Rheinland-Pfalz

  • Lückenschluss an der A1 geht voran

    Lückenschluss an der A1 geht voran

    Die 25 Kilometer lange Lücke der A1 in der Eifel – seit Jahrzehnten zwingt sie Auto- und LKW-Fahrer auf Umleitungen durch kleine Ortschaften und Gemeinden. Die Folgen: Eine hohe Lärmbelastung für die Anwohner und zeit- und kostenintensive Umwege für Transportunternehmen und ansässige Betriebe. Doch allmählich tut sich was. Denn: Die Vorarbeiten, die es für den Ausbau des ersten Teilabschnitts braucht, sind vor kurzem gestartet.   Hier, an der Anschlussstelle Kelberg, dem bisherigen Ende der A1 soll in ein paar Wochen eine ein Kilometer lange Baustraße fertiggestellt werden. Sie ist nötig, um später den schweren Baustellenfahrzeugen, die es für den eigentlichen Ausbau braucht, überhaupt die Zufahrt zu ermöglichen. Das ist aber Zukunftsmusik: Denn zunächst einmal sind ganze zwei Jahre eingeplant, um Bodengutachten für den Bau von 20 Brücken zu erstellen, eine Umsiedlungsfläche für bedrohte Tierarten zu errichten, notwendige Flächen zu roden und 130 Verdachtsstellen vom Kampfmittelräumdienst prüfen zu lassen.  Athanasios Mpasios, Projektleiter Die Autobahn GmbH des Bundes: „Wir wissen natürlich nicht im Moment, was das ist. Ich gehe mal vom worst Case tatsächlich von einer Weltkriegsbombe sein, über Patronenhülsen, bis hin zu harmlosen Nägeln oder sonst was, aber das muss jetzt erst einmal untersucht werden. Da sind wir jetzt im Moment dran.“ 6 Jahre lang, von 2028 bis 2034, soll der Bau des ersten, 10 Kilometer langen Teilabschnitts zwischen Kelberg im Kreis Vulkaneifel und Adenau im Kreis Ahrweiler dauern. Auch wenn das noch lange hin ist – für einige ist der heutige Tag Grund zur Hoffnung. Julia Gieseking, Landrätin des Landkreises Vulkaneifel: „Wir sind erst mal total happy, dass es hier losgeht. Dass die Bagger rollen. Darauf hat unsere ganze Region wirklich Jahrzehnte kann man eigentlich schon sagen gewartet. Das ist einfach hier ein sichtbares Signal, dass hier wirklich viel gemacht wird. (…) Natürlich würde ich mir auch wünschen. Es würde schneller […]

  • U-Ausschüsse: AfD kritisiert geplante Verfassungsänderung

    U-Ausschüsse: AfD kritisiert geplante Verfassungsänderung

    Ein Untersuchungsausschuss ist eines der wichtigsten Mittel für die Opposition, um das Handeln der Regierung zu überprüfen. Ein solcher Ausschuss kann nämlich ähnlich wie ein Gericht Akten anfordern, Zeugen vorladen lassen und vernehmen. In Rheinland-Pfalz braucht es bisher die Zustimmung von einem Fünftel der Abgeordneten, um einen solchen Ausschuss einzuberufen. Das heißt: Im neuen Landtag könnte das die AfD ohne die Stimmen einer anderen Fraktion. Das wollen CDU, SPD und Grüne ändern.   Im neuen Landtag werden 105 Abgeordnete sitzen. 21 Abgeordnete braucht es aktuell, um einen Untersuchungsausschuss ins Leben zu rufen– die AfD kommt auf 24. Die Fraktionen der CDU, SPD und der Grünen wollen jetzt das Mindestmaß auf ein Viertel anheben, so dass es zukünftig 27 Abgeordnete bräuchte, also drei mehr als die AfD hat. Die wäre somit auf Stimmen anderer Fraktionen angewiesen. Auf einer Pressekonferenz reagieren heute die AfD-Spitzen in Mainz und sehen in dem Schritt sogar das Ende der Demokratie in Rheinland-Pfalz: Sebastian Münzenmaier, stv. Landesvorsitzender AfD Rheinland-Pfalz: „Die AfD hat das Quorum für Untersuchungsausschüsse erreicht. Wir haben damit die Möglichkeit das schärfste Schwert der Opposition zu ziehen und das erste, was die Altparteien machen, ist, den alten Landtag zusammenzutrommeln, mit alten Mehrheiten, und dann die Verfassung so zu ändern, dass man der Opposition das schärfste Schwert nimmt. Das halten wir für maximal undemokratisch und deswegen wollen wir den Rheinlandpfälzern, die ein starkes Gerechtigkeitsgefühl haben, wollen wir das nochmal vor Augen führen“ Bei der Ankündigung der Verfassungsänderung hatten die Abgeordneten der anderen Parteien die Sorge geäußert, dass die AfD ihre Möglichkeiten missbrauchen könnte, um das Parlament zu blockieren. Marcus Klein (CDU), Abgeordneter, am 16.04.2026: „Am Wahlabend ist gesagt worden, dass man unterschiedlichste Ausschüsse gegebenenfalls auch auf den Weg bringen möchte und da auch die Regierung lahmlegen möchte. Diese Worte sind gefallen. Jetzt die Verfassungsänderung, das macht […]

