Rheinland-Pfalz

  • Bildungsausschuss im Landtag berät über Ludwigshafener Problemschule

    Bildungsausschuss im Landtag berät über Ludwigshafener Problemschule

    Messerangriffe, falsche Feueralarme und Einschüchterungsversuche: Die Karolina–Burger-Realschule ist seit Jahren ein Brennpunkt in Ludwigshafen. Die Lehrer fordern einen Neustart. Die Landesregierung will jetzt hart durchgreifen: Gerade eben stellt sie ihre Maßnahmen vor.   Krisensitzung in der Karolina–Burger-Realschule in Ludwigshafen. Der Termin für die Lehrer: Dienstpflicht. In diesen Momenten informiert die Landesregierung die Lehrkräfte über die Maßnahmen, die die Problemschule wieder sicher machen sollen. Zeitgleich im Mainzer Landtag: CDU-Bildungsministerin Ute Eiling–Hütig kündigt an: Ute Eiling–Hütig (CDU), Bildungsministerin Rheinland-Pfalz „Das Paket beinhaltet u.a. die Versetzung bzw. Abordnung von drei Mitgliedern des Kollegiums. Der Schulleiter, ein weiteres Mitglied der Schulleitung und eine weitere Lehrkraft. Die Schule bekommt von heutigem Tage an täglich fest Unterstützung durch Schulaufsicht, pädagogischen Landesinstitut und auch regelmäßig aus dem Ministerium für Bildung.“ Die Maßnahmen: Ausdrücklich nicht befristet. Rückblick: Es beginnt mit einem Brandbrief, der die prekäre Situation an der Realschule-Plus beschreiben soll: „Es gibt Bedrohungen und Beleidigungen unter Schülerinnen und Schülern, oft unter Einbeziehung von Familienangehörigen. (…) Verbale Angriffe und Beleidigungen gegenüber Lehrkräften, die unsere Autorität untergraben, eine steigende Gewaltbereitschaft, bei der Auseinandersetzungen körperlich oder mit der Androhung von Waffengewalt ausgetragen werden.“ Und weiter: „Es gibt in einer spürbaren Zahl von Fällen Eltern, die sich nicht als Partner der Schule verstehen, sondern Lehrkräfte aggressiv angehen, in den geschützten Raum Schule eindringen, drohen, beleidigen oder Selbstjustiz betreiben.“ Die Fälle sind erschreckend: Vergangenes Jahr soll eine Schülerin eine Lehrerin mit einem Messer attackiert haben. Allein dieses Jahr muss die Feuerwehr 16-mal ausrücken: 13-mal wegen Fehlalarmen, drei Mal wegen Reizgas-Attacken. Mehrere Prügeleien überschatten den Schulalltag. Der neuste Vorwurf: Erst vor einer Woche soll wieder ein Schüler von seinen Mitschülern mit einem Messer bedroht worden sein, wohl um Schutzgeld zu erpressen. Vor etwas mehr als 3 Wochen eskaliert die Lage an der Problemschule: Zu Beginn des Schuljahres meldet sich ein Drittel der 56 […]

  • ADD zur Situation an der Karolina-Burger-Schule in Ludwigshafen

    ADD zur Situation an der Karolina-Burger-Schule in Ludwigshafen

    Die Karolina–Burger-Schule war heute großes Thema im Bildungs-Ausschuss – aber auch vor Ort in Ludwigshafen läuft heute eine große Konferenz mit allen Lehrern und mit Vertretern aus dem Ministerium und  der Aufsichtsbehörde. Vor wenigen Minuten hat sich Andreas Kruppert von der Aufsichts– und Dienstleistungsdirektion geäußert:   Andreas Kruppert, Aufsichts– und Dienstleistungsdirektion: Insgesamt ist es uns wichtig: Wir wollen die Schülerinnen und Schüler wieder in den Mittelpunkt dieser Schule stellen. Wir wollen hier einen gemeinsamen Geist auch wieder entfachen, um diese Schule aus diesen schlechten Schlagzeilen herauszuholen und das ist der gemeinsame Auftrag, den Bildungsministerium, den Schulträger, die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion haben und da wollen wir gemeinsam mit der Schulgemeinschaft hier vor Ort auch dran arbeiten.

