Hessen

  • Frankfurter Weihnachtsmarkt eröffnet

    Frankfurter Weihnachtsmarkt eröffnet

    Gerade eben gingen auf dem Römerberg die Lichter an. Und Weihnachtsbaum „Manni“ strahlt in festlichem Glanz. Eva Dieterle, Moderatorin: Bis zum 22. Dezember heißt es jetzt: schlemmen, Weihnachtseinkäufe erledigen, und vielleicht ja auch den einen oder anderen Glühwein trinken. Auf dem Frankfurter Weihnachtsmarkt steht jetzt mein Kollegen Michael Heide. Michael, ist denn schon weihnachtliche Stimmung zu spüren? Michael Heide, Reporter: Ja, Eva, ich geb ehrlich zu, also Mitte / Ende November ist bei mir die Stimmung meistens noch nicht so richtig weihnachtlich. Aber der Markt ist eröffnet, die Lampen am Baum brennen – kann also nur besser werden. Ja, und es ist ja auch schon ordentlich was los, muss man ja auch sagen, dafür, dass es gerade erst losgeht. Und ich werde jetzt einfach deine Frage noch mal weitergeben. Und zwar komme ich mal hier rüber. Hallo? Wie ist die Stimmung für euch? Besucherin: Ja, sehr gut. Alkoholpegel steigt und die Weihnachtsstimmung auch. Besucherin: Uns geht’s toll, der Glühwein schmeckt gut. Heide: Vielleicht sollten wir in ungefähr zwei, drei Stunden noch mal fragen, dann ist die Stimmung sogar noch besser. Was ich allerdings nicht empfehlen würde, ist, hier an allen Buden einen Glühwein zu trinken. Denn in diesem Jahr gibt es rund 200 davon hier auf dem Römerberg und drüben auf dem Paulsplatz und dann auch noch rund um die Hauptwache an der Zeil. Nach dem pandemiebedingten Ausfall 2020 und der abgespeckten Version 2021 mit Hygienekonzept ist es in diesem Jahr so, dass wieder 2 Millionen Besucher erwartet werden, also doppelt so viel wie letztes Jahr. Und da ist auch die Stimmung eigentlich schon sozusagen angesagt. Und was noch anders ist in diesem Jahr: Es muss ja überall Strom gespart werden. Deshalb sind die Buden in diesem Jahr nicht ganz so hell wie sonst. Ja, und wer genau hinschaut, der […]

  • G 7 Innenministertreffen geht zu Ende

    G 7 Innenministertreffen geht zu Ende

    Wenn Sie heute Morgen auf dem Weg zur Arbeit durch Wiesbaden oder das Rhein-Main-Gebiet mussten, haben sie möglicherweise im Stau gestanden. Denn wegen des G7 Treffens im Rheingau mussten zeitweise mehrere Straßen gesperrt werden. Zwei Tage lang haben sich die Innenminister der G7-Staaten im Kloster Eberbach beraten.   Extremismus, Drogengeschäfte, Menschenhandel und sexuelle Gewalt an Kindern – dem wollen die G7-Staaten künftig besser entgegentreten. Denn Kriminalität, die die innere Sicherheit eines Landes bedroht, ist oft international vernetzt. Wie eine gute Zusammenarbeit dagegen aussehen kann, haben die jeweiligen Innenminister im Kloster Eberbach beraten. Eines der großen Themen: Der Ukraine-Krieg. Nancy Faeser, SPD, Bundesinnenministerin: „Die Bedrohung unserer kritischen Infrastruktur und die Verbreitung ausländischer Desinformation und Propaganda haben seit dem russischen Angriffskrieg deutlich zugenommen. Wir werden die Zusammenarbeit beim Aufspüren von Desinformationsnetzwerken vorantreiben. Wir haben verabredet, uns hierzu enger zu vernetzen.“ Ein Treffen, das auch außerhalb der Klostermauern deutlich spürbar ist: Großes Polizeiaufgebot, Kontrollen, Straßensperren. Beim Transport der Delegation des G7-Treffens vom Hotel in Wiesbaden zum Tagungsort ist ein ziemliches Verkehrschaos entstanden. Lange Staus im morgendlichen Berufsverkehr und auch für die Busse kein Durchkommen. Auf derartige Behinderungen war der Busbetreiber ESWE Verkehr nicht vorbereitet, Verspätungen von bis zu 90 Minuten waren die Folge. Der Grund: Man sei nicht ausreichend informiert worden. Micha Spannaus, Pressesprecher ESWE Verkehr: „Für den Fahrplan hatte das massive Auswirkungen, die Sperrung der Hauptachsen sehr unvermittelt gestern, heute wenigstens mit Ankündigung. Das heißt, unsere Busse mussten einfach stehen bleiben, wir haben sie an den Haltestellen warten lassen. […]Es gibt in anderen Großstädten gute Konzepte bei solchen Veranstaltungen, wo der ÖPNV mit Berücksichtigung findet. Wir würden uns einfach für die Zukunft wünschen, dass man uns mit an den Tisch holt, damit wir da einfach auch unsere Ideen einbringen können.“ Während der letzten Tage war die Polizeipräsenz überall im Rheingau und in […]

