Hessen

  • Rappen als Therapie

    Rappen als Therapie

    Für die Jugendlichen, die wir jetzt in Frankfurt im Jugendclub basement26 treffen, ist Rapmusik so viel mehr als musikalische Berieselung. Es ist eine Art Therapie. Vor eineinhalb Jahren hat Erin Lee Sullivan im Jugendclub ein Tonstudio aufgebaut. Seitdem produzieren die Jugendlichen einen Song nach dem anderen. Freistehend Rap Obay in seinem Element. Schon die erste Aufnahme klappt. „Meistens ist meine Musik eigentlich immer … ist viel one-Take … Ich will seine Zeit nicht verschwenden. Direkt rein und raus.“ Im Jugendzentrum basement26 gehört Obay zu den Stammbesuchern. Durch Leiter Erin Lee Sullivan ist der 20-Jährige zum Rappen gekommen. Ein Angebot des Treffs, das er inzwischen regelmäßig nutzt. Texte zu schreiben und daraus Songs zu produzieren hilft ihm, seine Geschichte zu verarbeiten. Obay und seine Familie mussten aus Syrien fliehen. Auf der Flucht wurde er von seiner Mutter und den Geschwistern getrennt. Dieses Leid und die Angst spiegeln sich in seinen Texten wider. Obay Alhameadi, Jugendlicher aus Frankfurt „Es ist mehr Therapie als irgendwas anderes. Also für mich zumindest. Weil wenn du darüber rapst, indem du Sachen da darauf schreibst, das ist, als hättest du jetzt mit jemandem gesprochen. Aber du hast nur mit deinem Stift eigentlich gesprochen. So sehe ich das persönlich.“ Das basement26 gibt es seit 2015. Träger der Einrichtung ist die Bethanien Diakonissen-Stiftung. Hier spielen Kinder und Jugendliche kostenlos Tischtennis, Basketball, essen gemeinsam oder rappen eben mit Erin. Er unterstützt die Jugendlichen technisch und pädagogisch. Erin Lee Sullivan, Leiter basement26 „Wenn sie das aufschreiben, dann ist das immer nochmal ein bisschen was anderes als wenn sie es jemand so direkt ins Gesicht sagen. Da kann man dann natürlich schauen, je nachdem was die Themen sind, spreche ich das nochmal gezielt an und versuche dann nochmal nachzuhaken, um zu schauen, ob sie denn auch gewillt sind, darüber zu sprechen. Das […]

  • Ehemalige Thomas-Cook-Zentrale wird Flüchtlingsunterkunft

    Ehemalige Thomas-Cook-Zentrale wird Flüchtlingsunterkunft

    Vor anderthalb Wochen gab es eine Demo in der Vulkaneifel gegen eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Gerolstein. Der Ort fühlte sich von der Politik überrumpelt – die habe die Bürger viel zu spät informiert. Ähnliches passiert gerade in Hessen, wo in Oberursel kurzfristig eine neue Flüchtlingsunterkunft entstehen soll – zu kurzfristig, kritisieren die Menschen vor Ort. Rund 300 Anwohner drängen sich in einen Saal in Oberursel. Sie wollen Antworten. Es geht um die ehemalige Zentrale des insolventen Reiserveranstalters Thomas Cook. Seit knapp fünf Jahren steht das Areal leer, nun sollen in diesem Hintergebäude 400 Flüchtlinge untergebracht werden. Die ersten Ukrainer aus umliegenden Hotels sind bereits eingetroffen. Der Haken: Erst danach veranstalten Kreis und Stadt einen offiziellen Info-Termin für die Bürger. Heike Giebel, Ortsbeirat Oberursel-Stierstadt „Sie hätten uns ja mal miteinbeziehen können, wo eine Unterkunft machbar ist. Wie viele Flüchtlinge, wie die Situation hier vor Ort ist.“ Laut Kreis hätte man wegen Finanzierungsvorgaben und Verhandlungen mit dem Eigentümer Stillschweigen vereinbart, bis alles in trockenen Tüchern ist. Ulrich Krebs (CDU), Landrat Hochtaunuskreis „Am Ende gab es hier seitens des Eigentümers noch Probleme, die geklärt werden mussten. Und wir durften uns erst jetzt, nachdem der Eigentumsübergang stattgefunden hat, entsprechend zu dem Thema äußern.“ Welche Probleme genau bleibt an diesem Abend offen. Nichtöffentliche Vertragsverhandlungen, so das gemeinsame Credo von Eigentümer, Kreis und Stadt. Bisher leben im Hochtaunus knapp 3.000 Geflüchtete in Gemeinschaftsunterkünften und weitere rund 2.700 Ukrainer in Wohnungen und Hotels. Jede Woche kämen 30 neue Flüchtlinge hinzu. Die Rechnung beim Landkreis ist einfach: Die Zahl der zugewiesenen Flüchtlinge richtet sich nach der Bevölkerungsgröße, in Oberursel leben 20 Prozent des Hochtaunus, bisher seien dort aber erst 7 Prozent der Flüchtlinge untergebracht. Also herrsche dort Nachholbedarf. Das wirft bei den Bürgern weitere Fragen auf. „Wie wollen Sie diese Menschen, die hierherkommen, beschäftigen? Was für Zukunftsperspektiven geben […]