  • Staubsaugermuseum in Bruchmühlbach-Miesau

    Staubsaugermuseum in Bruchmühlbach-Miesau

    Und jetzt nehmen wir sie mit nach Bruchmühlbach–Miesau. Dort ist ein Museum einem Haushalthelfer gewidmet, ohne den wir uns alle das Leben gar nicht mehr vorstellen könnten: dem Staubsauger. Ein weiterer Teil unserer Serie „Jenseits der Klassiker – ungewöhnliche Museen“. Faszination… Staubsauger. Früher hat Alois Steffgen Industriesauger verkauft, heute schlägt sein Herz vor allem für die historischen Haushaltshelfer. 1901 wurde der erste Staubsauger als Patent angemeldet – damals noch ohne Strombetrieb. Alois Steffgen, Staubsauger-Sammler: „Aufbau des Saugers ist immer: Vorratsbehälter, Filter, hier sitzt der Filter drin, und eine Antriebseinheit. Also kein Elektro, sondern hier wurde über einen Pump-Blasebalg die Saugluft erzeugt. // Hier hab ich einen der wurde so betrieben“ Ein regelrechter Hygiene-Hype wurde losgetreten. Um 1910 wurden so viele Patente für Staubsauger angemeldet wie für Automobile. Denn während der Besen nur den groben Staub erwischt, bekam man mit dem Staubsauger auch den feinen Staub weg. Für manche Modelle hat es gleich zwei Personen gebraucht. Der eine kurbelt und treibt die Membranen an, der andere saugt. Ein Luxus-Teil. Alois Steffgen, Staubsauger-Sammler: „man geht davon aus, dass drei Monatslöhne nicht gereicht haben für so eins.“ Ab 1920 lösten die elektrischen die handbetriebenen Staubsauger ab. Für sein Museum hat Alois Steffgen rund 100 Exponate gesammelt. Angefangen hat alles mit diesem hier, Baujahr 1930, das seinem Vorbesitzer lieb und teuer war. Dann kam der Krieg. Alois Steffgen, Staubsauger-Sammler: „und er konnte den Staubsauger nicht mit auf die Flucht nehmen. Er selber war Schreiner und hat den im Garten vergraben und als der nach einem Jahr wieder zurück in den Wohnort durfte, dann hat er den Sauger ausgegraben und hat bis 1993 damit gesaugt.“ Alle Staubsauger hier hat Alois Steffgen geschenkt bekommen. Nur Geräte mit einer Geschichte dürfen ins Museum und keine Kunststoff-Massenprodukte. Der Staubsauger von früher war ein echtes Multifunktionsgerät. Denn er saugt […]

  • Junge Mönche in Maria Laach

    Junge Mönche in Maria Laach

    Wenn man Kinder fragt was sie später mal werden wollen, bekommt man Antworten wie: Polizist, Arzt oder Astronaut. Kaum jemand wird wohl mit MÖNCH antworten. Im Kloster Maria Laach gibt es aktuell aber eine hohe Nachfrage von jungen Menschen, die genau diesen Weg einschlagen wollen. Und das in Zeiten in denen die Zahl der Kirchen-Austritte immer weiter steigt. Was zieht also junge Menschen ins Kloster? Das Kloster Maria Laach: Ein Ort an dem die Zeit irgendwie langsamer zu laufen scheint. Zwischen dicken Mauern und alten Büchern leben aber auch junge Menschen. Bruder Jonas ist 32 Jahre alt und lebt seit sechs Jahren im Kloster. Mit ihm 27 weitere Mönche zwischen 24 und 95 Jahren. Eine Gemeinschaft, die Bruder Jonas zum Bleiben bewegte. Bruder Jonas Hilger OSB (Mönch des Benediktinerordens) : „Solange ich denken kann, waren wir irgendwie jedes Jahr hier zu Besuch bei der Verwandtschaft. In dem Zuge gehörte Maria Laach immer dazu und ich habe dann nach und nach die Mitbrüder kennengelernt und habe dann hier unter Pater Philipp im Chor mitgesungen in der Capella Lacensis. Und so ist man irgendwie in diese Gemeinschaft hineingewachsen und man hat gemerkt: Okay, das sind alles irgendwie auch normale Leute.“  Das Klosterleben ist strukturiert. Der Morgen beginnt bereits um 5 Uhr. Fünfmal am Tag wird gebetet – dazwischen gearbeitet. Doch in diesem Alltag sieht Bruder Jonas Freiheit. Bruder Jonas Hilger OSB (Mönch des Benediktinerordens): „Bei vielen Menschen ist glaube ich im Moment ein Problem, dass sie einfach zu viel haben. Also wir haben irgendwie alles und trotzdem sind wir nicht zufrieden. Stichwort: politische Situation. Wenn man sich ein bisschen einschränkt, entsteht darin eine große Freiheit. Etwas weniger Handykonsum zum Beispiel oder sich mal Zeiten für Stille zu nehmen und das ist eine Chance, die unser Kloster bietet.“  Aktuell studiert Bruder Jonas Theologie in […]

