Verkehr

  • Mehr Passagiere am Frankfurter Flughafen

    Mehr Passagiere am Frankfurter Flughafen

    Die Fraport AG, Betreiberin von Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt, befindet sich wieder im Aufwind. Dank der Urlaubslust der Deutschen gehen die Zahlen in die richtige Richtung. Und neue alte Destinationen kehren auf die Anzeigetafeln zurück. Endlich wieder in die USA reisen. Seit gestern dürfen geimpfte EU-Bürger wieder in die Vereinigten Staaten, erstmals nach knapp 20 Monaten Einreisestopp. Der Andrang ist groß, die erste Maschine am Frankfurter Flughafen nahezu ausgebucht. Die Vorfreude vor dem Abflug ist groß. Melanie Märklin, reist nach New York „Ich werde nach New York fliegen und meine beste Freundin besuchen. Die habe ich im Januar 2020 hingebracht und jetzt lange nicht gesehen, lange nicht besuchen können. Und freue mich, dass ich sie wiedersehen kann.“ Rainer Stresow, fliegt nach Miami „Wir sind natürlich aufgeregt und sind natürlich gespannt, wie das alles abläuft. Auch vom Flug her.“ Die neuen Reisemöglichkeiten dürften noch mehr Passagiere am Frankfurter Flughafen abheben lassen. Nachdem die Zahlen nach einem Rekordjahr während der Corona-Krise nahezu ins Bodenlose stürzten, rechnet Flughafen-Betreiber Fraport für dieses Jahr immerhin mit bis zu 25 Millionen Fluggästen. Knapp 16 Millionen waren es bereits zwischen Januar und September. Vorstandschef Stefan Schulte sieht für sein Unternehmen zumindest etwas Licht am Horizont. Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender Fraport AG „Wir sind noch voll in der Krise, aber das Glas ist halbvoll. Es geht uns besser. Wir haben gesehen, dass im Sommer und jetzt auch in den Herbstferien die Verkehre deutlich wiedergekommen sind. Die Menschen wollen fliegen.“ Neben den Passagierzahlen hat vor allem der Frachtverkehr zugelegt: Inzwischen werden am Frankfurter Flughafen sogar mehr Güter umgeschlagen als vor der Coronakrise, das füllt den Geldbeutel. Vom hohen Umsatz vor Pandemiebeginn ist die Fraport zwar weit entfernt, sie geht für dieses Jahr aber von über 2 Milliarden Euro aus. Doch der Stellenabbau ist beendet. Nachdem dieses Jahr zunächst 4.000 […]

  • Vor dem großen Knall an der Salzbachtalbrücke

    Vor dem großen Knall an der Salzbachtalbrücke

    Mitte Juni erleben viele Autofahrer auf der A66 bei Wiesbaden einen Schock. Auf der Salzbachtalbrücke ist die Fahrbahn einen halben Meter abgesackt. Es besteht Lebensgefahr für die Menschen auf und unter der Brücke. Die Folge: Eine Vollsperrung der Autobahn und viele lange Staus. Schnell wird klar: Die marode Brücke muss gesprengt werden. Nach monatelanger Vorbereitung wird es morgen ernst. Es ist ein Anblick, der bald Geschichte sein wird. Morgen Mittag um 12 Uhr wird die Wiesbadener Salzbachtalbrücke nach fast 60 Jahren gesprengt. Ein Grund dafür soll ein defektes Lager zur Lastenübertragung sein. Einzelheiten dazu sind aber bis heute nicht bekannt. 220 Kilo Sprengstoff sollen dafür sorgen, dass zunächst am südlichen Teil der Brücke die Pfeiler einknicken und die Brücke senkrecht in sich zusammensackt. Drei Sekunden später sollen dann die Sprengladungen am nördlichen Teil der Brücke zünden. Direkt neben der Brücke liegt das Hauptklärwerk von Wiesbaden. Hier ist man schon auf den großen Tag vorbereitet. Frank Fischer, ELW – Klärwerk Wiesbaden „Wir werden für eine kurze Zeit einfach Pumpen und Klappen, also wo sensible Teile dran sind, abschalten. Das behindert aber nicht die Abwasserreinigung. Dient einfach nur dazu, wenn die Dinge in Ruhe sind, dann ist bei einer Erschütterung weniger die Gefahr, dass irgendwie irgendetwas kaputt geht, als wenn es in Bewegung ist.“ Sprengschutzwände schirmen die Klärbecken vor herumfliegenden Teilen ab. Um die Infrastruktur zu schützen, sollen die Brückenteile auf Sandhügel fallen. Doch das Vertrauen in den Sprengmeister ist groß. Zur Not können Taucher Brückenteile aus den Klärbecken holen. Am Sprengtag werden aber erst mal keine Menschen in der Nähe der Salzbachtalbrücke sein. Auch 140 Anwohner müssen am Morgen ihre Häuser verlassen. Henriette Becker „Ja, wir haben ein bisschen Bammel. Keine Ahnung was uns da so erwartet. Also wir wohnen hier sehr gerne und finden es alles sehr schön hier, aber […]

