Technik

  • Digitalisierungsministerin Schall: Kommunen helfen, in denen der Glasfaserausbau noch hakt

    Digitalisierungsministerin Schall: Kommunen helfen, in denen der Glasfaserausbau noch hakt

    Der Glasfaserausbau in Pirmasens ist ins Stocken geraten – wie insgesamt im Land. Darüber spricht Markus Appelmann mit der Frau, die das beschleunigen kann, Markus Appelmann, Moderator: Guten Abend. Dörte Schall (SPD), Digitalisierungministerin RLP: Guten Abend, Herr Appelmann. Appelmann: Frau Schall, wir haben eben in unserem Beitrag gesehen, wie schlecht der Glasfaser-Ausbau in Pirmasens läuft. Warum hinkt der Ausbau in vielen Regionen des Landes hinterher? Schall: Wir haben sehr unterschiedliche Ausbaugeschwindigkeiten beim Thema Glasfaser, gerade in Rheinland-Pfalz. Und uns geht es darum, die besten Möglichkeiten herauszufiltern, wie es gut gelingen kann. Deswegen haben wir in unserer Strategie aufgelegt, wie es gut funktioniert und nehmen die positiven Beispiele, um den Kommunen und Städten zu helfen, die noch nicht so weit sind. Appelmann: Zur Gigabit-Strategie 2030 kommen wir gleich noch, schauen wir erst mal auf die Daten des Breitbandatlas, die die Bundesnetzagentur erhoben hat. Diese Daten sprechen eine andere Sprache: da landet Rheinland-Pfalz nämlich im Ländervergleich nur auf dem vorletzten Platz! Das läuft doch alles andere als gut? Schall: Die Zahl, die Sie herausgegriffen haben, ist die Zahl der angeschlossenen Häuser, wo wirklich die Menschen zu Hause das Glasfaser haben. Das ist tatsächlich sehr herausfordernd, weil die Eigentümer nicht immer bereit sind, Glasfaser zu legen. Bei dem Legen von Glasfaser in der Kommune in der Straße sind wir allerdings besser aufgestellt. Da sind wir auf Platz 6 bis 7, je nach Berechnung der Bundesländer. Appelmann: Aber auch bei der Position ist noch Luft nach oben. Mit der Gigabit-Strategie, die sie als Landesregierung ausgerufen haben, wollen Sie erreichen, dass in vier Jahren alle rheinland-pfälzischen Haushalte und Unternehmen Zugang zu Glasfaser erhalten sollen. Welche Maßnahmen wollen Sie als Landesregierung ergreifen, damit der Glasfaserausbau beschleunigt wird? Schall: Wir haben uns da sehr viel vorgenommen. Aber wer sich nicht viel vornimmt, der kann auch nicht viel […]

  • Teil 2 unseres 17:30-Jahresrückblicks

    Teil 2 unseres 17:30-Jahresrückblicks

    Auch in der zweiten Jahreshälfte 2025 gab es zahlreiche Ereignisse, die die Menschen in Hessen und Rheinland-Pfalz bewegt haben. Wir haben sie kurz und kompakt nochmal für Sie zusammengefasst. JULI Hitzerekord in Rheinland-Pfalz. Am 2. Juli werden in Andernach 39,3 Grad gemessen. Und im Mainzer Landtag wird an diesem Tag über ein heiß diskutiertes Gesetz abgestimmt. Das Landesklimaschutzgesetz. Das Ziel der Landesregierung: Rheinland-Pfalz soll bis 2040 klimaneutral werden. Also fünf Jahre früher als der Bund und zehn Jahre früher als die EU. Es hagelt Kritik von Unternehmen und Wirtschaftsverbänden. Karsten Tacke, Landesvereinigung Unternehmerverbände RLP, am 23.6.2025 „Unternehmen mit mehreren Standorten werden verlagern. Das Klima hat keinen Vorteil, aber wir haben den Nachteil. Das Gesetz ist nicht durchdacht.“ Arne Rössel, IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz, am 23.6.2025 „Diese Planungsunsicherheit ist Gift. Und es ist so unnötig wie ein Kropf dieses Gesetz.“ Jetzt ist es mit den Stimmen der Ampel-Koalition also beschlossen, auf Druck der Wirtschaft aber in leicht abgeschwächter Form. Trotzdem: EINES hat das Landesklimaschutzgesetz auf jeden Fall bewirkt: Das Klima zwischen Landesregierung und Wirtschaft hat sich weiter verschlechtert. Ob sich die Beziehung von Christina und Sascha schlagartig verschlechtert, wenn sie DIESE Bilder sehen, das können wir nicht sagen. Aber klar ist, ihrem gemeinsamen Liebesschloss am Eisernen Steg in Frankfurt geht es Ende Juli an den Kragen. Die Beleuchtung an der Brücke muss erneuert werden und da sind viele Schlösser eben einfach im Weg. Fazit: Alte Liebe rostet nicht, alte Liebesschlösser dagegen schon! AUGUST Ja, er ist es. Die DNA-Analyse bestätigt, bei der Leiche, die Anfang August in der Nähe von Weitefeld gefunden wird, handelt es sich um Alexander M. Er soll im April ein Ehepaar und deren 16-jährigen Sohn in ihrem Haus in Weitefeld ermordet haben. Vier Monate lang wurde nach Alexander M. gefahndet. Hunderte Polizisten durchforsteten immer wieder die Umgebung. Doch ohne […]

