Wirtschaft

  • Hessische Spargel-Saison ist eröffnet

    Hessische Spargel-Saison ist eröffnet

    Und jetzt kommen wir zu einem echten Frühlings-Evergreen – wobei es ihn auch in weiß gibt. Die Rede ist vom Spargel – dem wichtigsten Freiland-Gemüse in Hessen. Heute war offizieller Startschuss in die Saison im südhessischen Darmstadt-Arheilgen – und da ging es heute ganz nach dem Motto zu: regional und royal. Royalen Glanz bringt natürlich – die Krönung der neuen Spargelkönigin Elena, der Ersten. Hessens Ministerpräsident Boris Rhein setzt ihr das Krönchen auf. Und sticht dann – höchstpersönlich – die erste offizielle Stange der Saison. Seit einer guten Woche strecken die Spargel hier in Südhessen schon ihre Köpfchen aus dem Boden. Ein Kilo der ersten Güteklasse kostet derzeit um die 18 Euro. Schon ein teures kulinarisches Vergnügen, aber … Max Benz, Spargelbauer in Darmstadt-Arheilgen „Die Spargelpreise haben wir jetzt nicht steigen lassen, weil es steigen grad alle Kosten rundrum. Jeder sieht es an der Tankstelle. Wenn der Spargel jetzt noch teurer wird, wollen wir den Leuten nicht die Lust vergehen lassen. Die sollen Lust haben auf das frische Frühlingsgemüse Spargel. Und deswegen sollen sie den kaufen und wir haben die Preise von letztem Jahr gehalten.“ Trotz Inflation, gestiegener Düngemittel- und Spritpreise zeigen sich die Spargelbauern optimistisch, dass sie ihre Kunden bei der Stange halten können. Vielseitig und trendy – so bewerben die Landwirte heute ihr „weißes Gold“. Chantal Wendel, Vorsitzende Arbeitskreis Spargel Südhessen „Und ganz egal, ob er vegan oder vegetarisch gegessen wird, Spargel kann all das mit. Jeden Hype erfüllt Spargel. Und ganz TikTok, Instagram ist voll mit den leckersten und verrücktesten Rezepten.“ Auch Hessens Ministerpräsident schwingt als bekennender Spargelfan gern selbst den Kochlöffel. Boris Rhein (CDU), Ministerpräsident Hessen „Ich bereite den Spargel im Ofen zu und esse dazu am liebsten ausschließlich Kartoffeln, Kartoffeln und Spargel und mach eine Sauce Hollandaise selbst dazu. Pro 100 Milliliter Sahne nehme ich […]

  • "Farm-Influencerin" begeistert für Landwirtschaft

    „Farm-Influencerin“ begeistert für Landwirtschaft

    Landwirtschaft ist auf Social Media eine echte Nische – und genau dort wird Lena Bauer zum Star. Die 16-Jährige aus Thaleischweiler-Fröschen wird mit ihrem Content auf dem Traktor bekannt und begeistert Hunderttausende Menschen im Internet. Wir haben Lena nicht nur virtuell – sondern auch live zuhause auf dem Lenspacher-Hof besucht. Koordination und ein gutes Gespür für Maschinen braucht es beim Traktorfahren. Für Lena ein Kinderspiel. Schon als kleines Mädchen saß sie neben ihrem Vater auf dem Traktor, mittlerweile sitzt sie selbst am Steuer. Lena Bauer, Influencerin „Immer wenn ich auf dem Traktor bin, schalte ich einfach den Kopf aus. Für mich ist das nach der Schule total befreiend. Ich kann abschalten, und es macht richtig Spaß, so eine riesige Maschine zu fahren. Auch wenn man an Leuten vorbeifährt und sie schauen, ist das cool, weil sie erstaunt sind, dass so ein kleines Mädchen so einen riesigen Traktor fährt.“ Seit Lena 11 Jahre ist, hilft sie täglich auf dem Hof – auch nach der Schule. Und das nicht, weil sie muss, sondern weil es ihr Spaß macht. Vor drei Jahren kam ihr dann die Idee, Menschen online an ihrem Alltag teilhaben zu lassen. Lena Bauer, Influencerin „Ich habe schon immer gerne die Maschinen und so gefilmt. Und irgendwann habe ich angefangen, mich selber beim Fahren zu filmen. Und dann habe ich was zusammengeschnitten und dann habe ich es hochgeladen und irgendwie wurde es dann immer mehr und mehr, weil es mir Spaß gemacht hat.“ Und das kommt an: Mittlerweile folgen ihr rund 160.000 Menschen auf Instagram und 180.000 auf TikTok – das Feedback durchweg positiv. Lena Bauer, Influencerin „Ich möchte jüngeren Menschen zeigen oder eher gesagt auch Frauen, dass sie auch in der Landwirtschaft tätig sein können und nicht nur die Männer, weil es Frauen genauso gut können. Und das vielleicht […]

  • Kommt das Handwerks-Pflichtpraktikum?

