Kriminalität

  • Nach Tod einer 4-Jährigen - Narkosearzt erneut in Frankfurt vor Gericht

    Nach Tod einer 4-Jährigen – Narkosearzt erneut in Frankfurt vor Gericht

    Fast fünf Jahre nach dem Tod eines vier Jahre alten Mädchens in einer Zahnarztpraxis in Kronberg muss sich ein Narkosearzt seit heute erneut vor dem Frankfurter Landgericht verantworten. In einem ersten Prozess war der Arzt wegen Totschlags zu zehneinhalb Jahren verurteilt worden. Dieses Urteil hob der Bundesgerichtshof in Karlsruhe Anfang des Jahres auf – jetzt droht dem Angeklagten lebenslang. War es Totschlag – oder doch Mord? Das ist die zentrale Frage im Revisionsprozess gegen den heute 69 Jahre alten Anästhesisten aus Bensheim, dem schwerste Behandlungsfehler vorgeworfen werden. Im September 2021 soll Gerald W. zunächst einer erwachsenen Frau und dann 4 Kindern in einer Zahnarztpraxis in Kronberg das Narkosemittel Propofol verabreicht haben. In zu hohen Dosen. Und noch schlimmer: Immer wieder aus der gleichen Flasche. Das ist aus hygienischen Gründen eindeutig verboten, weil sich in Propofol sehr schnell Keime bilden können. Mit fatalen Folgen. Constanze Jung, Staatsanwaltschaft Frankfurt „Die Kinder haben daraufhin schwerste Infektionen bis hin zu einer Sepsis erlitten. Er soll im Anschluss des unterlassen haben, die Kinder ins Krankenhaus einzuweisen. Ein Kind ist tatsächlich unmittelbar nach der Behandlung auf dem Zahnarztstuhl noch verstorben. Und drei weiter Kinder befanden sich in einem lebensbedrohlichen Zustand.“ Aus Sicht der Staatsanwaltschaft ist das Mord aus Verdeckungsabsicht und niedrigen Beweggründen: Der 69jährige Deutsche soll nur deshalb keinen Rettungswagen gerufen haben, weil er seine fehlerhafte Arbeitsweise vertuschen wollte. In erster Instanz hatte das Landgericht geurteilt, dass der Mann den Tod der Kinder zwar billigend in Kauf genommen, aber nicht beabsichtigt hatte. Dagegen hatte die Staatsanwaltschaft erfolgreich Revision eingelegt: Der Bundesgerichtshof hob das Urteil teilweise auf und wies es zur Neuverhandlung an das Landgericht Frankfurt zurück. Trotz der Belastungen aus dem ersten Prozess werden sowohl die Eltern der geschädigten Kinder als auch viele weitere Zeugen in der neuen Verhandlung noch einmal aussagen müssen. Constanze Jung, Staatsanwaltschaft […]

  • Prozessstart nach über 30 Jahren: 81-Jähriger wegen Mordes an Amy Lopez in Koblenz vor Gericht

    Prozessstart nach über 30 Jahren: 81-Jähriger wegen Mordes an Amy Lopez in Koblenz vor Gericht

    Eine Schlange vor dem Landgericht Koblenz, ein Angeklagter mit Rollator – und ein Verbrechen, das ganz Deutschland 1994 geschockt hat: Spielende Kinder finden die Leiche der US-amerikanischen Touristin Amy Lopez an der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz, brutal getötet. Und heute nun hat der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter begonnen. Diesen Mann haben die Ermittler über drei Jahrzehnte lang gesucht. Den deutschen Hans Joachim S. Der heute 81-Jährige muss sich wegen Mordes verantworten: Laut Anklage soll er zur Befriedigung des Geschlechtstriebes und aus niedrigen Beweggründen die 24-Jährige Amy Lopez heimtückisch ermordet haben. Rückblick: Im September 1994 war die US-Amerikanerin auf Europa-Reise – hat den Trip von ihrem Vater zum College-Abschluss geschenkt bekommen. Auch in Koblenz macht sie Halt. Hier an der Festung Ehrenbreitstein soll sie vom damals 49 Jahre alten Hans Joachim S. angesprochen worden sein. Im abseits gelegenen General-von-Aster-Zimmer fesselt er sie mit Handschellen, vergeht sich sexuell an ihr sie und tötet sie mit mehreren Messerstichen – so die Anklage. Der 81-Jährige räumt die Tat heute durch seinen Verteidiger im vollen Umfang ein. Volker Klein, Verteidiger des Angeklagten „Es wird eine Verurteilung wegen Mordes erfolgen. Da brauche ich das Urteil jetzt nicht vorwegzunehmen, da er es ja eingeräumt hat. Ob die besondere Schwere der Schuld festgestellt wird – das kann ich nicht sagen. Es spielt dann aber auch keine Rolle mehr, weil er ist jetzt 81 Jahre alt. Wenn die besondere Schwere der Schuld festgestellt wird, kann er nach 15 Jahren keinen Antrag stellen auf frühzeitige Haftentlassung insofern wäre er dann 96, wenn das in Kraft treten würde. Wenn die besondere Schwere der Schuld festgestellt wird, dann bleibt er eben im Gefängnis und wird da – vermute ich – auch sterben.“ Lange Zeit gilt der Fall als „Cold Case“, also als ungelöster Kriminalfall. Auch Fahndungen nach den Gegenständen, die Amy Lopez bei sich […]

