Kriminalität

  • Jugendlicher erstochen - Urteil in Landau

    Jugendlicher erstochen – Urteil in Landau

    Eine Schülerparty bei einer Grillhütte in Weingarten endet in einer Tragödie. Ein 17-Jähriger verblutet auf einem Feldweg, erstochen von einem heute 23-Jährigen. Zum zweiten Mal wurde am Landgericht Landau heute das Urteil gesprochen. Der heute 23-jährige Angeklagte wird freigesprochen – zum zweiten Mal. Nach dem ersten Prozess vor zwei Jahren erklärt die Kammer den Angeklagten heute erneut für nicht schuldig. Der junge Mann habe die Tat zwar begangen,  jedoch aus Notwehr gehandelt. Alexander Klein, Verteidiger „Die Kammer hat festgestellt, dass die Verteidigung auch erforderlich war in der Situation für den Angeklagten, nachdem er unmittelbar zuvor den Schlag erhalten hat und deshalb freigesprochen. Notwehr ist ein starkes Recht und das Recht muss dem Unrecht weichen. Das hat die Kammer nochmal ganz klar unter Darlegung der Rechtsprechung ausgeführt und insofern zutreffend den Freispruch erkannt.“ Für das Urteil sei es wichtig, die gesamte Tatnacht zu betrachten, nicht nur den Vorfall auf dem Feldweg. Bei der Feier an der Grillhütte sei es zuvor schon zu Schlägereien gekommen, bei denen der getötete Arthur L. extrem aggressiv aufgetreten war. Dabei habe der Angeklagte sein Handy verloren.  Als er sein Smartphone zuhause nicht finden konnte, sei er deshalb nochmal mit dem Auto zur Grillhütte zurückgekehrt. Dort sei er auf einem Feldweg  erneut auf  den 17-Jährigen Arthur und dessen Freunde getroffen. Mit einem Messer in der Hand sei er aus dem Auto gestiegen. Arthur habe ihm ins Gesicht geschlagen, woraufhin der Angeklagte seine Brille verlor. Durch seine Sehschwäche eingeschränkt stach dieser seinem Kontrahenten mit dem Messer in die Brust. Kurz darauf starb der 17-Jährige am Tatort. Den Messerstich beurteilt die Kammer als Notwehr. Rechtsanwalt Wolfram Schädler vertritt die Mutter des Toten und kritisiert das Urteil sehr. Wolfram Schädler, Rechtsanwalt Nebenklage „Ich bin, ehrlich gesagt, schon sehr überrascht von dem Urteil. Weil ich meine, dass das, was der Bundesgerichtshof […]

  • Hessen ist sicherer geworden: Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 vorgestellt

    Hessen ist sicherer geworden: Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 vorgestellt

    Der hessische Innenminister Roman Poseck hat heute die polizeiliche Kriminalstatistik vorgestellt und spricht von Licht und Schatten. Insgesamt ist die Zahl der angezeigten Straftaten in Hessen im vergangenen Jahr erneut gesunken. Politisch motivierte Kriminalität hat aber zugenommen – vor allem von links. Hessen sei 2025 noch sicherer geworden – so Innenminister Roman Poseck heute. Knapp 377.000 Straftaten hat die Polizei im vergangenen Jahr bearbeitet, 2,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Hessen liege damit im Ländervergleich auf dem vierten Platz. Roman Poseck (CDU), Innenminister Hessen „Wir haben nämlich in Hessen viele Maßnahmen für mehr Sicherheit ergriffen. Wir sehen konkrete Auswirkungen unserer Innenstadtoffensive. Straßenkriminalität geht beispielsweise auch deutlich zurück, insbesondere in den großen Städten. Sehr erfreulich ist auch der starke Rückgang bei der Jugendkriminalität, dort haben wir inzwischen das niedrigste Niveau dieses Jahrhunderts erreicht.“ Erfolgreich auch der Kampf gegen Geldautomatensprengungen, ein Rückgang um 90 Prozent gegenüber 2023. Auch die Ausländerkriminalität geht zurück, anders als in den beiden Vorjahren stellen deutsche Staatsbürger wieder die Mehrheit der Tatverdächtigen. Schlechte Nachrichten dagegen bei der politisch motivierten Kriminalität, (Grafik exakte Zahlen) die um 25 Prozent zunimmt. Besonders der Linksextremismus werde in jeder Hinsicht gefährlicher, dort sieht die Polizei einen Zuwachs von fast 180 Prozent. Roman Poseck (CDU), Innenminister Hessen „Wir haben mehr Taten, wir haben mehr Täter und wir haben auch gefährlichere Taten. Wir dürfen aber die Extremismusphänomene nicht gegeneinander ausspielen. Der Rechtsextremismus bleibt die größte Gefahr für unsere Demokratie und unsere Sicherheit. Wir werden aber in Hessen den Linksextremismus genauso konsequent bekämpfen und die Bekämpfungsstrategien, beispielsweise im Landeskriminalamt auch intensivieren.“ Wichtig zur Einordnung: Die Statistik ist ein Arbeitsbericht der Polizei und kein exaktes Abbild der Kriminalitätswirklichkeit. Felix Paschek, Polizeipräsident Hessen „Das Thema häusliche Gewalt, da gibt es eine aktuelle Studie, die geht von einem Dunkelfeld von über 90 % aus. Da ist die Aussagekraft natürlich […]

