Gesellschaft

  • Weinuferfest in Mainz

    Weinuferfest in Mainz

    Das Wetter interessiert natürlich auch die Menschen, die am Wochenende draußen feiern wollen – zum Beispiel auf dem Weinufer-Fest in Mainz. Die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt liegt im Herzen von Rheinhessen, dem größten Weinanbau-Gebiet Deutschlands – und genau darum geht es auch auf dem Fest – um die Weine aus der Region. Und die will auch unsere Reporterin Pauline Gaul probieren. Eva Dieterle: Und Pauline, wie ist es da? Das Wetter ist ja wechselhaft. Pauline Gaul: Auf dem Mainzer Rheinufer ist schon richtig was los. Es sind zwar Wolken am Himmel, aber selbst falls es regnen sollte, gibt es ja einige Unterstellmöglichkeiten. Und am Wochenende soll es sogar gar nicht regnen. Also es sind ja schon mal keine schlechten Bedingungen. Und die Mainzer? Die lassen sich ihren Spaß sowieso nicht nehmen. Die nutzen jede Gelegenheit für einen guten Wein in Gesellschaft. Eva Dieterle: Was wird denn alles geboten? Was kann man erleben? Pauline Gaul: Ja, das Mainzer Rheinufer hat richtig was zu bieten, vor allem die regionalen Weine hier von 25 Weingütern. Es gibt aber auch Essensstände und Livemusik gleich auf zwei Bühnen. Sehr beliebt ist der Weinuferweg. Da kann man sich vorne am Infostand so ein Ticket hier kaufen. Und neun ausgewählte Weine an verschiedenen Weinständen probieren. Am Sonntag wird’s dann familienfreundlich mit Aktionen für Kinder wie zum Beispiel vergünstigte Karussellfahrten. Und ein weiteres Highlight am Sonntag wird der sogenannte Pink Sunday. Da wird das gesamte Weinufer pink leuchten, mitDrinks wie dem Frozen Rose oder einem Sarti Spritz. Also es gibt einiges zu erleben hier. Heute und morgen geht es jeweils noch bis Mitternacht. Ich sammel jetztnoch mal ein paar Stempel für mein Kärtchen und genieße den Feierabend.

  • Schüler experimentieren im Chemikum Marburg

    Schüler experimentieren im Chemikum Marburg

    In Deutschland fehlen derzeit rund 134.000 Fachkräfte im MINT-Bereich – also in Mathematik, Naturwissenschaften und Technik. Umso wichtiger ist es, Kinder und Jugendliche früh dafür zu begeistern. Genau hier setzen außerschulische Bildungseinrichtungen an – wie zum Beispiel das Chemikum Marburg. Es wird von einem gemeinnützigen Verein betrieben, der experimentelles Lernen außerhalb der Schule ermöglicht. Wussten Sie, dass aus Trockeneis und stillem Wasser Sprudelwasser entsteht? Oder dass Trockeneis Metall zum Schwingen bringen kann? Wenn nicht, dann geht es Ihnen wie der 9. Klasse des Gymnasiums  Schloss Wittgenstein. Hier wird aber nicht nur zugeschaut – die Schüler experimentieren selbst und bekommen Einblicke, die im Schulalltag oft zu kurz kommen. Sina „Es ist schon ein bisschen spannender, weil wir können hier die Sachen machen und die ausprobieren.“ Justus „Also in der Schule muss man sagen macht man auch viel theoretisch, also man arbeitet jetzt nicht so ganz viel mit den Mikroskopen oder so. Aber das hier mal zu sehen und richtig zu erleben ist schon sehr cool.“ Janna „Hier ist das nochmal so ganz anders, weil hier macht man so krassere Experimente. Und auch bei den Mikroskopen sieht man halt so echte Lebewesen.“ Im Labor beginnt der chemische Teil: Die Schüler lernen durch eigene Experimente die unterschiedlichen Eigenschaften des Wassers kennen. Zum Beispiel erhitzen sie eine mit Wasser gefüllte Plastikdose und kühlen sie anschließend wieder ab – die Dose zieht sich dabei zusammen. Der Grund: Wasserdampf benötigt mehr Volumen als flüssiges Wasser. Nebenan folgt der biologische Teil: Die Schüler mikroskopieren und füttern kleine Lebewesen und erfahren, wie wichtig Wasserqualität für das Leben im Wasser ist. Zwei Experimente gefallen den 9.-Klässlern besonders gut. Ida „Ich fand das am besten tatsächlich mit den Tierchen, wie man so sehen konnte wie die zum Beispiel so andere Tierchen gegessen haben.“ Sina „Tatsächlich das mit dem Trockeneis, was […]