  • Klagen gegen Corona-Schutzmaßnahmen

    Klagen gegen Corona-Schutzmaßnahmen

    Ein ungewöhnlicher Prozess heute vor dem Verwaltungsgericht in Gießen: Ein Schüler klagt, weil er während der Corona Pandemie in häusliche Quarantäne geschickt wurde. Damals mussten ja auch gesunde Schüler eines Klassenverbandes in Isolation, wenn ein Corona-Fall auftrat. Im März 2021 wird eine Mitschülerin von Tom-Luca Hepp positiv auf das Coronavirus getestet. Als Folge davon muss auch er sich tagelang in häusliche Quarantäne begeben. Und das, obwohl er eigentlich gesund ist. Daraufhin verklagt der damals 15-Jährige den Wetterau-Kreis. Heute hat er vor dem Verwaltungsgericht Gießen recht bekommen. Die Anordnung der häuslichen Quarantäne war laut den Richtern rechtswidrig. Eine Entschädigung bekommt der Kläger allerdings nicht. Tom-Luca Hepp, Kläger „Es ist eine Erleichterung auf jeden Fall. Weil ich fand, es war schon Unrecht was hier passiert ist, weil es ist halt einfach blöd eingesperrt zu werden, obwohl man nichts hatte – nichts gemacht hat“ Die Richter berufen sich bei ihrer Entscheidung auf Kriterien die das Robert-Koch-Institut festlegte, um zu bestimmen wer als Kontaktperson gilt. Melina Hofmann, Sprecherin Verwaltungsgericht Gießen „Bei dem Kläger hier in dem Verfahren kam einzig in Betracht die Kategorie ‚Soziale Gruppe‘, weil er sich zusammen mit sieben anderen Mitschülern – von denen eine positiv getestet wurde – in einem Raum befand. Die Kammer meint aber nicht, dass er diese Voraussetzung erfüllt hat zum damaligen Zeitpunkt, weil während der gesamten Schulstunde gelüftet wurde, die acht Personen weit auseinander saßen und zusätzlich auch noch FFP-1 Masken trugen.“ Die Anwältin des Kläger ist mit dem heutigen Urteil zufrieden. Beate Bahner, Anwältin des Klägers „Hier geht es schon um die Freiheiten. Und man muss dann abwäge: War der Kläger wirklich eine Gefahr, konnte er das sein? Und das konnte er nicht sein aufgrund der ganzen Hygienemaßnahmen.“ Allerdings: Das Urteil heute ist eine Einzelfallentscheidung. Es bedeutet nicht, dass alle Quarantänen zu Unrecht angeordnet wurden.

  • Weitere Nachrichten im Überblick

    Weitere Nachrichten im Überblick

    Lufthansa warnt vor Anreise am Streiktag — DLRG gewinnt mehr Mitglieder — Asiatische Hornisse breitet sich weiter aus Anmoderation: Der Krankenhauskonzern Sana wird das finanziell angeschlagene Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein mit seinen fünf Standorten nicht übernehmen. Das haben der Landkreis Mayen-Koblenz und die Stadt Koblenz mitgeteilt. Die Verhandlungen seien gescheitert, weil der Sana-Konzern nicht bereit sei, die Risiken der betrieblichen Altersvorsorge zu übernehmen. Das Klinikum könne aber nicht einfach geschlossen werden, weil es für die Gesundheitsversorgung der Region unverzichtbar sei. Es bleibe deshalb vorerst im Besitz des Kreises und der Stadt. Diese hatten durch Millionen-Zuschüsse eine Insolvenz des Klinikums verhindert. Und damit kommen wir zu weiteren kurzen Nachrichten von heute: Lufthansa warnt vor Anreise Die Lufthansa hat die Passagiere abgesagter Flüge aufgefordert, auf keinen Fall morgen zum Frankfurter Flughafen zu kommen. Die Umbuchungsschalter seien wegen des Warnstreiks bei ihrem Bodenpersonal nicht besetzt. Kostenlose Umbuchungen seien aber über die Kunden-App und das Service-Center möglich. Die Gewerkschaft ver.di hat die Lufthansa-Mitarbeiter am Boden in den laufenden Tarifverhandlungen von morgen 4.00 Uhr bis Donnerstag 7.00 Uhr zu einem Ausstand aufgerufen. Die Lufthansa geht davon aus, dass 80 bis 90 Prozent der Flüge ausfallen. Für heute am späten Abend hat sie bereits erste Verbindungen gestrichen. Insgesamt sind mehr als 100.000 Passagiere betroffen. DLRG gewinnt mehr Mitglieder Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft hat die Zahl ihrer Mitglieder in Hessen und Rheinland-Pfalz im vergangenen Jahr steigern können. In Hessen nahm sie gegenüber dem Vorjahr um rund 4 Prozent auf mehr als 63.000 zu, in Rheinland-Pfalz um fast 6 Prozent auf gut 34.000. Mit mehr aktiven Mitgliedern kann die DLRG auch mehr Schwimmkurse für Kinder anbieten. Nach ihren Angaben kann mittlerweile mehr als die Hälfte der Zehnjährigen nicht sicher schwimmen. Asiatische Hornisse breitet sich weiter aus In Rheinland-Pfalz wurden in den vergangenen Monaten rund 450 Nester der Asiatischen Hornisse gefunden. Nach […]