  • Umsetzung der Krankenhausreform in Rheinland-Pfalz

    Umsetzung der Krankenhausreform in Rheinland-Pfalz

    Kommen wir jetzt zu einem Dauer-Patienten: unserem Gesundheitssystem. Deutschland hat so viele Krankenhäuser, wie kaum ein anderes Land in Europa. Doch allein in Rheinland-Pfalz schreiben zwei Drittel der Kliniken rote Zahlen – und immer wieder müssen Krankenhäuser schließen. Der Bund hat deshalb beschlossen, die Krankenhaus-Landschaft umzukrempeln. Rheinland-Pfalz setzt die umstrittene Reform nun als erstes Bundesland nach Nordrhein-Westfalen um.   Das Krankenhaus Marie Stern in Remagen: eine von insgesamt acht Kliniken in Rheinland-Pfalz, die im vergangenen Jahr schließen mussten. Der Grund: gestiegene Energie- und Personalkosten und zu wenig belegte Betten. Probleme, mit dem viele Kliniken im Land kämpfen. Und hier soll die Krankenhausreform ansetzen: Kliniken sollen in Zukunft nur noch Leistungen abrechnen können, die ihnen vom Land zugewiesen wurden.  So sollen Personal und Betten effizienter genutzt und Kliniken stärker spezialisiert werden. Nicht mehr jedes Krankenhaus soll zum Beispiel Hüft– oder Knie-OPs anbieten. Die Idee: durch die Spezialisierung steigt auch die Qualität der Behandlung. Die Kehrseite: Es wird künftig weniger klassische Krankenhäuser geben und die Wege für Patienten weiter werden. Zwar sollen alle rund 80 Krankenhäuser in Rheinland-Pfalz erhalten bleiben, sieben jedoch zu sogenannten Regiokliniken verkleinert werden: Hermeskeil, Bingen, Boppard und Kirn waren bereits geplant, neu hinzu kommen jetzt Bernkastel–Kues, Bad Dürkheim und Frankenthal. Regiokliniken haben keine Notaufnahmen, keine Möglichkeit Herzinfarkte oder Schlaganfälle zu behandeln und insgesamt weniger Abteilungen und Betten. Sie sollen stattdessen die Grundversorgung in wenig bewohnten Regionen sichern – bei Alltagsnotfälle wie Verletzungen beim Sport oder im Haushalt. Für die Landesregierung ein Weg, unwirtschaftliche Krankenhäuser zumindest in abgespeckter Form zu erhalten. Die betroffenen Regionen befürchten dagegen: eine Verschlechterung der medizinischen Versorgung.  

  • Schaltgespräch mit Gesundheitsminister Clemens Hoch

    Schaltgespräch mit Gesundheitsminister Clemens Hoch

    Über diese umfassende und nicht ganz unkomplizierte Krankenhausreform spreche ich jetzt mit dem rheinland-pfälzischen Gesundheitsminister – mit Clemens Hoch Eva Dieterle: Guten Abend. Clemens Hoch (SPD), Gesundheitsminister Rheinland-Pfalz: Guten Abend, Frau Dieterle. Eva Dieterle: Herr Hoch, die Krankenhauslandschaft in Rheinland-Pfalz wird sich ab Anfang 2027 spürbar verändern und vor Ort in den Regionen stößt das nicht unbedingt auf Akzeptanz, weil viele Menschen befürchten, in ihrer Nähe nicht mehr die voll umfängliche medizinische Versorgung zu bekommen. Sind das nicht berechtigte Sorgen? Clemens Hoch (SPD), Gesundheitsminister Rheinland-Pfalz: Natürlich sind es berechtigte Sorgen und deswegen haben wir auch das ganze Land im Blick. Wir wollen keinen Krankenhausstandort verlieren, den wir heute haben. Aber es ist heute ja schon so, dass Krankenhäuser, je nachdem, wo sie sind, andere Angebote vorhalten. Das wird sich noch etwas konzentrieren. Und die Qualität der Leistungen wird an manchen Standorten höher werden. Und dafür werden wir an anderen Standorten neue Krankenhäuser in Form der Klinik vorsehen, die vor allem die Alltagsnotfälle behandeln. Eva Dieterle: Leistungen werden künftig massiv umgeschichtet, und für Leistungen erhalten Kliniken nun mal Geld. Bedeutet das nicht, dass sich der finanzielle Kampf vieler Krankenhäuser verschärfen wird? Clemens Hoch (SPD), Gesundheitsminister Rheinland-Pfalz: Ob sich wirtschaftlich da für die Krankenhäuser was verändert, wissen wir noch nicht. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen macht ja der Bund. Und da ist in den letzten Jahren tatsächlich sehr viel Druck auf die Krankenhäuser ausgeübt worden. Wir haben das auch immer kritisiert. Hier geht es aber darum, dass natürlich nicht Krankenhäuser Leistungen erbringen sollen, ohne entsprechend auch die Vorhaltung zu haben und die die Leistungen vielleicht zukünftig nicht mehr anbieten können. Die würden natürlich auch in ihrem gesamten Vorhaltungsungsapparat schrumpfen müssen. Eva Dieterle: Viele Krankenhäuser fürchten sich aber eben genau vor diesen finanziellen Einschnitten. Die Stadtklinik Frankenthal soll eine der sieben Regiokliniken werden. Jetzt hat […]