  • Gottesdienst im Autoscooter

    Gottesdienst im Autoscooter

    Kirche und Jahrmarkt – dass das zusammenpasst, hat am Wochenende Pfarrerin Christine Beutler-Lotz gezeigt. In Rüsselsheim auf dem Mainfest hat sie den Gottesdienst im Autoscooter gehalten. Nicht nur für die Schausteller praktisch, sondern auch für die Anwohner eine echte Attraktion. „Ich taufe dich auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes Amen.“ Damit sind die Brüder Semi und Elias getauft, mitten auf dem Fahrgeschäft  auf dem Rüsselsheimer Mainfest. Inhaltlich ein Taufgottesdienst, wie man ihn aus der Kirche kennt, nur die Kulisse ist heute  anders. Autoscooter statt Kirchenbank, der Altar getüncht in das Rot und die blinkenden Lichter des Fahrgeschäfts. Für die Schausteller ein Gottesdienst, der in ihrer Gemeinschaft und Lebenswelt stattfindet, sagt Pfarrerin Christine Beutler-Lotz. Christine Beutler-Lotz, evangelische Pfarrerin „Auch die Wohnwagen sind ja da, ist ja hier eine kleine Stadt. Und von daher findet da auch Gottesdienst dann statt.“ Die Pfarrerin will mit ihrem Gottesdienst auf dem Mainfest aber auch für die Anwohner einen Anreiz schaffen, Kirche nochmal anders kennenzulernen. Christine Beutler-Lotz, evangelische Pfarrerin „Es ist sehr viel näher an den Menschen dran, die Schwelle ist sehr viel niedriger, mal da reinzukommen. Wenn manche Menschen Schwierigkeiten haben, weil sie schon lang nicht mehr in der Kirche waren. Wie mach ichs, wie geh ich und so. Und dann ist es hier sehr niederschwellig. Man geht hier vorbei und kann dann so langsam mal hinkommen und kann mal hören und steht erst mal da. Hab ich ganz viele schon erlebt, von außen Kommende.“ Nicht alle Gottesdienstbesucher gehen regelmäßig in die Kirche. Sieglinde Schmidke „Ich hab’s richtig vor der Haustür, ich wohne hier am Damm und ich habe das noch nie gemacht, so einen Kirmesgottesdienst, und es hat mir eigentlich sehr gut gefallen, muss ich sagen. Ich war angenehm überrascht und auch überrascht, dass so viele Leute da […]

  • Alkoholverbot am Frankfurter Hauptbahnhof

    Alkoholverbot am Frankfurter Hauptbahnhof

    Die Deutsche Bahn hat mit Imageproblemen zu kämpfen. Unpünktlichkeit, Zugausfälle und dreckige Bahnhofklos, das alles steht immer wieder in der öffentlichen Diskussion. Die Deutsche Bahn will deshalb ihr Image aufpolieren und mit verstärkten Aktionen ihre Bahnhöfe sauberer und sicherer machen. Seit dem 1. Mai gilt am Frankfurter Hauptbahnhof etwa ein Alkohol-Konsumverbot. Wir haben uns heute mal angeschaut, wie gut das funktioniert und wie es bei den Reisenden ankommt. Der Frankfurter Hauptbahnhof heute Nachmittag. Überall ist es deutlich zu lesen. Hier gilt nun: Alkohol trinken verboten! Das gilt auch für Bahnhofs-Vorplatz. Und was halten die Reisenden davon? Melih Ücuncü, aus Frankfurt „Ich finde es fantastisch. Sehr gut! Sollte man beibehalten, auch nicht auf Probe oder so. Also durchziehen!“ Reisende „Finde ich gut, weil die Alkoholiker ja schon auch gerne mal durch die Gegend taumeln und gegen Mütter und Kinderwagen und auch ältere Personen fallen.“ Bernhard Martin, aus Kehl „Gerade hier so in dem öffentlichen Bereich, wo doch viele Menschen unterwegs sind, könnte man das Alkoholverbot schon so lassen, dass es außerhalb dann stattfindet. In einer Gaststätte oder in einem Biergarten. Muss ja nicht hier sein, wo sich viele Menschen aufhalten.“ Helmut Koch, aus Berlin „Wenn die Leute, die Alkohol trinken in der Bahnhofshalle, sich alle benehmen würden dann würde es vielleicht noch möglich sein. Aber das hat ja seinen Grund, warum das verboten wird, oder?“ Über den genauen Grund hätten wir gerne mit der Deutschen Bahn vor unserer Kamera gesprochen. Ein Interview wird abgelehnt, stattdessen teilt man uns schriftlich mit: DB-Bahnhofsmanagement Frankfurt „Mit dem Alkoholkonsumverbot gehen wir einen weiteren konsequenten Schritt im Rahmen unserer Sicherheitsstrategie. Unsere Fahrgäste sollen erleben, dass sich spürbar etwas zum Positiven verändert.“ Es scheint bereits zu wirken. Denn das Ergebnis unserer Stichprobe heute: Tausende Reisende, keiner mit alkoholischen Getränken in der Hand. Doch kleine Ausnahmen gibt es […]

