, von dem die Unternehmen profitieren können – und das ist die immer weiter voranschreitende Digitalisierung. Diese Botschaft sendet zumindest das hessische Digitalisierungsministerium immer wieder und hat deshalb jetzt im nordhessischen Eschwege ein Beratungszentrum eingerichtet. Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen sollen dort lernen, welche Prozesse sie in ihren Betrieben automatisieren können und wie sie dadurch effizienter und attraktiver für Fachkräfte werden. Thomas Werning soll in Nordhessen das Gesicht der Digitalisierung werden. Ansprechbar sein für Unternehmer. Persönlich, digital oder direkt vor Ort im Betrieb. Seit Anfang des Jahres leitet er das Kompetenzzentrum für Digitalisierung im ländlichen Raum, kurz KDLR, in Eschwege. Wir waren die ersten Gespräche? Thomas Werning, Leiter Kompetenzzentrum Eschwege „Man merkt teilweise – gerade in der älteren Generation – die haben noch so ein bisschen Angst davor. KI ist gefährlich und Digitalisierung nein, ich hab das 30 Jahre lang so gemacht und ich mach es die letzten zehn Jahre auch noch so. Und das ist eigentlich, finde ich, der verkehrte Weg. Man muss da auch ein bisschen Mut haben.“ Welche Prozesse lassen sich in meinem Betrieb automatisieren? Was kann künstliche Intelligenz erledigen und wo sind ihre Grenzen. Solche Fragen werden künftig nicht nur in persönlichen Beratungen geklärt. Thomas Werning plant auch Workshops, Webinare und Netzwerktreffen hier vor Ort in Eschwege. Bei den Teilnehmern der feierlichen Eröffnung des KDLR diese Woche kommt das an. Jan Breede, IT-Leiter eines Agrarzulieferers „Wir haben einen relativ frisch ausgelernten Auszubildenden jetzt bei uns in der IT. Der soll sich um Cyber-Security und KI und so weiter kümmern überwiegend. Und wenn der hier vor Ort was hat, ist es natürlich wesentlich besser, als wenn er da sonst wo durch die Gegend fahren muss.“ Regina Otto, Optikermeisterin in Eschwege „Gerade bei […]

  • Hessische Spargel-Saison ist eröffnet

    Hessische Spargel-Saison ist eröffnet

    Und jetzt kommen wir zu einem echten Frühlings-Evergreen – wobei es ihn auch in weiß gibt. Die Rede ist vom Spargel – dem wichtigsten Freiland-Gemüse in Hessen. Heute war offizieller Startschuss in die Saison im südhessischen Darmstadt-Arheilgen – und da ging es heute ganz nach dem Motto zu: regional und royal. Royalen Glanz bringt natürlich – die Krönung der neuen Spargelkönigin Elena, der Ersten. Hessens Ministerpräsident Boris Rhein setzt ihr das Krönchen auf. Und sticht dann – höchstpersönlich – die erste offizielle Stange der Saison. Seit einer guten Woche strecken die Spargel hier in Südhessen schon ihre Köpfchen aus dem Boden. Ein Kilo der ersten Güteklasse kostet derzeit um die 18 Euro. Schon ein teures kulinarisches Vergnügen, aber … Max Benz, Spargelbauer in Darmstadt-Arheilgen „Die Spargelpreise haben wir jetzt nicht steigen lassen, weil es steigen grad alle Kosten rundrum. Jeder sieht es an der Tankstelle. Wenn der Spargel jetzt noch teurer wird, wollen wir den Leuten nicht die Lust vergehen lassen. Die sollen Lust haben auf das frische Frühlingsgemüse Spargel. Und deswegen sollen sie den kaufen und wir haben die Preise von letztem Jahr gehalten.“ Trotz Inflation, gestiegener Düngemittel- und Spritpreise zeigen sich die Spargelbauern optimistisch, dass sie ihre Kunden bei der Stange halten können. Vielseitig und trendy – so bewerben die Landwirte heute ihr „weißes Gold“. Chantal Wendel, Vorsitzende Arbeitskreis Spargel Südhessen „Und ganz egal, ob er vegan oder vegetarisch gegessen wird, Spargel kann all das mit. Jeden Hype erfüllt Spargel. Und ganz TikTok, Instagram ist voll mit den leckersten und verrücktesten Rezepten.“ Auch Hessens Ministerpräsident schwingt als bekennender Spargelfan gern selbst den Kochlöffel. Boris Rhein (CDU), Ministerpräsident Hessen „Ich bereite den Spargel im Ofen zu und esse dazu am liebsten ausschließlich Kartoffeln, Kartoffeln und Spargel und mach eine Sauce Hollandaise selbst dazu. Pro 100 Milliliter Sahne nehme ich […]

