Wirtschaft

  • Taxi-Branche ächzt unter den hohen Spritpreisen

    Taxi-Branche ächzt unter den hohen Spritpreisen

    Drei Wochen ist es jetzt her, dass der Tankrabatt der Bundesregierung ausgelaufen ist. Seitdem haben die Preise an der Zapfsäule wieder ordentlich angezogen. Denn der Krieg im Iran ist nicht beendet, die Straße von Hormus weiter dicht. Die hohen Spritpreise sind nicht nur eine große Belastung für die Pendler, sondern auch für das Taxigewerbe. Kassel hat deshalb bereits im Juni die Fahrpreise von Taxis erhöht. Für viele andere Städte ist das aber keine Option. Birer Kücükgöl – Spitzname: Pitt – ist Taxifahrer aus Frankfurt. Seit über 20 Jahren fährt er seine Fahrgäste durch die Rhein-Main Region. 2015 hat er sich selbstständig gemacht. Die hohen Spritpreise für den 56-Jährigen: Jetzt eine enorme Belastung. Birer Kücükgöl, Taxifahrer in Frankfurt „Also volltanken ist nicht mehr drinnen. Das tut weh. Und mit der Hoffnung, dass es in ein paar Tagen besser wird, da tankt man für 60, 80 Euro und es ist nicht schön nein. Das fehlt dann am Monatsende, das ist ja reines Netto, was wegfällt. Das merkt man schon. Weniger Geld.“ Der Griff zur Zapfsäule tut weh. Besonders durch den Ablauf des Tankrabatts vor drei Wochen spürt er die gestiegenen Spritpreise wieder sehr. Auch die Taxi-Vereinigung Frankfurt am Main klagt über zu hohe Kosten. Svemir Islamčević, Taxi-Vereinigung Frankfurt am Main „Es geht wieder alles nach oben. Wir sind jetzt fast wieder 35 Cent teurer als vor 14 Tagen und das aufzufangen ist schwierig, weil an den Tarifen was zu ändern das geht nicht von heute auf morgen, dass man das an die Leute gleich weitergibt.“ Für die Festlegung der Taxipreise sind die Städte und Landkreise verantwortlich, nicht die Fahrer. Die Stadt Kassel erhöht jetzt die Preise um 30 Prozent. Wer hier Taxi fährt, muss jetzt 2,80 Euro statt 2,10 Euro pro Kilometer zahlen. Während Kassel lange Zeit als eine der günstigsten Taxi-Städte in Hessen galt, sind die Fahrten jetzt teurer als zum […]

  • Niedrigwasser erschwert Binnenschifffahrt

    Niedrigwasser erschwert Binnenschifffahrt

    Die Hitze hat Hessen und Rheinland-Pfalz weiter fest im Griff – 2026 hat es bisher viel zu wenig geregnet. Das zeigt sich besonders auf einer der wichtigsten Wasserstraßen Deutschlands: Der Rhein, führt immer weniger Wasser – die Pegelstände sinken immer weiter. Für die Schifffahrt in Hessen und Rheinland-Pfalz bedeutet das: Einschränkungen und wirtschaftliche Schäden. Eigentlich könnte die Orlando knapp zweieinhalb tausend Tonnen Getreide von Worms nach Krefeld fahren. Doch wegen des Niedrigwassers kann hier im Raiffeisen-Zentrum aktuell nur ein Drittel so viel geladen werden. Trotzdem kommen täglich Bauern vorbei, um ihre Ernte abzugeben. Dominic Flörsch, Raiffeisen Waren-Zentrale Worms „Die Mengen kommen momentan schneller rein, wie die Mengen weg gehen, weil in der Regel über unsere zwei Wasserstandorte Andernach und Worms haben wir in der Ernte schon 30 bis 50 Schiffe. Wir rechnen ja mit der vollen Schiffsfracht von 1000 bis 3000 Tonnen und wenn das Schiff eben nur 30 Prozent Fassungsvermögen mitnimmt, dann stellt uns das vor logistische Herausforderungen, die wir auch versuchen auf LKW umzuladen.“ Doch um zum Beispiel die Orlando zu ersetzen, wären 100 LKW notwendig. Das Niedrigwasser sorgt also für steigende Transportkosten. Das könnte der Verbraucher bald auch im Supermarkt – und auch an der Zapfsäule merken. Denn auch ein großer Teil Öl und Treibstoff wird über Wasserstraßen transportiert. Die Deutsche Transport-Genossenschaft Binnenschifffahrt fordert, dass die Anlegemöglichkeiten und stellenweise auch die Fahrrinne des Rheins vertieft werden müssten. Nur so könne es eine Zukunft für die Binnenschiffer geben. Roberto Spranzi, Deutsche Transport-Genossenschaft Binnenschifffahrt „Ich bin jetzt 45 Jahre in der Binnenschifffahrt. Ich habe diese niedrigen Wasserstände so früh im Jahr noch nicht erlebt. Wenn dieser Umstand jetzt noch lange anhält – lange ist für mich jetzt über den Juli hinaus – dann werden wir sicherlich Probleme bekommen mit der Versorgungssicherheit.“ Der Pegel bei Worms steht trotz einiger Regenschauer heute Mittag aktuell […]