    Kommt das Handwerks-Pflichtpraktikum?

    Wie soll meine Zukunft aussehen? Das fragen sich viele junge Menschen. Mehr als die Hälfte eines Jahrgangs entscheiden sich mittlerweile für ein Studium an einer Hochschule, das haben wir gerade gesehen. Gleichzeitig suchen viele Handwerksbetriebe vergeblich nach Nachwuchs. Um das zu ändern, will die rheinland-pfälzische CDU jetzt in den Gesprächen über eine Koalition mit der SPD vorschlagen, dass alle Schüler zwei Pflicht-Praktika in Handwerksbetrieben absolvieren müssen. Die Handwerkskammer Koblenz hat heute klar gestellt, dass ohne solche Pflicht-Praktika viele der Handwerksbetriebe um ihre Existenz fürchten müssten. Wer hier arbeitet sollte schwindelfrei sein. Dachdecker – ein Beruf mit Aussicht. Aber auch ein Handwerk, das in Not gerät. Die Fachkräfte fehlen. So auch bei Jan Winnen aus Koblenz. Der selbstständige Dachdeckermeister war für eine Zeit lang trotz voller Auftragsbücher ganz allein im Betrieb. Jan Winnen, Inhaber Dachdeckerbetrieb „Wir brauchen junge Leute. Wir brauchen dynamische Leute, die Lust auf Handwerk haben. Denn dann können wir viel mehr gemeinsam erreichen. Alleine geht es nicht. Kein Unternehmer in Deutschland kann alleine dauerhaft einen Betrieb führen ohne den Spaß zu verlieren.“ Vor zwei Jahren kam Ryan als Praktikant zu ihm. Weil es passte, machte der Firmenchef  Nägel mit Köpfen. Ryan Höpfinger, Dachdecker Auszubildender „Ich hatte den ersten Tag hier, wir sind zu einer Baustelle gefahren und im Auto hat der Chef noch gesagt: ‚Wie sieht’s aus? Willst du eine Ausbildung hier machen? Wenn ja, kannst du jetzt sitzen bleiben, wenn nein, kannst du wieder heimgehen.‘ Ja, dann habe ich gesagt, mache ich die Ausbildung halt hier.“ Eigentlich wollte Ryan Mechatroniker werden. Vom Beruf als Dachdecker wusste er vorher wenig. Erst das Praktikum hat ihn überzeugt. Ryan Höpfinger, Dachdecker Auszubildender „Mir ging’s nicht um die Arbeit, die ich tue, sondern wie das Miteinander ist im Betrieb. Wie verstehe ich mich mit meinen Arbeitskollegen, mit meinem Chef, ist mein […]

  • Steigende Spritpreise bringen Speditionen ans Limit

    Steigende Spritpreise bringen Speditionen ans Limit

    „Das war doch klar, dass es nicht günstiger wird“ – ein treffender Kommentar heute an der Tankstelle. Seit gestern gilt die neue Regelung, dass nur noch einmal am Tag der Spritpreis erhöht werden darf – nämlich um 12 Uhr mittags. Der erste Tag mit der neuen Spritregel hat allerdings Zweifel aufkommen lassen, ob das wirklich etwas bringt. Denn bislang sieht man landauf landab nur Rekordbenzinpreise. Heute blicken wir nicht nur auf die Verbraucher, sondern auch auf eine Branche, die besonders unter den explodierenden Preisen leidet. Punkt 12 Uhr mittags und die Preise an dieser Frankfurter Tankstelle steigen um durchschnittlich 11 Cent pro Liter – der Preis für Diesel sogar um 16 Cent. Damit liegt vor allem der Diesel-Preis noch einmal deutlich höher als gestern.   Das belastet nicht nur die Autofahrer,  sondern vor allem auch Speditionen. Mehr als 90 Prozent aller LKW fahren mit Diesel und die Spediteure können nur dann ihrer Arbeit nachkommen, wenn die Reifen rollen. Schon kleine Preisanstiege beim Diesel bedeuten für Sie enorme Mehrkosten. Ist die Entlastung, die die Bundesregierung mit der neuen Regelung im Sinn hatte, also bereits gescheitert? Maike Weilleitner, ADAC Hessen/Thüringen e.V. „Also eine Entlastung an den Tankstellen sehen wir momentan noch nicht. Also die Spritpreise sind eher ein bisschen hoch gegangen als runter gegangen mit der neuen Regelung. Was das neue Modell bringt, ist vor allem Transparenz und Vorausschaubarkeit. Wir wissen jetzt tatsächlich das um 12 der Spritpreis immer am höchsten ist, da hatten wir vorher über den Tag verteilt immer so ein bisschen unterschiedliche Spitzen. Also daran können sich Autofahrer jetzt orientieren, aber dass der Spritpreis jetzt tatsächlich runter geht, das können wir noch nicht sehen.“ Der ADAC rät, wenn möglich, um kurz vor 12 zu tanken und Preise online  zu vergleichen. Weitere Entlastungen – auch für die Speditionen müssten jetzt […]