  • Feine Nase im Dienst der Bahn

    Feine Nase im Dienst der Bahn

    Feldhamster, Juchtenkäfer, Ziesel – es gibt so einige Tierarten, die schon große Bauprojekte verhindert oder zumindest verzögert haben. Denn: Wer in Deutschland bauen will, muss zuerst klären, ob sich nicht vor Ort eine schützenswerte Tierart niedergelassen hat. Daher hat sich die Deutsche Bahn jetzt für neue Bauprojekte Unterstützung ins Frankfurter Team geholt. Ein tierischer Helfer, der schon mal Fährte aufnimmt. Hündin Fenna auf der Spur von Zauneidechse, Gelbbauchunke und Fledermaus. Oder besser gesagt: den Gerüchen, die sie hinterlassen. Die Labradordame ist einer von sechs neuen Artenspürhunden der Deutschen Bahn. Die Vierbeiner werden ausgebildet, bestimmte schützenswerte Tierarten aufzuspüren. Und zwar dort, wo gebaut werden soll. Jens Bergmann, Vorstand DB Netz AG „Die Hunde können uns zunächst mal sagen oder ganz klar feststellen, gibt es solch eine Art dort oder gibt es sie nicht. Wenn es sie nicht gibt, dann ist das schon mal ein erstes wichtiges Ergebnis. Wenn es sie gibt, können die Hunde die Artenkartierer ganz spezifisch dorthin führen, wo die Art lebt – also zu den Bauten beispielsweise – und damit kann man viel schneller die Ergebnisse erreichen, wetterunabhängiger und jahreszeitunabhängiger.“ Entdecken die Hunde eine schützenswerte Tierart, muss die Bahn diese vor dem Bau umsiedeln. Bislang haben Menschen die Baustellen nach Zauneidechse und Co. abgesucht. Das konnte schon mal ein ganzes Jahr dauern. Die Hunde brauchen nur eine einzige Schnüffeltour. Doch dafür braucht es Übung, zum Beispiel mit solchen sogenannten Geruchsmaschinen. Nur wenn Golden Retriever Whisper seine Nase lange genug in das richtige Loch hält, bekommt er sein Leckerli. Robert Schnell, Hundetrainer „Grundsätzlich ist es dem Hund natürlich egal, ob das eine geschützte Art ist oder nicht. Und die Hunde sind auch grundsätzlich nicht daran interessiert, Eidechsen zu finden. Wir geben im Training diesem Geruch von Eidechsen oder anderen Tieren eine Bedeutung, indem wir es konditionieren, indem wir an […]

  • Insolvenzverwalter informiert die Belegschaft am Pleite-Airport Hahn

    Insolvenzverwalter informiert die Belegschaft am Pleite-Airport Hahn

    Schon lange sah es am Flughafen Hahn im Hunsrück nicht mehr rosig aus – vor zwei Wochen dann die Insolvenz. Und jetzt? Die wichtigste aktuelle Botschaft: Zunächst geht der Betrieb bis zum Jahresende weiter. Während es also im herbstlichen Hunsrück für Urlauber weiter in die Sonne geht, erscheinen die Aussichten für die Beschäftigten am Hahn eher trübe. Während die Passagiere am Terminal 1 heute nach Italien oder Portugal aufbrechen, informiert Insolvenzverwalter Jan Markus Plathner im ersten Stock darüber, wo die Reise für den Pleite-Flughafen hingehen könnte. Das Wort, an dem sich hier wohl fast alle Hoffnungen aufhängen, heißt: „Investor“. Jan Markus Plathner, Insolvenzverwalter Frankfurt-Hahn GmbH „Ich bin aber auch durchaus ein bisschen optimistisch, weil ich habe ja gesagt, dass es durchaus schon Anfragen gab. Ich habe mit diesen Investoren noch nicht gesprochen, weil wir das schlichtweg in einem geordneten Investoren-Prozess machen werden und allen im Prinzip die gleiche Chancen geben. Aber es zeigt mir, dass es zumindest ein reges Interesse gibt, was einen Flughafen betrifft. Und das stimmt einen schon ein bisschen optimistisch.“ Um potentielle Interessenten ins Boot zu holen, muss Plathner sich erst einmal mit den Schulden des Flughafens auseinandersetzen, die nach der Pleite des letzten Investors HNA zur Insolvenz geführt hatten. Ein Teilerlass der Schulden könnte für eine Rettung nötig sein und auch um weitere Hilfen der Landesregierung, die 2017 ihre Anteile an HNA verkauft hatte, wird man sich wohl bemühen. Fakt ist, dass ein endgültiges Aus am Hahn auch den Wegfall der am Flughafen angesiedelten Arbeitsplätze bedeuten würde. Karl-Heinz Heinrich, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender Flughafen Hahn „Wir haben bis heute von unserer Geschäftsführung noch keinerlei Stellungnahme. Also, die Informationen, die wir am Anfang bekamen, waren rein von den Medien, bis wir uns dann selbst schlau gemacht haben. Wenn Sie in einer Großstadt 2.000 Arbeitsplätze verlieren, dann interessiert das keinen. […]