  • Entsetzen in Grebenhain: Kita-Erzieher soll sechs Kinder missbraucht haben

    Entsetzen in Grebenhain: Kita-Erzieher soll sechs Kinder missbraucht haben

    Im Vogelsbergkreis hat die Polizei einen 34 Jahre alten Mann festgenommen. Die Vorwürfe gegen ihn sind schwerwiegend. Es besteht der dringende Verdacht des sexuellen Missbrauchs von schutzbefohlenen Kindern und des Herstellens kinderpornografischer Inhalte. Der Erzieher soll in einer Kindertagesstätte in Grebenhain in mehreren Fällen Jungen missbraucht haben. Wie die Staatsanwaltschaft Gießen und das Polizeipräsidium Osthessen heute mitteilten, befindet sich der 34 Jahre alte Mann in Untersuchungshaft. Der Festnahme seien Ermittlungen auf Portalen im Darknet vorausgegangen. In der gut 4000-Einwohner-Gemeinde sitzt der Schock tief. Simon Seibert (parteilos), Bürgermeister Grebenhain „Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sind genauso schockiert und betroffen. Keiner hat das erwartet und es hat einfach niemand gesehen. Wir haben einen Schutzkonzept, wir haben das alles und die Regeln werden befolgt und trotzdem ist es passiert also… Ich glaube, man muss jetzt einfach sagen, wir haben eine gute Kindertagesstätte, und das soll auch so weitergehen, da kann keiner was für. Es gibt hier keinen Schuldigen, außer der, der im Knast sitzt.“

  • Verdacht auf Straftat: Leiche neben Mülltonne in Heusenstamm gefunden

    Verdacht auf Straftat: Leiche neben Mülltonne in Heusenstamm gefunden

    In Heusenstamm im Kreis Offenbach ist eine Leiche gefunden worden. Noch ist unklar, wer die tote Person ist – und wie sie ums Leben kam. Die Ermittler gehen von einer Gewalttat aus. Schockierender Fund in einem Gewerbegebiet im südhessischen Heusenstamm: Ein Mann, der hier in der Nähe arbeitet, findet in der Ottostraße gestern neben einigen Mülltonnen eine Leiche. Er informiert die Polizei. Heute geben die Ermittler Details zum Fall bekannt. Der Tote sei demnach ein Mann mittleren Alters. Seine Identität sei noch nicht offiziell bestätigt, aber es gebe erste Hinweise. Die Behörden prüfen, ob es einen Zusammenhang mit einem Vermisstenfall aus Hessen gibt. Spuren am Körper der Leiche deuten auf Gewalt hin. Sebastian Knell, Staatsanwaltschaft Darmstadt „Staatsanwaltschaft und Polizei ermitteln aufgrund des Verdachts eines Tötungsdeliktes. Es gab Gewalteinwirkungen. Ob diese jedoch todesursächlich waren, das wird abgeklärt. Hierzu wurde eine Obduktion angeordnet, die im Laufe des Tages durchgeführt wird.“ Bis tief in die Nacht sperren Spurensicherer gestern das Gebiet rund um den Fundort der Leiche ab. Auch heute bleibt es abgesperrt, weitere Untersuchungen laufen. Die Polizei bittet mögliche Zeugen, sich zu melden. Wer gestern etwas Verdächtiges beobachtet hat, soll sich bei den Ermittlern melden.