  • Reporterin Franziska Marquardt in Koblenz: Eindrücke vom Prozessauftakt im Fall Amy Lopez

    Reporterin Franziska Marquardt in Koblenz: Eindrücke vom Prozessauftakt im Fall Amy Lopez

    Ein Fall, der viel für Aufsehen gesorgt hat, auch über die Landesgrenzen hinaus. Unsere Reporterin Franziska Marquardt war beim Prozessauftakt heute Morgen vor Ort in Koblenz. Markus Appelmann, Moderator: Franziska, wie sind deine Eindrücke, was ist das für ein Mensch, dieser mutmaßliche Täter? Franziska Marquardt, Reporterin in Koblenz: Da kam ein alter Mann mit Rollator rein, ein ruhiger alter Mann. Er selbst hat sich nämlich heute gar nicht geäußert. Er hat aber im Vorfeld mit einem Gutachter gesprochen und ihm geschildert, wie er sich noch an diesen Tattag erinnert. Und demnach habe Hans Joachim S. ein Kopfkino, wie er es genannt habe, schon länger gehabt, dass er eine Frau vergewaltigen möchte. Er habe aber auch gesagt, dass er sich nie hätte vorstellen können, dass er mal jemanden tötet. Und als er dann zum ersten Mal auf Lopez eingestochen habe, da sei er von sich selbst geschockt gewesen und habe auch einen Filmriss, was die restliche Tat noch angeht. Da muss man aber auch mal die Vergangenheit von Hans Joachim S. schauen. Er war bereits mehrere Jahre im Gefängnis, ist mehrfach verurteilter Sexualstraftäter, unter anderem mehrere versuchte Vergewaltigungen und auch durchgeführte Vergewaltigungen in mehreren Fällen. Eine davon war auch mit einer Entführung. Und ihm wurde unter anderem angeordnet, ein sogenanntes triebdämpfendes Medikament zu nehmen. Appelmann: Nun ist diese ganze Tat ja über 30 Jahre her. Wie sind die Ermittler ihm nach so langer Zeit auf die Schliche gekommen? Marquardt: Die Antwort ist hier: der technologische Fortschritt. Und zwar gab es an der Innenseite am Hosenbund des Opfers eine DNA-Spur des Täters. Die hat man damals aber noch nicht erkannt und die Hose wurde nochmal neu untersucht. Und jetzt wurde eben mit den modernen Technologien diese DNA-Spur gefunden. Jetzt hatte man die DNA-Spur, aber eben noch nicht den dazugehörigen Mensch. Und dafür […]

  • Wegen Antisemitismus: Hessens Innenminister Poseck verbietet Verein „Palästina e.V.“

    Wegen Antisemitismus: Hessens Innenminister Poseck verbietet Verein „Palästina e.V.“

    Das hessische Innenministerium hat den Verein Palästina e.V. wegen antisemitischer Propaganda verboten. Der Verein habe die Grenzen zulässiger Meinungsäußerungen überschritten. Die Tätigkeit des Vereins sei darauf ausgerichtet gewesen, gesellschaftliche Spannungen zu vertiefen und den Gedanken der Völkerverständigung nachhaltig zu beeinträchtigen, erklärte das Ministerium. In Folge des Verbots wurden fünf Objekte in Frankfurt durchsucht. Roman Poseck (CDU), Innenminister Hessen „Aus meiner Sicht ist das heute ein wichtiges Signal gegen Antisemitismus, gegen Judenhass in unserer Gesellschaft. Es ist zutiefst besorgniserregend, dass der Antisemitismus immer stärker zunimmt. Wir hatten im vergangenen Jahr ein Höchstmaß an antisemitischen Straftaten in Hessen. Insgesamt 375. Es gabe mehr als 1.000 antisemitische Vorfälle nach einer Statistik. Auch das war ein Höchsstand. Und dieser Entwicklung müssen wir mit Konsequenz begegnen.“

