Gaststätten auf dem Land werden in Hessen gefördert

Für die Gastronomie waren die vergangenen zweieinhalb Jahre alles andere als einfach. Die strengen Corona-Auflagen und vor allem der Lockdown haben bei vielen Gastwirten zu großen Umsatz-Einbußen geführt. Viele Mitarbeiter haben der Branche in dieser schweren Zeit den Rücken gekehrt. Kaum scheint die eine Krise einigermaßen überwunden, steht schon die nächste vor der Tür: Die steigende Inflation macht auch den Gastwirten schwer zu schaffen. Vor allem im ländlichen Raum droht ein großes Gaststätten-Sterben. Dem will das Land Hessen nun mit einem Sonderinvestitionsprogramm entgegenwirken.

Julian Albracht vom Restaurant Mühlstein am Rande von Bensheim hat Großes vor: Das Kopfsteinpflaster im Innenhof muss dringend saniert werden. Weil die Steine ursprünglich von einer alten Römerstraße stammen und fast 2.000 Jahre alt sind, soll alles möglichst originalgetreu erhalten bleiben. Das macht eine Sanierung teuer: Rund 160.000 Euro sind dafür eingeplant. Weitere Investitionen sollen folgen.
Julian Albracht, Restaurant Mühlstein
„Die Heizungsanlage wird erneuert und das ganze komplett auch mit Solarthermie unterstützt, um einfach für die Zukunft gerüstet zu sein. Des Weiteren haben wir noch vor, die Küche ein wenig aufzumöblieren. Heißt: Neue Geräte, damit unsere Mitarbeiter effizient arbeiten können.“
Gesamtkosten: Mehr als 600.000 Euro. Viel Geld für einen mittelständischen Betrieb wie das Restaurant Mühlstein. Deshalb freut sich der Chef, dass er die Kosten nicht alleine tragen muss: Heute kommt Priska Hinz zu Besuch, die als hessische Umweltministerin auch für den ländlichen Raum zuständig ist. Und sie hat was mitgebracht: einen Förderbescheid über 200.000 Euro – Teil eines 10-Millionen-Euro-Fördertopfs des Landes Hessen für den Erhalt von Gaststätten im ländlichen Raum.
Priska Hinz, B’90 / GRÜNE, Umweltministerin Hessen
„Gaststätten und Restaurants sind soziale Treffpunkte. Sie sind aber auch wichtig für die Wertschöpfung im ländlichen Raum. Gerade dort. Weil, es gibt dann Arbeitsplätzn, Menschen können sich treffen, können regionale, saisonale Speisen verzehren. Und damit können dann auch die Erzeuger und Verarbeitungsbetriebe im ländlichen Raum wieder Geld verdienen.“
Das Land Hessen übernimmt dabei bis zu 45 % der Gesamtinvestitionen, die ein Gastwirt in seinen Betrieb steckt. Eine dringend benötigte Hilfe für eine arg gebeutelte Branche, über die sich auch der Hotel- und Gastronomieverband DEHOGA freut.
Christine Friedrich, DEHOGA Südhessen
„Wir haben immer mehr Vorgaben von Behörden. Das ist auch auf der einen Seite gut. Aber auf der anderen Seite bedarf es natürlich auch viel Zeit in der Umsetzung. Und da fragt man sich manchmal: Denken die darüber noch nach? Und hier haben wir wirklich einen Fall, wo wir Unterstützung bekommen. Und das muss man einfach nur loben.“
Und für Gastwirte wie Julian Albracht gilt trotz aller Krisen vor allem eines: Optimistisch bleiben und stets nach vorne blicken.
Julian Albracht, Restaurant Mühlstein
„Eine alte Weisheit sagt: Gegessen und getrunken wird immer. Insofern bin ich da auch zuversichtlich, dass Qualität bestehen kann.“