Hessen

  • Handwerk klagt über Materialmangel

    Handwerk klagt über Materialmangel

    Seit dem letzten Jahr haben viele Branchen mit Material-Mangel zu kämpfen. Vor allem das Handwerk leidet unter den Liefer-Engpässen von Holz und Metall-Waren. Der Hessische Handwerkstag hat nun auf das vergangene Jahr zurückgeschaut und auch einen Ausblick auf das Jahr 2022 gewagt. In der Werkstatt von Harald Holtmann bleiben seit dem letzten Jahr öfter mal Möbelstücke länger stehen. Denn wie bei vielen seiner Kollegen auch, fehlt Arbeitsmaterial. Harald Holtmann (Schreinermeister): „Da haben wir das typische Beispiel. Hier sind die Auszüge schon montiert, ein Paar fehlt, wir wollten den Schrank schon länger ausliefern, warten jetzt schon seit zwei Wochen auf diese Auszüge und wissen aber noch nicht wann sie beikommen.“ Der Betrieb kann nur kleine Mengen an Material bestellen. Und das lässt dann oft sehr lange auf sich warten. Im vergangenen Jahr musste Holtmann seine Kunden immer wieder vertrösten. Harald Holtmann: „Die Probleme waren einfach nur Material zu beschaffen. Also das Material rechtzeitig zu beschaffen, dass wir unsere Termine dem Kunden gegenüber einhalten können. Und das hat sehr viel Manpower gekostet und Zeit, die man gerne für etwas anders investiert hätte.“ Für den Hessischen Handwerkstag ist das Problem ein wichtiges Thema. Denn die Lieferengpässe betreffen alle Handwerksbetriebe. Schuld sei die Corona-Pandemie. Stefan Füll (Präsident Hessischer Handwerkstag): „Die Gründe sind sicher die Wirtschaft die woanders vorher angelaufen ist als wieder in Europa. Und dadurch Materialien woanders abgerufen wurden, das hat die Materialien bei uns auch teurer gemacht und damit auch die Lieferzeiten deutlich verlängert.“ Für das kommende Jahr sieht der Hessische Handwerkstag noch keine Entspannung der Lage. Stefan Füll: „Wir wünschen uns dass es bergauf geht. Es ist aber ein bisschen ein Blick in die Glaskugel, weil wir natürlich nicht wissen inwieweit sich die Pandemie und weitere Lieferengpässe dann doch auf die Wirtschaft auswirken werden.“ Insgesamt spricht der Hessische Handwerkstag aber von […]

  • 400 Tonnen quer durch Frankfurt

    400 Tonnen quer durch Frankfurt

    Für Frankfurt war es der größte Schwertransport seit Jahren. Ein 400 Tonnen schwerer Strom-Transformator musste gestern Nacht quer durch die Stadt transportiert werden. Dabei wartete natürlich auch das eine oder andere Hindernis. Über 40 Meter lang und mit rund 400 Tonnen so schwer wie vier Einfamilienhäuser. Langsam bahnt sich der Transformator seinen Weg durch engste Straßen. Die rund 40 Transporteure und Polizisten kommen dabei aber erstmal schneller voran, als gedacht. Sven Daume, Einsatzleiter Polizei Frankfurt: „Es läuft! Es läuft, es läuft!“ Dabei sollte sich der Schwertransport eigentlich bereits eine Nacht früher in Bewegung setzen. Doch am Bahnhof im Frankfurter Osten, wo der Transformator aus Mönchengladbach ankam, gab es beim Verladen Probleme mit der Hydraulik. Gestern Nacht um 22 Uhr geht es dann endlich los. 10 Kilometer sind bis zum Ziel, dem Umspannwerk Frankfurt Nord. Doch nach einer Stunde gibt es einen ersten Haken: Eine Bahnstrecke, und die ist noch in Betrieb. Eine längere Pause für den Schwertransporter. Sven Daume, Einsatzleiter Polizei Frankfurt: „Weil wir den Bahnübergang erst um 1 Uhr überqueren dürfen. Und wir haben es jetzt kurz vor 11.“ Genug Zeit, um ein zweites kleines Problem zu beseitigen. Ein Dübel ragt aus den Gleisen und lässt sich einfach nicht rausziehen. Am Ende muss die Flex-Maschine her. Kai Reinhardt, Transportleiter: „Der musste noch weggeflext werden, das war das kurze Problem daran. Dass wir uns die Reifen nicht kaputtfahren vom Transportfahrzeug. Damit es dann nahtlos weitergehen kann.“ Einsatzleiter Sven Daume und sein Team nehmen es sichtlich gelassen. Doch kaum dürfen die Gleise passiert werden, lauert schon die nächste Gefahr: Die Hochspannungsleitung der Straßenbahn. Die muss abgeschaltet sein, sonst könnte mehr als nur ein Funke überspringen. Markus Lieberknecht, Netzbetreiber Tennet: „Da muss auch die Spannungsfreiheit festgestellt werden, damit eben keine Spannung mehr am Fahrtrad liegt und es dementsprechend zu keinem Überschlag auf […]