  • Interview mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter am Hahn

    Interview mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter am Hahn

    Wie geht’s weiter am Flughafen Hahn? Dazu kann der Insolvenzverwalter Jan Markus Plathner mehr sagen. Markus Appelmann, Moderator: Jan Markus Plathner ist mir nun zugeschaltet. Guten Tag! Dr. Jan Markus Plathner, Insolvenzverwalter Frankfurt-Hahn GmbH: Hallo, Herr Appelmann. Appelmann: Sie haben heute über die Lage am Flughafen Hahn informiert, auch mit Mitarbeitern gesprochen. Wie nehmen Sie die Stimmung wahr? Plathner: Na ja, es ist natürlich so, dass in einer solchen Situation die Stimmung nicht so gut ist. Aber es geht jetzt darum, tatsächlich den Mitarbeitern und allen Beteiligten das Gefühl zu geben, dass wir alles versuchen, um hier weiterzumachen. Das ist uns auch gelungen. Das heißt, der Flughafen ist im Betrieb, und das war jetzt die erste Hürde, die wir nehmen mussten. Und das haben wir gemeinsam mit den Mitarbeitern geschafft. Appelmann: Sie haben darüber informiert, dass die Gehälter bis Ende des Jahres garantiert seien. Das ist kein besonders langer Zeitraum. Stehen Sie da nicht unter einem extremen Druck, einen Investor zu finden? Plathner: Ja, das ist richtig. Das ist im Prinzip in Insolvenzverfahren, ganz häufig so, dass man einen gewissen Zeitraum Hilfe bei der Finanzierung der Gehälter bekommt. Der Zeitraum bezieht sich hier auf das Ende des Jahres und dann muss der Flughafen in der Lage sein, aus eigener Kraft die Gehälter zu bezahlen. Und das setzt voraus, dass man an diesem Zeitpunkt dann eben auch schon bei Investorengesprächen weiter ist oder eben eine Lösung in Aussicht hat. Appelmann: Jetzt ist es Ihre Aufgabe, die Braut aufzuhübschen, sprich: den Flughafen möglichen Investoren schmackhaft zu machen. Was spricht denn für den Flughafen? Hat das Geschäftsmodell Regionalflughafen, wie hier am Hahn, überhaupt eine Zukunft? Plathner: Also, in so einer Situation kann ein vorläufiger Insolvenzverwalter natürlich nicht zaubern und auch nichts aufhübschen. Aber man kann das, was man an positiven Dingen hat, natürlich […]

  • Witzenhausen: Autofahrer soll absichtlich in Schülergruppe gefahren sein

    Witzenhausen: Autofahrer soll absichtlich in Schülergruppe gefahren sein

    Am Freitag mussten wir hier über einen schweren Unfall in Witzenhausen in Nordhessen berichten. Ein Mann war mit seinem Auto in eine Gruppe von Schulkindern gefahren. Ein Mädchen kam dabei uns Leben. Doch der Unfall war möglicherweise Mord. Der Fahrer des Kleinwagens, der am Freitag vor einer Kita in Witzenhausen-Gertenbach in eine Gruppe von Schülern fuhr, hat möglicherweise sein Auto mit Absicht in Richtung der Kinder gelenkt. Ein achtjähriges Mädchen starb, zwei weitere Mädchen wurden schwer verletzt. Der Fahrer hatte ursprünglich ausgesagt, ihm sei schwarz vor Augen geworden, was auf einen medizinischen Notfall hindeutet. Heute teilt die Staatsanwaltschaft Kassel mit, dass sich ein Zeuge des Geschehens gemeldet habe. Andreas Thöne, Staatsanwaltschaft Kassel: „Diese Beobachtungen und auch die Einschätzung eines Sachverständigen lassen den Schluss zu, dass es eine aktive Lenkbewegung war in Richtung der Mädchen, so dass die Staatsanwaltschaft Kassel jetzt die Ermittlungen wegen Mordes, versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung führt.“ Die Ursache für die Tat könnte nach ersten Erkenntnissen eine schwere psychische Erkrankung sein. Der Mann wurde inzwischen in einer geschlossenen psychiatrischen Einrichtung untergebracht.