  • Neues Mediengesetz in Hessen

    Neues Mediengesetz in Hessen

    Genau wie sich die Medien stetig ändern, müssen auch die Mediengesetze immer aktualisiert werden. Dies war gestern Thema im hessischen Landtag – das neue Mediengesetz wurde verabschiedet. Jetzt fragen Sie sich vielleicht: Was habe ich damit zu tun? Viel, denn in Zeiten von Social Media und Co. wird der richtige Umgang mit Medien immer wichtiger. Der schnelle Zugriff auf Medien aller Art gehört längst zu unserem Alltag. Ein reflektierter Umgang damit leider noch nicht immer. Doch gerade der ist für alle Teile unserer Gesellschaft wichtig – vor allem für Kinder und Jugendliche. Medienkompetenz ist hier das Stichwort. Professor Murad Erdemir, der designierte Direktor der Medienanstalt Hessen begrüßt die Modernisierung des Mediengesetzes. O-Ton Prof. Murad Erdemir, designierter Direktor der Medienanstalt Hessen „Das Gesetz weist der Medienanstalt Hessen die Förderung der Medienkompetenz ausdrücklich als Aufgabe zu. Das ist neu, das hatten wir so vorher nicht. Zugleich erhalten wir die Möglichkeit, auch Medienbildungszentren einzurichten. Damit, denke ich, können wir insgesamt zuversichtlich in die Zukunft schauen und vor allen Dingen, was viel wichtiger ist, wir können alle Altersgruppen der Bevölkerung ansprechen.“ Einen wichtigen Beitrag dazu leisten schon jetzt die Medienprojektzentren. Wie hier unter anderem im Rhein-Main-Gebiet. Ihre Angebote an die Bürger sind vielfältig. Medienbildung zum Anfassen – so lassen sich die zahlreichen Projekte für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Pädagogen am besten beschreiben. Dabei geht es nicht nur um die Vermittlung von technischem Knowhow, sondern auch um den Inhalt. Gefahren erkennen, sorgsam mit den eigenen Daten im Netz umgehen und Falschinformationen aussortieren. Das wichtigste Ziel des neuen Mediengesetzes ist es, die Meinungsvielfalt in Hessen zu sichern. Es wird deutlich, dass der private Rundfunk – zu dem unter anderem unsere Sendung zählt – neben dem öffentlich-rechtlichen eine ganz entscheidende Rolle spielt. O-Ton Prof. Murad Erdemir, designierter Direktor der Medienanstalt Hessen „Regionalfenster sind ein bewährtes Instrument der […]

  • Wie halten Sie’s mit der Katar-WM?

    Wie halten Sie’s mit der Katar-WM?