  • Kabarettist wird Honorarprofessor

    Kabarettist wird Honorarprofessor

    Er gehört sicherlich zu den bekanntesten Ärzten Deutschlands, die Rede ist von Eckart von Hirschhausen. Der bekannte TV-Doktor und Comedian wird nun Honorarprofessor an der Universität in Marburg. Als Dozent will Eckart von Hirschhausen den Spagat zwischen Spaß und dem nötigen Ernst wagen. Immer mit einem Schmunzeln, so kennt man Eckart von Hirschhausen. Am Fachbereich Medizin der Philipps-Universität Marburg will er den Studierenden etwas über menschliche Kommunikation zwischen Arzt und Patienten mitgeben. Das macht er sogleich in seiner Antrittsvorlesung klar und zitiert dafür aus einem seiner Bücher: Ein Praxisbesuch aus Patientensicht. Dr. Eckart von Hirschhausen, neuer Honorarprofessor Universität Marburg: „Dann geht’s um die Ansprache: Wie werde ich aufgerufen? Persönlich vom Arzt – drei Punkte. Von der Sprechstundenhilfe mit Namen – zwei Punkte. Über Lautsprecher mit Namen – ein Punkt. Über Lautsprecher mit Diagnose – null Punkte. ‚Der Analabszess bitte in die Drei‘.“ Bekannt wurde Eckart von Hirschhausen als TV-Moderator und Comedian, durch eigene Stiftungen wie „Humor hilft Heilen“ oder gar als Zauberkünstler. Etwas Magie will der gebürtige Frankfurter auch in seinen Vorlesungen versprühen und Medizin und Patienten einander näher bringen. Dr. Eckart von Hirschhausen, neuer Honorarprofessor Universität Marburg: „Meine Kunst bestand immer darin, die Dinge erstmal zu recherchieren und dann so zu erzählen, dass jeder möglichst versteht: Aha, da steckt etwas dahinter, aber ich habe es trotzdem verstanden. Dass diese Kunst heute mit einer Professur geehrt wird, das macht mich fast sprachlos. Aber dann wäre ich ein schlechter Lehrender.“ Sprachlos ist Eckart von Hirschhausen bei seinem Antritt sicher nicht, schließlich hat er jahrelange Übung. In den vergangenen fünf Jahren hielt er in Marburg bereits Gastvorlesungen ab, bei denen die Hörsäle fast aus allen Nähten platzten. Seine Stelle als Honorarprofessor tritt der 54-Järige nun ehrenamtlich an. Vom neuen Thema sind die Studierenden begeistert, die persönlichen Wirkung als Arzt. Hanna Burow, Medizinstudentin: […]

  • Auch Hessen hat zukünftig ein Landesamt für Gesundheit

    Auch Hessen hat zukünftig ein Landesamt für Gesundheit

    Andere Bundesländer haben so etwas schon lange – ein Landesamt für Gesundheit. In Hessen gab es bisher nur solche für andere wichtige Themen wie Umwelt, Denkmalpflege oder Statistik. Nun, nach zwei Jahren Pandemie, will man aber auch in Hessen ein Landesamt für Gesundheit schaffen – wie der zuständige Gesundheitsminister Kai Klose heute in Wiesbaden bekanntgab. Eine neue Landesoberbehörde soll in Hessen entstehen, so die Neuigkeit der heutigen Pressekonferenz in der hessischen Staatskanzlei. Das neue Hessische Landesamt für Gesundheit (HLfG) soll als Bindeglied zwischen den 24 kommunalen Gesundheitsämtern und dem Sozialministerium fungieren und sich um Themen wie den Gesundheitsschutz der Bevölkerung und den öffentlichen Gesundheitsdienst kümmern. Dieser müsse verbessert und Grenzen zwischen einzelnen Behörden verringert werden – das habe die Corona-Pandemie gezeigt. Die neue zentrale Behörde werde dezentral, also an verschiedenen Standorten aufgestellt und aus schon vorhandenem Personal bestehen. zu Versetzungen werde es nicht kommen. Etwa 200 – 300 Mitarbeiter soll das neue Landesamt haben. Während sich die Landesregierung für die neue Behörde feiert, ist die Opposition nicht ganz so euphorisch. Die FDP-Landtagsfraktion habe schon länger angesichts der Pandemie Verbesserungen im Gesundheitswesen gefordert und sieht sich nun in ihrer Kritik bestätigt. Die Idee der neuen Stelle sei zwar nicht falsch, komme aber sehr spät. Yanki Pürsün, FDP, Abgeordneter Landtag Hessen „Zum einen haben wir zwei Jahre Pandemie, in der wir auch als Freie Demokraten die Landesregierung dafür kritisiert haben, dass der ÖGD nicht gut aufgestellt ist, und wir haben sogar vor der Pandemie darauf hingewiesen, aber es hieß immer: Alles ist gut und wenn, sind die Gesundheitsämter schuld. Anscheinend brauchen wir doch eine andere Struktur. “ Auch die AfD-Fraktion hat für neue Stelle Kritik übrig und fordert die Besetzung mit Fachkräften. Volker Richter, AfD, Abgeordneter Landtag Hessen „Die Gesundheitsämter und auch viele Ärzte haben sich tatsächlich Koordinationsstellen gewünscht, weil sie teilweise […]

