Pläne für den Flughafen Bitburg

Der Flugplatz in Bitburg blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Zur Zeit des kalten Krieges war er ein wichtiger NATO-Stützpunkt, bis die Amerikaner dort Mitte der 90er Jahre „Goodbye“ sagten und Bitburg viele Arbeitsplätze verlor. Inzwischen haben sich am Flugplatz wieder über 100 Betriebe angesiedelt – mit rund 1.700 Arbeitsplätzen. Ein neues großes Unternehmen soll nun weitere Arbeitsplätze bringen.

Direkt neben dem bislang größten Arbeitgeber der Stadt, lüftete sich gestern Abend in der Stadthalle das Geheimnis, wer der neue größte Arbeitgeber in Bitburg werden will.
Die britische Frasers Group, ein börsennotierter Handelskonzern mit umgerechnet 4,3 Milliarden Euro Umsatz, plant in Bitburg ein neues Verteilzentrum.
Genauer gesagt am dortigen Flugplatz. Ganze 52 Hektar gehören nun der Frasers Group, die nach eigenen Angaben rund 350 Millionen Euro in Bitburg investieren und dabei bis zu 800 Arbeitsplätze schaffen will. Langfristig könnten es bis zu 2.500 werden.
Eifelkreis-Landrat Andreas Kruppert spricht von der größten Ansiedlung von außerhalb, die je in Bitburg realisiert wurde.
O-Ton Andreas Kruppert, CDU, Landrat Eifelkreis Bitburg-Prüm
„Ich glaube, dass das Portfolio der Mitarbeiter sehr unterschiedlich sein wird. Also von hochqualifizierten technischen Arbeitsplätzen, bis hin aber auch zu normalen Arbeitern, die hier gebraucht werden. Und das wird die spannende Aufgabe sein, in einer Region die eigentlich schon Vollbeschäftigung hat, dann jetzt auch so interessant zu sein, dass Menschen auch den Zuzug in die Eifel dann auch wagen und die heißen wir herzlich willkommen und dafür wollen wir natürlich auch die Rahmenbedingungen stellen.“
Seit über drei Jahren liefen die Planungen hinter den Kulissen, nichts sollte vorher nach außen dringen.
Von Bitburg aus sollen künftig 300 Filialen des Unternehmens in Europa mit Mode und Sportartikeln beliefert werden. Der erste Schritt soll dabei ein rund 100.000 Quadratmeter großes Logistikzentrum sein.
O-Ton Rupert Visick, Management Frasers Group
„Das ist hier eine fantastische zentrale Lage, die uns den Zugang zum europäischen Festlandnetzwerk ermöglicht. An dem Standort gefällt uns die Verfügbarkeit von Arbeitskräften und das Baugrundstück, das wir gefunden haben, ist sehr gut für unseren geplanten Betrieb geeignet.“
Schon einmal gab es Pläne den Bitburger Flugplatz neu aufleben zu lassen. Der Luxemburger Unternehmer Frank Lamparski wollte daraus einen internationalen Fracht- und Passagierflughafen machen. 2012 scheiterten die Pläne.
Mit einer Luftnummer rechnet diesmal niemand – alle Beteiligten hoffen auf eine nachhaltige Entwicklung.
O-Ton Joachim Kandels, CDU, Bürgermeister Stadt Bitburg
„Wir hoffen natürlich, dass die Menschen, die hier arbeiten, natürlich auch ihre Steuern in der Region zahlen und dass wir davon auch profitieren. Wie das dann unternehmerisch aussieht, das müssen wir dann mal sehen. Aber ich denke insgesamt für die Wirtschaftskraft in der Region wird das von Vorteil haben. Es gibt ja auch Zulieferfirmen und und und, die davon auch partizipieren und von daher wird das der ganzen Region denke ich einen Schub geben.“
Die Erschließung des Geländes, das teilweise mit Altlasten vom Militärbetrieb kontaminiert ist, wird von Bund und Land zu 90% gefördert.
Der gestern veröffentlichte Bebauungsplan soll nun so schnell wie möglich rechtskräftig werden. Das Unternehmen will noch in diesem Jahr die Bagger rollen lassen.