  • Cold Case von 1994 gelöst? Festnahme im Koblenzer Mordfall Amy Lopez

    Cold Case von 1994 gelöst? Festnahme im Koblenzer Mordfall Amy Lopez

    32 Jahre ist es her, dass eine amerikanische Touristin in Koblenz brutal ermordet wurde. Im September 1994 fanden Passanten die Leiche von Amy Lopez unterhalb der Festung Ehrenbreitstein. Die damals 24-Jährige war vergewaltigt, stranguliert und dann mit Messerstichen getötet worden. Nach Jahren der erfolglosen Ermittlungen galt der Fall inzwischen als „Cold Case“ – bis es am Montag plötzlich eine Festnahme gab. Heute sind die Ermittler vor die Presse getreten. Der Medienraum im Polizeipräsidium Koblenz platzt aus allen Nähten. Das Interesse ist riesig. Wie haben die Ermittler es geschafft, fast 32 Jahre nach der Tat noch einen mutmaßlichen Täter zu ermitteln? Mario Mannweiler, Leiter Staatsanwaltschaft Koblenz, „Die eindeutige Spur, mit der eindeutigen Übereinstimmung stammt vom Hosenbund der Jeanshose des Opfers. Und zwar von der Innenseite. Und diese DANN-Spur konnte damals 1994 mit den damals zur Verfügung stehenden Mitteln noch nicht entdeckt werden.“ Hier, an einem Aufgang zur Festung Ehrenbreitstein hatten Passanten am 26.September 1994 die Leiche von Amy Lopez gefunden. Sie lag in einem abgetrennten Vorbau der Festung, dem sogenannten General-Aster-Zimmer, das heute mit einem Gitter verschlossen ist. Die Festnahme des Tatverdächtigen erfolgte gestern in einem Seniorenheim, nur wenige Kilometer vom Tatort entfernt. Mario Mannweiler, Leiter Staatsanwaltschaft Koblenz, „Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich um einen 81jährigen Deutschen, der unweit von Koblenz lebte, wo er auch festgenommen wurde. Auch zur Tatzeit lebte er in der Region um Koblenz. Er ist nicht in der Region hier geboren, aber er hat einen Großteil seines Lebens in der Region verbracht.“ Der Verdächtige ist der Polizei bereits seit Jahrzehnten bekannt und hat mehrere Jahre im Gefängnis verbracht, unter anderem wegen der versuchten Vergewaltigung einer 16jährigen Ende der 90er Jahre. Eine DNA-Probe des Mannes von damals war inzwischen allerdings fristgerecht gelöscht worden. Durch einen Reihentest konnten sich die Ermittler im vergangenen Jahr allerdings eine neue Speichelprobe […]

  • Grenzkontrollen verlängert - So ist die Lage an den Binnengrenzen in Rheinland-Pfalz

    Grenzkontrollen verlängert – So ist die Lage an den Binnengrenzen in Rheinland-Pfalz

    Eigentlich sollten Kontrollen an den deutschen Außengrenzen Mitte März planmäßig enden – jetzt werden sie doch verlängert. Die Kontrollen laufen seit September 2024, seit Mai vergangenen Jahres werden auch Asylsuchende an den Grenzen zurückgewiesen. Bundes-Innenminister Alexander Dobrindt hat jetzt angekündigt, sie für weitere sechs Monate zu verlängern. Sie seien weiter notwendig, als ein wichtiges Element, um die illegale Migration zu bekämpfen. – Viel Arbeit also weiterhin für die Bundespolizisten an der Grenze auch an den Grenzen von Rheinland-Pfalz. Wir sind im Westen von Rheinland-Pfalz. Auf der A64 zwischen Luxemburg und Trier. Die stationäre Grenzkontrolle ist rund um die Uhr besetzt. 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Hier wird stichprobenartig kontrolliert. Und seit Mai vergangenen Jahres werden auch Menschen zurückgewiesen, wenn sie um Asyl bitten. Mit dieser Anordnung hatte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt eines der großen Wahlkampfversprechen der Union umgesetzt. Ausgenommen sind Schwangere, Schwerkranke und Kinder. An den Grenzen zu Luxemburg, Frankreich und Belgien wurden zwischen September 2024 und Dezember 2025 insgesamt rund 4.200 Menschen zurückgewiesen. Außerdem wurden rund 180 mutmaßliche Schleuser festgenommen und rund 710 Menschen gefasst, gegen die ein Haftbefehl vorlag. Zahlen, die nach Ansicht des Bundesinnenministers belegen, dass die verschärften Grenzkontrollen wirksam sind.