  • Im Interview: Der hessische Gesundheitsminister Kai Klose

    Im Interview: Der hessische Gesundheitsminister Kai Klose

    Am Rande der Pressekonferenz zum neuen Landesamt für Gesundheit hatten wir die Gelegenheit zu einem Interview mit dem hessischen Gesundheitsminister. Eva Dieterle, Moderatorin: Herr Klose, guten Tag. Kai Klose, B’90 / Grüne, Gesundheitsminister Hessen: Guten Tag! Dieterle: Hessen errichtet ein neues Landesamt für Gesundheit. Andere Bundesländer haben das längst. Warum soll es das in Hessen erst jetzt geben? Klose: Nun, die Errichtung eines Landesamt für Gesundheit ist in Hessen auch in den letzten Jahren immer mal wieder diskutiert worden. Ich glaube, die Pandemie hat mit dazu beigetragen, dass die Erkenntnis doch gewachsen ist, dass es sinnvoll ist, eine solche Landesoberbehörde als Scharnier zwischen den kommunalen Gesundheitsbehörden und dem Ministerium zu haben. Und deshalb freue ich mich, dass die Koalition meinem Vorschlag gefolgt ist, dieses Landesamt für Gesundheit jetzt auch zu schaffen. Dieterle: Ist das am Ende nicht nur ein weiteres Amt, dem man den schwarzen Peter zuschieben kann, wenn wieder was schiefgeht? Klose: Nein, ganz im Gegenteil, es geht ja darum, die Gesundheit, den Gesundheitsschutz noch effektiver und effizienter zu organisieren, als das bisher der Fall war. Wir bündeln vor allem Kräfte, die sich bisher auch schon mit dem Bereich Gesundheitsschutz, Infekitionsschutz und so weiter, Gesundheitsberichterstattung, beschäftigen und bündeln sie in diesem neuen Landesamt für Gesundheit, sodass jetzt keine große neue Behörde entsteht, sondern vor allem Kräfte zusammengezogen und besser organisiert werden, als das bisher der Fall war. Dieterle: Das neue Landesamt soll erst Anfang 2023 aktiv werden. Wir sind ja aber mitten in der Pandemie. Was wird jetzt dafür getan, dass die überforderten Gesundheitsämter schnell wieder handlungsfähig sind? Klose: Wir arbeiten ja schon seit zwei Jahren sehr gut und intensiv mit den Gesundheitsämtern zusammen und unterstützen sie auch seitens des Ministeriums an allen Ecken und Enden. Ich glaube, das wird auch durchaus seitens der Gesundheitsämter genauso gesehen und wir […]