  • Gewaltverbrechen: Rätsel um toten Mann in Ginsheim

    Gewaltverbrechen: Rätsel um toten Mann in Ginsheim

    Im hessischen Ginsheim-Gustavsburg wird ein junger Mann tot in einer Wohnung aufgefunden. Vieles spricht nach ersten Erkenntnissen dafür, dass der 20-jährige gewaltsam getötet wurde. Ein Tatverdächtiger wurde bereits festgenommen, die Ermittlungen laufen. In diesem Wohnhaus in Ginsheim im Kreis Groß-Gerau soll das Gewaltverbrechen geschehen sein. Am Sonntagabend geht bei der Polizei ein Notruf ein. In einer Wohnung finden die Beamten einen leblosen 20-Jährigen und einen weiteren Mann, der schnell unter Verdacht gerät und festgenommen wird. Sebastian Knell, Sprecher Staatsanwaltschaft Darmstadt „Die Ermittlungen richten sich aktuell gegen einen 23-jährigen Tatverdächtigen wegen des Verdachts eines Tötungsdeliktes. Bei ihm soll es sich mutmaßlich um einen Mitbewohner des Geschädigten handeln.“ Das Kuriose: Der Tatverdächtige selbst hat zunächst mangels guter Deutschkenntnisse seinen Arbeitgeber angerufen, der wiederum alarmiert die Polizei. Weitere Einzelheiten zur Person, zu den Verletzungen und einer möglichen Tatwaffe nennen die Behörden derzeit nicht. Die Staatsanwaltschaft Darmstadt hat eine Obduktion angeordnet.

  • Mordprozess nach tödlichem Raserunfall

    Mordprozess nach tödlichem Raserunfall

    Ein Mann fährt mit bis zu 145 Kilometer pro Stunde durch die Darmstädter Innenstadt. Doch dann verliert er die Kontrolle über seinen Wagen und kollidiert mit einem Auto auf der Gegenfahrbahn. Die drei Insassen kommen durch den Unfall ums Leben. Dem mutmaßlichen Unfallverursacher wird ab heute in Darmstadt der Prozess gemacht. Der 31.November vergangenen Jahres. Die Mühlheimer Straße in Offenbach gleicht einem Trümmerfeld. Mit hoher Geschwindigkeit war der schwarze VW in den Gegenverkehr geraten und mit immer noch über 100 Stundenkilometern mit diesem Audi zusammengestoßen. Dessen Insassen, zwei Frauen im Alter von 66 und 88 Jahren sowie ein neunjähriges Mädchen, erliegen ihren schweren Verletzungen. Damals am Steuer des VW: Edin D. Die Staatsanwaltschaft in Darmstadt wirft dem 32-jährigen Serben unter anderem Mord vor. Philip Ries, Staatsanwalt „Weil wir wegen der immensen Geschwindigkeitsüberschreitung um das 2,9fache im innerörtlichen Bereich – also bei erlaubten 50 km/h reden wir hier von 145 km/h in der Spitze – von bedingtem Tötungsvorsatz mit Wahrscheinlichkeit ausgehen. Und die Mordmerkmale haben wir hier mit dem gemeingefährlichen Mittel und der Heimtücke.“ Bei illegalen Straßenrennen können Richter einen Fahrer wegen Mordes verurteilen, wenn er sich nicht nur darüber bewusst ist, dass sein Verhalten andere Menschen schädigen kann, sondern das sogar billigend in Kauf nimmt. Im Fall von Edin D. will die Staatsanwaltschaft genau das beweisen. Der Offenbacher, so der Staatsanwalt, habe die Straße „zu seiner privaten Rennstrecke gemacht.“ Carsten Praeg, Reporter „Ein Raunen geht durch die Zuschauerreihen, als das Video einer Überwachungskamera den Moment des Unfalls zeigt. Der mutmaßliche Verursacher kracht so hefting in den anderen Wagen, dass der sich im die eigene Achse dreht. Beide Fahrzeuge werden so starkt eingedrückt, dass man sich wundert, dass der Angeklagte mit vergleichsweise leichten Verletzungen davonkommt. Er blickt heute strikt geradeaus, vermeidet jeden Blickkontakt mit den Hinterbliebenen.“ Edin D. schweigt heute vor […]

