Erntebilanz – Landwirte kämpfen mit dem Klimawandel
Wer draußen unterwegs ist, kann es nicht übersehen. Die Getreideernte ist in vollem Gange. Die Erträge sind zufriedenstellend, die Qualität passt. So lautet die vorläufige Bilanz des Bauernverband Rheinland-Pfalz Süd. Und trotzdem ist die Stimmung bei den rheinland-pfälzischen Landwirten gedrückt. Tiefe Furchen im Boden, die Pflanzen sind nicht so dicht und üppig gewachsen wie erhofft. Die Trockenheit der letzten Wochen setzt dem Getreide nicht nur hier im rheinhessischen Spiesheim zu. Und trotzdem sind die Schwierigkeiten, die das Wetter bereitet, in diesem Jahr nicht die größte Sorge der Landwirte, sagt Bauernverbandspräsident Eberhard Hartelt. Problematischer sei, dass die Landwirte für ihr Getreide aktuell wenig Geld bekommen. Eberhard Hartelt, Präsident Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd „Hauptsächlich ist der Preis im Moment getrieben von einem Meldungsmarkt. Also von Meldungen, in Russland gäbe es angeblich eine große Ernte, in China gäbe es eine gute Ernte, da würde weniger importiert werden. Alles Meldungen, die wir gar nicht genau auf Ihre Wirklichkeit verifizieren können, die aber dafür sorgen, dass die Unsicherheit bei der aufnehmenden Hand, beim Handel, sehr groß ist und dann eher an der unteren Grenze angesetzt wird. “ Die Preise bestimmt der Weltmarkt. Dass es dabei allerdings keine Rolle spielt, wie unterschiedlich die Rahmenbedingungen für die Erzeuger sind, ärgert die Landwirte. So gelten in Deutschland beispielsweise viel strengere Regeln für Pflanzenschutzmittel und auch die Energiekosten seien höher. Zudem steigt der Mindestlohn bis 2027 auf 14,60 €. Der Forderung der Bauernverbände, Ausnahmen für saisonale Erntehelfer zu ermöglichen, hat das Bundeslandwirtschaftsministerium gestern aus juristischen Gründen eine Absage erteilt. Die Betriebe könnten versuchen, die steigenden Kosten an die Verbraucher weiterzugeben. Eberhard Hartelt, Präsident Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd „Ich befürchte aber sehr stark, dass einige der Betriebe aus der Produktion von Obst und Gemüse aussteigen werden. Und das steht ganz stark im Gegensatz zu der Aussage des Koalitionsvertrages, […]