  • Diskussion um Minijobs

    Diskussion um Minijobs

    Für viele Menschen sind sie ein wichtiger Zuverdienst – und für Unternehmen eine flexible Unterstützung – die Mini-Jobs. In Hessen sind mehr als eine halbe Millionen Menschen derzeit in diesem Arbeitsmodell beschäftigt. Doch das Modell könnte sich bald verändern. Die Renten-Kommission der Bundesregierung schlägt vor, die bisherigen Sonderregeln weitgehend abzuschaffen. Was das für Beschäftigte und Arbeitgeber bedeuten würde, zeigt das Beispiel von Marta aus Frankfurt. Marta arbeitet seit sechs Jahren neben ihrem Hauptberuf als Krankenpflegerin an zwei bis drei Tagen die Woche in einer Boutique in Frankfurt. Das zusätzliche Gehalt ist für sie unverzichtbar. Marta Chamielec, Minijobberin „Weil ich alleine wohne, ich habe hier eine Wohnung und hab hohe Kosten, die ich jeden Monat bezahlen muss. Deswegen schätze ich es sehr, dass ich hier zusätzlich mein Geld verdienen kann.“ So wie Marta arbeiten in Hessen circa 87.000 Menschen im Handel. Damit ist die Branche für Arbeitnehmer am beliebtesten. Darauf folgen 75.000 Beschäftigte in Sonstigen Dienstleistungen, wie beispielsweise in Sicherheits- oder Reinigungsunternehmen und auf Platz 3 Beherbergung und Gastronomie mit 63.000 Minijobbern. Doch: Minijobs könnten ihren Sonderstatus verlieren: Nach einem Vorschlag der Rentenkommission müssten Beschäftigte künftig Sozialversicherungsbeiträge zahlen – und hätten dadurch am Ende des Monats weniger Geld. Ausnahmen soll es nur für Schüler geben. Die Hoffnung: mehr sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, eine bessere Absicherung der Beschäftigten und zusätzliche Einnahmen für die Sozialkassen. Auch Arbeitsmarktforscher begrüßen die Reformpläne. Bernd Fitzinger „Die Minijobs sind aus meiner Sicht kein Auslaufmodell, aber sie sind kein Modell, das weiterwachsen sollte. Sie sind gefördert, steuerlich privilegiert mit niedrigen Sozialabgaben belegt und deshalb haben sie Probleme, weil sie die Weiterentwicklung in umfangreichere Beschäftigungsverhältnisse verhindern.“ Stattdessen sollten sich Unternehmen anpassen und beispielsweise mehr Teilzeit und Vollzeitbeschäftigung möglich machen. Für Martas Chef sind Minijobber aber unverzichtbar. Sie springen dann ein, wenn der Arbeitsaufwand besonders hoch ist – an gut besuchten Wochenenden […]

  • Weitere Nachrichten im Überblick

    Weitere Nachrichten im Überblick

    Anklage wegen Hoteleinsturz in Kröv – Malaria-Infektionen am Frankfurter Flughafen – Gewerkschaft ruft zu Streiks im Einzelhandel auf Anklage wegen Hoteleinsturz in Kröv Nachdem vor zwei Jahren im rheinland-pfälzischen Kröv ein Hotel eingestürzt ist, hat die Staatsanwaltschaft Trier jetzt Anklage gegen einen Ingenieur der Baustatik erhoben. Sie wirft ihm fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung vor, weil bei dem Unglück zwei Menschen getötet und acht weitere zum Teil schwer verletzt wurden. Laut Staatanwaltschaft hatte der Hotelbetreiber den Ingenieur vorher wegen der Risse in einer Außenwand zu Rate gezogen. Doch dieser habe die falschen Maßnahmen angeordnet und nicht erkannt, dass das Hotel einsturzgefährdet war. Malaria-Infektionen am Frankfurter Flughafen Vier Mitarbeiter haben sich am Frankfurter Flughafen mit Malaria infiziert. Eine im Flieger mitgereiste Mücke soll die Tropenkrankheit übertragen haben. Die betroffenen Mitarbeiter hatten in der Gepäckabfertigung gearbeitet. Vermutlich infizierten Sie sich Anfang der Woche. Trotz Sicherheitsmaßnahmen kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich Mücken etwa in der Fracht verstecken. Wenn Malaria nicht behandelt wird, kann die Krankheit lebensbedrohlich sein. Gewerkschaft ruft zu Streiks im Einzelhandel auf Im Tarifkonflikt im Einzel- und Versandhandel haben die Arbeitgeberverbände bundesweit alle bestehenden Verhandlungstermine bis Mitte August abgesagt. Die Gewerkschaft verdi wirft den Arbeitgebern deshalb eine Hinhaltetaktik vor, die weder angemessen noch wert-schätzend sei. Aus Protest hat sie Beschäftigte im Einzelhandel aufgefordert, am morgigen Samstag die Arbeit niederzulegen. Es seien Streikaktionen unter anderem in Frankfurt, Wiesbaden und Kassel geplant.