  • Medienanstalt Hessen verleiht „Media Surfer“

    Medienanstalt Hessen verleiht „Media Surfer“

    Ein Leitfaden für einen bewussteren Umgang mit den sozialen Medien. Ein Musikvideo gegen Mobbing. Oder auch ein flammendes Plädoyer für die Anschaffung bequemerer Sitzmöbel im eigenen Klassenraum: Wenn die Medienanstalt Hessen einmal im Jahr den großen Medienkompetenzpreis „Media Surfer“ verleiht, kann sie sich vor kreativen Ideen hessischer Schülerinnen und Schüler kaum retten. Vielleicht auch, weil der „Media Surfer“ mit insgesamt 18000 Euro Preisgeld dotiert ist…   Erdkunde mal anders: Ein Eisbär begibt sich auf eine spannende Reise durch die deutschen Bundesländer und erlebt dabei allerhand Abenteuer. Mit diesem in mühevoller Kleinarbeit im Trick-Stopp-Verfahren erstellten Film holen sich die Schüler der Grundschule in Kassel-Waldau den ersten Preis in der Kategorie „bis 10 Jahre“ – inklusive Preisgeld in Höhe von 2000 Euro. Daniel (11 Jahre), Grundschule Waldau: „Also es war viel Arbeit. Es war leicht. Aber es hat viel Spaß gemacht.“ Ein bisschen Oskar-Feeling bei der großen Preisverleihung im Kasseler Filmpalast gibt’s obendrauf: Was für eine Erfahrung für die Schüler. Insgesamt 22 Filme aus vier Kategorien – von der Kita bis zur Oberstufe – haben es beim diesjährigen „Media Surfer“ der Medienanstalt Hessen in die Endauswahl geschafft. Platz zwei bei den Großen geht in diesem Jahr an die Erich-Kästner-Schule Maintal für ihr Projekt: „Wo Teilhabe beginnt, kommt Farbe ins Leben.“ Anas El Daoudi (16 Jahre), Erich-Kästner-Schule Maintal: „Wir wollten mit unserem Film ausdrücken, dass wir nicht wegschauen dürfen. Also, es ist ja ganz klar: Dass Leute im Rollstuhl sitzen, ist ja was ganz Normales. Und das merkt man halt im Alltag, dass die halt ein bisschen benachteiligt werden.“ Großer Sieger in der Kategorie „bis 18 Jahre“: Die Anne-Frank-Schule aus Frankfurt mit diesem künstlerisch gestalteten Kurzfilm, der nicht nur die schlechte Ausstattung der Schulen, sondern auch gleich noch das gesamte Schulsystem anprangert. Romeo (14 Jahre), Anne-Frank-Schule Frankfurt: „Ich finde, es ist wichtig, dass […]

  • „Safe Place“ – Schüler lernen, gewaltfrei Konflikte zu lösen

    „Safe Place“ – Schüler lernen, gewaltfrei Konflikte zu lösen

    Gerade haben aktuelle Zahlen aus der Bundes-kriminalitätsstatistik für Aufmerksamkeit gesorgt – besonders der Anstieg bei Kindern die durch Gewaltkriminalität auffallen, gibt Anlass zur Sorge. Fachleute führen das auch auf die Nachwirkungen der Corona-Pandemie zurück, in der wichtige soziale Erfahrungen und der Umgang mit Konflikten oft zu kurz kamen. Genau hier setzt das Präventionsprogramm „Safe Place“ für Schüler und Schülerinnen an. Wir haben bei den Grundschülern der 4c in Edertal im Unterricht vorbeigeschaut.   13:40 Uhr – die Stunde beginnt ruhig, mit einer kurzen Entspannungsübung. Die Kinder sollen in sich rein horchen, wie gestresst sie heute sind. Anschließend erzählen sie, welche positiven Erlebnisse sie in letzter Zeit hatten). „Ich fands gut und toll, dass ich einen Flic Flak geschafft habe.“ „Dass ich bei Emil geschlafen habe und bei meinem Onkel geschlafen habe.“ „Das heute halt mein Papa Geburtstag hatte und da fand ich halt gut, dass er sich über seine Geschenke gefreut hat, das hat mich glücklich gemacht.“ In der heutigen Stunde von Safe Place geht es um positives Denken. Das Training hilft Schülern mit Stress und schwierigen Situationen besser umzugehen und ihr Selbstbewusstsein zu stärken. Der Unterricht gibt Antworten auf Fragen wie: Was mache ich vor einer Klassenarbeit – oder wenn mein bester Freund plötzlich nicht mehr mit mir redet? Helena Hamamiyeh Al–Homssi, Sozialpädagogische Fachkraft Grundschule Edertal „Ich sehe, dass das Safe Place Programm von den Kindern sehr gut angenommen wird und wir immer wieder die Rückmeldung bekommen, wie sie die Methoden, die sie hier erleben für sich in ihrem ganzen Alltag, ob es in der Schule mit ner Atemübung vor der Klassenarbeit oder vor herausfordernden anderen Situationen. Aber auch im außerschulischen Bereich für sich anwenden und das ist einfach eine schöne Entwicklung.“ Das Programm wird vom Land Hessen gefördert. Klassenlehrerin Julia Ohntrup merkt seit der Einführung von Safe Place einen klaren Unterschied bei ihren Schülern. Julia Ohntrup, Klassenlehrerin […]