  • Peter Fischer beendet seine Amtszeit als Präsident von Eintracht Frankfurt

    Peter Fischer beendet seine Amtszeit als Präsident von Eintracht Frankfurt

    In Frankfurt endete gestern Abend eine Ära. Nach fast 24 Jahren hat sich Peter Fischer als Präsident von Eintracht Frankfurt verabschiedet. In seine Amtszeit fiel der Gewinn des DFB-Pokals 2018 und der Europa League 2022. Fischer machte auch mit seinem gesellschaftlichen Engagement Schlagzeilen. Bei der Mitgliederversammlung wurde er minutenlang gefeiert und verabschiedete sich mit einer emotionalen Rede. Peter Fischer, ehemaliger Präsident Eintracht Frankfurt: „Wir alle wollten immer nur das Beste für Eintracht Frankfurt und ich denke – und deshalb nochmal mit Stolz, wenn ich hier rumgucke – kann man sich mal auf die Schulter klopfen. Das, was wir da gemacht haben, war alles wirklich nicht so schlecht. Und es gibt nur neben dem Danken einen Satz, mit dem ich mich bei euch allen verabschiede: Ich liebe Euch!“ Neuer Vereinspräsident wurde der bisherige Vizepräsident Mathias Beck. Peter Fischer bleibt dem Verein erhalten – er wurde zum Ehrenpräsidenten gewählt.

  • Hanau-Überlebender veröffentlicht Buch

    Hanau-Überlebender veröffentlicht Buch

    In wenigen Tagen jährt sich der grausame Anschlag von Hanau, bei dem neun Menschen mit Migrationshintergrund erschossen wurden, bereits zum vierten Mal. Einer der Hinterbliebenen, der selbst nur knapp überlebte, hat nun ein Buch veröffentlicht, in dem er die Tatnacht und auch die Jahre danach aufarbeitet. Der Abend des 19. Februar. Der mutmaßlich rechtsextreme Täter erschießt in Hanau insgesamt zehn Menschen und sich selbst. Said Etris Hashemi besucht zu dem Zeitpunkt eine Bar, einen der Tatorte. Mehrere Kugeln treffen den damals 23-Jährigen in Hals, Kiefer und Schulter. Er überlebt schwer verletzt, sein jüngerer Bruder Nesar aber wird tödlich getroffen. Nach dem schweren Verlust beginnen für Etris vier Jahre der Aufarbeitung. Said Etris Hashemi, Überlebender Anschlag Hanau „Ich war schon immer ein Mensch, der nach vorne schaut und auch positiv nach vorne schaut. Es war mir wichtig gewesen, das auch vielen anderen Menschen dort draußen zu vermitteln. Nach Hanau war es vor allem so gewesen, dass viele Freunde auch am Boden zerstört waren und sie nicht mehr hochgekommen sind.“ Seine Aufarbeitung mündet in einem Buch, der eindringliche Titel: „Der Tag, an dem ich sterben sollte.“ In ihm beschreibt der Sohn afghanischer Einwanderer die Zeit nach dem Anschlag, als die Hinterbliebenen eine Initiative gründen und für einen Untersuchungsausschuss kämpfen. Und natürlich die Tatnacht selbst. „Es ist mein kleiner Bruder, der da keucht. Dessen Lunge rasselt. Und bevor ich den Wahnsinn begreifen kann, begreifen kann, was hier passiert, bewusst realisieren kann, was wahr ist, gibt mein Bewusstsein auf. Leere.“ Zur Buchvorstellung mischen sich unter die über 200 Gäste auch Hessens Integrationsministerin Heike Hofmann und Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky, um das Engagement des jungen Autors zu würdigen. Heike Hofmann (SPD), Integrationsministerin Hessen „Trotz dieses furchtbaren Schicksalsschlags, wie er sich weiterentwickelt hat. Und wie er sagt ‚Ich kämpfe politisch weiter um Gerechtigkeit. Ich kämpfe um […]