  • Terminal 2: Inventar versteigert

    Terminal 2: Inventar versteigert

    Wenn ein Haushalt aufgelöst wird, kommen noch brauchbare Gegenstände – wie Möbelstücke oder Kunst – nicht selten unter den Hammer. Denn zum Wegwerfen sind sie eigentlich zu schade. Wer am meisten bietet, erhält den Zuschlag. – Eine Haushalts-Auflösung der besonderen Art, gab es jetzt am Frankfurter Flughafen: Weil der alte Terminal 2 nach der Eröffnung des neuen Terminal 3 komplett umgebaut und erneuert wird, muss alles raus. Die Chance also, ein Stückchen Flughafengeschichte für kleines Geld – direkt vom Gate – mit zu sich nach Hause zu nehmen. Zum ersten Mal seit seiner Schließung Anfang Juni ist hier im Terminal 2 mal wieder richtig was los. Im Minutentakt kommen glückliche Kunden, um ihre Schätze abzuholen. Die hatten sie zuvor bei einer Online-Auktion erworben – so wie Hartmut. Oder besser gesagt sein Sohn, der seit heute mehrere Sitzbänke aus dem ehemaligen Abflugbereich sein Eigen nennen darf. Hartmut „Er will sie außerhalb des Hauses nutzen. Im Garten. Zum Beispiel um den Grillplatz herum. Dafür hat er es ersteigert.“ Auch dieses Klettergerüst aus dem Aufenthaltsbereich am Gate landet nicht etwa auf dem Sperrmüll – es soll künftig Kinder in Südhessen glücklich machen. Sheibo „Da gibt es einen Arbeitgeber in Darmstadt. Der hat einen Dino-Park. Er möchte das gerne dort hinstellen für die Kinder. Und ja, wir freuen uns da drauf, was damit gemacht wird.“ Fragt sich bloß, wie Sheibo und sein Kollege das sperrige Stück Kinderglück in ihren kleinen Lieferwagen bekommen wollen. Sie werden wohl später noch einmal mit einem etwas größeren Gefährt anrücken müssen. Insgesamt 500 Gegenstände aus dem stillgelegten Terminal 2 haben bei der Online-Auktion einen neuen Besitzer gesucht – und gefunden. Wie etwa dieser Bürostuhl. Hauptsächlich wurden jedoch Sitzbänke aus den ehemaligen Wartebereichen am Gate versteigert – meistens für etwa 100 bis 200 Euro das Stück. Raphael Orlandi, Fraport AG „Das Terminal 2 […]

  • Streit über den Abschuss von Wölfen

    Streit über den Abschuss von Wölfen

    150 Jahre lang galt der Wolf in Deutschland als ausgerottet. Erst vor gut 25 Jahren kehrten die ersten Rudel zurück. Für Naturschützer ein Erfolg, für viele Landwirte ein richtiges Problem: Denn Wolfsrudel reißen immer wieder Weidetiere. Jetzt hat Hessen reagiert. Im Lahn-Dill-Kreis sollten vier Jungwölfe geschossen werden. Umweltverbände liefen Sturm – und stoppten den Abschuss per Eilantrag. Landwirt Bernd Weyel kümmert sich leidenschaftlich um seine Tiere. Drei seiner Schafe hat er mit der Hand aufgezogen. Im März dann der Schock: Ein Wolfsrudel reißt vier Schafe und ein Kalb. Bernd Weyel, Landwirt aus Driedorf „Von den vier Schafen war eins völlig aufgefressen, das war eigentlich nur noch Skelett. Und die anderen waren entsprechend weniger von gefressen. Aber man konnte schon erkennen das war weit mehr als ein Tier in jedem Fall.“ Untersuchungen zeigen: Ein ganzes Rudel hat Weyels Tiere angegriffen – eines von drei Wolfsrudeln in Hessen. Immer wieder klagen Landwirte über die steigende Wolfspopulation. Ende Juni zog das Land Konsequenzen und stellte einen „Wolfsmanagementplan“ vor. Demnach dürfen künftig bis zu 40 Prozent der Jungwölfe geschossen werden. Tot aufgefundene Tiere – wie zuletzt zwei im Lahn-Dill-Kreis – werden auf die Abschussquote angerechnet. Dadurch könnten auch weniger Tiere erlegt werden. Sogenannte Problemwölfe, die Weidetiere reißen, können noch obendrauf kommen. Konkret heißt das für den Lahn-Dill-Kreis: Zu den zwei bereits tot aufgefundenen Jungwölfen sollen zwei weitere geschossen werden. Doch Naturschützer stoppten die Jagd nun durch einen Eilantrag am Verwaltungsgericht Kassel – aus Sorge, dass zu viele Abschüsse die Art gefährden. Thomas Norgall, BUND Hessen „Der hessische Umweltminister hat eigentlich einen Bekämpfungsplan vorgelegt und Nichts, um nur den Konflikt zwischen Wölfen und Weidetieren zu regeln. Er zielt darauf hab die Wölfe in Hessen stark zu dezimieren und wir haben schon ganz wenig Wölfe, da sind sie schnell ausgerottet.“ Laut Hessen-Forst leben aktuell 15 Wölfe in Hessen. Das Landwirtschaftsministerium hält trotz der […]

