Sporttalk mit Julian Beimel

Es ist jede Menge los in der Fußballwelt in dieser Woche. Im Laufe der Woche ist es bereits durchgesickert, dass Julian Nagelsmann  der neue Trainer der deutschen Nationalmannschaft wird. Heute wurde es auf dem DFB-Campus in Frankfurt OFFIZIELL gemacht. Und dazu wollen wir natürlich mehr wissen, deshalb ist jetzt auch ein Julian bei mir – und zwar Julian Beimel aus unserer Sportredaktion.

Eva Dieterle:
Julian, das war auch für dich heute keine große Überraschung mehr, oder?
Julian Beimel, Sportreporter:
Nein, das hat sich die Woche über schon angekündigt. Spannend wird es dennoch. Die große Frage lautet jetzt: Wird der 36-Jährige die Nationalelf führen können und sie so wieder auf die Erfolgsspur bringen. Nagelsmann ja als absoluter Taktikexperte bekannt, mit dem Blick für die Details. Die große Herausforderung aber: Anders als beim Vereinsfußball muss er der Nationalmannschaft mit deutlich weniger Trainingszeit seine Spielidee einimpfen und hat nur etwas mehr als 8 Monate um das Team bis zum Start der Europameisterschaft im kommenden Jahr vorzubereiten.
Julian Nagelsmann, Bundestrainer:
„Das gerade erwähnte Ziel im Sommer eine sehr sehr gute Heim-EM zu spielen ist extremer Anreiz für mich. Ist eine große Herausforderung, der wir uns im Team stellen. Wir gehen sie an mit Enthusiasmus, mit großer Vorfreude. Natürlich auch mit dem nötigen Verantwortungsbewusstsein. Wie Rudi gerade richtig sagte, steht da bei einer Heim-EM auch wieder eine Nation dahinter.“ 
 
Und die will Nagelsmann mit gutem Fußball wieder begeistern. Sein Vertrag läuft erstmal bis  Juli 2024, also ob und wie es nach der EM weiter geht hängt da sicher dann von den Leistungen der Mannschaft ab. Beim DFB trifft der neue Trainer auf viele seiner ehemaligen Spieler vom FC Bayern und muss jetzt zeigen, ob er sich bei der Nationalelf besser durchsetzen kann als in München.
Eva Dieterle, Moderatorin:
Kommen wir von der Nationalmannschaft zum Vereinsfußball. Gestern Abend musste sich Eintracht Frankfurt gestern ja bereits international in der Conference League beweisen. Das ist gerade so gelungen, mit einem schon schwachen 2 zu 1 Heimsieg in der Conference League gegen den FC Aberdeen. Und am Wochenende wartet jetzt, nur drei Tage später, ( wieder das Tagesgeschäft Bundesliga.
Julian Beimel, Sportreporter:
Richtig, und in der Bundesliga tritt die Eintracht so ein bisschen auf der Stelle. Zuletzt mit drei Unentschieden und aktuell nur Platz 9. Der Trainer Dino Topmmöller fordert gegen Freiburg eine Leistungssteigerung. Und dass die Eintracht seit seinem Amtsantritt noch kein Spiel verloren hat, ist da für ihn nur eine Randnotiz.
Dino Toppmöller, Trainer Eintracht Frankfurt:
„Wir sitzen jetzt nicht da und klopfen uns auf die Schulter und sagen: Wir sind die tollsten Hechte, weil wir jetzt in acht Spielen nicht verloren haben. Sondern wir wissen auch, dass wir Dinge besser machen können und auch machen müssen.“ 
 
Julian Beimel, Sportreporter:
„Dinge besser machen“. Dabei wird Mittelfeldmotor Sebastian Rode verletzungsbedingt nicht mithelfen können. Und auch der Einsatz von Mario Götze ist fraglich, der hat einen Schlag abbekommen. Also das wird keine leichte Aufgabe am Wochenende für die Eintracht.
Eva Dieterle, Moderatorin:
Von Frankfurt nach Mainz. Die 05er aktuell das Tabellenschlusslicht der Bundesliga, mit nur einem mageren Pünktchen. Wie will die Mannschaft wieder aus dem Tabellenkeller rauskommen?
Julian Beimel, Sportreporter:
Mit allen Mitteln Eva! Diese Woche wurde sogar das öffentliche Training ausgesetzt. Man hat sich abgeschottet, um sich voll und ganz aufs Sportliche konzentrieren zu können. Und da der Gegner Augsburg selbst erst zwei Zähler auf dem Konto hat, erwartet der Mainzer Trainer Bo Svensson ein kampfbetontes Spiel.
Bo Svensson, Trainer 1. FSV Mainz 05:
„Mit Emotionen, mit vielen Zweikämpfen, hochintensiv! Und wir wissen alle wie es ist in Augsburg zu spielen. Und ja, da musst du dagegenhalten. Du musst den Fight dann auch annehmen.“ 
Julian Beimel, Sportreporter:
Den Fight anzunehmen, darauf wird es ankommen! Die Mainzer in der Liga saisonübergreifend seit 9 Spielen ohne Sieg. Und dann steht da noch das große Fragezeichen hinter der Personalie Bo Svensson. Sein Vertrag läuft Ende der Saison aus, vielleicht würde da baldige Klarheit dem Verein im Gesamten gut tun.
Eva Dieterle, Moderatorin: 
Wir bleiben direkt im Tabellenkeller. Bereits heute Abend muss Darmstadt 98 ran, auswärts beim VFB Stuttgart. Wie siehst du da die Chancen der Lilien?
 Julian Beimel, Sportreporter:
Puh, das wird schwer für die Darmstädter! Sie warten ja immer noch auf den ersten Sieg, also auch sie brauchen jetzt dringend so eine Art Brustlöser. Aber ihr Gegner, die Stuttgarter, die sind neben Leverkusen so ein bisschen DAS Team der Stunde, und gerade offensiv brandgefährlich.
Torsten Lieberknecht, Trainer SV Darmstadt 98:
„Der VFB Stuttgart hat fünf geschossen gegen Freiburg, hat fünf geschossen gegen Bochum, hat acht geschossen gegen St. Gallen! (…)  Bei denen läuft’s wie geschnitten Brot…oder Butter wie das heißt, ger?“  
Julian Beimel, Sportreporter:
„Wie geschnitten Brot“, davon sind die Lilien derzeit weit entfernt. Die Bundesliga für die Darmstädter aktuell eher das vertrocknete Randstück, an dem sie sich die Zähne ausbeißen. Aber rund 2600 Fans begleiten die Lilien heute Abend ins Schwabenland. Und gemeinsam wird man dann versuchen den treffsicheren Stuttgartern den Abwehrriegel vorzuschieben.
Eva Dieterle, Moderatorin: 
Also, es zieht sich heute durch, alle genannten Mannschaften mit ordentlich Luft nach oben und großen Herausforderungen vor der Brust. Wir sind gespannt wie das ausgeht. Julian, für den Moment war es das. Vielen Dank für deine Einschätzungen.
Julian Beimel, Sportreporter: Gerne.