  • Grenzkontrollen verlängert - Im Gespräch mit Bundespolizist Stefan Döhn

    Grenzkontrollen verlängert – Im Gespräch mit Bundespolizist Stefan Döhn

    Sieht die Bundespolizei in den Kontrollen auch ein wichtiges Instrument gegen illegale Migration? Und wie lange ist das personell noch leistbar? Eva Dieterle, Moderatorin: Und genau da schalten wir jetzt hin, zur A64 an die Grenze zu Luxemburg zu Stefan Döhn, dem Sprecher der Bundespolizei Trier. Guten Tag. Stefan Döhn, Sprecher Bundespolizei Trier: Guten Tag. Dieterle: Herr Döhn, laut Bundesinnenministerium sind die Grenzkontrollen ein wichtiges Instrument im Kampf gegen illegale Migration. Sehen Sie das auch so? Döhn: Ja, die Grenzkontrollen wurden eingeführt im September 24, wurden jetzt nochmals verlängert bis September 26. Das ist ein gutes Instrument zur Eindämmung der unerlaubten Migration. Die Zahlen geben uns recht. Wir sind hier an der luxemburgischen Grenze, wo die Bundespolizei unter anderem zuständig ist. Wir hatten in diesem Zeitraum knapp 1.900 unerlaubte Einreisen, wovon 1.300 Personen zurückgewiesen wurden nach Luxemburg. Und wir hatten über 230 Haftbefehle. Von daher kann man schon von einem Erfolg oder von dem Erreichen der polizeilichen Ziele sprechen. Dieterle: Sie und Ihre Kollegen sind Tag für Tag an den Grenzen im Einsatz, das bindet viele Kräfte. Schon jetzt haben sich bei der Bundespolizei die Überstunden auf fast 3 Millionen angehäuft. Sind die Grenzkontrollen auf lange Sicht leistbar? Döhn: Aber wir führen die jetzt schon so lange durch. Es ist natürlich sehr personal- und zeitintensiv, aber jeder gibt sein Bestes. Es wird auch wieder eine Zeit kommen, wo man vielleicht die eine oder andere Überstunde aber abbauen oder abarbeiten kann. Aber zurzeit wird man halt dort gebraucht, wo es brennt. Das ist an der Grenze und auch an der Bahn und dafür sind die Kolleginnen und Kollegen da. Dieterle: Wir haben gerade im Beitrag das Stichwort „smarte Grenzkontrollen“ gehört. Wäre das hier an der Grenze zwischen Rheinland-Pfalz und Luxemburg praktisch überhaupt umsetzbar, Berufspendler und andere Einreisende zu trennen? Döhn: Also […]

  • Bundesweit erste Pflegestation für Häftlinge in Wittlich

    Bundesweit erste Pflegestation für Häftlinge in Wittlich

    Menschen, die pflegebedürftig sind, brauchen nicht selten einen Rollator oder einen Rollstuhl. Betrifft das aber Gefägnisinsassen, können sie ihre Haftstrafe meist nicht mehr absitzen, denn ein gewöhnlicher Haftraum ist nicht behindertengerecht. Bislang muss dann die Haftunterbringung unterbrochen werden, verurteilte Straftäter kommen so auf freien Fuß. Um solche Fälle zu vermeiden, gibt es in der Justizvollzugsanstalt Wittlich nun eine eigene Pflegeabteilung für Häftlinge – die bislang einzige in ganz Deutschland. Mit dem Rollstuhl vom Bad rüber ans Bett. In einer normalen Zelle ist das nicht möglich. Die ist nur 10 Quadratmeter groß, die Toilette ist nicht behindertengerecht, es gibt nur ein Waschbecken. Geduscht wird in der Gemeinschaftsdusche. Das Gefängnis ist rechtlich dazu verpflichtet, Häftlinge menschenwürdig unterzubringen. Bei Pflegebedürftigen ist das in einer normalen Zelle nicht gegeben. Bevor es die neuen, größeren Hafträume gab, mussten immer wieder Gefangene frühzeitig entlassen werden. Jörn Patzak, Leiter JVA Wittlich „Wir nehmen damit die Möglichkeit, die Gefängnisfreikarte zu ziehen oder ‚ich komm gar nicht ins Gefängnis rein‘-Karte, weil auch Gefangene oftmals sich zurückziehen, dann ärztliche Gutachten vorlegen, dass sie gar nicht ordentlich untergebracht werden können und da sind die Staatsanwaltschaften froh, dass es dann einen Platz gibt, diesen Menschen die Haftvollstreckung und die Vollstreckung der Freiheitsstrafe zu ermöglichen.“ Die Pflegeabteilung in der JVA Wittlich ist seit Anfang des Jahres in Betrieb. Eine behindertengerechte Toilette, eine Dusche, und ein Notrufknopf am Bett. Die Räume gab es bereits zufällig, ungenutzt. Schwieriger war es hingegen, Pflegepersonal zu finden. H. Schneider, Stationsleitung „Man sollte nie vergessen, wo man arbeitet. Aber natürlich wissen wir, was die Delikte sind. Das ist aber irgendwo auch ein Vorteil, wir wissen es. Und draußen weiß man nie, wer vor einem steht.// Aggressivität hat man hier natürlich schon ein bisschen öfter als im Allgemeinen draußen, aber da haben wir ja auch immer einen Beamten vom Vollzugsdienst […]

