Streik des Sicherheitspersonals legt Flughafen lahm

Mal wieder ein Streik. Nach den Lokführern, den Busfahrern und den Beschäftigten im öffentlichen Dienst haben heute nun auch die Sicherheitsmitarbeiter an elf deutschen Flughäfen die Arbeit niedergelegt. In Frankfurt hat der Flughafenbetreiber Fraport deshalb Passagiere dazu aufgerufen, gar nicht erst am Flughafen zu erscheinen. Doch viele versuchten ihr Glück trotzdem … allerdings vergeblich.

Ratlosigkeit, Frust und Verzweiflung am Frankfurter Flughafen. Viele Passagiere werden heute am Schalter vertröstet.
Karl-Heinz Hamacher
„Wir wissen gar nix. Keine Information, sehr schlechte Information. Man wird von einem zum anderen geschickt und mehr nicht.“
Bärbel Ziegenhagen
„Wir müssen unsere Ausflüge umbuchen, wir müssen das E-Ticket für Dominikanische Republik umbuchen, alles Mögliche. Also, ich bin fertig.“
Kai
„Dass sowas passiert und dass es Streik gibt, dafür gibt’s ein Recht, das ist alles in Ordnung. Aber dann muss die Fluggesellschaft entsprechend informieren.“
Doch bei den meisten Gestrandeten hier lief es genau anders.
Nike
„Die Airline hat gesagt, ich soll mir keine Sorgen machen, der Flug wird gehen. Aber ist auch keine deutschsprachige Airline, deswegen muss man dazu auch sagen, dass die, glaube ich, auch vielleicht nicht so wirklich das Ausmaß von dem wissen, was hier gerade passiert und dass es halt keine Möglichkeit gibt, einen Security-Check zu passieren.“
Die Mehrheit aller Flüge findet heute wie geplant statt, in Frankfurt steigen aber nur Passagiere aus dem Transitbereich zu. Alle anderen müssen draußen bleiben.
Ein paar Meter vom Terminal entfernt läuft am Morgen die Streik-Kundgebung des Sicherheitspersonals. Die Beschäftigten fordern einen neuen Tarifvertrag mit unter anderem 2,80 Euro mehr Stundenlohn, höheren Funktionszulagen und Zuschlägen bei Überstunden.
Nsimba Gore, Vorsitzender Gewerkschaft Komba Frankfurt-Flughafen
„Wir sind es mehr wert, weil die Kolleginnen und Kollegen jeden Tag, jede Stunde hier vor Ort sind und für die Sicherheit der Passagiere sorgen. Und 2,80 Euro ist nicht gierig.“
Mathias Venema, Landesfachbereichsleiter ver.di Frankfurt
„Man verdient hier als Luftsicherheitsassistent oder Kontrollkraft schon gut. Also Luftsicherheitsassistent sind 20,60 Euro die Stunde. Muss dazu sagen, die Kolleg*innen sind jeden Tag Prüfungen ausgesetzt, wo sie im Prinzip, wenn sie die nicht bestehen, ihren Job verlieren können. Das gibt’s in wenigen Berufen.“
Zur Kundgebung kommen heute weniger Streikende als erwartet, nur etwa 200. Ein ursprünglich geplanter Demonstrationsmarsch über das Flughafengelände wird kurzfristig abgesagt.
Die Arbeitgeberseite sagt, man habe in der Vergangenheit die Löhne regelmäßig erhöht und sei auch diesmal kompromissbereit.
Frank Haindl, Tarifkommission Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen
„Die Arbeitgeber sind vor dem Hintergrund der Tatsache, dass wir erst drei Verhandlungsrunden hinter uns haben und die Gewerkschaften jetzt schon zum Mittel des bundesweiten, ganztägigen Warnstreiks greifen, erbost und regelrecht sauer, weil wir die jetzigen Maßnahme für völlig überzogen halten.“
Um Mitternacht endet der Streik am Flughafen. Morgen rechnen Airlines und Flughafenbetreiber wieder mit einem normalen Betrieb. Vielleicht tröstet das den ein oder anderen Passagier, der heute vergeblich abheben wollte.

Und es geht weiter mit den Streiks – und zwar im öffentlichen Personen-Nahverkehr. Deshalb werden von heute Abend bis Samstag früh in Hessen und Rheinland-Pfalz viele Busse und Bahnen ausfallen. In Hessen sind vor allem die Städte Wiesbaden, Frankfurt, Offenbach und Kassel betroffen. In Mainz muss mit zusätzlichen Verkehrsbehinderungen gerechnet werden, weil am Freitag Mittag auf der zentralen Theodor-Heuss-Brücke eine große Kundgebung stattfinden wird. Mit dem Streik will die Gewerkschaft ver.di unter anderem kürzere Arbeitszeiten und höhere Löhne durchsetzen.