  • Prozess in Frankenthal: eigene Mutter getötet, Bruder schwer verletzt

    Prozess in Frankenthal: eigene Mutter getötet, Bruder schwer verletzt

    Ohne erkennbaren Anlass greift ein 29-Jähriger zu einem Küchenmesser und attackiert seinen älteren Bruder. Die Mutter der beiden geht dazwischen – und wird selbst zum Opfer. Erst als sein Bruder den Angreifer die Kellertreppe hinunterstößt, kann er die Polizei alarmieren. Als die Beamten eintreffen, sticht der Beschuldigte weiter auf seine Mutter ein und kann erst mit Schüssen gestoppt werden. In diesem Haus eskaliert die Situation: Martin C. geht auf seine Familie los, mit der er hier seit seiner Kindheit zusammenlebt. Heute muss sich der 29-Jährige vor dem Landgericht Frankenthal wegen Totschlags verantworten. An den Angriff selbst könne er sich nicht erinnern. Das Gericht kommt zu dem vorläufigen Ergebnis: Martin C. war zur Tatzeit nicht voll schuldfähig. So der Anwalt der Geschwister des Angeklagten, der heute als Nebenkläger auftritt. Alexander Klein, Vertreter der Nebenklage „Die Kammer hat den Haftbefehl heute umgewandelt nachdem vor knapp 2 Wochen das psychiatrische Vorgutachten eingegangen ist und der Sachverständige zu dem vorläufigen Ergebnis kam, dass der Angeklagte voraussichtlich im Zustand der Schuldunfähigkeit gehandelt hat aufgrund einer psychischen Erkrankung. Da sieht das Gesetz es vor, dass der Angeklagte nicht in einer Untersuchungshaft, sondern in einer psychiatrischen Einrichtung verwahrt wird.“ Dass er große psychische Probleme hatte, war dem 29-Jährigen bewusst. Pauline Gaul, Reporterin „Der Angeklagte erzählt heute von Halluzinationen und Wahrnehmungsstörungen. Im vergangenen Jahr wird er wegen dem Verdacht auf eine schizotype Störung in eine psychiatrische Klinik eingewiesen und bekommt dort Medikamente verschrieben. Auch ein Termin bei einem Psychotherapeuten vereinbart er hinterher. Doch zu dem kommt es wegen seiner Tat und der Verhaftung nicht mehr.“ Bruder und Schwester des Angeklagten erscheinen heute nicht vor Gericht. Die älteren Geschwister seien durch die Tat psychisch so stark belastet, dass sie inzwischen selbst Unterstützung benötigen. Alexander Klein, Vertreter der Nebenklage „Sie haben vor allem ein Interesse daran, dass der Angeklagte nicht auf […]

  • Hessen stellt neue Anti-Spionage-Abteilung vor

    Hessen stellt neue Anti-Spionage-Abteilung vor

    In Wiesbaden haben heute der hessische Innenminister Roman Poseck und der Chef des Verfassungsschutzes vorgestellt, wie sich das Land besser gegen Spionage und hybride Bedrohungen wie Desinformation, Sabotage und Angriffe auf kritische Infrastruktur schützen will. Thema war heute natürlich auch der Vorfall am Leipziger Flughafen von vorletzter Nacht. Nur durch Zufall wurde dort eine mit Sprengstoff und Zünder versehene Drohne entdeckt und gerade noch rechtzeitig unschädlich gemacht. Nicht nur der Bundesinnenminister spricht von einer „neuen Gefahrenqualität“. Roman Poseck (CDU), Innenminister Hessen „Offensichtlich war es ja wohl nicht möglich, diese Drohne zu detektieren. So jedenfalls mein aktueller Stand. Das heißt, wir müssen weiter in die Leistungsfähigkeit unserer Drohnenabwehr investieren. Wir müssen unsere Fähigkeiten erweitern, das betrifft Detektion und Abwehr gleichermaßen.“ Dabei setzt der Innenminister auf das noch recht neue „Gemeinsame Drohnenabwehrzentrum“ von Bund und Ländern. Außerdem investiere Hessen gerade zehn Millionen Euro in Technologien zur Drohnenbekämpfung. Das Landesamt für Verfassungsschutz registriert immer mehr verdächtige Drohnenvorfälle, 46 allein im vergangenen Halbjahr. Kennzeichen zunehmender Bedrohungen durch Spionage und Sabotage, für die sich der Verfassungsschutz jetzt neu aufstellt. Bernd Neumann, Präsident Landesamt für Verfassungsschutz „Es wird eine eigene Abteilung Spionageabwehr geben, die sich insbesondere auch um das Themenfeld hybrider Bedrohungen kümmert. Darüber hinaus gründen wir eine eigene Abteilung für den Bereich der Operativen Aufklärung. Hintergrund ist, dass wir insbesondere die Expertise und die Ressourcen in der Behörde bündeln wollen, um dann bestmöglich insgesamt für Sicherheit zu sorgen.“ Rund 150 der mittlerweile 387 Mitarbeiter des hessischen Verfassungsschutzes werden sich künftig ausschließlich um diese Themenfelder kümmern. Seit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine haben sich die Spionageverdachtsfälle in Hessen auf rund 2100 im laufenden Jahr mehr als verdoppelt. Die Spuren führten vor allem nach Russland, aber auch nach China und in den Iran. Für ausländische Nachrichtendienste sei Hessen durchaus ein potenzielles Angriffsziel. Roman Poseck (CDU), Innenminister Hessen „Hessen hat […]