  • Merck stellt neues Prüfzentrum vor

    Merck stellt neues Prüfzentrum vor

    In Darmstadt hat der Chemie- und Pharmakonzern Merck heute feierlich sein neues Arzneimittel-Prüfzentrum eröffnet. Ab Anfang 2027 werden hier am Standort Darmstadt dann vor allem Medikamente aus der biopharmazeutischen Industrie auf ihre Reinheit und Haltbarkeit geprüft. Das sind zum Beispiel neuartige Krebsmedikamente oder proteinbasierte Arzneimittel, also Wirkstoffe, die im Bioreaktor erzeugt werden. Weil bei der Herstellung häufig unliebsame Nebenprodukte entstehen, ist die Kontrolle dieser Arzneimittel besonders wichtig und auch besonders aufwendig. Jörn Hoffmeyer, Leiter des neuen Prüfzentrums „Vielleicht kennen Sie das auch von so Wasserflaschen, da steht auch immer drauf unabhängig geprüft, das heißt, die Behörden schauen da drauf, dass auch nochmal ein unabhängiges Unternehmen testet. Und das tun wir dann hier unter strikten Zertifikationen.// Weil wir wollen natürlich am Ende auch alle, dass das, was wir in der Apotheke kriegen, sauber ist.“ Timon Gremmels (SPD), Wissenschaftsminister Hessen „Das ist ein ganz großes Signal, was heute Merck für den Wissenschaftsstandort, den Wirtschaftsstandort Hessen leistet, eine 25 Millionen Investition eines globalen Unternehmens, das auch überall auf der Welt sonst diese Investition hätte tätigen können, hat das in Hessen getan, hat das in Darmstadt getan, das zeigt wie stark der Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Hessen ist.“ Solche Prüfungen sind für Medikamentenhersteller gesetzlich vorgeschrieben. Die Kunden kommen überwiegend aus Europa.

  • Weitere Nachrichten im Überblick

    Weitere Nachrichten im Überblick

    Krise in der Chemiebranche verschärft sich – AOK verzeichnet Höchststand bei Betrugshinweisen – Große Spanne bei Elektroauto-Neuzulassungen Krise in der Chemiebranche verschärft sich Der Verband der Chemischen Industrie mit Sitz in Frankfurt hat heute seine Halbjahres-Bilanz veröffentlicht. Im ersten Halbjahr sank die Produktion um drei Prozent, der Umsatz fiel auf 106 Milliarden Euro. Besonders alarmierend sei, dass die Investitionen im dritten Jahr in Folge rückläufig seien. Auch beim weltweit größten Chemie-Konzern BASF in Ludwigshafen bleibt die Lage wegen hoher Kosten und schwacher Exporte angespannt. Der Verband fordert dringende Reformen für den Industriestandort. (34) AOK verzeichnet Höchststand bei Betrugshinweisen Die Krankenkasse AOK Hessen meldet mit über 1.200 Hinweisen auf Abrechnungs-Betrug in den Jahren 2024 und 25 einen historischen Höchststand. Besonders auffällig sind Fälle im Bereich der häuslichen Kranken- und Pflegeversicherung. Als Reaktion auf diesen massiven Betrug – von gefälschten Rezepten bis zu nicht erbrachten Leistungen – hat die AOK Hessen inzwischen rund 200 Strafanzeigen erstattet und Beträge in Höhe von 4,8 Millionen Euro zurückgefordert. (35) Große Spanne bei Elektroauto-Neuzulassungen Im ersten Halbjahr waren rund 30 Prozent der neu zugelassenen Autos in Rheinland-Pfalz reine Elektrofahrzeuge. Das ist das Ergebnis einer Erhebung des Kraftfahrt-Bundesamtes. Mit diesem Rekordwert führt Rheinland-Pfalz aktuell das bundesweite Ranking an. Hessen liegt mit nur 21 Prozent deutlich dahinter und bleibt unter dem Bundesdurchschnitt von knapp 25 Prozent..Im gesamten Vorjahr hatte der Anteil der reinen Elektrofahrzeuge an den Neuzulassungen noch unter 20 Prozent gelegen.

