Hessen

  • Weitere Nachrichten im Überblick

    Weitere Nachrichten im Überblick

    Mutmaßlicher Mörder wieder in Haft — Milliarden für Kommunen — Tafeln brauchen finanzielle Hilfe Mutmaßlicher Mörder wieder in Haft Im Oktober hatte das Oberlandesgericht Zweibrücken einen mutmaßlichen Sexualmörder wegen zu langer Prozessdauer aus der Untersuchungshaft entlassen. Jetzt sitzt der 19jährige Tatverdächtige wieder hinter Gittern. Das hat die Staatsanwaltschaft Frankenthal heute mitgeteilt. Es bestehe die Gefahr, dass der Mann wieder eine ähnliche Tat begehen könnte. Er soll im März 2020 eine 17-Jährige an einem Weiher in Ludwigshafen vergewaltigt und ermordet haben. Seitdem saß er in Untersuchungshaft. Im August hatte das Landgericht Frankenthal ihn zu einer Jugendstrafe von zehn Jahren Haft verurteilt. Allerdings ist das Urteil noch nicht rechtskräftig. Die Freilassung des Mannes war auf breite Kritik gestoßen. Milliarden für Kommunen Der kommunale Finanzausgleich in Hessen erreicht ein neues Rekordniveau. Das hat Finanzminister Michael Boddenberg heute bei Veröffentlichung der Planungsdaten mitgeteilt. 2023 werde das Gesamtvolumen auf knapp 6,9 Milliarden Euro steigen. Das seien 435 Millionen Euro mehr als in diesem Jahr. Bei 28 Städten und Gemeinden liege die Steuerkraft weit über dem Landesdurchschnitt. Sie zahlen seit 2016 eine Solidarumlage an die ärmeren Kommunen. Tafeln brauchen finanzielle Hilfe Die Tafeln in Rheinland-Pfalz fordern mehr Unterstützung vom Land. Die steigenden Preise für Energie und Benzin würden hohe Mehrkosten für sie verursachen. Anfang Oktober hätten sie deshalb das Sozialministerium um finanzielle Hilfe gebeten. Eine Reaktion sei bislang ausgeblieben. Die 55 Tafeln im Land hätten noch nie so vielen bedürftigen Menschen geholfen wie derzeit. Sie trügen damit dazu bei, den sozialen Frieden im Land zu wahren.

  • Rettungskräfte schlagen Alarm

    Rettungskräfte schlagen Alarm

    Die Rettungskräfte schlagen Alarm. Das Deutsche Rote Kreuz sieht seine Rettungswagen an der Überlastungsgrenze. 450 Einsätze allein in Frankfurt jeden Tag. Das Problem: immer mehr Notrufe, die eigentlich gar keine Notfälle sind. Wir haben zwei Rettungssanitäter bei ihrem täglichen Einsatz begleitet. Alarm in der Rettungswache Frankfurt Bergen-Enkheim. Für die Sanitäter Julian Heilmann und Katharina Huck beginnt der Einsatz. Mit dem Krankenwagen geht es zum gemeldeten Einsatzort, erste Details bekommen die beiden digital zugeschickt. Die zentrale Leitstelle gibt ihnen aber schon mit auf den Weg: Der Einsatz ist als „nicht dringlich“ eingestuft. Julian Heilmann, Notfallsanitäter „Okay, also: einmal Atemprobleme. Dann steht da beim Ehemann: mit Covid und bekanntem Asthma. Da bin ich mal gespannt.“ Patient „mit Covid“, das bedeutet für die beiden Notfallsanitäter: neben den FFP2-Masken auch Schutzfolien überziehen. Aus medizinischen Sicherheitsgründen muss unser Kamerateam draußen bleiben. Ein über 80-jähriger Corona-Infizierter klagt über Schwindel beim Treppensteigen, seine Frau hat aus Angst den Notruf gewählt. Doch schon nach wenigen Minuten Entwarnung: Kein Fieber, keine schwerwiegenden Symptome – Fehlalarm. Julian Heilmann, Notfallsanitäter „Aber er hat halt die typischen Sachen wie Erkältungs- und Grippesymptome und fühlt sich nicht so wohl. Er ist jetzt aber ansonsten stabil. Sie hätte theoretisch ihren Hausarzt kontaktieren können. Wir wissen alle, wie die Lage da ist. Die haben auch viel zu tun, die Wartezimmer sind voll. Aber prinzipiell ist das jetzt eine Behandlung, die ein Hausarzt durchführt.“ Für die beiden Sanitäter heißt es nun: Alle Geräte desinfizieren, ein erstes Protokoll schreiben und dem Patienten übergeben – nach einem letztlich unnötigen Einsatz. Dann geht es zurück zur Rettungswache. Bei der zentralen Einsatzstelle in Frankfurt gehen jährlich 130.000 Alarmmeldungen ein, Tendenz steigend. Diesen Sommer waren es 600 Einsätze pro Tag – neuer Rekord. Zu oft sind es keine wirklichen Notfälle, das Rote Kreuz stößt an seine Grenzen, um wirklich lebensbedrohliche Situationen […]