  • Heilstollen-Kur soll Schlafstörungen lindern

    Heilstollen-Kur soll Schlafstörungen lindern

    Hilft eine Therapie im Heilstollen gegen Schlafstörungen und Stress? Viele Menschen leiden darunter, dass sie schlecht schlafen. In sieben zertifizierten Heilstollen in Deutschland und Österreich wird jetzt eine Studie durchgeführt, die wissenschaftlich belegen soll, dass eine Therapie helfen kann. Mit dabei ist auch die Grube Bindweide bei Altenkirchen. Hier ist früher Eisenerz abgebaut worden.   Sie sollen zur Ruhe kommen. Studienteilnehmer, die unter starkem Stress und Schlafstörungen leiden. Es ist vollkommen still. 50 Meter unter der Erde, bei konstanten 10 Grad und rund 90 % Luftfeuchtigkeit. Die Feinstaubbelastung ist gering. Die „gute Luft“ hat der Deutsche Wetterdienst bestätigt. Bisher fahren hier Asthmatiker und Allergiker ein, die jetzt besser atmen können.  Hans, Asthmatiker Nach einer Woche kann ich schon sagen, ja es bringt etwas Ute, Allergikerin   Ich finde es total spannend, wie gut man da Luft bekommt. Die Teilnehmer der Schlafstörungsstudie fahren drei Wochen lang, jeden Abend in die Pulverkammer des Besucherbergwerks. Vor einem Monat ist ihnen ein Haarbüschel abgeschnitten worden. Drei Monate nach der Therapie, wird das wieder passieren. Joachim Schwarz will so herausfinden, ob sich der Gehalt des Stresshormons Cortisol in den Haaren verändert. Dr. Joachim Schwarz, Präsident des Deutschen Heilstollenverbands Wir haben immer wieder die Erfahrungen gemacht, dass selbst, wenn die Leute einmal drin waren, in der nächsten Nacht, besser geschlafen haben. Und wenn sie länger drin waren, längerfristig auch besser geschlafen haben. Und da haben wir gedacht, dass müssen wir mal wissenschaftlich untersuchen, was da dran ist und wie das wirkt. Wird in den nachgewachsenen, nach der Therapie abgeschnittenen Haaren, weniger Cortisol gemessen, würde das eine geringere Stressreaktion bedeuten. Für die Studienteilnehmer im Westerwald ist es der siebte Abend im Heilstollen. Er startet mit Atem- und Entspannungsübungen. Martina aus Altenkirchen leidet schon lange unter Schlafstörungen. Martina, Teilnehmerin der Schlafstudie  Vor 15 Jahren hatte ich einen Dienstunfall und […]

