Tradition an Gründonnerstag – die Grüne Soße

Heute ist Gründonnerstag – in der Gegend rund um Frankfurt traditionell der Startschuss für die Grüne-Soße-Saison. Ob zu Schnitzel, Spargel oder klassisch mit Kartoffeln und Eiern – die Südhessen lieben dieses Gericht. Mittlerweile ist die Frankfurter Spezialität weit über die hessischen Landesgrenzen hinaus bekannt. Das Original gibt’s aber nach wie vor nur hier.

Es grünt auf den Feldern rund um Frankfurt. Hier wächst aber nicht etwa Obst und Gemüse. Es sind die Hauptzutaten für die „Grie Soß“, wie die Frankfurter das Traditionsgericht liebevoll nennen: Kräuter über Kräuter. Von morgens früh bis abends spät sind Bauern und Erntehelfer im Einsatz, um der hohen Nachfrage vor den Osterfeiertagen gerecht zu werden.
Verkäuferin
„Jeden Morgen um fünf Uhr wird quasi die Grüne Soße produziert. Und da sind mehrere Leute, die abpacken, weil so schnell, wie sie dort abgepackt ist, verkaufen wir sie auch. Und dann wird hier ununterbrochen nachgefüllt.“
Vom Feld geht’s direkt in den Hof, wo die Kräuter teils gleich abgepackt, teils kleingehäckselt und abgefüllt werden. Dabei ist es wichtig, dass die Zusammenstellung stimmt und keine der sieben Zutaten vergessen wird.
Kundin
„Ich glaube, als Frankfurter Mädchen sollte man die kennen. Soll ich sie mal aufzählen, alle? Und zwar haben wir Petersilie, Sauerampfer, Borretsch …“
Kunden
„… Pimpinelle, Schnittlauch, Kerbel.“
Und Kresse. Fertig ist die Kräutermischung für die Frankfurter Spezialität. Einigen dieser Kräuter wird eine gesundheitsfördernde Wirkung zugesprochen. So soll Sauerampfer das Blut reinigen, Kerbel den Stoffwechsel ankurbeln, Borretsch gegen Melancholie helfen und Petersilie Eisen spenden.
Kunden
„Das, was dazu gehört, das kann jeder selbst bestimmen. Ob Schmand, ob Quark, ob Sahne, süß, bisschen Zitrone dran. – „Das ist unser Nationalgericht.“ – „Absolut.“
Dazu Kartoffeln und ein Ei – fertig ist das Lieblingsgericht der Südhessen zum Osterfest.