Kurzarbeit bei Opel in Kaiserslautern

Jetzt also doch. Als vergangene Woche das Thüringer Opelwerk Eisenach wegen des weltweiten Mangels an Computer-Chips dicht machen musste, sprach der Autobauer noch davon, dass das Werk in Kaiserslautern von der Krise nicht betroffen sei. Doch jetzt müssen auch in Rheinland-Pfalz rund 1000 Mitarbeiter in Kurzarbeit.

Die Chip-Krise ist in Kaiserslautern angekommen, zumindest indirekt. Denn weil Opelwerke in Frankreich, die direkt aus Kaiserslautern mit Teilen beliefert werden, nicht genügend Computerchips bekommen, muss auch in Rheinland-Pfalz die Produktion heruntergefahren werden. Deshalb schickt der Autobauer hier rund 1000 der insgesamt 1.500 Mitarbeiter in Kurzarbeit.
Die betroffenen Mitarbeiter aus Produktion und Logistik arbeiten laut dem Opel-Betriebsratschef Thorsten Zangerle nur noch an drei oder vier Tagen in der Woche. Azubis und Verwaltungsmitarbeiter seien hingegen nicht betroffen. Opel hat die Kurzarbeit zunächst bis zum Jahresende angemeldet, wie es danach weitergeht ist noch unklar.
Der Mangel an Computerchips, sogenannten Halbleitern, betrifft nicht nur Opel, sondern bremst auch die Produktion anderer Hersteller. Laut einer Hochrechnung könnte der Teilemangel dazu führen, dass dieses Jahr weltweit bis zu elf Millionen Autos weniger gebaut und verkauft werden als letztes Jahr.
Jürgen Pieper, Autoanalyst Bankhaus Metzler
„Wir reden im Endeffekt ja wahrscheinlich von eineinhalb Jahren diese Engpässe, bis Sommer, Herbst nächsten Jahres. Das ist schon sehr ungewöhnlich. Ich glaube der wesentliche Grund ist hier, dass man nach Corona viel zu vorsichtig geplant hat seitens der Halbleiterhersteller, dass man mit diesem Aufschwung nicht gerechnet hat und dass jetzt plötzlich alle Industrien – Stichwort Digitalisierung – plötzlich Halbleiter haben wollen in viel größeren Mengen als vor Corona.“
Zum Opel-Stammwerk in Rüsselsheim mit seinen 2.400 Mitarbeitern in der Produktion gibt es noch keine konkreten Informationen. Dort hieß es heute, es sei zum Thema Kurzarbeit „noch keine Entscheidung gefallen“.