Verkehr

  • Frankfurt führt Tempo 20 in der Innenstadt ein

    Frankfurt führt Tempo 20 in der Innenstadt ein

    In Frankfurt herrscht fast jeden Tag Verkehrschaos. Täglich fahren Tausende Autos durch die Innenstadt. Einige davon mit überhöhter Geschwindigkeit. Um die Frankfurter Innenstadt für Fußgänger sicherer zu machen, wurde heute in der ersten Straße das Tempo auf 20 km/h herabgesetzt. In naher Zukunft soll es noch mehr Tempo-20-Zonen geben. Bei diesem Projekt legt der Frankfurter Verkehrsdezernent selbst Hand an. Ein paar Schrauben und schon wird aus der 50er Zone eine 20er Zone. Die Große Eschenheimer Straße in der Innenstadt ist die erste von vier Nebenstraßen, bei denen das Tempo auf 20 km/h reduziert werden soll. Damit will die Stadt den Verkehr für alle vereinfachen. Wolfgang Siefert (Bündnis 90 / Die Grünen), Verkehrsdezernent Frankfurt „Um die Ecke ist, glaube ich, auf 150 Meter dreimal die Geschwindigkeit geändert gewesen in der Stiftstrasse und das wollen wir jetzt unbedingt vereinheitlichen. Und Tempo 20 deswegen, weil das den großen Vorteil hat, dass dann alle Verkehrsteilnehmer, die auf der Straße unterwegs sind – also Autofahrer, Lieferdienste, Taxis, Fahrradfahrer, E-Scooter – am Ende alle das gleiche Tempo haben.“ Vor allem die Fußgänger sollen von der reduzierten Geschwindigkeit profitiere, denn der Bereich in der Innenstadt gilt laut der Stadt als ein Bereich mit „hohem Fußgängeraufkommen und überwiegender Aufenthaltsfunktion“. Um das Einkaufen für die Passanten sicherer zu machen, kommt jetzt also der verkehrsberuhigte Bereich. Alex „Es ist sowieso die schlechteste Idee, die man haben kann, in der Innenstadt von Frankfurt ins Auto zu steigen.“ Adrian „Viel schneller kann man ja eigentlich eh nicht fahren. Hier sind viele Fahrradfahrer und jetzt durch den Weihnachtsmarkt ist eh viel Verkehr, also würde es eh nicht viel schneller gehen.“ Auch die Frankfurter Opposition ist der Meinung, dass die Tempo 20 Zonen am Ziel vorbeischießen. Es handele sich dabei um reine Symbolpolitik. Frank Nagel (CDU), Stadtverordneter Römer Frankfurt „Dort, wo ich noch nicht […]

  • Anwohnerparken wird drastisch teurer

    Anwohnerparken wird drastisch teurer

    Immer öfter wird der Autofahrer als „Melkkuh der Nation“ bezeichnet. Die Menschen, die so etwas sagen, fühlen sich nun bestätigt. Jetzt wird auch noch das Anwohnerparken in vielen Städten bei uns teurer – nicht nur ein bisschen, sondern viel teurer. Teilweise kostet der Anwohnerparkausweis nun das Sechsfache. Ein kleiner Zettel macht großen Ärger. Für ihn zahlen Anwohner hier in Trier bislang 30,70 pro Jahr, um in einem bestimmten Bereich parken zu dürfen. Auch Alexander Mergen hat ihn hinter seiner Windschutzscheibe liegen. Für seinen Job in einer Kindertagesstätte ist er auf das Auto und den Parkplatz angewiesen. Dass er ab Januar 200 Euro dafür zahlen muss, frustriert ihn. Alexander Mergen, Anwohner in Trier „Bei uns ist es schon so, dass wir am Ende vom Monat dann auch, gerade weil die Kosten im Moment generell relativ hoch am steigen sind, gucken müssen, wo wir bleiben, und dann jetzt noch mal so viel Geld raushauen zu müssen, ist schon echt viel.“ Seitdem der Bund den Beitrag nicht mehr auf rund 30 Euro deckelt, können Kommunen in Rheinland-Pfalz und Hessen selbst entscheiden, welchen Preis sie verlangen. Trier startet nun mit 200 Euro und will den Preis jedes Jahr um weitere 40 Euro erhöhen. Thilo Becker (parteilos), Planungsdezernent Trier „Der öffentliche Raum ist einfach mehr wert als 30,70 € pro Jahr. Wir müssen uns einfach vergegenwärtigen, das sind 8 Cent am Tag. Wofür bezahlt man heutzutage noch so wenig?“ Der Raum könne schließlich auch für Grünflächen oder zum Spielen genutzt werden. Ein weiterer Grund ist die schwierige Finanzlage. Das Land verpflichtet die Kommunen, einen ausgeglichen Haushalt vorzulegen. Da die Ausgaben steigen, muss wiederum auch mehr Geld in die Stadtkasse. Thilo Becker (parteilos), Planungsdezernent Trier „Die Stellschrauben für eine Kommune sind ja recht begrenzt. Die Grundsteuer, da läuft sowieso eine große Reform, Gewerbesteuer möchte man auch […]