  • Spediteur-Verband warnt: Spritpreise treiben Branche in den Ruin

    Spediteur-Verband warnt: Spritpreise treiben Branche in den Ruin

    Markus Appelmann spricht mit Dirk Engelhardt, dem Vorstandssprecher des Bundesverbands Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung. Dirk Engelhardt, Vorstandssprecher Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung: Schönen guten Abend, Herr Appelmann. Markus Appelmann, Moderator: Herr Engelhardt, für die Betriebe in der Transportbranche haben die teuren Spritpreise erhebliche Folgen, sind teilweise sogar existenzgefährdend. Wie ernst ist die Lage? Engelhardt: Die Lage für unsere Mitglieder, für die mittelständischen deutschen Transportunternehmen ist sehr, sehr ernst. Über 30 % der Gesamtkosten sind Kraftstoffkosten und bei den derzeitigen Dieselpreisen sind viele unserer Mitgliedsunternehmen in der Existenz bedroht. Appelmann: Die Kosten für die Spediteure steigen. Das heißt doch im Umkehrschluss, alles was sie transportieren, wird dann für die Verbraucher teurer? Engelhardt: Dadurch, dass die Gewinnmargen im Transportgewerbe zwischen 0,1 und 3 % liegen, kann das nicht von den Unternehmern geschultert werden, sondern wird weitergegeben. Heißt im Klartext: Alle Güter des täglichen Verbrauchs werden teurer. Von den Produkten im Supermarkt über Drogerie bis hin zum Gartenbedarf, der jetzt gerade ansteht. Das werden die Endverbraucher merken. Appelmann: Sie sagen also: Die Maßnahmen der Bundesregierung reichen nicht aus. Welche weiteren Entlastungen braucht Ihre Branche, was fordern Sie von der Politik? Engelhardt: Wir als BGL, als Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung erwarten von der Politik ein zielgerichtetes Handeln. Zum einen wollen wir, dass der Koalitionsvertrag umgesetzt wird. Da steht drin: keine Doppelbelastung für das Straßentransportgewerbe. Im Moment bezahlen unsere Mitglieder an der Zapfsäule 17 bis 20 Cent CO2-Aufschlag. In der Maut, die wir in der Größenordnung 0,34 € pro Kilometer haben, ist in der gleichen Größenordnung eine CO2-Komponente enthalten. Wenn man nur den Koalitionsvertrag umsetzt, wäre das eine sofortige Entlastung von 0,20 €, die unsere Mitgliedsunternehmen an die Endverbraucher weitergeben könnten. Zum anderen erwarten wir von der Politik, dass man sich im europäischen Ausland umschaut. Polen hat vorgemacht. Das ist eine Best Practice Lösung. Ein polnischer Unternehmer mit […]

