Rheinland-Pfalz

  • „Kalifatsstaat“: Razzia gegen verbotene Vereinigung

    „Kalifatsstaat“: Razzia gegen verbotene Vereinigung

    Sie lehnen die Demokratie ab, einige Mitglieder verfolgen sogar das Ziel, einen islamistischen Gottesstaat zu errichten: Die Polizei ist heute gegen die verbotene Vereinigung „Kalifatsstaat“ vorgegangen – mit Razzien in 6 Bundesländern. Koordiniert wurde die Aktion vom rheinland-pfälzischen Landeskriminalamt. 13 Objekte wurden in Hessen durchsucht, elf in Rheinland-Pfalz. Dabei wurden drei Personen festgenommen. O-Ton Achim Füssel, Vizepräsident Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz „Wir haben insgesamt Gelder in sehr hohen Summen sichergestellt. Das geht in die Hundertausende, wie mir berichtet worden ist. Das Geld könnte zur Unterstützung der Finanzierung der verbotenen Vereinigung genutzt worden sein. Das werden die Ermittlungen ergeben. Es sind auch Waffen, Hieb-, Stoß- und Schusswaffen sichergestellt worden, die müssen allerdings noch kriminaltechnisch begutachtet werden.“ Zwei der drei festgenommenen Personen stammen laut den Ermittlern aus Bad Kreuznach. Sie sollen dort in einem Moschee-Verein tätig gewesen sein. Verdeckte Ermittlungen des Rheinland-Pfälzischen Verfassungsschutzes bei dem Verein hatten die heutige bundesweite Aktion ins Rollen gebracht. O-Ton Jürgen Brauer, Leiter Generalstaatsanwaltschaft Koblenz „Das ist ein Verein, der eine Moschee in Bad Kreuznach betreibt, der aber nach unseren Erkenntnissen zugleich den Kalifatsstaat oder dessen Ideologie verbreitet, die Strukturen aufrecht erhält, der Geld sammelt, der einen Laden betreibt, in dem Lebensmittel, in dem Fleisch angeboten wird. Und die Gewinne, die dort erzielt werden, werden nach unseren Erkenntnissen für die Aufrechterhaltung der Strukturen des Kalifatsstaates benutzt.“ Bei der Razzia, die noch bis vor wenigen Minuten andauerte, wurden auch Datenträger und weitere Beweismittel gesichert, nach deren Prüfung weitere Festnamen folgen könnten.

  • Daimler Truck testet Flüssigwasserstoff

    Daimler Truck testet Flüssigwasserstoff

    Während die Politik bei Autos auf den Elektromotor setz, hat die Lastwagenbranche ganz andere Pläne. Im größten LKW-Werk der Welt in Wörth am Rhein hat Daimler seine neueste Innovation präsentiert: einen Brennstoffzellen-Truck, der mit flüssigem Wasserstoff betrieben wird. Mit dieser Technik soll emissionsfreier Gütertransport auch im Fernverkehr möglich sein. Wir haben bei der Präsentation der neuen Antriebstechnologie auf dem Beifahrersitz Platz genommen. Von innen ein ganz normaler Truck. Doch auf der Rückseite des Führerhauses sieht man den Unterschied. Dieser LKW wird nämlich durch eine Brennstoffzelle betrieben. Diese läuft erstmals mit flüssigem statt gasförmigem Wasserstoff. Das ermöglicht besonders hohe Reichweiten. Christof Weber, Leiter des Entwicklungszentrums, Daimler „Ein wasserstoffbetriebener LKW ist im Prinzip auch ein Elektro-LKW. In Ergänzung zu einem normalen batterieelektrischen LKW hat man eine Brennstoffzelle. Die Brennstoffzelle selber, die mit Wasserstoff betrieben wird, dient dazu, die Batterie mit aufzuladen. Das ist dann sozusagen ein Reichweitenverlängerer, der kontinuierlich die Batterie speist.“ Mit dieser Technologie sollen Reichweiten bis zu 1.000 Kilometern erreicht werden. Ein rein elektrischer LKW schafft nur 500 Kilometer. Auch lange Standzeiten um die Batterie elektrisch aufzuladen entfallen bei dem neuen Wasserstoff-LKW. Trotzdem plant man bei Daimler mit beiden Technologien. Christof Weber, Leiter des Entwicklungszentrums, Daimler „Wir fahren batterieelektrisch dort, wo wir im Tagesverteilerverkehr unterwegs sind, und die großen Langstreckenverkehre, die wollen wir mit Brennstoffzellen und flüssigem Wasserstoff bedienen.“ Im Zuge der „Woche des Wasserstoffs Süd“ machte sich die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt ein Bild von dem neuen LKW – und machte eine Probefahrt. Daniela Schmitt, FDP, Wirtschaftsministerin Rheinland-Pfalz „Die Testfahrt war sehr, sehr spannend, weil es doch nochmal verdeutlicht hat, wie die Antriebstechnologie hier wirkt. Also, es war ein sehr leises Fahren, es war ein sehr gleitendes Fahren und das war schon sehr beeindruckend.“ Gemeinsam mit dem Bund will Rheinland Pfalz in Zukunft die Infrastruktur für wasserstoffbetriebene LKW ausbauen. […]