    Übermorgen startet die Fußballweltmeisterschaft in Katar. Jetzt mal Hand aufs Herz: Sind Sie schon in WM-Laune? Die wenigsten werden begeistert „ja“ sagen. Aber wenn der Ball rollt, dann werden sicher viele zuschauen. Bei einigen bleibt bei dieser WM der Fernseher aber aus. Gründe gibt’s einige: Die Verletzung der Menschenrechte, der Vorwurf Katar habe die WM gekauft und und und. Erst am Wochenende äußerten Fußball-Fans in ganz Deutschland – wiederholt – ihren Unmut. Wie hier in Mainz zum Beispiel am Sonntag vor dem Bundesligaspiel Mainz 05 gegen Eintracht Frankfurt. Deutliche Botschaft: „Boycott Qatar“. Diese Botschaft unterstützen auch Fußballvereine aus der Region. Zum Beispiel der Regionalligist Hessen Kassel. Der Verein hat beschlossen: Wir boykottieren die WM in Katar. Im Clubheim werden keine WM-Spiele übertragen. Daniel Bettermann, Pressesprecher KSV Hessen Kassel „Wir haben halt ganz klar gesagt: Wir wollen Haltung zeigen. Im Sinne unserer Werte, die auch in unserer Satzung verankert sind. Dass wir eben für Menschenrechte und demokratische Grundrechte einstehen. Und auch gegen Ausgrenzung jedweder Art.“ Die Fan-Szene in Kassel steht der WM sehr kritisch gegenüber. Der Verein selbst organisiert während der WM eigene Veranstaltungen. Dennis Pfeiffer, Leitung Fanprojekt Kassel „Ja, bei uns ist ein Alternativprogramm, was dann auch so ausgebaut ist, dass es bewusst deutsche Spiele trifft oder besondere Spiele. Während des Eröffnungsspiels zum Beispiel eröffnen wir eine Ausstellung ‚Fußball, Flucht und Migration‘, die sich mit dem Hintergrund von Fußballern, die geflüchtet sind, befasst.“ Und auch viele Fans kommen bei der WM in Katar ins Grübeln. Eine aktuelle Umfrage von infratest-dimap zeigt: 56 Prozent der Bundesbürger wollen dieses Mal gar keine WM-Spiele gucken. Reihenweise Public Viewings wurden schon abgesagt. Es gibt auch Kneipen und Gaststätten die keine WM Spiele zeigen. Aber für viele ein zweischneidiges Schwert. Wie das Beispiel der Kneipe „Sixties“ in Mainz zeigt. Hier wird die WM in Katar […]

  • Spannende Geschichten beim Vorlesetag

    Spannende Geschichten beim Vorlesetag

    Gemeinsam mit Mama oder Papa in fremde Welten eintauchen – in 40 Prozent der Familien wird das laut einer Studie nur selten oder nie gemacht. Daher gibt es den Vorlesetag, der zeigen soll, wie wichtig Lesen für die Entwicklung von Kids ist. Und das macht richtig Spaß, wie wir heute im hessischen Wöllstadt erlebt haben. Boris Rhein, CDU, Ministerpräsident Hessen liest vor: „‘Heiliger Hasenpups, ich bin ja so aufgeregt‘, ruft Hase Hibiskus und läuft hektisch durchs Haus. Denn heute ist ein ganz besonderer Tag. Hase Hibiskus möchte nämlich einen Ausflug ans Meer unternehmen. Mit dabei sind seine besten Freunde Tom Bär und Maxi Maus.“ Der Hase Hibiskus ist heute das Buch der Wahl in der Kita Wichtelburg. Vorgelesen vom hessischen Ministerpräsidenten, dem das sichtlich Spaß macht. Boris Rhein, CDU, Ministerpräsident Hessen „Ich lese auch meinen Kindern selbst vor, weil es mir auch selbst Spaß macht, mit denen dann aber auch über das Buch hinaus ins Gespräch zu kommen. Auch das ist immer eine schöne Gelegenheit.“ Eine Gelegenheit, die Boris Rhein auch in Wöllstadt nutzt. Boris Rhein, CDU, Ministerpräsident Hessen: „Kennt ihr das auch, wenn ihr in den Urlaub fahrt, irgendwas sucht man immer. Man sucht immer irgendwas.“ Kita-Kind: „Ich habe noch nie was gesucht.“ Boris Rhein, CDU, Ministerpräsident Hessen: „Also bei euch ist offensichtlich aufgeräumter als bei uns zuhause.“ Mit den Kindern ins Gespräch kommen, zeigen, erklären, vorlesen – das fördert die Sprachentwicklung. Gerade bei den Kleinen, die selbst noch gar nicht lesen können. Maria Geiß, Kitaleiterin „Auch wenn es nur ein Bilderbuch ist, wo einzelne Bilder drauf sind mit einem Korb oder einem Auto, dass man immer die ganze Sprache dazunimmt, also ‚“Was siehst du? – Ich sehe ein Auto‘. Also einen ganzen Satz immer sprechen, das ist für die Kinder ganz wichtig.“ Studien der Stiftung Lesen, die den […]