  • FDP-Politiker legen Verfassungsbeschwerde gegen „Sondervermögen“ ein

    FDP-Politiker legen Verfassungsbeschwerde gegen „Sondervermögen“ ein

    Es ist gut ein Jahr her: da ändern Union, SPD und Grüne das Grundgesetz, um das größte Schuldenpaket aller Zeiten auf den Weg zu bringen. Es geht um sage und schreibe 500 Milliarden Euro. Versprochen waren zusätzliche Investitionen – stattdessen werden im großen Stil Haushaltslöcher gestopft. So nicht – sagen jetzt mehrere ehemalige Bundestagsabgeordnete der FDP und haben Verfassungsbeschwerde eingereicht. Auf den Weg gebracht wurde diese durch den hessischen FDP-Chef Thorsten Lieb, den ich gleich im Studio begrüße – vorher der Blick auf das XXL-Schuldenpaket. Im März vergangenen Jahres hatte der Bundestag das Milliarden-Schuldenpaket noch in alter Besetzung auf den Weg gebracht. Dafür war eine Zweidrittelmehrheit notwendig, Union und SPD waren deshalb auf die Stimmen der Grünen angewiesen. Zusammen stimmten sie FÜR eine Änderung des Grundgesetzes. Friedrich Merz (CDU), Bundesvorsitzender, am 18.3.2025 „Die Umstände werden vor allem von Putins Angriffskrieg gegen Europa bestimmt. Es ist nämlich ein Krieg gegen Europa.“ Lars Klingbeil (SPD), Bundesvorsitzender „Diese Entscheidung hat die Möglichkeit der Geschichte unseres Landes eine neue Richtung zu geben.“ Eine neue Richtung, möglich gemacht durch die Lockerung der Schuldenbremse. Das Ergebnis: 500 Milliarden Euro für das „Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaschutz“. Und zusätzlich eine praktisch unbegrenzte Verschuldung für die Aufrüstung. Den Weg zu den Milliarden macht der Bundesrat dann kurz darauf endgültig frei. Bei der Abstimmung dort enthält sich die rheinland-pfälzische Ampel-Regierung auf Druck der FDP. Die hessische FDP-Fraktion wollte gerichtlich verhindern, dass die schwarz-rote Landesregierung der Lockerung der Schuldenbremse zustimmt. Doch ihre Klage vor dem hessischen Staatsgerichtshof wird abgewiesen. Hessen stimmt zu. Boris Rhein (CDU), Ministerpräsident Hessen, am 21.3.2025 „Der Staat wird wieder handlungsfähig. Unsere Wehrfähigkeit wird erhöht. Und unsere Wirtschaft wird gestärkt. Auch – ich sage es bewusst, wir sind uns bewusst, was wir da machen – auch wenn das mit der Aufnahme von Schulden zu tun hat.“ Schulden, […]

  • Im Studio: Hessen-FDP-Chef Lieb zur Verfassungsbeschwerde gegen das „Sondervermögen“

    Im Studio: Hessen-FDP-Chef Lieb zur Verfassungsbeschwerde gegen das „Sondervermögen“

  • Neue Regelung sorgt für Allzeit-Hoch beim Spritpreis

    Neue Regelung sorgt für Allzeit-Hoch beim Spritpreis

    Dieser Tag heute dürfte in die Geschichte eingehen. Eigentlich sollte eine neue Regelung für günstigeren Sprit sorgen – nur noch einmal am Tag dürfen Tankstellen den Preis für Kraftstoffe erhöhen. Statt günstigerem Sprit springt der Benzinpreis allerdings auf ein Allzeithoch – die Verbraucher sind ernüchtert. Autofahrer müssen an der Zapfsäule momentan stark sein. Preise von weit über zwei Euro pro Liter gehören nun zum Alltag. Der Ärger ist riesig. Die Bundesregierung hat deshalb kurzfristig ein Maßnahmenpaket verabschiedet. Tankstellen dürfen nur noch einmal am Tag – um 12 Uhr mittags – ihre Preise anheben. Preise absenken ist hingegen jederzeit möglich. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche erhofft sich dadurch stabilere Preise an der Zapfsäule. Heute war es dann so weit mit der Tagespreiserhöhung. An dieser Tankstelle in Bad Soden  im Taunus steigt der Dieselpreis pünktlich um 12 Uhr um 6 Cent auf 2,36 Euro. Teilweise fallen die Preise im Laufe des Tages wieder. Doch eine wirkliche Entlastung durch die neue Regelung spürt hier niemand. Iris Hanke, Rentnerin „Ja, das ist wieder mal so ein fauler Kompromiss. Es geht ja eigentlich nur nach oben. Oder haben Sie schonmal erlebt, dass es nach unten geht?“ Jens Saarholz, Informatiker „Ich glaube, es ist schwierig zu sagen, weil letztendlich wird die Erhöhung – ob sie jetzt mehrfach am Tag ist, hoch oder runter – sie wird den Marktpreis widerspiegeln.“ Cécile Cahn von Seelen „Der Trend: Wir werden auf lange Zeit nicht mehr günstig Tanken. Ich glaube unter zwei Euro ist es illusorisch.“ Auch der ADAC sieht in der neuen Regelung nur wenig Chancen auf sinkende Preise. Sprecher ADAC „Das neue System wird das allgemeine Preisniveau voraussichtlich nicht senken. Die Höhe der Spritpreise hängt auch weiterhin maßgeblich von Faktoren wie dem Ölpreis, Steuern und Abgaben ab. Erwartet werden vor allem Veränderungen im Tagesverlauf der Preise, weniger jedoch beim generellen Niveau.“ […]