  • Lebenslange Haft wegen Doppelmord

    Lebenslange Haft wegen Doppelmord

    Wohl im Streit um Drogen stach ein Mann aus dem Schwalm-Eder-Kreis auf offener Straße in Kassel mit einem Messer viele Male auf einen Freund ein. Nur wenige Stunden später tötete er einen weiteren Bekannten. Etliche Male soll der Angeklagte Fabian H. mit einem Messer auf seine Opfer eingestochen haben. Heute ist am Landgericht das Urteil im Doppelmordprozess gefallen. Lebenslang mit anschließender Sicherungsverwahrung. So lautet das Urteil gegen Fabian H., Er wird erst in den Saal geführt, als die Kameras bereits draußen sind. Das Gericht stellt bei dem Zweifachmord außerdem die besondere Schwere der Schuld fest. Es ist das schärfste Schwert, das die deutsche Justiz zu bieten hat. Möglich, dass Fabian H. nie wieder auf freien Fuß kommt. Anna Böhme, Staatsanwaltschaft Kassel „Die Kammer kam hier zu dem Schluss, dass er aufgrund des Hanges zu erheblichen Straftaten hier für die Allgemeinheit gefährlich ist, weil auch in Zukunft zu erwarten ist, dass weitere erhebliche Straftaten von ihm ausgehen könnten.“ In ihrem Urteil halten die Richter fest, dass Fabian H. äußerst brutal und heimtückisch gehandelt hat. Auf offener Straße hat er in Rothenditmold über 20 Mal auf sein erstes Opfer eingestochen. Seinen besten Freund Michael S. Nur wenige Stunden später gerät er mit einem weiteren Bekannten in Streit um verunreinigtes Kokain – tötet ihn mit fast 30 Messerstichen. Beide Opfer erliegen ihren schweren Verletzungen. Fabian H. nimmt das Urteil heute kopfschüttelnd entgegen. Sein Verteidiger kündigt an, in Revision zu gehen. Andreas Götz, Verteidigung Fabian H. „Insbesondere sehe ich die Mordmerkmale nicht. Wenn ich hingehe und habe eine Auseinandersetzung mit jemanden, konfrontiere ihn damit, dass er mich töten will, dann muss ich auch damit rechnen, dass ich ihn auch tatsächlich angreife. Auch körperlich.“ Die damalige Partnerin des Verurteilten, die 30-jährige Tatiana L., wird heute freigesprochen. Sie hatte im Prozess geschildert, dass sie selbst Opfer […]

  • Mit Hammer erschlagen: Urteil in Mordprozess

    Mit Hammer erschlagen: Urteil in Mordprozess

    Im Oktober wurde in Bad Kreuznach eine 66 Jahre alte Frau erschlagen aufgefunden –  in ihrem Keller. Eine Angehörige hatte zuvor die Polizei informiert, weil die Frau nicht zu einer Verabredung erschienen war. Ins Visier gerät schnell der ehemalige Lebensgefährte. Er soll sein Opfer mit einem Hammer und einer Rohrzange erschlagen haben. Heute ist am Landgericht Bad Kreuznach das Urteil gefallen. Lebenslänglich. Das Landgericht spricht den 70-jährigen Rainer L. wegen Mordes und Raubes mit Todesfolge schuldig. Außerdem stellte die Kammer die besondere Schwere der Schuld fest – eine Entlassung nach 15 Jahren ist damit nahezu ausgeschlossen. Andreas Kaiser, Anwalt der Nebenklage „Er hat hier mit einem Hammer zugeschlagen, erst mal auf den Hinterkopf, er hat mit der Rohrzange zugeschlagen und das in massiver Form. Frau Maul lag am Boden. Das Verletzungsmuster war sehr schwerwiegend gewesen. Wir haben hier Besonderheiten der Habgier der Ermöglichungsabsicht und der Heimtücke.“ Monika M. erleidet ein schweres Schädel-Hirn-Trauma und stirbt an den Folgen der massiven Gewalteinwirkung. Dabei wollte sie dem Angeklagten am Tattag lediglich einen Gefallen tun. Nina Seeh, Reporterin „Der Angeklagte Rainer L. wird von Zeugen als schwierig und streitsüchtig beschrieben. Ohne Altersabsicherung und in finanziellen Schwierigkeiten, steht er vor einem Scherbenhaufen, als ihm auch noch seine Wohnung gekündigt wird. In der Folge nutzt er das Vertrauen und die Hilfsbereitschaft von Monika M. aus, die mit ihm gemeinsam seine Sachen aus ihrem Keller räumt, im Glauben er habe bereits eine neue Wohnung. Erst als sein ganzer Hausrat verstaut ist, begeht er den geplanten Mord, um sich an ihrem Vermögen zu bereichern.“ Nach der Tat stiehlt Rainer L. das Portemonnaie, die EC-Karte und den Autoschlüssel des Opfers. Mit ihrem Auto fährt er direkt zu einer Bank und hebt 720 Euro ab. Einen Tag später nimmt die Polizei ihn fest. Juristisch ist der Fall aufgeklärt – für die Angehörigen […]