  • Haftstrafe für „NSU 2.0“-Drohschreiben

    Haftstrafe für „NSU 2.0“-Drohschreiben

    Über 80 Drohschreiben hat ein Mann an Politiker, Anwälte und Prominente verschickt – unterschrieben mit „NSU 2.0“ und „Heil Hitler“, da ist sich der Richter am Frankfurter Landgericht sicher. Nach langen 30 Prozesstagen ist heute das Urteil gefallen. Fünf Jahre und zehn Monate Haft für den 54-jährigen Angeklagten. Wegen Volksverhetzung, Gewaltandrohung und dem Verbreiten verfassungsfeindlicher Symbole. Das Gericht ist überzeugt, dass Alexander M. die Drohmails verschickt hat. Das hätten Daten auf seinem Rechner bewiesen. Wie der Verurteilte allerdings an die Daten kam, ist weiterhin nicht ganz geklärt. Deshalb zeigt sich die Frankfurter Anwältin Seda Başay-Yıldız, die das erste Drohschreiben erhielt, mit dem Ausgang des Verfahrens nicht ganz zufrieden. Seda Başay-Yıldız, Rechtsanwältin „Mein Kind ist bedroht worden. Und nach wie vor steht im Raum, dass Polizeibeamte darin verwickelt sein können. Weil: Es gibt keinen dienstlichen Anlass, eine Zweijährige abzufragen und diese Daten zu verteilen.“ Die Staatsanwaltschaft sieht es zumindest als erwiesen, dass das erste Drohschreiben nicht aus dem ersten Polizeirevier Frankfurt verschickt wurde. Sie hatte siebeneinhalb Jahre Haft gefordert, ist mit dem Urteil aber zufrieden. Sinan Akdogan. Oberstaatsanwalt „Für die Staatsanwaltschaft war es wichtig, insbesondere im Hinblick auf das erste Drohfax, das vom 2. August 2018, eine Verurteilung zu erreichen. Das ist uns gelungen und das finden wir gut.“ Während der Urteilsverkündung Demonstrationen vor dem Gerichtsgebäude. Ein Bündnis aus Opfern der Drohschreiben und der Linkspartei will nicht an die Einzeltätertheorie glauben. Janine Wissler, Die Linke, Bundesvorsitzende „Dass es rechte Chatgruppen in der hessischen Polizei gibt, das haben ja die polizeilichen Ermittlungen ergeben. Also das ist ja ein Fakt. Und deswegen finde ich, es ist doch ein Wunschdenken und Realitätsverweigerung, einfach zu sagen: ‚Nein, es gibt keine rechten Netzwerke in der Polizei‘.“ Seda Başay-Yıldız geht weiter davon aus, ein Drohfax sei aus einem Polizeirevier verschickt worden. Die Gewerkschaft der Polizei hat die […]

  • G 7 Innenminister im Kloster Eberbach

    G 7 Innenminister im Kloster Eberbach

    Die Innenminster der G7 Staaten sind heute und morgen in Hessen zu Gast. Im Rheingau, genauer gesagt im Kloster Eberbach. Dort hat Bundesinnenministerin Nancy Faeser heute Morgen ihre Amtskollegen begrüßt, denn Deutschland hat aktuell den Vorsitz der G7. Zu Besuch sind demnach die Vertreter aus Kanada, Italien, Frankreich, Großbritannien, den USA und Japan. Die Liste der Themen ist lang: Es geht um die sicherheitspolitischen Auswirkungen des Ukrainekrieges; Extremismus und Terrorismus soll stärker bekämpft werden, sowie auch kriminelle Aktivitäten im World Wide Web. Nancy Faeser, SPD, Bundesinnenministerin „Das Ziel ist natürlich, noch enger zu kooperieren, noch enger abzustimmen, wie können wir beispielsweise gegen Desinformationskampagnen vorgehen. Das muss ja nicht jeder Nationalstaat alleine, da kann man sich ja auch gut abstimmen miteinander, Sprachregelungen finden, und natürlich werden die großen Fragen der inneren Sicherheit, der Migration – sind ja auch Fragen, die man gemeinsam besser lösen kann, als alleine.“ Die Konferenz geht auch morgen noch weiter. Daher wird es auch zu einigen Staus rund um Wiesbaden kommen.