  • Heilstollen-Kur soll Schlafstörungen lindern

    Heilstollen-Kur soll Schlafstörungen lindern

    Hilft eine Therapie im Heilstollen gegen Schlafstörungen und Stress? Viele Menschen leiden darunter, dass sie schlecht schlafen. In sieben zertifizierten Heilstollen in Deutschland und Österreich wird jetzt eine Studie durchgeführt, die wissenschaftlich belegen soll, dass eine Therapie helfen kann. Mit dabei ist auch die Grube Bindweide bei Altenkirchen. Hier ist früher Eisenerz abgebaut worden.   Sie sollen zur Ruhe kommen. Studienteilnehmer, die unter starkem Stress und Schlafstörungen leiden. Es ist vollkommen still. 50 Meter unter der Erde, bei konstanten 10 Grad und rund 90 % Luftfeuchtigkeit. Die Feinstaubbelastung ist gering. Die „gute Luft“ hat der Deutsche Wetterdienst bestätigt. Bisher fahren hier Asthmatiker und Allergiker ein, die jetzt besser atmen können.  Hans, Asthmatiker Nach einer Woche kann ich schon sagen, ja es bringt etwas Ute, Allergikerin   Ich finde es total spannend, wie gut man da Luft bekommt. Die Teilnehmer der Schlafstörungsstudie fahren drei Wochen lang, jeden Abend in die Pulverkammer des Besucherbergwerks. Vor einem Monat ist ihnen ein Haarbüschel abgeschnitten worden. Drei Monate nach der Therapie, wird das wieder passieren. Joachim Schwarz will so herausfinden, ob sich der Gehalt des Stresshormons Cortisol in den Haaren verändert. Dr. Joachim Schwarz, Präsident des Deutschen Heilstollenverbands Wir haben immer wieder die Erfahrungen gemacht, dass selbst, wenn die Leute einmal drin waren, in der nächsten Nacht, besser geschlafen haben. Und wenn sie länger drin waren, längerfristig auch besser geschlafen haben. Und da haben wir gedacht, dass müssen wir mal wissenschaftlich untersuchen, was da dran ist und wie das wirkt. Wird in den nachgewachsenen, nach der Therapie abgeschnittenen Haaren, weniger Cortisol gemessen, würde das eine geringere Stressreaktion bedeuten. Für die Studienteilnehmer im Westerwald ist es der siebte Abend im Heilstollen. Er startet mit Atem- und Entspannungsübungen. Martina aus Altenkirchen leidet schon lange unter Schlafstörungen. Martina, Teilnehmerin der Schlafstudie  Vor 15 Jahren hatte ich einen Dienstunfall und […]