  • Organspenden: Unimedizin Mainz erhält Auszeichnung

    Organspenden: Unimedizin Mainz erhält Auszeichnung

    Das Thema Organspende ist in Deutschland eigentlich ein trauriges. Es gibt bei uns einfach viel zu wenige Organspender. – Aktuell warten 8.500 Menschen auf ein lebensrettendes Organ. Deswegen ist der Einsatz für Organspende und Organtransplantation so wichtig. Jetzt wurde die Mainzer Universitätsmedizin von der Deutschen Stiftung Organtransplantation ausgezeichnet. Maria Höhn ist aus dem Westerwald angereist. Sie will dabei sein, wenn die Mainzer Universitätsmedizin für ihr Engagement in der Organspende ausgezeichnet wird. Die 67-jährige leidet an einer Autoimmunerkrankung – eine unheilbare Krankheit. Maria Höhn, lebt seit 31 Jahren mit einer Spender-Leber „Aber mit einer Transplantation kann man ganz gut leben. Und mittlerweile, ich bin 1991 transplantiert worden, jetzt sind es schon 31 Jahre. Früher hat man gesagt sieben bis zehn Jahre Lebenserwartung und jetzt sind es schon 31 Jahre.“ Seit ihrer Transplantation betreut Maria Höhn ehrenamtlich Menschen die ihr Schicksal teilen. Sie setzt sich für Organspende ein. Genauso wie die Mainzer Universitätsmedizin. Hier sind im vergangen Jahr 16 Organtransplantationen durchgeführt worden. So viele wie sonst nirgendwo in Deutschland. Für die Deutsche Stiftung Organtransplantation ist das auszeichnungswürdig. Dr. Ana Paula Barreriros, Deutsche Stiftung Organtransplantation „Weil sie wirklich ein außerordentliches Engagement zum Thema Organspende hat seit vielen Jahren und im letzten Jahr nun mit der Realisierung von 16 Organspenden. Und dadurch konnte fast 50 Menschen das Leben gerettet werden. Das liegt daran, dass wirklich hier eine Kultur der Organspenden mit Strukturen in Kliniken, bei den Pflegenden, bei den Ärzten, in der Seelsorge einfach an der Normalität stehen. Und dafür zeichnen wir sie aus.“ In Rheinland-Pfalz gab es im vergangenen Jahr 57 Organspender, in Hessen 66. Viel zu viele Menschen standen Ende 2021 auf der Warteliste für ein Organ. An der Mainzer Universitätsmedizin werden die Mitarbeiter speziell geschult: Eine hohe medizinische Kompetenz ist für eine Transplantation notwendig, aber auch Empathie im Umgang mit den […]