  • Landwirte stellen Forderungen an neue Landesregierung

    Landwirte stellen Forderungen an neue Landesregierung

    Nicht nur die Autofahrer schauen aktuell besorgt auf die Spritpreise. Auch die Landwirte sind betroffen. Steigende Diesel- und Düngerpreise werden zur existenzbedrohenden Herausforderung. Von der neuen Landesregierung in Rheinland-Pfalz erhoffen sich die Landwirte deshalb schnelle und vor allem wirksame Maßnahmen. Der rheinland-pfälzische Bauernverband hat heute seinen Forderungskatalog vorgestellt. Peter Kunoth betreibt Viehzucht und Ackerbau. Seine Rinder bekommen  Futter aus eigenem Anbau. Der Preis des dafür notwendigen Düngers ist in den letzten Wochen explodiert, genauso wie der des Diesels, den Kunoth für seine Traktoren braucht. Er und viele andere Landwirte in Rheinland-Pfalz spüren die Auswirkungen des Iran-Krieges besonders. Peter Kunoth, Landwirt aus Montabaur „Wenn man Diesel und Dünger zusammenrechnet, komme ich bei mir im Betrieb alleine auf wenigstens 25.000 Euro. Die mich das dieses Jahr mehr kostet. Da wir jetzt grade im Ackerbau eh schon am Limit waren, wird’s wohl in diesem Wirtschaftsjahr leider in die roten Zahlen gehen.“ Deshalb müsse die neue Landesregierung den Bund dazu bringen, die Mehrwertsteuer und die CO2-Abgaben für Landwirte zu senken. Sagt Marco Weber, der Präsident des Bauern- und Winzerverbands Rheinland-Nassau. Marco Weber, Präsident BWV „Luxemburg hat aktuell für die Landwirte einen Dieselpreis von 75 Cent pro Liter. Wir liegen heute aktuell bei 2,29 Euro. Das ist kein fairer Wettbewerb mehr, da ist keine Vergleichbarkeit mehr.“ Neben Steuersenkungen fordert Weber radikale Maßnahmen beim Bürokratieabbau. Die Umsetzung hätte er als parlamentarischer Geschäftsführer der FDP in der scheidenden Regierung zwar selbst vorantreiben können, seine Forderung an die neue lautet trotzdem: „Rasenmähermethode“. Marco Weber, Präsident BWV „Der Gesetzgeber muss jedes Jahr zehn Prozent der Gesetze reduzieren. Er kann selbst entscheiden wo. Aber er muss. Und wenn ich keine Gesetze mehr habe, brauche ich auch keine ausführenden Verwaltungsbeamte, die sich an dem Gesetz orientieren.“ Die Bürokratie sei auch für die Kinder von Peter Kunoth der Hauptgrund, seinen Hof nicht […]

  • Schwierige Wohnungssuche für Menschen mit Behinderung

    Schwierige Wohnungssuche für Menschen mit Behinderung

    Es gibt zu wenig bezahlbare Wohnungen. Das trifft eine Gruppe besonders hart: nämlich Menschen mit Behinderung. Denn barrierefreie Wohnungen sind Mangelware. Wir zeigen Ihnen, wie sich ein junger Mann aus dem Rhein-Main-Gebiet den Traum von seiner eigenen Wohnung erfüllt hat. Felix Kochen ist 34 Jahre alt und lebt alleine in einer Wohnung in Frankfurt. Davor lebte er bei seinen Eltern in einem barrierearmen Haus. Durch seine Querschnittslähmung ist er von klein auf auf einen Rollstuhl angewiesen. Trotzdem wächst vor neun Jahren der Wunsch in ihm, in eine eigene Wohnung zu ziehen. Felix Kochen, 34 Jahre alt „Es war einfach an der Zeit, dass ich für mich gedacht habe: Jetzt würde ich gerne mal ausziehen und dann habe ich meinen Eltern gesagt: ‚So, ich würde gerne ausziehen‘ und dann haben wir ein bisschen gesucht und überlegt, wie geht es weiter.“ Das ist der Punkt, an dem viele Familien irgendwann verzweifeln. Zunächst muss die Wohnung barrierefrei sein. Oft sind die Bewohner aber auch noch auf Unterstützung angewiesen. Gerade wenn sie vorher noch nicht alleine gelebt haben. Das gestaltet die Suche schwierig. Felix Kochen hat seine Wohnung nur durch einen Zufall bekommen. Ein Verwandter verwies ihn direkt an die Lebenshilfe Frankfurt. Hier bekommt er Unterstützung, falls er sie benötigt. Felix Kochen, 34 Jahre alt „Ich wohne recht selbstständig. Habe aber dreimal die Woche Betreuung, also Assistenz – zum Beispiel im Behördlichen bekomme ich Unterstützung, dann im Haushalt auch ein bisschen. Bettbeziehen ist etwas, was alleine nicht so gut geht.“ Ohne die Lebenshilfe könnte sich Felix eine solche Wohnung nicht leisten. Ein Problem, das auch andere Wohnungssuchende mit Behinderung haben. Bei der Lebenshilfe Hessen melden sich regelmäßig Familien, die verzweifelt eine Unterkunft suchen. Alexander Hagen, Lebenshilfe Landesverband Hessen e.V. „Nach UN-Behindertenrechtskonvention und Bundesteilhabegesetz hat jeder Mensch mit Beeinträchtigung einen rechtlich versicherten Anspruch darauf, so […]