  • Neues Landesjagdgesetz vorgestellt

    Neues Landesjagdgesetz vorgestellt

    Im Juli vergangenen Jahres hat die damalige Ampelregierung im rheinland-pfälzischen Landtag ein neues Landesjagdgesetz beschlossen. Es sollte den Wald besser vor den Folgen des Klimawandels schützen, sorgte aber vor allem bei den Jägern für heftigen Widerstand. Im Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung wurden deshalb Änderungen angekündigt. Heute hat Umweltministerin Christine Schneider den neuen Entwurf vorgestellt.   Es geht um Wald. Um Wild. Und um die Frage: Wer entscheidet eigentlich, wie viel geschossen werden muss? Das Jagdgesetz der damaligen Ampelregierung sollte den Wald besser vor Wildverbiss schützen. Dafür wurden unter anderem die Abschusspläne von der unteren auf die obere Jagdbehörde verlegt. Das sorgte für heftige Diskussionen: Tausende Jäger gingen auf die Straßen und protestierten gegen das Gesetz. Ihr Vorwurf: Die Politik spreche ihnen Verantwortung und Fachkompetenz ab. Die neue Umweltministerin Christine Schneider kündigt deshalb Änderungen an. Der Wolf soll ins Landesjagdgesetz aufgenommen werden, außerdem sollen Zuständigkeiten verändert und die Regeln praxisnäher gestaltet werden. Christine Schneider (CDU), Umweltministerin „Wir haben uns überlegt, wie können wir Wald und Wild gemeinsam mit den Jägerinnen und Jägern hinbekommen, weil Sie werden keinen Wildschaden minimieren können, wenn sie die Jägerschaft nicht an ihrer Seite haben, wer soll dann das entsprechend umsetzen. Deshalb brauchen wir in unseren Wäldern die gute Zusammenarbeit mit den Jägerinnen und Jägern und das ist unser Anspruch an das Gesetz und so sind wir auch den Entwurf angegangen.“ Abschusspläne sollen also in Zukunft weder auf der unteren Behördenebene beschlossen werden. Für die Grünen ist das der falsche Weg. Sie werfen der Landesregierung vor, dem Druck der Jägerschaft nachzugeben. Paul Bunjes (Bündnis 90 / Die Grünen), Stellvertretender Fraktionsvorsitzender „Die Richtung in die hier die Änderungen, die geplant sind, gehen ist klar. Es geht in Richtung Jägerschaft. Wir sehen Kritik von den Kommunen zum Beispiel, die Angst um ihren Wald haben. Ich sehe hier schon, dass es eine […]

  • Minigolf auf Weltniveau

    Minigolf auf Weltniveau

    Minigolf: Eine Sportart, die die meisten von uns wohl eher von Kindergeburtstagen kennen. In Mainz wird sie auf Weltklasseniveau gespielt. Der Erste Mainzer Minigolf Club ist eine echte Minigolftalentschmiede. Einige der besten Minigolfspieler der Welt wurden hier ausgebildet, und auch bei der Europameisterschaft am vergangenen Wochenende haben die Mainzer ordentlich abgeräumt.   Konzentrieren, die Bahn nochmal analysieren und locker durchschwingen. Ein Ass. Bei der Europameisterschaft in Österreich spielte Selina in ihrer besten Runde 16 von 18 Löchern im ersten Schlag. Am Ende hieß das: Gold im Team. Selina Krauss – Europameisterin im Minigolf – 00:24 „Wir sind nicht als Favoriten an den Start gegangen, haben dann aber nach einem ersten schlechteren Turniertag es geschafft am zweiten Tag voll Power zu gegeben und uns die Goldmedaille zu holen.“ Voller Fokus über Tage hinweg. Minigolf ist ein echter Nervensport. Trifft Selina den Ball nur einen Millimeter zu weit rechts oder zu schwach, heißt das: Punktverlust. Wenn auch manchmal denkbar knapp. Ihr Ehrgeiz hilft ihr, konzentriert zu bleiben. Der hat sie auch überhaupt erst mit dem Minigolf anfangen lassen.   Selina Krauss – Minigolfspielerin aus Mainz – 01:00  „Das Ganze hat mit meiner ganzen Familie gestartet, wir waren im Urlaub in Bayern auf einer Minigolfanlage und das Ganze wurde dann sehr kompetitiv zwischen uns.“ Vor allem zwischen ihr und ihrem Bruder Silvio. Sie wird mit fünfzehn deutsche Jugendmeisterin, er mit sechzehn Jugendweltmeister. Trainiert hat sie beide: Marcel Noack. Er ist mehrfacher Welt- und Europameister und kennt alle Tricks, die man als Profi nutzen darf. Angefangen bei den Bällen. Marcel Noack – Minigolfweltmeister von 2015  „Ich habe unterschiedliche Größen, unterschiedliche Oberflächen, unterschiedliche Härte oder Gewichtsklassen. Je nachdem welche Anforderungen der Ball an der Bahn erfüllen muss, treffe ich eine Auswahl.“ Allein die Bälle, eine Wissenschaft für sich. Am Ende entscheidet jede Feinheit. Marcel Noack […]