  • Urteil im Prozess um einbetonierte Frauenleiche in Bad Neuenahr-Ahrweiler

    Urteil im Prozess um einbetonierte Frauenleiche in Bad Neuenahr-Ahrweiler

    Im Sommer des vergangenen Jahres wird in Bad Neuenahr-Ahrweiler die einbetonierte Leiche einer jungen Mutter gefunden. Schnell gerät der getrennt lebende Ehemann der Toten in den Verdacht der Ermittler, der sich bei polizeilichen Befragungen in Widersprüche verstrickt. Schließlich gesteht er die Tat. Vor dem Koblenzer Landgericht ist heute das Urteil im Mordprozess gefallen. Der Saal im Koblenzer Landgericht ist bis auf den letzten Platz gefüllt, das Interesse an der Urteilsverkündung ist groß. Am Ende heißt es lebenslange Haftstrafe für den Angeklagten. Die Richter sehen es als erwiesen an, dass der heute 32-jährige Matthias K. den Mord an seiner Ex-Frau Anna akribisch geplant haben soll. Staatsanwalt Isak, Staatsanwaltschaft Koblenz „Hiernach hat der Angeklagte seine getrennt von ihm lebende Ehefrau zunächst in einen Hinterhalt in den Hausflur des von ihm bewohnten Einfamilienhauses gelockt und dann dort wie zuvor geplant mit Messerstichen getötet und die Leiche anschließend in einer bereits vorbereiteten Grube im Anbau seiner Garage zu verbergen, indem er sie einbetoniert.“ Die Kammer entscheidet auf Mord aus Heimtücke. Die anderen vorgeworfenen Mordmotive der Anklage, Habgier und niedrige Beweggründe, sind laut Gericht nicht gegeben. Dass sich im Scheidungsjahr befindliche Paar, habe sich weniger  um Geld, sondern mehr um das Sorgerecht des gemeinsamen Sohnes gestritten. Die von der Staatswanwaltschaft  geforderte besondere Schwere der Schuld, sieht das Gericht nicht.  Ein herber Schlag für die Angehörigen. Heiner Osterhues, Anwalt der Nebenklage „Hintergrund ist auch, dass ein starkes Opfer in diesem Fall auch das Kind ist. Und, das damit sichergestellt gewesen wäre, dass das Kind auf jeden Fall über einen längeren Zeitraum vor dem Täter geschützt wäre. Wer die Intention aufbringt die Mutter eines Kindes zu ermorden, der wird auch hinterher häufig in diesem Wahn eines Familienlebens versuchen wieder an das Kind heranzukommen.“ Matthias K. wirkt bei der Verkündung des Urteils ruhig und gefasst. Marion Faust, Verteidigerin […]

  • Blutrache? - Prozessauftakt um Kopfschüsse im Frankfurter Hauptbahnhof

    Blutrache? – Prozessauftakt um Kopfschüsse im Frankfurter Hauptbahnhof

    Diese Tat schockte nicht nur Frankfurt, sondern ganz Deutschland: Vor eineinhalb Jahren wird mitten im Frankfurter Hauptbahnhof ein 27-Jähriger am Gleis erschossen. Jetzt stehen acht Männer vor Gericht. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft: Mord aus Blutrache. Der Prozess beginnt heute. Viele Polizeiwagen vor dem Landgericht Frankfurt: Die braucht es auch, für diesen Mordprozess unter Hochsicherheitsbedingungen: Angeklagt sind gleich acht Männer zwischen 22 und 56 Jahren. Sieben von Ihnen wirft die Staatsanwaltschaft Mord vor, teils aus niedrigen Beweggründen, teils zusätzlich heimtückisch. Rückblick: Hier am Frankfurter Hauptbahnhof soll es passiert sein. Im August 2024 soll der jetzt 56-Jährige Angeklagte am Gleis neun einen 27-Jährigen Türken aus einer Distanz von 30 Zentimetern von hinten in den Kopf geschossen haben. Auf den am Boden Liegenden habe er noch zwei weitere Schüsse abgegeben. Das Opfer sei direkt gestorben. Der mutmaßliche Schütze soll nicht alleine agiert haben. Dominik Mies, Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main „Darüber hinaus haben sich drei der Angeklagten während dieser Zeit am Mainzer Hauptbahnhof befunden. Für den Fall, dass das Opfer zu dieser Zeit in Mainz am Hauptbahnhof aus dem Zug ausgestiegen wäre, wären diese drei bereit gewesen den 27-Jährigen zu töten.“ Die Staatsanwaltschaft spricht von einer Familienfehde, die zuvor schon zwei weitere Opfer in der Türkei zur Folge hatte. Das Motiv jetzt in Frankfurt: Blutrache. Dominik Mies, Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main „Nach unseren Ermittlungen hat ein Verwandter des 27-jährigen Geschädigten zuvor in der Türkei einen Angehörigen der hier Tatverdächtigen getötet. Und das ist offensichtlich das Motiv für die hier Angeklagten gewesen ein Familienmitglied der anderen Familie zu töten.“ Einige Angeklagte  sind deutsche, andere türkische Staatsbürger.  Den Standort des 27-Jährigen Opfers sollen die Angeklagten ausfindig gemacht haben, weil der Getötete in den Sozialen Medien oft live gestreamt  haben  soll. Der Zuschauerraum  ist heute voll: Marcel Gassan, Reporter in Frankfurt „Viele Bekannte und Freunde der Angeklagten […]

