Frankfurt hofft auf Tourismus-Boom zur Fußball-EM

Am Freitag ist es so weit, dann startet die Fußball-Europameisterschaft in Deutschland. Und Frankfurt ist mittendrin im Spektakel. Fünf Spiele werden hier ausgetragen – darunter auch Deutschland gegen die Schweiz. Aber auch Fans, die keine Karte bekommen haben, kommen in einer riesigen Fan-Zone auf ihre Kosten. Das hat für die Mainmetropole aber ihren Preis.

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Hier soll es stattfinden. Das große Fußballfest in Frankfurt. In der Fan-Zone können bis zu 30.000 Fußballbegeisterte gleichzeitig alle Spiele schauen und auch bei den deutschen Partien mitfiebern. Dafür hat die Stadt zehn Bildschirme, samt einer riesigen, schwimmenden Leinwand aufgestellt. Kein freiwilliges Angebot der Stadt sondern Vorschrift der UEFA.
Thomas Feda, Geschäftsführer Tourismus und Congress GmbH: Da gab es Vorgaben von der UEFA. Fassungsvermögen 30.000 Personen, wo sie sein muss, wie sie aufgebaut werden muss mit den Leinwänden. Und letztendlich haben wir sehr niedrig kalkuliert, weil wir haben Preise von 2019 hier eingepreist und es hat sich ja verändert seit vier, fünf Jahren. Ist schon knapp hier alles.
Das Fest im Stadion und der Stadt lässt sich die Mainmetropole 30 Millionen Euro an Steuergeldern kosten. Doppel so viel wie ursprünglich angedacht. Doch als „Host City“ verspricht sich Frankfurt viel von der Europameisterschaft.
Thomas Feda, Geschäftsführer Tourismus und Congress GmbH: Die Werbung über die Städte kann man nicht bezahlen, die weltweit rausgeht. Und das ist für uns auch das wichtige und entscheidende, warum wir hier so in einer großen Fan-Zone mit einer Eröffnungsfeier an den Start gehen und wirklich als weltoffener, toleranter, internationaler Gastgeber fungieren.
Das möchten auch die Gastronomen in Frankfurt. So bereitet sich die Kultkneipe „Apfelwein Wagner“ in Sachsenhausen schon auf viele Zuschauer aus dem In- und Ausland vor. Nach der langen Corona-Zeit freut sich Inhaberin Claudia Rudorf schon auf ein fröhliches Fest für alle.
Claudia Rudorf, Inhaberin Apfelwein Wagner: Was das Geschäft angeht, muss ich sagen, haben wir jetzt schon einige Reservierungen vor den Spielen von internationalen Gästen und wir haben noch Kapazitäten aber ja, das wird schon bunt.
Auch die strauchelnde Hotelbranche hofft von den Gästen zu profitieren. Noch immer sind die Umsätze zehn Prozent niedriger als vor der Corona-Pandemie, sagt der DEHOGA Chef Robert Mangold. Sie leidet unter höheren Kosten und zu viel Bürokratie. Die Betreiber hoffen auf einen Aufschwung durch die Europameisterschaft.
Robert Mangold, Präsident DEHOGA Hessen: Die Buchungszahlen in den Hotels sind schon vielversprechend. Es gibt viele Vorbuchungen schon in den letzten Wochen. Und die Hoteliers sind gerüstet. Alle Betten werden gemacht. Ab Freitag geht es ja dann richtig los. Die ersten Fans sind schon da und da hoffen wir, dass es ähnlich wird wie 2006.
Nun liegt es auch an der Nationalmannschaft, ob die Heim-EM so ein Erfolg wird wie das Sommermärchen 2006. Die Stadt Frankfurt ist auf jeden Fall gerüstet für die großen und kleinen Gäste.