  • Hessen will Corona-Isolierung aufheben

    Hessen will Corona-Isolierung aufheben

    Lange wurde darüber diskutiert, jetzt ist es beschlossene Sache. Hessen lockert die Quarantäneregeln deutlich, die Isolationspflicht soll aufgehoben werden. Denn im Umgang mit der Pandemie sei jetzt eine neue Phase nötig. Bis jetzt galt die Regel: Wer sich mit Corona infiziert hat, der muss mindestens fünf Tage lang zu Hause bleiben. Diese Isolationspflicht soll jetzt in Hessen, Baden-Württemberg, Bayern und Schleswig-Holstein wegfallen. Für den hessischen Gesundheitsminister Kai Klose ist diese Maßnahme vertretbar, solange das derzeit vorherrschende Omikron-Virus nicht durch eine gefährlichere Variante abgelöst werde. Denn viele Menschen seien mittlerweile geimpft oder hätten eine Infektion durch gemacht. Kai Klose, Bündnis 90 / Die Grünen, Gesundheitsminister Hessen „Wir haben jetzt seit mehreren Monaten ein relatives stabiles Geschehen mit der Omikron-Variante, die zwar erst zu mehr Infektionen geführt hat – die sind ja auch wieder am Abflauen –, aber eben nicht zu schweren Krankheitsverläufen. Das heißt, eine Überlastung des Gesundheistwesen droht nicht. Und das ist die Begründung, wie wir eine solche Einschränkung von Freiheitsrechten wie die Isolationspflicht begründen konnten.“ Die Details müssen jetzt noch ausgearbeitet werden. Möglich ist, dass Menschen, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, ihr Haus nur noch mit FFP2-Maske verlassen sollen und zum Beispiel Kitas oder Pflegeheime gar nicht betreten dürfen. Im Nachbarland Rheinland-Pfalz hatte der dortige Gesundheitsminister Clemens Hoch bereits im Oktober die Isolationspflicht als nicht mehr zeitgemäß bezeichnet – aus dem Ministerium heißt es heute: „Rheinland-Pfalz begrüßt weiterhin, dass hierüber erneut diskutiert werden soll, befürwortet in dieser Frage aber ein möglichst einheitliches Vorgehen.“ Keine Isolationspflicht mehr – wie kommt das bei den Menschen an? Wir haben uns am Nachmittag in der Wiesbadener Innenstadt umgehört. Kevin Küchler, Auszubildender „Da sollte man generell vielleicht einfach ein bisschen sensibilisieren, dass man auch nicht mit einer Grippe arbeiten geht. Man selten einfach generell zuhause bleiben, wenn man krank ist.“ Beate Moritz, […]

