Hessische Landesverwaltung muss Energie sparen

Was machen wir, wenn immer weniger Gas kommt? Energie sparen! Und die Politik hat auch schon eine Zahl vor Augen: 15 Prozent. Das Land Hessen möchte mit gutem Beispiel vorangehen. Bislang verbrauchen alle öffentlichen Gebäude, wie Ministerien und Polizeistationen, so viel wie 30.000 Einfamilienhäuser.

Sparen, sparen, sparen. Das ist das Gebot der Stunde. Und das nicht nur für Privathaushalte. Angesichts der stark gestiegenen Energiepreise und einem drohenden Gasmangel im Winter, sieht sich auch die hessische Landeregierung in der Pflicht. Mit einem Energiesparpaket will sie in der kommenden Heizperiode von Oktober bis April bis zu 15% Energie einsparen. Der Ansatz: jede eingesparte Kilowattstunde Energie hilft.
Tarek Al-Wazir, Bündnis 90 / Die Grünen, Energieminister Hessen
„Wenn das Land als großer Verbraucher Gas einspart, dann hilft uns das, dass wir insgesamt jetzt mehr einspeichern können und im Winter auch weniger verbrauchen. Das hilft also allen zusammen, dass wir, wenn es irgend geht, diese Notlage vermeiden, die wir dann ausrufen müssten, wenn es wirklich am Ende gar kein Gas mehr gebe.“
Wenn das Land weniger Gas verbrauche, spare es auch Geld und schone die Umwelt. Konkret heißt das: In den Landesbehörden wird die Raumtemperatur ab Oktober maximal 20 Grad betragen. Es werden immer mehr LED-Lampen eingesetzt und für das Hände waschen gibt es nur noch kaltes Wasser.
Das alles wird durch ein Monitoring begleitet – sprich, die Beobachtung und Anpassung der Sparmaßnahmen durch ständige Datenanalyse. Die Opposition hält das Energiesparpaket der hessischen Landesregierung für mehr Schein als Sein. Das vorgebrachte Konzept reiche bei weitem nicht aus.
René Rock, FDP, Fraktionsvorsitzender Hessen
„Die Landesregierung macht klein klein und geht das Problem nicht angemessen an. Wir stehen vor einer Preiskrise und es könnte sogar zu einer Versorgungskrise kommen, wie wir das in unserem Land noch nie erlebt haben. Und da jetzt mit Kaltwasser beim Händewaschen als Botschaft der Landesregierung ist das eindeutig zu wenig.“
Doch die Landesregierung gibt sich selbstbewusst. Bereits im Jahr 2008 habe sie sich mit der Nachhaltigkeitsstrategie Hessen verpflichtet, bis 2030 klimaneutral zu arbeiten. Und man habe es bereits geschafft den Energieverbrauch um 65% zu reduzieren. Daran möchte die Landesregierung anknüpfen und auch mit den neuen Maßnahmen mit gutem Beispiel voran gehen.
Boris Rhein, CDU, Ministerpräsident Hessen
„Das hat natürlich Signalwirkung und das sensibilisiert. Die Menschen merken: Wenn die Landesverwaltung solche Maßnahmen ergreift und beispielsweise auch über Feiertage Schließungen der Landesliegenschaften vornimmt, dass es eine ernste Situation ist. Und jeder für sich selber möglicherweise überprüft: Kann das vielleicht nicht auch eine Maßnahme sein, die ich bei mir zuhause beispielsweise einführe?“
Langfristig soll auch die Sanierung von Gebäuden der Landesverwaltung helfen, Energie einzusparen. Diese Maßnahmen brauchen allerdings eine längere Planung. Außerdem wird das Land in diesen Fällen erst mehr Geld ausgeben müssen, um später Energiekosten zu sparen.