  • Wintereinbruch führt zu vielen Unfällen

    Wintereinbruch führt zu vielen Unfällen

    Kalendarisch ist der Winter eigentlich noch fern –  das hält ihn aber nicht davon ab mit Schnee und Eis schon einmal einen kalten Vorgeschmack zu uns nach Hessen und Rheinland-Pfalz zu schicken. Das hat gerade in den höheren Lagen für chaotische Verhältnisse gesorgt. Bundesweit am stärksten betroffen sind Wiesbaden und der hessische Rheingau-Taunus-Kreis. Hier bestand zwischenzeitlich sogar Lebensgefahr. Ein sechs Meter langer Ast, der zum Glück niemanden getroffen hat. In der Nacht versinkt der Rheingau-Taunus-Kreis unvermittelt im Schnee. Zahlreiche Autos und Lastwagen bleiben stecken oder kommen von der Straße ab. Wegen der Glätte ist an eine Bergung oft nicht zu denken, sodass mehr als 200 Menschen aus ihren Fahrzeugen gerettet werden müssen. Manche verbringen die Nacht im Auto. Am frühen Morgen appelliert der Landrat an die Bevölkerung, heute wenn möglich zuhause zu bleiben. Wegen umstürzender Bäume herrsche noch immer Lebensgefahr. Heute Morgen wird diese Gefahr dann auch in Rheinland-Pfalz sichtbar. Erst bei Tageslicht können sich die Straßenmeistereien ein Bild von den Schäden machen und die Aufräumarbeiten einleiten, wie hier auf der L309 im Westerwald. Zahlreiche Feuerwehrleute sind im Dauereinsatz. Genauso auf der B50 bei Morbach. Hier war ein LKW im dichten Schneetreiben von der Fahrbahn abgekommen. Der Fahrer kam mit leichten Verletzungen in ein Krankenhaus. Heute müssen dann zunächst hunderte Bananenkisten mit einem Kran eingesammelt und abtransportiert werden, die der Sattelzug geladen hatte. Erst dann können die Feuerwehrkräfte mit der Bergung des Lastwagens beginnen. Auch im Rheingau-Taunus-Kreis sind viele Wege heute Mittag noch unpassierbar, manche stehen bereits seit dem Morgen vor der Absperrung und wissen nicht wann es weitergeht. Christian Klenke, Fernfahrer „Siehst du ja: Straße gesperrt, das ist eine Umleitung. Ich wollte eigentlich zur Autobahn fahren, bin der Umleitung gefolgt und jetzt stehe ich vor der Straßensperrung. Und jetzt heißt es, da sind Autos quer und Bäume liegen da […]

  • Streusalz-Lager prall gefüllt

    Streusalz-Lager prall gefüllt

    Und wir schielen schon mal kurz auf die Wettervorhersage. Am Wochenende könnte uns nämlich der erste Schnee bevorstehen. Ein frühwinterlicher Gruß, der dann auch für glatte Straßen sorgen könnte. Die Straßenmeistereien stehen deshalb mit ihrem Winterdienst schon in den Startlöchern. Da werden jetzt schon mal die Räumfahrzeuge aus den Garagen geholt und das Streusalz bereitgestellt. Hier in Bruchköbel werden schon mal vorsorglich die Schneepflüge anmontiert. In den 46 hessischen Straßenmeistereien bereiten sich rund 1.000 Mitarbeiter darauf vor, über 15.000 Kilometer Straßen schneefrei zu halten. Strecken mit besonders hohem Verkehrsaufkommen werden zuerst gestreut. Die größte Herausforderung ist aber der Eisregen, denn hier müssen die Straßenwärter bereits vorher streuen. Markus Wittmann, Leiter Straßenmeisterei Bruchköbel „Wenn man den Punkt nicht kriegt, dass man alles gestreut hat und mit der richtigen Menge, dann kommt es zu der Glatteisbildung.“ Um bestens vorbereitet zu sein, wurden in ganz Hessen 90.000 Tonnen Salz eingelagert, so viel wie in eine halbe Million Badewannen passt. Doch das Trockensalz wird nicht pur verstreut. Vorher wird es noch mit einer Feuchtsalzmischung aus großen Tanks vermengt. Das hat gleich mehrere Vorteile. Rupert Pfeiffer, Abteilungsleiter Hessen Mobil „Wenn Sie reines Trockensalz streuen, dann verspringt das Salz mehr, haftet nicht am Boden. Wenn ein Fahrzeug vorbeifährt, wird es gleich weggeblasen. Es haftet auch besser an der Straße, es bleibt auch länger liegen. Wenn Sie gestreut haben, haben Sie eine längere Wirkung.“ Und man benötigt zudem weniger Salz. Um den Verbrauch im Blick zu behalten, sind alle knapp 400 Fahrzeuge in Hessen mit einem Computersystem ausgestattet. Das steuert die Salzausgabe automatisch und liefert die Daten an die Straßenmeistereien. In Bruchköbel kommt in diesem Winter erstmals auch dieses kleinere Räumfahrzeug zum Einsatz, das ist speziell für Radwege zuständig. In einem Pilotprojekt sollen hessenweit 20 Kilometer für Radfahrer schneefrei bleiben, eine zusätzliche Herausforderung für die Straßenwärter. Markus […]