  • Liebesbetrug im Internet

    Liebesbetrug im Internet

    Es ist der Heiratsschwindel 2.0: Lovescamming – eine Online-Betrugsmasche, der immer mehr Menschen zum Opfer fallen: Love steht für Liebe, Scam für Betrug. Denn die Täter suchen nicht die große Liebe, sondern das große Geld. Und sie setzen darauf, dass Liebe manchmal blind macht. Das zeigt auch ein Fall aus Riedstadt – dort haben sich die romantischen Träume eines Mannes plötzlich in Luft aufgelöst. Christian Löffler lernt Salomé auf Tinder kennen. Sie verstehen sich gut. Schnell wechseln zu sie WhatsApp, schreiben sich täglich, oft stundenlang. Christian Löffler, Scamming-Opfer „Es war seltsam, mich dann drauf einzulassen und auch zu sagen: Ups, da sind ja Gefühle da. Dass dann auch zu kommunizieren und auch zu sagen: Du, ich glaube aus Freundschaft könnte mehr werden.“ Und Salomé erwidert Christians Gefühle. „Nichts und niemand kann Dich in meinem Herzen ersetzen.“ Die große Liebe vortäuschen – das ist die immer gleiche Masche beim Love Scamming. Oft geben die Täter vor, im Ausland zu wohnen. Deshalb könne man sich auch nicht treffen, nur schreiben. Sie nehmen sich Zeit, bauen über Wochen eine Beziehung zu ihrem Opfer auf. Planen die angeblich gemeinsame Zukunft. Irgendwann bitten die Betrüger dann unter einem Vorwand nach Geld. Oft erfinden sie einen Notfall, zum Beispiel eine dringende Operation. Oder – bei einer anderen Variante des Betrugs – raten sie ihren Opfern, Geld auf bestimmten Plattformen für Kryptowährung zu investieren. So war es auch bei Christian Löffler. Irgendwann ist diese Plattform dann nicht mehr erreichbar, genauso wenig wie Salomé. Alles war ein großer Fake. Der finanzielle Schaden: Rund 50.000 Euro. Christian Löffler, Scamming-Opfer „Ich war paradoxerweise nicht wütend auf die Betrüger, sondern auf mich selbst. Dass ich so blind, blauäugig, dumm gewesen bin.“ Was bleibt, ist Scham. Trotzdem hat der Krankenpfleger den Schritt in die Öffentlichkeit gewagt, um aufzuklären. Damit in Zukunft weniger […]