  • Negativer Strompreis auf Rekordniveau

    Negativer Strompreis auf Rekordniveau

    Blauer Himmel, strahlende Sonne – was nach einem perfekten Tag für die Energiewende klingt, sorgt an der Strombörse regelmäßig für ein richtig teures Phänomen: Strom wird zeitweise so reichlich produziert, dass er ins Ausland verschenkt werden muss. Und obendrauf gibt es sogar noch eine satte Prämie – überwiesen von den deutschen Steuerzahlern. Henning Lorang auf einer seiner Baustellen. Hier auf dem Haus von Ellen Thomas im kleinen Ort Brücken bei Idar-Oberstein installiert seine Firma eine neue Photovoltaikanlage. Wer eine Solaranlage auf dem Hausdach hat und Strom ins Netz einspeist, erhält pro Kilowattstunde Geld vom Staat, die sogenannte „Einspeisevergütung“. Für die Rentnerin mit ein Anstoß, in eine Solaranlage zu investieren. Ellen Thomas, Kundin „Mit der Einspeisung kann ich meine Rente ein bisschen aufbessern, das ist dann auch schon ein Grund.“ Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hat angekündigt, diese Einspeisevergütung ab 2027 für alle neuen kleinen Solaranlagen streichen zu wollen. Seit das bekannt ist, klingelt das Telefon von Henning Lorang deutlich häufiger. Henning Lorang, Geschäftsführer KLE Energie „Ja, also die Auftragslage hat sich deutlich geändert. (…) Wir hatten vorher eine sehr zurückhaltende Kundschaft. Die Menschen waren unsicher wegen der wirtschaftlichen Lage, hatten Angst um ihren Arbeitsplatz. Unternehmen machen gerade keine Gewinne, schauen nicht optimistisch in die Zukunft. Das hat zu einer großen Investitionszurückhaltung geführt. Und mit diesem Leak ist die Nachfrage sprunghaft angestiegen.“ Aufträge für dieses Jahr. Auf das kommende Jahr blickt der Geschäftsführer mit Sorge, rechnet mit einem „dramatischen Markteinbruch“. Die Bundeswirtschaftsministerin argumentiert, insbesondere kleine Anlagen seien aufgrund gesunkener Kosten oft bereits ohne zusätzliche Förderung wirtschaftlich. Außerdem würden auch diese privaten Anlagen auch dann Strom ins Netz einspeisen, wenn kein Bedarf bestehe. Bedeutet: Gerade um die Mittagszeit, wenn die Sonne am stärksten scheint, gibt es ein Überangebot an Solarstrom. Das Problem: Die Speichermöglichkeiten für den Strom, der gerade nicht gebraucht wird, fehlen. Mit […]

  • Schaltgespräch mit VKU-Geschäftsführer Michael Bleidt über negative Strompreise