  • Hessischer Landtag debattiert Maskenpflicht im Nahverkehr

    Hessischer Landtag debattiert Maskenpflicht im Nahverkehr

    Die Corona-Zahlen sind in den vergangenen Wochen wieder stark zurückgegangen. So stark, dass die Opposition im hessischen Landtag nun ein Ende der Maskenpflicht fordert. FDP und AfD sagen: Keine Masken mehr in Bussen und Bahnen. Darüber hat heute der hessische Landtag debattiert. Die Mehrheit ist aber klar weiter dafür, dass die Maske aufbleibt. In Hessen gilt: Fahrgäste des ÖPNV müssen während der Fahrt eine medizinische Maske tragen. Empfohlen wird das Tragen einer FFP2- oder vergleichbaren Atemschutzmaske. An Haltestellen und in Bahnhöfen dagegen besteht keine Maskenpflicht. Im Nahverkehr weiter daran festzuhalten, ist für die FDP nicht mehr angemessen. Überall mehrten sich die Stimmen, Corona entwickle sich von der Pandemie zur Endemie. Yanki Pürsün, FDP, Abgeordneter Landtag Hessen „Es ist den Menschen nicht zu erklären, warum im ÖPNV schärfere Regeln gelten als im Büro, in der Schule oder in der Gastronomie. Die Maskenpflicht in Bus und Bahn sorgt für Konflikte, die auf den Schultern des Personals ausgetragen werden. Und es gibt kein Gesundheitsargument mehr dafür.“ Die Landesregierung solle auf die Eigenverantwortung der Bürger vertrauen und ihre Grundrechte nicht länger einschränken. Das hat die AfD schon vor Monaten gefordert. Der FDP wirft sie vor, sich mit den bislang abgelehnten Ideen der AfD nun selbst profilieren zu wollen. Volker Richter, AfD, Abgeordneter Landtag Hessen „Indem sie einzig und allein abgewartet hat, bis sich die Stimmung in Politik und Bevölkerung so gedreht hat, dass ihre Aussagen auch mehrheitsfähig sind. Den Mut zur Wahrheit nur dann zu haben, wenn es gesellschaftlich opportun ist, hat mit Mut nichts zu tun.“ Die anderen Oppositionsparteien dagegen halten den Bevölkerungsschutz hoch und warnen davor, die Corona-Lage zu verharmlosen. Petra Heimer, Die Linke, Abgeordnete Landtag Hessen „Herr Pürsün, ob eine Pandemie vorbei ist oder nicht, entscheiden die Expertinnen und Experten des dafür zuständigen RKI – und nicht die FDP im hessischen […]

  • Hilfe für totkranke Kinder

    Hilfe für totkranke Kinder

    Es ist ein Alptraum, wenn frischgebackene Eltern gesagt bekommen, dass ihr Kind unheilbar krank ist. Marina Zolotashko aus der Ukraine hat genau diese schlimme Botschaft bekommen. Die Flucht mit ihrem unheilbar kranken Kind führte die junge Mutter nach Frankfurt, wo im Kinderhospiz Löwenzahn ganz viel Unterstützung bekommen hat. Und wo Kinder niemals aufgegeben werden. Es hieß, er würde niemals laufen – aber er läuft, wenn er in die Arme seiner ehrenamtlichen Begleitung Monika will. Als er geboren wurde, hieß es: Er würde niemals essen oder trinken können – doch seine Mutter Maryna gab ihn nicht auf. Niemand hat das erwartet – denn Dimitri wurde mit vielen Fehlbildungen geboren worden. Maryna Zolotashko „Als ich das Kind gesehen habe, war sein Brustkorb noch offen, das Händchen war deformiert und er konnte noch nicht richtig atmen. Die Ärzte haben gesagt, das Kind hat sehr viele schlechte Diagnosen und ich soll mich darauf gefasst machen: Das Kind wird sterben.“ Doch Dimitri lebt viel länger als das eine Jahr, das die Ärzte ihm geben – er ist schon sieben als im Februar der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine beginnt. Die alleinerziehende Mutter von zwei Jungen setzt ihr schwerbehindertes Kind auf ein Skateboard, um ihn zu bewegen und um vor den Bomben aus Kiew zu fliehen. An Ostern kommen sie in Frankfurt an, leben mittlerweile im Airporthotel. Seitdem betreut der ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst Löwenzahn die Familie – einmal in der Woche kümmert sich Monika Barabasi um Dimitri. Monika Barabasi, Ehrenamtliche Helferin „Das Schöne ist, dass wir, obwohl wir nicht verbal miteinander kommunizieren können, trotzdem auf der Gefühlsebene ganz viel zurückkommt. Das war schon am ersten Tag so, dass ich hier war und er meine Hand gegriffen hat und sie auch festgehalten hat. Das gibt einem ein sehr gutes Gefühl.“ Maryna Zolotashko „Es gibt so viele […]