  • Neues Unterrichtsfach „Digitale Welt“

    Neues Unterrichtsfach „Digitale Welt“

    Die Digitalisierung – sie beeinflusst und verändert unser gesamtes Leben. Sie bietet Chancen, birgt aber auch Risiken, besonders bei jungen Menschen. Das Land Hessen probt an zwölf Schulen seit diesem Schuljahr das neue Unterrichtsfach „Digitale Welt“. Die Schüler sollen selbst programmieren und das kreative Potential der Digitalisierung kennenlernen, genauso aber auch die Gefahren im Internet. Kultusminister Alexander Lorz hat heute eine der teilnehmenden Schulen besucht, um zu schauen, wie kommt das neue Schulfach denn so an? Tippen diese Hände irgendwann mal den Code für eine geniale App? Steckt in diesen Köpfen vor den Bildschirmen vielleicht der nächste Steve Jobs? Neue Informatiker durch das neue Schulfach „Digitale Welt“ kämen ihm sicher gelegen – Kultusminister Alexander Lorz. Hier am Frankfurter Adorno-Gymnasium betont er, wie wichtig Digitalisierung in der Bildung für die Zukunft sei. Alexander Lorz, CDU, Kultusminister Hessen „Dieses Fach bündelt wie unter einem Brennglas die Herausforderungen der modernen Gesellschaft. Die Herausforderungen der Digitalität, auch die Chancen und Möglichkeiten der Digitalität. Und die ökonomischen Herausforderungen, denn es geht ja auch darum, dass wir weiterhin so gut leben wollen wie bisher.“ Seit dem Sommer proben zwölf Schulen das Fach in Klassen der Jahrgangsstufe 5. Rund 1.000 Schüler beschäftigen sich mit Computerprogrammen, aber auch Cyberkriminalität und Datenschutz. So erfahren die Schüler, dass sie besser nicht vor laufender Kamera ihr Handy entsperren wie US-Rapper Kanye West – mit dem Passwort 000000. Elisha „Wir haben gelernt, wie man ein gutes Passwort erstellen kann, was auch sicher ist, was man sich auch merken kann, wo man sich nicht so ganz leicht einloggen kann oder es hacken kann.“ Katharina „Ich würde gerne noch lernen, wie man etwas programmiert beispielsweise.“ Lukas „Ich will auch lernen, zu coden, wie Katharina schon gesagt hat, aber auch wie man richtig rumtippt, weil ich mach das immer mit dem Finger einzeln auf die […]

  • Sporttalk mit Thorsten Arnold

    Sporttalk mit Thorsten Arnold

    Letzter Bundesliga-Spieltag 2022 und ein Rhein-Main-Duell – damit beschäftigt sich heute unser Sportreporter. Eva Dieterle, Moderatorin: Und wir kommen zum Fußball, wo heute tatsächlich schon der letzte Bundesliga-Spieltag in diesem Jahr ansteht, denn Ende nächster Woche startet ja die Weltmeisterschaft in Katar. Und bei mir im Studio ist deshalb jetzt mein Kollege Thorsten Arnold. Ja, Thorsten, für diesen letzten Spieltag, da hat der Spielplan ja noch ein ganz besonderes Schmankerl vorgesehen. Thorsten Arnold, Sportreporter. Ja, klar. Also das große Rhein-Main-Duell steht an – Mainz 05 gegen Eintracht Frankfurt am Sonntagnachmittag. Ausgerechnet jetzt, möchte man meinen, wo ja die Eintracht in so überragender Form ist. Also da müssen sich die Mainzer schon ganz schön warm anziehen. Und da hören wir direkt mal rein, heute Nachmittag, Bo Svensson, wie er sich da geäußert hat, was für eine Mannschaft er erwartet. Bo Svensson, Trainer 1. FSV Mainz 05 „Da kommt eine Menge auf uns zu, das wissen wir auch. Sie sind im Achtelfinale der Champions League, spielen die letzten Spiele sehr überzeugend, sind die zweitbeste Offensive nach meiner Meinung in der ganzen Liga und haben Qualität in allen Mannschaftsteilen.“ Arnold: Tja, richtig beobachtet. Also wenn die Frankfurter die Mainzer zeitweise so auseinander spielen wie die Hoffenheimer zuletzt, dann wird es wirklich kein schöner Jahresabschluss für die 05er. Und klar, Eintracht Trainer Oliver Glasner, der macht zurzeit alles richtig und der freut sich auch auf ein schönes Rhein-Main-Duell. Oliver Glasner, Trainer Eintracht Frankfurt „Ist nicht sehr weit zu fahren, ist auch mal angenehm. Und natürlich wollen wir jetzt unsere sehr positiven Auftritte der letzten Wochen noch mal auf den Platz bekommen. Wir wollen an die Leistungen, die wir gezeigt haben, noch mal anschließen, am besten noch mal eins drauf packen und fahren nach Mainz, um natürlich auch dort wieder zu gewinnen.“ Arnold: Tja, also […]