  • Baustopp an der A 44 in Nordhessen

    Baustopp an der A 44 in Nordhessen

    Vor mehr als 30 Jahren wurde der Ausbau der Bundesautobahn 44 zwischen Kassel und Eisenach beschlossen. Als Verkehrsprojekt Deutsche Einheit sollte die Autobahn dafür sorgen, Ost und West zu verbinden. Doch auch jetzt – mehr als dreißig Jahre später – ist die A44 noch immer nicht fertig. Die Kosten sind explodiert, die Anwohner sind frustriert und jetzt gibt‘ auch noch einen Baustopp. Die A44 beim nordhessischen Waldkappel. Mit Kosten von mehr als 3 Milliarden Euro gilt sie als Deutschlands teuerste Autobahn. Dieser Abschnitt ist eigentlich fertig, doch rollen tut der Verkehr weiterhin nur auf der angrenzenden B7 durch die Dörfer und Gemeinden, denn die Strecke kann noch nicht freigegeben werden. Jutta Schellhase wohnt seit sechs Jahren direkt an der Bundesstraße. Ihren Garten kann sie wegen dem Lärm der Lastwagen kaum nutzen. Dagmar Schellhase, Anwohnerin „Man kommt sehr schlecht über die Straße. Man muss schon eine gewisse Zeit lang warten und das Aufkommen wird ja nicht gerade weniger. Es wird ja immer mehr. Vor allem seit der Abschnitt fertig ist, hätten wir uns eigentlich schon gewünscht, dass man öffnet und nicht erst wartet, bis der nächste Abschnitt ist und dann der Tunnel und das noch. Das ist schwer zu vermitteln.“ Auf Anfrage von 17:30 Sat.1 live kann die Autobahngesellschaft kein konkretes Datum für eine Öffnung des Teilabschnitts nennen. Es fehle Brandschutztechnik für die Tunnel teilt man uns mit. Material sei von der Baustelle gestohlen worden, anderes sei in einem Lager verbrannt. Ersatz sei wegen der allgemeinen Weltlage schwer zu bekommen. Aussagen, die Fred Ziplies ärgern. Er betreibt ein Transportunternehmen in Werratal und würde mit seiner Firma von einer Autobahnanbindung immens profitieren. Fred Ziplies, Transportunternehmer „Aber in dem Maße wäre es für uns wirklich wünschenswert, dass die A44 schnellstens gebaut wird und freigegeben wird und nicht so einen Unsinn machen: Teilstücke fertigzustellen, […]