  • Prozessbeginn: Cannabis-Plantagen ausgehoben

    Prozessbeginn: Cannabis-Plantagen ausgehoben

    In Koblenz müssen sich ab heute zwei Männer vor dem Landgericht verantworten. Unter anderem steht der Handel mit Schusswaffen und der Anbau einer riesigen Cannabis-Plantage im Raum. Die Vorwürfe wiegen schwer: Laut Staatsanwaltschaft soll der 28-jährige Hauptangeklagte Mustafa A. gewinnbringend mit Waffen gehandelt und sich so seinen luxuriösen Lebensstil finanziert haben. Thorsten Kahl, Oberstaatsanwalt Koblenz „Dem einen Angeklagten wird vorgeworfen gewerbsmäßig mit Waffen, insbesondere auch mit halbautomatischen Waffen gehandelt zu haben. Weiterhin mit Betäubungsmitteln namens Kokain in nicht geringen Mengen gehandelt zu haben, dabei bewaffnet gewesen zu sein.“ Die Maschinenpistolen soll der deutsche Staatsbürger für bis zu 5.000,- Euro unter anderem auch an Jugendliche verkauft haben – laut Verteidigung motiviert von seiner Liebe zu Waffen. Zusätzlich soll der 28-jährige Anfang 2025 in Bad Breisig im Kreis Ahrweiler eine Cannabis-Plantage mit über 2.000 Pflanzen angebaut haben. Für den privaten Gebrauch sind seit der Teil-Legalisierung vor zwei Jahren nur drei erlaubt. Die zugelassene Wirkstoffmenge soll dabei um das über 900-fache überschritten worden sein. Thorsten Kahl, Oberstaatsanwalt Koblenz „Nach dem Ergebnis der Ermittlungen wurde diese Plantage zunächst sehr professionell eingerichtet und dann auch betrieben und am Tag der Sicherstellung waren da weit über 2.000 Cannabis Pflanzen, die auch sichergestellt wurden. Also eine professionelle doch eher große Cannabis-Plantage.“ Der zweite Angeklagte – ein 38-jährige, marokkanischer Staatsbürger – soll als Gärtner der Cannabis-Plantage geholfen haben. Das Motiv soll das schnelle Geld gewesen sein. Beide Angeklagte haben die Taten gestanden. Das Gericht stellt heute schon ein mögliches Strafmaß in Aussicht: Für den Hauptangeklagten eine Freiheitsstrafe von acht bis neun Jahren,  dem Gärtner der Cannabis-Plantage vier bis fünf Jahre. Ob das so zutreffen wird, zeigen die weiteren Verhandlungstage.

  • Rheinland-pfälzische SPD analysiert Wahlniederlage

    Rheinland-pfälzische SPD analysiert Wahlniederlage

    Es ist erstaunlich still im politischen Rheinland-Pfalz. Aus den Koalitionsgesprächen zwischen CDU und SPD dringt so gut wie gar nichts nach draußen. Am kommenden Wochenende gibt es schon mal Termine für Parteitage, auf denen dann über einen Koalitionsvertrag abgestimmt werden soll. Im Laufe der Woche werden wir da mehr wissen. Was jetzt schon feststeht ist: Die Ampelregierung in Rheinland-Pfalz ist bald Geschichte. Die Sozialdemokraten verlieren eine ihrer letzten Hochburgen, haben mit 25,9 Prozent bei der Landtagswahl das schlechteste Ergebnis in der Geschichte der rheinland-pfälzischen SPD eingefahren. Versteinerte Mienen. Gespenstische Stille. Ein Blick ins Leere.Der Abend des 22. März, er markiert das Ende einer Ära. Die SPD landet – zum ersten Mal seit 35 Jahren – nicht mehr auf Platz 1, wird die nächste Landesregierung nicht mehr anführen. In den Umfragen in den Monaten und Wochen vor der Wahl war es lange ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen SPD und CDU. Das Wahlergebnis ist dann aber alles andere als knapp: Gordon Schnieder liegt mit seiner CDU mehr als 5 Prozentpunkte vor der SPD. Für die Landesvorsitzende Sabine Bätzing-Lichtenthäler ist am Wahlabend klar: Die Schuld dafür tragen nicht die rheinland-pfälzischen Wahlkämpfer. Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD), Landesvorsitzende RLP, am 22.03.2016 „Wir haben eine Mega-Aufholjagd hingelegt. Es hat am Ende jetzt leider nicht gereicht. Der Bundestrend war sehr, sehr stark. Aber an euch liebe Genossinnen und Genossen hat es nicht gelegen.“ Alexander Schweitzer, der SPD-Spitzenkandidat und amtierende Ministerpräsident, kommt zu einem ähnlichen Fazit: Alexander Schweitzer (SPD), Ministerpräsident Rheinland-Pfalz, am 22.03.2026 „Wir nehmen alle sehr stark wahr, dass wir hier Trends spüren, die ihre Hauptursache nicht in Rheinland-Pfalz haben.“ Und tatsächlich: Der Wahlkampf der SPD war auch ein Kampf gegen den Bundestrend.  Denn im Bund liegt die SPD am Boden, steht in Umfragen nur noch bei 12 bis 14 Prozent. Doch auch vor der Landtagswahl 2021 sah es für […]