  • Zwischenbilanz der rheinland-pfälzischen Digitalstrategie

    Zwischenbilanz der rheinland-pfälzischen Digitalstrategie

    Zwei Jahre ist es her: Da beschließt die Landesregierung ihre Digitalstrategie. Bis 2030 soll Rheinland-Pfalz digital umgekrempelt werden: KFZ-Onlinezulassung, Ausweitung des Mobilfunknetzes, Künstliche Intelligenz in der Schule. Vier Jahre bleiben noch, um all die selbst gesteckten Ziele zu erreichen. Jetzt zieht das Digitalministerium eine erste Zwischen-Bilanz.   Draußen unterwegs und plötzlich kein Netz. Zwar kommt das immer seltener vor – Rheinland-Pfalz versorgt mittlerweile rund 99 Prozent aller Haushalte mit Mobilfunk – doch dennoch: Zu einigen Funklöchern kommt es weiterhin. Daran wird gearbeitet – so die rheinland-pfälzische Digitalministerin Dörte Schall. Dörte Schall (SPD), Digitalministerin Rheinland-Pfalz „Wir haben noch mehr Herausforderungen im Bereich wo wir mehr Landschaft haben, wo wir Berge haben, wo wir Täler haben, da ist es schwierig. Gerade auch im Naturschutzgebiet. Die Frage: Wo setze ich einen Funkmast hin im Wald?“ Ein weiterer Schwerpunkt der Digitalstrategie für das kommende Jahr: Die digitale Teilhabe. Demnach sollen ältere Menschen durch Workshops unterstützt werden.   Dörte Schall (SPD), Digitalministerin Rheinland-Pfalz „Wir haben eine sehr, sehr schnelllebige Zeit. Das Smartphone ist erst 18 Jahre alt, also gerade erstmal volljährig geworden und wir erwarten aber von den Menschen, dass sie mit Apps bei der Sparkasse und mit Apps sich bei der Verwaltung oder jetzt beim Thema KFZ anmelden können (…) Das müssen wir unterstützen. Jemand, der jetzt 80 ist hat einfach als Jugendlicher nicht gelernt mit einem Smartphone umzugehen es gab noch gar kein Smartphone.“ Durch die wachsende Bedrohung von Hackerangriffen stellt die Cybersicherheit einen steigenden Anteil an der Digitalstrategie des Landes. Denn langfristig sei mit deutlich mehr Cyberangriffen zu rechnen. Das vermutet auch Peter Moskopp von der größten Oppositionspartei CDU. Rheinland-Pfalz hinke in Sachen Digitalisierung hinterher. Peter Moskopp (CDU), Landtag Rheinland-Pfalz „In Rheinland-Pfalz sind wir Schlusslicht und wenn wir da nichts tun und schnellstens was dran ändern, dann werden wir auch in den kommenden Jahren […]

  • Neue Waffe und Drohnentechnik für rheinland-pfälzische Polizei

    Neue Waffe und Drohnentechnik für rheinland-pfälzische Polizei

    Drohnen werden für uns immer gefährlicher. Es ist kein Geheimnis, dass die russische Regierung uns damit ausspionieren will. Aus diesem Grund geht auch Rheinland-Pfalz jetzt gegen diese Bedrohung vor. Ortstermin heute bei einer Übung in Ingelheim. Hier herrscht absolutes Flugverbot für Drohnen. Jetzt muss die Polizei schnell sein. Die Gefahrensituation einschätzen und dann bleibt hier nur eines: Schuss. Unerlaubte Drohnenflüge haben in den letzten Monaten auch in Rheinland-Pfalz deutlich zugenommen. Michael Ebling (SPD), Innenminister RLP „Mit einem klaren Schwerpunkt bei militärischen Liegenschaften. Das sind Nadelstiche einer inzwischen hybriden Kriegsführung Russlands, um zu provozieren. Auch Unsicherheit zu erzeugen. Aber es gibt auch eine zivile Seite. Eine Technik der Drohnen, die so fortgeschritten ist, kann natürlich gegebenenfalls auch eingesetzt werden, um beispielsweise Großveranstaltungen zu stören.“ Und deshalb rüstet das Land auf. 2,6 Millionen Euro hat es bisher in die Drohnenabwehr investiert. Bis zu 7 Millionen Euro will die Landesregierung insgesamt für neue Systeme ausgeben: Dazu gehören unter anderem Gewehre, die Funksignale blockieren und KI-Systeme, um Drohnen abzuschießen. Michael Ebling (SPD), Innenminister RLP „Das sind solche schnellen Innovationszyklen, dass wir davon ausgehen, dass wir immer wieder auch neue Technik brauchen, um entsprechende Fähigkeiten bei der Polizei zu halten. Und umso wichtiger ist dann das, was zum Glück jetzt auch passiert. Nämlich dass Bund und Länger gemeinsam Drohnenabwehr sowohl zentralisieren als auch koordinieren.“ Denn Drohnenpiloten handeln nicht entlang von Landesgrenzen. Doch nicht immer können die ausfindig gemacht werden. Christian Deutsch, Abteilung Spezialeinheiten Polizei RLP „Wenn wir einen Piloten haben, der irgendwo steht und ein Gerät bedient, um eine Drohne zu steuern, dann geht das ja über Signale. Und diese Signale können wir auffangen und das können wir zu 99 Prozent tun. Wenn wir aber eine programmierte Drohne haben, die gar nicht mehr von einem Steurerer im Vorfeld gesteuert wird, sondern die einprogrammiert ist, bestimmte […]