  • Extremsportler Joseph Heß: Rekordversuch im Rhein

    Extremsportler Joseph Heß: Rekordversuch im Rhein

    Ihm ist es im Schwimmbad zu langweilig. Joseph Hess durchquert momentan den Rhein – von der Quelle bis zur Mündung. Das sind sagenhafte 1.232 Kilometer, die der Wirtschaftsingenieur in 24 Tagen bewältigen will. Und das wäre ein neuer Rekord. Neben der Bestzeit geht es bei diesem Projekt aber auch um die Wissenschaft. Wie sauber ist der Rhein? Und wie schafft ein Mensch eine solche extreme Herausforderung? Zwei Fragen, die auch noch beantwortet werden müssen. Momentan schwimmt der Extremsportler durch Rheinland-Pfalz. Immer schön im Fluss bleiben: Zug um Zug arbeitet sich Joseph Heß in Richtung Nordsee. Sein Tagespensum heute: 62 Kilometer von der Loreley bis nach Rheinbrohl. Kurzer Boxenstopp am Deutschen Eck in Koblenz für ein Interview. 24 Tage Dauerschwimmen – zehn bis zwölf Stunden am Tag – von der Quelle bis zur Mündung – kostet das nicht Überwindung? Joseph Heß, Extremsportler „Also, ich kann generell ganz gut lange Strecken schwimmen. Im Pool wird mir da schnell langweilig. Und dann hab ich angefangen mit der Straße von Gibraltar. Und hab dann aber gemerkt – ja, ok, man trainiert da anderthalb Jahre darauf hin, und ist dann so in vier, fünf Stunden fertig. Und da ist dann schnell die Idee von größeren Projekten geboren.“ Vor fünf Jahren stand deshalb zunächst der deutsche Teil der Elbe auf dem Programm. Nun wagt sich Joseph Heß an den fast doppelt so langen Rhein. Immer an seiner Seite: sein Freund Andreas Meier im Kanu und ein Team im Begleitboot. Denn überall im Rhein lauern Gefahren. Andreas Meier, Begleiter im Kanu „Er konzentriert sich darauf, die Arme nach vorne zu werfen, wie er es immer nennt, während ich eben gucke: Welche Oberfläche hat das Wasser? Wo sind Buhnen? Wo sind Bojen? Wo sind Schiffe? Wo sind Passanten, die winken? Weil – das ist auch ein Faktor, der […]

  • Erste Zeugen sagen im Polizistenmord-Prozess aus

    Erste Zeugen sagen im Polizistenmord-Prozess aus

    Anfang des Jahres werden in der Nähe von Kusel zwei junge Polizisten bei eine Verkehrskontrolle kaltblütig erschossen. Nachdem die Staatsanwaltschaft vergangene Woche die Anklage verlesen hat und die beiden Beschuldigten ihre Versionen der Tatnacht geschildert haben, vernimmt das Landgericht in Kaiserslautern heute erste Zeugen. Schon von Weitem ist zu erkennen: Hier stimmt was nicht. Ein Auto steht mitten auf der Straße, die Scheinwerfer blenden die Polizisten, als sie sich dem Tatort nähern. In einer riesigen Blutlache liegt eine leblose Frau, augenscheinlich getötet durch einen Schuss ins Gesicht. Es ist die Polizeianwärterin Yasmin B. So schildern die vier Beamten die Situation, die sie in der Tatnacht auf der Kreisstraße zwischen Ulmet und Mayweilerhof vorgefunden haben, heute vor Gericht. Kurz zuvor, gegen 4 Uhr 20, erreicht sie ein Funkspruch von ihrem Kollegen Alexander K. Darin kündigt er eine Verkehrskontrolle und den Verdacht auf Wilderei an, in einem ruhigen und routinierten Ton. Einige Sekunden später dann der Hilferuf. Jana Stark, Reporterin „Panisch, verzweifelt und völlig außer Atem ruft Alexander K. mehrfach ins Funkgerät: ‚Die schießen!‘. Nach einer kurzen Pause ruft er noch einmal um Hilfe, sein vermutlich letztes Wort. Der Funkspruch endet mit einem deutlich vernehmbaren Schuss.“ Als die beiden Streifen kurz darauf am Tatort eintreffen, wissen sie nicht, ob die Täter noch in der Nähe sind. Sie leuchten den Bereich neben der Straße aus und entdecken ihren Kollegen Alexander K., der ebenfalls leblos und stark blutend am Boden liegt. Als Notarzt und Sanitäter eintreffen, können sie nur den Tod der beiden jungen Polizisten feststellen, wie sie heute auch vor Gericht bestätigen. Neben den Einsatzkräften sind heute auch einige Zeugen aus dem privaten Umfeld der beiden Angeklagten geladen. Sowohl die Verlobte von Florian V. als auch die Ehefrau und die Schwiegermutter von Andreas S. machen aber von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch. Fast zwei Stunden […]