  • Ein Jahr vor der Wahl: Hessens Ministerpräsident Boris Rhein zu Gast im Studio

    Ein Jahr vor der Wahl: Hessens Ministerpräsident Boris Rhein zu Gast im Studio

    Heute legen wir unseren Schwerpunkt in der Sendung auf die hessische Landespolitik. Denn im Herbst 2023 werden die Hessen einen neuen Landtag wählen. Hessen ein Jahr vor der Landtagswahl. Heute zu Gast im Studio der hessische Ministerpräsident Boris Rhein von der CDU. Eva Dieterle, Moderatorin: Wo früher im Rahmen von Landtagswahlen über typische Landesthemen wie Bildung, Verkehr, Landwirtschaft und Soziales gesprochen wurde, gleicht die Politik aktuell eher einem einzigen Krisenmanagement. Und deshalb starten auch wir heute mit einem Blick auf eben diese Krisen. Nachdem sich der Bund und die Länder vergangene Woche auf die konkrete Ausgestaltung des milliardenschweren Doppelwumms geeinigt hatten, soll zumindest keiner frieren müssen und die Wirtschaft mit der Energie so irgendwie über die Runden kommen. Der russische Angriffskrieg – er tobt zwar im Osten Europas, in der Ukraine, aber seine Auswirkungen sind auch bei uns deutlich spürbar. Das, was die Politik in Hessen noch vor wenigen Jahren bestimmt hat – wer kann sich daran noch erinnern? Es muss im Vergleich zu heute recht unwichtig gewesen sein. Heute setzen Corona, galoppierende Inflation, Energieknappheit und der Migrationsdruck, der schon wieder das Niveau von 2015 erreicht hat, Staat und Gesellschaft mächtig unter Druck. Und das Großthema Klimawandel ist weiterhin präsent – der Protest gegen die aktuelle Klimapolitik wächst und radikalisiert sich zunehmend. Politiker sind rund um die Uhr damit befasst, die diversen Krisen zu managen. Unser heutiger Studiogast, der fast noch taufrische hessische Ministerpräsident Boris Rhein wird uns heute Rede und Antwort stehen und erklären, ob und wenn ja wie wir in dieser Lage bestehen können. Dieterle: Und jetzt begrüße ich ihn hier bei mir im Studio, den hessischen Ministerpräsidenten Boris Rhein. Herzlich willkommen! Boris Rhein, CDU, Ministerpräsident Hessen: Danke, Frau Dieterle. Guten Tag. Dieterle: Herr Rhein. Sie haben ja Ihr Amt in Krisenzeiten übernommen und das überlagert alles. Fehlt […]

  • Bundestrainer Flick gibt in Frankfurt WM-Kader bekannt

    Bundestrainer Flick gibt in Frankfurt WM-Kader bekannt

    Die deutschen Fußball-Fans haben heute gespannt nach Frankfurt geblickt! Die große Frage am Campus des Deutschen Fußballbundes lautete: Wer fährt mit nach Katar zur Wüsten-WM und wer bleibt zuhause? 26 Spieler haben es am Ende ins Team geschafft – darunter auch ein alter Bekannter mit großer DFB-Vergangenheit. Zwei Adler der Frankfurter Eintracht sind dabei! Kevin Trapp hatten die meisten auf dem Zettel, er geht als einer von drei Torhütern ins Turnier. Hinter Mittelfeld-Ass Mario Götze stand aber noch ein großes Fragezeichen. Daraus wurde jetzt ein Ausrufezeichen! Nach seinen guten Leistungen der vergangenen Monate, will Bundestrainer Hansi Flick nicht auf ihn verzichten. Hansi Flick, Bundestrainer „Wir alles wissen, dass Mario auch einfach ein genialer Fußballer ist, der wirklich auch Gedankenblitze hat, die er einfach intuitiv macht. Wenn man sieht, gerade die letzten Spiele, die wir beobachtet haben, war er schon auf einem ganz ganz hohen Niveau. Er ist topfit und kann 90 Minuten auch drei Mal die Woche gehen und das ist natürlich schon eine gute Voraussetzung.“ Und so ist er zum ersten Mal seit fünf Jahren wieder dabei, der WM-Siegtorschütze von 2014 in Brasilien. Und das ganz zur Freude der Eintracht. Markus Krösche, Sportvorstand Eintracht Frankfurt „Wir freuen uns für Mario Götze. Seine Nominierung ist nach den Leistungen in den vergangenen Monaten folgerichtig und wir sind uns sicher, dass er der Nationalmannschaft guttun wird. Die Entwicklung zeigt auch, dass beide Seiten im Sommer die richtige Entscheidung getroffen haben. Wir sind sehr froh, Mario bei Eintracht Frankfurt zu haben.“ Auf der heutigen Pressekonferenz betont der Bundestrainer: Der Fokus müsse zwar auf dem Sport liegen, dennoch dürfe man die Menschenrechtssituation in Katar nicht außer Acht lassen. Hansi Flick, Bundestrainer „Ich glaube, jeder von uns, der hier im Raum ist, hat die Dinge mitbekommen, was in Katar oder von Katar-Seite aus dann passiert […]