  • Kommission stellt GKV-Sparpläne vor

    Kommission stellt GKV-Sparpläne vor

    90% der Menschen in Deutschland sind gesetzlich krankenversichert. In den vergangenen Jahren sind die Kassenbeiträge immer weiter angehoben worden und trotzdem reicht es nicht, um die steigenden Ausgaben der Kassen zu decken. Wie also lassen sich die Milliardenlöcher bei den Krankenkassen stopfen? Es muss gespart werden und zwar drastisch – sagt eine Reformkommission, die heute ihre Vorschläge präsentiert hat. Es sind 66 Maßnahmen, die den gesetzlichen Krankenkassen im nächsten Jahr über 42 Milliarden Euro einsparen sollen. So sollen beispielsweise die Zuzahlungen für Medikamenten in der Apotheke erhöht werden. Homöopathie soll aus dem Leistungskatalog gestrichen, die beitragsfreie Familienversicherung für Ehepartner eingeschränkt sowie das Krankengeld reduziert werden. Die Kommission empfiehlt außerdem, die Steuern auf Tabak und Alkohol zu erhöhen sowie eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke einzuführen. Die Sparmaßnahmen sind notwendig, sagt der Wiesbadener Gesundheitsökonom Thomas Kolb. Und sie werden spürbar sein. Prof. Thomas Kolb, Gesundheitsökonom Hochschule RheinMain „Wir müssen zunächst einmal festhalten, dass die Patienten in Deutschland sehr, sehr verwöhnt aus dem Gesundheitssystem sind. Das heißt, wir haben einen sehr weitreichenden Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung. Darüber hinaus haben wir relativ geringe Anteile der Selbstbeteiligung. Das heißt, auch die Versicherten müssen damit rechnen, dass deren eigene Belastung steigen wird.“ Welche der 66 Empfehlungen tatsächlich umgesetzt werden, darüber wird die Bundesregierung nun beraten. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken will die Maßnahmen heute nicht einzeln bewerten, rechnet aber mit einer hitzigen Debatte. Auch die hessische Gesundheitsministerin Diana Stolz blickt heute nicht auf einzelne Vorschläge. Diana Stolz (CDU), Gesundheitsministerin Hessen „Ich bin erstmal froh, dass die Vorschläge jetzt auf dem Tisch liegen, dass wir sie uns anschauen können. Und wir haben geplant, dass wir dann in den Austausch treten mit den anderen Ländern, aber auch mit dem Bund, entsprechende Termine habe ich auch schon vereinbart. Und für mich ist ganz wichtig und für Hessen insgesamt, dass wir das Ziel verfolgen, […]

  • Reicht der Strom für mehr Rechenzentren?

    Reicht der Strom für mehr Rechenzentren?