  • Qualitätsunterschiede bei Schnelltests

    Qualitätsunterschiede bei Schnelltests

    Für viele sind sie angesichts der aktuellen Corona-Lage – neben dem Impfen – wieder DAS Mittel der Wahl. Schnelltests. Doch das Angebot an unterschiedlichsten Schnelltestzentren und Selbsttests ist inzwischen fast schon unübersichtlich groß geworden. Und viele stellen sich die Frage: Wie zuverlässig sind diese Tests eigentlich? Ob für den Restaurant-Besuch oder einen Abend im Kino: Der Andrang an den Teststellen ist groß. Aktuell sind in Deutschland rund 590 erstattungsfähige Tests für die Zentren auf dem Markt. Bei den Selbsttests sind es etwa 40. Alle diese Produkte haben entweder eine CE-Kennzeichnung oder eine Sonderzulassung. Doch die basiert in der Regel auf Herstellerangaben. Eine stichprobenartige Untersuchung des Paul-Ehrlich-Instituts zeigt: 20 Prozent davon fallen durch. Selbst bei einer sehr hohen Viruslast schlagen sie oft nicht an. Ein Unding, findet die Verbraucherzentrale. Sabine Strüder, Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz „Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist es wichtig, eine gute Orientierung zu haben, welche Schnelltests denn wirklich sensitiv sind und deshalb braucht man eine umfassende Testung aller auf dem Markt befindlichen Schnelltests, nicht nur stichprobenhaft und das muss das Paul-Ehrlich-Institut schnellstmöglich gewährleisten.“ Die Ergebnisse der Stichprobenuntersuchung hat das Paul-Ehrlich-Institut auf seiner Website in zwei Tabellen veröffentlicht. Durchgefallene Tests sind nicht länger erstattungsfähig und daher nicht mehr im Zentrum einsetzbar. Doch auch unter den Tests, die bestanden haben, gibt es qualitative Unterschiede. Sabine Strüder, Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz „Diese Liste ist aber für Verbraucherinnen und Verbraucher schwer nachvollziehbar, weil ich jetzt gar nicht weiß, was bedeuten diese Zahlen darin. Hier würden wir uns dringend wünschen, dass klar wird, was getestet wurde, bei welchen Viruslasten getestet wurde, damit man auch erkennen kann, welcher Test wirkt bei einer sehr hohen Viruslast, welcher wirkt auch noch bei einer hohen Viruslast und welcher zeigt eben, dass die Viruslast nicht mehr vorhanden ist.“ Laut Paul-Ehrlich-Institut komme es darauf gar nicht so genau an. Die Schnelltests, die die […]

  • „Pushback“ ist das Unwort des Jahres 2021

    „Pushback“ ist das Unwort des Jahres 2021

    Das „Unwort des Jahres“ lautet „Pushback“. Mit dem Begriff werden ein menschenfeindlicher Prozess des Zurückdrängens von Flüchtenden an den Grenzen beschönigt. Das teilte eine Jury aus Sprachwissenschaftlern heute in Marburg mit. Wenn in Deutschland von „Pushback“ die Rede ist, dann meist im Zusammenhang mit Flüchtlingen, die am Grenzübertritt gehindert werden: So wie hier an der Grenze zwischen Polen und Weißrussland. Die Gewalt und die möglichen Folgen wie Tod durch Erfrieren oder Ertrinken, die mit dem Akt des Zurückdrängens verbunden sein könnten, würden mit dem verharmlosenden Begriff „Pushback“ vollkommen ausgeblendet, begründet die Jury heute ihre Entscheidung. Prof. Dr. Constanze Spieß, Institut für Germanische Sprachwissenschaft Marburg „Die Jury kritisiert diesen Ausdruck, weil er beschönigt, weil er diese menschenfeindliche Praxis beschönigt. Also, die Menschen werden ja gehindert, ein Menschenrecht, ihr Grundrecht auf Asyl, wahrzunehmen. Ihnen wird ein faires Asylverfahren damit vorenthalten. Und mit diesem Ausdruck, der aus dem Englischen stammt, wird das noch verstärkt, dieses Beschönigende. Weil die Personen, die es betrifft, vollkommen in den Hintergrund treten. Sie werden überhaupt nicht erwähnt.“ Eine sechsköpfige Jury vorrangig aus Sprachwissenschaftlern hatte das Unwort des Jahres zuvor aus mehr als 1.300 eingereichten Vorschlägen ausgewählt. Gesucht werde jeweils ein Begriff, der in besonders eklatanter Weise gegen das Prinzip der Menschenwürde oder der Demokratie verstoße, einzelne gesellschaftliche Gruppen diskriminiere – und beschönigend, verschleiernd oder gar irreführend sei.