  • Nach zehn Jahren Sanierung: Jüdisches Ritualbad Mikwe in Worms wieder eröffnet

    Nach zehn Jahren Sanierung: Jüdisches Ritualbad Mikwe in Worms wieder eröffnet

    Als vor fünf Jahren die Entscheidung fiel, dass der Bund jüdischer Gemeinden im Mittelalter in Mainz, Speyer und Worms UNESCO-Weltkulturerbe werden, war das jüdische Ritual-Bad in Worms schon geschlossen. Es musste saniert werden. Zehn Jahre hat die Sanierung der sogenannten Mikwe gedauert, jetzt kann eine der bekanntesten Kulturstätten jüdischen Glaubens in Deutschland wieder besucht werden. Die Stufen sind uneben, verschieden groß. Wer hinabsteigt, soll sich konzentrieren, ganz bei sich sein, sich vorbereiten auf das, was kommt. Die Wormser Mikwe ist 800 Jahre alt. Sie ist praktisch ein Turm unter der Erde. Birgit Kita, Geschäftsführerin SchUM Städte Das Baden in der Mikwe hat nichts mit Reinigen des Körpers, also mit Waschen an sich, zu tun. Im Gegenteil, man geht sauber in die Mikwe. Das Bad in der Mikwe ist eine rein rituelle Reinigung. Das heißt, man reinigt sich innerlich, die Seele soll rein sein. Deswegen ist es auch wichtig, dass man sich schon beim Herabsteigen der Treppe darauf konzentriert, was man gedenkt zu tun, nämlich rein zu werden. Eine extra für das Ritualbad konzipierte Weitwurfdüse, sorgt neben einem ständigen Brummen, für ein stabiles Raumklima. Wegen der anhaltenden Dürre ist die Grundwasser-Mikwe zurzeit trocken. Aber sie ist wieder sicher. Nach 10 Jahren Sanierung. Das Mauerwerk aus dem 12. Jahrhundert war durch Regen und Algen beschädigt. Es wurde stabilisiert und gereinigt. Damit den historischen Steinen nichts passiert, werden die Algen schonend beseitig. Birgit Kita, Geschäftsführerin SchUM-Städte Am Ende ist jetzt dabei herausgekommen: Das Beste, was wir machen können, ist eine alkoholische Lösung aus Oregano. Die wirkt am besten gegen die Algen. Die Mikwe kann jetzt nach Anmeldung wieder besucht werden. Beschädigt ist auch die Wormser Synagoge. Durch das älteste jüdische Gotteshaus Europas geht ein Riss. Gebaut 1034, wird sie immer wieder zerstört und mit den alten Steinen wieder aufgebaut. Birgit Kita, Geschäftsführerin SchUM Städte […]

  • Julian Weber - Speerwurf-Europameister aus Mainz

    Julian Weber – Speerwurf-Europameister aus Mainz

    Julian Weber ist aktuell der beste deutsche Speerwerfer und gehört auch zu den Besten der Welt. Bei der Europameisterschaft in Birmingham hatte er es ja im Finale bis zum letzten Wurf spannend gemacht, sich am Ende dann spektakulär Gold gesichert. Gestern erzielte Weber beim traditionsreichen Leichtathletik-Sportfest ISTAF in Berlin erneut die Bestweite. Wir haben den Ausnahmeathleten in seiner Heimat Mainz beim Training besucht. 90,4 Meter weit feuert Julian Weber seinen Speer in den Nachthimmel von Birmingham. Danach: Pure Freude über seine zweite Goldmedaille bei einer Europameisterschaft. Dass es tatsächlich für Gold reicht, war allerdings lange nicht klar. Bis zu seinem sechsten Versuch hadert Weber mit dem Anlauf, hat Probleme mit der Achillessehne und liegt nur auf Platz zwei. Er weiß: Im letzten Versuch muss alles stimmen.             Julian Weber, Europameister 2026: „Ja, ich bin dann die ganze Zeit den Anlauf durchgegangen und hab irgendwie versucht, in meinen Rhythmus zu kommen, dass ich das endlich mal auf die Bahn bringen kann. Und dann wars einfach genial und es war dann einfach perfekt im sechsten Versuch und es hat einfach unfassbar gut gepasst alles. Und ich wusste genau, auch schon während dem Anlauf, ‚Ich flieg da jetzt vorne rein und ich kann da alles reinlegen‘. Und so wars dann auch.“   Umso größer ist danach die Freude über die Goldmedaille.             Julian Weber: „Ja, das war einfach pure Eskalation. Und einfach wunderschön, so einen Erfolg mit meiner Familie und meiner Verlobten feiern zu können. Und es wurde auch sehr emotional und einfach unbeschreiblich schön.“  Damit im Moment des Wettkampfs alles passt, muss schon in der Vorbereitung alles stimmen. Und die ist vielseitig.              Julian Weber, Europameister 2026: „Theoretisch ist unser Training ähnlich aufgebaut wie ein Zehnkämpfer. Ohne die anderen technischen Disziplinen. Also wir springen viel, wir sprinten viel, wir machen mit den Medizinbällen viel, […]