  • GDL legt Bahnverkehr lahm

    GDL legt Bahnverkehr lahm

    Wer heute Morgen mit dem Zug zur Arbeit fahren wollte, kam vermutlich zu spät oder gar nicht dort an, denn bei der Bahn stehen die Zeichen mal wieder auf Streik. Die Gewerkschaft der Lokomotivführer hat ihre Mitglieder dazu aufgerufen, für insgesamt 20 Stunden die Arbeit niederzulegen. Noch bis 18 Uhr heute Abend müssen sich Reisende in ganz Deutschland deshalb auf zahlreiche Zugausfälle und massive Verspätungen einstellen. Alle Räder stehen still – wenn es die Gewerkschaft will: So auch heute Morgen am Frankfurter Hauptbahnhof, wo nur ganz vereinzelt Züge ein- und ausfahren. Besonders betroffen: der Nahverkehr. Vor allem für Pendler geht heute fast nichts. Und auch im Fernverkehr fallen heute vier von fünf Zügen aus. Rudresh „Ich wollte eigentlich den Zug nach Magdeburg nehmen. Der fällt nun wegen des Streiks aus. Man hat mir eine Alternativroute mit dem ICE über Hannover angeboten. Die Verbindung wurde aber auch gerade gecancelt.“ Ulrike Spindler „Ich finde es wirklich manchmal schon sehr ärgerlich. Weil – ich habe jetzt fünf Jahre gespart für meinen Urlaub. Jetzt schaue ich mir noch das schöne Frankfurt an, und am Spätnachmittag muss ich jetzt schauen, dass ich zum Flughafen rauskomme.“ Manfred Maier „Es ist unverhältnismäßig, was hier geschieht. Ich habe nichts gegen Lohnerhöhungen und auch nichts gegen Streiks. Aber es geht einfach nicht, dass man in dieser Form, in dieser Art und Weise mit den Leuten umgeht.“ Es gehe einfach nicht, wie die Bahn mit den Forderungen ihrer Mitarbeiter umgehe, sagt dagegen die GdL. Mindestens 555 Euro mehr im Monat, eine Einmalzahlung in Höhe von 3.000 Euro sowie 25 % mehr Zulage bei gleichzeitiger Reduzierung der Arbeitszeit von 38 auf 35 Stunden im Schichtdienst – bislang beißt die Lokführergewerkschaft mit ihren Forderungen auf Granit. Vor allem bei der Frage nach der 35-Stunden-Woche stellt sich die Bahn bislang quer – sie […]

  • Salzbachtalbrücke wird im Dezember freigegeben

    Salzbachtalbrücke wird im Dezember freigegeben

    Gute Nachrichten für viele Pendler im Rhein-Main-Gebiet: Mitte Dezember soll der Verkehr zumindest über den südlichen Teil der Salzbachtalbrücke auf der A66 wieder rollen. Endlich mal ein Bauprojekt, das pünktlich fertig wird. Wir starten unseren Beitrag mit dem Rückblick auf den großen Knall. Fast 50 Jahre stand sie – in wenigen Sekunden war sie Geschichte – ziemlich genau zwei Jahre ist die Sprengung der alten Salzbachtalbrücke jetzt her. Der südliche Teil der Brücke, die den Rheingau mit Wiesbaden und Frankfurt verbinden soll, ist fast fertig. Matthias Achauer, Bauwerksmanagement Autobahn GmbH „Wir haben uns im Vorfeld natürlich viele Gedanken gemacht, auch noch vor der Sprengung, wie können wir hier weiterkommen, wie können wir einen schnellen Baufortschritt generieren und da freut man sich, dass dann nachher auch einiges gut geklappt hat.“ So gut geklappt, dass ab dem 18. Dezember wieder auf vier verengten Spuren Autos fahren sollen: Das ist eine gute Nachricht für viele Anwohner und Pendler. Denn ohne die Brücke mussten sich jeden Tag rund 80.000 Autos alternative Wege suchen – viele durch die Stadt. Bevor die Brücke dem Verkehr übergeben wird, müssen die Arbeiter aber noch mehrere Schutzschichten auftragen. Diese sollen verhindern, dass Streusalz und Regenwasser die tragende Stahlkonstruktion erreichen. Matthias Achauer, Bauwerksmanagement Autobahn GmbH “Die Oberfläche würde natürlich korrodieren, sodass man dann schnell zu einer Erneuerung der Fahrbahnplatte kommen würde, aber wir wollen das ja nicht. Deshalb haben wir ja hier viele Schutzmaßnahmen ergriffen, um die Korrosion nachhaltig vermeiden zu können.“ Ohne die Schutzmaßnahmen hätte die Brücke nur eine kurze Lebensdauer. Zumal sie heutzutage heißere Sommer aushalten muss als in den 60er Jahren. Wegen der großen Hitze müssen sich solche Bauwerke mehrere Zentimeter ausdehnen können. Weil das bei der alten Salzbachtalbrücke nicht der Fall war, sackte im Sommer 2021 ein Pfeiler ab. Zwei Jahre später klagt Achauer über die […]

  • Bahnübergänge in Schweinsberg: Der eine ist illegal, der andere führt ins Nichts