  • Polizei sucht Nachwuchs für die Spezialeinheiten der Polizei

    Polizei sucht Nachwuchs für die Spezialeinheiten der Polizei

    Spezialkräfte der Polizei. Ob bei schweren Gewalttaten, Geiselnahmen oder Anschlägen – immer wenn’s besonders brenzlig wird in Rheinland-Pfalz, wenn der normale Streifenbeamte nicht mehr ausreicht, kommen die Spezialisten zum Einsatz. Und die müssen sorgfältig ausgewählt werden. Wie genau, das konnten wir uns heute bei einem Termin in Mainz anschauen. Übung: „Waffe fallen lassen! Hinlegen!“ Klare Ansagen, körperliche Fitness, souveräner Umgang mit der Waffe – all das müssen Spezialkräfte der rheinland-pfälzischen Polizei vorweisen können. Die Ausbildung für die Spezialeinsatzkommandos und die mobilen Einsatzkommandos dauert rund sechs Monate. Christian Beck, Ausbilder Spezialeinheiten „Wir setzen erst mal die Grundlagen und die Grundlagen dieser gefährlichen Tätigkeit sind, dass ich an allen Waffen perfekt ausgebildet bin, dass ich, wir nennen es ‚Abwehr und Zugriffstraining‘, dass ich da Festnahmetechniken beherrsche und mich selbst schützen kann. Dann geht’s weiter zu Fahrsicherheitstraining, optimal mit dem Dienst-KFZ umzugehen, und erst dann werden wir sehr speziell, wo wir dann in dem taktischen Bereich arbeiten.“ In den vergangenen Jahren mussten sich die etwas 300 Polizisten der Spezialeinheiten in Rheinland-Pfalz auf immer neue Bedrohungen einstellen. So sind die Beamten heute nicht nur auf klassische Banküberfälle, sondern seit den Terroranschlägen in Paris zum Beispiel auch auf große islamistische Anschläge vorbereitet. Roger Lewentz, SPD, Innenminister Rheinland-Pfalz „Wir haben aber auch einfachere kleinere. Da fährt jemand mit einem Auto auf Personengruppen zu oder mit einem Messer greift man an in der Bahn oder sonst wo. Da sind Spezialkräfte permanent gefordert. Wir haben halt gesehen, wir müssen erhöhen, wir müssen uns umorganisieren, wir haben SEK und MEK in eine Einheit konzentriert und wir haben die Ausstattung noch einmal deutlich verbessert, wir haben sehr viel Geld in die Hand genommen. Am Schluss dient es der Sicherheit unserer Bürger und ist deshalb sehr gut investiertes Steuergeld.“ Der rheinland-pfälzische Innenminister stellt heute klar: Die Spezialeinheiten brauchen keine Rambos. Ebenso […]

  • CDU informiert sich im Ahrtal

    CDU informiert sich im Ahrtal

    Fast ein Jahr nach der Flut in Rheinland-Pfalz ist viel passiert und trotzdem herrscht vor allem im Ahrtal noch immer der Ausnahmezustand. Infrastruktur, Wärmeversorgung, Gebäude und Landwirtschaft – die Liste der Baustellen scheint endlos. Für den Wiederaufbau hat das Land Rheinland-Pfalz einen Fonds in Höhe von 30 Milliarden Euro eingerichtet. Bei vielen Betroffenen ist kaum etwas davon angekommen. Zudem mangelt es an Handwerkern. Die CDU-Fraktion im rheinland-pfälzischen Landtag hat sich heute vor Ort ein Bild von der Lage gemacht. Bei Loni Radermacher aus Bad Neuenahr stand das Wasser im Erdgeschoss bis unter die Decke. Die gröbsten Spuren sind mittlerweile beseitigt. Wohnen kann die 80-Jährige in diesem Stockwerk aber noch immer nicht. Die Türen fehlen, das Bad, die Küche. Auch die Fassade muss sie erneuern. 20% der ihr zustehenden finanziellen Hilfe aus dem Wiederaufbaufonds hat sie bisher bekommen. Dieses Geld ist jetzt aufgebraucht. Loni Radermacher, Betroffene aus Bad Neuenahr „Im Moment also habe ich kein Geld mehr. Das war ja vorher, das musste verputzt werden, der Boden musste, das Bad musste gemacht werden und dann war das Geld weg. Die elf Monate kann ich sagen, da war ja jeder Tag schrecklich. Weil, ich habe gedacht zeitweise, ich werde… mein Leben verbringe ich nur noch mit warten, dass jemand kommt.“ Seit fünf Wochen wartet sie nun auf weiteres Geld, erzählt sie heute den Landtagsabgeordneten der CDU bei deren Besuch. Schnelle und unbürokratische Hilfe, davon merkt Loni Radermacher nichts. Loni Radermacher, Betroffene aus Bad Neuenahr „Wenn ich jetzt in der Zeitung lese, zum Beispiel Nordrhein-Westfahlen zahlt früher und Rheinland-Pfalz schafft es scheinbar nicht. Was will man denn… was will man mit dem Geld machen und wie viel Vertrauen hat man zu den Menschen.“ Die parteilose Landrätin des Kreises Ahrweiler Cornelia Weigand hatte die Landesregierung bereits aufgefordert, die erste Abschlagszahlung für Betroffene zu erhöhen. […]