    Streaming, Online-Shopping, Künstliche Intelligenz – all das braucht große Internet-Leistung und Rechenzentren. Der weltweit größte Knotenpunkt ist Frankfurt-Rhein-Main, doch der scheint nun sein Limit zu erreichen. Denn der benötigte Strom ist Mangelware, wie unser Beispiel zeigt. Bis zu 1.000 Serverschränke passen in das Firstcolo-Rechenzentrum im Frankfurter Osten, das entspricht dem Stromverbrauch von zehnmal so vielen Haushalten.  Firmengründer Jerome Evans will die Leistungsstärke gern noch erhöhen und das Rechenzentrum ausbauen. Doch das geht nicht, denn: In Frankfurt gibt es für die kommenden zehn Jahre nicht genug Strom für neue Rechenzentren. Jerome Evans, Geschäftsführer Firstcolo „Wir haben teilweise große Lagerhallen leer stehen, die wir nicht bestromen können und die Center -Infrastruktur ausbauen können. Das ist für mich extrem frustrierend, das ist für unsere Kunden auch sehr frustrierend.“ Der Frankfurter Stromversorger Mainova stößt an seine Grenzen. Zuletzt hat die Stadt einen neuen Rekord von über 850 Megawatt an einem Tag verbraucht, sonst sind es unter 800 Megawatt. Pro Jahr würden bis zu zehn Betreiber neue Rechenzentren in Frankfurt bauen wollen, das sei einfach zu viel. Mainova AG „Vor diesem Hintergrund ist korrekt, dass neu angemeldete, große Anschlussleistungen – wie sie Rechenzentren typischerweise benötigen – voraussichtlich erst ab der Mitte der 2030er wieder vollumfänglich bereitgestellt werden können.“ In den kommenden Jahren will die Mainova die Netzkapazität schrittweise verdoppeln, zehn neue Umspannwerke  sollen entstehen – doch die Maßnahmen laufen erst an. Rechenzentrumsbetreiber  Jerome Evans macht auch die Politik verantwortlich, die habe den digitalen Trend verschlafen. Parallel stellt die hessische Digitalministerin Kristina Sinemus eine neue Rechenzentren-Agenda vor: Kommunen sollen bei der Planung unterstützt und Bürokratie abgebaut werden – das Stromproblem rückt aber erst auf Nachfrage in den Vordergrund. Kristina Sinemus (CDU), Digitalministerin Hessen „Wenn sich die unterschiedlichen Betreiber, Kommunen und Abnehmer zusammensetzen und von vornherein diese Themen als Herausforderung mitdenken, werden wir in eine andere Planung […]

  • Sorge um Preise von Sprit und Dünger

    Sorge um Preise von Sprit und Dünger

    Der Krieg in Nahost treibt seit Wochen die Spritpreise in die Höhe. Um einen unkontrollierten Preisanstieg zu verhindern, hat der Bundestag heute beschlossen, dass Tankstellen ihre Preise nur noch einmal am Tag erhöhen dürfen. Gesenkt werden können sie jederzeit. Doch dass das wirklich zu einer spürbaren Entlastung führt, das bezweifeln Experten. Taxifahrer und Speditionen etwa, die täglich auf Benzin und Diesel angewiesen sind, müssen gerade tief in den Geldbeutel greifen. Aber auch Landwirte spüren die Folgen des Kriegs, allerdings an ganz anderer Stelle. Das hier ist Stickstoffdünger, der meistgebrauchte Dünger hierzulande. Und der wird zu einem großen Teil aus der Golfregion bezogen. Ein Drittel des weltweit  benutzten Düngers wird durch die Straße von Hormus transportiert, durch die Blockade ist der Düngerpreis zuletzt um bis zu 50 Prozent explodiert. Das trifft auch die Landwirte hier im südhessischen Waldems. Wer sich vor der anstehenden Ernte noch mit Dünger eindecken muss, zahlt je nach Hofgröße bis zu 20.000 Euro drauf. Das hat Folgen. Bernd Großmann, Landwirt in Waldems-Esch „Dass wir Dünger-Einsatz einschränken müssen, dadurch weniger ernten, weniger Qualität produzieren in den Endprodukten. Und dadurch halt enorme Einkommensverluste für unsere Familienbetriebe in Hessen. Dann wird es für viele Betriebe auch eng.“ Für die Verbraucher könnten bald die Lebensmittel teurer werden. Und dann  kommen  noch die gestiegenen Dieselpreise hinzu. 100 Kilometer weiter im mittelhessischen Stadtallendorf: Eine dort ansässige Spedition betankt ihre LKW aus einem eigenen Diesel-Tank, bis zu 60.000 Liter verbraucht die Flotte pro Woche. Das Familienunternehmen transportiert vor allem Lebensmittel und Medikamente, die Preisexplosion hat Gert Kautetzky hart getroffen. Gert Kautetzky, Geschäftsführer Spedition Kautetzky „Das wird auf jeden Fall, sage ich mal, an die Existenz eines Unternehmens gehen. Egal in welcher Größe, ob das der kleine Unternehmer ist oder der große. Diese extremen Schwankungen betreffen uns alle.“ Die Bundesregierung reagiert bislang nur mit neuen […]

  • SCHUFA: Katharina Lawrence von der Verbraucherzentrale Hessen zu Gast im Studio