    Bahnübergänge in Schweinsberg: Der eine ist illegal, der andere führt ins Nichts

    Wir brauchen weniger Bürokratie – das hört man ganz oft aus der Politik. In Mittelhesen wird dieses Motto schon gelebt. Bürger aus Schweinsberg widersetzen sich Tag für Tag einem echten Bürokratie-Bahnübergangs-Wahnsinn. Das Problem: ein illegaler Bahnübergang, den jeder nutzt, und ein paar Meter weiter ein offizieller Bahnübergang, der ins Nichts führt und den niemand nutzt. Klingt verrückt – hier kommt die ganze Geschichte. Diese Frau begeht eine Ordnungswidrigkeit, dieser Bürger auch. Wer dem Treiben an dieser Bahntrasse zuschaut, könnte annehmen, dass in vielen Schweinsbergern kriminelle Energie steckt. Der Weg über die Bahntrasse ist illegal. Anja Schmidt „Ja, mitbekommen habe ich es, aber ich machs halt trotzdem.“ Steffen Seger „Ich wusste das, geh aber trotzdem rüber.“ Marlene Hankammer „Eigentlich fast jeden Tag, wenn wir walken, gehen wir hier her und machen die Runde um Schweinsberg.“ Denn der illegale Weg ist ein Hochwasserschutzdamm in der Trasse. Er verbindet aber zwei Fußwege; seit Jahrzehnten eine beliebte Strecke für Spaziergänger. Wer gesetzestreu handeln will, muss 60 Meter weiter zu diesem Übergang laufen, der für die Landwirtschaft geschaffen wurde. Doof nur, dass er in ein Feld führt – und man an den Gleisen entlang zurück zum Bürgersteig laufen muss. Anja Schmidt „Ja,man kann den Umweg machen, aber das ist für mich sinnlos.“ Norbert Splettstoeszer „Da sehe ich echt keinen Sinn. Warum soll ich jetzt irgendwie Umwege laufen?“ Ortsvorsteher dieses rebellischen Völkchens ist Reinhard Estor. Auch er versteht hier nur Bahnhof – und nicht den Bahnübergang. Reinhard Estor, Ortsvorsteher Schweinsberg „Man kann es nur als lächerlich oder als Schildbürgerstreich sehen, wenn man hier nämlich 60 Meter weiter geht, ist da ein offizieller Bahnübergang eingerichtet worden im Jahr 2022 mit einem enormen Kostenaufwand … und hier ist man nicht in der Lage einen vernünftigen Bahnübergang herzustellen.“ Gründe dafür gäbe es einige: Zwar fährt hier nur einmal am […]

  • Streit um Schotter-Umschlagplatz der Bahn in Konz

    Streit um Schotter-Umschlagplatz der Bahn in Konz

    Über die Deutsche Bahn haben wir schon oft berichtet. Über Verspätungen, Ausfälle, Verzögerungen. Und darüber, dass das Bahnnetz dringend ausgebaut werden muss. Das will die Deutsche Bahn auch angehen. Und benötigt dafür in Rheinland-Pfalz einen Platz, an dem sie ihren Bauschotter lagern und bearbeiten kann. Dafür hat sie sich die Kleinstadt Konz ausgesucht. Die Konzer selbst halten das für keine gute Idee.     Ursula Burckhardt ist genervt. Seit einigen Jahren wohnt sie im Konzer Stadtteil Karthaus, direkt an der Bahnschiene. Krach ist sie deshalb gewohnt – sie hat es sich ja schließlich so ausgesucht. Aber die neuen Pläne der Deutschen Bahn kann sie nicht verstehen. Denn die will einen Schotterumschlagplatz mitten im Wohngebiet bauen. Ursula Burckhardt, Anwohnerin: „Da haben also schon die Alarmglocken geklingelt, weil wir gesagt haben ‚An dieser Stelle, wo das entstehen soll, ist eine Schule ist ein Kindergarten und ein Seniorenheim.‘ Und eigentlich sollte diese ganze Fläche hier eine Ruhefläche für die Menschen sein, die hier untergebracht sind oder auch spielen, wie die Kinder. Und für uns ist es nicht nachvollziehbar, dass hier ein solches Werk entstehen soll.“   Und: Zwischen Kita und Seniorenheim liegt auch ein Kloster, das derzeit für knapp 7 Millionen Euro saniert und zu einem Bürgerzentrum entwickelt wird. Und das verträgt sich mit dem Schotterlärm nicht gut. Denn konkret bedeutet ein solcher Umschlagplatz: Künftig soll hier Bauschotter gelagert und auf LKW und Güterzüge verladen werden. Mit denen wird er dann zu Baustellen der Deutschen Bahn weitertransportiert.   Ursula Burckhardt, Anwohnerin: „Und das bringt für die Anwohner, eben gerade auch hier, die Kinder auch in der Schule, eine riesen Lärmbelästigung. Das gibt auch Staub, das gibt Dreck, das gibt Atemprobleme. Das gibt also alles das, was nicht gesund ist für die Menschen hier.“   Die Deutsche Bahn erklärt auf Anfrage von 17:30 Sat.1 […]