  • „Pushback“ ist Unwort des Jahres 2021 – der Kommentar von Richard Kremershof

    „Pushback“ ist Unwort des Jahres 2021 – der Kommentar von Richard Kremershof

    Eine klare Meinung zur Kürung der für die Jury unangemessenen Wörter hat jetzt unser „17:30 Sat.1 live“-Chefredakteur Richard Kremershof. Hier ist sein Kommentar. Wenn ich ein „Unwort des Jahres“ küren würde, dann hieße dies schlicht und einfach „Unwort“. Warum? Weil ich mich daran störe, dass Worte zum Unwort bestimmt werden und dies von einer gerade mal sechsköpfigen Jury. Was diese legitimiert, das „Unwort des Jahres“ zu bestimmen, erschließt sich mir jedenfalls nicht. Im konkreten Fall kann ich nicht erkennen, wieso der englische Begriff „Pushback“ irgendetwas beschönigen könnte. Ich finde, er klingt unfreundlich und abwehrend, was Pushbacks in der Realität ja auch überwiegend sind. Erfolgen diese nun legal oder illegal an Europas Grenzen? Auf Platz zwei landete übrigens der Begriff „Sprachpolizei“. Er, so die Jury, unterstelle, es gebe eine Instanz, die über die Einhaltung von Sprachregeln wache. Nun die Kür eines Wortes zum Unwort ist, bei Lichte betrachtet, ja auch nur der erste Schritt dahin, den Gebrauch von Sprache vorzuschreiben. Insofern war die Jury beim Wort „Sprachpolizei“, wiewohl unfreiwillig, recht nahe bei ihrem eigenen Geschäft, der jährlichen Benennung eines Wortes zum „Unwort des Jahres“.

  • Proteste gegen die Corona-Regeln

    Proteste gegen die Corona-Regeln

    Nicht nur das Coronavirus verändert sich: Auch die Maßnahmen gegen das Virus ändern sich ständig – und damit auch der Protest gegen die Maßnahmen. Kritiker der Corona-Politik nennen ihre Demonstrationen seit einigen Wochen „Spaziergänge“. Mit diesem harmlos klingenden Label wollen Protestler erreichen, dass mögliche Corona-Auflagen ihre Demonstrationen einschränken. Aber: Ab wann wird ein „Spaziergang“ zu einer Demo – und wer spaziert da eigentlich alles mit? Fulda, gestern Abend gegen 19 Uhr: Auch am zweiten Montag 2022 demonstrieren Gegner der Corona-Maßnahmen friedlich in der Stadt. „Spaziergang“ nennen sie den Protest. Eine Bezeichnung, die die Polizei so gestern Abend nicht gelten ließ. Ulrich Weber, Polizeipräsidium Osthessen „Es war heute, im Lauf des Abends kam es zu einer nicht angemeldeten Versammlung in Fulda, die in der Spitze mit bis zu 1.000 Personen belegt war. Die Versammlungsteilnehmer haben sich auf der Ochsenwiese getroffen, sind dann Richtung Petersberger Straße gelaufen. Nach Rücksprache mit der Versammlungsbehörde wurde entschieden, dass es eine Versammlung sei.“ Kein spontaner Spaziergang also, sondern eine Versammlung. Laut Grundgesetz gilt: „Alle Deutschen haben das Recht, sich ohne Anmeldung oder Erlaubnis friedlich und ohne Waffen zu versammeln.“ Laut Grundgesetz gilt aber auch: Das Grundrecht kann durch andere Gesetze eingeschränkt werden – Versammlungen müssen deshalb eben doch meistens bei den Behörden angemeldet werden. Viele Spaziergänge sind nicht angemeldet. Das Demonstrationsrecht kann auch eingeschränkt werden, wenn die öffentliche Sicherheit gefährdet ist – in einer Pandemie bedeutet das: Bei Demonstrationen gelten Corona-Regeln, wie die Maskenpflicht. Da sich aber viele Demonstranten in Fulda nicht an die Regeln hielten, musste die Polizei viele Personalien aufnehmen. Und Fulda war kein Einzelfall: Hessenweit demonstrierten gestern rund 15.000 Menschen, in Rheinland-Pfalz mehr als 10.000. Aber: Wer sind diese Menschen überhaupt und wogegen demonstrieren sie? Professor Markus Linden, Politikwissenschaftler „Das ist ein sehr heterogenes Protestgeschehen, das ist auch unterschiedlich je nach Landesteil: Im […]