  • Weitere Nachrichten im Überblick

    Weitere Nachrichten im Überblick

    Gewerkschaften lehnen Einmalzahlung ab — Wissler bleibt Linken-Parteichefin — Kaiserslautern muss noch mehr sparen Einmalzahlung abgelehnt Die Gewerkschaft der Polizei GdP lehnt den Vorstoß von Bundeskanzler Olaf Scholz ab, mit dem die aktuellen Preissteigerungen für Arbeitnehmer abgefedert werden sollen. Scholz schlägt eine steuerfreie Einmalzahlung vor. Dafür sollen die Gewerkschaften bei den Tarifrunden auf einen Teil ihrer Lohnforderungen verzichten. Wie die GdP heute in Mainz mitteilte, sei das keine nachhaltige Hilfe. Das Leben werde auch in den kommenden Monaten teurer. Wirklich helfen würden nur dauerhafte Lohnerhöhungen. Zuvor hatte bereits die IG Metall in Frankfurt den Vorschlag von Scholz abgelehnt. Tarifverhandlungen würden nicht im Kanzleramt geführt. Die IG Metall plant, bei den anstehenden Verhandlungen sieben bis acht Prozent mehr Lohn zu fordern. Wissler bleibt Parteichefin Die Linke hat auf ihrem Bundesparteitag in Erfurt Janine Wissler als Parteivorsitzende wiedergewählt. Die Politikerin aus Hessen bekam 57,5 Prozent der Stimmen. Der neue Co-Vorsitzende ist Martin Schirdewan mit 61,3 Prozent. Wissler ist seit 2021 Bundesvorsitzende der Linken. Die Neuwahl war nötig, weil ihre Co-Vorsitzende Susanne Hennig-Wellsow im April zurückgetreten war. Das neue Führungs-Duo soll die Partei nach Wahlschlappen und Sexismus-Vorwürfen aus der Krise führen. Kaiserslautern muss noch mehr sparen Die zuständige Aufsichtsbehörde in Trier hat den Doppelhaushalt der Stadt für 2022/23 abgelehnt. Kaiserslautern muss jetzt mehrere Großprojekte wie den Umbau der Stadtmitte bis auf weiteres stoppen. Damit die Haushaltssperre wieder aufgehoben wird, müsste der Stadtrat weitere Sparmaßnahmen beschließen oder Steuern erhöhen. Oberbürgermeister Klaus Weichel kündigte Gespräche mit Innenminister Roger Lewentz über die Lage der hochverschuldeten Stadt an.

  • 40 Jahre erfolgreiche Partnerschaft zwischen Ruanda und Rheinland-Pfalz

    40 Jahre erfolgreiche Partnerschaft zwischen Ruanda und Rheinland-Pfalz

    Eine besondere Partnerschaft wird in diesem Jahr 40 Jahre alt. Rheinland-Pfalz und der ostafrikanische Staat Ruanda haben 1982 per Briefwechsel vereinbart, sich regelmäßig auszutauschen. Daraus sind Tausende Projekte entstanden: Schulpartnerschaften, gemeinsame Vereine – eine Entwicklungszusammenarbeit, die so in Deutschland einmalig sein dürfte. Bei einem Festakt am Wochenende in Mainz wurde auf das Erreichte zurückgeblickt – und über künftige Projekte gesprochen. In 40 Jahren hat sich in Ruanda viel getan: Nur noch drei Prozent aller Kinder sterben heute vor dem fünften Lebensjahr, 1982 waren es fast 20 Prozent. Knapp drei Viertel aller Einwohner können lesen und schreiben, etwa doppelt so viele wie vor 40 Jahren. An der Entwicklung des Landes hat auch Rheinland-Pfalz seinen Anteil. Bei einem Festakt in der Mainzer Staatskanzlei würdigt Ministerpräsidentin Malu Dreyer die seit vier Jahrzehnten auf Augenhöhe bestehende Partnerschaft beider Länder. Malu Dreyer (SPD), Ministerpräsidentin Rheinland-Pfalz: „Auf Augenhöhe bedeutet, dass Menschen mit Menschen miteinander agieren und nicht das Gefühl vermitteln, wir wissen alles besser. Das tun wir nämlich nicht. Wir konnten auch von Ruanda immer wieder auch lernen. Das haben die Bürger und Bürgerinnen, die aktiv sind in der Partnerschaft wirklich ganz besonders immer wieder gezeigt, dass man sich auf Augenhöhe begegnet und genauso sehen wir es als Landesregierung auch mit der Regierung.“ Die Landesregierung spricht von einer Graswurzelpartnerschaft – gemeint sind Projekte über die Entwicklungsarbeit hinaus. Doch 40 Jahre verlaufen nicht ohne Krisen. Die größte, 1994, der Völkermord des Hutu-Stammes an der Minderheit der Tutsi, bei der bis zu einer Million Menschen getötet werden. Heute herrscht Präsident Kagame autoritär über einen sich rasant entwickelnden Staat. In keinem afrikanischen Land ist das Wirtschaftswachstum so groß wie in Ruanda, allerdings lebt noch immer mehr als die Hälfte der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Beim Festakt kritisiert die Ministerpräsidentin das Asylabkommen zwischen Großbritannien und Ruanda, das Abschiebungen von Geflüchteten […]