  • Wichtige Aussagen im Feldmann-Prozess

    Wichtige Aussagen im Feldmann-Prozess

    Als Frankfurter Oberbürgermeister ist Peter Feldmann abgewählt – vor Gericht muss er sich aber weiter verantworten. Korruption und Vorteilsannahme – so die Anklage. Mit Spannung wurde heute die Aussage der ehemaligen Vorsitzenden der Arbeiterwohlfahrt in Wiesbaden erwartet. Tag fünf im Prozess gegen Peter Feldmann. Nicht mehr im Amt als Oberbürgermeister, tritt Peter Feldmann heute ohne Krawatte zumindest etwas legerer auf als sonst. Sonderlich angespannt wirkt er nicht vor der Zeugenaussage der früheren AWO-Vorsitzenden Hannelore Richter. Sie soll Feldmanns Noch-Ehefrau einen überbezahlten Job bei der Arbeiterwohlfahrt besorgt und beim Oberbürgermeister später politisches Wohlwollen eingefordert haben. Gefilmt werden darf Hannelore Richter heute nicht. Carsten Praeg, Reporter „Selbstbewusst und ausschweifend redet Hannelore Richter, macht auch einige flapsige Bemerkungen auf Kosten von Peter Feldmann. Persönlich habe sie ihn nie besonders gemocht, sei aber von seiner Lebensgefährtin beeindruckt gewesen. Deshalb habe sie ihr die Stelle als Kita-Leiterin angeboten. Nur: Peter Feldmann habe darauf nie Einfluss genommen, sie selbst hätte sich auch nie eine Gegenleistung von ihm versprochen. Hannelore Richter sagt klar: Der ehemalige Oberbürgermeister sei nie korrupt gewesen.“ Peter Feldmann kenne sie seit der gemeinsamen Zeit in der SPD-Jugend. Mit seiner früheren AWO-Arbeit vor seiner Wahl zum Oberbürgermeister sei sie aber wenig zufrieden gewesen. Dass seine inzwischen getrennt von ihm lebende Ehefrau zusätzlich zu ihrer überdotierten Stelle auch noch Geld für einen nicht ausgeübten Minijob erhielt, bezeichnet Hannelore Richter als ihren eigenen Fehler. Das sei ihr durchgerutscht. Sie selbst durfte vor ihrer Zeugenaussage im Feldmann-Prozess durchatmen: Am Vormittag entschied das Frankfurter Arbeitsgericht, dass Hannelore Richter und ihr Ehemann Jürgen als früherer Chef der Frankfurter AWO keinen Schadensersatz an ihren ehemaligen Verband zahlen müssen. Die Arbeiterwohlfahrt hatte das Ehepaar auf knapp zwei Millionen Euro Schadenersatz verklagt. Ein Urteil im Prozess gegen Peter Feldmann wird noch in diesem Jahr erwartet.

  • Bundeskriminalamt tagt in Wiesbaden

    Bundeskriminalamt tagt in Wiesbaden

    Über zwei Milliarden Euro – erstmals ist der finanzielle Schaden durch Organisierte Kriminalität in Deutschland so hoch. Bundesinnenministerin Nancy Faeser sieht das als ihr großes Thema an. Aber wie soll man gegen die Banden vorgehen? Heute wurde auf der Herbsttagung des Bundeskriminalamtes in Wiesbaden ein Strategiepapier vorgelegt, das Antworten liefert. Aber auch der Ukrainekrieg war ein großes Thema. Seit nunmehr 265 Tagen hält der Ukrainekrieg die Welt in Atem. Und die Folgen des russischen Angriffskrieges gehen weit über die ukrainischen Grenzen hinaus. So sorgt sich auch das Bundeskriminalamt um die Auswirkungen des militärischen Konflikts auf die Demokratie in Deutschland. Holger Münch, Präsident Bundeskriminalamt „Dieser Krieg betrifft uns alle. Ob durch mögliche Cyberattacken, Angriffe auf kritische Infrastrukturen, die mit dem Krieg einhergehen, der Energiekrise und deren Folgen für die gesellschaftliche Stabilität. Das BKA erfasst und bewertet hierzu fortlaufend relevante Informationen aus den Bundesländern, den Bundesbehörden und aus dem Ausland.“ In Wiesbaden führt das Bundeskriminalamt seit heute seine alljährliche Herbsttagung durch. Neben dem Krieg in der Ukraine, politischen Extremisten und der zunehmenden Gewalt im Internet ebenfalls Thema: neue Strategien für die Bekämpfung organisierter Kriminalität. Nancy Faeser, SPD, Bundesinnenministerin „Wir müssen uns schmerzhaft bewusst machen, dass es hier bei uns organisierte Kriminalität gibt und das sie eine Bedrohung für unsere Demokratie ist.“ Die Zahl der Ermittlungsverfahren gegen organisierte kriminelle Gruppierungen sei 2021 gegenüber dem Vorjahr um 17 Prozent gestiegen, insgesamt gab es rund 700 eingeleitete Ermittlungsverfahren. Dabei sei ein finanzieller Schaden von 2,2 Milliarden Euro entstanden. In diesem Bereich soll deshalb in Zukunft noch härter durchgegriffen werden. Unter anderem mit einem Konzept, das in Großbritannien bereits angwendet wird. Nancy Faeser, SPD, Bundesinnenministerin „Wenn öffentliche Stellen oder auch der Privatsektor auf verdächtige Vermögenswerte stoßen, müssen sie Auskunft über die Herkunft verlangen können. Wenn diese Auskünfte nicht erteilt werden oder nach Märchen klingen, müssen wir […]