  • Neue App zum Schutz vor Cyberangriffen

    Neue App zum Schutz vor Cyberangriffen

    Spätestens seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine vor vier Jahren ist klar: Wir leben in unruhigen Zeiten. Die Gefahr, selbst ins Visier von Attacken zu geraten steigt auch bei uns in Deutschland. Gerade in Sachen hybrider Kriegsführung stehen wir bereits heute unter Dauerbeschuss – Tag für Tag wehren sich etwa Unternehmen gegen Cyberangriffe, vor allem aus Russland. Da stellt sich die Frage: Wie gut ist unsere Wirtschaft eigentlich gegen Angriffe von außen gewappnet? Mit Hilfe einer speziellen App können Unternehmen in Hessen und darüber hinaus ihre Widerstandsfähigkeit künftig selbst überprüfen. Für Unternehmer beträgt der Aufwand gerade einmal 15 bis 20 Minuten: Auf der Seite ResilienzCheck.org können Firmen schnell und problemlos erfahren, wie gut ihr Betrieb für den Ernstfall gewappnet ist. Dazu müssen sie einfach nur 58 Fragen beantworten – anonym, ohne spezielles Vorwissen – und kostenlos. Daniel Gal, Entwickler Resilienz–App: „Da geht es um so konkrete Fragen wie: Können Deine Mitarbeitenden Homeoffice machen? Hast Du dafür alles nötige drinne? So einfache Fragen, die wir vielleicht auch während Corona gelernt haben. Bis hin zu Fragen wie: Weißt Du, wer in Deinem Unternehmen beim THW oder bei der Feuerwehr arbeitet? Also wer hat Zusatzqualifikationen? Wer ist im Krisenfall eventuell nicht da? Es geht aber gleichzeitig auch um Fragen wie: Hast Du eine Zwei-Faktor-Authentifizierung eingeführt in Deinem Unternehmen?“  Über ein einfaches Scoring-System mit 100 Punkten können Unternehmer sofort sehen, wo sie stehen – und sie erhalten auch Hinweise, wo vielleicht noch nachgebessert werden muss. Netter Nebeneffekt: Anhand der gesammelten Daten lässt sich erkennen, welche Branchen schon gut dastehen und wo es noch die größten Probleme gibt. Auch die Bundeswehr war an der Entwicklung der App beteiligt. Denn Landesverteidigung sei letztlich nicht nur Sache des Militärs, sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Holger Radmann, Brigadegeneral, Kommandeur Landeskommando Hessen: „Wir haben Drohnenüberflüge, Drohnensichtungen. Wir haben […]