    Schaltgespräch mit VKU-Geschäftsführer Michael Bleidt über negative Strompreise

    Viel Sonne, wenig Stromverbrauch. Das bedeutet, die Abnehmer unseres Solarstrom aus dem Ausland bekommen Geld von uns. Markus Appelmann, Moderator: Darüber wollen wir noch mehr erfahren und schalten jetzt zu Michael Bleidt vom Verband Kommunaler Unternehmen in Rheinland-Pfalz, wo zum Beispiel die Stadtwerke organisiert sind. Guten Tag, Herr Bleidt! Michael Bleidt, Verband Kommunaler Unternehmen in RLP: Guten Tag, Herr Appelmann. Appelmann Was hat die Politik verschlafen, dass in diesem Jahr Strom den Negativrekord gebrochen hat, der Staat Rekordsummen bezahlen musste, damit uns der Solarstrom abgenommen wird? Bleidt: Ich will gar nicht unbedingt sagen, dass die Politik etwas verschlafen hat. Aber ja, uns fehlen Dinge im Stromnetz. Wir haben einen enormen Aufwuchs an Produktion und dadurch immer mehr Strom im Netz, der letztlich keinen Abnehmer findet. Und da müssen wir natürlich gegensteuern, indem wir zum Beispiel Batteriespeicher bauen, indem wir Hochspeicheranlagen, also Pumpspeicherkraftwerke bauen, die letztlich Strom zu den Zeiten speichern können, wo wir über Stromproduktion haben und dann wieder abgeben können, wenn wir den Strombedarf haben. Appelmann: Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche fordert ja ein Ende der Einspeisevergütung für neue Solaranlagen. Ist dieser Vorstoß also verständlich, um die Belastungen für Steuerzahler durch negative Strompreise zu stoppen? Bleidt: Aus unserer Sicht ist dieser Vorstoß durchaus verständlich. Wir müssen die Systemkosten der Energiewende senken. Und dazu gehört eben auch, dass man keine Anlagen fördert, die sich für den Betreiber ohnehin lohnen. Und das ist bei Anlagen auf dem Eigenheim in der Regel der Fall. Die werden bereits nach fünf bis zehn Jahren amortisiert sein für den jeweiligen Betreiber. Und dann muss man kein Steuergeld mehr aufwenden, um diese Anlagen noch weiter zu fördern. Appelmann: Jetzt sieht der neue Koalitionsvertrag in Rheinland-Pfalz vor, dass Photovoltaikanlagen stark zugebaut werden sollen, stärker sogar als bisher. Ist das der richtige Weg, wenn Speichermöglichkeiten fehlen? Bleidt: Erst mal denken […]

  • Wiederaufbau in Marienthal

    Wiederaufbau in Marienthal

    Wie kompliziert und langwierig dieser Wiederaufbau ist, das weiß auch Stefan Zimmermann, der von der Flutkatastrophe vor fünf Jahren doppelt betroffen war. Sein Haus in Marienthal, an der engsten Stelle des Ahrtals, ist weggeschwemmt worden und auch seine Werkstatt in Bad Neuenahr-Ahrweiler ging in den Fluten unter. Obwohl die Schreinerei rund 200 Meter von der Ahr entfernt liegt, stand auch hier das Wasser bis zur Decke. Doch statt alles hinzuschmeißen und irgendwo anders neu anzufangen, hat sich Stefan Zimmermann in seiner Heimat zurückgekämpft. Kaum ein anderer Ort im Ahrtal war so massiv von der Jahrhundertflut betroffen wie die 100-Seelen-Gemeinde Marienthal. Denn hier zwängten sich die Fluten durch die engste Stelle des Tals. Traurige Bilanz: 6 Tote, zahlreiche Verletzte – und fast kein Haus mehr bewohnbar. Stefan Zimmermann, Anwohner Marienthal „Das hier war ein kompletter Totalschaden. Also wir hatten es so bis 2 Zentimeter unter der Fensterbank auf der ersten Etage. Also jetzt vom Pflasterniveau ab gerechnet so 4 Meter Wasser. Da kann man sich vorstellen, von all dem, was Sie jetzt hier sehen, da war damals nichts mehr übrig.“ Mit viel Eigenleistung hat Stefan Zimmermann sein Eigenheim wieder aufgebaut. Trotz der überwältigenden Hilfe aus ganz Deutschland seien sowohl Handwerker als auch Baumaterial im Ahrtal lange Zeit Mangelware geblieben. Stefan Zimmermann weiß, wovon er spricht: Er betreibt selbst eine Schreinerei in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Auch hier stand nach der Flut kein Stein mehr auf dem anderen. Doch schon bald, nachdem die gröbsten Schäden beseitigt waren, konnte sich der Schreinermeister vor Aufträgen kaum retten – jetzt, 5 Jahre nach der Flut, verkehrt sich die Situation allmählich ins Gegenteil. Stefan Zimmermann, Schreinerei Hoppe Ahrweiler „Ein Großteil der Flutschäden, auch wenn immer noch viel zu tun ist, ist aber halt auch abgearbeitet. Das heißt, die meisten Häuser sind renoviert. Und da ist natürlich jetzt in […]