  • Zeugenaussagen im Korruptions-Prozess um Frankfurter OB

    Zeugenaussagen im Korruptions-Prozess um Frankfurter OB

    Seit Sonntag ist klar: Peter Feldmann ist als Oberbürgermeister von Frankfurt abgewählt. Der Gerichtsprozess gegen ihn, in dem ihm unter anderem Vorteilsannahme im Amt vorgeworfen wird, ist dagegen noch in vollem Gange. Heute wurden die ersten Zeugen befragt. Es ging um die Frage, wie Feldmanns damalige Lebensgefährtin zu ihrer Stelle als Leiterin einer Kita der AWO kam. Nach außen hin gut gelaunt und locker betritt Peter Feldmann den Gerichtssaal. Nachdem er am letzten Verhandlungstag alle Korruptionsvorwürfe zurückgewiesen hat, geht es heute weniger um seine Person als vielmehr darum, wie seine damalige Partnerin Zübeyde Temizel zu ihrem Job bei der AWO Frankfurt gekommen ist. Dazu hat das Gericht die verantwortliche Abteilungsleiterin der Kindertagesstätten in Frankfurt befragt. Sie ist seit fast zwanzig Jahren unter anderem für das Personal und das damit zusammenhängende Budget verantwortlich. Mit einer Ausnahme: Zübeyde Temizel habe schon als Leitung für eine neue Kita im Frankfurter Ostend festgestanden, bevor es überhaupt eine Ausschreibung gegeben habe. Darüber habe sie ihre damalige Vorgesetzte Hannelore Richter informiert. Ein ungewöhnlicher Vorgang, wie sie heute mehrfach betont. Zumal Temizel aus Sicht der Zeugin aufgrund von fehlender Berufserfahrung nicht die Richtige für diese anspruchsvolle Position gewesen sei. Mit Rücksicht auf Ausbildung und Berufserfahrung schlägt die Zeugin der Geschäftsführung folgende Konditionen für die neue Kita-Leitung vor: Die Einstufung in die Entgeltgruppe S10, Stufe 2 im Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst, was zum damaligen Zeitpunkt einem Bruttolohn von rund 2850 Euro entspricht. Die Stelle sollte, wie üblich, erst einmal auf ein Jahr befristet werden. Hannelore Richter habe den Vertag dann folgendermaßen verändert: 4.300 Euro brutto und ein unbefristetes Arbeitsverhältnis. Das seien in etwa die Konditionen, die Hannelore Richter Zübeyde Temizel zuvor bei einem gemeinsamen Abendessen in Aussicht gestellt hatte, bei dem auch deren damaliger Partner Peter Feldmann anwesend gewesen sein soll, berichtet die Zeugin weiter. Inwieweit Peter […]

  • Englische Woche für Mainz 05 und Eintracht Frankfurt

    Englische Woche für Mainz 05 und Eintracht Frankfurt

    In elf Tagen rollt der Ball im Eröffnungsspiel der Weltmeisterschaft in Katar. Wegen des engen Zeitplans steht für die Vereine in der Bundesliga in dieser Woche noch mal eine Doppelschicht auf dem Programm. Vor dem letzten Wochenend-Spieltag in diesem Jahr, müssen auch die Eintracht und Mainz 05 bereits heute schon ran. So manchem Besucher dürfte es schon aufgefallen sein: In Frankfurt steht rund ums Stadion das Thema Fitness ganz hoch im Kurs. Abmühen für den Erfolg. Für die Eintracht-Profis, die regelmäßig vom nahegelegenen Profi-Camp mit dem Fahrrad zum Trainingsplatz fahren, ein echtes Credo. 24 Pflichtspiele in gut drei Monaten – ein echtes Hammer-Programm für das Team von Trainer Oliver Glasner, der nur zu gut einschätzen kann, wie groß die Belastung für seine Spieler ist. Oliver Glasner, Trainer Eintracht Frankfurt „Ich bin natürlich froh, wie wir bisher durch die Phase durchgekommen sind. Wie die Spieler mit der Situation und den unterschiedlichsten Herausforderungen umgegangen sind. Was mir jetzt große Freude bereitet, ist, dass ich den Eindruck habe, dass wir immer mehr den Fokus auf unser Spiel legen und viel weniger auf das Drumherum, auf die Situation, auf die Auswirkungen, sondern wirklich sehr konzentriert bei unserem eigentlichen Job sind.“ Und der Job heute Abend lautet: Bundesliga-Sieg gegen die TSG Hoffenheim! Fehlen wird allerdings Kapitän Sebastian Rode mit Wadenproblemen. Große Bühne dafür im Stadion nochmal für Eintracht-Idol Martin Hinteregger. Der Verteidiger, der mittlerweile lieber wieder in der 5. Liga für seinen österreichischen Heimatverein auf Torejagd geht, wird vor dem Anpfiff groß verabschiedet. Stichwort „verabschieden“. Falls Mainz 05 heute sein Spiel bei Schalke 04 verlieren sollte, war’s das erst mal mit Mainzer Ambitionen auf das obere Tabellendrittel. Schalke ist Tabellenletzter, doch davon will sich 05-Trainer Bo Svensson nicht blenden lassen. Bo Svensson, Trainer 1. FSV Mainz 05 „Das ist trotz der Punktausbeute absolut keine tote […]