  • Der Untergang des römischen Reiches

    Der Untergang des römischen Reiches

    Eine besondere Ausstellung in Trier nimmt jetzt das Römische Reich in den Fokus. Bereits am Auftaktwochenende kamen viele Besucher nach Trier, in die Stadt, die damals im Römischen Reich eine große Rolle spielte. Wie stirbt ein Weltreich? Vor allem diese Frage stellt sich die Ausstellung im Rheinischen Landesmuseum Trier. Am Ende Roms stehen Flammen, Plünderung und Tod. Nur einhundert Jahre vorher ist Rom noch Inbegriff der Zivilisation. Und diese Stadt ist die größte römische Stadt nördlich der Alpen. Silva Bruder, Kuratorin „Trier ist Kaiserresidenz also einer der wichtigsten Städte im Römischen Reich, dafür ausgewählt, weil es in der Nähe der Grenze liegt und es als zentral betrachtet wird für diesen Zweck und es zeigt sich dadurch, dass hier enorme Bauprogramme veranstaltet werden, vor allem im 4. Jahrhundert, mit einigen Unterbrechungen, aber es werden die großen Kaiserbauten angelegt wie die Basilika, die auch heute noch zu sehen ist.“ In der Stadt florieren Handel und Wirtschaft: In Trier werden Luxusartikel hergestellt – etwa diese Trinkschalen aus Glas. Aus der Trierer Münzprägestätte stammen 60 Prozent des weströmischen Geldes. Doch in der Blütezeit Triers mehren sich die Anzeichen des Niedergangs: Denn Trier ist nur Kaiserresidenz, weil bereits mehrere Kaiser regieren – mehr Kaiser sollen Stabilität bringen, doch immer öfter flammen Bürgerkriege zwischen Kaisern auf. Die Ausstellung erzählt eine Abstiegsgeschichte – die Räume werden immer dunkler. Und sie brechen mit alten Gewissheiten: So seien keine ganzen Völker in das Reich gewandert. Rom engagiert lange viele germanische Stämme als Soldaten – Germanen sterben für Rom im Kampf, etwa gegen die einfallenden Hunnen. Doch immer öfter kann das finanziell ausgezehrte Rom diese Truppen nicht bezahlen. Erst dann dringen germanisch-römische Truppen in das Reichsinnere vor, plündern 410 sogar Rom. Marcus Reuter, Museumsdirektor „Das war ein Ereignis das die damaligen Zeitgenossen bis ins Mark erschüttert hat. Manche berichten von […]

  • Rheinschwimmer passiert Hessen und Rheinland-Pfalz

    Rheinschwimmer passiert Hessen und Rheinland-Pfalz

    1.232 Kilometer, 24 Tage lang – und zwar schwimmen. Vor rund zwei Wochen hat sich Wirtschaftsingenieur Joseph Heß an der Rheinquelle in die Fluten gestürzt. Jetzt schwimmt er etappenweise flussabwärts bis zur Rheinmündung in der Nordsee. Unterwegs sammelt der Extremsportler Wasserproben, die Aufschluss darüber geben sollen, wie sauber oder schmutzig der Rhein ist. Außerdem untersuchen Sportmediziner und Psychologen die körperlichen und mentalen Auswirkungen eines solchen extremen Projekts. Heute stehen 62 Kilometer durch Rheinland-Pfalz auf dem Programm, von St. Goarshausen bis Brohl. Wir haben Joseph Heß bei einer kurzen Mittagspause in Koblenz getroffen. Joseph Heß, durchschwimmt den Rhein von Quelle bis Mündung „Die erste halbe Stunde am Tag ist schon manchmal ein bisschen Überwindung, aber da kommt der Körper so langsam wieder rein, die Schultern sind warm und dann kann man quasi auch die restlichen neuneinhalb Stunden kraulen. Es ist also schon etwas Besonderes. Der letzte ist ja irgendwie vor zehn Jahren oder so hier geschwommen oder vor acht Jahren. Also die Leute, die gucken schon, aber sind auch begeistert von dem Projekt und nehmen das gerne mit.“ Joseph Heß schwimmt mit Rettungsboje und wird von einem Team mit Booten begleitet. Denn: im Rhein zu schwimmen, kann lebensgefährlich sein. Die ganze Geschichte haben wir morgen ausführlich für Sie in der Sendung.