  • Weitere Nachrichten im Überblick

    Weitere Nachrichten im Überblick

    Frankfurt: Plädoyers im Scooter-Wurf-Prozess verschoben – Autobahn-Rastplätze bleiben ein Problemfall — Störung in Kläranlage der BASF Plädoyers im Scooter-Wurf-Prozess verschoben Im Prozess um den lebensgefährlichen Wurf eines E-Scooters haben die Verteidiger heute mehr Zeit gefordert, um ihre Plädoyers auszuarbeiten. Die große Jugendstrafkammer des Frankfurter Landgerichts hatte die Beweisaufnahme erst gestern abgeschlossen. Die Richter haben die Plädoyers jetzt auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Angeklagten sollen in der Silvesternacht 2024 / 2025 einen E-Scooter von einer Brücke auf einen Polizeiwagen geworfen haben. Zwei von ihnen wird versuchter Mord, einem dritten schwerer Landfriedensbruch vorgeworfen. Autobahn-Rastplätze bleiben ein Problemfall Das ist das Ergebnis des aktuellen ADAC-Tests 2026. Hessische Anlagen wie „Am Stadtwald“ an der A3 bei Frankfurt sind erneut wegen verdreckter Toiletten und einer insgesamt katastrophalen Sauberkeit durchgefallen. Die rheinland-pfälzischen Rastplätze schnitten insgesamt besser ab, doch auch hier erhielten zwei die Note mangelhaft. Bundesweit fielen fast 30 Prozent der Sanitäranlagen auf Rastplätzen sehr negativ auf, nur acht Prozent verbesserten sich in den vergangenen Jahren. Der ADAC fordert gründlichere Reinigungs-Intervalle und appelliert zudem an das Verhalten der Rastplatz-Nutzer. Störung in Kläranlage der BASF Wegen technischer Probleme in der Kläranlage der BASF in Frankenthal gelangt derzeit vermehrt Ammonium-Stickstoff in den Rhein. Laut dem Chemie-Konzern funktioniere ein wichtiger Reinigungsschritt nur eingeschränkt, ein Expertenteam arbeite an einer Problemlösung. Die Ursache ist noch unbekannt. Für Menschen sind die höheren Ammoniumwerte ungefährlich, besonders Jungfische können aber dadurch geschädigt werden.

  • Die neue rheinland-pfälzischen Landwirtschafts- und Umweltministerin Christine Schneider (CDU)

    Die neue rheinland-pfälzischen Landwirtschafts- und Umweltministerin Christine Schneider (CDU)

    Christine Schneider ist die neue Ministerin für Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt und Forsten. Mit Erfahrung, neuen Ideen und vielen Themen im Gepäck will sie dem Ministerium ihren Stempel aufdrücken. Fast 30 Jahre Landespolitik, sieben Jahre Europa-Parlament – jetzt ist Christine Schneider zurück in Rheinland-Pfalz. Die Entscheidung, das Amt der Landwirtschafts- und Umweltministerin anzunehmen, fiel ihr nicht leicht. Nach ein paar Tagen Bedenkzeit sagt sie dann aber zu. Christine Schneider (CDU), Landwirtschafts- und Umweltministerin RLP „Es ist so, dass ich mir das erstmal gründlich überlegt habe. Zum einen, weil mir das Mandat in Europa ziemlich viel Freude bereitet hat und weil man da auch sehr viel für Landwirtschaft, Weinbau und für den Naturschutz erreichen kann. Und dann habe ich gedacht, es ist glaube ich Zeit wieder nach Hause zu kommen.“ Zuhause ist Christine Schneider in der Südpfalz, wo sie mit ihrer Familie lebt. Bevor sie in die Politik geht, lernt sie den Beruf der Tischlerin. Ihre politische Laufbahn beginnt als Stadträtin in Edenkoben. 1996 zieht die heute 54-Jährige für die CDU in den rheinland-pfälzischen Landtag ein. Fast 25 Jahre lang gestaltet sie dort die Landespolitik mit, unter anderem als Vorsitzende der Ausschüsse für Landwirtschaft und Weinbau und als stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU. 2019 wechselt Christine Schneider nach Brüssel und sitzt bis zu ihrem Wechsel ins Ministeramt im Europäischen Parlament. Ihre Nähe zu Weinbau und Landwirtschaft kommt nicht von ungefähr: Ihr Großvater, selbst Winzer, Metzger und Gastronom, prägt früh ihre Verbundenheit mit diesen Themen. Christine Schneider (CDU), Landwirtschafts- und Umweltministerin RLP „Und hab von ihm früh gelernt, was es bedeuten landwirtschaftliche Fläche zu pflegen. Und das nur funktioniert, wenn man das gemeinsam im Spiel mit der Natur betreibt. Und ich glaube da kam die Leidenschaft und wurde dann sicherlich noch verstärkt in der Zeit als Weinhoheit.“ Für Christine Schneider ist es ein Glücksfall, ihr […]

  • Landwirtschafts- und Umweltministerin Schneider äußert sich zu Landesjagdgesetz und Waldbränden

    Landwirtschafts- und Umweltministerin Schneider äußert sich zu Landesjagdgesetz und Waldbränden