  • Lichtinstallation "Alice im Wunderland"

    Lichtinstallation „Alice im Wunderland“

    Und wir bleiben bei erfolgreichen Geschichten. Normalerweise erstellt ER Licht-Installationen für Freizeitparks oder den Circus Krone. Patrick Wild hat sich als Licht-Künstler mittlerweile in der Szene einen Namen gemacht. Jetzt hat er sich einem neuen Projekt gewidmet: In einem leerstehenden Ladenlokal in Bad Kreuznach eröffnet er ein echtes Wunderland. Patrick Wild: „Helle oder dunkle Schokolade?“ Mädchen: „Helle!“ Patrick Wild: „Perfekt, gute Wahl.“ Der Hutmacher lädt zur Teeparty ein. Mit seiner Hilfe müssen die Besucher den Jabberwocky besiegen, um das Wunderland zu retten. Riesige Blumen, leuchtende Pilze und jede Menge Kreaturen aus der Erzählung „Alice im Wunderland“. Konzipiert und gestaltet hat den Erlebnisladen in Bad Kreuznach Patrick Wild. Schon vor der Eröffnung treffen wir ihn – noch ohne Hutmacherkostüm – bei den letzten Vorbereitungen. Seit Monaten arbeitet er daran, den leerstehenden Laden ins Wunderland zu verwandeln. Dahinter steckt auch ein ernstes Anliegen. Patrick Wild (Lichtkünstler): „Man kennt es: Innenstädte sterben immer mehr aus. Wir haben größtenteils sehr großen Leerstand – wie in jeder Stadt. Und ich habe einfach gemerkt, dass Menschen nicht mehr in die Stadt kommen um etwas zu einzukaufen, sondern sie wollen etwas erleben, Zeit gemeinsam mit der Familie verbringen und genau das will ich hiermit erreichen.“  Das Projekt finanziert er aus eigener Tasche und über Spenden. Hilfe bekommt er von Familie und Freunden, die für ihn sogenannte Animatroniken programmieren oder Dekoration herstellen. Ein Highlight im Reich der weißen Königin. Die rauchende Raupe Absolem. Patrick Wild (Lichtkünstler): „Was ganz besonders ist bei ihr ist halt, dass sie eine Nebelmaschine eingebaut hat. Wenn die Leute in den Raum hineinkommen wird sie später die Leute anrauchen können mit Nebel und dieser Nebel hat dann auch einen Duft. Und zwar Minzgeruch. Und das wird mega cool. Das ist ein cooler Effekt.“  Bis zur Eröffnung wurde dann auch die Raupe fertig und thront auf einem riesigen Pilz. […]