  • Im Interview: Der hessische SPD-Fraktionsvorsitzende Günter Rudolph

    Im Interview: Der hessische SPD-Fraktionsvorsitzende Günter Rudolph

    Seit etwa einem Monat hat die Hessische SPD-Fraktion einen neuen Vorsitzenden. Nach der Entsendung seiner Vorgängerin Nancy Faeser nach Berlin als Bundesinnenministerin muss sich die größte Oppositionsfraktion in Wiesbaden neu aufstellen. Ihr neuer Chef ist ein alter Bekannter: Günter Rudolph, der heute bei zu Gast ist. So lang ist es noch nicht her, dass Günter Rudolph Nancy Faeser zur Wahl als Fraktionschefin gratulierte. Gut zwei Jahre später steht er selbst an ihrer Stelle. Kurz vor Weihnachten setzt er sich knapp gegen seine Fraktionskollegin Lisa Gnadl durch. Günter Rudolph, SPD, Fraktionsvorsitzender Landtag Hessen, am 14.12.2021 „Bei Personalentscheidungen ist das manchmal so und das ist ein demokratischer Prozess. Wer antritt, will gewinnen, und das ist so. Und jetzt werden wir gemeinsam daran arbeiten, die SPD wieder als stärkste Kraft zu etablieren. Die Umfragen sehen gut aus, jetzt wollen wir aus den Umfragen Wahlergebnisse machen und Herrn Bouffier in den wohlverdienten Ruhestand schicken.“ Der 65-Jährige ist der dienstälteste Sozialdemokrat in Hessen. Seit 1995 sitzt er im Landtag. Er ist der einzige SPD-Abgeordnete, der schon im Parlament war, als zuletzt Sozialdemokraten in Hessen regierten. Seitdem hat er unter mehreren Fraktionschefs gedient – zuletzt fast dreizehn Jahre als Parlamentarischer Geschäftsführer, also als Manager der Fraktion. Der Nordhesse gilt als scharfzüngiger Debattenredner. Zuhause ist er vor allem in der Innenpolitik. In mehreren Untersuchungsausschüssen war er Obmann der SPD, zurzeit in dem Ausschuss, der den Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübke untersucht. Größere Ambitionen werden ihm nicht nachgesagt. Dass er der Landesvorsitzenden Nancy Faeser die Spitzenkandidatur bei der Landtagswahl 2023 streitig machen könnte, gilt als ausgeschlossen. Eva Dieterle, Moderatorin: Jetzt begrüße ich ihn live bei mir im Studio, den SPD-Fraktionsvorsitzenden Günter Rudolph. Guten Abend. Günter Rudolph, SPD, Fraktionsvorsitzender Hessen: Schönen guten Abend! Guten Abend. Dieterle: Herr Rudolph, Sie sind seit 25 Jahren Abgeordneter der SPD. Sie haben […]

  • Weltmeisterinnen in Sportaerobic

    Weltmeisterinnen in Sportaerobic

    Woran denken Sie, wenn Sie den Begriff Sportaerobic hören? Vermutlich nicht an Leistungssport, sondern eher an einen Freizeitkurs. Wir stellen Ihnen jetzt zwei junge Frauen vor, die das Ganze hochprofessionell betreiben. Annika Junck und Lilli Kaiser sind Weltmeisterinnen im Sportaerobic und wir haben die beiden bei ihrem harten Training besucht. Die Freude ist riesig, als Annika und Lilli das Juryvotum erfahren. Als Außenseiter können sich die beiden bei der Sportaerobic-Weltmeisterschaft überraschend gegen die starken Australierinnen durchsetzen. Die WM wurde in diesem Jahr als Online-Event ausgetragen. Die Siegerehrung verfolgen die Teilnehmerinnen deshalb bei sich zu Hause. Bereits Wochen zuvor mussten Sie ihre Choreografie als Video einreichen. Annika Junck, Sportaerobic-Weltmeisterin „Da hatten wir Unterstützung von Freunden die das aufgenommen haben. Und wir haben es einige Male versucht aufzunehmen und dann war eben einmal dabei, wo wir mit uns und unseren Elementen zufrieden waren. Und das haben wir dann eingeschickt.“ Über ein Jahr haben die beiden Freundinnen ihre Choreo einstudiert. Die verschiedenen Elemente erfordern Kraft und Konzentration. Denn Sportaerobic wird oft unterschätzt. Lilli Kaiser, Sportaerobic-Weltmeisterin „Wenn man Leuten erzählt, dass wir Sportaerobic machen, das assoziieren die meisten mit irgendwelchen Steps, wo man mal hoch und runter steigt, und die wenigsten die Sportart so, wie sie wirklich ist. Ich versuche es immer zu erklären mit einer Mischung aus Turnen und Tanzen, aber mit vielen fitnesslastigen und dynamischen Elementen. Aber ich glaube, die wenigsten können sich wirklich etwas darunter vorstellen, bevor sie es dann wirklich gesehen haben und es wird auch von den meisten sehr unterschätzt.“ Lilli und Annika trainieren vor einem Wettkampf fünfmal die Woche bis zu drei Stunden. Die Choreografie entwickelt das Duo dabei selbst. Lilli übernimmt auch die Trainerrolle. Denn sie leitet an der Sportschule in Bad Homburg auch einen Sportaerobic-Kurs für Jugendliche. Lilli Kaiser, Sportaerobic-Weltmeisterin „Also wir springen ab. Füße zeigen […]