  • "Farm-Influencerin" begeistert für Landwirtschaft

    „Farm-Influencerin“ begeistert für Landwirtschaft

    Landwirtschaft ist auf Social Media eine echte Nische – und genau dort wird Lena Bauer zum Star. Die 16-Jährige aus Thaleischweiler-Fröschen wird mit ihrem Content auf dem Traktor bekannt und begeistert Hunderttausende Menschen im Internet. Wir haben Lena nicht nur virtuell – sondern auch live zuhause auf dem Lenspacher-Hof besucht. Koordination und ein gutes Gespür für Maschinen braucht es beim Traktorfahren. Für Lena ein Kinderspiel. Schon als kleines Mädchen saß sie neben ihrem Vater auf dem Traktor, mittlerweile sitzt sie selbst am Steuer. Lena Bauer, Influencerin „Immer wenn ich auf dem Traktor bin, schalte ich einfach den Kopf aus. Für mich ist das nach der Schule total befreiend. Ich kann abschalten, und es macht richtig Spaß, so eine riesige Maschine zu fahren. Auch wenn man an Leuten vorbeifährt und sie schauen, ist das cool, weil sie erstaunt sind, dass so ein kleines Mädchen so einen riesigen Traktor fährt.“ Seit Lena 11 Jahre ist, hilft sie täglich auf dem Hof – auch nach der Schule. Und das nicht, weil sie muss, sondern weil es ihr Spaß macht. Vor drei Jahren kam ihr dann die Idee, Menschen online an ihrem Alltag teilhaben zu lassen. Lena Bauer, Influencerin „Ich habe schon immer gerne die Maschinen und so gefilmt. Und irgendwann habe ich angefangen, mich selber beim Fahren zu filmen. Und dann habe ich was zusammengeschnitten und dann habe ich es hochgeladen und irgendwie wurde es dann immer mehr und mehr, weil es mir Spaß gemacht hat.“ Und das kommt an: Mittlerweile folgen ihr rund 160.000 Menschen auf Instagram und 180.000 auf TikTok – das Feedback durchweg positiv. Lena Bauer, Influencerin „Ich möchte jüngeren Menschen zeigen oder eher gesagt auch Frauen, dass sie auch in der Landwirtschaft tätig sein können und nicht nur die Männer, weil es Frauen genauso gut können. Und das vielleicht […]

  • Kommt das Handwerks-Pflichtpraktikum?

    Kommt das Handwerks-Pflichtpraktikum?