  • Unfall in Witzenhausen: Drei Schulkinder werden schwer verletzt

    Unfall in Witzenhausen: Drei Schulkinder werden schwer verletzt

    Dramatische Szenen haben sich heute Morgen in Nordhessen abgespielt. Im Witzenhausen im Werra-Meißner-Kreis ist ein Autofahrer in eine Gruppe von Grundschülern gefahren. Drei Kinder sind bei dem Unfall schwer verletzt worden. Um kurz nach 8.00 Uhr heute Morgen fährt ein Mann mit seinem Kleinwagen vor einer Kita in Witzenhausen-Gertenbach in eine Gruppe von fünf Grundschülern. Die Kinder waren auf dem Weg zur Schule. Drei Mädchen im Alter von sieben bis acht Jahren werden mit schweren, zum Teil lebensbedrohlichen Verletzungen in umliegende Krankenhäuser gebracht. Eines der Mädchen konnte nicht mehr gerettet werden. Alexander Först, stellv. Sprecher Polizeidirektion Werra-Meißner „Wie sich herausstellte ist ein Kleinwagen von der Ortsmitte in Gertenbach zum Ortsausgang gefahren und muss dann unmittelbar vor der Bahnunterführung von seiner Fahrspur abgekommen sein, nach rechts abgekommen sein von der Fahrspur.“ Die Schüler werden auf dem Gehweg von dem Fahrzeug erfasst. Ein Kind wird offenbar auf eine Mauer geschleudert. Zum genauen Gesundheitszustand der beiden überlebenden Mädchen gibt es noch keine Angaben. Auch der 30-jährige Fahrer wird mit schweren Verletzungen in eine Klinik gebracht. In einer ersten Befragung gibt er an, dass ihm schwarz vor Augen geworden sei. Eine Blutprobe soll klären, ob er Alkohol getrunken hat. Den genauen Unfallhergang muss jetzt ein Sachverständiger klären. Die Ermittler suchen Unfallzeugen. Sie sollen sich unter der Nummer 05542/93040 an die Polizei in Witzenhausen wenden.

  • Opel in der Krise

    Opel in der Krise

    Die schlechten Nachrichten über den Rüsselsheimer Autobauer überschlagen sich. Dabei sollte doch 2017 mit der Übernahme durch den PSA-Konzern alles besser werden. Als PSA-Chef Carlos Tavares den Autohersteller Opel vor vier Jahren übernimmt, hat er einen klaren Fahrplan: nach jahrzehntelangen Verlusten will er Opel wieder zurück in die Erfolgsspur lenken. Und sein Plan scheint aufzugehen: ein Jahr nach der Übernahme durch den PSA-Konzern schreibt der Autobauer tatsächlich wieder schwarze Zahlen. Doch unter den Jubel mischen bald auch Sorgen um das Profil des Unternehmens. 2019 verkauft der PSA-Konzern Teile des Opel-Entwicklungszentrums – es gilt als Herzstück des deutschen Autoherstellers. Der harte Sparkurs macht sich auch bei den Arbeitsplätzen bemerkbar: die Traditionsmarke baut massiv Stellen ab – gegen heftigen Widerstand des Betriebsrates. Im Jahr 2017, dem Jahr der Übernahme durch PSA, gibt es noch 19.000 Opelaner. Innerhalb von drei Jahren sinkt die Zahl der Beschäftigten auf 12.000 Mitarbeiter. Und der Trend setzt sich fort. Das ändert sich auch nicht, als sich PSA und Fiat Chrysler Anfang dieses Jahres zum Stellantis-Konzern zusammenschließen. Am Standort Kaiserslautern soll zwar bis Ende 2025 ein Batteriezellenwerk mit 2.000 Arbeitsplätzen entstehen. Doch für die Beschäftigten der anderen Standorte beginnt eine lange Reihe von Hiobsbotschaften. Anfang Oktober wird im Mutterkonzern darüber nachgedacht, die beiden Produktionswerke Rüsselsheim und Eisenach von der Firma Opel abzuspalten. Davon verspricht sich Stellantis finanzielle Vorteile, da so flexibler entschieden werden könne, wo welches Modell gebaut wird. Eine Woche später ist davon die Rede, die Arbeitsplätze von Opel-Entwicklern von Rüsselsheim nach Marokko zu verlagern. Wegen des weltweiten Chipmangels werden die Produktionen in Eisenach und Kaiserslautern zurückgefahren. Seit gestern steht nun fest: in Rüsselsheim werden 260 weitere Opel-Beschäftigte ihren Job verlieren. Die Abteilung für Werkzeugbau wird am Jahresende geschlossen. Betriebsrat und Gewerkschaften klagen, dass sie in die Umbaupläne zu wenig einbezogen würden. Und auch die Ministerpräsidenten von […]