  • Koblenzer Gericht verurteilt US-Geheimagenten zu Haftstrafe

    Koblenzer Gericht verurteilt US-Geheimagenten zu Haftstrafe

    Es klingt wie aus einem Agentenfilm. Ein US-Amerikaner bietet China streng geheime Militärdaten an – 2024 wird er deshalb festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Der Vorwurf: Geheimdienstliche Agententätigkeit. Der Gerichtsprozess findet teilweise unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, weil sonst Sicherheitsinteressen für die Bundesrepublik Deutschland gefährdet sein könnten. Heute verkündet das Oberlandesgericht Koblenz das Urteil: Ein James Bond sei der Angeklagte nicht – sagt der Vorsitzende Richter heute im Gerichtssaal. Nach 15 Verhandlungstagen seit November fällt das Oberlandesgericht Koblenz sein  Urteil gegen den US-Amerikaner: Eine Freiheitsstrafe von  zwei Jahren und acht Monaten wegen geheimdienstlicher Agententätigkeit. Adrian Jung, Oberstaatsanwalt beim Bundesgerichtshof „Das Gericht ist zu der Überzeugung gelangt, dass sich der Angeklagte bereiterklärt hat sensible militärische Informationen des US-Militärs an einen chinesischen Geheimdienst zu übermitteln.“ Laut des Senats arbeitet der 39-jährige Martin D. zuerst beim US-Militär, erhält 2018 sogar die Freigabe zur Sicherheitsstufe „streng geheim“. Dann arbeitet er für einen zivilen Vertragspartner auf einem US-Militärstützpunkt – unter anderem in Wiesbaden und Mainz. Dort bemerkt er mehrere Fälle von  Abrechnungsbetrug, die er anspricht. Die Reaktion darauf – für ihn ernüchternd. Sabrina Gies-Meier, Verteidigung „Er hat versucht sich Gehör zu verschaffen. Und bei den Stellen, bei denen er das in erster Linie versucht hat – bei den Amerikanern selber – die haben ihm nicht zugehört. Und dann hat er sich an einen anderen Staat an eine andere Macht gewandt und versucht da irgendwo Gehör zu bekommen.“ An den geheimen Militärinformationen, die er chinesischen Stellen anbietet, zeigt China allerdings kein Interesse. Obwohl es nicht zu einer Übermittlung gekommen ist, hat sich der US-Amerikaner trotzdem strafbar gemacht.

  • Tagung zu Sicherheit in Zügen nach tödlicher Attacke auf Schaffner

    Tagung zu Sicherheit in Zügen nach tödlicher Attacke auf Schaffner

    Genau eine Woche ist es her, dass der Zugbegleiter Serkan Calar aus Ludwigshafen gestorben ist, nachdem er von einem Fahrgast brutal niedergeschlagen wurde. Seitdem ist eine Debatte über die Sicherheit von Zugbegleitern entbrannt. Am Freitag kommen Vertreter von Bahn, Gewerkschaften sowie Bundes- und Landespolitik zu einem Gipfel in Berlin zusammen. Was kurzfristig auf Landesbene verbessert werden kann, war bereits heute in Mainz Thema. Bodycams. In Rheinland-Pfalz sind sie bislang nur in Modellprojekten getestet worden, jetzt sollen sie flächendeckend zum Einsatz kommen. Entscheidend ist laut Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft allerdings, dass die Kameras Ton aufzeichnen dürfen, damit auch verbale Übergriffe geahndet werden können. Das ist aus Datenschutzgründen bislang aber nicht möglich. Katrin Eder (Bündnis 90 / Die Grünen), Mobilitätsministerin RLP „Der Ton bei den Bodycams, ob man den anschalten darf, da gibt es unterschiedliche Erzählungen. Da wird man jetzt nochmal genauer hinschauen müssen, ob es dafür einer bundeseinheitlichen, rechtlichen Regelung bedarf oder ob wir das so hinbekommen.“ Um den Arbeitsalltag von Zugbegleitern schnell sicherer zu machen,  erhalten  Verkehrsunternehmen in Rheinland-Pfalz ab sofort die Möglichkeit, Schichten immer doppelt zu besetzen. Lars Kreer, EVG RLP „Dazu ist der Weg heute freigemacht worden. Jetzt liegt es an den Arbeitgebern, dass auch umzusetzen. Da ist meine Erwartungshaltung, dass also auch in den nächsten Tagen mit den örtlichen Betriebsräten die Gespräche geführt werden und dass die Dienstpläne so umgestellt werden, dass also tatsächlich auch dann eine Doppelbesetzung realistisch stattfindet.“ Weil kurzfristig nicht mehr Personal zur Verfügung steht, bedeuten Doppelschichten, dass es weniger Kontrollen geben wird. Welche Strecken künftig doppelt und welche dafür gar nicht mehr besetzt werden, entscheiden die Anbieter vor Ort. Langfristig soll Personal aufgebaut werden. Die Landesregierung stellt heute in Aussicht, die Kosten dafür zu übernehmen, ebenso für die Bodycams. Katrin Eder (Bündnis 90 / Die Grünen), Mobilitätsministerin RLP „Wir werden aus unserem Mobilitätshaushalt jetzt […]

