Rheinland-Pfalz leidet unter Mückenplage

Wenn ihr Arm aktuell auch so verstochen aussieht wie meiner, dann sind dafür wahrscheinlich diese Plagegeister verantwortlich, die aktuell wieder ihr Unwesen treiben. Experten sprechen von der extrensten Mückensaison seit Jahrzehnten. Ob nachts im Schlafzimmer oder draußen in Natur, gefühlt sind Stechmücken und Schnaken gerade überall. Wir haben in Rheinland-Pfalz nachgefragt woran das liegt. Und so viel sei verraten: Die Stechmücken werden uns diesen Sommer noch eine Weile begleiten.

Viel Regen und Hochwasser in den vergangenen Wochen – die Gründe für die kommende Mückenplage. So ein Mückenjahr habe er in 35 Jahren noch nicht erlebt, sagt Dirk Reichle, von der kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage, kurz KABS.
Dirk Reichle, Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage
„Es ist vom Frühjahr an bis heute ein absolutes Stechmückenjahr, weil wir hatten einen extrem feuchten Winter und dann kamen da zwei sehr große Hochwasserspitzen hinzu. Das hat dazu geführt, dass der gesamte Vordeichbereich, also die Fläche vor dem Rheinhauptdamm, komplett bis heute überflutet ist. Wir haben heute noch in einigen Bereichen keinen Zugang zu den Brutstätten im Vordeichbereich.“
Weil die stark betroffenen Bereiche entlang des Rheins teils schwer zu erreichen sind, konnten in Akkordarbeit zwar 90 Prozent der Larven getötet werden. Der Rest reiche aber für eine ungewöhnlich starke Mückenplage aus.
Über 90 Kommunen haben sich in der KABS im Kampf gegen die Mücken zusammengeschlossen. Dieser kostet in diesem Jahr 6,5 Millionen Euro, im Schnitt jährlich 1,30 Euro pro Einwohner.
Doch in diesem Jahr komme man mit der Bekämpfung nicht hinterher.
Dirk Reichle, Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage
„Wir sind eigentlich seit Mitte Mai, seit der ersten großen Welle sieben Tage die Woche im Dauereinsatz, 70, 80, 90-Stunden-Wochen haben wir hinter uns von Kontrolle, der Handbekämpfung, bis zum Beladen des Helikopters und das eigentlich mehr oder weniger pausenlos.“
Ohne die Einsätze der KABS wäre das Problem vermutlich noch viel größer, sagt die Stadt Mainz. Trotzdem: Ein Spaziergang am Rhein, momentan kein Vergnügen.
Arwid Trojan
„Im Gesicht, im Genick und da hinten ist so ein kleines Loch, da stechen sie rein“
Johannes Gauckler
„Sobald man irgendwo an einem Gebüsch steht, überfallen sie einen sofort. Ich komme morgens aus dem Haus und das Erste was da sind, sind ungefähr sieben Mücken, von denen ich wegrennen muss.“
Weg bleiben auch viele Gäste in den Restaurants mit Flussblick, wie hier in Oppenheim. Darunter leiden die Gastronomen.
Eugenius Steckler, Gastronom
„Sobald die Sonne weg ist und es ist schattig, kommen die Biester raus und attackieren einen. Gäste bleiben aus, Gäste gehen früher und was auch selbstverständlich ist. Wir versuchen unsere Gäste auch zu unterstützen mit Brummbrumm oder sonstigen Artikeln, die wir bereitstellen aber es ist trotzdem ein Riesenproblem, eine große Einbuße.“
Die gute Nachricht: Momentan schlüpfen keine neuen Larven nach.
Bis August heißt es noch durchhalten, dann könnte laut KABS Ruhe einkehren. Durch den Klimawandel müssten sich die Menschen jedoch auf häufigere Mückenplagen einstellen.