  • Lilly aus Gießen klärt online über ADHS auf

    Lilly aus Gießen klärt online über ADHS auf

    Vergessen Sie häufiger mal, wo sie ihren Schlüssel hingelegt haben? Oder fällt es Ihnen schwer, längere Zeit ruhig sitzen zu bleiben? Dann könnten sie an einer Krankheit leiden, die mit Hyperaktivität und Aufmerksamkeitsproblemen daherkommt – ADHS. Zumindest suggerieren das zahlreiche Videos auf sozialen Medien mit Hilfe zur Selbsthilfe. Experten und Betroffene aber warnen, denn so einfach ist es nicht, eine korrekte Diagnose zu stellen. „5 Anzeichen dafür, dass du ADHS hast“. Mit solchen oder ähnlichen Titeln vermitteln Videos im Internet den Eindruck, dass vergessliche oder tollpatschige Menschen an der neuronalen Entwicklungsstörung ADHS erkrankt sein könnten. Auch Lilly Helmich aus Gießen beschäftigt sich auf ihrem Instagram-Kanal mit ihrer ADHS-Erkrankung und zeigt typische Situationen aus ihrem Alltag. Ihr fällt es oft schwer, ihr Leben zu strukturieren, Termine einzuhalten oder daran zu denken, genug zu essen und zu trinken. Anleitungen zur Selbstdiagnose will sie auf ihrem Kanal aber keine geben. Lilly Helmich, leidet unter ADHS „Ich finde diese Videos als Hinweis für diesen Weg dahin gar nicht so verkehrt. Jedoch bin ich der Meinung, man sollte immer noch eine fachliche Meinung dazu holen und es sich auf jeden Fall bestätigen lassen von einem Facharzt oder einer Fachärztin. Weil nicht jeder Mensch ist gleich mit ADHS.“ Das sieht auch Dr. Thomas Dreisörner von der Frankfurter Goethe-Universität so. Er betreut vor allem Kinder und Jugendliche und warnt davor, sich über das Internet selbst zu diagnostizieren. Dr. Thomas Dreisörner, Psychologe „Was wir bei diesen ADHS-Symptomen häufig haben, ist eine Phänomenologie. Das heißt: Wie wirken Menschen so im äußeren Erscheinungsbild? Wenn man sie so anschaut – haben die ein ADHS, ja oder nein? Dann sehen manche Menschen so aus, als hätten sie ein ADHS, aber in Wirklichkeit liegt vielleicht auch etwas anderes vor. Das können zum Beispiel depressive Verstimmungen sein, schlechte Erlebnisse, die man gehabt hat, ein […]

  • Frankfurter Verein unterstützt bei Kosten für Tierarzt

    Frankfurter Verein unterstützt bei Kosten für Tierarzt

    In den vergangenen Jahren ist einfach alles teurer geworden. Auch der Besuch beim Tierarzt. Das sind zusätzliche Kosten die manche Tierbesitzer einfach nicht mehr stemmen können. In Frankfurt gibt es für bedürftige Einwohner mit Haustieren einmal im Monat die Möglichkeit eine kostengünstige Sprechstunde zu besuchen. Josie ist heute mit ihrem Frauchen zur Frankfurter Hauptwache gekommen. Sie hat entzündete Ohren und wird von Tierärztin Maja Firlé untersucht. Doch es gibt noch einen weiteren bösen Befund. Dr. Maja Firlé „Dann gucken wir mal nach den Zitzen…Oh…Da müssen wir operieren. Das ist ein Mammatumor.“ Einen Tierarztbesuch kann sich Frauchen Susanne Schäfer nicht immer leisten. Über die Sprechstunde der Sozialen Tier-Not-Hilfe Frankfurt ist sie deshalb dankbar. Susanne Schäfer, Rentnerin „Ich bin jetzt in Rente und da hat man nicht mehr so viel Geld. Und ich habe das hier von meiner Bekannten gesagt bekommen und dann sind wir jetzt heute hier. Und ich bin ganz happy, dass die Frau Doktor Firlé das jetzt alles macht, weil Josie, so wie es aussieht, Krebs hat und das muss jetzt dringend gemacht werden.“ Die meisten Tiere, die heute an der Hauptwache untersucht werden, bekommen Impfungen. In der Praxis würde das circa 50 Euro kosten. Hier zahlen die Tierbesitzer für alle Behandlungen 10 Euro. Dr. Maja Firlé, Tierärztin „Der Verein ist gegründet worden für die Grundversorgung. Das heißt, die Leute kommen her und wir kontrollieren alles, ob die Tiere gesund sind, beraten. Die Leute haben viele Fragen weil sie sich nicht trauen zum Tierarzt zu gehen. Diese Hemmschwelle ist hier leichter zu durchgehen als in einer Tierarztpraxis.“ Durch eine gestiegene Gebührenordnung im November 2022 sind Tierarztbesuche seitdem sehr viel teurer geworden. Für Menschen mit geringen Einkommen ist das oft nicht stemmbar. Katharina Willmann, Arbeitslose „Wenn ich diese Aktion nicht hätte, dann würde ich meinen Hund auch nicht mehr haben. […]