  • Bätzing-Lichtenthäler zu Wahlaufarbeitung: „Nicht ad acta legen“

    Bätzing-Lichtenthäler zu Wahlaufarbeitung: „Nicht ad acta legen“

    Die rheinland-pfälzische SPD-Landesvorsitzende im Gespräch mit Markus Appelmann. Markus Appelmann, Moderator: In der SPD hat man in Sachen Aufarbeitung von der Landesebene noch wenig gehört. Vielleicht heute. Wir sprechen jetzt mit der SPD Landesvorsitzenden Rheinland-Pfalz, mit Sabine Bätzing-Lichtenthäler. Guten Abend. Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD), Landesvorsitzende RLP: Hallo. Schönen guten Abend. Appelmann: Frau Bätzing-Lichtenthäler, Sie haben am Wahlabend die Probleme vor allem in Berlin gesucht – die SPD-Kommunalpolitiker sagen jetzt aber ganz klar: Auch in Rheinland-Pfalz wurden Fehler gemacht. Sehen Sie das heute auch so? Bätzing-Lichtenthäler: Also Fakt ist, glaube ich, nach wie vor, dass der Bundestrend für uns ein entscheidender Faktor gewesen ist, und dass das sicherlich auch sehr, sehr spürbar ist. Aber, und das habe ich an dem Wahlabend auch gesagt und das ist natürlich auch so, wird es auch Punkte geben bei uns in Rheinland-Pfalz, die nicht so gelaufen sind, oder Themen, die man nicht so fokussiert hat, wie es erforderlich gewesen wäre. Und deswegen ist es richtig und wichtig, dass man jetzt auch nicht einfach so zur Tagesordnung übergeht, sondern auch genau sich das anschaut, die Themen anschaut. Was braucht es jetzt? Was für Schlussfolgerungen zieht man auch daraus? Aber eben, wie gesagt, auf der anderen Seite auch nicht negiert, auf welcher Ebene, auf welcher Grundlage wir gestartet sind, gerade was den Bundestrend angeht. Aber es ist eine Gesamtmelange und deswegen werden wir uns auch unser Ergebnis und unsere Themen auf Rheinland-Pfalz bezogen auch noch mal genauer anschauen. Appelmann: Noch diese Woche werden Sie aller Voraussicht nach den neuen Koalitionsvertrag präsentieren und dann geht’s als Junior-Partner in eine Regierung mit der CDU. Bleibt da die Aufarbeitung des schlechten Wahlergebnisses wieder auf der Strecke? Bätzing-Lichtenthäler: Nein, das bleibt sie nicht. Und wir werden auch auf dem Parteitag noch mal genau den Blick in diese Aufarbeitung werfen. Das wird auch […]

  • Was bringt der Tankrabatt?

    Was bringt der Tankrabatt?

    Seit Wochen ächzen Autofahrer über die hohen Preise an der Zapfsäule, die infolge des Irankrieges drastisch in die Höhe geschossen sind. Entlastung für die Bürger soll jetzt eine Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe bringen. Die wurde heute – zusammen mit der 1.000-Euro-Entlastungs-Prämie – vom Bundestag nach einer teils hitzigen Debatte beschlossen. Anschließend stimmte auch der Bundesrat in einer Sondersitzung dem Tankrabatt zu. Ab dem 1. Mai soll die Mineralöl-Steuer auf Benzin und Diesel für zwei Monate reduziert werden. Sprit soll dadurch im Schnitt 17 Cent brutto pro Liter günstiger werden. Nach Angaben des Bundes-Finanzministeriums verursacht das Steuer-Ausfälle von 1,6 Milliarden Euro. Die Maßnahme ist umstritten. Kritiker bewerten sie als zu teuer und ineffizient. Ob der Rabatt in voller Höhe an die Kunden weitergegeben wird, sei fraglich. Wir haben uns an einer Tankstelle im Hunsrück umgehört, wie man dort über den Tankrabatt denkt. Eine Tankstelle im 5.000-Einwohner-Ort Emmelshausen. Wer kann, tankt vor der täglichen Preiserhöhung um 12 Uhr – am besten gleich noch ein, zwei Kanister dazu. Die Stimmung unter den Autofahrern – zwischen Verzweiflung und Resignation. Viele sind skeptisch, ob der heute beschlossene Tankrabatt wirkliche Entlastung bringt. Anke Krummbein „Das wird sich nicht bemerkbar machen. Und den Autofahrern hilft es vielleicht ein bisschen, die auf das Auto angewiesen sind, es gibt genug Pendler. Und normalerweise gehört die Energiesteuer abgesetzt. Und andere Länder können’s auch, warum kann das der Herr Merz nicht?“ Stefan Schöller „Ich glaube, das ist kein Mechanismus, den man langfristig durchhält und auch machen sollte. Ich glaub, da müssen andere Mechanismen greifen. Zum Beispiel das Kartellamt ein bisschen besser ausstatten. Und die Möglichkeiten, die das Kartellamt hat, ausreizen, und nicht verpuffen lassen.“ Claudia Künzl „Also, generell wär’s schön, wenn der Spritpreis mal nach unten gehen würde. Aber ich glaube nicht dran, dass es wirklich dann auf Dauer so […]