  • Studiogespräch mit einer LKA-Expertin über Liebesbetrug im Internet

    Studiogespräch mit einer LKA-Expertin über Liebesbetrug im Internet

    Maike Dickhaus spricht mit der Präventionsexpertin Carina Kneip vom LKA in Rheinland-Pfalz. Dickhaus: Schönen guten Abend! Ja, ein ganz typischer Fall von Love Scamming, dieser Betrugsmasche haben wir eben gesehen. Wer sind denn die Täter, die dahinterstecken? Sind das Einzeltäter oder wird da in Bandenstrukturen agiert? Carina Kneip, Landeskriminalamt RLP: Ja, die Täter können auch einzeln agieren. Aber was wir beobachten können, ist, dass sie sehr organisiert aus dem Ausland auch agieren und so auch unterschiedliche Varianten sich zeigen. Das heißt, überwiegend kommen wir aus der kriminalistischen Praxis, erkennen, dass die Täter häufig männlich sind, aber es gibt auch weibliche Täter. Dickhaus: Und wie gehen die Täter dann vor, um den Kontakt überhaupt anzubahnen? Kneip: Das kann auf Social Media passieren oder auch auf Online-Partnerbörsen. Was alle Opfer gemein haben, ist, dass es den digitalen Raum betrifft. Das heißt, es findet eine Kontaktaufnahme statt und dann wird sehr schnell eine enge Beziehung aufgebaut., Vertrauen, und somit der Sehnsucht nach Zuneigung, nach Liebe auch gespielt und manipuliert. Und alle Täter verfolgen ein Ziel, am Schluss an hohe Geldbeträge zu gelangen. Dickhaus: Was kann man denn da über die Opfer sagen? Gibt es da Personengruppen, die eher geneigt sind, auf die Betrugsversuche hereinzufallen? Kneip: Wichtig ist zu sagen, ich habe es eben schon mal angedeutet; Es ist immer der digitale Raum. Was alle vereint und was wir so aus der Praxis sehen können, ist, dass ja vermehrt auch Frauen Opfer sind. Aber es gibt auch Männer. Das ist ähnlich wie mit den Tätern. Das heißt, es kann jeden treffen, der sich im digitalen Raum mit fremden Menschen trifft. Dickhaus: Wenn ich jetzt mit jemanden anderen chatte, auf was muss ich da achten? Wo sollte man skeptisch werden und hellhörig? Kneip: Ein großes Warnsignal ist, wenn man die Person noch nie im echten […]

  • Gedenkveranstaltung für tote Studentin in Trier

    Gedenkveranstaltung für tote Studentin in Trier

    Mitarbeiter und Studenten der Universität Trier sind erschüttert: Nur wenige Tage nachdem der 22-jährige Student Marius Dick in der Nähe des Campus erstochen wurde, ist eine 29-jährige Studentin tot in ihrer Wohnung aufgefunden worden – und wieder sieht es nach einem Verbrechen aus. Für sie fand heute an der Uni eine Gedenkveranstaltung statt. Trauer an der Universität Trier. Für die getötete 29-jährige Studentin liegen Kondolenzbücher aus, in denen jeder seine Anteilnahme ausdrücken kann. Eva Eckkrammer, Präsidentin Universität Trier „Heute gedenken wir gemeinsam unser getöteten Kommilitonin. Mit ihrem Tod haben ihre Familie, ihre Freundinnen und Freunde einen geliebten Menschen verloren.“ Erst vergangenen Mittwoch wird der Student Marius Dick von einem ihm Unbekannten auf offener Straße erstochen. Der mutmaßliche Täter, ein 22-jähriger Afghane, hat die Tat gestanden. Er befindet sich aktuell in einer geschlossenen Psychiatrie. Am Sonntag findet dann die Polizei die kurz zuvor von ihrer Mutter als vermisst gemeldete 29-jährige tot in ihrer Wohnung. Wegen ihrer Verletzungen vermutet die Polizei ein Gewaltverbrechen und bittet um Zeugenhinweise. Michael Notzon, Polizeipräsidium Trier „Also Hinweise von verdächtigen Personen irgendwo im Bereich der Nordallee zwischen ungefähr Freitagnachmittag und Sonntagmittag. Bekannte, Freunde die Hinweise können geben, vielleicht auch zum Bekanntenkreis Besonderheiten irgendwelche persönlichen Gesprächen, die in der Vergangenheit gelaufen sind wo vielleicht irgendjemand einen Hinweis hat, von denen wir noch gar nichts wisse,“ Simon Korn, Student Universität Trier „Man denkt sich schon irgendwie, hätte auch mich treffen können oder: Hört es jetzt auf geht es jetzt weiter? Was ist jetzt hier eigentlich los? Ist das eigentlich nur ein Traum oder wann hat das alles ein Ende?“ Lara Mühlhausen, Studentin in Trier „Es ist Sommer, man freut sich eigentlich auf die Semesterferien, aber dann erschüttern halt solche Ereignisse Trier und die Universitätsgemeinschaft und es löst einfach sehr viel Schock und sehr viel Unsicherheit aus.“ Beide Todesfälle haben nichts miteinander zu […]

  • Studiotalk mit Justizminister Helmut Martin über die Lage in den Justizvollzugsanstalten

    Studiotalk mit Justizminister Helmut Martin über die Lage in den Justizvollzugsanstalten