  • Im Interview: Jörg Köhlinger, Leiter des IG Metall-Bezirks Mitte

    Im Interview: Jörg Köhlinger, Leiter des IG Metall-Bezirks Mitte

    Wir vertiefen die aktuellen Entwicklungen bei Opel. Wie bewertet die IG Metall die Umbaupläne des Mutterkonzerns Stellantis? Eva Dieterle, Moderatorin: Darüber möchte ich jetzt mit Jörg Köhlinger sprechen, er ist Bezirksleiter der IG Metall Mitte in Frankfurt. Guten Tag Herr Köhlinger. Jörg Köhlinger, Bezirksleiter IG Metall Mitte: Einen schönen guten Tag, ich grüße Sie! Dieterle: Wie bewerten Sie die aktuelle Entwicklung bei Opel? Köhlinger: Na ja, wir geraten erneut in eine zugespitzte Situation. Ich würde mal sagen, wir sind damit konfrontiert, dass das Management, insbesondere in Paris, jedenfalls in Teilen die falschen Entscheidungen trifft und diese auch noch schlecht kommuniziert. Ich meine damit insbesondere die geplante Zerschlagung von Opel, der Opel Automobile. Wir sind der Auffassung, dass eine solche Zerschlagung nicht zielführend ist. Sie führt auch nicht zu neuer Flexibilität. Diese Flexibilität ist jetzt schon gegeben, und zwar in der Form, dass beispielsweise mit Plattformen, Strategien, Fahrzeuge an unterschiedlichen Standorten hergestellt werden können. Wir sehen durch diese gesellschaftliche Neustrukturierung eher wachsende Schwierigkeiten. Unsere Anforderung ist, dass die Opel Automobile als gemeinsame Gesellschaft erhalten werden soll. Und wir erwarten, dass die Zusagen aus dem Jahr 2017 und aus den geltenden Zukunftstarifverträgen umgesetzt werden, und zwar in Form von Investitionen in den Erhalt von Beschäftigung und den Ausbau und der Weiterentwicklung aller Standorte bei uns im Bezirk, also Rüsselsheim, Kaiserslautern und Eisenach. Dieterle: Die Schließung der Abteilung Werkzeugbau bei Opel ist ebenso umstritten wie die anderen Umbaupläne. Würden Sie sogar noch einen Schritt weiter gehen und sagen: Das Vorgehen von Stellantis-Chef Carlos Tavares ist rechtswidrig? Köhliner: Ich würde jetzt nicht sagen, dass es rechtswidrig ist. Ich glaube aber, es verstößt zum einen gegen die Gebote der Kommunikation und gegen die Regeln der Mitbestimmung. Wir werden natürlich auch versuchen, uns mit rechtlichen Mitteln dagegen zu wehren, aber wir sind der Auffassung, dass der […]