  • Wetteraussichten für Rheinland-Pfalz und Hessen

    Wetteraussichten für Rheinland-Pfalz und Hessen

    Es bleibt gewittrig In der Nacht bleibt es weitgehend trocken und die Wolken ziehen allmählich nach Osten ab. Es kühlt ordentlich ab, die Tiefstwerte liegen zwischen 13 Grad in Mainz und Frankfurt und 9 Grad in der Eifel. Morgen Dienstag erwartet uns ein sehr freundlicher, oft sonniger Tag mit angenehmen Sommertemperaturen. Nur vom Pfälzer Wald bis zum Spessart sind die Wolken mal etwas dicker. Die Tageshöchstwerte liegen zwischen 22 Grad in der Eifel und 27 Grad in Kassel. Zur Wochenmitte nimmt die Gewitterneigung im Süden des Vorhersagegebiets zu, am Donnerstag dann im Westen. Sonst bleibt es freundlich und es wird zunehmend schwül und heiß. Unbeständiger und kühler dann am Freitag.

  • Weitere Nachrichten im Überblick

    Weitere Nachrichten im Überblick

    +++ Bürgertest künftig 3 Euro +++ Ermittlungen gegen Fahrdienstleiter +++ Spargelsaison war enttäuschend +++ Bürgertests künftig für 3 Euro: Für die bisher kostenlosen Corona-Tests müssen die Bürger  ab dem 1. Juli eine Eigenbeteiligung von drei Euro pro Test zahlen. Das hat Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach heute mitgeteilt. Ausnahmen solle es nur für Menschen mit Symptomen und vulnerable Gruppen geben, darunter auch Kinder bis fünf Jahren, Frauen zu Beginn der Schwangerschaft sowie Besucher von Kliniken und Pflegeheimen. Das derzeitige Testkonzept koste den Bund im Schnitt eine Milliarde Euro im Monat. Das könne sich der Bund nicht mehr leisten. Die Länder hätten aber die Möglichkeit, die Eigenbeteiligung auch für weitere Gruppen zu übernehmen. Ermittlungen gegen Fahrdienstleiter: Nach dem schweren Güterzugunglück bei Münster in Südhessen ermittelt die Staatsanwaltschaft Darmstadt gegen einen Fahrdienstleiter wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. Er war für die Sicherheit der Bahnstrecke zuständig. Noch ist unklar, ob der Mann den Lokführer des Güterzuges gewarnt hat, dass auf der Strecke vor ihm ein weiterer Güterzug liegengeblieben war. Am frühen Morgen des 19. Mai war der 49jährige Lokführer beim Zusammenprall mit dem Zug im Führerstand eingeklemmt worden. Er starb noch an der Unfallstelle. Es entstand ein erheblicher Sachschaden. Mittlerweile ist die Strecke wieder frei. Spargelsaison war enttäuschend: Die Spargelanbauer in Hessen und Rheinland-Pfalz mussten in der diesjährigen Saison deutliche Umsatzeinbußen hinnehmen. Nach Angaben der Bauernverbände konnten sie viel weniger Spargel verkaufen als in den vergangenen Jahren. Schon während der Saison hätten viele Bauern die Ernte auf Teilen ihrer Felder eingestellt. Vielfach seien ihre Ausgaben höher als die Einnahmen gewesen. Deshalb würden einige Betriebe künftig keinen Spargel mehr anbauen, andere würden ihre Anbaufläche verringern. Die Spargelernte endet traditionell am heutigen Johannistag.