  • Fuldaer Daniel Berghold ist der „Baumflüsterer“

    Fuldaer Daniel Berghold ist der „Baumflüsterer“

    Gerade Obstbäume prägen die Landschaft in Rheinland-Pfalz und Hessen. Doch sie brauchen Pflege, wenn sie erhalten bleiben sollen. Ein Mann hat sich genau dieser Aufgabe verschrieben. Daniel Berghold ist Baumwart und Streuobstpädagoge – klingt kompliziert und darum nennt man ihn in Fulda nur „den Baumflüsterer“. Was für viele wie ein ganz normaler Apfelbaum aussieht, ist für Daniel Berghold ein kleines Wunder. Der 47-Jährige aus Fulda sieht in jedem dieser Bäume ein Stück Natur, das es zu bewahren gilt. Besonders jungen Bäumen widmet er dabei seine besondere Aufmerksamkeit. Daniel Berghold, Baumwart und Streuobstpädagoge „Also das Wichtigste bei der Obstbaumpflege, was ich auch immer meinen Kunden sage, ist das Beobachten. Das Schneiden ist am Ende dann das Ergebnis, aber wenn ich kein Gefühl für den Baum bekomme, in welchem Alter ist er, in welchem Zustand. Dann mache ich Sachen, die einfach nicht fachgerecht sind und ich vergleiche das immer gerne. Wenn die Menschen am Anfang des Jahres, fünf Jahre kein Sport gemacht, und dann wollen sie in fünf Tagen alles aufholen. Das funktioniert beim Obstbau auch nicht.“ Für Daniel Berghold  sind Bäume  lebendige, individuelle Wesen. Entsprechend richtet er seine Arbeit aus – und versteht sich dabei als eine Art Orthopäde. Daniel Berghold, Baumwart und Streuobstpädagoge „Die Äste sind immer weggeknickt, durch das Gewicht der Früchte und das hat viele Nachteile. Und ich habe mir quasi den stärksten Trieb über die Jahre rausgesucht und angeschnitten und man siehts oben festgebunden, sodass wir jetzt wieder eine schöne Wirbelsäule haben. Die Arme, die Äste des Baumes können sich jetzt wieder erneuern und da hat man tolles Fruchtholz und der Bau kommt in die Ruhe. Das war früher mal ein Struwwelpeter sag ich, das sieht heute ganz anders aus.“ Obwohl es so wirkt, als hätte er sein Leben lang nichts anderes gemacht, ist der zertifizierte Baumwart  noch […]

  • Neue Babyklappe in Mainz

    Neue Babyklappe in Mainz

    Für viele ist es einer der bewegendsten und schönsten Tage im Leben: Die Geburt des eigenen Kindes. Doch es gibt auch Menschen in Extremsituationen, die mit diesem Ereignis komplett überfordert sind. In sogenannten Babyklappen können Mütter ihr Neugeborenes anonym ablegen, damit es nicht zu gefährlichen Situationen kommt. Nachdem die alte Babyklappe in Mainz im vergangenen Jahr geschlossen hat, gibt es in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt seit heute ein neues Hilfsangebot für Mütter in Not. Dieser Gang dürfte keiner Mutter leichtfallen, doch er kann ein Menschenleben retten. Abgeben statt aussetzen – das Prinzip der Babyklappe. Verzweifelte Mütter können ihr Kind hier anonym und ohne Fragen hineinlegen und sind damit von allen Pflichten befreit. Dieses glücklicherweise nur selten genutzte Angebot sei die „Ultima Ratio“ – ein letzter Ausweg. Hildegard Eckert, Trägerverein Sozialdienst katholischer Frauen Mainz „Dieses Angebot braucht es, weil trotz Einführung der vertraulichen Geburt im Mai 2014 auch bei uns darauffolgend noch vier Babys in Babyklappen abgelegt wurden. Das bedeutet offensichtlich, dass es Mütter gibt, die von dem Angebot der vertraulichen Geburt nicht erreicht werden oder die es aus irgendwelchen anderen Gründen nicht akzeptieren.“ Wird ein Säugling in der Klappe abgelegt, wie seit dem Jahr 2000 knapp 60-mal in Rheinland-Pfalz geschehen, ertönt in der Notaufnahme ein stiller Alarm. Von außen kann die Tür nicht mehr geöffnet werden und nach fünf Minuten betritt eine Pflegekraft den Raum. Etwa 100 Baby-Klappen gibt es derzeit bundesweit, fünf davon in Rheinland-Pfalz. Clemens Hoch (SPD), Aufsichtsratsvorsitzender Universitätsmedizin Mainz „Wahrscheinlich erreicht es nicht alle Menschen, die sich in dieser Konfliktsituation befinden, aber das ist auch Aufklärungsarbeit dann der Jugendhilfe und das wird auch geleistet auch durch auch aufsuchende Jugendarbeit. Und wir haben hier ein zusätzliches Angebot und es ist ganz bewusst, auch versteckt und klein gehalten. Es soll nicht prominent sein. Es sollen nicht Menschen auch hier hinkommen, […]