  • „Olli“ das autonome Shuttle am Hambacher Schloss

    „Olli“ das autonome Shuttle am Hambacher Schloss

    Bereits seit drei Jahren tüftelt ein Neustädter Unternehmen zusammen mit der Universität Kaiserslautern an selbstfahrenden Elektrobussen, die Touristen hoch zum Hambacher Schloss bringen und auch wieder zurück. Seit Anfang des Jahres ist OLLI der Bus unterwegs. Aber erst jetzt dürfen endlich auch Passagiere mit an Bord. Olli, Familie Röll aus Neustadt und ihre Bekannten aus Flensburg warten auf die Fahrt zur Wiege der Demokratie! Olli ist ein selbstfahrender Elektrobus der den Verkehr im Neustädter Stadtteil Hambach entlasten soll. Wer rauf zum Schloss will, soll unten parken und in den „Hambach Shuttle“ umsteigen. Ein Pilotprojekt. Dr. Kerstin Ullrich, Projektleiterin „Hambach Shuttle“ „Es läuft im Moment super. Wir haben jetzt endlich die Zulassung bekommen, auch für den Passagiertransport. Das heißt: Die schwarzen Nummernschilder sind endlich dran. Und seitdem wir die haben, sind wir jeden Tag ausgebucht.“ Wer mit Olli fahren will muss sich vorher anmelden. Selim Coli ist als Shuttle Operator mit an Bord. Das ist gesetzlich so vorgeschrieben. 300.000 Euro kostet Olli. Zum Selbstfahren braucht es viel Technik. Sascha Trunk, Betriebsleiter „Hambach Shuttle“ „Das ist einmal das GPS, wo man aus dem Handy kennt, zur Ortung des Fahrzeugs. Und wir haben sogenannte Leader-Sensoren, haben wir sieben Stück am Fahrzeug verbaut und die scannen uns die Umgebung in Live-3D. Und anhand von den drei Systemen orientiert er sich und findet seinen Weg und fährt autonom zum Schloss und auch wieder zurück.“ Für die 5,4 Kilometer lange Ringroute braucht Olli knappe 40 Minuten. Für Selim Coli ist es eine entspannte Fahrt. Er muss nur selten eingreifen. Manchmal stoppt Olli – etwa wenn andere Fahrzeuge zu dicht auffahren. Mindestens fünf Jahre soll es noch dauern, bis der Elektrobus wirklich alleine fahren kann. Dr. Kerstin Ullrich, Projektleiterin „Hambach Shuttle“ „Es gibt viele ÖPNV-Anbieter, viele Verkehrsgesellschaften, viele Verkehrsverbünde, die genau mit so einem Konzept experimentieren. Das […]

  • Flughafen Hahn: Insolvenzverwalter informiert die Mitarbeiter

    Flughafen Hahn: Insolvenzverwalter informiert die Mitarbeiter

    Nach jahrelangen Turbulenzen hieß es letzte Woche: Nichts geht mehr. Der einzige größere Flughafen in Rheinland-Pfalz hat Insolvenz angemeldet. Der Betreiber des Flughafens ist pleite. Seitdem entscheidet ein Insolvenzverwalter darüber wie es künftig mit dem Hahn weitergeht. Ein paar hundert Mitarbeiter fürchten um ihre Jobs. Heute haben sie neue Infos bekommen. Gut eineinhalb Stunden lang ging es hier hinter verschlossenen Türen um die Schicksale von rund 400 Mitarbeitern. Danach ist klar: ihre Gehälter sind bis zum Jahresende über das sogenannte Insolvenzgeld sicher. Wie es aber danach weiter geht, weiß keiner. Entsprechend schlecht ist die Stimmung bei den Betroffenen. Mit uns sprechen will keiner. Lediglich der Betriebsratsvorsitzende bezieht kurz Stellung. Thomas Dillmann, Betriebsratsvorsitzender Frankfurt-Hahn GmbH „Ich denke, der Großteil der Mitarbeiter sieht dieses vorläufige Insolvenzverfahren als Chance. Dass es doch jetzt unter Umständen in eine gute Richtung laufen kann.“ Der Druck lastet jetzt also auf dem Insolvenzverwalter. Er muss es schaffen, möglichst schnell einen neuen Investor für den Hahn zu finden. Nur dann wären die Jobs der Mitarbeiter auch über das Jahresende hinaus wirklich sicher. Jan Markus Plathner, Insolvenzverwalter „Ich glaube, dass man sich jetzt auch nicht treiben lassen sollte von diesem Druck. Sondern – und das haben die Mitarbeiter auch ganz klar gesagt -, dass es auch darum geht, wenn man einen Investor findet auch einen Investor zu finden, der am Ende auch einen vernünftigen Plan hat. Ich glaube, dass Region und auch Mitarbeiter hier lange Zeit eben, sagen wir mal, mit diesem Flughafen Höhen und Tiefen mitgemacht haben und wir müssen jetzt einfach gucken, dass man tatsächlich eine vernünftige Lösung findet. Und vor allem, das Allerwichtigste ist, dass man überhaupt eine Lösung findet.“ Er selbst spricht heute von ersten positiven Signalen. Die ersten Investorenanfragen seien bereits da. Vor allem in der Nachtfluggenehmigung des Hahns sieht er ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal. […]