    Wie soll meine Zukunft aussehen? Das fragen sich viele junge Menschen. Mehr als die Hälfte eines Jahrgangs entscheiden sich mittlerweile für ein Studium an einer Hochschule, das haben wir gerade gesehen. Gleichzeitig suchen viele Handwerksbetriebe vergeblich nach Nachwuchs. Um das zu ändern, will die rheinland-pfälzische CDU jetzt in den Gesprächen über eine Koalition mit der SPD vorschlagen, dass alle Schüler zwei Pflicht-Praktika in Handwerksbetrieben absolvieren müssen. Die Handwerkskammer Koblenz hat heute klar gestellt, dass ohne solche Pflicht-Praktika viele der Handwerksbetriebe um ihre Existenz fürchten müssten. Wer hier arbeitet sollte schwindelfrei sein. Dachdecker – ein Beruf mit Aussicht. Aber auch ein Handwerk, das in Not gerät. Die Fachkräfte fehlen. So auch bei Jan Winnen aus Koblenz. Der selbstständige Dachdeckermeister war für eine Zeit lang trotz voller Auftragsbücher ganz allein im Betrieb. Jan Winnen, Inhaber Dachdeckerbetrieb „Wir brauchen junge Leute. Wir brauchen dynamische Leute, die Lust auf Handwerk haben. Denn dann können wir viel mehr gemeinsam erreichen. Alleine geht es nicht. Kein Unternehmer in Deutschland kann alleine dauerhaft einen Betrieb führen ohne den Spaß zu verlieren.“ Vor zwei Jahren kam Ryan als Praktikant zu ihm. Weil es passte, machte der Firmenchef  Nägel mit Köpfen. Ryan Höpfinger, Dachdecker Auszubildender „Ich hatte den ersten Tag hier, wir sind zu einer Baustelle gefahren und im Auto hat der Chef noch gesagt: ‚Wie sieht’s aus? Willst du eine Ausbildung hier machen? Wenn ja, kannst du jetzt sitzen bleiben, wenn nein, kannst du wieder heimgehen.‘ Ja, dann habe ich gesagt, mache ich die Ausbildung halt hier.“ Eigentlich wollte Ryan Mechatroniker werden. Vom Beruf als Dachdecker wusste er vorher wenig. Erst das Praktikum hat ihn überzeugt. Ryan Höpfinger, Dachdecker Auszubildender „Mir ging’s nicht um die Arbeit, die ich tue, sondern wie das Miteinander ist im Betrieb. Wie verstehe ich mich mit meinen Arbeitskollegen, mit meinem Chef, ist mein […]

  • Steigende Spritpreise bringen Speditionen ans Limit

    Steigende Spritpreise bringen Speditionen ans Limit

    „Das war doch klar, dass es nicht günstiger wird“ – ein treffender Kommentar heute an der Tankstelle. Seit gestern gilt die neue Regelung, dass nur noch einmal am Tag der Spritpreis erhöht werden darf – nämlich um 12 Uhr mittags. Der erste Tag mit der neuen Spritregel hat allerdings Zweifel aufkommen lassen, ob das wirklich etwas bringt. Denn bislang sieht man landauf landab nur Rekordbenzinpreise. Heute blicken wir nicht nur auf die Verbraucher, sondern auch auf eine Branche, die besonders unter den explodierenden Preisen leidet. Punkt 12 Uhr mittags und die Preise an dieser Frankfurter Tankstelle steigen um durchschnittlich 11 Cent pro Liter – der Preis für Diesel sogar um 16 Cent. Damit liegt vor allem der Diesel-Preis noch einmal deutlich höher als gestern.   Das belastet nicht nur die Autofahrer,  sondern vor allem auch Speditionen. Mehr als 90 Prozent aller LKW fahren mit Diesel und die Spediteure können nur dann ihrer Arbeit nachkommen, wenn die Reifen rollen. Schon kleine Preisanstiege beim Diesel bedeuten für Sie enorme Mehrkosten. Ist die Entlastung, die die Bundesregierung mit der neuen Regelung im Sinn hatte, also bereits gescheitert? Maike Weilleitner, ADAC Hessen/Thüringen e.V. „Also eine Entlastung an den Tankstellen sehen wir momentan noch nicht. Also die Spritpreise sind eher ein bisschen hoch gegangen als runter gegangen mit der neuen Regelung. Was das neue Modell bringt, ist vor allem Transparenz und Vorausschaubarkeit. Wir wissen jetzt tatsächlich das um 12 der Spritpreis immer am höchsten ist, da hatten wir vorher über den Tag verteilt immer so ein bisschen unterschiedliche Spitzen. Also daran können sich Autofahrer jetzt orientieren, aber dass der Spritpreis jetzt tatsächlich runter geht, das können wir noch nicht sehen.“ Der ADAC rät, wenn möglich, um kurz vor 12 zu tanken und Preise online  zu vergleichen. Weitere Entlastungen – auch für die Speditionen müssten jetzt […]