  • Milliardenprojekt für Lithiumförderung

    Milliardenprojekt für Lithiumförderung

    Wertvolle Rohstoffvorkommen verbinden die meisten von uns wohl eher nicht mit Deutschland. Doch im Oberrheingraben bei Landau in der Pfalz schlummert Lithium im Grundwasser. Lithium ist ein Leichtmetall und heißbegehrt, weil es für die Produktion von Akkus zum Beispiel für Smartphones, Laptops oder Elektroautos gebraucht wird. Um das Landauer Lithium im großen Stil abzubauen, entsteht dort gerade eine der größten Förderanlage Europas. Hier entsteht Einzigartiges. Eine Anlage, die gleichzeitig Lithium fördert und erneuerbare Energien erzeugt. Damit ist sie europaweit die Größte ihrer Art. Was aussieht wie Salz, ist der Stoff, aus dem die Akkus sind. Lithium ist einer der begehrtesten Rohstoffe und wird bislang vornehmlich importiert. Vulcan Energy will das ändern. Horst Kreuter, Gründer Vulcan Energy „Unser Projekt hilft, unabhängig zu werden. Unabhängig von Lieferungen, die vor allem über China zu uns kommen. China hat in der Vergangenheit die Lieferung beschränkt. Was bedeutet, wir sind abhängig und dieses können wir hier erleichtern, indem wir einen großen Teil des Lithiums, das gebraucht wird, liefern können.“ 40 Prozent des europäischen Lithiums-Bedarfs sollen von hier aus gedeckt werden. Im Rahmen eines Pilotprojekts gewinnt Vulcan Energy in Landau bereits heute Lithium. Aus Thermalwasser, das aus vier Kilometern Tiefe emporgepumpt wird. Gleichzeitig wird klimaneutral Wärme erzeugt. Davon profitieren die Landauer. Dominik Geißler (CDU), Oberbürgermeister Landau „Das schlimmste der letzten fünf, sechs Jahre waren ja diese unglaublichen volatilen Gaspreise. Das werden wir nicht mehr haben, dieses Auf und Ab und vor allem abhängig vom Putin-Gas, vom Putin-Erdöl. Ehrlich, und vor allem, wir müssen endlich CO2-neutrale und klimaneutrale Wärme hier schaffen.“ Die neue Anlage wird jährlich 24.000 Tonnen Lithium fördern, womit 500.000 Autobatterien pro Jahr hergestellt werden können. Horst Kreuter, Gründer Vulcan Energy „Wir haben die ersten zehn Jahre unserer Produktion schon verkauft. Die Produktion wird in Europa bleiben, wir verkaufen also nicht ins außereuropäische Ausland. Unsere […]

  • Zweites Leben für Elektrogeräte: Firma aus Groß-Gerau bereitet Handys, Laptops und Co. auf

    Zweites Leben für Elektrogeräte: Firma aus Groß-Gerau bereitet Handys, Laptops und Co. auf