  • Hahn-Pleite sorgt für Unruhe im Hunsrück

    Hahn-Pleite sorgt für Unruhe im Hunsrück

    Der Betreiber des Flughafens Frankfurt-Hahn ist insolvent. Damit steht die Zukunft des größten Flughafens in Rheinland-Pfalz mal wieder auf der Kippe. In der Politik gibt es eine hitzige Diskussion darüber, wie es so weit kommen konnte. Und im Hunsrück bangen nicht nur rund 250 Mitarbeiter um ihren Job – sondern auch die umliegenden Gemeinden um die Fluggäste, die für diese Region enorm wichtig sind. Das Auf und Ab um den Flughafen Frankfurt-Hahn sind die Menschen in der Region seit Jahren gewohnt. Auch Harald Rosenbaum. Doch dass der Regionalflughafen jetzt Insolvenz anmeldet, hatte der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kirchberg nicht erwartet. Für die Region wäre das Aus ein schwerer Schlag. Harald Rosenbaum, CDU, Bürgermeister Verbandsgemeinde Kirchberg „Für die Region ist der Flughafen nach wie vor der größte Arbeitgeber in der Summe. Und wenn das in Gefahr gerät, dann werden wir das wirtschaftlich auf Jahre hin merken.“ Tausende Arbeitsplätze sieht Rosenberg in Gefahr. Denn auch viele Betriebe in der Verbandsgemeinde seien auf die Fluggäste angewiesen, wie der von Walter Hitthaler. Seit 48 Jahren betreibt er ein Hotel in Lautzenhausen. Weil es weniger als einen Kilometer vom Flughafen entfernt liegt, geht hier vor allem das Flughafenpersonal ein und aus. Doch trotz Insolvenzantrag will der Hotelier die Hoffnung noch nicht aufgeben. Walter Hitthaler, Airport-Hotel Fortuna „Nee, ich habe keine Bange. Und unsere Mitarbeiter müssen auch keine Bange haben. Wir werden weitermachen. Es wird mir schon irgendwas einfallen, wie das weitergeht. Ja, vielleicht bin ich da auch zu optimistisch. Aber nein, Optimismus hilft mir.“ Für die Flughafenmitarbeiter geht der Betrieb vorerst weiter. Die Gehälter werden weitergezahlt. Sie sind durch das Insolvenzrecht gesichert. Zitat Insolvenzverwalter Dr. Jan Markus Plathner „Die Belegschaft wird kurzfristig informiert. Der nächste Schritt wird sein, die Löhne und Gehälter der Beschäftigten zunächst über eine Insolvenzgeldvorfinanzierung kurzfristig auszuzahlen.“ Das läuft erst einmal für drei […]

  • Was wird aus dem Regionalflughafen?

    Was wird aus dem Regionalflughafen?

    Viele Fragen zur Insolvenz der Flughafenbetreiber am Hahn sind noch offen. Einige klären wir mit dem Luftverkehr-Experten Professor Karl-Rudolf Rupprecht von der Frankfurt University of Applied Sciences. Maike Dickhaus, Moderatorin: Guten Abend nach Frankfurt. Prof. Karl-Rudolf Rupprecht, Frankfurt University of Applied Sciences: Guten Abend. Dickhaus: Herr Professor Rupprecht, jetzt ist passiert, was lange befürchtet wurde: Der Hahn ist pleite. War es ein Fehler der rheinland-pfälzischen Landesregierung, ihren Anteil am Flughafen an den chinesischen HNA-Konzern zu verkaufen, der ja mittlerweile auch insolvent ist? Rupprecht: Für Regionalflughäfen ist es immer schwer, seinen Weg in die Zukunft zu finden und die Landesregierung hat sicherlich alles versucht, um einen Zukunftsweg für den Flughafen aufzuzeigen. Und insofern glaube ich, darf man der Landesregierung keinen Vorwurf machen, dass sie den letzten Zipfel auch noch genutzt hat, nämlich die Chance, eine HNA Group zu nutzen, die ja im Charterbereich auch sehr stark gewesen ist. Dickhaus: Warum hat es denn nicht geklappt, den Flughafen zu etablieren? Schließlich sind da mal mehr als 4 Millionen Passagiere im Jahr abgeflogen. Rupprecht: Die goldenen Zeiten der Regionalflughäfen und insbesondere Hahn waren die Zeiten, wo es enge Kapazitäten auf den großen Flughäfen wie Frankfurt und München gegeben hat. Der Abschwung hat sich aufgezeigt schon in einer Zeit, als die großen Drehkreuz wie München, Frankfurt gewachsen sind und man dann in der Region eine zu kleine Catchment area hat, also Einzugsbereich, da wird es schwierig und die Abhängigkeit von einem einzigen – hier war es Ryanair – wird man dann an der Stelle nicht glücklich und es wird schwer, entsprechend wirtschaftlich in eine zuversichtliche Zukunft zu kommen. Dickhaus: Bei der Fracht lief es aber doch eigentlich rund. Sogar unter Pandemie Bedingungen konnten da Zuwächse erzielt werden, unter anderem weil der Online-Handel geboomt hat. Könnte es also eine Perspektive sein, den Hahn als reinen […]