  • Die Kronberger Malerkolonie

    Die Kronberger Malerkolonie

    Ein Städtchen hier bei uns ist im wahrsten Sinne des Wortes „malerisch“. Denn in Kronberg waren im 19. Jahrhundert so viele bekannte Maler aktiv, dass heute noch ein ganzes Viertel mit Straßennamen daran erinnernt. Und nun auch das Museum. Ein Blick auf Kronberg im Taunus anno 2024. Der gleiche Blick, fast 150 Jahre früher. Gemalt von Alfred von Schönberger. Ein Mitglied der Kronberger Künstlerkolonie. Sie entstand um die Mitte des 19. Jahrhunderts. Ingrid Ehrhardt, Künstlerische Leiterin Museum Kronberger Malerkolonie „Die Künstler hatten es leid, nur in den Akademien zu malen, Alte Meister zu kopieren und da auch in Amerika die Tubenfarben erfunden wurden, war es ein leichtes, oder es war erleichtert dadurch, dass man die Farben einpacken konnte, die Staffelei und auch nach draußen gehen konnte.“ Die ländliche Idylle als Motiv. Auch den Schweizer Fritz Wucherer zieht es in den Taunus. Das Museum Kronberger Malerkolonie zeigt seine Werke bis Ende des Monats in einer Sonderausstellung. – Von Basel nach Kronberg und Ende des 19. Jahrhunderts: ab nach Paris! Ingrid Ehrhardt, Künstlerische Leiterin Museum Kronberger Malerkolonie „Er war inspiriert von dieser Stadt, hat französische Kollegen gehabt, hat bei dem Lehrer von Monet gelernt und war mit ihm befreundet, und war wirklich euphorisch, das schreibt er auch in seine Lebenslauf rückblickend, dass es eine aufregende Zeit war, aber dann, mit zwei, drei Monaten oder ein bisschen länger hatte sich die Euphorie schon wieder gelegt.“ Fritz Wucherer kehrt zurück in den Taunus und bleibt bis zu seinem Tod in Kronberg. Er ist ein sehr produktiver, erfolgreicher Maler. Sein Stil ändert sich mit den Jahren, aber immer wieder malt er Ansichten der kleinen Stadt, in der er lebt. Fritz Wucherer stirbt 1948 und das ist auch das Ende der Kronberger Malerkolonie. Ingrid Ehrhardt, Künstlerische Leiterin Museum Kronberger Malerkolonie „Und diese Künstlerkolonie bestand dann knapp […]

  • Streik im öffentlichen Nahverkehr

    Streik im öffentlichen Nahverkehr

    Und wieder ein Streik! Nach dem Flughafen-Sicherheitspersonal gestern und den Lokführern vergangene Woche haben heute die Angestellten im ÖPNV ihre Arbeit niedergelegt. Die bundesweit rund 90.000 Beschäftigten haben dafür gesorgt, dass Busse, Straßenbahnen und U-Bahnen heute fast im gesamten Land stillstanden. Mainz Hauptbahnhof heute Morgen. Deutlich weniger los als sonst. Leere U-Bahnsteige auch in Frankfurt. In der Region Trier fällt wegen des Streiks an manchen Schulen der Präsenzunterricht aus. Der Streik im öffentlichen Nahverkehr hat einige Fahrgäste kalt erwischt. Abelina Schaller, Studentin „Ich habe halt der App vertraut, da steht drin, dass die Straßenbahnen fahren, deshalb war ich jetzt ein bisschen unvorbereitet.“ Michel Esch, Auszubildender „Und jetzt stehe ich hier. Jetzt kann ich mir ein Taxi nehmen aber das kostet mich hin und zurück fast 100 Euro, das kommt nicht in Frage. Jetzt bin ich der Gelackmeierte.“ Frust bei den einen, anderen bringt der Tag ein gutes Geschäft. Volker Haschke, Taxifahrer „Also für uns ist es vielleicht nicht schlecht, dass wir was in die Tasche kriegen.“ Attila Sar, Taxifahrer „Bis jetzt läuft ganz gut. Wenn Bahn und Bus streiken ist’s gut für uns aber trotzdem für die Leute denke ich ist es schlecht.“ Schlechte Arbeitsbedingungen nennen Bus und Bahnfahrer heute auch als Grund für ihren Ausstand. Statt eines Fahrplans folgen sie dem Streikaufruf der Gewerkschaft ver.di. Rund 3.000 Beschäftigte versammeln sich am Vormittag auf der Theodor-Heuss-Brücke zwischen Mainz und Wiesbaden. Kurt Deutsch, Busfahrer „Ich fahre seit über 30 Jahren Bus, hat sich so ins Negative verändert, obwohl der Beruf so interessant und schön ist. Aber es muss sich wieder verbessern und nicht nur der Abbau von Fahrern und Geld einsparen und die Zeiten zu verlängern, was Personal angeht.“ Anna Migula, Busfahrerin „Viele Busfahrer haben ihre Familie wegen unserem Beruf verloren weil wir haben verschiedene Schichten, keinen Sonntage und Feiertage frei, […]