  • Der schönste Bart von Rheinland-Pfalz

    Der schönste Bart von Rheinland-Pfalz

    Es gibt Gesichter, die vergisst man nicht so schnell. Vor allem dann nicht, wenn da ein ganz besonderer Bart im Spiel ist. Im rheinland-pfälzischen Westhofen sorgt genau diese Kombination für Aufmerksamkeit. Denn dort trägt ein Mann einen preisgekrönten Bart. „Hallo ich bin der Stefan Hofmeister, genannt der Hoffi, und ich habe den schönsten Bart von Rheinland-Pfalz.“ 16 cm. Kreisrund. Voll. Das macht einen echten Garibaldi-Bart aus. Im Fall von Stefan Hofmeister sogar ganz ohne chemische Hilfsmittel. Seit 2002 ist der natürliche Bart des 67-Jährigen sein Markenzeichen. In der internationalen Bartszene hat er sich damit längst einen Namen gemacht und bei zahlreichen Wettbewerben schon einige Erfolge gefeiert. Zuletzt den ersten Platz bei der schottischen Bart-Meisterschaft. Stefan Hofmeister „Wenn die fremden Leute dann zu einem kommen und ein Bild machen wollen, dann weiß man, man sieht gut aus.“ Doch ein preisgekrönter Bart kommt nicht von allein. Pflege ist Pflicht und die liegt in ganz besonderen Händen. Schere und Feinschliff übernimmt ausschließlich seine Tochter Fiona. Sie kennt jedes Haar und vor allem die Ansprüche ihres Vaters. Stefan Hofmeister „Sie macht das perfekt. Man siehts ja am Ergebnis. Und warum soll ich dann ein gutes Pferd austauschen.“ Der Rentner und seine Tochter sind ein eingespieltes Team. Aber im Hause Hofmeister ist die Bartfrage sowieso längst geklärt. Fiona Hofmeister, Tochter „Ich liebe Männer mit Bärten, mit gepflegten Bärten, das ist mir auch sehr wichtig. Also so ein nicht gewaschenen, nicht gekämmten, das finde ich gar nicht schön. Aber sonst Bärte sind toll und so glatt rasiert ist nicht meins, das mag ich auch nicht. Da bin ich wie meine Mama, so was Nacktes nicht ins Haus.“ Für Fiona ist klar: Der Bart gehört zu ihrem Vater wie sein Name. Fiona Hofmeister, Tochter „Ich habe einmal ein Bild gesehen von dir ohne Bart. Das hat mich […]

  • 10 Jahre Tafel Hessen

    10 Jahre Tafel Hessen

    Der Landesverband ist jetzt zehn Jahre alt geworden. Menschen, die von Armut betroffen sind, können bei der Tafel – entweder kostenlos oder für eine geringe Summe – ihren Wochen-Einkauf erledigen. Knapp 60 Tafeln und 7.000 ehrenamtliche Mitarbeiter gibt es in Hessen. Doch ist dieser Geburtstag wirklich ein Grund zu feiern? Diese Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten. Ein großer Festsaal, Livemusik und gutes Essen: Alles, was zu einer gelungenen Geburtstagsparty dazugehört. Wer sich ehrenamtlich für Andere engagiert, darf es sich zum runden Jubiläum auch mal selbst gutgehen lassen. Aber was genau wird hier eigentlich gefeiert? Willi Schmid, Vorsitzender Tafeln Hessen: „Das Jubiläum ist ein Grund zu feiern, dass es Menschen gibt, die sich seit 10 Jahren und in den Ortstafeln teilweise seit 30 Jahren, sich in den Dienst der Allgemeinheit stellen. (…). Eine Tafel zu feiern, weil es eine Tafel ist, ist eigentlich mehr ein Grund traurig zu sein, dass es Tafeln in unserem Land geben muss.“ (20) Eigentlich ist es ganz einfach: Ohne Armut bräuchte es keine Tafeln. Die zu bekämpfen wäre eigentlich Aufgabe der Politik. Gerade jetzt, wo Sprit- und Lebensmittelpreise steigen, geraten noch mehr Menschen in Not. Umso dringender braucht es Ehrenamtliche, die den Tafel-Betrieb am Laufen halten. Eine Kampagne des Sozialministeriums soll helfen. Heike Hofmann, Sozialministerin Hessen „Wir haben einen Imagefilm damit produziert, verschiedene Materialien, verschiedene digitale Auftritte. Und die Ehrenamtskampagne wird breit ausgerollt. Und deshalb ist es mit dieser Ehrenamtskampagne ein Mutmacher, eine Aufforderung an viele in unserem Land: Macht mit, helft, unterstützt. Helfen tut auch selbst gut.“ 100.000 Euro kostet die sogenannte Ehrenamtskampagne. Aber es gibt noch ein anderes Problem. Willi Schmid wünscht sich, … Willi Schmid, Vorsitzender Tafeln Hessen „…dass es eine klare gesetzliche Regelung gibt, wie man mit Lebensmitteln verfahren kann, die kurz vor dem Mindesthaltbarkeitsdatum sind. Dass dieses Haftungsrisiko […]