  • Mainzerin nach Giftanschlag vor Gericht

    Mainzerin nach Giftanschlag vor Gericht

    Offenbar fühlte sie sich verfolgt und bedroht – und wollte deshalb ihre vermeintlichen Stalker töten: Nach einem Giftanschlag mit sieben Verletzten an der Technischen Universität in Darmstadt, steht seit heute eine 33-jährige Frau aus Mainz vor Gericht. Die Richter müssen nicht nur viele Zeugen und Sachverständige anhören, sondern auch entscheiden, ob die mutmaßliche Täterin überhaupt schuldfähig ist.

  • Bundeswirtschaftsminister Habeck zu Besuch in Hessen

    Bundeswirtschaftsminister Habeck zu Besuch in Hessen

    Günstige, grüne Energie – in Zeiten hoher Strom-, Gas- und Ölpreise klingt das wie eine Verheißung. Bis die Energiewende geschafft ist, wird es noch lange dauern. Doch sie schafft schon Arbeitsplätze wie bei der Firma ESM im hessischen Heppenheim. Gleich zwei grüne Wirtschaftsminister haben das Maschinenbauunternehmen jetzt besucht. Dieses Schwergewicht kann niemand verschieben – denn hier in den Produktionshallen von ESM entsteht tonnenschwere Technik für Windkraftanlagen. Die Anlagen können durch den Wind und die eigene Rotation in Schwingung geraten – wie dieses Modell zeigt. Durch Schwingung und Vibration verkürzt sich die jedoch Lebensdauer der Anlage. Sogenannte Schwingungstilger sorgen nicht nur für Stabilität, sie reduzieren auch den Lärm, wie Geschäftsführer Julian Saur zeigt. Julian Saur, kaufmännischer Geschäftsführer ESM „ Wir regen hier diese Platte mit 200 Hertz an und tilgen diese Schwingung mit unseren Tilgern. Wenn der Tilger weg ist, hören wir den Ton; platzieren wir an der richtigen Stelle unser Produkt, dann reduzieren wir so den Lärm in Windkraftanlagen“ In der Gondel der Anlagen – hinter den Rotorblättern – pendeln diese Tilger hin und her und kompensieren die Schwingungen. Aus Sicht des grünen Wirtschaftsministers Habeck eine fortschrittliche Technik. Robert Habeck, Bündnis 90 / Die Grünen, Bundeswirtschaftsminister „Wir haben über die Energiepolitik die letzten Monate sehr viel gesprochen. Es ging um Preise und Versorgungssicherheit. Jetzt würde ich gerne mal darauf hinzuweisen, dass das hier Arbeitsplätze, Wertschöpfung und Wohlstand für Deutschland und die Region generiert. Das heißt, wenn wir klug sind, dann schaffen wir es mit dem Ausbau der Windenergie, die Industrie hier im Land zu halten.“ Die Technik des Unternehmens steckt weltweit in 185.000 Anlagen – für die Zukunft wünscht sich der Unternehmensgründer vor allem eines: genug Platz. Franz Mitsch, technischer Geschäftsführer ESM „Viele dieser Teile wären nicht entstanden, wenn wir nicht eigene Standorte hätten, und meine Bitte hier an die […]