  • Bankgebäude brennt nach Geldautomatensprengung

    Bankgebäude brennt nach Geldautomatensprengung

    Geldautomatensprengungen gehören schon fast zum Alltag. Das allein ist schon schlimm genug. In der vergangenen Nacht hat eine solche Sprengung im osthessischen Eiterfeld aber gezeigt, wie brandgefährlich sowas enden kann. Eine Geldautomatensprengung wird zu einem Gebäudebrand: Als die Feuerwehr an der VR-Bank in Eiterfeld eintrifft, kann sie die Filiale wegen starker Rauchentwicklung schon nicht mehr betreten. Dann schlagen Flammen meterhoch aus dem zweigeschossigen Gebäude. Anwohner berichten von zwei lauten Detonationen, die gegen zwei Uhr morgens viele aus dem Schlaf gerissen hätten. Anwohner „Es hat tatsächlich zehn Minuten gedauert nach meinem Empfinden, bis die ersten Flammen zu sehen waren. Erst kleine und dann ging alles ganz schnell. Innerhalb von fünf Minuten stand das Gebäude in Flammen, die ersten Teile des Dachs sind eingestürzt, das war Wahnsinn. Wie auf einem Schlachtfeld.“ Saskia Jopich „Ich habe oben das Fenster nur kurz geöffnet, das Dachfenster, um zu gucken, wie es ausschaut da unten, und es war sehr warm da oben, als wäre man in einer Sauna.“ Manche Anwohner bringen ihre Autos vor dem Feuer in Sicherheit, andere müssen ihre Wohnungen verlassen. 50 Feuerwehrleute können mit ihren Löscharbeiten nur noch verhindern, dass die Flammen auf benachbarte Wohnhäuser übergreifen. Die Bankfiliale brennt bis auf die Grundmauern nieder. Stephan Heimeroth, Gemeindebrandinspektor Eiterfeld „Also das Gebäude war absolut nicht mehr betretbar, allein schon durch die Hitzestrahlung schon, die durch den Brand ausging. Und durch Einsturzgefährdung und aufgrund von der vermutlichen Sprengstoffteile, die gegebenenfalls noch irgendwo hätten liegen können, wurde der Eigenschutz in den Vordergrund gestellt und wir haben das Gebäude nicht mehr betreten.“ Das Gebäude ist laut Feuerwehr nun einsturzgefährdet. Die Polizei schätzt den finanziellen Schaden auf mindestens 600.000 Euro. Verletzte forderte das Feuer nicht. Der Bürgermeister ist trotzdem entsetzt. Hermann-Josef Scheich, Bürgermeister Eiterfeld „Und dass man ein solches Risiko eingeht, da können Menschenleben gefährdet sein. Absolut erschütternd, […]