  • Lebenslang für Mord an Amy Lopez

    Lebenslang für Mord an Amy Lopez

    Jahrzehnte lang war es ein Cold Case – ein ungelöster Kriminalfall: 1994 finden spielende Kinder die Leiche der US-Amerikanischen Touristin Amy Lopez, halbnackt und brutal ermordet. Vom Täter: Keine Spur. Jetzt ist der Mord um Amy Lopez gelöst: Heute hat das Landgericht Koblenz sein Urteil verkündet.    Mehr als 30 Jahre hat es gedauert: Jetzt ist der 81-jährige Hans Joachim S. zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt. Sein Mord an Amy Lopez – laut Gericht: Heimtückisch und zur Befriedigung des Geschlechtstriebes. Kathrin Kienle, Anwältin der Familie von Amy Lopez   „Das Urteil kann selbstverständlich nicht die Tat nicht ungeschehen mache, es kann auch Amy nicht mehr zurückbringen aber der Vater und der Bruder von Amy haben mir mitgeteilt, dass sie eigentlich über die ganze Zeit hinweg eigentlich nie den inneren Frieden finden konnten, solange wie der Täter nicht gefasst war.“ Das Gericht sieht auch die besondere Schwere der Schuld, weil sich Hans Joachim S. mit Handschellen und Messer regelrecht auf die Jagd nach einer Frau begeben hat.  Rückblick: Im September 1994 war die US-Amerikanerin auf Europa-Reise – hat den Trip von ihrem Vater zum College-Abschluss geschenkt bekommen. Auch in Koblenz macht sie Halt. Besucht die Festung Ehrenbreitstein. Hier trifft sie zufällig auf den damals 49 Jahre alten Hans Joachim S. Mit dem Vorwand eine Abkürzung zu kennen, führt er sie ins abseits gelegene General-von-Aster-Zimmer. Hier fesselt er sein Zufallsopfer mit Handschellen, sticht ihr neun Mal in die Brust und schlägt sie mit einem Stein mehrmals auf den Kopf. Amy Lopez verblutet innerlich. Vor und nach ihrem Tod vergewaltigt er sie. Die Fahndung – auch nach ihren gestohlenen Gegenständen – verläuft erfolglos. Erst durch neue DNA-Analysemethoden konnte Hans Joachim S. jetzt als Täter identifiziert werden. Andrea Maier, Staatsanwaltschaft Koblenz  „Ich muss sagen, wir sind heilfroh gewesen, als wir die Tat nach so vielen Jahren […]

  • Schaltgespräch zu unserem Reporter am Landgericht Koblenz

    Schaltgespräch zu unserem Reporter am Landgericht Koblenz

    Unser Reporter Marcel Gassan war heute bei der Urteilsverkündung dabei. Eva Dieterle: Marcel, wie hast du den letzten Prozesstag heute wahrgenommen? Marcel Gassan, Reporter in Koblenz: Es war hoch emotional heute im Gerichtssaal. Wir haben es ja auch gerade im Beitrag gehört. Amy Lopez‘ Vater und Bruder sind heute zum ersten Mal erschienen und für sie ist die heutige Urteilsverkündung natürlich ein immens wichtiger Tag. Über die 32 Jahre hinweg kamen immer wieder neue Nachrichten mit neuen Hinweisen zu dem Tod von Amy Lopez. Und sie mussten diesen Tod immer wieder neu durchleben und konnten damit nie so richtig abschließen. Aber heute zur Urteilsverkündung, besteht eben die Möglichkeit, endlich damit abschließen zu können. Und nicht nur für sie, für die Hinterbliebenen. Es ist heute ein wichtiger Tag, auch für die Menschen hier in Koblenz. Der Andrang war heute wieder mal enorm groß, der Zuschauerraum war komplett voll und ich habe mit einigen sprechen können. Und sie haben mir erzählt, dass sie erleichtert sind, dass dieser Täter, dieser Mörder, endlich gefasst wurde und jetzt hinter Gittern sitzt. Eva Dieterle: Du hast fast alle Prozesstage im Landgericht Koblenz begleitet: Welchen Eindruck hast du über diese Zeit von dem Angeklagten gewonnen? Marcel Gassan, Reporter in Koblenz: Ich glaube auch, er will endlich damit abschließen. Ich konnte heute noch mal mit dem Anwalt, mit seinem Anwalt sprechen, mit dem Verteidiger und auch er hat mir das gesagt. Und dafür sprechen auch einige Dinge dafür. Der Mann ist 81 Jahre alt, gesundheitlich angeschlagen, kam zu jedem Prozesstag mit einem Rollator in den Gerichtssaal rein, konnte eden Tag nur maximal zwei Stunden teilnehmen und dann noch eine Pause haben und dann vielleicht noch wieder zwei Stunden am Prozess teilnehmen. Aber er hat die Arbeit hier trotzdem erleichtert. Er hat die Tat nämlich direkt zu Beginn komplett […]

  • Überprüfung von Verfassungstreue zulässig?

    Überprüfung von Verfassungstreue zulässig?