    Christine Schneider zu Gast im Studio. Markus Appelmann, Moderator: Und jetzt ist sie bei uns, die neue Landwirtschafts- und Umweltministerin von Rheinland Pfalz, Christine Schneider. Christine Schneider (CDU), Umwelt- und Landwirtschaftsministerin RLP: Ich grüße Sie. Appelmann: Hallo Frau Schneider. Sie waren schon im Sondierungsteam nach der Wahl. Sie waren dann direkt bei den Koalitionsverhandlungen dabei. Haben Sie sich da ein Ministerium getischlert, was sozusagen ganz zu Ihren politischen Schwerpunkten passt? Schneider: Nein, das war nicht mein Ziel in den Koalitionsverhandlungen. Aber natürlich ist das Ministerium jetzt … sind meine Schwerpunktsetzung und das hat mir sicherlich die Entscheidung auch etwas leichter gemacht, zu sagen, ich komme von Brüssel zurück nach Hause. Appelmann: Sind Sie jetzt schon angekommen zu Hause? Schneider: Ja, definitiv. Ich würde jetzt nicht behaupten, dass ich den letzten Winkel des Ministeriums kenne. Wir sind immer noch in den Runden, in den Abteilungen, wo wir versuchen, ein Gefühl für die Themen zu bekommen, für die Herausforderungen der nächsten fünf Jahre. Aber zurück auf jeden Fall in der Heimat und es fühlt sich gut an! Appelmann: Sie haben gerade eben gesagt, ein Gefühl für die Themen zu bekommen. Jetzt ist ein großes Thema für die Landwirte und Winzer das Thema Bürokratie, was ja ganz viel auch im fernen Brüssel auf europäischer Ebene spielt. Sie waren Mitglied des Europäischen Parlaments. Werden Sie gegen diese Regulierungswut vorgehen? Schneider: Ich möchte, glaube ich, ein Bild ein Stück weit klarstellen Wir sind hervorragend darin, in Deutschland europäische Regelungen falsch zu interpretieren oder Dinge reinzuinterpretieren, die gar nicht drinstehen. Und ich habe mir zum Ziel gesetzt, genau hinzuschauen Was hat denn das Europäische Parlament, was hat die Kommission, der Rat verabschiedet und dann zu schauen, wie wir in die Umsetzung gehen. Und ich glaube, dass wir da in der Vergangenheit das berühmte Goldplating auf allen […]

  • Landwirte klagen über Trockenheit - Hessischer Bauernverband zieht Erntebilanz

    Landwirte klagen über Trockenheit – Hessischer Bauernverband zieht Erntebilanz

    Die große Hitze Ende Juni und die anhaltende Trockenheit macht auch den hessischen Landwirten zu schaffen. In einigen Regionen fällt die Getreideernte in diesem Jahr deutlich geringer aus als sonst. Und auch die Qualität von Weizen und Gerste bleibt hinter den Erwartungen zurück. „Das wird nix Dolles dieses Jahr“ – so Hessens Bauernpräsident Karsten Schmal heute bei einer ersten Ernte-Bilanz. In Südhessen, so wie hier bei Groß-Bieberau im Kreis Darmstadt-Dieburg, ist die Ernte der Wintergerste für dieses Jahr schon so gut wie abgeschlossen. Eher selten für Anfang/Mitte Juli – doch Hitze und Trockenheit der vergangenen Wochen haben die Landwirte zu diesem außergewöhnlichen Schritt gezwungen. Karsten Schmal, Präsident Hessischer Bauernverband: „Die Entwicklung im Frühjahr der Bestände war zunächst gut. Und dann fehlte vor allem in Mittel- und Südhessen natürlich der Niederschlag. Das sieht in Nordhessen ein bisschen anders aus. Und die Hitzewelle hat dem Wachstum ein Ende bereitet. Gerade beim Getreide, den spät reif werdenden Getreiden, Weizen, werden wir doch erhebliche Ertragseinbußen haben.“ Mehr als 40 Grad und praktisch kein Niederschlag – das hat nicht nur Auswirkungen auf den Winterweizen. Auch Mais, Zuckerrüben und Kartoffeln zeigen bereits erste Hitzeschäden – können sich bei günstigen Witterungsbedingungen aber durchaus noch erholen. Neben Hitze und Trockenheit haben die Bauern in Hessen seit ein paar Jahren noch einen anderen Gegner: Die Schilf-Glasflügelzikade, die vor allem Kartoffeln und Rüben befällt und inzwischen auch nördlich der Alpen ganze Ernten zerstört. Karsten Schmal, Präsident Hessischer Bauernverband: „Die Schilf-Glasflügelzikade überträgt ein Virus, der dann dafür sorgt, dass die Pflanzen krank und nicht mehr lagerfähig sind. Und das ist ja erheblich. Bis zu 100 % Ertragsausfall. Also Totalschaden auf manchen Flächen. Das ist für die Landwirte auch ein hohes wirtschaftliches Risiko. Das muss man ganz klar sagen.“ Weiteres wirtschaftliches Risiko für hessische Landwirte: Die schwierige geopolitische Lage. So seien etwa die Preise […]