  • Kürzere Quarantäne- und Isolationszeiten noch nicht in Kraft

    Kürzere Quarantäne- und Isolationszeiten noch nicht in Kraft

    Die Corona-Lage spitzt sich weiter zu. Die sehr ansteckende Omikron-Variante ist auf dem Vormarsch und mittlerweile für einen Großteil der Corona-Neuinfektionen verantwortlich. Auch in Hessen und Rheinland-Pfalz hat das Folgen. In der Innenstadt ist es nicht zu übersehen – Offenbach ist mal wieder Corona-Hotspot. Das heißt: Maskenpflicht und Alkoholverbot, Bordelle müssen schließen. In den Innenbereichen von Gastronomie und Sportstätten haben nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt, die zusätzlich einen negativen Schnelltest vorlegen können. Ausgenommen sind Geboosterte. Annett Henneboh, Mitarbeiterin Gastromie „Ich arbeite in der Gastronomie und da ist die 2G+-Regel nicht gerade gut, weil es bleiben die Gäste aus.“ Suad Dervisevic, Gartenlandschaftsbauer „Es geht mir eigentlich zu weit. Ich hab mich auch nur impfen lassen, weil man sich impfen lassen muss, sonst kann man ja am täglichen Leben nicht teilnehmen.“ Werner Könnel, Rentner „Ich kann das verstehen, weil das bundesweit ist. Es ist ja nicht nur Offenbach.“ Auch Fulda, Darmstadt und Wiesbaden sind bereits Corona-Hotspots. Mit einer Inzidenz von 653,4 ist die Stadt Frankfurt aktuell aber der traurige Spitzenreiter in Hessen und Rheinland-Pfalz. Dr. Peter Tinnemann, Leiter Gesundheitsamt Frankfurt „Wir bemühen uns weiterhin, und das klappt natürlich vor der Anzahl der Fälle derzeit immer schwieriger, auch die Personen, die betroffen sind – die Infizierten – tagesaktuell dann auch weiterhin zu informieren. Da haben wir im Moment ein – zwei Tage Rückstand, aber wir optimieren da noch unsere Systeme.“ Omikron gilt als ansteckender als bisherige Virusvarianten, sodass Experten innerhalb von kurzer Zeit mit einer hohen Anzahl an Infektionen rechnen. Die Regierungschefs von Bund und Ländern haben deshalb am Freitag Verschärfungen der Corona-Schutzmaßnahmen beschlossen. 2G+ in der Gastronomie gilt bundesweit dann nicht nur in Hotspots, sondern flächendeckend – wie das in Rheinland-Pfalz schon länger der Fall ist. Da Omikron-Infizierte nach derzeitigen Erkenntnissen aber weniger lang infektiös sind, werden die Quarantäne- und Isolationsregeln […]

  • Der 17:30-Corona-Ticker

    Der 17:30-Corona-Ticker

    Hessischer Schulstart in Präsenz — Paul-Ehrlich-Insitut erstellt Schnelltest-Liste mit Fokus auf Omikron — Tarek Al-Wazir mit Corona infiziert Schulstart in Präsenz. Heute hat in Hessen die Schule wieder begonnen. Wie schon vor den Weihnachtsferien findet der Unterricht in Präsenz statt. Damit es dabei bleiben kann, gilt in den Schulgebäuden eine Maskenpflicht, auch am Sitzplatz. Nicht vollständig geimpfte Schüler müssen sich dreimal pro Woche auf das Corona-Virus testen lassen. Wie zuverlässig sind Corona-Schnelltests? Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat hat das Paul-Ehrlich-Institut mit Sitz im hessischen Langen beauftragt, eine Liste mit den Corona-Schnelltests zu erstellen, die für die Omikron-Variante besonders gut geeignet sind. Dadurch soll das Risiko minimiert werden, dass sich das Virus unbemerkt ausbreitet. Schon im Dezember hatte das Institut eine Liste veröffentlicht, die die Sensitivität und damit die Zuverlässigkeit der Schnelltests einordnet, damals mit Fokus auf die Delta-Variante. Hessischer Wirtschaftsminister mit Corona infiziert. Hessens stellvertretender Ministerpräsident und Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir ist trotz Booster-Impfung positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Das hat sein Ministerium heute mitgeteilt. Er befinde sich in häuslicher Quarantäne und habe bisher keine Symptome.