  • Landtag debattiert über schnellere Baugenehmigungen

    Landtag debattiert über schnellere Baugenehmigungen

    Deutschland ist Bürokratieland. Große und kleine Bauprojekte oder schon die Bearbeitung eines einfachen Antrags beim Amt – das alles kann sich richtig lange hinziehen. Die Politik weiß das längst und will nun endlich handeln. Beim Bund-Länder-Treffen am Montag haben die Ministerpräsidenten gemeinsam mit dem Kanzler einen ‚Pakt für Bürokratieabbau‘ beschlossen, um Verfahren verschiedenster Art zu beschleunigen: Das sogenannte ‚Deutschland-Tempo‘ soll kommen. Heute hat der Landtag in Mainz darüber debattiert, wie sich das in Rheinland-Pfalz umsetzen lässt. Die Genehmigung für Bauvorhaben vereinfachen, die Umsetzung von Infrastrukturprojekten beschleunigen. Damit will Deutschland wettbewerbsfähig bleiben und die Klimaziele erreichen. Das von Bund und Ländern angestrebte Deutschlandtempo – da sind sich heute im Landtag fast alle einig – ist wichtig, auch für Rheinland-Pfalz. Daniela Schmitt (FDP), Wirtschaftsministerin Rheinland-Pfalz „Wichtige Autobahn- und Schienenprojekte, allein in Rheinland-Pfalz sieben Straßenbau- sowie vier Schienenprojekte – können jetzt beschleunigt gebaut und auch dringend anstehende Brückensanierungen schneller umgesetzt werden.“ Lea Heidbreder (Bündnis 90 / Die Grünen), Landtagsabgeordnete Rheinland-Pfalz „Und das gilt auch für den Baubereich, wo wir Bauanträge digitalisieren wollen, das serielle Sanieren vereinfachen und die Stellplatzpflicht bei Umbauten im Wohnungsbereich entfällt.“ Die Opposition kritisiert aber, dass die Bürger noch lange auf eine Beschleunigung warten müssen. Helmut Martin (CDU), Landtagsabgeordneter Rheinland-Pfalz „Denn der Beschluss steht im Wesentlichen bisher aus Arbeitsaufträgen, unter anderem folgende Gesetze zu ändern oder auf den Weg zu bringen: Bundesemissionsschutzgesetz, Baugesetzbuch, Landesbauordnung, Musterbauordnung…“ … und und und. Es sei also noch viel zu tun, bevor in Rheinland-Pfalz Wirtschaft und Verkehr im Deutschland-Tempo nach vorne gebracht werden. Stephan Wefelscheid (Freie Wähler), Landtagsabgeordneter Rheinland-Pfalz „Denn was nützen beschleunigte Verfahren, wenn hier in Rheinland-Pfalz Projekte, die zu beschleunigen wären, eben fehlen? Die Antworten auf meine kleinen Anfragen zu mannigfaltigen Infrastrukturprojekten in Rheinland-Pfalz zeigen auf, dass es hier im Land nicht nur an Verfahren liegt, sondern vor allem an fehlenden Planungen und […]

  • 350 Tonnen schweres U-Boot gekippt

    350 Tonnen schweres U-Boot gekippt

    Vor einem halben Jahr hat sich das U-Boot U17 von Kiel aus auf seine letzte Reise begeben. Ziel ist das Technik Museum in Sinsheim. Dort soll der 53 Jahre alte Stahlkoloss dann ausgestellt werden. Aktuell steht die U17 im Technik Museum Speyer und wird für den Weitertransport auf dem Neckar vorbereitet. Um die tiefen Brücken auf dem Weg passieren zu können, muss ein bis dahin nie versuchtes Manöver gelingen. Und das wurde heute in Speyer geprobt. Es sind die letzten Handgriffe bevor die U17 wortwörtlich in Schieflage gerät. Für den Transport nach Sinsheim muss das U-Boot nämlich auf die Seite gekippt werden. Dazu hat das Team in den letzten Monaten eine Vorrichtung gebaut mit der das gelingen soll. Michael Einkörn, Projektleiter Technik Museum „Wir sind alle nervös. Es ist so dass es auf der ganzen Welt noch nie jemand gemacht hat vor uns. Das heißt: Was für Schwierigkeiten tatsächlich auftreten wissen wir gar nicht. Wir haben schon mal einen Drehversuch gemacht Ende September, den wir aber kurzfristig abgebrochen haben weil sich herausgestellt hat, dass es Dellen geben kann im Boot.“ Mit einer verbesserten Konstruktion startet heute der zweite Versuch. Auf Rollen dreht sich die U17 zunächst nach rechts auf 31,45 Grad. Jetzt prüfen die Mechaniker, ob die Statik des U-Bootes stabil bleibt. Jürgen Weber war selbst Marinekommandant auf der U17. Eine solche Schräglage war für ihn im Dienst – eher ungewöhnlich. Jürgen Weber, Marinekommandant a.D. „Ich habe mich eben mit meinen Kameraden unterhalten die auch als Wachoffizier gefahren sind und wenn man diese Situation über Wasser mal hatte, dass das so eine Krängung hatte wie im Moment, dass man mit der Hand fast das Wasser greifen konnte, dann ist einem doch schon ganz schön der Stift gegangen.“ Das U-Boot hat die Drehung gut überstanden. Jetzt werden die 350 Tonnen Stahl […]