    Wenn man ein Smartphone kauft, ist es quasi schon veraltet. Weil sich die Technik rasant weiterentwickelt, ist es für viele Firmen zu teuer, ständig neue Geräte für die Mitarbeiter anzuschaffen. Deswegen entscheiden sich immer mehr Arbeitgeber, die Technik zu leasen. Doch was passiert mit den Millionen Geräten weltweit, die nach einer Leihe zurückgegeben werden? Viele davon landen hier – im hessischen Groß-Gerau. Stapelweise Rechner, Paletten voller Bildschirme, hunderte gebrauchte Smartphones. Auf über elftausend Quadratmetern werden in Groß-Gerau Leasing-Rückläufer sortiert und kategorisiert. Die Firma CHG verleiht seit 45 Jahren technische Geräte an Firmen – wenn die nicht mehr benötigt werden, landen sie hier und bekommen die Chance auf ein zweites Leben. Csaba Kallai, Leiter CHG Technologiezentrum Groß-Gerau „Weltweit kommen ungefähr eine Millionen Geräte aus dem Leasing zurück. Hier in Groß-Gerau sind es 800.000 Geräte. Und davon können wir 94 Prozent der Geräte weiterverkaufen, weil die in einem guten Zustand sind und funktionsfähig sind.“ Damit sie weiterverkauft werden können, werden die Geräte gereinigt und zurückgesetzt. Dann werden sie entweder zur Reparatur oder direkt zu Händlern verschickt. CHG macht all das natürlich nicht nur aus Umweltbewusstsein. Inzwischen gibt es einen wachsenden, lukrativen Markt für gebrauchte Technik und in manchen Branchen, die keine hohen technischen Anforderungen haben, werden die alten Geräte auch ein zweites Mal ins Leasing geschickt. Christian Brakensiek, Vertriebsleiter Zentral-Europa „Im Versicherungsumfeld sieht man sicherlich so Szenarien, wo es viel darum geht, digital Anträge zu bearbeiten, also überall da, wo ich in meinem Tätigkeitsprofil einen sehr standardisierten Ablauf habe, wo Technologie eine Rolle spielt aber technologische Innovation oder Neuheit jetzt nicht entscheidend ist um meinen Job perfekt ausführen zu können.“ Sigrid Köbel ist für den Wareneingang verantwortlich. Sie motiviert die Vorstellung, alten Geräten neues Leben einzuhauchen. Sigrid Köbel, koordiniert den Wareneingang „Ist es denn wirklich notwendig, dass ich ein neues Gerät kaufe? […]

  • Künstliche Intelligenz hilft bei Gewebe-Untersuchungen

    Künstliche Intelligenz hilft bei Gewebe-Untersuchungen

    Pathologie ist die Lehre von Krankheiten. Viele verwechseln sie mit der Rechtsmedizin. Doch während Gerichtsmediziner nach Todesursachen suchen, arbeiten Pathologen für die Lebenden. Sie untersuchen Zellen und Gewebe auf Krankheiten wie zum Beispiel Krebs und liefern damit die Grundlage vielleicht irgendwann den Krebs zu besiegen. Um Befunde noch schneller liefern zu können, wird die Pathologie an der Universitätsklinik Frankfurt schrittweise digitalisiert – auch mit Künstlicher Intelligenz. Hier ist filigrane Handarbeit gefragt. Im Labor der Pathologie im Uniklinikum Frankfurt werden Gewebeproben von Patienten aufbereitet. Die Proben werden dazu in Wachs gegossen, dann hauchdünn geschnitten und schließlich ganz vorsichtig auf einen Objektträger gelegt. Arbeitsschritte, die man automatisieren könnte. Aber: Prof. Peter Wild, Leiter Pathologie Frankfurt „Wenn Sie bei A Brustkrebs haben und Probe B ist eine Brustbiopsie einer Patientin ohne Krebs. Und bei der diagnostiziert man Krebs und das aber gar nicht echt ist, sondern eine Verschleppung von Material. Und das darf nicht passieren und darum sind Menschen da noch besser.“ Beim nächsten Schritt darf dann die Maschine ran. Die Proben auf den Objektträgern werden eingefärbt, wodurch die Gewebebestandteile sichtbar werden. Jetzt beginnt die Arbeit des Pathologen. Unterm Mikroskop muss er erkennen, ob es veränderte Zellen gibt und was das bedeutet. Und er muss das Verhältnis von kranken zu gesunden Zellen bestimmen. Denn davon hängt ab, ob eine Therapie nötig ist und welche. Bei über einer Million Zellkerne hier im Bild kann Peter Wild nur schätzen. Prof. Peter Wild, Leiter Pathologie Frankfurt „Und ich muss schätzen, sind es zehn Prozent, zwanzig Prozent, dreißig Prozent. Und es gibt für alles Cutoffs, also Grenzwerte. Und wenn ich über diesen Cutoff komme, dann gibt es eine Chemotherapie. Und es gibt – und da gibt es sehr schöne Vergleiche – auch zwischen Pathologen halt leider eine Streuung bei dem, was Menschen schätzen.“ Die KI hingegen kann […]