  • In Mayen aufgewachsen - Schauspieler Mario Adorf ist tot

    In Mayen aufgewachsen – Schauspieler Mario Adorf ist tot

    Wir nehmen Abschied von einem der bedeutendsten Schauspieler Deutschlands und einem der berühmtesten Söhne des Landes Rheinland-Pfalz: Mario Adorf ist gestern im Alter von 95 Jahren in seiner Pariser Wohnung verstorben. Mario Adorf – Schauspieler, Autor, Weltstar. Und Rheinland-Pfälzer, das hat er immer wieder betont. Mario Adorf, am 07.08.2017 in Speyer „Ich werde oft gefragt: ‚Was ist ihre Heimat?‘. Und ich sage: Rheinland-Pfalz. Im genaueren Sinne die Eifel, die auch noch dazu gehört, nicht. Ja, aber wie gesagt, da ist kein Zweifel.“ Gerade mal drei Monate war Mario Adorf alt, als seine Mutter mit ihm von Zürich in die Eifel zog. Nach Mayen, wo Adorf aufwuchs und zur Schule ging. Studiert hat er unter anderem in Mainz. An der Johannes-Gutenberg-Universität, an der ihm 2010 die Ehrendoktorwürde verliehen wurde. Mario Adorf, am 19.11.2010 in Mainz „Immer wenn ich gehört oder gelesen habe, dass einem erfolgreichen Zeitgenossen die Ehrendoktorwürde verliehen wurde, konnte ich mich des leichten Verdachts nicht erwehren, dass es bei diesem so Ausgezeichneten zu einem regelrechten Doktortitel nicht ganz gereicht hat.“ Mario Adorf hat in seiner langen Karriere viele Preise erhalten und sich zeitlebens für Kultur engagiert. So ist er beispielsweise Mitbegründer der Wormser Nibelungenfestspiele. Das Land Rheinland-Pfalz wird einen seiner berühmtesten und treuesten Söhne nie vergessen, sagt Ministerpräsident Alexander Schweitzer heute. Alexander Schweitzer (SPD), Ministerpräsident RLP „Er war eine charismatische Persönlichkeit, man kann es nicht anders sagen. Eine europäische Persönlichkeit, aber immer auch ein Rheinland-Pfälzer gewesen. Deshalb ist es ein Tag der Trauer, aber auch des Stolzes darauf, dass eine Persönlichkeit wie Mario Adorf mit Rheinland-Pfalz verbunden ist.“ Mario Adorf hat Theater, Film und Fernsehen geprägt. Vielen wird er in guter Erinnerung bleiben. Nicht nur, aber vor allem in Rheinland-Pfalz.

  • Hilfe für Mobbing-Opfer

    Hilfe für Mobbing-Opfer

    Psychische Gewalt in Form von Mobbing – vor allem an Schulen ein immer heftigeres Problem. Laut aktuellem Schulbarometer wird fast jeder dritte Schüler mindestens einmal im Monat beschimpft, bedroht oder sogar körperlich angegriffen. Lehrkräfte sind damit häufig überfordert oder schauen weg. So erging es Norman Wolf. Er wurde Opfer massiven Mobbings. Heute hilft der Hesse anderen Betroffenen und spricht darüber an Schulen. Die Schülerinnen und Schüler, vor denen Norman Wolf heute steht, sind im gleichen Alter wie er damals – als das Mobbing begann. Angefangen hat es auf einer Klassenfahrt in der fünften Klasse. Danach sei er gebrandmarkt gewesen – als „Mobbingopfer“. Norman Wolf, Autor „Und dann ging es wirklich bis hin zu Sachen, wie dass mir ein Hakenkreuz auf die Stirn gekratzt wird im Unterricht, dass meine Sachen aus dem Fenster geworfen werden. Dass mir im Bus nach Hause auf den Kopf gespuckt wird. Dass mir auch einfach ins Gesicht geschlagen wird in der Pause und meine Nase blutet. Also es war alles dabei.“ Das jahrelange Mobbing prägt den zurückhaltenden Jungen. Norman Wolf, Autor „Was damals aufkam und was mich seitdem nie mehr verlassen hat, war die Angst. Also die war immer da. Es war die Angst in die Schule zu gehen, es war die Angst vor dem nächsten Tag, die war allgegenwärtig.“ „Und irgendwann kam bei mir der Zeitpunkt, da hat es bei mir vielleicht zwei, drei Jahre gedauert, dass ich soweit war, dass ich dachte ich bin irgendwie wertlos. Ich bin so wertlos, dass man mich anspuckt. Ich bin so wertlos, dass ich gar nicht verdient habe Platz auf der Welt einzunehmen.“ Mit zwölf Jahren, sagt Norman, wollte er sterben. Mit der sechsten Klasse der Bernhard-Adelung-Gesamtschule in Darmstadt spricht er offen darüber. Für viele ist das Thema erschreckend vertraut. „Hebt mal die Hand, wenn ihr auch schon […]