  • Grundsteinlegung für Hochstraße Süd in Ludwigshafen

    Grundsteinlegung für Hochstraße Süd in Ludwigshafen

    Wer in Ludwigshafen aufs Auto angewiesen ist, der hat bereits seit Jahren wenig zu lachen. Die Hauptverkehrsadern der Stadt, die Hochstraßen, sind marode und teilweise einsturzgefährdet. Nach vielen Jahren Planung – einem regelrechten hin und her zwischen Stadt, Land und Bund – haben heute die Bauarbeiten begonnen – man möchte sagen: endlich. Es geht um nicht weniger als um das größte Infrastrukturprojekt in der Geschichte von Ludwigshafen. Es ist nur ein symbolischer Grundstein, den Bundesverkehrsminister Volker Wissing zusammen mit Ludwigshafens Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck heute legt und dennoch hängen an ihm die Hoffnungen vieler Autofahrer. Hier, wo bis vor ein paar Jahren die Hochstraße Süd stand, symbolisiert er den Startschuss für die Bauarbeiten an einer neuen Brücke und damit ein Ende der Staus, die Pendler und Lieferanten seit Jahren belasten. Aber er soll auch ein Startstein sein, für den Abriss und Neubau der Hochstraße im Norden der Stadt. Jutta Steinruck (parteilos), Oberbürgermeisterin Ludwigshafen „Der Lückenschluss an der Hochstraße Süd wird Anfang 2026 geschlossen sein. Das ist Blitzzeit. Das ist nie dagewesen. Wir sind mit die ersten Nutznießer des neuen beschleunigten Planfeststellungsverfahrens des Bundes und wir haben auch diese Chance genutzt. Das heißt, diese zwei Jahre kriegen wir gut hoffentlich noch rum.“ Ein Überblick zeigt das Ausmaß der Verkehrsproblematik in der Stadt. Die Hochstraße Nord und die Hochstraße Süd, die Ludwigshafen und Mannheim verbinden, sind zwei der wichtigsten Verkehrswege in der Region. Nachdem 2019 die Hochstraße Süd wegen Einsturzgefahr gesperrt und schließlich abgerissen wurde, läuft momentan der gesamte Verkehr über die nördliche Verbindung. Doch auch die ist marode. Wenn 2026 der Neubau im Süden abgeschlossen ist, beginnt nahtlos der Abriss der Hochstraße Nord. An ihrer Stelle soll dann eine vierspurige Stadtstraße entstehen. Kostenpunkt: ca. 530 Millionen Euro. Zusammen mit dem Abriss und Neubau der Hochstraße Süd steigen die Kosten auf mindestens 667 […]

  • Klärschlamm auf der A3

    Klärschlamm auf der A3

    Autofahrer auf der A3 in Höhe des Flughafens gerieten heute Nachmittag plötzlich ins Schlingern und verloren teilweise die Kontrolle über ihre Fahrzeuge. Der Grund: Ein vorausfahrender Laster hat eine gehörige Menge an Klärschlamm verloren. Ein regelrechter Schlamassel – heute auf der A3 zwischen der Anschlussstelle Frankfurt Süd und dem Frankfurter Kreuz. Plötzlich ist die Fahrbahn im Baustellenbereich zentimeterdick mit einer ordentlichen Schicht Klärschlamm bedeckt. Fünf Autos fahren hinein und beginnen zu schlittern, weil sich die klebrige Masse in den Reifenprofilen festsetzt. Glück im Unglück: Verletzte gibt es keine, es bleibt bei leichten Blechschäden. Dennoch kommt es im Baustellenbereich zu einem langen Stau. Weiter vorne kann die Polizei den Verursacher des Schlamassels stoppen. Auf ihn kommt nun sicherlich eine saftige Rechnung zu.