  • Neuer Bildungsminister auf Schulbesuch

    Neuer Bildungsminister auf Schulbesuch

    Seit zwei Wochen hat Hessen eine neue Landesregierung und damit auch neue Minister. Ins Gespräch kommen und erst mal Eindrücke sammeln, heißt es auch für Armin Schwarz, den neuen Bildungsminister, beim Antrittsbesuch im Berufschulzentrum Limburg. Dort verfolgt man einen besonderen Ansatz zur Berufsorientierung. Für den Minister ein mögliches Konzept gegen den Fachkräftemangel. Ärmel hochkrempeln, jetzt wird geschweißt! Ein Schulbesuch der etwas anderen Art für Armin Schwarz. Schweißen – ein Novum für den neuen hessischen Bildungsminister, nicht so für das Berufsschulzentrum Limburg. Hier sollen Schüler mit verschiedenen Berufen vertraut gemacht werden, vom Elektrotechniker über den Alten- und Krankenpfleger bis hin zum Chemielaborant. Das Besondere am Limburger Modell: Schüler der achten und neunten Klasse allgemeinbildender Schulen lernen in den Fachräumen dreier benachbarter beruflicher Schulen. Ralf Abel, Schulleiter Adolf-Reichwein-Schule Limburg „Ziel und Zweck auch unserer Bemühungen ist es einfach, junge Leute wieder mit Berufsbildern in Verbindung zu bringen. Dass sie wieder das Schöne und das Interessante an Berufen kennenlernen, um so auch eine Berufsorientierung zu durchlaufen und eine gute, qualitativ wertvolle Berufsentscheidung zu treffen. Da wäre es schön, wenn das vonseiten des Ministers auch unterstützt wird, um einfach die duale Ausbildung zu stärken.“ Etwas, das beim Minister an diesem Tag auf offene Ohren stößt. Die Kooperation verschiedener Schulen auch mit Betrieben ebne Schülern den Weg ins Berufsleben. Je acht Wochen lang können sie vier von zwanzig verschiedenen Berufsfeldern in der Praxis kennenlernen. Armin Schwarz (CDU), Bildungsminister Hessen „Das hier sind genau die Grundlagen, die geschaffen werden, damit wir auch in Zukunft gute Fachkräfte haben. Unser Ziel ist natürlich, dass wir die Berufsschulstandorte stärken, dass wir sie halten. Und abgesehen davon nicht nur das, das ist auch eine Schulträgerfrage, sondern, dass wir die nötigen Lehrkräfte bereitstellen. Das ist unser Antrieb, auch unsere Aufgabe.“ So werde er sich unter anderem für die Gleichwertigkeit von beruflicher […]

  • Streik des Sicherheitspersonals legt Flughafen lahm

    Streik des Sicherheitspersonals legt Flughafen lahm

    Mal wieder ein Streik. Nach den Lokführern, den Busfahrern und den Beschäftigten im öffentlichen Dienst haben heute nun auch die Sicherheitsmitarbeiter an elf deutschen Flughäfen die Arbeit niedergelegt. In Frankfurt hat der Flughafenbetreiber Fraport deshalb Passagiere dazu aufgerufen, gar nicht erst am Flughafen zu erscheinen. Doch viele versuchten ihr Glück trotzdem … allerdings vergeblich. Ratlosigkeit, Frust und Verzweiflung am Frankfurter Flughafen. Viele Passagiere werden heute am Schalter vertröstet. Karl-Heinz Hamacher „Wir wissen gar nix. Keine Information, sehr schlechte Information. Man wird von einem zum anderen geschickt und mehr nicht.“ Bärbel Ziegenhagen „Wir müssen unsere Ausflüge umbuchen, wir müssen das E-Ticket für Dominikanische Republik umbuchen, alles Mögliche. Also, ich bin fertig.“ Kai „Dass sowas passiert und dass es Streik gibt, dafür gibt’s ein Recht, das ist alles in Ordnung. Aber dann muss die Fluggesellschaft entsprechend informieren.“ Doch bei den meisten Gestrandeten hier lief es genau anders. Nike „Die Airline hat gesagt, ich soll mir keine Sorgen machen, der Flug wird gehen. Aber ist auch keine deutschsprachige Airline, deswegen muss man dazu auch sagen, dass die, glaube ich, auch vielleicht nicht so wirklich das Ausmaß von dem wissen, was hier gerade passiert und dass es halt keine Möglichkeit gibt, einen Security-Check zu passieren.“ Die Mehrheit aller Flüge findet heute wie geplant statt, in Frankfurt steigen aber nur Passagiere aus dem Transitbereich zu. Alle anderen müssen draußen bleiben. Ein paar Meter vom Terminal entfernt läuft am Morgen die Streik-Kundgebung des Sicherheitspersonals. Die Beschäftigten fordern einen neuen Tarifvertrag mit unter anderem 2,80 Euro mehr Stundenlohn, höheren Funktionszulagen und Zuschlägen bei Überstunden. Nsimba Gore, Vorsitzender Gewerkschaft Komba Frankfurt-Flughafen „Wir sind es mehr wert, weil die Kolleginnen und Kollegen jeden Tag, jede Stunde hier vor Ort sind und für die Sicherheit der Passagiere sorgen. Und 2,80 Euro ist nicht gierig.“ Mathias Venema, Landesfachbereichsleiter ver.di Frankfurt „Man […]