  • Start-Ups setzen auf Wasserstoff

    Start-Ups setzen auf Wasserstoff

    Wasserstoff galt als Hoffnungsträger der Energiewende und sollte fossile Energie ersetzen. Doch der Hype bekommt erste Dämpfer. Noch ist Wasserstoff weder flächendeckend noch kostengünstig verfügbar. Wir haben ein Start-up aus dem rheinland-pfälzischen Bingen besucht, das trotzdem schon heute auf Wasserstofftechnologie setzt. Hier hat alles seinen Anfang genommen. An der Technischen Universität Darmstadt entwickelt Silas Hofmann zusammen mit Kommilitonen die Grundlage seines heutigen Start-ups – einen Wasserstoff-Wankelmotor. Das Besondere: Der Motor ist genauso kompakt wie ein Dieselmotor. Und das, obwohl Wasserstoff im Vergleich zu Diesel eine viel geringere Dichte aufweist. Der Vorteil für den Kunden: Um seinen Fuhrpark CO2-neutral zu machen, muss er keine neuen Fahrzeuge kaufen, sondern kann die bestehenden umrüsten. Silas Hofmann, Mitgründer HTM „Ein ganz prominentes Beispiel aktuell ist der Hamburger Flughafen, da haben wir schon einen von den Gepäckschleppern umgebaut. Der ist jetzt schon seit einem halben Jahr im Realbetrieb, hat hervorragend performt und der Flughafen beginnt jetzt die richtige Flottenumrüstung mit uns gemeinsam. Das ist ein Beispiel. Unsere Antriebe können auch angewendet werden in Gabelstaplern.“ Außerdem in großen Industriemaschinen und in Stromerzeugern. Dafür ist HTM jüngst eine Kooperation mit einem Maschinenbauunternehmen aus Bayern eingegangen. Immer neue Projektpartner und Kunden zu gewinnen, ist essentiell für Start-ups wie das von Silas Hofmann. Er nimmt deshalb am Wasserstoffkongress der Innovationsagentur des Landes Rheinland-Pfalz teil. Silas Hofmann, Mitgründer HTM „So ein Kongress ist immer gut, nochmal einen aktuellen Stand wirklich abzufangen, nochmal mit den einzelnen Projektpartnern ins Gespräch zu kommen und dann vielleicht auch potentielle neue Projekte zu entwickeln.“ Doch Wasserstoff muss extra aufbereitet werden, was energieaufwändig und entsprechend teuer ist. Dementsprechend – sagt Sabine Mesletzky- müsse genau überlegt werden, wo sein Einsatz sinnvoll sei. Sabine Mesletzky, Geschäftsführerin Innovationsagentur RLP „Insbesondere, wenn ich an industrielle Transformationsprozesse zum Beispiel denke. An Produktionsprozesse, die durch Elektrifizierung alleine nicht möglich sind. Also gerade […]

  • AI Week in Frankfurt: Eine der größten Plattformen für KI in Europa

    AI Week in Frankfurt: Eine der größten Plattformen für KI in Europa

    Experten sagen: Die Erfindung Künstlicher Intelligenz ist so wichtig, wie die Erfindung des Internets. Schon heute vertrauen Millionen Menschen in Deutschland einer KI. Allein den Dienst ChatGPT nutzen weltweit 800 Millionen Menschen täglich. Über die sich rasend schnell entwickelnde Technologie wird in dieser Woche in Frankfurt intensiv gesprochen – auf der AI Week. So kann der Einsatz von Künstlicher Intelligenz aussehen: Diese beiden Messebesucher posieren für ein Foto. Die KI nimmt das echte Bild und wandelt die beiden in Vampire um, passend zum heutigen Halloween. Die Technik dafür ist schon über zwei Jahre alt. Heute können – mit KI produzierte – Videos schon so aussehen. Diese Aufnahmen sind teils echt, teils fiktiv. Fürs bloße Auge, nicht mehr zu unterscheiden. Für Werbeagenturen Chance und Problem zugleich. Jan C. Portz, Werbeagentur  Shift Agency „Das sind Inhalte, wo man vielleicht im ersten Moment nicht sieht, dass sie durch AI generiert sind aber man merkt, dass die Inhalte künstlich generiert werden, weil die Geschichten, die dort drin erzählt werden, nicht unbedingt real sind. Und das ist auf einmal ein großes Thema, weil, wenn ich einen AI-Avatar habe, der ein Getränk vermarktet, der hat literally keinen Geschmack. Wie soll ich ihm vertrauen, dass dieses Produkt wirklich gut schmeckt?“ Statt auf reine KI-Inhalte, konzentriert sich diese Werbeagentur auf KI ergänzende Inhalte. Denn: Künstliche Intelligenz soll Menschen ergänzen, nicht komplett ersetzen. Das ist der Konsens hier auf der AI Week in Frankfurt. Die ganze Woche lang treffen sich mehr als 2.000 Unternehmen aus der Rhein-Main Region und der ganzen Welt. Für sie ist klar: Künstliche Intelligenz ist nicht nur die Zukunft, sondern schon die Gegenwart. Das sieht auch Bundesdigitalminister Karsten Wildberger so. Karsten Wildberger (CDU), Bundesdigitalminister „Nicht teilzunehmen bei KI, das nicht zu tun gefährdet viel mehr Arbeitsplätze als teilzunehmen. Mit KI können wir Wachstum kreieren, auch […]