    SCHUFA: Katharina Lawrence von der Verbraucherzentrale Hessen zu Gast im Studio

    Der neue SCHUFA-Score und was Sie darüber wissen müssen. Eva Dieterle, Moderatorin: Ja, das wollen wir jetzt noch ausführlicher besprechen. Deshalb begrüße ich bei mir Katharina Lawrence von der Verbraucherzentrale in Hessen. Schön, dass Sie hier sind. Guten Abend. Katharina Lawrence, Verbraucherzentrale Hessen: Hallo. Dieterle: Wir haben gerade Vorteile im Beitrag gesehen. Es sind aber auch schon Nachteile angeklungen. Wie bewerten Sie denn den neuen SCHUFA-Score? Lawrence: Also auch ich sehe, dass er transparenter ist und nachvollziehbarer. Man hat zwölf Kriterien und man kennt jetzt die Kriterien. Die SCHUFA hatte vorher eine Blackbox, das war ein Geschäftsgeheimnis. Jetzt kann man die Kriterien sehen. Dieterle: Sie haben die zwölf Kriterien angesprochen. Wie aussagekräftig sind die denn, wenn es zum Beispiel darum geht: Wie lange besteht meine Bankverbindung schon oder wie lange habe ich meine Kreditkarte schon? Oder den Dispo-Kredit? Und gibt es Altersgruppen, die dadurch mehr bevorteilt werden als andere? Lawrence: Also auch ich habe mir die Augen gerieben und habe gedacht: Aha, das sind jetzt die Kriterien – wie lange habe ich ein Girokonto? Wie lange wohne ich an der ein und selben Adresse? Und man hört es ja auch bei Ihrer jungen Journalistin, dass Sie Wert darauf gelegt hat, dass die Wohnadresse ja schon alt war. Und deshalb sieht man, junge Menschen und Zugezogene können diese Punkte überhaupt nicht erreichen. Die sind benachteiligt. Dieterle: Was für Folgen hätte das denn, wenn ich einen schlechten SCHUFA -Score habe? Lawrence: Der SCHUFA-Score ist so wichtig wenn ich eine Wohnung suche, wenn ich für eine Immobilie einen Kredit aufnehmen will. In allen Verträgen, Telekommunikation kommt es auf meine Bonität an. Und deshalb ist das wirklich wichtig, dass wir in der Gesellschaft über diesen Score reden und was er in Zukunft für Auswirkungen hat. Dieterle: Wem würden Sie denn grundsätzlich empfehlen, seinen SCHUFA-Score […]

  • Jahresbilanz von Boehringer Ingelheim

    Jahresbilanz von Boehringer Ingelheim

    Ein Familienunternehmen aus Rheinland-Pfalz mischt ganz oben mit, im globalen Pharma-Markt – und wächst weiter. Boehringer Ingelheim ist noch vor Bayer und Merck das größte Pharma-Unternehmen Deutschlands. Heute präsentiert es – neben guten Jahreszahlen – auch viele Innovationen. Doch bei allem Erfolg gibt es auch Kritik – vor allem an langsamen Verfahren in Europa. Jascayd und Hernexeos – Hinter diesen komplizierten Namen verbergen sich laut US-Arzneimittelbehörde zwei „bahnbrechende“ Medikamente: Tabletten zur Behandlung von Lungenkrebs und Lungenfibrose. Entwickelt von Boehringer Ingelheim. In den USA und China sind sie bereits zugelassen. In Europa steht hingegen noch eine Studie aus. Das ärgert den Deutschland-Chef. Médard Schoenmaeckers, Deutschland-Chef Boehringer Ingelheim „Die dauert zweieinhalb bis drei Jahre, eine Phase-3-Studie. Und das macht es länger. Und das macht es so viel länger, dass Patienten, die diese Krankheiten haben, oft diese Zeit nicht haben.“ Vieles laufe in Europa komplizierter als im Rest der Welt. Trotz aller Kritik: Die Geschäfte gehen gut, auch im Heimatmarkt. 2,9 Milliarden Euro Umsatz macht Boehringer im vergangenen Jahr in Deutschland, ein Anstieg um 13,5 Prozent. Weltweit sind es knapp 28 Milliarden Euro, plus 7,3 Prozent. Zu den Umsatztreibern gehören unter anderem Medikamente gegen Diabetes und Lungenkrankheiten. Angaben zum Gewinn macht das Familienunternehmen heute ebenso wenig wie zu den Umsatzzielen im laufenden Jahr. Frank Hübler, Vorstand Finanzen Boehringer Ingelheim „Für uns ist sozusagen der langfristige Plan wesentlich wichtiger als der konkrete Blick auf ein Jahr. Deshalb ist für uns entsprechend wichtig, dass wir unsere Pipeline weiterentwickeln und dass wir unsere Produkte, die wir dieses Jahr in den Markt einführen konnten, in den USA und in China, wo wir die Erfolge weitertreiben wollen.“ 20 neue Medikamente will Boehringer in den nächsten fünf Jahren auf den Markt bringen. Davon profitiert auch der Hauptsitz. In Ingelheim ist die Zahl der Mitarbeiter auf 10.600 gestiegen. Im Handelsstreit […]