  • „Alles verschwindet“ – Frankfurt im 19. Jahrhundert

    „Alles verschwindet“ – Frankfurt im 19. Jahrhundert

    Von Rheinhessen nach Hessen. Eigentlich gibt es in Frankfurt keinen besseren Ort für die Ausstellung „Alles verschwindet“ als den Frankfurter Saalhof, heute Standort des Historischen Museums. Teile des Saalhofs standen nämlich schon im Mittelalter in der Frankfurter Altstadt, doch viel ist zerstört worden. Wie diese Bilder der neuen Ausstellung im Historischen Museum zeigen. „Man muss sich beeilen, um Frankfurt zu sehen“, so ein Schweizer Journalist im Jahr 1875. Diese Zeichnungen zeigen die Stadt Mitte des 19. Jahrhunderts, so wie sie jahrhundertelang aussieht, bevor Stadtplaner sie verändern. Rund 2.000 Zeichnungen des alten Frankfurts skizziert Carl Theodor Reiffenstein. Er wird 1820 in der Altstadt geboren. Aude-Line Schamschula, Kuratorin der Ausstellung „Reiffenstein war eigentlich beruflich Landschaftsmaler, aber wenn man ihm glauben darf, dann ist es nur in seinen freien Stunden, also sozusagen als Hobby, wenn er sich den Zeichnungen und Darstellungen seiner Heimatstadt Frankfurt gewidmet hat.“ Zeichnungen, die zum Beispiel den Frankfurter Dom zeigen. Und den Abriss vieler Häuser, damit das Gotteshaus einen Vorplatz bekommt. Heute, knapp 200 Jahre später, ist der Dom wieder eingebaut, – integriert in die ab 2012 neu rekonstruierte Frankfurter Altstadt. Größtenteils neu ist auch der Ort der Ausstellung mit Werken von Carl Theodor Reiffenstein. So richtig die Zeit überlebt, hat nur der Turm des Historischen Museums. All seine Skizzen, Aquarelle und Aufzeichnung hat der Chronist einer Stadt, die verschwindet, dem Historischen Museum vermacht. Jan Gerchow, Direktor Historisches Museum Frankfurt „Mit seiner Dokumentation betrauert er etwas, was verschwindet, und er will für die Nachwelt, will er eine Art Dokumentation anlegen, die es ermöglicht, das verschwundene zu betrachten, zu erforschen, genauer kennenzulernen. Er ist ein früher Denkmalpfleger.“ Die Skizzen und Aquarelle sind detailgetreu, fast wie Fotografien. Das Frankfurt der Kindheit von Carl Theodor Reiffenstein verschwindet, weil bereits im 19. Jahrhundert der Wohnraum knapp ist und neue Gebäude gebraucht werden. Bis […]

  • Weitere Nachrichten im Überblick

    Weitere Nachrichten im Überblick

    Frankfurt: Bahnstrecke der U7 noch länger gesperrt — Rückkauf des Uniklinikums Gießen Marburg gefordert — Sorgen ums Weihnachtsgeschäft Bahnstrecke noch länger gesperrt Wegen umfangreicher Reparaturarbeiten nach einem Unfall ist eine Teilstrecke der U-Bahn-Linie 7 in Frankfurt in beide Richtungen noch bis in die Nacht nicht befahrbar. Betroffen sind die Stationen von der Eissporthalle / Festplatz bis Enkheim. Gestern Abend gegen 23.00 Uhr hatte ein Autofahrer eine oberirdisch fahrende U-Bahn übersehen und war mit ihr zusammengestoßen. Zwei Männer wurden verletzt, der Fahrer der U-Bahn erlitt einen Schock. An dem Auto entstand Totalschaden. Rückkauf gefordert Der Marburger Oberbürgermeister Thomas Spies will dem Land Hessen 100 Millionen Euro für den Rückkauf des Uniklinikums Gießen Marburg zur Verfügung stellen. Die Privatisierung des Uniklinikums sei falsch gewesen. Es müsse wieder zurück zum Land. Die Belastungen seien für die Mitarbeiter schwer erträglich. Die Verhandlungen über eine neue Finanzierungsvereinbarung zwischen dem Land Hessen und der Rhön-Klinikum AG als Eigentümerin hätte noch immer kein Ergebnis gebracht. Der geltende Zukunftsvertrag läuft im Dezember aus. Sorgen ums Weihnachtsgeschäft Trotz des Wegfalls der Corona-Beschränkungen läuft das Weihnachtsgeschäft für das rheinland-pfälzische Gastgewerbe in diesem Jahr bis jetzt schlechter als erwartet. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des Branchenverbandes Dehoga hervor. Mehr als 60 Prozent der Betriebe bezeichneten den Stand der Buchungen und Reservierungen für Weihnachtsfeiern als schlecht oder sehr schlecht. Grund für die bislang geringe Nachfrage sei unter anderem die Inflation. Das Gastgewerbe hoffe jetzt auf Spätentschlossene. In unsicheren Zeiten werde oft kurzfristig gebucht.