  • Riesige Photovoltaik-Anlage am Flughafen

    Riesige Photovoltaik-Anlage am Flughafen

    80.000 Beschäftigte – gut 60 Millionen Passagiere pro Jahr. Deutschlands größter Flughafen in Frankfurt hat Dimensionen wie eine eigene kleine Stadt, das gilt auch für seinen Energiebedarf. Pro Jahr verbraucht der Flughafen etwa 540 Millionen Kilowattstunden Strom, so viel wie rund 200.000 Haushalte. Dieser Bedarf soll künftig komplett aus erneuerbaren Energien gedeckt werden. Als nächsten großen Schritt hat der Betreiber Fraport heute eine riesige Solaranlage in Betrieb genommen. 37.000 Photovoltaik-Module, Spitzenleistung 17,4 Megawatt. Damit will der Flughafenbetreiber Fraport seinem selbstgesteckten  Ziel näher kommen, bis 2045 treibhausgasneutral zu sein. Im Gegensatz zu üblicherweise schräg gebauten Solaranlagen, die zur Mittagszeit ihre Höchstleistung erzielen, sollen die senkrechten Paneelen das Sonnenlicht vor- und nachmittags einfangen. Diese Bauweise schont auch den Boden. Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender Fraport „Wir können sie dann verwenden für die Klimatisierung der Terminals, weil das ist der Hauptstromverbraucher an einem Flughafen, aber auch für all die Fahrzeuge, die auf dem Vorfeld eben herumfahren. Und dann können wir was überschüssig ist in die E–Fahrzeuge in die Batterien reinspeichern, um es später wieder daraus abzuziehen und werden später sicher noch in größere Batteriestandorte reingehen.“ Flughafenbetreiber aus aller Welt hätten sich laut Fraport für die neue Anlage interessiert. Diese werde Maßstäbe in der ganzen Welt setzen, sagt der hessische Wirtschaftsminister. Kaweh Mansoori (SPD), Wirtschaftsminister Hessen „Wir haben es teilweise mit Flughäfen und Airlines zu tun, die starke Staatssubventionen bekommen. Wenn ich an die Türkei oder die Arabischen Emirate denke und vor diesem Hintergrund wollen wir natürlich, dass unser Standort nicht ins Hintertreffen gerät. Die Landesregierung hat sich gegenüber der Bundesregierung stark dafür gemacht, unseren Luftverkehrsstandort zeitnah zu entlasten. Da sind wir in guten Gesprächen mit der Bundesregierung und sind auch sicher, dass die Entlastungen kommen.“ Bereits jetzt betreibt  Fraport nach eigenen Angaben  den Flughafen zu 90 Prozent mit erneuerbaren Energien, ab dem kommenden Jahr sollen […]

  • Elektronische Patientenakte noch wenig gefragt

    Elektronische Patientenakte noch wenig gefragt

    Haben Sie schon mal in Ihre elektronische Patienten-Akte, kurz: ePA, geschaut? Die ePA ist ein Ordner, in dem Ärzte alle Befunde und Dokumente als PDF-Dokument hochladen, die auch in die klassische Krankenakte auf Papier kommen. Der Vorteil: Da das ganze elektronisch ist, können Fachärzte, Krankenhäuser und vor allem auch Sie selbst die Daten jederzeit einsehen. Informationsaustausch ganz ohne Drucker, Faxgerät und Post also. Seit dem ersten Oktober ist die ePA flächendeckend im Einsatz. Wir schauen, wie es angelaufen ist. Wir sind in Wiesbaden unterwegs, fragen Passanten, ob sie die elektronische Patientenakte nutzen. Ingrid Vogel „Ich persönlich habe weder einen Computer, noch sonst was. Ich habe das nicht mehr, ich werde 85 Jahre.“ Matthias Becker „Habe ich eigentlich noch nie benutzt und keine Ahnung davon im Endeffekt.“ Monika Etz „Benutzt habe ich sie noch nicht, aber gehört habe ich es. Das weiß ich. Und ich denke mal, wenn ich das nächste Mal zu meinem Hausarzt gehe, werde ich ihn mal da drauf ansprechen.“ Allgemeinmediziner Christian Sommerbrodt wird in seiner Hausarztpraxis von vielen Patienten auf die ePA angesprochen. Christian Sommerbrodt, Hausarzt in Wiesbaden „Die meisten Patienten wissen noch gar nicht, dass sie eine haben. Die meisten Patienten glauben, das wäre etwas, das man beantragen müsste. Ich habe nur wirklich eine Handvoll Patienten, die Zugang haben und sie auch aktiv nutzen.“ Jeder gesetzlich Versicherte hat jetzt automatisch eine elektronische Patientenakte. Ob eine extra App nötig ist oder die ePA in der App der Krankenkasse integriert ist, ist von Kasse zu Kasse unterschiedlich. Um Einblick in die Akte zu erhalten, muss der Versicherte einmalig seine Identität nachweisen. Das geht mit der Gesundheitskarte oder dem Personalausweis mit Onlinefunktion sowie der dazugehörigen PIN. Wer die ePA nicht will, kann sie über seine Krankenkasse löschen lassen. Die Krankenakte gibt es nach wie vor auch in Papierform. Wer […]