  • GEW sorgt sich um Förderschulen

    GEW sorgt sich um Förderschulen

    Die Bildung war eines der großen Themen im Wahlkampf in Rheinland-Pfalz. In der kommenden Woche wollen CDU und SPD ihren Koalitionsvertrag vorstellen – dann wird sicher auch durchsickern, ob Bildung in SPD-Hand bleibt oder ob sich die CDU als stärkste Kraft das Ministerium holt. Heute gab es schon mal Hausaufgaben für die zukünftige Landesregierung beim Thema Förderschulen. „Das Gebäude ist völlig marode und sollte 2018 mal geschlossen werden.“ „Wir nehmen uns Wasser in Eimern oder Kanistern mit, weil es kein fließendes Wasser gibt.“ „Durch mehre Decken dringt Regenwasser ein.“ So beschreiben Schulleitungen die Lage an Förderschulen in Rheinland-Pfalz. Keine Einzelfälle – sondern Teil eines größeren Problems. Das zeigt eine Umfrage der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Das Ergebnis: marode Gebäude, fehlende Klassenzimmer und zu wenig Personal. Stefan Jakobs, Vorsitzender GEW RLP „Wir haben im Grunde nur eine handvoll Schulen, die sagen ‚Alles in Ordnung, wir können so arbeiten, wie das für unser Kinder gut ist.‘ Wenn ich eine Handvoll sage, dann rede ich von etwa zehn Prozent, wo alles in Ordnung ist und bei 90 Prozent ist etwas zu tun.“ 40 Förderschulen mit Fokus auf Menschen mit geistiger Beeinträchtigung wurden befragt. Ihnen  fehlen 112 Klassenräume und 195 Räume für Pflege und Therapie. 140 Klassen mussten ausweichen – in andere Schulen oder in Container. Birgit Wolsdorfer war selbst Förderschullehrerin und weiß, was das für den Schulalltag bedeutet. Birgit Wolsdorfer, GEW RLP „SchülerInnen werden auf der Sportbank gewickelt, müssen dort gewickelt werden. Sie können nicht mehr jedem Kind gerecht werden, eine oder einer leidet immer darunter.“ Zu den baulichen Problemen kommt der Personalmangel:In vielen Klassen fehlen ausgebildete Förderschullehrer. Stattdessen übernehmen pädagogische Fachkräfte oder studentische Aushilfen den Unterricht. Für viele Schulen wird es so immer schwieriger, ihren eigentlichen Auftrag zu erfüllen: Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigungen auf ein möglichst selbstständiges Leben vorzubereiten. Das Bildungsministerium […]

  • Brand bei Recyclingbetrieb in Worms

    Brand bei Recyclingbetrieb in Worms

    Wenn Sie in dem Gebiet rund um Worms wohnen, dann haben Sie sie gestern Abend wahrscheinlich gesehen: eine riesige Rauchsäule über der Stadt. Der Grund: Über 200 Tonnen Bauschutt, sowie Papier- und Holzabfälle stehen in Flammen. Die Rauchsäule ist schon von weitem aus zu sehen. Um kurz nach 19 Uhr im Hof eines Rohstoffhandels an der B9 in Worms: Ein riesiger Müllberg gerät in Brand. Es ist ein Großeinsatz für die Feuerwehr. Die Arbeiten ziehen sich bis in die Nacht. Den Rund 80 Feuerwehrleuten gelingt es den Brand zu löschen. Mit einem Radlader ziehen sie die Überreste des Sperrmüllhaufens auseinander und bedecken sie mit einem Schaumteppich. Die Anwohner werden wegen der Geruchsbelästigung aufgefordert, ihre Fenster und Türen geschlossen zu halten Auch heute Vormittag sind noch mehrere Feuerwehrleute vor Ort, um die letzten Glutnester im Blick zu haben. Verletzt wurde niemand. Die Höhe des Schadens und die Brandursache sind noch nicht bekannt.