  • EVG fordert mehr Sicherheit in unseren Zügen

    EVG fordert mehr Sicherheit in unseren Zügen

    Eine Woche ist es nun her, dass Zugbegleiter Serkan Çalar aus Ludwigshafen bei einer Ticketkontrolle zusammengeschlagen wird und am darauf folgenden Morgen stirbt. Seitdem werden Forderungen nach mehr Sicherheit von Seiten der Politik und der Bahn laut. Die Eisenbahn-Gewerkschaft EVG hat heute in Mainz konkrete Vorschläge vorgestellt. Kurz nach Abfahrt eines Regionalexpress vom Bahnhof Landstuhl kommt es zu dem brutalen Angriff, der den 36 Jahre alten Vater von zwei Söhnen das Leben kostet. Der mutmaßliche Täter: ein 26-Jähriger Mann ohne Ticket. Als Serkan Çalar den Mann auffordert, den Zug zu verlassen, soll der Tatverdächtige mit seinen Fäusten mehrfach auf den Kopf des Zugbegleiters eingeschlagen haben. Serkan Çalar stirbt anschließend an einer Hirnblutung. Konstanze Alba arbeitet ebenfalls als Zugbegleiterin in der Rhein-Neckar-Region. Sie hat Serkan gekannt. Das Schicksal ihres Kollegen nimmt sie sehr mit. Konstanze Alba, Kundenbetreuerin im Nahverkehr „Er ist ein super Kerl gewesen und das hat der nicht verdient. Weil die Leidtragenden sind die Kinder jetzt. Die haben keinen Papa mehr. Wegen so einem Scheiß.“ Auch sie selbst sei schon beleidigt, bespuckt und sogar mit einem Messer bedroht worden. Laut der Eisenbahngewerkschaft EVG ist die Zahl solcher Fälle seit 2015 um 50 Prozent angestiegen. Deutschlandweit gab es laut einer Befragung von Anfang 2024 über 3.000 körperliche Übergriffe im Jahr. Viele Kundenbetreuer bei der Bahn fühlen sich nicht mehr sicher. Konstanze Alba, Kundenbetreuerin im Nahverkehr „Ich bin angespannt. Wie läuft der Tag, läuft alles gut, hab ich gute Kunden, hab ich jetzt Stress, muss ich mich herumärgern wegen irgendeinem Ticket, weil jemand es nicht mit hat oder so.“ Die EVG fordert: Zugbegleiter sollen künftig immer zu zweit unterwegs sein. Dafür brauche es mehr Personal oder es müsse zur Not gebündelt werden. Außerdem mangele es an Bodycams. Aktuell gebe es bundesweit nur 1350 Stück und diese könnten nicht mal Ton aufzeichnen. […]

  • Mitbewohnerinnen beim Duschen gefilmt?

    Mitbewohnerinnen beim Duschen gefilmt?

    In Wiesbaden soll ein 26-Jähriger seine drei Mitbewohnerinnen und ihre Freundinnen heimlich beim Duschen gefilmt haben. Die versteckte Kamera im Bad soll vor zweieinhalb Jahren aufgeflogen sein. Jetzt steht der 26-jährige Mann heute vor dem Amtsgericht Wiesbaden. Alle fünf betroffenen Frauen erscheinen heute als Nebenklägerinnen gemeinsam zum Gerichtsprozess. Sie sollen vom 26-jährigen Angeklagten heimlich beim Duschen gefilmt worden sein. Die versteckte Kamera des ehemaligen Mitbewohners sollen sie vor rund zweieinhalb Jahren entdeckt haben. Vanessa, 23 Jahre alt „Am Anfang war es einfach nur ein Schockmoment, wir waren alle sehr machtlos. Das ist wirklich eine Sache, wogegen man sich überhaupt nicht wehren konnte. Wir hatten gar nicht die Möglichkeit uns zu wehren.“ Natthali, 21 Jahre alt „Es war kein schönes Gefühl es dann herauszufinden, dass man im Bad halt einfach gefilmt wird. Ohne, dass man es weiß.“ Der Vorwurf in der Anklage: Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs und der Persönlichkeitsrechte. Der jetzt 26-jährige Maximilian S. erzählt heute selbst: Bevor die Frauen duschen wollten, habe er unter dem Vorwand, den Boiler einstellen zu müssen die Kamera im Bad eingerichtet, versteckt in einem Radiowecker. So soll er insgesamt fünf Frauen in sieben Fällen heimlich aufgenommen haben. Die Videos, auf denen die Frauen nackt zu sehen sein sollen, habe er auf dem Handy gespeichert. Natthali, 21 Jahre alt „Ich hoffe einfach die ganze Zeit nur, dass da nichts hochgeladen wurde. Klar geht das die ganze Zeit im Kopf rum: Okay, wo könnten die Aufnahmen gelandet sein? Stimmt das jetzt, dass sie nicht hochgeladen worden oder nicht. (…) Dieser Gedanke lässt einen unruhig werden.“ Maximilian S. gesteht heute die sieben Taten. Und erzählt vor Gericht, dass er zusätzlich eine zweite Kamera benutzt haben will. Eine Information, von der bis heute zweieinhalb Jahre lang niemand etwas wusste. Laut seinem Verteidiger leidet der Angeklagte unter einem Kontrollzwang und […]