  • Frankfurter Flughafen mit positiver Neun-Monats-Bilanz

    Frankfurter Flughafen mit positiver Neun-Monats-Bilanz

    Am Frankfurter Flughafen blickt man heute zufrieden auf die ersten neun Monate des laufenden Jahres zurück. 35,9 Millionen Passagiere zählte der Flughafenbetreiber Fraport – und damit mehr als doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum. Das wirkt sich auch positiv auf die Unternehmensbilanz aus. Wenngleich das Vor-Corona-Niveau noch in der Ferne liegt. So sieht ein zufriedener Flughafenchef aus. Stefan Schulte macht sich locker für die heutige Bilanzpressekonferenz der Fraport. Nach einem verhaltenen Jahresstart durch die Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus geht es ab März steil bergauf mit den Passagierzahlen. Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender Fraport „Wir haben ein sehr starkes Verkehrswachstum gesehen, gerade im Sommer, was aber auch weit in den Herbst hinein gegangen ist. Insbesondere auch an den internationalen, touristischen Flughäfen. Und das hat sich natürlich dann in den Zahlen übersetzt. Jetzt mit einem EBITDA, also einem operativen Ergebnis von 830 Millionen Euro. Das ist schon wieder sehr gut.“ Ein operatives Ergebnis, das in der Sommerreisezeit nur vier Prozent unter dem Niveau von 2019 liegt. Trotzdem bleibt das Konzernergebnis mit 98 Millionen Euro in neun Monaten deutlich hinter dem Vorjahreszeitraum zurück. Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender Fraport „Einerseits durch die Vollabschreibung, die wir auf das Russlandgeschäft vorgenommen haben, aus reinen Vorsichtsgründen. Und andererseits aus Vorjahreseffekten, weil wir dort positive Sondereffekte hatten, durch Kompensationszahlungen wegen Corona, die in diesem Jahr nicht mehr aufgetreten sind.“ Auch das Cargo-Aufkommen am Frankfurter Flughafen sank um rund 13 Prozent. Wegen der weltweit angespannten Wirtschaftslage und des eingeschränkten Luftraums, etwa durch den Ukraine-Krieg. Positiv stimmt die Fraport dagegen der aktuell auf 90 Prozent des Vorkrisenniveaus liegende Winterflugplan. Und die Übernahme der Sicherheitskontrollen von der Bundespolizei zum Jahreswechsel. Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender Fraport „Wir können dann die Sicherheitskontrollen selbst öffnen, schließen, neue zuschalten. Und vor allem, wir können in eigenes Equipment investieren. Also auch in ein Equipment, wo Sie den Computer oder […]

  • Chagall-Ausstellung in Frankfurter Schirn

    Chagall-Ausstellung in Frankfurter Schirn

    Es gibt tatsächlich den Begriff „Chagall-Blau“. Gemeint sind die unverwechselbaren Blautöne, so wie hier die Fenster der Mainzer St. Stephanskirche. Die hat der Künstler mit über 90 Jahren Ende der 1970er Jahre entworfen. Glasfenster für eine katholische Kirche – für den Juden Marc Chagall ein Zeichen der Versöhnung. Er musste Anfang der 40er Jahre vor den Nazis fliehen. Chagalls Kunst aus dieser Zeit ist jetzt Thema einer Ausstellung in der Frankfurter Kunsthalle Schirn. Kunst als Zustand der Seele. „Egal was ich male, es geht um Liebe und unser Schicksal“. So beschreibt Marc Chagall sein Werk. Das manchmal auch etwas Düsteres hat. „Welt in Aufruhr“ heißt die Ausstellung in der Frankfurter Kunsthalle Schirn. Gezeigt wird eine bisher weniger bekannte Seite des Meisters der Farben. Ilka Voermann, Kuratorin der Ausstellung „Bei Chagall sind die 30er, die 40er extrem spannend, weil sie uns noch mal so einen anderen Chagall zeigen können. Einen, dessen Werke wirklich tief Verwurzelt sind in der Lebensrealität eines jüdischen Künstlers, aber auch ganz stark reagieren auf tagespolitische Entwicklungen und auf die Massenvernichtung europäischer Jüdinnen und Juden.“ Marc Chagall zeigt das Grauen in seiner ganz eigenen Bildsprache. Er ist Jude, wird 1887 im heutigen Belarus geboren. Er lebt lange in Frankreich, immer wieder ist seine Existenz bedroht. Für die Nazis sind seine Bilder „entartete Kunst“. In den 1940er Jahren flieht Marc Chagall in die USA. Sebastian Baden, Direktor Kunsthalle Schirn Frankfurt „Marc Chagall war ein jüdischer Künstler, er hat das Judentum auch verkörpert mit seiner Arbeit und es war für ihn wichtig, hier die Thora, die jüdische Bevölkerung, die Musik in seiner Kunst zu zeigen. Und er hat es geschafft, es mit dem Christentum zu verbinden und zum Beispiel die Figur des gekreuzigten Jesus in die Bilder zu integrieren und damit einen Zusammenhang zu schaffen.“ In New York arbeitet Marc […]