  • Der Sporttalk mit Thorsten Arnold

    Der Sporttalk mit Thorsten Arnold

    Nur noch vier Spieltage sind es in der Fußball-Bundesliga, jetzt fallen so langsam die Entscheidungen. Eva Dieterle, Moderatorin: Und auf die ist natürlich auch unser Sportreporter Thorsten Arnold gespannt. Lass uns heute mit Mainz 05 beginnen, denn die haben an diesem Wochenende die schwierigste Aufgabe vor der Brust. Thorsten Arnold, Sportreporter: Ja klar, morgen geht es gegen Bayern München, den frischgebackenen Deutschen Meister. Gut für die Mainzer, dass sie zuletzt so viele Punkte gesammelt haben, ein kleines Polster zur Abstiegszone schaffen konnten und morgen nicht ganz dringend Punkte brauchen. Versuchen wollen sie’s trotzdem – und Trainer Urs Fischer sagt wie’s geht. Urs Fischer, Trainer 1. FSV Mainz 05 „Du musst von der ersten Sekunde an bereit sein. Du kannst nicht sagen: Wir geben uns mal 10 – 15 Minuten Zeit, schauen wir mal, was geschieht. Sondern du musst von Beginn weg bereit sein. Du musst dich am Limit bewegen. Wenn du nicht über 90 oder 95 Minuten alles dafür aufwendest, dann wirst du gegen Bayern auch keine Punkte holen.“ Arnold: Das Interesse, die Bayern zu sehen, ist natürlich riesig, das Stadion ist längst ausverkauft. Da haben die Nullfünfer offiziell gewarnt, nicht auf gefälschte Tickets über Verkaufsportale im Internet reinzufallen. Aber gut möglich, dass die Bayern ein paar ihrer Stars schonen, am Dienstag steht ja schon das Champions League-Spiel bei Paris St. Germain an. Dieterle: Champions League, davon kann die Frankfurter Eintracht in der kommenden Saison nur träumen. Schaffen es die Hessen denn diesmal überhaupt in einen europäischen Wettbewerb? Arnold: Da hat die Eintracht noch alle Chancen, denn seit gestern Abend – wo sich der VfB Stuttgart fürs DFB-Pokalfinale qualifiziert hat – ist klar: fürs internationale Geschäft reicht definitiv Platz sieben in der Bundesliga. Und auf den hat die Eintracht nur einen einzigen Zähler Rückstand. Jetzt heißt es nochmal: fleißig Punkte […]

  • Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz stellt Programm vor

    Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz stellt Programm vor

    Vor über 100 Jahren ist die Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz gegründet worden. Sie ist das größte und bedeutendste Orchester des Landes und ist im In- und Ausland erfolgreich unterwegs. Die kommende Saison ist die erste gemeinsam geplante Spielzeit des neuen Intendanten mit Chefdirigent Michael Francis. Michael Francis probt die Wesendonck-Lieder von Richard Wagner im Ludwigshafener Pfalzbau. Seit sieben Jahren ist er Chefdirigent der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz. Er hat mit dem London Symphony Orchestra gearbeitet, ist Direktor des Florida Orchestra und gerät ins Schwärmen, wenn er über seine Ludwigshafener Musiker spricht. Michael Francis, Chefdirigent Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz „Ich liebe es, mit diesen wunderbaren Musikern der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz zu arbeiten. Sie sind enthusiastisch, neugierig, leidenschaftlich und sie lieben das rheinland-pfälzische Publikum. Ich kann mich mit ihnen, auf die Suche nach der Wahrheit der Musik begeben und sie sind offen.“ Offen für Neues ist die Staatsphilharmonie auch in der kommenden Saison. Es wird 174 Konzerte an 43 Spielorten im In- und Ausland geben. Zum Beispiel in Wien. Michael Gassmann ist der neue Intendant des Orchesters. Dr. Michael Gassmann, Intendant Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz „Das Orchester ist auf einem künstlerischen Niveau, wie nie zuvor. Das höre ich von allen. Mein Ziel ist es vor allem, die Verwurzelung in unserer Heimatregion weiter zu stärken, und andererseits das Orchester auch überregional und national stärker zu positionieren, als das, was es ist, nämlich ein wirklich erstklassiger Klangkörper.“ Konzerte in der Hamburger Elbphilharmonie, aber auch in Wörth und Speyer sind geplant. Die Musiker werden in Schulen auftreten und in Krankenhäusern musizieren. Dr. Michael Gassmann, Intendant Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz „Wir gehen zum Beispiel in Kooperation mit den Klinik-Clowns, in Heime, in Altenheime und Krankenhäuser mit unseren Musikern und schaffen dort für Menschen, die sonst keine Musik hören können, einfach eine Stunde Auszeit, eine Stunde von Freude und Nähe.“ Heute Abend spielt die Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz Wagners […]