  • Digitalbotschafter helfen Senioren ins Internet

    Digitalbotschafter helfen Senioren ins Internet

    Egal ob Online-Banking, Ticketkäufe oder Kommunikation – ohne Internet geht heutzutage so gut wie nichts mehr. (Für junge Menschen ist das praktisch, alles online erledigen zu können.) Für ältere Menschen ist das oft ein großes Problem. Rund die Hälfte der Über-80-Jährigen lebt komplett offline. Somit sind sie aus vielen Bereichen des Lebens ausgeschlossen. Jetzt während Corona hat sich das Problem noch verschärft. Mit einem 2018 ins Leben gerufenen Projekt will das rheinland-pfälzische Digitalministerium ältere Menschen an das Internet heranführen. Reporterin: „Sagt Ihnen der Begriff „scrollen“ etwas?“ Gertrud Schäfer, 81: „Nein. Grollen, grollen, wenn ich schlechte Laune hab und grolle, ja.“ Reporterin: „Wissen Sie, was eine App ist?“ Wolfgang Armin, 82: „Eine App… ist das ein Brief, den man bekommt im Computer?“ Reporterin: „Wissen Sie, was ein Download ist?“ Franz Mann, 86: „Nein. Nein, brauch ich nicht, hab ja hier alles und da brauch ich das nicht.“ Gertrud Schäfer, 81: „Ich hab überhaupt kein Dings, dass ich eine E-Mail schreiben könnte.“ Reporterin: „Kriegen Sie alles auch einfach offline hin oder denken Sie, ja, wär‘ ganz gut, wenn ich das mal lernen würde?“ Wolfgang Armin, 82: „In meinem Alter nimmer. Ich lern das nimmer.“ Zu alt für die digitale Welt? Das will das rheinland-pfälzische Digitalisierungsministerium ändern. Mehr als 400 ehrenamtliche Digitalbotschafter führen Senioren langsam an Computer und Smartphones heran. Sie sind im ganzen Bundesland vertreten, vor allem im ländlichen Raum. Egal ob im Seniorenheim oder Zuhause. Alexander Schweitzer, SPD, Digitalisierungsminister: „Es geht darum, dass ältere Menschen ins Netz kommen, sich dort wohl fühlen, die Chancen, aber auch die Gefahren kennen, sich souverän im Netz bewegen und ich will, dass das für alle Menschen in Rheinland-Pfalz möglich ist, für alle älteren Menschen möglich ist. Und da haben wir ein tolles Projekt, die Digitalbotschafterinnen, die Digitalbotschafter, die sind selber ältere Menschen, die anderen älteren […]

  • Mit 16 in die Kanu-Nationalmannschaft

    Mit 16 in die Kanu-Nationalmannschaft

    Wenn’s um Kanu-Slalom geht, kommt man in RLP an Bad Kreuznach nicht vorbei. An dem Bundestützpunkt werden die Sportler mit allen Wassern gewaschen, das Ergebnis sind Aushängeschilder wie die Olympiasiegerin Ricarda Funk. Doch auch erfolgreiche Nachwuchskanuten wie Enrico Dietz aus Langenlonsheim stammen aus der Kaderschmiede. Der mehrfache Deutsche Meister wurde jetzt in die U23 Nationalmannschaft berufen. Besonders dabei: Enrico ist erst 16! Er reitet sie immer öfter – die Welle des Erfolgs. Und nun ist Enrico Dietz auf dem Weg zu neuen höheren Ufern. Rückblick – mit 9 Jahren klang das Ziel so: „An die Europameisterschaft würde ich gerne und da was erreichen“ Heute fast auf den Tag genau 7 Jahre später darf Enrico nun sogar zur U23 Weltmeisterschaft. Er rückt für einen verletzten Kanuten nach. Mit 16 Jahren eine faustdicke Überraschung. Seine Gedanken als er nominiert wurde? Enrico Dietz, Kanu-Slalom-Talent aus Langenlonsheim „Ich war komplett… nichts ehrlich gesagt, also ich war komplett überwältigt. // Mein Bruder hat mich angerufen, kurz vor einem Wettkampf, das war natürlich besonders. Kurz danach hat mich dann auch der Bundestrainer angerufen, mein jetziger Trainer und ja, auf jeden Fall krass.“ Auch sein Trainer am Bundestützpunkt im Salinental ist mächtig stolz. Jörg Blees, Trainer „Ich bin jetzt über 40 Jahre in dem Sport tätig und hatte das noch nie, das der Deutsche Kanuverband entschieden hat, dass ein Juniorensportler eine U23 fahren darf, deshalb ist das sehr außergewöhnlich.“ Für den Erfolg trainiert der junge Spitzensportler hart. Neben der Schule und aktuell noch dem Führerschein, wollen jeden Tag zwei Trainingseinheiten absolviert werden. Sein wichtigster Mentor ist sein älterer Bruder Joshua, der ebenfalls schon mehrere Kanu-Medaillen gesammelt hat. Bei der U23 WM im italienischen Ivrea wird das Bruderpaar zusammen an den Start gehen. Auch die restliche Familie ist mit Herzblut dabei: Steffen Dietz, Vater von Enrico „Also das […]