  • Frankfurter wählen Oberbürgermeister Peter Feldmann ab

    Frankfurter wählen Oberbürgermeister Peter Feldmann ab

    Wohl alle Beobachter hatten damit gerechnet, dass es knapp wird beim Bürgerentscheid über die Abwahl des Frankfurter Oberbürgermeisters, denn die Hürden waren hoch. Und dann war es doch eine erstaunlich klare Angelegenheit. Die Frankfurter haben Peter Feldmann eindeutig abgewählt. 95,1% der Wähler haben für die Abwahl von Oberbürgermeister Peter Feldmann gestimmt. Lediglich 4,9% stimmten mit „nein“. Doch für eine erfolgreiche Abwahl war eine Mindestanzahl an Ja-Stimmen nötig. 152.455 mussten es sein, am Ende waren es 201.825. Um 19 Uhr 40 tritt Peter Feldmann vor die Presse. Peter Feldmann, SPD, abgewählter Oberbürgermeister Frankfurt „Dass der Abend natürlich das Ergebnis nicht so hatte, wie ich mir das gewünscht habe, das ist so. Aber es ist Politik, es ist Demokratie und das Gute bei Demokratie ist, es geht mal in die eine, mal in die andere Richtung und heut ging’s mal in die eine Richtung.“ Unter den Politikern im Römer ist in diesem Moment die Erleichterung zu spüren. Nach einer monatelangen Hängepartie ist die Freude groß, dass die Bürger dem Drama Feldmann ein Ende gemacht haben. Mike Josef, SPD), Parteivorsitzender Frankfurt „Der Bürgerentscheid am heutigen Abend hat eine Klarheit geschaffen. Die Frankfurterinnen und Frankfurter haben mit ihrem Votum Klarheit geschaffen für einen Neuanfang, haben den Ruf der Stadt wiederhergestellt, haben Zeichen für Frankfurt gesetzt und ich glaube, das Thema ‚Peter Feldmann‘ lag wie Blei in den letzten Wochen über der Stadt. Deswegen ist es gut zu wissen, dass es jetzt weitergeht, dass wir eine Grundlage haben weiter zu planen.“ Yanki Pürsün, FDP: Fraktionsvorsitzender Frankfurt „Ich kann gar nicht glücklicher sein, als ich es jetzt bin, weil es natürlich die Hängephase, die wir hatten im Römer, beendet und wir die Möglichkeit haben, uns jetzt wieder auf Politik zu konzentrieren.“ Etwas mehr als zehn Jahre war Peter Feldmann im Amt. Zuletzt wurde er 2018 mit […]

  • Feldmann abgewählt – der Kommentar des 17:30-Chefredakteurs

    Feldmann abgewählt – der Kommentar des 17:30-Chefredakteurs

    Diesen doch ziemlich außergewöhnlichen Vorgang kommentiert der Chefredakteur von 17:30 Sat.1live – Richard Kremershof. Peter Feldmann ist der erste Frankfurter Oberbürgermeister, der per Bürgerentscheid abgewählt wurde. Somit hat er Geschichte geschrieben, wenn auch keine ruhmreiche. Die Bürger Frankfurts, sie haben sich eindrucksvoll um ihre Stadt verdient gemacht. Es spricht für die intakten politischen Antennen der Frankfurter, dass sie gestern zu Tausenden in die Wahllokale strömten, um das Irrlichtern des Egomanen Feldmann zu beenden. So wendeten sie weiteren Schaden von der Stadt ab, denn Feldmann hatte schon lange nichts Gutes mehr für Frankfurt bewirken können oder wollen. Der grauenvolle Niedergang des Bahnhofsviertels oder der Verlust der IAA an München sind nur zwei Beispiele. Ob Peter Feldmann verstanden hat, was ihm die Bürger mitgeteilt haben?  – Nein, wohl kaum. Er hätte sich ein anderes Ergebnis gewünscht, aber dies sei Demokratie, meinte er gestern. Heißt: Wären die Frankfurter nicht in Massen für seine Abwahl eingetreten, dann säße Feldmann heute weiter im Rathaus und wäre überzeugt, alles richtig gemacht zu haben. Selbst in seinem abgrundtiefen Sturz fehlte ihm jegliche Einsicht in sein jahrelanges Fehlverhalten. Die Frankfurter können sich jetzt der Zukunft ihrer Stadt zuwenden – einer Zukunft, in der für Peter Feldmann kein Platz mehr sein dürfte. Das Frankfurter Votum ist aber auch eine klare Botschaft an alle politischen Amtsträger, die glauben, sie selbst seien wichtiger als das Amt, das sie innehaben. Eine Botschaft, die somit weit über die Stadtgrenzen Frankfurts hinaus wirken wird.