  • Erdbeerernte gestartet

    Erdbeerernte gestartet

    Endlich ist wieder Erdbeerzeit! In unserer Region hat die Ernte begonnen – und die ersten roten Früchte landen frisch vom Feld direkt in den Körben. Wie gut die Saison läuft und worauf sie sich beim Erdbeerkauf einstellen müssen, haben wir uns vor Ort angeschaut. Sobald die Sonne endlich richtig rauskommt, darf sie nicht fehlen: Die Erdbeere läutet wie kaum eine andere Frucht in Deutschland den Beginn der warmen Jahreszeit ein. Hier in Eisenberg in der Pfalz läuft die Ernte seit einer Woche. Bauer Alexander Seiler ist mit dem Beginn der Saison zufrieden. Alexander Seiler, Erdbeerbauer „Die Qualität der Erdbeeren ist sehr gut. Wir haben hier schöne große Früchte, die gut gereift sind. Wir haben dieses Jahr relativ wenig Frostschäden und haben jetzt bei dem schönen Wetter auch relativ viel Sonne und einen sehr guten Erdbeergeschmack.“ Die roten Leckereien sind reich an Eisen und Vitamin C und gelten deshalb als einer der beliebtesten Snacks der Deutschen. Fast zwei Drittel der Erdbeeren von Alexander Seiler wachsen in Tunneln. Das bringt viele Vorteile mit sich. Alexander Seiler, Erdbeerbauer „Im Erdbeertunnel sind wir etwa drei Wochen früher als im Freiland. Wir haben hier einen geschützten Anbau. Das heißt, es regnet nicht auf die Früchte, wir brauchen deutlich weniger Pflanzenschutz – bis gar kein Pflanzenschutz – und haben quasi schöne Früchte, können immer pflücken mit unseren Mitarbeitern, auch wenn es regnet, und haben gleichbleibende Qualität.“ Vom Feld aus gehen die Erdbeeren direkt in die Verkaufsstände und anschließend über die Ladentheke. Hier müssen die Kunden momentan noch etwas tiefer in die Tasche greifen. Zur Hochsaison in ein paar Wochen sollte der Preis dann aber nochmal sinken. Doch hohe Personal – und Spritkosten machen auch dem Erdbeerbauern zu schaffen. Alexander Seiler, Erdbeerbauer „Wir sind Direktvermarkter. Wir fahren zu unseren Ständen und natürlich steigen die Transportkosten und auch […]

  • Streit um 1.000-Euro-Prämie

    Streit um 1.000-Euro-Prämie

    Tanken wird für viele immer mehr zur finanziellen Belastung – und die Politik sucht nach Lösungen. Morgen stimmt der Bundestag über eine Prämie von bis zu 1.000 Euro ab, die Beschäftigte entlasten soll. Doch bezahlen soll das der Arbeitgeber – wenn er denn will. Genau das stößt vielerorts auf Kritik, denn viele Unternehmen sehen sich ohnehin schon unter Druck. Wir haben mit einem mittelständischen Unternehmer aus Bruchköbel bei Hanau gesprochen, der klare Worte findet – und erklärt, warum er diese Prämie nicht zahlen will. Bei Ebbecke Verfahrenstechnik dreht sich alles um die Herstellung von Pulvern. Über die vergangenen 20 Jahre hat man sich so zu einem europaweiten Spezialisten in diesem Bereich entwickelt. Geld verpulvern will Geschäftsführer Axel Ebbecke aber nicht. Axel Ebbecke, Geschäftsführer „Es war für uns eindeutig klar, dass wir diese Prämie nicht auszahlen können und nicht auszahlen werden. Das würde massiv die geplanten Investitionen reduzieren und aussetzen. Wir haben den finanziellen Spielraum nicht dafür, um in der momentanen Situation solche Auszahlungen vorzunehmen.“ In den Werken des Firmengründers arbeiten circa 130 Mitarbeiter. Wenn er jedem die Entlastungsprämie von 1.000 Euro auszahlen würde, müsste er also 130.000 Euro aufwenden. Geld, dass so spontan einfach nicht da ist. Laut der Landesvereinigung Unternehmerverbände Rheinland-Pfalz hat die Bundesregierung den Unternehmern mit der Ankündigung der Prämie einen Bärendienst erwiesen. Steffen Jans, Landesvereinigung Unternehmerverbände RLP „Die Unternehmer waren davon sehr überrascht. Denn dadurch wird ja einerseits ein großer Erwartungsdruck erzeugt, dass Unternehmer jetzt etwas leisten müssen. Und zum anderen ist es wieder einmal so, dass die Lösung eines schwierigen Problems – eines schweren politischen Problems – auf die Unternehmer abgewälzt wird.“ Und auch der größte Arbeitgeber in Deutschland, der Staat selbst, erteilt der Prämie eine Abfuhr. Viele Bundesländer wollen ihren Beamten und Angestellten keine 1.000 Euro Prämie auszahlen. Darunter auch das Land Hessen. Das rheinland-pfälzische […]