  • Auswirkungen des Klimawandels auf den Straßenbau

    Auswirkungen des Klimawandels auf den Straßenbau

    „Extrem ist das neue normal“ – so sagen es die Meteorologen. Wenn wir nur auf diesen Sommer schauen: sturzbachartige Regenfälle, grollende Gewitter und sengende Hitze. Und das macht nicht nur uns Menschen zu schaffen, sondern zum Beispiel auch den Straßen und Brücken. Wie also sieht die Straße von morgen aus? Das beantworten wir gleich – zunächst aber blicken wir zurück auf eine Katastrophe, die zeigt, wie wichtig das Umdenken ist. Mittelhessen Anfang dieses Jahres: Nach Dauerregen verwandelt sich die Region um Gießen in eine Seenplatte, Landstraßen werden überschwemmt, für Autofahrer ist hier schnell Schluss. Künftig soll der Klimawandel und die damit einhergehenden Unwetter beim Straßen- und Brückenbau stärker berücksichtigt werden. Prof. Hans-Joachim Linke, Technische Universität Darmstadt „Einer der wichtigsten Punkte ist mit Sicherheit: Starkregenereignisse, mit denen wir in Zukunft zu tun haben werden. Das Wasser abzuleiten von der Straße, dass dort eben kein Rückstau entsteht. So dass solche Schäden, wie wir sie aus dem Ahrtal kennen, möglichst vermieden werden.“ Das hessische Verkehrsministerium und Hessen Mobil haben bei der Technischen Universität Darmstadt eine Studie in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse nun in Bauplanungen einfließen. Konkretes Beispiel in Mittelhessen: Die Bundesstraße 62 führt zwischen Kombach und Biedenkopf durch Eckelshausen, ab kommenden Jahr soll eine Umgehung gebaut werden. Die wird an gleich zwei Stellen über die Lahn führen. Die Brücken sollen dort nicht nur höher gebaut werden, der Abstand zwischen den Pfeilern soll möglichst groß sein und keine Stütze mehr im Fluss stehen. Ihre Form soll spitz sein, so ist im Falle eines Hochwassers der Widerstand geringer. Aufgeschüttete Steine am Fuß der Pfeiler sollen zudem verhindern, dass die Stützen unterspült werden. Während in Mittelhessen eher Hochwasser zum Problem werden könnte, muss man sich im übrigen Hessen auf andere Wetterextreme einstellen. Kathrin Brückner, Vizepräsidentin Hessen Mobil „Beim Sturm ist es so, dass wir vor allem […]

  • Kontaktloser Check-In am Frankfurter Flughafen

    Kontaktloser Check-In am Frankfurter Flughafen

    Am Frankfurter Flughafen soll es künftig für Passagiere aller Airlines möglich sein, kontaktlos zu reisen. Heißt – ohne ständig die Bordkarte oder den Pass zücken zu müssen. Das Ganze funktioniert mit Biometrie. Frankfurt will der erste Flughafen in Europa sein, der Passagiere per Gesichtserkennung erfasst und kontaktlos reisen lässt. Vom Check-In bis zum Boarding. Smart Path heißt das System, das es den Fluggästen künftig ermöglichen soll, die verschiedenen Kontrollstellen – also Check-In, Gepäckabgabe, Sicherheitskontrolle oder Boarding mit nur einem einzigen Blick zu durchlaufen. David Lavorel, CEO SITA “Wir kennen alle diese Situation: Du hast dein Gepäck in der einen Hand, den Mantel in der anderen, hast deine Kinder an der Hand oder die Eltern. Und dann kommst du an einen Kontrollpunkt und sollst deine Bordkarte vorzeigen oder deinen Pass oder andere Dokumente. Das ist nervig. Aber jetzt kannst du mit deinen Händen machen, was du willst. Du zeigst einfach dein Gesicht und gehst weiter. Das ist wie Magie.“ Um das Reisen ohne Bordkarte oder Pass nutzen zu können müssen sich Fluggäste bei der Ankunft am Airport an einem Biometrie-Terminal registrieren. Dort wird einmalig die Bordkarte vorgezeigt, der Pass eingescannt und ein Foto gemacht. Alle anderen Kontrollpunkte können dann ohne erneutes Vorzeigen der Dokumente passiert werden. Pierre Dominique Prümm, Vorstand Aviation und Infrastruktur Fraport „Für uns als Flughafenbetreiber besteht der Vorteil natürlich darin, dass wir die Flugreise sicherer machen. Diese biometrischen Merkmale sind fälschungssicher, der Passagier ist eindeutig zu identifizieren. Und zum anderen machen wir insgesamt die Prozesse effizienter weil – das ist auch nachvollziehbar – das der Zeitverlust durch Suchen und Auflegen von Bordkarte etc. entfällt. Und damit wird’s einfach schneller. Das Boarden ist ein schönes Beispiel. Dort sind wir mehrere Minuten schneller, wenn wir entsprechend biometrische Verfahren einführen.“ Für Passagiere von Lufthansa, Austrian Airlines oder Swiss funktioniert das Reisen […]