    Maike Dickhaus spricht mit ihm über seine Pläne für den Justizvollzug. Die Gefängnisse in Rheinland-Pfalz sind voll. Im ganzen Land ist nicht einer der 3237 Plätze frei – Ganz im Gegenteil. Momentan gibt es 69 Personen, die zusätzlich im geschlossenen Vollzug untergebracht sind, ohne eigenes Zimmer. Manuela Schmitt, Bund der Strafvollzugsbediensteten „Das bedeutet, dass wir teilweise Gefangene doppelt unterbringen müssen, in den Gemeinschaftshafträumen, das wiederum bedeutet aber eine Belastung für die Gefangenen, weil in so einem kleinen Raum die ganze Zeit eingesperrt zu sein, ist halt auch für die Gefangenen eine Belastung. Es kommt immer wieder zu Spannungen und zu Konflikten innerhalb der Gefangenen.“ Das Problem ist nicht neu: Schon seit einem Jahr sei die Lage dramatisch, wie hier in Wittlich. Die Gefängnisse konstant überbelegt. Rheinland-Pfalz ist damit deutscher Spitzenreiter. Darunter leiden nicht nur die Inhaftierten, sondern auch das Personal. Manuela Schmitt, Bund der Strafvollzugsbediensteten „Die Mitarbeiter haben halt durch diese Überbelegung eine große Belastung an Mehrarbeit. Das bedeutet ihr täglicher Arbeitsablauf oder Pensum ist ganz einfach auch gestiegen. Mehr Gefangene bedeutet auch mehr Alltagsarbeiten, Haftraumkontrollen, Schleusungen, Besuchsüberwachungen, die natürlich gestemmt werden müssen.“ Hinzu kommt die Bürokratie, die immer mehr wird, bei immer weniger Mitarbeitern. Denn die JVAs kriegen ihre Stellen nicht besetzt. Zu wenig lukrativ seien die Arbeitsbedingungen. Dass die Gefängnisse von allein wieder leerer werden, davon geht der Bund der Strafvollzugsbediensteten nicht aus. Er wünscht sich eine Entlastung von der Politik. ———- Maike Dickhaus, Moderation: “Wegen Überfüllung geschlossen” – wir haben es eben gehört. Haben Sie denn das Geld, um neue Gefängnisse zu bauen? Helmut Martin (CDU), Minister der Justiz und für Verbraucherschutz RLP: Also der Bericht zeigt ja, in der Tat weist er zu Recht darauf hin: Wir haben ein Belegungsthema im Vollzug, in Rheinland-Pfalz. Dieses Thema müssen wir angehen. Ich will aber auch vorweg sagen: Gerade wegen […]

  • Eltern trauern um getöteten Marius

    Eltern trauern um getöteten Marius

    Der 22-jährige Student Marius wird in Trier auf offener Straße getötet, mit einem Küchenmesser. Der mutmaßliche Täter: ein Afghane. Nach aktuellem Stand der Ermittlungen haben sich Täter und Opfer nicht gekannt. Das Entsetzen ist dementsprechend groß – das Motiv völlig unklar. Jetzt sind die Eltern an die Öffentlichkeit gegangen. Sie sagen, das seien sie ihrem Sohn schuldig. Wir haben Elke und Thomas Dick in ihrem Zuhause in Landstuhl besucht. Elke und Thomas Dick, Eltern von Marius „Er hat mir der Rucksack abgenommen. Hat gesagt, Elke komm rein und ich habe schon an seinem Gesichtsausdruck gesehen, dass irgendwas nicht stimmt und dann habe ich gefragt: Thomas, ist was passiert? Und dann gehen wir hier so um die Ecke und dann stehen die Polizisten und die Notfallseelsorger, in dem Moment. Und dann sagt er zu mir: Marius ist tot, er wurde abgestochen. Und in dem Moment bin ich da zusammengebrochen und habe nur noch geschrien: Mein Kind, mein Kind, mein Marius, das kann nicht sein, es kann nicht sein.“ Elke Dick spricht mit uns über den Moment, der ihr Leben verändert hat. Den Moment, in dem sie erfahren hat, dass ihr Sohn Marius tot ist. Erstochen auf dieser Straße am vergangenen Mittwoch in Trier. Marius kommt gerade zurück vom Einkaufen, als der mutmaßliche Täter aus der Hecke springt und ihn mit einem Küchenmesser angreift. Der Student stirbt kurz darauf im Krankenhaus. Die Eltern sehen ihren Sohn erst wieder im Beerdigungsinstitut. Elke und Thomas Dick, Eltern von Marius „Sie nehmen dann auch ihr Kind den Arm, ob es tot ist oder nicht. Sie reden noch mit ihnen, wie wenn es noch leben würde, dass das kann man nicht beschreiben. In dem Moment, die Gefühle müssen raus. Das ist passiert und das war uns unheimlich wichtig, dass man das noch mal machen konnten.“ Die Anteilnahme ist […]