  • Start ins Sommersemester

    Start ins Sommersemester

    In diesen Minuten findet an der größten Hochschule in Rheinland-Pfalz – der Johannes Gutenberg-Universität Mainz – die offizielle Begrüßung der neuen Studierenden statt. Mit dem Start des Sommer-Semesters kommen Tausende Erstsemester nach Mainz. Für viele bedeutet das nicht nur ein neues Studium, sondern auch eine neue Stadt, neue Menschen und ganz neue Herausforderungen. Marika Heusohn, 1. Semester Medizin „Also noch bisschen überwältigt. Aber gerade weil das Wetter heute auch so schön ist, freu ich mich total hier auch alles kennenzulernen.“ Maja Broeker, 1. Semester Wirtschaftspädagogik „Die ist groß. Also der Campus ist riesig. Es ist schon eine kleine Stadt hier.“ Selim Yigitce, 1. Semester Medizin „Ich bin schon nervös gewesen so. Vor allem es sind so neue Leute. Es ist ne neue Uni, es ist ne neue Stadt, man ist allein hier. Aber ich freu mich und ich hoffe ich pack das Studium.“ Mark Reiter, 1. Semester Medizin „Die neuen Leute kennenzulernen. Einfach neue Freundschaften zu knüpfen. Ja bisschen feiern so und dann halt aber auch aufs Studium. Also ich hab wirklich Lust halt zu lernen.“ Insgesamt rechnet die JGU in diesem Sommersemester mit rund 28.500 Studierende. Damit hätten sich die Zahlen nach einem Rückgang in den vergangenen Jahren stabilisiert. Die Zahl der Ersteinschreibungen ist gegenüber dem Vorjahr aber zurückgegangen. Ein altbekanntes Problem für die Studierenden: Bezahlbaren Wohnraum zu finden. Nora Dietrich, 1. Semester Medizin „Es war schon ein bisschen Aufwand, also so zehn bis zwanzig Bewerbungen, Anschreiben so, musste ich schon rausschicken.“ Vera Lauer, 1. Semester Medizin „Wohnungssuche in Mainz, muss ich sagen, ist sehr, sehr schwer. Es ist sehr teuer, man braucht viel Geduld, bis man eine Wohnung gefunden hat und man braucht auch das entsprechende Budget.“ Till Hartmann, Vorsitzender AStA Uni Mainz „Wir haben auch 4.000 Wohnheimsplätze, aber wir sind 30.000 Studierende. Das heißt die Studierenden müssen […]

  • Kommt das Handwerks-Pflichtpraktikum?

    Kommt das Handwerks-Pflichtpraktikum?

    Wie soll meine Zukunft aussehen? Das fragen sich viele junge Menschen. Mehr als die Hälfte eines Jahrgangs entscheiden sich mittlerweile für ein Studium an einer Hochschule, das haben wir gerade gesehen. Gleichzeitig suchen viele Handwerksbetriebe vergeblich nach Nachwuchs. Um das zu ändern, will die rheinland-pfälzische CDU jetzt in den Gesprächen über eine Koalition mit der SPD vorschlagen, dass alle Schüler zwei Pflicht-Praktika in Handwerksbetrieben absolvieren müssen. Die Handwerkskammer Koblenz hat heute klar gestellt, dass ohne solche Pflicht-Praktika viele der Handwerksbetriebe um ihre Existenz fürchten müssten. Wer hier arbeitet sollte schwindelfrei sein. Dachdecker – ein Beruf mit Aussicht. Aber auch ein Handwerk, das in Not gerät. Die Fachkräfte fehlen. So auch bei Jan Winnen aus Koblenz. Der selbstständige Dachdeckermeister war für eine Zeit lang trotz voller Auftragsbücher ganz allein im Betrieb. Jan Winnen, Inhaber Dachdeckerbetrieb „Wir brauchen junge Leute. Wir brauchen dynamische Leute, die Lust auf Handwerk haben. Denn dann können wir viel mehr gemeinsam erreichen. Alleine geht es nicht. Kein Unternehmer in Deutschland kann alleine dauerhaft einen Betrieb führen ohne den Spaß zu verlieren.“ Vor zwei Jahren kam Ryan als Praktikant zu ihm. Weil es passte, machte der Firmenchef  Nägel mit Köpfen. Ryan Höpfinger, Dachdecker Auszubildender „Ich hatte den ersten Tag hier, wir sind zu einer Baustelle gefahren und im Auto hat der Chef noch gesagt: ‚Wie sieht’s aus? Willst du eine Ausbildung hier machen? Wenn ja, kannst du jetzt sitzen bleiben, wenn nein, kannst du wieder heimgehen.‘ Ja, dann habe ich gesagt, mache ich die Ausbildung halt hier.“ Eigentlich wollte Ryan Mechatroniker werden. Vom Beruf als Dachdecker wusste er vorher wenig. Erst das Praktikum hat ihn überzeugt. Ryan Höpfinger, Dachdecker Auszubildender „Mir ging’s nicht um die Arbeit, die ich tue, sondern wie das Miteinander ist im Betrieb. Wie verstehe ich mich mit meinen Arbeitskollegen, mit meinem Chef, ist mein […]