    Vor dem Verfassungsgerichtshof ging es heute um die Änderungen des Abgeordneten- und Fraktionsgesetzes. Das klingt erstmal sperrig, konkret geht es darum, welche Mitarbeiter von Abgeordneten und Fraktionen aus Steuergeld bezahlt werden und welche nicht. Der Landtag hatte die Gesetzesänderungen im vergangenen Sommer mit den Stimmen von SPD, CDU, FDP und Grünen beschlossen. Die AfD klagt dagegen, sie hält das Gesetz für rechtswidrig. Ein „Anti-AfD-Gesetz“ – so hat die AfD das neue Abgeordneten- und Fraktionsgesetz bezeichnet. Das Gesetz sei rechtswidrig – ein „freies Mandat“ bedeute auch, frei entscheiden zu dürfen, wen man einstellt. Das neue Gesetz regelt, dass Mitarbeiter der Landtagsabgeordneten und Fraktionen jetzt auf ihre Zuverlässigkeit überprüft werden. Dafür holt der Landtagspräsident Informationen beim Bundeszentralregister, Landeskriminalamt und Verfassungsschutz des Landes ein. Als nicht zuverlässig gelten laut Gesetz unter anderem Mitarbeiter, die in den vergangenen fünf Jahren Mitglied einer verfassungsfeindlichen Organisation waren. Robin Classen (AfD), Abgeordneter Landtag Rheinland-Pfalz „Der Landtagspräsident kann ja nur entscheiden auf Basis dessen, was ihm vorgelegt wird. Das tut der Verfassungsschutz, eine weisungsabhängige Behörde. Und es reicht ja auch aus, wenn man beispielsweise Mitglied in einer Vereinigung ist, die nur Verdachtsfall ist. Auch dann kann ja theoretisch schon gesagt werden das sind Tatsachen, die die Annahme rechtfertigen, dass diese Person Verfassungsfeind ist beziehungsweise nicht bezahlt werden darf vom Landtag.“ Das kritisiert die AfD heute. Da ihre Partei vom Verfassungsschutz beobachtet werde, könnte eine Mitgliedschaft ausreichen, um die Zuverlässigkeitsprüfung nicht zu bestehen. Landtagspräsident Matthias Lammert sagt, der Landtag könne nicht verhindern, dass Abgeordnete Feinde der Verfassung beschäftigten. Aber es müsse gelten: Für Verfassungsfeinde darf kein Steuergeld fließen! Matthias Lammert (CDU), Landtagspräsident Rheinland-Pfalz „Hier geht es eben darum, dass es ja hier auch Pauschalen gibt, die konkret an die Abgeordneten gehen, um ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu bezahlen. Und da wollen wir einfach den Anspruch haben, dass zumindest diese […]

  • Waffeleisenmuseum in Maßweiler

    Waffeleisenmuseum in Maßweiler

    Und jetzt haben wir eine ganz besondere Sammlung für Sie. Es geht nach Maßweiler ins Waffeleisen-Museum. Ja, tatsächlich, da hat jemand in seiner Scheune sage und schreibe 600 Waffeleisen ausgestellt. Da werden doch Kindheits-Erinnerungen wach. – Der nächste Teil unserer Serie „Jenseits der Klassiker – ungewöhnliche Museen.“   Faszination… Waffeleisen. Wolfgang Fuhrmanns Leidenschaft gilt nicht etwa dem Gebäck, sondern dem, worin es entsteht. Schon lange vor den strombetriebenen Geräten mit Anti-Haft-Beschichtung haben die Menschen Waffeln gebacken. Herdplatte raus, Waffeleisen rein. Für sein Waffeleisenmuseum hat der Pfälzer mittlerweile rund 600 historische Eisen gesammelt. Das Älteste ist aus dem Jahr 1671. Wolfgang Fuhrmann, Waffeleisen-Sammler: „man hat ein offenes Feuer gehabt, das sieht man ja an dem langen Stiel und hat diese Waffeln im sogenannten Rauchhaus, das war die Küche von früher, gebacken.“ Vor 25 Jahren hat alles angefangen, als ihm ein altes Waffeleisen auf  dem Flohmarkt ins Auge gesprungen ist. Wolfgang Fuhrmann, Waffeleisenmuseum Maßweiler: „Wir haben dann aus Spaß das mitgenommen, haben das sauber gemacht und haben anlässlich einer Geburtstagsfeier dann tatsächlich Waffeln gebacken so wie früher auf einem alten Herd und das war eine ganz, ganz tolle Geburtstagsfeier, an die sich jeder, der dabei war, noch erinnert.“ USA, Mexiko, Russland, Schweiz oder regionale Klassiker. Wolfgang Fuhrmann, Waffeleisen-Sammler: „das hier ist ein typisches Zimtwaffeleisen, was es hier in Rheinland-Pfalz oder im Saarland gibt. Wenn man hier diese Fläche beachtet, dann haben wir 6 verschiedene Motive. So lange ich denken kann, gab es bei uns an Weihnachten immer Zimtwaffel.“ Ohne Thermostat ist das Waffelbacken selbst für den Profi noch eine Herausforderung. Denn jedes Waffeleisen ist anders. Wolfgang Fuhrmann, Waffeleisen-Sammler: „das ist einfach, dass sich die Temperatur schlecht bestimmen lässt. Je nach Feuer… ja, die ist jetzt ein bisschen dunkler unten, und man weiß halt nie genau, wann die Waffel fertig ist.“ Mein Fazit: […]