  • Deutsche Bank kündigt Stellenabbau an

    Deutsche Bank kündigt Stellenabbau an

    Es war einmal das größte Geldhaus der Welt – die Deutsche Bank. Diese Zeiten sind lange vorbei. Nach der Finanzkrise 2008, der Schulden-Krise in der Euro-Zone und einer langen Niedrigzins-Phase, musste die Deutsche Bank mächtig Federn lassen – und sich selbst einem harten Sparkurs unterziehen. Sie schloss Filialen und baute Arbeitsplätze ab. Heute hat Vorstandschef Christian Sewing in Frankfurt die Zahlen für das vergangene Jahr bekannt gegeben und einen Ausblick auf 2024. Ein Jahr, das voll von politischen und ökonomischen Unwägbarkeiten sein dürfte. Dunkle Wolken, einige Lichtblicke: Der Himmel über der Deutschen Bank ähnelt den Geschäftszahlen des vergangenen Jahres, die der Vorstandsvorsitzende Christian Sewing heute vorstellt. Dabei geht es oft nicht ums Geld, sondern um Geopolitik, insbesondere den Krieg in der Ukraine. Christian Sewing, Vorstandsvorsitzender Deutsche Bank „Zehntausende Menschenleben hat der Krieg bereits gekostet und auch wirtschaftlich hat er neue Disruptionen hervorgerufen. Das bremst die Konjunkturaussichten, nachdem die deutsche Wirtschaft bereits geschrumpft ist.“ Doch obwohl das Bruttoinlandsprodukt 2023 gesunken ist, hat die Deutsche Bank Gewinn gemacht – nach Abzug von Steuern insgesamt 4,9 Milliarden Euro. 600 Millionen Euro weniger als 2022. Christian Sewing bezeichnet das als Erfolg in einem schwierigen Jahr. Nach der Pleite einiger amerikanischer Banken und der Schweizer Bank Credit Suisse drohte im März 2023 eine neue Finanzkrise. Doch die Unruhe konnte der Deutschen Bank nichts anhaben. Christian Sewing, Vorstandsvorsitzender Deutsche Bank „Wir haben dem Druck standgehalten, weil wir klarmachen konnten, dass es an unserer Solidität, Stabilität und Widerstandskraft keine Zweifel geben kann.“ Solide war die Deutsche Bank auch wegen die Europäische Zentralbank: Während vor allem die Bauwirtschaft unter gestiegenen Leitzinsen ächzte, konnte die Deutsche Bank von ihren Kredit-Kunden mehr Zinsen verlangen. Weniger Stabilität gab es bei der Postbank, einer Tochter der Deutschen Bank: Diese wollte die Kundendaten der beiden Banken wollte die Deutsche Bank auf einer digitalen […]

  • Vorbereitungen für den Skisprung-Weltcup in Willingen

    Vorbereitungen für den Skisprung-Weltcup in Willingen

    Im nordhessischen Wintersportort Willingen steht die größte Skisprungschanze der Welt. Jedes Jahr kommen die besten Skispringer der Welt, um sich dort zu messen. Am Wochenende ist es wieder soweit. Jana Stark hat sich schon vorab auf der Anlage umgeschaut und nach der besten Perspektive auf die Schanze gesucht. Jana Stark, Reporterin „Dieser Blick auf eine Skisprungschanze ist absolut einzigartig. Denn nirgendwo sonst gibt’s eine Brücke, die direkt über das Gelände führt, so wie hier. Von hier aus werden am Wochenende die Fernsehkameras den besten Blick auf die Springer haben. Zum ersten Mal überhaupt.“ Denn erst vor einem halben Jahr wurde der Skywalk in Willingen eröffnet. Fast 100 Meter schwebt der Steg über dem Boden. Und genau dort unten werden am Wochenende zehntausende Skisprungfans ihren Idolen zujubeln. Jana Stark, Reporterin „Drei solcher Zuschauertribünen hat der Skiclub Willingen, der diesen Weltcup veranstaltet, hier für die Fans aufgebaut. Dazu gibt’s jede Menge Stehplätze. Die Landung kann man von hier aus perfekt sehen, auf die Schanze hat man allerdings nicht den allerbesten Blick.“ Die ist nämlich ganz schön weit weg. Deutlich näher dran sind die fünf Sprungrichter. Die sitzen in diesem Turm und können von hier aus sowohl die Flugphase als auch die Landung beobachten. Jana Stark, Reporterin „Ihre Aufgabe ist es, Haltungsnoten zu vergeben: Je sauberer ein Sprung ausgeführt wird, desto besser. Beim Wettkampf, da zählt nämlich nicht nur die Weite, sondern auch eine gute Ausführung ist entscheidend für eine Top-Platzierung.“ Bis zu zwanzig Punkte vergibt jeder Sprungrichter. Liegt ein Springer unruhig in der Luft oder greift bei der Landung in den Schnee, gibt es Abzug. Noch aber werden hier keine Punkte vergeben. Stattdessen verlegen die Helfer Kabel, verteilen Schnee auf dem Hang und pflegen die Anlaufspur. Alles im Blick hat Schanzenchef Andi Rohn. Andi Rohn, Schanzenchef Mühlenkopfschanze „Die Vorbereitungen laufen seit November, […]