  • Erst 19 und schon Fluglehrer

    Erst 19 und schon Fluglehrer

    Noah Kleeberg liebt es abzuheben und zu fliegen. Er hat seinen Segelflugschein seit er 14 Jahre alt ist. Doch das ist ihm nicht genug. Er will auch anderen den Traum vom Fliegen ermöglichen – als einer der jüngsten Fluglehrer Deutschlands. Pünktlich an seinem 19. Geburtstag hat er die Fluglehrerprüfung bestanden. Wir sind mit ihm und seinen Flugschülern durch die Seligenstädter Lüfte geflogen. Hier fühlt er sich wohl: Einige hundert Meter über der Erde. Seit fünf Jahren fliegt Noah Kleeberg im Segelflugzeug in  luftigen Höhen. Noah Kleeberg, Fluglehrer „Es ist einfach die weite Dimension, die einem aufgeht. Am Boden kennt man nur vorne, hinten, rechts links. Und beim Fliegen kann man wirklich hoch, runter. Und vor allem beim Segelfliegen hat man das Ganze und man spielt mit der Natur, gegen die Natur, im Einklang mit der Natur.“ Mindestens zweimal in der Woche ist Noah beim Luftsportverein Seligenstadt-Zellhausen und hebt ab. Wenn er nicht einfach nur für sich fliegt, dann bringt er es anderen bei. Seit einigen Monaten  ist der 19-Jährige ausgebildeter Fluglehrer. Bevor es für Noahs Schüler in die Luft geht, müssen sie  den Flieger gründlich durchchecken. Noah Kleeberg, Fluglehrer „Maxim macht jetzt grad die Innenraumkontrolle, schaut, dass keine Fremdkörper drin sind. Dass alle Steuereinheiten frei sind. Und zum Beispiel, manche Sachen sind mit Seilzügen gesteuert, dass die Seilzüge keine Risse haben, dass die Stahlseile alle ganz sind.“ Dann kann es losgehen. Maxim ist nur drei Jahre jünger als sein Lehrer. Maxim Gretsch, 16 Jahre Flugschüler von Noah „Wenn wir jetzt am Flugplatz sind und nicht fliegen, sind wir schon gute Freunde, würde ich sagen. Und wenn er jetzt Fluglehrer ist, dann muss ich schon auf ihn hören und ich nehm schon seine Tipps an. Weil ich mein, er ist Fluglehrer, er hat viel mehr Erfahrung als ich und er fliegt […]

  • Wie gut ist Hessens Drohnenabwehr? - Besuch bei der Polizeifliegerstaffel in Egelsbach

    Wie gut ist Hessens Drohnenabwehr? – Besuch bei der Polizeifliegerstaffel in Egelsbach

    Es wirkt so als wäre Deutschlands Himmel schutzlos. Immer mehr Drohnen werden über Flughäfen und kritischer Infrastruktur gesichtet. Wurde die Gefahr zu lange unterschätzt? Innenminister Roman Poseck sagt: Hessen geht voran und baut die Drohnenabwehr aus. Wie das genau aussieht – das haben wir uns heute am Flugplatz Egelsbach angeschaut. Demonstration im Drohnen-Kompetenz-Zentrum der Polizeifliegerstaffel: Ein Jammer kommt zum Einsatz – er stört die Drohne und zwingt sie zu einer kontrollierten Landung. Solch kleine Drohnen vom Himmel zu holen ist für die hessische Polizei kein Problem. Moritz von Zezschwitz, Leiter Polizeifliegerstaffel Hessen „Die Drohne wird ja in der Regel aus dem Nahbereich gestartet. Das findet alles ja in der Regel in einem relativ kleinen Umkreis statt. Und wir haben dann neben die Möglichkeit diese Drohnen technisch festzustellen und auch technisch zu beeinflussen. So, dass sie dann eben nicht dorthin gelangen, wo wir sie nicht haben möchten.“ Schwieriger wird es bei Drohnen, die keine direkte Funkverbindung haben. Eben solche die eingesetzt werden können, wenn nicht Privatpersonen, sondern Länder hinter den Drohnenangriffen stecken. Roman Poseck (CDU), Innenminister Hessen „Wenn fremde Staaten aktiv sind müssen wir davon ausgehen, dass die diese unkooperativen Drohnen einsetzen. Da sind unsere Fähigkeiten noch nicht gut genug. Da sind sie ausbaufähig.“ Deshalb will Hessen in den nächsten Monaten investieren: Millionenbeträge in einstelliger Höhe für stärkere Störsender, Radare und Hochleistungskameras. Roman Poseck (CDU), Innenminister Hessen „Mir ist es wichtig, dass wir auch diese Drohnen angreifen können, dass wir sie zu einer Landung zwingen, dass wir den Funkkontakt unterbinden und dass wir sie gegebenenfalls auch – wenn es erforderlich ist – zum Absturz bringen, damit von ihnen keine Gefahr ausgeht.“ Die gesetzliche Grundlage dafür gibt es in Hessen seit der Änderung des Polizeigesetzes im Dezember. Ein Abschuss von Drohnen soll aber nur die letzte Option sein. Die Gewerkschaft der Polizei […]