  • Spediteur-Verband warnt: Spritpreise treiben Branche in den Ruin

    Spediteur-Verband warnt: Spritpreise treiben Branche in den Ruin

    Markus Appelmann spricht mit Dirk Engelhardt, dem Vorstandssprecher des Bundesverbands Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung. Dirk Engelhardt, Vorstandssprecher Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung: Schönen guten Abend, Herr Appelmann. Markus Appelmann, Moderator: Herr Engelhardt, für die Betriebe in der Transportbranche haben die teuren Spritpreise erhebliche Folgen, sind teilweise sogar existenzgefährdend. Wie ernst ist die Lage? Engelhardt: Die Lage für unsere Mitglieder, für die mittelständischen deutschen Transportunternehmen ist sehr, sehr ernst. Über 30 % der Gesamtkosten sind Kraftstoffkosten und bei den derzeitigen Dieselpreisen sind viele unserer Mitgliedsunternehmen in der Existenz bedroht. Appelmann: Die Kosten für die Spediteure steigen. Das heißt doch im Umkehrschluss, alles was sie transportieren, wird dann für die Verbraucher teurer? Engelhardt: Dadurch, dass die Gewinnmargen im Transportgewerbe zwischen 0,1 und 3 % liegen, kann das nicht von den Unternehmern geschultert werden, sondern wird weitergegeben. Heißt im Klartext: Alle Güter des täglichen Verbrauchs werden teurer. Von den Produkten im Supermarkt über Drogerie bis hin zum Gartenbedarf, der jetzt gerade ansteht. Das werden die Endverbraucher merken. Appelmann: Sie sagen also: Die Maßnahmen der Bundesregierung reichen nicht aus. Welche weiteren Entlastungen braucht Ihre Branche, was fordern Sie von der Politik? Engelhardt: Wir als BGL, als Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung erwarten von der Politik ein zielgerichtetes Handeln. Zum einen wollen wir, dass der Koalitionsvertrag umgesetzt wird. Da steht drin: keine Doppelbelastung für das Straßentransportgewerbe. Im Moment bezahlen unsere Mitglieder an der Zapfsäule 17 bis 20 Cent CO2-Aufschlag. In der Maut, die wir in der Größenordnung 0,34 € pro Kilometer haben, ist in der gleichen Größenordnung eine CO2-Komponente enthalten. Wenn man nur den Koalitionsvertrag umsetzt, wäre das eine sofortige Entlastung von 0,20 €, die unsere Mitgliedsunternehmen an die Endverbraucher weitergeben könnten. Zum anderen erwarten wir von der Politik, dass man sich im europäischen Ausland umschaut. Polen hat vorgemacht. Das ist eine Best Practice Lösung. Ein polnischer Unternehmer mit […]

  • FDP-Politiker legen Verfassungsbeschwerde gegen „Sondervermögen“ ein

    FDP-Politiker legen Verfassungsbeschwerde gegen „Sondervermögen“ ein

    Es ist gut ein Jahr her: da ändern Union, SPD und Grüne das Grundgesetz, um das größte Schuldenpaket aller Zeiten auf den Weg zu bringen. Es geht um sage und schreibe 500 Milliarden Euro. Versprochen waren zusätzliche Investitionen – stattdessen werden im großen Stil Haushaltslöcher gestopft. So nicht – sagen jetzt mehrere ehemalige Bundestagsabgeordnete der FDP und haben Verfassungsbeschwerde eingereicht. Auf den Weg gebracht wurde diese durch den hessischen FDP-Chef Thorsten Lieb, den ich gleich im Studio begrüße – vorher der Blick auf das XXL-Schuldenpaket. Im März vergangenen Jahres hatte der Bundestag das Milliarden-Schuldenpaket noch in alter Besetzung auf den Weg gebracht. Dafür war eine Zweidrittelmehrheit notwendig, Union und SPD waren deshalb auf die Stimmen der Grünen angewiesen. Zusammen stimmten sie FÜR eine Änderung des Grundgesetzes. Friedrich Merz (CDU), Bundesvorsitzender, am 18.3.2025 „Die Umstände werden vor allem von Putins Angriffskrieg gegen Europa bestimmt. Es ist nämlich ein Krieg gegen Europa.“ Lars Klingbeil (SPD), Bundesvorsitzender „Diese Entscheidung hat die Möglichkeit der Geschichte unseres Landes eine neue Richtung zu geben.“ Eine neue Richtung, möglich gemacht durch die Lockerung der Schuldenbremse. Das Ergebnis: 500 Milliarden Euro für das „Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaschutz“. Und zusätzlich eine praktisch unbegrenzte Verschuldung für die Aufrüstung. Den Weg zu den Milliarden macht der Bundesrat dann kurz darauf endgültig frei. Bei der Abstimmung dort enthält sich die rheinland-pfälzische Ampel-Regierung auf Druck der FDP. Die hessische FDP-Fraktion wollte gerichtlich verhindern, dass die schwarz-rote Landesregierung der Lockerung der Schuldenbremse zustimmt. Doch ihre Klage vor dem hessischen Staatsgerichtshof wird abgewiesen. Hessen stimmt zu. Boris Rhein (CDU), Ministerpräsident Hessen, am 21.3.2025 „Der Staat wird wieder handlungsfähig. Unsere Wehrfähigkeit wird erhöht. Und unsere Wirtschaft wird gestärkt. Auch – ich sage es bewusst, wir sind uns bewusst, was wir da machen – auch wenn das mit der Aufnahme von Schulden zu tun hat.“ Schulden, […]