  • Einzelhändler blicken skeptisch auf Radwegeausbau

    Einzelhändler blicken skeptisch auf Radwegeausbau

    Die Innenstädte sollen grüner werden. In immer mehr großen Städten bei uns gewinnt man den Eindruck, das Auto in der City ist für die Politik ein Auslaufmodell. Viele Frankfurter Einzelhändler machen sich daher Sorgen um ihre Zukunft. Zur Inflation, Energiekrise und zur Flaute im Handel gesellt sich nun noch ein weiteres Problem für sie: die Umbaupläne der Stadt. Denn Frankfurt soll deutlich fahrradfreundlicher werden. Wir schwingen uns erst mal aufs Rad und hören uns die Argumente der Fahrradfahrer an.

  • Mit Wasserstoff durch das Rhein-Main-Gebiet

    Mit Wasserstoff durch das Rhein-Main-Gebiet

    Bald soll die weltweit größte Flotte von emissionsfreien Wasserstoffzügen durch Hessen rollen – so steht es in der Pressemeldung des Rhein-Main-Verkehrsverbundes. Was groß klingt, ist zunächst aber noch ein überschaubares Projekt, das zeigt, dass wir nur in Trippelschritten vorankommen. Per Knopfdruck ins Wasserstoff-Zeitalter – so schnell geht es dann doch nicht. Aber immerhin erfolgt heute in Frankfurt ein kleiner Schritt in diese Richtung. Dieser Wasserstoffzug der Firma Alstom ist einer von 27 Zügen, die ab Dezember auf mehreren Strecken in der Region fahren werden. Damit sei ein wichtiger Anfang gemacht, sagt Bundesverkehrsminister Volker Wissing. Volker Wissing, FDP, Bundesverkehrsminister „Die Transformation hin zur klimaneutraler Mobilität wird jetzt Realität in Deutschland. Hier entsteht die größte Flotte an Wasserstoffzügen weltweit. Das ist wichtig, wir brauchen solche Pionier-Projekte, um ganz schnell unsere Klimaschutzziele zu erreichen. Deshalb fördere ich das mit 24 Millionen Euro und wir hoffen, dass es ganz schnell viele Nachahmer gibt.“ Der Zug wird von einer Brennstoffzelle angetrieben: In ihr reagiert Wasserstoff kontrolliert mit Sauerstoff – dadurch entsteht elektrische Energie, die den Zug bis auf 140 Stundenkilometer beschleunigen kann – ohne CO2-Emmissionen, der Zug gibt an die Umwelt nur Wasserdampf ab. In Hessen fahren bereits 75% der Züge elektrisch – wenn der gesamte Strom aus erneuerbaren Energien stammen würde, würden sie klimaneutral fahren. Aber viele Strecken können nicht elektrifiziert werden. Knut Ringat, Geschäftsführer Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) „Aber wo es sich wirtschaftlich nicht lohnt, eine neuen Oberleitung zu bauen, weil sie Bauwerke haben wie Tunnel etc., dort ist für uns der Wasserstoff die Alternative.“ Und hier kommt er her, der Wasserstoff: aus einer Tankstelle im Industriepark-Höchst. Dieser Wasserstoff ist aber nur sogenannter grauer Wasserstoff. Das bedeutet, dass für seine Produktion fossile Brennstoffe wie Kohle oder Erdgas genutzt werden. Nur wenn der Wasserstoff aus erneuerbaren Energien hergestellt würde, würde er als grüner Wasserstoff gelten – […]