  • Immer mehr gefälschte Impfausweise

    Immer mehr gefälschte Impfausweise

    Für Ungeimpfte wird es immer schwerer, am öffentlichen Leben teilzunehmen. Die einfachste Lösung wäre, sich impfen zu lassen. Doch immer wieder schrecken Menschen, die sich partout nicht impfen lassen wollen, auch nicht davor zurück, Impfpässe zu fälschen. Ein Hersteller von Stempeln aus Bad Homburg schlägt jetzt Alarm: Er bekommt immer mehr dubiose Aufträge. Eigentlich müsste Matthias Gronkiewicz sich freuen. Sein Laser, mit dem er Stempel herstellt, steht kaum noch still. Wären da nicht viele Aufträge, die ihm verdächtig vorkommen. Matthias Gronkiewicz, Stempelhersteller aus Bad Homburg „In den letzten vier Monaten haben wir insgesamt dreihundert Bestellungen gekriegt von Impfzentren, Arztstellen, Testzentren. Wir produzieren auch für Ärzte, aber die bestellen natürlich ihre Stempel und lassen sich die in die Praxis liefern und nicht an private Adressen. Der Arzt ist in Norddeutschland und der Besteller ist in Süddeutschland, das ist schon sehr ungewöhnlich.“ Bei den Behörden beißt er allerdings auf Granit. Das Bestellen und Herstellen von Stempeln ist erlaubt – egal was drauf steht. Also kann jeder der will sich einen Arztstempel anfertigen. Die Frage ist nur, was man dann damit anfängt. Den Schwarzen Peter haben also die Apotheken, die die digitalen Impfzertifikate ausstellen. Die müssen prüfen, ob die Stempel auch echt sind. Leandra Maier, Apothekerin aus Frankfurt „Leider haben wir jetzt in den letzten Monaten nach auch Einführung der 2G-Pflicht in Gastro und auch beim Einkaufen gemerkt, dass es leider zu einer sehr großen Zunahme kam wieder an gefälschten Impfpässen. Wir haben schon so unsere Eckpunkte die wir immer überprüfen und sind auch geschult in der Überprüfung der Impfpässe, sodass es uns eigentlich zu 100 Prozent auffällt, wenn da was nicht stimmt.“ Einfacher wäre es, wenn Impfzentren und Impfärzte das Zertifikat direkt ausstellen würden. Doch da das vielerorts nicht geschieht, bleibt das gelbe Impfheft das entscheidende Dokument – und die Schwachstelle. Matthias […]

  • Weitere Nachrichten im Überblick

    Weitere Nachrichten im Überblick

    „Corona-Lücke“ bei Steuereinnahmen — Mehr Geld für rheinland-pfälzische Beamte — Luftverkehr erholt sich nur langsam — Gerhard Trabert kandidiert bei der Wahl des Bundespräsidenten „Corona-Lücke“ bei Steuereinnahmen Obwohl die kommunalen Steuereinnahmen wieder steigen, fehlen den Städten und Gemeinden in Hessen wegen der Corona-Pandemie mehrere Milliarden Euro. Der hessische Städte- und Gemeindebund bezifferte heute die Lücke bei den kommunalen Einnahmen auf 4,7 Milliarden Euro für die Jahre 2020 bis 2023. Dabei stiegen die Ausgaben etwa für Löhne und Bauvorhaben weiter. Auch die Nachfrage nach kommunalen Leistungen wie der Kinderbetreuung wachse. Die finanzielle Unterstützung durch den Bund und das Land könne nur einen Teil der Einnahmeeinbußen abfedern. Mehr Geld auch für Beamte In Rheinland erhalten die Beamten, Richter und Pensionäre zum 1. Dezember 2022 2,8 Prozent höhere Bezüge. Außerdem gibt es eine steuerfreie Corona-Sonderzahlung von 1.300 Euro für Beamte im aktiven Dienst. Wie das Finanzministerium heute mitteilte, habe der Ministerrat einen entsprechenden Gesetzesentwurf gebilligt. Er basiere auf dem Tarifabschluss für die Angestellten des Landes. Die Erhöhung der Bezüge inklusive der Corona-Sonderzahlung koste das Land in diesem Jahr rund 92 Millionen Euro. Im kommenden Jahr würden rund 160 Millionen Euro anfallen. Dazu kämen noch Sonderzuschläge unter anderem für Familien mit drei und mehr Kindern in Höhe von jährlich rund 14 Millionen Euro. Luftverkehr erholt sich nur langsam Die Zahl der Flugbewegungen ist im vergangenen Jahr nur um rund 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Wie die Deutsche Flugsicherung in Langen heute mitteilte, kontrollierte sie rund 1,7 Millionen Starts, Landungen und Überflüge. Das sei knapp die Hälfte des Niveaus vor der Corona-Krise. Viele interkontinentale Ziele hätten wegen der pandemiebedingten Reisebeschränkungen weiter nicht oder nur sehr eingeschränkt angeflogen werden können. Auch der innerdeutsche Flugverkehr sei mangels Nachfrage stark zurückgegangen. Kandidat für Bundespräsidentenwahl Die Linke hat den Mainzer Sozialmediziner Gerhard Trabert als ihren Kandidaten für die […]