  • Flughafen Hahn ist insolvent

    Flughafen Hahn ist insolvent

    Was viele seit langem befürchteten, nun ist es es passiert: Der Betreiber des Flughafens Hahn ist pleite. Jetzt muss ein Insolvenzverwalter entscheiden, ob der Betrieb weitergeführt werden kann oder ob der Flughafen im Hunsrück endgültig dichtgemacht wird. Für Luftfahrtexperten ist die Nachricht keine Überraschung: Die Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH ist insolvent, das heißt, sie kann die Rechnungen ihrer Gläubiger nicht mehr bezahlen. Das zuständige Amtsgericht Bad Kreuznach hat deshalb Jan Markus Plathner zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Der Frankfurter Rechtsanwalt hat viel Erfahrung damit, zahlungsunfähige Betriebe zu sanieren. Doch auch wenn am Flughafen Hahn weiter Maschinen abheben, ob er noch einmal gerettet werden kann, weiß derzeit niemand. Denn der heutige Insolvenzantrag ist das Ergebnis von Problemen, mit denen sich der Flughafen schon lange herumschlägt. Der amerikanische Militärflugplatz wird 1993 in einen zivilen Flughafen verwandelt, der sich später den werbewirksamen Namen „Frankfurt-Hahn“ gibt. Doch zwei Jahrzehnte später ist die rheinland-pfälzische Landesregierung die ewigen Verluste leid. 2017 gelingt es ihr im zweiten Anlauf, ihren Anteil von 82,5 % am Airport an die chinesische HNA Airport Group zu verkaufen. Der restliche Anteil gehört bis heute dem Bundesland Hessen. Doch die Corona-Krise lässt die Passagierzahlen und den Frachtumschlag im Hunsrück einbrechen. Der wichtigste Kunde Ryanair verlagert viele Flüge auf andere Airports. Im Januar dieses Jahres muss der chinesische Mutterkonzern HNA Insolvenz anmelden. Seine Führungsspitze wird festgenommen. Die Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH zeigt sich davon zunächst unbeeindruckt. Noch im Oktober ist sie sicher, dass sie unterstützt von staatlichen Subventionen bis 2024 in die Gewinnzone fliegen kann. Doch der Insolvenzantrag zeigt, dass sie zu optimistisch war. Jetzt müssen nicht nur die rund 2.000 Mitarbeiter, die direkt am Hahn beschäftigt sind, um ihre Jobs fürchten.

  • Speditionen ächzen unter den hohen Dieselpreisen

    Speditionen ächzen unter den hohen Dieselpreisen

    Wenn Sie regelmäßig mit dem Auto unterwegs sind, wird es Ihnen schon aufgefallen sein: Die Preise für Sprit sind zuletzt gewaltig gestiegen. Kraftstoff ist hierzulande so teuer wie nie zuvor. Das belastet nicht nur unseren privaten Geldbeutel, sondern auch den vieler Firmen – wie unser Beispiel aus dem Main-Kinzig-Kreis zeigt. Einmal volltanken bitte – bei einem LKW kommen da schnell mal mehrere Hundert Euro zusammen. Und wenn man über 100 solcher Fahrzeuge besitzt, wie die Spedition Maintaler aus Bruchköbel, geht das gerade richtig ins Geld. Denn der Liter Diesel kostet momentan etwa 50 Cent mehr als noch vor einem Jahr. Miro Grenzer, Spedition Maintaler Express Logistik „Wir als Firma tanken im Schnitt 100.000 bis 120.000 Liter im Monat. Und das machen bei uns ungefähr im Schnitt dann, je nachdem wie viel wir fahren, zwischen 50.000 bis 60.000 Euro Mehrkosten aus, die wir so nicht eins zu eins an unsere Kunden natürlich weiter belasten können. Gerade bei den großen Kunden, da sind die Tarife schon fixiert und auf ein oder zwei Jahre festgelegt. Von daher kann man da nicht mehr entgegenwirken. Das einzige, was wir machen können, ist, bei den Tagespreisen die Preise nach oben anzusiedeln.“ Rund 30% der laufenden Kosten des Firmenfuhrparks gehen für den Sprit drauf – Tendenz steigend. Laut ADAC kostet der Liter Diesel bundesweit seit Sonntag rund 1,55 Euro im Schnitt – so viel wie nie zuvor. Als Gründe nennt der Automobilclub den teurer gewordenen Ölimport, die zu Jahresbeginn eingeführte CO2-Abgabe, die rund 7 bis 8 Cent pro Liter ausmache, und die steigende Nachfrage nach Heizöl im Herbst. Viele Mittelständler erholen sich gerade noch von Umsatzverlusten infolge der Corona-Pandemie, da entstehen schon wieder neue Probleme, auch bei der Firma Maintaler. Miro Grenzer, Spedition Maintaler Express Logistik „Es ist ja generell so, dass die Energiekosten die letzten Monate […]