  • Im Studio: Hessen-FDP-Chef Lieb zur Verfassungsbeschwerde gegen das „Sondervermögen“

    Im Studio: Hessen-FDP-Chef Lieb zur Verfassungsbeschwerde gegen das „Sondervermögen“

  • Neue Regelung sorgt für Allzeit-Hoch beim Spritpreis

    Neue Regelung sorgt für Allzeit-Hoch beim Spritpreis

    Dieser Tag heute dürfte in die Geschichte eingehen. Eigentlich sollte eine neue Regelung für günstigeren Sprit sorgen – nur noch einmal am Tag dürfen Tankstellen den Preis für Kraftstoffe erhöhen. Statt günstigerem Sprit springt der Benzinpreis allerdings auf ein Allzeithoch – die Verbraucher sind ernüchtert. Autofahrer müssen an der Zapfsäule momentan stark sein. Preise von weit über zwei Euro pro Liter gehören nun zum Alltag. Der Ärger ist riesig. Die Bundesregierung hat deshalb kurzfristig ein Maßnahmenpaket verabschiedet. Tankstellen dürfen nur noch einmal am Tag – um 12 Uhr mittags – ihre Preise anheben. Preise absenken ist hingegen jederzeit möglich. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche erhofft sich dadurch stabilere Preise an der Zapfsäule. Heute war es dann so weit mit der Tagespreiserhöhung. An dieser Tankstelle in Bad Soden  im Taunus steigt der Dieselpreis pünktlich um 12 Uhr um 6 Cent auf 2,36 Euro. Teilweise fallen die Preise im Laufe des Tages wieder. Doch eine wirkliche Entlastung durch die neue Regelung spürt hier niemand. Iris Hanke, Rentnerin „Ja, das ist wieder mal so ein fauler Kompromiss. Es geht ja eigentlich nur nach oben. Oder haben Sie schonmal erlebt, dass es nach unten geht?“ Jens Saarholz, Informatiker „Ich glaube, es ist schwierig zu sagen, weil letztendlich wird die Erhöhung – ob sie jetzt mehrfach am Tag ist, hoch oder runter – sie wird den Marktpreis widerspiegeln.“ Cécile Cahn von Seelen „Der Trend: Wir werden auf lange Zeit nicht mehr günstig Tanken. Ich glaube unter zwei Euro ist es illusorisch.“ Auch der ADAC sieht in der neuen Regelung nur wenig Chancen auf sinkende Preise. Sprecher ADAC „Das neue System wird das allgemeine Preisniveau voraussichtlich nicht senken. Die Höhe der Spritpreise hängt auch weiterhin maßgeblich von Faktoren wie dem Ölpreis, Steuern und Abgaben ab. Erwartet werden vor allem Veränderungen im Tagesverlauf der Preise, weniger jedoch beim generellen Niveau.“ […]