  • Neue Babyklappe in Mainz

    Neue Babyklappe in Mainz

    Für viele ist es einer der bewegendsten und schönsten Tage im Leben: Die Geburt des eigenen Kindes. Doch es gibt auch Menschen in Extremsituationen, die mit diesem Ereignis komplett überfordert sind. In sogenannten Babyklappen können Mütter ihr Neugeborenes anonym ablegen, damit es nicht zu gefährlichen Situationen kommt. Nachdem die alte Babyklappe in Mainz im vergangenen Jahr geschlossen hat, gibt es in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt seit heute ein neues Hilfsangebot für Mütter in Not. Dieser Gang dürfte keiner Mutter leichtfallen, doch er kann ein Menschenleben retten. Abgeben statt aussetzen – das Prinzip der Babyklappe. Verzweifelte Mütter können ihr Kind hier anonym und ohne Fragen hineinlegen und sind damit von allen Pflichten befreit. Dieses glücklicherweise nur selten genutzte Angebot sei die „Ultima Ratio“ – ein letzter Ausweg. Hildegard Eckert, Trägerverein Sozialdienst katholischer Frauen Mainz „Dieses Angebot braucht es, weil trotz Einführung der vertraulichen Geburt im Mai 2014 auch bei uns darauffolgend noch vier Babys in Babyklappen abgelegt wurden. Das bedeutet offensichtlich, dass es Mütter gibt, die von dem Angebot der vertraulichen Geburt nicht erreicht werden oder die es aus irgendwelchen anderen Gründen nicht akzeptieren.“ Wird ein Säugling in der Klappe abgelegt, wie seit dem Jahr 2000 knapp 60-mal in Rheinland-Pfalz geschehen, ertönt in der Notaufnahme ein stiller Alarm. Von außen kann die Tür nicht mehr geöffnet werden und nach fünf Minuten betritt eine Pflegekraft den Raum. Etwa 100 Baby-Klappen gibt es derzeit bundesweit, fünf davon in Rheinland-Pfalz. Clemens Hoch (SPD), Aufsichtsratsvorsitzender Universitätsmedizin Mainz „Wahrscheinlich erreicht es nicht alle Menschen, die sich in dieser Konfliktsituation befinden, aber das ist auch Aufklärungsarbeit dann der Jugendhilfe und das wird auch geleistet auch durch auch aufsuchende Jugendarbeit. Und wir haben hier ein zusätzliches Angebot und es ist ganz bewusst, auch versteckt und klein gehalten. Es soll nicht prominent sein. Es sollen nicht Menschen auch hier hinkommen, […]

  • Naturfilmer portraitiert die Schönheit der Pfalz

    Naturfilmer portraitiert die Schönheit der Pfalz

    Wir zeigen Ihnen die Pfalz, wie Sie sie wahrscheinlich noch nie gesehen haben. Naturfilmer Christian Fernandez Gamios Leidenschaft ist es, die Region aus der Luft aufzunehmen – und so ihre atemberaubende Schönheit festzuhalten. Christian Fernandez Gamio „Für mich ist der Reiz der Pfalz die Vielseitigkeit. Ich kenne keine Region, wo du morgens am Altrhein Aufnahmen machen kannst, die aussehen wie Amazonas, über Felder, dann über die Weinberge an den Haardt-Rand kommst und dann in den Pfälzerwald reinkommst, wo du diese Vielzahl an Burgen, an Felsen hast, an schönen Ortschaften hast und dann quasi in Pirmasens die ganzen kleinen Wasserfälle hast.“ Und jede Jahreszeit hat ihren eigenen Zauber. Jetzt im Frühling sind es die intensiven Farben, die Christian Fernandez Gamios Fotografen-Herz höher schlagen lassen. Sei es der Raps, das beliebteste Fotomotiv der Pfalz – die Mandelblüte – oder der blühende Bärlauch, der den Wald wie im Märchen wirken lässt. Christian Fernandez Gamio, Videograph aus Annweiler „Irgendwann war mir klar, dass das nicht nur ein Foto, sondern ein Gefühl ist. Ein sehr starkes Gefühl. Der Pfälzer liebt seine Pfalz. Und ich bin schon viel rum gekommen und viele Leute lieben ihre Region, aber ich hab das Gefühl in Deutschland gibt’s wenige Regionen, wo die Einheimischen ihre Region so lieben, wie die Pfälzer die Pfalz lieben.“ Seit über 15 Jahren fotografiert und filmt der gebürtige Frankfurter seine Wahlheimat, die Pfalz – am liebsten aus der Luft mit seiner Drohne. Langweilig wird ihm die Landschaft nie. Besonders die Pfälzer Burgen haben es ihm angetan. Am schönsten findet er es hier zum Sonnenaufgang, wenn der Nebel noch im Tal hängt und die ersten Sonnenstrahlen seine Kameralinse treffen. Christian Fernandez Gamio,  Videograph aus Annweiler „Wenn das Licht sehr, sehr schräg ist und alles von der Seite anstrahlt, kriegt man zum Beispiel diese typischen Schattenwürfe und gerade […]