  • Wie gut ist die Drohnenabwehr in RLP? - Gespräch mit Innenminister Ebling

    Wie gut ist die Drohnenabwehr in RLP? – Gespräch mit Innenminister Ebling

    Gesichtete Drohnen über Chemieanlagen, Rüstungsbetrieben und Militärstützpunkten in Rheinland-Pfalz. Wer könnte nach Meinung des Innenministers dahinterstecken? Markus Appelmann, Moderator: Guten Tag. Michael Ebling (SPD), Innenminister RLP: Hallo Herr Appelmann. Appelmann: Herr Ebling, dieses Jahr wurden schon Drohnen über Chemieanlagen, über Rüstungsbetrieben und Militärstützpunkten in Rheinland-Pfalz gesichtet. Das sollen nicht nur Kleindrohnen gewesen sein. War das womöglich Spionage? Und wenn ja, wissen Sie, wer dahinterstecken könnte? Ebling: Na ja, natürlich sind wir gerade als Politikerinnen und Politiker geneigt, immer sehr vorsichtig zu formulieren, solange Dinge nicht eindeutig bewiesen sind. Aber dennoch: Es braucht nicht viel Fantasie, um festzustellen, wir erleben das europaweit und wir erleben das auch mit russischer Steuerung. Es ist ein Teil der Aggression Russlands, nicht nur im Krieg gegen die Ukraine, sondern auch in der Auseinandersetzung mit den Unterstützern der Ukraine, uns Nadelstiche zu versetzen. Wir erleben das bei der Spionage, wir erleben das durch versuchte Sabotage, wir erleben das durch Angriffe auf unsere IT- und Infrastruktur im Bereich von Cyberaktivitäten und eben inzwischen auch von Drohnen, die so groß sind, dass sie eben nicht mit handelsüblichen Drohnen vergleichbar sind. Sie bringen auch aktuell nicht die Gefahr. Sie sind nicht real gefährlich, aber sie führen uns vor Augen, dass sie gefährlich werden können. Und deshalb ist es auch eine Frage – und da bin ich wieder beim guten Zusammenspiel zwischen Bund und Ländern – wie lange will sich Deutschland das gefallen lassen? Und ich glaube, darauf brauchen wir unisono eine Antwort. Das ist dann etwas, was mehr ist und über die Landesgrenzen hinaus ausstrahlt. Appelmann: Heute hat das Bundeskabinett darüber gesprochen, der Bundespolizei mehr Befugnisse zur Abwehr von Drohnen zu geben. Sie haben auch auf der Innenministerkonferenz der Länder bereits über Verschärfungen gesprochen? Ebling: Vollkommen richtig. Die Innenminister der Länder mit dem Bund zusammen haben das in diesem […]

  • Digitale Nase soll Weinqualität erschnüffeln

    Digitale Nase soll Weinqualität erschnüffeln

    Der Weinbau steckt in einer existenziellen Krise – da sind sich die Experten einig. Was aber muss jetzt passieren, damit es wieder aufwärts geht. Qualität ist EIN Schlüssel sagt der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer. Auf seiner Sommertour hat er sich gestern wissenschaftlich mit dem Thema Wein beschäftigt. Auf dem Weincampus Neustadt beschäftigen sich Wissenschaftler mit den unterschiedlichsten Weinen. Das weiß auch Ministerpräsident Alexander Schweitzer zu schätzen. Denn er freut sich, wenn er einen Wein im Glas hat, den er noch nicht kennt. Alexander Schweitzer (SPD), Ministerpräsident Rheinland-Pfalz „Ach, Ich bin total experimentierfreudig, was Weine angeht. Ich lege Wert darauf, dass es rheinland-pfälzischer Wein ist. Ich trinke inzwischen deutlich mehr Weißweine. Aber ich bin immer auch mal gespannt auf was Neues.“ Die Chancen, in seiner Heimat Weine von bester Qualität zu finden, könnten in Zukunft noch steigen. In Neustadt führen ihm die Forscher einen High–Tech-Koffer vor, der Trauben direkt im Weinberg untersuchen kann. Mit Infrarotstrahlen überprüft er bei der Frucht eine Vielzahl von Qualitätsmerkmalen. So kann er dem Winzer zum Beispiel signalisieren, wann der optimale Zeitpunkt für die Ernte ist  Ein paar Meter weiter präsentieren die Forscher eine sogenannte „künstliche Nase“. Sie sucht im Wein bestimmte Aromastoffe, die erfahrene Kellermeister vor drei Jahren bei aufwändigen Testverfahren bewertet haben. Bei den Verkostungen brachten sie der Künstlichen Intelligenz bei, wie bestimmte Aromen von Menschen empfunden werden. Aus  ihrem digital gespeicherten Wissen kann die Apparatur jetzt errechnen, ob es sich bei einem Traubensaft um einen Spitzenwein handelt – oder um eine Plörre, die die Gäste besser stehen lassen sollten. Diese künstliche Intelligenz – sagen die Forscher – soll künftig Weinbauern eine objektive Entscheidungshilfe geben. Die Gefahr, dass sie Winzer und Sommeliers bald arbeitslos mache, bestehe aber nicht. Prof. Dominik Durner, Weincampus Neustadt „Die Technik ist programmiert auf ganz bestimmte Aromastoffe und unsere Nase ist […]